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2019 Die neue RIEPER-App Beta-Carotin in der Milchviehfütterung Qualitätsplakette für Kundentreue


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Die Inhalte dieser Ausgabe

INHALT

AKTUELLES

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04 07 18 19 26 30 32 34

Die neue RIEPER-App Sicher und gesund am Arbeitsplatz LOACKER und BRIMI bauen neues Milchtrocknungswerk Kinderseite Bericht aus Nordtirol Bestmix: Mitgliedschaft trägt Früchte Qualitätsplakette für Kundentreue Sieger der Viehausstellungen 2019

FACHTHEMEN 10 16 22

Beta-Carotin in der Milchviehfütterung Wie die Fütterung die Gefrierzahl der Milch beeinflusst Fütterung von Schafen und Lämmern

HOFBESUCHE 08 14 20 28

Sparberhof, Fam. Volgger, Ridnaun Unterkranzerhof, Fam. Kral, Außerpens/Sarntal Thalerhof, Fam. Spiess, Riedelsberg/Sarntal Diesing Hof, Fam. Knapp, Weerberg/Nordtirol

IMPRESSUM Herausgeber: A. RIEPER AG B.-v.-Guggenberg Straße 6 39030 Vintl (BZ) Tel. 0472 867 900 www.rieper.com

Auflage: 6.000 Stück Grafisches Konzept: hannomayr.communication Layout und Umbruch: www.brixmedia.it

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Werte Kundinnen, werte Kunden! Der Herbst eines bewegten Jahres ist ins Land gezogen, und ein heuer weltweit stark gefühltes Thema war ohne Zweifel der Klimaschutz, verbunden mit den Anforderungen an die Nachhaltigkeit. Mit Berechtigung, wie auch wir finden! Entsprechend groß ist unser Verantwortungsbewusstsein zu diesem Thema. Eine in Südtirol gesendete Radiomitteilung, dass ein Konsument, der Südtiroler Milchprodukte kauft, sich indirekt für die Brandrodungen im Amazonasgebiet verantwortlich macht, bedarf einer deutlichen Klarstellung. Die Begründung des damaligen Verfassers: Der Großteil des Kraftfutters, das in Südtirol eingesetzt wird, besteht aus Soja, die wiederum quasi ausschließlich aus Brasilien kommt. Und dort werden jedes Jahr enorme Flächen Urwald zerstört, um neues Ackerland zu schaffen. Nun, diese Aussagen müssen aus zwei Gründen eindeutig widerlegt werden. Erstens besteht das Futter, das in Südtirol eingesetzt wird, nicht größtenteils aus Soja, sondern je nach Type durchschnittlich lediglich zu 15 Prozent. Und zweitens ist es, wie jeder weiß, in Südtirol nicht erlaubt, gentechnisch modifiziert, und somit wäre nur mehr eine sehr geringe Menge für die Verwendung in der gentechnikfreien Fütterung verfügbar. Sollte die in Italien geerntete Soja, deren GVO-Freiheit durch Zertifikate und Analysen sichergestellt ist, nicht ausreichen, wird die fehlende Menge aus dem Anbau in anderen europäischen Ländern zugekauft. Auf keinen Fall dürfen Sie als Südtiroler Milchproduzenten und wir als Qualitätsfutterhersteller in einen Zusammen-

EDITORIAL

veränderte Rohstoffe zu verwenden. Die aus Brasilien stammende Soja ist mittlerweile fast zu Gänze gentechnisch

hang gebracht werden mit den Brandrodungen in Südamerika. Was für Massentierhaltung und Massenproduktion anderswo zutreffen mag, darf nicht auf Südtiroler Verhältnisse übertragen werden.

3

Wir wollen an dieser Stelle auch erwähnen, dass wir den Großteil unserer eingesetzten Rohstoffe aus nahen Anbaugebieten beziehen, sprich Mitteleuropa. Die Lieferanten müssen die gestellten Anforderungen bezüglich Nachhaltigkeit, Hygiene und Rückverfolgbarkeit erfüllen. Auf die Frage von Konsumenten, warum wir keine einheimischen Rohstoffe einsetzen, ist festzuhalten, dass aufgrund von Klima, Bodenverhältnissen und nicht ausreichenden Flächen leider keine nennenswerten Mengen an Getreide in Südtirol angebaut werden können. Gerne begleiten wir auch weiterhin Ihre Tätigkeit mit der Bereitstellung von sicheren und sorgsam hergestellten Futtermitteln – für eine ausgewogene und leistungsorientierte Ernährung Ihrer Tiere. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches Jahr und gute Früchte Ihrer Arbeit. Ihre A. RIEPER AG Vintl, im Oktober 2019


AKTUELLES 4

Die neue RIEPER-App In wenigen Wochen wird es für iOS- und Android-Smartphones eine eigene RIEPER-App geben, die kostenfrei heruntergeladen werden kann. Zielgruppe sind die Kunden von RIEPER, die mit dieser App unter anderem auf äußerst einfache Weise Bestellungen versenden können. Die RIEPER-App kann aber noch viel mehr.

Das Smartphone ist inzwischen in praktisch jeder Al-

durch den steigenden Bedarf der jeweiligen Nutzer: Es

tersgruppe allgegenwärtig: Wir nutzen es, um uns zu

gibt inzwischen für ziemlich jede Lebenssituation eine

informieren, für Erinnerungen, zum Fotografieren, als

eigene App.

Taschenrechner, zur Bildbearbeitung. Wir sind natürlich auch in den Social-Media-Kanälen unterwegs und

Nicht alle Apps sind allerdings wirklich nützlich. Wer

tauschen uns über WhatsApp und Co. mit Freunden,

sein eigenes Nutzerverhalten am Smartphone nüch-

der Familie und Bekannten aus. Für die meisten von

tern analysiert, merkt bald, dass es Apps gibt, die er

uns ist ein Leben ohne Smartphone und Internet kaum

ständig nutzt, und andere, deren Download sich wohl

mehr vorstellbar.

eher nicht gelohnt hat.

In Italien benutzen im heurigen Jahr etwa 35 Millionen

Laut einer Statistik des ASTAT wird das Internet in

Menschen ein Smartphone, und der Trend geht weiter

Südtirol vor allem zur Kommunikation genutzt: Mes-

nach oben. Knapp 2,5 Millionen verschiedene Apps gibt

senger-Dienste (81,5%) und E-Mails (77,3%) befinden

es inzwischen weltweit für Android-Geräte, etwa 2 Mil-

sich ganz oben in der „Hitparade“, gefolgt von der Su-

lionen wurden für das iPhone programmiert und ver-

che nach Informationen zu bestimmten Themen und

öffentlicht. Diese enorme Anzahl an Apps ist erklärbar

Nachrichten (58%). Auch Einkäufe werden vielfach


über das Internet getätigt (48%). Immer mehr Men-

tem, wie viel Futtermittel sich wahrscheinlich noch im

schen nutzen dafür vor allem das Smartphone und

Silo befindet. Bei einem definierten Mindestbestand

nicht mehr den PC.

erhält der Nutzer am Smartphone eine Push-Benachrichtigung und kann über diese Erinnerungsfunktion

Erfolgreiche Unternehmen haben den Trend längst er-

sofort eine Bestellung aufgeben. RIEPER möchte da-

kannt und prüfen ständig, ob die Smartphones für ihre

mit die Arbeit seiner Kunden unterstützen und vermei-

eigenen Kunden auf irgendeine Weise nützlich sein

den, dass sie am Wochenende oder an Feiertagen ohne

könnten. Dabei wird natürlich darüber nachgedacht,

Futter bleiben.

wie eine eigene App programmiert werden müsste, um dem Kunden wirklich einen klaren Vorteil zu brin-

Natürlich beschränkt sich die App nicht auf jene Arti-

gen – mit dem vordergründigen Ziel, dass er die App so

kel, die der Kunde ständig erwirbt. Er kann selbstver-

oft wie möglich verwendet.

ständlich aus dem gesamten Produktkatalog der Standardfuttermittel und Haushaltsmehle auswählen und

So wird es mit der RIEPER-App in Zukunft möglich sein,

direkt über die App Bestellungen aufgeben. Die Abrech-

die Futtermittel-Bestellungen direkt über das Smart-

nung erfolgt wie gewohnt: Nach erhaltener Lieferung

phone schnell und einfach abzuwickeln. Mit wenigen

wird die Rechnung ausgestellt.

Klicks kann kinderleicht von überall eine Nachbestellung getätigt werden. Im Kundenprofil der App können

Ein verknüpftes Bonus-Punktesystem schafft den Nut-

alle vergangenen Bestellungen und Rechnungen abge-

zern der App einen weiteren Vorteil: Bei jeder Bestel-

rufen werden, auch persönliche Rationsberechnungen

lung sammelt der App-Nutzer Bonus-Punkte, die er

und Produktetiketten kann der Kunde hier einsehen.

anschließend gegen eine Reihe interessanter Prämien „eintauschen“ kann. Extrapunkte gibt es auch für die al-

Eine weitere Funktion der App ist besonders sinnvoll

lererste Bestellung über die App und für Bestellungen,

und vorteilhaft: Anhand von statistischen Auswertun-

die mindestens drei Tage Vorlaufzeit für die Lieferung

gen des Bestellverhaltens des Kunden schätzt das Sys-

vorsehen.

Bestellungen: Schnell und einfach Silofüllstandsanzeige mit Erinnerungsfunktion

Punkte sammeln und tolle Prämien sichern Sie suchen Ihren Hofberater? Einfach Kontaktbutton klicken

RIEPER Marktkalender digital

Wir bleiben dran: Neue Funktionen folgen

5


%

Ja

Nein

Nutzung von Instant-Messaging-Diensten, Chatrooms, Blogs …

81,5

18,5

Versand/Erhalt von E-Mail

Damit nicht genug: Im Newsbereich können unter anderem wertvolle Informationen rund um die Fütterung sowie Neuigkeiten zu Produkten nachgelesen

In einem Wiki Informationen zu Themen nachschlagen

Online Zeitung, Informationen, Zeitschriften lesen

tionen wie Versteigerungsterminen und Viehausstellungen, Tagesheiligen, Tierkreiszeichen und den Mondphasen gefüllt ist, sowie die Integration eines

58,0

nen seien immer willkommen. Um die App verwenden zu können, ist nach dem

Bankdienste über Internet beanspruchen

Suche von Informationen über Waren und Dienstleistungen

AKTUELLES

gelassen.

Telefonieren über Internet

55,8

44,2

Informationen zu Gesundheitsthemen suchen

58,3

41,7

Inanspruchnahme von Reise-/Unterkunftsdiensten

59,6

40,4

Mit der neuen App will RIEPER vor allem die Nachbe6

54,0

46,0

genen Smartphone verwenden können, werden pro Kunden-Account, also pro Hof, mehrere Nutzer zu-

50,7

49,3

Download eine einmalige Registrierung erforderlich. Damit auch Familienmitglieder die App auf ihrem ei-

45,7

54,3

Funktionen zu erweitern“, sagt Katrin Rieper. Verbesserungsvorschläge und Ideen für zusätzliche Funktio-

42,0

Teilnahme an sozialen Netzwerken

digitalen Besamungskalenders. „Wir werden versuchen, die App immer wieder mit neuen spannenden

41,6

58,4

werden. Für die weitere Entwicklung der App plant RIEPER einen Kalender, der mit relevanten Informa-

stellungen vereinfachen und somit den Landwirt bei seiner täglichen Arbeit unterstützen. Nach wie vor stehen aber natürlich allen Kunden die persönlichen Hofberater zur Seite. Auch die spezifischen Beratungen durch das Produktentwicklungsteam bleiben selbstredend aufrecht. Die App wird in den kommenden Wochen im Google Playstore und im App Store von Apple zum kostenlosen Download bereitstehen. Der genaue Zeitpunkt wird über die Rechnungsbeilage und über Facebook bekanntgegeben werden.

