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Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages zum Thema

Leben mit Krebs

Heller Hautkrebs: gefährlich oder harmlos?

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Wenn das eigene Kind an Krebs erkrankt

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Brustkrebs: gute Prognosen durch Früherkennung Seite

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Palliative Care verbessert die Lebensqualität

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Februar 2013


Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

Leben mit Krebs

Eine Publikation des Reflex Verlages am 25. Februar 2013 im Tages-Anzeiger.

I n h al t Im Kampf gegen den Krebs an einem Strang ziehen Die unterschätzte Gefahr Die Schattenseite der Sonne Fortschritt durch Vernetzung Fundiertes Fachwissen besonders gefragt Wenn das eigene Kind an Krebs erkrankt Immer stärker im Kampf gegen Brustkrebs Die Psyche darf nicht vergessen werden Lebensqualität bis zum letzten Tag

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Gemeinsam gegen Krebs

I m p r e s s u m Projektmanager Maik Möhring, maik.moehring@reflex-media.net Redaktion Mike Paßmann, Julia Borchert, Nadine Effert, Tobias Lemser, Astrid Schwamberger, Wiebke Toebelmann Produktion/Layout Diana Nyberg, layout@reflex-media.net Fotos Thinkstock / Getty Images Druck Tamedia AG Druckzentrum, Zürich Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktpräsentationen, Interviews, Anzeigen sowie Gastbeiträgen geben die Meinung der beteiligten Unternehmen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen. V.i.S.d.P. Mike Paßmann, redaktion@reflex-media.net Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Oscar Nyberg, oscar.nyberg@reflex-media.net Reflex Verlag Schweiz AG Fraumünsterstrasse 25, 8001 Zürich T: 043 / 300 55 55 Der Reflex Verlag hat sich auf themenbezogene Sonderveröffentlichungen in deutschen, niederländischen und schweizer Tageszeitungen spezialisiert. Diese liegen unter anderem dem Tages-Anzeiger, der Berner Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.) und dem Handelsblatt bei. So kombiniert der Reflex Verlag den thematischen Fokus der Fachpublikationen mit der Reichweite der Tagespresse. Der Verlag zeichnet sich durch eine unabhängige Redaktion sowie die Trennung zwischen redaktionellen Artikeln und Kundenbeiträgen aus. Mehr Informationen finden Sie unter www.reflex-media.net

http://www.facebook.com/ReflexVerlagSchweizAg

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ussten Sie, dass in der Schweiz jedes Jahr rund 37000 Menschen neu an Krebs erkranken – Männer, Frauen, Kinder? Die Diagnose „Krebs“ kommt meist unerwartet. Sie schockiert und verändert das Leben des erkrankten Menschen und seines sozialen Umfeldes radikal. Vor allem in den ersten Tagen und Wochen nach der Diagnose tauchen bei Betroffenen und Angehörigen immer wieder Fragen und Zweifel auf: Wie gefährlich ist die Krankheit? Wie gut sind die Heilungschancen? Eine Krebsdiagnose sagt vorerst nur wenig über den möglichen Verlauf der Krankheit, die Heilungschancen und über die weitere Lebensperspektive der betroffenen Person aus. Dennoch denken viele Menschen zu diesem Zeitpunkt unweigerlich auch ans Sterben und an den Tod – ungeachtet dessen, dass heute viele Patientinnen und Patienten dank der gewaltigen Fortschritte in der Erforschung der Ursachen und der Behandlung von Krebs über längere Zeiträume gut mit der Krankheit leben können und manche sogar geheilt werden. Für die Betroffenen sind die nächsten Angehörigen, der Partner oder die Partnerin, Eltern oder Geschwister oft die wichtigste Unterstützung im Umgang mit der Krankheit und bei der Bewältigung des Alltages. Je nach Situation sind die Auswirkungen der Krankheit erheblich und erfordern von allen Beteiligten eine Umstellung und Neuorientierung. Angehörige können eine wertvolle Stütze sein, wenn es ihnen gelingt, besonnen und ruhig zu bleiben. Das ist nicht einfach: Einerseits sind sie gefühlsmässig beteiligt, andererseits sind sie vielleicht existenziell bedroht, und es kommen zusätzliche Aufgaben auf sie zu, die sie nicht alle bewältigen können, auch wenn sie dies möchten.

Zusätzlich zu den organisatorischen und administrativen Aufgaben übernehmen viele Angehörige einen Teil der Pflege und Betreuung. Manche betreuende Angehörige geraten deswegen unter Druck, erst recht, wenn sie weiterhin der eigenen beruflichen Tätigkeit nachgehen wollen und müssen. Für viele ist der Spagat zwischen Pflege, Beruf, eigener Familie und eigenen Bedürfnissen mit der Zeit nicht mehr zu schaffen. Das kann zu sozialen Einschränkungen führen und auch das Beziehungsnetz belasten. Folge davon können physische und psychische Probleme sein. Wegen der Mehrfachbelastung müssen sich manche früher oder später aus dem Erwerbsleben zurückziehen und damit berufliche und finanzielle Nachteile in Kauf nehmen. Auch Kinder sind betroffen Viele Krebsbetroffene sind auch Eltern, tragen Verantwortung für ihre Kinder. Selbst wenn diese noch klein sind, nehmen sie

doch sehr wohl wahr, wenn sich innerhalb der Familie „etwas“ verändert und eine unbestimmte Bedrohung in der Luft liegt. Es ist daher besonders wichtig, dass Kinder in das laufende Geschehen rund um die Krankheit einbezogen werden und dass ihren Fragen nicht ausgewichen wird. Denn Kinder spüren, wenn ihnen etwas verheimlicht wird. Manche Väter und Mütter glauben, ihr Kind vor der Wahrheit schonen zu müssen. Doch dieses fühlt sich durch das Schweigen der Eltern eher ausgeschlossen und nicht ernst genommen. Denken Sie daran: Kinder können mit der Realität in der Regel besser umgehen, als wir Erwachsene es ihnen zutrauen. Eine wahre und klare Information hilft ihnen, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Dadurch fühlen sie sich sicherer und mögliche Schuldgefühle können gar nicht erst aufkommen. „Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Ihre Krankheit?“ Diese Frage steht auch im Zentrum der neuen Kampagne der Krebsliga, mit der diese Betroffene und deren Angehörige, aber auch die übrige Bevölkerung für das Thema „Kinder krebskranker Eltern“ sensibilisieren und gleichzeitig auf ihre entsprechenden Beratungsangebote aufmerksam machen will. Den Vorrat an schönen Erlebnissen erweitern Viele Menschen mit einer Krebsdiagnose leben heute länger und besser. Die Behandlung der Krankheit ist allerdings oft langwierig und belastend und manches im Leben muss danach ausgerichtet werden. Krankheit und Behandlung werden im Kreis der Betroffenen und ihren Verwandten und Freunden häufig zum dominierenden Thema. Es ist aber wichtig, dass nicht alle Lebensbereiche davon überschattet werden. Angesichts der Erkrankung tritt oft auch die Verletzlichkeit und die Vergänglichkeit des Lebens ins Bewusstsein und damit auch der Wunsch, die einzelnen Tage, Begegnungen, Erlebnisse bewusster zu gestalten. Wenn Betroffene und Angehörige die gemeinsame Zeit im Rahmen des Möglichen aktiv gestalten und so gleichsam den „Vorrat“ an schönen Erlebnissen zu erweitern vermögen, lassen sich gerade in den schwierigen und belastenden Phasen einer Krebserkrankung auch kostbare Momente entdecken und leben. Dr. Kathrin Kramis-Aebischer, Geschäftsführerin Krebsliga Schweiz Dr. Rolf Marti, Geschäftsführer Krebsforschung Schweiz


Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

leben mit krebs 3

LEITartikel

Im Kampf gegen den Krebs an einem Strang ziehen Während die Zahl der Neuerkrankungen steigt, hält die exzellente Forschung dagegen. Jeder Einzelne kann zusätzlich vorsorgen. Von Wiebke Toebelmann

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ine Zahl, die aufrüttelt: 36‘000! So viele Menschen erkranken laut der Krebsliga Schweiz in der Eidgenossenschaft jährlich an Krebs. Eine Zahl, die belegt, dass Krebs tatsächlich eine der Haupttodesursachen ist. Angesichts des demografischen Wandels, in dem sich unsere Gesellschaft befindet, wird die tückische Tumorerkrankung wohl in den kommenden Jahren noch weiter steigen. Schliesslich betrifft Krebs vergleichsweise mehr ältere Menschen als jüngere. Doch nicht nur die überalterte Gesellschaft ist ein Faktor, der Krebs begünstigt: Auch die ungesunde Lebensweise, Fastfood und Bewegungsmangel tragen dazu bei, dass es zu Krebsneuerkrankungen kommt. Jedes Jahr sterben in der Schweiz 8‘800 Männer und 7‘200 Frauen an Krebs. Allerdings hat es keinen Sinn, zu verzagen, denn es gibt Hoffnung für die Patienten durch moderne Therapieformen, die heute effektiver und zielgerichteter wirken als jemals zuvor. So ist Krebs bei Weitem nicht mehr ein Todesurteil, da viele Tumorarten, für die es noch vor gar nicht allzu langer Zeit keine Heilung gab, heute kuriert werden können. Und selbst bei den sehr schwerwiegen-

den Befunden lässt sich zumindest ein hohes Mass an Lebensqualität erzielen, indem Schmerzen auf ein Minimum reduziert und das Leben oftmals verlängert werden kann. Obendrein erfolgt die Versorgung von Krebspatienten in der Schweiz sehr viel flächendeckender als in den meisten anderen europäischen Ländern. In unserem Land sind die Verfügbarkeit von Therapien und Diagnostikmitteln besonders hoch, und durch Zertifikate und Gütesiegel wird der Standard der Krebszentren ausgezeichnet bleiben.

