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ÖSTERREICH

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

REBEL SPECIAL DIE FRAU, DER

PETE BETHUNE

DER JAMES BOND DER MEERE jagt Tierschmuggler auf hoher See

EDWARD SNOWDEN TRAUT,

EXKLUSIV PORSCHE-911PROTOTYP

F1-Star Mark Webber testet den GT3 RS

und zehn weitere Menschen, die Mut beweisen

Laut Steven Spielberg ist das der neue Indiana Jones

CHRIS PRATT TEX RUBINOWITZ über Foto-Tote, Elton John und Bitteren Honig

Von der Stripperbühne in die Stratosphäre Hollywoods

JULI 2015 € 2,50


Erfrischender als jeder

Boxenstopp. RAUCH, offizieller Partner von Infiniti Red Bull Racing.


DIE WELT VON RED BULL

54

SEESCHLACHT

Neun Monate, 38.739 Seemeilen: an Bord des Volvo Ocean Race, des Härtetests der Weltmeere.

PETER YANG (COVER), AINHOA SANCHEZ/VOLVO OCEAN RACE

WILLKOMMEN! Wir lieben Menschen, die sich nicht darum kümmern, was man von ihnen erwartet. Die Bewährtes hinterfragen. Autoritäten ­herausfordern. Hierarchien umkrempeln. Träumen folgen statt Plänen. Denn sie sind es, die die Welt verändern. Einige von ­ihnen lernen Sie auf den folgenden Seiten kennen: von Umweltkämpfer Pete Bethune bis zu Chris Pratt, der es vom Stripper zum Hollywoodstar brachte. Und natürlich MotörheadSänger Lemmy Kilmister, der uns im Interview auch die großen Geheimnisse des Showbiz verriet: „Man bleibt erfolgreich, ­indem man auf Trends pfeift.“ – „Ist das alles, Mister Kilmister?“ – „Klar.“ Viel Vergnügen mit diesem Heft! Die Redaktion THE RED BULLETIN

„Ich bewarb mich für praktisch jeden Film, in dem ich nicht zu sehen bin.“ CHRIS PRATT, SEITE 64

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JULI 2015

AUF EINEN BLICK

70

GALLERY 10  AUGENBLICKE des Monats

NACH MONTE CARLO

BULLEVARD

Über Geduld und Umwege: Beim Red Bull X-Alps ist der Schlaueste der Schnellste.

17  REBELS Konventionen? Ach was. Diese Menschen gehen ihren eigenen Weg.

FEATURES

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Der Kampf des neuseeländischen Umwelt-Rebellen.

46 Mark Webber

Ein Vollgas-Ausflug mit dem Vorserien­ modell des Porsche 911 GT3 RS.

DIE REBELLEN KOMMEN

Wie man die Welt rettet, zum Beispiel durch Rennfahren: Leilani Münter und andere Rebellen im Schwerpunkt.

80

34

54 Volvo Ocean Race

UM DIE WELT

64 Chris Pratt

An Bord beim unbarmherzigen Rennen über die Weltmeere.

Er gab Karriere und Familie auf, um Umweltverbrecher zu jagen. Die Geschichte des Pete Bethune und seiner Kämpfer.

46

Vom Stripper zum Hollywoodstar.

70 Red Bull X-Alps

Von Salzburg nach Monte Carlo, zu Fuß und per Gleitschirm.

76 Bernd Wiesberger

Wieso Österreichs Golf-Star sogar die Weltspitze ärgert.

ACTION! 79 WAS, WANN, WO, WOHIN Tipps für Reise, Abenteuer, Style, Musik, Kino, Games, Uhren und Events.

WER BRAUCHT EINE WELLE?

12 PS unterm Board machen richtig Spaß. Im westaustralischen Perth kann man Jetsurfen besonders gut probieren. 6



MILLIMETER UND VOLLGAS

Porsche 911 GT3 RS, Nürburgring-Nordschleife und ein flott gelaunter Mark „Man riecht die Bremsen“ Webber.

94 READ BULL  Tex Rubinowitz 96 IMPRESSUM 98 MAGIC MOMENT

THE RED BULLETIN

FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL, CHRIS MCPHERSON/AUGUST, JONAS BENDIKSEN/MAGNUM PHOTOS, GREG FUNNELL

34 Pete Bethune


BEREIT, DIE STRASSEN ZU EROBERN. DER NEUE JAGUAR XE. DIE SPORTLIMOUSINE NEU DEFINIERT. Der neue Jaguar XE ab dem 12.06. bei Ihrem Jaguar Partner. Die innovativste, effizienteste und dynamischste Jaguar Sportlimousine aller Zeiten. Mit der DNA des atemberaubenden Jaguar F-TYPE liegt Sportlichkeit in seinen Genen. Unter dem straffen, aerodynamischen Design verbergen sich eine komplett neue, fortschrittliche Aluminium-Architektur sowie modernste Technologien. Der neue Jaguar XE verbindet höchste Effizienz mit beeindruckender Performance. Vom komplett neuen Ingenium Motor ab 99 g CO2/km bis zum V6 Kompressor mit 250 KW (340 PS). Schon ab 37.000,– €2 inkl. 3 Jahren Garantie und Service.

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THE RED BULLETIN BACKSTAGE JULI 2015

CONTRIBUTORS MIT AN BORD

RÜDIGER STURM

Fotograf Bendiksen (re.) und Bethune im Pazifik

Im Versteck der Öko-Krieger Die Story des Neuseeländers Pete Bethune klingt unglaublich: Ein hochbezahlter Öl-Ingenieur schmeißt seinen Job, um in Südostasien Umwelt­ verbrecher zu jagen. Unbewaffnet. Mit einem Team ehemaliger Kommandosoldaten. Für unser RebelSpecial reisten Redakteur Andreas Rottenschlager und der norwegische Magnum-Fotograf Jonas Bendiksen in Bethunes Versteck auf die philippinische Insel Palawan. Und lernten, wie man illegale Fischerboote entert. „Captain Planet“, ab Seite 34.

Der Münchner ist Spezialist für ­Gespräche mit Oscar-Gewinnern und stilprägenden Regisseuren. Für uns analysiert er den Aufstieg des Schauspielers Chris Pratt vom ­Stripper zum Actionhelden. Seite 64.

LA IMPLACABLE MINT Nacida en el desierto de Las Vegas hace más de 40 años como una estrategia comercial, la carrera Polaris RZR Mint 400 Great American Off-Road atrae a los mejores pilotos a sus cientos de kilómetros de polvo, pero es la gente común, que la enfrenta con su propio bolsillo, lo que le da su encanto Texto: Cole Louison

Fotografía: David Harry Stewart

El principal evento del calendario anual de carreras off­road: la Mint 400 es despiadada.

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RED BULLETIN WELTWEIT The Red Bulletin erscheint ­aktuell in elf Ländern. In unserer Mexiko-Ausgabe begleiten wir das legendäre Wüstenrennen Mint 400 bei Las Vegas.

TEX RUBINOWITZ

Alle Ausgaben zum Download: www.redbulletin.com/howtoget

Der Deutsche gewann 2014 über­ raschend, schließlich kannte man ihn eher als Zeichner, den Ingeborg-Bach­ mann-Preis. Zeitgerecht zum 2015erWettlesen widmet er uns eine Story über Elton Johns Atem. Seite 94.

MAKING OF DAS SHOOTING DES MONATS

„ Schnelle Autos sind furchtbar romantisch.“ FOTOGRAF GREG FUNNELL Der Londoner Greg Funnell fotografiert stilvolle Porträts für die „Financial Times“ und „Vanity Fair“. Wir schickten ihn mit Mark Webber und einem Porsche 911 GT3 RS auf die Nord­ schleife des Nürburgrings. „Das GT Leben“, Seite 46.

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Im Kofferraum über die Rennstrecke: Greg Funnell visiert Mark Webber an.

THE RED BULLETIN


www.porsche-design.com

Mark Webber for Porsche Design fragrances


D U R BAN , S Ü DAFR I K A

MULTITALENT

KELVIN TRAUTMAN/RED BULL CONTENT POOL

Südafrikas Top-Triathlet Matt Trautman hat mit nur 30 Jahren eine erstaunliche Karriere hinter sich: Er startete als Wildwasser-Kajakfahrer bei der Junioren-WM, segelte in einer Mini-Yacht solo über den Atlantik, bevor er 2014 den Sport wechselte und als Triathlon-Rookie den Ironman Wales gewann. Dann heiratete er, beendete die Flitterwochen aber rechtzeitig, um in Kapstadt am Start des Wings for Life World Run zu stehen. Trautmans Blog: www.mattytrautman.com Bild: Kelvin Trautman



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HEIMTRAINER Der am Atlantik gelegene Badeort Balneário Camboriú ist berühmt für zwei Dinge: die welt­ weit einzige Seilbahn, die zwei Strände ver­ bindet, und Brasiliens ältesten FKK-Strand. Ein großer Sohn der Stadt macht von beidem jedoch wenig Gebrauch. Igor Amorelli, Sieger des Ironman Brasil 2014, schätzt das über­ dimensionale Trainingsbecken vor der Haustür. Dem Ironman folgen: twitter.com/igoramorelli Bild: Fabio Piva

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FABIO PIVA/RED BULL CONTENT POOL

SANTA CATARINA, BRASILIEN


HYD E R ABAD, I N D I E N

STRASSENKÜNSTLER

PREDRAG VUCKOVIC/RED BULL CONTENT POOL

Beim Formel-1-Showrun jagen Weltklasse-­ Piloten von einst und jetzt ihre Infiniti Red Bull Racing-Boliden über ganz normale Verkehrswege. David Coulthard dürfte dabei auf Hyderabads Necklace Road einen Speedrekord für die Ewigkeit aufgestellt haben: Das Radar zeigte 282 km/h. Coulthards lila Burnout war Zugabe – als Gastbeitrag zu Indiens Farbenfest Holi. Alle Formel-1-Termine: www.f1.com Bild: Predrag Vucˇkovic´



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Es ist doch nur ein Job. „Ich habe echt einen vielfältigen Job. Am liebsten bin ich ja Bäcker. Aber ich bin auch im Verkauf, im Marketing, mach die Personalplanung und den Einkauf. Ich halte einfach alles zusammen.“ Hans Martin Naglreiter – Inhaber der Bäckerei & Konditorei Naglreiter GmbH

Hans Martin Naglreiter ist mehr als ein Bäcker. Und für uns ist er mehr als ein Kunde.


THE IN T E L L U B RED

L E B E R LL E Y

L A I C , E N P E H S E I N E N M E N S C I E?

H W C . O H N C I R D U : N N N T A B ES GI LT RETTEN K BELLEN. E E R W E E I S D E R D E I GE N D I R D I E DAS Z

BLÄTTERE UM! ABER FOLGE NACH DIESEM BEFEHL NUR NOCH DEINEM EIGENEN GEWISSEN!

THE RED BULLETIN

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RE BE L YE L

”W I R M Ü S S EN

L:

D I E R E G E L N DER W IR T SCH A F T Ä ND ER N “ YES MEN WELTRETTENDE JA-SAGER

J DREIMAL FAKE? YES! 2004 Am 20. Jah-

restag des Unfalls im Dow-Chemical-Werk in Bhopal (Indien), bei dem tausende Menschen ums Leben kamen, übernimmt ein Konzernsprecher im TV die „volle Verantwortung“ für das Unglück. Dow Chemicals Aktienkurs stürzt ab.

2007 Zwei Ver­

treter von ExxonMobil stellen auf einer Konferenz das neueste Firmenprodukt vor: „Vivoleum“ – Öl, gewonnen aus mensch­ lichen Leichnamen.

2008 Eine Woche

nach Barack Obamas Wahlsieg wird eine „New York Times“Ausgabe verteilt. Auf der Titelseite steht: Der Irakkrieg ist be­ endet, und George W. Bush wird angeklagt.