22,7

77,3

Bilder, Filme, Musik herunterladen

36,2

81,5

63,8

Informationen zu Bildungsangeboten oder Kursen suchen

34,6

81,5

65,4

Spielen oder Spiele herunterladen

28,0

72,0

Selbst erstellte Inhalte auf Internetseiten laden

26,3

73,7


Maßnahmen für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

Sicher und gesund am Arbeitsplatz

- Ständige Modernisierung der Anlagen und Neuinvestitionen mit Blick auf die Sicherheit der Mitarbeiter

RIEPER hat im Dezember 2018 das Audit für die Implementierung der neuen Zertifizierung zum Arbeitsschutzmanagementsystem sowie zur Arbeitssicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz erfolgreich bestanden. Ziel ist es, die Arbeit im Betrieb noch sicherer und gesünder zu machen.

- Eindeutige Zuordnung von Verantwortlichkeiten und Befugnissen - Interne und externe Schulungen aller Mitarbeiter zu Sicherheitsvorgaben AKTUELLES

- Schulung zur Absturzsicherung bei Reinigung und Beladung der Fahrzeuge - Schulungen zum richtigen Tragen und Heben von Lasten und Gegenständen - Fuhrpark: Sensibilisierung für ökonomisches Fahrverhalten

Sicherheit und Gesundheitsschutz effizient im Arbeitsalltag zu integrieren ist das Ziel des neuen Arbeits-, Ge-

- Ausstattung der Fahrzeuge mit neuen Sicher-

sundheits- und Sicherheitsmanagementsystems „ISO

heitspaketen wie Abstandhalter, Spurhalteas-

7

sistenz etc.

45001:2018“. Der weltweit gültige Standard beinhaltet Anforderungen an den Arbeits- und Gesundheits-

- Fahrsicherheitstraining im Safety Park

schutz. Auf dieser Grundlage werden Aufgaben, Vor-

- Geschwindigkeitsanzeige am Firmengelände

gaben, Forderungen, Gesetze, Risiken, Pflichten und

- Periodische Vorsorgeuntersuchung der Mitarbeiter durch den Betriebsarzt

Verantwortlichkeiten festgehalten und adressiert und

- Schriftliche Sicherheitsrichtlinien für externe

so die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Er vereint erstmals die Bereiche Arbeitsschutz und be-

Dienstleister (z.B. Techniker, Monteure, Hand-

triebliche Gesundheitsvorsorge in einer einzigen Norm

werker etc.)

und fördert aktiv das diesbezügliche Bewusstsein im gesamten Betrieb. Kosten für Störfälle, Betriebsunterbrechungen, VersiDie Wechselwirkung zwischen Mensch und Maschine

cherungsprämien und Ausfallzeiten zu reduzieren. Um der Pflicht nach ständiger Verbesserung und Wei-

den Arbeitsschutz überdacht und erweitert sowie neue

terentwicklung nachzukommen, sind alle Mitarbeiter

eingeführt. Ziel ist es, die Arbeitsplätze noch sicherer

aktiv eingebunden, Schwachstellen im Arbeits- und

und gesünder zu machen und das Risiko für Unfälle

Gesundheitsschutz zu erkennen und zu melden. Ein si-

und Gesundheitsschäden weiter zu senken. Das Sys-

cheres und gesundes Arbeitsumfeld wirkt sich zudem

tem greift bereits auf der untersten Ebene zum Selbst-

positiv auf die Motivation und Zufriedenheit der Mit-

schutz jedes Einzelnen und erhöht insgesamt die Si-

arbeiter aus. Dies spiegelt sich auch in der Qualität der

cherheit im Unternehmen. Es wirkt unterstützend, um

Leistung und Produkte wider.

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führung der neuen Norm wurden alle Richtlinien für

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Unfallu

birgt bekanntermaßen Gefahren, und im Zuge der Ein-


HOFBESUCH

Erfolgsrezept: Erfahrung und Kompetenz

8

Spricht man mit Martin Volgger über Kühe, merkt man sofort, dass man es mit einem echten Profi zu tun hat. Sehr breit gefächert ist sein Wissen um die Braunviehrasse, und reich ist die Erfahrung mit der Zucht am eigenen Hof. Bei seiner Zuchtarbeit geht er ganz gezielt vor, bedient sich sorgfältig ausgewählter Stiere und arbeitet auf die wichtigen Merkmale einer guten und gesunden Milchkuh hin.

Viele preisgekrönte Tiere mit illustrem Stammbaum

ter und genießen ihre weichen Strohliegeboxen. Das

wurden inzwischen am Sparberhof geboren: Kate-

Jungvieh und die Trockensteher sind im alten Laufstall

gorie- und Eutersiegerinnen, Kühe mit Leistungsbest-

mit Außenliegeboxen geblieben.

marken und Schönheitsköniginnen sind dabei. Auch beim Braunviehzuchtverband ist das Fachwissen von

Die Planung des neuen Stalles hat sich Martin sorg-

Martin Volgger weit über Südtirol hinaus geschätzt.

fältig überlegt. Die Tiefboxen bieten mit ihrer Breite von 1,3 Metern reichlich Platz, der Kopfbereich ist hö-

Der Erbhof der Familie Sparber liegt auf 1.350 Metern

her aufgemauert. Damit können die Tiere den Kopf

in Ridnaun. Martin bewirtschaftet ihn gemeinsam

bequem ablegen, gebettet auf einer dicken Schicht

mit seinem Vater Leopold und seiner Mutter Mari-

aus Stroh und Kalk. Dank der großzügigen Stallmaße

anne. Bei Bedarf packen Martins Freundin Julia und

kann das Stroh mit dem Traktor eingebracht werden

Bruder Simon mit an.

– eine Arbeitserleichterung, die der Betriebsleiter zu schätzen weiß.

Mitte des vergangenen Jahres wurde der neue Laufstall in Betrieb genommen: 40 Milchkühe finden da-

Auch mit dem neuen Melkroboter ist Martin sehr zu-

rin ausreichend Platz, Licht und Luft. Ein Mistschieber

frieden. Die Tiere kommen freiwillig drei Mal am Tag

hält die Gänge stets sauber. Den hohen Komfort kann

zum Melken. Erste Erfolge dieser Investitionen zeigen

man den Tieren regelrecht ansehen: Sie wirken ent-

sich bereits jetzt an anhaltend guter Fruchtbarkeit,

spannt, drängen nicht zu Futtertisch und Melkrobo-

besserer Klauengesundheit und gestiegenen Leistun-

RIEPER UNTERWEGS

Sparberhof Fam. Martin Volgger Ridnaun 1.350 m


gen. Der Betriebsdurchschnitt liegt im laufenden Jahr

Blutzuckerbildung unterstützt und die Leber entlas-

bei 9.927 kg Milch mit hervorragenden Inhaltsstoffen

tet.

von 4,5% Fett und 3,7% Eiweiß. Die hohen Milchmengen und ausgezeichneten Inhaltsstoffe sind neben

In der Trockenstehzeit werden die Milchkühe mit dem

dem Stallmanagement auch auf den optimalen Fut-

Ergänzungsfutter TRANSIT/p auf das Kalben vorberei-

tereinsatz zurückzuführen.

tet. Es enthält neben der Stärke zur Angewöhnung der Pansenbakterien und zur Vermeidung des zu frühen

Auf den Wiesen um den Hof gehen sich drei Schnit-

Körperfettabbaus alle Wirkstoffe, die Nachgeburts-

te aus, die zur Gänze siliert werden. Die Schnitte aus

probleme vermeiden, die Kälbergesundheit unter-

den Pachtfeldern und Bergwiesen werden hingegen

stützen, die Fruchtbarkeit verbessern und sowohl den

getrocknet. Insgesamt gilt es, 25 Hektar Grünland zu

Leberstoffwechsel als auch die Abwehrkräfte fördern.

bewirtschaften.

Die Kälber werden mit Milchaustauscher, gutem Heu und Kälbermüsli als Ergänzungsfutter aufgezogen.

Das Grundfutter wird im Mischwagen mit Biertrebersilage, Getreidemischung und Proteinmischung

Martin Volgger ist ein Vorzeigebeispiel eines jungen,

aufgewertet. In der mehligen Getreidemischung

fortschrittlich denkenden Landwirts, der sich auf

sind Mais, Weizen und Gerste enthalten, zum Pro-

die Milchwirtschaft fokussiert hat. Er macht sich die

teinausgleich wird eine mehlige Rohstoffmischung

technischen Entwicklungen zunutze – zum Wohl sei-

mit 38,5% Rohprotein verwendet. Das mehlige Mi-

ner Tiere und für den wirtschaftlichen Erfolg seines

neralfutter ist nicht in der Proteinmischung enthal-

Hofes.

ten, sondern wird getrennt zugegeben. So bleibt die Mineralstoffergänzung immer dieselbe, auch wenn

RATION

die Ausgleichsfuttermengen bei einer Änderung des Grundfutters angepasst werden müssen.

Mischwagenration für 25 kg Milch: 17 kg Grassilage

Im Melkroboter erhalten die Kühe als Lockfutter die speziell dafür entwickelte Type ROBO/p. Dieses ausgewogene Leistungsfutter enthält besonders

3,3 kg Heu 2 kg Luzerne

schmackhafte Komponenten und ist durch Puffer-

6 kg Biertrebersilage

substanzen und Rohfaserkomponenten pansen-

5,2 kg Getreidemischung

schonend zusammengesetzt. Bei höheren Leistun-

1,8 kg Proteinmischung

gen erhalten die Milchkühe das Hochleistungsfutter PROTEC LE/p, das mit pansengeschütztem Rapsschrot, Leinkuchen und geschütztem Fett eine besonders hochwertige Protein- und Energiequelle darstellt. Zu Laktationsbeginn wird über die Flüssigdosierung im Melkroboter das Energiekonzentrat

160 g Mineralfutter Ergänzungsfutter über den Kraftfutterautomaten für 35 kg Milch: 3 kg PROTEC LE/p 16% RP

ENEREX beigefüttert, das durch die Zuckerverbin-

3 kg ROBO/p

dungen und organischen Säuren die Pansenbakte-

0,4 kg ENEREX

rien anregt und mit Propylen-Glycol und Glycerol die

9


FACHTHEMA

Beta-Carotin in der Milchviehfütterung

10

Beta-Carotin ist die pflanzliche Vorstufe von Vitamin A; erst im Körper der Tiere wird das Beta-Carotin zu Vitamin A umgewandelt. In seiner natürlichen Form kommt Beta-Carotin in den meisten grünen Pflanzen, in Gemüse und Früchten, insbesondere in Grünkohl, Karotten, Spinat, rotem Paprika sowie in Marillen und Mangos vor. Dabei ist besonders bemerkenswert, dass junges frisches Wiesengras viel mehr Beta-Carotin enthält als die namensgebenden Karotten.

ten Beta-Carotin-Gehalt weist das junge Gras auf. Bereits mit der Reife nimmt dieser ab; überständiges Gras enthält nur mehr ein Drittel des ursprünglichen Beta-Carotin-Gehaltes. Durch Anwelkung, Trocknung und lange Lagerung wird ein Großteil des Beta-Carotins zerstört. Bei der Heutrocknung kommt es durch Sonnenbestrahlung und Luftzutritt zu den größten Verlusten. Wesentlich geringer fallen die Verluste bei Gras-Silage aus. Durch die rasche Trocknung wird das Beta-Carotin bei der Herstellung von Gras- und Luzernecobs am besten konserviert. Unabhängig von der Konservierung weist Mais-Silage von Natur aus sehr niedrige bis überhaupt keine Beta-Carotin-Gehalte

Beta-Carotin im Grundfutter

auf. Darüber hinaus kann die Aufnahme von Beta-Ca-

Der Gehalt von Beta-Carotin im Grundfutter hängt

rotin durch hohe Kaliumgehalte im Grundfutter ein-

stark von Erntezeitpunkt, Witterungseinflüssen, Kon-

geschränkt werden. In den nachfolgenden Tabellen

servierungsmethode und Lagerdauer ab. Den höchs-

sind die Gehalte und der Abbau grob dargestellt:

Beta-Carotin-Gehalte in Grundfuttermitteln junges Gras überständiges Gras Grünmehl Grassilage stark angewelkte Silage belüftetes Heu und Grummet bodentrockenes Heu junger Grünmais abgereifte Maissilage Kartoffeln, Futterrüben 0

100

200

300

400

500

600

700

800

900

mg Beta-Carotin pro kg TM

Beta-Carotin Gehalte mg/kg Futter (Jilg, 2005)

1000


300

hochwertigem, belüftetem Heu oder Gras-Silage zu erreichen ist. Mit steigender Beta-Carotin-Unterver-

250

sorgung steigt der Abstand zwischen erster Besa-

200

mung und Befruchtung deutlich an.

