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risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

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NR. 03 | 2017 | HEFT 453 | 38. JAHRGANG

Recht haben und recht bekommen Wir haben mit den Spezialversicherern in Österreich über die Entwicklung des letzten Jahres gesprochen „SPANNENDE MARKTCHANCEN IN DEN REGIONEN“ Interview mit Mag. Harald Riener, Vorstandsmitglied der Donau Versicherung

VERSICHERUNGSVERMITTLER SIND IMPULSGEBER Interview mit KR Prok. Gerhard Heine, Leiter des alternativen Vertriebes bei der Wiener Städtischen Versicherung


Demner, Merlicek & Bergmann

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EDITORIAL

Tilt Wenn man einen Zustand beschreiben will hilft oft nur eine Allegorie weiter. Doch schon der berühmte Forscher und Denker Lawrence J. Backwood II., sagte, in jeder Allegorie stecke auch eine Prise Allergie. Eine Erklärung warum das so ist, blieb uns der Gelehrte schuldig. Jedenfalls war es nach dem großen Krieg so: Sie war begehrenswert. Und alle, alle wollten sie haben. Sie, die Demokratie. Die Zeiten sind schwieriger und Donna Democrazia ist älter geworden. Über die Jahre wurde sie malträtiert, schlecht behandelt, ausgenützt oder missbräuchlich verwendet. Beispiel: Im Europaparlament gibt es eine Partei deren oberstes Ziel es ist, die Europäische Union zu spalten und damit das Europäische Parlament letztlich abzuschaffen. Dafür erhält diese Partei vom Europaparlament jede Menge Geld, um dieses Ziel zu erreichen. Selten noch hat eine Institution so viel Geld für die eigene Zerstörung ausgegeben. Tilt. Auf der Isolatoren-Insel wollten Isolatoren endlich wieder isoliert sein. Sie folgten damit „True lies“. Denn nicht Fakten sondern Fake-News haben sie überzeugt. Heute gilt es nicht, einen Aufruf an das Kirchentor zu nageln. 140 Zeichen genügen. Tilt.

Diese Zeiten sind vorbei. Weit hinten in der Türkei ist jetzt mitten in unserem Bezirk. Am Platz vor der Kirche, im Beserlpark, am Markt, vor deiner Wohnungstür. Einer von weit hinten, ein Osmane, will es jetzt wie anno 1933 machen. Regieren mit Dekreten. Damals nannte man das Notverordnung. Diktiert vom GRÖFAZ. (Für Spätgeborene: Größter Führer aller Zeiten): Eine Pastorentochter meint: Es sei doch noch nichts entschieden. Oh, ihr Blauäugigen: Einer kennt den Ausgang schon. Der Herr Präsident, mit 62 Prozent. Mit schwacher Stimme sagt die Bewundernswerte: Europa sei schon zu schwach, sich der Angriffe zu erwehren. Sie erinnert sich an den Untergang Roms. Heute wie damals waren es primär innere Faktoren. Strukturelle Probleme, Dekadenz, religiöse und soziale Umbrüche, Uneinigkeit. Donna Democrazia ist alt geworden, sie braucht jetzt schon einen Rollator. Aber sonst ist ja eh alles in Ordnung. Tilt. Mario Passini

Donna Democrazia gab die Hoffnung nicht auf und fragte einen jungen Mann, ob er denn mit seiner Lage zufrieden sei? Ob es denn nicht angebracht wäre, zu verändern, zu revolutionieren? Der Jüngling sah kurz von seinem Tablett auf und sagte (wörtliche Wiedergabe). „Wozu? Mir geht es gut, ich habe alles was ich brauche.“ Setzte sich wieder seine Virtual-Reality-Brille auf und versank im Hyperraum. Tilt. Geheimrat Goethe ließ in Faust sagen: Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei, Wenn hinten, weit, in der Türkei, Die Völker aufeinander schlagen. Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten; Dann kehrt man abends froh nach Haus, Und segnet Fried und Friedenszeiten.

Nr. 785

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risControl 03/17 03


INHALT

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EDITORIAL 03 Tilt

NEWS 06 Digitalerklärung | Arisecur 06 Rückgang | Munich Re 06 Richtline IORP II | Europäische Kommission 07 MiFID II konforme IT Lösung | Wiener Börse AG 07 EU Vermittlerrichtlinie | Markt/ Deutschland 08 Immobilienbewertung | faircheck immoservice 08 Crowdinvesting | Fachverband Finanzdienstleistung 08 Casablanca | Allianz Group 11 Buchvorstellung 11 Angebotsrechner | Gothaer Lebensversicherung 04 risControl 03/17

Inhalt KARRIERE

06 Personalentwicklung | D.A.S. Rechtsschutz AG 07 Landesdirektor Salzburg | ÖBV Versicherung 08 Traditionsbetrieb | DIE Maklergruppe 10 Auszeichnung | Donau Versicherung 10 Neuer Vorstand | Allianz SE 10 Maklervertrieb | muki 11 Vorsitz | Zurich Versicherungs AG 11 Kommunikation | Helvetia Versicherung

TITELGESCHICHTE 36 Recht haben und recht bekommen

KOLUMNE 52 Inflation, Zinsanstiege, fallende Aktienkurse | Michael Kordovsky

INTERVIEW 12 „Spannende Marktchancen in den Regionen“ | Mag. Harald Riener 22 Ausbildung und Nahversorgung für Versicherungsvermittler | Wilhelm Brandstetter und Michael Holzer 48 Versicherungsvermittler sind Impulsgeber | KR Prok. Gerhard Heine


INHALT

22

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40

28 12

VERSICHERUNG 14 Motorradfahrer | HDI Versicherung/ ÖAMTC 15 Neue Initiative | Styriawest 15 Neuer Haushaltstarif | VAV Versicherung 16 Ergebnisse 2016 | VVO Österreich 16 Partnerschaft | Generali Versicherung 17 Studie zu Garantiekosten | Standard Life 18 Gewinnrückgang | UNIQA Group 18 Jahresergebnis | FinanzAdmin 19 Drohnen im Anmarsch | Wiener Städtische Versicherung 20 Neues Service | Oberösterreichische Versicherung 20 Wachstum | Valida Gruppe 20 Rückgang | Swiss RE 44 Globaler Versicherungsmarkt | Allianz SE 46 Neuer Fokus Digitalisierung | Allianz Versicherung 46 Private Vorsorge | Continentale Assekuranz Service GmbH 47 Diametrales Jahresergebnis | Helvetia Österreich

MARKT VERANSTALTUNG 26 Weltfrauentag 42 Sponsor | UNIQA Group 42 20-jähriges Jubiläum | BNP Paribas Cardif Österreich 42 Formel E | Allianz Group 43 Österreichischer Fußball-Bund | UNIQA Insurance Group AG 43 Roadshow | Nürnberger Versicherung 54 Das war die VARIAS BU-Roadshow 2017

STUDIE 30 Zum Verhältnis der Faktoren Rückversicherung und Sicherheitskapital in der österreichischen Versicherungswirtschaft 40 Das Massenrisiko in der Rechtsschutzversicherung

24 Sichere Telefonielösung | ATOS 24 Neues Bedingungswerk | Höher Insurance 24 Nicht ohne einen Versicherungsmakler | Verein für Konsumentenschutz/Arbeiterkammer 32 Erfolgreicher Start von wefox 33 Aufholbedarf bei IT | Deloitte Österreich 33 Vorschlag | Europäische Datenschutzrichtlinie

SCHLUSSPUNKT 58 Vorschau 58 Impressum

risControl 03/2017 Heft-Nr.: 453 38. Jahrgang risControl 03/17 05


KARRIERE / NEWS

Europäische Kommission

Richtline IORP II

Andreas Büttner

Arisecur

Digitalerklärung

Anfang des Jahres haben sich führende InsurTech Unternehmen eine gemeinsame Berliner Digitalerklärung erarbeitet. Im Zuge der Erklärung, wurden fünf Appelle an die Versicherungswirtschaft und in Richtung der Politik formuliert, die den Kunden und seine Interessen stärker in den Fokus stellen sollen. Hier der Text der Berliner Digital Erklärung: http://www.berliner-digital-erklaerung.de/. Als erstes Unternehmen Österreichs hat Arisecur Versicherungs Provider GmbH die Erklärung unterzeichnet. In den folgenden Tagen sollen noch viele weitere Unternehmen die Initiative unterschreiben und so bei Themen wie der Branchenentwicklung mitdiskutieren.

Munich Re

Rückgang Der weltweit größte Rückversicherer, die Munich Re, hat im letzten Jahr einen Gewinnrückgang von 2,6 Mrd. Euro auf 3,1 Mrd. Euro vermelden müssen. Die hohen Schadensbelastungen durch Naturkatastrophen machten es dem Rückversicherer, neben dem Niedringszinsumfeld und der Restrukturierung der ERGO Tochter, schwer. Besonders das vierte Quartal wurde durch die Großschäden auf Grund des Hurrikans Matthew und den Erdbeben in Neuseeland belastet. Das größte Schadensereignis im vergangenen Jahr waren die Waldbrände in der kanadischen Provinz Alberta. Dennoch werden die Dividenden steigen, geplant ist eine Erhöhung der Dividende von 35 Cent auf € 8,60 je Aktie. 06 risControl 03/17

Ende Dezember wurde die Europäische Richtlinie über die Tätigkeit und Beaufsichtigung von Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge erlassen. (IORP II) Laut dem stellvertretenden Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen Christian Böhm, ist die Umsetzung der neuen EU Richtlinie für Österreich kein Thema. „Die österreichischen Pensionskassen entsprechen schon jetzt großteils den Anforderungen der IORP II-Richtlinie und sind ein Vorreiter moderner Entwicklungen der betrieblichen Altersvorsorge“, so Böhm. Zentrales Thema ist die intergenerative Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Sicherheit. Bei all diesen Themen ist Österreich ein Vorreiter und die österreichischen Pensionskassen erfüllen seit Jahren die europäischen Anforderungen. Auf

europäischer Ebene gibt es eine Initiative zur Entwicklung eines neuen und europäischen, individuell- privaten Pensionsproduktes (PEPP), das grundsätzlich von allen nach EU-Richtlinien konzessionieren Finanzdienstleistern angeboten werden können. Dazu Christian Böhm: „Aus Sicht der österreichischen Pensionskassen ist die künstliche Erfindung eines PEPP nicht erforderlich, weil die österreichischen Pensionskassen alle Erfordernisse bieten und vor allem sozialrechtliche Aspekte wie die Auszahlung einer lebenslangen Rente garantieren“. Dr. Fritz Janda Geschäftsführer des Fachverbandes: „Die zweite Säule des Pensionssystems sollte attraktiver gestaltet werden und nicht immer weiter mit überbordenden Bestimmungen belastet werden.“

D.A.S. Rechtsschutz AG

Personalentwicklung Mag. Nicole Fabbro ist neue Leiterin des Bereichs „Personalentwicklung & BildungsService“ und verantwortet unter anderem die Themen Employer Branding, sowie die Koordination und Durchführung von Seminaren und Schulungen. Norbert Hofer hat die Abteilungsleitung des Bereichs „Zentraler VertriebService“ übernommen und fungiert dabei sowohl intern als übergreifende Informationsschnittstelle zwischen Vertrieb und allen anderen Abteilungen im Unternehmen

als auch extern als Ansprechpartner für überregional operierende Vertriebs- und Kooperationspartner. Der gebürtige Steirer arbeitet seit Mai 2016 in der D.A.S. Rechtsschutz AG. Bei Swiss Life Select hat er die letzten 14 Jahre lang die Abteilung „Antrag, Vertrag & Provision“ geleitet. „Ich freue mich sehr über die interessanten Aufgaben in diesem Bereich und bin mir sicher, den schon sehr hohen Service-Level der D.A.S. weiter verstärken zu können“, so Norbert Hofer.

Mag. Nicole Fabbro

Norbert Hofer


KARRIERE / NEWS

Wiener Börse AG

MiFID II konforme IT Lösung MiFID II, die neue Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente, wird Anfang 2018 erstmalig angewendet und signifikante Auswirkungen auf die Vor- und Nachhandelstransparenzanforderungen der europäischen Finanzmärkte haben. Die Richtlinie erfasst gleichzeitig erheblich mehr Finanzinstrumente als bisher. Die Wiener Börse plant eine Lösung zur Reportingverpflichtung von OTC-Geschäften (Over the Counter, au-

ßerbörslicher Handel) bzw. Reporting von Orders und Quotes für Wertpapierfirmen (inklusive Systematischer Internalisierer) anzubieten. Der Service der Wiener Börse wird vorbehaltlich einer Zulassung als APA (Approved Publication Arrangement) durch die FMA angeboten werden und wird – in Anlehnung an MiFID II – TTR® II heißen. Er basiert auf dem bereits etablierten Angebot TTR® (Transparent Trade Reporting, deckt

Anforderungen der MiFID ab). Zukünftig wird neben den bereits bestehenden Kooperationen auch die Zagreber Börse an das von der Wiener Börse genutzte Handelssystem angeschlossen. Die Verträge zum Betrieb des Handelssystems für die Börse Budapest und Börse Laibach konnten bis Ende 2021 verlängert werden. Damit betreibt die Wiener Börse künftig die technische Handelsinfrastruktur für fünf Börsen.

ÖBV Versicherung

Landesdirektor Salzburg Rainer Greilberger ist nun auch ÖBV-Landesdirektor in Salzburg, somit ist er neben Kärnten auch für Salzburg verantwortlich. Greilberger trat am 1. März 2014 als Landesdirektor in das Unternehmen ein. Der Leiter des Bereichs Vertrieb der ÖBV, Alexander Lanzinger würdigt die Leistung von Rainer Greilberger: „Unter Rainer Greilberger hat sich die ÖBV in Kärnten gut entwickelt, daher kann ich mir keinen besseren Nachfolger für meine bisherige Position vorstellen.“ Die geografische Nähe und viele andere Überschneidungen zwischen den beiden Bundesländern sind weitere Faktoren, die für die

gemeinsame Führung der beiden Standorte sprechen. Auch für Mag. Josef Trawöger konnte sich Rainer Greilberger schnell als Favorit für die Führung der neu gegründeten Landesdirektion Kärnten/Salzburg durchsetzen. „Rainer Greilberger steuerte bereits die Landesdirektion Kärnten zu unserer vollsten Zufriedenheit. Wir freuen uns, dass er seine Expertise und Erfahrung im Versicherungsbereich nun auch auf das Bundesland Salzburg ausdehnt. Mit Rainer Greilberger und seinem Team sehen wir die Landesdirektion Kärnten/ Salzburg in besten Händen“, so der ÖBV Vorstandsvorsitzende Mag. Josef Trawöger.

Rainer Greilberger

Markt/Deutschland

EU Vermittlerrichtlinie In Deutschland ist die Umsetzung der IDD ins nationale Recht schon einen Schritt weiter als bei uns in Österreich. Die Sopra Steria Consulting hat zur Umsetzung eine aktuelle Marktanalyse aus unserem Nachbarland veröffentlicht. Die IDD sieht vor, dass alle am Versicherungsvertrieb Beteiligten Interessenskonflikte vermeiden müssen, eine Offenlegung von Kosten und Beratung und eine Beratungsdokumentation. Das Anwendungsgebiet der neuen Richtlinie wird auf die gesamte Vertriebskette ausgeweitet, inklusive Direktvertrieb und Vergleichsportale. Und hier sieht Sylvia Wolf, Versicherungsexpertin bei Sopra

Steria auch einen großen Bedarf bei Portalen und Direktversicherer, denn diese seien derzeit auf eine massive Regulierung des Geschäftes vorbereitet. „Vielen Kunden ist meist nicht transparent, dass diese Plattformen als Makler agieren. Durch die IDD-Richtlinie werden Vergleichsplattformen explizit anderen Versicherungsvermittlern gleichgestellt, und es greifen auch für sie die nationalen Gesetzesvorschriften zur Umsetzung der der EU-Vorschrift“, sagt Sylvia Wolf, Versicherungsexpertin bei Sopra Steria Consulting. „Wenn die Portale beispielsweise durch Abfragen den persönlichen Bedarf der Kunden

ermitteln, um passende Angebote anzuzeigen, gelten auch hierbei schon alle Regelungen zur Beratungsqualität“, so Wolf. Es Bedarf bei der Umsetzung sicherlich noch einiger Handlungsbedarf. Die Umsetzung der IDD in ihrer aktuellen Fassung wirkt sich auch auf die Zusammenarbeit der Versicherer mit den neuen Portalen, Insuretechs und Online-Maklern aus. „Alle Seiten werden genau hinschauen, welche potenziellen Partner die besten ITSysteme und Prozesse bieten, um den Spagat zwischen Regulierung und digitalem Vertrieb so effizient und nutzerfreundlich wie möglich zu schaffen“, sagt Sylvia Wolf von Sopra Steria Consulting. risControl 03/17 07


KARRIERE / NEWS

DIE Maklergruppe

Traditionsbetrieb Die Maklergruppe hat mit der Helmut Kaiser Versicherungsmakler GesmbH & Co. KG einen neuen Partner. Im Jahr 1973 startete Herr KommR Helmut Kaiser, Vater von zwei Kindern, welche heute beide im Unternehmen verankert sind, in Bürmoos. Damals war „HK“ wie sein Logo aussagt der erste selbstständige Versicherungsmakler und -berater in Westösterreich. Darüber hinaus war KommR Helmut Kaiser lange Zeit u.a. als Berufsgruppenvorsitzender der Versicherungsmakler in der Wirtschaftskammer Salzburg, als Vorsitzender der Prüfungskommission für die Abnahme der Befähigungsprüfung zum Versicherungsmakler und Vermögensberater sowie für die Unternehmerprüfung tätig. Seit über 35 Jahre ist Herr KommR Helmut Kaiser als allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für Versicherungswesen, Versicherungsbräuche, Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter tätig und am Landesgericht Salzburg

eingetragen. Nachfolgesorgen gibt es im Traditionsunternehmen „HK“ sicherlich nicht, arbeitet doch bereits die dritte Generation mit. Geschäftsführerin Karin Gritsch (geb. Kaiser) zur Entscheidung, DIE Maklergruppe als Partner zu wählen: „Das junge dynamische Auftreten von den beiden Geschäftsführern Akad. Vkfm. Rainer Vogelmann und Akad.

faircheck immoservice

Immobilienbewertung

Die Gutachterqualität von faircheck wird nun auch auf die Immobilienwelt ausgeweitet. „Uns ist es wichtig, branchenweit eine neutrale Bewertung anbieten zu können. Die Abwicklung erfolgt gewohnt service- und prozessorientiert“, erläutert Dr. Peter Winkler, CEO von faircheck. Sachverständige führen in allen Regionen Österreichs Begutachtungen durch und verfassen standardisierte ImmoCheckGutachten. Der verantwortliche Immobili-

ensachverständige Mag. Harald Reichenbäck über die Vorteile eines Kurzgutachtens von ImmoCheck: „Ein klarer Mehrwert ist, dass wir im Zuge der Immobilienbegutachtung eine Standort- bzw. Umgebungsbeschreibung darstellen und das Hochwasserrisiko ermitteln. Unser Gutachten berücksichtigt somit eine Vielzahl an bewertungsrelevanten Faktoren, ist kurzgefasst, klar gegliedert und leicht nachvollziehbar.“

Fachverband Finanzdienstleistung

Crowdinvesting

Crowdinvesting boomt, im Jahr 2016 wurden 22,7 Mio. Euro für 71 Projekte gesammelt, ein Plus von 161 % gegenüber den Jahren 2014 und 2015. Derzeit sind in Österreich dreizehn Crowdinvestingplattformen tätig, die berechtigt sind, das Gütesiegel zu tragen, da sie sich zur Einhaltung der Standes- und 08 risControl 03/17

Ausübungsregeln für Crowdinvestingplattformen verpflichtet haben. Seit Bestehen der österreichischen Plattformen 2013 konnten insgesamt 143 Projekte mit der Gesamtsumme von 34.511.090 Euro finanziert werden. 16 Projekte haben die Fundingschwelle nicht erreicht.

Vkfm. Mattias Lindenhofer waren sicherlich ein wichtiger Entscheidungsgrund. Auch der ausgezeichnete und schnelle Versicherungsvergleich hat uns die Wahl leichtgemacht. Beste Tarifgestaltungen, Eigenständigkeit und eine Handschlagqualität, die auch in unserem Hause gelebt wird, waren ebenfalls ausschlaggebend für unsere Wahl.“

Allianz Group

Casablanca Ende Jänner hat die Allianz Maroc ihre Tätigkeit aufgenommen. Marokko hat sich zu einem wichtigen Drehkreuz auf dem afrikanischen Kontinent entwickelt. Ziel der Versicherungsgruppe ist es, bis zum Jahr 2021 ihre Marktanteile zu verdoppeln. Die Allianz Maroc wurde nach behördlicher Genehmigung durch den Abschluss des Erwerbes von 98,9 % der Anteile der Zurich Assurance Maroc gegründet. Die Hauptzentrale ist in Casablanca beheimatet.


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KARRIERE / NEWS

Donau Versicherung

Auszeichnung

Dr. Peter Thirring, Generaldirektor der DONAU Versicherung, wurde von Sergio Matterella, dem Präsidenten der Republik Italien, mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen des Ordens vom Stern der Italienischen Republik ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung durch S.E. Giorgio Marrapodi, Botschafter von Italien in Österreich, fand in der italienischen Botschaft in Wien im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt. In seiner Laudatio würdigte S.E. Giorgio Marrapodi die hohen Verdienste

Dr. Thirrings um die Vertiefung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen beider Länder im Versicherungsbereich. Darüber hinaus hat er durch sein Engagement beigetragen, Wien als bedeutenden Standort für das Versicherungswesen in Zentral- und Osteuropa zu etablieren, sowie das Image Italiens in Österreich zu fördern. Zudem bedankte sich S.E. Giorgio Marrapodi bei Dr. Thirring für seine Unterstützung der italienischen Botschaft in Österreich bei bedeutenden Initiativen.

Giulio Terzariol

Niran Peiris

1.Jänner 2018 in den Vorstand der Allianz SE berufen worden. Er wird die Verantwortung für Global Insurance Lines, Anglo Markets, Russia, ESG von Axel Theis (58) übernehmen. Axel Theis wird ab dem 1. Januar 2018 die

Verantwortung für Insurance German Speaking Countries and Central & Eastern Europe von Werner Zedelius (59) übernehmen, dessen Vertrag zum Ende des Jahres 2017 regulär mit Erreichen der Altersgrenze ausläuft.

Allianz SE

Neuer Vorstand

Mit Wirkung 1. Jänner 2018 wurde Giulio Terzariol in den Vorstand der Allianz SE berufen. Er folgt Dieter Wemmer dessen Vertrag zum Ende des Jahres 2017 regulär mit Erreichen der Altersgrenze ausläuft. Giulio Terzariol ist seit 19 Jahren in der Allianz und hat verschiedene Managementpositionen in Landesgesellschaften sowie in der Zentrale innegehabt. Zuletzt war er sieben Jahre Chief Financial Officer bei Allianz Life in den Vereinigten Staaten und hat dort zu dem erfolgreichen Turnaround beigetragen. Seit Anfang 2016 ist er für den Bereich Group Planning und Controlling verantwortlich. Seine Berufung in den Vorstand erfolgt bis zum 31. Dezember 2020. Niran Peiris ist ebenfalls mit Wirkung

muki

Maklervertrieb

Thomas Ackerl 10 risControl 03/17

Mit 1. März hat Thomas Ackerl die Position des Vertriebsleiters des muki Versicherungsvereines auf Gegenseitigkeit übernommen. Der 35jährige Grazer ist seit 1998 in der Versicherungsbranche tätig und arbeitet seit 17 Jahren im Segment der Maklerbetreuung. Der bisherige Vertriebsdirektor für die Bundesländer Steiermark und Süd-Burgenland den neu strukturieren Maklervertrieb. Wenzel Staub, MBA, muki Vorstandsvorsitzender, erläutert die Gründe für die Neuorganisation: „Unser gesundes Wachstum macht es erforderlich,

unsere Kräfte zu bündeln. Das bringt vor allem große Vorteile für unsere Vertriebspartner. Die bekannte muki Handschlagqualität bleibt erhalten, aber so können wir noch rascher, flexibler und vertriebsorientierter handeln.“ Thomas Ackerl sagt mit Blick auf seine neue Aufgabe: „Wie bisher nehmen wir das Feedback unserer Vertriebspartner ernst; in der neuen Struktur können wir es noch schneller umsetzen. Uns geht es darum, Maklern und Vertriebspartnern den täglichen Arbeitsablauf so einfach wie möglich zu gestalten.“


KARRIERE / NEWS

Buchvorstellung Univ-Prof. Dr.Andreas Riedler hat zur Thematik Rücktritt von Lebensversicherung infolge vermeintlich nicht oder nicht korrekt erfolgter Rücktrittsbelehrung im Verlag LexisNexis eine einschlägige Monographie veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der EuGH-Entscheidung vom 19.12.2013, C-209/12 Endress / Allianz hat der OGH in der Entscheidung vom 02.09.2015, 7 Ob 107/15h festgehalten, dass dem Versicherungsnehmer bei unzureichender Belehrung über sein Rücktrittsrecht nach § 165a VersVG ein „unbefristetes“ Rücktrittsrecht vom Lebensversicherungsvertrag zukommt. Diese Entscheidung hat in der Praxis erhebliche Irritationen ausgelöst: Während manche Autoren daraus abgeleitet haben, dass der Lebensversicherungsvertrag rückwirkend aufgelöst und alle erbrachten Leistungen rückabgewickelt werden müssen, haben andere Autoren betont, dass der Vertrag nur pro futuro entfällt und der Versicherungsnehmer nur den Rückkaufswert erhält. Die vorliegende Arbeit analysiert ausführlich die Fragen,wann Versicherer die Versicherungsnehmer über Rücktrittsrechte belehren mussten und welche Rücktrittsfristen jeweils maßgeblich waren, welche (nachträglichen) Beratungspflichten der

Gothaer Lebensversicherung

Angebotsrechner

Seit Anfang März ist der neue Angebotsrechner für die Bereiche Risikoleben und Berufsunfähigkeit der Gothaer Lebensversicherung online. „Es ist unser erklärtes Ziel, den Vertriebspartnern in ganz Österreich perfekte Servicequalität zu bieten. Dazu gehört neben der persönlichen Betreuung natürlich auch ein attraktives digitales Angebot“, erklärt Helmut Karner, Direktor der Gothaer Österreich. Der Angebotsrechner findet sich auf www. gothaer.at.