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acques Servin und Igor Vamo­s hatten schon viele Jobs – Pressesprecher für Dow Chemical, Produktentwickler für Exxon­ Mobil, Herausgeber der „New York Times“. Das ­Problem dabei: Die Unternehmen wussten nichts davon. Servin und Vamos sind die Yes Men. Sie machen Satire. Aber dort, wo man sie nicht sofort erkennt: im echten Leben.

the red bulletin: Ihr habt in den letzten Jahren mehrere unglaubliche satirische Knüller geliefert. Warum kaufen euch die Leute das alles ab? yes men: Als wir als Dow Chemical ankündigten, das Richtige zu tun und Verantwortung für das BhopalUnglück zu übernehmen, war das eine „positive“ Ankündigung. Die Menschen wollten die Nachricht glauben, weil sie mit ihrem Empfinden von Gerechtigkeit übereinstimmte. Es war eine klassische Erlösungs­geschichte, die von einer Läuterung erzählte. Und bei den eher schaurigen und düsteren Aktionen? Da kommen andere Faktoren zum Tragen. Menschen neigen eher dazu, vermeintlichen Autoritäten und Experten zu glauben. Zudem passieren ständig furchtbare Dinge auf der Welt, was es leichter macht, ein weiteres furchtbares Ding zu glauben – und sei es noch so absurd. Ihr greift die Regeln des Wirtschaftssystems an, in dem wir leben. Was sollte sich ändern? Wir müssen die ökonomischen Regeln ändern, nach denen der

kurzfristige Profit über alles andere gestellt wird. Der Kapitalismus verlangt drei Prozent Wachstum, um nicht zusammenzubrechen. Aber wir haben nur einen Planeten und keine unendlichen Ressourcen. Wir müssen die Regeln so ändern, dass die Wirtschaft der Umwelt und den ärmsten Menschen zugutekommt. Sind die „Opfer“ eurer Scherze nicht auch irgendwie Rebellen? Die kommen im echten Leben ja davon mit ihren Gaunereien. Keinesfalls! Natürlich sind wir die Rebellen. Während unsere Satiren immer recht schnell aufgedeckt werden, erzählen die PR-Abteilungen uns jeden Tag ihre Lügen, ohne dass die entlarvt würden. Dagegen protestieren wir. Könnt ihr noch immer Aktionen durchführen, oder werdet ihr mittlerweile zu oft erkannt? Es geht immer noch. Und wenn wir erkannt werden, ist es umso lustiger, zu beobachten, wie manche Leute versuchen zu intervenieren. In ­unserem neuen Film „The Yes Men Are Revolting“ sieht man Jacques sogar verkleidet. Es ist die schlechteste Verkleidung der Welt. Wie haben sich eure Aktionen verändert, seit ihr vor 15 Jahren damit begonnen habt? Anfangs haben wir nur improvisiert. Aus Spaß. Und weil wir wichtige Themen in die öffentliche Diskussion bringen wollten. Jetzt denken wir uns bessere Strategien aus, um größere politische Bewegungen ­gezielt zu unterstützen. Was ist die beste Motivation für eine Rebellion? Liebe!

THE RED BULLETIN


J.B NICHOLAS/SPLASH NEWS/CORBIS(2)

Maßgeschneiderte Rettung exklusiv für Reiche: die SurvivalKugel für Manager im Falle eines Tsunamis

THE RED BULLETIN

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RE BE L YE L L: ”HÖRT GUT ZU

N ICH T S ZU SAG E! NIC“H H A BE

L: R E B E L Y E L ACH: NF ”ES IST SO EI CHSTEN“

LIEBE DEINEN NÄ

DANIEL NORRIS DER MILLIONÄR, DER KEINER SEIN WILL IN SEINER KUNST GEHT ES UM ...*

D

u musst dabei gewesen sein. Nur dann kennst du Tino Sehgals Kunst. Offizielle Fotos oder Videoaufnahmen gibt es keine. Nur Nacherzählungen. Kleine urbane Legenden. Zum Beispiel die von den Galerieaufsehern, die vor den Bildern an der Wand plötzlich zu tanzen und entzückt zu singen beginnen: „Oh, this is so contemporary!“ Oder die von dem kleinen Mädchen, das durchs Museum schlendert und wildfremde Besucher in tiefgründige Diskussionen über den Kapitalismus verwickelt. Oder die von der riesigen Menschenmenge, die plötzlich …* Tino Sehgal, geboren in London und aufgewachsen in Deutschland, schafft „konstruierte Situationen“, wie er seine Kunst nennt. Darsteller treten nach Anweisungen des Künstlers in Aktion, die umstehenden Menschen sind immer Teil des Werkes. Sehgal ist penibelst darauf ­bedacht, dass keinerlei Aufzeichnungen seiner Arbeiten gemacht werden. Katalogtexte oder Werkbeschriftungen? Macht er nicht. Klar: Gerade dann tauchen umso mehr verwackelte Handymitschnitte im Netz auf. Doch Sehgals Kunst ist und bleibt immateriell. Es geht immer um das Jetzt, das Überraschende. Nichts bleibt. Und obwohl – oder weil? – er sich so den gängigen Kriterien des Kunstmarktes widersetzt, legen Museen wie die Tate Modern in London oder das New Yorker Guggenheim zigtausende Euro für einen original Sehgal auf den Tisch. Ohne schriftlichen Vertrag übrigens. Man muss eben dabei ­gewesen sein.

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* Da steht ja nichts? – Genau! Darum geht’s hier. Denn sonst entgeht dir Sehgals Kunst: Sei dabei, wenn sie passiert!

D

aniel Norris betankt seinen Kleinbus. Für 20 Dollar. Dann fährt er los. So weit ihn das Benzin trägt. Er sucht sich einen Parkplatz für die Nacht, am besten irgendwo am Strand, macht sich auf seinem Gaskocher ein schnelles Dinner warm und chillt zur Musik aus dem Autoradio. Die Sonne versinkt im Meer. In der Nacht packt sich Norris in einen Thermo-Schlafsack. Am nächsten Morgen macht er sich auf die Suche nach einer Tankstelle. Das ist sein Alltag. Das pure Glück. Daniel Norris ist Pitcher bei den Toronto Blue Jays. Und Multimillionär. In einer Welt, die den Erfolg eines Sportlers am liebsten daran misst, wie hoch über der Realität schwebend er sein Privatleben verbringt, kommen Menschen wie Daniel Norris in Erklärungsnot. Kein LuxusPenthouse mit sieben Schlafzimmern? Kein Strandhaus in Kalifornien für die Saisonpause? Nicht mal ein fetter Flatscreen im Wohnzimmer? Ach ja – welches Wohn­ zimmer? Norris’ Zuhause ist sein Volkswagen Westfalia,

Baujahr 1978, den er sich um sein erstes Profi-Gehalt als Baseballer gekauft hat. Damals war er achtzehn, und die Blue Jays hatten ihm über Nacht zwei Millionen Dollar überwiesen. Norris taufte seinen VW „Shaggy“ – der Zottelige. An die staunenden Blicke seiner Umwelt hat sich Norris längst gewöhnt. Manche ­Passanten halten ihn für einen Obdachlosen. Viele Kollegen aus der Sportwelt einfach für einen Spinner. Aber aus Norris’ Sicht ist sein Lebensstil der richtige, der selbstverständ­ liche. Alles andere wäre für ihn unangemessen: „Was hab ich denn schon geleistet?“­

MLB Seit 2011 spielt

Danie­l Norris bei den Toront­o Blue Jays. Erst im Draft-Team, seit 2014 in der Major League Baseball.

Fastballer Norris ist Linkshänder und hat einen der schnellsten Wurfarme der Liga. Seine Bälle ­nähern sich dem Batter mit über 150 km/h. THE RED BULLETIN

WOLFGANG STAHR/LAIF, @DANIELNORRIS18

TINO SEHGAL


Christian Horner, Teamchef Infiniti Red Bull Racing

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L: RE BE L YE L N E F U A K IN E IM E B T ” SCH A L “

DEIN GEHIR N EIN!

LEILANI MÜNTER RASANTESTE RETTERIN DER WELT

CHRIS MCPHERSON/AUGUST/PICTUREDESK.COM

the red bulletin: Autorennen und Umweltschutz – wie passt denn das zusammen? leilani münter: Lange Reden zu halte­n vor Leuten, die ohnehin meiner ­Meinung sind, bringt nichts. Ich ver­­ ändere nur etwas, wenn ich die Sinn­ haftigkeit des Umweltschutzes Menschen nahebringe, die ganz anders denken. Als Racerin habe ich ein potentielles Publi­ kum von 75 Millionen US-Amerikanern. Wie bekehrst du die Ungläubigen? Ich tadle niemanden mit erhobenem ­Zeigefinger dafür, dass er einen Hummer fährt oder jeden Tag Fleisch isst. Ich zeige nur, wie ich es mache: Ich habe ein sexy Elektroauto mit Solarzellen am Dach. ­Jeden Tag kann ich 425 Kilometer fahren, ohne einen Dollar dafür zu bezahlen. Aber dein Rennauto fährt schon noch mit Benzin? Dafür adoptiere ich für jeden Rennstart einen halben Hektar Regenwald. Ich weiß, das ist nur eine symbolische Geste, aber ich kompensiere damit etwas vom CO²-Ausstoß eines Rennens. Wie kann jeder von uns die Welt in drei simplen Schritten besser machen? Erstens: auf Fleisch verzichten. Zweitens: erneuerbare Energien verwenden. ­Drittens: beim Einkaufen das Hirn einschalten.

ECO-RIDER Biologin, Model, Umweltaktivistin – und ARCA-Rennfahrerin. Eine Frau und ihr ­Elektroauto kämpfen gegen das Unrecht.

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THE RED BULLETIN


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: L L E Y REBEL

E R E I T E N I E ”T Ö T E D “ ! T S B L E S LIEBER

Der Chef im weißen Winterkleid: Magnus Nilsson auf dem Weg in die Küche

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THE RED BULLETIN


MAGNUS NILSSON PARTISAN DER KÖCHE

D PER-ANDERS/THE GUARDIAN

er ruhige junge Mann mit der Flinte schert sich nicht groß um das Spek­ takel, das um ihn tobt. Er macht doch nur das, was er kann: wahnsinnig gut kochen. Sein Restaurant Fäviken – in der gleichnamigen Siedlung in der Einsamkeit Nordschwedens – gilt heute als eines der besten der Welt. Magnus Nilsson hat uns die sechs Grundregeln ­seiner Kochkunst umrissen.

1. 2.

Es gibt keine Regeln. Das ist die wichtigste Rege­l von allen.

THE RED BULLETIN

Mach das meiste aus dem, was du hast. Fävi­ ken liegt sehr weit nörd­

lich, aber nicht am Nordpol. Unsere Umgebung ist reich an Landwirtschaft. Und relativ nahe am Meer. Anstatt in die Ferne zu schweifen, holen wir uns fast alles aus der unmittel­ baren Umgebung.

3.

Setz dir Grenzen. So kommt die Kreativität. Wir haben lange Winter hier. Aber Obst und Gemüse wollen wir auch dann nicht einfliegen. Wir legen viele unsere­r Lebensmittel ein. Die Texturen und Geschmacks­ nuancen, die die Produkte da­ durch bekommen, sind genial.

4.

Respektiere das Produkt. Ohne das perfekte Produkt nützt die beste Kochmethode gar nichts. Keine

Karotte wird durch die Zu­ bereitung noch karottiger.

5.

Nimm dir richtig Zeit. Manchmal braucht ein Produkt viel, manchmal wenig Zeit. Fermentation etwa dauert monatelang. Aber im Sommer servierst du Erbsen­ schoten am besten direk­t vom Stängel.

6.

Sei dir bewusst, woher dein Essen kommt. ­Jedes Stück Fleisch war mal ein Tier, das für dich ge­ storben ist. Tiere selbst töten? Ich tue es. Musst du aber nicht. Doch die Verantwortung für das Tieretöten an irgend­ welche riesigen Unter­nehmen abgeben? Das solltest du wirk­ lich nicht tun. 25


REBEL YELL: M E T S Y S D L E G N E U E N M E IN E N A ” IC H H A B E M A L AUS!“

G E A R B EIT E T. P ROB IER T E S

SATOSHI NAKAMOTO ANONYMES FINANZGENIE

1.  N ovember 2008. 1 BITCOIN = 0,00 US-$

BITCOIN ist ein anonymes und sicheres Zahlungsmittel im Netz, das 2008 aus dem Nichts geschaffen wurde. Mit dem Vertrauen in die digitale Währung stieg im Lauf der Zeit auch ihr Wert in „echtem“ Geld.

„Ich habe an einem neuen, elektronischen Geldsystem gearbeitet, das vollständig im Peer-to-Peer-Verfahren funktioniert“, so beginnt der Eintrag, den die Mit­ glieder einer obskuren Kryptographie-Mailingliste ­eines Morgens zugeschickt bekommen. Der Absender: ein gewisser Satoshi Nakamoto. Er beschreib­t eine neue Art von Währung, die auf einem Computernetzwerk und einem raffinierten Verschlüsselungssystem basiert. Nakamoto nennt dieses System Bitcoin. „Probiert es mal aus“, schreibt Nakamoto. In den folgenden Jahren werden Millionen Menschen genau das tun.

18. Mai 2010. 1 BITCOIN < 0,004 US-$ Bitcoin wird zum ersten Mal als Zahlungsmittel ­verwendet: Ein Mitglied des Forums bitcointalk.org lässt einem anderen zwei Pizzen liefern – im Tausch für 10.000 Bitcoins. (Nach heutigem Kurs wären das etwa 2,5 Millionen Dollar.) Satoshi Nakamoto lässt sich aber immer seltener online blicken. Bald zieht er sich komplett zurück. Und beantwortet keinerlei E‑Mails mehr. Der Mythos um den Bitcoin-Erfinder entwickelt ein Eigenleben.

