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DEUTSCHLAND

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

KRISTEN STEWART

Arbeite nur mit Typen, die dich auf Trab bringen

DEUTSCHLANDS „ICH MACH EUCH ALLE PLATT“-WELLENREITER Sebastian Steudtner: vom Türsteher zum Big-Wave-Hero

FUSSBALL PHÄNOMENAL

Wie eine neue Spielergeneration mit Herz und Hirn das Land des Weltmeisters aufmischt

BUNDESLIGA

YUSSUF POULSEN STÜRMER, RB LEIPZIG Jung, aggressiv und schnell im Kopf

DIE JUNGEN

WILDEN

SEPTEMBER 2016 € 2,50


KURT SORGE

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CAPTURED BY MITCH CHEEK


DIE WELT VON RED BULL

70 DER SIEGER

Deutschlands Kampfansage an die Big-WaveSzene heißt Sebastian Steudtner.

Wenn’s hart auf hart geht, wird es oft auf brutal schöne Weise simpel, weiß O’Brien Starr-Hollow, Rettungsschwimmer der US Coast Guard in Alaska, aus persönlicher ­Erfahrung: „Jeder Mensch ist einfach ein Mensch. Wenn es um Leben und Tod geht, sind wir alle gleich“ (ab S. 26). Ski-Superstar Marcel Hirscher verlässt sich in brenzligen Situationen auf den Selbsterhaltungstrieb. „Der ist sehr gut ausgeprägt“, verrät er beim KTM-Test (S. 42). Hollywood-Beauty Blake Lively mag’s lieber auf die harte Tour (S. 21), und auch Red-Hot-Chili-Peppers-Ikone Flea (S. 50) ist kein Freund von Schmusekursen. Sein väterlicher Rat an alle, die auch so erfolgreich werden wollen wie er: „Such dir einen Reibebaum!“ Viel Spaß beim Lesen! 4



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DAVID CLERIHEW (COVER), GREG FUNNELL

WILLKOMMEN

Aggressiv, jung und schnell im Kopf. YUSSUF POULSEN, SEITE 56 THE RED BULLETIN

21.07.16 13:34


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Die Jeep® Offroad-Legenden. Erleben Sie den agilen Jeep® Renegade, den legendären Jeep® Wrangler, den luxuriö­ sen Jeep® Grand Cherokee und den innovativen Jeep® Cherokee bei einer Probefahrt. Entdecken Sie jetzt auch die exklusiven 75th Anniversary Editionen. Ihr Jeep® Partner erwartet Sie. 2 Jahre Fahrzeuggarantie und 2 Jahre gleichwertige Jeep® Neuwagenanschlussgarantie inkl. europaweiter Mobilitätsgarantie der Allianz Versicherungs-AG gemäß deren Bedingungen. AUTO BILD ALLRAD, Heft 6/16 vom 06.05.2016: Der Jeep® Renegade ist Import-Sieger in der Kategorie „Geländewagen und SUV bis 30.000 €“ und der Jeep® Wrangler ist Import-Sieger in der Kategorie „Geländewagen und SUV von 30.000 € bis 50.000 €“. 3 OFF ROAD, Heft 8/16 vom 12.07.2016: Platz 1 für den Jeep® Renegade in der Kategorie „Subkompakt-SUV“, Platz 1 für den Jeep® Wrangler in der Kategorie „Geländewagen“ und Platz 2 für den Jeep® Grand Cherokee in der Kategorie „Luxus-Geländewagen“. 1

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Jeep® ist eine eingetragene Marke der FCA US LLC.


SEPTEMBER 2016

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AUF EINEN BLICK GALLERY

DER RACER

Österreichs Ski-Ass Marcel Hirscher übers erste Mal mit einer KTM 1290 Super Duke R auf der Rennpiste.

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HOT SHOTS! Die Fotos des Monats

BULLEVARD 19

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IDOLE & IKONEN. Wie sie wurden,

was sie sind. Was sie sagen und tun.

FEATURES 26 Save Our Souls!

42 Marcel Hirscher

Der Skiweltcup-Gesamtsieger testet KTMs Super-Bike auf der Rennpiste.

64 HANDY HOCH IN CANNES!

Der Red Bulletin-Check: wie elf Tage Party-Wahnsinn bei extrem hoher Promi-Dichte Handy-Paranoia ergeben.

50 Noch mehr Heroes

Flea, Aaron Eckhart, Lady Leshurr, Kristen Stewart.

KÖRPER AN DIE MACHT!

„Twilight“-Star Kristen Stewart erklärt im Interview, wann wir dem Körper seinen Willen lassen sollen.

56 Die jungen Wilden

Elf Spieler, die in der neuen Bundesliga-Saison aufzeigen werden.

64 Nightlife-Reportage

Ein Blick in die VIP-Areas von Cannes.

70 Sebastian Steudtner

Ein Deutscher fordert die Big-WaveElite heraus – und gewinnt.

88 26 IN 20 SEKUNDEN AUF 410 KM/H

Was passiert, wenn ein 1100-PS-Benzinmotor gemeinsame Sache mit einem 700-PS-Elektromotor macht? 6

WIR HOLEN DICH DA RAUS

Sie sind die härteste Rettungsschwimmer-Einheit der Welt: 48 Stunden mit der US Coast Guard in (und vor) Alaska.

ACTION! 81

SEE IT. GET IT. DO IT. Reise, Gadgets, Uhren, Musik und Motor.

95 SPECIAL Active-Lifestyle-Fashion 110 MAKES YOU FLY Magischer Moment

THE RED BULLETIN

AGNIESZKA DOROSZEWICZ, KEFFER, FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES, JUSTIN BASTIEN

Die Reportage: 48 Stunden mit der US Coast Guard auf Einsatz in Alaska.


THE RED BULLETIN BACKSTAGE SEPTEMBER 2016

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

KEFFER

Airborne: Fotograf Bastien (li.) im Heli über Alaska

Auf Patrouille mit der Coast Guard Bei unserer Reportage über die Rettungsschwimmer der US Coast Guard in Alaska musste sich Fotograf Justin Bastien mehrfach beweisen. Der Kalifornier flog Patrouille im Helikopter, tauchte in den Trainingspool der Lebensretter und kraulte in den eiskalten Wellen des Nordpazifiks. „Einige Teile meiner Fotoausrüstung haben diesen Job nicht überlebt“, sagt Bastien, der neben dem Red Bulletin auch in „National Geographic“ und „Men’s Fitness“ publiziert. „Aber das Ergebnis war den Verlust wert.“ „S.O.S.“, ab S. 26.

Sein Ruf als stilbildender NightlifeFotograf ö≠net dem Pariser Tür und Tor zu Frankreichs exklusivsten VIPBereichen. Für uns erkundete Ke≠er das filmreife Nachtleben während der Festspiele in Cannes. S. 64.

RED BULLETIN WELTWEIT GREG FUNNELL

Der Londoner (bekannt durch seine Fotos in „Vanity Fair“, „Washington Post“ etc.) porträtierte für uns den deutschen Big-Wave-Einzelkämpfer Sebastian Steudtner in Portugals Surf-Dorado Nazaré. S. 70.

The Red Bulletin erscheint aktuell in zehn Ländern. Im Bild das Frankreich-Cover mit der Breakdance-Sensationsshow Red Bull Flying Illusion. Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS

„Du merkst, dass er seinen Körper perfekt unter Kontrolle hat.“ FOTOGRAF CLERIHEW ÜBER DIE POSEN VON COVER-MODEL POULSEN Der Londoner David Clerihew ist Großmeister dynamischer Porträts von Sport-Megastars (Messi, Bolt, Zidane etc.). Für die Coverstory über die Jungstars der Fußball-Bundesliga (Weigl, Kimmich, Arnold etc.) traf er RB Leipzigs Yussuf Poulsen. S. 56.

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Stürmer Poulsen, Requisite, Fotograf Clerihew

THE RED BULLETIN


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Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English

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21.07.16 13:42


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GALLERY

INSELHÜPFEN ÄGÄISCHE INSELN, GRIECHENLAND FOTO: RONNY SKEVIS

Neue Impulse für Griechenlands Sommer-Tourismus: Der griechische BMX-Profi Panagiotis Manaras machte für seinen spanischen Kumpel Sergio Layos den Guide auf einer ungewöhnlichen SightseeingTour, nämlich zu den besten BMX-Stopps auf den vier Kykladen-Inseln Andros, Santorini, Mykonos und Milos. Im Bild vergnügt sich Layos auf einer Rampe mitten in einem Weinberg auf Santorini. instagram.com/panosmanaras

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RONNY SKEVIS/RED BULL CONTENT POOL


WASSERWEG DEAN TREML/RED BULL CONTENT POOL

LE MANS, FRANKREICH FOTOGRAF: DEAN TREML

Seit Menschengedenken fing in Europa kein Sommer feuchter an als der von 2016. Auch Motorsport-Großereignisse blieben nicht verschont: Wegen überfluteter Strecke musste die 84. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans erstmals hinter dem Safety-Car starten. Es folgten: noch mehr Regen, noch mehr Safety-CarPhasen (Bild: in der La-Chapelle-Kurve) und die dramatischste Zieleinfahrt überhaupt: Drei Minuten vor Rennende stand Toyota vor dem ersten Le-Mans-Sieg. Leider allzu wörtlich: Denn ein Leistungsverlust setzte den TS050-Hybrid außer Gefecht und machte den Weg frei für Porsches 18. Gesamtsieg – ein neuer Rekord. lemans.org

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WELLENGANG HAWAII, USA FOTO: BRIAN BIELMANN

Auslegerkanu-Rennen sind in manchen Weltgegenden so etwas wie große Fußballmatches in anderen. Zu den Regionen mit hoher Bedeutung der flotten Fortbewegung dieses besonderen Bootstyps zählt Hawaii. Dort lebt und paddelt das Red Bull Wa’a-Team. Wie gut es das tut, stellte es mit dem Sieg bei der Hawaiian Airlines Liberty Challenge 2016 in New York unter Beweis. Steuermann Daniel Kekua Chun verrät das Erfolgsrezept: „Erfahrung. Denn Wellengang, Winde, Strömungen … da draußen weißt du nie, was dich erwartet.“ redbull.com

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BRIAN BIELMANN/RED BULL CONTENT POOL


MENSCHEN, DIE UNS INSPIRIEREN

STARPOWER ÉDGAR RAMÍREZ KONNTE HOLLYWOOD AUF DEM ZWEITEN KARRIEREWEG EROBERN. OHNE DABEI JE ZU VERGESSEN, WOHER ER KOMMT.

JOHN RUSSO/CONTOUR BY GETTY IMAGES

Das Leben ist dann doch voller zweiter Chancen. Sehr gutes Beispiel: Édgar Ramírez, der die Hauptrolle in „Amores Perros“ ausschlug, dem Film des damaligen Nobody Alejandro González Iñárritu. Ramírez setzte auf Studium und Diplo­ maten­Karriere. Den Fehler korrigierte er aber mit Meister­ leistungen in „Das Bourne Ultimatum“, „8 Blickwinkel“, „Zero Dark Thirty“, „Carlos – Der Schakal“ und demnächst „Girl on the Train“ und „Gold“. Meist in wenig sympathischen Rollen, aber Ramírez ist mehr als nur ein überzeugender Bösewicht: Er spricht fünf Sprachen und nutzt seinen Ruhm, um auf Missstände in unserer Welt aufmerksam zu machen. Im neuen Streifen „Hands of Stone“ spielt er den legendären Boxer Roberto Durán, der einen Titelfight mit den Worten „¡No mas!“ („Es reicht“) aufgab. Können wir über diesen ebenso talentierten wie sympathischen 39­Jährigen gar nicht sagen.

THE RED BULLETIN

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BULLEVARD 2016 23 Jahre, tierlieb, bi-gender, Aktivistin – und Ikone der Popkultur: Instagram Top 20, Twitter Top 25, 55. auf Facebook. Für Woody Allens Amazon-Serie kehrt sie vor die Kamera zurück. Viel Vielleicht gibt sie ihrem Lang Langzeitlover Liam Hemsworth bald das Jawort. Gut mög möglich, dass es Miley jetzt ruhi ruhiger angehen lässt. Beweisen muss sie ja nichts mehr.

1992 Der Vater: Country-Star Billy Ray Cyrus. Die Patentante: Country-Legende Dolly Parton. Der Geburtsname: Destiny Hope, was man als doch einigermaßen optimis optimistisches elterliches State Statement werten darf. Nach dem Besuch des Musicals „Mam „Mamma Mia!“ dann der Satz, der den Weg vorgibt: „Das ist es, was ich tun will. Ich will eine Schauspielerin sein.“ Miley ist da acht. Sie geht ihren Weg seither unbeirrt.

2015 „Steh zu deinen Entschei Entscheidungen, solange du nieman niemanden damit verletzt“, sagt sie dem Magazin „Paper“, für das sie die Hüllen fallen lässt. Experimentierfreudig zeigt sie sich bei ihrem fünf fünften Album „Miley Cyrus & Her Dead Petz“: Sie produ produziert es für nur 50.000 Dol Dollar und stellt es kostenlos ins Netz. Einmal mehr geht sie ihren eigenen Weg.

2003 Die kleine Destiny zieht in Tim Burtons „Big Fish“ die erste Rolle an Land. Sie bereitet sich gewissenhaft auf ein Dasein als Kinder Kinderstar vor, nimmt Schauspielund Gesangsunterricht. Den Spitznamen Miley, eine An Anlehnung an „Smiley“, erhält sie von den Eltern. Beim Casting für eine TV-Serie be beweist sie, wie viel Ehrgeiz in ihr steckt: „Zuerst meinten sie, ich sei zu klein und zu jung. Aber ich habe immer weiter vorgesprochen.“

2014

MEIN WEG NACH OBEN VOM KINDERSTAR ZUR AKTIVISTIN ZUR POPKULTURIKONE: WIE ES MILEY CYRUS MIT MUT UND SELBSTVERTRAUEN AN DIE SPITZE SCHAFFTE.

Nach dem Twitter-Rekord setzt sie noch einen drauf: Den Video Music Award fürs Beste Video („Wrecking Ball“, klar) nimmt stellver stellvertretend ein Obdachloser entgegen. Der wird zwar per Haftbefehl gesucht, ihre Message kommt aber an: Medien berichten kaum über Jugendobdachlosigkeit. Unis bieten Miley-Cyrus-Kurse an.

2012

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2011 Nach vier Staffeln „Hannah Montana“, dem Film gleichen Namens und drei Musikalben ist Cyrus um 120 Millionen Dollar reicher und der größte Teeniestar aller Zeiten. Der Preis dafür? Alles, was eine normale Pubertät ausmacht, vom gebrochenen Herzen bis zu missglückten Tattoos, wird zum gefundenen FresFres sen für die Presse: Macht sie jetzt einen auf Britney [Spears] oder, schlimmer noch, auf Lindsay [Lohan]?

2013 „Bangerz“ – das Pop-Album mit Hip-Hop-Anleihen – schlägt wie eine Bombe ein, eine nackte Miley auf dem Wrecking Ball schwingt sich aufs „Rolling Stone“-Cover. Das sexy Twerking mit Robin Thicke bei den MTV VMAs sprengt Twitter-Rekorde. Bei den MTV EMAs raucht sie einen Joint, sagt, dass Gras und Ecstasy glücklich machen. Dem „Rolling Stone“ verrät sie: „Ich weiß, was ich tue, ich weiß, dass ich alle schocke.“

THE RED BULLETIN

TIM MÖLLER-KAYA

Mileys ZielstrebigZielstrebig keit zahlt sich aus: Disneys „Hannah Montana“, wo sie ein gewöhnliches Mädchen spielt, das insgeheim ein Popstar ist, geht durch die Decke. Die Klatschblätter Klatsch sind voll von ihr. Miley sagt: „Vor allem will ich mir selbst treu bleiben.“ In dieser Zeit offenbart sie ihrer Mutter ihre PansexuaPansexua lität. Seitdem macht sie sich via Social Media für die LesLes bian/Gay/Bisexual/Transbian/Gay/Bisexual/Trans gender-Community stark.

Videos von Akustik-Coverversionen erobern YouTube, aber erst ihr Kurzhaarschnitt ändert alles. „Die Leute glauben, man fühle sich als Junge, aber eine Frau mit kurzen Haaren strahlt einfach Selbstbewusstsein aus“, sagt sie. „Viele meinen jetzt, ich sei eine Lesbe, aber im Gegen Gegensatz zu manch anderem, was über mich gesagt wird, betrachte ich das als KomKom pliment.“ StoiStoi sches Resümee: sümee: „Haters gonna hate“ – ihren ErEr folg schmälert das freilich nicht.

SONY, GETTY IMAGES(3)

2006


BULLEVARD

DIE HARTE TOUR

COLUMBIA PICTURES

BLAKE LIVELY „GOSSIP GIRL“ WAR MAL. JETZT WILL SIE DIE KNALLHARTEN ROLLEN. Blake Lively, ehemaliger Star der TV-Serie „Gossip Girl“, stand schon für Regisseure wie Oliver Stone, Ben A≠leck und Woody Allen vor der Kamera. Ab November ist sie in Allens Liebesdrama „Café Society“ zu sehen, schon ab Ende August kriegt sie es in „The Shallows – Gefahr aus der Tiefe“ als Surferin mit einem Weißen Hai zu tun. Lively wurde für die Rolle von ihrem Mann Ryan Reynolds inspiriert, der in „Buried – Lebend begraben“ (2010) um sein Leben zu kämpfen hatte. „Ich wusste, wie hart es für ihn war. Aber ich wusste, das kann ich auch“, erzählte sie „Entertainment Weekly“. Deadpool vs. Lively im Wasser – so sieht also der Kampf der Geschlechter im 21. Jahrhundert aus.

THE RED BULLETIN

„DAS WICHTIGSTE IST SELBSTVERTRAUEN. DER REST KOMMT FAST VON SELBST.“ 21


BULLEVARD

MICHEL BOUREZ DER SURF-PRO AUS TAHITI WIRD VON SEINEN KOLLEGEN „SPARTANER“ GENANNT. WEGEN SEINES AUCH UNTER SURFERN PHÄNOMENALEN KÖRPERS. WAS ES DAFÜR BRAUCHT? BLOSS WASSER, STRAND UND REGIONALE KÜCHE.

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HÖHE (IN METERN) DER HÖCHSTEN WELLE, DIE ER JEMALS SURFTE Meterhohe Wasserwände sind Bourez’ Alltag. Doch die Größe allein sagt wenig darüber aus, wie anspruchsvoll eine Welle ist. Die gefährlichsten gibt es in Teahupoo, Tahiti, seiner Heimat. „Eine 2-Meter-Welle hier hat dieselbe Kraft wie eine 4-Meter-Welle anderswo“, sagt er. Für den Dreißigjährigen sind solche Herausforderungen einfach Hürden, die er nehmen muss. Sein Sport ist ein Langzeitprojekt. „Man muss nicht schnell lernen, aber man muss immer lernen.“

MAL TÄGLICH NIMMT ER NAHRUNG ZU SICH: DREI HAUPTMAHLZEITEN, DAZU ZWEI FRUCHT-SMOOTHIES „In Tahiti essen wir viel Gemüse, Reis und Früchte. Wir ernähren uns von Haus aus gesund“, erklärt Bourez. „Um besser zu werden, musst du auf deinen Körper hören.“ In seinem Fall sagt der: ein leichtes Frühstück, ein üppiges Mittagessen und ein leichtes Abendessen – zwischendurch zweimal ein Smoothie, „so kriegt mein Körper den ganzen Tag über auf direktem Weg wertvolle Nährstoffe serviert“.

SO VIELE TURNS AUF EINER WELLE SCHAFFT ER IM WETTKAMPF „Bei Surfwettbewerben geht es nicht darum, wer am längsten auf dem Brett steht“, sagt Bourez, „sondern wie viele Turns du auf einer Welle scha≠st.“ Beim Rip Curl Pro in Australien schaffte er bis zu acht auf einer langen, niedrigen Welle – üblich sind gerade mal drei. Die dafür nötige Beweglichkeit trainiert Bourez mit Sprints im Sand und mit StretchingWorkouts. „Wendigkeit und Balance brauchst du nicht nur beim Surfen, sondern in jeder physisch fordernden Sportart.“

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Disziplin Surfer Alter 30 Größe 1,75 m Gewicht 75 kg Erfolge WSL World Championship Tour-Teilnehmer seit 2009; zweifacher Event-Sieger (Margaret River/AUS und Rio/ BRA) und Fünfter in der Gesamtwertung 2014. WSL European Champion 2006

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JIU-JITSU-STUNDEN NIMMT ER IM FEBRUAR ZUR VORBEREITUNG Für Bourez gibt es keine Auszeiten: „Ich surfe mindestens zwei Stunden täglich.“ Jeden Februar, also vor Beginn der WSL World Championship Tour, packt er drei Wochen lang jeden Abend zusätzlich zwei Stunden JiuJitsu drauf. „Es hat viel mit dem Surfen gemein“, sagt Bourez. „Wenn du in Schwierigkeiten steckst, musst du ruhig nach einem Ausweg suchen.“

FITNESSTRACKER TRENDS IN FITNESS UND GESUNDHEIT

APP SLEEPCYCLE

Guter Schlaf gehört zu einem guten Leben. Nur fehlt der vielen von uns. Diese App überwacht den SchlafSchlaf rhythmus, damit dich der Alarm nur im Leichtschlaf weckt und du ausgeschlafen in den Tag startest. sleepcycle.com

TECHNIK KITO+

Smartphone-Hülle und Health-Tracker in einem: Misst SauerSauer stoffsättigung im Blut, Hauttemperatur, Herzfrequenz, Atmung, erstellt ein EKG. Die App analyanaly siert (aber nur auf iPhones der 6er-Serie) die Daten. azoi.com

WORKOUT NATÜRLICH STARK

Einer der Trends 2016 ist Muskelaufbau ohne Geräte, Pilates, Calisthenics, BodyBody weight-Übungen. Battle of the Bars 16 (Beginn: 16. Septem September) ist die inoffizielle Fitness-WeltmeisterFitness-Weltmeister schaft in der Disziplin Gerätefreiheit. worldcalisthenics.org

THE RED BULLETIN

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STRENGTH IN NUMBERS


DER ABT RS6-R. UNBEGRENZTER FAHRSPASS. AUF 25 STÜCK LIMITIERT.