Zielgerichtete Diagnostik und Therapie Wer an Krebs erkrankt, der braucht eine ganzheitliche Betreuung. Daher arbeiten die onkologischen Zentren in der Schweiz auch zunehmend multidisziplinär. Es wird sich bemüht, alle drei Säulen der Krebstherapie intelligent miteinander zu verknüpfen: medikamentöse Behandlung (Chemotherapie), Strahlentherapie und Operation. Grosse Fortschritte gibt es in der Diagnostik. Sie wird durch hochmoderne bildgebende Verfahren immer präziser und Tumoren können exakt lokalisiert werden. Aber auch Mini-Kameras, die wie eine Kapsel heruntergeschluckt werden, können in den Körper transportiert werden und so Licht ins Dunkel

bringen von Organen, die einst als schwer durchschaubar galten. Und natürlich gibt es viele neue Behandlungsmethoden, etwa in der Nuklearmedizin. Ein neuer Baustein in Diagnostik und Therapie ist die Herstellung von Radioisotopen. Durch deren Injektion werden Tumoren besser entdeckt und charakterisiert. Zur Behandlung werden sie an Tumoren „angedockt“ und bestrahlen sie von innen. Im Kampf gegen Krebs geht es also vor allem um eins: Zielgenauigkeit.

Regelmässige Vorsorge ist wichtig Doch nicht nur in der Tumorforschung, der Diagnostik und Therapie hat sich etwas getan – auch das Bewusstsein für die Vorsorge ist enorm gestiegen. Denn sie rettet Leben, egal ob es sich dabei um Brustkrebs, Prostatakrebs oder Darmkrebs handelt. Insbesondere bei diesen oftmals heilbaren Formen ist die Vorsorge besonders entscheidend. Durch frühes Eingreifen lässt sich die Krankheit oft noch abwenden. Und die Überlebenschance wächst um 90 bis 100 Prozent. Die unkomplizierten Vorsorgeuntersuchungen sind ab einem bestimmten Alter ein unbedingtes Muss. Gute Chancen auf eine erfolgreiche Heilung gibt es auch bei Hautkrebs, wenn er in einem frühen Stadium erkannt

wird. Am tückischen schwarzen Hautkrebs, dem Melanom, erkranken jährlich 2‘100 Schweizer, das macht 6 Prozent aller Krebsneuerkrankungen aus. Auch hier ist die „Mitarbeit“ des Einzelnen gefragt. Dazu gehört der Verzicht auf die schädlichen UV-Strahlen im Solarium ebenso wie ein regelmässiges dermatologisches Screening bei zu Muttermalen neigender Haut. Erschreckend ist, dass in der Schweiz die Hautkrebsbefunde in den vergangenen 20 Jahren stark gestiegen sind. Was auffällt: In Westschweiz und Tessin wurden häufiger Hautkontrollen durchgeführt als in der Deutschschweiz – und damit auch

weniger fortgeschrittene Melanome entdeckt. Damit Krebs gar nicht erst entstehen kann, sind Präventionsmassnahmen sehr wichtig. Dazu gehört auch eine gesunde Ernährung. Alkohol und Nikotin, Fleisch und tierische Eiweisse, zuviel Salz und einkettige Kohlenhydrate können Krebs begünstigen. Krebspatienten wird eine ketogene, also kohlenhydratarme Ernährung empfohlen. So ziehen wir im Kampf gegen den Krebs alle an einem Strang. Den ersten Schritt können wir durch gute Vorsorge selbst tun. Um alles weitere wird sich in den hervorragenden Krebszentren unseres Landes bemüht. n

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Brustkrebs: Überlegt handeln – individuell betreuen Massgeschneiderte Therapie

Dr. med. Ulrike Knödlstorfer, Co-Chefärztin Frauenklinik Spital Limmattal, Schlieren

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m Spital Limmattal wird jede Patientin von einem kompetenten Team ganzheitlich beraten und betreut. Eine massgeschneiderte Therapie zielt auf einen optimalen Therapieerfolg unter Erhalt bestmöglicher Lebensqualität ab. Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. In der Schweiz sind davon jährlich über 5´500 Frauen betroffen. Am häufigsten erkranken Frauen ab dem 50. Lebensjahr, jede fünfte Patientin ist jedoch jünger.

Mammografie: keine Angst vor der Strahlung Das Spital Limmattal hat als erstes Spital im Raum Zürich die neueste Generation der sogenannten MicroDose-Mammografiegeräte

im Einsatz. Durch die spezielle Technologie erhalten wir mit bis zu 50 Prozent geringerer Strahlendosis und geringerem Kompressionsdruck erstklassige Mammografiebilder. Für unsere Patientinnen ist der Untersuch dadurch deutlich angenehmer und weniger belastend. Die Mammografie ist immer noch die wichtigste Untersuchungsmethode der Brust. Vor allem das Brustdrüsengewebe der älteren Frau lässt sich durch die dabei verwendete Strahlentechnik sehr gut untersuchen. Tumore, die durch Abtasten entdeckt werden, haben meist bereits eine Grösse von mindestens 1 cm. Mit der Mammografie hingegen kann der Krebs – oder gefährliche Vorstufen – bereits in einem früheren Stadium entdeckt und die Heilungschance erhöht werden.

In der Regel besteht eine Brustkrebs-Therapie aus drei Bausteinen: die Operation, die Bestrahlung und der Einsatz von Medikamenten. Entscheidend ist nicht nur die individuell auf die Patientin abgestützte Abfolge der Therapiebausteine, sondern, dass bereits vor Behandlungsbeginn die Charakteristik und Biologie des Tumors bekannt ist. Die Heilungs- und Überlebenschancen sind durch eine gute und schnelle interdisziplinäre Zusammenarbeit nachweislich gestiegen. So besprechen wir jede Patientin in wöchentlichen virtuellen Tumorkonferenzen mit unseren Partnern des Brustkrebsnetzwerks und weiteren Spezialisten schweizweit – schnell und effizient. Als eines der wenigen Zürcher Spitäler verwenden wir hierfür modernste, hoch-

spezifische Technologie, um Bilder und Befunde detailliert bewerten zu können. Im Therapiekonzept berücksichtigen wir alle Aspekte der Erkrankung der Patientin. Durch diese massgeschneiderte Therapie wollen wir einen optimalen Therapieerfolg erzielen, die Nebenwirkungen möglichst gering halten und der Patientin eine optimale Lebensqualität ermöglichen.

Miteinbezug der Ästhetik Wird der Tumor frühzeitig erkannt, reicht in den meisten Fällen ein kleiner operativer Eingriff und ich kann sogenannt Brust erhaltend operieren. Als Brustchirurgin steht für mich nicht nur die vollständige Entfernung des Tumors im Vordergrund, sondern auch das ästhetisch bestmögliche Ergebnis. Als Operateurin muss ich verschiedene

Brustkrebs – wer ist betroffen?

Techniken inklusive plastischer Operationsvorgehen beherrschen und modifizieren können. In den wenigen Fällen, in denen tatsächlich die gesamte Brust entfernt werden muss, besteht die Möglichkeit eines Wiederaufbaus. Dieser ist jederzeit möglich. Die Krankenkassen übernehmen auch nach Jahren noch die Kosten. Wichtig ist, dass sich Patientinnen ausführlich über die geplante Behandlung informieren und in Ruhe für eine gute Klinik mit einem erfahrenen, freundlichen Team entscheiden können. Das Spital Limmattal bietet ein umfassendes Angebot von der Abklärung bis zur Nachsorge. Es ist uns wichtig, die Patientin ganzheitlich und persönlich zu begleiten und ihr Sicherheit zu geben. n

Was können Sie tun? ·· Nutzen Sie die Vorsorgemöglichkeiten

Beim Brustkrebs breiten sich bösartige Zellen in den Milchgängen und Drüsenläppchen der Brust unkontrolliert aus. Das eigentliche Risiko dieser Erkrankung besteht in der möglichen Ausbreitung im Körper – zum Beispiel in den Knochen, der Leber oder im Gehirn. Prinzipiell ist Brustkrebs heilbar, wenn er frühzeitig erkannt und therapiert wird. Die Entstehung von Brustkrebs lässt sich auf eine Kombination aus verschiedenen Faktoren wie genetische Veranlagung, Umwelteinflüsse und die Lebensweise zurückführen. Frauen können das Risiko einer Erkrankung durch eine gesunde Lebensweise mit regelmässiger körperlicher Bewegung und ausgewogener Ernährung senken. Vor allem der Östrogenspiegel spielt bei der Entstehung von Brustkrebs eine wichtige Rolle. So kann der Östrogengehalt im Blut nicht nur durch eine Hormonersatztherapie, sondern auch durch Übergewicht oder übermässigen Alkoholgenuss erhöht werden und unentdeckte Brustkrebszellen zum Wachsen anregen.