150

Beta-Carotin und Fruchtbarkeit

100

Jeder Landwirt kennt die Situation, dass mit fortschreitender Winterfütterung das Fruchtbarkeitsgeschehen

50

deutlich abnimmt. Wenn die Kühe im Frühjahr auf die

0

Weide kommen, ändert sich dies merklich. Der Grund Gras

Nov

Dez

Jän

Feb

Mär

Apr

liegt im fehlenden Beta-Carotin. Das Beta-Carotin wird im Eierstock ge-

Beta-Carotin-Abbau bei Gras-Silage (mg/kg TS)

speichert

und

kann

nur als solches in die

300

Eizelle gelangen. Erst

250

in der Eizelle wird Be-

200

A umgewandelt, das

ta-Carotin zu Vitamin

Als Grasfresser sind die Rinder an ein reichliches BetaCarotin-Angebot gewöhnt.

für die Bildung der

150

Brunsthormone, die Eizellenreifung, den rechtzeitigen

100

Eisprung und die Progesteronbildung im Gelbkörper benötigt wird. Deshalb ist Beta-Carotin beim Rind für

50

das Fruchtbarkeitsgeschehen von einzigartiger Bedeu-

0

tung und kann nicht durch Vitamin A ersetzt werden. Gras

Nov

Dez

Jän

Feb

Mär

Apr

Beta-Carotin-Abbau bei Heu (mg/kg TS)

Eine unzureichende Beta-CarotinVersorgung führt zu

Beta-Carotin-Bedarf der Milchkuh

- Stillbrunst

Geht man von einem Erhaltungsbedarf von 100 mg

- Schwacher oder schlecht

Beta-Carotin pro Tag und einem zusätzlichen Bedarf

erkennbarer Brunst

von 20 mg pro kg Milch aus, so benötigt eine Milch-

- Brunstverlängerung

kuh mit einer durchschnittlichen 30-Liter-Leistung

- Verkürzten Brunstintervallen

700 mg Beta-Carotin pro Tag. In der Trockenstehzeit

- Verzögertem Eisprung

beläuft sich der Tagesbedarf auf 400 mg Beta-Caro-

- Langsamer/geringerer

tin, um die Reserven in Leber und Eierstock aufzufül-

Gelbkörperentwicklung

len und über einen optimalen Carotingehalt der Biest-

- Zysten

milch die Gesundheit der Kälber sicherzustellen.

- Nachgeburtsverhalten - Frühaborten durch einen niedrigen

Wenn man die Bedarfswerte auf die Rationstro-

Progesteron-Spiegel

ckenmasse umrechnet, wird ersichtlich, dass eine

- Längeren Zwischenkalbezeiten

ausreichende Versorgung mit Beta-Carotin nur mit

- Durchfällen bei den Kälbern

11


FACHTHEMA 12

Beta-Carotin und Follikelgröße

Große Follikel, die leichter zu befruchten sind, weisen

Studien legen nahe, dass Follikelgröße und Zufütte-

einen höheren Wert von Vitamin A auf als solche mit

rung von Beta-Carotin in engem Zusammenhang ste-

geringerer Fruchtbarkeit. Entscheidend ist der Wert

hen. Große Follikel weisen eine höhere Vitamin-A-Kon-

des Vitamins A, der über Spaltung durch das Enzym

zentration auf. Eine reine Ergänzung von Vitamin A in

Carotinase von Beta-Carotin zu Vitamin A durch ge-

Milchviehfutter oder Mineralfuttermitteln wird aber

zielte Gabe von Beta-Carotin erreicht werden kann.

von den Tieren nicht im selben Maße aufgenommen. Nur der „Umweg“ über das Provitamin Beta-Carotin

In der nachfolgenden Tabelle wird der Zusammen-

erhöht den Vitamin-A-Gehalt im Follikel. Im Follikel

hang zwischen Follikelgröße und Vitamin-A-Gehalt

selbst wird Vitamin A aus Beta-Carotin gebildet.

deutlich.

Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die Umsetzung

Follikelgröße

von Beta-Carotin über Carotinase zu Vitamin A und die Nichtverfügbarkeit von Vitamin A.

klein

Ø mm

Beta-Carotin Carotinase

Vitamin A

Vitamin A

groß

< 5,0

7,5

12,2

Vitamin A µg/l

200

150

320

ß-Carotin µg/l

2.490

2.290

2.440

Östradiol µg/l

5

4

220

215

72

Progesteron ng/ml Beta-Carotin/Vitamin-A-Stoffwechsel im Follikel

stark zurückgebildet

Gehalte in der Flüssigkeit von Follikeln unterschiedlicher Qualität Quelle: Schweigert et al. (1986)


Beta-Carotin in der praktischen Fütterung Bei der Verwendung von konserviertem Futter ist eine Grundversorgung mit Beta-Carotin über ein Mineral-

RIEPER-Futtermittel mit Beta-Carotin

futter empfehlenswert. Diese Ergänzung sollte bereits in der Trockenstehzeit

RIEPER bietet eine Reihe an Mineralund Ergänzungsfuttermitteln an, die Beta-Carotin enthalten.

erfolgen. Speziell bei langer Lagerdauer des Futters, zum Beispiel bei ausgehender Winterfütterung, oder bei Auftreten offensichtlicher Mangelsymptome wie Stillbrunst sollte

ein entsprechender Beta-Carotin-Ergänzer zusätzlich beigefüttert werden. Eine Ergänzung mit Beta-Carotin sollte mit Beginn der Trockenstehzeit bis zur er-

P-14/p - Trockensteher -- Pelletiertes Mineralfutter für Milchkühe in der Trockenstehzeit -- 1.000 mg/kg Beta-Carotin -- 100 g pro Kuh und Tag während der gesamten Trockenstehzeit

P-16/p - Beta-Carotin -- Pelletiertes Mineralfutter für Milchkühe in der Laktation -- 2.000 mg/kg Beta-Carotin -- 100 g pro Kuh und Tag vom Kalben bis zur festgestellten Trächtigkeit

neuten Feststellung einer Trächtigkeit erfolgen. Nach erfolgreicher Trächtigkeitsfeststellung kann dann auf

BETA-CAROTIN/m

ein Mineralfutter ohne Beta-Carotin umgestellt wer-

-- Mehliges Ergänzungsfutter für Rinder -- 5.000 mg/kg Beta-Carotin -- 30 bis 50 g pro Kuh und Tag zur gezielten Ergänzung mit Beta-Carotin

den. Bei der Fütterung von Beta-Carotin ist vor allem darauf zu achten, dass

Ein hoher Nitratund Kaliumgehalt wirkt sich negativ auf die Beta-CarotinAufnahme aus.

die angegebenen Mengen eingehalten werden, damit die notwendigen Mindestgehalte für eine fruchtbarkeitssteigernde Wirkung erreicht werden. Da diese erhöhten Werte meist

aus dem Grundfutter stammen, sollte durch eine Ergänzung mit Viehsalz das Kalium-Natrium-Verhältnis korrigiert werden. Des weiteren wirken sich niedrige Rohproteingehalte in der Ration (Harnstoffwerte!) sowie ein Phosphormangel negativ auf die Absorption von Beta-Carotin aus. Es muss entsprechend ergänzt und ausgeglichen werden.

M-268/p -- Pelletiertes 100-Tage-Futter für Milchkühe -- 130 mg/kg Beta-Carotin -- Milchkühe in der Trockenstehzeit: 3 Wochen vor dem Abkalben täglich 1 bis 2 kg -- Milchkühe in Laktation: täglich 2 bis 3 kg in den ersten 3 bis 6 Wochen nach dem Abkalben zuteilen

TRANSIT/p -- Pelletiertes Ergänzungsfutter für Milchkühe in der Trockenstehzeit -- 50 mg/kg Beta-Carotin -- Milchkühe in der Trockenstehzeit: 1 bis 2,5 kg pro Tier und Tag zuteilen

13


Hofmanufaktur Kral: Speck vom Bauern wie vor hundert Jahren

HOFBESUCH

Wir alle haben das Bild von glücklichen Schweinen im Kopf, die fröhlich grunzend über eine Wiese laufen und sich genüsslich im Schlamm suhlen. Am Unterkranzerhof der Familie Kral im hintersten Sarntal ist das noch so. Der Speck wird wie in alten Zeiten hergestellt: Das beginnt mit der artgerechten Aufzucht der Tiere bis zum lang gereiften Endprodukt – alles wird von Hand und mit viel Ruhe gemacht.

14

An einem sonnigen Hang auf 1.540 m Meereshöhe

gen Aufgaben im Verkauf und in der Produktion. Auch

in Außerpens im hintersten Sarntal liegt der Unter-

Maximilian Aurelius und seine Zwillingsschwester

kranzerhof der Familie Kral. Als die Familie den Hof,

Melanie Sophie, die Jüngsten auf dem Hof, sind ganz

dessen Ursprünge in das 17. Jahrhundert zurückrei-

in ihrem Element, wenn sie zum Beispiel beim Beeren-

chen, im Jahr 2011 erwarb, stand bereits fest, dass die

pflücken helfen.

Zucht von Schweinen und die Produktion von Speck ihre neue Aufgabe werden sollte.

