Page 1

Pbb VA 1100 13Z039586M

risControl DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation

Bei Unzustellbarkeit retour an: risControl, 3701 Oberthern, Oberthern 33

NR. 03 • 2015 • HEFT 428 • 36. JAHRGANG • EURO 10,00

13. Wiener Versicherungsmaklertag

Ein Glückstag für die Branche Werner Holzhauser, Valued Asset

Umdenken notwendig Mag. Alexander Petzmann, CCA und TOGETHER

Wie viel IT braucht der Makler?


INSERAT


risControl 03/15

3 EDITORIAL

Der Hund ist schuld Liebe Leserin, Lieber Leser! Habemus reformatio tributorum! Ich hoffe, es ist richtig so. Mein Latein war noch nie besonders gut. Aber darum geht es nicht. Völlig richtig und wichtig ist, man soll wirklich Gutes nicht schlecht reden. Völlig richtig ist auch, dass man sich über ein Geschenk freuen kann, soll und darf. So gesehen darf es keine Kritik an der verkündeten Steuerreform geben. Im Gegenteil, wir alle müssen dem lieben Onkel Staat vom Herzen dafür dankbar sein, dass er uns von unserem vordem Geschröpften eine ehrlich gute Menge nachlässt, beziehungsweise zurückgibt. Oder um es mediengerecht auszudrücken: Jetzt bleibt mehr Netto vom Brutto. Also Danke und Halleluja. Und wie schön: alle sind rundum zufrieden, mit der größten Steuersenkungsaktion der 2. Republik. Alle? Natürlich nicht. Aber weil wir´s unabdingbar - unpolitisch und überparteilich verstanden wissen wollen: Danke, an alle die in vielen durchwachten Nächten darüber brüteten, wie das Geschenk verwirklicht werden kann. Denn Onkel Staat schenkt etwas her, was er nicht hat.

Unternehmens – und des Unternehmers - öffnen zu dürfen. Weil auch die privaten Konten geöffnet werden dürfen. Vizekanzler Mitterlehner: „Nicht nur für Betriebe, für alle Prüfverfahren.“ Bisher war dazu ein Gerichtsbeschluss notwendig. Aber das Bankgeheimnis soll nicht mehr gelten. Das wolle die EU ohnedies. Überdies will man ein zentrales Kontoregister einrichten, in dem auch die privaten Konten des Unternehmers aufscheinen sollen. Das sei hilfreich, heißt es. Damit man sich in Zukunft Anfragen bei Banken sparen kann. Exponenten der Wirtschaft meinen, damit werde ein Generalverdacht über die gesamte Wirtschaft gestülpt. Das gläserne Unternehmen wird Tatsache. Da kommt nicht gerade Freude auf. Aber noch ist ja im Parlament nicht das letzte Wort gesprochen. WK-Österreich-Präsident Leitl pocht auf Offenlegung bei „begründetem Verdacht“.

Dennoch sind unsere Herzen voll mit Dankbarkeit und Überraschung. Denn viele bekommen an irgendeiner Stelle sowas von einer Steuererleichterung, wie man das nicht für möglich gehalten hätte. Doch gleichzeitig müssen nicht wenige an irgendeiner Stelle bluten, sprich mehr zahlen. Das ist gerecht und bitter zugleich. Denn wenn man zusammenzählt was zukünftig mehr kostet, bleibt vom steuerbefreiten Tausender nicht immer ein Tausender über. Und da ist das Thema Schenkungen, KESt & Co noch gar nicht dabei.

Aber auch die Mizzi Tante sagt, sie könne nur verunsichert jubeln. Denn ihr Geschenk betrage im Jahr zirka 274 Euro. Sie erhält rund 1.300 Rente monatlich. Davon kauft sie Blumen fürs Grab vom Onkel. Fein, dass „de Biachln“ (die Bücher. Red) jetzt doch nicht teurer werden. Aber sie leistet sich sowieso nur hie und da eins im Jahr. Ins Kino geht sie auch nicht. Aber auf jeden Fall braucht sie Futter für den Rolfi. Der frisst nicht wenig und kostet einiges. Jetzt wird das Fressi für Rolfi ein bissi teurer. Die Mizzitant befürchtet, Rolfi wird ihr das Meiste von der glücklichen Steuerreform wegfressen. Eine bekannte, hochrangige, wohlwollende Exzellenz sagte dazu: „Ja, mei, man kann es nicht allen recht machen.“ Wuff, sagte Rolfi darauf. Schnauze!

Aber wir wollen nicht in den Trauergesang politisch Andersdenkender einstimmen, oder die Einwände von Steuerweisen und Rechtsprofessoren ausweiden, denn wir sind überparteilich und völlig unpolitisch. Aber zusammenzählen darf man schon. Oder nachdenken, wenn man erfährt, dass im Zuge der reformatio tributorum die Finanzbehörden künftig das Recht haben bei Abgabeprüfungen auch die Bankkonten des

Die Tante Mizzi aber sagt, natürlich freue ich mich, wie alle Österreicher, über die geglückte Steuerreform und ich bin allen „Bolidigan“ auch wirklich dankbar. Sie spricht das Wort wirklich so aus. Dabei streichelt sie ihren Liebling, sie hat ja sonst niemanden mehr, und sagt, ja Rolfi, gell, die Zeiten werden halt a ned besser. Denn, so sagt die Mizzitant, dass für mich fast nix herausschaut, daran ist der Hund schuld.


4 INHALT

risControl 03/15

S. 14: Umdenken notwendig

S. 48: 174 - Das mysteriöse Motto

S. 24: Humor im Hemd

EDITORIAL

3 Der Hund ist Schuld

KARRIERE

6 6 6 7 7 8 8

ARAG SE: Bors is back VERAG: Geschäftsführung/Kooperation Verleihung Helvetia Versicherung: Führungsebene Helvetia Versicherung: Neuer Personalchef Valida Vorsorge Managment: Vorstandsvositzender Credit Swiss: Neuer Vorstand

KURZNACHRICHTEN

9 Allianz Konzern: Dividendenrekord 9 FDL WKÖ: Crowdinvesting 9 Kabelverbindung 9 Winterschlußverkauf im Bankensektor? 9 Suche leicht gemacht? 10 Kreditkartengebühren 10 Swiss Life: Satter Gewinn 10 IGV Austria: Wachstum

KOMMENTAR

26 ARAG Konzern: Im Profil Dr. Paul-Otto Faßbender 30 UNIQA: Betrieb & Planen

S. 50: Nur für Experten?

FINANZEN

11 McKinsey: Gigantischer Schuldenberg 12 Fair Finance Vorsorgekasse: Fünf Jahre

KOLUMNE

18 Ein Versicherungsskandal? 70 Auf der Lauer nach interessanten Aktien 72 Achte auf deine Schritte

VERSICHERUNG

28 HDI Lebensversicherung: Prämiensenkung 28 VALIDA: Zahlen, Ziffern und Ergebniss 29 Frühstücksdialog 54 VVO: Österreich für Kinder sicher machen 54 Vienna Insurance Group: Kroatien 56 Allianz Österreich: Jahreszahlen 56 Kurzurlaube 56 Yacht Versicherung 57 Nürnberger: Facelifting 57 Oberösterreichische Versicherung: Existenzkasko 58 Wiener Städtische Versicherung: Frau sein 58 UNIQA Versicherung: Ergebnis 58 VAV Versicherung: Belohnung für Perpedesritter 60 Versicherungsverband Österreich: Ergebnisse 60 VAV Versicherung: Deckung und Bonus 68 VAV: Für jeden die passende KFZ-Versicherung


5

risControl 03/15

INHALT

S. 18: Ein Versicherungsskandal?

S. 64: Oscarreif

TITELGESCHICHTE

50 Nur für Experten? 51 Allianz drängt bei Gewerbeversicherung zurück nach oben 52 Generali Versicherung AG: Top-Serice mit neuen Produkten 53 Wiener Städtische Versicherung: KMU Offensive

INTERVIEW

14 Valued Asset: Umdenken notwendig 20 TOGETHER und CCA: Wie viel IT braucht der Makler? 47 Von der Alm in die Stadt Verstärkung für EFM in Wien

VERANSTALTUNG

24 Wiener Städtische Versicherung: Humor im Hemd 48 VERAG: 174 - Das mysteriöse Motto 62 UNIQA Österreich: Kinder Camp 62 ÖBV Beamtenversicherung: Traumlos 62 UNIQA Österreich: „Ludwig goes Pop“ 63 Wiener Städtische Versicherung: Kunst im Turm 63 ERGO Austria: Unterstützung 64 Zürich Versicherung: Oscarreif 67 Internationales Symposion für Versicherungsmakler und Führungskräfte von Versicherungsunternehmen

S. 72: Achte auf deine Schritte

S. 12: Fünf Jahre

S. 20: Wie viel IT braucht der Makler?

SCHLUSSPUNKT

74 Was folgt im April? 74 Sudoku

Ausgabe-Nr.: 03 | risControl 03/2015 Heft-Nr.: 428 | 36. Jahrgang

Wollen Sie keine Ausgabe versäumen? Dann abonnieren Sie risControl unter www.riscontrol.at Impressum:

Abo

“risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Layout Titelbild: flickr/Adam Wyles. Weitere Bilder: Weinwurm, Helvetia, mumok/Laurent Ziegler, Peter Hautzinger/APA, flickr/Adamcha, ARAG, Christian Proyer, Dennis Kley, Petra Spiola, Thomas Kohlwe, Stewart Black, Diego Cervo. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2015 / (ca)


KARRIERE

6

risControl 03/15

ARAG SE

Bors is back Mag. Willi Bors hat mit 1. März den Vertrieb der ARAG Österreich übernommen. Der 53-jährige ist seit 1991 in der Versicherungsbranche tätig. Er blickt bereits auf eine äußerst erfolgreiche Vertriebskarriere zurück und bekleidete als Manager bereits zahlreiche Führungspositionen in der österreichischen Versicherungswirtschaft. „Mit Willi Bors wird ein renommierter und erfahrener Vertriebsprofi unser Team leiten. Nachdem wir im

vergangenen Jahr bei der ARAG Österreich den Turnaround sehr erfolgreich abgeschlossen haben, möchten wir gemeinsam mit ihm neue Vertriebserfolge realisieren. Vorrangiges Ziel ist es, das Vertrauen der ungebundenen Vertriebspartner nachhaltig zu stärken“, erläutert Dr. Matthias Effinger, CEO der ARAG SE - Direktion für Österreich. Dr. Helmut Tenschert, erfahrener Branchenexperte, begleitete das Auswahlverfahren.

VERAG

Geschäftsführung /Kooperation Mag. Marcel Mittendorfer hat mit Jänner 2015 die Geschäftsführung der VERAG übernommen. KR Rudolf Mittendorfer, der seinen 60. Geburtstag mit einem fulminaten Fest gefeiert hat, wird selbst als Prokurist fungieren. Aber nicht nur Jubiläen wurden gefeiert sondern auch ein neuer Kooperationspartner bei VERAG VeselkaMittendorfer-Wanik. Mit Jahresbeginn

Verleihung Dem ehemaligen Gremialvorsteher des Landesgremiums der Versicherungsmakler und Versicherungsagenten sowie langjähriges Ausschussmitglied des Landesgremiums der selbstständigen Handelsvertreter und Vermittler in Salzburg, Helmut Kaiser, wurde kürzlich der Titel „Kommerzialrat“ verliehen. Damit ist er Mitglied der Wirtschaftskurie bei der Bundesanstalt „Statistik Österreich“. Bundesminister Dr. Josef Ostermayer überreichte KommR Dir. Helmut Kaiser (2. v. l.) das Dekret zur Führung der Bezeichnung „Kommerzialrat“.

wurde der, ebenfalls mit dem 19. Wiener Gemeindebezirk eng verbundene, über 40 Jahre erfolgreich am Markt tätige Versicherungsprofi Helmut Schnabl mit seiner VDV ständiger Partner. Schnabl, Geschäftsführer dazu: „Mit selbst jahrzehntelanger Erfahrung in der Versicherungsberatung ist das Zusammengehen mit einem Traditionsbetrieb wie der VERAG für uns

ein bedeutender Schritt. Wir können nun unsere Leistungen gemeinsam auf einem noch höheren Level nachhaltig sicherstellen.“ Mit der Kooperation etabliert das Unternehmen mit über 20 Mitarbeitern unter den Mittelstandsmaklern zu einem führenden Unternehmen am traditionellen Standort in Wien-Döbling. Jubilar Rudolf Mittendorfer freut sich über das Zusammengehen mit einer Branchengröße wie der VDV. „Wir sind stolz auf ein nun durch Helmut und Florian Schnabl ergänztes einzigartiges Beraterteam, das an sich den Anspruch stellt, den Markt mitzugestalten und zukunftsweisende Lösungen zu finden.“


7

risControl 03/15

KARRIERE

HELVETIA VERSICHERUNG

Führungsebene Anita Müksch leitet seit Jänner die Abteilung Kundenservice Leben bei Helvetia. Die studierte Versicherungsmathematikerin ist damit verantwortlich für die Bereiche Risiko- und Leistungsprüfung, Vertragsservice Leben und der Versicherungstechnik. Als Führungskraft setzt die gebürtige Wienerin ihren Schwerpunkt auf funktionierende Teamarbeit. Anita Müksch: „Genauigkeit, wertschätzender Umgang und Serviceorientierung sind für mich und meine Mannschaft wichtige Werte.“Anita Müksch bringt einen breiten Erfahrungsschatz in die Helvetia mit. Seit 2010 war sie als Leiterin des Aktuariats und des gesamten Bereiches Lebensversicherungen bei der Basler Versicherung tätig. In dieser umfangreichen Funktion trug sie die Verantwortung für die Risikoprüfung, die Versicherungsmathematik und die gesamte Vertragsverwaltung neben der Produktent-

wicklung der Lebenstarife. Weiters fungierte die Mutter zweier Kinder seit 2009 als verantwortliche Aktuarin. Robert Kühberger, 41, ist seit Jänner Leiter der Abteilung Vertragsservice und Produktmanagement Schaden-Unfall. Die Abteilung umfasst bei Helvetia u.a. die Versicherungsbereiche KFZ, die Fachsparten wie z.B. Unfall, Haushalt, Rechtsschutz, Eigenheim sowie alle Firmenkundenprodukte. Den Schwerpunkt seiner Tätigkeit legt der gebürtige Niederösterreicher u.a. in die Weiterentwicklung der Produkte.

HELVETIA VERSICHERUNG

Neuer Personalchef Bernd Allmer ist neuer Personalchef bei der Helvetia Österreich. Der gebürtige Kärntner war vor seinem Wechsel zu Helvetia für die Frauenthal Gruppe als Vice President für die Bereiche Human Resources und Change Management verantwortlich. Er sammelte dort in den letzten Jahren viel Erfahrung bei der Umsetzung von Integrationsprojekten und bei der systemischen Unternehmensentwicklung. Beides Themen, welche auch bei Helvetia seinen Tätigkeitsschwerpunkt darstellen. Sowohl

Integration als auch Wachstum müssen organisatorisch und personell gestemmt werden. „Ich lege dabei viel Wert auf die zwischenmenschlichen Aspekte, denn vor allem diese prägen die Unternehmenskultur. Eine gut funktionierende Administration ist wichtig und die Basis. Für den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens braucht es vor allem aber einen guten Zusammenhalt und gemeinsam gelebte Werte“, erklärt Bernd Allmer. Privat ist Bernd Allmer Familienvater und leidenschaftlicher Eishockey-Fan.

„Durch den Kauf der Basler Versicherung können wir das Helvetia Produktportfolio im Bereich Schaden-Unfall durch weitere Features sehr gut ergänzen und attraktive Marktlösungen anbieten“, erklärt Kühberger. Robert Kühberger studierte Rechtswissenschaften in Wien. Seine berufliche Karriere begann er in einer Wirtschaftstreuhandkanzlei. Anschließend wechselte er zur VictoriaVolksbanken Versicherung (nunmehr ERGO), von 2005 – 2014 hatte er bei der Basler Versicherung die Leitung Underwriting, Rückversicherung und Vertragsverwaltung, Rechtsschutz-Schaden und Forderungsmanagement über. Der Finanz- und Versicherungsexperte ist verheiratet und Vater zweier Buben. In seiner Freizeit fährt er leidenschaftlich gerne Motorboot.


KURZNACHRICHTEN

8

risControl 03/15

VALIDA VORSORGE MANAGEMENT

Vorstandsvorsitzender Andreas Zakostelsky gibt auf Grund zunehmender Aufgaben in der Politik, sowie betreffend der strategischen Entwicklungen der Altersvorsorge in Österreich, seine operativen Funktionen in der Valida Vorsorge Management ab. Gleichzeitig bleibt er dem Unternehmen als Sonderbeauftragter für alle strategischen Fragen der Altersvorsorge erhalten. Ebenso wird er die Aufgaben als Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen weiterhin wahrnehmen. Sein

Nachfolger ist Stefan Eberhartinger. Vorstandskollege Albert Gaubitzer, der ebenso wie Eberhartinger seit 1. Oktober 2014 dem Vorstandsteam der Valida Holding AG angehört, zeichnet für Operations, IT, Risikomanagement und Finanzen verantwortlich.

Stefan Eberhartinger

Albert Gaubitzer

CREDIT SWISS

Neuer Vorstand

Tidjane Thiam

Tidjane Thiam seit 2009 Konzernleiter des britischen Versicherungskonzern Prudential wird im Juni den Vorstand bei der Credit Swiss übernehmen. Sein Nachfolger bei Prudential wurde noch nicht namentlich genannt, Gerüchten folgend wird es Mike Wells, der bisher die Jackson National Life führt. Brady Dougan wird nach acht Jahren an

der Spitze des Konzerns und insgesamt 25 Jahren in der Bank zurücktreten. Thiam hat in Frankreich studiert und nach mehrjähriger Tätigkeit bei Mc Kinsey Paris und New York, der Versicherungsgesellschaft Aviva, war er u.a. auch Minister für Planung und Entwicklung für die Regierung der Republik Côte d‘Ivoire (ehem. Elfenbeinküste). Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Ein arbeitsreiches Leben ging zu Ende, ein edles Herz hat aufgehört zu schlagen. Mit großer Trauer geben wir bekannt, dass

Thomas Danklmaier 1. Franchiseunternehmer, 1. Beiratsvorsitzender und Aufsichtsrat der EFM, Kammerfunktionär, Mitglied des Vorsorgeausschusses, Freund, Ehemann und Familienvater am Samstag, den 21. Ferbuar im Alter von 44 Jahren viel zu jung von uns gegangen ist. Jeder der ihn kannte, wird ihn als einen der engagiertesten Pioniere der ersten Stunde der EFM in Erinnerung behalten. Wir sind dankbar, dass Thomas unseren Unternehmensverbund mit seinem Humor, Vertriebsdenken und EFM Wir-Gefühl sehr bereichert hat. Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Sigrid, seinen Kindern, Geschwistern und seinem Vater. Für die Betriebsnachfolge innerhalb der Familie wünschen wir viel Kraft und danken jetzt schon für die Unterstützung von "links und rechts" innerhalb der Maklerschaft. In tiefer Verbundenheit die EFM Gemeinschaft


9

risControl 03/15

FDL WKÖ

Dividendenrekord Crowdinvesting Die Analysten haben der deutschen Allianz eine überbordende Gewinnprognose für das letzte Jahr vorausgesagt. Der Gewinn wurde zwar um 3,3% auf 10,4 Mrd. Euro gesteigert, fiel aber geringer als erwartet aus. Der scheidende Vorstandschef Diekmann hinterlässt dennoch seinen Anlegern eine Rekorddividende, so viel als nie zuvor, die Dividende soll von € 5,30 auf € 6,85 steigen.

Die heimischen Crowdinvesting-Plattformen haben erstmals Zahlen veröffentlicht: Bisher wurden 26 Projekte erfolgreich finanziert, mehr als drei Millionen Euro konnte über Crowd-Investoren aufgebracht werden. Paul Pöltner, der Vorsitzende des Arbeitskreises CrowdinvestingPlattformen des Fachverbands Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) dazu: „Der Umsatz der

Plattformen hat sich im Jahr 2014 gegenüber 2013 beinahe vervierfacht. Ziel ist es, weiter zu wachsen und Crowdinvesting als interessante Alternative am Markt zu festigen.“ Derzeit sind in Österreich diese sechs Crowdinvesting-Plattformen tätig: www.conda.eu, www.crowdcapital. at, www.dasertragreich.at, www.greenrocket.com, www.regionalfunding.at und www.1000x1000.at.

Kabelverbindung Zwischen Deutschland und Norwegen wird ein Gleichstrom Seekabel in Länge von 623 Kilometer verlegt. Die Investitionen belaufen sich auf cirka 2 Mrd. Euro. Das NordLink-Kabel soll bis 2020 fertig sein und bis zu 1400 Megawatt Strom transportieren können. Die Trasse wird von Tonstad in Norwegen bis nach Wilster in Schleswig Holstein gehen. Grund für diese Kabelverbindung ist, dass im Norden Deutschlands oft zu viel Windstromenergie erzeugt wird und das dann dieser Strom in Norwegen genutzt werden kann. Bei Flaute in Deutschland könnten wiederum Wasserkraftwerke in Norwegen Strom produzieren und nach Deutschland liefern. Solche Energieverbindungen gibt es bereits auch schon zwischen Großbritannien und Niederlande, Schweden und Deutschland und Norwegen und Niederlande.

Winterschlussverkauf im Bankensektor? Suche leicht Die Raiffeisen Bank International wird sich Russland wird das Risiko um 20 % zurück- gemacht? aus diversen Märkten in Osteuropa zurück- gefahren und man wird sich dort vor allem ziehen. Dazu veräußert sie einzelne Töchterunternehmen und will so einen Schrumpfkurs einschlagen. Die slowenische Tochter wird eine der ersten Verkäufe sein, da es bereits weit fortgeschrittene Verkaufsverhandlungen gibt. Der Verhandlungsprozess für die polnische Tochter Polbank startet in Kürze. Für die, in der Slowakei und Tschechien vertretene, Onlinebank Zuno gibt es bereits mehr als 20 Interessenten. Weiter auf der Landkarte: In Ungarn werden Restrukturierungen und Optimierungen geplant, in

auf das Firmenkundengeschäft konzentrieren. Die Volksbanken erwägen den Verkauf ihrer verbundeigenen Bausparkasse „die start:bausparkasse“, sowie der Immo-Bank und dem Immobilienmaklerunternehmen Immo-Contract. Es handle sich bei den Maßnahmen um eine Kapitalstärkung des Volksbankenverbundes und nicht um eine EU Auflage, so Petra Roth Sprecherin der ÖVAG. Also Winterschlussverkauf im Bankensektor oder Gesundschrumpfen und Kapitaleinholen?

Es gibt ein neues Portal für die Suche nach einem passenden Anwalt. www.meinanwalt.at wurde dieser Tage gelauncht und enthält ein Verzeichnis aller Rechtsanwälte in Österreich. Nutzer des Portals können nach dem Fachgebiet und der örtlichen Umgebung suchen und sich im Laufe der Zeit auch über die Erfahrung der User mit den Anwälten informieren. Die Suche und der Basiseintrag sind kostenfrei.

KURZNACHRICHTEN

ALLIANZ KONZERN


KURZNACHRICHTEN

10

risControl 03/15

Kreditkartengebühren Es ist fix, das Europäische Parlament hat neue Limits bei Kredit- und Bankomatkartenzahlungen beschlossen. Bei Kreditkarten beträgt künftig das Disagio 0,3 %, bei EC und Maestrokarten 0,2 %. Die neue Regelung soll heuer im September in Kraft treten. Nach Angaben der EU Kommission haben die rund 500 Mio. EU Bürger rund 727 Mio. Zahlkarten, mitgezählt werden dabei auch die EC- und Maestrokarten. Laut einer Berechnung der EU könnten Verbraucher damit künftig 730 Mio. Euro einsparen, sofern die Händler die Senkung des Disagios bei ihrer Preisgestaltung berücksichtigen. Der Jahresumsatz der diversen Kartenfirmen beträgt im EU-Raum ca. 6 Mrd. Euro pro Jahr.

SWISS LIFE

Satter Gewinn Der Schweizer Lebensversicherer Swiss Life, hat letztes Jahr einen Gewinn von über 818 Millionen Franken erwirtschaftet. In einem Interview mit dem Schweizer

SonntagsBlick hat Konzernchef Patrick Frost angekündigt, weiterhin auf Immobiliensuche zu sein: „Wir wollen jährlich für eine Milliarde Franken Liegenschaften

zukaufen.“ Bereits jetzt ist das Unternehmen einer der größten Grundeigentümer der Schweiz.

IGV AUSTRIA

Wachstum Eine der größten Maklervereinigungen in Österreich, die IGV, zählt nach aktuellem Stand nun bereits 112 Maklerbüros. Gleich vier Büros sind heuer dazugekommen. In Kärnten hat Gerald Tschrepitsch Geschäftsführer der IRH Tschrepitsch Gruppe das Unternehmen Kostmann & Tschrepitsch GmbH & Co KG in seine Firmengruppe integrieren können. In Oberösterreich ist MAConsult Versicherungsmakler GmbH aus Walding und die Grünsteidl Versicherungsmakler GmbH aus Linz der Vereinigung beigetreten. In Tirol konnte die Brindlinger Versicherungsmakler GmbH dazugewonnen werden. IGV-Präsident Mag. Thomas Tiefenbrunner: „Als führende Maklervereinigung in Österreich ist es uns eine Ehre und Freude einen Vorzeigebetrieb wie die Brindlinger GmbH in unserer Mitte zu begrüßen. Alle vier Neuzugänge sind eine große Bereicherung für

uns und tragen dazu bei, unsere Schlagkraft potential. Die Produkte sind ausgezeichnet. auch weiterhin zu unterstreichen.“ Josef Wir sind aber nicht nur gekommen um zu Bringlinger jun.: „Die IGV-Austria ist eine nehmen, sondern wir wollen uns auch konstarke und vor allen Dingen innovative struktiv einbringen und somit die VereiniVereinigung, in der sich unzählige renom- gung als Ganzes voranbringen.“ mierte Makler aus ganz Österreich zusammengeschlossen haben. Insbesondere im Breitengeschäft sehen wir durch die IGV-Mitgliedschaft enormes ProzessoptimierungsProkurist Josef Eller, Josef Brindlinger jun. MLS, Josef Brindlinger sen


11

risControl 03/15

FINANZEN

MCKINSEY

Gigantischer Schuldenberg

S

eit der Finanzkrise 2007 ist die weltweite Verschuldung auf 199 Billionen Dollar gestiegen. Gemessen an der weltweiten Wirtschaftsleistung ein Plus seit 2007 um 17 %. Für die neue McKinseyStudie wurden die Verschuldungen in den 22 größten, entwickeltesten und in 25 aufstrebenden Volkswirtschaften untersucht. Dabei wurden nicht nur die Staatsschulden berücksichtigt, sondern auch die von Unternehmen und Privathaushalten. In Österreich beträgt die Gesamtverschuldung nach den Berechnungen des MGi 225 % des Bruttoinlandproduktes, eine Steigerung zurzeit vor der Krise um 29 %. Damit liegen wir auf Platz 19 der untersuchen Staaten, zwischen Ungarn und Malaysia. Die Verschuldung entwickelt sich in den untersuchten Kategorien 23 %

Staatliche Ausgaben, 6 % Finanzsektor, die Privathaushalte haben keine Erhöhung der Verschuldung. Die in der in Relation zu ihrer Wirtschaftsleistung am höchsten verschuldeten Staaten sind Japan, Irland und Singapur. „Die wachsende Verschuldung der Weltwirtschaft ist eine unerfreuliche Entwicklung. Sie verlangsamt die Erholung, erhöht das Risiko neuer Krisen und mindert die Fähigkeit, diese Risiken wirksam zu bekämpfen“, sagt Susan Lund, MGIPartnerin und Koautorin der Studie. Vor allem drei Risiken sind nach Einschätzung der Autoren im Blick zu behalten: Die Staatsverschuldung ist in einigen Ländern so hoch, dass sie ohne neue Wege nicht mehr zu bewältigen ist. Insgesamt ist allein die Staatsverschuldung seit 2007 um 25 Billionen Dollar gestiegen; Die Verschuldung der Privathaushalte

erreicht in einigen Ländern Europas und Asiens neue Rekordmarken, etwa in den Niederlanden, Dänemark, Schweden, Kanada, Südkorea, Malaysia und Thailand. Die Verschuldung in China hat sich seit 2007 von 7,4 Billionen auf 28,2 Billionen Dollar etwa vervierfacht, angetrieben vom Immobilienboom und den Schattenbanken. Die gute Nachricht: Die Entschuldung des Finanzsektors ist in den vergangenen Jahren gut vorangeschritten. „Schulden sind auch ein wichtiges Mittel, um Wirtschaftswachstum zu ermöglichen“, sagt Richard Dobbs, MGI-Direktor in London. „Aber seit Jahrhunderten hat ein unkontrollierter Schuldenaufbau immer wieder zu Finanzkrisen und unberechenbaren Marktausschlägen geführt. Daher müssen wir neue Ansätze entwickeln, wie die Welt mit den Schulden besser umgehen kann.“

plus

ent m e g e a rb an Gewsseliches Risikom Verlä ket“. ung reinbar e „im Pa v s g n Decku

Z T U H C S . Z B N E I E T R EXIS IHREN BET FÜR SCHAFFEN WIR DAS.

utz rungen ichtsch greiche e fl n it p a t f e f w a m r kU g tungse ueller H icherun individ ale Leis n n e io h t c p allvers n f a n r u b kO iv d t er un Kollek fassend gs- und n u h c k Um e e r te n br sunter re Exp b e s ie n r t u e h c kB se dur oanaly k i s i R le sionel Profes

Die Niederösterreichische Versicherung

Wir schaffen das.