Der ABT RS6-R ist der Supersportwagen unter den Kombis. 730 PS (537 kW) stark, 320 km/h schnell. Von 0 auf 100 km/h in 3,3 Sekunden. Und dank quattro-Allradantrieb auf allen Strecken zu Hause.

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Von der Rennstrecke auf die Straße

Kraftstoffverbrauch ABT RS6-R Avant, l/100 km: innerorts 13,4 / außerorts 7,4 / kombiniert 9,6; CO 2 -Emission kombiniert, g/km: 223


BULLEVARD

LASS DICH VON NEGATIVEN GEDANKEN NICHT RUNTER­ ZIEHEN. ÄNGSTE UND ZWEIFEL KÖNNEN ZUR GEHEIMWAFFE WERDEN. WIE? DAS WISSEN DIE EXPERTEN AUF DIESER SEITE. „Meine Schwester Venus hat mir mal gesagt, dass wahre Champions in heiklen Situationen am ruhigsten sind. Das hat mir die Augen geöffnet.“

SERENA WILLIAMS

„Das beste Mittel gegen Lampenfieber? Übung und Erfahrung. Mit jedem Auftritt wird es nämlich besser.“

„Es ist nicht schlimm, Angst zu haben. Es geht darum, sie zu überwinden. Manchmal musst du dich einfach durchboxen.“ EMMA WATSON

„Nichts motiviert mich wie der Gedanke an frühere harte Zeiten.“

„Viele Menschen haben Angst vor bestimmten Ereignissen oder Situationen. Weil sie nicht wissen, wie sie darauf reagieren würden. Ich ver­ suche, den Dingen, die mir Gänsehaut bereiten, wirklich auf den Grund zu gehen. Dann finde ich einen Weg, damit umzugehen.“ CHRIS HADFIELD

WO FOLGEN, LIKEN UND RETWEETEN SCHLAUER MACHEN

MEISTER YODA

CLICKHOLE twitter.com/clickhole

MUHAMMAD ALI

TAYLOR SWIFT

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„Ich hasste jede Minute des Trainings, aber ich sagte mir: Gib nicht auf! Leide lieber jetzt und lebe den Rest deiner Tage als Champion.“

HORIZONT­ ERWEITERUNG

„Wenn wir je gestoppt werden, dann von der Angst. Für einen Moment hatte ich sie auch … dann ging ich in die Umkleide und jagte sie zum Teufel.“ LADY GAGA

Die Macher des SatireUrgesteins „The Onion“ nehmen Clickbaiting kräftig auf die Schippe. Und zwar mit lahmen Listen, übertriebenen Schlagzeilen, sinnlosen Videos („Entzückend! Dieser Achtjährige sieht langsam ein, dass sein Vater gar nicht so besonders ist“) und nichtssagenden Umfragen („Würde ein Pferd gut von dir denken?“).

VISUBAL instagram.com/visubal

Spektakuläre Fotos zeigen den Fußball von seiner besten (und jedenfalls von seiner kontrastreichsten) Seite. Neben den herrlichsten Toren gibt’s alles von Hochglanzporträts bis zu Aufnahmen von Fans. Mit den Trainingsvideos bringst du ja vielleicht sogar dein eigenes Spiel auf Vordermann.

THE WIRECUTTER facebook.com/ thewirecutter

Unglaublich fundierte Analysen von Geräten und Gadgets für deinen aktiven Lifestyle. The Wirecutter heuert schon mal einen Kameramann von „National Geographic“ an, um die beste wasserdichte Kamera zu finden. Du suchst nach der richtigen Ausrüstung für dein nächstes Abenteuer? Hier wirst du fündig. THE RED BULLETIN

NIKE, SARAH BARLOW, PICTUREDESK.COM, GETTY IMAGES (5)

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„Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.“


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SIE KÄMPFEN IN HAUSHOHEN WELLEN UM DAS LEBEN VON SCHIFFBRÜCHIGEN UND FLIEGEN EINSÄTZE IN DIE SCHNEESTÜRME DER BERINGSEE: DOCH DIE RETTUNGSSCHWIMMER DER KÜSTENWACHE VON ALASKA WISSEN, WIE MAN SELBST GRAUSAME ARBEITSTAGE SPIELEND MEISTERT. TEXT: ANDREAS ROTTENSCHLAGER FOTOS: JUSTIN BASTIEN

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Rettungsschwimmer Jon Kreske vor Kodiak Island, südliches Alaska: „Selbst das beste Training gibt nur eine Vorahnung auf die Realität.“


DAS BOOTCAMP DER SCHWIMMER IST GNADENLOS: IN MANCHEN KLASSEN FALLEN ALLE DURCH. Schnellstmรถglich zum Einsatzort: Ein CoastGuard-Rettungsschwimmer springt aus dem Helikopter.

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„DAS SCHIFF WAR BEREITS GESUNKEN. SEINE CREW TRIEB ÜBER EINE MEILE VERSTREUT IM OZEAN.“ Ein Flugmechaniker (re.) an Bord des Eurocopter MH-65 „Dolphin“. Die ­Rettungsteams fliegen hunderte Kilometer weit in den Pazifik.

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BERINGSEE, POLARMEER: DIE RETTER WACHEN ÜBER EIN GEBIET VON DER GRÖSSE EUROPAS. Training vor der Insel Kodiak: Ein CoastGuard-Flugmechaniker und sein Kollege im Beiboot testen die Führungsleine.

n einem Maimorgen um acht Uhr steht Rettungsschwimmer O’Brien StarrHollow vor der Basis der US-Küstenwache in Kodiak, Alaska, und blinzelt in die flache Sonne. In wenigen Minuten beginnt sein Überlebenstraining. „Wir üben den Star Run“, sagt Starr-Hollow, 42, kurze Hosen, ein Mann mit dem Gesicht eines Jungen und der Statur eines Triathleten. Der Star Run ist die Berglaufstrecke der Rettungsschwimmer von Kodiak. Ein Schotterweg, flankiert von Fichten, der sich in engen Kehren auf den Old Women’s Mountain windet. Er endet oben am Flieger Fliegerdenkmal der Stadt – einem fünfzackigen Stern aus Stahl. Die Rettungsschwimmer laufen die 110 Höhenmeter auf vierhundert Metern viermal hintereinander im Drill-Modus. Manche von ihnen übergeben sich, wenn sie am Stahlstern ankommen. Zum heutigen Training hat Starr-Hollow ein Fitnessgerät mitgebracht. „Das ist eine Muringleine“, sagt er und reckt das zerfranste Ende eines Schiffstaus in die Höhe. „Damit bindet man Kutter am Bootssteg fest.“ Die Muringleine ist dick wie eine Anaconda, fünfzehn Meter lang und wiegt fünfzig Kilo. Starr-Hollow will sie hinter sich herschleifen, wenn er auf den Berg läuft. „Ziel der Übung ist es, nicht aufzugeben“, sagt Starr-Hollow. Starr-Hollow schultert das Ende der Muringleine. Er hastet los, vorbei an den Fichten. Die Muringleine zieht er wie den Schwanz eines Tieres hinter sich her. Sie hinterlässt eine Schleifspur im Schotter. Auf Berge laufen, bis man kotzt. Und dann noch fünfzig Kilo Extragewicht draufpacken. Das morgendliche Workout sagt viel über Starr-Hollows Beruf aus. In Starr-Hollows Beruf können Wille und Ausdauer entscheiden, ob man den Tag überlebt. Starr-Hollow ist Helikopter-Rettungsschwimmer der US-Küstenwache. Sein Job ist es, sich über dem Ozean abzuseilen und Schiffbrüchige zu retten, die vor Amerikas Küsten in Seenot geraten. 33


Coast-Guard-Rettungsschwimmer müssen hundert Kilo schwere Fischer, die in glitschigen Trockenanzügen stecken, in Rettungskörbe zerren und in arktischen Stürmen gegen haushohe Wellen ankraulen. Die Ausbildung ist eine der härtesten beim US-Militär: achtzehn Wochen Wasser-Drills an der Schwimmerschule in North Carolina. Gefolgt von siebenwöchigen Schulungen in Notfallmedizin. Die Drop-out-Quote an der Schwimmerschule liegt bei über fünfzig Prozent. Ausdauerschwimmen unter Schlafmangel, psychischer Stress: In manchen Klassen fallen alle Rekruten durch. Auf dem Hügel über Kodiak schleppt Starr-Hollow seine Muringleine zum zweiten Mal hinauf zum Fliegerdenkmal. Er umklammert das Ende jetzt mit beiden Händen, den Blick starr Richtung Stahlstern gerichtet. Hinter ihm quälen sich fünf Rettungsschwimmer-Kollegen auf den Berg. Die meisten von ihnen sind drahtig und zäh. Einige haben die Statur von Ringern. Vom Hügel hat man die beste Aussicht auf die Küstenwachenbasis. Weiße Hangardächer reflektieren die Strahlen der Morgensonne. Hinter dem Rollfeld beginnt der dunkelgraue Ozean. Sein Wasser bedeckt den gesamten Horizont. odiak Island liegt eine Flugstunde südlich von Alaskas größter Stadt Anchorage im nördlichen Pazifik. Eine bergige Insel mit dichten Nadelwäldern. Über die wenigen Straßen rollen dicke Pick-ups mit Rammbügeln. Das Sportgeschäft in der Hauptstadt Kodiak verkauft Pfefferspray zur Abwehr von Braunbär-Attacken. Die Coast Guard Air Station nimmt eine ganze Bucht im Osten der Insel ein. Drei Hangars für Helikopter und Transportflugzeuge, ein mächtiges, mit Holz verkleidetes Kommandogebäude. Das Rollfeld führt direkt am Ozean entlang. Es ist die Startrampe in die gefährlichsten Gewässer der USA. Von Kodiak aus fliegen Rettungshubschrauber ins nördliche Polarmeer, wo Eisschollen groß wie Fußballfelder im Wasser treiben. Im Westen wacht die Coast Guard über die Beringsee, in der arktische Stürme die Wellen zu dunkelblauen Wänden auf auftürmen. Das Einsatzgebiet der Air Station Kodiak er erstreckt sich über zehn Millionen Quadratkilometer. An manchen Tagen bilden sich zwei verschiedene Wettersysteme innerhalb seiner Grenzen. Elf Uhr Vormittag: Starr-Hollow führt durch den Helikopter-Hangar. Er ist frisch geduscht. Sein Training hat er vor dreißig Minuten mit Klimmzügen beendet. Die Muringleine hing dabei um seinen Hals. Starr-Hollow ist der Sohn eines Navy-SEAL. Er wuchs in Montana auf, studierte Forstwirtschaft. Während seiner Zeit im Bootcamp spielte er Saxophon in der Musikkapelle der Küstenwache. Seit acht Jahren fliegt er in die Beringsee, länger als jeder andere Rettungsschwimmer der Basis. Die Coast-Guard-Crews rücken bei Tag und Nacht aus. Wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen, auch bei schlimmstem Wetter. Piloten berichten von 34

CHEF AN BORD: HELI-PILOT JOHN D. HESS ÜBER FLÜGE IN DIE BERINGSEE UND REZEPTE GEGEN PANIK. the red bulletin: Herr Hess, wie bleiben Sie cool, wenn Sie mit Ihrem Helikopter über der Beringsee in einen Sturm geraten? john d. hess: Um für die Air Station Kodiak zu fliegen, braucht man mindestens vier Jahre Praxis als Rettungs­ pilot. Erfahrung hilft.

Und wenn nicht? Drück deine innere Stoppuhr und zähle fünf Sekunden ab, falls du die Zeit dazu hast. Das beruhigt.

Wie bereitet sich Ihre Crew auf heikle Einsätze vor? Wir kritisieren uns gegenseitig. Auch nach ein­ fachen Manövern wie dem Bergen leerer Lastkörbe. Wer Kritik nicht annimmt, ge­ fährdet andere. Kann man die Gefahr in Ihrem Beruf überhaupt abschätzen? Teilweise. Wir nutzen das Prinzip „Risiko vs. Gewinn“: Sind Leben in Gefahr, darfst du mehr riskieren. Was bedeutet „mehr riskieren“? Mehr Leute einladen, zum Beispiel. Der Re­ kord für Coast­Guard­ Helikopter liegt bei 26.

sogenannten Whiteout-Zuständen, bei denen es so stark schneit, dass die Scheinwerfer nur noch Schneeflocken reflek reflektieren. Durch die Cockpitscheibe sieht es dann so aus, als würde man durch eine Schneekugel fliegen. Die Standard-Besatzung eines Sikorsky MH-60 „Jayhawk“ der Küstenwache bilden Pilot, Co-Pilot, Flugmechaniker und Schwimmer. Der Pilot steuert, der Co-Pilot berechnet den Treibstoffverbrauch, der Flugmechaniker bedient die Seilwinde an der rechten Seitentür. Am Ende des finger fingerdicken Stahlkabels hängt der Rettungsschwimmer. „Gute Kommunikation im Team ist überlebenswichtig“, sagt Starr-Hollow. Wie gute Kommunikation geht? „Behandle jeden mit Respekt. Schau Kollegen in die Augen. Gib ehrliches Feedback.“ Die Rettungsteams handeln nach dem Prinzip der „Just Culture“. Ein System, das auch in der Medizin angewandt wird. Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem man Fehler ohne Angst vor Bestrafung ansprechen kann, um so die Leistung des gesamten Teams zu steigern. „Neulich merkte ich nach einem Einsatz, dass meine Taschenlampe kaputt war“, sagt Starr-Hollow. „Ich hatte sie vor dem Abflug nicht kontrolliert. Niemand wusste von dem Fehler. Trotzdem sprach ich im Debriefing darüber. Das Zugeben eines Fehlers erleichtert dein Gewissen. Und die Kollegen werden daran erinnert, ihre eigenen Taschenlampen zu prüfen.“ Just Culture sei ein phänomenales System, um in jedem Job besser zu wer werden, sagt Starr-Hollow: „Stell dir vor, du verärgerst einen Kunden, weil du in einer E-Mail die falsche Anrede verwendest. Verschweigst du den Fehler, passiert er vielleicht auch deinen Kollegen. Teilst du ihn, profitiert das ganze Team von deinem Erkenntnisgewinn.“ Es sind die Grundprinzipien der Coast Guard, die Starr-Hollow aufzählt: immer bereit sein, sich jeden Tag gegenseitig fordern. Jede noch so kleine Aufgabe mit Sorgfalt erledigen. Einen Gurt nähen, zum Beispiel. „Jeder Rettungsschwimmer ist an der Nähmaschine ausgebildet“, sagt StarrHollow. „Weil wir die Last-Fallschirme für die Coast Guard warten.“ Tatsächlich stehen in der Werkstatt der Rettungsschwimmer im ersten Stock des Hangars vier Nähmaschinen auf Arbeitstischen. Über die Nähmaschinen sind karminrote Stoffhüllen gestülpt. Die mutigsten Männer der Beringsee haben die Stoffhüllen maßgeschneidert. Und Rettungsschwimmer-Logos an die Seitenteile genäht. THE RED BULLETIN


Rettungsschwimmer Jon Kreske im Trainingspool in Kodiak: „Sie wollen sehen, ob du unter Druck zusammenbrichst.“

Pool-Fitness Ein Rettungsschwimmer der US Coast Guard muss in der Lage sein, dreißig Minuten lang Personen bei schwerem Wellengang aus dem Wasser zu ziehen. Um das FitnessLevel zu halten, trainieren die Schwimmer zusätzlich zu den Ausdauereinheiten zweimal wöchentlich im Pool.

Crash-Training: Rettungsschwimmer in Kodiak zeigen einem Piloten, wie man sich unter Wasser aus dem Cockpit befreit.

THE RED BULLETIN

Wichtige Übungen sind das Ziehen eines Kollegen, der ein Opfer spielt („Buddy Tows“), Geräteschwimmen mit Finnen und Schnorchel sowie die Anwendung von Rettungsgriffen bei panisch um sich schlagenden Überlebenden.

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Nachtschicht im Hangar in Kodiak: Flugmechaniker warten das Heckleitwerk eines Jayhawk-Helikopters.

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KODIAK AIR BASE IN ZAHLEN

8000 Kilometer fliegt eine C-130-­ „Hercules“-Transportmaschine bei vollem Tank. Vier von ihnen unterstützen die Crews bei Suchaktionen.

6Helikopter des Typs MH-60 „Jayhawk“ fliegen für die Sta≠el. Sie suchen mit Infrarotkameras nach Überlebenden.

115 Meter misst der CoastGuard-Kutter „Munro“, auf dem kleinere Rettungshelikopter, z. B. Typ MH-65 „Dolphin“, landen können.

187 Menschen bergen die Crews der Kodiak Air Base im Jahr 2015 in 136 „Search and Rescue“-Einsätzen.


Rettungsschwimmer O’Brien Starr-Hollow (li.) beim Lauftraining in Kodiak. Die Muringleine bringt 50 Kilo Extragewicht.

BIST DU FIT GENUG FÜR DEN PAZIFIK? Hier sind die Mindest werte des monatlichen Fitness-Tests der Rettungs schwimmer:

Outdoor-Fitness: Die Rettungsschwimmer von Kodiak trainieren an der Eisenleiter eines Wassertanks Klimmzüge.

Liegestütze (Hände schul50 terbreit) binnen zwei

Minuten. Sit-ups binnen zwei Minuten. Klimmzüge (je 5 im Unter- und Obergriff). Yards (457 m ) in 12 Minuten kraulen. Yards (22,9 m ) viermal hintereinander tauchen mit je 60 Sekunden Pause pro Länge. Yards (183 m ) eine Person im Wasser transportieren.

60 10 500 25 200 38

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er nächste Tag. Training in der Schwimm­ halle. Rettungsschwimmer Jon Kreske sitzt an der Kante des Fünfmeterturms und macht sich bereit für den Absprung. Er übt den Freifall aus dem Helikopter – die schnellste Ausstiegsvariante, für die Rettung bei ruhiger See. Kreske streckt seine Beine in den Lang­ sitz und stößt sich mit beiden Händen kräftig von der Kante ab. Mit den Füßen voraus taucht er ins Wasser. Im Pool trainieren die Rettungs­ schwimmer das Überleben im Ozean. Kreske, neun Jahre jünger als Starr Starr­ Hollow, erinnert sich noch gut an die Schwimmerschule: „Die wecken dich um drei Uhr früh und lassen dich vier Stunden Workouts machen. Dann musst du sechs Menschen, die Unfall­ opfer darstellen, in einer stockdunklen Schwimmhalle retten. Zwei bewegen sich nicht mehr, die anderen vier schlagen um sich.“ Kreske war in seiner Jugend Pfadfinder und Leistungsschwimmer. Er ist ein Mann mit breiten Schultern und einer erstaunlich sanften Stimme. Man kann sich Kreske gut vorstellen, wie er Verbände an­ legt oder ein verletztes Kind tröstet. Wie er das Bootcamp durchgehalten hat? „Neunzig Prozent sind mental“, sagt Kreske. Um Rettungsschwimmer zu werden, müsse man weder Bodybuilder sein noch besonders schnell schwimmen können. „Die Ausbilder haben nur ein Ziel: Sie wollen wissen, ob du unter Druck zusammenbrichst.“ Eine Übung, die sie erfunden haben, um diese Frage zu beantworten, heißt „Stiergatter“. Ein Panik Panik­ Drill im Wasser. Der Rekrut schwimmt mit verbundenen Augen auf die Ausbilder zu, die im tiefen Ende des Pools einen Kreis bilden. Erreicht der blinde Rekrut den Kreis, drückt der erste Ausbilder seinen Schnorchel unter Wasser. Er stürzt sich auf den Rekruten, wie ein Er Er­ trinkender in Panik, umklammert seine Arme und zieht ihn auf den Boden des Schwimmbeckens. Der Rekrut muss sich aus dem Klammergriff be­ freien und seinen Ausbildner sicher zurück an die Wasseroberfläche bringen. Taucht der Rekrut auf, stürzt sich der nächste Aus­ bilder auf ihn und zerrt ihn unter Wasser. Die Attacken wiederholen sich beliebig oft. Drei Mal. Fünf Mal. Sieben Mal. „Sie wollen sehen, ob du aufgibst“, sagt Kreske. Kreske gab nicht auf. Für die langen Tage in der Grundausbildung hat er eine Strategie entwickelt: „Ich teilte meinen Arbeits­ tag in Abschnitte“, sagt Kreske. „Während des Morgen­ drills denkst du nur bis zum Frühstück. Alles andere blendest du aus. Während des Frühstücks denkst du nur bis zum Ende des Frühstücks. Danach lautet das nächste Teilziel, die erste Pool­Einheit zu überstehen. Mit dieser Methode löst du große Aufgaben, die dich als Ganzes mental erdrücken würden.“ Kreske sagt, seine Strategie funktioniere für Elite­Training ­­Training genau­ THE RED BULLETIN

DAS AUGE: MECHANIKER JAYSON MARRERO ÜBER TEAM­ WORK IN EXTREM­ SITUATIONEN. the red bulletin: Herr Marrero, was macht ein Flugmechaniker? jayson marrero: Er ist der Ingenieur des Helikopters und das Auge des Piloten an der Unfallstelle. Außerdem setzen wir die Schwimmer per Seilwinde ab. Ein schwieriger Job, hier im Nordpazifik.