·· Überstürzen Sie nichts ·· Suchen Sie sich in Ruhe eine gute Klinik mit einem kompetenten Team ·· Informieren Sie sich ausführlich über eine geplante Behandlung

Weitere Informationen Brustsprechstunde, Frauenklinik Spital Limmattal, Schlieren T: 044 733 21 77 www.spital-limmattal.ch


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leben mit krebs

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

artikel  Die häufigsten Hautkrebsarten

Die unterschätzte Gefahr Melanom, Basaliom, Spinaliom – ein Überblick über die verschiedenen Hautkrebsarten. aus Pigmentzellen, die den braunen Farbstoff der Haut (Melanin) bilden – daher der Name. Auch aus Muttermalen kann sich ein Tumor entwickeln. Die Anzahl der am gesamten Körper vorhandenen Muttermale ist übrigens ein nicht zu vernachlässigender Risikofaktor. Menschen mit mehr als 40 Malen tragen ein sieben- bis fünfzehnfach höheres Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Äusserlich zu erkennen ist ein Melanom nicht nur an der Farbgebung, sondern zum Beispiel auch an der unscharfen Begrenzung oder dem Durchmesser. Ob es sich tatsächlich um schwarzen Krebs

Von Nadine Effert

I

n der Schweiz erkranken jährlich rund 20‘000 Menschen an einem Hautkrebs – davon rund zehn Prozent am aggressiven „Schwarzen“. Risikofaktor Nummer eins: Sonne und Solarium. Auch beim weissen Hautkrebs, den die Mehrheit der Hauptkrebspatienten hat. Der wiederum kann, muss aber nicht harmlos sein.

Melanom: der Killer unter den Tumoren Maligne Melanome, auch schwarzer Hautkrebs genannt, entstehen

Geschätzte Häufigkeit des Auftretens von Melanomen in verschiedenen europäischen Regionen für das Jahr 2000 11.215

10.983 9.253

8.498 6.085

5.053

4.688

Osteuropa

3.667

Nordeuropa Männer

Südeuropa

Westeuropa

Frauen

handelt, kann nur ein Arzt klären. Ein verdächtiger Fleck wird operativ vollständig entfernt und unter dem Mikroskop auf seine Gefährlichkeit hin geprüft. Dabei geht es vor allem darum, herauszufinden, ob der Tumor bereits gestreut hat. Der schwarze Hautkrebs ist gerade deshalb so gefährlich, da er bereits sehr früh Tochtergeschwülste bildet und dann oft nicht mehr heilbar ist. In der Schweiz sterben jährlich rund 300 Menschen an den Folgen eines Melanoms. Solange dies jedoch noch nicht der Fall ist, sehen die Aussichten auf Heilung gut aus. Die Früherkennung von Hautkrebs ist dementsprechend wichtig und eine regelmässige Kontrolle beim Dermatologen daher ratsam. Ein wachsames Auge auf Veränderung auf der Haut sollten auch Menschen hellen Hauttyps, mit rötlichen Haaren oder der Neigung zu Sommersprossen haben. Wer Eltern oder Geschwister hat, die unter schwarzem Hautkrebs leiden, bei dem ist das Risiko ebenfalls höher, selbst einen Tumor zu entwickeln: Etwa zehn Prozent aller Fälle von bösartigem schwarzen Hautkrebs sind familiär bedingt.

Ist schwarzer Hautkrebs unsterblich?

Quelle: European Network of Camcer Registries / © Statista 2013

Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und der

Universität Duisburg-Essen haben vor Kurzem eine bislang unbekannte genetische Ursache für den schwarzen Hautkrebs entdeckt. Nämlich Genmutationen, die zu einer übermässigen Aktivität des „Unsterblichkeitsenzyms“ Telomerase führen. Infolgedessen auch mutierte Zellen quasi Unsterblichkeit erlangen. Dazu Professor Rajiv Kumar: „Wir glauben nicht, dass das Telomerase-Gen in Melanomen rein zufällig verändert ist, sondern dass es sich dabei um eine sogenannte Treiber-Mutation handelt, die die Krebsentstehung ankurbelt.“ Ein Indiz: Das Telomerase-Gen ist das am häufigsten mutierte Gen beim Melanom. Tumoren, die bereits gestreut haben, tragen die Veränderung sogar in 74 Prozent aller Fälle. Wirkstoffe, die in der Lage sind, die Telomerase zu hemmen, könnten in der Zukunft ein neuer therapeutischer Ansatz gegen den schwarzen Krebs sein.

Heller Hautkrebs: gefährlich oder harmlos? Wer an Hautkrebs denkt, hat als erstes den schwarzen Hautkrebs im Kopf. Der weisse oder helle Hautkrebs ist dagegen weitestgehend unbekannt, obwohl er viel häufiger auftritt. Oft wird er als kosmetisches Problem oder Alterserscheinung abgetan. Das Basalkarzinom, auch

Basaliom genannt, ist die häufigste Form des hellen Hautkrebses. Er zeigt sich im Anfangsstadium in Form eines leicht geröteten Flecks, vorwiegend an den sogenannten Sonnenterrassen im Gesicht – auf der Stirn, an den Wangen, auf der Nase oder den Ohren, aber auch auf der Glatze. Die Tumoren wachsen relativ langsam und bilden in der Regel keine Metastasen. Ganz anders sieht es beim Stachelzellkrebs, auch Plattenzellkarzinom oder Spinaliom genannt, aus. Diese Form des hellen Hautkrebses kann in Lymphknoten und andere Organe streuen. Charakteristisch ist eine raue, warzenähnliche Oberfläche teilweise mit Schuppung. Wie aus gesunden Hautzellen bösartige Spinaliomzellen entstehen, damit beschäftigt sich unter anderem Professorin Dr. med. Therese Resink am Universitätsspital Basel. Im Fokus ihrer Forschungsarbeit steht das Molekül T-Cadherin, das bei der Erneuerung von Hautzellen eine wichtige Rolle spielt, und die Frage, ob Veränderungen bei der Produktion des Moleküls Auswirkungen auf die Metastasenbildung von Tumoren haben. „Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, dass man in Zukunft bei Spinaliom-Patienten besser vorhersagen kann, wie aggressiv sich der Krebs entwickeln wird“, so Resink. n

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In den Wintermonaten zwischen Dezember und März steht in unseren geographischen Breiten die Sonne zu tief am Horizont, damit der Körper genügend Vitamin D synthetisieren kann*. In ca. 60% der Bevölkerung besteht dann eine Unterversorgung an Vitamin D**. Daher benötigt der Organismus gerade in diesen Zeiten zusätzliches Vitamin D3. Cellfit Tropfen enthalten Vitamin D3, Omega-3 Fettsäuren, Coenzym Q10, Vitamin C, Vitamin E. Nahrungsergänzungsmittel sollen nicht als Ersatz für eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebenweise verwendet werden. *Faktenblatt Vitamin D, BAG 2012/**Vitamin D Mangel Datenlage, Sicherheit und Empfehlungen für die Schweizer Bevölkerung, Expertenbericht der Eidgenössischen Ernährungskommission EEK 2012/Vitamin D: Fragen und Antworten, BAG 2012. Dr. E. Becker, Apotheker & Biologe.

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artikel  Hautkrebs

Die Schattenseite der Sonne Wie man sich gegen Hautkrebs schützen kann und warum eine Früherkennung so wichtig ist. Von Nadine Effert

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n der heutigen Gesellschaft gehört eine sonnengebräunte Haut für viele Menschen zum Schönheitsideal. Mit teils verheerenden Folgen: Laut Bundesamt für Statistik (BFS) ist mit jährlich 2‘000 neuen Fäl-

wird immer häufiger im frühen Stadium gestellt, wodurch die Überlebenschancen für Betroffene steigen.

Jeder hat ein Sonnenkonto Das Risiko an Hautkrebs zu erkranken, ist primär von der UV-Strahlung abhängig, da diese die DNA der

Aussagen von Jugendlichen zum Sonnenbaden und gebräunter Haut Zeichen von Schönheit und Fitness

65,40%

Wunsch nach Bräune bei Rückkehr aus Sommerurlaub

57,90%

Sonne mich so oft und so lange wie möglich

34,60%

Nehme für Bräune auch einen Sonnenbrand in Kauf

31,80% Anteil der Befragten

Deutschland; ab 14 Jahre; Quelle: GfK Marktforschung / © Statista 2013

len das Melanom (schwarzer Hautkrebs) die vierthäufigste Krebsart in der Schweiz. Insbesondere ist eine Zunahme an Neuerkrankungen erkennbar. Damit ist die Schweiz im Verhältnis zur Bevölkerungszahl trauriger Spitzenreiter unter den europäischen Ländern. Die gute Nachricht: Die Diagnose Hautkrebs

Haut beschädigen kann. Auch wenn ein einmaliger Sonnenbrand nicht unmittelbar zu einem gefährlichen Melanom führt, so vergisst die Haut das unachtsame Sonnenbaden nicht. Jeder Mensch hat ein lebenslanges Sonnenkonto, auf das er einzahlt, jedoch nichts mehr abheben kann. Beschädigte Zellen können nur bis

zu einem gewissen Mass repariert werden. Durch die Schädigung der DNA kommt es zu einer Störung des Stoffwechsels der Zellen, es können sich Krebszellen entwickeln. Auch der Hauttyp spielt als Risikofaktor eine Rolle: Menschen mit heller Haut sind gefährdeter als dunkelhäutige Menschen, deren Haut durch einen höheren Anteil an Melanin geschützt ist. Eine grosse Anzahl Muttermale, frühere Hautkrebserkrankungen und genetische Prädispositionen sowie das Alter sind weitere Risikofaktoren.