Niederösterreichische Versicherung AG Neue Herrengasse 10 3100 St. Pölten www.noevers.at


FINANZEN

12

risControl 03/15

FAIR FINANCE VORSORGEKASSE

Fünf Jahre

N

icht ohne Stolz blickt der Gründer und Vorstandsvorsitzende auf die letzten fünf Jahre zurück, die seit dem Erhalt der Bankenkonzession für „seine“ faire „Vorsorgekasse“ vergangen ist. Seine Vision, gerade auch Finanzdienstleistungen auf Werten wie Angemessenheit, Ehrlichkeit, Transparenz, sozialer Verantwortung und Nachhaltigkeit aufzubauen, spricht offensichtlich die Bedürfnisse vieler Menschen an. Das zeigen auch die Daten des erfolgreich abgeschlossenen Jahres 2014. „Das Vermögen unserer 128.000 Anspruchsberechtigten nähert sich 200 Millionen und anhand der laufenden Beitragszahler und -zahlungen wurde bereits Ende 2014 ein Marktanteil von 3,5 % überschritten“ zeigt sich Markus Zeilinger erfreut. „Wir sind stolz darauf, die Branche in Bewegung zu bringen. So senken einzelne Wettbewerber ihre Verwaltungsgebühren auf Beitragszahlungen und hoffen mit dieser Maßnahme unseren Erfolg zu bremsen. Unser Geschäftsmodell ist aber nicht nur auf günstigen Gebühren oder gar auf Veranlagungsperformance aufgebaut, vielmehr geht es um Fairness in allen möglichen Ausprägungen. Gebühren und Veranlagung sind nur zwei davon. Als fair sehen wir vor allem unsere einzigartige Zinsgarantie, die mit einer Garantiehöhe von unveränderten 1,75 % p.a. das Kapitalmarktrisiko unserer Kunden deutlich reduziert und Sicherheit schafft. Fair ist wohl auch unsere beson-

Mag. Markus Zeilinger (Gründer und Vorstandsvorsitzende fair-finance) und Dir. Günter Hörweg (Mitglied des Vorstandes) dere Form der Selbstkontrolle und Transparenz. Ende März werden die aktuell 23 Mitglieder unseres Kundenbeirats eine Person aus ihrem Kreis in den Aufsichtsrat unserer Gesellschaft nominieren. Und fair ist weiters unsere Gewinnbeteiligung, die nun ab Erreichen der Gewinnschwelle alle Anspruchsberechtigten am gemeinsamen Erfolg beteiligt.“ Das Unternehmen führt nicht nur die Rankings der einschlägigen Beratungsunternehmen an, sondern wurde auch auf internationaler Ebene 2014 bereits zum dritten Mal in Folge mit dem IPECountry-Award als „Best Pension Fund in Austria - Vorsorgekasse“ bedacht. Weitere

Auszeichnungen als familienfreundliches Unternehmen und als Klimabündnisbetrieb betreffen eher die soziale Ausrichtung von fair-finance. Für die eigene Zukunft zeichnet Zeilinger ein rosiges Bild, für heuer wird ein deutliches Wachstum erwartet, man beschäftigt sich gerade mit Immobilieninvestitionen, die in den bereits Ende 2014 gegründeten fair-finance real estate Fonds eingebracht werden und zukünftig mit einer stabilen Rendite von 3-4 % p.a. zum Veranlagungsertrag beitragen sollen. Vergleichbar den Ausschlusskriterien für Wertpapierinvestitionen werden praktikable Nachhaltigkeitskriterien für Immobilien erstellt und angewendet. Mit 1,97 % Ertrag in den ersten beiden Monaten hat das Veranlagungsjahr 2015 für Zeilinger unerwartet gut begonnen. Grundsätzlich sieht Zeilinger ein herausforderndes Marktumfeld. Die Aktienkursentwicklung hängt am dünnen Faden der Notenbanken und ist dem Fehlen von Investitionsalternativen geschuldet. Auch wenn laut Zeilinger die Zinsen in 2015 nicht steigen werden, liegen die Anleiherenditen derart am Boden, dass zukünftig keine Performance mit Anleihen zu erzielen sein wird. Demzufolge bleibt fair-finance bei Aktien vorsichtig und baut die Asset Klassen Mikrofinanz, Wandelanleihen und vor allem Immobilien aus.


H ✔ STAATLICRT* GEFÖRDE ICH ✔ STEUERLIGT* BEGÜNST IERTES ✔ GARANT L* KAPITA

INSERAT Ihre Kunden können sich aufs Altwerden freuen!

Wie alle Kinder stellt sich Elias das Erwachsensein toll vor. An Probleme wie ein Pensionsloch denkt er dabei nicht. Sorgen Sie dafür, dass er diese Unbeschwertheit gar nicht erst aufgeben muss! Denn rechtzeitig abgeschlossen – sichert ihm die Extrapension im Alter einen soliden finanziellen Polster. Die Wüstenrot Extrapension*: Heute richtig vorgesorgt – für immer ausgesorgt Die Wüstenrot Extrapension ist eine prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge gemäß §§ 108a bis 108 i EStG. Staatliche Förderung unter Vorbehalt von Änderungen des Einkommenssteuergesetzes. Steuerlich begünstigt, nach derzeitiger Gesetzeslage. Die Kapitalgarantie gilt bei widmungsgemäßer Verwendung im Sinne des § 108 i (1) Z 2 und 3 EStG.

*

www.wuestenrot.at


INTERVIEW

14 VALUED ASSET

Umdenken notwendig Im Gespräch mit Werner Holzhauser über die vergangenen zwei Jahre seit der Gründung seines „Start Ups“ Valued ASSET, über seine Erfahrungen am Markt und über den freien Vertrieb in Österreich.

risControl 03/15


15

risControl 03/15

Holzhauser: Es geht uns sehr gut, unser Konzept trägt auch die entsprechenden Früchte. Wir haben uns in der Zeit seit der Gründung auf zwei Standbeine konzentriert: die Unternehmensberatung für Finanzdienstleistungsunternehmen auf einer, und das Vertriebsmanagement für ausgewählte Produktgeber auf der anderen Seite. Eine wesentliche Beobachtung, die wir in dieser Zeit gemacht haben ist, dass die Bereitschaft der Branche echte neue Produkte auf den Markt zu bringen noch immer sehr gering ist.

Kunden dazu zu animieren im System zu bleiben - und das erreichen wir nur, wenn wir die Erwartungshaltung der Kunden erfüllen. Aber nicht nur für eine zielführende Bestandsarbeit sind die Erkenntnisse wichtig, sondern auch für die Produktentwicklung und Vertriebssteuerung.

auf nur einen „Teilmarkt“ gefährlich, weil der Kunde damit nicht mehr unantastbar. Gerade im freien Vertrieb wird der ganzheitliche Betreuungsansatz entscheidend sein. Der Berater wird zum Partner - und dieser muss nicht alles abdecken, aber für die Lösung sorgen!

Welche Maßnahmen könnten das sein?

Wie sehen Sie die Veränderungen im Vertrieb?

Holzhauser: Das beginnt bei der Schulung des Vertriebes. Ganz wichtig ist es auch zu verstehen, dass nicht jeder Vertriebsweg für den Verkauf eines bestimmten Produktes gleich geeignet ist. Meiner Meinung nach wird das Thema Vertriebsselektion in Zukunft maßgeblich über den Erfolg eines Produktes am Markt entscheiden. Ein VerWas meinen Sie damit? trieb muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um gewisse Holzhauser: Es ist Assetklassen veruns allen in der Branche bekannt, dass es Es geht uns sehr gut, un- kaufen zu können. immens wichtig ist ser Konzept trägt auch die Um das ein wenig zu präzisieren: im Bereich der Leentsprechenden Früchte. ich spreche von b ensversicher ung Chancengleichheit eine gute Bestandsund nicht Waffensicherheit zu haben, bzw. zu erreichen. Um in diesem Segment gleichheit bei den Produktlösungen für die noch Geld verdienen zu können, braucht Vertriebswege. es entweder starkes Wachstum oder eine ausgezeichnete Bestandspflege, um Stornos Es gibt im freien zu verhindern. Erst kürzlich haben wir im Vertrieb sehr wohl Rahmen eines Beratungsmandates bei ei- Unternehmen die ner Versicherungsgesellschaft in Österreich sich nur auf gewisden Bestand über Jahre im Bereich der Le- se Versicherungsbensversicherung ganz genau untersucht bereiche beschränund daraus Stornoauffälligkeiten erarbei- ken. Wie sehen Sie tet. Das Ergebnis ist, dass wir als Branche, das? ich zähle uns auch dazu, seit vielen Jahren mitunter von völlig falschen Glaubens- Holzhauser: Das ist sätzen ausgehen. Die Ergebnisse dieser mitunter eine FolgeUntersuchung waren so interessant und erscheinung des Jahwerden für die Versicherungswirtschaft so res 2008. Es gibt viele wichtig sein, dass wir in Kürze mit einer Vermittler, die sich groß angelegten Studie in Deutschland und nur noch auf z. B.: Österreich zu diesem Thema starten. Wir das Sachgeschäft bewerden mit dieser Studie entsprechende schränken, um sich Stornokennzahlen sehr exakt und nach vie- negative Stimmungslen verschiedenen Parametern evaluieren. bilder beim Kunden Zu den Parametern zählen Vertriebswege, zu ersparen. Wenn Regionen, Altersstrukturen der Kunden, ich aber davon ausgeProdukte, Beitragscluster usw., um in Folge he, dass Vertriebswegemeinsam Maßnahmen gegen die vorzei- ge immer übergreitigen Kündigungen der Verträge zu ent- fender agieren, dann wickeln. Denn es muss vorrangig werden ist die Beschränkung

Holzhauser: Ich glaube, dass sich die Branche sehr nachhaltig verändern wird. Der Vermittlermarkt ist bereits dabei zu „überaltern“ und es gibt relativ wenig Neuanfänger. Es wird interessant sein zu beobachten wohin die Reise geht. Hat der Vermittlermarkt Zukunft? Holzhauser: Verkaufen und somit Vertrieb hat immer Zukunft, nur muss man sich überlegen welches Produkt man verkauft und wie. Wir werden immer „Kauf-„ und „Verkaufsprodukte“ haben. Mit der Zeit zu gehen, flexibel sein und sich auf veränderte Voraussetzungen einzustellen ist extrem wichtig.

INTERVIEW

Valued ASSET ist jetzt seit zwei Jahren am Markt. Wie ist Ihr Resümee?


16 INTERVIEW

risControl 03/15

Was ist zum Verkaufen denn da? Oder was sollte es zum Verkaufen geben?

im Bereich der Pflegevorsorge mit einem intelligenten Stakeholderansatz, damit alle Anspruchsgruppen einen Mehrwert haben. Mögliche Megatrends: intelligente Pflegeprodukte, Lebensversicherungen mit Anwaltschaften, FLV Lösungen mit entsprechend neu strukturierten Fondslösungen.

Sehen Sie sich Holzhauser: Ich glauwie „Don Quibe, dass der Vertrieb Ich glaube, dass der Ver- chotte beim wesentlich stärker trieb wesentlich stärker Kampf gegen in die Produktentin die Produktentwick- Windmühlen“? wicklung eingebunlung eingebunden werden den werden muss als muss als bisher. Holzhauser: bisher. Die GesellDas würde ich schaften müssen sich so nicht sagen. überlegen, ob die Geschäftsmodelle die heute praktiziert wer- Wir sehen schon sehr viel Zustimmung bei den, auch noch die nächsten 10 Jahre so unseren Überlegungen. Meine Bedenken funktionieren werden. Die Welt hat sich maßgeblich verändert. Man muss diese Veränderung als Chance wahrnehmen um auch die Geschäftsmodelle nachhaltig neu aufzustellen. Nur weil etwas über Jahrzehnte sehr gut funktioniert hat, hat dies noch keine Gültigkeit für die geänderten Rahmenbedingungen für die Zukunft. Man muss den Mut haben und komplett neue Produkte auf den Markt bringen – gerade auch in Hinblick auf die Niedrigzinsphase in der Lebensversicherung.

Sehen Sie eine Veränderung in der Produktlandschaft? Holzhauser: Ja. Die ersten Gesellschaften haben sich aus dem österreichischen Markt schon zurückgezogen. In Deutschland sind es bereits über 30 die das Neugeschäft eingestellt haben. Es wird auch für manche die Frage kommen: kann und will ich es mir leisten? Und genau deshalb müssen neue Überlegungen stattfinden in Richtung eines Systems mit Anwartschaft, oder

sind, dass das Zeitfenster für grundlegende Veränderungen sehr klein sein wird. Es wird oft der einfachere Weg gewählt anstatt des wirklich großen Wurfes. Neben den Kosten, dem extremen Mehraufwand durch Solvency II sind es natürlich auch die IT Ressourcen die Treiber für diese Entwicklung. Die Finanzdienstleistung in Österreich ist für mich ein sehr von sich selbst abhängiges System. Auf der einen Seite der Vertrieb, der bereits stark leidet, auf der anderen Seite die Vorsorgeprodukte, die aufgrund des Marktes stark unter Druck stehen, und dann noch die Versicherungsunternehmen, die mit steigenden Kosten und mit japanischen Verhältnissen auf der Zinsseite zu kämpfen haben. Auch wenn ich mich jetzt wiederhole: genau jetzt ist die richtige Zeit, gänzlich neue Produktlösungen zu entwickeln! Was ist Erfolg für Sie? Holzhauser: Wenn es gelingt, dass durch gemeinsame Aktivitäten von Seiten der Branche, des Gesetzgebers, des Vertriebs, der Kunden und der Berater an einem neuen „Modell“ in der Vorsorge gearbeitet wird. Wir danken für das Gespräch.


www.ruv.at

IHR PLUS AN KOMPETENZ

INSERAT Komplexe Dinge einfach machen. Der Risikobaukasten der R+V überzeugt Firmenkunden.

Kredit- und Kautionsversicherung ∙ Betriebs- und Produkthaftpflicht Vermögensschadenhaftpflicht ∙ Transport ∙ Tier ∙ Technische Versicherung

R+V Allgemeine Versicherung AG Niederlassung Österreich


KOLUMNE

18

risControl 03/15

Ein Versicherungsskandal? War die Geschichte rund um die Österreichsche Phönix Lebensversicherung der größte Skandal in der österreichischen Versicherungswirtschaft?

Am 26.März 1936 brachte die „Amtliche Wiener Zeitung“ eine lakonische Notiz, dass vier Gesetze zur Reform des Privatversicherungswesens beschlossen worden seien. Die meisten Bürger vermuteten eine staatliche Maßnahme zur endgültigen Überwindung der Weltwirtschaftskrise. Als jedoch am 28. März 1936 der Leiter der Versicherungsaufsichtsbehörde, Sektionschef Dr. Heinrich Ochsner, Selbstmord beging, nachdem er eine Vorladung ins Bundeskanzleramt erhalten hatte, ahnten die rund 330.000 beim Phönix Lebensversicherten Böses, während viele Politiker, Behörden und Journalisten es wussten: Der größte Versicherungs-Skandal Österreichs war eingetreten. Die Phönix-Lebensversicherung hinterließ in Europa eln Defizit von 810 Millionen Schilling , von welchen 250 Mio S auf Österreich entfiielen (5% des damaligen österr. BNP). Die Ursachen reichen bis in die Zeit der Monarchie zurück Im Jahre 1860 wurde in Wien der „Österreichische Phönix“ mit der Absicht gegründet, dass Feuer-und Transportversicherungsgeschäft zu betreiben; diesen Zweigen folgten jedoch die Hagelund Lebenssparte. 1888 wurde das Unternehmen umorganisiert und das Lebensgeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert. Nach Integration der (1882 auf den „Trümmern“ der alten Azienda Assicuratrice entstandenen) “Azienda“-österreichisch-französiche Lebens- und Renten- Versicherungsanstalt entstand im Jahre 1889 die Lebensversicherungs-Gesellschaft Phönix , die schon bald im gesamten Gebiet der Monarchie tätig war. Die Leitung der Gesellschaft erwarb sich im Ersten Weltkrieg (1914-1918) durch Einführung neuer Versicherungszweige wie zB der Kriegsanleiheversicherung das Wohlwollen der Behörden. Nach Zerfall der Monarchie wollte Direktor Wilhelm Berliner der verarmten Alpenrepublik durch Errichtung eines österreichischen Versicherungsimperiums zu Wohlstand verhelfen. Der „Phönix“ kaufte viele in den Nachfolgestaaten der Monarchie verbliebene Kundenstöcke (altösterreichischer Versicherer) mit großteils sehr schlechten Risiken auf. Durch forciertes überdurchschnittliches Wachstum des Neugeschäfts mithilfe eines ungeheuren Agentenapparates sollte ein insgesamt gewinntrâchtiger Geschäftsverlauf erzielt werden. Doch die Rechnung ging in einer Zeit der wirtschaftlichen und politischen Krisen, in der um jeden Kunden gekämpft wurde, nicht auf. In solchen Zeiten verwildern die Sitten. Der Generaldirektor des „Anker“, Benno Schwoner, betonte 1930 in seiner Neujahrsansprache: „Eine der größten Übelstände ist zweifellos die Ausspannung, die heute von allen Lebensversicherungsgesellschaften schamlos betrieben wird.“ Durch ein Geflecht von wirtschaftskriminellen Handlungen und Korruption gelang es dem „Phönix“ bzw dessen Direktor Dr Ber-

liner, lange Zeit die Behörden und die Öffentlichkeit zu täuschen und die triste Lage des Unternehmens zu verheimlichen. Mitte der 1920er Jahre galt der „Phönix“ als einziger transnationaler und sehr erfolgreich tätiger Versicherungskonzern Österreichs, der schließlich in 28 Staaten tätig war und die 3. (Nach anderen Quellen 2.) Stelle in der Rangliste der europäischen Lebensversicherer einnahm. Dir. Berliner pflegte hervorragende Kontakte zur österreichischen Regierung, zu den Heimwehren, zur monarchistischen ebenso wie zur sozialdemokratischen Bewegung. Er finanzierte, wie sich später herausstellen sollte, mit etwa gleichen Beträgen sowohl jüdische als auch NS-Organisationen. Gerüchte über Schwierigkeiten bei Phönix gab es um die Mitte der 1930er Jahre schon einige Zeit, die Weltwirtschaftskrise hatte ihre Auswirkungen auch auf den Deckungsstock des Unternehmens. Außerdem machte der Zusammenbruch der Creditanstalt vom 11. Mai 1931 dem Unternehmen zu schaffen. In der Art und Weise der Geschäftsführung sind weitgehende Parallelen zwischen dem Zusammenbruch der beiden Unternehmen festzustellen: Wie die Creditanstalt hatte auch die Phönix-Versicherung nach dem Zusammenbruch der Monarchie eine gefährliche Expansionsstrategie mit dem erwähnten Geschäftsauspannen auf Basis rigoroser Prämienunterbietungen in den Nachfolgestaaten verfolgt und damit ihre finanziellen Kräfte überspannt sowie gewagte Spekulationsgeschäfte betrieben, die durch Bestechungen verschleiert worden waren. Die Unternehmensleitung schaffte es aber, diese Gerüchte immer wieder zu zerstreuen; offenbar auch durch Bestechung von einflussreichen Journalisten, einerseits regulär in Form von Inseraten - hypertrophe Ausgestaltung des Werbeapparates“ nannte das die Amtliche Nachrichtenstelle -, andererseits in Form von diskret überreichten Geldkuverts. Außerdem bemühte sich die Geschäftsleitung, ein gutes Verhältnis zur Versicherungsaufsichtsbehörde und zu den politisch führenden Instanzen zu bewahren. Unter anderem fungierte der ehemalige Bundeskanzler Carl Vaugoin als Präsident des Verwaltungsrates des Konzerns. Angesichts der gegen die österreichische Fremdenverkehrswirtschaft gerichteten Tausend-Mark-Sperre schuf Berliner eine eigene Abteilung des Phönix zur Unterstützung des heimischen Tourismus. Als Wilhelm Berliner am 17. Februar 1936 - an den Folgen einer nachlässig behandelten Mittelohrentzündung“ - verstarb, löste die Nachricht eine Welle des Bedauerns im In- und Ausland um diesen hochgeschätzten Versicherungsfachmann aus. Das Begräbnis am 20. Februar wurde noch als großes gesellschaftliches Ereignis begangen, allerdings ohne Teilnahme aktiver Regierungsmitglieder. Doch nur wenige Wochen danach brach die Phönix-Versicherung zusammen. Wie aus dem Nichts waren riesige Löcher in


19

risControl 03/15

Lobenswerte Lösung des Problems Österreich erntete für die Art, wie das Phönix-Problem gelöst wurde, viel Lob aus dem In-und Ausland. Als Auffanggesellschaft, welche ehestmöglich die Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Kunden bzw Rentnern in Österreich übernehmen sollte, wurde bereits Ende April die „Österreichische Versicherungs AG“ durch ein Versicherungs-und Bankenkonsortium gegründet. Um die Versicherungsleistungen über schätzungsweise 25 Jahre hinweg erbringen zu können, führte man mit dem „Versicherungsfondsgesetz“ vom 25. März 1936 eine Solidarhaftung aller Versicherer, deren Angestellten und Kunden ein. Jeder musste Abzüge hinnehmen, die in den Fonds eingezahlt wurden. Dennoch musste über die Phönix-Versicherung der Konkurs eröffnet werden, und 1300 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Der ehemalige Finanzminister und damalige Nationalbankpräsident Viktor Kienböck versuchte am 24. April 1936 die aufgebrachte Öffentlichkeit zu beruhigen. Es wurde in der Folge auch ruchbar, dass Berliner das Wohlwollen der österreichischen Behörden durch Bestechung gewonnen haben dürfte. Es gab in der Folge mehrere Selbstmorde. Sektionschef Heinrich Ochsner von der Versicherungsaufsichtsbehörde erschoss sich nach Ladung zur Einvernahme am 28. März im Inundationsgebiet der Donau. Der Journalist Ernst Klebinder beging später in Abbazia mit Zyankali Selbstmord. Eine am 29. April 1936 in den zahlreichen größeren Tageszeitungen (z. B. Wiener Zeitung, Reichspost) veröffentlichte

KOLUMNE

den Bilanzen und Sicherungsfonds aufgebrochen. Der Phönix hatte eine waghalsige Dumpingpolitik betrieben, bei der den Versicherten Verträge angeboten wurden, die kaum wirtschaftlich sein konnten. Die Persönlichkeit Berliners und seine politischen Bezugspersonenhatten grobe Unzulänglichkeiten in der Gebarung zugedeckt. Der angesehene Versicherungsexperte täuschte die Aufsicht, in dem er zu Prüfungen seiner fast dreißig Gesellschaften im In- und Ausland stets höchstpersönlich anreiste; im Aktenkoffer immer dieselben Wertpapiere, die er einmal in Wien und ein anderes Mal in Berlin oder woanders in seinem Versicherungsimperium als vermeintliche Sicherheit präsentierte. Möglicherweise halfen auch Bestechungen an hohe Beamte und die Leiter der österreichischen und der tschechoslowakischen Versicherungsaufsicht. Zum Nachfolger Berliners wurde mit 24. Februar 1936 Eberhard Reininghaus, der spätere Chef der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft. Am 29. Februar erhielt Reininghaus vom Chefbuchhalter Eduard Hanny in einem verschlossenen Kuvert die korrekten Bilanzen und schaltete den Präsidenten der Nationalbank und den Finanzminister ein. Bereits im Jahr 1929 betrug das Defizit 80 Millionen Schilling. Phönix half sich mit verspätet vorgelegten, unvollständigen, undurchschaubaren, letztlich gefälschten Bilanzen.

amtliche Mitteilung über den Phönix-Skandal nannte auch etliche Empfänger von Geldleistungen. Ob diese Liste vollständig war, ist umstritten. Die in diesem Fall ungewöhnlich informierte, offenbar über Insider-Informationen verfügende Brünner ArbeiterZeitung, das Zentralorgan der exilierten Sozialdemokraten, nannte etwa auch den Minister Josef Dobretsberger unter den „Nehmern“. Das amerikanische Time Magazine vom 11. Mai 1936 wertete den Phönix-Skandal vorrangig als Instrument im Machtkampf Kurt Schuschniggs gegen den in die Affäre verwickelten Heimwehrführer Starhemberg. Dieser musste bei der Umbildung der Regierung auch seinen Posten als Vizekanzler räumen. Auch einige Minister verschwanden in der Versenkung, und der plötzliche Tod des ehemaligen Kanzlers Karl Buresch im September 1936 wurde ebenfalls mit dem Phönixskandal in Verbindung gebracht. Es kam zu, wie schon erwähnt, erheblichen Leistungskürzungen, die alle Versicherungskunden, nicht nur jene des Phönix, trafen - für die Auslandskunden des Phönix wurde von österreichischer Seite keine Vorsorge getroffen. Die politischen Gegner des autoritären Regimes, das sich als christlicher Ständestaat verstand, namentlich die im Februaraufstand 1934 geschlagenen Sozialisten, aber auch die politische Rechte (die versuchte, aus dem Skandal antisemitischen Profit zu ziehen) zogen Vorteile aus dieser Situation. Das Ansehen der Regierung Schuschnigg wurde weiter ausgehöhlt, wodurch die illegale nationalsozialistische Bewegung in Österreich weiteren Auftrieb erhielt. Der Skandal galt als Beweis für die „Verderbtheit und die Bestechlichkeit der schlappen Ostmärker“. In der Vergangenheit hatte die NSDAP allerdings in Österreich und im Deutschen Reich selbst Zahlungen der Phönix angenommen. Die massive Verschärfung der Aufsichtsgesetze infolge des PhönixSkandals kam kaum mehr zum Tragen. Am 13. März 1938 marschierten Hitlers Truppen in Österreich ein. Das österreichische Recht wurde rückwirkend mit 1. März durch jenes des Deutschen Reiches ersetzt, dessen Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) von strengster und striktester Staatsaufsicht geprägt war.