Was macht Ihr Einsatzgebiet so schwierig? Die Ausgesetztheit, das extreme Wetter. In Florida ist Wind mit 90 km/h ein Tropensturm. In Alaska nennen wir das einen ganz normalen Arbeitstag. Was bedeutet das extreme Wetter für das Teamwork an Bord? Dass du jedes Training ernst nehmen musst. Wir setzen Schwimmer auf Booten ab, die über zehn Meter hohe Wellen rollen. Da bist du besser gut vorbereitet. Wollen die Schwimmer immer ins Wasser? Klar! Das sind Adrenalin-Junkies. Die reißen sich im Training wochenlang den Arsch auf, um für den Ernstfall fit zu sein.

so wie für Arbeitstage mit stundenlangen Meetings. „Aber selbst das beste Training ist nur eine Vorahnung auf die Realität“, sagt Kreske. „Frag Starr Starr­Hollow nach seinem Fall.“ m Ostermorgen des Jahres 2008 wird Starr Starr­Hollow um drei Uhr früh von einem Ret­ tungspiloten aus dem Schlaf gerissen. Starr Starr­Hollow liegt im Feldbett seiner Baracke auf der Pazifik Pazifik­Insel St. Paul. St. Paul ist ein Außenposten der Coast Guard in der Beringsee, 1200 Kilometer westlich von Kodiak. Starr Starr­Hollow ist Teil eines Teams, das dort während der Krab­ benfangsaison Wache hält. Acht Minuten zuvor hat der Trawler „Alaska Ranger“ einen Notruf abgesetzt. Ein Leck im Bug. Die „Alaska Ranger“ sinkt 370 Kilometer südlich der Insel. Starr Hollow springt aus seinem Bett. Starr­ „Nach dem Briefing wusste ich, dass es ernst wird“, erinnert er sich. „In den meis­ ten Fällen retten wir Drei­bis­fünf­ fünf Mann­ fünf­ Besatzungen kleiner Fischerboote“, sagt Starr Hollow. „Die ‚Alaska Ranger‘ war ein Starr­ 189 Fuß langer Trawler (knapp 58 Meter; Anm.). An Bord arbeiteten 47 Menschen.“ In wenigen Minuten hat Starr Starr­Hollow seine Sachen gepackt. Gemeinsam mit seinem Piloten rast er im SUV zum Roll­ feld. Die Nacht ist stockdunkel. Draußen fällt Schnee. Minus 22 Grad. Im Hangar klettern Pilot und Co­Pilot in das Cockpit des Jayhawk Jayhawk­Helikopters und klappen ihre Nachtsichtgeräte über die Augen. Starr Starr­Hollow zwängt sich mit dem Mechaniker hinten in den Fracht­ raum. Der Frachtraum ist nicht größer als der Innenraum des SUVs. 47 Menschen. Kurz nach fünf Uhr morgens schwebt der Jayhawk über der Unfallstelle. Keine Spur von der „Alaska Ranger“. „Das Schiff war gesunken“, sagt Starr Starr­ Hollow. „Die Crew trieb über eine Meile weit verstreut im Ozean. Man sah nur die Blinklichter ihrer Rettungswesten im Wasser. Wie die Lichter einer Flugzeug­ landebahn bei Nacht.“ Starr Hollow legt seine Ausrüstung an: Starr­ Trockenanzug, Schwimmweste, Funkgerät, Signalfackeln, Satelliten­Ortungsgerät, Finnen, Schnorchel. Das Schwesterschiff der „Alaska Ran­ ger“ und der Kutter der US­Küstenwache werden erst in einer Stunde eintreffen. Die Besatzung des Hubschraubers ist allein. 47 Menschen. 39


„JEDER MENSCH IST EINFACH EIN MENSCH. WENN ES UM LEBEN UND TOD GEHT, REAGIEREN WIR ALLE GLEICH.“ Maßarbeit: Je nach Wetter und Wellen schwebt der Helikopter drei bis sechzig Meter über der Unfallstelle.


RUSSLAND

ALASKA

Kodiak

KANADA

10 Millionen km²

USA

Die Air Station Kodiak überwacht das größte Einsatzgebiet aller 17 Coast-GuardBezirke der USA. Die Crews fliegen nach Westen bis an die russische Seegrenze, ins nördliche Polarmeer und nach Süden bis zum 50. Breitengrad. Einsätze erfolgen häufig wegen Notrufen der Fischereiflotte vor Alaska (der größten in den USA), oder es gibt Suchaktionen auf hoher See.

In den Frachtraum passen gemäß Handbuch fünf Überlebende. Oder im Notfall: so viele, wie man irgendwie an Bord packen kann. Der Mechaniker startet die Seilwinde und klickt den Metallhaken am Ende des Kabels in den Stahlring an Starr-Hollows Brustgurt. „Er zeigte auf ein Blinklicht“, sagt Starr-Hollow. „Wir begannen den Einsatz mit dem Mann, den die Strömung am weitesten abgetrieben hatte.“ Starr-Hollow sinkt hinab in den Ozean. Er ist hüfttief im Wasser, als er nach dem Überlebenden greift. Er fixiert den Fischer am Brustgurt. Dann streckt Starr-Hollow den Daumen hoch Richtung Helikopter – das Zeichen für den Flugmechaniker. Mit der Seilwinde zieht er die beiden an Bord. Starr-Hollow hilft dem Überlebenden in den Frachtraum. Dann zeigt der Mechaniker auf den nächsten blinkenden Punkt im Wasser. tarr-Hollow zieht in dieser Nacht sechzehn Menschen aus dem Pazifik. Die Crew des Küstenwachenkutters „Munro“ und das Schwesterschiff der „Alaska Ranger“ ber bergen sechsundzwanzig. Fünf Seeleute über überleben die Nacht nicht. Das „Alaska Ranger“-Unglück ist bis heute eine der größten Rettungsaktionen in der 226-jährigen Geschichte der US-Küstenwache. „Unser Einsatz dauerte bis in den Vormittag“, sagt Starr-Hollow. Er sitzt im Klassenraum der Coast-Guard-Basis. Draußen schieben Flugmechaniker einen Jayhawk auf die Startbahn. Am anderen Ende der Bucht glitzern schneeweiße Berggipfel. „Während einer Rettungsmission funktionierst du wie eine Maschine. Du machst immer weiter, darfst nicht aufgeben“, sagt Starr-Hollow. „Wie wenn du eine Muringleine auf den Berg schleppst.“ Wie ihn seine Arbeit verändert hat? „Du begreifst, dass jeder Mensch einfach ein Mensch ist“, sagt Starr-Hollow. „Der Idiot, der dich im Stau anpöbelt. Die murrende Kellnerin. Wenn es um Leben und Tod geht, will jeder von ihnen zurück zu seiner Familie. Wir alle haben das gemeinsam. Das hat meinen Blick auf die Menschen verändert.“ Aktuelle Missionen: www.uscg.mil

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Wir kennen diesen Blick. ­ llerdings kommt er sonst  A durch die Skibrille des 27-Jährigen, der bisher fünfmal den Gesamt-­ Skiweltcup gewinnen konnte.


„Wie ich mei nem motorischen Werkzeug kasten ei n neues Tool hi nzugefügt ha be.“

MARCEL HIRSCHER ü ber sei n erstes M a l m it ei ner KTM 1290 Su per Du ke R.

KRATZEN AM KNIE Text: M a rc e l H i rs c h e r m i t We rn e r J e s s n e r  Foto: Ag n i e szka D o ro szew i cz

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M

otorradfahren liegt bei uns in der Familie. Mein Vater fährt, mein Bruder fährt, ich fahre. Allerdings fahren wir allesamt ausschließlich im Gelände. Im normalen Straßenverkehr Motorrad zu fahren, halte ich für genauso sinnvoll und sicher, wie während der Weihnachtsfeiertage kurz vor Liftschluss eine Piste voller betrunkener Urlauber runterzurasen. Mir ist lieber, wenn alle in die gleiche Richtung unterwegs sind. Motorradfahren hat bei mir immer und fast ausschließlich auf der Motocross-Strecke stattgefunden. Da weiß ich, was ich tue, und die Leute um mich wissen es in der Regel auch. Das Bewegungsmuster am Cross-Bike ist jenem am Ski sehr ähnlich: Du kippst jeweils die Hüfte zur Außenseite der Kurve und balancierst mit dem Oberkörper aus. Die Auslösung ist fast eins zu eins vergleichbar, plus natürlich, dass du am Crosser das innere Bein wegstreckst und, ganz wichtig: Der kurveninnere Arm muss durchgedrückt sein, damit das nach was ausschaut. Lustig auch: Am Motorrad machen mir Sprünge nichts aus, während ich auf Skiern Luftstand eigentlich nicht so gern habe. Ich bin halt mehr ein Techniker, weniger die Wildsau aus Natur. Am Motocross-Bike fährst du bei einem neuen Sprung jemandem nach, der das kann, und wenn du seinen Speed hast, dann klappt das in der Regel auch. Du kannst dich rantasten. Bis zum vierten Gang Vollgas springe ich eigentlich alles, nur ab dem fünften und mehr als 40 Metern bin ich nicht mehr dabei. 44

Ich b i n meh r ei n Tech n i ker, wen iger d ie Wi ldsau aus Natu r.“ Das gilt auch auf der 1290 Super Duke R, bei KTM quasi das Missing Link zwischen den Straßenbikes und dem MotoGP-Modell von 2017.


Die Abkürzung zum Erfolg: Jeremy McWilliams, Ex-Racer, Fahrinstruktor, Test­ pilot und Mastermind hinter der KTM 1290 Super Duke R


„Schnell zu fahren, weil man es muss, ist etwas ganz anderes, als so schnell zu fahren, wie man will.“

Es geht sogar so weit, dass ich mich in der Luft am Bike wohler fühle als auf Skiern. Springen mit Skiern ist diffiziler. Nicht nur, dass dir da keiner voraus­ fahren kann, ist es auch viel schwieriger, korrekt zu landen. Beim Motocross kannst du aktiv etwas dazu beitragen, über den Sprung zu kommen. Beim Ski­ fahren kannst du aktiv nur dazu etwas beitragen, nicht zu weit zu springen. Wenn du nach 30 Metern landen sollst, ist es ausgesprochen blöd, erst nach 100 aufzukommen. Ich gebe das auch ganz offen zu: Die Streif in Kitzbühel schnell runterzufahren, finde ich beschränkt lus­ tig. Schnell zu fahren, weil man es muss, ist etwas ganz anderes, als so schnell zu fahren, wie man will. Ich muss zwar mit allem, was ich zu fassen kriege, um die Wette fahren, aber es geht mir dabei nicht um die Geschwindigkeit an sich, nur ums Schnellsein. Ist das verständlich? Nun bin ich aber auch vehementer Anhänger von MotoGP – solang ich dabei auf der Couch liegen kann. Wie Marc Márquez und Konsorten Kurven mit schwänzelnden Bikes am absolut letzten Drücker anbremsen und dabei mit dem Stiefel das Grip­Level ertasten, ist mehr als beeindruckend. Mein Favorit ist Valentino Rossi, und mit jedem Jahr, das ich länger im Ski­

Ich muss mit allem, was ich zu fassen kriege, um die Wette fahren.“ THE RED BULLETIN

weltcup unterwegs bin, steigt mein Respekt vor diesem Typen. Ich habe meinen Körper jetzt fünf Jahre lang aus­ gequetscht wie eine Zitrone und merke, dass da nicht mehr so viel Saft drin ist und der erst wieder „nachwachsen“ muss. Und Rossi macht das … wie lange?, zwanzig Jahre und mehr und ist noch immer an der absoluten Weltspitze. In vielerlei Hinsicht ist MotoGP mit dem Skisport vergleichbar: Wir bewegen uns ohne viel Schutz dermaßen am Limit, dass manchmal sogar wir die Zeitlupe brauchen, oft sogar mehrere Male, um zu verstehen, wie wir diesen Schwung fahren konnten, ohne zu stürzen. Ich finde, MotoGP­Piloten geht es da oft ähn­ lich. Blicktechnik, Schwung, Fahrtechnik, Feinmotorik, Gewichtsverlagerung, da kommen so viele Parameter ins Spiel, die man korrekt zusammensetzen muss, und mich hat einfach interessiert, wie nahe man diesem Zustand als, sagen wir: am­ bitionierter Hobbyfahrer, der nicht völlig patschert ist, kommen kann. Mein Res­ pekt vor anderen Sportarten ist überaus groß. Keiner kann alles. Wenn du dich in einem Metier nicht auskennst, dann halte dich mit deiner Meinung zurück. Ich ahne beispielsweise, dass es auch beim Curling sehr hart ist, auch nur in die Nähe der Weltspitze zu kommen, darum spare ich mir jegliche „Expertise“. Die Idee, mit KTM auf dem Salzburg­ ring einen Tag lang eine Straßen­Renn­ maschine auszuprobieren, geistert schon länger in meinem Kopf herum. Ich war nicht nervös, weil ich gewusst habe, dass es um nichts geht, nicht im absoluten Sinn. An meinem allerersten Tag auf der Rennstrecke überhaupt würde ich keine 47


Wenn du auf der Straße so fährst wie im Gelände, schaffst du nicht einmal die erste Kurve.

M ei n Sel bst­ erha ltu ngstrieb ist seh r g ut ausgep rägt.“ Rundenrekorde aufstellen, das war mir klar. Darum war ich locker. Mein Ziel war, Spaß zu haben, mir eine Herausforderung aufzuerlegen und eine neue Art der Be­ wegung zu erlernen. Ein kleines Kratzen am Knie zusätzlich wäre schön, denn von den Rittern der Stammtische weiß man ja, wie peinlich Schleifpads am Leder ohne Schleifspuren sind. Freund Hiasi Walkner, unser Dakar Dakar­Held, hat jüngst von einem Typen erzählt, der sich Pads aus Holz angefertigt hatte und danach mit rauchenden Knien ins Wirtshaus gekommen ist. So hat eben jede Sportart ihre Trophäe, und mit dem Rennmotor Rennmotor­ rad ist es eindeutig der Kratzer am Knie. Soll ich es jetzt schon verraten? Okay. Ja, es hat gekratzt. Einmal, und nur kurz, aber es hat gekratzt. Ohne Jeremy Mc­ Williams’ Coaching wäre das aber vermut­ lich nicht passiert. Ich muss zugeben, mir hat der Name im ersten Moment nichts gesagt, aber wenn man ihn googelt, merkt man schnell, was das für ein Kapazunder ist. Der Kerl ist heute 52 Jahre alt und hat 15 WM­Saisonen am Buckel. Er ist MotoGP gefahren und hat die früheren Zweitakt­Bestien gebändigt. Noch immer fährt er Rennen auf höchstem Niveau, daneben ist er KTM­Entwicklungsfahrer und leitet eine Rennfahrerschule. (Außer (Außer­ dem hat er im Film „Under the Skin“ mit Scarlett Johansson mitgespielt, aber das nur nebenbei.) Zur Begrüßung ist er gleich einmal die komplette Zielgerade am Salzburgring am Hinterrad runtergedonnert, dabei drei Gänge durchschaltend. Jeremy hat mir das Leben an diesem Tag sehr erleichtert. Es sind die vielen kleinen Tricks, die er im kleinen Finger hat – und die ich mir mühsam erarbeiten müsste –, die das Lernen mit ihm so effizient machen. Er musste mir an einem einzigen Tag meinen Motocross­Fahrstil austreiben und ins Gegenteil verkehren, so seltsam das klingt. Wenn du auf der Straße so fährst wie im Gelände, schaffst du nicht einmal die erste Kurve. Grund­ 48

sätzlich bin ich ein schneller Lerner, was Motorik betrifft. Snowboarden habe ich auch an einem einzigen Tag erlernt, aber das hier war viel schwieriger im Vergleich. Auf dem Rennmotorrad schiebst du die Hüfte nicht nach außen wie im Ge­ lände, sondern zum Kurvenmittelpunkt. Mach das einmal, wenn alle Instinkte das Gegenteil schreien! Oder die Sache mit der korrekten Position der Stiefel am Bike: Anfangs stand ich bequem außen auf den Fuß­ rasten, leichte V V­Stellung. Halleluja, bin ich erschrocken, als die Zehen in Schräg­ lage den Asphalt berührt haben! Wenn du dann aber im vierten Gang einlenken und die Bremse nicht berühren sollst, weil sich das Bike sonst aufrichten und einen ganzen Rattenschwanz an Pro­ blemen lostreten würde, wird es mental schwierig. Da musst du dich entscheiden: Überwinde ich mich, oder bleibe ich in meiner Komfortzone und rolle langsam durch? Im Rennsport wäre die Antwort klar, aber nicht heute, nicht hier. Nicht als Einsteiger, nicht, wenn es nur um Spaß geht und nicht um Rundenzeit. Wenn mein Gefühl sagt, dass ich nach­ lassen soll, lasse ich nach. Da bricht mir kein Zacken aus der Krone. Mein Selbst­ erhaltungstrieb ist durchaus sehr gut ausgeprägt. Was ich aber vor allem gelernt habe: Ich muss mich vor hohen Geschwindig­ keiten nicht fürchten, solange es gerade­ aus geht. Jeremy hat zwar gemeint, dass die Augen am Tacho nichts verloren haben, sondern auf die Straße gehören, aber selbst wenn das Gesichtsfeld auf einem Naked Bike wie der über 170 PS starken KTM 1290 Super Duke R im höchsten Gang deutlich verschwommen ist, sind sogar 220 km/h im Prinzip easy. Über die Geschwindigkeit auf Geraden unterhalten sich nur Maulhelden. Das, was zählt, ist der Rest. Und den erlernst du nicht an einem Tag. Mein Vater hat schon recht: Üben, üben, üben.

Der Moment, als es am Knie gekratzt hat, war eigentlich unspektakulär. Ich bin die Kurve gefahren wie immer, vielleicht um ein, zwei km/h mehr, dann hat es einfach gekratzt. Nicht, dass es mir so wichtig gewesen wäre, aber es hat gezeigt, dass die Lernkurve passt und ich meinem Schrank voller motorischer Fähigkeiten ein weiteres Werkzeug hinzugefügt habe. Ob ich dieses Werkzeug beim Ski­ fahren jemals brauchen werde, weiß ich nicht. Aber die Rennstrecke sieht mich wieder, so viel ist fix. Produziert mit freundlicher Unterstützung von KTM, Shoei, Alpinestars und dem Salzburgring. MotoGP von Österreich, 12. – 14. 8., Red Bull Ring www.projekt-spielberg.com Live bei ServusTV: Warmup Talk (Fr., 18:40–19:20 Uhr), Qualifikation (Sa., 12:30–15:55 Uhr), Rennen Moto3 bis MotoGP (So., 10:30–15:20 Uhr)

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HEROES

„SUCH DIR EINEN REIBEBAUM!“ FLEA ist ein Rock-Titan. Hier erklärt der Red-HotChili-Peppers-Bassist, warum Konflikte mit Bandkollegen kreativer Treibstoff sind.

ander, dass wir tagelang nicht miteinander redeten. Heute sind wir vernünftiger. Wir nehmen Dinge nicht mehr so persönlich. Weil wir wissen, dass wir füreinander da sind, wenn’s hart auf hart kommt. Beeinträchtigen die vielen Spannungen nicht Ihr Ar Arbeitsverhältnis? Im Gegenteil. Wenn wir zusammen Musik machen, dann verspüren wir immer ein unglaubliches High. Und ich glaube, die Grundlage dafür sind Frust und Wut. Inwiefern? Es ist leicht, jemandem etwas

the red bulletin: Mit Anthony Kiedis verbindet Sie eine vierzigjährige Freundschaft und eine bereits 33 Jahre währende Karriere. Streiten Sie sich eigentlich? flea: Ständig! Über jede ver verdammte Kleinigkeit. Worüber streiten wir eigentlich nicht? Sie nehmen mich auf den Arm. Gar nicht. Aber zugegeben: Wir streiten heute anders als früher. In unseren Zwanzigern waren wir oft so sauer aufein-

zu sagen, von dem du weißt, dass es ihn glücklich macht. Einen Freund zu kritisieren ist unangenehm – aber umso wichtiger, um sich gegenseitig voranzubringen. Was macht eine befruchtende Kreativbeziehung aus? Es muss knistern und rauchen. Schau dir die großen PopPartnerschaften an: Lennon und McCartney, Jagger und Richards – jeder für sich ein Exzentriker, zusammen schufen sie geniale Musik.