Hände weg vom Solarium Die Krebsliga Schweiz rät, sich konsequent vor UV-Strahlung zu schützen. Jeder Mensch hat es in der Hand, welcher UV-Dosis er seine Haut aussetzt. Mit simplen Massnahmen kann das Risiko minimiert werden. Dazu gehören der Verzicht auf den Besuch im Solarium, das Vermeiden von Sonneneinwirkung – insbesondere zwischen 11 und 15 Uhr –, und das Tragen von Kleidung, Hut und Sonnenbrille. Kurz zurück zum Solarium: Wer vor dem 35. Lebensjahr beginnt, sich unter die Röhren zu legen, hat ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko im Verlauf des Lebens an einem Melanom zu erkranken. Solarien wurden nicht ohne Grund von der Krebsforschungsbehörde (IARC)

der Weltgesundheitsorganisation in die höchste Gefahrenkategorie der Krebsrisiken eingeteilt. Prädikat „krebserregend“.

tersuchung der Muttermale, in der Fachsprache auch Nävi genannt.

Richtige Vorbeugung ist das A und O

Ist das eine Muttermal nicht dunkler als die anderen? Sieht der Rand nicht etwas unregelmässig aus? Und wenn ja, sind das bereits Indizien für Hautkrebs oder einfach nur harmlose Veränderungen? Eindeutige Antworten auf diese Fragen kann nur ein Arzt finden, indem er die Haut unter die Lupe nimmt – etwa mit einem Auflichtmikroskop oder einer Videoaufnahme. Der Gang zum Dermatologen in regelmässigen Abständen lohnt sich immer, denn je früher Hautkrebs erkannt wird, desto eher kann er chirurgisch entfernt werden. Das Metastasen-Risiko ist noch kleiner; die Überlebenschancen grösser. In einem späteren Stadium greifen Chemo- oder Strahlentherapie. Seit einiger Zeit ist auch ein zielgerichtetes Medikament, das also gesunde Zellen verschont, mit einem antitumoralen Wirkstoff auf dem Markt. Es kommt bei Erwachsenen zum Einsatz, in deren Melanom ein bestimmtes Gen verändert ist und das nicht mehr operierbar ist oder Metastasen gebildet hat. Übrigens: Am 13. Mai findet der „Nationale Hautkrebstag 2013“ statt, an dem Fachärzte kostenlose Erstuntersuchungen bei auffälligen Muttermalen durchführen. n

Keine Frage, gerade im Sommer wollen wir uns nicht komplett in Textil hüllen und beim Besuch am Strand darf der Bikini, Badeanzug oder die Schwimmhose durchaus zum Einsatz kommen. Allerdings heisst es dann, fleissig und regelmässig alle nicht bedeckten Körperteile mit Sonnenmilch einzucremen. Dabei Ohren, Lippen oder Fussrücken nicht vergessen. Die Annahme „Im Schatten muss ich mich nicht eincremen“ ist ein Trugschluss: Durch die Wolkendecke dringen bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durch. Empfindliche, helle Haut und die sensible Haut von Kindern sollte mit einem besonders hohen Lichtschutzfaktor bedacht werden. Ebenso, wenn man in den Bergen unterwegs ist, denn pro 300 Höhenmeter nimmt die Strahlen-Intensität um drei bis fünf Prozent zu. Reflektierender Schnee verstärkt zudem die Strahlung. Dass laut BFS vor allem bei Männern die Zahl der Neuerkrankungen angestiegen ist, liegt auch am geschlechterspezifischen Präventionsverhalten: Frauen schützen sich besser vor der Sonne und gehen häufiger zur Un-

Beobachten ist gut, Kontrolle besser

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leben mit krebs

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

artikel  Krebsforschung

Gastbeitrag  Blutstammzellspende

Fortschritt durch Vernetzung

Gemeinsam gegen Leukämie

Ein Blick auf die Krebsforschung in der Schweiz.

Wer Blutstammzellen spendet, kann zum Lebensretter werden.

Von Nadine Effert

D

ie Ursachen von Krebs besser verstehen, Krebs früher erkennen, die Heilungschancen verbessern und die Beschwerden der Erkrankung lindern – das sind die Ziele der Krebsforschung. Eine grosse Herausforderung, denn Krebs ist eine komplexe Krankheit, deren Erforschung ein kompliziertes, aufwendiges und kostspieliges Unterfangen ist. Im Jahr 2011 unterstützten allein die Stiftung Krebsforschung Schweiz (KLFS) sowie die Krebsliga Schweiz (KLS) und die kantonalen Krebsligen (KKL) onkologische Forschungsprojekte mit insgesamt 20 Millionen Franken. Geld, das in folgende Bereiche fliesst: biomedizinische Grundlagenforschung sowie klinische, psychosoziale und epidemiologische Forschung.

cer Research Groups“, die von der Schweiz aus koordiniert werden. Laut „Nationalem Krebsprogramm 2011-2015“ gibt es auf nationaler Ebene bezüglich der Zusammenarbeit zwischen Laborforschern und Spitälern noch Nachholbedarf. Die klinische Forschung ist nach wie vor durch die dezentralen Strukturen in der Schweiz beeinträchtigt. Forschung muss dort stattfinden, wo die Patienten behandelt werden. Aus diesem Grund vernetzten sich kleinere Spitäler zunehmend regional. Die Koordination und Vernetzung der forschenden Institutionen wie Universitäten, Industrie sowie regionalen und kantonalen Zentren ist hingegen sehr gut aufgestellt. n

Dank der Erkenntnisse aus der Krebsforschung weltweit ist es für einige Krebsarten bereits gelungen, aus einem tödlichen Leiden eine chronische Krankheit werden zu lassen. Erfolgreiche Krebsforschung ist dabei ohne den intensiven Austausch zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen undenkbar. Der Fokus richtet sich in diesem Zusammenhang auch auf die translationale Forschung, die den Weg „vom Labor ans Krankenbett“ verkürzen soll, um den medizinischen Fortschritt anzukurbeln. Hierzu arbeiten Spezialisten aus unterschiedlichen Fachrichtungen von Wissenschaft und Medizin gemeinsam an einem Ziel und tauschen ihre Expertise und Erkenntnisse untereinander aus – entweder auf nationaler oder internationaler Ebene wie etwa bei den „International Clinical Can-

J

edes Jahr erkranken in der Schweiz über 700 Kinder und Erwachsene an Leukämie oder anderen Erkrankungen, bei denen das blutbildende System im Knochenmark gestört wird. Diese Krankheiten führen oft zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Für viele dieser Patienten ist deshalb eine Transplantation mit Blutstammzellen die einzige Hoffnung auf Heilung. Im Gegensatz zu den embryonalen Stammzellen geht es hier um die sogenannten adulten respektive blutbildenden Stammzellen, die auch beim erwachsenen Menschen noch vorhanden

Weltweit gibt es bereits 20 Millionen Personen, die bereit sind, für einen kranken Mitmenschen Blutstammzellen zu spenden; in der Schweiz sind es rund 42‘000. Je mehr Menschen sich zu diesem Schritt entschliessend, desto grösser ist die Chance, dass einem Patienten geholfen werden kann. Als Spender registrieren lassen können sich alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren. Am einfachsten geht dies online unter www.sbsc.ch. Ein Wattestäbchentest zur Gewebetypisierung (in Form einer Speichelprobe) wird anschliessend per Post nach

Weltweit gibt es bereits 20 Millionen Spenderinnen und Spender - je mehr es sind, desto besser sind. Sie befinden sich im Knochenmark (nicht zu verwechseln mit Rückenmark!) und – in geringer Menge – im Blut selbst. Bei einer Blutspende müssen bekanntlich die Blutgruppen von Spender und Empfänger übereinstimmen. Bei der Blutstammzellspende ist es ähnlich, jedoch viel komplexer: Hier müssen die Gewebemerkmale übereinstimmen, damit sie nicht vom Körper des Empfängers abgestossen werden. Und im Gegensatz zu den vier Blutgruppen gibt es bei den Gewebemerkmalen Milliarden verschiedener Kombinationen! Etwa bei einem Viertel der Patienten ist eine Spende durch eine verwandte Person, meist Bruder oder Schwester, möglich. Alle anderen hoffen, dass irgendwo auf der Welt ein geeigneter, unverwandter Spender gefunden wird.

Hause geschickt. Nach erfolgter Registrierung werden die anonymisierten Daten in weltweit vernetzten Datenbanken erfasst und mit den Gewebemerkmalen eines Patienten verglichen. n Autor: Beat von Burg, vb communications gmbh

Weitere Informationen Weitere Informationen rund um die Blutstammzellspende erhalten Sie von Blutspende SRK Schweiz oder via www.sbsc.ch

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DIE 1964 GEGRÜNDETE ISREC STIFTUNG > selektioniert und unterstützt Projekte, die die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung begünstigen (die translationelle Krebsforschung), vor allem mit der Schaffung von Lehrstühlen > fördert den wissenschaftlichen und akademischen Nachwuchs in der Krebsforschung mit der Gewährung von Stipendien an Studentinnen und Studenten in Biologie oder Medizin > wirkt aktiv an der Errichtung eines beispielhaften Zentrums für translationelle Onkologie in Lausanne mit. Dieser Ort wird ein Netz von Spezialisten bilden, deren Aktivitäten über die ganze Schweiz verteilt sein werden.