Baulich hat sich in den letzten Jahren auf dem Hof einiges getan. Das Bauernhaus wurde erneuert; den

Zum Hof gehören 54 Hektar Grund. Davon werden 7,5

Kuhstall hat Mario mit Lehmputz sowie die Böden und

Hektar bewirtschaftet, 24 Hektar sind Almgebiet, der

Wandtäfelungen mit Zirmholz ausgestattet – für ein

Rest teilt sich auf in Wald und unwegsames Gelände.

gutes und trockenes Stallklima. Als Beitrag zur Erhal-

Zusätzlich hat die Familie Kral noch Grund gepachtet.

tung der traditionellen Kulturlandschaft wurden etwa 4,5 Kilometer Holzzaun und 800 Quadratmeter Tro-

Mario Kral bewirtschaftet den Hof gemein-

ckenmauern errichtet.

sam mit seiner Frau Petra und Sohn Benjamin. Tochter Tanjara Maria

Derzeit leben 76 Schweine, fünf Kühe der Grauvieh-Ras-

und Schwiegertochter Julia-

se – die übrigens nur alle zwei Jahre kalben, zwei Haflin-

ne sind mit ihrem ganzen

ger, ein Esel, Hühner, Enten, Hasen, Hunde und Katzen

Fleiß dabei; sie erledi-

am Unterkranzerhof. Die Arbeit im Stall erledigen Mario

RIEPER UNTERWEGS

Unterkranzerhof Fam. Mario Kral Außerpens/Sarntal 1.540 m


und seine Mitarbeiter selbst per Hand – eine bewusste

Um künftig jeglichen Stress im Schlachthof für die

Entscheidung, „um die Tiere täglich genau zu beobach-

Tiere zu vermeiden, ist ein eigener Schlachthof in Pla-

ten“, sagt Mario.

nung; der bürokratische Weg zur Umsetzung erweist sich allerdings als sehr steinig.

Bei der Fütterung wird der Fokus auf eine möglichst naturnahe Zusammensetzung des Futters gelegt. Auf

Für die Weiterverarbeitung der Rohprodukte ist Ben-

der Grundlage der besonderen Anforderungen des Be-

jamin zuständig. Er hat sich das Metzgerhandwerk

triebes wurde in einem laufenden Erfahrungsaustausch

mit Unterstützung von Leuten des Fachs erarbeitet

eine einzigartige Sondermischung entwickelt.

und unter Berücksichtigung von althergebrachtem Wissen, das sonst in Vergessenheit geraten würde,

Die Ferkel erhalten nach dem Einstellen bis zu 70 kg Le-

weiterentwickelt. Nichts wird dem Zufall überlassen.

bendgewicht das Anfangsmastfutter S-1/p NATUR mit

Lange wurde getüftelt und probiert, bis alle Schritte

18% Rohprotein und 13 MJ umsetzbarer Energie, das für

aufeinander abgestimmt waren.

ein gutes Jugendwachstum sorgt. Von 70 bis 110 kg Lebendgewicht bringt das Hauptmastfutter S-2/p NATUR

Zuerst werden die Fleischstücke mit einer Mischung

mit dem reduzierten Proteingehalt von 15,5% und dem

aus Meersalz und feinen Kräutern eingerieben; sie

Energiegehalt von 12,5 MJ einen guten Fleischansatz.

haben dann dreieinhalb Wochen Zeit zum Pökeln. An-

Eine entscheidende Rolle in der Fütterung spielt das

schließend werden sie sieben Wochen lang abwech-

Endmastfutter S-3/p NATUR mit 12% Rohprotein und

selnd geräuchert und an der Frischluft trocknen ge-

12,8 MJ Energie, das ab einem Lebensgewicht von 110 kg

lassen. Dann hängt der Speck für mindestens zwölf

für einen angemessenen Fettansatz sorgt. Zu diesem

Monate im selbst gebauten Reifekeller, dessen Klima

Zweck wurde das Futter besonders energiereich mit

sich auf die Qualität und den Geschmack des Endpro-

geringem Rohfasergehalt von 4,5% zusammengesetzt.

duktes in hohem Maße auswirkt.

Die genau rationierte Kraftfutterzuteilung und eine

Von der Aufzucht bis zum Verkauf wird alles selbst

ausreichende Sattfütterung mit Grundfutter aus Heu

gemacht am Unterkranzerhof. Der sanfte Kreislauf

und Heublumen regeln den gewünschten Fettansatz

aus Haltung, Ernährung und Wohlbefinden schließt

bei einer langsamen Zunahme mit der bestmöglichen

sich in einem erstklassigen Endprodukt. „Dem End-

Ausprägung des Fleischgeschmacks. So vergehen gute

produkt, aber in besonderem Maße der artgerechten

14 Monate, bis die Tiere schlachtreif sind.

Tierhaltung wird unsererseits die kompromisslose Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenge-

Im Auslauf und auf der Weide haben die Schweine in der

bracht“, so die Familie Kral, die darin die Bestätigung

Vegetationszeit die Gelegenheit, beliebig frisches Gras

ihrer Arbeit findet.

zu fressen. Im Stall in den Ruhe-Buchten, wo sich auch die Fress-Barren befinden, wird das Kraftfutter mit Heublumen, die reich an Ballaststoffen und Eiweiß sind, ergänzt – genau so, wie dies von früheren Generationen immer gehandhabt wurde. Durch die natürlichen Wiesenkräuter erhält das Fleisch sein einzigartiges Aroma. Die Fütterung erfolgt dreimal täglich händisch. Als Futterform haben sich Pellets bewährt, da sie durch ihre knusprige Zusammensetzung die Aufnahme erleichtern.

15


FACHTHEMA

Wie die Fütterung die Gefrierzahl der Milch beeinflusst Im Gegensatz zu Wasser gefriert Milch durch die enthaltenen wasserlöslichen Substanzen erst bei niedrigeren Temperaturen als 0° C. Zu etwa 80 Prozent beeinflussen Milchzucker (Laktose) und gelöste Salze den Gefrierpunkt. Da diese nur geringen natürlichen Schwankungen unterworfen sind, gilt die Bestimmung des Gefrierpunktes als Standardmethode, um eine mögliche Verwässerung der Milch aufzuspüren.

16

Unbehandelte Rohmilch gefriert normalerweise ab

Technische Ursachen ausschließen

einer Temperatur von -0,52° C bis -0,53° C. Als An-

Bei Beanstandungen durch die Molkerei sollten zu-

haltspunkt kann gesagt werden, dass 1 Prozent Was-

nächst einige mögliche anlagentechnische Ursachen

ser eine Erhöhung der Gefrierzahl um +0,005° C zur

abgeklärt werden, um die Einbringung von Fremd-

Folge hat. Je nach Vereinbarung mit dem Molkereibe-

wasser in die Milch zu vermeiden:

trieb ergeben sich bei erhöhten Gefrierpunkten (Ge-

- Durchhängende Milchleitung

frierzahlen) Abzüge beim Auszahlungspreis.

- Restwasser im Milchabscheider oder im Abfüllschlauch

Neben technischen Ursachen können verschiedene

- Restwasser beim Zwischenspülen der Melkzeuge

Faktoren in Haltung und Fütterung sowie jahreszei-

- Ungenügendes Gefälle in der Milchleitung

tenbedingte klimatische Einflüsse (z.B. Hitzestress) und das Laktationsstadium eine Verschiebung des

Eine gut gewartete und gepflegte Melkanlage vermei-

Gefrierpunktes bewirken. Auch der Unterschied zwi-

det die Einbringung von Fremdwasser in die Milch.

schen Morgen- und Abendmilch oder etwaige Durchfälle müssen als Verursacher abweichender Werte in

Fütterung

Betracht gezogen werden.

Von den oben genannten beeinflussenden Umweltfaktoren ist die Fütterung mit Sicherheit für den Gefrierpunkt der Milch am wichtigsten. In extremen Fällen kann durch eine nicht bedarfsgerechte oder mangelhafte Fütterung der Eindruck einer massiven Verdünnung der Milch bei der Milchkontrolle entstehen. Je besser die Milchkuh mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt wird, desto geringer sind die Abweichungen bei der Gefrierzahl (Gefrierpunkt).


Zwischen dem Eiweißgehalt der Milch (Milcheiweiß-

gehalt oft mit niedrigem Laktose- und Harnstoffge-

und Harnstoffwert) und dem Gefrierpunkt besteht

halt zusammenhängen kann. Der Milcheiweißgehalt

eine nur geringe Abhängigkeit. Der Zusammenhang

wird von einer ausreichenden Versorgung der Milch-

ist vorwiegend indirekt, da ein niedriger Milcheiweiß-

kuh mit Energie und Eiweiß beeinflusst.

Werte aus der Milchkontrolle

Verschlechterung (Erhöhung) Gefrierpunkt um

Kontrollwert

0,005° C – 0,006° C

Laktose

0,002° C – 0,003° C

Harnstoff

0,0025° C

Eiweiß

17

Ursache

Fütterungsempfehlung

Abnahme um 0,10%

Stärke- und Zuckermangel

Mehr Getreide und Zucker in der Ration zur Verfügung stellen

um 10 mg/dl Eiweißmangel

Kraftfutter mit höherem Eiweißgehalt füttern oder Eiweiß ergänzen

um 0,10%

Energiegehalt der Ration erhöhen

Energiemangel

Fütterungsmängel, die zu einer Verschlechterung der Gefrierzahl führen

Fütterungsmaßnahmen für eine beanstandungsfreie Gefrierzahl

- Eiweißmangel

- Futterreihenfolge beachten

- Energiemangel - Salz- und Mineralstoffmangel - Zuckerarmes Futter - Nasses und verschmutztes Gras - Verminderte Futteraufnahme

(Rauhfutter – Saftfutter – Kraftfutter) - Ausreichende Versorgung mit strukturiertem Futter - Energie- und Eiweißversorgung entsprechend dem Bedarf sicherstellen

- Schnelle Futterumstellung

- Bedarf des Laktationsstadiums berücksichtigen

- Falsche Futterreihenfolge

- Salz- und Mineralstoffversorgung anpassen: auf

- Strukturmangel

eine ausreichende Versorgung mit Viehsalz achten - Schnelle Futterumstellungen vermeiden - Genügend lange Fresszeiten einhalten - Schlechte Futteraufnahme bei Hitzestress beachten


AKTUELLES

LOACKER und BRIMI bauen neues Milchtrocknungswerk

18

Anfang November wird Südtirols erstes Milchtrocknungswerk in Vintl in Betrieb gehen. LOACKER und BRIMI gründeten dafür die Tochtergesellschaft Dolomites Milk GmbH - mit dem Ziel, Süßmolke- und Magermilchpulver aus Rohstoffen heimischer Produktion herzustellen.

Unternehmen leisten“, sagte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Das Investitionsvolumen für dieses hochmoderne Werk beläuft sich auf über 30 Millionen Euro. Nach den neuesten technologischen Standards geplant, ist die Infrastruktur exakt auf den ausgefeilten Produktionsprozess abgestimmt; somit zeichnet sich das ge-

Für LOACKER bedeutet die Inbetriebnahme des neuen

samte Werk durch einen hohen Grad an Energie- und

Milchtrocknungswerkes eine Rückwärtsintegration in

Ressourceneffizienz aus. Dank der optimierten Aus-

der Wertschöpfungskette, für BRIMI hingegen einen

legung der Strom-, Kälte- und Lüftungsanlagen und

zusätzlichen Veredelungsschritt für die eigene Molke.

intelligenter Wärmerückgewinnungssysteme wird der

RIEPER ist an dem Vorhaben an sich nicht beteiligt; es

Einsatz von Primärressourcen auf ein erforderliches

wurde lediglich das für Gebäude und Zufahrt benötig-

Minimum reduziert.

te Grundstück abgetreten sowie die Ausweisung der Gewerbezone beantragt und vorangetrieben. Das Pro-

Im November 2019 startet schrittweise die Inbetrieb-

jekt erfuhr wegen seiner Stärkung regionaler Kreisläu-

nahme; bis Jahresende soll die Anlage produktionsbe-

fe und kurzer Transportwege sehr breite Zustimmung,

reit sein. Im neuen Werk, das im Dreischichtbetrieb an

weshalb das Vorhaben mit beispielhafter Geschwin-

sieben Wochentagen laufen wird, finden etwa 20 Mit-

digkeit durch alle Genehmigungsverfahren gebracht

arbeiter einen neuen Arbeitsplatz.

werden konnte. „Die Verwendung hochwertiger und gentechikfreier Am 7. Mai 2018 erfolgte im Beisein der höchsten Politiker

Molke und Milch aus der Region in den eigenen Cre-

des Landes die Grundsteinlegung. „Die günstige Lage

men und Schokoladen ist für LOACKER ein großer

des neuen Standortes zwischen den LOACKER-Wer-

Mehrwert und führt sicherlich zu einem noch grö-

ken Unterinn und Heinfels in Osttirol sowie die un-

ßeren Genusserlebnis für unsere Konsumenten“, so

mittelbare Nähe zum BRIMI-Werk in Brixen werden

Andreas Loacker, Mitglied der Unternehmerfamilie

einen wesentlichen Beitrag zur Nachhaltigkeitspolitik

Loacker. „BRIMI kann in Zukunft die anfallende Molke,

und Zukunftssiche-

die bei der Mozzarella- und Käseproduktion entsteht,

rung beider

direkt vor Ort weiterveredeln, und dies kommt der gesamten Südtiroler Milchwirtschaft zugute“, erläutert BRIMI-Geschäftsführer Martin Mair. Die Familie Rieper und die Mitarbeiter der A. RIEPER AG gratulieren den neuen Betreibern, wünschen einen reibungslosen Start und dem Unternehmen eine erfolgreiche Zukunft.