” IN 20 JAHREN WIRD ES EINE

RIESIGE GELDMENGE IN BITCOINS GEBEN. ODER GAR KEINE “ 26



10.  O ktober 2011. 1 BITCOIN = 4,25 US-$ Der Autor Joshua Davis begibt sich für das Magazin „The New Yorker“ auf die Spur von Satoshi Nakamot­o. Davis’ Recherchen führen ihn zu Michael Clear, einem damals 23-jährigen Kryptographie-Studenten aus Irland. Doch der dementiert sofort: „Ich bin nicht ­Satoshi – und wenn ich es wäre, würde ich es nicht zugeben.“ Im Netz häufen sich die Spekulationen über Nakamotos Identität. Oder Identitäten. „Entweder hat daran ein Team von Experten gearbeitet“, meint der IT-Sicherheitsforscher Dan Kaminsky, „oder dieser Typ ist ein Genie.“

30.  N ovember 2013. 1 BITCOIN = 1119,96 US-$ Der Informatik-Blogger Skye Grey kommt nach einer Schreibstilanalyse zu dem Schluss, dass es sich bei Nakamoto um Nick Szabo handeln muss, einen amerikanischen Professor, der schon in den 1990ern über Krypto-Währungen forschte und seinem Konzept damals sogar den Namen „bit gold“ gab. „Not Satoshi, but thank you“, richtet Szabo über Twitter aus.

6.  M ärz 2014. 1 BITCOIN = 657,02 US-$ Eine Reporterin des Magazins „Newsweek“ behauptet, den echten Namen von Satoshi Nakamoto herausgefunden zu haben. Und der laute – Dorian Satoshi Nakamoto. So heißt ein Ingenieur japanischer Abstammung, der in Kalifornien lebt. Auch dieser dementiert sofort. Nur einen Tag später wird Satoshi Nakamotos Account bei einem Bitcoin-Forum plötzlich wieder aktiv – nach fast vier Jahren Funkstille. Er schreibt nur fünf Worte: „Ich bin nicht Dorian Nakamoto.“ Und verschwindet wieder.

5. April 2015. 1 BITCOIN = 257,03 US-$ In seinem Online-Profil hatte Nakamoto einmal ein ­Geburtsdatum angegeben: den 5. April 1975. Deshalb feiert die Bitcoin-Community jeden 5. April den ­Satoshi Nakamoto Day. Wer auch immer hinter ­diesem Namen steckt, besitzt übrigens noch etwa eine Million Bitcoins – derzeit etwa 250 Millionen Dollar. Bitcoin-Enthusiasten beteiligen sich aber ­immer s­ eltener am Rätselraten – die meisten sähen es lieber, wenn das Geheimnis um Satoshi Nakamoto nie gelüftet würde: Schließlich ist die beste Galions­ figur für ein anonymes Geldsystem ohne Zentralbank ein namenloser Erfinder, der mit seiner eigenen Kreation nichts mehr zu tun hat.

THE RED BULLETIN

TOM MACKINGER

Wer steckt hinter dem Namen Satoshi Nakamoto? Alle bisherigen Spekulationen gingen ins Leere. Oder doch nicht?


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Die vorliegende Marketingmitteilung dient ausschließlich der unverbindlichen Information. Die Inhalte stellen weder ein Angebot bzw. eine Einladung zur Stellung eines Anbots zum Kauf/Verkauf von Finanzinstrumenten noch eine Empfehlung zum Kauf/Verkauf oder eine sonstige vermögensbezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar und dienen überdies nicht als Ersatz für eine umfassende Risikoaufklärung bzw. individuelle, fachgerechte Beratung. Sie stammen überdies aus Quellen, die wir als zuverlässig einstufen, für die wir jedoch keinerlei Gewähr übernehmen. Die hier dargestellten Informationen wurden mit größter Sorgfalt recherchiert. Die jeweilige Volksbank und die Österreichische Volksbanken-AG übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Genauigkeit der Angaben und Inhalte. Druckfehler vorbehalten. Der veröffentlichte Prospekt bzw. die Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG sowie das Kundeninformationsdokument (KID, Wesentliche Anlegerinformation) dieses Investmentfonds stehen unter www.volksbankinvestments.com und in den Hauptanstalten und Geschäftsstellen der Volksbank Gruppe in deutscher Sprache zur Verfügung. Die Wesentlichen Anlegerinformationen sind auch in englischer Sprache erhältlich. Die Wert- und Ertragsentwicklungen von Investmentfonds können nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden. Performanceergebnisse der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Investmentfonds zu. Ausgabe- und Rücknahmespesen sowie Provisionen, Gebühren und andere Entgelte sind in der Performanceberechnung nicht berücksichtigt und können sich mindernd auf die angeführte Bruttowertentwicklung auswirken. Volksbank Fonds-Sparen umfasst keine Spareinlagen gemäß BWG.


: L L E Y REBEL

! S O T U A E R U E T R Ö T S ” ZER “ ? A R E M A K E I D T S I O U N D: W CHEN GUANGBIAO

UNSER BRIEF AN DR. WHO Chen Guangbiao ist Chinas wichtigster Umweltaktivist. Zumindest glauben das die Medien. Seine ­bizarren politischen Statements haben was von PerformanceKunst. Aber was soll das alles eigentlich? Ist der Mann echt? Wir wollten das rausfinden. Wollten.

Gut geklaut aus Mel Brooks’ „Spaceballs“ (1987): Frischluft aus der Dose

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Lieber Herr Guangbiao! Erlauben Sie uns eine höfliche Frage: Wer zum Teufel sind Sie eigentlich? Auf Ihrer Visitenkarte steht neben Ihrem ­Namen das hier: „Einflussreichste Person Chinas“. „Geliebtes Role Model“. „Chinas moralischer Führer“. Hmmm. Am meisten erfahren wir über Sie hierzulande aber aus den Medien: Alle sind fasziniert von Ihrem exzentrischen Aktivismus, nur wenige von Ihrer Leistung als Chef von Jiangsu Huangpu Renewable Resources Ltd. Kein Wunder: Diese Firma vertreibt Frischluft in Dosen. Sie zerstören Ihren Mercedes mit einem Abrissbohrer, um den autofreien Tag zu bewerben. Um zu beweisen, dass Radfahren gesund ist, klemmen Sie sich einen Drahtesel in die Kauleiste. Alles schön öffentlichkeits­ wirksam, stets vor Kameras und immer ­etwas zu schrill. Für ein umweltpolitisches Statement gehen Sie gar so weit, Ihren Namen amtlich zu ändern. Für wen tun Sie das, Herr Guangbiao? Pardon, Herr Chen Niedriges CO²? Tun Sie es für die Umwelt? Für Ihre Kinder? Böswillige Kritiker meinen, das Einzige, was an Ihrem Öko-Aktivismus nachhaltig

wirkt, sei der Boost Ihres Egos. Wir haben vielfach versucht, Sie persönlich zu be­ fragen. Leider hatten wir mehr Kontakt mit Mailer Daemon als mit Ihnen. Die offizielle Website Ihres Unter­ nehmens ist seit 2013 offline. Sämtliche Telefonnummern führen ins Nirgendwo. Und Ihre angebliche Assistentin (die den Namen einer chinesischen MangaKriegerin trägt) hat erstens die Stimme eines verschlafenen Mannes und zweitens sofort aufgelegt. Gibt es Sie überhaupt, Mr. Guangbiao? Wo sind Sie? Unter­ getaucht? Eingesperrt? Wegzensuriert? In Amerika staunen sie noch immer über Ihr Engagement für die Armen: Sie spendierten 250 New Yorker Obdachlosen ein Galadinner und versprachen jedem 300 Dollar Taschengeld. Auch wollten Sie die „New York Times“ übernehmen, damit diese in Zukunft „objektiver“ über Ihre Heimat berichten kann. Echt nobel. Blöd nur, dass die Obdachlosen ihr Geld nie ­gesehen haben. Und die „New York Times“ Sie nicht mal zum Essen eingeladen hat. Mal ehrlich, Herr Guangbiao, wer sind Sie wirklich? Ein neunmal um die Ecke gedachtes Kunstprojekt? Ein perfektes Stück Gesellschaftssatire? Und wer hat das Skript geschrieben? Rupert Murdoch? Oder Sasha Baron Cohen? Und ist es nur Zufall, dass Guangbiao übersetzt „der Cursor“ heißt? Geben Sie es zu, Sie sind der dritte Yes Man! Whatever, wir ziehen trotzdem den Hut vor Ihnen! Weil Sie uns zeigen, wie hungrig wir nach dem skurrilen Spektakel sind. Weil Sie den Superreichen Chinas die Spendierhosen anziehen. Und weil Sie uns in nicht ganz einfachen Zeiten viel zu einfache Lösungen verkaufen. Für uns sind Sie ein Rebell. Ein Rebell, wie er im Märchenbuch steht. Beste Grüße, The Red Bulletin

GETTY IMAGES, ROPI

ÖKO-KARIKATURIST (ODER SO WAS)


Ein Gr端ner im Roten China. Unser Verdacht: Humor ist seine wahre Geheimwaffe.

THE RED BULLETIN

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: L L E Y L REBE

? K C O R E V I T A N R E T L A ” “ ! S S I E H C S N I E R Ü F S A W LEMMY KILMISTER HOCHOFEN DES HEAVY METAL

M

ünchen, ein kahles Backstage-Zimmer: Lemmy Kilmister sitzt in der Ecke und wirft Münzen in einen Spielautomaten. Der Motörhead-Sänger hat seinen ­Kavallerie-Hut tief ins Gesicht gezogen. Auf seinem Tisch liegt ein silberner Dolch. Seit vier Jahrzehnten füllt der inzwischen Neunundsechzigjährige Stadien mit Songs, die wie Sturzkampfbomber klingen. Seine Band hat Disco, Punk und Grunge überlebt. Das Konzert heute Abend ist seit drei Wochen aus­ verkauft. Wir räuspern uns. Lemmy blickt auf. Der Mann, der mit „Iron Horse“ eine Hymne auf die Hells Angels schrieb, hat erstaunlich sanfte Augen.

DIE BIBEL Brennende Wohn­ wagen, LSD-getränkte Shows, ein donnernder E-Bass: Lemmys Autobiografie „White Line Fever“ (Heyne Verlag) erzählt das Leben des Rock-Titanen auf 300 Seiten. Pflichtkauf!

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the red bulletin: Herr Kilmister, gegen wen wollten Sie rebellieren, als Sie als junger Mann die lauteste Band der Welt gründeten? lemmy kilmister: Na gegen alle. Eltern, Nachbarn, Politiker. An dieser Haltung hat sich nichts geändert. Die Haltung hat sich nicht geändert, aber 1975 haben Sie doch etwas anders ausgesehen … Ich trug eine alte Armeejacke und ließ mir die Haare bis zum Arsch wachsen. Ich bin im England der Nachkriegszeit aufgewachsen, als es Rock ’n’ Roll noch gar nicht gab. Als Teenager mussten wir die Musik unserer Eltern hören. Und die war natürlich scheiße. Dann kamen Chuck Berry und Elvis. Wir dachten: „Wow! Darauf haben wir gewartet.“ Sie feiern 2015 vierzig Jahre Motörhead. Wie bleibt man als Band so lange erfolgreich? Indem man auf Trends pfeift. Das ist alles? Klar. Man darf Rock nicht überinterpretieren. ­Theorie, Gefühl, der ganze Scheiß. Wir spielen laut und schnell. Leute kommen zu unseren Konzerten. Ende der Story. Sie haben als eine der ersten westlichen RockBands im damals kommunistischen Jugoslawien gespielt und argentinische Stadien ausverkauft, Japan ist eines Ihrer erfolgreichsten Länder. ­Haben Sie sich nie gefragt, warum Menschen mit so verschiedenen kulturellen Hinter­ gründen zur selben Musik ausflippen?

Weil Rock international ist. Du hörst die Musik, ein Blitz schießt deine Wirbelsäule hoch. Wir spielen drei Akkorde, und die Leute flippen aus. Japanische Metal-Heads? Seltsame Vorstellung. Haben Sie eine Ahnung! Japanische Rock-Fans sind irre. Sie drehen sich Elvis-Locken, ihr Haar ist perfekt dafür. Und erst die Frauen! (Imitiert seine Pressesprecherin:) „Lemmy, äh, wenn du mit dem Mädchen fertig bist, könnten wir dann wieder in den Backstage-Bereich?“ (Und mit der eigenen Stimme:) „Okay, gib mir noch eine halbe Stunde.“ Was finden Frauen so toll an Rockstars? Sie reflektieren Ruhm. Gut, manche wollen auch nur mit gutaussehenden Typen schlafen. Ich bin heute nicht mehr so hübsch wie früher. Trotzdem kommen immer wieder Frauen nach den Shows zu mir. Die haben diesen Blick drauf, Sie wissen schon. Damit kann ich gut leben. Warum haben Sie nie geheiratet? Ich habe keine gefunden, die mich davon abhält, anderen nachzuschauen (lacht). Irre eigentlich. Außerdem sind wir seit vierzig Jahren auf Tour. Nicht gut für eine stabile Beziehung. Unsere Theorie für den Erfolg von Motörhead: Sie verkörpern das Image des Rockers in einem Zeitalter, in dem Rebellen fehlen. Das stimmt. Es gibt keine jungen Rockstars mehr. Zumindest solche, bei denen du „Wow!“ sagst. Die Jungen spielen heute alle Alternative Rock. Was für ein Scheiß: Alternative. Eine Alternative, zu was? Sie müssen schon uns nehmen, es kommt nichts Besseres nach. Sie werden dieses Jahr siebzig. Wie verhindert man, im Alter spießig zu werden? Tun Sie’s einfach nicht. Haben Sie keinen konkreten Tipp? Hhm … Sie arbeiten doch in einem Büro, oder? Ja. Lassen Sie sich die Haare wachsen. Ich glaube, das ist den Leuten im Büro egal. Tun Sie es trotzdem. Sie wären überrascht, wie ­viele das noch immer anpisst. Das aktuelle Motörhead-Album „Aftershock“ ist bei Warner Music erschienen. Tour-Termine: www.imotorhead.com

THE RED BULLETIN


ROBERT JOHN

Musik-Legende Lemmy Kilmister: „Trends bringen dich nicht weiter.“

THE RED BULLETIN

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RE BE L YE LL: D N U R G IN E S S U M IT E H ” P R IVAT EN B L EIB EN! “

R ECH T DER MENSCH

DIE AKTE LAURA POITRAS

Sie überwacht die Überwacher: Laura Poitras über den Dächern Berlins

DOSSIER Aktenvermerk U282WE998 16. Juni 2015, Washington, D. C.