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sammen sind, verfügen wir über eine Energie, die alles möglich macht. Aber um ehrlich zu sein, ich habe sein Buch nie gelesen. Weil ich Angst davor hatte. Das müssen Sie erklären. Ich blätterte ein paar Mal darin. Es gab Stellen, die mir schmeichelten. Aber auch welche, über die ich mich richtig ärgerte: „Das stimmt doch gar nicht!“ Jeder erinnert sich anders, das ist klar. Aber ich wollte nicht, dass unsere Freundschaft darunter leidet. Stießen Sie auch auf die Passage über Ihre Schwester? Sie meinen, dass er mit ihr Sex hatte? Das wusste ich bereits. Ich war in besagter Nacht im Nebenzimmer.

„WIE ICH ANTHONY KIEDIS KENNENLERNTE? BEI EINER SCHLÄGEREI. AM ENDE LAGEN WIR UNS LACHEND IN DEN ARMEN.“ bellte mich an: „Lass den Typ los!“ Das lief auf einen heftigen Streit zwischen uns beiden hinaus, der damit endete, dass wir uns lachend in den Armen lagen. Kurz darauf wurden wir jedenfalls Freunde. In seiner Autobiografie „Scar Tissue“ bezeichnet Kiedis Sie sogar als seinen Seelenfreund. Wie sehen Sie das? Stimmt. Wir erlebten so viele erste Male gemeinsam: klauen, mit Mädchen rummachen, Acid nehmen. Wenn wir zu-

Männerfreundschaften sind schon wegen weniger gravierender Dinge zugrunde gegangen … Wenn meine Schwester mit jemandem vögelt, dann doch am liebsten mit meinem besten Freund. Es hat mich irgendwie sogar gefreut. Also dass sie ihn genauso toll fand wie ich. Marcel Anders Neues Album: „The Getaway“; redhotchilipeppers.com THE RED BULLETIN

JAY L. CLENDENIN/CONTOUR BY GETTY IMAGES

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ie sind neben Mick Jagger und Keith Richards das berüchtigtste Paar der Rock-Welt: Anthony Kiedis und Michael Balzary alias Flea. Mit ihrer Gruppe Red Hot Chili Peppers haben sie in 33 gemeinsamen Jahren 80 Millionen Platten verkauft und sich einen Platz in der Rock and Roll Hall of Fame erspielt. Dennoch: Die Bandgeschichte ist geprägt von vielen Personalwechseln und – bis in die späten 1990er Jahre – ausufernden Drogenexzessen. Wie man bei solchen Stressfaktoren die Kreativität bewahrt? Indem man Konflikte auslebt, erklärt Flea.

Was bedeutet, dass, wer er erfolgreich sein will, sich einen Gegenpol suchen muss? Genau. Such dir einen Reibebaum! Und wichtig: Lebt eure Gegensätze aus. Denn um das Beste aus dir und deinem Partner herauszuholen, darf sich keiner anpassen oder unterordnen. Sonst wird es schnell langweilig. Genau wie in einer Ehe. Gut, aber wie finde ich meinen Gegenpol? Planen kann man das nicht. Wollen Sie wissen, wie ich Anthony kennenlernte? Klar! Bei einer Schlägerei. Ich war vierzehn und vermöbelte einen nervigen Schulkollegen. Plötzlich tauchte Anthony auf und


Flea, 53, Bassist und Beziehungsratgeber: „Ordne dich nicht ­unter, sonst wird es schnell langweilig.“


Aaron Eckhart, 48, nicht mehr Everybody’s Darling: „Vor allem: Was ist deine Message?“


„WAS GENAU IST DEINE MESSAGE?“ AARON ECKHART sitzt lieber am Lagerfeuer und

schaut in die Wolken, als mit anderen Holly Hollywood-Stars Party zu machen.

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DAVID YELLEN, ALEX DE MORA

aron Eckhart ist 48 und hat sich in Hollywood als aufrichtiger Mann einen Namen gemacht, den das Schicksal gern mal vor heiklere Lebensauf Lebensaufgaben stellt. Wie auch in den beiden bewegenden Biopics, die demnächst anlaufen: In „Sully“ über die spektakuläre Notwasserung des US-Air US-Airways-Fluges 1549 (zu sehen ab 1. Dezember) spielt er Kopilot Jeffrey Skiles (als Kapitän Chesley Sullenberger: Tom Hanks). Und in „Bleed for This“ (vorläufig nur auf US-Leinwänden) trainiert er Profiboxer Vinny Pazienza (Miles Teller), der 13 Monate nach einem Genickbruch wieder in den Ring steigt. Beide Rollen sind anspruchsvoll und intensiv, beide leben von dem Druck, für das Schicksal anderer verantwortlich zu sein. So viel Verantwortung im Job braucht ausreichend Gegengewicht im Privatleben, sagt der gebürtige Kalifornier. the red bulletin: Du hast einmal gesagt: „Umso ein­ facher mein Leben ist, desto besser.“ Wäre kompliziert und luxuriös nicht manch­ mal spannender? aaron eckhart: Ich ver verstehe „einfach“ im Sinn von „unaufgeregt“. Je älter du wirst, desto wichtiger wird es, dich selbst zu kennen. Am Anfang meiner Karriere wandte ich viel von meiner Energie dafür auf, Everybody’s Dar Darling zu sein. Das mache ich jetzt nicht mehr. Ich verstelle THE RED BULLETIN

mich nicht mehr. Und dabei ist meine Ranch in Montana sehr hilfreich. Wie das? Dort verbringe ich Stunden über Stunden damit, das Wasser im Bach zu beobachten. Holz sammeln, Feuer machen, Wolken ansehen. Nichts entspannt mich wie das. Alle Sorgen sind wie weggefegt. Das ist Glück. Und wirklich einfach, nicht? Klingt nach einem Men­ schen, der im Gefühl lebt, im Leben alles erreicht zu haben. Ganz und gar nicht. So eine Karriere ist ja auch eine Auf Aufgabe, die man ernst nehmen muss. Du musst dir Gedanken darüber machen, wer du bist. Und vor allem: Was ist deine Message? Wer löst diese Heraus­ forderung besonders gut? Sean Penn. Absolut. Er ist mutig, er steht zu seinen Überzeugungen, er lässt seinen Worten Taten folgen. Und er ist Aktivist. Wie sieht’s mit deiner politi­ schen Botschaft aus? Ich versuche Dinge eher gesamthaft zu sehen. Das Ver Verbindende zu stärken anstelle des Trennenden ist etwas, das ich auch in meinen Filmen umzusetzen versuche. Solche Prinzipien sind es doch, die im Mittelpunkt stehen, ganz egal ob Religion, Politik oder Hautfarbe aktuell das Thema sind. Warum müssen wir immer kämpfen? Mir gefällt die Message, dass wir alle gleich sind. Nora O’Donnell sully-movie.com sully-movie.com; bleedforthisfilm.com

Lady Leshurr, 23, Twitter-Inspirierte: „Wer gegen den Strom schwimmt, wird immer Hass ernten.“

„STEH ZU DIR SELBST, MANN!“ LADY LESHURR ist die Rap-Entdeckung des Jahres. Weil die wortgewaltige Britin weiß, wie man Negativität in Kreativität umwandelt.

the red bulletin: Ihr Musikvideo „Queen’s Speech Ep.4“ hat 30 Millionen Views auf YouTube. Wie schafft man das, ganz ohne Unterstützung einer Plattenfirma? lady leshurr: Indem ich mache, was im Hip-Hop derzeit verpönt ist: Ich fluche nicht. Statt über Drogen und Gewalt rappe ich Wortspiele über Nachrichten und Twitter-Trends. Aber das reicht doch nicht, um so erfolgreich zu sein? Doch. Aber nur, wenn du dabei authentisch bist. Drogen und Gewalt gibt’s nun mal in meinem Leben nicht. Darüber zu rappen wäre also total unglaubwürdig. Steh zu dir selbst, Mann! Sie gelten in der Rap­Szene nicht als Everybody’s Darling. Wer gegen den Strom schwimmt, wird immer Hass ernten. Der Trick ist, Negativität in Kreativität zu verwandeln! Nimm die Zeile aus „Queen’s Speech“: „How could you talk my name and you ain’t even brushed your teeth?“ Die Idee dazu kam mir, als ich morgens ein Twitter-Hassposting las. Florian Obkircher Nächster Gig: Bestival (8. – 11. 9., Isle of Wight); Live-Stream auf: redbull.tv

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Kristen Stewart, 26, bereut die „Twilight“Saga nicht und will mit Typen arbeiten, die sie auf Trab bringen.


„ICH MAG MENSCHEN, DIE MICH SCHOCKIEREN“ KRISTEN STEWART steht zu „Twilight“, dreht trotzdem mit Woody Allen und erklärt, warum sie ein Baum mit Rädern sein möchte.

FABRIZIO MALTESE/CONTOUR BY GETTY IMAGES

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he red bulletin: Sprechen wir mal über Ihre Jugend­ sünden … kristen stewart: Und die wären? „Twilight“. Aber ich bin stolz auf diese Filme! Ich werde mich hier sicher nicht von ihnen distanzieren. Botschaft angekommen: keine Reue. Aber Ihre Kar Kar­ riere seitdem spricht eine andere Sprache: Sie haben gefeiertes Kunstkino gedreht und den französischen Film­ preis César erhalten (für „Die Wolken von Sils Maria“ [2014]; Anm.). Bei Ihrem nächsten Film „Café Society“ haben Sie mit Woody Allen gearbeitet. Aber ich habe mich emotional immer voll reingehängt und meine ganze Kraft gegeben – egal für welches Projekt. Nach welchen Kriterien entscheiden Sie sich für ein Projekt? Geld? Ruhm? Menschen. Ich will mit Typen arbeiten, die mich auf Trab bringen. Wie passiert das? Wenn du Teil einer Gruppe von Leuten bist, die alle das THE RED BULLETIN

gleiche Projekt lieben, dann kriegst du eine Energie ab, die dich süchtig macht. Dieses ge­ meinsame Gefühl berührt und bewegt dich. Es sei denn, du bist ein Soziopath. Was für einen Menschentyp suchen Sie genau? Ich mag es, mich mit Men­ schen zu umgeben, die mich schockieren können. Denen laufe ich hinterher. Das gilt für alle meine Freunde. Die sind nicht träge und selbst­ zufrieden, sondern sie fordern was von mir – aber sie sind auch bereit, zu geben.

ich in der Schulzeit mit Leuten befreundet, mit denen andere nichts zu tun haben wollten. Und von welchen Leuten halten Sie sich fern? Nur ein Beispiel: Vor mehreren Jahren besuchte ich eine Highschool­Party mit ein paar Freunden, die noch zur Schule gingen. Und ich fühlte mich absolut unwohl. Das war ein Zimmer voller Leute, die nicht sprachen. Das heißt, sie unter­ hielten sich, aber sie sagten dabei überhaupt nichts. Was wollen Sie selbst er­ reichen, wenn Sie kommu­ nizieren? Ich möchte einfach verstanden werden. Mir ist echt wichtig, dass meine Punkte rüber rüber­

oder eine Panikattacke habe, kann ich damit ganz einfach den Reset­Knopf drücken. Ich sage mir: Mensch, geh raus, geh laufen, und du wirst sehen, dass der Körper mächtiger als der Verstand ist. Sie fühlen sich also mit Adrenalin und Tempo wohl? Nicht nur. Ich schreibe auch Gedichte und spiele Gitarre. Jemand hat mich mal gefragt, ob ich mich eher mit einem Baum oder mit einem Auto identifiziere. Und? Weder ganz das eine noch ganz das andere. Beide haben ihre negativen Seiten. Der Baum hat Wurzeln, also gut durchdachte Vorstellungen,

„MENSCH, GEH RAUS, GEH LAUFEN, UND DU WIRST SEHEN, DASS DEIN KÖRPER MÄCHTIGER ALS DEIN VERSTAND IST.“ Seit wann laufen Sie solchen Leuten hinterher? Da war ich vierzehn oder fünfzehn – das ist das Lebens­ stadium, wo ich mir zum ers­ ten Mal dachte: „Ich bin nicht so cool und so smart, wie ich sein könnte. Ich kriege nicht die Herausforderungen, die ich nötig habe. Ich brauche Leute, die mir dabei helfen können.“ Nur dass die nicht gerade in der Mehrheit sind. Natürlich nicht. Darum war

kommen. Ich will sie selbst kapieren, damit ich sie Ihnen erklären kann. Das heißt, ich möchte die Wahrheit ver ver­ mitteln. Wenn mir das gelingt, ist meine Welt in Ordnung. Was tun Sie, wenn sie nicht in Ordnung ist? Die beste Lösung: körperliche Aktivität. Schwitzen. Damit fühle ich mich wieder lebendig und im Einklang mit mir selbst. Wenn ich mal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe

die sich aber nicht ändern. Das bedeutet also auch: Er steht für Stagnation. Aber nach­ dem sich die Zeiten ändern, müssen sich auch unsere Vorstellungen wandeln. Das Leben bewegt sich ständig vorwärts. Das wiederum gilt für das Auto – nur dass es keine Zeit hat, um über die Dinge nachzudenken. Langer Rede kurzer Sinn: Ich wäre gerne ein Baum auf Rädern. Rüdiger Sturm 55


Einer der jungen Wilden: Yussuf Poulsen, RB Leipzig, ein weiteres „Danish wunderkind“


YUSSUF UND DIE JUNGEN WILDEN DY N A MIK V ERTR EIBT ROUTINE. F R ISCHES BLUT SCHL ÄGT A LTE H ASEN IN DIE F LUCHT. W IR D DIE JÜNGSTE BUNDESLIG A , DIE ES JE G A B, AUCH DIE AUF R EGENDSTE?

T E X T: J U A N M O R E N O F O T O : D AV I D C L E R I H E W

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uf den ersten Blick vielleicht nicht leicht zu glauben, aber es wird eine aufregende Bundesliga­Saison. Natürlich, der FC Bayern hat den teuersten Kader, die beste Ersatzbank. Außerdem haben die Münchner gerade einen tiefenentspannten italienischen Weltklassetrainer engagiert und zudem ein Selbstbewusstsein, das kaum ins Stadion passt. Es stimmt, es muss viel passieren, damit der FC Bayern nicht Meister wird. Fakt ist aber: Es passiert viel. Die Bundesliga scheint verstanden zu haben, dass man mit Geld gegen die Übermacht aus München nicht ankommt. Was ist aber besser als viel Geld? Kluges Geld. Anders ausgedrückt: Stars machen, nicht kaufen. Natürlich ist das weder leicht noch neu. Vereine träumten immer davon, ein Juwel zu finden, das seinen Wert verzehn­ facht und beim Verkauf den Klub saniert. Neu ist aber die Konsequenz, mit der Vereine das jetzt betreiben. Sie setzen in einem Maß auf junge Spieler, das vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen wäre. Dortmund beispiels­ weise verjüngt seinen Kader derzeit massiv, reihenweise wurden U20­Talente ­­Talente eingekauft. Und Sportdirektor Ralf Rangnick von Aufsteiger RB Leipzig kündigt an: „Wir werden eine ältere U23­Mannschaft stellen.“ Eine Überraschung ist das alles nicht, eher eine logische Folge. Es wird viel über den modernen Fußball gesagt. Zum Beispiel, dass er laufintensiver als früher sei, was nicht stimmt. Dass er taktischer sei, was schon rich­ tiger ist. Dass er offensiver, überhaupt schöner als jemals zuvor sei, was nun wirklich Quatsch ist, da sich Schön­ heit im Fußball genauso wenig messen lässt wie die Schönheit eines kindlichen Zahnlückenlachens. Verändert haben sich zwei Dinge: Der Fußball ist dynamischer geworden. Moderne Profiteams verengen die Räume so geschickt, dass sich das Spielgeschehen meist auf 20, 30 Meter reduziert. Man spielt praktisch auf einem sich ständig bewegenden Kleinfeld. In diesem Feld allerdings wird um jeden Zentimeter gekämpft. Wer hier bestehen will, muss sehr schnell und sehr ballsicher sein. Die zweite Veränderung hängt mit der ersten zusam­ men: Der Fußball wird jünger. In der Saison 2002/2003 lag das Durchschnittsalter eines Bundesliga­Profis bei 27,12 Jahren. In der letzten Spielzeit hatte sich der Wert auf 24,5 Jahre reduziert. Das sind mehr als zweieinhalb Jahre. Oder anders ausgedrückt: eine Revolution. Die letzte Mannschaft, die vor Bayern München die Bundesliga dominierte, hieß Borussia Dortmund. Das Team wurde 2010/2011 als jüngstes Team der Bundes­ ligageschichte Meister. Der Durchschnitt der von Jürgen Klopp trainierten Elf schwankte in der ersten von zwei Meistersaisonen zwischen 22,8 und 23,8 Jahren. Von den meisten Spielern des Teams hatten viele Fans noch nie gehört. Klopp wurde anfangs als „Kindergärtner mit Trainerschein“ belächelt. Das Lachen verschwand schlag­ schlag 58

artig, als diese Spieler eine noch nie dagewesene Inten­ sität an den Tag legten. Diese Spieler verwandelten mit ihrer Dynamik, ihrer Explosivität das entstandene Klein­ Klein feld in einen Hexenkessel. Das Ziel: Ballgewinn und sofort mit aller Macht Richtung Tor. Die Dortmunder Spieler waren in dieser Zeit für die allermeisten Teams, einschließlich Real Madrids im Champions­League­Halb Halb­ finale, einfach zu schnell. In den Beinen und im Kopf. In dieser Saison verstanden viele, dass die uralte Sepp­Herberger­ Herberger Weisheit, wonach nur die „richtige Herberger­ Mischung“ Erfolg verspricht, nicht mehr galt. Lange hieß es, ein Team müsse ein Gebilde aus alten Hasen und jungen Wilden sein. Routine schlägt Enthusiasmus, Souveränität müsse Übereifer zügeln. Die Zeiten sind vorbei. Das liegt nicht an den alten Hasen. Junge Spieler heute sind viel weiter als ihre Altersgenossen vor dreißig Jahren. Die wenigsten Jung­ profis von heute wurden auf einem Bolzplatz groß, sie haben auch kaum Zeit mit dem Einstudieren kleiner Tricks vergeudet. Sie haben im Gegenteil Akademien durchlaufen, moderne, straff organisierte Ausbildungs­ stätten, Leistungszentren. Während früher ein Trainer Monate brauchte, seinen Spielern ein Spielsystem bei­ zubringen, wird er heute gefragt, in welcher Minute genau er von 4­3­3 auf 3­5­2 umzustellen gedenkt. Junge Profis kommen heute tatsächlich als Profis in die Klubs. Sie sind das Produkt eines Auswahlprozesses, der oft im Alter von acht, neun Jahren begann. Nur wer diesen Prozess übersteht, hat heute eine Chance. Der deutsche Bundestrainer Jogi Löw beschreibt das so: „Diese Generation ist gut vorbereitet. Viele sind sehr weit. Sie sind ehrgeizig, zielstrebig und technisch auf höchstem Niveau.“ Löw nahm die jüngste aller 24 Mannschaften zur EM nach Frankreich. Warum braucht man aber so viele junge Spieler? Weil eine Mannschaft, die im Schnitt über dreißig ist, schlicht­ weg keinen ultramodernen Fußball spielen kann. Die Summe der gelaufenen Kilometer ist heute nicht höher, sie hat sich in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert. Geändert hat sich die Intensität, das Tempo, in dem man unterwegs ist. Im Hexenkessel wird es selbst einem Spieler Ende zwanzig schnell zu flott. Dynamik ist das Privileg der Jugend, wenn der Körper diesbezüglich auf seinem absoluten Leistungshöhepunkt ist. Fragt man Horst Hrubesch, Nationaltrainer der deutschen U21, was er jungen Spielern mit auf den Weg geben möchte, sagt er: „Ich will, dass sie Spaß haben. Den darf man nie verlieren.“ Früher hätte er vielleicht gesagt, dass man als Jungprofi alles geben muss, dass man sein Leben dem Sport verschreiben muss. Das ist heute nicht nötig. Die jungen Wilden sind bestens ausgestattet, um es ganz nach oben zu schaffen. Es wird dieses Jahr Spaß machen, ihnen dabei zuzuschauen. www.bundesliga.de

„DEN SPASS DA R F M A N NIE V ER LIER EN.“ HORST HRUBESCH THE RED BULLETIN


J O N AT H A N TA H

KLUGES GELD: WIE MACHT MAN AUS 750 EURO 35 MILLIONEN?

1 1 . Fe b r u a r 1 9 9 6 1 9 4 c m , 92 k g

2008 übersiedelte der damals elfjährige Renato Sanches vom lokalen Club Águias da Musgueira in die Jugendakademie von Benfica Lissabon. Kaufpreis: 750 Euro.

A BW E H R B aye r 0 4 L eve r k u s e n Jogi Löw nahm ihn mit nach Frankreich, auch auf Anraten von U21-Trainer Horst Hrubesch, der felsenfest davon überzeugt ist, dass Tah im Notfall auch Weltklasseleute wie Hummels und Boateng ersetzen kann. Der perfekte Verteidiger: ein Berg von einem Mann. Schnell auf den Beinen, gutes Stellungsspiel, zäh im Zweikampf. Wollte immer Abwehrspieler sein, schon als Junge. Eigentlich wollen ja alle immer Tore schießen; sie zu verhindern, fand Tah besser. Tut das bis heute.