Helvetia Versicherung Versicherungsmakler nach § 28 MaklerG gegenüberihren Versicherungsnehmern aus dieser Judikatur resultieren sowie ob und allenfalls in welcher Höhe (Provisions) Rückforderungsansprüche der Versicherer gegen Makler bei vorzeitiger Auflösung der vermittelten Lebensversicherungsverträge durch Rücktritt nach § 165a VersVG vor dem Hintergrund der gesetzlichen Regelungsmodelle des MaklerG und des VersVG in Betracht kommen.

Zurich Versicherungs AG

Vorsitz

Andrea Stürmer, MSc, MPA

Andrea Stürmer, MSc, MPA hat den Vorsitz des Vorstandes der Zürich Versicherung AG übernommen. Damit steht erstmals eine Frau an der Spitze des Unternehmens. Seit 2007 ist sie bei der Zurich Gruppe in verschiedenen Führungspositionen tätig. Stürmer: „Zurich ist in Österreich sehr gut aufgestellt. Mein Ziel ist es, den Erfolgspfad fortzuführen, und gleichzeitig neue Impulse zu setzen. Als Teil einer weltweit tätigen Versicherungsgruppe verfügen wir über modernstes Know-how, mit dem wir unsere Vorreiterposition bei Innovationen weiter ausbauen wollen. Der Fokus liegt dabei auf noch mehr Kundenorientierung und zukunftsorientierten Produkten und Services.“

Kommunikation

Jan Söntgerath leitet seit 1. März die Unternehmenskommunikation bei der Helvetia Versicherung. Er vertritt in seiner Funktion die bisherige Leiterin Bianca Herzog während ihrer Karenz. Söntgerath ist bereits seit 2014 in der Unternehmenskommunikation der Helvetia Gruppe tätig und war zuletzt als Online Editor für Blog, Newsletter und Social Media-Kanäle verantwortlich. Er hat an der Universität St.Gallen International Affairs and Governance studiert und das Lernprogramm für Wirtschaftsjournalismus abgeschlossen. Söntgerath berichtet an Bernd Allmer, Leiter HR & Services von Helvetia Österreich.

Jan Söntgerath risControl 03/17 11


DONAU VERSICHERUNG AG

„Spannende Marktchancen in den Regionen“ Seit vier Jahren ist Mag. Harald Riener Vorstandsmitglied der Donau Versicherung. Er sieht den österreichischen Versicherungsmarkt als spannend und voller Chancen. Was er zum Zukunftsberuf Versicherungsmakler sagt und vieles mehr lesen Sie in unserem Interview mit ihm. Wie sehen Sie die Entwicklung des Marktes? Mag. Harald Riener: Spannend, interessant und voller Chancen! Aus meiner Perspektive erleben wir gerade Veränderungen am Markt, die einerseits durch die Regulatorien bestimmt sind. Da denke ich an die bevorstehende Umsetzung der IDD. Andererseits organisieren sich Versicherungsmakler teilweise neu, formen Zusammenschlüsse und Partnerschaften. Als DONAU haben wir uns für diese Entwicklung bestens positioniert und gerüstet. Letztes Jahr haben wir einige maßgebliche Weichenstellungen gesetzt und uns fit für die Zukunft gemacht. Im Zuge der strategischen Positionierung hat die DONAU Versicherung die Regionalität einmal mehr verstärkt, um näher bei unseren Partner zu sein. Alle neun Landesdirektionen sind im Interesse der Kunden und Partner der DONAU als Vertriebsorganisationen aufgestellt. Regionale Experten haben die Beratungszeit für Kunden und Partner mit den richtigen Kompetenzen vor Ort, um Wachstum voranzutreiben. Mit der Einführung einer neuen Maklersegmentierung legt die DONAU den Fokus auf eine erfolgreiche, nachhaltige Zusammenarbeit in diesem Vertriebssegment. Im Sinne des gemeinsamen, nachhaltigen Erfolgs ist dabei das Ziel, Umsatz und Ertrag zu verbinden. Die Betreuung vor Ort wurde deutlich intensiviert. Ausgezeichnet wurden diese Anstrengungen u. a. mit dem 1. Platz bei der Umsetzung des Österreichischen Maklerdatensatzes durch den Fachverband der Versicherungsmakler der Wirtschaftskammer. In jeder Landesdirektion wurden zertifizierte Gewerbekoordinatoren geschaffen. Vor Ort sind sie die kompetenten Ansprechpartner für alle Fragen im Bereich der Absicherung von Unternehmen in den Regionen Österreichs. Die Gewerbekoordinatoren sorgen durch die Nähe zu den Vertriebspartnern für die raschen 12 risControl 03/17

Lösungen in allen Versicherungsfragen für die österreichischen Betriebe und sichern damit auch den wirtschaftlichen Erfolg ab. Ist der Beruf des Versicherungsmaklers des Finanzdienstleisters ein Beruf mit Zukunft? Riener: Ja, definitiv! Ein Versicherungsmakler verfügt über Expertise in vielen Fragen des Lebens und hinsichtlich der Absicherung von Menschen und Unternehmen. In Österreich mit seinen vielfältigen Regionen werden Versicherungsmakler weiterhin wichtig sein. Sie sind nah bei den Menschen, kennen die regionalen Gegebenheiten und können dies berücksichtigen. Insbesondere für die KMUBetriebe, die unsere Wirtschaft maßgeblich tragen. Die DONAU punktet mit regionalem Service im Gewerbebereich, der uns rasche Entscheidungswege ermöglicht und sind somit optimal für unsere Makler und die Herausforderungen positioniert. Der Konsument wird immer mündiger, wie reagiert die Versicherungswirtschaft darauf? Riener: Aus Sicht der DONAU kann ich sagen, erfreut – Kunden, die sich aktiv informieren, sind gute Gesprächspartner in einer komplexer werdenden Welt. Die Produktvielfalt ist deutlich größer und unübersichtlicher. Ich bin überzeugt davon, dass die Kunden klare und überschaubare Versicherungsprodukte möchten, die ihre Bedürfnisse optimal abbilden. Die DONAU Versicherung arbeitet kontinuierlich an der Verbesserung und Optimierung des Portfolios. Als Versicherung wollen wir den Menschen die höchste Sicherheit bieten und mit der existentiellen Absicherung, unserer wichtigsten Aufgabe nachkommen. Wir als DONAU möchten es den Kunden einfach machen, sich richtig zu versichern.

Online Abschluss versus Beraterbesuch, was ist Ihre Meinung? Riener: Ein Versicherungsabschluss ohne persönliches Beratungsgespräch ist ähnlich gefährlich, wie Selbstmedikation ohne Arzt. Das gilt im Gewerbebereich ganz besonders. Wenn es um die Absicherung existenzieller Risiken für die ganze Familie oder ein Unternehmen geht, steht die Kommunikation von Mensch zu Mensch im Vordergrund, um alle Fragen sicher abzuklären und zu lösen. Die Beratung der DONAU wird weiterhin im persönlichen Gespräch miteinander erfolgen. Die DONAU nutzt die Digitalisierung als Unterstützung zur Prozessoptimierung und sieht darin einen Aspekt, der es ermöglicht, rascher und effizienter zu handeln. In unserer Regionalitätsstrategie trägt die Digitalisierung zum Ausbau der Servicierung unserer Kunden und Vertriebspartner bei, wird jedoch kein Ersatz für direkte Betreuung und persönliche Kommunikation sein. Ausbildung und Weiterbildung wird immer wichtiger, was bietet die DONAU Versicherung ihren Vertriebspartnern an? Riener: Die DONAU Versicherung ist eng mit ihren Partnern vernetzt und wir kennen die Bedürfnisse in diesen Fragen sehr gut. Wir bieten über die DONAU Brokerline unsere Meisterklassen an, die intensiven Zuspruch finden. Vergangenes Jahr haben rund 800 Partner an diesen Meisterklassen und anderen Informationsveranstaltungen teilgenommen. Wir pflegen so unser Vertriebsnetzwerk und bieten zugleich Information zu aktuellen Themen an. In 20 regionalen Meisterklassen haben wir Makler und Vertriebspartner geschult und unsere neuen Produkte wie die Haushalt/ Eigenheim-Versicherung, unser neues KfzProdukt „Sicher unterwegs“ und die Rechtsschutzversicherung vorgestellt und erfolgreich gestartet. Wir als DONAU sind zukunftsfit aufgestellt und als Partner für die Makler und den gemeinsamen Erfolg da. Vielen Dank für das Gespräch.


INTERVIEW

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VERSICHERUNG

HDI Versicherung / ÖAMTC

Motorradfahrer In einer der größten Motorradstudien Österreichs hat die ÖAMTC Fahrtechnik gemeinsam mit der HDI Versicherung 4.000 Motorradfahrer befragt. "Wir wollten herausfinden, ob die eigene Gefahreneinschätzung der Fahrer mit den Daten der Unfallstatistik übereinstimmt", erklärt ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold. Das Ergebnis zeigt, dass viele Gefahren falsch eingeschätzt werden. "Gefährliche Situationen, die laut Statistik sehr häufig zu Unfällen führen, sind zu wenig im Bewusstsein der Biker. Umgekehrt fürchten sie sich aber vor Unfallsituationen, die tatsächlich kaum vorkommen", so Schmerold. Um dieses Gefahrenbewusstsein zu schärfen, setzen sich die ÖAMTC Fahrtechnik und die HDI Versicherung dafür ein, Motorradfahren sicherer zu gestalten. Die Aktion "Österreichs sicherster Motorradfahrer" soll Biker motivieren, mehr für die individuelle Fahrsicherheit zu unternehmen. Als Nummer eins der häufigsten Unfallursachen wurde von den Befragten eindeutig nicht angepasste Geschwindigkeit genannt. "Diese Einschätzung ist richtig, denn laut Unfallstatistik ist es die Ursache für 16,7 Prozent aller Motorradunfälle", erklärt Günther Weiß, Vorstandsvorsitzender der HDI-Versicherung. Die Analyse der Umfrage zeigt außerdem, dass Motorradfahrer im Ortsgebiet besonders die

Gefahr von Kreuzungsunfällen unterschätzen. Nur ein Viertel der Befragten glaubt, dass Kreuzungskollisionen sehr gefährlich sind. Dabei passiert im Ortsgebiet mehr als jeder dritte Unfall an einer Kreuzung. "Besonders beunruhigend ist die Tatsache, dass vor allem Stadtfahrer diese Situationen unterschätzen, obwohl sie öfter damit konfrontiert sind", so Weiß. Viel größer schätzen Biker generell die Gefahr von sich plötzlich öffnenden Autotüren ein. Für 54 Prozent der Befragten ist das eine sehr gefährliche Situation – in der Realität kommt es dabei aber nur sehr selten zu Unfällen. "Je gefährlicher bestimmte Fahrweisen oder Situationen eingestuft werden und im Bewusstsein verankert sind, desto mehr achten Biker darauf und es passieren weniger Unfälle", so Weiß. "Unser Anliegen ist es, Motorradfahrer für jene Gefahren zu sensibilisieren, die tatsächlich ein hohes Unfallrisiko bergen und zu deren Vermeidung sie aktiv beitragen können." Im Ortsgebiet sind an Motorradunfällen meistens auch andere Verkehrsteilnehmer beteiligt. Ganz anders im Freiland – dort verunfallt jeder zweite Biker ohne Fremdeinwirkung. Vor allem in Kurven stürzen sie sehr häufig. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten sind dabei auch Todesopfer zu beklagen. Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor der

ÖAMTC Fahrtechnik, unterscheidet: "Für Motorradfahrer gibt es zwei Typen von gefährlichen Situationen – die einen können sie beeinflussen, die anderen nicht. Beeinflussen können sie beispielsweise die Wahl der Kurvengeschwindigkeit, nicht aber, ob ein Autofahrer sie übersieht." Bei den Trainings werden genau die Situationen verinnerlicht, bei denen die Fahrtechnik der Biker entscheidend ist. "Außerdem zeigen wir den Teilnehmern die aktuellen Unfallstatistiken, damit sie sehen, wo und wie die meisten Unfälle passieren. Dadurch bekommen sie ein besseres Gefühl für Situationen, die wirklich gefährlich sind", erklärt Chefinstruktor Georg Scheiblauer. Der sicherste Motorradfahrer Österreichs Da Trainings einen bedeutenden Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit von Bikern leisten, suchen ÖAMTC Fahrtechnik und HDI gemeinsam Österreichs sichersten Motorradfahrer. Der Bewerb soll Biker dazu animieren, ihre Fahrtechnik zu verbessern. Teilnehmen können alle, die bei der ÖAMTC Fahrtechnik ein Aktiv- oder Dynamik-Training absolvieren. Trainiert werden dabei richtiges Kurvenfahren, Notbremsungen und Ausweichmanöver. Als Hauptpreis wartet eine neue Honda Africa Twin.

Oliver Schmerold (ÖAMTC-Verbandsdirektor), Günther Weiß (Vorstandsvorsitzender HDI Versicherung), Georg Scheiblauer (ÖAMTC Motorrad-Chefinstruktor) 14 risControl 03/17


VERSICHERUNG

Styriawest

Neue Initiative Die STYRIAWEST, die sich seit Dezember 2016 im Alleineigentum von FVO-Stv. Gunther Riedlsperger befindet, wird 2017 neben den laufenden Aktivitäten, insbesondere für die Bauwirtschaft im Bereich Haftpflicht-, Gewährleistungs- und Kautionsversicherung, zwei neue Initiativen starten, die sich sehr intensiv mit dem Thema Schadenregulierung beschäftigen. Zum Einem wurde vor wenigen Tagen die IUS Schadenconsult GmbH gegründet, die sich ebenfalls im Eigentum von STYRIAWEST bzw. Gunther Riedlsperger befindet. Die Schadenconsult GmbH wird sich ausschließlich mit dem Thema Schadenregulierung für alle Sparten sowie alle Branchen österreichweit befassen. Im ersten Schritt wird der gesamten Wirtschaft, Versicherungsmaklern, Rechtsanwälten und Steuerberatern Konsultation im Bereich der juristischen und technischen Abwicklung von Schadenfällen angeboten. Die Schadenconsult wird dabei auf ein gut ausgebautes Netzwerk von Experten sowie auf die Mitarbeiter der STYRIAWEST zurückgreifen. Als Geschäftsführer des Unternehmens wird Gunther Riedlsperger fungieren. Die Schadenconsult wird in weiterer Folge auch mit der Regulierung kleiner und mittlerer Schadenfälle und entsprechendem Leistungsangebot am Markt auftreten. Erstmalig wird seitens der Schadenconsult GmbH (in Gründung) die 1. Veldener Schadenkonferenz am 8. (8:30 Uhr-18:30 Uhr) und 9. Juni (9 Uhr-15:15 Uhr) 2017 abgehalten. Diese Veranstaltung wird sich mit Spezialthemen aus dem Versicherungs- und Schadenersatzrecht befassen.

VAV Versicherung

Neuer Haushaltstarif Neue Extras und überarbeitete Versicherungssummen zeichnen den neuen Haushaltstarif der VAV Versicherung aus. Besonderes Highlight ist die Best-Leistungs-Garantie. Bietet zum Zeitpunkt des Schadeneintritts eine andere Versicherung als die VAV einen leistungsstärkeren Tarif an, wird der konkrete Schadensfall entsprechend diesem leistungsstärkeren Tarif abgewickelt. Der Einschluss der groben Fahrlässigkeit für alle Sparten bis 100 Prozent der Versicherungssumme gegen Mehrprämie und die Möglichkeit der Erweiterung des Geltungsbereichs – wahlweise europaweit – bei Fahrrad- und E-Bike Diebstählen sind zwei weitere neue Highlights des Tarifs. Eine Pauschalversicherungssumme von 10 Mio. Euro in der erweiterten Privathaftpflicht Plus und weltweite Gültigkeit für alle Personen im Haushalt gegen Mehrprämie gibt es ebenfalls. Wer keine Paketlösungen möchte kann eine Basisausstattung abschließen und diese individuell erweitern. In allen 3 Deckungsvarianten besteht eine 6 monatige Prämienbefreiung bei Arbeitslosigkeit.

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Ein Unternehmen der

Group


VERSICHERUNG

VVO Österreich

Ergebnisse 2016 Die vorläufigen Ergebnisse des Geschäftsjahres 2016 der heimischen Versicherungsbranche wurden bekanntgegeben. Sowohl in der Krankenversicherung als auch in der Schaden-Unfallversicherung hat es ein Prämienwachstum gegeben, im Lebensversicherungssegment gibt es wie auch schon im Jahr 2015 eine rückläufige Prämienentwicklung. Prof. Dr. Louis Norman Audenhove Generalsekretär des VVO, sieht das Jahr 2016 geprägt von Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft. Insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft im vergangenen Jahr einen Rückgang der Prämieneinnahmen um 2,1 Prozent auf 17,0 Milliarden Euro. Die gesamten Versicherungsleistungen des Jahres 2016 beliefen sich auf 14,8 Milliarden Euro – das ist ein Minus von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die einzelnen Sparten – die Krankenversicherung kann mit einem kontinuierlichen Wachstum aufweisen, 2016 erwartet man ein voraussichtliches Plus von 4,7 Prozent mit einem Gesamtprämienvolumen von 2,1 Mrd. Euro. Die Leistungen nahmen um 3,3 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zu. In den ersten Prognosen für 2017 zeichnet sich ein Wachstum von rund 3,6 Prozent ab. Die

Schaden- Unfallversicherung wuchs auf 8,9 Mrd. Euro an, eine Steigerung von 1,7 Prozent. Die Leistungen aus dem Bereich befinden sich mit 5,7 Mrd. Euro auch im Jahr 2016 auf hohem Niveau. Hat das Jahr 2016 zwar keine Großschadenereignisse im Naturkatastrophenbereich gebracht, gabe es aber hohe Schäden bei großen lokalen Ereignisse. Prof. Dr. Norman Audenhove zum Thema Naturkatastrohen: „Die Schäden aus Naturkatastrophen steigen tendenziell jedes Jahr an, die österreichische Versicherungswirtschaft hätte einige Lösungen für diesen Bereich parat und auch schon angeboten, nun liegt es an der Politik die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen“. Die Lebensversicherungs Sparte leidet unter der herrschenden Niedrigzinsphase. Das Prämienvolumen bei Einmalerläge ist um 33,3 Prozent auf rund 1,1 Mrd. Euro gesunken, die laufenden Prämien liegen bei 5 Mrd. Euro ein Minus von 1,5 Prozent. Die Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge meldet ein Prämienvolumen von 0,9 Mrd. Euro bei 1,3 Mio. Verträge. Die Kapitalausstattungen der Versicherungswirtschaft haben im letzten Jahr zugelegt, sie erreichten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von ca 7 Prozent auf 115,3 Mrd. Euro. Ver-

sicherungsverbandspräsident Othmar Ederer nahm auch zur Bedeutung der österreichischen Versicherungsbranche als wichtiger Investor am österreichischen Kapitalmarkt Stellung. Auch den geplanten alternativen Investements aus dem Plan A des Bundeskanzlers, wie Infrastrukturbeteiligungen und Wohnbau steht die Versicherungswirtschaft positiv gegenüber. Detailierte Informationen können noch nicht besprochen werden, da es noch keine Parameter Seitens der Politik gäbe. Zum Thema Umsetzung der IDD und Solvency II-Implementierung: „Wir haben Solvency geschafft, wir werden auch die Umsetzung zur IDD meistern“. Viele Änderungen die zu erwarten sind, werden aus unserer Sicht heute schon in der täglichen Arbeit berücksichtigt, natürlich werden zusätzliche Erfordernisse in Richtung Dokumentation auf der vertrieblichen Seite dazukommen. Für die Versicherungsunternehmen wird es eine EU genormtes Informationsblatt von 3 Seiten inklusive Piktogramme für Produkte geben müssen. Aber ich sehe keine dramatischen Veränderungen in der Beziehung zwischen Versicherungsnehmer – Versicherung und Versicherungsvertrieb auf uns zukommen.“

Generali Versicherung

Partnerschaft Die Generali Versicherung verlängert die Partnerschaft mit dem FK Austria Wien. Die über zehn Jahre bestehende Partnerschaft geht vorzeitig in die Verlängerung. Nach dem Spatenstich für den Umbau der Generali Arena wurde die Vertragsverlängerung bekannt gegeben. Die Generali unterstützt bereits seit 1996 die Nachwuchsmannschaften von der U7 bis zur U14. Seit Juli 2009 scheint die Generali auch mit ihrem Logo auf der Rückseite der Trikots aller Spieler der Kampfmannschaft prominent auf. 2010 wurde die Partnerschaft dahingehend intensiviert, dass sich die Generali das Namensrecht für das Stadion sicherte. Seither trägt das Heimstadion der Austria den Namen "Generali Arena". Im Juni 2016 startete der 16 risControl 03/17

Austria-Vorstand Markus Kraetschmer, Austria-Präsident Wolfgang Katzian, Generali CEO Alfred Leu und Generali Marketing-Leiter Tilman Buchner. FK Austria Wien mit dem Umbau seiner Heimstätte zu einer UEFA-Vier-Sterne-

Arena. Die Eröffnung der neuen Generali Arena ist für Juli 2018 geplant.


VERSICHERUNG

Standard Life

Studie zu Garantiekosten Garantien in der privaten Altersvorsorge sind teuer, meist schwer verständlich und bringen – vor allem bei länger dauernden Investments – keinen Nutzen für den Anleger. Ganz im Gegenteil erhöhen fest zugesagte Garantien über die gesamte Laufzeit die Kosten der Kapitalanlage und verringern deren Renditechancen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, welche die Frankfurt School of Finance & Management (FS) im Auftrag des britischen Lebensversicherers Standard Life erstellt hat. Die Untersuchung „Geldanlage und Sicherheitsbedürfnis: Die Kosten der Kapitalgarantie bei einer einmaligen Geldanlage“ zeigt, dass die Kosten zur Absicherung eines Einmalbetrages diesen um ein Mehrfaches übersteigen, je länger das Geld angelegt ist – bei 35 Jahren Anlagedauer bis zum Achtfachen. Autor der Studie ist Professor Dr. Olaf Stotz, der die Professur für Asset Management an der Frankfurt School hält. Für die Untersuchung erzeugten Stotz und seine Mitarbeiter über den Zeitraum September 2000 bis August 2016 für jeden einzelnen Monat 100.000 simulierte Garantiekosten, wobei sie sowohl sehr positive und sehr negative Entwicklungen als auch zufällige, unerwartete Ereignisse an den Aktienmärkten berücksichtigten. „Garantiekosten hängen vor allem von Zinsniveau, Anlagedauer und -höhe ab“ Um die tatsächlichen Kosten für die Garantien abzuleiten, legten Professor Stotz und seine Mitarbeiter zunächst einen Rahmen zu deren Berechnung fest und beantworteten damit die Ausgangsfrage: „Was kostet in einer einmaligen Geldanlage die Garantie, dass ein Investor am Ende der Anlagedauer mindestens den eingezahlten Sparbetrag zurück erhält?“ „Die Antwort auf diese Frage hängt von verschiedenen Parametern ab – vor allem vom Zinsniveau am Kapitalmarkt, der Anlagehöhe und -dauer durch den Investor“, erläutert Stotz. Gerade in der Altersvorsorge wird die Garantiekomponente meist durch festverzinsliche Wertpapiere abgedeckt, in der Regel Staatsanleihen von Industrienationen, die als sehr sicher aber auch ertragsarm gelten.