PERSÖNLICHE DATEN Laura Poitras, geb. 16. 1. 1964, Boston, Massachusetts, USA

AKTIVE BEHÖRDEN FBI, NSA, Joint Terrorism Task Force (US Department of Justice), MI6 u. a.

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Akteneintrag (TOP SECRET): Die seit zehn Jahren behördlich observierte Regisseurin benötigt nach internem Ermessen zukünftig noch intensivere Aufmerksamkeit. Ihr jüngstes subversives Werk, der Film „Citizenfour“ über den Landesverräter Edward Snowden (siehe Akt U41KL091), erhielt mit dem Oscar die höchstmögliche Auszeichnung der Filmbranche. Das könnte Poitras zu weiteren gesetzeswidrigen Tätigkeiten anstiften. Um sich der Observierung zu entziehen, ist die Zielperson seit über zwei Jahren in Berlin wohnhaft. Begonnen hat Poitras ihre verdächtigen Aktivitäten, als sie im Jahr 2004 in den Irak reiste, um den US-Militäreinsatz zu dokumentieren. Von ­diesem Aufenthalt sind unter anderem Besuche von Poitras im Gefängnis Abu Ghraib (siehe Akt IR514BU22) sowie Videoaufnahmen von Einsatzkräften der Einheiten 727233 und 2938 in Aktion bekannt. In den Filmen „My Country, My Country“ (2006) und „The Oath“ (2010) kritisierte sie die US-amerikanische Außenpolitik. Sie schreckt nicht vor der Veröffentlichung heikler Interna (PRISM) zurück. In Interviews mit internationalen Medien bezeichnete sie in den letzten Jahren mehrmals Privatheit als „Grundrecht“ und „Bedürfnis“ der Menschen, das es zu bewahren gelte. Zahlreiche Maßnahmen wurden auf Betreiben von Hdidisd diddd bereits verhängt. Diese konnten die Zielperson jedoch nicht von ihren subversiven Aktivitäten abhalten. So wurde ihr Flugstatus im Juni 2006 auf „SSSS“ (Secondary Security Screening Selection) gesetzt, womit sie verschärften Reisekontrollen unterliegt. Seit damals wurden über 40 Zugriffe von Sicherheitskräften durch­ geführt, unter anderem auf den Flughäfen Wien, Amsterdam und London. Bei den Kontrollen ­wurde Poitras das Beisein eines Anwalts ver­ weigert. Neben handschriftlichen Notizen und Rechnungen wurden auch ihre Mobiltelefone und Computer bereits mehrmals konfisziert und mit dem nötigen Aufwand untersucht. Diese Maß­ nahmen blieben jedoch vorerst ohne nennens­ werten Erkenntnisgewinn und verfehlten außerdem ihre abschreckende Wirkung. Poitras führt ihre digitale Kommunika­tion ausschließlich in verschlüsselter Form. Sie beweist zunehmende Professionalisierung bei der Umgehung behördlicher Observation. Weiterhin größtes Inter­ esse gilt der Sicherstellung der entwendeten NSADatensätze X5.6R bis D3.53, auf die Poitras durch ihre Kollaboration mit Snowden Zugriff hat.

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T H E R ED

BULLETIN

EL B E R LL YSEPECIAL

CAPTAIN

PLANET

DER NEUSEEL ÄNDER PETE BETHUNE VERDIENTE VIEL GELD ALS INGENIEUR AUF EINER ÖLPL ATTFORM. DANN GAB ER K ARRIERE UND FAMILIE AUF, UM DAS ZU TUN, WAS IHN GLÜCKLICH MACHT: MIT EINER HANDVOLL ELITESOLDATEN JAGT ER SEITHER TIERSCHMUGGLER IM DSCHUNGEL UND AUF HOHER SEE. TEXT: ANDR E AS ROT TENSCHL AGER  BILDER: JONAS BENDIKSEN

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Öko-Aktivist Pete Bethune, 50: „Wird die Welt besser, weil ich auf ihr lebe? Ich denke schon.“


DIE IDEE K AM BETHUNE NACHTS IM GEFÄNGNIS: K ANN MAN AUS ELITESOLDATEN UMWELTSCHÜTZER MACHEN?

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Bethunes Umwelt-Spezialeinheit trainiert das Entern von Schiffen (mit M4-Sturmgewehr-Attrappen) vor der philippinischen Insel Palawan.


P

ete Bethunes Schlauchboot hastet über die Wellen im Pazifik fünf Seemeilen vor der philippinischen Insel Palawan, ein schwarzes Geschoss, knatternder Außenborder. Bethune, Nase im Wind, Augen zusammengekniffen, krallt sich im Bug an den Halteleinen fest. Hinter ihm kauern vier Männer, braune Tarnanzüge, Gefechtshelme. Ihre Augen fixieren den verwackelten blauen Fischkutter am Horizont, am Vordeck wiegt ein Mast aus Bambus im Rhythmus der Wellen. Bethunes Schlauchboot greift den Kutter von der Steuerbordseite an. Als er ihn erreicht hat, gibt Bethune das Zeichen zum Entern. Jetzt muss alles schnell gehen. Vier Männer wuchten sich, einer nach dem anderen, über die Reling des Kutters. Einer sichert das Heck, zwei postieren sich am Vorderdeck. Bethune stürmt in die Kabine. „Hands up!“, bellt er. Der Kapitän, oranges T-Shirt, Flip-Flops, reißt die Hände vom Steuerrad. Einen Moment lang starren sich beide an, ehe sie abklatschen. „Guter Gegner“, sagt Bethune. Der Kapitän grinst. Es ist ein heißer Nachmittag Ende

In seinem Camp sammelt Bethune Beweise gegen einen vermeintlichen Tierschmuggler. Zwei US-Marines beschatten die Lagerhalle des Mannes.

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„SOBALD DER ­I NSEL-GOUVERNEUR SEIN OK AY GIBT, TRETEN MEINE ­M ÄNNER DORT DIE TÜR EIN.“


Erster an Bord: Bethune (re.) lernte das Entern von Schiffen w채hrend seiner Zeit bei der militanten Tierschutz-Organisation Sea Shepherd.


März, an dem Bethune und sein Team das Entern feindlicher Schiffe trainieren. Seit vier Stunden greifen sie den Kutter immer wieder an, klettern an Bord, verhaften die vermeintliche Crew – fünf Freiwillige der Küstenwache –, springen zurück in ihr Schlauchboot, das Spiel beginnt von vorn. Der Angriff eben war der achte. Bethunes Männer nehmen ihre Helme ab. „Zwanzig Minuten Pause“, verordnet Bethune. „Dann üben wir, wie man die Crew fesselt.“

P

ete Bethune ist kein normaler Umweltschützer. Der Neuseeländer jagt Umweltverbrecher. Seine Jagd-Werkzeuge sind die Männer in seinem Schlauchboot: allesamt ehemalige Kommando­ soldaten. Matt, 34, und Tim, 25, waren bei den US-Marines, Phil, 27, diente als Leutnant bei den Navy SEALs, Stéphane, 48, war ­französischer Fallschirmjäger. Bevor er für Bethune Fischkutter kaperte, war er Bodyguard für TV-Reporter in Syrien. Bethune hat seine Einheit auf Palawan stationiert, um hier illegale Fischer zu jagen, Wilddiebe und Tierschmuggler. Ein kleines Filmteam dokumentiert ihre Einsätze, unter dem Titel „The Operatives“ laufen sie im TV: eine Kommando-Einheit für Umweltschutz. Unbewaffnet. Mit echten Gegnern. Die Missionen finanziert Bethune mit Spenden. „Wir unterstützen Umweltbehörden in Entwicklungsländern“, sagt Bethune, „Wir bieten Crews und Überwachungstechnik. Die Verhaftungen führen wir gemeinsam mit den Behörden durch. Sie

tragen die Waffen, und wir haben das Know-how.“ Bethune sitzt auf der Ladeklappe an Deck. Er ist fünfzig, hat ein kantiges Gesicht und die Statur eines Kickboxers. Pro Woche sitzt er mehrere Stunden auf dem Ergometer. Im Morgengrauen pumpt er Liegestütze am Strand. Bethune gründete die Operatives im Jahr 2011, um Regierungen medial unter Druck zu setzen. Seine Männer filmten das Robben-Schlachten an der Küste ­Namibias (für starke Nerven: „Bethune Seal Hunt“ auf YouTube), spürten mit Drohnen illegale Fischer auf, jagten Goldschürfer im Naturschutzgebiet von Costa Rica. Bethunes Kamerateam wurde dabei mit AK-47-Sturmgewehren beschossen. Die Operatives verhafteten 14 Personen. Auf dem Fischkutter beginnt die zweite Trainingseinheit. Bethunes Soldaten zeigen den Männern der Küstenwache, wie man Verdächtige fesselt. Bethune winkt seine Spezialisten nach vorn. Matt Griffin, der US-Marine, mag ­norwegischen Death Metal und Tattoos, darunter ein Schlagring und ein Ziegenkopf, auf seinem Rücken. Phil, der Navy SEAL, der seinen Nachnamen nicht im Magazin lesen will, ist ein bulliger Mann mit Vollbart und langen Wimpern. Ein überraschend eloquenter Gesprächspartner, wenn er redet. Meistens schweigt er. Matt verschränkt Phils Arme hinter dessen Kopf. Er brüllt: „Get down!“ Phil rührt sich nicht. Matt tritt ihm in die Kniekehle. Phil geht zu Boden. Matt kniet sich auf ihn und presst ­seine Knie in Phils Beine und Nacken. Dann zieht er Kabelbinder an Phils Handgelenken fest. Hightech: Die KreislaufTauchgeräte der Operatives absorbieren Luftblasen. So bleiben die Männer unter Wasser unentdeckt.

Der ehemalige US-Marine Tim (Mi.) bildet die Männer der Küstenwache aus. Im Training spielt er die Rolle eines illegalen Fischers.

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„W IE M A N SICH UN BEMER K T AUF SCHMUGGL ER -BOOT E SCHL EICH T ? PHIL BR AUCH T E 20 MINU T EN.“ Pause an Deck: die Umweltschützer Stéphane Rousseau (li.) und Bethune an Bord des Kutters. Seit vier Stunden üben sie die Übernahme des Schiffes.

„Ihr müsst laut und selbstbewusst sein“, sagt Matt. Die Männer der Küstenwache nicken stumm. Bethune sagt, 2011 seien zwei ihrer Kollegen aus Südkorea von illegalen chinesischen Fischern erstochen worden. „Seither gehen wir auf Nummer sicher.“ Bethunes Weg zum Anführer einer Kommando-Einheit liest sich wie ein ver­ rücktes Drehbuch: Er studierte Ingenieurs­ wissenschaft in Neuseeland und arbeitete auf einer Bohrinsel. Er verdiente viel Geld, aber langweilte sich. Also baute er ein Speed-Boot mit Biodiesel-Antrieb. 2008 stellte er damit den Rekord für die schnellste Weltumrundung im Motorboot THE RED BULLETIN

auf. Vier Jahre reiste er danach auf seinem Schiff um die Welt. „Ich habe gesehen, wie die Menschen unsere Meere zerstören“, sagt Bethune. „Auf Fidschi zogen Fangboote ungestört durch Marine-Reservate. Auf den Philippinen spritzten Fischer Zyanid zwischen Korallenstöcke, um schneller zu töten.“ Bethune heuerte als Kapitän bei Sea Shepherd an, der radikalen US-TierschutzOrganisation. Er blockierte Walfangschiffe in der Antarktis, beschoss Fischer mit Buttersäure. Im Jänner 2010 rammte ein Begleitschiff der japanischen Flotte sein Boot. Er überlebte nur knapp. Die Bilder des Zwischenfalls gingen um die Welt.

Bethune ließ sich davon nicht entmutigen, im Gegenteil. Er beschloss, das japanische Schiff zu entern. Auf dem Rücksitz eines Jet-Skis ließ er sich nachts an die Bordwand fahren, kletterte an Deck, stellte den Kapitän zur Rede. Bethune wurde verhaftet, nach Tokio gebracht, wo er vier Monate in einem Hochsicherheitsgefängnis auf seinen Prozess wegen illegalen Betretens eines Schiffes wartete. Er schlief auf einer dünnen Plastikmatte, seine Zelle maß drei mal eineinhalb Meter. Nachts marschierte er an den Wänden entlang, um fit zu bleiben. Eine Runde zehn Schritte. Bethune ging tausend Runden, Nacht für Nacht. 41


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BETHUNE WURDE VIER MAL BESCHOSSEN. 2013 ERTR ANK ER BEINAHE IM PAZIFIK. WARUM TUT SICH EIN 50-JÄHRIGER DAS AN?