Unsere Kinderseite

Tiere auf dem Bauernhof Finde die Wรถrter aller Tiere, die du abgebildet siehst.

H T Q U A T S C H W E A S

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N A T

N R E A H A R U N T O B

H R H E R R S B H A S E E N

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N O U E N D T C P O R P O R E I

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AKTUELLES

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L H

19

E G E R A

C T E K Q U A F

Verstecktes Schaf

Was passt nicht?

Das ist Wilma, das Schaf. Wilma liebt es mit ihren

Welcher Gegenstand passt nicht zu den anderen?

Freunden auf der Wiese zu spielen. Am liebsten spielt das kleine Schaf verstecken. Helft ihr den Freunden beim Suchen? Wilma hat sich irgendwo in diesem Heft versteckt.

Lรถsungen: Was passt nicht? Die Triangel Verstecktes Schaf: Wilma befindet sich auf Seite 16


HOFBESUCH

Mutige Entscheidungen für eine gute Zukunft

20

Es ist die Leidenschaft zu den Tieren und die Liebe zum Beruf, die Alois Spiess täglich antreibt, seinen Bio-Betrieb im Vollerwerb mit Hingabe und Konstanz weiterzuentwickeln und zu bewirtschaften. Um die Rentabilität der Bewirtschaftung des Hofes zu gewährleisten, musste er in den letzten Jahren viele Entscheidungen treffen – und hatte dabei ein goldenes Händchen.

Alois Spiess, 54 Jahre jung, lebt mit seiner Familie auf

Händisch gefüttert wird als Leistungsfutter das pel-

dem Thalerhof in Riedelsberg im Sarntal. Der Hof

letierte Biolandfutter „BL NATURA 16/p“, das mit sei-

befindet sich auf 1.460 Metern Meereshöhe in einer

nem hohen Energiegehalt von 7,1 MJ NEL die Leistung

Hanglage. Alois führt ihn seit 17 Jahren in der bereits

der Milchkühe bestmöglich unterstützt. Aufgrund

vierten Generation. Neben ihm und seiner Frau Elisa-

der hohen Grundfutterqualität ist nur ein niedriger

beth wohnen sein Vater und die vier Töchter auf dem

Proteingehalt von 16 Prozent im Ergänzungsfutter

Hof. Der älteste Sohn ist ausgezogen, besucht seine

notwendig. Das Grundfutter wird selbst produziert

Eltern jedoch häufig mit den Enkelkindern und hilft

und nur ein kleiner Teil Luzerne dazugekauft. Um

bei der Bewirtschaftung der 15 Hektar Grünland und

ein gutes Grundfutter zu garantieren, wurde 2016 in

20 Hektar Wald.

eine Wiesenberegnungsanlage investiert. Zusätzlich zum Leistungsfutter wird getrennt die pelletierte Ge-

Der Hof besteht aus dem Wohnhaus, einer Maschi-

treidemischung „BL NATURA GM/p“, die einen hohen

nenhalle, einem kleinen E-Werk und dem 2014 umge-

Maisanteil hat, als Ausgleichsfutter verwendet.

bauten Laufstall mit Futterhaus und Heu-Belüftung. „Der Neubau des Stalls war die beste Investition, die

Für eine ausreichende Vitamin- und Spurenele-

ich jemals gemacht habe“, sagt Alois, „die Qualität des

ment-Ergänzung werden 100 g des pelletierten Bio-

Grundfutters ist seither sehr stark angestiegen, die

land-Mineralfutterds „BL NATURA MINERAL“ mit den

Tiergesundheit ist viel besser, und meine Kühe geben

drei fettlöslichen Vitaminen A, D und E sowie den

rund 30 Prozent mehr Milch“. Seine Augen glänzen, während er spricht: „Seither kann ich vom Hof leben und muss nicht mehr als Holzarbeiter dazuverdienen“.

RIEPER UNTERWEGS

Die 16 Milchkühe der Rasse „Fleckvieh“ werden von Anfang Juni bis Ende Oktober täglich auf die Weide gelassen. Mit einer Milchleistung von rund 8.000 Litern, mit einem Fettgehalt von 3,85 Prozent und Eiweißgehalt von 3,4 Prozent sowie einem Zellgehalt unter 100.000, bekommt der Thalerhof alle Jahre die Auszeichnung der Mila. Im letzten Jahr war der Hof unter den besten 200 Höfen in Südtirol zu finden.

Thalerhof Fam. Alois Spiess Riedelsberg/Sarntal 1.460 m


lebensnotwendigen Spurenelementen zugeteilt. Zu-

Um die Zukunft macht sich Alois wenig Sorgen. Er ist

sätzlich erhalten die Kühe die Salzlecksteine zur be-

sicher, dass eines seiner Kinder den Hof übernehmen

liebigen und bequemen Selbstversorgung mit Vieh-

und erfolgreich weiterführen wird. Besonders durch

salz. Für die Zukunft denkt Alois über den Umstieg auf

die mutigen Investitionen und Umstellungen in den

einen Futtermittelautomaten nach.

letzten Jahren konnte er die Rentabilität der Bewirtschaftung des Hofes auch für die Zukunft sicherstel-

Das Jungvieh (12 Stück) und die Trockensteher (2-3

len. „Nur der Milchpreis muss passen“, sagt Alois, „aber

Stück) verbringen den Sommer auf einer der Interess-

für hohe Qualität wird es immer einen Markt geben“.

entschafts-Almen, bei denen der Thalerhof Mitglied ist. Für den Eigenbedarf hält die Familie noch sieben

RATION FÜR 25 KG MILCH

Schafe, drei Schweine und ein paar Legehennen. Auch einen Hofhund gibt es.

8 kg Heu 4 kg Luzerne

Seit gut zwei Jahren ist der Thalerhof ein Bio-Betrieb. Lange hat Alois überlegt, ob er diesen wichtigen Schritt wagen soll. Letztlich ist ihm die Entscheidung

3 kg Grummet 2 kg BL NATURA GM/p

jedoch leichtgefallen: „Der neue Stall und die Weide

4 kg BL NATURA 16/p

funktionierten gut, und die Wiesen wurden seit jeher

100 g BL NATURA MINERAL/p

biologisch bewirtschaftet. Außerdem stammen die

Viehsalzleckstein zur freien Aufnahme

Tiere alle aus eigener Nachzucht. Die größte Umstellung war nur beim Kraftfutter nötig“, erinnert sich Alois. Der höhere Milchpreis, der den Bio-Betrieben zusteht, „war natürlich auch ein Anreiz“.

21


überschuss hat auch einen negativen Einfluss auf die

Das besonders wählerische Fressverhalten erlaubt es

anteil reicht für die Versorgung mit diesem Spuren-

den Schafen, selbst auf kargen Weiden nährstoffrei-

element vollkommen aus. Deshalb darf Schafen nur

ches Futter aufzunehmen. Durch das rohfaserarme

speziell an ihre Bedürfnisse angepasstes Kraft- und

Futter ist der Pansen im Vergleich zum Rind relativ

Mineralfutter ohne Kupferzusatz angeboten wer-

klein; die Pansenzotten sind kurz. Dafür haben die

den.

Wolle. Der aus dem Grundfutter zugeführte Kupfer-

Schafe unter allen Nutztieren den längsten Darm: Er ist 25 Mal länger als ihr Körper. Bedingt durch den eher

Die Fütterung der Mutterschafe

kleinen Pansen ist der Vormagentrakt ebenfalls netz-

Je nach Leistungsstadium ist der Nährstoffbedarf sehr

und labmagenbetont. Besonders der Labmagen ist

unterschiedlich. Eine hohe Aufzuchtleistung und gute

im Vergleich zum Hausrind größer ausgebildet. Diese

Fruchtbarkeit setzen eine bedarfsgerechte Nährstoff-

Besonderheiten im Vormagenbereich führen dazu,

und Energieversorgung in den einzelnen Leistungsperi-

dass Schafe schlechtere mikrobielle Strukturverdau-

oden voraus. In der folgenden Grafik ist der Energiebe-

er als andere Wiederkäuer sind. Grundfutter sollte

darf pro Schaf und Tag in den Wochen vor dem Decken,

daher nicht zu grob und gut kaubar sein. Schafe sind

in der Trächtigkeit und in der Laktation dargestellt.

aufgrund ihrer Physiologie in der Lage, auch bei sehr wenig Strukturangebot wiederzukauen; sie können ganze Getreide-

25

Eine weitere Besonderheit stellt der Einfluss der Wolle auf die Futteraufnahme dar. Der Wollbesatz staut die Körperwärme und reduziert dadurch den Appetit und die Futteraufnahme. Nach der Schur fressen die Schafe deutlich mehr als vorher. Schafe können zudem überschüssiges Kupfer nicht ausscheiden. Es wird in der Leber gespeichert und kann bei hohen Werten die Leberzellen schädigen und im Extremfall zum Tod des Tieres führen. Kupfer-

20 15 10

nieder hoch tragend

5 0

Ablammung

körner ohne weiteres verdauen.

Decken

22

Die ernährungsphysiologischen Besonderheiten von Schafen

Energiebedarf proTag in MJ ME

FACHTHEMA

Fütterung von Schafen und Lämmern

Flushing -4

1 3

laktierend 13 Trächtigkeitswochen

21 0

17 Laktationswochenwochen

trocken


Die Deckperiode

RIEPER-Futtermittel für Schafe und Lämmer

Entscheidend für eine gute Fruchtbarkeit von Mutterschafen ist ein entsprechend gutes Fütterungsniveau sowie eine entsprechende Fütterungstechnik zum Zeitpunkt des Belegens. Durch eine energiereiche Fütterung während der Deckperiode, dem sogenannten „Flushing“, können sich folgende positive Effekte er-

SPRAYFO LAMM UND KITZ -- H  ochverdaulicher und gut löslicher Milchaustauscher für Lämmer und Kitze -- mit 51% Magermilchpulveranteil -- Sack zu 10 kg und zu 25 kg

zielen lassen:

R-40/p

-- Besserer Brunstverlauf

-- Pelletiertes Lämmerfutter für Aufzucht und Mast -- Organisch gebundenes Selen aus Selenhefe fördert die Lebensfähigkeit und Frohwüchsigkeit der Lämmer -- Ohne Kupferzusatz

-- Höhere Befruchtungsrate -- Mehr Zwillingsgeburten -- Lebenderhaltung der befruchteten Eizellen In der Deckperiode (etwa 2 Wochen vor bis 3 Wochen nach dem Belegen) sollen zusätzlich etwa 200 bis 400 g (je nach Körperkondition der Tiere) Kraftfutter für Schafe gefüttert werden – zum Beispiel RIEPER R-45/p oder RIEPER SCHAFE & ZIEGEN MÜSLI.