Doch aufgrund der seit Beginn der 2000-er Jahre fallenden Anleihekurse sind die Kosten, um die Garantien abzusichern, gewachsen. „Zum Ende des Beobachtungszeitraums im August 2016 lag das sichere Zinsniveau sogar im negativen Bereich, bei knapp minus 0,5 Prozent“, führt Stotz aus und resümiert: „Die Kosten für eine Garantie steigen, wenn die Zinsen sinken.“ Die Kosten zur Absicherung einer Garantie von 100.000 Euro stiegen nach den Berechnungen der Studie über eine Laufzeit von 15 Jahren auf rund 170.000 Euro, also das 1,7-fache des eingezahlten Betrages. Und je länger die Garantie greift, desto höher sind die Kosten, verdeutlicht die Studie: Bei 25 Jahren betragen sie das Vierfache, bei 35 Jahren sogar das Achtfache der eingezahlten Summe. Risiko „Garantiefall“ tritt selten ein Im weiteren Verlauf der Untersuchung stellten Stotz und seine Mitarbeiter den durch Garantien abgesicherten Einzahlungsbetrag einem simulierten, einmaligen Investment in gleicher Höhe an den weltweiten Aktienmärkten gegenüber. Dabei ergaben sich folgende Erkenntnisse: - Die Wahrscheinlichkeit, dass der Garantiefall tatsächlich eintrifft, ist gering. Nach historischen Berechnungen der Börsenkurse seit September 2000 traf die Notwendigkeit einer 100-prozentigen Absicherung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1,2 Prozent ein. Je länger die Anlage in Aktien dauert, desto unwahrscheinlicher ist es, dass die Garantie „gezogen“ werden muss: Bei einer Anlage über 25 Jahre tritt der Garantiefall nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent ein, bei mehr als 35 Jahren ist diese kaum noch messbar. - Das Risiko, dass der Garantiefall eintrifft, ist nicht gleichzusetzen mit dem Totalverlust des eingezahlten Kapitals. So betrug der durchschnittliche Verlust in den Berechnungen über 15 Jahre 8.000 Euro, der maximale Verlust lag unter 50.000 Euro. - Bei einer langfristigen Anlage in Aktien ist eine 100-prozentige Beitragsgarantie in den meisten Fällen unnötig, hatte Professor

Dr. Olaf Stotz Stotz bereits in einer verwandten Studie 2015 nachgewiesen: Aus der Rückbetrachtung großer Aktienindizes ergab sich, dass nur in Japan in den 1970-er Jahren Garantien nötig gewesen wären, um einen über einen länger anhaltenden Zeitraum regelmäßig eingezahlten Betrag zu erhalten. In allen anderen Fällen hätte das eingezahlte Kapital (Beispiel 100 Euro pro Monat in einem 32 Jahre dauernden Aktiensparplan = 38.400 Euro) dank Kurssteigerungen ein Endvermögen zwischen 100.000 (MSCI Italy) und über 700.000 Euro (MSCI Australia) erbracht. „Starre Garantien bringen mehr Nachteile als Vorteile“ „Unsere Studie hat erwiesen, dass die Kosten für eine Kapitalgarantie bei einer langfristigen Einmalanlage nicht nur hoch sind“, fasst Professor Stotz zusammen, „sondern auch, dass das tatsächliche Eintreffen eines Garantiefalls unwahrscheinlich und die Garantieleistung gering ist. Die Garantiekosten sollten dem Kunden transparent dargestellt werden, die Entscheidung für oder gegen eine Garantie sollte individuell erfolgen und nicht für alle Anleger pauschal.“ Johanna Bröcker, Head of Product Development von Standard Life Deutschland, kommentierte die Studienergebnisse: „Die Studie hat noch einmal eindrucksvoll bewiesen, mit welchen Nachteilen Garantien im Niedrigzinsumfeld verbunden sind. Die Kunden sollten von ihrem Berater auf die hohen Garantiekosten hingewiesen werden, denn sie verzichten für eine vergleichsweise geringe Garantie auf sehr viel Rendite und gefährden dadurch womöglich ihr Vorsorgeziel.“ risControl 03/17 17


VERSICHERUNG

UNIQA Group

Gewinnrückgang Trotz Gewinnrückgang zieht CEU Andreas Brandstetter eine positive Bilanz über das abgelaufene Geschäftsjahr 2016: „Für uns war 2016 ein gutes und zukunftsweisendes Jahr. Gut, weil wir in den Bereichen, in denen wir es uns vorgenommen hatten, gewachsen sind und zusätzliche Kunden gewonnen haben. Zukunftsweisend, weil wir uns gegen kurzfristige Gewinnmaximierung und für ein großes, langfristig wertsteigerndes Innovations- und Investitionsprogramm entschieden haben. Unsere ausgezeichnete Kapitalbasis und die mittlerweile starke Bilanz bilden das Fundament dieser Investitionen.“ Das Ergebnis vor Steuern (ohne Italien Geschäft) liegt knapp über dem prognostizierten Ziel von 225,5 Mio. Euro - ein Minus von 43,3% zum Vorjahr. Die Dividende wird dennoch von 47 Cent im Vorjahr auf 49 Cent pro Aktie angehoben. Das vergangene Jahr war von Veränderungen geprägt, der geplante Umbau der Konzernstruktur war bereits nach sieben Monaten abgeschlossen, die Vorstandsmandate wurden von 22 auf 10 reduziert. Die Konzentration auf das Kerngeschäft bedeutete in Folge unteranderem den Verkauf der italienischen Konzerngesellschaft sowie den Erwerb der Privatklinik „Goldenes Kreuz“ in Wien durch die 100% UNIQA Tochter PremiQaMed.

Im Rahmen des größten Investitionsprogrammes des Unternehmens sollen bis ins Jahr 2025 500 Millionen Euro in das „Re-Design“ investiert werden. Die ersten Schritte wurden bereits Ende Dezember mit einer Entscheidung für IBM als Generalunternehmer für die Erneuerung der IT Landschaft eingeleitet. Auch das im Wiener Design Tower (Besitz UNIQA Versicherung) beheimatete Start-up Unternehmen weXelerate wird von UNIQA unterstützt. Es soll das Engagement des Versicherungskonzerns in Richtung moderne Arbeitsmethoden und kundennahe Lösungen für Kundenbedürfnisse stützen. Als erstes Ergebnis soll bereits heuer im Sommer die UNIQA mobile App, eine spartenübergreifende Kundenlösung, präsentiert werden. Für heuer erwartet das Unternehmen ein leichtes Wachstum sowohl bei den Prämien als auch beim Ergebnis. Eine jährlich steigende Dividende soll auch künftig eingeplant sein. Die vorläufigen Zahlen des Jahres 2016: Die verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung – gingen 2016 um 3,1 Prozent auf 5.048,2 Millionen Euro (2015: 5.211,0 Millionen Euro) zurück. Wie auch bei vielen anderen Unternehmen ist der Rückgang auf die Reduktion des Einmalerlaggeschäftes in der LV zurückzuführen. In Summe sanken die

Andreas Brandstetter Prämien in der Lebensversicherungssparte um 15,6% auf 1.526,1 Mio. Euro. In der Krankenversicherung ist ein Zuwachs von 4,1% auf knapp über 1 Mrd. Euro zu vermelden. Auch bei der Schaden-Unfallversicherung ist ein Wachstum von 3,2% auf 2.518,4 Mio. Euro zu verzeichnen. Die Versicherungsleistungen im Eigenbehalt reduzierten sich um 7,8% auf 3.385,6 Mio. Euro. Die gesamten konsolidierten Aufwendungen für den Versicherungsvertrieb steigen im Geschäftsjahr 2016 um 8,2% auf 1.286,4 Mio. Euro. Die Combined Ratio ist leicht auf 98,1 % gestiegen.

FinanzAdmin

Jahresergebnis

Michael Veit 18 risControl 03/17

Die FinanzAdmin Wertpapierdienstleistung GmbH und die FondsKonzept AG haben auch 2016 ihren Wachstumskurs fortsetzen können. Nach den vorläufigen Geschäftszahlen stieg das administrierte Fondsvolumen beim Vergleich der Stichtage 31. Dezember 2015 und 31. Dezember 2016 von 7,3 Mrd. Euro auf 8,2 Mrd. Euro, wovon rund 750 Mio. Euro auf die FinanzAdmin und ihre 252 Vertriebspartner entfallen. Dieses entspricht einer Steigerung von 12 Prozent bei FondsKonzept und 20 Prozent bei der FinanzAdmin. Hierzu Michael Veit, Geschäftsführer der FinanzAdmin Wertpapierdienstleistungen GmbH:

„Das Jahr 2016 war für uns ein wichtiger Meilenstein, bei dem wir die digitale Infrastruktur mit zukunftsweisenden Bausteinen wie der elektronischen Signatur und der erweiterten Kunden-App ausgebaut haben. Mit dem Aufbau des Fondsshops werden unsere Vertriebspartner in der Lage sein, als vollständige Fintech-Einheit mit nahezu allen am Markt verfügaren Anwendungen gegenüber dem Kunden aufzutreten.“ Für heuer hat das Unternehmen eine große Informations- und Netzwerkoffensive angekündigt. Dazu gehören Kaminabende, Speed Dating sowie die zweitägigen FinandAdmin Tage.


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Wiener Städtische Versicherung

Drohnen im Anmarsch Drohnen wohin man sieht. Die Allianz Versicherung sponsort Drohnen-Racing, die Wiener Städtische Versicherung bietet eine Drohnenversicherung. Laut Luftfahrtgesetz (LFG) gilt für Flugmodelle, die kein Spielzeug sind und für Drohnen der Klasse 1 und Klasse 2, Versicherungspflicht. Drohnen werden in mehrere Klassen eingeteilt: Spielzeuge, Flugmodelle (ohne Kamera) sowie unbemannte Luftfahrzeuge der 1. und 2. Klasse. Die meisten Hobby- und Freizeitdrohnen im Handel fallen in die Kategorie der unbemannten Luftfahrzeuge der Klasse 1. Generell gilt: Für alle Drohnen, die nicht als Spielzeug (bis 250 g) definiert sind, besteht Versicherungspflicht UND – sobald sie für z.B. Foto- oder Filmflüge verwendet werden – zusätzlich Bewilligungspflicht durch die Austro-Control. Drohnen der Klasse 2 werden vom Unternehmen nicht versichert. Das sind solche, die selbstständig im Flug verwendet und ohne Sichtverbindung betrieben werden.

Mit der Drohnenversicherung der Wiener Städtischen Versicherung werden Sach- und Personenschäden ausgelöst durch Drohnen ersetzt. Die Prämien unterscheiden sich zwischen privater und gewerblicher Nutzung, die Versicherungssumme beginnt ab 1.5 Mio. Euro in der Haftpflicht. Die Bandbreite jener Schäden, die durch Drohnen verursacht werden können, ist groß: Von Beschädigungen an Stromleitungen, Bäumen, Flugzeugen und Gebäuden bis hin zu Verletzungen an Menschen oder Tieren, können Drohnen einiges anrichten. Der Propeller kann Schnittverletzungen oder Hörschäden verursachen, bei einem Kurzschluss aufgrund

defekter Elektronik in trockenen Gebieten droht Brandgefahr. Auch die Zahl der beschädigten Autos ist durch Drohnen stark angestiegen. Zusätzlich kann es auch zu Beeinträchtigung von Persönlichkeitsrechten, etwa durch das Filmen von Personen, kommen.

AS, A H , L E R I LOHE GER, DAN MANN, R E M E CA N GATTIN ERTA HÖR ÖNIG, N I T S I LK HR XIMILIA ,H E L I C E , N Z K L A E RAN LICH, MA ASMIN HÖ STEINER, D LSTEINER, E B E SABINANA FRÖH TORFER, J E KOPPEN , SILKE PEI ROM N HELFERSER, SIMON TIN MURTHRZINGER, HEK. STEFA DIA HUEMUZER, MAR A SCHWA G TURETSC CLAUSTIAN KRE HOR, TANJWOLFGAN CHRI US SCHICHETZ UND MARK AR SÜSC DAS. t. rschaf e M n t N r G a E P DA CHAFF Starke . m S a e R T s WI Starke e: rservic e l k a NV M

Niederösterreichische Versicherung AG Maklerservice Neue Herrengasse 10 | 3100 St. Pölten Tel. 02742/9013-6411 makler.office@nv.at

Die Niederösterreichische Versicherung

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VERSICHERUNG

Oberösterreichische Versicherung

Neues Service

Die Oberösterreichische Versicherung bietet ein neuartiges rund um die Uhr „Schutzengel“ Konzept ihren Kunden an. Das Schutzengel Paket gibt es in vier unterschiedlichen Bereichen. Im Kfz Bereich von der Pannenhilfe, Bereitstellung eines Leihwagens bis hin zum Krankenrücktransport innerhalb Europas. Im Bereich Wohnen als Reparatur- und Pannenhilfe für Haus und Wohnen, wie z. B. Türöffnung und Handwerkservice, Ersatzunterkunft aber auch psychologische Betreuung nach einem Wohnungseinbruch. Das Schutzengel Paket Unfall umfasst Behandlungskosten nach einem Unfall im Ausland, Rücktransport oder die Verlegung in das dem Wohnort am nächstgelegene Krankenhaus als auch eine medizinische Zweitmeinungsoption. Von der Hauskrankenpflege bis zur Versorgung von

Haustieren ist alles inbegriffen: „In einer Zeit, in der sich große Familienverbände auflösen und die Zahl der Single Haushalte weiter ansteigt, ist es eine ideale und wertvolle Ergänzung zum Versicherungsschutz für Eigenheim und Haushalt“, betont Generaldirektor Dr. Josef Stockinger. Herzstück der Assistance Palette ist der Digitale Schutzengel, hier steht den Kunden ein professioneller Helpdesk für alle Fragen rund um Computer, Smartphone und elektronische Geräte zur Verfügung. Neben Hilfestellungen im alltäglichen Umgang mit Hard- und Software - inklusive RemoteSitzungen - stellen vor allem die Möglichkeit zur Online-Datensicherung, die Unterstützung im Umgang mit den Gefahren des Internetgebrauchs und schließlich eine Rechtsberatung im Anlassfall bei Cyber-Crime und Cyber-

Mobbing eine wertvolle Absicherung für den digitalen Alltag dar. „Wenn Kinder oder Enkel als „IT-Spezialisten“ aus dem Haus sind, steht der Schutzengel den Eltern bei ihren EDVProblemen rund um die Uhr zur Seite“, meint Stockinger augenzwinkernd. Die Assistance Leistungen sind über eine praktische App und einem zusätzlichen Notrufbutton für unterwegs abrufbar. Durch GPS-Ortung kann rund um die Uhr professionelle Unterstützung und Notfallhilfe angerufen werden. Im Kfz-Bereich ist der rundum Schutz nur in Kombination mit einer Kfz-Haftpflichtbzw. Kaskoversicherung abschließbar. Alle anderen Produkte können kombiniert aber auch als Einzelvertrag abgeschlossen werden. Alle vier Bausteine sind um rund 130 Euro pro Jahr erhältlich.

Valida Gruppe

Wachstum

Mag. Martin Sardelic

Das verwaltete Vermögen der Valida Unternehmensgruppe stieg auf rund 9 Mrd. Euro im Bilanzjahr 2016. Die Anzahl der Begünstigten erhöhte sich auf 2,35 Millionen, die erzielte Performance liegt über dem Branchendurchschnitt bei 2,41%. In der Pensionskasse Valida Pension AG liegt die Performance bei 4,06%. Mit Jahresende entsprechen 100 % der Assets in der für Kunden offenen Veranlagungsgemeinschaft höchsten ethischen Kriterien. So lautet das Ergebnis einer Prüfung durch die „Mag. Reinhard Friesenbichler Unterneh-

mensberatung“ (rfu). Der Beitritt zum UN Global Compact im Bilanzjahr 2016 bestätigt das außerordentliche Engagement der Valida im Bereich Nachhaltigkeit. „Unsere Kunden in der Abfertigung Neu können sicher sein, dass ihr gesamtes Vermögen in ethisch einwandfreien Assets investiert ist“, erklärt Mag. Martin Sardelic, Vorsitzender des Vorstands der Valida Holding AG. In der Sparte „Betriebliche Altersvorsorgekasse –Abfertigung Neu“ wurde das verwaltete Vermögen im Jahr 2016 um rund 300 Mio auf 2,4 Mrd. Euro gesteigert.

Auch in der Sparten Lebens- und Gesundheitsrückversicherung waren die erzielten Ergebnisse nicht erfreulich, nur im Bereich von Abwicklung geschlossener Lebens- und Krankenversicherungsportfeuilles hat das Unternehmen eine Steigerung verzeichnen können. Swiss RE Chef Christian Mumenthaler

ist dennoch erfreut über das vergangene Jahr, denn die Prämien im Rückversicherungsgeschäft und Honorareinnahmen sind um 10% auf 33,2 Mrd. Dollar gestiegen. Die Combined Ratio lag 2015 bei 87 % im vergangenen Jahr 2016 bei 94,8 %. Die Dividende soll um 5,4 % auf 4,85 Franken pro Aktie erhöht werden.

Swiss RE

Rückgang Naturkatastrophen haben auf das Jahresergebnis 2016 des Rückversicherers Swiss Re gedrückt. Der Konzerngewinn ist um 22,6 % auf 3,6 Mrd. Dollar gesunken. Die Waldbrände in Kanada, das Erdbeben in Neuseeland und der Hurrikan Matthew waren besonders belastend für den weltweit zweitgrößten Rückversicherer. 20 risControl 03/17


VAV Best-Leistungs-Garantie So versichert man heute. Mit der einzigartigen Innovation am österreichischen Versicherungsmarkt, der VAV Best-Leistungs-Garantie, können Sie Ihren Kunden ab sofort immer das beste Angebot garantieren. Denn mit dem neuen Haushaltstarif der VAV können die Lebens(t)räume der österreichischen Haushaltsbewohner nun noch besser versichert werden. Mit der Etablierung der Best-LeistungsGarantie hat die VAV einen großen Schritt gemacht, den bisher noch keine andere Versicherungsgesellschaft am österreichischen Markt gewagt hat. Betrachtet man den umliegenden Versicherungsmarkt, so ist lediglich in Deutschland das Erfolgsmodell aufzufinden. Der VAV Mutterkonzern, VHV Allgemeine Versicherung AG, etablierte 2015 diese Innovation in der Hausratversicherung und garantiert seither die bestmögliche Leistung am deutschen Versicherungsmarkt. Doch auch andere Versicherungsgesellschaften in Deutschland haben ähnliche Highlights in ihren Tarifen etabliert. Das Erfolgsmodell hat sich somit bereits einen Namen gemacht. Seit Februar 2017 können nun auch Vertriebspartner der VAV so, getreu dem BestAdvice-Prinzip, Ihren Kunden stets das beste Versicherungsprodukt anbieten. Doch wie funktioniert die Best-Leistungs-Garantie im Detail? Die Best-Leitungs-Garantie ist das Highlight des neuen Haushaltstarifes, welcher Mitte Februar 2017 auf den Markt gebracht wurde. In der Deckungsvariante TOP EXKLUSIV kann die Option VAV Best-Leistungs-Garantie dem Paket gegen eine Mehrprämie von 8 % hinzugefügt werden. Was ist die Best-Leistungs-Garantie? Bietet zum Zeitpunkt des Schadenseintritts eine andere Versicherungsgesellschaft als die VAV einen leistungsstärkeren Tarif an, wird die VAV den konkreten Schadensfalls aus dieser Polizze entsprechend diesem leistungsstärken Tarif abwickeln. Voraussetzung

für eine Entschädigung ist somit die Vorlage eines, nach Eintritt des konkreten Schadenfalles ausgestellten, Angebotes eines in Österreich zum Betrieb zugelassenen Versicherers durch den Versicherungsnehmer und das Bestehen eines aufrechten Versicherungsvertrages in der Deckungsvariante TOP EXKLUSIV. Die Best-Leistungs-Garantie gilt für Einschlüsse bzw. Leistungserweiterungen, die in Höhe oder Umfang nicht bei der VAV versicherbar sind (auch nicht gegen eine Zusatzprämie). Sie ist gültig für summenmäßige und inhaltliche Deckungen, es sei denn, es handelt sich um einen individuell oder durch die Wahl eines entsprechenden Tarifs vereinbarten Selbstbehalt. Ausgenommen sind Naturgefahren/-Katastrophendeckungen, Schäden durch Vorsatz und Haftpflichtschäden. Die Entschädigung ist je Versicherungsfall auf die vereinbarte Versicherungssumme bei der VAV, höchstens jedoch auf EUR 30.000,00 begrenzt. „Mit der VAV Best-Leistungs-Garantie nehmen wir auch zukünftige Innovationen des Marktes vorweg und sichern so unsere Vertriebspartner gegenüber den Kunden ab. Die VAV macht somit garantiert das beste Angebot und reduziert zeitgleich den Arbeitsaufwand der Vertriebspartner“, erklärt stolz Dr. Peter Loisel, VAV Vorstands-Mitglied. Doch der neue Haushaltstarif der VAV bietet noch mehr Highlights. Der Einschluss der groben Fahrlässigkeit für alle Sparten bis 100 Prozent der Versicherungssumme gegen Mehrprämie und die Möglichkeit

Dr. Peter Loisel, VAV Vorstands-Mitglied der Erweiterung des Geltungsbereiches – wahlweise europaweit – bei Fahrrad- und E-Bike Diebstählen sind zwei weitere neue und starke Highlights des Tarifs. Eine Pauschalversicherungssumme von 10 Mio. Euro in der erweiterten Privathaftpflicht PLUS und weltweite Gültigkeit für alle Personen im Haushalt gegen Mehrprämie setzen ein dickes Rufzeichen hinter die flexiblen Vorsorgelösungen der VAV. Viele neue Tarife im Frühjahr Nicht nur der Haushaltstarif wurde überarbeitet, auch der Eigenheim-, KFZ- und Classictarif sowie das Business Paket, freuen sich im Frühjahr über neuen Glanz. Viele neue Extras und überarbeitete Versicherungssummen stechen hervor und werden die unabhängigen Vertriebspartner und Endkunden der VAV überzeugen. risControl 03/17 21


INTERVIEW

Ausbildung und Nahversorgung für Versicherungsvermittler Die Gründung der SAFE7 AG, die Pressekonferenz und der große Marktauftritt erfolgten im September 2016 beim Trendtag. Nach knapp 2-jähriger Planung mit vielen Detailgesprächen war letztlich klar, dass es trotz der Größe und des bisherigen Erfolgs der einzelnen 4 Unternehmen, wirtschaftlich und strategisch Sinn macht und enorm wichtig ist, diese Bestandsholding SAFE7 Holding AG zu gründen. Seither ist sehr viel geschehen. Wir haben mit den Vorständen Wilhelm Brandstetter und Michael Holzer über Ausbildung und Vorteile der Gruppe gesprochen. Was hat sich in den letzten Monaten getan, wie sind die Entwicklungen bei Safe 7? Wilhelm Brandstetter: Neben sehr guten Gesprächen mit unseren Versicherungspartnern sind wir auch einem unserer strategischen Punkte, nicht nur die Erhaltung des Berufsstandes der Versicherungsmakler, sondern sogar noch dem Ausbau einen deutlichen Schritt nähergekommen. Wir wollen durch unsere Konzepte den Berufsstand Makler absichern und ausbauen. Das gelingt uns auf der einen Seite mit der in Österreich einzigartigen Bestandssicherung, Stichwort dazu – Trennung von Vermögen und dem operativen Geschäft - und unsere Partner werden mit uns zum Nahversorger für die Bevölkerung in allen Finanz- und Versicherungsfragen österreichweit. Was meinen Sie mit Nahversorger? Michael Holzer: Immer mehr Großbanken schließen in allen regionalen Bereichen Filialen. Dadurch entstehen Engpässe die unsere Partner als Versicherungsmakler, Vermögensberater oder Agent mit uns nutzen werden. Es bedarf weiterhin an Beratungskompetenz vor Ort und diese Engpässe werden unsere Partner als Nahversorger ausfüllen. Die Branche hat Nachfolgerprobleme, wie sehen Sie das? Brandstetter: Die WKO Statistiken zeigen ja ganz klar, dass von den bestehenden etwa 4.000 aktiven Gewerbescheinbesitzer bereits deutlich mehr als 50% über 50 Jahre alt sind. 22 risControl 03/17