Einsatz-Besprechung im Versteck der Umweltschützer: Bethune berät sich mit Navy SEAL Phil (li.) und US-Marine Tim (re.).


Morgentraining der Operatives im Versteck auf Palawan. „Dein Leben kann davon abhängen, ob du fit bist.“

Die Idee für die Operatives kam ihm irgendwann unterwegs. „Ich habe im Gefängnis viel über ­Effektivität nachgedacht“, sagt Bethune, „Ich wollte mein eigenes Team aufstellen. Keine Protestierer, sondern Profis. Männer, die Schiffe professionell entern.“ Im Juli 2010 wurde Bethune auf ­Bewährung entlassen. Ein Freund in der Armee besorgte ihm Kontakte ehemaliger Soldaten. Bethune schrieb sie auf Facebook an. Er bot zweihundert Dollar Gage pro Tag. Für den Einsatz in Asien bewarben sich Ende 2014 rund hundert ehemalige Militärs. Bethune wählte vier aus und flog mit ihnen nach Palawan. 44



Auf dem Fischkutter vor Puerto Princesa haben Bethunes Männer ihre Helme mittlerweile wieder aufgesetzt. Bethune will das Boot noch einmal entern. „Wir werden das Training bald brauchen.“ Am Abend, zurück im Hafen von Puerto Princesa, Bethune geht von Bord, steigt in seinen Jeep und durchquert die InselHauptstadt, ein Backpacker-Paradies voll hupender Motorrad-Taxis, in nördlicher Richtung. Die Fahrt vom Hafen durch die Stadt, über eine Landstraße und einen Feldweg ins Versteck der Operatives dauert etwa 30 Minuten. Ein verwilderter Strand im Osten der Insel. Die Männer schlafen in Bambushütten zwischen Palmen.

Vermeintliche Schmugglerschiff-Route auf Bethunes Laptop. Den GPS-Tracker versteckte sein Navy SEAL an Bord. THE RED BULLETIN


AUF DER JAGD BETHUNES REGELN FÜR DEN ÖKO-EINSATZ CHECK DEIN TEAM Bevor Bethune im Ausland Missionen

plant, lässt er von einem Think-Tank die Integrität lokaler Behörden prüfen.

NUTZE TECHNIK NEU Bethune montiert Infrarotkameras auf Militär-Drohnen – und sucht damit nach Wilderer-Lagerfeuern im Dschungel.

PASS DICH AN Statt Festrumpfbooten nutzen Bethunes Männer Zodiacs. Die Schlauchboote sind wendiger und leichter zu verstecken.

LERNE VON PROFIS Bethune castet seine Soldaten nach Stärken, die sein Team voranbringen: von Nahkampf bis zum Tauchen in der Nacht.

Bethune stapft barfuß durch den Sand. Seine auf Holzpfeiler gebaute Hütte ist die Schaltzentrale seiner Operationen. Puerto Princesa ist ein Zentrum des ­illegalen Tierhandels, sagt er. „Meeresschildkröten und Schuppentiere werden von hier nach China verschifft. Beide ­Arten stehen unter Naturschutz.“ Das Fleisch der Schuppentiere, dachsähnlicher Insektenfresser mit spitzer Nase, gilt in China als Delikatesse. Kein Säugetier wird öfter illegal gehandelt. Erst vor zwei Jahren entdeckte die Küstenwache an Bord eines chinesischen Frachters mehr als 3000 getötete Exemplare. „Niemand spricht über diese Tiere“, sagt Bethune. Bethune in seiner Bambushütte auf der Insel Palawan: „Privat bin ich fast immer pleite.“

Seit zwei Wochen beschatten seine Männer einen Händler am Stadtrand von Puerto Princesa. Sie wollen den Verdacht der Küstenwache bestätigen, dass er geschützte Tiere in Containern verschifft. „Tagsüber filmen wir seine Lagerhalle mit einer Drohne aus der Luft“, erzählt Bethune, „nachts liegen zwei Marines am Grundstück auf der Lauer.“ Bethune grinst. „Außerdem haben wir einen GPS-Tracker auf seinem Schiff versteckt.“ Wie man unbemerkt auf ein vermeintliches Schmugglerschiff kommt? „Das hat Phil erledigt“, sagt Bethune, „Unser Navy SEAL. Er schwamm nachts in den Hafen, stieg an Bord, kletterte den Mast hoch und befestigte den Sender, während die Crew an Deck schlief. Nach zwanzig Minuten war alles erledigt.“ Im Camp klappt Bethune seinen Lap­ top auf. Eine Seekarte erscheint am Bildschirm. „Wir können das Schiff in Echtzeit verfolgen. Wir haben bemerkt, dass es Abstecher nach Westen weit hinaus in den Ozean macht. Das Boot ist als Küsten­ fischer gemeldet. Es sollte dort nicht sein. Wir glauben, dass es am Ozean sein Verbindungsschiff trifft.“ Erteilt der Insel-Gouverneur den Durchsuchungsbefehl, werden die Operatives die Lagerhalle des Händlers stürmen oder die Crew auf See festnehmen. Bethune will Matt, den Death-Metal-Marine, vorausschicken. Er nennt ihn „unseren Mann für das Eintreten von Türen“. Pete Bethune wäre 2013 beinahe bei einem Aufklärungs-Tauchgang vor Costa Rica ertrunken. Er wurde auf seinen Missionen in vier verschiedenen Ländern ­beschossen. Auf Palawan lag er nach einer Dschungelpatrouille mit Verdacht auf Denguefieber im Krankenhaus. Warum tut sich ein Fünfzigjähriger das an? Wegen Schuppentieren? „Ich habe mich immer gefragt, ob die Welt ein Stück besser wird, weil ich auf ihr lebe“, sagt er am Ende eines langen Tages in seiner Bambushütte. „Ich glaube, sie wird ein Stück besser, wenn ich ille­ gale Fischer jage. Und Schmuggler von Schuppentieren.“ Pete Bethune hat als Privatmann kein Geld. Sein Haus überschrieb er der Exfrau. Die Kleidung, die er besitzt, passt in vier Plastiktüten. Er reist mit drei Armee-Tarn­ anzügen, zwei Paar Armeestiefeln und einem gebügelten weißen Hemd um die Welt. Die Tarnanzüge trägt er bei der Arbeit. Das Hemd, wenn er vor Gericht steht. Pete Bethune sagt, Glück ist, wenn man etwas gefunden hat, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Pete Bethunes Nachrichten aus dem Dschungel: www.facebook.com/theoperativestv

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Von 2002 bis 2013 fuhr Mark Webber, heute 38, 215 Formel-1-­ Grands-Prix. Den ersten seiner neun Siege ­feierte er hier, am Nürburgring.


DAS GT LEBEN

Exklusiv für das Red Bulletin nimmt Ex-F1-Star Mark Webber einen Prototyp des Porsche 911 GT3 RS, des schärfsten seiner Art, auf der legendären ­N ordschleife des Nürburgrings zur Brust. Protokoll: Werner Jessner Bilder: Greg Funnell



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D anke der Nachfrage, es geht mir sehr gut. Seit ich am 24. November 2013 den letzten meiner 215 Grands Prix bestritten habe, hat sich mein Leben zwar verändert, aber nicht so, dass es unangenehm wäre. Viele Ex-Kollegen sind an einem würdevollen Rücktritt gescheitert, waren zwei Jahre lang auf Tauchstation, haben es sich gut gehen und den Bauch unbekümmert wachsen lassen, und als sie dann so weit waren, wieder Anrufe annehmen zu ­wollen, hat keiner mehr angerufen. Das wollte ich nie. Noch als Formel-1-Pilot hatte ich ein Angebot von Porsche in der Tasche, Werksfahrer in der WEC zu werden, der World Endurance Championship mit den 24 Stunden von Le Mans als Höhepunkt. Acht Rennen pro Saison auf klassischen Strecken, dazu diese technisch unglaublich hochgestochenen Hybrid-Prototypen, deren Rundenzeiten jenen der Formel 1 nur um w ­ enige Sekunden nachstehen – bloß, dass sie diesen Speed 24 Stunden lang durchhalten. Wenn du die Chance hast, so ­etwas zu bewegen, hältst du dich fahrerisch ganz automatisch scharf, und Bauchfett hatte bei mir sowieso noch nie eine Chance. Gegen Ende meiner F1-Karriere habe ich die Liebe zu Straßenautos von Porsche entdeckt. Nach und nach haben so ein putziger, aber purer klassischer 356, ein Carrera 2,7 aus den frühen 1970er Jahren 48



sowie zwei 911 GT RS der vorletzten Baureihe zu mir gefunden. Weil man Porsches im Straßenverkehr (und das gilt ganz besonders bei mir ­daheim in England) nicht widmungs­ gemäß bewegen kann, kam der Anruf des Red Bulletin ganz gelegen: Nürburgring, Nordschleife, nur wir, sagten sie, außerdem hätten sie Sonnenschein und ein ­unbezahlbares Vorserienmodell des 911 GT3 RS im Gepäck. Vorsichtshalber fragte ich nach der Farbe, bevor ich zusagte. Schiefergrau oder Knallorange, sagten meine Freunde. Ich sagte trotzdem zu. Ich bin schon einer von der Sorte, die sich Autos nach der idealen Farbe kauft. Die aber ist je nach Modell unterschiedlich. Dem Hypersportler 918 zum Beispiel passt Rot hervorragend, während ich mir den GT3 RS in Giftgrün bestellen würde, wenn ich mir einen bestellte, überlegte ich bei mir am Weg zum Nürburgring. Würde ich mir aber einen bestellen? Dieser Tag müsste eine Antwort geben. Für jedes Modell von Porsche gibt es eine Nordschleifen-Bestzeit, aufgestellt von einem Nordschleifen-Spezialisten ­unter idealen Bedingungen. Den absoluten Rekord hält der 887 PS starke 918 mit 6 Minuten und 57 Sekunden. Da kommt keiner ran. Walter Röhrl hat vor auch schon wieder zehn Jahren mit dem 612 PS starken Carrera GT immerhin 7 Minuten und 28 Sekunden für die 20,8 Kilometer lange Runde geschafft. Das war die zweitschnellste Serienporsche-Runde überhaupt. Die Bestzeit des bloß 493 PS starken orangen Geräts hier vor mir, das so normal nach 911 aussieht: 7 Minuten und 20 Sekunden.

Überrollbügel und Sound­ system, Rennstrecken­ performance und feinste ­Bezüge: Der Porsche 911 ver­ bindet das Beste zweier Welten.


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Ich bin kein ausgewiesener Experte auf der Nordschleife, auch wenn ich durchaus ein paar Mal hier drübergerollt bin. Mein Leben habe ich auf anderen Rennstrecken verbracht, zum Beispiel am Grand-PrixKurs gleich daneben, an den ich wegen meines ersten F1-Sieges überhaupt ausschließlich gute Erinnerungen habe. Ich bin ja gern in der Eifel. Überhaupt waren die deutschen Fans immer sehr korrekt zu mir, auch wenn ich einige Jahre der Gegner ihres großen Lieblings war. Ich schreibe in Deutschland nicht weniger Autogramme als anderswo; eher umgekehrt. Ich merke mir frische Tracks generell leicht und gründlich. Ein paar Runden, dann sitzt das normalerweise. Bei den 20,8 Kilometern der Nordschleife ist total recall allerdings illusorisch, zumal die Ideallinie auf dieser Strecke in der Regel nicht dort ist, wo man sie erwarten würde. Du musst Bodenwellen ausweichen, um zu über­leben, mehrere Kurven zu einer einzigen zusammensetzen oder unnatürlich spät einlenken, um Schwung in die Bergauf-Passagen mitzunehmen, von ­denen es hier reichlich gibt. Das ist eine verdammte Achterbahn hier, und sie hat mit einer normalen Rennstrecke nichts zu tun, nicht einmal mit Le Mans. Selbst wenn du der schnellste Lerner der Welt bist: Dir das gesammelte Wissen dieses Gemäldes von Rennstrecke auto­ didaktisch anzueignen, mit all dem THE RED BULLETIN

­ eheimen Wissen, welchen Curb du mit g welchem Auto wann berühren darfst, ohne die Felge zu zerstören, ob du bereits vor den Sprungkuppen zurückschalten musst oder ob sich das in der Luft auch noch ausgeht – dafür brauchst du Jungs mit Erfahrung. Das ist das Besondere am Entwicklungsteam von Porsche: Die sind auf der Nordschleife quasi zu Hause. Wenn sie beispielsweise sagen, dass die Stelle an der Antoniusbuche voll geht, Einlenkpunkt bei 280 km/h, dann ist das valide Information. Vielleicht kriege ich im ­Kurvenausgang einen langen Hals, weil es mich dann doch recht dringlich interessiert, ob das rechte Vorderrad bis zum Schluss auf der Straße ist oder ich gleich zum schnellsten Rasenmäher Deutschlands werde: Grundsätzlich haben die Jungs bis jetzt noch immer recht gehabt. Man muss einfach das tun, was sie sagen. Trotzdem war ich an diesem Tag froh, dass niemand eine Rekordrunde von mir