Quellen: Isabella Ackerl, Andrea Hodoschek, Hans Urbanski, Dr.Dr. Wolfgang Rohrbach, Kurt Bauer.


INTERVIEW

20 CCA UND TOGETHER

Wieviel IT braucht der Makler? Im Gespr채ch mit Mag. Alexander Petzmann, Gesch채ftsf체hrer CCA und TOGETHER.

risControl 03/15


21

risControl 03/15

Petzmann: Ganz ohne IT kommt der Versicherungsmakler heute nicht mehr aus. Wie viel jeder einzelne braucht, ist eine spannende Frage und hängt von vielen Faktoren wie beispielsweise der Mitarbeiteranzahl ab. Die IT unterstützt den Makler im Hintergrund bei seiner täglichen Arbeit, indem Arbeitsprozesse hochgradig automatisiert und damit schnell und kostengünstig abgewickelt werden. Dadurch bleibt mehr Zeit für das persönliche Gespräch. Hier sehe ich auch die große Stärke des Maklers. Ich bin davon überzeugt, dass weder Software, noch Internetangebote die persönliche Beratung durch den Makler jemals ersetzen können. Natürlich gibt es stark standardisierte Angebote, die über den Preis vergleichbar und im Internet für den Endkunden gut abbildbar sind. Der Makler muss oftmals seinen Best Advice gegen den billigsten Preis argumentieren - oft ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. In der Regel spielt die Qualität aber eine wichtigere Rolle. Hier wird das Internet die individuelle Beratung und das Wissen des Maklers nicht ersetzen können. IT ist meiner Meinung nach somit keine Konkurrenz für den unabhängigen Versicherungsmakler. Es unterstützt diesen im Hintergrund seine Abläufe hochgradig zu automatisieren, um sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.

INTERVIEW

Wie viel IT braucht der Makler?

Können Einzelkämpfer ohne Bestandssoftware am Markt bestehen? Petzmann: Die Frage ist nicht, ob Einzelkämpfer eine Möglichkeit brauchen die eigenen Daten zu verwalten, sondern vielmehr ob sie es sich leisten können auf eine elektronische Verwaltung zu verzichten. Gerade als Einzelkämpfer hat man begrenzte Ressourcen und setzt diese mit Bedacht ein, je weniger Zeit in die Verwaltung fließt, desto mehr Geschäft kann man lukrieren. Als Einzelkämpfer braucht man viele Funktionen einer umfangreichen Bestandsverwaltungssoftware noch nicht. Für den Anfang genügt die Möglichkeit den Bestand zu verwalten und sich schnell einen Überblick zu verschaffen – dies ist mit unserer neuen Funktion „OMDS für Alle“ möglich. Damit erfüllen wir eine langjährige Forderung unserer Kunden, nämlich Daten aller Versicherungen auf TOGETHER verfügbar zu haben. Bewährte Funktionen wie Bestandsauskunft, Suche, Berichte oder die Weiterverarbeitung der Daten stehen damit versicherungsübergreifend für alle Versicherungen zur Verfügung. Was kostet „OMDS für Alle“? Petzmann: Nicht viel. Aufgrund der großen Datenmenge ist es uns zwar nicht möglich dieses Service kostenlos anzubieten, mit € 0,015 pro Vertrag und Monat ist die neue Funktion aber sehr günstig, egal wie umfassend die einzelnen Verträge sind. Für OMDS Daten von TOGETHER Partnerversicherungen ist diese Funktion,

wie bisher bereits in den Leistungsstufen integriert. Was braucht ein Makler noch, um in seiner EDV Arbeit wirklich sicher unterwegs zu sein? Petzmann: Das Wichtigste sind Datenschutz und Datensicherheit. Der Makler muss in der Lage sein, arbeiten zu können auch wenn die Daten „in Verlust geraten“. Der Makler der seine Daten nur am Notebook hat und dieses z.B.: verliert, steht vor einer existenziellen Bedrohung. Hier ist es sinnvoll sich einer professionellen Rechenzentrumsdienstleistung zu bedienen. Die Kosten sind dabei meist geringer als beim Versuch sich selbst als IT Experte zu betätigen. Haftung ist ein weiteres Thema: Daten müssen so verarbeitet werden, dass sie vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Hierzu gehören der gesicherte Zugriff und die verschlüsselte Übertragung, die nach dem aktuellen Stand der Technik zu erfolgen hat. Auch diese Leistung kann der Makler einfach zukaufen. Beispielsweise ist der Zugriff auf unsere Plattform

Ganz ohne IT kommt der Versicherungsmakler heute nicht mehr aus.


INTERVIEW

22

risControl 03/15

zertifikats- oder bürgerkartengesichert und auch die Kommunikation der Daten ist immer verschlüsselt.

Das Wichtigste sind Datenschutz und Datensicherheit.

Strategie für heuer, was planen Sie? Petzmann: Wir unterscheiden zwischen 2 Zielgruppen, einerseits 1 bis 3 Personenunternehmen und andererseits Unternehmen mit mehr als 3 Mitarbeitern. Für Unternehmen mit 1-3 Mitarbeitern haben wir mit „OMDS für Alle“ eine Möglichkeit geschaffen ohne umfangreiche Bestandsverwaltung Kunden-, Vertrags- und Bestandsdaten zu verwalten. In Kombination mit einem Office- und EmailProgramm bietet „OMDS für Alle“ damit die EDV Grundversorgung für das Maklerbüro. Unternehmen ab 3 Mitarbeiter haben höhere Anforderungen, die durch ein Softwarepaket wie CCA sehr gut abgedeckt werden. Diese Unternehmen brauchen einen hohen Automatisationsgrad bei gleichbleibender Qualität, unabhängig davon welcher Mitarbeiter die Tätigkeit erledigt. Dazu braucht es durch Technik unterstütze Vorgänge, um die Bearbeitung der Daten möglichst einfach und schnell zu gestalten. Alleine die Änderungsliste für die neue Version von CCA9 umfasst 45 Seiten. Zwei Änderungen möchte ich hervorheben: zum einen den automatisierten Dokumentenfluss mit Hilfe von Barcodes. Damit lassen sich Dokumente, die bspw. das Maklerbüro verlassen, wie Vollmachten oder der Maklerauftrag mit einem Barcode versehen. Wenn das Dokument dann Tage später wieder in einem riesen Stapel am Schreibtisch landet, kann es nun mit Hilfe des darauf abgedruckten Barcodes einfach als gesamter Stapel eingescannt und automatisch zugeordnet werden. Natürlich funktioniert das auch mit digitalen Dokumenten. Zum anderen die Möglichkeit eines Scans des Zulassungsscheines. Damit entfällt das lästige

Ein Abrücken von der „Alles oder Nichts-Mentalität“ wäre wünschenswert.

und fehleranfällige Abschreiben (z. B. Fahrgestellnummer) der Daten für die weitere Verarbeitung. Durch eine Texterkennungssoftware werden alle notwendigen Daten aufbereitet, in CCA9 importiert und angelegt. Wie sieht es generell mit der Datensicherheit im Netz aus? Petzmann: Aus meiner Sicher leider schlecht. Es gibt eine Fülle an Kommunikationsmöglichkeiten wie Facebook, Whatsapp etc., doch diese sind in den seltensten Fällen sicher. Wenn über diese Kanäle sensible Daten ausgetauscht werden, ist es für den Makler faktisch nicht durchschaubar, wie mit seinen Daten umgegangen wird. Als Kaufmann haftet er dennoch dafür. Ist es dem Vermittler bewusst, wo überall sicherheitsrelevante Stolpersteine lauern? Petzmann: Nein, das Bewusstsein ist nicht da. Es kommt öfters vor, dass wir Daten sicher zum Makler transportieren und dieser die Daten dann über nicht sichere Kanäle an seinen Kunden übermittelt. Zwar sprechen wir das Thema Datensicherheit immer wieder aktiv an, sehen aber auch, dass die Versicherungsberater nur begrenzt Zeit und Engagement in das Thema investieren können. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen? Petzmann: Das jene Funktionen die es schon gibt, auch verwendet werden. Ein Abrücken von der „Alles oder Nichts-Mentalität“ wäre wünschenswert. „Alles“ wird es nie geben können. Dass dann aber „Nichts“ passiert, ist für mich unverständlich. Auch wenn man

nur 80 % des Bestandes mittels OMDS - der ist übrigens besser als sein Ruf – abbilden kann, so ist das um vieles besser als 0% zu verwenden. Weiterentwicklung geht nie in 100 % Schritten. Das Alles von heuer ist weniger als das Alles vom nächsten Jahr, weil wir uns einfach im nächsten Jahr mehr vorstellen können. Das ist gut so und bringt Innovation - aber nur, wenn ich Funktionen von heuer verwende, kann ich mich auch weiterentwickeln. Was ist Erfolg für Sie? Petzmann: Wenn etwas schwieriges, was bisher noch niemand gemacht hat, bei uns funktioniert. Darüber freue ich mich. Wenn Sie 2 Monate Zeit hätten, wo würde die Reise hingehen? Petzmann: Nach Australien oder Neuseeland! Danke für das Gespräch.


INSERAT ARAG SE Direktion für Österreich Keine Fotorechte für das Internet


VERANSTALTUNG

24

risControl 03/15

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

Humor im Hemd Die nächsten Stationen der österreichweiten Roadshow der Wiener Städtischen Versicherung führten nach Vorarlberg, ins Burgenland und in die Steiermark.

In Bregenz traf man sich im Festspielhaus. Der Spielort der Bregenzer Festspiele, vom europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren zu einem der besten Veranstaltungszentren Europas seiner Größe gekürt und auch mit dem „Green Award“ für ein nachhaltiges Veranstaltungszentrum ausgezeichnet. Neben den jährlichen Festspielen ist das Gebäude u.a. im James Bond Film „Ein Quantum Trost“ zu sehen. Im Ländle begrüßte Landesdirektor Burkhard Berchtel die geladenen Gäste. Im Burgenland wurde das Kulturzentrum in Eisenstadt Bühne für die jährliche Veranstaltungsreihe. Das moderne Gebäude im Stadtkern der Landeshauptstadt bietet Platz für die unterschiedlichsten Events. Im Erdgeschoss ist die Landesgalerie Burgenland mit einer Dauerausstellung sowie jährlich wechselnden Sonderausstellungen untergebracht. Landesdirektor Mag. Gerold Stagl und Verkaufsleiter Johannes Mixa begrüßten die zahlreichen Gäste. In der Steiermark wurde von Landesdirektor Dr. Gerald Krainer in den Congress Graz geladen. Ein Standort für nationale und internationale Symposien, Tagungen und Kongresse. In den letzten

Jahren hat sich Graz den Titel, eine der Top- 100- Kongressstädte der Welt zu sein, erworben. Ein Haus mit viel Geschichte, bei der Eröffnung des Stefaniensaales 1885 waren Kronprinz Rudolf und Prinzessin Stefanie, nach welcher der Saal benannt wurde, dabei. Als Ehrengast und Keynote-Speaker fungierte bei den Veranstaltungen wieder Dr. Roman Szeliga, Mitbegründer der ClinicClowns in Europa, Facharzt für Innere Medizin, Österreichischer Staatsmeister der Zauberkunst und wahrlicher Vertreter des Satzes: „Humor ist das kommunikative Doping für die Seele“. Also nicht Schluss mit Lustig, sondern jetzt geht’s erst richtig los. Denn ein Lachen ist gratis, aber nicht umsonst und lachen kann die Lebenserwartung verlängern. Eine Minute lachen lässt Sie 20 Minuten länger leben, also es zahlt sich aus, dabei zu sein. Bei den Veranstaltungen mit dabei waren selbstverständlich Vertriebsvorstand Dr. Ralph Müller und Leiter des Partnervertriebes KR Gerhard Heine, das Resümee der beiden über die Veranstaltungsreihe und alles über die nächsten Stationen lesen Sie in unserer April Ausgabe.


risControl 03/15

25 VERANSTALTUNG


KOMMENTAR

26

risControl 03/15

ARAG KONZERN

Autor: Wolfgang Otte

Im Profil Dr. Paul-Otto Faßbender Vorstandsvorsitzender und Mehrheitsaktioxnär des ARAG Konzerns

Im Dezember 2014 hat Paul-Otto Faßbender (68) angekündigt, den ARAG Konzern mit Wirkung zum 4. Juli 2015 für weitere fünf Jahre als Vorstandsvorsitzender zu führen. Als einer der dienstältesten und erfahrensten Topmanager der deutschen Versicherungswirtschaft passt Paul-Otto Faßbender in kein Klischee. Seit 2000 prägt er den weltweit drittgrößten Rechtsschutzversicherer. Mit Zielstrebigkeit, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen hat der Hobbypilot ein internationales Firmenimperium mit über 1,5 Mrd. Euro jährlichen Prämieneinnahmen geschaffen, das in der Assekuranz seinesgleichen sucht. Der Konzernumbau der letzten Jahre ist abgeschlossen und trägt Früchte. Auf die Unabhängigkeit seines Konzerns ist Faßbender besonders stolz: „Wir treffen Entscheidungen, ohne auf kurzfristige renditeorientierte Aktionärsinteressen achten zu müssen“, sagt er. Das schaffe große unternehmerische Freiräume. Zudem sei die Geschäftsstrategie konservativ und langfristig ausgerichtet. Hohe Eigenkapitalquote Großen Wert legt der Manager auf die seit Jahrzehnten praktizierte Thesaurierungs-Strategie, wonach ein hoher Anteil der erwirtschafteten Gewinne im Unternehmen verbleibt. „Wir wollen die ARAG von innen stärken. Das haben uns schon unsere Väter beigebracht, und das steht vor den Familieninteressen nach einer hohen Dividende.“ Regelmäßig sei in den letzten Jahren das Eigenkapital angewachsen. Allerdings erwähnt der Unternehmenslenker auch, dass es für Familienunternehmen am Markt keine Sonderrolle gebe und man sich den Herausforderungen stellen müsse wie andere auch. Indes spielen für die Mitarbeiter eines Familienunternehmens nicht nur Umsatzdenken und Renditeüberlegungen eine bedeutende Rolle, sondern auch der Erhalt der Unabhängigkeit. Das setze Kräfte frei, weil diese Einzigartigkeit motiviere. Die Belegschaft wisse, für welche Ziele sie arbeite. Zudem sei der Konzern durch das internationale Umfeld ein attraktiver Arbeitgeber. „Bei Eignung sind wir bereit, Mitarbeitern frühzeitig Verantwortung und Entscheidungsbereiche zu übertragen. Ich habe hohe Ansprüche an die Qualität unseres Personals.“ Gemütlich gehe es daher auch bei der ARAG nicht zu. Immerhin müsste das Unternehmen internationalen Standards entsprechen. Der frühere Gelegenheits-Golfspieler Faßbender hat sein gesamtes berufliches Leben der Versicherungsbranche gewidmet. Auf die Frage nach der Auswahl seines Studiums kommt nach einem kurzen Zögern eine keineswegs überraschende Antwort: „Ich stamme aus einer Juristenfamilie, und da war von vornherein selbstver-

ständlich, dass ich in die Fußstapfen des Unternehmensgründers und meines Vaters trete.“ Nach dem Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg promovierte er 1982 an der Ruhr-Universität Bochum mit der Arbeit „Betriebliche Altersversorgung und VersorgungsausDr. Paul-Otto Faßbender, ARAG Chef: „Wir treffen gleich, dargestellt Entscheidungen, ohne auf kurzfristige renditeorientierte am Beispiel der Aktionärsinteressen achten zu müssen.“ Behandlung von Anwartschaften aus dem Bereich der Privatversicherung im Versorgungsausgleich.“ Rechtliche Risiken nehmen zu 1977 kam Faßbender als Vorstandsmitglied in das zum damaligen Zeitpunkt eher unauffällig am Markt handelnde Familienunternehmen. Seit 1998 ist er Mehrheitsaktionär und hat das Sagen. Damit konnte der Manager Querelen um den richtigen Kurs der ARAG endgültig ausräumen. Zwei Jahre später – im Jahr 2000 – wurde er Vorstandsvorsitzender und entwickelte das Unternehmen zielstrebig weiter. Inzwischen wird die Gruppe von einer nach europäischem Recht gestalteten Konzernholding, der ARAG Holding SE, geführt. Eine Vielzahl an Niederlassungen in aller Welt - wie auch in Österreich - gibt dem international anerkannten Konzern in Familienhand ein weltweites Flair. Der gebürtige Düsseldorfer beherrscht das Geschäft mit dem Risiko. „Das ist die klassische Aufgabe eines sorgfältig agierenden Versicherers“, sagt er. „Ich muss stets genau einschätzen, ob ich bereit bin, Risiken zu tragen oder abzulehnen. Diese Abwägung steht für meine besondere Verantwortung“. Den Rechtsschutzversicherungsmarkt bezeichnet Faßbender „als sehr wichtig“ für den Verbraucher. „Wir haben es mit einer erheblichen Zunahme der rechtlichen Risiken zu tun.“ Die ARAG bezeichne sich bewusst als Qualitätsversicherer mit modernen, zeitgemäßen Produkten. „Wir nehmen für uns in Anspruch, Trendsetter zu sein“, sagt Faßbender. „Ich lege Wert darauf,


27

risControl 03/15

Auf ein Wort Führung: „Manchmal könnte es mir bei der Umsetzung von Maßnahmen schneller gehen. Da bin ich ganz schön fordernd.“

vermeiden. Auch das Thema „Cyber-Mobbing“ habe für ihn hohen Stellenwert. Jugendliche, die zu Hause um die Welt surften, seien meist ungeschützt und würden die Gefahren des Internets unterschätzen. Hinzu käme die große Gefahr skrupelloser Kriminalität in den Netzen. Gemeinsam mit dem „Bündnis gegen Cybermobbing e.V.“ seien Studien erstellt worden, die aktuelle Daten zu Ausmaß, Form, Folgen und Prävention gegen Mobbing und Cybermobbing geliefert haben.

Starker Expansionsdrang Wettbewerb: „Ich halte nichts von reiEine wesentliche Rolle spielt das internanen Rennlisten nach Umsatzzahlen. tionale Geschäft, das bereits seit über 52 Das ist für den modernen Verbraucher Jahren betrieben wird und mit der Grünkein Kriterium. Sehr gute Servicelevels dung einer Gesellschaft in den Niederlansind allemal wichtiger.“ den im Jahr 1962 seinen Anfang nahm. Höchstes Bürogebäude Düsseldorfs Die Gesellschaft in Österreich wurde im Privat: „Meine Frau und ich interessieren Der ARAG Tower, das mit fast 125 Metern Jahr 1976 gegründet. Rund 34 Prozent der uns sehr für moderne Kunst.“ höchste Bürogebäude Düsseldorfs prägt jährlichen Beitragseinnahmen kamen 2014 aus dem internationalen Bereich. Inzwischen ist der Versicherer in seit 2001 den Stadtteil Mörsenbroich. Das auffällige Gebäude ist 14 europäischen und außereuropäischen Ländern in der Rechts- der Stolz des inzwischen 68-Jährigen und ein bleibendes Denkschutzsparte aktiv. Künftig soll der internationale Anteil an Prä- mal am ARAG Platz 1. Imposant präsentiert sich das Hochhaus mieneinnahmen auf über 40 Prozent ausgebaut werden: „Das ist mit doppelter gläserner Außenhülle im Norden der Rheinmetroanspruchsvoll, wird unsere Zukunft aber absichern.“ International pole. 620 Stufen sind vom Erdgeschoss bis zur 32. Dachetage zu gilt die klare Strategie, ausschließlich Rechtsschutzpolicen anzu- erklimmen. Eine gute Trainingsmöglichkeit, z.B. für das Sonderbieten, während sich der Versicherer in Deutschland als Mehrspar- einsatz- Kommando der Düsseldorfer Polizei. Filmreif seilen sich gelegentlich Höhenretter der Feuerwehr bei Rettungsübungen an ten-Anbieter „mit Potenzial nach oben“ versteht. Der Erfolg hat einen wesentlichen Hintergrund. Faßbender unter- der Towerfassade ab. streicht, dass es nicht darum ginge, das deutsche Produkt- und Ge- Die Fliegerei ist seit fast 50 Jahren eine besondere Leidenschaft des schäftsmodell einfach zu übertragen. „Das geht deshalb nicht, weil ARAG Managers. Mit der eigenen für den Instrumentenflug ausgedie Versicherungsmärkte überall anders funktionieren. Wir treten rüsteten Cessna II Mot hat er schon viele Ziele in Europa angesteuzwar unter unserer Marke auf, aber mit einheimischen Teams, die ert. „Es gibt überall schöne kleinere Landeplätze.“ Zudem gehöden Heimatmarkt gut verstehen und Angebote bieten, die auf un- ren Reisen in die terschiedliche Länderkulturen und Rechtslagen ausgerichtet sind.“ Ferne zu seinen Der Expansionsdrang kennt keine Grenzen. So streckt das Unter- Urlaubsfreuden. nehmen „step by step“ seine Fühler in die asiatischen Märkte, nach „Ich habe schon Kanada, Dänemark und andere Ecken dieser Welt aus. Auch hier unzählige Ecken kommt der risikobewusste Mittelständler durch: „Wir prüfen sehr dieser Welt gesegenau, wo es sich für uns lohnt. Wir sind keine Hasardeure.“ In hen, aber es gibt den USA ist die ARAG schon heute einer der führenden Rechts- natürlich noch einige, wo ich schutzversicherer. noch nicht war.“ Das Thema Altersarmut bewegt Faßbender „als gesellschaftspo- Dorthin geht es mit litisches Problem allerersten Ranges“ besonders stark. Der Staat allerdings müsse seine Finanzen in Ordnung bringen. Den Menschen werde Linie und nicht zusätzlich zugemutet, dass ihr Erspartes ständig weniger werde. dem eigenen ProDieser Zielkonflikt werde an Spannung zunehmen. Der Staat sei pellerf lugzeug. in der Pflicht, seinen Bürgern rechtzeitig Hilfen für ihre persön- Darüber hinaus liche Altersversorgung anzubieten. Auf vielfältigen Gebieten zeigt ist Faßbender ein die ARAG ein hohes soziales und gesellschaftliches Engagement. eifriger WaldläuMaßnahmen im Bereich „social responsibility“ seien seit einigen fer, der zwei bis Jahren schwerpunktmäßig im Fokus. „Die Gesellschaft gibt uns die dreimal die WoMöglichkeit der wirtschaftlichen Betätigung, dafür geben wir auch che in aller Frühe etwas zurück.“ Neueste Maßnahme sei ein von der nordrhein- unter Begleitung westfälischen Landesregierung gefördertes Projekt zum Thema seines siebenjäh„Konfliktmanagement an Schulen“, das durch unabhängige Media- rigen Dalmatitoren gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Schülern, gestaltet wer- ner- Rüden seine de. Ziel sei, Lösungen zu erarbeiten, um von vornherein Gewalt zu Runden läuft.

KOMMENTAR

dass der Rechtsschutzmarkt im Verbraucherinteresse weiterentwickelt wird. Wir haben ganz klare Zukunftsperspektiven für unser Kerngeschäft. Das wird auch künftig so bleiben“. Schwere Risiken zeichne die ARAG nicht.


VERSICHERUNG

28

risControl 03/15

HDI LEBENSVERSICHERUNG

Prämiensenkung

D

ie HDI Lebensversicherung senkt in der Berufsunfähigkeitsversicherung „EGO“ bei gleichbleibend hohem Einkommensschutz, je nach Risikoklasse, die Effektivprämie um bis zu 13 %. Niederlassungsleiter Michael Miskarik: „Wir senken auch die Risikozuschläge für Menschen mit gefährlichen Hobbies oder Vorerkrankungen. Vor allem in den niedrigen Risikoklassen sind diese nun leichter zu versichern. Dies ist umso erfreulicher, da wir neben einem guten Risikoergebnis auch überdurchschnittlich hohe Annahme- und Leistungsquoten vorweisen. Dank Verbesserungen in den Prozessabläufen können Anträge zudem schneller bearbeitet werden.“ Die höchste Einsparung gibt es in der Risikoklasse A 1, hier fallen Akademiker Berufe wie z. B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Aktuare und teilweise auch Ärzte sowie leitende kaufmännische Angestellte hinein. Die Senkung betrifft alle Neuverträge, die seit dem 2. Jänner abgeschlossen wurden. Weiters verzichtet die HDI in der Erstprüfung als eine der Ersten darauf, Kunden im Leistungsfall auf einen anderen Beruf zu verweisen. Seit einigen Jahren bietet sie innovative Services wie telefonische Un-

terstützung sowie einen Vor-Ort-Kunden-Service im Leistungsfall. „Die Bedürfnisse der Menschen ändern sich im Laufe eines Lebens, entsprechend flexibel müssen heute auch Absicherungslösungen sein“, so Miskarik, und weiter: „Unsere vielfach ausgezeichnete EGO-Produktfamilie punktet auch 2015 wieder mit attraktiven Bedingungshighlights.“ So kann man bei einem bestehenden Vertrag üblicherweise eine höhere BU-Rente abschließen, wenn man heiratet, eine Familie gründet oder eine deutliche Gehaltserhöhung erhalten hat. Bei der verbesserten EGO-Polizze wurde das Höchstalter für solche Nachversicherungen jetzt von 45 auf 50 Jahre angehoben. Dynamische Erhöhungen sind nun bis zum 60. Lebensjahr

Michael Miskarik möglich (früher bis zum 50. Lebensjahr). Mehr Spielraum gibt es in Zukunft auch bei der Wiederbelebung einer ruhenden BUVersicherung. Diese kann innerhalb von sechs Monaten ohne erneute Gesundheitsprüfung aktiviert werden; mit Gesundheitsprüfung sogar nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit oder drei Jahren Elternkarenz.

VALIDA

Zahlen, Ziffern und Ergebnisse Das Geschäftsjahr des Valida Vorsorge Management war erfolgreich, die Valida Pensions AG konnte eine über dem Bran-

Mag. Stefan Eberhartinger

chenschnitt liegende durchschnittliche Performance per Jahresende 2014 von 9,11 % vermelden. Das gesamt gemanagte Vermögen stieg um 12 % auf rund 7,4 Mrd. Euro und bereits über 2,1 Mio. Personen sind begünstigt. Im Geschäftsfeld Pensionskassen wurde das verwaltete Vermögen auf 5,5 Mrd. Euro gesteigert. In der Valida Vorsorgekasse konnte ein Wachstum von ca 17 % verzeichnet werden, begünstigt sind 1,9 Mio Kunden. In Zukunft wird es innerhalb der Valida Vorsorge Management Unternehmensgruppe nur mehr eine betriebliche Vorsorgekasse geben. Die Valida MVK Plus AG wird im Laufe des Jahres 2015 ihre Konzession zurücklegen und ihre Auflösung beschließen. Bereits Anfang

Jänner 2015 wurde das Vermögen der Veranlagungsgemeinschaft der Valida MVK Plus AG an die Valida Plus AG übertragen. Auch 2014 wurde das Unternehmen erneut mit der ÖGUT Gold Auszeichnung geehrt, ab Jahresende sind 100 % des veranlagten Vermögens in nachhaltigen oder nachhaltig orientierten Assetklassen investiert. „Im Geschäftsfeld der Mitarbeiter- und Selbständigenvorsorge rechnen wir weiterhin mit starkem Wachstum. Dafür sprechen wir verstärkt Neugründer an und informieren Bestandskunden weiterhin über die Vorteile eines Abfertigungs-Vollübertritts“, erklärt Mag. Stefan Eberhartinger, Vorsitzender des Vorstands der Valida Vorsorge Management.