R-45/p -- Pelletiertes Ergänzungsfutter für Mutterschafe und Zuchtwidder mit hochverdaulicher Rohfaser und organisch gebundenem Selen (0,4 mg/kg) -- Ohne Kupferzusatz

SCHAFE & ZIEGEN MÜSLI Die ersten vier Monate der Trächtigkeit Der Nährstoffbedarf ist in dieser Phase noch relativ gering. Bestes Grundfutter deckt die Erfordernisse völlig ab. Allerdings sollte ein passendes Mineralfutter zur Ergänzung gefüttert werden. Mit 30 g RIEPER P-25/m pro Tier und Tag werden Män-

-- Müsli für Zuchtschafe -- Ohne Kupferzusatz

P-25/m -- Mehliges Mineralfutter für Schafe und Ziegen, kupferfrei und reich an organisch gebundenem Selen aus Selenhefe (28 mg/kg)

gel an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitami-

Schafleckstein

nen ausgeglichen.

-- Mineralsalzleckstein für Schafe und Ziegen, kupferfrei, reich an Selen (30 mg/kg) -- Schachtel mit 4 Rollen zu 4 kg

Vor allem das in RIEPER P-25/p enthaltene organisch gebundene Selen aus Selenhefe beugt der Weißmuskelkrankheit der Lämmer vor und stärkt den Saugreflex nach der Geburt.

23


Fünftes Trächtigkeitsmonat

Fütterung der Lämmer

Gegen Ende der Trächtigkeit steigt der Nährstoff-

Sauglämmer besitzen ein hohes Wachstumspotenti-

bedarf deutlich an. Bedingt durch die geringere Tro-

al. In etwa fünf Wochen verdreifachen sie ihr Geburts-

ckenmasseaufnahme und das starke Wachstum der

gewicht. Erreicht wird dies aber nur, wenn Muttertie-

Föten reicht das Grundfutter in der Regel für die Be-

re und Lämmer richtig ernährt werden. Vor allem eine

darfsdeckung nicht mehr aus. Eine dem Grundfutter

frühzeitige Biestmilchgabe immunisiert das Lamm;

angepasste Ergänzung mit 300 bis 600 g GM/p bei

es sollten so früh wie möglich mindestens 200 g Biest-

proteinarmem Grundfutter oder R-45/p bzw. SCHAFE

milch verfüttert werden – auf drei bis vier Mahlzeiten

& ZIEGEN MÜSLI bei proteinreichem Grundfutter ist

verteilt. Zur besseren Kontrolle der Aufnahme durch

deshalb notwendig. Eine Unterversorgung an Ener-

das Lamm empfiehlt es sich, die Biestmilch abzumel-

gie und Eiweiß kann Stoffwechselstörungen wie eine

ken und mittels Nuckelflasche zu verabreichen. Nor-

Ketose auslösen und das Geburtsgewicht und die Le-

malerweise saugen die Lämmer bei der Mutter. Muss

bensfähigkeit der Lämmer beeinträchtigen.

aber mit Ersatzmilch aufgezogen werden, so eignet sich SPRAYFO LAMM UND KITZ für eine problemlose

Die Laktation (Säugezeit)

Aufzucht ab dem ersten Tag.

FACHTHEMA

Die Milchleistung im ersten Laktationsmonat ist ne-

24

ben einer entsprechenden genetischen Leistungsbe-

Ab der zweiten Woche sollte den Lämmern zusätzlich

reitschaft auch von der Nährstoffversorgung und der

gutes Heu, Wasser und RIEPER R-40/p Ergänzungs-

Lämmerzahl abhängig und beeinflusst wesentlich die

futter für Lämmer bis 500 g pro Tier und Tag vorge-

Aufzuchtleistung der Lämmer. Das Grundfutter reicht

setzt werden. Der Futtertrog muss einmal täglich leer

auch in dieser Zeit nicht aus, um den Erhaltungsbe-

gefressen werden. Mast- und Aufzuchtlämmer wer-

darf zu decken und eine hohe Milchleistung zu er-

den grundsätzlich gleich gefüttert.

zielen. Je nach Anzahl der Lämmer und Qualität des Grundfutters empfiehlt es sich, zwischen 0,5 bis 1,5 kg R-45/p oder SCHAFE & ZIEGEN MÜSLI pro Tier und Tag zu füttern.

Muttermilch Lämmeraufzuchtfutter RIEPER R-40/p und bestes Heu

4 kg

13 kg

0,5 l

1,5 l

10.

15.

30/35 kg

20 kg

2,5 l

Milchmenge pro Tag

2.

Lebendgewicht

20.

Lämmeraufzuchtfutter RIEPER R-40/p und bestes Heu

30.

40.

50.

60.

70.

80.

90. Tag


Aufzuchtplan für eine mutterlose Lämmeraufzucht

Lebensalter

SPRAYFO LAMM UND KITZ Milch Mahlzeiten pro Tag

Tag 1-2

60

6

Tag 3-4

60

6

Tag 5-10

100

5

Fütterung der Zuchtwidder

Tag 11-15

300

3

Während der Ruhezeit werden die Zuchtwidder ver-

Tag 16-21

600

2

Woche 4

600

2

Woche 5

800

2

Woche 6

500

2

Woche 7

500

1

Heu, Wasser und RIEPER R-40/p

ml pro Mahlzeit

halten gefüttert; einen Monat vor der Decksaison wird zu bestem Grundfutter mit 300 bis 500 g RIEPER R-45/p pro Tier und Tag ergänzt. In der Deckperiode sollte der Anteil an R-45/p auf 800 g gesteigert werden. Auf eine ausreichende Mineralstoffversorgung ist unbedingt zu achten. Den Widdern werden zusätzlich 30 g RIEPER P-25/m pro Tier und Tag beigefüttert.

25 25


Bericht aus Nordtirol Gute Nachrichten kommen aus der nördlichen Nachbarregion: RIEPER ist in Nordtirol sehr erfolgreich. Seit Oktober 2017, als RIEPER erstmals dort aktiv wurde, konnten die verkauften Mengen erheblich gesteigert und viele neue Kunden gewonnen werden. Auch das Team verstärkt sich.

Vom Arlberg bis nach Kufstein werden landwirtschaft-

und Rationskontrolle an. Wiederverkäufer bildet er mit

liche Betriebe seit zwei Jahren mit Südtiroler Quali-

gezielten Produkt- und Verkaufsschulungen weiter. Zu

tätsfutter von RIEPER beliefert. Die entsprechenden

seinem Tätigkeitsbereich gehört zudem die Bearbei-

Produkte sind mittlerweile aber auch bei vielen Handels-

tung von eventuellen qualitäts- und fütterungsrelevan-

partnern und Lagerhäusern erhältlich. So können zum

ten Reklamationen im Innen- und Außendienst. Der

Beispiel Kunden im hinteren Zillertal RIEPER-Futter in

Arbeitsplatz von Herbert Nagl befindet sich zum Teil am

Mayrhofen beziehen; Walter Kreidl betreibt das dortige

Firmensitz in Vintl und zum Teil in der Niederlassung des

Außenlager.

Unternehmens in Innsbruck. Mit ihm steht durch die

AKTUELLES

gegenseitige Vertretung mit Florian Piffrader bei Urlaub

26

Ein Spezialist im Dienst der Kunden

und Außendiensteinsatz nun ständig ein Mitarbeiter der

Herbert Nagl unterstützt das Nordtiroler Team am ös-

Abteilung Produktentwicklung für alle Fragen zu Futter-

terreichischen RIEPER-Sitz in der Maria-Theresien-Stra-

mitteln und Fütterung zur Verfügung.

ße in Innsbruck. Nagl, 43 Jahre jung, arbeitet seit 2017 bei RIEPER; als Futtermitteltechniker verstärkt er in der

Neben dem Fütterungstechniker Herbert Nagl sowie den

Abteilung Produktentwicklung die Arbeit von Florian

beiden Hofberatern Christoph Hofer und Roland Ruetz

Piffrader. Seine Ausbildung zum „Diplomierten Misch-

wird das Nordtiroler RIEPER-Team seit kurzem durch die

futtertechniker“ hatte er an der Schule für Futtermittel-

beiden LKW-Fahrer Martin Annewanter und Christoph

technik in Uzwil in der Schweiz absolviert. Mit seiner

Kofler verstärkt.

langjährigen Erfahrung in der Futtermittelherstellung und Fütterungsberatung bringt er täglich viel praktisches Wissen ein und ist eine Bereicherung für das Team des Unternehmens. Nagl lebt mit seiner Familie in Axams in Nordtirol und ist in seiner Freizeit ein begeisterter Krippenbauer. Besonders gern besucht er Kunstausstellungen und Museen – „das ist eine Leidenschaft von mir, die nur auf den ersten Blick wenig mit Landwirtschaft zu tun hat, denn die schönsten Kunstwerke liefert immer noch die Natur“. Seine Arbeitskollegen beschreiben ihn als „verlässlich, initiativ und engagiert“, aber vor allem „ist Herbert ein fei-

HERBERT NAGL

ner und scharfsinniger Mensch, der gut zuhören kann“. „Ich arbeite seit 2001 in der MischfutterindusZu seinen Aufgaben zählen die Erstellung, Wartung und

trie und war bei meinem vorigen Arbeitgeber

Verbesserung von Kraftfutterrezepturen. Herbert Nagl

als Produktentwickler tätig. Das Interessante

ist maßgeblich am gesamten Entwicklungsprozess neu-

an meinem Beruf ist, dass ich beinahe jeden Tag

er Futtermittel beteiligt – von der Idee bis zu den Fütte-

mit neuen Aufgaben und Herausforderungen

rungsversuchen. Ausgehend von den Grundfutterana-

konfrontiert werde, die es im Sinne des Land-

lysen, bietet er den Kraftfutterkunden gemeinsam mit

wirtes und zum Wohle der Tiere zu lösen gilt.“

den Hofberatern eine fundierte Fütterungsberatung


Martin Annewanter

Christoph Kofler

Martin Annewanter stammt aus Axams, ist

Auch Christoph Kofler stammt aus Axams;

26 Jahre alt und seit nunmehr fünf Jahren Si-

er ist 35 Jahre alt, verheiratet und Vater von

lo-LKW-Fahrer. In seiner Freizeit fährt er be-

zwei Kindern. Der gelernte LKW-Mechani-

geistert Ski und schwimmt; außerdem ist er

ker ist seit zwölf Jahren Silo-LKW-Fahrer.

Mitglied der lokalen Feuerwehr.