2016 bezahlte Bayern München 35 Millionen Euro für Portugals Mittelfeld-Wirbelwind. Ein Return on Investment, der beweist: Nachwuchspflege lohnt sich.

M A XI M I LIA N ARNOLD 2 7. M a i 1 9 9 4 1 8 4 c m , 74 k g

M IT T E L F E L D Vf L Wo l f s b u r g

GETTY IMAGES (3)

Es gibt Spieler, die es hassen zu verlieren, und es gibt Maximilian Arnold. Guter, pressingresistenter Profi, sehr torgefährlich für einen Mittelfeldmann, vor allem aber: ein Kämpfer vor dem Herrn. Sah in einem seiner ersten Bundesliga-Spiele glatt Rot. Angeblich wegen eines Foulspiels, in Wahrheit aus Übereifer. Hat die Nerven jetzt besser im Griff. Müssten sich seine Trainer auf eine Eigenschaft beschränken, um Arnold zu beschreiben: Wille. Durchlief alle Ausbildungsstationen des DFB – und nutzte offenbar jede einzelne Trainingseinheit. THE RED BULLETIN

TI M O HORN 1 2 . M a i 1 9 93 192 cm, 90 kg

TO RWA R T Kö l n

Historisch gesehen gab es in Deutschland mal ein Stürmerproblem, nach Beckenbauer ein Liberoproblem – Torhüter wird es immer geben: Timo Horn ist der Beweis. Hat alles, was ein moderner Keeper haben muss: Größe, teilweise brillante Reflexe auf der Linie, sicher beim Herauslaufen. Nicht zuletzt dank seiner Paraden legte Köln eine mehr als ordentliche Saison hin. Angeblich war der englische Meister Leicester City an Horn interessiert. Ein guter Berater hat Horn wohl gesagt, dass es durchaus noch höher hinausgehen könnte. Vermutlich ein weiser Rat.

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R E N ATO SA N C H E S 18. August 1997 176 cm, 70 kg

M IT T E L F E L D B aye r n M ü n c h e n Für Bayern­München­Has­ ser ein weiterer Grund, den Münchnern nicht gewogen zu sein. Fantastischer Spieler, ganz gleich, auf welcher Position. Im zen­ tralen Mittelfeld spielt er einen Millimeterpass nach dem anderen. Typ kämp­ fender Dauerläufer mit gu­ tem Auge. Kann allerdings auch o≠ensiv eingesetzt werden, als Rechtsaußen. In einer portugiesischen Elf, die mit klugem und glücklichem Minimalfuß­ ball den EM­Titel ­­Titel schaffte, gelang Sanches das Kunst­ stück, Superstar Ronaldo in mehreren Spielen ver­ gessen zu machen. Mehr muss über seine Qualitä­ ten nicht gesagt werden.

N I K L AS SÜLE 3 . September 1995 195 cm, 89 kg

A BW E H R TSG Hoffenheim

Es gibt einen Wert, der alles über diesen jungen Ver­ teidiger sagt: 6,2. Exakt so viele Situationen pro Spiel hat Süle in der letzten Sai­ son im Schnitt entschärft. Der beste Wert der Liga. Hoffenheim hat, gelinde gesagt, keine sonderlich gute Saison gespielt und lang gegen den Abstieg gekämpft. Süle war an vielen Tagen der einzige Lichtblick. Kopfballstark, zäh, opferbereit, technisch perfekt, denn natürlich hat er alle DFB­ DFB­Ausbildungs Ausbildungs­­ stationen durchlaufen. Charakterlich wurde er o≠enbar ebenfalls geformt: Hätte Hoffenheim auch in Liga 2 die Treue gehalten.

S H AW N PA R K E R

ANGRIFF Augsburg Der Name klingt wie der einer englischen Stürmer­ legende aus den 1970ern. Passt vielleicht insofern, als Parkers erster Verein „Bierstadt“ hieß. Papa US­Amerikaner, Mama Deutsche, sein rechter Fuß vom lieben Gott. Typ nerv­ tötender, kämpfender Mittelstürmer, will das Tor auf jeden Fall. In Augsburg sehr zufrieden, sollte sich sein Potential wirklich ent­ wickeln, vermutlich nicht sein letzter Verein. Derzeit verletzt. Für Parker eher Ansporn als Handicap.

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M A RC STENDERA 10. Dezember 1995 173 cm, 64 kg

M IT T E L F E L D Eintracht Fr a n k f u r t

Die Saison, in der er groß rauskommen könnte, be­ ginnt furchtbar für Marc Stendera. Kreuzbandriss im linken Knie, am 23. Mai beim Relegations­Rück­ spiel seiner Eintracht in Nürnberg. Vor drei Jahren: das gleiche Problem mit dem rechten Knie. Damals hatte er mit 17 sein Bundes­ ligadebüt gegen die Bayern gegeben. Nach der nieder­ schmetternden Diagnose kämpfte er sich zurück. Klug, ballsicher, wirkt nicht nur auf dem Platz deutlich älter. Hat – kurz nach dem Kreuzbandriss – bei Eintracht für vier wei­ tere Jahre unterschrieben. Frankfurt wird wissen, warum man das tut. THE RED BULLETIN

GETTY IMAGES (3), GEPA PICTURES, DAVID CLERIHEW

7. M ä r z 1 9 93 179 cm, 76 kg


YUSSUF POULSEN 15. Juni 1994 1 93 c m , 8 3 k g

ANGRIFF R B L e i pz i g Zwei Dinge muss man an diesem Mann lieben. Seine Beine und seinen Kopf. Deutsche Journalisten nannten ihn gleich nach den ersten Spielen für RB die „Leipzig-Rakete“. Antizipiert gut, sicherer Instinkt beim Abschluss, klassischer, mit 1,93 eher großer Mittelstürmer. Verwandelt Samstagnachmittage für so manchen Verteidiger in eine Horrorshow. Hat bereits erkannt, was der Unterschied zwischen sehr gut und Weltklasse ist. „Schnell im Kopf“ zu sein – das sei es. Poulsen ist jung, aggressiv, und es sagt viel, dass er bereits jetzt über den Begri≠ „Weltklasse“ nachdenkt.


DIESE ELF WIRD 2016/17 NIE ZUSAMMENSPIELEN Warum? Weil The Red Bulletin hier die Rosinen der Deutschen Bundesliga zusammengesucht hat. Doch es lohnt sich, jeden einzelnen Spieler dieser Mannschaft im Auge zu behalten.

S H AW N PA R K E R

OUSMANE DEMBÉLÉ Dribbelstark, neugierig, torgefährlich: Prototyp eines Angreifers.

Der Terrier im Angriff: Will das Tor in jedem Fall.

YUSSUF POULSEN Hat nur ein Ziel: schneller zu denken als die Verteidiger.

R E N ATO SA N C H E S

M A XI M I LIA N ARNOLD

Mit 18 schon so komplett, dass sein Landsmann CR7 sich Sorgen macht.

Zweikampfstark, ehrgeizig und mit einem linken Fuß der Extraklasse.

M A RC STENDERA

J U LIA N WEIGL

In der Warteschleife (Kreuzband), doch wenn er erst wieder gesund ist …

Unverzichtbar bei den Borussen und wohl auch bald im Nationalteam.

Der e≠ektivste Verteidiger der Liga und auch sonst ein Musterprofi.

J O N AT H A N TA H J OS H UA KIMMICH Bayerns cooler Universalist für Abwehr und defensives Mittelfeld.

TI M O HORN Statt nach Leicester zu wechseln, hütet er lieber den Kasten in Köln.

Wollte schon als Kind lieber Tore verhindern als schießen.

GETTY IMAGES (12), DDP, GEPA PICTURES

N I K L AS SÜLE


J U LIA N WEIGL

OUSMANE DEMBÉLÉ 15. Mai 1997 178 cm, 71 kg

ANGRIFF Borussia 09 Dortmund

8 . September 1995 187 cm, 71 kg

Wie gut muss man sein, wenn Dortmund bereit ist, einen Spieler wie Henrich Mchitarjan, 27, für 42 Millionen nach England zu verkaufen – und alle im Verein sagen: „Wir haben doch jetzt Dembélé!“ Verdammt guter Stürmer. Schoss letzte Saison für Rennes – gerade volljährig – 12 Tore in 26 Spielen. Messi-hafte Quote für sein Alter. Natürlich ist er schnell, technisch perfekt, doch interessant ist etwas anderes: Dortmunds Trainer Tuchel überlegt, ihn im Mittelfeld einzusetzen. 19 Jahre alt, bereits ein grandioser Spieler, und der Trainer sieht vor allem eines: Potential nach oben.

J OS H UA KIMMICH 8 . Fe b r u a r 1 9 9 5 176 cm, 70 kg

A BW E H R B aye r n M ü n c h e n

M IT T E L F E L D Borussia 09 Dortmund In der letzten Saison Senkrechtstarter bei den Borussen, hat er wohl auch von seiner EM-Berufung profitiert – auch wenn er spielfrei blieb, gab es dort viel zu schauen und zu lernen. Passsicher, couragiert im Zweikampf. Hat Übersicht und Lust am Spielen, löst Probleme mit wenig Platz und Zeit. Durfte von Beginn an oft mit den Größeren auflaufen: Entpuppte sich dabei als „quick learner“, was neugierig macht auf die Zukunft. Einzige Schwäche: Nimmt nicht zu. Hat aber in Dortmund mit Diät-Fanatiker Thomas Tuchel einen Trainer mit Gegenrezepten.

Kam als Wunschspieler von Pep Guardiola zu Bayern (von RB Leipzig, gehörte Stuttgart). Hat als U19-Europameister von 2014 eine steile Lernkurve hinter sich. Kann, im defensiven Mittelfeld sozialisiert, auf rechts auch als Innenund Außenverteidiger eingesetzt werden. Gilt bei Bayern als Thronfolger von Philipp Lahm, denkt als solcher offensiv und defensiv zugleich und ist Spezialist für die Anlieferung präziser Bälle aus der Tiefe des Raums. Selbstbewusst, mutig, cool, leidenschaftlich. Hält als Leadertyp in der Ö≠entlichkeit den Ball trotzdem bescheiden flach.

„DIESE GENER ATION IST GUT VOR BER EITET. VIELE SIND SEHR WEIT – EHRGEIZIG, ZIELSTR EBIG, TECHNISCH AUF TOP-NIVE AU.“ JOACHIM LÖW 63


Vor dem Gotha steigt aus einem Porsche 918 Spyder mit Dubaier Kennzeichen ein traumhaftes Wesen. Routine in diesen Tagen.

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NACHT REGIE

DREI NÄCHTE IN CANNES. UM ZU PRÜFEN, OB DORT IMMER NOCH VERRÜCKT G E F E I E R T W I R D . U N S E R M A N N V O R O R T: P A R T Y- F O T O G R A F K E F F E R .

Text: Hans Hammer und Rüdiger Sturm  Fotos: Keffer


E Der Club des Hotels 3.14 gilt unter besonders hübschen Pariserinnen als Geheimtipp für einen netten Ausflug ans Meer.

K A R L IST EIN WA HR ER G E N T L E M­ A N . D E N N E R H Ä LT I N JEDEM ARM EIN MÄDCHEN.

Im Bild: der Soundcheck eines Konzerts und mehrere Dutzend schwimmende EuroMillionen (im Hintergrund)

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lf durchgeknallte Tage und Nächte im Mai: ­Filmproduzenten, Stars, Party­people aus aller Welt ­pilgern nach Cannes an die französische Riviera. O∞ziell zum Filmfestival. Ino∞ziell zu einem PartyFestival mit (super)star­ gespicktem Casting. Wir ersuchten einen ­Experten, einen ausführ­ lichen Blick zu werfen: den Fotografen Keffer, der seit über einem Jahrzehnt die Pariser Party-Kultur dokumentiert wie kein anderer. „Rick Ross ist heute im Gotha“, sagt er wenige ­Minuten nach unserer ­Ankunft an der Riviera. „Ich besorg uns mal einen VIP-Zutritt.“ Das ist kein schlechter erster Satz. Rick ist US-Rapper, 35 Millionen Dollar schwer. Und der Gotha Club ist die ­erste Adresse in Cannes,


wenn es um gesellschaftlich anspruchsvolleres ­Entertainment geht. Man findet hier mehrere soziale Schichten, genauer gesagt sind es drei. Ebene eins des Gotha: der Dancefloor. Eventuell zugänglich, falls man ­jemanden kennt oder in guter Begleitung ist. Ebene zwei: die VIP-­ Zone. Um es sich hier an einem Tisch mit einer ­guten Flasche gemütlich machen zu können, sollte man wohlhabend sein. Zum Beispiel so wohl­ habend wie Karl. „Als Teenager kam ich mit Papa her“, sagt er. Karl ist ein Gentleman, denn er hält in jedem Arm ein Mädchen. Außerdem ist er ein treuer Mensch. „Ich habe Papas Geschäft übernommen und komme trotzdem ­immer noch. Aber jetzt zahle ich die Rechnung!“

Er findet das sehr lustig. Die Rechnung strebt ge­ rade der Dimension einer Lotus Elise entgegen. Und dann gibt es noch Ebene drei, unter Freunden salopp Ultra-VIP genannt. 50.000 Euro pro Tisch. Wer nicht letztens auf einer Oscar-Shortlist stand, wird beim Hinausgehen besonders zuvorkommend behandelt. Von zwei eleganten Herren mit ernsthaft trainiertem Körper, die höflich um einen Blick ins Smartphone ersuchen.

Oben: Philippe und Clara, Performerinnen. Einer der beiden ist keine Frau. Rechts: Tänzerin und DJane Nubia macht es sich auf dem Sofa bequem.


„Das Handy hat alles verändert“, erklärt Keffer. „Nicht nur in Cannes. Die Stars fürchten sich davor, in privaten Situationen ­fotografiert zu werden.“ Nächster Tag, Azur­ himmel über der hippen Terrasse des UCG-Film­ verleihs. Man hat von hier einen sehr ordentlichen Blick über die Bucht von Cannes. Das Folkpop-Duo Lilly Wood and the Prick haben sich für ein Konzert angesagt. Es ist 16 Uhr, also höchste Zeit, mit dem Feiern zu anzufangen. Backstage tri≠t Keffer auf DJane Nubia. Nubia ist mit Lilly Wood (die eigent­ lich Nili Hadida heißt) ebenso befreundet wie mit dem Prick (der auch nicht wirklich so heißt [für Inter­ essierte: Benjamin Cotto]) und tanzt auf einem Sofa. An der Wand hängen Bas­ quiat-Originale im Wert mehrerer Bruttonational­ produkte, als wären es Posterdrucke. 68

Nubia empfiehlt den Club des Hotels 3.14 (das ist der mit dem Dach-Pool von Instagram). Dort soll sich Keffer abends ein­ finden. Zu einer der tollen Burlesque-Show, erst­ klassiger elektronischer Musik und wundervollen Mädchen. Keffer gefällt es dann dort sehr gut, er möchte aber kein vor­ schnelles Urteil fällen, deswegen bleibt er bis Tagesanbruch vor Ort. Am nächsten Abend soll die Lage im Nikki Beach ­einer Überprüfung unter­ zogen werden, dem Club am Strand des Carlton, wo die Stars gern einkehren. Zum Beispiel Robert De Niro, der, um die Taxi­ kosten der Heimfahrt zu sparen, seinen Film „Hands of Stone“ gleich dort ­feiert. Aber De Niro ver­ schanzt sich, abgeriegelt vom Sta≠ des Nikki Beach.

Oben: Blick aus der Ultra-VIP-Ecke des Gotha, DJ Luciano legt auf. Rechte Seite: Tisch und Flasche kommen auf 50.000 Euro. Dafür ist kein Musikbeitrag extra zu entrichten.


PAUL ALLENS PART Y IST DIE BEGEHRTESTE IN GANZ CANNES: 100 % PROMINENTE, 0 % KAMERAS

Willy Cartier, fran­ zösisches Model und Schauspieler, Gesicht von Luxusmarken und hippen Musikvideos

Beim Blick hinaus auf den Hafen fällt ein Schiff auf. 126 Meter lang, an Bord finden ein Basketball­ feld, drei Helikopter und ein U-Boot Platz. Besitzer der „Octopus“ ist Paul ­Allen, der gemeinsam mit Bill Gates Microsoft grün­ dete. Allen liegt aktuell in der Weltrangliste der reichsten Menschen der Welt zwar nur auf Platz 51, aber 17,5 Milliarden Dollar Vermögen helfen, Trost zu finden, zum Beispiel durch das Veranstalten einer Party. Allens Party ist die begehrteste des Festivals, 100 Prozent berühmte Gäste und null Prozent Kameras. Dorthin will ­jeder. Außer Keffer natür­ lich, denn ohne seine ­Kamera geht ein Fotograf mit Anstand nirgend­ wohin, sagt er. thenightday.com


Sebastian Steudtner, 31, im portugiesischen Nazaré. Big-Wave-­ Saison ist im Winter, Wassertemperatur kaum über zehn Grad.


AUF HEISSEN KOHLEN TEXT: STEFAN WAGNER FOTOS: GREG FUNNELL

Die Geschichte des deutschen Big-Wave-Surfers Sebastian Steudtner ist ein Lehrst체ck 체ber die wundersame Wirkung von Leidenschaft, Trotz und Unvernunft. Notizen aus dem Leben von einem, der sich nicht absch체tteln l채sst.

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DIE KÜSTE, DIE WITWEN MACHT B e i N a z a r é, z w e i A u to s t u n d e n n ö r d l i c h vo n L i s s a b o n , k n a l l t d e r At l a n t i k i n b i s z u 3 0 M e t e r h o h e n We l l e n g e g e n d i e Kü s te. D i e S t r ö m u n g w i r d d u r c h e i n e n C a n yo n a m M e e r e s g r u n d b e s c h l e u n i g t w i e d i e Ku g e l i m L a u f e i n e s G e w e h r s, d a s m a c h t s i e s o g e fä h r l i c h f ü r F i s c h e r, U r l a u b e r u n d S u r f e r. D e r g e b o r e n e N ü r n b e r g e r S e b a s t i a n S te u d t n e r ( h i e r i m B i l d ) i s t e i n e r d e r w e n i g e n , d i e a u c h d i e g r ö ßte n We l l e n b e h e r r s c h e n .

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THE RED BULLETIN


ROMUALD PLIQUET

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„ I C H B I N W I E DA S JAMAIKANISCHE B O B -T E A M . M I T EINEM UNTERSCHIED: I C H G E W I N N E .“ 74


F

ür Sebastian Steudtner fällt der Heilige Abend 2015 auf den 17. November. Ort der Bescherung ist der Hafen von Nazaré, 15.000 Einwohner, 100 Kilometer nördlich von Lissabon. Ein paar schlingernde Grad über null, beißender Wind vom Atlantik, kehliges Möwengekreisch, Geruch von Fischernetzen und Diesel. In der Rolle des Weihnachtsmanns: ein kettenrauchender osteuropäischer LKW-Fahrer mit unvorteilhaft losem Hosenbund. Weihnachten deshalb, weil an diesem Abend der Jet-Ski geliefert wird, funkelnd rot, verpackt in Styropor und Plastikfolie, verschraubt und verzurrt in einem Holzverschlag. „Nach dem Tuning wird er 350 PS haben, bei 360 Kilo, macht 140 km/h Spitze“, sagt Sebastian Steudtner, blond, scharfer Blick, athletisch, drahtig. „Übliche Jet-Skis haben 200 PS, vielleicht 250. Er wird mir neue Dimensionen öffnen.“

Sebastian Steudtner ist einer der besten Big-Wave-Surfer der Welt und Deutscher. Das ist ungefähr so wie: einer der besten Skirennläufer der Welt und Kongolese. „Ich bin wie das jamaikanische Olympia-Bob-Team“, sagt er. „Mit einem Unterschied: Ich gewinne.“ Steudtner kam 1985 in Nürnberg zur Welt, auf halber Strecke zwischen Nordsee und Adria. Ein etwas missglückter Gag des Schicksals, denn Steudtners Gene haben wohl was Amphibisches. Mit einem Jahr, er konnte kaum laufen, trappelte er

An der Leine: Wellen von der Größe mehrstöckiger Häuser können Surfer nicht mehr anpaddeln. Sie müssen sich von Jet-Skis hineinziehen lassen.

im Freibad zum Schwimmbecken, sprang hinein und brüllte vor Zorn, als ihn der Vater herauszog. Mit neun kaufte er beim Badeurlaub in Frankreich ein Bodyboard aus Schaumstoff. Üblicherweise hält man sich irgendwie auf so einem Ding, wenn man sich bäuchlings drauflegt und festklammert. Steudtner warf das Brett ins Wasser und stellte sich drauf. Er wurde Windsurfer und beschloss mit dreizehn, nichts anderes im Leben mehr machen zu wollen. Also: Schule beenden, nach Hawaii gehen, Profi werden. Seine Eltern bezweifelten die Erstklassigkeit der Idee. „Ich habe dann meinen Vater gefragt: ‚Was ist dein Gegenargument?‘ Er hat gesagt: ‚Du kannst dir ja nicht mal das Ticket für den Flug nach Hawaii leisten.‘ Also hab ich gejobbt. Als ich das Geld beisammenhatte, habe ich es auf den Küchentisch gelegt und gesagt: ‚Okay, Papa. Nächstes Argument?‘“ Mit vierzehn präsentierte er dem Vater einen Businessplan. Mit sechzehn hatte er alle Gegenargumente abgearbeitet und unterstützte die Eltern in der Endphase der Entscheidungsfindung durch Verweigerung der Teilhabe an Schul- und Familienleben. Sie brachten ihn dann sogar zum Flughafen, als er allein in die USA flog, ausgestattet mit dem Rüstzeug der Erfahrung der Nürnberger Reviere Brombachspeicher und Rothsee und der Gewissheit, bald zur Weltklasse im Windsurfen zu gehören.