493 PS, perfekte ­Aerodynamik, großes Herz: Der 911 GT3 RS ermöglicht auf der Nordschleife Auto­ fahren für Erwachsene.

Vor der Sprungkuppe am F­ lugplatz muss das Auto am äußersten linken Fahrbahnrand platziert werden – eine ­M illimeterarbeit im fünften Gang bei weit über 200 km/h. 51


Gegen Ende meiner F1â&#x20AC;&#x2018;Karriere habe ich die Liebe zu StraĂ&#x;enautos von Porsche entdeckt. Inzwischen besitze ich vier davon.


erwartete. 7 Minuten 40 traute ich mir durchaus zu, nach einem Tag Training mit diesem Auto durchaus auch unter 7 Minuten und 30. Für alles Weitere würde ich viel Zeit investieren müssen. Beim Starten spielte das serienmäßige Hi-Fi-System Musik, die man nur in Deutschland hört, Scorpions oder so. ­Erstaunlich, dass man im zweitschnellsten Straßenauto, das Porsche jemals gebaut hat, die Scorpions hören kann, dachte ich bei mir, bevor ich das Radio stumm schaltete. Selbst wenn es technisch möglich ist: Ich muss nicht alles ausprobieren. Radio und Nordschleife sind zum Beispiel inkompatibel, und da rede ich noch nicht einmal von den Scorpions. Der 911 GT3 RS kommt ausschließlich mit einem 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe, kurz PDK, das man über Schaltwippen bedient. Keine Kupplung, kein Schaltknüppel, beide Hände am Lenkrad – mir kommt das entgegen. Wozu die Handarbeit, wenn PDK alles besser und schneller macht, als selbst ich es nach 215 Großen Preisen könnte? Was es zu beachten gebe, fragte ich, nachdem der Motor und das Öl warm ­gefahren waren. Bremsen? Reifen? Gar nichts, versicherten die Porsche-Jungs, hab einfach Spaß. Gleich am Anfang der Nordschleife lauert die erste Falle: In der ersten Rechtskurve gibt es einen Bump, dem man ganz innen ausweichen muss, danach geht es runter nach Hatzenbach. Rechts aus­ holen, um danach geradeaus reinstechen zu können, die folgende Doppel-Rechts wird in einem Schwung durchgezogen. Perfekt gelungen, weiter. Nach Hohen­ eichen Felgen weg von den Curbs! Jetzt wird es erstmals lustig: Vor der Sprungkuppe am Flugplatz muss das Auto am äußersten linken Fahrbahnrand platziert werden, eine Millimeterarbeit im fünften Gang, 200 km/h plus. Direkt nach der Landung zurück in den Vierer, der ­Porsche gibt automatisch Zwischengas, im Heck brüllt der Motor, gleich gezielt anbremsen. Ausgangs der folgenden Dreifach-Rechtskurve zeigt der kleine digitale im großen analogen Tacho schon wieder 180 km/h. Aus der Cockpit-Perspektive sieht die steil bergab führende Fuchsröhre wie eine Vielzahl kleiner Kurven aus, doch der Eindruck täuscht: Falllinie, Punkt!, sagen die Porsche-Jungs, einfach geradeaus runter. Stimmt. Die Kompression unten geht voll, Tacho 260, und sobald du den Gegenhang THE RED BULLETIN

Der verstellbare Heck­ flügel charakterisiert die GT3-Modelle. Er ist keine Show: Sein Anpressdruck ist auf einer Rennstrecke pure Notwendigkeit.

Radio und Nordschleife sind inkompatibel, und da rede ich noch nicht von den Scorpions. siehst, voll in die Eisen, selbst wenn das Ziehen in den Nasennebenhöhlen gerade so schön ist. Unmöglich für mich, mir den Namen jeder Passage zu merken. Die Stelle, wo Niki Lauda 1976 seinen Unfall hatte, ­erkenne ich wieder, dann natürlich die zwei Karusselle, in denen es rumpelt und poltert, und dann diese vielen MutPassagen, diese blinden Kurven, die du mit 200 km/h einlenkst und mit immer noch 170 km/h verlässt. Verdammt erfreulich, wie präzise und willig der 911 GT3 RS mitspielt, dabei ist er doch ein ganz normales Auto mit Straßenzulassung und Scorpions-Empfänger. Vor dem Brünnchen gibt es ein hässliches ­Geräusch, der Frontspoiler hat den Boden

berührt, als ich in die Kompression eintauche. Macht nichts, ist alles aus Carbon, genau wie die Motorhaube und die vor­ deren Kotflügel auch. Die lange, lange Gerade auf der ­Döttinger Höhe ist buckelig und wellig wie eh und je, doch trotz der mächtigen 325er-Reifen im 20-Zoll-Format hinten – Reifen also, die auch einem SUV gut anstünden – lässt sich der 911 ermüdungsarm auf Linie halten. Noch ein paar ­Kurven zum Schluss, dann wieder rein in die provisorische Boxengasse. Man kann die Bremsen riechen, auch die Reifen sind schön warm geworden. Die Zeit will ich gar nicht wissen. Auf ­einen Rekord war das heute nicht aus­ gelegt. Mich beschäftigt etwas anderes: Soll ich meinen GT3 RS nun wirklich in Grün bestellen, oder fetzt dieses Orange nicht genauso, ja eigentlich mehr?

MYTHOS HAUTNAH …

Schwedenkreuz, Fuchsröhre, Caracciola-Karussell, Brünnchen … die Nürburgring-Nordschleife lockt auf 20,832 Kilometern mit einprägsamen Strecken­ abschnitten, 73 fordernden Kurven und einem einzigartigen Fahrerlebnis. Einmal die „Grüne Hölle“ zu bezwingen ist nicht nur der Traum eines jeden Rennfahrers. Daher bietet die Nordschleife ihren Fans fast täglich die Chance, die Faszination im eigenen Auto bei einer Touristenfahrt zu er­ leben. Alle Infos unter www.nuerburgring.de

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SCHLACHT DER ELEMENTE 7 TEAMS, 9 MONATE, 9 ETAPPEN, 38.739 SEEMEILEN (71.745 KM)

Das Volvo Ocean Race ist ein unerbittliches Wettrennen vor den Küsten der fünf Kontinente. Die besten Segler der Welt riskieren dabei ihre Boote – und ihr Leben.

MATT KNIGHTON/ABU DHABI OCEAN RACING/VOLVO OCEAN RACE

Te x t : É t i e n n e B o n a m y, A l b e r t N i e m a n n

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1.  ETAPPE, ALICANTE – K APSTADT, OKTOBER 2014 Abu Dhabi Ocean Racing kämpft sich die westafrikanische Küste entlang. Am Steuer: Simon „SiFi“ Fisher. Mannshohe Wasserwände reißen die Segler fast über Bord.


DIE ROUTE DES VOLVO OCEAN RACE 2014/2015 Göteborg Lorient Newport

Alicante Sanya

Lissabon Abu Dhabi Itajaí Auckland

RICK TOMLINSON

Kapstadt

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Team Brunel  scheint von den ­ assern des berüchtigten Kaps W Hoorn fast verschluckt zu werden. Jede Minute erfordert von den Seglern höchste Konzentration. Konkurrent Dongfeng Race Team scheitert mit Mastbruch am Kap. 5.  ETAPPE, AUCKLAND – ITAJAÍ, APRIL 2015


„MAN GEWÖHNT SICH DAS DENKEN AB. DAS I S T G U T. D E N N D E N K E N KANN AUCH BEDENKEN B E D E U T E N .“ 5.  ETAPPE, AUCKLAND – ITAJAÍ, MÄRZ 2015

Seltene Momente der Ruhe an Bord des Teams von Dongfeng. Drei Stunden Schlaf am Stück sind ein Segen für die übermüdeten Segler. Der Ozean kracht gegen die ungedämmte Wand der Rennyacht. 3. ETAPPE, ABU DHABI – SANYA, JÄNNER 2015

AINHOA SANCHEZ/VOLVO OCEAN RACE, SAM GREENFIELD/DONGFENG RACE TEAM/VOLVO OCEAN RACE, AMORY ROSS/TEAM ALVIMEDICA/VOLVO OCEAN RACE (2)

Das führende Abu Dhabi Racing Team vor Brasiliens Küste. Itajaí erwartet die Sieger der längsten Etappe des Volvo Ocean Race: 6776 Seemeilen, über 12.500 Kilometer. Abu Dhabi Racings EtappenSiegerzeit: knapp 19 Tage.


4. ETAPPE, SANYA – AUCKLAND, FEBRUAR 2015 Segelwechsel für Alvimedica vor der Küste Neukaledoniens. Der Wind frischt auf, jede Sekunde zählt, jeder Handgriff muss passen. Dave Swete ist die Anstrengung ins Gesicht geschrieben.

2.  ETAPPE, KAPSTADT – ABU DHABI, NOVEMBER 2014 Ein Happen, bevor es weitergeht. Das Volvo Ocean Race steht für vieles: Es ist gefährlich, abenteuer­ lich, schnell, manchmal auch ­verrückt. Gemütlich ist es nie. ­Komfort ist ein Fremdwort.



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5.  ETAPPE, AUCKLAND – ITAJAÍ, APRIL 2015 Am Ruder von Alvimedica navigiert Stu Bannatyne im gnadenlosen Südpazifik. Das amerikanische Boot ist das erste, das das gefürchtete Kap Hoorn umrundet. Wer hier über Bord geht, hat kaum eine Aussicht auf Rettung.

D 60



Nach einer weiteren stressigen Nacht zeugen die Hände Ryan Houstons von der getanen Arbeit. Sonne, Meerwasser und die gewal­ tigen Kräfte, die auf die Taue ein­ wirken, hinterlassen ihre Spuren. Es werden noch mehr dazukommen. 2.  ETAPPE, KAPSTADT – ABU DHABI, DEZEMBER 2014

„Beim Runtersurfen von manchen ­ ieser Monsterwellen bohrt sich der Bug d in ein Wellental“, erzählt der Deutsche Tim Kröger, mehrmaliger Teilnehmer am Volvo Ocean Race. „Eine Wasserwand von eineinhalb Metern reißt einen fast mit. Danach sitzt man hüfthoch im Eiswasser. Man gewöhnt sich das Denken ab. Das ist gut. Denn Denken kann auch Bedenken bedeuten. Und die wären fehl am Platz.“ Die Segler leben wochenlang auf ihren 20-Meter-Yachten, zu neunt zusammen-

gepfercht auf wenigen Quadratmetern. Stecken tagelang in klatschnassen Klamotten. Schlafen mit der Angst, in der Dunkelheit mit 30 Knoten (knapp 56 km/h) einen dahintreibenden Container oder einen schlafenden Wal zu rammen, was in einer Katastrophe enden kann. Verziehen das Gesicht, wenn sie daran denken, wie sie Nudeln aus einer Art Tube saugen. Über den Stress des Rennens hört man, dass er bei manchen sogar den Bartwuchs aussetzen lässt, dass andere auf manchen THE RED BULLETIN

AMORY ROSS / TEAM ALVIMEDICA / VOLVO OCEAN RACE (2)

ie Blicke in den braungebrannten, wettergegerbten Gesichtern einiger der besten Segler der Welt sind ernst an diesem 4. Oktober 2014, dem Tag des Starts zum Volvo O ­ cean Race 2014/15, in Alicante. Sieben Yachten werden acht Monate lang über die Weltmeere hetzen, in neun ­Etappen mit Stationen in Südafrika, den Arabischen Emiraten, China, Neuseeland, Brasilien, den USA, Portugal, Frankreich und dem Ziel in Schweden, in Göteborg. Hört man die Geschichten der Athleten an der Mole von Alicante, während Möwen kreischend über sie hinwegziehen, könnte man glauben, es mit Masochisten zu tun zu haben. Sie berichten von Hitze und Kälte, von Unwettern, Stürmen, Lebensgefahr. Von Etappen, auf denen ihnen der Sturm Eiszapfen entgegenschmettert, von einer Mischung aus Ritt und Flug über Wellen hoch wie Häuser.

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Im Etappenziel landet das Dongfeng Racing Team nach über zwanzigtägiger Wettfahrt auf Platz drei, lächerliche acht Minuten hinter Sieger Mapfre. 4. ETAPPE, SANYA – AUCKLAND, FEBRUAR 2015

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„W E N N D U D R E I S T U N D E N SCHLAF AM STÜCK B E K O M M S T, I S T D A S E I N S E G E N .“ ist ein Fremdwort. Allein der Verzicht auf jede Isolierung der Boote macht das Leben an Bord zur Tortur. In manchen Gegenden misst der Ozean ein Grad, dann hat es im höhlenartigen Schiffsbauch keine zehn Grad. Die Geräuschkulisse reicht von friedlich glucksendem Geplätscher bis zu ohrenbetäubendem Getöse, etwa dann, wenn auf Deck das monströse GennakerSegel über eine der gewaltigen Kurbeltrommeln dichtgeholt wird und man glaubt, das Schiff breche auseinander. „Drei Stunden Schlaf am Stück sind ein Segen“, erzählt einer der Männer am Pier von Alicante. „Einen Schlafsack teilen sich jeweils abwechselnd zwei Männer, das spart Platz und Gewicht.“ Der 31-jährige Franzose Yann Riou ist als sogenannter Mediaman an Bord des franko-chinesischen Teams Dongfeng.