INTERVIEW

Das Nachfolgethema wurde ja bereits vielseitig diskutiert. Wir meinen, dass es ein wichtiger Schritt ist, sich dem Thema Ausbildung und Weiterbildung zu widmen um auch Nachfolgerlösungen anbieten zu können. Holzer: Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit der Universität Seeburg in Seekirchen am Wallersee Fernlehrgänge, die erstmals berufsbegleitend absolviert werden können, ins Leben gerufen. Die Möglichkeit des Fernstudiums ist für viele Versicherungsvermittler wichtig, um sich wirklich optimal auch während der Arbeit auf das Studium konzentrieren zu können. Zusätzlich zum Fernstudium gibt es noch eine weitere, einzigartige Eigenschaft dieses Studiums. In diesem Studiengang ist die Maklerprüfung für die Erlangung des Gewerbescheines für Versicherungsmakler integriert. Ein Fernstudium mit Konzession also! Ebenfalls beinhaltet das Studium die Unternehmerprüfung, für den Weg in die Selbstständigkeit und die Lehrlingsausbildungsberechtigung. Für diesen Studiengang wurden die qualifiziertesten Vortragenden der Privatuniversität Schloss Seeburg und aus der Versicherungswirtschaft engagiert. Der Grundgedanke bei der Auswahl der Vortragenden und bei der Erstellung des Curriculums war es, den Studierenden nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern auch großen Wert auf praxisrelevante Themen, als ausgezeichnete Vorbereitung für den zukünftigen Berufsweg, zu legen. Somit

soll auch eine individuelle Lerngeschwindigkeit für jeden Studierenden möglich sein. Der Abschluss des Studiums erfolgt durch zusammengefasste Prüfungen aus den verschiedenen Bereichen des Studiums sowie der Erstellung einer Diplomarbeit. Ein weiteres Zuckerl für die Studierenden ist die Förderung des Studiengangs. Wer das Angebot gleich bei der ersten Gelegenheit nutzen möchte, sollte sich schnellst möglich bei der Privatuniversität Schloss Seeburg anmelden. Brandstetter: Genau deshalb bieten wir in Zusammenarbeit mit der Uni Seeburg aktiv

Möglichkeiten an, um den Einstieg und die Berufschance in der Versicherungsvermittlung für junge Menschen attraktiv zu machen und mit den „Best-Practice“ Beispielen aus den 4 Unternehmen – SIVAG, PLUSKONZEPT (vormals AFB), FINANZPULS und EFM zu unterstützen. Was gibt es noch Neues? Holzer: Auch in allen zukünftigen Anforderungen an den Vermittlermarkt wie z.B. IDD werden wir mit Lösungen ganz vorne am Markt sein. Weitere Verbesserungen an einfachen Abwicklungen egal ob in Zukunft mit OMDS 3.0 oder BIPRO sind uns genauso ein Anliegen und in vielen Bereichen bei unseren Unternehmen bereits ohne der vorgenannten Zielstandards Realität. Hier haben wir auch die Größenordnung um mit den Versicherungsgesellschaften optimale Abwicklungen herstellen zu können. In einigen Bereichen kommen wir bereits jetzt in Zusammenarbeit mit Versicherern zur sofortigen Polizzierung. D.h. bei uns ist das wochenlange Warten für Polizzen bereits jetzt teilweise Geschichte und wir arbeiten permanent daran, in allen Massensparten zur vollelektronischen Verarbeitung „Dunkel Verarbeitung“ - zum Vorteil für das Versicherungsunternehmen, dem Kunden und dem Vermittler - der Anträge kommen. Wir danken für das Gespräch. risControl 03/17 23


MARKT

ATOS

Sichere Telefonielösung Anwendungen. Über eine intuitive und nutzerfreundliche Oberfläche sind alle wesentlichen Funktionen des Smartphones sicher und einfach zu erreichen. Auch alle weiteren kollaborativen Anwendungen wie Telefonkonferenzen, Sofortnachrichtendienst für Gruppen und Sprachnachrichten sind abgesichert. Die neuen Hoox-Smartphones mit Android-Betriebssystem decken die Bedürfnisse der anspruchsvollsten Benutzer ab. Hoox für Unternehmen wird von den europäischen Atos-Experten gesichert und gewartet und ist sowohl als „as-a-Service“- wie auch als „On-Premise“-Variante erhältlich. So haben Nutzer die komplette Hoheit über ihre Daten.

Atos hat unter seiner Technologieund Softwaremarke Bull die Telefonielösung „Hoox für Unternehmen“ vorgestellt. Diese garantiert eine sichere Kommunikation für alle Elemente wie Smartphones, Apps und Infrastruktur. Damit garantiert Hoox für Unternehmen umfassenden Schutz vertraulicher und strategischer Daten für Mitarbeiter im privaten und öffentlichen Sektor. Die Kommunikation erfolgt in einer gesicherten Umgebung und in Übereinstimmung mit geltenden Vorschriften. Die Lösung umfasst neben neuen hochsicheren Smartphones und Apps auch Möglichkeiten zur Verwaltung und Authentifizierung von

Höher Insurance

Neues Bedingungswerk Die Berufshaftpflichtversicherung für Versicherungsmakler und Finanzdienstleister der Höher Insurance wurde überarbeitet. Deckungserweiterungen gibt es ab sofort im Bereich Compliance Tätigkeit, hier sind nun auch Versicherungsmakler und gewerbliche Vermögensberater abgesichert, bisher waren nur bei Wertpapierfirmen die persönliche Haftung für zivilrechtliche Ansprüche des Compliance Beauftragten versichert. Neu

beim Versicherungsschutz für Versicherungsvermittler ist, dass auch ein Vermittler der mit einer „falschen“ Gewerbeberechtigung tätig ist, bei entstandenem Schaden Deckung erhält. (Versicherungsagent haftet wie ein Versicherungsmakler oder ein Versicherungsmakler wie ein Anscheinsagent). Eine weitere wichtige Deckungserweiterung ist die Anspruchsabwehr für Vorwürfe (vorsätzlicher Schädigung oder vorsätzliche Verletzung von Gesetz, Auftrag oder

Vorschriften) die eine Deckungsablehnung des Versicherers bewirken. Sofern diese Vorwürfe vom Versicherungsnehmer glaubhaft bestritten werden, kann der Versicherer eine bedingte Deckung erklären und eine Abwehrdeckung aussprechen. Eine der wichtigsten Erweiterungen ist die Ausdehnung der Nachdeckung von von 5 auf 7 Jahren ohne Mehrprämie, auf Wunsch kann die Nachdeckung auch auf bis zu 30 Jahre ausgedehnt werden.

Verein für Konsumentenschutz / Arbeiterkammer

Nicht ohne einen Versicherungsmakler

Christoph Berghammer, MAS 24 risControl 03/17

Der Verein für Konsumentenschutz und die Arbeiterkammer raten, sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten zu lassen. Denn das ideale Versicherungsprodukt im Internet zu finden ist, angesichts der vielen unterschiedlichen Angebote, nahezu unmöglich. Damit sieht sich Fachverbandsobmann Christoph Berghammer, MAS, bestätigt: „Die

Empfehlung von VKI und AK, vor dem Vertragsabschluss einen Versicherungsmakler zu Rate zu ziehen, zeigt, wie wichtig unsere Arbeit als unabhängige Berater und Konsumentenschützer ist. Die Interessen unserer Kunden haben oberste Priorität! Mit der Rückendeckung von VKI und AK können wir das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in uns Versicherungsmakler noch weiter stärken“.


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VERANSTALTUNG

Weltfrauentag Der Tag, der an die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und an die Emanzipation von Arbeiterinnen erinnern soll – Weltweit. In Österreich gibt es das Wahlrecht für Frauen seit 1918, Gleichberechtigung mittels geschlechterneutralen Sprachgebrauch wird bereits gelebt aber von einer Gleichstellung im Bezahlungssystem sind wir noch weit entfernt. Auch die Jobaussichten für Frauen mit Familie oder Alleinerziehende sind rar, durch die zu erwartende Mindestlohnforderung von 1.500 Euro sind seit kurzem die 20 Stundenjobs sehr hoch in Mode – mit einer Bezahlung die fürs Lebens zuwenig und fürs Sterben zuviel bedeutet. Aber die positive Seite, es gibt bereits sehr viele erfolgreich tätige Frauen. Anlässlich des Weltfrauentages lud der Finanz-Marketing Verband Österreichs zu einem Financial Forum, um der Frage nachzugehen, ob Frauen nicht die besseren Leader sind. Obwohl wissenschaftliche Studien besagen, dass sich ein Geschlechtermix in der Chefetage positiv auf die Entwicklung eines Unternehmens auswirkt, sind Frauen in den österreichischen Führungspositionen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. „Beispiele in den Vorstandsebenen der heimischen Finanzwirtschaft zeigen, dass Frauen ihren männlichen Kollegen in Nichts nachstehen, im Gegenteil. Dennoch sind weibliche Führungskräfte in der obersten Etage eher rar“, so Josef Redl, Vizepräsident des FMVÖ,

und erklärt weiter: „Führungsqualitäten und -stil haben eine wesentliche Auswirkung auf den Erfolg eines Unternehmens. Daher hat es auch betriebswirtschaftliche Gründe, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.“ Univ.-Prof. Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien und Professorin für Gender & Diversity in Organisationen ging in Ihrem Vortrag darauf ein, was denn eine „gute“ Führungskraft ausmache. Neben klassischen Aspekten wie Qualifikation durch Ausbildung, aber auch durch Lebens- sowie Berufserfahrung, zählt sie auch die nötigen sozialen Kompetenzen und Eigenschaften, wie etwas kommunikatives, teamfähiges und analytisches Vorgehen,

auf und stellt die Frage, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede bezüglich diesen Eigenschaften gibt. Während darauf die einen von einem biologischen Standpunkt aus mit einem klaren Ja antworten, entgegnen andere mit einem strikten Nein und meinen, diese Unterschiede seien gesellschaftsbedingt und somit austauschbar. Hanappi-Egger vertritt den Mittelweg und antwortet auf die Frage mit einem „Jein“ – es gibt keine biologischen Gründe, aber doch nachweisbare Unterschiede: „Männer und Frauen sind durchaus anders, doch muss das eine nicht gleich besser sein als das andere.“ Die Rektorin der WU Wien findet es aber bedenklich, wenn sie die Zahlen der Absolventinnen mit jenen der weiblichen

Erich Mayer (FMVÖ Präsident), Robert Sobotka (FMVÖ Vizepräsident), Univ. Prof. Edeltraud Hanappi-Egger (Rektorin Wirtschaftsuniversität Wien), Andrea Stürmer (Vorstandsvorsitzende Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft), Doris Tomanek (Vorstandsmitglied UniCredit Bank Austria AG), Sabine Mlnarsky (Head of Human Resources Erste Bank Österreich), Josef Redl (FMVÖ Vizepräsident) 26 risControl 03/17


VERANSTALTUNG

Führungskräfte vergleicht: „Wir haben rund 1000 Absolventinnen an der WU jedes Jahr, wo kommen die hin? Das ist doch eine massive Ressourcenverschwendung.“ Führen Frauen besser? „Für mich ist Führung geschlechterunabhängig. Wenn ich eine Position besetze, entscheide ich nach klassischen Kriterien, die gute Führungskräfte auszeichnen“, startet Andrea Stürmer, neue Vorstandsvorsitzende der Zürich Versicherung, die Diskussionsrunde: „Ich möchte die beste Person für die Position und da haben Frauen keine anderen Voraussetzungen als Männer.“ Als Unternehmen könne man es sich nicht leisten, die Hälfte der Talente auszublenden. Doris Tomanek sieht sehr wohl Unterschiede zwischen Männern und Frauen als Führungskräfte, aber man dürfe hier nicht verallgemeinern. Was gut ist, hängt im Endeffekt von den jeweiligen Anforderungen der Führungsposition ab. „Ist Erfahrung gefragt, so haben hier Männer einen klaren Vorteil, weil es bis heute noch nicht viele Frauen mit langjähriger Führungsexpertise gibt, das kann und wird sich aber ändern“, so die Vorständin der Bank Austria. Auch Sabine Mlnarsky, Personalchefin der Erste Bank, sieht situationsbezogene Unterschiede: „Führen Frauen besser? In manchen Situationen ja!“. Aus Erfahrung kann sie berichten, dass sich vor allem in rein männlich dominierten Bereichen ein weiblicher Aspekt sehr positiv auswirkt. Stürmer bestätigt: „Es kommt auf die Mischung und die unterschiedlichen Sichtweisen darauf an. Wenn ich eine Entscheidung treffe, möchte ich beide Sichtweisen kennen und einbeziehen.“

und ihre Fähigkeiten unterschätzen, während Männer sich hingegen eher vordrängen und dazu neigen, sich „besser zu verkaufen.“ Aus diesem Grund müssen Frauen andere Frauen motivieren und fördern, hakt Mlnarsky ein: „Es ist nicht Aufgabe der Männer, sondern eben unsere, Frauen nachzuziehen.“ Sie platziere bewusst Frauen um sich herum. Stürmer entgegnete jedoch, dass die Besetzung der meisten Positionen noch immer Männersache ist, und man daher diese nicht aus der Pflicht lassen kann, Frauen zu fördern. In der Finanzdienstleistungsbranche gibt es bereits einige Frauen in bedeutenden Positionen, wir haben mit einigen bereits Interviews geführt, hier einige Auszüge: Silvia Emrich, CFO Zurich Versicherung: „Bereits nach meinem Studium war mir klar, dass ich eine männerdominierte Branche gewählt hatte und ich mich als Frau behaupten muss und werde. Daher war ich sehr positiv überrascht, als ich im Gegensatz zu Österreich in den Auslandsgesellschaften in Russland und in der Türkei einem sehr hohen Frauenanteil im Management begegnete. Obwohl wir in Österreich auch viele sehr gut ausgebildete Frauen hatten, war das bei uns damals noch nicht so einfach. Seither hat sich zwar viel verändert, aber es wird noch lange brauchen, bis ausschließlich die Qualifikation bei der Besetzung von Jobs zählt – von einer Gleich-

Hebel gegen den Stillstand Auf die Frage, warum der Frauenanteil in Führungspositionen eher schleppend vorankommt, meint Hanappi-Egger, dass es hier unterschiedliche Ansichten gibt. Manche meinen, man müsste den Frauen helfen und sie schulen, damit sie sich behaupten können. Die andere Sichtweise ist, die Systemlogik, was Karriere und gute Führung bedeutet, maßgeblich zu hinterfragen. Beide Denkweisen sind nötig, um hier voran zu kommen, ist die Rektorin überzeugt. Tomanek sieht hier vor allem ein Problem darin, dass Frauen weniger aufzeigen

Silvia Emrich

Prof. Elisabeth Stadler stellung sind wir meines Erachtens nach noch weit entfernt." (risControl 5/2015) Prof. Elisabeth Stadler, CEO Vienna Insurance Group: „Ich würde mir wünschen wenn es mehr Frauen in führenden Positionen geben würde und ich nicht die einzige Frau in einer CEO-Position wäre. Grundsätzlich ist es schwerer für Frauen in der Finanzbranche. Es ist wichtig mit Zahlen umzugehen und leben zu können, ich habe Versicherungsmathematik studiert und hatte schon sehr früh Freude und Interesse an Zahlen, daher war es für mich etwas leichter. Wenn mehr Frauen technische Ausbildungen anstreben würden, hätten sie viel mehr Chancen. Es beginnt mit der Ausbildung, in der Finanzbranche ist eine technische Ausbildung nicht unbedingt Voraussetzung, aber es ist eine bessere Grundlage. Frauen müssen mehr leisten und arbeiten um sich positionieren zu können und aufzufallen. Wenn man auf der Karriereleiter unterwegs ist, ist es nicht mehr schwerer. Um in die richtige Position zu kommen oder um eine Führungsposition auszuüben, sind Engagement, Kompetenz und Mitarbeiterführung wichtig Eigenschaften, die geschlechtsunabhängig sind. Das zu geringe Selbstbewusstsein bei vielen Frauen ist sicherlich auch ein Grund, auch wenn sie alle Kriterien für eine Führungsposition erfüllen, trauen sich Frauen zu wenig zu." (risControl 7/2016) risControl 03/17 27


VERANSTALTUNG

hier sind sie extrem perfekt. Das hat sicherlich einige unterschiedlichste Gründe, Erziehung, Ausbildung aber auch die oft fehlenden Rahmenbedingungen um Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Fehlende oder unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten, aber auch die Einstellung der Gesellschaft zu berufstätigen Frauen ist in Österreich leider noch nicht so entwickelt wie zum Beispiel in den nordischen Ländern.“(risControl 7/2016)

Mag. Sabine Usaty Seewald Mag. Sabine Usaty Seewald, Leiterin Kunden- und Vertriebsmanagements UNIQA Österreich: „Von einem bin ich überzeugt, um als Frau Karriere zu machen, muss man eine Portion Ausdauer, Geduld aber auch Hartnäckigkeit haben. Mit Selbstvertrauen sich seiner Aufgabe, seinem Ziel und seinen Führungsanspruch stellen. Ich finde, dass sich noch immer viel zu viele Frauen in einer Betreuungsfunktion wiederfinden, als Assistentinnen, Sekretärinnen oder Ähnlichem,

Waltraud Martius 28 risControl 03/17

Claudia Schlosser, Leiterin Bereich ungebundene Vertriebe Allianz Versicherung: „Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch für den Erfolg geschaffen ist, jeder hat seine persönlichen Stärken, und die heißt es, herauszufinden und zu leben, dann ist es unerheblich, ob Frau oder Mann. Viele stehen sich selbst im Weg, und eines ist sicher, Männer trauen sich mehr und Frauen unterschätzen sich oft, und viele haben zu wenig Selbstwertgefühl. Es gibt viele Möglichkeiten, sich selbst weiterzuentwickeln, man sollte sich einfach mehr trauen und ausprobieren." (risControl 09/2016) Waltraud Martius, Franchiseberaterin, Netzwerkerin und Mitbegründerin des Österreichischen Franchise Verbandes: „Victor Hugo hat gesagt „Erfolg braucht Konzept und Beharrlichkeit“ – das richtige Konzept für das eigene Unternehmen zu erarbeiten braucht fachliche Kompetenz, die notwendige Beharrlichkeit, Resilienz und Selbstbewusstsein sind Persönlichkeitsfaktoren, die eine erfolgreiche Unternehmerin auszeichnen. Was Frauen von Männern in der Wirtschaft lernen können, ist das Vernetzen („Seilschaften bilden“) miteinander. Nicht Einzelkämpferin zu sein, sondern Kontakte suchen, pflegen und bieten. Und sich nicht selbst klein zu machen – d.h. nicht überheblich oder autoritär aufzutreten, sondern den Raum einzunehmen und mit der eigenen Persönlichkeit zu erfüllen, der einen selbst stärkt und bei anderen als kompetent wahrgenommen wird." (risControl 11/2016) Mag. Birgit Eder, Mitglied der Geschäftsführung ARAG SE Direktion Österreich: „Männer präsentieren sich besser und sind selbstbewusster als Frauen, dadurch werden Frauen oft unterschätzt. Frauen müssen erst lernen sich präsenter zu machen und sich mehr zutrauen. Man muss sich etwas trauen, hin-

Claudia Schlosser ausgehen und tun. Die Kommunikationsweise von Frauen und Männern ist unterschiedlich. Frauen fällt es oft schwer, sich Gehör zu verschaffen und so ihre Ideen einzubringen. Ich kann mich recht gut durchsetzen, sehe aber bei vielen meiner Mitarbeiterinnen hier noch ein wirkliches Defizit und hier sind wir Frauen in Führungspositionen gefordert Mitarbeiterinnen besonders zu unterstützen und zu fördern und falls notwendig auch ein bisschen anzuschubsen – im positiven Sinne motivierend zu wirken.“ (risControl 11/2016)

Mag. Birgit Eder


VERANSTALTUNG

DI Andrea Wellner DI Andrea Wellner, Geschäftsführerin Courtage Control: „Ich bin im kommunistischen Ungarn aufgewachsen und da hat es kein Problem mit Gleichberechtigung gegeben, denn im System waren alle gleich. Alle mussten arbeiten, haben das gleiche Geld bekommen, da war für diese Problematik kein Platz. Ich habe mit meinem Onkel in Ungarn eine kleine Softwarefirma gegründet, die im Bereich Automatisation tätig war. Im Rahmen dieser Arbeit haben wir damals schon Aufträge aus Österreich erhalten und wir wurden eingeladen, an Projekten vor Ort

in Österreich mitzuarbeiten. Ich kam dann, im Rahmen dieses Projektes für längere Zeit nach Österreich, wo ich heute auch meinen Lebensmittelpunkt habe. Und erst hier bei meiner Tätigkeit habe ich die Problematik mit der Gleichberechtigung kennengelernt. Es hat auch sicherlich Entscheidungen von Geschäftspartnern gegeben, die davon beeinflusst waren, dass ich eine Frau bin, und zwar nicht immer im positiven Sinne. Es ist für mich manchmal unverständlich, dass nicht die Qualifikation entscheidend ist, sondern das Geschlecht, aber man muss lernen, damit umzugehen und sich auf seinem Weg nicht beirren zu lassen. Starke Frauen haben kein Problem damit, sich durchzusetzen. Sie sind klug genug, sich von Gleichberechtigungsdiskussionen nicht beeinflussen zu lassen." (risControl 12/ 2016) KR Martina Dobringer, ehemalige CEO Coface Österreich: „Ich finde es sehr wichtig und erfreulich, dass langsam aber stetig Frauen in der Wirtschaft die Karriereleiter hinaufsteigen. Zum Thema Quotenregelung, in einem Land mit 8 Mio. Einwohner und einem 50%-Frauenanteil benötigt es in der Regierung, in der politischen Öffentlichkeit, einer Quotenregelung. Aber nicht in der Privatwirtschaft. Ich unterstütze auf keinem Fall die Regelung, bis zum Jahr 2014 einen verpflichtenden Frauenanteil in Vorstandsebenen zu haben. Diese Regelung ist gegen Frauen, welche es mit viel Fleiß und Mühe geschafft haben, an die Spitze zu kommen. Bei meiner

KR Martina Dobringer Bestellung in den Vorstand der VIG Holding, musste ich mich ebenfalls mit dem Thema Quotenregelung auseinandersetzten und ich finde das sehr schade (diskriminierend). In allen Unternehmen, bei denen ich tätig war, hat es nie das Thema der Benachteiligung von Frauen gegeben. In Osteuropa versuchen wir sogar vermehrt Frauen zu positionieren, da diese meiner Meinung nach verlässlicher und belastbarer sind. Männer sind oft unzuverlässiger und weniger einschätzbarer, Frauen sind loyaler und treuer. Das habe ich durch viele Beispiele in meinem Leben bewiesen bekommen.“ (risControl 11/2011)

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STUDIE

Nataša Drugović BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien

Zum Verhältnis der Faktoren Rückversicherung und Sicherheitskapital in der österreichischen Versicherungswirtschaft Empirische Befunde vor produktionstheoretischem Hintergrund 1. Einleitung In der versicherungsbetrieblichen Produktionstheorie werden die Produktionsfaktoren „Rückversicherung“ und „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ als substitutional aufge1 fasst. Das heißt, dass eine bestimmte Menge an Versicherungsschutz bzw. Risikotransfers (Output) mit verschiedenen Mengenrelationen dieser Produktionsfaktoren (Input) produziert werden kann, also z. B. mit mehr vom Produktionsfaktor „Rückversicherung“ und zugleich mit weniger vom Produktionsfaktor „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ 2 oder umgekehrt. In der von E. Eszler angeregten und betreuten 3 Bachelorarbeit von Nataša Drugović sollte nun vor diesem theoretischen Hintergrund statistisch untersucht werden, inwieweit diese Substitutionalität in der österreichischen 4 Versicherungswirtschaft vorkommt. 2. Methodik und Datenerhebung Für die Analyse wurden Daten aus den Ge5 schäftsberichten von 40 Versicherern (nur

Aktiengesellschaften und große Versiche6 rungsvereine auf Gegenseitigkeit ) für die Jahre 2010 bis 2015 ausgewertet. Als Maß für den Einsatz des Produktionsfaktors „Rückversicherung“ wurden die gezahlten Rückversicherungsprämien genommen. Als Maß für den Einsatz des Produktionsfaktors „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ wurde das bilanziell ausgewiesene Eigenkapital zuzüglich der Schwankungsrückstellung 7 genommen. Für die Untersuchung der Zusammenhänge kamen lineare Regression und die Berechnung von Korrelationskoeffizienten zum Einsatz. 3. Ergebnisse Abb. 1 zeigt zunächst das Verhältnis der beiden Produktionsfaktoren „Rückversicherung“ und „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ 8 (im folgenden kurz: „Sicherheitskapital“ ) 9 anhand der absoluten Größen. Die Regressionsgerade weist eine positive Steigung auf und der Korrelationskoeffizient beträgt +0,306008354. Damit kommt ein leicht positiver linearer Zusammenhang

zwischen den beiden Produktionsfaktoren zum Ausdruck. Das steht nun im Gegensatz zur Produktionstheorie, wo bei einer substitutionalen Beziehung eine fallende Regressionsgerade (negative Steigung) sowie ein negativer Korrelationskoeffizient zu erwarten gewesen wären. Allerdings ist der positive lineare Zusammenhang nicht stark ausgeprägt (bei vollständigem positivem Zusammenhang würde der Korrelationskoeffizient +1 betragen). Das bedeutet, dass bei höheren Rückversicherungsnahmen das Sicherheitskapital nicht im selben Ausmaß erhöht ist, sondern um weniger. Dies bringt nun aber auch den Aspekt der Unternehmensgröße - hier gemessen an den Prämieneinnahmen - herein. In Abb. 2 ist das Verhältnis von Sicherheitskapital (SK) und Rückversicherungsnahme (RV; gezahlte Rückversicherungsprämien) in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße dargestellt. Mit steigender Unternehmensgröße wird das Verhältnis von Sicherheitskapital zu Rückversicherung tendenziell kleiner. Der lineare Zusammenhang ist allerdings nur ganz

1 Vgl. hierzu Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 581 ff., insb. 611 ff. und 620 ff. Vgl. hierzu auch schon: Farny, Dieter: Produktions- und Kostentheorie der Versicherung, Karlsruhe 1965, insb. S. 67 ff. 2 Diese Substitutionalität zeigt sich übrigens auch in Solvabilitätsvorschriften, wenn etwa die erforderliche Kapitalausstattung von Prämien und Schäden „für eigene Rechnung“ – also nach Herausrechnung der Rückversicherungsanteile – abhängig gemacht wird. Vgl. hierzu auch etwa Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 621 f. 3 Drugović, Nataša: Zusammenhänge von Sicherheitskapital, Rückversicherung und Unternehmensgröße in der österreichischen Versicherungswirtschaft, Bachelor-Arbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, 2016 (unveröffentlicht). 4 Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen sowie Abbildungen aus der Bachelorarbeit). Für die Richtigkeit der Daten und Datenauswertungen ist ausschließlich Nataša Drugović verantwortlich. 5 Und zwar: MUKI V.a.G., SK Versicherung AG; UNIQA Österreich Vers. AG; BAWAG P.S.K. Versicherung AG; Helvetia Versicherungen AG; D.A.S. Rechtsschutz AG; DONAU Versicherung AG; SPARKASSEN Vers. AG; GENERALI Versicherung AG; NIEDERÖSTERREICHISCHE Vers. AG; FINANCE LIFE Lebensvers. AG; EUROPÄISCHE Vers. AG; GARANT Versicherung AG; GRAWE Versicherung AG; HYPO Versicherung AG; Kärntner Landes V.a.G.; ZÜRICH Versicherungs-AG; UNIQA Insurance Group AG; MERKUR Versicherung AG; Acredia Versicherung AG; ÖBV V.a.G.; HAGEL V.a.G.; PORSCHE Versicherung AG; RAIFFEISEN Versicherung AG; SALZBURGER Versicherung AG; Tiroler Versicherung V.a.G.; VAV Versicherungs-AG; HDI Versicherung AG; ERGO Versicherung AG; VORARLBERGER V.a.G.; OBERÖSTERREICHISCHE Vers. AG; Allianz Leben Vers. AG; Allianz Versicherung AG; WIENER STÄDTISCHE Vers. AG; VIG VIENNA INSURANCE GROUP AG; WÜSTENROT Vers. AG; APK Versicherung AG; NÜRNBERGER Vers. AG; GENERALI Holding Vienna AG; SKANDIA Lebensvers. AG. 6 Zweigniederlassungen ausländischer Versicherungsunternehmen sowie kleine Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit wurden somit nicht miteinbezogen.