„Woher ich das

Selbstbewusstsein, den Glauben und den Willen hatte, kann ich nicht sagen. Aus irgendeinem Grund habe ich nie dran gezweifelt, dass es das Richtige für mich ist. Sobald ich im Wasser bin, bin ich zu Hause“, sagt


Weihnachtsabend im November: „Dieser Jet-Ski erö≠net mir neue Dimensionen.“

er am Morgen seines ersten Weihnachts­ tags am Strand von Nazaré. Portugie­ sische Wintersonne, kalter Wind vom Atlantik. Heute keine großen Wellen, höchstens fünf, sechs Meter. Steudtner hat Zeit zu reden. Er lässt Sand durch die Finger rieseln. „Wasser ist Freiheit und Frieden. Im Wasser habe ich keine Angst, keine Sorgen. Ich bin vollständig. Ich kann mich be­ wegen, wie ich will. Ich kann umsetzen, was ich denke. Ich bin frei.“ Was ist das für ein Gefühl, eine Welle zu bezwingen, die mehr als 20 Meter hoch ist? Die die Kraft hat, Surfbretter und Gliedmaßen wie ungekochte Suppen­ nudeln zu knicken? „Ich mag nicht, wenn jemand sagt, er hat eine Welle bezwungen. Ein Mensch kann keine Welle bezwingen. Du kannst dir höchstens die Fähigkeit antrainieren, eine bestimmte Zeit lang teilhaben zu dürfen an der Macht der Natur. Menschen können böse sein. Die Natur nie.“

Steudtner war 16

und am Ziel. Hawaii. Windsurfen. Aber was nach Ziel aussah, war ein Anfang. Und nicht einmal ein guter. „Ernsthaft be­ trachtet konnte ich nicht windsurfen.“ Steudtners Reaktion: Er verbrachte noch mehr noch intensivere Zeit im Wasser. „Nach zwei Monaten konnte ich Manöver, für die talentierte Leute zehn Jahre brau­ chen.“ Kleinen Artikeln in Fachmagazinen folgten kleine Deals mit Sponsoren, größeren Artikeln größere Deals. Erstaun­ lich bald konnte er tatsächlich vom Wind­ surfen leben: Exot, Nobody, Shooting­ Star, solche Plots funktionieren. Steudtner spielte aber in dieser Situa­ tion sein besonderes Talent aus, den Ver Ver­ suchungen der Vernunft zu widerstehen. „Die ganze Politik, auf Partys abzu­ hängen mit wichtigen Leuten, das war nicht meins. Ich bin lieber früh ins Bett und am nächsten Morgen früh aufs Wasser. Ich liebte das Windsurfen, aber die Szene fand ich zum Kotzen. Und ich bin einer, der Dinge ganz direkt sagt, die ihm nicht passen. Das verstört viele Leute.“ Der erste Kontakt mit Big­Wave­Surfen dann auf Maui. „Jaws. Ich war sofort fasziniert. Ich sah diese riesigen Wellen, diese Leute, Laird Hamilton, ein Hüne, muskelbepackt. Einfach geil. Ich dachte, ich als halbes Hemd hätte da keine Chan­ ce. Dann stellte mich ein Kumpel den hawaiianischen Big­Wave­Surfern vor: Da ist ein Deutscher, der will große Wellen surfen. Einer nahm mich mit dem Jet­Ski mit in die Wellen. Steckte mich in eine Rettungsweste, sagte: Spring. Und fuhr weg. Es hat mich natürlich völlig zerrissen 76

ER FINANZIERTE SICH DAS SURFEN ALS BAUARBEITER. M A C H T E S C H U L D E N . A U F­ G E B E N ? „ N I E E I N G E D A N K E .“ in den Wellen. Ich dachte: ‚Was ist das für ein Arschloch?‘ Dann kam er zu mir, grinste und sagte: ‚Willst du immer noch Big­Wave­Surfer werden?‘ So begann unsere Freundschaft.“ Der einflussreiche hawaiianische Armi­ tage­Clan wurde zu Steudtners zweiter Familie, Sohn Nelson zu einer Art Bruder. „Ein Jahr später habe ich das erste Mal die großen Wellen in Jaws gesurft.“ Steudtner war achtzehn und wieder am Ziel. Hawaii. Big­Wave­Surfer. Aber was nach Ziel aussah, war wieder nur ein schlechter Anfang. Standing und Sponsoren vom Windsurfen waren weg. Steudtner war pleite, verdiente sich seinen Lebenserhalt als Bauarbeiter. Von 2004 bis 2008 betonierte er täglich von sechs Uhr früh bis sechs Uhr abends Schwimmbäder und surfte nach Feier Feier­ abend. Im Sommer flog er nach Deutsch­ land, um Sponsoren zu suchen. Im Herbst kehrte er ohne Sponsoren zurück, um Schwimmbäder zu betonieren. Aufgeben? „Nie ein Gedanke.“

Big-Wave-Surfen

ist ein Wintersport, große Wellen brauchen raues Wetter. Im europäischen Sommer geht’s auf die südliche Hemisphäre, Tahiti, Chile, Fidschis, Südafrika, Australien. Im europäischen Winter geht’s nach Hawaii, Kalifornien. Oder man bleibt in Europa. Und Europa heißt seit ein paar Jahren vor allem: Nazaré. Hier knallt die West­ strömung des Atlantiks ans portugiesische

Festland, zusätzlich beschleunigt durch die Besonderheit eines 230 Kilometer langen Canyons am Meeresgrund. An großen Tagen springen die Wellen in Nazaré ans Land wie über eine Rampe. Der Stadt vorgelagert ragt ein Felsvorsprung ins Meer, oben ein Leuchtturm. Wenn an den Felsen die Wellen brechen, klingt das wie ein zerplatzender Plastiksack. Im Herzen, sagt Steudtner, ist Nazaré immer noch das Fischerdorf, in dem die Frauen der Fischer sieben Röcke überein­ ander zogen, wenn die Männer aufs Meer fuhren. Eine Frau, deren Mann abends nicht wieder zurück war vom Meer, legte einen der Röcke ab. Am siebenten Tag galt sie als frei. Die Sandbank vor Nazaré heißt „Die Bank, die Witwen macht“. Mitte November ist Nazaré Nabel der Big­Wave­Welt. Maya Gabeira, Carlos Burle und Garrett McNamara stapfen im Neopren über den leeren Sandstrand. Die Brasilianerin Gabeira, sie ist die beste Big­Wave­Surferin der Welt, wäre hier 2013 bei einem Unfall fast umgekommen.

In der Weltklasse

des Big­Wave­Surfens entscheiden nicht zu­ letzt Logistik, Organisation, Teamwork. Spezialisierte Meteorologen berechnen auf mehreren Kontinenten simultan die Chancen auf große Wellen. Die Superstars der Szene, Helden in ihren Heimatländern USA, Australien, Südafrika oder Brasilien, leben standby und jagen die größten Wellen in First­Class­Sitzen, begleitet von eigenen Betreuerteams. Vor Ort warten THE RED BULLETIN


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„ICH BIN EINER, DER DINGE G A N Z D I R E K T S A G T. D A S V E R S T Ö R T V I E L E L E U T E .“ vollgetankte Jet-Skis, behördliche Genehmigungen und eine Rettungskette. Steudtner hatte für das gesamte Jahr 2009 20.000 Euro zusammengekratzt, für Essen, Wohnen, Reisen, Surfen. Sein Meteorologe war eine Wetter-App auf dem Handy. Er war sein eigenes Reisebüro, sein Teammanager, sein Pressesprecher. Dennoch ritt er die größte Welle des Jahres, 20,1 Meter in Jaws auf Maui. 2010 erhielt er dafür den Big Wave Award. Das ist so, als würde jemand mit einem Handyvideo den Oscar gewinnen. Als Amerikaner wäre Steudtner jetzt reich gewesen. Als Deutscher war er pleite. Aber er hatte nun die Chance, daheim einen Sport zu vermarkten, den keiner verstand. „Ich saß in der MTV-Show bei Joko und Klaas. Die haben einen auf lustig gemacht, ich fragte mich die ganze Zeit nur: ‚Was mach ich hier eigentlich? Ich gehöre ins Wasser, auf die Welle.‘ Danach ging es zu Stefan Raab zur Aufzeichnung. Dann raste ich zu einem Kunden, ich jobbte damals als Türsteher. Als die Raab-Sendung ausgestrahlt wurde, stand ich an der Tür. Die Leute sagten: ‚Ey, krass, dich hab ich grad bei Stefan Raab gesehen.‘ Es war eine fürchterliche Zeit. Ich war wütend und verzweifelt. Ich wusste, ich war einer der Besten in der Königsdisziplin des Sur Surfens. Aber ich war Deutscher. Ich hatte Schulden und keine Ahnung, wie ich die jemals zurückzahlen sollte.“ 78

Aufgeben? „Nie ein Gedanke.“

Große Wellen

wiegen mehrere hunderttausend Tonnen. Auf ihnen zu surfen fühlt sich an, wie mit dem Snowboard eine Lawine zu reiten. Wen eine Monsterwelle in die Tiefe reißt, den hält sie dort fest, 20, 30 Meter unter der Oberfläche, minutenlang. „Wie ein Tennisball in der Waschmaschine“ wird man herumgeworfen, sagt Steudtner. „Man kann sich nur klein machen und die Luft anhalten. Entspannt bleiben. Und hoffen, dass man nicht gegen den Meeresgrund oder ein Riff geschleudert wird.“ Steudtner hat gelernt, die Luft anzuhalten, bis er das Bewusstsein verliert. Das sind rund sechs Minuten. Wenn ihn die Wellen länger unten halten, wenn ihn sein Jet-Ski-Fahrer nicht rechtzeitig aus dem Wasser ziehen kann, säuft er ab. Steudtner hält Surfen aber nicht für besonders riskant, „solange man seine Hausaufgaben gemacht hat“. Einzige ernsthafte Verletzung war der Riss einer Sehne in der linken Schulter. Kein Wipeout, wie ein Sturz in der Fachsprache heißt. „Es ist eine Welle auf mich gefallen. Die ganze linke Körperseite war geprellt.“

Steudtner hielt

sich als Türsteher über Wasser und sprach vor Managern darüber, wie man auch in schwierigen Phasen motiviert bleibt.

Der Außenseiter: Als Steudtner seinen ersten Big-Wave-Award gewann, war das so, als hätte jemand mit einem Handyvideo den Oscar gewonnen.

Im Herbst 2014 kamen 37.000 Euro dazu, er hatte es mit einem CrowdfundingProjekt versucht. Das Geld investierte er in Equipment und Logistik in seinem wichtigsten Revier Nazaré. Wenige Wochen später ritt er hier die größte Welle, die in diesem Jahr weltweit geritten wurde. Die brachte ihm 2015 zum zweiten Mal den XXL Big Wave Award. Offiziell wurden 21,6 Meter gemessen, der Weltrekord des Amerikaners Garrett McNamara lag seit 2011 bei 24 Metern. Steudtner hätte dessen Weltrekord gebrochen, aber die Messmethode wurde just zu diesem Zeitpunkt geändert. „Die Surf-Szene ist eben amerikanisch“, sagt er. Wichtiger aber als die Diskussion über den Weltrekord: Diesmal sprang der Funke in Deutschland über. Steudtner konnte sich und seinen Sport ernsthafter präsentieren als beim ersten Mal, erhielt Auszeichnungen, gewann Mercedes als Sponsor, wurde Laureus-Botschafter. Er konnte als Dreißigjähriger erstmals im Leben auf halbwegs tragfähiger wirtschaftlicher Basis seinen Sport betreiben, zumindest ohne Existenzängste. „Jetzt beginnt ein neues Leben für mich“, sagt er. Dreißig ist für einen Surfer kein wirk wirkliches Alter, man kann bis in die hohen Vierziger auf Top-Niveau surfen. Eigentlich hätte Sebastian Steudtner also jetzt Zeit, die neue Situation zu genießen. „Aber ich habe keine Zeit.“ Er lässt Sand durch die Finger rieseln. „Ich sitze seit 17 Jahren auf heißen Kohlen.“ sebastiansteudtner.de THE RED BULLETIN


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TIEF LUFT HOLEN

Es geht ohne Sauersto≠gerät ins Meer. Ziemlich weit runter sogar. Wir lernen Apnoetauchen.

PETER PLATTNER

Und erfahren gleich in Lektion eins: Dort unten im Meer machen Kälte, Druck und Sauersto≠mangel kurzen Prozess mit dir. Es sei denn, du erweckst einen Reflex, der seit Urzeiten in dir schlummert.

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TRAVEL

GEAR

WHEELS

CULTURE

EVENTS

HOW TO 81


TRAVEL

Tiefenentspannt: Am Meeresgrund wartet eine neue Welt darauf, entdeckt zu werden.

Streber wissen: Auf der kleinen Insel Elba vor der toskanischen Küste war Napoleon 300 Tage im Exil, bevor er Paris zurückeroberte. 1976 lockte die Insel mit dem kristallklaren Wasser erneut einen besonderen Mann an: Jacques Mayol. Mit nur einem Atemzug tauchte er 100 Meter tief, brach Rekorde und kehrte, längst tot geglaubt, an die Oberfläche zurück. Der Druck hätte ihn umbringen müssen, so die Mediziner. Eigentlich. Doch: Mayols Blut strömte von den Gliedmaßen zu den lebenswichtigen Organen, sein Herz pumpte nur noch 24 Schläge die Minute. Ein Tauchreflex, den man davor nur von Delfinen gekannt hatte. „Mein Vater überlebte, weil Menschen dieselben Reflexe wie Meeressäuger haben“, erklärt Jean-Jacques Mayol. Er muss

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Elba, ITALIEN Marina di Campo Tief Luft holen und eintauchen: teammayol.com

es wissen, immerhin erzählte ihm sein Vater davon, bevor er 2001 starb. In einer hinter Felsen verborgenen Bucht liegt die Tauchschule, in der Mayol jun. dieses Wissen nun weitergibt. „Vergesst das Tauchzeug! Ihr werdet nackt ins Wasser gehen.“ So beginnt der Unterricht für vier nervöse Schüler, die ohne Finnen, Masken und Neoprenanzug etwas verloren dastehen. Und jetzt? Runtertauchen, Steine heben und den Unterwasser-Moonwalk machen. Eine halbe Minute später sind alle wieder an der Oberfläche, schnappen hastig nach Luft. Den ersten Test haben sie damit allesamt verkackt. „Nach dem Auftauchen müsst ihr gleichmäßig atmen, sonst riskiert ihr, bewusstlos zu werden!“ Für Apnoetaucher ist Hast die größte aller Gefahren. Und sie droht paradoxerweise vor allem im Flachwasser. Taucher können eine Armlänge unter der Wasseroberfläche das Bewusstsein verlieren und es nie wiedererlangen. „Beschissen, nicht?“ Kopfnicken der Gruppe. Apnoetaucher, hören sie, sollten darum auch nie allein tauchen. Fast genauso wichtig ist der Atemrhythmus. „Atme doppelt so lange aus, wie du einatmest“, sagt Mayol und führt einen eigenartigen Bauchtanz vor. Sieht zwar beknackt aus, aber plötzlich können die Schüler doppelt so INSIDER-TIPP lange unter Wasser bleiben und mehr als „Nach dem Auf­ tauchen darfst du nur Steine heben. Zwei Tage später niemals schnell und hastig atmen“, sagt stehen die vier am kleinen Strand von Mayol. „Denn so bekommst du nicht Pomonte, bereit für genügend Luft und ihre letzte Prüfung: kannst bewusstlos einen Tauchgang werden.“ zum Wrack des 1972 gesunkenen Handelsschiffs „Elviscott“. „Fundament des Apnoetauchens ist mentale Stärke. Unser Verstand spielt verrückt, wenn wir ihn nicht kontrollieren“, sagt Mayol und gibt letzte Anweisungen: die Lungen immer wieder tief mit Sauerstoff füllen, ein letztes Mal Luft holen, auf gut acht Meter Tiefe dann der Druckausgleich. Die nächsten 30 Meter gibt es keinen Weg zurück. „Wenn du in Panik gerätst, ist es aus.“ Mayols Sohn Michael führt einen Schüler zum Schiffswrack. Zwei Minuten vergehen. Dann tauchen sie auf, sind ruhig, fast schon gelassen. Mayol grinst: „Irgendwann ist das Wasser ein Teil von dir.“ Er atmet tief ein und verschwindet selbst im Meer. Werden wir ihn je wiedersehen? Schon möglich, doch sicher nicht in den nächsten drei Minuten.

STILLE WASSER

Wo du noch abtauchen kannst

Haiflüsterer

In der Shark School auf den Bahamas lernst du Haie von ihrer besten Seite kennen – zumindest solange du dich an die Anweisungen des Verhaltensforschers Dr. Erich Ritter hältst. sharkschool.org

Abgewrackt

Das Passagierschiff „Yongala“ sank 1911 vor Queensland, Ostaustralien. Seitdem ist der berühmte Tauchspot bei Touristen mindestens genauso beliebt wie bei Meeresbewohnern. yongaladive.com.au

Blaue Tiefe

Das 94 Meter tiefe Blue Hole nahe Dahab, Ägypten, am Golf von Akaba gilt als gefährlichster Tauchspot der Welt – gerade deshalb lockt es auch so viele Taucher an. freedivedahab.com

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PETER PLATTNER(2), GETTY IMAGES, IMAGO(2)

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GEAR

SCHIESS LOS

Mit dem Smartphone und ein wenig Zubehör lassen sich Bilder in einer Qualität machen, die vor kurzem noch undenkbar war. Superstar der neuen Generation: das neue Sony Xperia X. Verwackeln war gestern. Der reaktionsschnelle prädiktive Autofokus weiß sogar, wohin sich das Motiv bewegt. (Bevor es das Motiv selbst weiß.)

Blitzstarter In schnappschussrettenden 0,6 Sekunden lässt sich die Kamera des Sony Xperia X vom Standby- in den Aufnahmemodus schalten. Und dort spielt sie mit 24 Megapixel Auflösung in einer Liga mit hochwertigen Spiegelreflexkameras. Selfie-Fans werden die Timeline ihrer Freunde mit makellosen Aufnahmen der 13-Megapixel-Frontkamera verver schönern. (Entsprechendes Motiv vorausgesetzt.) sonymobile.com

Upgrade Die Kameras von iPhone und iPad sind gut. Noch besser macht sie DxO One. Objektiv und lichtstarker Bildsensor (20 MP), 112 Gramm leicht, einfach angeklemmt, gesteuert via App. dxo.com

Scharfmacher

Lichtnahrung

Flugmodus

Das Sony ILCE-QX1 ist der beste Freund des Xperia X. Objektiv anklippen, mit UnschärfeEffekten oder Zoomobjektiven spielen und die Fotos gleich am Handy bearbeiten. sony.de

Bitte recht sonnig: Der Akku des EasyAcc SolarLadegeräts (mit 15.000 mAh) lädt Smartphones bis zu fünfmal komplett auf. Reicht dann auch für ehrgeizige Belichtungszeiten. easyacc.com

Für fotografische Puristen, die mit ihrer Kamera weder SMS schreiben noch tindern möchten: der Klassiker Leica Q mit Alu-Gehäuse und riesigem Vollformat-Sensor (24 Megapixel). leicashop.com

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GEAR „Versteckte Ö≠nungen auf den Seiten saugen Luft an, um Computer und Batterien zu kühlen.“

„Kein Fahrer, dafür aber vier wuchtige Radhäuser und eine sexy Central Processing Unit.“

könnte man meinen, es handle sich um Benzinautos auf Steroiden. Über 300 km/h, unglaubliche Aerodyna­ mik und keine Fahrer – das ist schon ein abgefahrenes Erlebnis. Bei die­ sem Speed wird es auch kostspielige Kollisionen geben, aber hey, that’s racing!“

Was ist Roborace?

INNOVATION: BERECHENBARE FAHRER

Robocar, das erste selbstfahrende Rennauto der Welt, könnte eine neue Ära des Motorsports erö≠nen. DIE MASTERMINDS Daniel Simon (li.), 41 & Justin Cooke, 35 Daniel Simon weiß, wie die Zukunft fährt. Der deutsche Automobil­ designer schuf die Lichtrenner für „Tron: Legacy“ sowie das Bubble Ship in „Oblivion“ und war der ideale Mann, um mit Justin Cooke an einem neuen Kapitel in der Motorsportgeschichte zu arbeiten. Die Begegnung der beiden war die Geburtsstunde von Roborace. roborace.com

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Justin Cooke: „Der erste fahrerlose elektronische Rennwettbewerb der Welt. Die selbstfahrenden Rennwagen in der Größe von F1­Autos haben einen Nvidia­Drive­PX­2­Computer an Bord, der pro Sekunde Billionen von Recheneinheiten ausführt. Jedes Team muss ihn eigenständig pro­ pro grammieren. Wir geben ihnen allen ein weißes Blatt Papier, und ihr Code ist der einzige Wettbewerbsvorteil, den sie sich holen können. Es geht also nicht darum, wie viel Geld man in einen Windkanal investiert, sondern wer die findigsten Ingenieure hat.“

Also können die Autos denken?