29

risControl 03/15

VERSICHERUNG

„OMDS für Alle“ – Ihre EDV Grundversorgung im Maklerbüro Sie wollten schon immer den kompletten Überblick über Ihren Bestand und das möglichst einfach und kostengünstig? Das ist ab sofort mit „OMDS für Alle“ von TOGETHER möglich! Erstmalig benötigen Sie nur mehr Email, Office und eine TOGETHER Leistungsstufe und haben damit die EDV Grundversorgung für Ihr Maklerbüro. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie bei unserem Frühstücksdialog. Melden Sie sich gleich für eine Veranstaltung in Ihrer Nähe an! Was ist „OMDS für Alle“? „OMDS für Alle“ ist die Möglichkeit, OMDS Daten jeder Versicherung in TOGETHER hochzuladen und in der Cloud verfügbar zu haben – auch von Versicherungen, die noch nicht Partnerversicherung bei TOGETHER sind. Für Partnerversicherungen werden bereits seit Jahren automatisch Bestandsdaten zur Verfügung gestellt, aktualisiert und in einer Form dargestellt, die auch das Weiterverwenden der Daten ermöglicht. Mit „OMDS für Alle“ stehen diese bewährten TOGETHER Funktionen, wie Bestandsauskunft, Suche, Berichte oder

die Weiterverarbeitung der Daten versicherungsübergreifend für alle Versicherungen zur Verfügung. Für wen ist diese Funktion interessant? Primär für Makler, die noch keine Software zur Bestandsdatenverwaltung einsetzen oder deren Bestandsverwaltung kein OMDS unterstützt. TOGETHER bietet die Möglichkeit OMDS Daten in genau den gewünschten Häppchen für die Weiterbearbeitung aufzuarbeiten. Zum Beispiel kann man auswählen, dass nur jene Daten heruntergeladen werden, die sich seit dem letzten Download verändert haben und das für mehrere Versicherungen gleichzeitig. Das ist eine Funktion, die TOGETHER seit jeher beherrscht und die auch auf manuell hochgeladene Daten angewendet wird. Was sind die Voraussetzungen? Das Hochladen ist so einfach wie das Hochladen eines Emailanhanges. Dabei werden die Daten überprüft, müssen dem OMDS Standard 2.x entsprechen, dürfen max. 10 MB groß sein und keine Daten enthalten, die bereits einem anderen Makler zugeordnet sind. Für das Hochladen wird eine TOGETHER Leistungsstufe 3 benötigt. Einmal hochgeladene Daten stehen allen Anwendern des Maklerbüros zur Verfügung. Für das Einsehen genügt dann sogar eine Leistungsstufe 2. Was kostet „OMDS für Alle“? Die Funktion des Hochladens ist kostenfrei. Kosten entstehen nur für die Speicherung Termine der Daten von 21.04.2015 Kärnten / Klagenfurt jenen Versiche22.04.2015 Steiermark / Graz rungsunterneh23.04.2015 Burgenland / Eisenstadt men, die nicht TOGETHER 28.04.2015 Oberösterreich / Linz Par t n e r ve rs i 29.04.2015 Niederösterreich / St. Pölten cherungen sind. Bei einem durchschnittlichen Berater entspricht das einem Geg e nw e r t v o n 1-2 Kaffees pro Monat.

05.05.2015 Vorarlberg / Dornbirn 06.05.2015 Tirol / Innsbruck 07.05.2015 Salzburg / Salzburg Weitere Infos & Anmeldung: http://www.servicebytogether.at


KOMMENTAR

30

risControl 03/15

UNIQA

Betrieb & Planen

Die UNIQA Betriebsbündelversicherung UNIQA zählt in der Sparte Sachversicherung zu den Großen am österreichischen Versicherungsmarkt. Und insbesondere der Maklervertrieb spielt dabei eine bedeutende Rolle innerhalb des Konzerns. Jeder zweite Euro den UNIQA aus der Sachversicherung einnimmt, wurde von Maklern und Mehrfachagenten vermittelt. Sieht man sich den Spartenmix weiter im Detail an, erkennt man, dass – neben der Industrieversicherung – die Gewerbeversicherung einen extrem hohen Stellenwert im UNIQA Maklervertrieb hat. Dies ist kein Zufall sondern liegt daran, dass UNIQA seit Jahren ein Produkt für Gewerbebetriebe im Angebot hat, das flexibel auf die Bedürfnisse Ihrer Kunden angepasst werden kann. Betrieb & Planen: Eine UNIQA Erfolgsstory Jede Branche hat ihren eigenen Versicherungs-und Vorsorgebedarf. Unterstützung bei der Einschätzung von Gefahren und Risiken für den Betrieb und das Erstellen einer Risikoanalyse stellen eine wichtige Achse in der Zusammenarbeit zwischen Makler, Kunde und Versicherung dar. Durch ein modulares Bausteinsystem mit den Produktvarianten KOMPAKT, OPTIMAL und PREMIUM findet jeder Kunde eine passende Lösung. Die Sachwerte des Betriebs (Geschäftsräumlichkeiten, Einrichtung, Warenlager, Maschinen etc.) bilden den materiellen Grundstein für den unternehmerischen Erfolg. Werden sie durch unvorhersehbare Ereignisse beschädigt oder zerstört, kann das nicht nur hohe Kosten verursachen, sondern die Existenz des gesamten Unternehmens gefährden. UNIQA bietet Ihren Kunden eine einfache und rasche Schadenabwicklung, die den Konzern als Nummer Eins am Markt auszeich-

net. Kunden profitieren nicht nur von innovativen Produkten, sondern auch von Zusatzleistungen und Vorteilen, die weit über den reinen Versicherungsschutz hinausgehen. Zwei Beispiele: Das BetriebPLUS24service organisiert Handwerker bei Notfällen rund um die Uhr. Das AnwaltPLUSservice vermittelt kostenlos eine telefonische Erstauskunft bei rechtlichen Problemen. Insgesamt also ein Paket, bei dem Sie mit Ihren Kunden buchstäblich auf der sicheren Seite sind. Die hohen Verkaufszahlen von Betrieb & Planen bestätigen die hohe Kundenakzeptanz dieser Betriebsbündelversicherung von UNIQA. Peter Prinz, Bereichsleiter UNIQA MaklerService


13. Maklertag Ein Gl端ckstag

risControl

powered by

Fachgruppe der Wiener Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten


2

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Inhalt 3

Glück gehabt

4

Ein Glückstag für die Branche

6

Das Glück ist mit dem Tüchtigen

7

Auf der Suche nach dem Glück

8

Die innere Einstellung ist wichtig für ein glückliches Leben

9

Die Glücksformel

10

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende

11

Glück ist, mit sich selbst in Einklang zu sein

12

Hammurabi Preis

14

Was bedeutet Glück?

Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit bei: Andrea Braunsdorfer, MAS Agentur redenswert e.U. Fachverband der Wiener Versicherungsmakler u. Berater in Versicherungsangelegenheiten Silberball Wien

Impressum: “risControl” - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: risControl, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR 780165221, Telefon: +43 (0)720 515 000, Fax: +43 (0)720 516 700, e-mail: office@riscontrol.at Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Layout Titelbild: flickr/Adam Wyles. Weitere Bilder: Petra Spiola, N. Formanek, Christian Proyer, Christoph Schönfellner, Christian Mikes, Helmreich, Michael Pollak, SPÖ Wien, Thimfilm, Wilke, Andreas Labes. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/Public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. „risControl“ identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen.


Sonderausgabe | Maklertag 2015

Glück gehabt Der Maklertag 2015 stand unter dem Motto „Glück“. Die Frage, was damit die Versicherungsbranche und wir Versicherungsmakler zu tun haben, ist berechtigt. Sie lässt sich aber sehr einfach beantworten: Jeder Versicherungsvertrag ist ein „Glücksvertrag“. Dies wird bereits im § 1267 des ABGB geregelt und bedeutet „ein Versprechen und eine Annahme der Hoffnung eines noch ungewissen Vorteils“.Für unsere Kunden ist die richtige Versicherung mit dem Vorteil verbunden, dass sie im Falle eines Falles „Glück im Unglück“ haben. Noch besser ist es natürlich, wenn durch die richtigen Risikomaßnahmen ein Schadenereignis überhaupt verhindert werden kann.Dann können nicht nur die Kunden, sondern auch die Versicherer und wir als Versicherungsmakler von Glück reden. Glück hat für jeden von uns eine andere Bedeutung. Was ist Glück? Wie wird man glücklich? Kann man Glück bewahren? Solche Fragen dürften wir uns alle ab und an stellen, haben wir doch eines gemeinsam: Das Streben nach Glück!

Kommerzialrat Helmut Mojescick

3


4

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Ein Glückstag für die Branche KommR Helmut Mojsecick, Brigitte Kreuzer und Mag. Wilhelm Hemerka unter anderem über das Thema Glück. Der Informationstag der Wiener Versicherungsmakler ist schon zur Institution geworden, was ist der Mehrwert für den Versicherungsmakler aus Ihrer Sicht? Kreuzer: Für die Besucher des Tages sind die überaus interessanten Vorträge, welche auf den ersten Blick nicht unbedingt mit unserer Branche zu tun haben, eine Bereicherung und erweitern unseren Horizont. Ich denke der wichtigste Punkt ist aber, dass durch die Teilnahme der ganzen Versicherungsbranche eine tolle Möglichkeit zum Networking gegeben ist. Bei kaum einer Veranstaltung habe ich Generaldirektoren, Vertriebsvorstände , Direktoren, Presse, Politik usw. so greifbar. Hermerka: Beim ersten Informationstag der Wiener Versicherungsmakler war ich Obmann der Fachgruppe und unsere Intention war damals und ist es auch heute noch, eine Plattform für den Gedankenaustausch zu schaffen. Eine Institution wo der Einzelne sowohl ins Gespräch mit Vertretern der Wissenschaft kommt, als auch mit Gleichgesinnten. Ein Mehrwert also für alle Teilnehmenden und ein Fixpunkt im Kalender von Vielen. Mojescick: Der Grundgedanke der Veranstaltung war, einen österreichischen Versicherungsmaklertag ins Leben zu rufen, doch Unentschlossenheit und Uneinigkeit stand dem Gedanken gegenüber. Dem Tatendrang und der Risikobereitschaft des damaligen

Gremiums der Wiener Versicherungsmakler und KR Rudolf Mittendorfer ist es zu verdanken, dass es der Wiener Maklertag wurde. Damals wie heute haben auch die Versicherungswirtschaft und unsere Partner einen wesentlichen Beitrag geleistet und dafür sind wir sehr dankbar. Für alle Kollegen bietet dieser Tag die Möglichkeit nahezu alle Generaldirektoren, Vorstände und Entscheidungsträger näher kennen zu lernen und in direkten Gesprächen sich auszutauschen. Mit der Veranstaltung erreichen wir mediale Aufmerksamkeit und demonstrieren so den geschlossenen Auftritt nach außen. Jeder Maklertag steht unter einem anderen Motto, abseits


Sonderausgabe | Maklertag 2015

von Bedingungen, Tarifen und Produkten versuchen wir aktuelle Themen die von Bedeutung für unsere Branche sind aufzubereiten. Das Thema der diesjährigen Veranstaltung, ist unteranderem Glück, was ist Glück für Sie persönlich? Hermerka: Grundsätzlich das fehlen von Unglück. Die Summe von vielen kleinen positiven Dingen, sich Wohlfühlen, gesund sein und sich in der Familie geborgen fühlen. Mojescick: Ich hatte im übertragenen Sinne schon viele Lotto Sechser in meinem Leben, also wirklich viel Glück. Zur rechten Zeit in diesem Land auf die Welt zu kommen, eine wundervolle Ehe zu führen. Einen Beruf den ich liebe ausgewählt zu haben, der mir Freude bereitet. Noch nie ernsthaft krank gewesen zu sein und Freunde sowohl im Privatleben als auch im Berufsbereich auf die ich zählen kann und denen ich sehr viel zu verdanken habe. „Herz was willst du mehr?“

Was war für Sie entscheidend bei der Auswahl der neuen Agentur?

Kreuzer: Der Prozess zur Entscheidungsfindung war sehr schwierig, weil wir viele Faktoren einfließen lassen mussten. Sicherlich spielte der Kostenfaktor auch eine Rolle, aber wichtiger war mir eine Agentur zu finden, bei der die Kreativität im Vordergrund stand und auch das Know how und die Kapazität vorhanden war den Tag umzusetzen. Wenn ich an die Kreativitätsleistung denke, dann hätte es vermutlich Agenturen gegeben, welche noch innovativere Ansätze hatten. Da gestehe ich ganz ehrlich zu feige gewesen zu sein und kein größeres Risiko in Kauf nehmen wollte. Denn seit Jahren hatten wir ein bestimmtes Konzept und dies kam auch immer gut bei unseren Gästen an.

Mojescick: Deren überzeugende dreistufige Präsentation, die Meinungen meiner Geschäftsführerin Mag. Woharcik Binder, meiner Kollegin Brigitte Kreuzer und Kollege Willi Hemerka, auch mein Bauchgefühl spielte eine gewisse Rolle.

Hermerka: Eine Entscheidung die auf Kontinuität, Kosten und Konzept beruht. Das bisherige bewährte Konzept wurde nun nach unseren Vorstellungen ein wenig adaptiert. Der Kostenfaktor war sicherlich auch mit ein Entscheidungsgrund und die Aussicht auf Kontinuität.

Kreuzer: Glück gibt es meiner Ansicht nach nur für Momente - glücklich macht eine Zufriedenheit, daher gefällt mir besonders das Zitat von Milet (griech. Philosoph und Mathematiker) - „Glücklich ist, wer Gesundheit, Zufriedenheit und Bildung in sich vereinigt.“

5


6

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Das Glück ist mit dem Tüchtigen! Andrea Braunsdorfer, MAS von redenswert e.U. ist seit Jahren für PR und Außenauftritt der Wiener Versicherungsmakler zuständig. Die Wiener Versicherungsmakler haben heuer einen Glückstag geplant, wie kam es zu diesem Thema? Braunsdorfer: Beim Informationstag greifen die Wiener Versicherungsmakler jedes Jahr ein aktuelles Thema auf, das die Gesellschaft bewegt und führen damit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. In den letzten Jahren wurden bereits Themen wie Leben, Zukunft, Sicherheit, Transparenz oder Nachhaltigkeit diskutiert. Ein Sprichwort sagt: Das Glück ist mit den Tüchtigen. Dass der Informationstag bereits zum dreizehnten Mal statt findet, ist nicht zuletzt auch dem Glück zu verdanken, jedes Jahr großartige Referenten, Partner und Sponsoren zu finden, die diesen Tag unterstützen. Damit können die Wiener Versicherungsmakler auch heuer wieder zu einer hochkarätigen Veranstaltung laden, die bereits zu einem Markenzeichen der Maklerschaft geworden ist in jeder Hinsicht also ein Glückstag für die Branche! Wie kommuniziert man dieses Thema Richtung Konsument? Braunsdorfer: Versicherung und Vorsorge sind keine Glücksache, sondern verantwortungsvolle Aufgaben – sowohl für Kunden als auch für Makler. Die KonsumentInnen darauf aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren ist unser Ziel. Dabei werden sie dort abgeholt, wo sie sind - am Weg zur Arbeit, beim Stadtspaziergang oder beim Warten auf öffentliche Verkehrsmittel. Die Außenwerbung auf City Lights und Öffentlichen Verkehrsmitteln hat sich in den letzten Jahren dafür besonders bewährt. Immer mehr Österreicher und Österreicherinnen nutzen Online-Vergleichsportale, um sich zu informieren und Preise zu vergleichen. Die Lebenssituation und Bedürfnisse der Konsumenten werden beim Online-Vergleich jedoch meist außer Acht gelassen. Ohne umfassende Beratung im Vorfeld besteht daher die Gefahr, die falsche Versicherung abzuschließen, was im Schadensfall sehr teuer werden kann. Bereits zum zweiten Mal machen die Wiener Versicherungsmakler mit einer Google-Adwords Kampa-

gne im Internet darauf aufmerksam. Die Botschaft „Unabhängige Beratung ist die beste Versicherung“ und die Infoseite www. maklertag.at stehen dabei im Vordergrund. Worauf muss man besonders achten in der Kommunikation mit dem Konsumenten? Braunsdorfer: Wir müssen die Konsumenten einladen, sich mit unangenehmen Themen, wie Unfall, Schaden oder Geldsorgen zu beschäftigen und ihnen gleichzeitig Lösungen aufzeigen. Wichtig ist dabei, den persönlichen Nutzen herauszustreichen, zu emotionalisieren, ohne zu verunsichern. Deshalb sprechen wir die Konsumenten, neben den klassichen Medien, auch mit unkonventionellen Aktionen an. „Werfen Sie Ihr Geld nicht auf die Straße - Zahlen Sie nicht drauf und sichern Sie sich ab“ hieß die Aktion, bei der wir transparente Folie verwendet haben, um eine Geldmenge am Gehsteig simulieren. So schaffen wir auf witzige Art Bewusstsein für das Thema Versicherung und erreichen damit, dass die Leistungen der Wiener Versicherungsmakler im Gespräch und somit in Erinnerung bleiben. So schaffen wir auf witzige Art Bewusstsein für das Thema Versicherung und erreichen damit, dass die Leistungen der Wiener Versicherungsmakler im Gespräch und somit in Erinnerung bleiben. Was ist Glück für Sie? Braunsdorfer: Glücklich bin ich vorallem dann, wenn ich mit meiner Familie Zeit verbringen kann. Die gemeinsamen Momente sind im hektischen Alltag rar und daher besonders wertvoll für mich. Wenn ich meiner 15-jährigen Tochter beim Singen zuhöre oder mit meinem Mann gemeinsam frühstücke, gibt es nichts, was mich in diesem Augenblick glücklicher machen könnte.


Sonderausgabe | Maklertag 2015

Auf der Suche nach dem Glück Harald Friedl ist ein österreichischer Filmemacher, Musiker und Schriftsteller. Sein Film „What Happiness is“ ist ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück, oder genauer gesagt „Brutto-National Glück“ von Bhutan. An welche Eindrücke aus Bhutan können Sie sich noch am besten erinnern? An den abenteuerlichen Anflug auf den Flughafen. An die außergewöhnliche Gelassenheit der Menschen, im öffentlichen Raum und privat. An die Einsamkeit im Hochgebirge nahe der tibetischen Grenze und an das Gefühl, im letzten Winkel der Welt zu sein.

Gleichzeitig geht damit eine Erhebung der menschlichen Werte einher, der sozialen, gesellschaftlichen, ethischen Werte. Diese Diskussion ist in jedem Land der Welt führbar und geht über die staatliche Sphäre hinaus. Denn sie betrifft auch die Gesundheit, den Bildungsweg der Kinder, die Qualität der Lebensmittel oder den Respekt, den man am Arbeitsplatz von Kollegen und Vorgesetzten erfährt. Das heißt, das Konzept lässt sich auf Österreich übertragen?

Was ist die Idee des Bruttonationalglücks?

Es ließe sich inhaltlich adaptieren. Der Fragebogen müsste aber viel kürzer sein als in Bhutan. In Österreich ließe sich kaum jemand drei, vier Stunden ausfragen.

Alles, was der Staat unternimmt, muss dem Glück und Wohlbefinden der Menschen dienen. Um herausfinden, was die Menschen brauchen und sich wünschen, wird die Erhebung des Bruttonationalglücks gemacht.

Und was macht Sie glücklich? Faszination, Liebe, in einer guten Sache völlig aufgehen. Tief empfinden, sich wie eins mit anderen und mit der Welt fühlen, Anerkennung, Erfolg.

7


8

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Die innere Einstellung ist wichtig für ein glückliches Leben Univ-Prof. DDDr. Clemens Sedmak studierte Theologie, Philosophie und Soziologie und hatte mit 25 Jahren drei Doktorate. Er hat eine Gastprofessur für Sozialethik an der Universität Salzburg und Professor für Sozialethik am F.D. Maurice Chair am King’s College London (Universität London). Sie sagen, dass sich Glück nicht nur an Gütern und Reichtum festmachen lässt, sondern auch eine Frage der Einstellung ist. Was meinen Sie damit? Viktor Frankl verdanken wir die Einsicht, dass wir stets unsere Einstellung zu Situationen, wenn auch nicht immer die äußere Situation selbst beeinflussen können. Das gilt für Leidhaftes wie Glücksbringendes. Das Gut allein, über das wir verfügen, sagt noch wenig darüber aus, was das Gut in unserem Leben bedeutet – diese Frage von Gewichtung ist eine Frage der Einstellung. Beispiel: Ein Durchschnittseinkommen zu haben, kann für eine verarmte Adelige bitter sein, für jemanden, der sich aus sozial schwierigen Bedingungen hochgearbeitet hat, ein echter Erfolg und Grund zur Dankbarkeit. Wäre Ihre These gegenüber einem Menschen, der an der Armutsgrenze lebt, nicht zynisch? Anders gefragt: Kann die Frage nach der Einstellung die Frage nach der Verteilung von Gütern komplett ersetzen? Der Satz „Geld macht nicht glücklich“ ist ein vernünftiger Satz, er ist aber zu ergänzen durch den Satz: „Aber Geld kann unglücklich machen, wenn man es nicht hat.“ Hier muss man tatsächlich aufpassen, dass es nicht auf einen Zynismus hinausläuft, Menschen mit Einstellungsveränderungsoptionen zu trösten, wenn es materiell hapert. Ich habe einmal in einem Betrieb ein Seminar über Resilienz, das heißt über den Umgang mit Krisen und Stress, gehalten, worauf mir eine Mitar-

beiterin klug und treffend sagte, sie hätte lieber Arbeitsbedingungen, die Resilienz nicht notwendig machten anstelle solcher Seminare. Damit hat sie einen wichtigen Punkt getroffen! Andererseits ist es wichtig zu sehen, dass auch in sozial schwierigen Situationen Einstellungen eine wichtige Rolle spielen. Wege aus der Armut haben auch und nicht selten mit Einstellungsveränderungen zu tun, etwa in Fragen der Prioritätensetzung, wo das Geld hinfließen soll. Einstellungen sind übrigens auch auf Seiten derjenigen bedeutsam, die nicht akut von Armut betroffen sind, weil Armut als soziale Ausgrenzung sich sehr oft durch ablehnende Einstellungen zementiert. Wann hatten Sie Ihren letzten geglückten Tag? Was hat diesen Tag zu einem geglückten gemacht? Meinen letzten geglückten Tag hatte ich gestern: Nach einem ruhigen Familienfrühstück bin ich nach London aufgebrochen, habe nach stressfreier Reise im Büro einiges aufgearbeitet, bin dann abends noch in einen Gottesdienst gegangen, habe dann noch einen Freund getroffen, um den Tag bei ruhiger Lektüre zu beschließen. Warum ein geglückter Tag? Weil ich stressfrei Dinge tun konnte, die wichtig für mich sind.


Sonderausgabe | Maklertag 2015

Die Glücksformel Dr. Stefan Klein, geboren 1965 in München, ist Physiker und Philosoph. Sein Buch „Die Glücksformel“ (2002) stand über ein Jahr auf allen Bestsellerlisten und machte den Autor auch international bekannt. Ist Glück ein Prozess, an dem man arbeiten kann? Viele sehen Glück als etwas, das gewissermaßen vom Himmel fällt. Der eine hat es, der andere nicht. Viele Untersuchungen zeigen, dass Glücklichsein, also die Empfindung von Zufriedenheit und Freude, erstaunlich wenig von den Umständen des Lebens abhängt. Alle äußeren Faktoren zusammengenommen, Einkommen, Kinder, Intelligenz etc., machen nicht mehr als zehn Prozent aus. Das heißt, dass unser Glücksempfinden hauptsächlich aus uns selbst kommt, unser Körper ist die Bühne, auf der es spielt. Wie kann ich mein Glücksgefühl beeinflussen? Ein Weg ist, unsere Wahrnehmung zu schulen, wacher aufzunehmen, was in uns und um uns herum geschieht. Achtsamkeit ist ein Schlüsselwort, das vor allem in den östlichen Religionen eine große Rolle spielt. Wir sollten mehr auf das achten, was wir tun, intensiver wahrnehmen. Soziales Eingebundensein ist eine Zutat Ihrer Glücksformel. Was gehört noch dazu?

Auf seinen Körper zu achten, Bewegung, eine gute Partnerschaft und natürlich Sex. Die Fähigkeit zur genauen Wahrnehmung, zum Genuss und zur Sinnlichkeit. Abwechslung, Kontraste im Leben und schließlich Kontrolle der negativen Emotionen – die Dosierungen sind für jeden unterschiedlich. Entscheidend ist es, sich Ziele zu setzen und diese Ziele auch zu verfolgen. Wir haben die Vorstellung vom Glück als Dauerfaulenzen am sonnigen Nachmittag im Liegestuhl. Aber das ist leider ziemlich falsch. Es ist leichter, in der Aktivität Glück zu empfinden als im Nichtstun. Das kann sowohl körperliche als auch geistige Aktivität sein. Demnach hat nicht jeder Mensch die gleiche Voraussetzung, Glück zu empfinden. Kann man die Zentren der linken Hirnhälfte, die für Emotionen und Glück zuständig sind, trainieren? Ja. Allerdings entsteht Glück nicht allein in der linken Hemisphäre des Großhirns. Diese spielt aber eine ganz wichtige Rolle bei der Kontrolle negativer Emotionen. Und diese Fähigkeit kann man tatsächlich trainieren. In einer guten Psychotherapie geschieht nichts anderes. Mit neuen Methoden der Hirndurchleuchtung konnten Wissenschaftler sogar erkennen, wie sich das Gehirn dabei verändert. Denselben Effekt kann jeder auch im Alltag erreichen. Eine der wichtigsten Übungen dafür ist, den freudigen Gefühlen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

9


10

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende Silberball war für Konzept und Durchführung des Maklertages verantwortlich. Wir haben mit Herrn Mühlfellner, Geschäftsführer von Silberball Wien, gesprochen. Sie konnte sich bei der „Anhörung“ klar durchsetzen, obwohl es sich bei Ihrem Unternehmen eher um eine Marken- als eine Event-Agentur handelt. Wie kam es dazu? Wir betrachten Events als eine Möglichkeit, Marken inhaltlich in Szene zu setzen. Es geht nicht nur darum, Catering, Programm und so weiter zu organisieren. Viel wichtiger ist es, zu überlegen, welche Botschaft transportiert werden soll. Das ist die Kür. Alles Weitere ist dann eine Pflichtübung und Selbstverständlichkeit. Was wurde im Falle des Maklertages als Botschaft herausgearbeitet? Die Wiener Fachgruppe der Versicherungsmakler hat den Anspruch, für ihre Mitglieder über den Tellerrand zu schauen. Deshalb wurde für den 13. Maklertag ein Motto gewählt, das nicht direkt etwas mit der Versicherungsbranche zu tun hat, nämlich „Glück“. Außerdem wurde ein Magazin gelauncht, dessen erste

Ausgabe beim Maklertag erscheint. Schon allein im Titel, „WEIT:BLICK“, findet sich der Tell errand-Gedanke wieder. Was war für Sie die größte Herausforderung? Am spannendsten sind für uns immer die inhaltlichen Aspekte. Schon vor einem Jahr wurde gemeinsam mit dem Kunden die Positionierung, also das „Überden-Tellerrand-schauen“, sowie das Glücks-Thema entwickelt. Bei einem Event mit einem hohen Qualitätslevel gibt es natürlich auch handwerkliche Herausforderungen. Schließlich soll jeder Baustein, etwa das erwähnte Magazin oder der eigens produzierte Eröffnungs-Trailer, stimmig sein.