GEMEINSAM GEGEN LEUKÄMIE Ihr Spenderprofil ist für Leukämie-Kranke eine Chance auf Leben. Registrieren Sie sich unter www.sbsc.ch. Fondation ISREC Route de la Corniche 4 I CH–1066 Epalinges s/Lausanne Tél. +41 (0)21 653 07 16 I Fax +41 (0)21 652 69 33 info@isrec.ch I CCP 10-3224-9

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Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

leben mit krebs 7

artikel  Ausbildung Onkologiepflege

Fundiertes Fachwissen besonders gefragt Krebskranke Menschen benötigen eine spezielle onkologische Pflege. Höhere Fachschulen, Fachhochschulen und Weiterbildungen vermitteln umfassende Kompetenzen. Von Tobias Lemser

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lljährlich erkranken rund 36‘000 Menschen in der Schweiz an Krebs. Tendenz steigend. Wichtig, um die Patienten fachgerecht sowie individuell zu unterstützen und onkologische Therapiemassnahmen kompetent durchzuführen, ist geschultes Fachpersonal. Neben den Fachärzten haben dabei insbesondere Pflegende in der Onkologie eine grosse Bedeutung. Ihre Aufgabe liegt darin, den Patienten während

des oft langwierigen und schmerzhaften Weges des Krankseins, des Gesundwerdens oder des Sterbens zu begleiten. Im Vordergrund steht die Unterstützung des Patienten, damit er seine Lebensqualität erhalten und fördern kann. „Darüber hinaus sollten die Pflegefachpersonen in der

Lage sein, den Patienten zuzuhören und zu erfahren, was sie beschäftigt, was sie benötigen und was ihnen wichtig ist im Leben“, betont Irène Bachmann-Mettler, Präsidentin der Onkologiepflege Schweiz. Onkologie-Patienten erwarten vom Pflegepersonal eine spezifische Fachkompetenz. Diese schliesst ein, dass die Pflegenden einerseits die Bedürfnisse der Patienten erkennen, andererseits aber auch Therapien sicher und kompetent verabreichen.

Basiskenntnisse ebnen den Weg Grundvoraussetzung, um diesen Anforderungen gerecht werden zu können, ist eine umfassende Ausbildung. Angehende Onkologiepflegende sind zunächst verpflichtet, eine dreijährige Grundausbildung zu durchlaufen. Hierfür stehen den

Pflegenden die Höhere Fachschule für Pflege mit Diplomabschluss oder Fachhochschulen mit dem Abschluss Bachelor in Pflege zur Verfügung. Diese Studiengänge sind generalistisch für alle Berufsfelder konzipiert, in denen Pflege angeboten wird. Sie finden jeweils zur Hälfte in der Schule und in der Praxis statt. Nicht zuletzt kann aber auch der Weg zur diplomierten Pflegefachfrau über die Berufsausbildung der Fachfrau Gesundheit führen.

Nach Grundausbildung folgt Vertiefung Wer seine Kenntnisse fachlich vertiefen möchte, kann sich entweder per Nachdiplomstudium oder auch auf zahlreichen Fortbildungen und Tagungen der Onkologiepflege Schweiz spezialisieren. „Ebenso zentral für die Onkologiepflege sind schweizweite und fundierte Weiterbildungsprojekte“, sagt Yvonne Ribi vom Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner. Nach Abschluss der verschiedenen Weiterbildungen verfügen die Pflegenden nicht nur über spezifisches medizinisches und pflegerisches Fachwissen sowie über Kompetenzen in der Kommunikation, Psychologie und Soziologie. Auch sind sie in der Lage, Patienten umfassend während intensiver Behandlungen im

Spital zu pflegen und zu beraten, wie sie mit den Krankheitssymptomen und unerwünschten Wirkungen der Therapien auch zu Hause oder mit beruflichen, finanziellen oder psychischen Sorgen umgehen können. „Pflegende mit entsprechenden Erfahrungen in diesen Fachbereichen fördern nicht nur das Vertrauen, sondern auch die Sicherheit der Betroffenen und ihrer Angehörigen“, so Bachmann-Mettler. Dieses breite Wissensspektrum und die Erfahrung im Umgang mit krebskranken Menschen und ihren Angehörigen, erlauben den Pflegenden, in onkologischen oder radioonkologischen Spezialabteilungen tätig zu sein. Optional kommen aber auch ambulante Einrichtungen, Arztpraxen, chirurgische und palliative Abteilungen sowie häusliche Pflegedienste als potenzielle Arbeitgeber infrage.

Studium vermittelt umfassendes Wissen Ferner bieten Fachhochschulen ein Certificate of Advanced Studies (CAS), Diploma of Advanced Studies (DAS) oder auch einen Master of Advanced Studies (MAS) in Onkologiepflege an. Die einzelnen Module des Studiums können auch unabhängig von einem Studium als fortlaufende Weiterbildung absolviert werden. Ein MAS-Studiengang in Onkologi-

scher Pflege kann von diplomierten Pflegefachpersonen besucht werden, die bereits eine vertiefende Weiterbildung absolviert oder mindestens zwei Jahre Berufserfahrung im Gesundheitsbereich haben. Das dreijährige Studium eignet sich vor allem, die Zusammenhänge der vielfältigen und komplexen Auswirkungen des Krankseins, der Therapien und der entsprechenden spezifischen, evidenzbasierten Pflege zu erkennen und zu verstehen. Weiterer Vorteil des Studiums: Die Pflegenden lernen Resultate aus der Pflegeforschung kritisch zu analysieren und wirkungsvolle Pflegemassnahmen und Beratungskonzepte zu entwickeln. Zusätzlich werden die Studierenden im Verlauf des MAS-Studiums in der Übernahme von Führungsaufgaben geschult. Dies ermöglicht ihnen, Projektleitungen oder die Fachführung eines Teams zu übernehmen und als Experte in Onkologiepflege fungieren zu können. n

Weitere Informationen Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner: www.sbk-asi.ch Onkologiepflege Schweiz: www.onkologiepflege.ch

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leben mit krebs

Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

artikel  Kinder und Krebs

Wenn das eigene Kind an Krebs erkrankt Die Diagnose Krebs ruft Angst und Ungewissheit hervor. Neben dem richtigen Umgang mit der Krankheit ist es wichtig, die Betroffenen umfassend zu unterstützen. Von Tobias Lemser

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ie Diagnose „Ihr Kind hat Krebs“ verändert jedes Jahr in der Schweiz das Leben von rund 200 Familien von einem

Behandlungen wie Knochenmarkpunktionen und mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehende Chemotherapieblöcke können Eltern in eine traumatische Stresssituation bringen. Während sie verunsichert sind und sich mitun-

Den Blick in die Zukunft richten Doch wie sollten sich Eltern gegenüber ihrem kranken Kind verhalten? Die Situation anzunehmen und mit ihm über die Krankheit zu sprechen, hat sich in den meisten Fällen bewährt. Auch ist dazu zu raten, in die Zukunft zu schauen und zu überlegen, wie die Entwicklung und die Gesundheit des Kindes gestärkt werden können. Insbesondere geht es darum, den eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Ablenken und zum Alltag zurückkehren Andreas Dörner, Psychologe am Kantonsspital Aarau, rät zudem, den Alltag so weit als möglich weiterlaufen zu lassen und zur besseren Orientierung des Kindes auch das gewohnte Erziehungsverhalten beizubehalten: „Das Kind auf einmal zu verwöhnen und mit Geschenken zu überhäufen ist der falsche Ansatz und verunsichert es.“ Stattdessen empfiehlt er, von der schwierigen Situation auch mal abzulenken, viel mit dem Kind zu

unternehmen, etwa zu basteln oder auch zu spielen – alles im Rahmen der Möglichkeiten. Um ihm die schwere Lebensphase erträglicher zu machen, kommt ebenso dem Umfeld eine beträchtliche Bedeutung zu – sei es durch Sozialberater, Psychoonkologen oder auch Spitalpädagogen. Aber auch der Besuch von Grosseltern, Verwandten und insbesondere Klassenkameraden im Spital ist immens wichtig und zeigt dem erkrankten Kind, dass es während der gesamten Krankheitsphase nie allein ist. n

Weitere Informationen Kind und Krebs – Schweizer Forschungsstiftung: www.kindundkrebs.ch Kinderkrebshilfe Schweiz: www.kinderkrebshilfe.ch

Publireportage Tag auf den anderen. Oft sind die Eltern mit der schockierenden Nachricht überfordert. Angst vor der unmittelbaren Zukunft und Ungewissheit kennzeichnen den neuen, so immens schwierigen Lebensabschnitt. Nicht nur ihr Vertrauen in die Welt wird erschüttert. Sich fortan selbst mit so einer existenziellen und lebensbedrohlichen Krankheit wie Krebs auseinanderzusetzen, die auch mit Sterben assoziiert wird, ist besonders schwer.

ter immer wieder die Schuldfrage stellen und nach eigenen Fehlern suchen, gehen Kinder insbesondere im Grundschulalter zumeist leichter mit der Erkrankung um. Zwar verstehen sie in der Regel, dass sie schwer erkrankt sind, ihre kindliche Denkweise erleichtert ihnen jedoch das Leben im Augenblick. Schwieriger gestaltet sich da schon die Tatsache, aus der Schule herausgerissen zu werden oder im Spital von neuen Bezugspersonen umgeben zu sein.