Auch seine Freizeit verbringt er vorrangig in der Natur: „Ich wandere gern durch die Berge, und im Winter fahre ich gern Ski.“

„Ich fahre gerne LKW, weil ich damit viel

„Als LKW-Fahrer hat man ständig die

herumkomme und in den Bergen bin. Ich

Möglichkeit, mit vielen verschiedenen

liebe es, im Sommer auf die Almen zu fah-

Leuten ins Gespräch zu kommen. Die

ren. Auch der Kontakt mit unseren Kun-

Landwirtschaft an sich gefällt mir, und

den gefällt mir sehr gut.“

mit meiner Arbeit kann ich etwas zum Wohle der Landwirtschaft beitragen.“

Messe Agro Alpin Am 8. November 2018 öffneten sich die Tore für die sechste Auflage der Agro Alpin, der führenden Fachmesse für Land- und Forsttechnik in Nordtirol. Vier Tage lang drehte sich auf der Messe Innsbruck wieder alles um die Landwirtschaft. Der erstmalige Messeauftritt von RIEPER war ein großer Erfolg: Auf dem neuen Messestand konnten sehr viele Besucher begrüßt werden. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über die RIEPER-Produkte zu informieren. „So konnten wir unseren Bekanntheitsgrad nördlich des Brenners weiter steigern und viele neue Kundenkontakte knüpfen“, freut sich Verkaufsleiter Wolfgang Aumer.

27


Fleiß, Erfahrung und die Liebe zum Detail

HOFBESUCH

Der Diesing Hof der Familie Knapp liegt in sonniger, leicht hügeliger Lage im Nordtiroler Weerberg, auf fast 900 m Meereshöhe. Die Geschichte des Hofes geht bis ins 15. Jahrhundert zurück.

Der Erbhof wird heute von Hermann Knapp in 16.

Weide, den Sommer über sind sie auf der Alm. Bewirt-

Generation bewirtschaftet. Auf dem Hof leben vier

schaftet werden 24 Hektar Grünland, der Großteil davon

Generationen zusammen: Hermanns Frau Christine,

ist maschinenbefahrbar.

seine Mutter Emma, die beiden Söhne Andreas und Florian, Schwiegertochter Barbara und das kleine En-

Bei der Fütterung macht Hermann keine Kompromisse.

kelkind Sophia.

Jährlich wird das hofeigene Grundfutter beprobt und im RIEPER-Labor analysiert. Auf Basis dieser Ergebnisse

28

Hermann Knapp musste bereits mit 18 Jahren die Ver-

wird das Kraftfutter angepasst. Das zuckerreiche Heu

antwortung für Hof und Familie übernehmen. Ein-

steht den Tieren ganztägig zur freien Aufnahme zur Ver-

satzbereitschaft, Fleiß und genaue Planung zeichnen

fügung und wird zur Struktur- und Eiweißergänzung mit

seine Arbeit aus. Diesen Einsatz sieht man nicht nur

bodengetrockneter Luzerne bereichert. Die verschiede-

den gepflegten Stallungen an, sondern auch den ge-

nen Schnitte der Grundfutterarten werden über den ge-

sunden Tieren, für die Hermann zahlreiche Auszeich-

samten Winter gleichmäßig aufgeteilt, damit die Kühe

nungen bei Ausstellungen im In- und Ausland erhal-

jeden Tag genau dasselbe Mischverhältnis bekommen.

ten hat. Beim Kraftfutter setzt der Betriebsleiter auf die Futter-

Hermann hält mit Überzeugung Braunvieh. 20 Milch-

type Mixone/p mit pansenstabilen Kohlehydraten und

kühe und 30 Jungtiere, allesamt aus eigener Nachzucht,

Rohfaser. Ab 20 kg Milch er-

stehen im Anbindestall, der auch nach zwölf Jahren

halten die Tiere leis-

blitzsauber ist wie am ersten Tag. Die Tiere kommen im

tungsgerecht M-256/p.

Frühjahr und Herbst, je nach Witterung, täglich auf die

Es versorgt die Kühe bestmöglich mit Energie, hält

RIEPER UNTERWEGS

den Harnstoff im optimalen Bereich und beugt dank der eingebauten Pansenpuffer Übersäuerung vor.

Diesing Hof Fam. Hermann Knapp Weerberg/Nordtirol 900 m


Das Kraftfutter wird ausschließlich per Hand zugeteilt; die Tagesmenge wird dabei auf acht Gaben verteilt. Die jeweils kleine zugeteilte Menge begünstigt die Verdauung. Hermann kann so die Tiere genau beobachten und die Kraftfuttertypen und -mengen je nach Leistung, Körperkondition, Fressverhalten, Pansenfüllung und Kotkonsistenz individuell an den Bedarf anpassen. Der Aufwand lohnt sich und zeigt seine Früchte in der Leistung: 2018 betrug der Stalldurchschnitt stolze 9.553 Liter Milch mit einem Fettgehalt von 4,11%

RATION FÜR 30 KG MILCH

und einem Eiweißgehalt von 3,69%. Die Heumilch vom Diesing Hof wird ins Zillertal geliefert. „Die Milch-

8 kg Heu

inhaltsstoffe haben kaum Einfluss auf den Auszah-

4,5 kg Grummet

lungspreis“, bedauert Hermann, „das ist im Grunde

2 kg Luzerne

unkorrekt, weil die Ausbeute in der Käseherstellung aus Milch von Braunviehkühen viel höher ist“.

2,5 kg MIXONE/p 7 kg M-256/p

Neben der Milchwirtschaft züchtet Hermann mit beachtlichem Erfolg weiße Tiroler Bergschafe und gemsfarbige Gebirgsziegen. 40 Mutterschafe, 40

Der Strukturwandel macht auch vor Weerberg nicht

Jungtiere und 14 Ziegen stehen im Stall; sie stellen

halt. Gab es früher einmal 127 milchstellende Betriebe,

eine wichtige Einnahmequelle für den Hof dar. Mitt-

sind heute nur noch 50 davon übrig. Einen der Gründe

lerweile sind die Tiere vom Diesing Hof weit über die

dafür sieht Hermann im niedrigen Milchauszahlungs-

Grenzen Österreichs hinaus bekannt. „An die Spitze

preis. Neben allen Erfolgen, der vielen Arbeit und den

zu kommen ist einfach, aber oben zu bleiben – das ist

oft schwierigen Entscheidungen sei es jedoch das

die Kunst. Dazu sind Fleiß und Ausdauer nötig“, sagt

Allerwichtigste, sagt er, „dass die Familie zusammen-

Hermann.

hält und gesund ist“.

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AKTUELLES

Mitgliedschaft trägt Früchte

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Seit dem Vorjahr ist RIEPER Mitglied der österreichischen Dienstleistungsgesellschaft „BESTMIX Tierernährung GmbH“ – eine Gesellschaft, die 1985 von mehreren Futtermittelherstellern zum Zwecke der gegenseitigen Unterstützung gegründet wurde. Die Mitgliedschaft von RIEPER bei BESTMIX ist aus mehreren Gründen vorteilhaft.

Die „BESTMIX Tierernährung GmbH“ wurde im Jahr

weils neuesten für Futtermittelhersteller relevanten

1985 unter dem damaligen Namen „Prämix Futter-

Informationen. Ändern sich Gesetze oder Richtlinien,

mittel GmbH und Co. KG“ gegründet. Sie wurde von

werden die Mitglieder von BESTMIX sofort darüber

mehreren Mischfutterherstellern aus ganz Österreich

informiert. Auch die aktuellen Daten über die laufend

ins Leben gerufen, um die acht Mitgliedsbetriebe in

vorhandenen Rohstoffqualitäten werden übermit-

wichtigen Aufgabenbereichen zu unterstützen und

telt. Neue Vorschriften, wissenschaftliche Erkennt-

zu entlasten.

nisse und Ergebnisse von Analysen werden genau beurteilt und schnell umgesetzt. Das ermöglicht einen

Eine Mitgliedschaft bei BESTMIX ist in mehrfacher

weiteren Ausbau von Qualität und Sicherheit der Pro-

Beziehung von Vorteil: Die GmbH versucht, die ge-

dukte und Dienstleistungen. Außerdem können Hof-

meinsamen Interessen ihrer Mitglieder zu forcieren

berater und Mitarbeiter Schulungen besuchen und

– zum Beispiel in Form von futtermittelrechtlicher

dabei ihr Know-how ausbauen.

Beratung, dem Angebot von Mitarbeiterschulungen sowie der Ausarbeitung von Versorgungsempfehlun-

Aus dem breitgefächerten Schulungsangebot von

gen, Bewertung von Roh- und Zusatzstoffen und der

BESTMIX konnten die Mitarbeiter von RIEPER bereits

Aktualisierung von Daten für die Futterberechnungs-

einige Veranstaltungen besuchen und so ihr Wissen

programme.

weiter vertiefen.

2018 ist RIEPER dieser österreichischen Dienstleis-

Hofberaterschulung in Wien

tungsgesellschaft beigetreten. Durch die Mitglied-

Vom 17. bis 19. Oktober 2018 fand für die neun Hofbe-

schaft erhält das Unternehmen Zugang zu den je-

rater aus Süd- und Nordtirol eine Lehrfahrt nach Wien


statt, an der auch der Verkaufsleiter Wolfgang Aumer

sende Fortbildung im Bereich Kraftfutterherstellung

und der Produktentwickler Florian Piffrader teilnah-

und Qualitätssicherung. Klaus-Dietrich Neumann

men. Im Rahmen einer ganztägigen BESTMIX-Fach-

von der Internationalen Forschungsgemeinschaft

tagung über Milchviehfütterung gab Fütterungs-

Futtermitteltechnik in Braunschweig referierte über

berater Karl Wurm von der Landwirtschaftskammer

Zusatzstoffstabilität

Steiermark nützliche Tipps zur Milchvieh- und Kälber-

BESTMIX-Geschäftsführer Friedrich Leutzendorff gab

fütterung. Am zweiten Tag wurde das Kraftfutterwerk

einen Überblick über die Gefahren und Fehlerquellen

Siglmühle im Salzburger Seekirchen besichtigt, das

in der Mischfutterproduktion.

und

Schädlingsbekämpfung.

mit seinen Flockenmischungen und mit Pferdefutter beeindruckte. Weiters wurde ein sehr fortschrittlicher

Am zweiten Tag gestaltete Siegfried Pöchtrager von

Milchviehbetrieb in der Umgebung besucht.

der Universität für Bodenkultur in Wien einen Motivationsvortrag. Von den Anforderungen der nach-

Schulung zur Produktentwicklung in Salzburg

haltigen Futtermittelwirtschaft, von der Qualitäts-

Am 7. Februar 2019 nahm Florian Piffrader an der

Entwicklung der Rohstoffmärkte leitete er Trends für

BESTMIX-Schulung für Produktentwickler in Salzburg

die Zukunft ab, die interessante neue Herausforde-

teil, bei der es um die neuesten wissenschaftlichen

rungen für Unternehmer und Mitarbeiter im Kraft-

Erkenntnisse, die Änderungen in den gesetzlichen

futterbereich bieten. In praktischen Gruppenarbeiten

Vorschriften und die Neuigkeiten in den Futtermit-

wurden verschiedene Bereiche des Produktionspro-

telrichtlinien ging. Es folgte ein lebhafter und praxis-

zesses von den Teilnehmern in angeregten Gesprä-

orientierter Erfahrungsaustausch zwischen den ver-

chen analysiert.

sicherung in der Mischfutterproduktion und der

schiedenen Teilnehmern der Mitgliederbetriebe. Beeindruckt zeigten sich die Teilnehmer auch bei der

Produktionsschulung in Vintl

Besichtigung des RIEPER-Mischfutterwerkes. Der

Die A. RIEPER AG war am 24. und 25. Mai 2019 Gastge-

hohe technische Standard der Anlagen und das hohe

ber der alljährlichen BESTMIX-Produktionsschulung.