Ebenso wie den übrigen sechs „Reportern“ ist es ihm zwar verboten, an den Manövern teilzunehmen, aber er teilt trotzdem den Alltag der Mannschaft. Riou hat seinen Teil an Aufregung westlich des Kaps Hoorn abbekommen. „Ich sprach gerade mit Steuermann Charles Caudrelier im Bootsinneren, als es plötzlich fürchterlich krachte.“ Der obere Teil des Masts war gebrochen. „In so einem Fall muss man nach oben klettern und den abgebrochenen Teil abschneiden, um zu verhindern, dass er auf das Deck fällt. Das wäre noch schlimmer.“ Auf die Frage, wie ein typischer Renntag an Bord aussieht, meint Ex-Skipper Read: „Jeder Tag ist ein bisschen anders. Wirklich schlimm sind nur die ersten Tage. Danach gewöhnt man sich an alles.“ volvooceanrace.com THE RED BULLETIN

SAM GREENFIELD/DONGFENG RACE TEAM/VOLVO OCEAN RACE

Etappen bis zu zehn Kilo Körpergewicht verlieren. Ken Read, vormaliger Volvo Ocean ­Race-Skipper, auf die Frage, wie man sich das Rennen vorstellen soll: „Setzen Sie sich bei einem Sturm auf das Dach Ihres Autos und lassen es über eine schlechte Bergstraße rasen. Dann kriegen Sie eine leise Ahnung davon, was hier abgeht.“ Reads größte Angst war immer, eines Tages den Schrei „Mann über Bord!“ hören zu müssen. „Meine schlimmste Situation beim Volvo Ocean Race? Als der Segler Hans Horrevoets 2006 über Bord einer anderen Yacht ging und ertrank.“ Gefahren lauern in jeder Minute des Rennens. Ende November 2014, also schon relativ bald nach dem Start des Rennens, reduziert sich das Feld von sieben auf sechs Yachten: Der Rumpf des Bootes ­Vestas Wind wird von einem Riff nord­ östlich von Mauritius im Indischen Ozean aufgeschlitzt. Die Crew bleibt dabei unversehrt und kann sich, durch knietiefes Wasser watend, in Sicherheit bringen. Die Volvo-Ocean-65-Yachten sind Rennmaschinen aus Kevlar, Kohlefaser und anderen neuen Werkstoffen. An Bord gibt es Hightech-Elektronik und bärenstarke Hydraulikanlagen – doch Komfort


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Chris Pratt im ­„Jurassic World“-­ Style: wie man es in Hollywood schafft, ohne sich anzupassen


DER

AUSSTEIGER-

HELD VON DER STRIPPERBÜHNE IN DIE STRATOSPHÄRE

WIE CHRIS PRATT ZU EINER DER GRÖSSTEN UND UNWAHRSCHEIN­ LICHSTEN HOFFNUNGEN HOLLYWOODS WURDE. TEXT: RÜDIGER STURM BILDER: PETER YANG



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ES IST NICHT LANG HER, DA KONNTE MAN CHRIS PRATT NACKT SEHEN. UM 40 DOLLAR. SOGAR DIE OMA EINES FREUNDES BEKAM EINEN STRIPPERAUFTRITT 足GESCHENKT. 66



THE RED BULLETIN


W er Chris Pratt Ende der 1990er sprechen wollte, der durfte kein Problem mit Ratten und Flöhen haben. Denn mit solchen Mitbewohnern teilte sich der Junge aus Minnesota damals sein Domizil. Am Strand von Maui, der zweitgrößten Hawaii-Insel, hauste er in ­einem schäbigen Van, verbrachte seine Freizeit vorzugsweise mit Saufen und Kiffen. Das Geld dafür verdiente er mit gelegentlichen Kellnerjobs. Das Ambiente unseres Interviews im März 2015 ist eine der feudalen Suiten des Four Seasons Hotel in Los Angeles. Angeblich, so hört man, greift Pratt bei solchen Terminen gerne zum Whiskyglas, in ­diesem Fall ist es indes eine Flasche mit einem edlen Mineralwasser aus der Südsee. Er sieht auch sehr ­gesund aus – mit breitem Kreuz und übergroßen Oberarmen, die sich aus den Ärmeln seines Polohemds wölben. Denn aus dem obdachlosen Mini­ jobber ist eine der erstaunlichsten Hoffnungen Hollywoods geworden. Er führte als Hauptdarsteller die „Guardians of the Galaxy“ zu einem der größten ­Kassenerfolge des letzten Jahres. Jetzt darf er den Helden im Neustart der „Jurassic Park“-Franchise spielen. Und künftig wohl auch die Rolle des Indiana Jones, jedenfalls wenn es nach Fürsprecher Steven Spielberg geht. Was selbst bei Pratt Staunen auslöst: „Mich haut allein die Vorstellung um, dass ich auf der Liste der Leute gelandet bin, die überhaupt für die Rolle in Frage kommen.“ Bereits die Tatsache, dass er es von der Wohn­ gemeinschaft mit hawaiianischem Ungeziefer in den Adelsstand des Showbusiness schaffte, ist eigentlich unglaublich. Umso mehr, als Pratt sich nie in die Schablonen der Gesellschaft einfügte. Nach der High-

THE RED BULLETIN

school versuchte er’s mit einem Studium und stieg nach einem halben Semester aus. Seine Karriere als Vertreter für Rabattmarken war ähnlich kurzlebig. Was zu einem vorübergehenden Einsatz als Stripper führte, als „Billig-‚Magic Mike‘“, wie er es nennt, der auch vor purem FKK nicht zurückschreckte – für 40 Dollar pro Nummer. Sogar auf der Geburtstags­ feier der Oma eines Freundes trat er auf. Als ihn ein alter Kumpel in eine Kifferhöhle auf ­Hawaii einlud, zögerte er keine Sekunde. Chris Pratt, der gescheiterte Student, Vertreter und Ex-Stripper, stieg aus. Doch auch Aussteiger können zu Aufsteigern ­werden. Solange sie eine Passion haben: „Ich wollte immer auftreten“, sagt er. „Als kleiner Junge sah ich meinen drei Jahre älteren Bruder in einer Schul­ aufführung auf der Bühne. Meine Mutter war von ihm so bewegt, dass sie weinte. Und ich dachte mir: Das kann ich auch.“ Allerdings bedurfte es noch eines Zufalls. Der ­begegnete ihm auf Maui in der Person von Rae Dawn Chong. Die Schauspielerin hatte in dem Schwarzenegger-Ballerepos „Das Phantom-Kommando“ (1985) gespielt, das Pratt „hunderte Male“ gesehen hatte. Als er ihr eines Abends Shrimps servierte, erkannte er sie prompt und wickelte sie mit seinem gutmütigen Charme ein. Das Resultat: Sie bot ihm eine Rolle in ihrem Regiedebüt an, der Horrorkomödie „Cursed – Part III“, und ließ den Kiffer, Säufer und Gelegenheitskellner nach Los Angeles einfliegen.

„ICH HÄTTE KEINE PROBLEME GEHABT, DEN ERSTEN ÜBERGEWICHTIGEN SUPERHELDEN DER WELT ZU SPIELEN.“ 67


CHRIS’ ­BESTE FILME 2011 MONEYBALL Baseballstar im fünffach Oscar-­ nominierten Sportdrama an der Seite von Brad Pitt

B

is aus diesem Trip ein echter Höhenflug wurde, ­dauerte es dann aber noch eine Weile. Nach seinem Debüt steckte Pratt im Hamsterrad der Traumfabrik fest, kämpfte verzweifelt um Rollen. Presseberichten zufolge war ein vergebliches VorZERO DARK THIRTY sprechen für „Avatar“ der Tiefpunkt, aber er korrigiert Navy SEAL im Team, schnell, wenn man ihn darauf anspricht, durch die das Bin Laden zur Selbstironie klingen noch die vielen Enttäuschungen Strecke bringt. durch: „Ich habe gar nichts gekriegt. Nichts! Ich habe ­Fakten-Thriller, für mich praktisch für jeden Film beworben, in dem ich fünf Oscars genannt nicht zu sehen bin.“ Doch etwas feuerte ihn weiter an: „Der Glaube an mich selbst, meine Begeisterungsfähigkeit und das Denken, dass die anderen falschlagen, wenn sie FAST VERHEIRATET glaubten, dass ich nicht der Richtige war.“ Was nicht Sidekick der unent- heißt, dass Pratt wie ein blindwütiger Egomane nach schlossenen Haupt- vorne preschte. Im Gegenteil, er bewies gesunde figur (Jason Segel) ­Distanz zu seiner eigenen Person. Nachdem die TVin einer charmanten Serien, in denen er seine ersten Rollen gespielt hatte, Romantikkomödie ausgelaufen waren, sagte er sich: „Ich muss nicht ­unbedingt der Hauptdarsteller sein, Charakterrollen sind genauso gut.“ So war er sich nicht zu schade, den Part des unbeTHE LEGO MOVIE darft-übergewichtigen Slackers Andy Dwyer in der Chris leiht Bau­ Hit-Serie „Parks and Recreation“ anzunehmen. Oder arbeiter Emmet, der dann wieder abzuspecken, um die Rolle eines Basedas Lego-Universum ballspielers in „Moneyball“ zu bekommen, nach der auf den Kopf stellt, er für die Komödie „10 Years“ wieder 20 Kilo draufseine Stimme. packte. Für „Der Lieferheld“ versuchte er sich sogar bis auf ein Kampfgewicht von 150 Kilo zu steigern.

2012

2012

2014

2014

GUARDIANS OF THE GALAXY Heldenhafter Dieb und Raumpilot in der rekordträchtigen Verfilmung des Marvel-Comics

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„ICH HABE MICH PRAKTISCH FÜR JEDEN FILM BEWORBEN, IN DEM ICH NICHT ZU SEHEN BIN.“

Zwar ging er für „Guardians of the Galaxy“ wieder ins Fitness-Studio, aber nicht aus Eitelkeit: „Ich hätte keine Probleme gehabt, den ersten übergewichtigen Superhelden der Welt zu spielen.“ Und er mochte das Projekt so sehr, dass ihn dessen Erfolgschancen gar nicht mehr interessierten. „Ich sagte mir: Dieser Film wird floppen, und das wird das Ende meiner Karriere.“ Eine nicht ganz unberechtigte Befürchtung. Vor dem Sommer 2014 schien sich kaum jemand für einen Trupp weithin unbekannter Comic-Charaktere zu ­interessieren, die einer mysteriösen Kugel durchs Universum hinterherjagen. Für seinen Mut, der nebenbei mit einem Einspielergebnis von 774 Millionen Dollar belohnt wurde, bekam Pratt vom Branchenblatt „Hollywood Reporter“ das Etikett des „Regel­ brechers von 2014“ verpasst. Die Etiketten von Ruhm und Image dagegen beeindrucken ihn nicht. Als er mit Brad Pitt in „Moneyball“ spielte, unterdrückte er seine Aufregung und verzog angesichts des Hyperstars keine Miene. Auch wenn er im Nachhinein zugibt: „Es war verdammt cool, mit ihm zu drehen. Vielleicht hätte ich das mehr genießen sollen.“ Seine wahren Helden findet er aber nicht auf der Leinwand: „Das sind Menschen, deren erster Impuls darin besteht, selbstlos zu handeln und anderen zu helfen. Ein Held für mich ist Russell Wilson, der Quarterback der Seattle Seahawks. Und das nicht nur, weil er sein Team zweimal hintereinander bis ins Endspiel, die Super Bowl, geführt hat. Er gibt auch der Gesellschaft sehr viel zurück, besucht zum Beispiel Kinder im Krankenhaus. Das ist für mich wirklich cool. Aber die meisten wahren Helden sind nicht ­prominent. Das sind Leute, die ihren Arsch riskieren, um andere Menschen zu beschützen, obwohl sie ­dafür keinen Dank bekommen.“ Und was macht ihn selbst zum Helden von Hollywood? Die Distanz zur Branche und zum eigenen Ego hat noch einen weiteren wichtigen Effekt: Auch wenn Pratt im Interview seriös antwortet und auf Witze­ leien verzichtet, seinen Durchbruch schaffte er nicht zuletzt wegen seines Humors. Seine Rolle in „Parks and Recreation“ wurde ausgebaut, weil die Macher der Serie ihn bereits beim Vorsprechen umwerfend komisch fanden. Inzwischen gilt er als größtes Improvisationstalent unter der ganzen Besetzung. Dadurch wurde auch „Jurassic World“-Regisseur Colin Trevorrow auf ihn aufmerksam. Pratt selbst glaubt, seine Fähigkeiten basierten auf seiner „Lebenserfahrung“. Wer sich mit Flöhen, Ratten und lebenslustigen Omas herumschlug, der lernt eben, den Alltag locker zu nehmen. Und das kann selbst für ein Abermillionen teures Vehikel wie „Jurassic World“ gelten. Wenn Pratt seinen Lieblingsmoment des Drehs beschreibt, dann ist ein anarchischer Funke zu erkennen, den er offenbar seit seinen Kifferjahren bewahrt hat: „In einer Action­ szene bin ich auf einem Motorrad dahingerast. Am Schluss hab ich’s zu Schrott gefahren und bin kopfüber über den Lenker geflogen. Das war echt klasse.“ Und bei diesen Worten zieht sich ein schelmisches Lächeln über sein ganzes Gesicht. www.jurassicworldmovie.com THE RED BULLETIN


Wenn es nach Steven Spielberg geht, ist dieser Mann der neue Indiana Jones.