Ohne Forschung keine Hoffnung auf Heilung

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Franziska Derungs, KIND UND KREBS Schweizer Forschungsstiftung

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Damit auch Kinder und Jugendliche mit Krebs eine Zukunft haben! Wir engagieren uns durch patientenorientierte Forschung für bessere Behandlungsmöglichkeiten und höhere Lebensqualität an Krebs erkrankter Kinder und Jugendlicher

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ir tun uns schon schwer, wenn ein Erwachsener mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird. Wir suchen und finden vielleicht auch Erklärungen, die es nachvollziehbarer machen. Aber bei einem Kind? Immer wieder taucht die Frage auf: Warum gerade sie, warum gerade er? Diese Frage stellt sich die Stiftung KIND UND KREBS, die sich ausschliesslich mit der Erforschung von Kinderkrebs befasst und diese finanziell unterstützt. Im Zentrum steht die Förderung innovativer und vielversprechender Therapien für Kinder und Jugendliche mit Krebs. Unsere Vision ist es, mit den von uns unterstützten Forschungsprojekten einen Beitrag zu leisten, die Kinderkrebskrankheiten besser in den Griff zu bekommen. Die aus der Forschung gewonnenen Erkenntnisse sollen es den Spezialisten ermöglichen, präzisere Diagnosen zu stellen und spezifische Therapieformen zu entwickeln. Die Erfolge in der allgemeinen Krebsforschung wurden vornehmlich im Bereich der Grundlagenforschung und bei Erwachsenenkrebs gewonnen. Sie sind in der Behandlung von Kinderkrebs meistens nicht direkt oder nur in geringem Umfang nutzbar. Kinder erkranken an anderen Krebsformen, und zudem verläuft die Krankheit anders als bei Erwachsenen. Krebszellen vermehren sich bei kindlichen Tumoren enorm schnell. Dies prägt die Behandlungsmöglichkeiten; sie müssen auf den schnellen Krankeitsverlauf Rücksicht nehmen. Spezifische Therapien sind auch erforderlich, weil krebskranke Kinder auf diese ausserordentlich empfindlich ansprechen.

Die vergleichsweise kleine Zahl von Krebserkrankungen im Kindesalter hat dazu geführt, dass die Kinderonkologie nicht zu den medizinischen Forschungsschwerpunkten zählt, auf welche die Universitäten ihre Forschungsmittel konzentrieren. Auch die allgemeine Krebsforschung ist verständlicherweise gezwungen, Schwerpunkte zu setzen. Für sie hat die Erforschung von Erwachsenenkrebs ebenfalls Priorität. Nationalfonds und Krebsligen können die Kinderonkologieforschung nur in begrenztem Rahmen unterstützen. Die Pharmaindustrie ihrerseits scheut Investitionen in die Entwicklung von spezifischen Medikamenten für die Behandlung von Kinderkrebserkrankungen, weil der Bedarf an solchen Medikamenten volumenmässig gering ist. Die Dauer der Forschungsprojekte übersteigt in der Regel zwei Jahre, oft erzielen die Forscher erst nach mehreren Jahren einen Durchbruch. Die Projekte sind schon alleine deshalb kapitalintensiv und müssten scheitern, würden sie nicht durch Drittmittel finanziert. Im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten unterstützen wir jährlich bis zu drei neue Forschungsprojekte an Schweizer Universitäten und Kinderspitälern. Zahlreiche medizinische Publikationen belegen den Erfolg der von uns unterstützten Ärzte und Wissenschaftler und ihre Forschungsergebnisse. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 220 Kinder und Jugendliche an Krebs. Davon verlieren leider immer noch ungefähr 50 den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit. Es besteht die ethische Verpflichtung, diese jungen Patienten nicht zu benachteiligen. Entsprechend wichtig ist es, Forschung für erkrankte Kinder und Jugendliche zu ermöglichen und zu unterstützen. n Damit die Stiftung KIND UND KREBS ihre Ziele erreichen kann, ist sie auf Spenden und Legate angewiesen. KIND UND KREBS Schweizer Forschungsstiftung Postkonto 45-9876-3 IBAN CH92 0900 0000 4500 9876 3 w w w.kindundkrebs.ch


Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

leben mit krebs 9

artikel  Brustkrebs

Immer stärker im Kampf gegen Brustkrebs Ein Knoten in der Brust ist ein Alarmsignal, aber kein Todesurteil. Aufgrund von Früherkennung und vielfältigen Behandlungsmethoden sind die Heilungschancen gut. VON Astrid Schwamberger

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ie Solidarität mit Brustkrebspatientinnen und ihren Angehörigen ist enorm. Das grosse Echo bei Veranstaltungen im Brustkrebsmonat Oktober lieferte den Beweis.

Dennoch: Die Diagnose Brustkrebs – für die meisten ist sie ein Schock. Jedes Jahr sehen sich zirka 5‘500 Frauen erstmalig damit konfrontiert. Laut Krebsliga Schweiz ist das Mammakarzinom hierzulande die häufigste Krebsart bei Frauen. Doch

nicht nur sie kann es treffen. Jahr für Jahr erkranken auch rund 40 Männer daran. Oft allerdings wird der Brustkrebs des Mannes erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Denn aus Unwissenheit schieben viele den Arztbesuch auf.

Mammografie deckt auf Im Kampf gegen den Brustkrebs spielt der Frauenarzt eine wichtige Rolle. Er ist die erste Anlaufstelle, wenn ungewohnte Veränderungen auftreten, aber auch für die regelmässige Kontrolle der Brüste. Früherkennung ist das A und O. Dazu wird in der Schweiz am häufigsten die Mammografie angewandt. Diese Röntgenuntersuchung macht verdächtige Veränderungen im Brustgewebe sichtbar. Der Schweizerische Verband der Brustkrebs-Früherkennungsprogramme rät Frauen ab 50

Jahren, sich alle zwei Jahre einer Mammografie zu unterziehen. Je nach Bedarf kommen in der Früherkennung weitere bildgebende Verfahren wie etwa die Magnetresonanztomografie oder die Ultraschalluntersuchung zum Einsatz. Gewebeproben verschaffen schlussendlich Gewissheit.

Der optimale Weg ist individuell Die Methoden zur Diagnose und Behandlung sind bei Frauen und Männern weitgehend identisch. Für die Therapie kommen Operation, Bestrahlung und medikamentöse Therapien in Betracht. Ob die Massnahmen einzeln oder in Kombination angewandt werden, entscheiden die Ärzte je nach Art des Tumors und dem Alter der Patientin. Lässt sich das Mammakarzinom nicht auf schonende Weise bekämpfen, muss

die Brust abgenommen werden. Spezielle Prothesen tragen danach dazu bei, das Selbstwertgefühl wiederherzustellen. Auch der Wiederaufbau der Brust ist im Rahmen der Brustkrebsbehandlung vorgesehen.

Bestmögliche Behandlung Ein Meilenstein für die Betreuung von Brustkrebspatientinnen wurde im Juni 2012 gesetzt: Mit den Brustzentren am Universitätsspital in Basel und in St. Gallen wurden die ersten Einrichtungen nach Schweizer Richtlinien ausgezeichnet. Das neue Qualitätslabel der Krebsliga Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie steht für bestmögliche Behandlung und Betreuung im ganzen Land. Weitere Brustzentren sollen folgen. Etliche sind bislang nach ausländischen Richtlinien zertifiziert. n

interview  Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs

„Wir stehen am Anfang einer spannenden und hoffnungsvollen Entwicklung“ Frau Kapp, warum ist ausgerechnet die weibliche Brust so stark betroffen? Die weibliche Brust besteht aus Zellen, die auf hormonelle Signale reagieren können. So lösen Östrogen und Progesteron das Wachstum von Brustgewebe aus. Im Vergleich zu anderen Körperzellen besteht also ein zusätzlicher Wachstumsreiz, der besonders bei den Zellen der Brust häufiger zu übermässigem Wachstum und einer Zell-Entartung führt. Was sind die Ursachen? Tappt die Forschung im Dunkeln? Die Entstehung von Krebs ist in der Regel nicht von einem einzigen Auslöser abhängig. Erbliche, genetische Defekte sind selten die alleinige Ursache. Man kennt immer mehr Risikofaktoren. Viel Aufmerksamkeit widmet die Forschung derzeit

dem Übergewicht als vermeidbarem Risikofaktor. Übergewicht ist häufig mit einem erhöhten Insulinspiegel verbunden. Östrogen wird insbesondere bei Frauen nach der Menopause auch im Fettgewebe gebildet. Beides, zuviel Insulin und Östrogen, kann möglicherweise das Wachstum von Brustkrebszellen bei Übergewichtigen beschleunigen. Ist es gelungen, die Mortalität bei Brustkrebspatientinnen zu senken? In letzter Zeit ist die Zahl der Todesfälle tatsächlich zurückgegangen. Das ist dem Mammografie-Screening, Verbesserungen bei der Nachbehandlung und neueren Medikamenten zu verdanken. Eine noch deutlichere Senkung der Brustkrebs-Sterblichkeit könnte durch die Vermeidung beeinflussbarer Risikofaktoren wie

Übergewicht, Hormontherapien in der Menopause, Alkoholismus und Bewegungsmangel erzielt werden. Am wirksamsten soll eine individualisierte Therapie sein. Was muss man sich darunter vorstellen? Welche Massnahme bei einer Brustkrebstherapie am wirksamsten sind, hängt jeweils von den individuellen Eigenschaften eines Tumors ab. So ist beispielsweise bei einem Brustkrebs mit starker Ausbildung der Hormonrezeptoren eine antihormonelle Therapie am wirksamsten, während ein Tumor ohne Hormonrezeptoren nur mit einer Chemotherapie behandelt werden kann. Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs. Am wirksamsten ist eine massgeschneiderte Therapie, die sich die individuellen Eigenschaften des Tumors zunutze macht.