Sonderausgabe | Maklertag 2015

Glück ist, mit sich selbst in Einklang zu sein Mag. Eva Woharcik-Binder, Geschäftsführerin der Fachgruppe der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten WK Wien und Fr. Nimet Saglam im Gespräch. Was ist die größte Herausforderung bei der Organisation des Maklertages? Woharcik-Binder: Die größte Herausforderung für mich war, mit knappen Ressourcen sowohl personell als auch budgetmäßig das bestmögliche Veranstaltungsergebnis zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu erzielen. Sponsoring zu erzielen wird schwieriger, das ist eine allgemeine Erscheinung am Veranstaltungsmarkt. Dennoch bemühen wir uns, die gleiche hohe Qualität anzubieten, aber es ist eine Herausforderung. Saglam: Der administrative Aufwand war schon sehr groß, inklusive der umfangreichen Recherchen bei der Erstellung der Einladungslisten.

Was war für Sie entscheidend bei der Auswahl der neuen Agentur? Woharcik-Binder: Eine interessante Vision das Thema betreffend, eine Persönlichkeit der man zutraut Handschlagqualität und Kontinuität zu bieten. Ein Standard, den man der Branche in vergleichbarer Art und Weise wie bisher anbieten möchte. Was ist Glück für Sie? Woharcik-Binder: Glück ist einerseits ein ganz unverhoffter Zufall. Andererseits ist Glück als Momentaufnahme das Gefühl, mit der Welt und sich selbst in völligem Einklang zu sein, und diesen Moment, also die Zeit, anhalten zu wollen. Zufriedenheit dagegen ist etwas, was länger anhält.

11


12

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Hammurabi Preis König Hammurabi hat ca. 1700 vor Christus in Babylon erstmals Recht kodifiziert. Dabei wurden auch versicherungsvertragsähnliche Verträge formuliert – quasi die ersten Polizzen der Welt. Die Wiener Fachgruppe der Versicherungsmakler, damals unter Obmann KR Rudolf Mittendorfer, hat daraus die Idee zum Hammurabi Preis entwickelt und gemeinsam mit den Wiener Versicherungsmakler und der Wirtschaftsuniversität Wien ins Leben gerufen. Der Hammurabi Preis 2015 unter Jury von Ao. Univ.Prof. Mag. Dr. Michael Theil (Wissenschaft) Dr. Beate Blaschek (Konsumentenschutz) und Dr. Hans Peer (Versicherungswirtschaft) wurde an Dr. Leander D. Loacker für die Arbeit „Informed Insurance Choice“

verliehen. Leander D. Loacker geht der Frage nach dem Informationsgefälle zwischen den Parteien eines Versicherungsvertrages nach und beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen von gesetzlichen Interventionen zugunsten der Versicherungsnehmer. Seine preisgekrönte Arbeit wird im April 2015 unter dem Titel “Informed Insurance Choice?” in England erscheinen (ISBN 978178471-7513).

Interview mit Ao.Uni.-Prof. Dr. Michael Theil Anhand welcher Kriterien werden die Arbeiten für den Hammurabi Preis ausgewählt ?

die Internationalisierung, dass also heute öfter Arbeiten aus dem Ausland eingereicht werden.

Theil: Die Arbeiten, die beim Hammurabi-Preis auf den vorderen Plätzen landen, haben sich in mehrfacher Weise bewährt. Zum einen sind sie als akademische (Abschluss-) Arbeiten angenommen worden. Zum anderen sprechen sie die durchaus unterschiedlichen Perspektiven an, die durch die Jurymitglieder repräsentiert werden: Die Sichtweise von Versicherungsunternehmen, die von Nachfragern und die des wissenschaftlichen Diskurses. Die Arbeit, die jeden dieser Aspekte in hohem Maße ansprechen kann, liegt vorne.

Was ist Glück für Sie?

Wie hat sich die Teilnahme an der Ausschreibung in den letzten Jahren entwickelt? Generell ist zu spüren, dass die Qualität der Arbeiten zunimmt. Zu Beginn waren es sehr unterschiedliche Arten und Formen, bis Diplomarbeiten und (in mengenmäßig geringerem Ausmaß) Dissertationen die Standards gesetzt haben. Diplomarbeiten spielen heute, nach Änderungen in den Studienplänen, kaum noch eine Rolle, dafür sind Arbeiten hinzugekommen, in auf post-doc-Niveau angesiedelt sind. Dazu kommt

Auf einem Gipfel sitzen und bis zum Horizont in die Welt schauen.


Sonderausgabe | Maklertag

„Weniger ist mehr“ und „gut präsentiert ist halb gewon vernachlässigt. einerseits wurde der Informationsnutze 2015 tionsfragen völlig unterschätzt. Das führt dazu,13dass sic fühl einstellt und der Nutzen von Informationspflichten

Der Gewinner Dr. Leander D. Loacker Dr. Leander D. Loacker ist derzeit Habilitand und Oberassistent für Zivilrecht sowie Zivil verfahrensrecht an der Universität Zürich, Lehrbeauftragter an juristischen Fakultäten in Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Hammurabi-Statue Josef Pillhofer Schweiz. LangjährigerDiejur. Konsulent von und Gutachter und Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen im In- und Ausland.

besonders spannend, dürftig entwickelt Sie beschäftigen sich damit, wie die Informationslage der Versicherungsnehmer verbessert werden kann. Wie htswissenschaftlicher könnte eine gesetzliche Anpassung konkret aussehen? diskutiert mögliche Rolle zukommen, Ich glaube, dass sich der Gesetzgeber bei Informatint macht.onspflichten an zwei ganz schlichte Grundregeln halten

sollte: „Weniger ist mehr“ und „gut präsentiert ist halb gewonnen“. Meines Erachtens wurde in der Vergangenheit oft beides vernachlässigt. Einerseits wurde sgefälle zwischen der Informationsnutzen systematisch überschätzt und cher sicht. andererseits wurden Präsentationsfragen völlig unterschätzt. Das führt dazu, dass sich beim Kunden rasch ein Frustrations- und Überforderungsgefühl einstellt , der seine entscheiund der Nutzen von Informationspflichten teilweise Dies gilt für Anleger, den Aufwand nicht rechtfertigt.

ht zuletzt auch für

Welche Konsequenzen hätte eine Verbesserung der Informationspolitik für Versicherungsmakler? Könnten Makler vielleicht sogar davon profitieren?

ungsbereich seit jem die Interessen und dem Kunden gegenüber regelmäßig in gröMakler sind ßerem Umfang zur Informationserteilung verpflichtet, lreichen Anzeigeals dies auf Versicherungsunternehmen zutrifft. Von über sind gesetzliche daher könnten sie sicher von optimierten gesetzlichen nsbedürfnissen auf Josef pillhofer, Allerdings wird meiner Rahmenbedingungen profitieren.

geboren 1921 und gestorben 2010, war ein österreichischer Bildhauer. In Wien ist er unter anderem im Heeresgeefälle zwischen den Die Begründung der Jury: schichtlichen Museum mit einem Werk die Möglichkeiten vertreten, dem Bronzeguss Kaiser er VersicherungsnehAus Sicht verschiedener Disziplinen Maximilians I. Die Hammurabi-Statue ist das Breitengeschäft besonders m Titel “Informed wurde von ihm als Auftragsarbeit in spannend, nicht zuletzt, weil dort -7513). limitierter Auflage geschaffen.

die Informationslage der Nachfrager dürftig entwickelt ist. Doktor Loacker nähert sich diesem Problemfeld aus rechtswissenschaftlicher Sicht, analysiert die Konsequenzen des Ist-Zustandes und diskutiert mögliche Abhilfen. Dabei kann Versicherungsmaklern eine erhebliche Rolle zukommen, was die Arbeit für diese Berufsgruppe besonders interessant macht.

W de kö Ma Um Ve vo All He ein ins ma zu sic

Meinung nach die größte praktische Herausforderung für Makler in den nächsten Jahren darin liegen, eine gewisse „Informationshoheit“ zu behalten. Erfolgreich dürfte insofern derjenige sein, dem es gelingt, die maßgeblichen Informationen auffällig und benutzerfreundlich zu präsentieren und zu Der maklertag steht unter dem motto „Glück“. Was be positionieren. Google & Co. werden den Wettbewerb Glücklichsein ist für mich ein innerer Zustand, der relativ deshalb sicher härter machen.

tatsächlich Grund dazu hat. Dafür dürfte eine Fähigkeit

Der Maklertag steht unter dem Motto „Glück“. Was unterschiedlichem Maß verfügen. Wer nicht oder nur sc bedeutet für Sie persönlich Glücklichsein?

Überhaupt ist die Wechselbeziehung zwischen Verzicht

Freiheit undZustand, die wiederum ist ein guter Nährb Glücklichsein ist für michbedeuten ein innerer der relativ unabhängig davon ist, ob jemand von außen betrachtet tatsächlich Grund dazu hat. Dafür dürfte eine Fähigkeit entscheidend sein, über die wir alle offensichtlich in ziemlich unterschiedlichem Maß verfügen. Wer nicht oder nur schwer auf etwas verzichten kann, ist insofern wohl im Nachteil. istloacker, die Wechselbeziehung Dr.Überhaupt leander D. m.phil. zwischen Verzicht und Glück vielleicht ein zentraler Aspekt. Denn Verzicht kann Freiheit bedeuten und die Derguter in Innsbruck geborene Jurist ist derzeit Habilitand und wiederum ist ein Nährboden für das Glücklichsein. an der Universität Zürich. Weiters ist er

• Lehrbeauftragter an juristischen Fakultäten in Österreich • langjähriger jur. Konsulent und Gutachter

• Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen im In- und Ausl

Preisträger Dr. Leander D. Loacker und Mag. Wilhelm Hemerka


14

Sonderausgabe | Maklertag 2015

Was bedeutet Glück? Dr. Michael Häupl, Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien: „Es gibt wohl keine allgemeine Definition, was Glück bedeutet. So hat etwa Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolg im Leben nicht nur mit Glück zu tun, sondern vielmehr auch mit dem persönlichen Einsatz, den man tagtäglich erbringt. Wenn man jedoch gesund, zufrieden und erfolgreich ist, kann man sich glücklich schätzen. Sicher ist, dass man weder auf Glück setzen, noch drauf bauen sollte.“

DI Walter Ruck, Präsident der Wirtschaftskammer Wien: „Das Thema des heurigen Informationstages der Wiener Versicherungsmakler ‚Was bedeutet für Sie Glück?’ trifft den Wesenskern der Versicherungsbranche wie kaum ein anderes. Denn philosophisch betrachtet entsteht Glück durch die Vermeidung von Unglück und das kann man durch Versicherungen minimieren. Folglich verhelfen die Wiener Versicherungsmakler ihren Kunden durch ihre Beratung zu Glück. Darüber hinaus erbringen Sie sachlich fundierte Beratungsleistungen und vermitteln Informationen, die den Kunden eine transparente Risikoabwägung ermöglichen und jeden einzelnen in seiner Entscheidung maßgeblich unterstützen.“

Kurt Molterer, Generaldirektor NÜRNBERGER Versicherung AG Österreich: „In der Versicherungswirtschaft sprechen wir ja weniger von Glück als von statistischen Wahrscheinlichkeiten. Für mich persönlich aber ist Glück ein schönes Gefühl, das man erfährt, wenn sich ein unerwartetes positives Ereignis einstellt oder schwierige Dinge eine erfreuliche Wendung nehmen.“


Sonderausgabe | Maklertag 2015

Prof. Elisabeth Stadler, Generaldirektorin Donau Versicherung AG: „Vielleicht klingt es jetzt sehr banal, aber Glück ist für mich, wenn meine Familie und ich fit und gesund sind. Das wird mir immer besonders bewusst, wenn es mal Phasen gibt, wo das nicht der Fall ist. Es heißt nicht umsonst, in einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist.“

Arno Schuchter, Vertriebsvorstand Generali Versicherung AG: „Glück ist für mich vor allem in 3 Bereichen ein wichtiger Faktor. Zum einen bei der Gesundheit, denn Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Mein persönliches Glück habe ich glücklicherweise gefunden in meinem familiären Umfeld. Glücklich bin ich mit meiner beruflichen Tätigkeit, denn in der Versicherungsbranche kann ich jeden Tag Menschen glücklich machen.“

DR. Ralph Müller, Wiener Städtische Versicherung AG: „Glück ist kein Unglück zu haben. Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Gesundheit für die Familie, Zufriedenheit und Gelassenheit. Es soll uns der Wiener Städtischen Versicherung, mir und meiner Familie nie schlechter gehen als heute.“

Mag. Bernhard Lackner, Vertriebsvorstand Niederösterreichische Versicherung: „Glück bedeutet für mich vor allem Gesundheit. Wer gesund ist, kann sein Leben selbst gestalten, arbeiten und für seine Lieben da sein. Das ist für mich das größte Glück.“

15


Partnerschaft macht glücklich!

PRESSEMAPPE FEBRUAR 2015

LI ÖSTERREICH / FEBRUAR 2015

Herzlichen Dank an alle, die den Maklertag 2015 unterstützt haben!


47

risControl 03/15

Verstärkung für EFM in Wien Die EFM freut sich über einen weiteren Zuwachs. Klaus Brandhofer hat sein EFM Büro am Standort Wien-Landstraße eröffnet und verstärkt somit das EFM Netzwerk in der Bundeshauptstadt. Wir haben mit Herrn Brandhofer gesprochen und etwas hinter die Kulissen geschaut. Seit kurzem sind Sie als EFM Versicherungsmakler am Standort Wien-Landstraße tätig. Aus welchen Gründen haben Sie sich dazu entschieden eine Partnerschaft mit der EFM einzugehen? Um weiter wachsen zu können habe ich erkannt, dass das ohne Systemänderung nicht geht und bin seit einem Jahr hellhörig und mit offenem Blick unterwegs gewesen. Bei einer WWK– Veranstaltung zur Pensionsversicherung ist mir eine Gruppe von EFM Maklern positiv aufgefallen und das war die Initialzündung zu dieser Entscheidung. Was schätzen Sie besonders an der EFM? Ich habe vor kurzem meinen ersten Stammtisch mit einer sehr netten und interessanten Runde in Steinhäusl bei Wien erlebt. Daher kann ich sagen, dass diese Treffen wie „Kernöl für meine biologische Festplatte“ sind.  Der Erfahrungsaustausch von doch sehr ähnlich handelnden Persönlichkeiten mit dem gemeinsamen Ziel „erfolgreich bleiben und besser werden“ ist sehr wertvoll und wir profitieren alle davon. Welche Zielsetzungen an sich selbst haben Sie seitdem Sie mit der EFM kooperieren? Mein oberstes Ziel durch den Anschluss an die EFM ist neues und nachhaltiges Wachstum zu generieren und mit zufriedenen Kunden eine gesicherte Zukunft aufzubauen. Ich  sehe es als meine Herausforderung meinen Betrieb in der EFM so weiterzubringen, dass mehrere Arbeitnehmer beschäftigt werden können und alle Freude bei ihrer Arbeit für unsere Kunden empfinden. Was war Ihre erste Arbeitsstelle? Sind Sie ohne Umwege im Versicherungsbereich gelandet? Nein, meine erste sehr verantwortungsvolle Stelle war Hirte für 120 Stück Jungvieh auf einer sehr hochgelegenen Alm über dem Tiroler Lechtal. Mit Risiken was Wetterkapriolen und Unfälle betrifft, bin ich damals rasch in Berührung gekommen. Die Landwirtschaft hat mich sehr interessiert und da vor allem die Tierzucht und die

unglaublich großen Fortschritte, die damals durch Einkreuzung des amerikanischen „Brown Swiss“ in die bodenständige Tiroler Braunviehrasse erzielt wurden. Meine Eltern hatten aber neben einem Braunviehzuchtbetrieb auch eine Frühstückspension und da stellte sich immer mehr heraus, dass ich der war, der mit den Gästen besonders gut reden konnte und immer wieder nach mir gefragt wurde, wenn ich nicht im Haus war. Ich soll damals schon Ansätze eines Beratertypus gezeigt haben und das hat mich wohl auch zur Versicherungsberatung gebracht. Und außerhalb Ihres EFM Büros, wie verbringen Sie da Ihre Zeit? Meine Hobbies sind Bergsteigen und Wandern, Schifahren, Schitouren gehen, Lesen und Spanisch lernen. Diese Aktivitäten übe ich als Ausgleich zum beruflichen Alltag aus. Zum Abschluss möchten wir noch wissen, nach welchem Motto Sie leben? Leben und leben lassen! Danke für das interessante Gespräch.

INTERVIEW

Von der Alm in die Stadt


VERANSTALTUNG

48 VERAG

risControl 03/15

174

Das mysteriöse Motto Eine Feier, zwei ganz besondere Anlässe. KR Rudolf Mittendorfer feierte seinen 60. Geburtstag und die Maklerkanzlei VERAG ihr 50-Jahres Jubiläum. „50 Jahre VERAG und 60 Lebensjahre waren willkommene Gründe, mit diesem Fest Dankeschön zu sagen bei Freunden, Familie, Kollegen und Wegbegleitern. Ich freue mich außerordentlich, dass so viele Menschen sich eingefunden haben und mit mir gefeiert haben“, so Rudolf Mittendorfer über das Fest, das unter dem mysteriösen Motto „174?“ stand. Diese Zahl ergab sich neben den genannten Jubiläen u.a. aus der Anzahl der Berufsjahre von VERAG-Kooperationspartnern, dem Jubiläum des von Mittendorfer initiierten unabhängigen Wirtschaftsforum sowie aus Jubiläen der von VERAG ins Leben gerufenen Spezialberatungsinitiativen ARGE MED für Ärzte und Zahnärzte sowie ARGE IUS für Rechtsanwälte Highlights des Abends waren u.a. eine beeindruckende  Laudatio von Generali-Aufsichtsrat Dr. Hans Peer, in der er den Menschen Rudolf Mittendorfer hochleben ließ und viele berufliche Meilensteine des „Versicherungsmaklers mit Herz und Seele“ beleuchtete. Kunstvoll gestaltete Videosequenzen von Rieger Productions stellten während des Festes den visuellen Rahmen für das gesamte Programm dar, welches mit Können und Verve von der „Oarge Med Band“ bes-

chlossen wurde. Unter den Gästen das Who is who der Versicherungsbranche wie GD Robert Lasshofer und VD Erich Leiß von der Wiener Städtischen, Generali-Aufsichtsrat  Hans Peer, GD Peter Thirring, RD Otto Wurzinger und Dr. Erik Eybl von der Generali Gruppe Österreich, VD Franz Meingast und LD Franz Stiglitz - Uniqa, VD Werner Panhauser und VD Thomas Neusiedler - Helvetia, VD  Dr. Peter Loisel - VAV, Roland-Chef Mag. Strobl und Arag-Chef Dr. Effinger, Wüstenrot-VD Erwin Mollnhuber, die Maklerchefs Gerhard Heine und Helmut Bayer, Manager und Branchengrößen wie Vero-Vorstand Alois Hanousek und Greco-VD Krebs und Kurt Dolezal, Schlichtungsstellenpräsident Hellwagner, WK-Bundesobmann Riedlsperger, die WK-Fachgruppenobmänner Pilz und Mojescick , die ÖVT und ÖVM- Präsidenten Taudes und Punzl sowie zahlreiche Makler vom Burgenland bis Vorarlberg, Sektionschefin-Stv.  Beate Blaschek (BMASK) sowie Snezana Jovic (Geldmagazin), Sylvia Patsch (Ö1) und Helmut Pechlaner.


risControl 03/15

49 VERANSTALTUNG


TITELGESCHICHTE

50

risControl 03/15

GEWERBEVERSICHERUNG

Nur für Experten?

I

n Österreich gibt es über 400.000 Klein und Mittelbetriebe, sie gelten als das Rückgrat der Unternehmenslandschaft und haben wesentlichen Einfluss auf die Wirtschaftsstruktur. Laut einer Erhebung der Wirtschaftskammer Österreich im Dezember 2013 gibt es in diesen 406.000 Unternehmen über 2,2 Mio unselbstständige Beschäftige. Über 92 % dieser Unternehmen beschäftigen bis zu 9 Personen. Pro Jahr werden ca 25.000 neue Unternehmen gegründet oder übernommen. Diese Betriebe stehen einer ständig wachsenden Regulierungsflut gegenüber, immer mehr Vorschriften müssen eingehalten werden. Sowie zum Beispiel, der Ersthelfer in Arbeitsstätten, bei bis zu 19 Arbeitnehmer, also die schon erwähnten 92% der Klein- und Mittelbetriebe brauchen einen Ersthelfer, ab 20 bis 29 Arbeitnehmer müssen bereits 2 Personen als Ersthelfer zur Verfügung stehen. Ersthelfer müssen seit 1.1.2015 eine sechsstündige Erstehilfeausbildung haben, die alle vier Jahre (8 Stunden) aufgefrischt werden muss. Bei Personen, deren Führerschein nicht älter als 12 Jahre ist, ist davon auszugehen, dass sie diese Erfordernisse erfüllen. Aber nicht nur Vorschriften sind oft sehr undurchschaubar, auch im Bereich der Förderungen ist eine Flut von unterschiedlichen Möglichkeiten vorhanden. U.a. Eurostar, eine gemeinsame Initiative der Forschungsinitiative EUREKA und der EU-Kommission. Das transnationale Förderprogramm, an dem 34

Länder teilnehmen, fokussiert speziell auf forschungsintensive KMUs als Projektkoordinatoren und ist als „Initiative mehrerer Mitgliedstaaten“ gemäß Lissabon Vertrag organisiert. Als Projektpartner können auch Großunternehmen und Forschungsinstitute teilnehmen. 75 % der Fördermittel kommen vom Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, 25 % von der Europäischen Union. Erstmals werden damit 12 Forschungsprojekte mit österreichischer Beteiligung mit 3,4 Mio. Euro aus dem transnationalen Förderprogramm unterstützt. Das Projekt ComAlert unter der Federführung der österreichischen g.tec medical engineering GmbH ist das bestbewerteste Projekt im internationalen Ranking. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines EEG-Überwachungssystems in Echtzeit für Komapatienten oder Menschen mit Bewusstseinsstörungen, mit dessen Hilfe bessere Prognosen zu den Heilungschancen erstellt werden können. Partner in diesem Projekt ist eine Schweizer Universität. Es gibt auch Förderungen im Bereich Bildung und Ausbildung, mit der Lissabon Nachfolgestrategie „Europa 2020“ gibt es z. B. die Fördermöglichkeit Erasmus+, eine Möglichkeit für Jungunternehmer, die einige Zeit in einem Unternehmen eines anderen EUStaates verbringen möchten, um dort von erfahrenen Unternehmern zu lernen. Ziele sind Austausch von Ideen, Erfahrungen und Informationen zwischen Unterneh-

men, Verbesserungen des Marktzuganges und Suche nach möglichen Partnern zur Firmenneugründung in anderen EU Staaten. Wenn alle Ausbildungen abgeschlossen sind, das Unternehmen gegründet, alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten, geht es an die Absicherung. Hier hat eine Umfrage der Wiener Städtischen Versicherung ergeben, dass jedes 10. Klein- und Mittelbetriebunternehmen in Österreich überhaupt nicht versichert ist. Österreichs Unternehmen verfügen durchschnittlich über 2,9 Versicherungen. Ein- Personen Unternehmen (EPU) sind im Schnitt mit zwei Versicherungen weniger umfangreich geschützt als KMUs mit 3,4 Versicherungen. Was aber muss beachtet werden, im Bezug auf ausreichenden Versicherungsschutz, ist die Information zu gering die zur Verfügung steht oder sind so manche Gefahren nicht ersichtlich? Halten alle Versicherungslösungen das was sie versprechen oder liegt im Detail der sogenannte „Hund“ begraben? Welche Stolpersteine sind zu beachten? Gewerbevorschriften die sich pro Bundesland ändern oder bei der Landwirtschaftsversicherung die obligate Haustankstelle, die man auf keinen Fall vergessen darf bei der Absicherung. Besonderes Augenmerk muss bei EPUs auf die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung gelegt werden, diese Gefahr wird oft unterschätzt. All das sind Fragen, die nur der Berater beantworten kann und nicht der Unternehmer.


51

risControl 03/15

Die Gewerbeversicherung war in Österreich bereits vor Jahrzehnten eine Domäne der Allianz. Mit dem neuen Bündel „Allianz Business“ möchte das Unternehmen genau dort wieder hin: An die Spitze. In der Vergangenheit zu schwelgen, liegt nicht wirklich im Wesen der Allianz. Aus der Vergangenheit zu lernen und daraus neue Kraft für die Zukunft zu tanken, schon eher. Und so wie das Unternehmen bereits vor Jahren Vorreiter im Bereich Allrisk für industrielle Betriebe war, gelang mit „Allianz Business“ nun ein ähnlich großer Wurf im Gewerbebereich. „Wenn es darum geht, Gewerbekunden mit den besten Produkten in Verbindung mit einem guten Preis einzudecken, bin ich überzeugt, dass nun in der Beratung an der Allianz kein Weg vorbeiführt“, zeigt sich Michael Sturmlechner, Leiter des Ungebundenen Vertriebs bei der Allianz, selbstbewusst. Für große und ganz kleine Unternehmen Denn das neue Business Bündel biete weit mehr als nur die bereits aus dem „alten“ Produkt bekannten Deckungen der klassischen Gewerbeversicherung wie Feuer-, Leitungswasser-, Einbruchdiebstahl-, Sturm-, Rechtsschutz- und die Betriebshaftpflichtversicherung mit einer Versicherungssumme von bis zu sechs Millionen Euro. Diese Deckungen seien unabhängig von der Unternehmensgröße wichtig wie eh und je, so Sturmlechner, aber Allianz Business glänze auch mit zahlreichen neuen Deckungen, die teilweise einzigartig am Markt sind. Allianz Business ist für den gesamten KMU-Bereich entwickelt worden, dieses Rückgrat der österreichischen Wirtschaft: Und da gibt es richtig große Unternehmen ebenso wie ganz kleine, wobei speziell das Segment der Klein- und Kleinstunternehmen eine wahre Gründerwelle erfährt und mittlerweile weit mehr als 80 Prozent der österreichischen Wirtschaftstreibenden ausmacht. Arbeitnehmer oder Unternehmer? Solche nur aus dem Chef und vielleicht noch einigen wenigen Angestellten bestehenden Unternehmen haben freilich einen ganz besonderen Bedarf nach Absicherung, weil eben Wohl und Wehe des Unternehmens de facto von nur einer einzigen Person abhängen.

Michael Sturmlechner Folglich heißt bei der Allianz die frühere Betriebsunterbrechungsversicherung (BUFT) nun auch Arbeitsunterbrechungsversicherung (AUV) nach Krankheit oder Unfall – damit ist es erstmals möglich, dem Kunden eine allumfassende Lösung für sein Unternehmen und auch seine Person in einer Polizze anzubieten. Ganz einfach alles Auch die Allianz Allrisk-Versicherung für KMUs bietet in dieser Ausprägung kein anderer Mitbewerber an. So gilt etwa bei der zusätzlichen Deckung „Unbenannte Gefahren“ laut Sturmlechner die einfach zu merkende Regel: „Alles was nicht explizit vom Versicherungsschutz ausgeschlossen ist, ist versichert!“ Also auch zum Beispiel Schäden durch Ungeschicklichkeit – wenn keine unmittelbare Benützung, Beförderung bzw. Bearbeitung der Sache vorliegt. Neu ist auch die Technik-Versicherung der Allianz Business, die nun auch für innere Betriebsschäden an der Elektronik aufkommt. Und wirklich einzigartig sind die Deckungserweiterungen für Schäden durch Außergewöhnliche Naturereignisse in Hora-Zone 2, 3 und 4: Dabei gibt es auch für Betriebsunterbrechung bis zu 100.000 Euro.