Justin: „Es gibt zwei Möglichkeiten. Du scannst die Strecke und fütterst die künstliche Intelligenz mit allen wichtigen Informationen. Oder du pro­ grammierst die Maschine, von allein zu lernen und nach jeder Runde bes­ ser zu werden, in jeder Kurve schlauer zu werden. Es hängt vom Team ab: Welche Kenntnisse bringt es mit? Was hat es technisch drauf?“

Wenn nur Computerchips zerbröseln können, wird Racing dann extremer?

Justin: „Auf jeden Fall! Bei der Be­ schleunigung und dem Fahrverhalten

Apropos unglaubliche Aerodynamik, wie sehr ist der Look auch eine Style-Frage? Daniel Simon: „Es geht nicht bloß um ein technisches Kräftemessen, dafür würde niemand zahlen. Es muss emotional sein, obwohl wir die größte emotionale Komponente entfernt haben: Hamilton und Rosberg ver­ sohlen sich nicht mehr gegenseitig den Hintern. Die Intention war, etwas Schlankes und Schönes zu kreieren, das trotzdem unglaublichen Abtrieb und Fahrdynamik besitzt. Keine ein­ fache Aufgabe für die Ingenieure, aber das Ergebnis ist so revolutionär wie einst der Mondrover.“

Wie werden sich die Autos weiterentwickeln?

Justin: „Im Mittelpunkt steht unser Wunsch, die fahrerlose elektronische Technologie ständig weiterzuent­ wickeln und populär zu machen. Also fragten wir uns: Was kommt im Rennen am spektakulärsten rüber? Das selbstfahrende Auto von Google machte Millionen von Meilen, klar, aber meist nur mit 18 km/h. Bei uns sind es 300 km/h – und die verän­ dern alles! Wir haben zu Beginn viel von Vögeln und Fischen gelernt – was die Natur getan hat, um sie schnell und wendig zu machen. Wir hätten in allen unseren Entwürfen noch futu­ ristischer sein können, aber wenn man es übertreibt, verwirrt das die Leute. Unser Ziel ist, den Menschen die Angst vor der ‚Roboterinvasion‘ zu nehmen. Ich glaube, die nächsten Jahre werden der Wahnsinn. Daniel hat dazu schon tolle Ideen.“

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„Der Unterboden entscheidet über die Stärke des Abtriebs und bietet Batterien Platz.“


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GEAR

UHREN

Redaktion: Gisbert L. Brunner

GEROLLTE REVOLUTION

Zenith El Primero Chronomaster 1969 Cohiba Edition

Die Chronomaster 1969 Cohiba Edi­ tion ist der Zigarre nachempfunden, aber trotzdem bis zu 100 Meter wasserdicht.

Manchmal fragt man sich, was Fidel Castro in über zwei Jahren Guerillakampf gegen Batista so geraucht hat. (Wir tippen auf selbst angebauten Tabak.) Mit der Revolution endete aber die Zeit des Darbens: Castro kostete die Mischung des Zigarrenrollers Eduardo Rivera, entflammte augenblicklich und sicherte die Produktion für sich und seine Amigos. Den Siegeszug der Cohiba konnte nicht einmal diese nur wenig sozialistische Exklusivität bremsen. Bis heute wird sie von Hand gerollt und in einem prächtigen Anwesen aus den 1920ern gefertigt. Die Schweizer LuxusUhrenmanufaktur Zenith würdigt das 50-jährige Jubiläum der Cohiba mit einem Modell mit Havanna-braunem Zifferblatt samt Cohiba-Motiven. Das automatische El-Primero-Uhrwerk schuf Zenith bereits 1969 – drei Jahre nachdem der Máximo Líder seine ersten Cohibas im Humidor sortierte. Die Auflage ist auf 500 Uhren in Edelstahl und 50 in Roségold beschränkt. zenith-watches.com

GUT GEBRÄUNT

Für den Gentleman gilt: No brown after six. Aus­ genommen sind Zigarren, Schokolade und Uhren. IWC Pilot’s Watch Double Chronograph Edition „Antoine de Saint­Exupéry“ Exupéry“ Dieser auf 1000 Stück limitierte 44-mmEdelstahl-Chronograph mit Split-SecondFunktion ist dem Piloten und Autor („Der kleine Prinz“) gewidmet. iwc.com

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KAPUZENSWEATER

Mazda MX-5 RF: Zusätzlich zum Sto≠dach gibt es den Roadster-Klassiker nun auch als Targa mit Blechdach.

Nur zehn Sekunden dauert es, bis sich das neu kons­ truierte Heck hebt, die Dachplatte zurückschiebt, die Heckscheibe hinter den Sitzen verschwindet und sich das Heck wieder absenkt: Dann ist aus dem Coupé Mazda MX­5 RF („Retractable Fastback“) ein Cabrio mit Targadach geworden. Es geht auch in die Gegen­ richtung und sogar während der Fahrt bis 10 km/h. Eleganter und beiläufiger als der MX­5 RF wirft kein o≠enes Auto seine Kapuze über die Schultern, weder in Blech­ noch in Sto≠­Ausführung: Die Form des RF ist so­ wohl im geö≠neten als auch im geschlossenen Zustand über jede Kritik erhaben. Besonderes Lob verdienen die Designer für die tropfenförmig auslaufende B­Säule, was die klassisch­elegante Dachlinie in Szene setzt.

Den Techniker in uns fasziniert, dass mit Blechdach im Alltag viele Vorteile verbunden sind, verliert doch etwa der Ko≠erraum nichts von seinem Volumen. Endlich ist es möglich, ganzjährig MX­5 zu fahren, ohne um sein verletzliches Sto≠dach fürchten zu müssen – selbst bei Schnee und Eis. Lediglich 40 Kilo Mehr­ gewicht und fünf Millimeter Höhen­Plus Plus sind im Ver Ver­ gleich zum konventionellen MX­5 zu addieren. Als Motorisierung ist der 2­Liter­ Liter Benziner mit 160 PS Liter­ vorgesehen, wenn die ersten RF Anfang 2017 ins Land rollen. Dann wird auch der Aufpreis auf das konventio­ nelle Modell feststehen. Insider rechnen mit rund 2000 Euro Mehraufwand. mazda.de

Koenigsegg hat es auf den Thron der Supersportwagen abgesehen.

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STRASSEN IM STURM

Das schwedische Wort „regera“ bedeutet „regieren“, und nicht weniger hat Koenigsegg mit seinem ersten Hybrid vor. Wozu der schwedische Luxusschlitten wirklich fähig ist, wird den meisten aber verborgen bleiben: Ein 5-Liter-Verbrennungsmotor mit zwei Turboladern und 1100 PS macht gemeinsame Sache mit einem 700-PS-Elektromotor und sorgt dafür, dass dieses Megacar in 2,8 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und die Höchstgeschwindigkeit von 410 km/h in unter 20 Sekunden erreicht. Am Heck des Plug-in-Hybrids befindet sich ein Akku-LadeanAkku-Ladean schluss, darunter ein Fishtail-Auspu≠ aus Titan. Und wunderschön ist der Regera auch noch – wann flitzt er endlich über die Straßen? koenigsegg.com/regera

Senturion Key

Der Regera wiegt nur 1470 Kilo. Das abnehmbare Dach verstaut man im Ko≠erraum vorn.

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CULTURE

THE PLAYLIST BOYS NOIZE

FUGENLOS Led Zeppelin und Spirit reklamierten den „Stairway to Heaven“­Riff für sich, aber: Eigentlich war’s Johann Sebastian Bach. Und er inspi­ rierte nicht nur die beiden …

Ein „Außenseiter“ sei er, meint der deutsche DJ und Produzent Boys Noize. Vielleicht ein wenig kokett. Denn er ist erfolgreich, auch wenn er um Dance-Mainstream einen großen Bogen macht, arbeitet mit Kalibern wie Skrillex und Mr. Oizo, ist auf den großen Festivalbühnen der Welt zu Hause, wird vom „Rolling Stone“ als einer der Top-TenDJs der Welt gelistet. Was Boys Noize’ Stil so einzigartig macht? Einflüsse aus Punk und Hip-Hop, gleichberechtigt mit Underground-Techno und House. Hier verrät uns der 33-Jährige, welche Songs sein viertes Album „Mayday“ besonders geprägt haben. boysnoize.com

Daft Punk

LFO

„Phoenix“

„Whistle While You Jerk“

Mein größter Einfluss! „Homework“ war mein erstes elektronisches Album. Bis heute kann ich immer noch Neues darin entdecken. Jahre­ lang ist es keinem Produzenten gelungen, diesen speziellen Sound hinzubekommen. Als mich Thomas Bangalter von Daft Punk in sein Pariser Studio einlud, konnte ich nicht anders, ich musste mir eine Platte signieren lassen – voll Fan­mäßig, aber das sind echt coole Typen.

Niemand verbindet Techno und Punk so gut wie LFO. Das ist dem 2014 verstorbenen Mark Bell zu verdanken, der auch für Björk oder Depeche Mode produziert hat. Er ist einer meiner Helden, ich durfte ihn oft live erleben. Mir fällt gerade auf, dass drei meiner ausgewählten fünf Platten aus England kommen. Das hat wohl einen Grund: Durch die vielen Kulturen, die sich dort vermischen, entstehen eben immer ungewöhnliche Dinge.

N.R.G.

The Dust Brothers

„I Need Your Love“

„Chemical Beats“

Eine meiner ganz frühen Rave­ Platten, zum ersten Mal gehört habe ich sie auf der Loveparade. Dieser überdrehte Beat, ein 70er­Jahre­ Zitat und darüber irgendwelche Synthesizer: „I Need Your Love“ berührt durch ehrliche, direkte Naivität und macht am Ende ein­ fach Spaß. Das ist mir auch wichtig, wenn ich mit anderen Musikern arbeite: diese Momente fest­ zuhalten und zu zeigen, wie viel Spaß man zusammen hatte!

Das sind eigentlich die Chemical Brothers, die damals noch Dust Brothers hießen. Mit einem meiner Lieblingstracks, den ich als DJ seit vielen Jahren auflege. Als die Platte 1994 rauskam, habe ich eher Hip­ Hop gehört als elektronische Musik, Wu­Tang Clan und A Tribe Called Quest waren groß. „Chemical Beats“ ist auch wegen der Kombination aus Hip­Hop­Beats und Tech­ no­Sounds spannend und ein großer Einfluss auf „Mayday“.

Dopplere≠ekt „Master Organism“ Die Bedeutung des Begriffs „Elec­ tro“ hat sich im Lauf der Jahre verändert, aber Dopplere≠ekt – übrigens aus Detroit, nicht aus Deutschland – waren für mich Mitte der 1990er Jahre die klassische Definition davon. Ein kalter, maschi­ neller Sound, der Spaß macht und groovt. In meinen DJ­Sets und Produktionen spielt diese Musik eine große Rolle, zum Beispiel bei „Dynamite“ auf dem neuen Album.

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PROCOL HARUM „A WHITER SHADE OF PALE“ Der Klassiker von 1967 erinnert stark an Bachs „Air“ aus der 3. Orchestersuite, besonders die absteigenden Akkordfiguren im Intro – sie sind fast identisch mit dem Werk des deutschen Komponisten.

THE BEACH BOYS „LADY LYNDA“ Ober­Beach­Boy Brian Wilson erzählte einmal, dass Bachs Musik die Hitsingle „California Girls“ inspiriert habe. „Lady Lynda“ geht noch weiter, beginnt sogar mit einer Cembalo­Melodie, die auf „Jesus bleibet meine Freude“ basiert.

GADGET Nura

Das Headset des Start­ups aus Australien verspricht ein absolut individuell abgestimm­ tes Hörerlebnis. Beim ersten Aufsetzen spielt es Töne, auf die deine Hörschnecke mit elektrischen Signalen ant­ wortet. Das Gerät ermittelt dadurch deinen persönlichen Frequenzbereich und erstellt ein optimales Hörprofil für dich. nuraphone.com

MUSE „PLUG IN BABY“ Das Intro ihrer Hitsingle aus dem Jahr 2001 gilt als eines der größten Rockgitarren­ riffs der jüngeren Zeit. Aber nur wenige wissen, dass Matt Bellamys Geniestreich eigentlich Bachs Orgelstück „Toccata und Fuge in d­Moll“ zu verdanken ist.

THE RED BULLETIN

SHANE MCCAULEY

ACTION


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CULTURE TV

„Du trägst weder Hut noch Bart. Willst du in diese Gang oder nicht?“

SWEET CHRISTMAS!

Das ist die Catchphrase von Luke Cage. Was muss man noch über den Helden wissen?

Heldeneinsatz

G7-GIPFEL

Bei einem Remake von „Die glorreichen Sieben“ kann man viel verlieren und wenig gewinnen. Regisseur Antoine Fuqua wagte es dennoch. Hand aufs Herz, wie glorreich ist das Remake im Vergleich zum Original von 1960? Aber so was von! Es orientiert sich an Akira Kurosawas „Die sieben Samurai“ von 1954, was bekanntlich die japanische Vorlage der „Glorreichen Sieben“ war, und handelt wieder von Outcasts. Der Grundton ist aber moderner: Es gibt keinen WesternSlang, niemand spuckt Tabak. Zudem sind die Charaktere vielfältiger: Denzel Washington in der Hauptrolle, an seiner Seite Lee Byung-hun, ein Südkoreaner, Manuel Garcia-Rulfo, ein Mexikaner, und Martin Sensmeier mit indianischen Wurzeln. Wie hast du deine sieben gefunden? Das war nicht einfach. Ich musste zunächst mal Denzel auf ein Pferd bekommen. Dann suchten wir einen neuen Steve McQueen und fanden ihn in Chris Pratt, der viele andere Angebote hatte, aber auf Western abfährt. Ich wollte auch Ethan Hawke und Denzel wieder zusammenbringen (beide spielten in Fuquas „Training Day“ [2001]; Anm.). Als Ethan das hörte, war er sofort dabei: „Egal was für eine Rolle, ich mache es.“ Die glorreichste Szene im Film? 200 Pferde stürmen Richtung Stadt auf das große Finale zu. Es war großartig, die Szene aus mehreren Perspektiven zu filmen. Mein Favorit sind aber die Jungs, als sie die Straße entlangschreiten und einen Plan aushecken, um die Stadt zu beschützen – das sind für mich die glorreichen Sieben! Und dann noch James Horners letzter Soundtrack … Ich war am Boden zerstört, als er starb. Er hinterließ mir aber ein Geschenk: sieben Songs zum Skript. Als ich sie meiner Crew vorspielte, waren alle begeistert. Ich hab keine Ahnung, wie er das gemacht hat – er sah keine einzige Sekunde des Films. „Die glorreichen Sieben“ starten am 29. September im Kino.

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PSEUDO-COWBOYS

„Die sieben Samurai“, weniger glorreich nachempfunden. „¡Drei Amigos!“ (1986) Gleiche Story, statt sieben glorreichen Kämpfern sind es aber drei Vollpfosten, verkörpert von Chevy Chase, Martin Short und Steve Martin. Der Film schuf das neue Subgenre „Schauspieler versuchen sich als Helden“ („Galaxy Quest – Planlos durchs Weltall“, „Das große Krabbeln“, „Tropic Thunder“). „Sador – Herrscher im Weltraum“ (1980) Executive Producer Roger Corman nannte es „Die glorreichen Sieben im All“. Aus der Originalbesetzung spielte Robert Vaughn, der Soundtrack kam von James Horner. Newcomer James Cameron übernahm die Spezialeffekte.

Vincent statt Morpheus Als Fan der 70er-Comicreihe „Luke Cage: Hero for Hire“ hätte Quentin Tarantino in den frühen 90ern fast einen Film über seinen Helden gedreht – und wollte Laurence Fishburne dafür. Zum Glück schwenkte er dann auf „Pulp Fiction“ um.

„The Ridiculous 6“ (2015) Adam Sandlers Westernkomödie hatte mehr mit dem Titel gemein als beabsichtigt. Die Zuschauer verliehen 0 % auf Rotten Tomatoes.

Nicname Nicolas Cage hieß ja mal Coppola und ist der Neffe von Regisseur Francis Ford Coppola. Weil er es allein schaffen wollte, nahm Comicfan Nic den Superhelden-Nachnamen an. Mit Marvel ist er ohnehin vertraut: Er spielte Ghost Rider und fast auch Superman. Die neue Serie „Luke Cage“ kommt am 30. September auf Netflix. netflix.com

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PICTUREDESK.COM(3), GETTY IMAGES

FILM

Viele Schauspieler kämpften schon um die Rolle des Marvel-Superhelden mit unzerstörbarer Haut – aber keiner so hartnäckig wie Isaiah Mustafa (der in den USA für Old Spice wirbt). Er produzierte einen Fan-Trailer mit sich in der Hauptrolle und stand sogar für eine Marvel-Parodie zur Verfügung.


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ACTIVE WEAR

ANZIEHUNGS-ANZIEHUNGS KRAFT Früher gaben Arbeitskleidung und militärische Uniformen die Richtung vor für das, was uns die Fashion-Industrie auf den Leib schneiderte. Heutzutage ist der Sport Trendsetter für technologischen und modischen Fortschritt.

Ed Scott gründete seine Firma 1958 mit dem ersten Alu-Skistock. Aktueller Stand der Evolution: dieser 25 Icon Hoody. scott-sports.com

Meere retten geht auch so: Im Ocean Crew Sweater verwendet O’Neill Eco-Textilien aus angespülten Plastikflaschen. oneill.com

Ob Pullunder, Socken oder dieses Men Originals Tennis Tee: Argyle-Look garangaran tiert zeitlos sportliche Optik. adidas.com

Das Polohemd wurde für Tennisspieler erfunden. Dieses Exemplar darf man auch abseits des Courts tragen. olymp.com

SHIRTS Atmungsaktives und schnell trocknendes Gewebe im Colour-Blocking-Look: Dry-PiquéPoloshirt mit Technikstudium. uniqlo.com

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Das T-Shirt als (zu Recht) gut verstecktes Unterhemd hat ausgedient. Und Sweatshirts sind nicht mehr der Grund, weshalb man beim Training ins Schwitzen kommt. Mit Schick haben sich die Nützlinge und ihre Träger emanzipiert: Ob Büro oder Nachtclub, sie sind überall zu finden.

„Athletic Grey“ färbt oft Militär-Trainingskleidung, der Mont Blanc Raglan Sweater steht auch Pazifisten gut. howl-london.com

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ACTIVE WEAR

HOSEN Jogging- und Trainingshosen sind schon längst in. Aber erst seit dem Athleisure-Boom musst du nicht mehr Kanye heißen, um sie auch in einem schicken Restaurant tragen zu dürfen.

Diese Arbeitshose der Skateboarding-Kollektion zeigt, wie gekonnt Levi die Mottos Arbeitskleidung und Jugendkultur vereint. levi.com

Famaro Tourenhose: für den schnellen Ausund Einstieg top – der lange Ventilationszipp am Oberschenkel. northland-pro.com

Die tailliert geschnittene Trainingshose Trefoil Football Club bringt Käfig-Kick-Schick in den neuen Athleisure-Trend. adidas.com

Die federleichte (153 g) Alpine Houdini schützt vor Wind und Wetter, bleibt dabei aber atmungsaktiv. patagonia.com

Eden Sweatpants im zeitlosen Frottiergewebe der US-Militär-Sportkleidung machen auch unsoldatisches Leben gemütlich. finisterre.com

Die Sweatpant Todd Snyder X Champion Classic ist schlicht zu : zu gemütlich für schicke Orte. Zu schick für gemütliche Orte. toddsnyder.com

Belvidere Pant: ideal für den TV-Nachmittag wie für den Abenteuerausflug. Plus: Sie passt in ihre eigene Seitentasche. burton.com

Moto Sweatpants mit geripptem Kniepolster und elastischem Beinabschluss werden in Los Angeles von Hand genäht. aviatornation.com

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THE RED BULLETIN


ACTIVE WEAR Was Adidas draufhat, beweist einmal mehr der Ultra Boost Uncaged: Primeknit-Obermaterial sorgt für sockenähnliche Passform, die Stretchweb-Außensohle holt maximale Energie aus jedem Schritt. adidas.com

Der Air Huarache Ultra ist ein Revival des Nike-Klassikers von 1991. Besonderheit: Die Mittelsohle übernimmt auch die Funktion der Außensohle und macht den Schuh unfassbar leicht. nike.com

DynaFlyte? Klingt mehr nach Kampfjet als nach Schuh – hier aber aus gutem Grund. Denn Asics’ Impact Guidance System lässt den Fuß bei jedem Schritt schneller abrollen. asics.com

SCHUHE Vom Converse All-Star bis zum Nike Air Jordan: Sneaker haben Sport und Mode nachhaltig geprägt. Revolutionen in Material und Technik heben die aktuellen Modelle auf das nächste Style- und Performance-Level.