Ein Blick in die Zukunft: Gibt es noch unerforschtes Gebiet? Wenn man bedenkt, dass Krebs erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts näher erforscht und systemisch mit Medikamenten therapiert wird, haben wir schon viel erreicht. Inzwischen kennen wir viele Signalwege in den Krebszellen, die an der Tumorentstehung beteiligt sind. Es gibt bereits erste zielgerichtete Therapien, die eben diese Signalwege blockieren sollen. In Zukunft wird das Wissen über die molekularen Zusammenhänge noch zunehmen und man wird vermehrt testen können, welcher Signalweg bei welcher Patientin relevant ist, um dann ganz gezielt zu behandeln. Wir stehen aber erst am Anfang dieser spannenden und hoffnungsvollen Entwicklung. n

Professor Dr. med. Ursula Kapp, leitende Ärztin am Onkologie-Zentrum des Spitals Männedorf ZH

Interviewvideo mit Prof. Dr. med. Kapp

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leben mit krebs

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artikel  Psychoonkologie

Die Psyche darf nicht vergessen werden Krebskranke und ihre Angehörigen erleben schwere seelische Belastungen. Psychoonkologische Angebote helfen bei der Bewältigung. VON Wiebke Toebelmann

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ein Röntgen, kein Ultraschall macht sie sichtbar. Keine Medizin, keine Bestrahlung oder Operation kann sie heilen: die Seele. Und doch ist sie eines der „Organe“, die bei einer Krebserkrankung stark betroffen sind. Allein die Diagnose Krebs ist oft ein Schock. Die Konfrontation mit einer Krankheit, die womöglich unheilbar ist, ruft unweigerlich Gedanken an die eigene Sterblichkeit hervor und kann den Patienten in eine tiefe Seelenkrise stürzen. Und das ausgerechnet, wenn er alle seine inneren Kräfte mobilisieren sollte. Damit Patienten nicht den Boden unter den Füssen verlieren, werden sie also nicht nur medizinisch, son-

dern durch spezialisierte Psychoonkologen auch seelisch betreut. Dieses wird in psychotherapeutischen Praxen, aber auch in Akutspitälern, Reha-Einrichtungen und psychosozialen Beratungsstellen durchgeführt. Die psychoonkologische Behandlung ist wichtiger Bestandteil der Krankheitsbewältigung und hilft dabei, mit all den Veränderungen, die der Krebs mit sich bringt, besser zurechtzukommen.

Hilfe für die Patienten und ihre Familien Doch nicht nur der Krebskranke selbst ist belastet, auch die Angehörigen müssen in die Betreuung einbezogen werden. Sie empfinden meist ein grosses Chaos der Gefühle:

Verlustängste, Wut, Trauer und Hilflosigkeit. Damit sie nicht den Boden unter den Füssen verlieren in dieser schwierigen Zeit, richten sich psychoonkologische Angebote auch an sie. Zu solchen Hilfestellungen für Patienten und Angehörige gehören beispielsweise psychotherapeutische Gespräche, bei denen Strategien herausgearbeitet werden zur Bewältigung des seelischen Ausnahmezustands. Andere Angebote zielen auf Entspannung ab, wie etwa Hypnotherapie, Progressive Muskelentspannung oder Meditation.

Betreuung für die Seele von Anfang an Ab wann oder welchem Stadium die psychoonkologische Betreuung

erfolgen sollte, ist sehr individuell. So einzigartig wie der jeweilige Befund und die psychische Konstitution des Erkrankten sind, so auch seine Ansprüche und Bedürfnisse, was eine psychologische Begleitung betrifft. Etwa jeder dritte onkologische Patient nutzt sie im Verlauf seiner Erkrankung. Manche fangen damit bereits während des Klinikaufenthalts an. Generell gilt: Je frühzeitiger eine psychoonkologische Therapie beginnt, desto besser kann sie seelischen Leiden und deren Chronifizierung vorbeugen, wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen. Ein wertvoller Baustein im Genesungsprozess und ein deutliches Plus für die Lebensqualität des Patienten. n

gastbeitrag  Psychoonkologie

Wenn auch die Seele leidet

E

ine Krebserkrankung bedeutet für den Patienten sowie für sein Umfeld eine plötzliche Grenzerfahrung, einen „Sturz aus der normalen Wirklichkeit“, wie der Soziologe Niklaus Gerdes es nennt. Dabei ist nicht nur der Körper unmittelbar betroffen, sondern auch die Seele leidet.

Behandlungsmöglichkeiten in der Psychoonkologie Zu Beginn der Erkrankung fokussiert sich der Patient meist auf die körperliche Ebene und die medizinische Behandlung des Tumors. Die psychischen Belastungen werden dabei allzu oft vergessen. Studien zeigen jedoch, dass sich bei rund einem Drittel der Patienten eine schwerwiegende psychische Belastungssituation entwickelt, welche eine spezifische Behandlung erfordert. Die Beschwerdebilder umfassen Depressionen, Ängste, eine post-

traumatische Belastungsstörung und das Fatigue-Syndrom. Die posttraumatische Belastungsstörung äussert sich durch eine Beeinträchtigung der Krankheitsverarbeitung mit Auftreten von grosser Hilflosigkeit und einer Reizbarkeit. Beim Fatigue-Syndrom klagen die Patienten über ein anhaltendes, subjektives Gefühl der körperlichen, emotionalen und mentalen Müdigkeit und Erschöpfung, welche sich durch Ruhe oder Schlaf nicht beheben lassen. Diese Symptomatik lässt sich durch eine multiprofessionelle Behandlung verbessern. Ziel ist das Durchbrechen des Kreislaufes von Erschöpfung und Inaktivität. Dies kann wirkungsvoll durch psychologische Unterstützung, Unterstützung in der Planung der Tagesaktivitäten und physiotherapeutische Anleitung zu massvoller körperlicher Aktivität verbessert werden.

Psychoonkologen helfen Betroffenen bei der Krankheitsverarbeitung Durch die Krebs-Erkrankung ausgelöste psychische Probleme können in jeder Krankheitsphase auftreten und den weiteren Verlauf der Tumorerkrankung negativ beeinflussen. Nicht selten werden die psychischen Probleme erst nach Abschluss der medizinischen Behandlung manifest. In den letzten Jahren wurde der psychischen Befindlichkeit von Krebskranken eine zunehmende Beachtung geschenkt. Dadurch sollen stark belastete Patienten spezifische Behandlungsangebote erhalten. Für solche Situationen bietet die Psychoonkologie – ein Spezialgebiet der Psychosomatik (Seele und Körper) – gezieltes Wissen und eine breite Palette von Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Psychoonkologen helfen Betroffenen bei der Krankheitsverarbeitung, behandeln

psychische Krankheiten und Symptome und fördern das Gespräch mit Angehörigen, welches in dieser Situation besonders wichtig ist.

Möglichkeiten der stationären Behandlung Wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, ist eine stationäre Therapie hilfreich. In einer auf Psychoonkologie spezialisierten Klinik, wie zum Beispiel der Klinik Schützen Rheinfelden, wird eine intensivierte, gezielt ausgerichtete und kombinierte Behandlung angeboten. Dabei werden die ärztliche sowie die psychotherapeutische Behandlung mit Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Angehörigengespräche, Physio-, Körper- und Entspannungstherapie sowie Mal- und Musiktherapie kombiniert. Gleichzeitig können auf Wunsch des Patienten auch die Möglichkeiten einer unterstützenden komplementärmedizinischen Be-

handlung fachgerecht beurteilt werden. Mit einer stationären psychoonkologischen Betreuung kann in jeder Krankheitsphase eine nachhaltige Verbesserung der psychischen und körperlichen Beschwerden und der Lebensqualität erreicht werden. n

Dr. med. Christine Szinnai, Fachärztin für Innere Medizin FMH, Psychosomatische u. Psychosoziale Medizin (SAPPM), Oberärztin Abteilungen für körperzentrierte Psychosomatik und für Psychosomatik und Psychosomatische Onkologie, Klinik Schützen Rheinfelden

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Psychiatrie und Onkologie – können beide Partner sein?