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3

Abbildung 1: Zusammenhang zwischen gezahlten Rückversi-

STUDIE

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Abbildung 3: Zusammenhang zwischen dem Sicherheitskapital

Abbildungund 3: Zusammenhang zwischen dem bei Sicherheitskapital und der Unternehmensgröße Abbildung 1: Zusammenhang zwischen gezahlten Rückversicherungsprämien und Sicherder Unternehmensgröße 40 österreichischen Versichecherungsprämien und Sicherheitskapital bei 40 österreichischen Abbildung 3: Zusammenhang zwischen dem Sicherheitskapital und der Unternehmensgröße bei 40 österreichischen Versicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR heitskapital bei 40 österreichischen Versicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 rungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR 4 Versicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR bei 40 österreichischen Versicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR EUR

Die Regressionsgerade weist eine positive Steigung auf und der Korrelationskoeffizient beträgt +0,306008354. Damit kommt ein leicht positiver linearer Zusammenhang zwischen den beiden Produktionsfaktoren zum Ausdruck. Das steht nun im Gegensatz zur Produktionstheorie, wo bei einer substitutionalen Beziehung eine fallende Regressionsgerade (negative Steigung) sowie ein negativer Korrelationskoeffizient zu erwarten gewesen wären. Allerdings ist der positive lineare Zusammenhang nicht stark ausgeprägt (bei vollständigem positivem Zusammenhang würde der Korrelationskoeffizient +1 betragen). Das bedeutet, dass bei höheren Rückversicherungsnahmen das Sicherheitskapital nicht im selben Ausmaß erhöht ist, sondern um weniger. Dies bringt nun aber auch den Aspekt der Unternehmensgröße - hier gemessen an den Prämieneinnahmen - herein. In Abb. 2 ist das Verhältnis von Sicherheitskapital (SK) und Rückversicherungsnahme (RV; gezahlte Rückversicherungsprämien) in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße dargestellt.

Abbildung 4: Zusammenhang der Rückversicherungs4: Zusammenhang zwischen derzwischen Rückversicherungsnahme und der UnternehAbbildung 2: Zusammenhang zwischen dem Verhältnis von Abbildung 4:nahme Zusammenhang der Rückversicherungsnahme der Unternehmensgröße bei 40 österreichischen Versicherungsunternehmen vonösterreichischen 2010 und bis 2015, in 1.000 und der zwischen Unternehmensgröße bei 40 Abbildung 2: Zusammenhang zwischen Verhältnis von Sicherheitskapital (SK)Abbildung zu Sicherheitskapital (SK) zudem Rückversicherung (RV) und der Unmensgröße bei 40 österreichischen Versicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR Rückversicherung (RV) und der Unternehmensgröße bei 40 österreichischen VersicherungsVersicherungsunternehmen von 2010 bis 2015, in 1.000 EUR ternehmensgröße bei 40 österreichischen Versicherungsunter- EUR unternehmen von 2010 bis 2015, Prämieneinnahmen in 1.000 EUR einem bestimmten Jahr jeweils in gleichem Maß (wenn man denselben Index unterstellt, was aber in Frage nehmen von 2010 bis 2015, Prämieneinnahmen in 1.000 EUR

gestellt werden kann) von Inflation betroffen und Inflationsfaktoren im Zähler und Nenner könnten somit weggekürzt werden.

Mit steigender Unternehmensgröße wird das Verhältnis von Sicherheitskapital zu Rückversiund Unternehmensgröße schwach ausgeprägt. Dielineare Regressionsgerade cherung tendenziell kleiner. Der Zusammenhang ist allerdings nur ganz schwach aus- – vgl. Abb. 4 (Korhierzu deutlich höher mit hat eine Steigung Korrelageprägt. Die negative Regressionsgerade hat und eine der negative Steigung relationskoeffizient und der Korrelationskoeffizient beträgt nur -0,066944417. +0,878133188). tionskoeffizient beträgt nur -0,066944417.

Hierfür maßgeblich sind der schwächere

Hierfür maßgeblich sind der schwächere positive Zusammenhang zwischen Sicherheitskapital positive Zusammenhang zwischen Sicher- 4. Zusammenfassung und Unternehmensgröße – vgl. Abbildung 3 (Korrelationskoeffizient hierzu +0,44189734) und der stärkere positive Zusammenhang zwischen–Rückversicherung und Unternehmensgröheitskapital und Unternehmensgröße vgl. ße – vgl. Abb. 4 (Korrelationskoeffizient hierzu deutlich höher mit +0,878133188).

Abbildung 3 (Korrelationskoeffizient hierzu +0,44189734) - und der stärkere positive Zusammenhang zwischen Rückversicherung

Insgesamt ist somit feststellen, dass sich 10 hinsichtlich der verwendeten Daten von österreichischen Versicherungsunternehmen

mit der angewandten Methode die in der Produktionstheorie dargestellte substitutionale Beziehung zwischen den Produktionsfaktoren „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ und „Rückversicherung“ nicht nachweisen ließ, sondern nur, dass sich bei prämienmäßig größeren Versicherungsbeständen das Verhältnis dieser Produktionsfaktoren tendenziell hin zu mehr Rückversicherung ändert.

7 Weitere in der Realität vorkommende und dem Produktionsfaktor „Kapitalnutzung für Sicherheitsmittel“ bzw „Sicherheitsmittelbeständen“ oder „Risikoreserven“ zuzurechnende versicherungsbetriebliche Größen - wie etwa stille Reserven - wurden hier nicht berücksichtigt. 8 Genaugenommen ist eben nicht „Sicherheitskapital“ der Produktionsfaktor, sondern die „Nutzung“ von (Sicherheits-) Kapital“. Die Kosten für eingesetztes Kapital bestehen im Entgang des Nutzens aus einer anderweitigen Verwendung (Opportunitätskosten). Der Faktorpreis für Kapitalnutzung wird als Zinssatz bezeichnet (wobei es sich um effektive oder kalkulatorische Zinsen handeln kann). Vgl. hierzu Farny, Dieter: Versicherungsbetriebslehre, 5. Aufl., Karlsruhe 2011, S. 604 f. 9 Eine Herausrechnung der Inflation erschien nicht erforderlich, da es hier (und auch in der folgenden Darstellung) um das Verhältnis (!) von Rückversicherung und Sicherheitskapital in den einzelnen Jahren ging – also um eine Relation, und bei der Bildung der Quotienten sind ja die nominellen Werte im Zähler und im Nenner in einem bestimmten Jahr jeweils in gleichem Maß (wenn man denselben Index unterstellt, was aber in Frage gestellt werden kann) von Inflation betroffen und Inflationsfaktoren im Zähler und Nenner könnten somit weggekürzt werden. 10 In den verwendeten Daten sind auch Versicherungsunternehmen abgebildet, die ein vergleichsweise sehr hohes Sicherheitskapital haben (über 2 Mrd. EUR), aber verhältnismäßig geringen Prämienumsatz (vgl. Abb. 3) und daher auch nicht sehr hohe Rückversicherungsprämienzahlungen (vgl. Abb. 1), sodass sich hier überaus hohe Prozentsätze beim Verhältnis von Sicherheitskapital zu Rückversicherungsprämien ergeben (vgl. Abb. 2). Hierbei kann etwa an Unternehmen in Konzernverflechtungen gedacht werden, die nicht die betriebswirtschaftlichen Verhältnisse eines eigenständig und allein tätigen Versicherungsunternehmens widerspiegeln. Die Ergebnisse der Studie sind daher mit Vorbehalt zu interpretieren.

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MARKT

Erfolgreicher Start von wefox Das deutsch-schweizerische InsurTech- Unternehmen wefox hat mit 1. März seine operative Tätigkeit in Österreich gestartet. Bereits im September 2016 wurde der Markteintritt unter dem Namen „financefox“ angekündigt. Geschäftsführer wefox Österreich Werner Holzhauser: „Auf die Ankündigung des Markteintrittes im September 2016 folgten sehr intensive Monate: IT-Systementwicklung und Adaptierung für den österreichischen Markt, unzählige Gespräche mit Maklern und Versicherungsunternehmen, der Aufbau unseres zehnköpfigen Teams und nicht zuletzt auch die Vorbereitung auf das Rebranding. Umso stolzer macht es uns, dass wir es geschafft haben, mit über 25.000 Kunden in Österreich an den Start zu gehen.“ Wie schon im Herbst berichtet, das Ziel von wefox ist es, sich als Premium Anbieter für Kunden, Makler und Versicherungsunternehmen zu etablieren, indem Innovation durch Kooperation erreicht wird. Erste Maklerpartner sind bereits mit an Bord. Das Unternehmen integriert klassische Makler ins neue Geschäftsmodell um old & new economy zu integrieren wurde eine Kooperation mit Lesitas geschlossen. Lesitas ist ein Spezialist für Bestandsverkauf und Bestandskauf, der eine hochprofessionelle, rechtssichere und zügige Abwicklung von Transaktionen garantiert. Werner Holzhauser: „Wir als wefox übernehmen für Lesitas in Österreich ab sofort, so wie für jeden anderen Maklerpartner auch, das Backoffice auf unserer Community Plattform. Das heißt wir leisten einerseits „handfeste“ Arbeit im Hintergrund, von der Offerterstellung bis hin zur Schadenabwicklung. Andererseits ermöglichen wir unseren Maklerpartnern den einfachen Einstieg in die digitale Welt. Wichtig: Der Bestand bleibt dabei zu jedem Zeitpunkt zu 100 % im Besitz des Maklers.“ Lesitas Geschäftsführer Harald Kalthoff erkennt Mehrwert auf vielen Ebenen: „Wir bekommen ein state of the art CRM-System, wir arbeiten effizienter und kundenfokussierter, wir lagern Backoffice-Arbeiten an wefox aus und können uns dadurch voll und ganz auf die Kundenbetreuung konzentrieren - und wir geben unseren Kunden eine App an die Hand, über die sie alle Themen rund um Versicherung zu jeder Zeit 32 risControl 03/17

Cyberkriminalität nimmt überall zu oder wie sehen Sie das? Werner Holzhauser: Cyberkriminalität nimmt zu. Das ist ein Faktum und das Bestätigen auch alle Statistiken. Diese Entwicklung nicht ernst zu nehmen wäre fahrlässig. Gerade bei Unternehmen wie wefox, die mit sensiblen Kundendaten agieren, muss das Thema Datenschutz daher an höchster Stelle stehen und auch ständig weiterentwickelt werden. Wie schützt sich wefox gegen Angriffe aus dem Internet?

COO Felix Huemer und CEO Werner Holzhauser und an jedem beliebigen Ort lösen können. Dadurch erwarten wir eine ausgezeichnete Kundenzufriedenheit und -bindung.“ „Mit wefox soll die zentrale Idee von einer starken Gemeinschaft zwischen Endkunden, Maklern und Versicherungsgesellschaften im digitalen Zeitalter noch deutlich betont werden“, so Julian Teicke Firmengründer. Bei wefox hat jeder Kunde seinen ganz persönlichen Berater für alle seine Versicherungen und für alle Kernprozesse der Versicherungswirtschaft. Dabei kann der Kunde seine Versicherungspolizzen in einer App oder Web-Lösung verwalten und einfach und schnell Änderungen vornehmen. Für Informationen zu beratungsintensiven Produkten steht ihm sein Berater aber jederzeit persönlich zur Verfügung. Holzhauser: „Wir haben ein hybrides Modell geschaffen, das dem Kunden alle Vorteile der digitalen Welt bietet, kombinieren unser Angebot aber mit der persönlichen Betreuung durch seinen Berater, wann immer er das wünscht.“ Wir haben mit Werner Holzhauser über Datenschutz, Cyberkriminalität und den Schutz dagegen gesprochen:

Holzhauser: Selbstverständlich verpflichten wir uns zur Geheimhaltung aller persönlichen Informationen und Daten. Neben der Nutzung von persönlichen Passwörtern werden Kundendaten deshalb mithilfe verschlüsselter Verbindungen (SSL) auf die Server – in Deutschland - übertragen. Wir sind sogar so weit gegangen, uns einer freiwilligen und unabhängigen TÜV-Prüfung zu unterziehen. Seit 2016 trägt wefox als Ergebnis dieser Prüfung das TÜV-Zertifikat „Geprüfter Datenschutz“. Damit geben wir unseren Partnern aufseiten von Versicherungsgesellschaften und Vermittlern sowie Kunden die Sicherheit, die ein sensibles Thema wie Versicherungen zwingend erfordert. Die Übermittlung von Daten sowohl an Kunden, als auch an Versicherungsgesellschaften erfolgt nach höchsten Bankensicherheitsstandards – auf gleicher Sicherheitsstufe beispielsweise mit einem e-banking System. Die technische Sicherheit der Daten ist jedoch nur ein Aspekt des Datenschutzes. Genauso entscheidend sind interne Prozesse, um die Integrität im Umgang mit Daten sicherzustellen. Dank der technischen Plattform von Salesforce können wir unsere internen Prozesse optimal ausrichten und gestalten. Jeder Mitarbeiter sieht etwa nur die Informationen, die er für den jeweiligen Service benötigt. Auf diese Weise werden wir den komplexen Anforderungen der Versicherungsgesellschaften und Versicherungsnehmer in puncto Datenschutz und Sicherheit gerecht. Zudem arbeiten wir schon heute basierend auf Regelungen und Verfahren von ISO 27001. Die entsprechende Zertifizierung ist ein langfristiger


MARKT

Prozess, den wir aber gern in Kauf nehmen, um die Qualität unseres Datenschutzes auch im internationalen Kontext zu dokumentieren. Sie haben den besten Schutz, den man haben kann, aber Ihr Kunde nicht ist das eine Gefahr für ihr Unternehmen?

Holzhauser: Nein. Wie schon gesagt, unsere Datenspeicherung erfolgt cloudbasiert und nach höchsten Sicherheitsstandards. Das heißt, selbst wenn ein lokaler Server eines Kunden angegriffen wird, gefährdet das nicht die von uns verwalteten Daten, da diese auf anderen Servern liegen.

Was empfehlen Sie Ihren Kunden?

Dieses nimmt international den zweiten, in Österreich allerdings nur den sechsten Platz ein. Zum internationalen Gegensatz spielen in Österreich die Themen neue Technologien und Analytics noch eine untergeordnete Rolle. Die österreichischen IT-Leiter sehen für die nächsten zwei Jahre Cyber-Security als wichtigsten Technologiebereich, gleich dahinter kommt die Modernisierung der bestehenden Systeme. International ist diese Modernisierung kein großes Thema mehr. „In Österreich sind CIOs häufig noch damit beschäftigt, die Basis für den digitalen Wandel zu schaffen, indem sie die IT-Infrastruktur im Unternehmen modernisieren und vor Cyber-Angriffen absichern. Deshalb spielen bei uns neue Technologien noch keine so große Rolle“, so Bernhard Göbl, Deloitte Österreich. Bei der Frage nach den Investitionsschwerpunkten wird

der Aufholbedarf der Österreicher ebenfalls deutlich. Die bodenständige Herangehensweise an das Thema IT in Österreich spiegelt sich auch bei den Antworten auf die Frage wider, welche Merkmale die IT-Leiter besonders auszeichnen. International werden technische Visionen als wichtigstes Merkmal erfolgreicher CIOs gesehen – nicht so in Österreich, wo im Vergleich mehr auf Umsetzungsstärke und Mitarbeiterproduktivität gesetzt wird. „Österreich ist bei der digitalen Transformation eher ein Nachzügler. Die Schaffung einer soliden Basis ist daher wichtiger als große Visionen“, resümiert Bernhard Göbl. „Die österreichischen CIOs müssen weiterhin mit großer Energie an den Themen der digitalen Transformation arbeiten. Sie müssen das Tempo erhöhen, um die bestehende Lücke zum internationalen Status quo möglichst bald zu schließen.“

Drittstaaten erfassen, falls sie Daten von Nutzern aus der Europäischen Union verarbeiten. Die Regelung verbietet grundsätzlich die Verarbeitung elektronischer Kommunikationsinhaltsdaten einschließlich Metadaten, außer es sind bestimmte Ausnahmefälle gegeben oder der Nutzer willigt in die Verarbeitung ein. Damit eine Zustimmung gültig ist, muss vorab über deren Zweck der Verarbeitung adäquat informiert werden. Eine Erleichterung gibt es im Bereich der Cookie Bestimmungen Cookies, die keine Gefährdung der Privatsphäre darstellen, bedürfen keiner Zustimmung mehr. Dies gilt ebenfalls für Cookies, die die Zahl der

Besucher auf ihrer Website ermitteln. Browser müssen nun so konfiguriert sein, dass Cookies von der direkt besuchten Website zwar akzeptiert werden, jene von Drittanbietern jedoch blockiert werden können. Der Verordnungsvorschlag verbietet jegliche unerwünschte elektronische Kommunikation. Künftig sind auch Telefonanrufe davon betroffen. Künftig sind auch Telefonanrufe davon erfasst. Bei zulässigen Anrufen zu Marketingzwecken muss die Rufnummernanzeige eingeschaltet werden oder durch eine spezielle Vorwahl ersichtlich sein, dass es sich um einen Marketinganruf handelt.

Holzhauser: Kommt zu wefox - wir übernehmen das Thema Datenschutz und Datensicherheit für Sie! Danke für das Gespräch.

Deloitte Österreich

Aufholbedarf bei IT Im Rahmen der Deloitte CIO (Chief Information Officer) Studie zum Thema Digitalisierung wurden 1.200 IT-Verantwortliche aus 48 Ländern darunter auch Österreich befragt. Die Ergebnisse zeigen teils deutliche Unterschiede zwischen internationalen und österreichischen CIO. Dennoch ist der grundsätzliche Wandel der Rolle des CIOs weg vom internen Dienstleister hin zum strategischen Partner im Kerngeschäft überall feststellbar. Passend zu diesem Rollenwandel nennen die CIOs einhellig die Kunden als Top-Priorität ihrer Tätigkeit. Auf dem zweiten Platz folgt bei den österreichischen CIOs die Performance. Innovation hat in Österreich mit Platz drei wie im Vorjahr ebenfalls einen hohen Stellenwert, international liegt sie nur auf dem fünften Platz. Ein gravierender Unterschied ist beim Stellenwert von Wachstum ersichtlich:

Europäische Datenschutzrichtlinie

Vorschlag

Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag für die Überarbeitung der geltenden Datenschutzrichtlinie für elektronische Kommunikation präsentiert. Im Legislativvorschlag sind zahlreiche Regelungsschwerpunkte beinhaltet. Hier einige Schwerpunkte. Die Erweiterung des Kreises der betroffenen Branchen, die neue Regelung ist für alle elektronischen Kommunikationsdienste einschließlich OTT Dienste, wie zB. Whatsapp, Facebook, Messenger, Skype etc. geltend. ADie Begriffsdefinitionen wurden um zahlreiche Begriffe erweitert. Der räumliche Anwendungsbereich soll auch Unternehmen aus

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Mit Helm, Gurt und Fallschirm Wenn Unternehmen in den juristischen Ring steigen oder steigen müssen, sollten Sie sich dafür jede nur erdenkliche Unterstützung gesichert haben. Die Rechtsschutzversicherung ist aber traditionell ein Stiefkind und selbst die Haftpflichtversicherung eher die Ausnahme. Unternehmer dürfen zurecht als sehr mutige Menschen angesehen werden. „Unternehmerische Tätigkeit birgt unabhängig vom ausgeübten Gewerbe immer das Risiko, dass daraus anderen Schaden entsteht: vermuteter oder tatsächlicher“, sagt Claudia Schlosser, die Bereichsleiterin Maklervertrieb bei der Allianz. Für Schäden, die anderen durch ihre betriebliche Tätigkeit entstehen, steht zwar eine Betriebshaftpflichtversicherung gerade – doch gesetzliche Vorgabe ist diese nur für wenige Berufsgruppen, und komplett wird der Schutz ohnedies erst mit der passenden Firmenrechtsschutzversicherung. Richtig ordentlich Eine Betriebshaftpflichtversicherung übernimmt bei Personen- oder Sachschäden privatrechtlichen Inhalts die Abwehr von ungerechtfertigten Schadenersatzansprüchen und zahlt für gerechtfertigte: bei der Allianz steht dafür eine Pauschal-Versicherungssumme von bis zu sechs Millionen Euro zur Verfügung, wobei pro Versicherungsjahr sogar Leistungen bis zum dreifachen Wert gedeckt sind. Auch ist je nach Bedarf eine Erweiterung auf Umweltsachschäden möglich und lässt sich durch Zusatzdeckungen das Leistungsspektrum individuell abstimmen. Denn was einmal gut und ausreichend war, muss es nicht für immer sein. Schließlich entwickeln sich Unternehmen: Die vereinbarten Deckungen müssen regelmäßig an Umsatz, Beschäftigtenzahl und eventuelle neue Geschäftsbereiche angepasst werden. Im Zuge eines solchen Beratungsgesprächs sollte dann auch gleich ein neuer „Trend“ aus der Praxis 34 risControl 03/17

Claudia Schlosser, Bereichsleiterin Maklervertrieb erwähnt werden, nämlich die in den letzten Jahren massive Zunahme an Strafverfahren. Grund dafür mag sein, dass der Grat zwischen Zivil- und Strafrecht für Unternehmen ein sehr schmaler ist. Wo im privatrechtlichen Bereich noch ein Vergleich gefunden werden kann und somit auch außergerichtliche Lösungen möglich sind, lässt das Strafgesetzbuch diesen Weg nicht zu: Und dort gibt es auch eine lange Liste an Fahrlässigkeitsdelikten – bei Übertretungen in diesem Bereich oder im Verwaltungsrecht müssen Staatsanwälte oder andere Behörde ein Verfahren einleiten. Gericht ist dann Pflicht. Nützt der Firma und auch privat Die Rechtsschutzversicherung der Allianz liefert dafür den entsprechend langen Atem. Denn es können selbst bei positivem Prozessausgang enorme Kosten anfallen, die ohne entsprechende Versicherungslösung zu einer existenziellen Bedrohung werden: In einem Strafprozess ist auch im Fall eines Freispruchs der größte

Teil der eigenen Rechtsanwaltskosten selbst zu tragen. Und eine Versicherungsprämie als bekannter Betrag ist jedenfalls besser als schwer kalkulierbare Prozesskostenrisiken. Alle Tarife der Rechtsschutzversicherung wurden mit 1. Jänner 2017 wieder automatisch indexangepasst und die Versicherungssummen zu Gunsten des Kunden auf ganze 1.000 Euro aufgerundet. Vier verschiedene Selbstbehaltsvarianten von null bis 40 Prozent ersparen dabei den Unternehmen Versicherungsprämien – bei dennoch voller Leistung. Somit stehen 68.000 Euro für Prozesskosten zur Verfügung, und im erweiterten Straf-Rechtsschutz für Unternehmen sogar bis zu 611.000 Euro. Für Eigentümer bzw. Geschäftsführer bietet die Allianz dabei noch ein echtes Zusatz-Goodie: „Sie können mit dem umfassenden Unternehmens-Rechtsschutz auch gratis ihren gesamten Privatbereich absichern“, erklärt Schlosser, inklusive Streitigkeiten aus Versicherungsverträgen, dem Erb- und Familienrecht und der EU-Deckung aus Vertragsstreitigkeiten: „Testen Sie uns!“


ALLES DIGITAL? GANZ NORMAL! HEUTE MUSS ALLES EINFACH UND SCHNELL GEHEN. DESHALB STEHT DIE DIGITALISIERUNG BEI UNS GANZ HOCH IM KURS. FÜR SIE UND IHRE KUNDINNEN UND KUNDEN. – Kfz-Schaden melden: Mit der Schaden Express App war es noch nie so einfach für Ihre Kunden. – Kundenportal neu: Noch benutzerfreundlicher – alle Verträge, Schäden und Zahlungen auf einen Blick. – Webinare: Regelmäßige Webinare zu aktuellen Themen. Jetzt mit wenigen Klicks anmelden. – Noch schneller Prämien berechnen: Wir arbeiten mit Hochdruck daran.