TITELGESCHICHTE

Allianz drängt bei Gewerbeversicherung zurück nach oben


TITELGESCHICHTE

52

risControl 03/15

GENERALI VERSICHERUNG AG

Top-Service mit neuen Produkten Hr. Dr. Zauner, das Thema Gewerbeversicherung ist der Schwerpunkt dieser Ausgabe von risControl. Hat die Generali in diesem Bereich Produktneuerungen geplant und wenn ja, welche? Zauner: Mitte 2015 starten wir mit unserem neuen GewerbeProdukt „Betrieb&Beruf “ in die Zukunft und setzen damit einen weiteren Meilenstein im Ausbau unserer Position als Top-KMUVersicherer. Wir bieten Lösungen, die sowohl der österreichischen Unternehmenslandschaft, die vor allem durch Klein- und Mittelbetriebe charakterisiert ist, als auch dem Bedarf unserer Maklerpartner gerecht werden. Unser klares Ziel ist es, den Versicherungsbedarf von Gewerbebetrieben mit innovativen Lösungen und bester Beratungs-, Produkt- und Servicequalität optimal abzudecken. Welche neuen Produktfeatures können die Generali-Partner und ihre Kunden erwarten? Zauner: Lösungsorientiertheit wird in der Generali generell groß geschrieben und kommt in unserer neuen Produktwelt verstärkt zum Einsatz. Wir schaffen damit für unsere Partner die Voraussetzung, die Beratung durch umfangreiche technische Unterstützung zu vereinfachen und den Kunden das Thema Versicherung noch klarer und verständlicher aufzubereiten. Mit einfach aufgebauten, flexiblen und modularen Produktbausteinen setzen wir auf eine individuelle Risikoabdeckung. Klar strukturierte Produktvarianten von Classic-, über Premiumschutz bis zu speziellen Branchenpaketen garantieren optimale Beratungssicherheit für unsere Kunden und Partner. Mit umfassenden Klauselpaketen und individuellen Speziallösungen runden wir unsere neuen Produkte ab, sodass eine lückenlose Risikoabdeckung für den Kunden gewährleistet ist. Der Kunde wird die Generali-Produkte als durchgängige Einheit erleben. Ein verständlicher Produktname „Betrieb&Beruf “ und ein klar definierter Leistungsumfang sind genauso selbstverständlich wie eine einheitliche und transparente Struktur. Diese beginnt bei den Marketingunterlagen und setzt sich über den Antrag bis zur Polizze fort. Was sind aktuell die besonderen Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft?

Dr. Christoph Zauner Transport- oder Rechtsschutzrisiko ausreichend abgesichert haben. Um diesem erweiterten Versicherungsbedarf gerecht zu werden, forciert die Generali mit ihrem neuen Beratungssystem - neben den traditionellen Standard-Sparten - auch umfassende Lösungen für „Nebensparten“ wie Transport und Rechtsschutz. Gerade für Gewerbebetriebe kann die richtige Absicherung dieser Risiken eine Existenzfrage sein. So bietet die neue Transportversicherung der Generali alle notwendigen Bausteine für einen allumfassenden Versicherungsschutz standardisiert an. Weitere Einbündelungsmöglichkeiten wie z. B. die Unfall- und Reiseversicherung für KMUs sind in der Folge geplant. Bietet die Generali auch Unterstützung im Risikomanagement?

Zauner: Wir leben in einer komplexen und sehr dynamischen Welt. Dies spiegelt sich auch in der Versicherungswirtschaft wider, in der die Absicherung von Nischenbereichen in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Wir gehen z. B. davon aus, dass nach wie vor weniger als 20% aller Gewerbebetriebe ihr

Zauner: Präventives Risikomanagement gewinnt im KMUBereich immer mehr

Lösungsorientiertheit wird in der Generali groß geschrieben.


53

risControl 03/15

an Bedeutung. Daher bieten wir künftig auch zusätzliche Risikomanagement-Lösungen an. Durch das rechtzeitige Erkennen von Risiken können oft mit sehr einfachen Maßnahmen Schäden minimiert oder sogar vermieden werden. Gibt es spezielle Services, die die Generali ihren Vertriebspartnern anbietet? Zauner: Um unsere Partner in allen Bereichen optimal zu servicieren, bietet die Generali auf unterschiedlichsten Ebenen fachliche Unterstützung und Service an: Mit unseren 135 Geschäftsstellen sind wir in ganz Österreich bestens vertreten und überall direkt vor Ort. Unsere IT-Plattformen bieten technisch höchst ausgereifte

Welche Rolle spielt die neue Gewerbeversicherung in Ihrer gesamten Produktpalette? Zauner: 2014 ist die Generali Versicherung von unabhängigen Maklern als bester Gewerbeversicherer ausgezeichnet worden. Dies bedeutet uns sehr viel und ist gleichzeitig Ansporn für uns, mit der neuen Gewerbeversicherung „Betrieb&Beruf “ einen weiteren Meilenstein zur Stärkung der Generali-Philosophie zu setzen. Die Generali wird weiterhin bei allen Produkten und der gesamten Dienstleistungskette Top-Qualität anbieten und gemeinsam mit ihren Partnern den eingeschlagenen Erfolgskurs fortsetzen. Wir danken für das Gespräch.

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

KMU Offensive Bereits auf der Roadshow der Wiener Städtischen Versicherung wurde über die neue Kampagne gesprochen, nun wurde das neue Produkt vorgestellt. Die neue „Allrisk-KMU-Versicherung ist konkret auf den Zielgruppenbedarf von Unternehmen mittlerer Größe zugeschnitten. Es sind über 700 Betriebsarten versicherbar, Primärziel ist eine Absicherung gegen jene Risiken, deren Eintritt den Betrieben nachhaltige Schäden zufügen oder Existenz gefährdend sind. Die Basisdeckung FLEXA kann auf benannte (Leitungswasser, Schneedruck etc.) und unbenannte Gefahren erweitert werden (Fire, Lightning, Explosion, Aircraft Damage). Das Produkt ist in zwei unterschiedlichen Varianten erhältlich, Classic

und Premium. Die Prämien sind durch vereinbarte Höchstentschädigungen und Selbstbehalte individuell in den Varianten gestaltbar. Durch die geringe Mindestversicherungssumme von zwei Mio. Euro ist es auch für kleinere Unternehmen geeignet. „Unternehmen sind ständig Risken ausgesetzt, die nicht nur den Geschäftserfolg beeinträchtigen können, im schlimmsten Fall bedrohen sie sogar die Existenz“, erläutert Wiener Städtische Generaldirektor Mag. Robert Lasshofer. „Nur eine adäquate Absicherung gegenüber Gefahren, die das Wachstum eines Unternehmens bremsen oder sogar langfristig aufhalten können, gewährleistet eine nachhaltige Unternehmens-Entwicklung.“

Mag. Robert Lasshofer

TITELGESCHICHTE

Durch das rechtzeitige Erkennen von Risiken können oft mit sehr einfachen Maßnahmen Schäden minimiert oder sogar vermieden werden.

Unterstützung für unsere Vertriebspartner und garantieren damit maximale Beratungssicherheit. Newsletter, unsere Partner-Website sowie laufende Maßnahmen runden die Services der Generali ab und bilden die Basis für eine erfolgreiche Partnerschaft mit unseren Vertriebspartnern.


VERSICHERUNG

54

risControl 03/15

VVO

Österreich für Kinder sicher machen

K

ein getötetes oder schwer verletztes Kind mehr in Österreich - so lautet das ehrgeizige Ziel der Initiative VISION ZERO 2020. Gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit - Null Unfälle!“ erklärten Vertreter des VVO, des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und des LKH Graz gemeinsamen mit Familien- und Jugendministerin Dr. Sophie Karmasin Österreich zur kindersicheren Zone. Gezielte Informationen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten in Österreich steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindern. Rund 165.000 Kinder verunfallten im Jahr 2014 in Österreich. „Wenn es um das Leben von Kindern geht, gibt es keine Kompromisse. Jeder einzelne Unfall, der verhindert werden kann, ist ein großer Gewinn, denn unsere Kinder sind unser wertvollster Schatz, den es bestmöglich zu schützen gilt. Machen wir Österreich nicht nur zum kinderfreundlichsten sondern auch zum kindersichersten Land Europas“, so die Familienministerin Sophie Karmasin und weiter „mit unseren Elternbildungsangeboten in Form von Webinaren, Broschüren und Videos möchten wir Eltern zusätzlich unterstützen und informieren“. Seit Jahren stagniert die Zahl der in Österreich verletzten und getöteten Kinder auf hohem Niveau. „Informationsoffensiven sind wichtiger denn je - Aufklärung und Sensibilisierung müssen klar gefördert werden“, betont Dr. Peter Thirring, Vizepräsident des Versicherungsverbandes VVO. „Immer noch ist die Kindersterblichkeit nach Unfällen in Österreich mit einer Rate von 20 Unfalltoten je 1 Million Kinder unter 15 Jahren um über 20 Prozent höher als beispielsweise in Schweden

Dr. Othmar Thann (Direktor des KFV), Familienministerin Dr. Sophie Karmasin, Dr. Peter Thirring (VVOVizepräsident, Vorstandsvorsitzender Generali Versicherung AG), Kinderunfallexperte Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz (Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz) und Dr. Louis Norman-Audenhove (Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes VVO) mit einer Rate von 16 (im Jahr 2011). Nicht vergessen werden darf auch, die große Anzahl an Kindern mit schweren bleibenden Schäden“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Durchschnittlich (2010-2014) verunglückt in Österreich alle drei Minuten ein Kind unter 15 Jahre, etwa alle 2 Wochen stirbt ein Kind an den Folgen eines Unfalles in Österreich. Damit sind Unfälle im Kindes- und Jugendalter eine der häufigsten Ursachen von Todesfällen und ernsthaften Körperschäden. „Durch einfache Sicherheitsmaßnahmen wäre eine Reduktion von bis zu 100.000 Kinderunfällen jährlich durchaus vorstellbar“, so Thann. Wie eine aktuelle KFV-Studie zeigt, sehen Eltern, wenn sie an die Sicherheit ihrer Kinder denken, die Gefahren meist zuerst im Straßenverkehr, das eigene Zuhause gilt als Ort der Sicherheit. Die Realität zeichnet ein anderes Bild: Nur zwei Prozent der Kinderunfälle betreffen den Straßenverkehr. 75 Prozent der Unfälle passieren zu Hause und in der Freizeit (ca. 123.000 verletzte Kinder unter 15 Jahren

im Jahr 2014), mehr als 20 Prozent ereignen sich in der Schule und beim Schulsport. Die meisten Unfälle sind Stürze. „Durch die Stärkung des elterlichen Risikobewusstseins sowie einfache Sicherheitsmaßnahmen, lassen sich Haushalte im Handumdrehen kindersicher gestalten und Unfälle vermeiden. Kinderunfallexperte Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz ergänzt: „Natürlich gehören kleine Verletzungen zum Aufwachsen und der Entwicklung eines Kindes dazu und verheilen ja meist auch schnell. Unentschuldbar sind allerdings jene Unfälle, bei denen sich Kinder aufgrund von fehlenden Schutz- oder Sicherheitsmaßnahmen so schwer verletzen, dass sie bleibende Schäden davontragen oder gar sterben. Der Großteil dieser Unfälle könnte meist auf einfache Weise vermieden werden.“ Denn jeder einzelne Kinderunfall, der verhindert werden kann, ist bereits ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung der „Vision Zero 2020“.

VIENNA INSURANCE GROUP

Kroatien

D

ie VIG hat ihre Position in Kroatien verstärkt, mit einer Prämiensteigerung von 3,4 % konnte der 4. Marktrang mit einem Marktanteil von 8,4 % erreicht werden. Insgesamt erzielte die Konzerngesellschaft damit Prämien von rd. 715 Mio. Kuna (rd. 91 Mio. Euro). „Der kroatische

Versicherungsmarkt ist nach dem EU-Beitritt im Umbruch. Die Vienna Insurance Group hat sich mit einem konzentrierteren Marktauftritt in Kroatien neu aufgestellt. Sehr erfolgreich haben unsere Konzerngesellschaften die Chancen genützt und sind über dem Markt gewachsen“, so Peter Hagen, CEO.

Peter Hagen


INSERAT – tstarife i e k g i r unfäh Berufs t noch besse z t e j

Auf das Glück vertrauen? Oder:

Plan B. Karriere. Wünsche. Ziele. Um all Ihre Pläne zu fi nanzieren, verlassen Sie sich auf Ihre Arbeitskraft. Doch was, wenn die Arbeitskraft Sie verlässt? Durch Unfall, Krankheit oder andere Schicksalsschläge? Verschließen Sie nicht die Augen, sorgen Sie vor – mit Plan B, der Berufsunfähigkeitsversicherung der NÜRNBERGER.

N Ü R N B ERG ER Ve r sic h e r un g AG Ö s t e r r eic h Te l e f o n 0 5 0 4 4 8 - 9 10 0 , w w w. nu e r nb e r g e r. a t


VERSICHERUNG

56

risControl 03/15

ALLIANZ ÖSTERREICH

Jahreszahlen

D

ie Allianz Versicherung hat die Zahlen des Jahres 2014 veröffentlicht, die Prämieneinnahmen stiegen um 2,5 % auf über 1,3 Mrd. Euro, die Combined Ratio verbesserte sich auf 94,4 %. In allen Geschäftsfeldern wurde ein Prämienplus erreicht, alleine beim Einmalerlag im Lebensversicherungsbereich ein Zuwachs von 40,5 % auf 41,3 Mio. Euro. In der Unfallversicherung ein Wachstum um 5,7 %, in der Krankenversicherung um 2,8

% und im Schaden-Unfall Bereich um 1,1 %. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle sind leicht unter das Vorjahresniveau

gesunken. „Im Jahr 2014 haben wir Leistungen in Höhe von insgesamt 967,6 Millionen Euro an unsere Kunden ausbezahlt“, erklärte Dr. Wolfram Littich. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen hatten wir ein außerordentlich gutes Jahr“, betonte Littich. Die Allianz konnte dabei das beste versicherungstechnische Ergebnis in ihrer Geschichte erzielen: Nach 61,1 Mio.Euro im Vorjahr stieg das versicherungstechnische Ergebnis um 26,8 %auf 77,5 Mio. Euro. Auch das Investmentergebnis wurde um 3,7 % auf 199,3 Mio. Euro gesteigert. Das EGT legte um 8 % auf 110,1 Mio. Euro zu.

laube. Der Trend hält auch heuer an, laut Prognose des österreichischen Reiseverbandes. Vorstandsvorsitzender Mag. Wo l f g a n g Lackner: Die Nachfrage nach Wellnessaufenthalten, Städtereisen, Wochenendtrips, Kulturreisen, aber auch nach kurzen Wander- und Sporturlauben nimmt zu und somit auch der Bedarf an

einer maßgeschneiderten Absicherung damit verbundener möglicher Risiken.“ Um umfangreich das ganze Jahr abgesichert zu sein, empfiehlt er eine Jahres-Reiseversicherung, die in den Varianten Standard und Plus erhältlich ist, sowohl mit als auch ohne Stornoschutz. Übrigens die Fenstertage fallen heuer wie folgt: Beginnend mit dem Ostermontag (6. April), laden im Mai/Juni der Staatsfeiertag (1. Mai), Christi Himmelfahrt (14. Mai), Pfingstmontag (25. Mai) und Fronleichnam (4. Juni), der Nationalfeiertag (26. Oktober) und Maria Empfängnis (8. Dezember) zu diversen Kurztrips ein. Zum Jahresende verlängert dann noch einmal der erste Weihnachtsfeiertag (25.12.) das Wochenende.

Dr. Wolfram Littich

Kurzurlaube

D

er Feiertagskalender 2015 erleichtert Kurzurlaube, denn ab April stehen, über das Jahr verteilt, acht bundesweite Feiertage unter der Woche zur Verfügung, die sich mit wenigen Urlaubstagen zu einem verlängerten Wochenende für einen Kurzurlaub oder einfach einer kleinen Auszeit ausbauen lassen. Solche Gelegenheiten werden auch genützt, im Vorjahr unternahmen die Österreicher, hochgerechnet aus den ersten drei Quartalen, über 18 Millionen Urlaubsreisen, davon mehr als neun Millionen mit einer bis drei Nächtigungen (Quelle: Statistik Austria). Besonders beliebt sind Städtereisen innerhalb Europas sowie Thermen- und Wanderur-

Yacht Versicherung

I

n Zusammenarbeit mit der Generali Österreich entwickelten Dr. Helmut Tenschert und Walter Schuster eine Versicherungslösung für Motor- und Segelyachten mit Heimathafen im Mittelmeer. Das Angebot umfasst alle wichtigen Elemente der Allgefahrendeckung gegen feste Taxen. (3 Varianten). Es sind Selbstbeteiligungen von 2.000 Euro bis 4.000 Euro wählbar. Der Schwerpunkt

dieses Deckungskonzeptes liegt darin, elementare und realistisch auftretende Risken vollständig abzudecken und „nutzlose Showrisken“ wie etwa grobe Fahrlässigkeit, die nur unter Ausschluss von Skipper und Eigner gedeckt sind, wegzulassen. Ebenfalls wird auf Schadenfreiheitsrabatt verzichtet.


57

risControl 03/15

VERSICHERUNG

NÜRNBERGER

Facelifting

D

ie Nürnberger Versicherung hat ihren Berufsunfähigkeitsprodukten, Plan B und BUZ, ein Facelifting verpasst. Seit Anfang des Jahres präsentieren sich die Tarife mit zahlreichen Neuerungen. Die Verbesserungen reichen von einer Anfangshilfe bis zu € 6.000 über die Beteiligung an Umorganisationskosten bis hin zu noch umfassenderen Nachversicherungsgarantien. „Von Letzteren profitieren

vor allem junge Leute. Weiteres Highlight: Wir haben in fast allen Berufsgruppen die Gewinne für unsere Kunden erhöht. Je nach Gewinnverwendung bedeutet das günstigere Prämien oder mehr Gewinnguthaben. Auch unsere Vertriebspartner profitieren von unserer neuen BU: In der Gewinnverwendungs-Variante „Verrechnung“ können sie sich über höhere Provisionen freuen“, so Philipp Steiner, Mitglied des Vorstandes.

Philipp Steiner

OBERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG

Existenzkasko

E

in interessanter Name für ein interessantes umfangreiches Produkt. Erstmalig auf dem österreichischen Versicherungsmarkt werden die drei größten Risiken .(Berufsunfähigkeit, Unfall und Tod) für Menschen im Alter von 18 bis 40 Jahren, in einem Bündel abgesichert „Mit der ExistenzKasko© geht die Oberösterreichische dieses Thema punktgenau an und holt junge Menschen in der Aufbauphase ihres Lebens, wo das verfügbare Einkommen zumeist noch eher schmal ist, ab“, so Generaldirektor Dr. Josef Stockinger. Berufsunfähigkeit - Bei Berufsunfähigkeit

während der Versicherungsdauer wird einmalig ein Betrag von 6.000 € sowie ab Beginn der Berufsunfähigkeit eine monatliche Rente von 600 € ausbezahlt. Diese Rentenleistung wird für maximal 60 Monate ausbezahlt und soll die berufliche Neuorientierung unterstützen und den in dieser Phase entstehenden Einkommensausfall abfedern. Mit dem Wegfall der Berufsunfähigkeit endet auch die Rentenleistung; Unfall mit schweren Dauerfolgen - Tritt als Folge eines Unfalls eine dauerhafte Beeinträchtigung mit einem Invaliditätsgrad von mehr als 50 % ein, erfolgt eine Leistung von 60.000 €. Zwischen

50 und 100 % Dauerinvalidität steigt diese Versicherungsleistung linear auf maximal 120.000 € an. Im Todesfall werden sofort 60.000 € als Soforthilfe für die Hinterbliebenen ausbezahlt. Die Prämien sind effizient gestaltet und die monatliche Prämienleistung bemisst sich dabei nach dem Eintrittsalter. Ändert sich die Lebenssituation etwa durch Heirat, Geburt der Kinder, Hausbau, Kreditaufnahme oder durch eine wesentliche Gehaltserhöhung, wird eine Verdoppelung des Schutzschirmes und der Leistungszusagen ohne eine neuerliche Risiko- und Gesundheitsprüfung angeboten.

AURICULUM

Das Wirtschaftsportal für Risikomanagement, Kapitalschutz und Vermögensaufbau Lesen Sie uns auf www. auriculum.at


VERSICHERUNG

58

risControl 03/15

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG

Frau sein

D

ie Wiener Städtische Ve r s i c h e rung hat passend zum Weltfrauentag am 8. März mit dem Vorsorgeprogramm WOMANplus ein speziell auf die Bedürfnisse von Frauen abgestimmte Produkte auf den Markt gebracht. Es ist erwiesen, dass Frauen in vielen Belangen gesundheitsbewusster

sind als Männer, beispielsweise in Bezug auf die Themen „Prävention und Vorsorge“. „Beruf, Familienplanung, Weiterbildung: Frauen müssen oft vieles unter einen Hut bringen – mit WOMANplus möchten wir sie dabei unterstützen. Die Dr. Judit Havasi neue Gesundheitsvorsorge überzeugt, unter anderem auch mit leistbaren Prämien“, so Wiener Städtische

Generaldirektor-Stellvertreterin Dr. Judit Havasi. Frauen, die 2015 eine neue Sonderklasseversicherung abschließen, erhalten einmalig eine Gutschrift in der Höhe einer Jahresprämie bei Geburt des Kindes. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass diese bei Geburt des Kindes bereits seit einem Jahr besteht. Weiters fällt bei Neuabschluss einer „MEDplus Sonderklasse“ bei den günstigen Selbstbehaltstarifen für Neukundinnen fünf Jahre lang der Selbstbehalt weg – bei Neukundinnen unter 40 mit einem Privatarzttarif SMART sogar bis zum 45. Lebensjahr.

cherung erhöhten sich auf 29 Mrd. Euro. Die Netto Erträge aus den Kapitalanlagen stiegen um 10,8 %. Dieser Zuwachs resultiert vor allem aus der langfristigen Investmentstrategie, die bereits jetzt auf die kommenden Herausforderungen von Solvency II und Risikokapitalmanagement ausgerichtet ist. Das Konzernergebnis liegt leicht über dem Vorjahresniveau. Das Gesamteigenkapital der Gruppe stieg um 11,4 % auf 3.1 Mrd. Euro. Der Hypo Belastung heuer liegt bei 25 Mio. Euro, letztes Jahr war der Schuldenschnitt mit 35 Mio. Euro Abschreibung zu Lasten gegangen, wobei man

dagegen auch geklagt hat. Der Konzern ist in 19 Ländern vertreten und erstmals in der Unternehmensgeschichte werden mehr als 10 Millionen Kunden betreut. Für heuer erwartet der Konzern einen weitern Anstieg des EGT im zweistelligen Prozentbereich, basierend auf weiteren operativen Verbesserungen im Kerngeschäft und wachsenden Märkten in Osteuropa. Dies setzt ein stabiles Kapitalmarktumfeld, eine moderate Verbesserung des wirtschaftlichen Umfelds und eine Schadenbelastung durch Naturkatastrophen, die im normalen Rahmen bleibt, voraus.

UNIQA VERSICHERUNG

Ergebnis

D

ie Zahlen der UNIQA Versicherung wurden veröffentlicht. Hier in Kürze, das EGT konnt auf 377,9 Mio. Euro verbessert werden (ein Plus von 22,9 %). Das Combined Ratio ist um 0,3 % auf 99,5 % gesunken. Die Kosten konnten wieder um 79 Mio. Euro gesenkt werden, der Schrumpfkurs macht sich bezahlt. Die verrechneten Prämien sind um 3 % auf über 6 Mrd. Euro gesteigert werden. Die Dividendenausschüttung soll um 20 % auf 42 Cent pro Aktie erhöht werden. Die Kapitalanlagen inkl. der Kapitalanlagen der fonds- und indexgebundenen Lebensversi-

VAV VERSICHERUNG

Belohnung für Perpedesritter

D

ie VAV Versicherung reagiert auf das geänderte Mobilitätsverhalten der Österreicher. Im urbanen Bereich, zeigen statistische Erhebungen, sinken die Kilometerleistungen der heimischen Kraftfahrzeuge deutlich. Ebenso nimmt die Zahl der neu zugelassenen bzw. gebrauchten PKW ab. Genau für die Zielgruppe die ihr KFZ nur für maximal 10.000 Kilometer pro Jahr einsetzt, gibt es in der Vollkaskoversicherung Prämiennachlässe bis zu 35 %. In der

Haftpflichtvariante 30 % und beim Teilkasko 25 % Rabatt. Die rabattierten Prämien gelten grundsätzlich für Autos mit einer Motorleistung bis zu 81 kW (110 PS) und somit für jene Modelle, die von mobilitätsbewussten Wenigund Freizeitfahrern bevorzugt angeschafft werden. In Wien und den Landeshauptstädten St. Pölten, Linz, Salzburg, Graz, Klagenfurt und Innsbruck können die Extra-Rabatte für Autos jeder Leistungsklasse, auch für jene mit mehr als 81 kW, genutzt werden.


generali.at/partner

Ich hab’ mich abgesichert!

INSERAT Wolfgang K., 45, Firmeninhaber, Wien

Verstanden:

ng u r e h c i s r e bev li. Die Gewer & Beruf der Genera für Betrieb

NG HERU

ERSIC

RBEV

GEWE

ng AG

icheru

li Vers

ra Gene

tz 1. Pla g

un twert Gesam

Um zu verstehen, muss man zuhören. Sicherheit für Ihren Betrieb. Ihr Unternehmen ist stetigen Änderungen und kontinuierlichem Wandel unterworfen. Die neue modulare und fexibel gestaltbare Gewerbeversicherung der Generali bietet maßgeschneiderte Lösungen zur optimalen Absicherung Ihrer Sach- und Vermögenswerte und schützt so vor den Folgen unvorhersehbarer Ereignisse.

Unter den Flügeln des Löwen.


VERSICHERUNG

60

risControl 03/15

VERSICHERUNGSVERBAND ÖSTERREICH

Ergebnisse

D

ie vorläufigen Zahlen der Ergebnisse der österreichischen Versicherungswirtschaft wurden veröffentlicht. Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär des österreichischen Versicherungsverbandes: „Erste Berechnungen zeigen für das Geschäftsjahr 2014 sowohl in der Lebensversicherung wie auch in der Krankenversicherung und in der Schaden-Unfallversicherung ein Prämienwachstum. Insgesamt vermerkt die österreichische Versicherungswirtschaft

im vergangenen Jahr einen Anstieg der Prämieneinnahmen um 3,3 % auf 17,1 Mrd. Euro. Die gesamten Versicherungsleistungen des Jahres 2014 beliefen sich auf 14,2 Mrd.Euro – das ist ein Plus von 9,9 % im Vergleich zum Vorjahr“. Die Prognosen für heuer sind nicht so positiv. Es wird ein Prämienwachstum von 0,6 % angenommen, wobei im Lebensversicherungssegment sogar mit einem Rückgang von 2 % gerechnet wird.

Lebensversicherung Das Prämienvolumen konnte im Vergleich zum Vorjahr ein Prämienplus von 2,9 % verzeichnen und liegt damit bei ca 6,8 Mrd. Euro. Bei der prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge bestehen mittlerweile bei den heimischen Versicherungsunternehmen rund 1,5 Millionen Verträge, das PrämienDr. Günter Geyer VVO Präsident und Dr. Louis volumen daraus beläuft sich auf Norman Audenhove Generalsektretär rund 1 Milliarde Euro. Die Ein-

malerläge verzeichneten mit einem Prämienvolumen von 1,6 Milliarden Euro ein Plus von 41,7 %, was auf die gesetzliche Änderung der Laufzeit bei der Generation 50+ zurückzuführen ist. Krankenversicherung Für 2014 weist die private Krankenversicherung ein voraussichtliches Plus von 3,3% auf, mit einem Gesamtprämienvolumen von 1,9 Mrd. Euro. Die Leistungen nahmen um 3,4 % zu. Schaden- Unfallversicherung Das Prämienvolumen der Schaden-Unfallversicherung (inklusive Kfz-Haftpflichtversicherung) wuchs 2014 auf 8,5 Mrd. Euro an und zeigte somit eine Steigerung von 2,8 %. Die Leistungen in der Schaden-/Unfallversicherung verharren mit 5,9 Mrd. Euro auch im Jahr 2014 auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Leistungen in der Schaden-Unfallversicherung damit nochmals um 8,7 %.