Die ersten Vans Sk8-Hi kamen 1978. In fast vierzig Jahren haben sich die Skate-Klassiker kaum verändert: Canvas-Obermaterial, Schaft und Wa≠elsohle sind gleich cool geblieben. Skaterhimmel! vans.com

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Auch zwanzig Jahre nach seinem Launch ist der Instapump Fury OG mit der verblüffenden „The Pump“-Technologie und dem großartigen Design noch so stylish und angesagt wie am ersten Tag. reebok.com

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ACTIVE WEAR

ACCESSOIRES Zu stilsicherem und funktionellem Sport-Equipment gehört mehr als Sto≠ und Nähte. Ob Fitness-Uhren, Sport-Sonnenbrillen oder Backpacks: Diese Accessoires dürfen bei keinem deiner Abenteuer fehlen.

Vor über einem Jahrhundert begann Julbo mit dem Bau von Brillen, damals zum Schutz der Augen von Kristallsuchern in den Bergen rund um Chamonix. Diese Version brilliert am Strand. julbo.com Der robuste Woodford Daypack macht beim Hipster-Flohmarkt ebenso gute Figur wie auf freier Wildbahn. jack-wolfskin.com

Die Fitbit Blaze vereint alle wesentlichen Fitness- und Tracking-Funktionen in einer wirklich schicken Smartwatch. fitbit.com

Die Baseballkappe ist die Ikone alltagstauglicher Sportswear – ganz besonders natürlich in zeitlosem Grau. soliver.eu

Sensoria Smart Socks sind wirklich clever: Eingebaute Sensoren senden Schrittzahl und Tempo an eine App. sensoriafitness.com

Bei Kälte wärmt eine klassische Haube am besten. Kann durch den gerollten Rand kurz und lang getragen werden. salomon.com

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Wenige Brands kombinieren Extremsport und High-End-Style so smart wie Nixon – hier am Beispiel des Gürtels Enamel Icon II. nixon.com

THE RED BULLETIN


ACTIVE WEAR

Exo 3L Finn: Verschweißte Nähte (Wasser(Wasser säule: 15.000 mm) halten das garstige WetWet ter garantiert draußen. northland-pro.com

Ortles Hybrid Jacket: Der hoch geschnittene Kragen lässt bei der Bergtour garantiert kein Wasser an den Körper. salewa.at

Series One: enger Schnitt für perfekte BeBe wegungsfreiheit, scharfer Look als Extra obendrauf. reebok.com

Hoodie Xenox X mit PrimaLoft-Füllung: isoliert für die Polar-Expedition, designt für den Stadtspaziergang. rab.equipment

Legacy Insulator: Dichtes Fleece-Gewebe und Einsätze mit PrimaLoft-Isolierung lassen dem Nordwind keine Chance. hellyhansen.com

JACKEN Golis Polartec Jacket: wetterfest, komfortabel und vor allem sehr warm bei sehr wenig Gewicht. buffwear.com

THE RED BULLETIN

Der Anorak war einst ein biederes Symbol der Zweckmäßigkeit: Er hielt warm und trocken – und das sah man ihm auch an. Hightech-Materialien und moderne Ästhetik machen aus der neuen Anorak-Generation wahre Vorzeigeobjekte.

Der Anorak des X-Games-Champions Seb Toots macht dich nicht zum besseren, aber zum hübscheren Snowboarder. oneill.com

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ACTION

„Ich kenne je­ den Kurs, jede Kurve, jeden Kieselstein.“ Aaron Gwin (USA), 28, drei­ facher Downhill­Weltcup­ Gesamtsieger Der Downhill­Kurs in Andorra beginnt relativ locker, aber das ändert sich bald. Und radikal.

RED BULL TV

IM KAMPF DER ELEMENTE

Der TV-Monat bringt Andorras Berge, südafrikanische Monsterwellen, Waliser Erde und Live-Musik auf deinen Bildschirm.

UCI MOUNTAIN BIKE WORLD CUP LIVE 3. & 4. SEPTEMBER Antritt für den UCI Mountain Bike World Cup im Skigebiet Vallnord, Andorra. Die Fahrer erwartet ein schneller, ruppiger Downhill-Run, Cross-CountryAthleten kämpfen zusätzlich mit der Höhenluft. 3. September, 14:30: DHI Damen und Herren; 4. September, 11:00: XCO Damen; 14:00: XCO Herren

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CULTURE RED BULL TV-HIGHLIGHTS

BESTIVAL MUSIC FESTIVAL

LIVE 9. – 11. SEPTEMBER, 18.00 2004 rief der legendäre DJ Rob da Bank das Festival auf der Isle of Wight ins Leben. Das Bestival präsentiert das perfekte Line-up für „Season of Festivals“ von Red Bull TV.

RED BULL HARDLINE

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL Red Bull TV ist ein innovativer Multi-Platform-Channel mit unterhaltsamem, inspirierendem Programm „beyond the ordinary“. Red Bull TV ist auf einer Vielzahl von Geräten jederzeit und überall zu sehen. Alle Infos: redbull.tv

THE RED BULLETIN

SVEN MARTIN/RED BULL CONTENT POOL(2), BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, STEVE STILLS/RED BULL CONTENT POOL, BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, ERIK VOAKE/RED BULL CONTENT POOL

LIVE 18. SEPTEMBER, 21.00 Die besten Mountainbiker der Welt messen sich in Dinas Mawddy, Wales, auf dem wohl härtesten Downhill-Kurs des Jahres.

LET’S BE FRANK

PREMIERE: 19. SEPTEMBER Es ist ziemlich geheim, wohin es den südafrikanischen Surfer Frank Solomon jedes Jahr für fünf Monate zieht. Klar ist: Es geht um das große Ganze, Reisen und Wellenreiten mit quasi null Budget.

AUSTIN CITY LIMITS MUSIC FESTIVAL

LIVE 30. SEPTEMBER – 2. OKTOBER, 21.00–05.00 Austin, Texas, ist eine Livemusik-Metropole. Warum das so ist? Sieh dir einfach den Event im Zilker Park an. 2016 spielen hier LCD Soundsystem, Kendrick Lamar und Radiohead, um nur einige zu nennen.

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ACTION

EVENTS SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen

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August NordseeMan & NordseeWoman Der ideale Triathlon für Einsteiger. Mit ­Bewerben wie dem Volks- und dem Mittel­ triathlon (auch als Staffellauf) sowie dem Paratriathlon für Behindertensportler. 13. und 14. 8.; ­Wilhelmshaven

19.  – 21.  August NitrOlympX Hockenheimring, Baden-Württemberg Dieses wichtigste Dragsterrennen außerhalb der USA bietet packende Duelle der 15.000 PS starken Höllenmaschinen über die Viertelmeile, die in weniger als einer Sekunde von 0 auf 100 km/h fauchen. Die schnellsten Motorsportler der Welt begeistern hier jährlich 50.000 Fans. Highlights 2016: die Zweikämpfe in der Top-Fuel-Königsklasse (bis zu 500 km/h) und die Saturday Night Show mit Stunts, Showruns und krachenden Burnouts bei Flutlicht.

25.  – 28.  August Pangea Festival

18.  – 21.  August ADAC Rallye Deutschland

Pütnitz an der Ostsee

Trier

Sport, Musik, Kultur … und Kindsein – vereint im Rahmen eines ganz speziellen Festivals: Hier hüpfen Erwach­sene in Luftburgen, sprayen eigene Gra≠iti, skaten oder feiern zu Live-Acts wie den Orsons gehörig ab. Bild: die Mainstage, eine von ­insgesamt fünf Pangea-Bühnen.

Kampf der weltbesten Rallye-Piloten um wertvolle WM-Punkte: Die in der Region um Trier ausgetragene ADAC Rallye Deutschland bietet den Fans (200.000 werden vor Ort erwartet) nicht nur spektakuläre Drifts und Jumps, sondern auch viele attraktive Neuerungen. Etwa die Wertungsprüfung ­Ollmuth: ein Rundkurs in Trier-Nähe mit unzähligen Naturtribünen entlang der Stecke. Die Favoriten? Der Belgier Thierry Neuville (Trier-Sieger 2013) sowie der aktuelle WRCWeltmeister Sébastien Ogier (Bild).

3. und 4. September Red Bull Air Race Lausitzring, Brandenburg 2010 – vor 45.000 Fans – machte das Red Bull Air Race zuletzt in Deutschland Station: Nun kehrt der 370 km/h schnelle, ultimative Motorsport der Lüfte an den Lausitzring zurück. Einer der Sieg­ anwärter: Lokalmatador Matthias ­Dolderer (Bild), in diesem Jahr der WM‑Favorit. PS: Das Rennen ist am 4. 9. live auf redbull.tv zu sehen.

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15

August Red Bull Mind Gamers Gefragt: Kreativität, L­ ogik, Gedächtnis. Red Bull Mind Gamers steht für eine internationale Spiele-Challenge (mit Weltfinale 2017), bei der du dich in Sachen Scharfsinn mit anderen messen darfst. Start der „Single Player ­Online Quali“: am 15. 8. Infos: redbullmind gamers.com

2

September Sunn O))) + Big Brave Pflichttermin für ­Freunde gepflegten Lärms: Die in Mönchskutten auftretende USKult-Combo des DroneDoom-Genres gilt als ­lauteste Live-Band der Welt. Brachiale Gitarrenriffs! Kulturzentrum Schlachthof, Wiesbaden

HOCKENHEIM-RING, ANDREAS LANGREITER/RED BULL CONTENT POOL, LARS JACOBSEN

Schnelle Reaktion gefragt: Start eines Dragster-Duells beim NitrOlympX 2015

THE RED BULLETIN

21.07.16 13:31


Danke zum Off-Road * Markensieg!

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* Platz 2 und 3 bei der „Geländewagen des Jahres“-Wahl der Off-Road (Kat. Sidy-by-Sides bzw. RGR). Abbildung dient der Veranschaulichung, verkaufte Fahrzeuge können im Detail abweichen.

DAS BESTE. NUR SCHNELLER.


ACTION

HOW TO

3

Beobachte Pflanzen

4

Achte auf die Elemente

5

Erkenne Gefahr am Wellengang

6

Meide nächtliche Expeditionen

„Beobachte die Vegetation an feuchten Plätzen und an trockenen. So kannst du anderswo an der Flora erkennen, ob das ein feuchter oder trockener Platz ist – auch wenn er das im Moment nicht sein sollte. So kannst du eine Art Feuchtigkeitskarte erstellen. Und noch ein Tipp: Bäume wachsen waagrechter auf der Südseite eines Hügels und senkrechter auf der Nordseite.“

„Die Tuareg-Nomaden zeigten mir: Wenn Wind über Sand weht, entstehen ungleichförmige Rippelmarken – auf der windzugewandten Seite sind sie flach, auf der windabgewandten tief. Dasselbe Spiel am Strand: Bei ungleichmäßigen Rippeln fließt Wasser von der flachen zur tiefen Stelle, aber nicht zurück. Ungleichmäßige Rippel mit flacher Oberfläche deuten auf Tidengewässer hin, gleichmäßige Rippel sind ein Zeichen von Wellenbrechern. Willst du ins Wasser, achte nächstes Mal darauf. Noch ein Tipp: Wenn an einer Stelle das Wasser nur rausströmt, solltest du dort nicht schwimmen – es handelt sich oft um eine gefährliche Rippströmung.“

Klar, GPS und Navis sind super, aber: ohne Akku? Wenn du also in der Wildnis bist, dann vergiss Google. Und denk an Gooley. An Tristan Gooley, Abenteurer und Autor von „Der natürliche Kompass“. Von der Berechenbarkeit modernen Reisens gelangweilt, lernte er von den Inuit, Tuareg und Dayak, Borneos indigenem Volk, sich bei der Navigation auf die Natur zu verlassen. „Die Natur“, sagt Gooley. „ist mir heute ein Wegweiser.“ Seither führte er Expeditionen auf fünf Kontinenten und überflog und durchsegelte solo den Atlantik. Sein Know-how bringt dich nicht nur sicher zurück, es zeigt dir auch den Weg zu dir selbst: „Wenn mich auf einem Marsch Sterne, Bäume und Tiere leiten, erlebe ich denselben Nervenkitzel wie als Knirps im Schlauchboot.“ naturalnavigator.com

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Lerne zuerst zu sehen …

„Unser Gehirn registriert zuerst Bewegungen, weil sie Gefahren oder Chancen bedeuten. Erst dann erkennen wir Formen und Farben. Dieses Verhalten lässt sich aushebeln. Wenn du von links nach rechts blickst, schaltet dein Gehirn auf Autopilot, das haben wir vom Lesen. Wenn du jedoch von rechts nach links blickst, wirst du aufmerksamer – die Augen senden Signale auf andere Weise ans Gehirn, damit es besser aufpasst.“

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… und dann höre auf zu sehen

„Zum Bestimmen der Windrichtung schließt du die Augen und drehst den Kopf so lange, bis du den Wind gleichmäßig auf beiden Seiten der Nase spürst. Lass deine Augen geschlossen und fahr mit einem Karateschlag durch den Wind – die Hand sollte sich beidseitig kalt anfühlen. Öffne deine Augen – der Wind kommt aus jener Richtung, in die deine Hand zeigt. Wetterumschwünge werden dich jetzt nicht mehr überraschen.“

„Die Reflexion der Abendsonne im Wasser trägt Information in sich: je breiter, desto höher die Wellen. Die Reflexion ist oft ungleichmäßig, an diesen Stellen herrscht rauer Seegang oder stärkerer Wind. Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch bei Mondschein auf hoher See oder bei einer Straßenlaterne an einem Dorfteich.“

„Die Tuareg sind nie nachts unterwegs. Den Grund dafür zeigten sie mir auf einem Spaziergang, als sie mich nach dem Rückweg fragten. Ich wusste nicht weiter, obwohl ich die Grundregeln befolgte. Ich wusste um die Himmelsrichtungen. Mir war klar, dass wir 20 Minuten lang in eine Richtung und 20 weitere nach Westen liefen – aber der Mondschein verändert die Landschaft dramatisch. Der Mond muss sich nur um 15 Grad verschieben, und schon ist die Wüste ein anderer Ort.“

THE RED BULLETIN

MARK THOMAS

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Wo steht deine traumvilla?

Schlaue Füchse, ja.

Höllenhunde sind mir lieber.

am Ballermann

„Hölle, Hölle, Hölle“

Auch Kuschelrocker sollten sich abreagieren. Wo ist die Wo ist der Tanzfläche? Torwart?

am Mars

Well done. Kann Blutig. kein Blut sehen. Triefend.

Ich gegen den Rest.

Einer für alle. Alle für einen.

Ich laufe, laufe, laufe.

Solange ich gewinne, ja!

Du bist gern im gruenen? Mit Salat. Ohne Fleisch.

Du musst Aggressionen abbauen.

Nur wenn mein WLAN zickt.

Steigert die Lebens­ energie.

Dein Lieblingsfilm?

Dafür gibt es Shooter!

Dein Ziel? Weltmeister­ schaft

in Frankreich

Bist du ein Teamplayer?

Wie isst du dein Steak?

Himmel oder Hoelle? „Stairway to Heaven“

Konsolen

„Resident Evil“

Egal, solange die Action stimmt.

„Indiana Jones“

In der Arena herrscht krieg?

Du stehst gern im Mittelpunkt?

Du Jagst verlorene Schaetze?

Was sonst?

Die Welt ist Weltherr­ nicht genug. schaft

Kicken vereint.

Alle sollen Hauptsache, mich sehen. meine Waffe ist im Bild.

Her mit dem Piratengold!

Ich jage Dämonen!

Womit schiesst du am besten? Discokugel

„RATCHET & CLANK“ (SONY) Dein Motto: Fuchsjagd einmal anders. Rette mit deinem rebellischen Roboterfreund nicht nur die Welt, sondern die ganze Galaxie.

Fuß

„FIFA 17“ (ELECTRONIC ARTS) Dein Motto: Die Welt ist ein Ball. Der Fußball­Klassiker geht in die nächste Saison. Mit noch mehr Spielspaß. Er­ scheint am 29. September.

Pistole

„UNCHARTED 4“ (SONY) Dein Motto: Wo ist mein Schaaatz? Gehe als Nathan Drake auf Piraten­Schatz­ suche in feinster Action­ und Adventure­Manier.

Sturmgewehr

„DOOM“ (ZENIMAX) Dein Motto: Ich schieße, also bin ich. Schicke im Remake des Retro­Ego­Shooters die Dämonen zurück in die Hölle. Am besten mit viel Munition.


DADDEL DICH ZUM KAPITÄN! DIE PLAYSTATION 4 MACHT DICH UND DEIN TEAM ZU HIMMELSSTÜRMERN. ABHEBEN! THRUSTMASTER T.FLIGHT STARTER PACK Ein guter Captain benötigt das beste Steuer: den T.Flight Hotas 4-Joystick. Im Starterpaket: das Online-MultiplayerFlugspiel „War Thunder“. Gewinne Luftschlachten in den Weiten des Internets. PERFEKT FÜR DICH, WENN … … dein Himmel keine Grenzen kennt.

HOUSTON?! WANN WIRD ZOCKEN ENDLICH OLYMPISCH??

DIE BIRNE AN! WAS WÄRE, WENN die Olympischen Spiele neue Disziplinen bräuchten? DER GEISTESBLITZ SAGT: Olympische Sportarten kommen und gehen. Ehemalige Disziplinen: Baseball, Polo oder Tauziehen. In Rio 2016 erstmals olympisch: Golf. Und Rugby ist zurück (nach 1924). Wir nominieren daher o∞ziell die Sportarten der Zukunft. Die Chancen stehen gut, dass sie bereits bei den Sommerspielen 2020 in Tokio an den Start gehen.

MONITORSTOSSEN Wirf den alten Röhrenmonitor, so weit du kannst. Das Spielfeld: die Müllhalde. Der Preis: Gratisentsorgung.

THRUSTMASTER GAMING HEADSET

TechSpecs Plug&Play-Joystick // Inkl. Game "War Thunder"/7 Tage Premium Account/500 Golden Eagles Spielwaehrung // fuer PS4/PC

Deine Fliegerstaffel braucht dich. Erteile deiner Mannschaft Kommandos mit dem Headset Y-300CPX. Und alles ist wieder klar – das Höhenrauschen, das Motorengebrüll und deine Stimme. Angriff! PERFEKT FÜR DICH, WENN … … du gern Schallmauern durchbrichst.

TechSpecs Richtmikrofon // 4-m-Kabel mit Multifunktionssteuerung // fuer PS3 + 4/Xbox One + 360/ Nintendo/PC/Mac

TechSpecs AMD x86-64 "Jaguar“/8-Core-Prozessor // 8 GB RAM // 500-GBFestplatte // 1 DUALSHOCK 4 Wireless Controller

SCUDO Stürz deinen Gegner vom selbst balancierenden Scooter. Nur nicht den Boden unter den Rollen verlieren.

STAUBSAUGERFECHTEN Sauge wie ein Ghostbuster. Der Verlierer des Duells hat wohl blaue Flecken, aber er ist fusselfrei.

PLAYSTATION 4 500 GB Die neue PS4 verwandelt deine Couch in ein Cockpit. Ihr Triebwerk ist um zehn Prozent leichter und verbraucht um acht Prozent weniger Treibstoff. Ready for Take-o≠? Die Flugshow kann beginnen. PERFEKT FÜR DICH, WENN … … deine Konsole Schubkraft braucht.

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WASCHKETBALL Der Ball muss mit einem sauberen Wurf in die Waschmaschine. Nein, der Wäschekorb wäre zu einfach.


MAKES YOU FLY

Was macht ein fünffacher X-Games-Sieger, wenn ihm nach neuen Inspirationen ist? Er baut sich einen eigenen Bike Park. Und was, wenn es sich dabei um den venezolanischen Superstar Daniel Dhers handelt? Dann baut er ihn sich aus Salz. In der 10.000 Quadratkilometer großen Salztonebene Salar de Uyuni im Hochland von Bolivien fand sich jede Menge entsprechendes Baumaterial. instagram.com/danieldhers

BMX-Künstler Daniel Dhers, 31, testet seine Quarterpipe aus Salz auf 3600 Meter Seehöhe.

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 13. SEPTEMBER 2016. 110

THE RED BULLETIN

CAMILO ROZO/RED BULL CONTENT POOL

SALAR DE UYUNI, BOLIVIEN, 11. APRIL 2016

„Lunge und Augen brennen, der Rachen kratzt: ein geiler Tag.“


Silhouette International Schmied AG / Austria, Made under licence from adidas AG © 2016 adidas AG. adidas, the Badge of Sport and the 3-Stripes mark are registered trademarks of the adidas Group. Silhouette International Schmied AG / Autriche, faite sous licence de adidas AG © 2016 adidas AG. adidas, l’insigne du sport et le logo 3-Barres sont des marques déposées du Groupe adidas.

B U I LT F O R S P E E D ZO N Y K P R O

W ENN JEDE SEK UNDE Z Ä HLT, IS T DIE ZON Y K PRO DIE ERS T E WA HL , D A NK IHRE S A EROD Y N A MIS CHEN S CHEIBEN- UND R A HMENDE SIGNS.

ER W EI T ERE DEINEN HORIZONT. S T EIGERE DEINE LEIS T UNG.

ADI DAS.C O M / EYE W E A R


The Red Bulletin September 2016 - DE  
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