Sauberkeitsniveau wurden sehr anerkennend wahr-

Mitarbeiter aus Produktion und Qualitätsmanage-

genommen.

ment der verschiedenen Mitgliederbetriebe reisten dazu aus Österreich nach Vintl. Die Teilnehmer erhielten in der zweitägigen Veranstaltung eine umfas-

31


Georg Stauder

AKTUELLES

Gaby Braunhofer

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Aaron Ă&#x153;beregge

r

n Lanthaler

ristia Helmut und Ch

Markus M Hofberater Stefan We


Mayr und eiermaier

Hofberater Armin Thaler und René Thaler

Erna und Sepp Gruber mit Hofberater Helmut Unterhofer

Qualitätsplakette für Kundentreue Seit dem heurigen Jahr erhalten RIEPER-Kunden, die

unseren Fütterungsexperten werden Weiterentwick-

sich durch besondere Treue und aktive Zusammen-

lungen erarbeitet, die dem Tierwohl entsprechen und

arbeit auszeichnen, eine Qualitätsplakette. Damit

den technischen Möglichkeiten sowie den Anforde-

will RIEPER seinen Dank ausdrücken und gleich-

rungen der Märkte gerecht werden. Die gemeinsame

zeitig dem Kunden bescheinigen, dass er konstante

Traditionsverpflichtung, gepaart mit Offenheit für

und hochwertige Futtermittel sowie eine optimal

fortschrittliche neue Wege, bilden eine solide Basis für

abgestimmte Futterration erhält. Es sind dies wie-

eine erfolgversprechende Zukunft.

33

derum wichtige Grundlagen für die Herstellung von Qualitätsprodukten am Hof, gute Leistungen und

Wir freuen uns, bereits 400 dieser Plaketten

wirtschaftlichen Erfolg. In regelmäßigem Dialog mit

ausgehändigt zu haben.

ixner

Sophia und Anton Ste

Michael Ralser


Sieger der Viehausstellungen 2019 Die A. RIEPER AG gratuliert herzlich allen Züchtern, die bei bisherigen Leistungsschauen unterschiedlicher Zuchtverbände im Laufe des Jahres 2019 mit Siegertieren für ihre Zuchtarbeit ausgezeichnet wurden. Landesausstellung 70 Jahre Braunviehzuchtverband 

AKTUELLES

am 23. & 24. März 2019

Johanna Stoll Durnwalder, Faltner, Pichl/Gsies Siegerin: Kategorie II: Braunvieh - Jungrinder

Evi Egger, Langfennhof, Mölten Siegerin: Kategorie IV: Braunvieh - trächtige Kalbin

Gebhard Monthaler, Unterpuenland, Oberolang/Olang Siegerin: Kategorie VI: Braunvieh - trächtige Kalbin

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Werner Stocker, Schlosshof, Plawenn/Mals Siegerin: Kategorie IX: Braunvieh - Jungkühe in Laktation Siegerin: Kategorie XVII: Braunvieh - Viertmelkkühe Reservesiegerin: BV Finale Jungrinder und Kalbinnen

Werner Marginter, Aichner, Tulfer/Pfitsch Gesamtsiegerin: Braunvieh-Finale Euter Jungkühe Siegerin: Kategorie X: Braunvieh - Jungkühe in Laktation Reservesiegerin: BV Finale Jungkühe

Alois Waldner, Madeinhof, Schleis/Mals Siegerin: Kategorie XI: Braunvieh - Jungkühe in Laktation

Daniel Gasser, Oberhauserhof, Schnauders/Feldthurns

Paul Plattner, Enderholzmannhof, Jenesien Siegerin: Kategorie III: Original Braunvieh – Jungkühe und Zweitmelkkühe Reservesiegerin: Original Braunvieh-Finale Euter

Anton Dalvai, Dorfner, Gschnon/Montan Sieger: Kategorie VI: Original Braunvieh - Ochsen

Helmuth Egger, Außerzoasl, St. Pankraz/Ulten Gesamtsiegerin: Jersey - Finale Jungrinder und Kalbinnen Siegerin: Kategorie I: Jersey – Jungrinder und trächtige Kalbinnen

Walter Marzari, Lehreshof, Proveis Siegerin: Kategorie II: Jersey – Jungrinder und trächtige Kalbinnen Reservesiegerin: Jersey – Finale Jungrinder und Kalbinnen

Leonhard Gruber, Kerschbam, St. Walburg/Ulten Gesamtsiegerin: Jersey - Finale Euter Gesamtsiegerin: Jersey - Finale Kühe Siegerin: Kategorie III: Jersey - Jungkühe in Laktation

Franz Kaserer, Walda, Martell Gesamtsiegerin: Braunvieh-Finale Euter Mehrmelkkühe

Sigrid Ungerer, Kesslern, Laurein Reservesiegerin: Original Braunvieh-Finale Euter

Siegerin: Kategorie XIV: Braunvieh - Zweitmelkkühe in Laktation Jubiläumsschau 20 Jahre Grauvieh Jungzüchterverein 

Stephan Breitenberger, Threinhof, St. Nikolaus/Ulten Siegerin: Kategorie XV: Braunvieh - Drittmelkkühe in Laktation Reservesiegerin: BV Finale Euter Mehrmelkkühe

Martin Frener, Prast, St. Leonhard/Brixen

am 30. März 2019

Oswald Fink, Pignaterhof, Klobenstein Siegerin: 1. Gruppe: Kalbinnen

Siegerin: Kategorie XVI: Braunvieh - Drittmelkkühe in Laktation Reservesiegerin: BV-Vorführfinale

Martin Gögele, Joselehof, Moos in Passeier

Peter Pörnbacher, Huber, Mitterolang/Olang

Nikolaus Reiterer, Halbmairhof, Hafling

Siegerin: Kategorie XX: Braunvieh - Dauerleistungskühe

Markus Franzelin, Hesi, Truden Siegerin: Kategorie I: Original Braunvieh - Jungrinder Siegerin: Kategorie V: Original Braunvieh - Mutterkalb mit Kalb Reservesiegerin: Original Braunvieh-Finale Jungrinder und Kalbinnen

Franz Keinsl, Stadlhof, Sonnenberg/Schlanders Gesamtsiegerin: Original Braunvieh-Finale Jungrinder und Kalbinnen Siegerin: Kategorie II: Original Braunvieh - trächtige Kalbinnen

Siegerin: 3. Gruppe: Kalbinnen

Siegerin: 6. Gruppe: Kalbinnen

Georg Kneisl, Oberwies, Moos in Passeier Siegerin: 7. Gruppe: Kalbinnen

Alois Franz Schwarz, Schwob, Schlaneid/Mölten Siegerin: 10. Gruppe: Kalbinnen

Gustav Reinstadler, Veitenhof, Rabenstein/Moos i. P. Siegerin: 11. Gruppe: Kalbinnen


Christian Ennemoser, Seppner, Pfelders/Moos in Passeier

Nikolaus Spechtenhauser, Burgeis/Mals

Siegerin: 12. Gruppe: Kalbinnen

Siegerin: Kategorie III: Jungrinder und trächtige Kalbinen Siegerin: Kategorie VII: Jersey Gesamtsiegerin: Rasse Jersey

Andreas Pichler, Branterhof, St. Leonhard in Passeier Siegerin: 1. Gruppe: Erstlingskühe

Simon Taber, Kerscherhof, Glaning/Jenesien Siegerin: 3. Gruppe: Erstlingskühe

Josef Gufler, Tallhof, Obertall/Schenna

Alois Waldner, Madein, Schleis Siegerin: Kategorie XII: Drittmelkkühe

Rudolf Peer, Klapprasirahof, Schlinig/Mals Siegerin: Finale Vorführer

Siegerin: 4. Gruppe: Erstlingskühe Landesausstellung Pinzgauerzucht am 11. Mai 2019 Grauvieh Zuchtrinderschau in Schenna am 6. April 2019

Kurt Gamper, Talbauer, Dorf Tirol Siegerin: 3. Gruppe: Kalbinnen

Johann Öttl, Gattermair, Schenna

Thomas Aichholzer, Aichholzer, St. Martin/Gsies Siegerin: 2. Gruppe: Jungkalbinnen Siegerin: 1. Gruppe: Erstlingskühe Typsiegerin: Jungkalbinnen

Siegerin: 4.Gruppe: Kalbinnen Siegerin: Erstlingskühe

Thomas Schwingshackl, Veider, Pichl/Gsies

Hansjörg Pircher, Ederhof, Schenna

Josef Ebenkofler, Oberpichler, Ahornach

Reservetypsiegerin: Jungkalbinnen

Siegerin: Trockenstehende Kühe

Siegerin: 1. Gruppe: trächtige Kalbinnen

Christian Kaufmann, Fungganell, Schenna

Peter Bodner, Huber, Pfalzen

Siegerin: 1. Gruppe: Mehrmelkkühe Siegerin: 3. Gruppe: Mehrmelkkühe Siegerin: Kleines Finale Fleckvieh-Sprinzen-Schau am 4. Mai 2019

Manfred Gräber, Weliser, Stefansdorf/St. Lorenzen Siegerin: Champion Jung Siegerin: 3. Gruppe: II Jungkühe

Paul Leitner, Kuenfelder, Terenten

Siegerin: 2. Gruppe: trächtige Kalbinnen Siegerin: Kühe mit mehr als 6 Abkalbungen

Franz Gatterer, Starklhof, Pfalzen Siegerin: 2. Gruppe: Erstlingskühe

Jakob Unterhofer, Großgasteiger, Mühlwald Siegerin: 1. Gruppe: Kühe mit 2 Abkalbungen Siegerin: Kühe mit 3 Abkalbungen Typsiegerin: Finale jüngere Kühe Siegerin: Bestes Euter Schausiegerin

Siegerin: 1. Gruppe: III Zweitmelkkühe

Florian Gatterer, Winkler, Pfalzen Siegerin: IV. Drittmelkkühe

Thomas Winkler, Heiss, Aufhofen/Bruneck Siegerin: V. Viertmelkkühe

Ernst Moser, Hacker, Welsberg Siegerin: 2. Gruppe: Kühe mit 2 Abkalbungen Reservetypsiegerin: Finale jüngere Kühe Reserveschausiegerin

Gottfried Gruber, Niederlechner, St. Johann/Ahrntal Siegerin: Kühe mit 4 Abkalbungen

Jungzüchterclub Obervinschgau am 5. Mai 2019

Werner Stocker, Schlosshof, Plawenn/Mals Siegerin: Kategorie II: Jungrinder Siegerin: Kategorie IX: Zweitmelkkühe Siegerin: Kategorie XIII: Viert- und Mehrmelkkühe Eutersiegerin: Braunvieh Gesamtsiegerin: Braunvieh

Matthias Ploner, Tantscher, Lajen Siegerin: Kühe mit 5 und 6 Abkalbungen Jubiläumsschau 40 Jahre Braunviehzucht Jenesien am 11. Mai 2019

Josef Gruber, Oberaschburger, Flaas/Jenesien Reservesiegerin: Kalbinnen Braunvieh

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A. RIEPER AG B.-v.-Guggenberg StraĂ&#x;e 6 I-39030 Vintl (BZ) Tel. +39 0472 867 900 Fax +39 0472 869 221 info@rieper.com www.rieper.com

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Rieper Post 2019  

Das Magazin rund um Futtermittel Inhalte: - Die neue RIEPER-App - Beta-Carotin in der Milchviehfütterung - Qualitätsplakette für Kundentreue

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Das Magazin rund um Futtermittel Inhalte: - Die neue RIEPER-App - Beta-Carotin in der Milchviehfütterung - Qualitätsplakette für Kundentreue

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