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rebserkrankungen verlangen komplexe Behandlungen, die Patienten und Angehörige belasten. Beide sehen sich mit psychischen und physischen Herausforderungen konfrontiert. In der Folge taucht bei allen Beteiligten wiederkehrend die Frage auf, „Wer kann was zur Entlastung beitragen?“. Die Kenntnisse von Psychiatern und Psychotherapeuten sind insbesondere dann hilfreich, wenn es zu Belastungsspitzen kommt, die in psychischen Störungen münden. Ängste, Überforderungen, aber auch Depressionen bedürfen professioneller Hilfe.

Es gibt drei Möglichkeiten der Zuweisung: ·· W er selbst erkennt (Patient oder Angehörige), dass die Belastung zu gross wird, kann sich via Arzt über psychoonkologische Angebote informieren und den Kontakt herstellen lassen. Aus psy-

chiatrisch-onkologischer Sicht umfasst die Therapie Gespräche, die stützenden Charakter haben. Es kann jedoch auch sein, dass diese mit einer Psychotherapie erweitert werden. Die ambulanten Möglichkeiten umfassen zum Beispiel in der Privatklinik Wyss Einzel-, Paar- und Familiengespräche sowie eine Gruppe für Patienten mit Ängsten bezüglich eines Wiederauftretens der Krebserkrankung mit dem Fokus auf Bewältigungsstrategien. ·· Onkologen arbeiten während des stationären Aufenthaltes mit Psychiatern und Psychotherapeuten zusammen, zum Beispiel zur psychologischen Begleitung bei Chemotherapien, Krisenmanagement bei Therapieabbruch und ähnlichen Themen. ·· Nimmt eine psychische Erkrankung ein Ausmass an, das durch die ambulante, psychoonkologische Beratung nicht mehr stabi-

lisiert werden kann, gibt es die Möglichkeit einer stationären psychiatrischen/psychotherapeutischen Behandlung, wie es dies nach einem Vorgespräch auch in der Privatklinik Wyss möglich ist. Die psychoonkologische Betreuung ist national und international organisiert, zum Beispiel durch die Krebsliga und die Schweizer Gesellschaft für Psychoonkologie. Für individuelle Beratungen steht Ihnen die Autorin gerne zur Verfügung. n Autorin: Dr. med. Dorothea Ferrari-Franke, Oberärztin Privatklinik Wyss, Münchenbuchsee

Weitere Informationen www.privatklinik-wyss.ch/Behandlungsangebot d.ferrari-franke@privatklinik-wyss.ch


Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

leben mit krebs 11

artikel  Palliative Care

Lebensqualität bis zum letzten Tag Palliativmedizin ist die ganzheitliche Pflege von Patienten mit begrenzter Lebenserwartung. Sie lindert Schmerzen und hilft Betroffenen, möglichst lange aktiv zu bleiben. VON Tobias Lemser

E

s ist die schwerste Zeit im Leben überhaupt: Unheilbar erkrankt zu sein bedeutet für Krebspatienten, zunächst einmal ins Bodenlose zu fallen. Zu realisieren, nahezu alle Lebensträume und Pläne von nun an aufgeben zu müssen, gehört dabei zu den schwierigsten Aufgaben. Aber nicht nur die Psyche wird extrem belastet, auch verschärft oftmals der sich sukzessive verschlechternde Gesundheitszustand die so hoffnungslose Situation.

Palliativmedizin dämmt Schmerzen ein Insbesondere jetzt kommt neben Angehörigen der Palliativmedizin eine entscheidende Rolle zu. Sie bietet Patienten mit einer weit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankung ganzheitliche und umfassende Medizin und Pflege wie auch seelische Hilfe. Das Ziel von Palliative Care liegt vor allem darin, mithilfe lindernder

Massnahmen wie Schmerztherapie und Behandlung anderer belastender Symptome, die Lebensqualität und die Selbstbestimmung des Patienten bestmöglich zu erhalten. Zwar kann die Palliativmedizin schwer Erkrankte nicht mehr heilen, dank der verbesserten Medizin haben jedoch viele Patienten mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung heutzutage eine deutlich höhere Lebenserwartung. Zudem soll die palliativmedizinische Behandlung und Pflege Patienten darin unterstützen, ihr Leben würdevoll und so aktiv wie möglich bis zum Tod gestalten zu können. Palliative Care beinhaltet aber auch, sich um die Angehörigen zu kümmern, auf denen besonders im Verlauf der Krankheit eine grosse Last liegt.

schwierigen Phasen der Erkrankung auf einer Palliativstation im Spital gut aufgehoben fühlen, bevorzugen andere schwer Erkrankte – sofern möglich – die Betreuung zu Hause. Damit auch hier die Pflege optimal

erfolgen kann, stehen den Patienten multiprofessionelle Teams, bestehend aus diplomierten Pflegenden, Onkologen, Palliativmedizinern, Hausärzten und ehrenamtlichen Helfern, unterstützend zur Seite.

„Für Patienten, die nicht im gewohnten Umfeld bleiben können, aber auch nicht in einem Pflegeheim für ältere Menschen sein wollen, erweisen sich Hospize oder Palliativstationen als ideale Ergänzung“, sagt Irène Bachmann-Mettler, Präsidentin der Onkologiepflege Schweiz. Diese hierzulande noch rar gesäten Einrichtungen sind vor allem durch die Initiative von Einzelpersonen und Stiftungen aufgebaut worden. Hospize ähneln Pflegeheimen, sind jedoch zumeist kleiner und mit speziell ausgebildetem Pflegepersonal ausgestattet. n

Weitere Informationen Schweizerische Gesellschaft für Palliative Medizin, Pflege und Begleitung: www.palliative.ch

Zu Hause oder im Hospiz Wo sich die Patienten letztlich palliativ pflegen lassen, hängt zumeist von ihrem eigenen Willen ab. Während sich einige Betroffene in

Onkologiepflege Schweiz: www.onkologiepflege.ch

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Sicher und geborgen – Palliative Care auf professioneller Basis

D

ie letzte Lebensphase würdevoll gestalten: Im Pallivita Bethanien in Zürich stehen der Erhalt der Lebensqualität und die Linderung des Leidens im Mittelpunkt. Krebs und austherapiert. Was nun? Wenn das Leben sich dem Ende zuneigt, übernehmen oft nahestehende Familienmitglieder die Pflege und Betreuung ihrer Angehörigen in der letzten Lebensphase. Das private Engagement geht zum Teil bis an den Rand der eigenen Kräfte oder gar darüber hinaus. Doch es gibt Alternativen. Das Pallivita Bethanien in Zürich bietet mit einer hoch professionellen palliativen Pflege einen „Mantel des Schutzes“ für Menschen auf dem letzten Lebensabschnitt. Ein interdisziplinäres Team stellt die Person und den Erhalt ihrer Lebensqualität durch Linderung des Leidens in den Mittelpunkt. „Wir

schaffen den Raum und die Ruhe, damit Bewohner sich zurückziehen und den letzten Weg in Würde und Gelassenheit gehen können“, sagt Eva Meroni, stellvertretende Direktorin des Diakoniewerks Bethanien.

Die modernen, lichten und freundlichen Zweizimmer-Wohnungen im Hochhaus bieten eine behagliche Wohnatmosphäre – teils mit Blick über ganz Zürich. Mit persönlichen Möbeln und

Bildern kann das Appartement nach individuellen Bedürfnissen umgestaltet werden. Angehörige können Tag und Nacht bei ihren Nächsten sein und dort übernachten.

Durch die enge Zusammenarbeit von Ärzten, Pflegepersonal, Angehörigen, Köchen und auf Wunsch Seelsorgern wird Fachwissen für das Wohl der Bewohner fruchtbar gemacht. Zur Linderung störender

Symptome werden qualifizierte Fachärzte direkt aus dem Netzwerk der benachbarten Privatklinik Bethanien beigezogen. Ein hoher Betreuungsschlüssel erlaubt es dem Personal, sich Zeit zu nehmen und auf körperliche, psychosoziale, exis tenzielle und religiös-spirituelle Bedürfnisse der Bewohner individuell einzugehen. Die Rückmeldungen zeugen von einer hohen Zufriedenheit. Ihre Nächsten hätten sich sicher, geborgen und gut aufgehoben gefühlt, bekommt Pflegedienstleiterin Christine Lehmann immer wieder zu hören. Es sei alles so gelaufen, wie sie es sich gewünscht hätten. Und sie hätten die Chance früher ergriffen, wenn sie früher vom Pallivita gewusst hätten. „Viele sind auch überrascht, wie aufgestellt unser Team ist und dass trotz schwieriger Umstände Platz für Humor ist“, so die Pflegedienstleiterin.

Das Pallivita umsorgt damit nicht nur die Bewohner auf höchstem Niveau, sondern entlastet auch die Angehörigen, deren Meinung aktiv miteinbezogen wird. Kürzlich bedankten sich Angehörige einer Bewohnerin beim Personal mit den Worten: „Da waren viele innige Momente, Augenblicke, die ohne Worte auskamen, und ein göttlicher Frieden, der uns zuteil wurde. Es ist Ihr Verdienst, dass sich unsere Mutter die letzten Tage ihres Lebens sicher und geborgen fühlen konnte und sie bis in den Tod würdevoll von Ihnen begleitet wurde.“ n

Weitere Informationen Für weitere Informationen und persönliche Beratung stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: T: 043 268 76 01 www.bethanien.ch

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