Allianz Elementar Versicherungs-Aktiengesellschaft, Sitz: 1130 Wien, Hietzinger Kai 101–105, www.allianz.at


TITELGESCHICHTE

Recht haben und recht bekommen In den letzten Jahre tauchen sowohl im Gewerbebereich als auch im privaten Bereich neue Begriffen in der Judikatur auf: Korruptionsstaatsanwaltschaft, Mediation, Finanzpolizei, Geschäftsführerhaftung und vieles mehr. Eine Herausforderung für Versicherungsmakler und deren Kunden, nicht nur aus Haftungsgründen. Neben einer Absicherung mittels D&O Versicherung oder der notwendigen Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine Rechtsschutzversicherung unabdingbar. Das Erstellen effizienter Deckungskonzepte erfordert eine detaillierte Bedarfsermittlung und Risikoanalyse sowie eine Übersicht über alle spezifischen Parameter bei einem Unternehmen. Ein Arbeitsaufwand, der auch im Hinblick auf die neuen Regulatorien immer komplexer und kostenintensiver für den Versicherungsvermittler wird. Wir haben mit den Spezialversicherern in Österreich über die Entwicklung des letzten Jahres gesprochen: 36 risControl 03/17


TITELGESCHICHTE

ARAG SE Direktion für Österreich Wie war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2016? 2016 war für uns erneut ein gutes Geschäftsjahr. Das Wachstum konnte weiter gesteigert werden und die bereits gute Ertragssituation wurde verbessert. Die Bestandsprämie stieg um 3,4 Prozent (Vorjahr + 1,0 Prozent) auf nunmehr 58,913 Mio. EUR. Auch das Storno ging deutlich zurück. Zurückgeführt werden diese Umstände zum einen auf die bereits Mitte 2015 neu eingeführte Tarifgeneration. Diese wurde vom Markt gut angenommen. Auch im Vertrieb wurden neue Akzente gesetzt, wie etwa eine noch raschere und flexiblere Offertstellung. Für 2017 ist man optimistisch. Zum Beispiel konnte allein in den ersten beiden Monaten bereits eine Steigerung der Produktion von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden. Werden bei der nächsten Produktgeneration, bzw. beim Bedingungswechsel neben den Produkten auch die Bedingungsunterschiede aufgezeigt? Neuerungen und Unterschiede in den Bedingungen und Produkten werden bei uns bereits seit Jahren jeweils in Synopsen dargestellt und stehen den Vertriebspartnern selbstverständlich detailliert zur Verfügung. Es gibt ausführliche Informationen und auch Schulungen für die Vermittler. Auch die Mitarbeiter des neuen Vertriebssupports stehen für Fragen zur Verfügung und sind behilflich. Es wurde 2016 eine eigene Hotline 01 531 02 1450 für die Vermittler eingeführt. Freie Anwaltswahl, wie steht ihr Unternehmen dazu? Selbstverständlich garantiert ARAG die freie Anwaltswahl. Erfahrungsgemäß haben aber nur wenige Kunden einen Wunschanwalt. Dann empfehlen wir sehr gerne die eigenen Inhouse-Juristen und die Anwälte des Anwaltsnetzwerkes. Wünscht der Kunde einen bestimmten Rechtsanwalt, dann beauftragen wir im gedeckten Fall den Wunschanwalt. Es wird jedoch geraten – egal welchen Anwalt der Kunde wählen möchte – zuerst uns zu

kontaktieren. die Inhouse-Juristen organisieren für den Kunden alles weitere. Entwicklung im Schaden, was hat sich in den letzten Jahren verändert? In der Abteilung Schaden hat man 2012 begonnen die Probleme der Versicherungsnehmer selbst in die Hand zu nehmen und setzt verstärkt auf hohen Kundenservice. Das Inhouse-Service im Bereich der außergerichtlichen Schadenregulierung und Beratung wird zahlreich in Anspruch genommen und stößt auf viel Zuspruch. Aber nicht alle Probleme lassen sich außergerichtlich lösen. Für den gerichtlichen Bereich setzten wir daher auf unser Anwaltsnetzwerk. Das Routing zum ARAG-Anwaltsnetzwerk wurde in den letzten Jahren optimiert – so ist gewährleistet, dass die verschiedenen Rechtsprobleme auch beim richtigen Rechtsanwalt landen. Daneben wurde verstärkt auch auf Mediationslösungen gesetzt – die hauseigene Mediatorin hat bereits einige als unlösbare geltende Rechtsstreitigkeiten erfolgreich zu einem friedlichen Ende geführt. Kommen heuer neue Produkte aus ihrem Haus auf den Markt? ARAG bringt mit dem Tarif 01/2017 neue Produkte auf den Markt. Mit dem neuen Start-Up-Rechtsschutz® steht man Unternehmern bei der Gründung Ihres Unternehmens zur Seite. So kann der Gründer ausführliche Beratungsleistungen und die Überprüfung und Erstellung von Verträgen in Anspruch nehmen. Es besteht keine Streitwertgrenze für vertragliche Auseinandersetzungen im Zuge der Gründung. Im neuen Rechts-Check erhält der Unternehmenskunde die Möglichkeit Unternehmensverträge, sowie AGB und die Gestaltung seines Internetauftrittes (Impressum, Homepage, etc.) rechtlich prüfen zu lassen. Für Konflikte mit Strafverfolgungsbehörden finden sich maßgeschneiderte Lösungen in den BetriebsRechtsschutz Produkten oder im TOP StrafRechtsschutz. Der TOP-Straf-Rechtsschutz ist ein attraktives Produkt für Unternehmen, abschließbar zum Betriebs-Rechtsschutz, aber auch als Stand-alone Variante. Neben zahlreichen Leistungserweiterungen stehen auch hohe Versicherungssummen bis zu

Mag. Birgit Eder Mitglied der Geschäftsführung ARAG SE Direktion für Österreich EUR 1.010.000,- zur Wahl. Der Gemeinde-Rechtsschutz wurde ebenfalls erweitert und trägt nun den neuen Anforderungen der Gemeinde im Vergabeverfahren und auch im Straf-Rechtsschutz Rechnung.

D.A.S. Rechtsschutz Österreich Wie war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2016? Wir blicken auf ein erfreulich stabiles Geschäftsjahr 2016 zurück. Über sämtliche unserer Vertriebe konnten wir das Neugeschäft im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern, was auch zum weiteren Ausbau unseres Versicherungsbestandes führte. Treiber dieser positiven Entwicklung ist nach wie vor die Firmen-Rechtsschutzversicherung. Gerade im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld wird eine umfassende Absicherung für Unternehmer immer wichtiger. Dabei schätzen unsere Kunden die hohe Produktqualität, die juristische Kompetenz und den regionalen Vertriebsservice in ganz Österreich. Daher entwickeln wir gerade diese strategischen Eckpfeiler – Produktqualität, regionales D.A.S. RechtsService sowie professionellen Vertriebssupport – laufend weiter. Zur Festigung unserer Rolle als führender Rechtsschutz-Spezialist. risControl 03/17 37


TITELGESCHICHTE

Kommen heuer neue Produkte aus Ihrem Haus auf den Markt? Werden dabei neben dem Produkt auch die Bedingungsunterschiede aufgezeigt? Ja, wir planen Mitte des Jahres 2017 eine völlig neue Produktgeneration auf den Markt zu bringen. Sowohl für das Privat- als auch das Firmensegment werden wir in unserem neuen Tarif ab 7/2017 neben bekannten Standards auch eine Reihe völlig neuer Deckungen anbieten. Bei uns ist es üblich, Vertriebspartner und deren Kunden in ausführlichen Beratungsgesprächen auf Unterschiede bei jedem Bedingungswechsel hinzuweisen. Das wird natürlich auch im Zuge der kommenden Produktgeneration passieren. Gerade bei dieser werden die Unterschiede durchwegs zu Gunsten unserer Kunden ausfallen, da unser neuer Tarif 2017 von innovativen Deckungserweiterungen gekennzeichnet sein wird. Entwicklung im Schaden, was hat sich in den letzten Jahren verändert? Bereits in den letzten Jahren haben wir uns intensiv mit dem Thema Kundenservice und Rechtsdienstleistungen beschäftigt und unsere Angebote entsprechend angepasst. So bieten wir beispielsweise unseren Firmenkunden

Dir. Johannes Loinger Vorstandssprecher D.A.S. Österreich 38 risControl 03/17

über die Inkasso Direkthilfe® professionelles Forderungsmanagement durch eine zentrale Inkassoabteilung. Im Vergleich zum Vorjahr konnten wir dabei mehr als doppelt so oft die Bezahlung der Rechnungen unserer Kunden rasch und erfolgreich einfordern. Auch unsere Juristen der regionalen RechtsService-Zentren leisten mit ihren zahlreichen Direkthilfe®-Fällen einen wesentlichen Beitrag bei der Durchsetzung und Abwehr rechtlicher Ansprüche unserer Kunden. Insbesondere im Bereich des KFZ-Rechtsschutzes, des Vertrags-Rechtsschutzes, bei Nachbarschafts- und Mietstreitigkeiten und im Schadenersatz-Rechtsschutz können so zahlreiche Fälle ohne Einschaltung eines Rechtsanwalts und ohne Gerichtsverfahren schnell und effizient erledigt werden. Aufgrund steigender Rechtsunsicherheit und Komplexität greifen Kunden vermehrt auf unser umfassendes Rechtsberatungsangebot zurück. Dieses Service bieten wir seit Jahrzehnten mit Unterstützung unserer Partneranwälte und auch, bei unseren Kunden besonders beliebt, durch die hauseigenen Top-Juristen der D.A.S. Rechtsberatung. Rund ein Drittel aller Beratungen werden intern durchgeführt.

ROLAND Rechtsschutz Österreich Wie war die Geschäftsentwicklung im Jahr 2016? Wir sind mit der Bestandsentwicklung im vergangenen Jahr sehr zufrieden und unser Weg des profitablen Wachstum ist klar geebnet: insbesondere, da wir eine überdurchschnittliche Steigerung des Mehrbeitrages aus dem Bestand heraus verzeichnen konnten. Hier wurde eine der höchsten Steigerungsraten in der Geschichte von ROLAND Österreich erzielt. Kontinuierlich konnten wir auch den Durchschnittsbeitrag des Neugeschäftes erhöhen und in unseren Zielsegmenten satte zweistellige Wachstumsraten im Bestand erzielen. Werden bei der nächsten Produktgeneration, bzw. beim Bedingungswechsel neben den Produkten auch die Bedingungsunterschiede aufgezeigt?

Freie Anwaltswahl, wie steht Ihr Unternehmen dazu?

Transparenz und Berechenbarkeit sind für uns keine Wortphrasen. Deswegen stehen zur aktuellen Bedingungsversion 2016 Synopsen zur Verfügung, die die Unterschiede zur vorangegangenen Bedingungsversion aufzeigen. Sie sind für den Vertriebspartner über unsere Homepage abrufbar. Nichtsdestotrotz möchten wir das Thema im eigenen Interesse noch

Für viele Kunden ist die freie Anwaltswahl ein wichtiges Argument. Bei uns ist diese daher in all unseren Produkten standardmäßig enthalten. Auf Wunsch des Kunden kann gegen Prämienreduktion ein Selbstbehalt vereinbart werden. Dieser gestaltet sich im Privat- und Firmen-Rechtsschutz unterschiedlich hoch und entfällt immer dann, wenn der Kunde einen von uns empfohlenen Anwalt wählt. Dies ist sehr oft der Fall, denn nicht immer kennt der Kunde einen spezialisierten Anwalt für genau das Thema, das ihn gerade beschäftigt. Österreichweit verfügen wir über ein Netz von rund 500 Partneranwälten und können so unseren Kunden am besten geeignete Rechtsanwälte für jeden Gerichtsstandort in Österreich empfehlen. Von dieser wertvollen Dienstleistung profitiert der Kunde in dreifacher Hinsicht: durch die niedrigere Prämie, den Entfall des Selbstbehaltes und die Gewissheit, den besten Rechtsanwalt im Schadenfall an seiner Seite zu haben.

Mag. Martin Moshammer Hauptbevollmächtigter ROLAND Österreich


TITELGESCHICHTE

besser vorantreiben, um dem Vertriebspartner Konvertierungen zu erleichtern. Freie Anwaltswalt, wie steht ihr Unternehmen dazu? Einerseits sind wir auf unser Partneranwaltsnetzwerk stolz, andererseits bekennen wir uns unumwunden zur freien Anwaltswahl. So treffen wir aktuell in unserer Produktlandschaft keine Unterscheidung zwischen der Leistung durch einen „freien“ Anwalt oder einem Partneranwalt. Gerade aus der hohen Frequenz der Inanspruchnahme unseres Partneranwaltsnetzes leiten wir aber eine sehr hohe Zufriedenheit seitens der Versicherungsnehmer ab. Entwicklung im Schaden, was hat sich in den letzten Jahren verändert? Die Versicherungsnehmer scheinen mündiger geworden zu sein, was – neben veränderten Rahmenbedingungen im Zusammenhang

mit der Rechtsprechung und Gesetzgebung – seit Jahren einen entsprechenden Druck auf den Privat-Rechtsschutz ausübt. Alternative Streitbeilegungsmechanismen sowie Selbstbehalte stecken aus der Historie heraus in Österreich noch in den „Kinderschuhen“. Auch ist der originäre Versicherungsgedanke zuletzt immer mehr in den Hintergrund getreten. Um auch weiterhin für Privatkunden „leistbare“ Prämien offerieren zu können, gilt es noch genauer abzuklären, worin der Bedarf des Kunden konkret liegt und welches Risiko tatsächlich ausgelagert werden soll. Als Rechtsschutz-Versicherer steht man vor der Aufgabe, sich selbst nicht nur als Kostenzahler, sondern als Problemlöser zu positionieren. Im Bereich Straf-Rechtsschutz war man in den vergangenen Jahren wiederum mit Schäden konfrontiert, deren Ausmaß man bis dahin für nahezu unmöglich gehalten hat. Unser Zugang war und ist hier trotzdem weiterhin Lösungen anzubieten und nicht einen Rückzug anzutreten.

Kommen heuer neue Produkte aus ihrem Haus auf den Markt? Im Herbst diesen Jahres werden wir unsere „Bestseller“ einem Facelift unterziehen, und zwar ganz nach dem Motto: „Gutes bewahren und noch weiter verbessern“. So möchten wir im Manager-Rechtsschutz ebenso unsere Marktposition ausbauen und unser jahreslanges Know-how unter Beweis stellen als auch den klassischen Gewerbe-Rechtsschutz auf den letzten Stand bringen. Gerade im Bereich der Industrierisiken erlaubt uns das individuelle Underwriting kurzfristig auf Marktveränderungen Rücksicht nehmen zu können, sodass kein Bedarf für eine grundlegende Produktüberarbeitung besteht. Im Privat-Rechtsschutz gibt es wiederum Überlegungen, eine Produktvariante zu lancieren, die den eigentlichen Versicherungsgedanken wieder stärker in den Vordergrund rücken soll.

Die Rundum-Sicherheit für Unternehmen: Der ROLAND Business-Rechtsschutz – die ideale Absicherung mit frei wählbaren Bausteinen!

ROLAND. Rechtsschutz ist Expertensache.

ROLAND Rechtsschutz ist der ideale Partner. Unternehmen sind täglich vielen rechtlichen Risiken ausgesetzt, wie zum Beispiel arbeitsrechtlichen Streitigkeiten mit Mitarbeitern, rechtlichen Streitigkeiten mit Versicherungen sowie Themen im Bereich des Strafrechtes. Mit uns profitieren Ihre Kunden von maßgeschneiderten Lösungen! So können diese betrieblichen Herausforderungen gelassen entgegentreten. Informieren Sie sich unter www.roland-rechtsschutz.at oder 01718 77 33 - 0

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STUDIE

Dr. Maximilian Brunner*

Das Massenrisiko in der Rechtsschutzversicherung Macht die freie Anwaltswahl Massenschäden unversicherbar?

Kostenexplosion und Kollektivverfahren Terroranschlag, Umweltverschmutzung, Anlegerbetrug – in jüngerer Zeit häufen sich Meldungen, wonach durch ein und dasselbe Ereignis nicht nur eine einzige Person, sondern gleich eine Vielzahl von Menschen geschädigt wurde. Solche „Massenschäden“ fordern einerseits die Justiz. Andererseits können sie aber besonders auch Versicherungen vor außergewöhnliche Herausforderungen stellen. Denn eine Vielzahl von Geschädigten bedeutet für Versicherungen hohe Schadenssummen, was letztlich die Versicherungsprämien steigen lassen muss. Und je höher die Prämien sind, desto schwieriger lassen sich am Ende die Polizzen verkaufen. Massenschäden sind also nicht gerade Liebkind der Versicherungswirtschaft. Vielmehr haben sowohl die Versicherungen selbst als auch die Versicherungsvermittler ein nachvollziehbares Interesse daran, die Kostenexplosion durch solche Massenfälle möglichst zu verhindern. In der Rechtsschutzversicherung wird zum Teil versucht, diesen Wunsch nach Kostenbegrenzung mit gezielten Risikoausschlüssen zu erfüllen. So gibt es etwa regelmäßig keinen Rechtsschutz bei Kriegen, Terroranschlägen, Natur- und sonstigen Katastrophen, weil solche Situationen typischerweise zu teuren Massenschäden neigen. Für Rechtsschutzversicherer ist das allerdings nicht die einzige denkbare Maßnahme, um Kosten im Zaum zu halten. In Massenfällen bieten sich nämlich auch Einsparungen dadurch an, dass nicht jeder geschädigte Versicherungsnehmer (VN) im Alleingang seine Schadenersatzforderung gegen den (Massen-)Schädiger erhebt, sondern stattdessen alle VN kollektiv in einem Gruppenprozess auftreten und dabei von einem gemeinsamen Rechtsanwalt vertreten

Versicherer daher genau vor der befürchteten Kostenexplosion durch massenhaft geführte Individualprozesse schützen. Dieser Versuch der Versicherer ist jedoch letztlich am EU-Recht gescheitert. Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hielt die Klausel nämlich für rechtswidrig, weshalb sie verworfen werden musste.

Dr. Maximilian Brunner werden. Das würde die Kosten- und Prämienexplosion eindämmen, ohne dass zugleich der Umfang des Versicherungsschutzes leiden müsste. Freie Anwaltswahl Diesen Weg haben die Rechtsschutzversicherer in der Vergangenheit bereits einmal versucht einzuschlagen. Vor dem Jahr 2009 schränkten sie den Versicherungsschutz für Massenschäden nämlich dahingehend ein, dass die VN keine Rechtsschutzdeckung für Individualverfahren, sondern nur für die Beteiligung an Kollektivverfahren erhielten, wobei der Versicherer den gemeinsamen Rechtsvertreter aller geschädigten VN nominieren durfte. Mit dieser Klausel in den Versicherungsbedingungen (der sogenannten „Massenschadenklausel“) wollten sich die

Begründet hat der EuGH sein Ergebnis mit Art. 4 der Rechtsschutzversicherungs-Richtlinie (mittlerweile ist die Vorschrift inhaltsgleich in Art. 201 der Solvabilität II-Richtlinie übersiedelt). Die Bestimmung garantiert dem VN freie Anwaltswahl in allen Gerichts- und Verwaltungsverfahren. Demnach darf der Rechtsschutzversicherer in solchen Verfahren dem VN keinen Rechtsvertreter aufzwingen. Aus dieser Vorschrift leitete der EuGH nun ab, dass sich der Versicherer – auch in Massenfällen und zum Zweck der Organisation von Kollektivverfahren – nicht das Recht zur Anwaltswahl vorbehalten darf. Damit war dieser Versuch der Rechtsschutzversicherer, die Kosten einzudämmen, gescheitert. Das Ergebnis des EuGH ist juristisch gesehen richtig, aber für die Rechtsschutzversicherer natürlich unbefriedigend. Nach dem Entfall der Massenschadenklausel sieht man sich nämlich potentiell wiederum der massiven Kostengefahr durch eine Vielzahl kostspieliger Individualprozesse ausgesetzt. Man könnte daher überlegen, ob das kostenschonende Ergebnis der Massenschadenklausel auch auf anderem Wege, diesmal rechtskonform, erreicht werden kann. Jedoch scheint das bislang eher verneint zu werden: Es wird offenbar davon ausgegangen, die freie Anwaltswahl verlange zwingend Einzelverfahren, in denen jeder seinen eigenen Anwalt frei auswählen können muss. Zudem dürften Kollektivverfahren

* Der Autor ist Universitätsassistent am Institut für Rechtswissenschaften (Lehrstuhl für Privatrecht) der Universität Klagenfurt. Sie erreichen ihn per E-Mail unter maximilian.brunner@aau. at. Zum hier abgedruckten Artikel siehe näher Brunner, Die freie Anwaltswahl in der Rechtsschutzversicherung (Verlag Österreich 2017), insb. S. 139 ff.