VAV VERSICHERUNG

Deckung und Bonus

D

ie VAV-Versicherung bietet für Elektro- und Hybridfahrzeuge einen erweiterten Deckungsumfang an. Im Wesentlichen beinhaltet das Paket Schäden die während des Ladevorganges auftreten, wie Bedienungsfehler und Ungeschicklichkeit beim Hantieren mit den Akkumulatoren, Schäden durch Kurzschluss, Überstrom, Überspannung und indirekten Blitzschlag, sowie das Versagen von Mess-, Regel- und Sicherheitseinrichtungen, Material-, Konstruktions- und Ausführungsfehler der Ladestationen. Auch Beschädigungen durch Dritte, sei es durch Unachtsamkeit oder sogar Vorsatz, sind inkludiert. Dr. Norbert Griesmayr, Generaldirektor der VAV: „Es ist uns wichtig, das richtige Produkt zur richtigen Zeit anzubieten. Elektro- und Hybrid-

Fahrzeuge sind ein großes Thema. Daher hat das E-Autopaket das Zeug zur Erfolgsgeschichte.“ Die Prämiengestaltung für das Paket, das im Rahmen des Teilkasko- und Vollkasko-Tarifs gewählt werden kann, ist moderat. Für Versicherungswerte bis 10.000 Euro kommt die Prämie auf lediglich 70 Euro im Jahr, in der mittleren Preiskategorie von 10.000 bis 15.000 Euro beläuft sie sich auf 110 Euro und auf 150 Euro bei einem Versicherungswert von mehr als 15.000 Euro. Auch die Bonusprovision wird 2015 auf Verträge bestimmter Automodelle ausgeschüttet. Sie ist nicht an Mindestumsätze gebunden, sondern gilt ab dem ersten Abschluss. Berechnet wird die Bonusprovision als Zuschlag auf die Basisprovision bei Kfz-Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskotarifen. Die Extravergütung gibt es für eine

Dr. Norbert Griesmayr Reihe beliebter Fahrzeugmodelle, die allesamt Spitzenplätze in der Zulassungsstatistik belegen. Insbesondere erwähnenswert ist, dass die Bonusprovision bei neun der Top-10 der Zulassungsstatistik zum Tragen kommt. VW Golf, VW Polo Hyundai i20, Skoda Octavia Renault Mégane, Ford Focus sind in der Reihe der Long- und Bestseller zu finden, die eine zusätzliche Provision wert sind.


Denk mit

PUNKTEN punkten!

INSERAT MaklerService Der SteffShop ist das UNIQA Bonuspunkteprogramm für Makler. „„Prämie

vermitteln sammeln „„Waren / Gutscheine einlösen

www.uniqa.at

Werbung

„„Punkte


VERANSTALTUNG

62

risControl 03/15

UNIQA ÖSTERREICH

Kinder Camp Die UNIQA Österreich lädt wieder zum eintägigen „Fit aufwachsen Camp“ ein. Insgesamt können 210 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren und deren Eltern lernen gesünder zu Essen und fitter zu werden. Denn Österreichs Jugend lebt zu ungesund. In der Schule zuhören, Hausaufgabe machen, Fernsehen oder Computerspielen sind Aktivitäten die den Alltag vieler Jugendlicher begleiten. Kein Wunder also,

dass die meisten von ihnen zu viel sitzen und zu wenig Bewegung machen. Auf die Youngsters warten vier Foodstops bei denen u. a. die Fragen beantwortet werden: Wie funktioniert die Ernährungspyramide? Wie sieht eine gesunde Jause aus? Außerdem lernen die Jugendlichen LebensmittelVerpackungen zu verstehen und das eigene Ernährungsverhalten zu hinterfragen. Zudem gibt es ein Krafttraining und eine

GPS-Schatzsuche. Während die Kinder mit den Experten spielerisch Erfahrungen machen, werden die Eltern in eigenen Gruppen zu den einzelnen Themen beraten. In den Vorträgen erfahren sie, wie sie ihre Kinder überzeugen, statt Süßigkeiten Obst zu essen oder statt vor dem Fernseher zu sitzen, Sport zu treiben. Die Teilnahme ist kostenlos möglich. Anmeldung unter: www.uniqa-fitaufwachsencamp.at

Träume in der Pension stehen. Im Zentrum steht das sogenannte TraumLos, das nicht nur zur Kontaktaufnahme mit den Kunden führen soll, sondern auch die Möglichkeit eines Gewinnes bietet. Pro Quartal werden 500,-- Euro

als Zuschuss für die Verwirklichung eines individuellen Traumes verlost. Die Teilnahme ist genauso online möglich. Die Kampagne ist bis Ende Jänner 2016 geplant und umfasst gleichzeitig Printund Online Maßnahmen.

ÖBV BEAMTENVERSICHERUNG

Traumlos Die ÖBV Versicherung unterstützt ihre umfangreiche Kampagne „Bedarfsgerechte Altersvorsorge“ unter anderem auch mit einem Gewinnspiel. Der Slogan „Auf die Träume, fertig los!“ zeigt Ballone, die für die individuellen

UNIQA ÖSTERREICH

„Ludwig goes Pop“ „Ludwig goes Pop“ das ist derzeit das Motto im mumok. Als Hauptsponsor durfte UNIQA Österreich die moderne Pop Art bereits vor der offiziellen Eröffnung präsentieren. Im Rahmen der ArtCercle Veranstaltungen wurden rund 100 Gäste zur Preview der modernen, frechen und witzigen Ausstellung geladen. Die Begrüßung der Gäste übernahm Hartwig Löger: „Als größter Kunstversicherer ist es uns ein Anliegen, die Kunst mit der Gesellschaft zu verknüpfen. Ich wünsche uns eine interessante Begegnung mit der Pop Art.“ Ermöglicht haben die Ausstellung das Ehepaar Peter und Irene Ludwig, die Mitte der 60er Jahre damit begannen, Kunst amerikanischer Pop-Art-Künstler zu sammeln. Mumok-

Direktorin Karola Kraus: „Wir verdanken diese Ausstellung heute dem Mut und der Weitsicht des Ehepaars Ludwig. Bedanken möchte ich mich nicht nur bei UNIQA Österreich, einem unserer wichtigsten Partner, sondern auch bei unserer Kuratorin Susanne Neuburger, die das Unmögliche wieder möglich gemacht hat.“ Die Ausstellung zeigt 100 Werke aus der Sammlung des deutschen Industriellenpaars. Zu den beeindruckendsten Werken der Ausstellung zählen die Comic-Motive des

amerikanischen Künstlers Andy Warhol sowie Werke von Roy Lichtenstein, die mit klaren, kräftigen Farben die Moderne der 60er Jahre zum Ausdruck bringen.


63

risControl 03/15

Kunst im Turm Am 17. Februar wurde die neue Ausstellung der Reihe „Architektur im Ringturm“ von Dr. Rudolf Ertl, Vorstandsmitglied des Wiener Städtischen Versicherungsvereins, S.E. Pero Janković, Botschafter der Republik Serbien in Österreich sowie den Kuratoren Prof. Adolph Stiller und Bojan Kovačević eröffnet. Die Ausstellung präsentiert die serbische Architekturlandschaft und spannt einen Bogen von den Wegbereitern moderner Architektur in den 1920-er und 1930-er Jahren bis hin zur Bauproduktion zwischen 1945 und 1980 - einer Epoche, in der die Moderne als „staatstragende Stilrichtung“ etabliert wurde. Die Ausstellung ist bis 2. April im Ringturm zu sehen.

Bojan Kovacevic, Kurator, Dr. Rudolf Ertl, Vorstandsmitglied Wiener Städtische Versicherungsverein, Adolph Stiller, Kurator & S.E. Pero Jankovic, Botschafter der Republik Serbien in Österreich

ERGO AUSTRIA

Unterstützung Die ERGO Austria und Wiens mobiles Kinderhospiz MOMO sind jetzt Freunde. Die Idee, regelmäßige private Unterstützerinnen und Unterstützer - „Freunde“ - zu gewinnen, wurde weitergedacht und auf Unternehmen ausgeweitet. So soll der MOMO Freundeskreis weiter wachsen. MOMO wurde von Caritas, Caritas Socialis und MOKI-Wien, mobile Kinderkrankenpflege, gegründet. Es wird eng mit Kinderspitälern, Kinderabteilungen und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammengearbeitet. Seit März 2013 betreut das mobile Kinderhospiz rund 70 Familien im Großraum Wien. Um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen wurde die „Freundschaftsidee“ geboren. Bisher übernahm diese Aufgabe Schauspielerin und Regisseurin Kristina Sprenger. Im Jahr 2015 wird ein neuer

Botschafter das Kinderhospiz vertreten. „Gemeinsam mit ERGO haben wir die Idee weitergedacht und auf Unternehmen ausgeweitet. Wir freuen uns sehr, dass ERGO unser MOMO-Unternehmensfreund ist und danken herzlich für die treue Unterstützung. Unser Kinderhospiz finanziert sich derzeit ausschließlich durch Spenden, und wir freuen uns über jede finanzielle Unterstützung“, erklärt Dr. Martina Kronberger-Vollnhofer. . „Wir legen bei unserem sozialen Engagement den Fokus auf karitative Einrichtungen, die sich der Verbesserung von schwierigen Lebenssituationen von Menschen verschrieben haben. Das mobile Kinderhospiz MOMO erfüllt hervorragend diese Aufgabe“, erklärt Mag. Josef Adelmann, Vorsitzender der ERGO Versicherung AG, die MOMO Freundschaft.

VERANSTALTUNG

WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG


VERANSTALTUNG

64

risControl 03/15

ZÜRICH VERSICHERUNG

Oscarreif Der Film Zurich hat Vertriebspartner aus ganz Österreich ins Kino eingeladen – zur Vorführung des Oscar-prämierten Films „The Imitation Game“ und zur Präsentation ihrer neuen innovativen Produkte. Mehr als Tausend Vertriebspartner sind der Einladung gefolgt und freuten sich über diese neue Art der Infotainment-Veranstaltung: Kurzweilige Information über die Erweiterung des Lebensversicherungsportfolios, emotionaler Kurzfilm zur Thematik Berufsunfähigkeit und Präsentation einer Oscar-prämierten Hollywoodproduktion. Die Produkte Grundfähigkeitsschutzbrief Eines der neuen innovativen Produkte ist die Grundfähigkeitsvorsorge, ein „Schutzbrief für die alltäglichen Fähigkeiten“, der bei Verlust von nur einer von 12 Grundfähigkeiten, wie beispielsweise Gehen, Sehen, Sprechen, Hören oder Knien/Bücken, eine monatliche Rente für die gesamte Dauer der Beeinträchtigung bzw. bis zum vereinbarten Vertragsende ausbezahlt. Geleistet wird, wenn eine Beeinträchtigung für voraussichtlich 6 Monate besteht – ob man im Fall des Falles weiterarbeiten kann oder will, ist für die Auszahlung unerheblich. Anders als bei der Unfallversicherung spielt es bei der Grundfähigkeitsversicherung auch keine Rolle, wie es zur Beeinträchtigung kam. Ein Leistungsfall ist auch gegeben, wenn Autofahren nicht mehr möglich ist, eine gerichtliche Anordnung der Betreuung erfolgt oder eine Pflegebedürftigkeit besteht. Das Eintrittsalter liegt bei mindestens fünf Jahren, wenn Schuleignung festgestellt wird, sonst bei sieben Jahren und endet mit 62 Jahren.


65

risControl 03/15

Risikoprüfung auf Knopfdruck Begleitet wird die Produkteinführung von einer Serviceinnovation. Mit „WebLife“ stellt Zurich ein neues Kalkulationstool vor, mit dem die Grundfähigkeitsvorsorge sowie die Berufsunfähigkeitsversicherung schnell und einfach beantragbar sind. Das Highlight des Tools ist die Online-Risikoprüfung „RiZiko-Check“, mit der der Vermittler auf Knopfdruck eine Risikoeinschätzung direkt beim Kunden erhält. Zurich Flex Invest Eine Innovation im Bereich der Altersvorsorge, ein Hybridprodukt zwischen einer klassischen und einer fondsgebundenen Lebensver-

sicherung. Die Bandbreite für die klassische Veranlagung im Zurich Flex Invest beträgt zwischen 10 und 50% der Prämie und kann innerhalb dieses Rahmens jederzeit geändert werden. Damit besteht die Möglichkeit, flexibel mit dem Markt mitzugehen. Flexibilität bietet auch die Auswahl an Investmentfonds: Dabei entscheiden die Kunden, ob sie die Fonds selbst zusammenstellen oder stattdessen die – nach Risikobereitschaft vorselektierten – Baskets nutzen wollen. Zur Verfügung stehen die drei Baskets: ausgewogen, dynamisch und progressiv. Es kann jederzeit auf das angesparte Kapital zugegriffen werden und auch Zuzahlungen sind flexibel möglich. Die Laufzeit beträgt mindestens 10 Jahre, die Mindesteinzahlung pro Monat 35 Euro. Es gibt keine ärztliche Gesundheitsüberprüfung. Die Auszahlung am Laufzeitende erfolgt als einmalige Kapitalauszahlung oder als lebenslanger Rente.

Meinung Neue Produkte mit Potenzial und Verantwortung? Christine Theodorovics, Vorstandsdirektorin Life & Marketing: Als Versicherer übernehmen wir für unsere Kundinnen und Kunden eine wichtige soziale Verantwortung. Auch wenn Politik und Medien oft ein anderes Bild zeichnen, gibt es dringenden Handlungsbedarf, was die private Vorsorge betrifft. Dabei wollen wir keineswegs die staatliche Vorsorge in Frage stellen, sondern die Notwendigkeit aufzeigen, diese um die private und die betriebliche Vorsorge zu ergänzen. Mit dem in der Roadshow vorgestellten Flex Invest setzen wir genau hier an und bieten eine wertvolle Erweiterung unseres Produktportfolios. Der Flex Invest ist ein Hybridprodukt, das das Beste aus der klassischen und der fondsgebundenen Produktwelt vereint. Außerdem war unser Anspruch, das Produkt so flexibel zu gestalten, dass individuell auf das Risikobewusstsein unserer Kundinnen und Kunden eingegangen werden kann. Im Vorfilm wurde eindrucksvoll die Notwendigkeit einer BU-Versicherung aufgezeigt. Was tun Personen, die sich keine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten können, oder einer Berufsgruppe angehören, die nur schwer oder gar nicht versicherbar ist? Genau hier setzt unser Grundfähigkeitsschutzbrief an. Er bietet all jenen, für die eine Berufsunfähigkeit nicht in Frage kommen, eine attraktive Alternative. Konkret profitieren Menschen, die aufgrund von berufstypischen Erkrankungen wie z.B. Allergien in der Berufsunfähigkeit nicht versicherbar sind, genauso wie Hausfrauen, Kinder,

Berufssportler, Künstler oder Handwerker oder all jene, die sich die eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht leisten können oder wollen, von dieser Lösung. Damit greifen wir auch mit dieser Produktinnovation unsere soziale Verantwortung auf. Der Bedarf für diese Produkte ist jedenfalls sehr hoch. Wie wir ja auch bei der Präsentation gehört haben, haben in Österreich nur unter 3% aller Erwerbstätigen für das Risiko der Berufsunfähigkeit vorgesorgt, während in Deutschland die Versicherungsdichte schon bei etwa einem Drittel liegt.

VERANSTALTUNG

Die monatliche Mindestprämie beträgt 10 Euro, die Mindestrente 250 Euro im Monat.


VERANSTALTUNG

66

risControl 03/15

Meinung Haben die vorgestellten Produktneuerungen Potential? Klaus Riener, Landesdirektor Oberösterreich: Definitiv. Es ist das hohe Innovationspotential, mit dem die Produktneuerungen punkten werden. Unsere Maklerpartner müssen die existentiellen Risiken ihrer Kundinnen und Kunden abgesichert wissen und Zurich bietet dafür mit dem nun erweiterten Produktportfolio die notwendigen Lösungen. Das einfache und klare Produktdesign bildet außerdem die Wünsche unserer Vertriebspartner ab. Was ist Ihnen bei der Kommunikation mit den Vertriebspartnern am wichtigsten? Für uns ist vorrangig, dass wir mit unseren Vertriebspartnern auf gleicher Augenhöhe kommunizieren. Wir holen auch regelmäßig das Feedback unserer Maklerpartner zu unseren Dienstleistungen ein und versuchen, dieses, wo immer möglich auch zu berücksichtigen. Vor dem Hintergrund einer immer komplexer werdenden Versicherungswelt bemühen wir uns um größtmögliche Transparenz und suchen dabei den offenen Dialog mit unseren Partnern. Die Roadshow hat ein komplett anderes Format als üblich, wie war das Feedback der Teilnehmer? Ausgesprochen positiv. Die Entscheidung, von der klassischen Produktpräsentation abzurücken, war genau richtig. Das Format bot uns die Möglichkeit, die Produkte vorzustellen, ohne dabei ins Detail zu gehen – das übernehmen unsere Spezialisten danach. Und sowohl über den Betriebsunfähigkeits-Kurzfilm als auch den oscarprämierten Blockbuster wurde noch beim informellen Get-together im Anschluss viel diskutiert. Was nehmen Sie persönlich mit? Die schöne Bestätigung, dass es bei unserem Job um so viel mehr als bloßen Produktverkauf geht. Als Versicherung bieten wir Lösungen, die die Existenzen unserer Kundinnen und Kunden absichern und damit nehmen wir eine wichtige soziale Verantwortung wahr.


67

risControl 03/15

und Führungskräfte von Versicherungsunternehmen

PENSION PROVISION PENSION WARUM?

WARUM?

PROVISION

Casineum Velden, 18. - 19.06.2015

CASINEUM VELDEN, 18. - 19.06.2015 DONNERSTAG, 18.06.2015 10.30 Uhr:

Begrüßung und Themeneinführung

DONNERSTAG, 18. 6. 2015, „VORSORGE“ Präs. GD Prof. Elisabeth STADLER

Bundesobmann Gunther RIEDLSPERGER

10.30 Uhr: Begrüßung und Themeinführung11.00 Uhr: Präs. GD Prof. Elisabeth Stadler Bundesobmann Gunther Riedlsperger

15.35 - 16.00 Uhr: Pause FESTVORTRAG

Mag. Othmar KARAS, Abgeordneter im EU-Parlament

anschließend: Diskussion 16.00 Uhr: Vorsorge aus Sicht der Privaten Versicherungswirtschaft 12.00 - 13.30 Uhr: Mittagspause Vorst.Vors. Dr. Peter Thirring, 11.00 Uhr: Festvortrag Generali Mag. Othmar Karas, Abgeordneter im EUT H E M A: „V O R S O R G E“ Versicherung AG Parlament VORSITZ: Präs. GD Prof. Elisabeth STADLER 16.40 Uhr: Impulsreferat zum Thema „VORSORGE“ anschließend: Diskussion Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, 13.30 Uhr: Risse im europäischen Haus Thilo SARRAZIN Budesobmann d. Österr. Seniorenbundes 12.00 - 13.30 Uhr: Mittagspause

13.30 Uhr: Risse im europäischen Haus Thilo Sarrazin

14.15 Uhr:

Das graue und das bunte Österreich – mit anschließender Podiumsdikussion Demographische Herausforderungen und Chancen im 21. Jahrhundert Univ.-Prof. Dr. Rainer GD MÜNZ, Group Bank AG Dr.Erste Winfried Pinggera, Vorst.Vors. Dr. Peter

14.55 Uhr:

Die gesetzliche Pensionsversicherung - ein Ausblick cherung AG) (angefragt), KR Rudolf GD Dr. Winfried PINGGERA, Pensionsversicherungsanstalt (PVA)Mittendorfer 

Thirring, VD DI Manfred Rapf (Sparkassen Versi-

(VERAG GmbH), Mag. Thomas Hassler (BAV 14.15 Uhr: Das graue und das bunte Österreich – 15.35 – 16.00 Uhr: Pause Koban & Partner GmbH), Jugendvertreter (N.N.) Demographische Herausforderungen und 16.00 Uhr: Vorsorge aus Sicht der Privaten Versicherungswirtschaft Diskussionsleitung: Ronald Barazon Chancen im 21. Jahrhundert Vorst.Vors. Dr. Peter THIRRING, Generali Versicherung AG Univ.-Prof. Dr. Rainer Münz, Erste Group Bank AG 18.15 Uhr: Ende des ersten Veranstaltungstages 16.40 Uhr: Impulsreferat zum Thema „VORSORGE“ 14.55 Uhr: Die gesetzliche Pensionsversicherung Univ.-Prof. Dr. Andreas KHOL, Budesobmann d. Österr. Seniorenbundes 19.30 Uhr: Abendveranstaltung mit Verleihung des ein Ausblick mit anschließender PODIUMSDISKUSSION ÖVM-Awards „Ehrennadeln“ GD Dr. Winfried Pinggera, GD Dr. Winfried PINGGERA, Vorst.Vors.+Dr. Peter THIRRING, VD DI Manfred RAPF (Sparkassen Versicherung AG) (angefragt), Begrüßung: Landeshauptmann-Stellvertreterin Pensionsversicherungsanstalt (PVA) KR Rudolf MITTENDORFER (VERAG GmbH), Dr.Gabriela Mag. Thomas HASSLER (BAV KobanSchaunig-Kandut & Partner GmbH), Jugendvertreter (N.N.)

Diskussionsleitung: Ronald BARAZON

FREITAG, 18.15 19.Uhr: 6. 2015, Ende„PROVISION“ des ersten Veranstaltungstages 19.30 Uhr:

9.30 Uhr: Liveberichte zur Provisionsthematik Gesamtüberblick GF Dr. Hans Georg Jenssen, Verband der Deutschen Versicherungsmakler (angefragt) 9.50 Uhr:

Aus Ländern mit Provisionsverbot

10.10 Uhr: Aus der Schweiz Prof. Dr. iur. Anton K. Schnyder, Lehrstuhl für Privat- und Wirtschaftsrecht, Universität Zürich 10.40 Uhr: Auswirkungen des Provisionsverbots bzw. der –offenlegung auf den österreichischen Versicherungsmarkt 11.00 -11.30 Uhr: Pause

Abendveranstaltung mit Verleihung des ÖVM-Awards + „Ehrennadeln“

11.30 Uhr: Sicht der Versicherungsmakler Begrüßung: Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr.Gabriela Schaunig-Kandut Obmann Gunther Riedlsperger, Fachverband Versicherungsmakler 11.50 Uhr: Podiumsdiskussion zum Thema „Vergütung der Vermittlerdienstleistungen“ GD KR Hartwig Löger (Uniqa Insurance Group AG), GD Mag. Robert Lasshofer (Wiener Städtische Vers. AG), Dr. Josef Kubitschek (Verein für Konsumenteninformation), Christoph Berghammer, MAS (Fachverband der Versicherungsmakler), Dr. Beate Blaschek (BMASK) Diskussionsleitung: Ronald Barazon 13.15 Uhr: Veranstaltungsende

VERANSTALTUNG

Internationales Symposion für Versicherungsmakler und Internationales Symposion für Versicherungsmakler Führungskräfte von Versicherungsunternehmen


VERSICHERUNG

68

risControl 03/15

VAV: Für jeden die passende KFZ-Versicherung E-Auto oder Benzinkutsche? Kilometermacher oder Freizeitfahrer? Familiengefährt oder Single-Flitzer? Moderne Mobilität ist vielfältig. Die VAV, welche vom Wochenmagazin FORMAT und ÖGVSGesellschaft für Verbraucherstudien 2014 zum „besten KFZ-Versicherer“ des Landes ernannt wurde, reagiert auf die Veränderungen im KFZ-Markt: Der neue Tarif ist noch flexibler und passt sich dem modernen Mobilitätsverhalten der Österreicher an. Gerade im urbanen Bereich setzen besonders junge Menschen auf einen Mix verschiedener Fortbewegungsmittel – Experten sprechen vom Multi-Modal-Split. Aber auch das Teilen von Autos kommt langsam in Fahrt: Car-Sharing wird in Zeiten knapper Ressourcen (Parkplätze in Städten, verfügbares Einkommen etc.) immer beliebter. Der Umweltgedanke gewinnt ebenso an Bedeutung. So zeigt die Zulassungsstatistik 2014 ein Plus von 96 % bei E-Autos. „Car-Sharing, E-Autos und Co – für uns als innovativer KFZ-Versicherer sind die Entwicklungen in der Automobilbranche sehr wichtig. Wir beobachten genau, wie sich das Mobilitätsverhalten der Österreicher verändert. Und passen unseren Tarif entsprechend an“, erklärt Dr. Peter Loisel, Vorstand Vertrieb und Marketing der VAV Versicherungs-AG. Die Highlights des TYPTOP-Tarifs 2015 „Nach intensiver Auseinandersetzung mit den neuen Verkehrstrends haben wir unseren einzigartigen Typenklassen-Tarif durch gezielte Risikoselektion weiterentwickelt. Das Ergebnis – ein KFZ-Tarif, der die moderne Mobilität widerspiegelt“, so Loisel. Die VAV bietet beispielsweise sehr attraktive Prämien für Freizeitfahrer in den Städten. Aber nicht nur Wenigfahrer, sondern auch Fahranfänger profitieren ab sofort: Die Prämien in der EinsteigerStufe 9 wurden um 10 Prozent gesenkt. Die VAV ist Spezialist für E-Mobilität Der Umweltgedanke entwickelt sich zu einem Megatrend, der auch im neuen KFZ-Tarif der VAV Berücksichtigung findet. „Die Anzahl der E-Autos hat sich im letzten Jahr verdoppelt. E-Autos werden zunehmend auch für Private leistbar und haben den Vorteil, dass keine motorbezogene Versicherungssteuer anfällt. Daher stellen sie, besonders im städtischen Verkehr, eine interessante wie auch zukunftsorientierte Alternative dar“, weiß Loisel. Das E-Auto-Paket in der Kaskoversicherung bietet umfassenden Versicherungsschutz für Akkus und Ladekabel von E-Autos und Elektro-Hybrid-Fahrzeugen. „Damit sind wir wieder einmal Vorreiter in der Branche. Denn wir versichern diese durchaus teure Ausstattung bei Überspannungsschäden – die in der Kasko nicht gedeckt sind – wie auch Bedienungsfehlern“, so Loisel. Die Prämie für 10.000 Euro Versicherungssumme beträgt 70 Euro pro Jahr.

Dr. Peter Loisel: „Geld verdienen leicht gemacht: mit der Bonus-Provision für KFZ-Versicherungen der VAV.“ KFZ-Rechner optimiert Der Tarifrechner auf VAV PRO erstrahlt in neuem Design und ist jetzt noch komfortabler. Geachtet wurde auf frische Optik und übersichtliche Menüführung. Die VAV setzt dabei auf responsives Webdesign: Die Darstellung der Rechner passt sich so optimal mobilen Endgeräten an. „Es ist uns wichtig, unseren Vertriebspartnern moderneste Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen. Deshalb wurde nicht nur der Tarif, sondern auch der Tarifrechner verbessert“, betont Loisel. Bonus-Provision verlängert „2010 haben wir die Bonus-Provision eingeführt. Sie gilt für alle Makler und Agenten und verdoppelt die Provision für gut verlaufende Fahrzeuge, die sogenannten TOPTYP-Modelle, wenn die Anträge elektronisch bei uns eingereicht werden. Die Bonus-Provision gilt ab dem ersten Vertrag und über die gesamte Laufzeit. Neun von zehn der meist zugelassenen Fahrzeuge in Österreich sind TOPTYP-Modelle“, verrät Loisel. „Bereits das sechste Jahr in Folge beteiligen wir unsere Vertriebspartner am Erfolg der KFZVersicherung der VAV. Wir honorieren damit auch den gestiegenen Arbeitsaufwand, den die unabhängigen Vermittler im KFZGeschäft aufgrund der vielfältigeren Angebote haben.“

Weitere Informationen zum neuen KFZ-Tarif der VAV und der Bonus-Provision unter www.VAVPRO.at.


WIE FAHRE ICH MORGEN? BESSER MIT VAV! KFZ-VERSICHERUNGEN VOM TESTSIEGER* Qualitätstest.at

ÖGVS - Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH

Test

KFZ-Versicherer

TESTSIEGER

Foto: shutterstock.com / Montage

Test 05/2014, 16 Anbieter im Test: Tarife & Servicequalität

Strom, Hybrid, Benzin: Die moderne Mobilität ist vielfältig. Als mehrfach ausgezeichneter KFZ-Versicherer bieten wir zeitgemäße Versicherungsprodukte für jede Art von Auto. Profitieren Sie jetzt von den Vorteilen des KFZ-Testsiegers 2014* – mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten, Bonus-Provision und vielen weiteren attraktiven Angeboten! Informieren Sie sich jetzt bei Ihrem zuständigen Regionalleiter oder auf dem Vertriebspartner-Portal www.VAVPRO.at *Das Wochenmagazin FORMAT und die ÖGVS - Gesellschaft für Verbraucherstudien weisen in einem unabhängigen Test die VAV als beste KFZ-Versicherung Österreichs aus!


KOLUMNE

70

risControl 03/15

Auf der Lauer nach interessanten Aktien von Michael Kordovsky Nach den jüngsten überhitzten Anstiegen der Aktienmärkte ist eine stärkere Korrektur überfällig und die Zinsängste in den USA könnten hier bereits der Anfang sein. Da man in der aktuellen Niedrigzinsphase mangels Alternativen mittelfristig aber nicht an Aktieninvestments vorbeikommt, zeigt risControl eine Reihe von Aktien wo sich nach einer Korrektur der Einstieg lohnen könnte. Unter den herkömmlichen Standardwerten gibt es keine Schnäppchen mehr. Das 12-Monats-Forward-KGV des S&P liegt mittlerweile bei 17,1 im Vergleich zu einem 10-Jahres-Durchschnitt von 14,1. Das ist die höchste Bewertung seit Ende 2004. Das theoretische Rückschlagspotenzial liegt bei über 17 Prozent und die jüngsten Zinsängste infolge des starken Arbeitsmarktes könnten bereits der Trigger für eine Korrektur sein. Auf jeden Fall hat der Dow Jones am 6. März bereits 1,5% eingebüßt als im Februar die Arbeitslosenquote auf ein 6-Jahres-Tief von 5,5% fiel. Nun erwarten Experten in den USA die erste Leitzinsanhebung bereits für Juni 2015. Vor allem konservativere Dividendentitel wie McDonald´s, Coca Cola und Procter&Gamble standen unter Druck, da sich die defensiven Anleger, die mangels Erträge am Bondmarkt verstärkt auf Aktien auswichen, nun erneut wieder umschichten und zwar in Geldmarktnahe Veranlagungen. Gleichzeitig sind die Renditen zehnjähriger US-Treasuries nach oben ausgebrochen. Von 1,67% Anfang Februar stiegen binnen 5 Wochen die Renditen auf 2,24% (6.3.). Leichte Renditeanstiege verzeichneten auch die deutschen Bundesanleihen, dennoch liegt das Anleihen-KGV 10jähriger Papiere noch immer bei über 250!. Im Vergleich dazu sind die DAX-Werte nach wie vor günstig. Ihr für 2015 geschätztes KGV beträgt lediglich 14,7 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 9,4%. Im Eurostoxx 50 steht ein ForwardKGV von 15,5 einem für 2015 erwarteten Gewinnwachstum von 9,5% gegenüber. Allerdings sind die Aktienmärkte in jüngster Zeit etwas heiß gelaufen. Der DAX stieg beispielsweise seit Jahresanfang um 16,2 und der Eurstoxx 50 um 13,9% (per 6.3.). Eine technische Korrektur wäre gesund. Doch danach sollte es weiter nach oben gehen, denn die Notenbanken fluten das System weiterhin mit Geld, insbesondere die EZB und Bank of Japan, während die chinesische Zentralbank ebenfalls zu einer graduellen Lockerung ihrer Geldpolitik neigt. Darüber hinaus werden institutionelle Anleger an Aktien nicht vorbeikommen und eine Korrektur führt dabei zu einer Verbesserung der Dividendenrendite, die bei den DAX-Werten bei ca. 2,7% liegt. Das sind jedoch 150 Basispunkte über der Rendite für Unternehmensanleihen, die zuletzt 1,2% erreichte. Im März 2009 hingegen stand eine DAX-Dividendenrendite von 5,1% einer „BBB„-Unternehmensanleihenrendite von 5,7% gegenüber. Das bedeutet, Anleihen sind gegenüber Aktien überteuert und somit kommt man an den Dividendentiteln heute nicht mehr vorbei.

Folgende Aktiengruppen erscheinen interessant: Europäische Dividendentitel und Exportwerte: D e r Eu r o h at gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen 12 Monaten bereits über 22% eingebüßt. Exporteure haben dadurch Spielraum für Preiserhöhungen. Bereits von Jänner bis November 2014 stiegen die Extra-Ausfuhren des Euroraum um 1,8% und positive Gewinnüberraschungen bei Exportfirmen wie BMW, Daimler, Airbus, LVMH (Luxusartikel), Unilever (Haushaltswaren, Nahrungsmittel), BASF und Bayer sind sehr wahrscheinlich. Bei BASF herrscht beispielsweise folgende Faustregel: Eine ganzjährige Aufwertung des US-Dollar um einen US-Cent soll den Gewinn um rund 50 Millionen Euro heben. In den vergangenen 12 Monaten hat sich somit alleine durch die Dollarkursentwicklung die Ertragskraft um 1,2 Milliarden Euro pro Jahr verbessert, was einem Vierteil des Jahresgewinnes 2013 entspricht. Auch unter Dividendenaspekten wird man in Europa fündig. Die Dividendenrendite liegt hier bei 3,3 Prozent – und damit über Staats- und Unternehmensanleihen. Dies zeigt eine aktuelle Studie von Allianz Global Investors, die Dividendenrenditen und Renditen von Unternehmens- und Staatsanleihen in 27 Staaten weltweit untersucht. Wichtige Erkenntnisse aus der Untersuchung sind dabei: • Seit 1970 fallen 39% der Wertsteigerung europäischer Aktien auf Dividendenerträge • Norwegische und spanische Aktien wiesen mit jeweils 5,05 bzw. 4,96% die höchsten Dividendenrenditen auf. • Regelmäßige Dividendenzahler haben in der Regel überdurchschnittliche Eigenkapitalquoten und sind weniger anfällig gegenüber geopolitische Störfaktoren


risControl 03/15

Die Low-Vola-Dividenden-Aristokraten des S&P 500 US-Aktien können weiterhin interessant sein, vorausgesetzt man achtet auf die Dollarrisiken. Zum aktuellen Wechselkursniveau EUR/USD sollte nämlich verstärkt an eine Wechselkursabsicherung über die Forex oder mittels einschlägiger Hebelzertikate nachgedacht werden, denn selbst bei leicht negativen US-Konjunkturdaten oder besonders positiven Konjunkturdaten im Euroraum könnte der US-Dollar zum Euro plötzlich stark an Wert verlieren. Hat man dies beachtet, kann man sich den Dividendenaristokraten zuwenden. Das sind per Ende Jänner 2015 aus dem Spektrum des S&P 500 Index 53 Aktien von Unternehmen, die in der Lage waren, ihre Dividendenzahlungen zumindest die vergangenen 25 Jahre in Folge zu steigern. Sie schnitten dafür in den vergangenen 10 Jahren inklusive Dividenden mit 10,40% p.a. um 2,79 Prozentpunkte p.a. besser ab als der S&P 500 Total Return-Index ab, der auch Dividendenzahlungen berücksichtigt. Wählt man aus diesem Spektrum jene Aktien, die gleichzeitig auch unter die 100 Low-Vola-Stocks des S&P 500 – also jenes Fünftel mit der niedrigsten Schwankungsintensität – fallen, dann gelangt man zu einer hervorragenden Langzeitperformance – so die Ergebnisse einer Untersuchung vom August 2014 (Kordovsky): Insgesamt brachte es die gleichgewichtete Gruppe von 28 Werten (Low-Vola-DividendenAristokraten) in den vergangenen 20 Jahren auf ein Plus von 12,5% p.a. vgl. mit 10,8% p.a. im S&P 500 TR. 20 Werte schnitten dabei besser ab als der S&P inklusive Dividenden, darunter WalMart, Chevron, 3M, Medtronic (Medizintechnik) Colgate-Palmolive, Johnson&Johnson (Pharma, Medizintechnik), Clorox (Haushaltswaren, Putzmittel), PepsiCo, Procter&Gamble und McDonald´s. Ausgewählte Rohstoffaktien und (Gold)Minentitel: Da die Energie- und Treibstoffkosten im Minensektor einen erheblichen Kostenanteil ausmachen, wirkt sich der derzeit niedrige Ölpreis kostensenkend aus. Gleichzeitig hat bei Industriemetallen wie Kupfer, Nickel und Blei in den vergangenen Wochen ein Selloff auf niedrigem

Niveau stattgefunden ehe wieder ein kräftiger Rebound folgte. Zink und Aluminium verharren zwar auf niedrigem Niveau, zeigen jedoch auch erste Stabilisierungstendenzen. Gemessen an den Dow JonesBranchen-Indizes verloren in den USA Aktien aus den Bereichen Kohle und Nicht-Eisenmetalle in den vergangenen 12 Monaten je 41 bzw. 39 % an Wert. Krass ist die Situation beim führenden brasilianischen Eisenerzproduzenten Vale, der auf ein Sechstel seines Wertes von 2011 zurückfiel. Der Eisenerzpreis hat sich 2014 halbiert, was sich negativ auf die Aktien diverser Rohstoffkonzerne auswirkte. Rio Tinto, BHP Billiton Limited, die australische Fortescue Metal Group und Vale SA sind für über 70% des weltweiten Eisenerz-Angebots verantwortlich, während Chinas Seehäfen über 60% allen Eisenerzes importieren. Chinas schwacher Immobilienmarkt, industrielle Überkapazitäten und die jüngste Konjunkturschwäche wirkten sich negativ auf die Eisenerz-Nachfrage aus, während die Produktion weltweit auf hohem Niveau blieb. Nun droht vor allem kleineren Produzenten mit höheren Produktionskosten das Aus. Eine Marktbereinigung sollte dann mittelfristig einen Anstieg der Erzpreise einleiten. Ein weiterer Lichtblick für Firmen wie Vale, BHP und Rio Tinto ist ein Abbau der Lagerbestände in China. Die Hafenbestände an Eisenerz lagen Mitte Jänner nur noch bei der 1,41fachen Stahlproduktion vom Dezember 2014. Damit liegt diese Relation bereits unter ihrem 5-Jahres-Schnitt von 1,49. Jedoch eine Belebung der Nachfrage in China und damit einhergehend eine Erholung der Eisenerzpreise ist erst mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik der chinesischen Zentralbank zu erwarten. Mit Aktien von Rio Tinto, BHP Billiton und Vale kann neben Eisenerz aber ein breites Spektrum an Rohstoffen (insbesondere Industriemetallen) abgedeckt werden. Darüber hinaus zumindest kurz- bis mittelfristig über Erholungspotenzial verfügen auch Goldminenaktien. In einem Bereich zwischen 1000 und 1150 US-Dollar pro Unze sollte der Goldpreis zumindest vorübergehend den Boden gefunden haben. Dann wäre ein Rebound Richtung 1240 US-Dollar/Unze durchaus denkbar. Antizyklische Einstiege in solide rentable Werte wie Randgold, Agnico Eagle Mines oder die Royalty- und Streaming-Gesellschaft Franco-Nevada könnten Tradingchancen bieten. Im Silberminen-Bereich kann ein Blick auf die Streaming-Gesellschaft Silver Wheaton geworfen werden.

KOLUMNE

Unter diesen Aspekten interessant erscheint vor allem der größte Zuchtlachskonzern der Welt, die norwegische Marine Harvest (ISIN: NO0003054108), die mit einem KGV (2015 erw.) von 9,9 und einer Dividendenrendite von 7,6% überzeugt. Antizyklisch interessant ist die norwegische Statoil, die auf hohe Verluste nun mit massiven Einsparungen reagiert und eine Dividendenrendite um die 5% noch halten könnte. In Spanien hingegen kann ein Blick auf den Ölgiganten Repsol geworfen werden. Die effizientere Alternative zum Stock Picking sind Dividendenfonds mit Europa-Schwerpunkt. Der Vorteil: breite Streuung, keine Bürokratie mit der Rückforderung der ausländischen Quellensteuer und innerhalb des Fonds niedrigere Transaktionskosten. Bei entsprechender Rabattierung des Ausgabeaufschlages lohnt sich auf jeden Fall ein Fondsinvestment wie beispielsweise der Allianz European Equity Dividend, der eher defensiv ausgerichtet ist und seit Auflage im Jahr 2011 eine annualisierte Wertentwicklung von 11,22 % (per 26.02.15) erzielte. Interessant ist auch der First Private Euro Dividenden STAUFER A, der es in den vergangenen 5 Jahren insgesamt auf ein Plus von ca. 94 % brachte (10.03.15) und seine Schwerpunkte in Frankreich und Deutschland hat.

71


72 KOLUMNE

risControl 03/15

Achte auf deine Schritte von Mario Passini

D

er virtuelle Raum ist nicht nur eine Chance sondern auch eine Gefahr. Sekündlich werden weltweit 18 Menschen Opfer von Internetbetrügern. Informationssicherheitsspezialist Pascal Lamia, Leiter der Melde- und Analysestelle Informationssicherung „Melani“ der Bundesverwaltung Schweiz, zeigt in einem Bericht der Credit Suisse die gefährlichsten Tricks auf. Unternehmen und Staaten sind ebenfalls betroffen. Der Cyberkrieg ist längst voll im Gange. Dennoch dürften die neuen USCyber-Command-Teams nach Einschätzung von Insidern nicht vor 2016 voll einsatzfähig sein, obwohl der Cyberkrieg zum integralen Bestandteil der allgemeinen Kriegsführungsstrategie geworden ist. Das Internet ist ein Segen um global Geschäfte abzuschließen, sich mit Freunden auszutauschen oder um an Informationen zu gelangen. Jugendliche messen ihrer „Online-Community“ teilweise mehr Wert zu als einer Partnerschaft oder Religionsgemeinschaft. Für viele ist es schwer nachzuvollziehen, wie man sich einer virtuellen Gemeinschaft derart verbunden fühlen kann. Facebook weiß mehr über dich als deine Familie, ja sogar du selbst, lautet eine gängige Warnung. Es ist dennoch einfach und nachvollziehbar: Eine virtuelle Gemeinschaft ist die moderne Art der Geselligkeit, statt dem „Basenatratscherl“ unserer Urgroßmütter und Großmütter. Die digitale Welt ist eine Bereicherung, für alle Teilnehmer - auch für Gauner. Jede Sekunde werden gemäß dem Cybercrime-Report von Norton/ Symantec* rund 18 Menschen Opfer von kriminellen Attacken im globalen Netz. Dabei geht es um Betrug, Spionage und Erpressung. „Noch nie hatten es Kriminelle so einfach wie heute“, sagt Lamia. Deshalb gibt es freie Programme als mächtige Netzwerk-Suite zur Abwehr von Angriffen. Auch gegen Staatstrojaner. Denn einerseits werden für Nutzer Zugangsschranken abgebaut und räumliche Grenzen aufgehoben. Und andererseits ist interessant, dass mit dem Virtuellen die bildförmige Kommunikation verstärkt in den Alltag zurückkehrt. Nicht wenige geben stündlich per Bild einen aktuellen Überblick über ihren Standort, ihre Tätigkeit und ihre Gefühlswelt. Damit verbunden ist die Nachricht, dass die Wohnung wegen diverser Unternehmungen (Urlaub, Städtetrip, Ausflug, Party, Besuch bei Freunden usw. leer steht. Ein Eldorado für die Werktätigen der dunklen Seite des Webs.

Postkutschenräuberei ist out - der Cyberkriminelle Vor hundert Jahren überfielen Räuber mit großem Aufwand Postkutschen und Westernbanken. Selbst John Wayne konnte nicht alles ausräuchern. Die Gangster gingen damals ein erhebliches Risiko ein. Heute könnten sie, mit geringem Risiko, in eine leere Wohnung einsteigen. Noch bequemer und risikoloser ist es, die die ausgespähten Opfer per Web zu attackieren und auszunehmen. Deshalb, so der Sicherheitsspezialist Pascal Lamia, sei es nicht verwunderlich, dass die Intensität der Angriffe zugenommen habe. Mit regelmäßigen Übungen versuchen er und seine Branchenkollegen weltweit die Menschen für diese Thematik zu sensibilisieren. Und damit man eine Vorstellung bekommt um welche Dimensionen es dabei geht, liefert er ein entsprechendes Szenario: Falls Hacker in das Netz des Bundes eindringen, würde die Nation mit einer wahren Flut von Schadprogrammen überschwemmt werden. Innerhalb von Minuten wären die Websites des Militärs, der Banken und von Wirtschaftsunternehmen lahmgelegt. Geldautomaten und Telefonnetze streiken. Der Flugverkehr bricht zusammen. Die Computer- und Sicherheitssysteme eines (wenn vorhanden) Atomkraftwerks werden empfindlich gestört. Wie würde die Bevölkerung reagieren? Und man selbst? Unrealistisch? Nach Ansicht von Richard A. Clarke, dem ehemaligen USKoordinator für Sicherheit, Infrastrukturschutz und Terrorismusabwehr, ist dieses Szenario ganz und gar nicht weit hergeholt. Cyberangriffe sind Realität und fordern Opfer - auch unter Unbeteiligten. Die Tiroler Tageszeitung titelte, wonach der US-Geheimdienst NSA gezielte Cyberangriffe unter der Flagge des Online-Netzwerks Facebook durchgeführt habe. Damit habe die NSA Spionagesoftware auf die Computer von Zielpersonen geschleust, schrieb die Website „The Intercept“, die von dem Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald ins Leben gerufen wurde. Eine solche Taktik wird als „Man-on-the-side“Attacke bezeichnet, weil sich der Angreifer „von der Seite“ in den Datenverkehr zwischen zwei Parteien einklinkt. Facebook dementiert. Phishings - gefälschte E-Mails Die Täter gehen immer professioneller und dreister vor. Beispielsweise mit Phishing. Das sind Mails mit denen versucht wird, dem Empfänger Daten zu entlocken. Professionell wird darauf hingewie-


risControl 03/15

Nie automatisch „klicken“ In der Praxis sähe das so aus, dass der Empfänger in perfektem Deutsch angeschrieben würde: „Bei Ihren Zahlungen sind uns ungewöhnliche Aktivitäten aufgefallen.“ Und weiter: „Bitte verifizieren Sie sich über folgenden Button durch einen Abgleich Ihrer Daten als rechtmäßiger Besitzer des Kontos.“ Wenn der Empfänger dann seine Daten auf der gefälschten Webseite eingäbe, könnten die Betrüger problemlos die Kreditkarte missbrauchen. Lamia rät deshalb: „Klicken Sie nie einen unbekannten Link an und löschen Sie das E-Mail sofort.“ Trojaner und falschen Lottogewinnversprechungen Mit Vorliebe platzieren kriminelle Organisationen Trojaner. Das funktioniere zum Beispiel so: Im Betreff steht „Ihre Lastschrift ist gescheitert“. Ein Anwalt schreibt dann, eine Rechnung von 320 Euro sei noch offen. Er mahnt, den Betrag umgehend zu überweisen und so weitere Kosten zu verhindern. Zudem verweist er auf die angehängte Zip-Datei, in der alle Details aufgeführt seien. Doch, wenn der Empfänger diese Datei öffnet, installiert er auf seinem Computer einen Trojaner. Dieser kann den PC außer Betrieb setzen, den Code zum E-Banking ausspionieren oder er wird gar ein Teil einer Botnetz-Struktur. Oft seien solche Attacken auch in Gewinnversprechungen von Lottogesellschaften verpackt. Gerade in der letzten Zeit hätten clevere Betrüger die Beliebtheit von Zalando ausgenutzt. Sie verschickten massenweise E-Mails mit einer Bestellbestätigung. Da viele meist nicht mehr ganz sicher waren, ob eine eigene oder die Bestellung der Partnerin anhängig sei, öffneten sie das Attachment und klickten wie verlangt zweimal auf das ZIP-Symbol. Und schon seien die Angreifer mit ihrem Trojaner am Ziel und hätten Zugang zu Passwörtern oder Bankdaten. Russische Hacker knackten 1,2 Milliarden Passwörter Im Spätsommer flog der bisher größte Datendiebstahl im Netz auf: Russische Hacker knackten 1,2 Milliarden Passwörter. Das meldete der Chef der amerikanischen Sicherheitsfirma Hold Security. Die Daten stammten von 420.000 anfälligen Webseiten. Die Abwehrprofis waren über sieben Monate damit beschäftigt, das ganze Ausmaß der Attacke zu erfassen. Die russische Betrügerbande habe sich auf dem Schwarzmarkt bei Hacker-Kollegen mit gestohlenen Anmelde-

informationen eingedeckt. Und dann mithilfe dieser Datenbanken gezielt E-Mail-Provider, soziale Netzwerke und andere Webseiten angegriffen. Dabei haben sie versteckte Programme auf den Rechnern installiert oder Spams verbreitet. Wie Hold weiter mitteilte, sei ein Großteil des Datendiebstahls über sogenannte Botnetze gelaufen. Das sind illegale Computernetzwerke, die aus privaten Rechnern bestehen, die in der Vergangenheit irgendwann einmal gekapert worden sind. Bot kommt aus dem russischen „robot“ und heißt so viel wie arbeiten. Von Botnetzen spricht man dann, wenn mehrere Tausend oder auch Millionen PCs per Fernsteuerung zusammengeschlossen und für bestimmte Aktionen missbraucht werden. Sicherheitsexperten zufolge kann eine entsprechende Schadsoftware Daten sammeln, die Einstellungen des befallenen Computers verändern, das Mikrofon einschalten, um Gespräche mitzuschneiden, Screenshots machen und Chat-Konversationen aufzeichnen. Pro Bot zahlen kriminelle Organisationen auf dem Schwarzmarkt nicht mehr als 10 Cent. Lukrativer Job als Finanzagent Manchmal erlauben auch Fehler in der Verschlüsselungssoftware den Betrügern den Zugang zu Daten und Informationen wie jüngst bei Heartbleed (Herzbluten). Millionen von Internet-Servern gaben beim größten Datenleck in der Geschichte des Internets plötzlich geheime Codes und Passwörter preis. Die Abwehrexperten erforschten, dass die Schadsoftware zahlreiche Komponenten für das Sammeln von Informationen besitze und sehr komplex sei. Sie sehen darin eine neue Dimension der Cyberwaffen. Inzwischen ist das Loch repariert, aber kein Mensch weiß, was genau in die Hände von Betrügern gefallen ist. Die Hacker arbeiten (natürlich auch) mit Algorithmen. Die Masse verfügbarer Daten wird automatisch durchforstet und kategorisiert. Der Algorithmus entscheidet, welche Information ausgefiltert wird und welche den Abnehmer erreicht. Vorsichtig ist geboten, wenn man per E-Mail ein lukratives Angebot als Finanzagent erhält, bei dem man locker mit einem Nebenjob 4.000 bis 8.000 Euro pro Monat verdienen könne. Und das auch noch mit geringem Aufwand: Man müsse lediglich das Geld abheben, das einem die Firma auf sein Konto überweist. Dann müsse man 80 Prozent davon wieder retournieren – die restlichen 20 Prozent seien der exzellente Verdienst. Was nach wundersamer Geldvermehrung klingt, ist nichts anderes als Geldwäscherei und strafbar. Gegen solche Art von Angriffen nutzt kein Schutzprogramm. Da muss man das Hirn einschalten. Aber sonst ist eh´ alles in Ordnung. I-( **) Epilog Ein Hinweis noch. Aus der Bibel: „Der Kluge achtet auf seine Schritte“ (Sprüche 14:15). Besonders wenn er online unterwegs ist.

*) Norton Symantec bekannter Hersteller von IT-Sicherheitssystemen. Für den Privatgebrauch, beispielsweise, die Norton © Security Suite. (Diese Information stellt keine Kaufempfehlung dar! D. Red.) **) Emoticon. „I-(„ - Bedeutung: Bloß nicht hinsehen. Quellenangabe: Credit Suisse Expertise. Max Fischer, Credit Suisse, Jugendbarometer 2014 - Lynne Chisholm, Simon Brunner, facebook, Wikipedia, mopo.de, Tiroler Tageszeitung, PCMagazin, Sicherheitskultur, Kaspersky Lab, Reuters, IT-Sicherheitsorganisation CERT, u.v.a.

KOLUMNE

sen, dass die Kontoinformationen und Zugangsdaten wie Benutzername und Passwort nicht mehr sicher oder aktuell seien und unter dem aufgeführten Link geändert werden sollten. „Dieser Link führt dann aber nicht auf die Originalseite – zum Beispiel der Bank –, sondern auf eine von den Betrügern praktisch identisch gemachte Webseite“, warnt Lamia.

73


74 SCHLUSSPUNKT

risControl 03/15

WAS FOLGT IM APRIL?

Interview mit Ingo Hofman, Gothaer Versicherung, Leiter Niederlassung Österreich

Was passiert wenn man seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, die unterschätzte Gefahr.

Interessantes aus der Vergangenheit, wir haben für Sie im Archiv nachgelesen.

SUDOKU

5

4

7

3

Auflösung aus der letzten Ausgabe

8 7

5

5

2 6

8 4

4

3

9

9

8

4

8

6

1

3

9

2

2 6

8

9 4

3


Einzigartig! Allianz Business: Außergewöhnliche Naturereignisse – neue und höhere Versicherungssummen inklusive BU! Fragen Sie Ihren Maklerbetreuer!

Alfons Czermak-Anderl – Leiter Makler-Center Wien

Unser Anspruch: höchste Qualität für unsere Vertriebspartner! 1. Haftpflicht – Pauschal-Versicherungssumme bis EUR 6 Mio. möglich 2. Technik-Versicherung – Innerer Betriebsschaden – jetzt bei uns versicherbar 3. Arbeitsunfähigkeitsversicherung (AUV) – jetzt besonders günstig

Hoffentlich Allianz.


Damit keiner an Den folgen biometrischer risiken zerbricht: WWK BioRisk und WWK PremiumRisk. Fach- und Führungskräfte BU für leitende Büroberufe mit besonderer Verantwortung Grundfähigkeitspaket Plus mit erweitertem Schutz für körperlich fordernde Berufe WWK PremiumRisk für Absicherung des Todesfallrisikos zum exzellenten Preis-Leistungsverhältnis Profitieren auch Sie vom intelligenten Schutz der starken Gemeinschaft.

WWk Versicherungen Vertriebsberatung: 08 00/10 23 13 oder info@wwk.at

risControl 03/2015