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STUDIE

ohne zentrale Anwaltsauswahl durch den Versicherer auch praktisch für nicht umsetzbar gehalten werden. Pessimismus dominiert also seit dem EuGH-Urteil die Diskussion, wobei insbesondere auch die Unversicherbarkeit von Massenrisiken im Raum steht. Unabhängigkeit Eine Untersuchung der Vorschriften zur freien Anwaltswahl zeigt jedoch, dass diese Bestimmungen gar nicht geschaffen wurden, um Individualprozesse zu erzwingen. Ihr Zweck ist es vielmehr, dem VN einen vom Versicherer unabhängigen Rechtsanwalt zur Seite zu stellen. Der Gesetzgeber befürchtete nämlich, dass es Situationen gibt, in denen eine Interessenkollision zwischen VN und Versicherer besteht. Dies ist etwa der Fall, wenn nicht nur der Geschädigte Rechtsschutzdeckung hat, sondern zugleich auch der Schädiger beim selben Versicherer haft-

pflichtversichert ist. Hier hat der Versicherer nämlich ein Interesse daran, dass sein eigener Rechtsschutz-VN den Schadenersatzprozess verliert, weil dann keine Versicherungsleistung aus der Haftpflichtversicherung des Schädigers anfällt. Allein wegen dieser Fälle (wobei es noch viele weitere Beispiele dafür gibt) hat der Gesetzgeber die freie Anwaltswahl geschaffen. Er wollte damit verhindern, dass durch die Anwaltsauswahl des Versicherers ein Anwalt einschreitet, der nicht (nur) das Interesse seines Mandanten (des VN) verfolgt, sondern sich (auch) dem problematischen Interesse des Versicherers verpflichtet fühlt. Die freie Anwaltswahl soll also die Loyalität und Unabhängigkeit des Rechtsanwaltes garantieren. Vor diesem Hintergrund bietet sich folgende Lösung des Kostenproblems in Massenfällen an, die mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar ist: Es könnte eine unabhängige

dritte Person den gemeinsamen Rechtsvertreter aller geschädigten VN nominieren. Dadurch würde einerseits das gewünschte kostenschonende Ergebnis erreicht, weil nur ein einziges Verfahren geführt und bezahlt werden müsste. Andererseits hielte man sich auch im Rahmen des Gesetzes. Da nämlich nicht der Versicherer die Anwaltsauswahl trifft, sondern ein von ihm unabhängiger Dritter, besteht weder eine Abhängigkeit noch ein Naheverhältnis des Anwaltes zum Versicherer. Die vom Gesetzgeber befürchtete Gefahr der Interessenkollision ist also gebannt. Da folglich der Zweck der freien Anwaltswahl erfüllt wird, ist die vorgeschlagene Lösung rechtskonform. Zudem zeigt sie, dass Kollektivverfahren auch ohne Anwaltsauswahl des Versicherers praktisch organisiert werden können. Der Pessimismus nach dem EuGHUrteil könnte daher durch eine optimistische Neufassung der Versicherungsbedingungen beendet werden.

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VERANSTALTUNG

UNIQA Group

Sponsor

Bereits zum fünften Mal findet das LET‘S CEE Film Festival in Wien statt und zum vierten Mal ist UNIQA Sponsor. „Zentral- und Osteuropa ist neben Österreich unser Heimmarkt. Da war es für uns eine klare Entscheidung, dieses Festival

zu fördern, denn Kultur verbindet Menschen und das Festival bietet eine wunderbare Gelegenheit gerade für uns hier in Österreich mehr über die Kultur unserer Nachbarn zu erfahren“, begründet Wolfgang Kindl, Vorstandsvorsitzender

von UNIQA International das Engagement. Das Festival zeigt eine Auswahl der besten aktuellen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Zentral- und Osteuropa (CEE) sowie der Kaukasus-Region und der Türkei.

BNP Paribas Cardif Österreich

20-jähriges Jubiläum

Florian Wally

Die BNP Paribas Cardif feiert ihr 20 jähriges Bestehen in Österreich. Seit 1997 steht BNP Paribas Cardif in Österreich gemeinsam mit namhaften Partnern aus dem Banken- und Versicherungsbereich, dem Handel, der Telekommunikations- und Automobilbranche für maßgeschneiderte Versicherungslösungen. Das Unternehmen ist Spezialist für die Absicherung laufender Zahlungsverpflichtungen im Falle von Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfähigkeit, sowie für die Absicherung der Restschuld im Todesfall. Darüber hinaus bietet BNP Paribas Cardif eine Reihe von weiteren innovativen Versicherungslösun-

gen für die speziellen Bedürfnisse der oben genannten Branchen an. „Ich möchte mich bei allen Kunden für ihre Treue und bei allen Partnern für die gute Zusammenarbeit bedanken. Eine überlegene Produktstrategie und erstklassiger Kundenservice sind die Grundlage für unseren nachhaltigen Geschäftserfolg. Mit weltweiter Erfahrung, Kompetenz, dem Fokus auf Kundenzufriedenheit und mit unserer lokalen Verankerung entwickeln wir heute die Versicherungslösungen von morgen“, sagt Florian Wally, CEO von BNP Paribas Cardif in Österreich.

Allianz Group

Formel E Die Allianz wird offizieller Partner der weltweit ersten Rennserie vollelektronischer Einsitzer der Formel E. Die Allianz beteiligt sich allerdings nicht nur als offizieller Partner an der rein elektrischen Rennserie, sondern ist auch Ausrichter des frisch getauften Allianz eVillage, in dem Fans während jedes ePrixEvents voll und ganz in ein interaktives Erlebnis eintauchen können. Das Allianz eVillage möchte die Grenzen des traditionellen Motorsports durchbrechen: Fans können daher auf Riesen-Bildschirmen die Action beim ePrix live mitverfolgen und ihre Lieblingsfahrer bei Autogrammstunden kennenlernen. An Simulatoren nehmen sie selbst das Steuer in die Hand und treten gegen die Formel E-Fahrer an. Und sie haben die Möglichkeit, die puren Emotionen auf dem 42 risControl 03/17

Siegerpodest mitzuerleben. „Wir glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um sich an der Entwicklung neuer Ökosysteme zu beteiligen, die die Zukunft urbaner Mobilität auf nachhaltige Weise prägen werden“, erklärte Jean-Marc Pailhol, Head of Group Market Management and Distribution bei der Allianz SE. „Da bietet es sich natürlich an, sich mit der Formel E zusammenzutun. Das sorgt in den Metropolen rund um den Globus nicht nur für Gesprächsstoff, sondern auch für die Spannung, die vollständig elektrische Rennen mit sich bringen. Wir freuen uns besonders darüber, die Explorer Zone im Allianz eVillage zu präsentieren. Dort können Besucher mit der neuesten digitalen Technologie wie 3D-Druck, Drohnen und Virtual Reality experimentieren.“


VERANSTALTUNG

UNIQA Insurance Group AG

Österreichischer Fußball-Bund

Die UNIQA ist neuer Hauptsponsor und Namensgeber des ÖFB Cup. Die nächsten fünf Spielzeiten werden unter dem Namen ÖFB UNIQA Cup ausgetragen werden. UNIQA

Leo Windtner

ist bereits seit Sommer 2016 Partner des ÖFB im heimischen Cup und unterstützt im Rahmen dieser Zusammenarbeit insbesondere Aktionen und Projekte im Bereich Fair Play und Anti-Rassismus. Hartwig Löger ( Vorstandsvorsitzender UNIQA Österreich): „Fußball und Skisport sind die Lieblingssportarten der Österreicherinnen und Österreicher. Der Cup mit seinem stark regionalen Bezug passt hervorragend zur strategischen Ausrichtung von UNIQA als Versicherer vor Ort. Zwei gute Gründe, warum wir uns über die erweiterte Partnerschaft mit dem ÖFB freuen.“ Leo Windtner (ÖFB-Präsident): „Wir sind sehr stolz, langfristig auf UNIQA als starken Partner an unserer Seite zählen zu können. Es ist ein sehr gesundheits- und sport-affines Unternehmen, das hervorragend in unsere Sponsoren-Familie passt. Wir freuen uns auf eine Zusammenarbeit, die von klaren gemeinsamen Zielen und Visionen getragen ist. Bemerkenswert ist ebenfalls die langfristige

Hartwig Löger Ausrichtung dieser Partnerschaft. Fünf Jahre sind besonders im schnelllebigen Fußball eine lange Zeit. Das bedeutet ein klares Bekenntnis von UNIQA zum Cup und untermauert den Stellenwert dieses traditionsreichen Bewerbs in der Sportlandschaft.Der gesamte österreichische Fußball wird von diesem Engagement enorm profitieren.“

Nürnberger Versicherung

Roadshow

Die praktische Arbeit von Sachverständigen und deren Sichtweise in der Beurteilung von Schäden im Bereich Haushalt und Eigenheim, das waren die Themen einer Veranstaltungsreihe, die die NÜRNBERGER Versicherung Anfang dieses Jahres in ganz Österreich durchführte. Rund 250 Teilnehmer ließen sich diese Hintergrundinformationen zur Schadenversicherung nicht entgehen. „Kein Schadenfall ist wie der andere. Subjektives Empfinden und objektive Beurteilung eines Schadens liegen naturgemäß weit auseinander“, so Prok. Wolfgang Menghin „für Versicherungsvermittler ist es oft nicht so einfach nachzuvollziehen, wie es zu einer Schadenbeurteilung kommt.“ So erfuhren die Besucher aus erster Hand, wie die objektive Beurteilung durch Schadenexperten zustande kommt. Die unabhängigen Sachverständigen Dominik Paumann und

Werner Lumesberger vom Sachverständigenbüro Stibl gaben Einblicke in die Herangehensweise einer Schadenrekonstruktion sowie die daraus resultierenden Entscheidungen und Empfehlungen. Praxisfälle verschiedener Sparten (Feuer, Blitzschlag, Leitungswasser mit sämtlichen Folgeschäden, Sturm/Hagel, Glas) wurden aufgezeigt. Auch das Thema Versicherungsbetrug wurde anhand von zahlreichen Beispielen dargelegt. Wolfgang Menghin ist mit der Resonanz auf die Veranstaltungsreihe sehr zufrieden: „Das große Interesse der Berater zeigt, dass es uns gelungen ist, ein Thema aufzugreifen, das viele Vermittler beschäftigt. Nachdem wir im letzten Jahr neue Versicherungslösungen im Bereich der Haushalt- und Eigenheimversicherung erfolgreich auf den Markt gebracht haben, ist es uns wichtig, unseren Vertriebspartnern nicht nur Produktinformationen zu bieten

Wolfgang Menghin sondern auch praktisches Fachwissen rund um die Schadenversicherungen zu vermitteln.“ risControl 03/17 43


VERSICHERUNG

Allianz SE

Globaler Versicherungsmarkt Nach ersten Hochrechnungen von Allianz Research ist das globale Prämienvolumen im vergangenen Jahr auf die neue Rekordsumme von 3.650 Mrd. Euro gestiegen (ohne Krankenversicherung). Gegenüber 2015 errechnet sich ein um Wechselkurseffekte bereinigter nominaler Anstieg von 4,4%. Dies ist auf den ersten Blick unspektakulär: Das Wachstumstempo ist damit zwar etwas langsamer als in den beiden Vorjahren, aber es entspricht sowohl dem langjährigen Durchschnitt als auch dem Expansionstempo der Weltwirtschaft. Ein normales Jahr also? Nicht auf den zweiten Blick. Von den rund 150 Mrd. Euro zusätzlichen Prämien entfielen fast 70 Mrd. Euro allein auf einen einzigen Markt: China. Beinahe die Hälfte des letztjährigen Wachstums geht also aufs Reich der Mitte zurück; eine Versicherungswelt ohne China wäre 2016 gerade einmal um 2,7% gewachsen. Chinesische Aufholjagd Besonders ausgeprägt war der China-Effekt im Lebensgeschäft: Hier hätte sich ohne China das globale Wachstum 2016 von respektablen 4,7% auf 2,3% mehr als halbiert. Dies liegt zum einen an der rasanten Entwicklung in China selbst: Mit über 30% erzielte der chinesische Lebensversicherungsmarkt im letzten Jahr das höchste Wachstum seit 2008. Zwar lagen die Ausgaben für Lebensversicherungsprodukte pro Kopf mit rund EUR 170 noch weit unter dem Durchschnitt in den Industrieländern, nimmt man jedoch die Versicherungsdurchdringung als Maßstab, d.h. Prämieneinnahmen in Prozent der Wirtschaftsleistung, hat China mit 2,4% bereits die Österreicher überholt und liegt auch in Schlagdistanz zu den angeblich so lebensversicherungsaffinen Deutschen: Hierzulande lag die Versicherungsdurchdringung Leben im letzten Jahr bei 2,7% (was im Übrigen auch deutlich unter dem westeuropäischen Durchschnitt von 4,7% ist). Die chinesische Aufholjagd ist damit aber sicherlich noch nicht zu Ende. Denn die Festlandchinesen müssen ebenso wie ihre chinesischen Nachbarn in Hongkong und Taiwan verstärkt für ihr Alter vorsorgen: Dort erreicht die Durchdringung international absolute Spitzenwerte von 15% bzw. 16%. 44 risControl 03/17

Von den rund 150 Mrd. Euro zusätzlichen Prämien entfielen fast 70 Mrd. Euro allein auf China. Zum anderen ist diese chinesische Dominanz natürlich auch auf die Schwäche der Lebensversicherungsmärkte andernorts zurückzuführen. In Westeuropa dürften die Prämieneinnahmen 2016 in Summe um 1,2% zurückgegangen sein, das wäre der erste Rückgang seit 2012. Westeuropa steht damit allerdings keineswegs allein da, auch in Teilen Osteuropas (zum Beispiel in Polen und der Tschechischen Re-

publik jeweils das vierte Jahr in Folge) sowie in Australien (das zweite Jahr in Folge) sind die Märkte im vergangenen Jahr geschrumpft. Dem stehen – neben einer soliden Entwicklung in den USA – zweistellige Zuwachsraten in Russland und der Türkei sowie in vielen asiatischen Schwellenländern – beispielsweise Indien, Indonesien oder Vietnam – gegenüber. Insgesamt kletterten daher die weltweiten


VERSICHERUNG

Prämieneinnahmen im Bereich Leben um schätzungsweise 4,7% auf 2.300 Mrd. Euro. Nach wie vor entfallen damit knapp zwei Drittel der globalen Versicherungsprämien (ohne Kranken) auf das Lebensgeschäft. Nachlassende Dynamik Die Entwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung ist seit jeher weniger volatil, die Ausschläge nach oben wie unten fallen deutlich geringer aus als im Lebensgeschäft. So wiesen auch 2016 nur sehr wenige Märkte – u.a. aber Italien und Japan – negative Wachstumsraten auf. Insgesamt dürften die Prämieneinnahmen im Schaden/Unfall-Segment weltweit ein Plus von 4,0% verzeichnet haben. Dies wäre der schwächste Wert seit 2010, in den fünf Jahren dazwischen lag das Wachstum im Durchschnitt bei über 5%. Die etwas enttäuschende Entwicklung im letzten Jahr spiegelt jedoch ziemlich exakt die nachlassende Dynamik

in der Weltwirtschaft und im Welthandel wider – die 2016 ja auch etwas hinter den Erwartungen zurückblieben. Dies traf nicht zuletzt auch auf China zu, wo das Expansionstempo der Wirtschaft weiter nachließ und der Sachversicherungsmarkt daher „nur“ mit 9% wuchs – und damit erstmals seit den 1990er Jahren wieder unter der 10%-Marke blieb. Entsprechend ist die Abhängigkeit von China im Schaden/Unfall-Geschäft auch deutlich niedriger: lediglich ein Fünftel des letztjährigen globalen Wachstums geht auf den chinesischen Markt zurück. Solides Wachstum Nach den Hochrechnungen von Allianz SE verzeichnete Westeuropa im vergangenen Jahr mit 2,1% ein – für seine Verhältnisse – sehr solides Wachstum; nach 2015 ist es erst das zweite Mal seit Finanz- und Eurokrise, dass das Wachstum im Sachgeschäft wieder über

2% lag. In der Gesamtbetrachtung – Leben sowie Schaden/Unfall – steht dennoch eine rote Null für den westeuropäischen Versicherungsmarkt zu Buche. Sein Anteil am Weltmarkt ist damit auch 2016 weiter gefallen, auf jetzt rund 27%. Noch vor zehn Jahren lag dieser Wert bei 36%. Der Aufstieg Chinas und anderer Schwellenländer geht also mit einem schleichenden Bedeutungsverlust Westeuropas einher. Interessanterweise gilt dies für den nordamerikanischen Markt nicht in gleichem Maße, dessen Weltmarktanteil liegt seit einigen Jahren relativ stabil bei etwa 33%. Zwar rangiert auch dieser Anteil unter dem Vorkrisenniveau, aber der Rückgang ist weniger dramatisch. Dies wird auch im direkten Vergleich deutlich: Während zu Beginn des Jahrtausends die Versicherungsmärkte in Nordamerika und Westeuropa – gemessen am Prämienvolumen – in etwa gleichauf lagen, ist heute der nordamerikanische Markt etwa 20% größer.

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risControl 03/17 45


VERSICHERUNG

Allianz Versicherung

Neuer Fokus Digitalisierung Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz sieht die Zukunft in der Digitalisierung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Unternehmen wird die Allianz keine „Fake Digitalisierung“ machen. Keine eingescannten PDFs, sondern vereinfachte Prozesse, die auf einer einzigen Smartphoneseite sich selbst erklären und innerhalb kürzester Zeit den Versicherungsnehmer zufriedenstellen. Ein direktes Arbeiten in den Systemen ohne weitere Schnittstelle und in Echtzeit. Der strategische Fokus liegt künftig für den heimischen Markt in einer einzigartigen Verschränkung von analoger und digitaler Produkt- und Servicewelt aber auf Basis des persönlichen Beratervertriebes. „Was immer der Kunde auch will, wir bieten immer die Möglichkeit, analog und/oder digital mit uns zu interagieren, auch online, aber trotzdem vor Ort, sprich ‚humandigital‘. Wir geben nämlich der digitalen Welt ein Gesicht“, fasst Littich die neue Strategie zusammen. Auch im Bereich der Arbeitsplätze will die Allianz die inno-

vativsten Arbeitsplätze im österreichischen Versicherungsvertrieb bieten und das für 130 neue Mitarbeiter im heurigen Jahr. Auch über das Jahresergebnis 2016 zieht Dr. Littich positives Resümee. Trotz einem schwierigen Marktumfeld sind die Gesamtprämieneinnahmen um 1% auf 1.395,6 Mio. Euro gestiegen. In der Schaden Unfall sind die Prämien um 2% auf 937,2 Mio Euro gewachsen. Die Krankenversicherung konnte einen deutlichen Zuwachs von 7,9% auf 68,4 Mio Euro vermelden. Bei der Lebensversicherungssparte viel der Rückgang mit 2,2% moderat aus. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle waren insgesamt rückläufig und liegen bei 957,6 Mio. Euro. Im Schaden/Unfall sind die Leistungen um 4,7% auf 573,8 Mio. Euro gesunken, in der Lebensversicherung gab es mit 1,8% einen leichten Rückgang auf 342,2 Mio. Euro und in der Krankenversicherung stiegen die Leistungen um 9,2% auf 41,6 Mio. Euro. Die Kapitalanlagen wuchsen um 4,3% auf 6.235,0 Mio. Euro. Nach dem Engagement bei OMV

Dr. Wolfram Littich ist eine weitere Investition in Infrastruktur Projekte geplant. Das versicherungstechnische Ergebnis reduzierte sich, bedingt durch den Abrieb in der Lebensversicherung um 7% auf 69,7 Mio. Euro. Das Investmentergebnis ging um 21,4% auf 180,8 Mio. Euro zurück. Die Combined Ratio liegt bei 93%. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt bei 110,7Mio. Euro.

Continentale Assekuranz Service GmbH

Private Vorsorge

Eine aktuelle Continentale Studie zeigt, nur jeder 13. Berufstätige fühlt sich persönlich gefährdet. Eine Fehleinschätzung. Denn rund jeder 7 Arbeitnehmer wird vor dem Ruhestand berufsunfähig. Etwa jeder zweite Neubezieher einer entsprechenden Pension ist noch nicht einmal Mitte 50. Und immer noch denen viele, dass der Staat einspringt, wenn der Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann, so Mag. Gerfried Karner, Geschäftsführer. Denn allen ab 1964 Geborenen wird seit 2014 im Fall der Berufsunfähigkeit (BU) nur unter äußerst verschärften Bedingungen eine gesetzliche BU-Rente zuerkannt. Mitunter müssen sich Betroffene mit einem Rehabilitations- oder Umschulungsgeld und anschließender Mindestsicherung begnügen. Aber warum schließen so wenige eine private BU-Versicherung ab? Antworten gibt die Continentale BU-Studie. Für sie wurden repräsentativ 549 Berufstätige befragt. Mag. 46 risControl 03/17

Karner: „Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen sichern sich nicht ab, weil sie sich mit dem Thema nicht auskennen und ihr Risiko falsch einschätzen.“ Die meisten Menschen wissen zum Beispiel nicht, dass psychische Erkrankungen die Hauptsache für den Verlust der Arbeitskraft sind. Ihrer Einschätzung nach sind Unfälle der häufigste Auslöser. Daher fühlen sich 83 Prozent der Befragten durch eine Unfallversicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit geschützt. Die hilft jedoch nur in Ausnahmefällen. „Diese Ergebnisse sind besorgniserregend“, betont Mag. Karner. „Viele Menschen glauben offensichtlich, sie seien gut abgesichert, weil sie in irgendeinem Bereich vorsorgen. Das funktioniert genauso wenig, wie der Fallschirm vor dem Ertrinken retten kann.“ Die Continentale bietet mit der PremiumBU einen erstklassigen Schutz zu einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis und mit umfassendem Service. Für Berufsstarter,

Mag. Gerfried Karner Lehrlinge und Studenten im Alter von 15 bis 30 Jahren ermöglicht die PremiumBU Start einen besonders günstigen Einstieg.“ Eltern können für ihren Nachwuchs frühzeitig den Grundstein für diese wichtige Vorsorge legen. Das ist mit der Schülervariante schon für Kinder ab zehn Jahren möglich.


VERSICHERUNG

Helvetia Österreich

Diametrales Jahresergebnis Die Helvetia Versicherung hat sich im Jahr 2016 im Vergleich zu den meisten anderen österreichischen Versicherungsunternehmen diametral entwickelt. Die Lebensversicherungssparte ist aufgrund von hohen fondsgebundenen Einmalerlägen um 49,8% auf 204,7 Mio. Euro gewachsen. Bereits knapp 68% des Lebensgeschäftes kommen durch die fondsgebundene Lebensversicherung. Das Gesamtprämienaufkommen ist um 18,8% auf 484,4 Mio. Euro angestiegen. Die Combined Ratio liegt bei 92,9%. »Damit ist es Helvetia Österreich erneut gelungen, Wachstum und Ertrag in einen guten Einklang zu bringen«, zeigt sich Dr. Otmar Bodner, Vorsitzender des Vorstands bei Helvetia Österreich, über den Geschäftsverlauf zufrieden. In der Schaden/Unfallsparte ist ein Plus von 2,8% auf 280,2 Mio Euro zu verzeichnen. Im KFZ Bereich erzielte die Helvetia ein Wachstum von 1,6% auf 104,4 Mio. Euro. In den

Sachsparten konnte ein Zuwachs von 3,4% auf 175,8 Mio. Euro gemeldet werden. Der netto Schadensatz ist auf 61,3% zurückgegangen. „Wir blicken auf ein intensives und äußerst erfolgreiches Jahr zurück. Mit dem Ergebnis aus Geschäftstätigkeit sind wir sehr zufrieden. Positiv ist auch, dass die Integration von Nationale Suisse und Basler Österreich zügig und erfolgreich vorangetrieben worden ist und wir mit der Umsetzung unserer neuen Strategie sehr gut auf Kurs sind“, zeigt sich Philipp Gmür, CEO der Helvetia Gruppe, erfreut über die solide Geschäftsentwicklung. Die Versicherungsgruppe steigerte 2016 das Ergebnis um 12% auf 491,8 Mio. CHF. Ausblick 2017 Zentrale Elemente der Unternehmensstrategie helvetia 20.20 sind die stetige Verbesserung der Servicequalitäten sowie die Festigung

Dr. Otmar Bodner von Helvetia Österreichs Position als attraktive Arbeitgeberin. Wichtige Etappen auf diesem Weg sind der Abschluss der gesamten Verschmelzung von Helvetia und Basler Österreich. Im Produktbereich sind die Adaptierungen großteils bereits erfolgt. An der IT-Zusammenführung der Bestandssysteme wird noch gearbeitet. Für Kunden und Partner wird diese allerdings kaum spürbar sein.

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WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG AG

Versicherungsvermittler sind Impulsgeber KR Prok. Gerhard Heine ist seit 2005 mit der Leitung des alternativen Vertriebes für ganz Österreich betraut. Er ist seit 1981 bei der Wiener Städtischen Versicherung tätig und hat schon so einige Veränderungen und Neuerungen am österreichischen Versicherungsmarkt begleitet. Eines ist seit jeher aber konstant, das Vertrauen das ihm die Vertriebspartner entgegenbringen. Wir haben mit Ihm über Vertrieb, neue Produkte und Zukunftschancen gesprochen.

Wo liegen die Schwerpunkte heuer, was ist im Bereich Produkte geplant? KR Prok. Gerhard Heine: Nach wie vor ist unser Credo: Wir wollen DER Sicherheitspartner für alle Österreicherinnen und Österreicher sein. Qualifizierte, persönliche Kundenberatung auf höchstem Niveau steht dabei ebenso im Fokus wie die Entwicklung

Heine: Der freie Vertrieb ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Versicherungslandschaft in Österreich, sondern auch der wichtigste Vertriebsweg der Wiener Städtischen. Unabhängige Vermittler haben sich in den meisten Sparten als führender Vertriebsweg positioniert. Ungebundene Vermittler sind flexibel, sie reagieren rasch auf Veränderungen am Markt

Der freie Vertrieb ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Versicherungslandschaft in Österreich, sondern auch der wichtigste Vertriebsweg der Wiener Städtischen. bedarfsgerechter Produkte und der zügige Ausbau unserer Digitalisierungsoffensive. Die Themen Vorsorge und Biometrie sind aktueller denn je. Die Wiener Städtische wird ihre umfassende Produktpalette noch weiter entwickeln. Von der Altersvorsorge über die Berufsunfähigkeit bis hin zur Pflege geht es darum, bedarfsgerechte Vorsorge und stabilen Vermögensaufbau zu gewährleisten und das Portfolio den Kundenwünschen entsprechend zu erweitern – z.B. mit Hybridprodukten, die Ertragschancen mit Sicherheit kombinieren. Die Dachmarke BUSINESS360° fasst das komplette KMU-Angebot der Wiener Städtischen zu einem Rundumschutz zusammen und berücksichtigt nahezu alle materiellen und persönlichen Bedürfnisse, die für die Existenzsicherung von Klein- und Mittelbetrieben notwendig sind. Und - ganz neu – hat die Wiener Städtische als perfekte Ergänzung „Cyber Protect“, die Cybercrime-Versicherung für KMU auf den Markt gebracht - mit diesen beiden Produkten sind Unternehmen optimal gegen alle Eventualitäten geschützt. Wie geht es der freien Vertriebsschiene bei der Wiener Städtischen Versicherung? 48 risControl 03/17

und sie haben Zugang zu Kundensegmenten, die andere Vertriebskanäle nicht erreichen. Sie sind oftmals Impulsgeber für Produktneuheiten und Weiterentwicklungen. Die Bedeutung des freien Vertriebs ist aus meiner Sicht ungebrochen hoch. Diesem Umstand trägt die Wiener Städtische umfassend Rechnung. Unsere Maßnahmen zielen auf eine stetige Qualitätssteigerung der individuellen und persönlichen Betreuung mit dem

nicht nur die Konditionen und der Zugang zu speziellen Produkten, oftmals ist es die administrative Unterstützung, die Bereitstellung von einheitlichen prozessoptimierenden Softwarelösungen sowie Angebote zur Aus- und Weiterbildung, die die Beitrittsentscheidung maßgeblich beeinflussen. Für den Versicherer hat dieser anhaltende Trend sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Einerseits ermöglicht es dem Produktgeber mit nur einigen wenigen Verhandlungspartnern Lösungen zu finden, andererseits werden der direkte Kontakt und die Bindung zu den Vertriebspartnern schwächer. Dies gilt natürlich auch in Umkehr für den Vertriebspartner. Versicherungsmakler - noch ein Beruf mit Zukunftsperspektive? Heine: Regulatorische Änderungen werden den Verwaltungsaufwand erhöhen, neue Vertriebskanäle den Wettbewerb anheizen - die Szene ist im Wandel begriffen. Wettbewerbsintensität und Innovationswettbewerb

Wer mit der Zeit geht, sich den Trends nicht entzieht, sich permanent weiterbildet und als kompetenter Ansprechpartner mit Know how und Servicequalität wahrgenommen wird, wird auch in einem stärker umkämpften Geschäftsfeld erfolgreich sein. Ziel, die Beziehung zu unseren Vertriebspartnern zu festigen und noch weiter auszubauen. Wie sehen Sie die Entwicklungen im Bereich Zusammenschlüsse im Versicherungsmaklermarkt? Heine: Der Zulauf zu bereits bestehenden oder in Gründung befindlichen Gruppierungen ist nach wie vor groß. Ausschlaggebend dafür sind

werden zunehmen, ebenso die Bedeutung von Zusatzleistungen wie elektronischer Informationsbereitstellung. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass dieser Berufsstand weiterhin eine wichtige Rolle in der Versicherungslandschaft spielen wird. Wer mit der Zeit geht, sich den Trends nicht entzieht, sich permanent weiterbildet und als kompetenter Ansprechpartner mit Know how und Servicequalität wahrgenommen


INTERVIEW

risControl 03/17 49


INTERVIEW

Versicherung ist eine Dienstleistungsbranche und funktioniert nicht ohne persönliche Beratung und Kundenkontakt – auch, weil Versicherungsprodukte komplex sind und Erklärungsbedarf haben. wird, wird auch in einem stärker umkämpften Geschäftsfeld erfolgreich sein.

Was würden Sie sich für den Berufsstand wünschen?

Wird Ihrer Meinung nach der Online Versicherungsabschluss die persönliche Beratung ersetzen?

Heine: Ich wünsche mir viele engagierte und interessierte junge Frauen und Männer, die sich für diesen anspruchsvollen und herausfordernden Beruf begeistern können. Das Nach-

Heine: Versicherung ist eine Dienstleistungsbranche und funktioniert nicht ohne persönliche Beratung und Kundenkontakt – auch, weil Versicherungsprodukte komplex sind und Erklärungsbedarf haben; Beratungskompetenz und Wissen des unabhängigen Vertriebspartners können nicht digitalisiert werden. Trotzdem: Der Kunde von heute ist selbstbestimmter denn je. Er will frei darüber entscheiden, wann und wie er mit seinen Vertragspartnern kommuniziert - Kundengespräche können auch mittels Video- oder Onlinechat durchgeführt werden. Unabhängige Makler und Agenten bleiben dennoch wichtigstes Bindeglied zwischen Versicherten und Versicherungsunternehmen. Was sich verändert, sind die Kommunikationskanäle, die Art der Informationsgewinnung und die Form der Interaktionen. Das Partner College ist ein wichtiger Ausbildungs- und Weiterbildungspartner für die Versicherungsmakler, was bietet das College heuer und wie ist das Interesse? Heine: Wir haben im Vorjahr unsere – sehr erfolgreiche - kostenlose Ausbildungsinitiative „Partnercollege“ um Spezialthemen wie die

Das Nachwuchsproblem ist vakant, immer mehr Betriebe suchen nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern. fondsgebundene Lebensversicherung, BAV, Haftpflicht, Gewerbe usw. erweitert, um unsere Vermittler und ihre Mitarbeiter mit dem entsprechenden Know How auszustatten. Bisher haben mehr als 1.500 Mitarbeiter unserer Vertriebspartner teilgenommen – und das Interesse ist ungebrochen hoch. 50 risControl 03/17

wuchsproblem ist vakant, immer mehr Betriebe suchen nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Das Durchschnittsalter der Makler liegt um die 50, nur fünf Prozent sind jünger als 30 Jahre. Makler werden vielfach durch uns Versicherer ersetzt, das hat aber Auswirkungen auf die Konsumenten, da die Angebotsvielfalt abnimmt - langfristig fehlt der Makler als Impulsgeber für Produktänderungen und –innovationen. Vielen Dank für das Gespräch.


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KOLUMNE

Michael Kordovsky

Absichern gegen 3 Gefahrenpotenziale:

Inflation, Zinsanstiege, fallende Aktienkurse Die Anleger werden wieder leichtsinnig. Doch der Aktienmarkt ist keine Einbahnstraße nach oben und eine kräftige Korrektur ist überfällig. Risikofaktoren für den Aktien-und Bondmarkt liegen in einer Rückkehr der Inflation und somit auch der Gefahr steigender Zinsen. Eine Absicherung der Wertpapierdepots ist erforderlich.

Der DAX markierte im März ein neues Alltime-High bei über 12000 Punkten. Fast gleichzeitig ruft der fulminante Börsenstart des Social-Media-Unternehmens, Snap Inc., Anbieter des Instant Messanger-Dienstes, SnapChat, den Hype des Neuen Marktes 1999/2000 in Erinnerung. Mit dem IPO kam das hochdefizitäre Unternehmen auf eine Marktkapitalisierung von ca. 24 Mrd. USD. Trotzdem war kurz nach dem IPO noch ein Plus von 44% drinnen ehe ein Absturz folgte. Die Risikofreude der Marktteilnehmer ist derzeit groß. Dies zeigte auch der Höhenflug der sogenannten „Cyberwährung“ Bitcoin, die bald in diversen Ländern strenger reguliert oder gar verboten werden könnte. Gleichzeitig engen sich die High Yield-Spreads, also Renditeaufschläge von High Yield Bonds auf sicherere Staatsanleihen, immer weiter ein. Der BofA Merrill Lynch US-High Yield Option Adjusted Spread fiel binnen eines Jahres von 703 auf 366 Basispunkte (per 6.3.) und somit den niedrigsten Stand seit Juli 2014. Damit können zwar die langfristigen Kreditverluste abgedeckt werden, aber es gibt keinen „Sicherheitspuffer“ mehr für den Fall

Inflationsschutz-Anleihenfonds und offene Immofonds

steigender Renditen bei Staatsanleihen und letzteres wird mit präventiven Maßnahmen der Fed immer wahrscheinlicher, denn: Gefahr Nr. 1: Die Rückkehr der Inflation Die Inflation bahnt sich weltweit ihren Weg. Im Euroraum stieg die Inflationsrate von 1,1% im Dezember bis Februar (laut Schnellschätzung von Eurostat) auf 2 %. Somit liegt sie bereits über der alten Stabilitätsziel-Definition der EZB, nämlich „nahe aber unter 2%“. Allerdings ist dieser Anstieg primär auf höhere Ölpreise und eine Verteuerung von Gemüse zurückzuführen. Der Verbraucherpreis-Index ex Energie und unverarbeitete Lebensmittel verharrte indessen bereits den 3. Monat in Folge auf 0,9%. Trotzdem ist Vorsicht geboten, denn das globale Wirtschaftswachstum sollte sich beschleunigen, was für steigende Rohstoffpreise spricht. Öl und diverse Rohstoffe werden in US-Dollar abgerechnet und dieser hat in den vergangenen 12 Monaten um weitere 4% zum Euro aufgewertet. Hinzukommen bald zu erwartende Lohnanstiege und Produktverteuerungen infolge ISIN

Performance 1 Jahr

5 Jahre

höherer Energiepreise. Mit fortschreitendem Wirtschaftsaufschwung soll nämlich auch in Europa die Pricing-Power der Unternehmen steigen. Gegen die Inflation kann man sich durch eine Kombination aus Inflationsschutz-Anleihen, sogenannten „Inflationslinkern“ und ImmoAnmerkung

LGT (Lux)I Bond Fund EMMA Inflation Linked

LU0815030365

17,79%

K/A

33% Brasilien, 16% Mexiko, 13% Türkei

Schroder ISF Global Inflation Linked Bond

LU0425308169

4,86%

13,61%

41% USA, 25% UK, 6% Italien, 6 % Frankreich

M&G European Inflation Linked Corporate Bond Fund GB00B3VQKJ62

3,76%

4,71%

34% Deutschland, 13% UK, 11% USA

Offene Immofonds SemperReal Estate

AT0000615158

2,37%

17,99%

53% Deutschland, 47% Österreich

Bank Austria Real Invest

AT0000634357

2,45%

15,30%

70% Wohnen u. Infrastruktur Datenerhebung 9. März nach 22.00 Uhr | Quelle: fondsprofessionell

52 risControl 03/17


KOLUMNE

Short ETFs Anleihen

ISIN

Performance 1 Jahr

5 Jahre

Anmerkung

AMUNDI ETF SHORT GOVT BOND EUROMTS BROAD INVESTMENT GRADE 10-15 DAILY UCITS ETF

FR0010823385

0,39%

-36,67%

Short 10 bis 15jährige Staatsanleihen Eurozone, 30% Italien, 27% Frankreich

Lyxor UCITS ETF Daily Double Short Bund

FR0010869578

-6,41%

-45,60%

Short auf Bund Future mit Hebel von 2 Quellen: Amundi, fondsweb.de, fondsprofessionell

bilienveranlagungen, wie Anlegerwohnungen oder offenen Immobilienfonds, schützen. Die Mieten werden nämlich an den Verbraucherpreisindex angepasst. Da Inflationsschutzanleihen auch ihre Tücken haben, sollten bei kleinerem Investmentbudget vor allem offene Immobilienfonds solider österreichischer Anbieter (siehe Tabelle) beigemischt werden. Derzeit weisen nämlich vor allem deutsche Inflationsschutz-Anleihen negative Realrenditen auf. Das ist auf das niedrige Zinsniveau zurückzuführen. Zwar gibt es den vollen Inflationsausgleich, doch die Kurse sind derzeit so gepreist, dass trotzdem ein negatives Realrenditeniveau bleibt. Kauft man jetzt, dann sichert man sich bis Laufzeitende diese negative Realrendite und bei längeren Laufzeiten gibt es noch zwischenzeitliche Verlustrisiken, sollte das Realzinsniveau während der Laufzeit ansteigen. Je länger die Laufzeit bzw. höher die Duration desto stärker sind dann die Kursverluste bei steigenden Renditen. Deshalb sollte man die Inflationsschutzbonds über einschlägige Fonds international so streuen, dass auch Währungen und Länder mit höherem Zinsniveau ausreichend berücksichtigt werden. Gefahr Nr. 2: Steigende Zinsen Hier kommt Gefahr von vielen Seiten. Die Inflation steigt und die Währungshüter verfolgen diese Entwicklung genau. In den USA liegt die Gefahr in schnelleren und stärkeren Zinsanhebungen als erwartet, während eine solide Konjunktur in Europa und auch positive Konjunkturimpulse in Japan zu einer Mäßigung der aggressiven Geldpolitik führen könnten. Auch letzteres hätte Renditeanstiege bei Staatsanleihen zur Folge. Die von steigenden Zinsen auf Anleihenportfolios ausgehenden Risiken können durch eine Verringerung der Duration, z.B. Umschichtung von Anleihen mit Laufzeiten von 7 bis 30 Jahren in Alternativen mit

Laufzeiten zwischen 1 und 4 Jahren, reduziert werden. Noch effektiver ist der Aufbau von Gegenpositionen zu einem europäischen Staatsanleihenportfolio in Form eines ShortETFs auf einen Staatsanleihen-Index der Eurozone. Dieser gewinnt dann das, was der zugrundeliegende Index verliert. Sogar gehebelt gibt es Short-ETFs auf den Bundfuture (synthetische deutsche Bundesanleihe mit Kupon von 6% und 10 Jahren Laufzeit). Gefahr Nr. 3: Fallende Aktienkurse Ursachen für einen Börsencrash gäbe es zur Genüge. Die Wallstreet als globale Leitbörse ist heißgelaufen und amerikanische Aktien sind im historischen Vergleich überbewertet. Das zeigt zum einen das auf den Durchschnittsgewinnen der vergangenen 10 Jahre basierende Shiller-KGV, genauso wie das 12-Monats-Forward-KGV im Vergleich zum 10-Jahresschnitt. Letzteres liegt im S&P 500 Index bereits bei 17,9, verglichen mit einem 10-Jahres-Schnitt von 14,4. Das Shiller-KGV (S&P 500) ist mit 29,2 in etwa so hoch wie vor dem Schwarzen Dienstag 1929. Im Vergleich dazu lag der historische Durchschnitt nur bei 16,7. Gleichzeitig ist im historischen Vergleich die aus Optionen abgeleitete Volatilität im S&P 500 Index mit 11,3% äußerst niedrig. Man könnte dies sogar „als Ruhe vor dem nächsten Sturm betrachten. Die Frage ist nur: Was wird der Auslöser wohl sein? Die Geldpolitik der Notenbanken bleibt ein Dauerthema. Doch ab 16. März sollten sich die Blicke auf die USA gerichtet haben. Die im Oktober 2015 beschlossene Aussetzung der Staatsschuldenobergrenze endete nämlich am 15. März 2017. Laut Schätzungen bleiben der Regierung dann nur noch Rücklagen in Höhe von 200 Mrd. USD. Dabei verbrennen die USA monatlich 75 Mrd. USD. Sollte es kein „Einigungswunder“ im Kongress gegeben haben, droht ein monatelanges Tauziehen um die neue Staatsschuldenobergrenze. Diese

Phase kann durchaus von fallenden Aktienkursen begleitet sein. Ebenso können kritische Kommentare von Entscheidungsträgern der Fed die Anleger verunsichern. Unabhängig davon, von welcher Seite der zündende Funke wohl kommen wird, wäre eine PortfolioAbsicherung gegen Kursverluste von Vorteil. In Frage kommen dafür Hebelzertifikate auf jene Indizes, die in ihrer Kombination dem Aktienteil des Portfolio noch am ehesten entsprechen. Angenommen bei einem Aktienportfolio im Wert von 30.000 Euro kann je zur Hälfte ein Short-Hebel-Zertifikat auf den EuroStoxx50 und den S&P 500 eingesetzt werden. Man wählt dabei einen Hebel von ca. 10. Um effektiv abgesichert zu sein wählt, dividiert man das mit dem jeweiligen Hebelzertifikat abzusichernde Volumen durch den Hebel und gelangt zu dem Betrag der dazu für das jeweilige Investment erforderlich ist. Nimmt man 15.000 Euro für die europäischen Aktien, dann sind in diesem Fall 1.500 Euro für das Short-Hebelzertifikat mit Hebel von 10 erforderlich. Weitere Schritte sind eine Umschichtung zyklischer Aktien in defensivere Werte aus den Bereichen Konsumgüter/ Hauhaltswaren (z.B. Unilever u. Henkel), Pharma (Novartis, Roche) und Nahrungsmittel/Getränke (Nestle, Coca Cola...) und Absicherung korrekturgefährdeter Portfoliokomponenten mit Trailing-Stops, die automatisch nach oben nachgezogen werden. Edelmetalle und Schweizer Franken Darüber hinaus wäre es vorteilhaft einen Teil des Geldes auf ein Frankenkonto zu legen und auch in Gold-, Silber- und Platinmünzen zu investieren. Der Schweizer Franken gilt nach wie vor als Fluchtwährung in Krisensituationen und könnte jederzeit zu einer kräftigen Aufwertung ansetzen, während Edelmetalle bei Rückschlägen antizyklisch akkumuliert werden können, denn die nächste Flucht in Gold, Silber und Platin kommt bestimmt. risControl 03/17 53


VERANSTALTUNG

Das war die VARIAS BU-Roadshow 2017 Das Konzept der VARIAS BU-Roadshow hat sich auch 2017 wieder voll bewährt. Über 600 Vermittler erlebten an 5 Standorten einen Tag mit geballten BU Know-How und vielen hochwertigen Fachvorträgen. Das Feedback der Teilnehmer war durchwegs sehr positiv. Die TOP-BU-Anbieter, insgesamt waren 9 Versicherungsgesellschaften dabei, gaben den Teilnehmern interessante Einblicke in die Risikoeinschätzung, Annahmepolitik und Leistungsabwicklung. Der Gastreferent Mag. Jürgen Holzinger, Obmann des Vereins Chronisch Krank, veranschaulichte anhand vieler Leidenswege von Betroffenen gnadenlos die Lücken und Hürden des gesetzlichen Sozialsystems. Die Betroffenen erwartet häufig ein jahrelanges hin und her zwischen verschiedenen Reha-Maßnahmen mit teils unzumutbaren Auflagen sowie mangelnde Kompetenz der Gutachter. Meistens landen diese ohnehin schon gezeichneten Menschen dann noch in totaler Armut. In diesem Zusammenhang bemerkte Herr Holzinger, dass bei den über 1.000 BU-Fällen die der Verein Chronisch Krank bisher begleitet hat, so gut wie niemand eine BU-Versicherung und nur ganz wenige einen Sozialversicherungsrechtsschutz hatten. Arno Slepice von VARIAS präsentierte die Neuerungen und Verbesserungen im VARIAS Rechner und zeigte den Vermittlern mit Nachdruck auf, wie wichtig und unumgänglich die BU-Beratung beim Kunden ist. Auch beim Finanzierungsgeschäft ist dank VARIAS die Beratung und Dokumentation über die Aufklärung der existenzbedrohenden Lücken im Bereich BU und Todesfall mittlerweile ein Kinderspiel. Josef Hausleithner von VARIAS dokumentierte anhand zahlreicher konkreter Beispiele, dass es für Berater nicht ausreicht, lediglich auf einen guten BU-Versicherers zu setzen. Abhängig vom Beruf, Ausbildung und anderen Kriterien kann abwechselnd jeder der 8 BU-Anbieter im VARIAS Rechner der Günstigste sein. Die Prämienunterschiede zwischen günstigsten und teuersten Anbieter betragen bis zu 200%! Auf die Vertragslaufzeit gerechnet kann es so

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Arno Slepice schnell mal zu Prämiensummendifferenzen von EUR 20.000,- und auch noch mehr kommen. VARIAS stellte auch noch den neuen digitalen Kundeberater „jaames“ vor, welcher voraussichtlich ab April für die Vermittler zur Verfügung stehen wird und den Berater jede Menge Arbeit und Dokumentation in der Kundenbetreuung abnehmen wird. jaames soll der neue zuverlässige Assistent des Beraters werden, rund um die Uhr arbeiten und sich mit wenigen Euro monatlichen Gehalt zufrieden geben. Als kleines Geschenk erhielt jeder Roadshowteilnehmer von der VARIAS noch eine Gratislizenz der neuen Tarifrechnersparten „Rentenversicherung klassisch“ und Rentenversicherung FLV“ zur Nutzung bis 31.12.2017.


Neue Vertriebswege mit der Gothaer Energetischer Jahresauftakt für die Gothaer Lebensversicherung AG bei der VARIAS Roadshow 2017: Einladung der Gothaer an ihre Vertriebspartner, gemeinsam neue, innovative Vertriebswege in der BU-Vermittlung zu beschreiten. Hunderte Gäste folgten im Rahmen der VARIAS Roadshow den spannenden Ausführungen von Gothaer Vertriebsdirektor Mario Woltsche: Mit der Präsentation von „BU in Kollektivgeschäft und Finanzierung“ traf er punktgenau die Zukunftserwartungen der Vertriebspartner. „Wir erleben gerade, wie das Thema BU von immer mehr Versicherern entdeckt wird. In der Gothaer beschäftigen wir uns seit langer Zeit intensiv mit der Absicherung biometrischer Risiken und haben ein zukunftsweisendes Angebot entwickelt“, ist Vertriebsdirektor Woltsche überzeugt. Wesentlich sei der vereinfachte Zugang zur BU mit maximal drei Gesundheitsfragen. Das ist die erste gute Nachricht und gleichzeitig solide Basis für den Einstieg ins BU-Kollektivgeschäft, dem sich die Gothaer Lebensversicherung AG in diesem Jahr verschrieben hat. „Hier orten wir sehr gute Chancen für unsere Vertriebspartner, und zwar gleich aus mehreren Gründen“, erklärt Woltsche: Zum Ersten profitieren Arbeitnehmer durch re-

Arno Slepice (VARIAS) und Gothaer Direktor Helmut Karner duzierte Beiträge. Mitarbeitergruppen sind bereits ab zehn Personen versicherbar und genießen so die Begünstigung des Gruppen-

tarifs. Zum Zweiten binden Arbeitgeber ihre Mitarbeiter ohne großen Aufwand stärker an das Unternehmen. Gemeinsam – besser als einsam

Gothaer Vertriebsdir. Mario Woltsche: "Neue Chancen für Vertriebspartner". 56 risControl 03/17

„Unser Motto lautet `Gemeinsam – besser als einsam`. Da konnten wir zuletzt schöne Erfolge feiern: Wir servicieren unsere Vertriebspartner zielgerichtet und entwickeln gemeinsam den Kunden im Kollektivgeschäft“, sagt Gothaer Österreich-Direktor Helmut Karner. „Niemand kann überall der Beste sein“, fügt Karner an, und setzt fort: „Nach Berufsgruppen punktet die Gothaer sehr stark zum Beispiel bei Ärzten, Polizisten, aber auch bei Lehrern und IT-Kräften“. Die Zusammenarbeit zwischen Gothaer und VARIAS wurde durch die Roadshow weiter gestärkt. Zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung Premium der Gothaer ist auf dem Vergleichsrechner übrigens seit kurzem auch die neue RLV Risk Premium Kreditschutz rechenbar.


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SCHLUSSPUNKT

VORSCHAU

Vom Oldtimer zum selbstfahrenden Auto

Drohnen richtig versichern

Interview mit Mag. Brigitte Kreuzer, Stellvertretende Wiener Versicherungsmakler Obfrau

IMPRESSUM “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221. Telefon: +43 (0)720 515 000 Fax: +43 (0)720 516 700 e-mail: office@riscontrol.at Team: Doris Schachinger, Chefredakteur; Christian Proyer, Geschäftsführer; Isabella Schachinger; Christoph Schönfellner, Layout. Titelfoto: Adobe Stock. Weitere Fotos: Claudia El-Morsi, Rene Starkl, Teresa Rothwangl Photography, JohnDoughty, Gunnar Menzel, Robert Stürmer, Michael Markl, Martina Draper, Robert Jäger, David Sailer, Christian Husar, Christoph Schönfellner, Christoph Kerschbaum, Ricardo Herrgott, Ingo Folie, Coface, ROLAND Rechtsschutz, Foto Wilke, Christian Mikes, Doris Wild, Sissi Furgler Fotografie, Fotografie Gutschi. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert.

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