Showdown am höchsten Berg Europas: Der Mont Blanc ist der drittletzte Turning Point, den die Athleten ­passieren müssen.

KÖPFE

FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL

KÜHLE


ABWARTEN SPART ZEIT, UMWEGE MACHEN SCHNELL: DIE BESTEN GLEITSCHIRM-PILOTEN DER WELT ZEIGEN BEI RED BULL X-ALPS, WIE UNKONVENTIONELLES DENKEN EFFIZIENTER ANS ZIEL FÜHRT. TEXT: ALEX LISETZ

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Links: Der Franzose Clément Latour, 2013 Zweiter im Ziel, beim Aufstieg auf den Furkapass (Schweiz). Unten: der Koreaner Pil Pyo Hong in Sulden am Ortler (Südtirol). Auch in diesem Jahr sind Athleten aus allen Erdteilen dabei. Rechts: imposante Kulisse zu Renn­ beginn – ein Athlet überfliegt die 380 Meter hohen Krimmler Wasserfälle im Pinzgau.

U

m sich die Spielregeln von Red Bull X-Alps zu merken, muss man kein Universitätsprofessor sein. Der Start ist in Salzburg, das Ziel in Monaco, und für den Weg dazwischen stehen jedem Teilnehmer zwei Beine und ein Gleitschirm zur Verfügung. Theoretisch ist damit ­alles klar: Du kletterst auf den nächsten Berg und fliegst von da möglichst weit nach Südwesten. Landest irgendwo, steigst dann wieder auf einen Berg. Powerst eine Woche lang in Luftlinie weiter, bis du über Monte Carlos Yachthafen hinunterschwebst auf die Promenade des Champions. Praktisch ist die Sache einen Hauch komplizierter. „Du gewinnst mit dem Kopf, nicht mit der Power“, sagt der Schweizer Christian „Chrigel“ Maurer, überlegener Sieger der drei letzten Ausgaben von Red Bull X-Alps.

ALLE GEGEN EINEN Mit dem Kopf gewinnen heißt: nicht zu denken, wie alle denken. „Abkürzungen können Zeit kosten“, sagt Maurer, „Warten kann Zeit sparen.“ 2013, beim vorigen Red Bull X-Alps, stellte der Mann aus dem Berner Oberland gleich zwei Bestleistungen auf: Er war schneller als irgendein Red Bull X-Alps-Athlet vor ihm (6 Tage, 23 Stunden und 40 Minuten, die Hälfte der Siegerzeit von vor acht Jahren). Und er legte die längste Strecke der Red Bull X-Alps-Geschichte zurück: 2556 Kilometer, das Dreifache der Luftlinie. „Du musst aufsteigen und gleiten, sooft es geht, auch wenn guter Aufwind manchmal einen Umweg nötig macht“, sagt Maurer. 72




RED BULL X-ALPS IN ZAHLEN 18 1

Länder stellen Teams.

ist die Anzahl der Supporter, die jeder Athlet zur Verfügung hat.

10.000 ­

Euro beträgt das Preisgeld für den Sieger.

33 10 250

teilnehmende Athleten

Turning Points

Meter darf sich der Athlet in der nächtlichen Ruhepause maximal vom Endpunkt seiner Etappe wegbewegen.

2 900 SEBASTIAN MARKO/RED BULL CONTENT POOL, HARALD TAUDERER/RED BULL CONTENT POOL, FELIX WOELK/RED BULL CONTENT POOL

weibliche Athleten im Teilnehmerfeld

Gramm ist das Durchschnittsgewicht eines typischen Spezialrucksacks mit Gleitschirm, Rettungsschirm und Gurtzeug.

START Salzburg/AT Gaisberg/AT

Lermoos/AT Tiroler Zugspitz Arena

Aschau – Chiemsee/DE Kampenwand

St. Moritz/CH Piz Corvatsch Annecy/FR Matterhorn/CH Mont Blanc/FR

Peille/FR

ZIEL Monaco/MC

Brenta/IT Cima Tosa

Dachstein/AT


„Musst für alles offen bleiben“ PAUL GUSCHLBAUER, 31

Paul Guschlbauer wurde 2011 als ­Newcomer Dritter bei Red Bull X-Alps. Heuer flog er zur Vorbereitung mal eben vom größten Wasserfall der Welt.

DER GRAZER IST DER LOKALMATADOR MIT DEN GRÖSSTEN PODESTCHANCEN. DOCH ER WEISS: WENN MAN ETWAS UNBEDINGT HABEN WILL, MUSS MAN ZUERST AUFHÖREN, ES UNBEDINGT HABEN ZU WOLLEN.

THE RED BULLETIN: Red Bull X-Alps ist

gefährlich, die Strapazen sind unbeschreiblich. Warum gehen Sie am 5. Juli nicht lieber ins Bad? PAUL GUSCHLBAUER: Ich liebe es, mich draußen auszupowern, und ich liebe das Fliegen. Im Training mache ich es genauso wie im Rennen: Ich fliege, wohin ich Lust habe, und laufe von meinem Landepunkt einfach weiter – statt per Autostopp heimzufahren. Beim letzten Mal sind Sie mit einem selbstgebauten Schirm gestartet. Gut fürs Ego? Nicht nur. Weil man ja auch die Schwächen des Schirms bis ins Detail kennt.

Dreimal siegreich: Landet der Schweizer Chrigel Maurer auch in diesem Jahr als Erster in Monaco?

UNSICHTBARER GEGNER Wenn am 5. Juli die siebente Ausgabe von Red Bull X-Alps beginnt, ist Maurer erneut der Favorit. Warum kopieren die Konkurrenten nicht einfach seine Route? „Würde nichts nützen“, sagt der Steirer Paul Guschlbauer, 2011 Dritter, „weil sich die Thermik mit jedem Meter ändert. Darum kannst du direkt hinter einem ­Konkurrenten herfliegen und trotzdem sinken, während er aufsteigt, oder umgekehrt.“ Spätestens am zweiten Wettkampftag ist jedem klar: Man ist am schnellsten unterwegs, wenn man seinen ­eigenen Weg sucht.

AM LIMIT Nur damit kein Missverständnis aufkommt: Das Strategiespiel in den Wolken ist nichts für Schöngeister. Red Bull X-Alps ist ein waghalsiges Abenteuer. „Du brauchst deinen Kopf nicht nur zum Gewinnen“, sagt der Bayer Michael Gebert, der schon zum fünften Mal dabei ist, „sondern auch, um dich in brenzligen ­Momenten daran zu erinnern, dass letztlich alles nur ein Spiel ist.“ Live-Tracking aller Athleten ab 2. Juli: www.redbullxalps.com

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Sie sind 2011 als unbeschwerter Newcomer Dritter geworden. 2013 haben Sie sich noch mehr vorgenommen – und sind Neunter ­geworden. Der Laienpsychologe würde jetzt sagen: Man bekommt nicht, was man zu sehr möchte ... Stimmt ja auch. Ich hatte mir einen tollen Plan zurechtgelegt und wurde dadurch unlocker und unflexibel. Aber bei Red Bull X-Alps musst du für alles offen bleiben, was kommt. Diesmal sind Sie zur Vorbereitung auf den ­Tafelberg Auyan-Tepui in V ­ enezuela gestiegen und von seiner Kante über den höchsten Wasserfall der Welt ins Tal geflogen. Diese Kombination hat vor Ihnen noch keiner gewagt. Das war ein geniales Projekt. Da oben erstreckt sich eine 700 Quadratkilometer große Ebene mit Bächen und Flüssen, die keine Verbindung zum Land rundherum hat. Der Startplatz an der Kante der Angel Falls (Salto Ángel, 979 Meter Fallhöhe; Anm.) war ein bisschen knifflig, weil man kaum stehen konnte, alles andere war ein einziger Genuss. THE RED BULLETIN

OLIVIER LAUGERO/RED BULL CONTENT POOL, PHILIP PLATZER/RED BULL CONTENT POOL

Der Schweizer Chrigel Maurer hat die letzten drei Red Bull X-Alps überlegen gewonnen. Warum fliegen Sie nicht einfach in seinem Windschatten hinterher? Würde nichts nützen. Die Thermik ändert sich mit jedem Meter, und du musst intuitiv ­winzige Entscheidungen treffen, um darauf zu reagieren. Darum kannst du 50 Meter hinter ­einem Konkurrenten herfliegen und trotzdem sinken, während er aufsteigt – oder umgekehrt.


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„AUF DER RUNDE BIN ICH IN MEINER WELT“ BERND WIESBERGER ist Österreichs bester Golfer. Was wir von ihm lernen

A

uch wenn die mondänen Mas­ ters in Augusta, Georgia, schon Wochen zu­ rückliegen und als nächstes das familiäre Heim­ turnier der ­Lyoness Open im Diamond GC nahe Wien ansteht: Im Kopf von Bernd Wiesberger sind die Erinnerungen frisch. Er quali­ fizierte sich als erster Öster­ reicher, weil unter den Top 50 der Weltrangliste. Und er schlug sich mit Bravour: Rang 22, bester Rookie, am Finaltag spielte er mit Vorjahrssieger Bubba Watson – und um sechs Schläge besser als der USAmerikaner. Nicht nur das ­beeindruckt, auch die Finesse seines Schlagrepertoires. Die coole Strategie. Das beschei­ dene Auftreten. Denn Augusta ist zwar der Himmel für Golfer, aber Übermütige schickt es ins Fegefeuer. the red bulletin: Wie be­ friedigend war der MastersFinaltag mit Bubba Watson? bernd wiesberger: Für mich hat die Runde noch was bedeutet, aber für Watson ist es um nichts mehr gegangen. Deswegen war es nicht der große Sieg über den Titelver­ teidiger, sondern eine ange­ nehme Runde auf Augenhöhe. Ich bin auch nicht das erste Mal in dieser Situation – da waren meine Runden mit Phil Mickelson und Rory McIlroy 76



bei der PGA Championship 2014 intensiver. Augusta war für Sie als Platz Neuland. Ziel war also: ­seriöse Vorbereitung  … Es war wichtig, nicht völlig blank nach Augusta zu fahren, deswegen habe ich mit meinen Trainern Phil De Busschere und Damian Taylor bereits vor­ her trainiert – im GC Fontana in Oberwaltersdorf. Dieser Platz ist von den Ondulierun­ gen der Fairways und der Grüns her Augusta noch am ähnlichsten. Die größte Überraschung in Augusta? Wenn man aus dem Clubhaus

Welche Rolle spielen die 50.000 Zuschauer? Benutze sie zur Motivation, sieh sie nicht als Ablenkung. Obwohl: Auf der Runde bin ich sowieso eher in meiner Welt. Platz 22 war es am Ende – Trainer De Busschere hatte sogar Platz 12 vorausgesagt. Es wäre eine Enttäuschung gewesen, den Cut nicht zu schaffen, aber ich habe mir kein Platzierungsziel gesetzt. Für Rookies ist Augusta halt extrem schwierig: Du bist vom ersten Moment an gefordert. Man lernt, dass sogar simple Dinge kompliziert werden …

„DER ERFOLG HAT MICH WENIG VERÄNDERT. MEINE SONNTAGE SIND WEITER DIE DIENSTAGE.“ rausschaut, erscheint alles als große, gemähte Wiese. Da und dort ein Grün, hie und da ein Bunker. Man weiß, wo man hinmuss, sieht aber keine Konturen der Spielbahnen – die werden erst durch die Zuschauer geformt. Wie entschärft man die ­gefürchteten Grüns, die scherzhaft mit Marmor­ platten verglichen werden? Es ist weniger das Tempo als vielmehr die Welligkeit, die beeindruckt. Wegen des eher feuchten Wetters waren sie nicht so schnell, das war für mich als Rookie ein Vorteil.

… etwa das bekannte Loch 12, das kurze Par 3 im „Amen Corner“. Du schaust rüber auf die Fahne am elften Grün, und der Wind weht aus Rich­ tung eins. Du schaust auf die Fahne am zwölften Grün, und der Wind kommt aus Richtung zwei. Dann wirfst du zum Test Grashalme in die Luft – und der Wind kommt aus Richtung drei. Da kann man dann nur raten – und hoffen. Der Masters-Sieger bestimmt im Jahr darauf das Menü beim Champions Dinner. Waren Sie vorbereitet? Es hätte was Österreichisches

gegeben, Wiener Schnitzel, oder was Deftiges, Schweins­ braten oder Stelze. Und Salz­ burger Nockerl. Top 40 in der Weltrangliste, als erster Österreicher alle Major-Turniere gespielt, Preisgeld-Millionär: Wie bleibt man da am Boden? Man muss sein Drumherum gezielter organisieren und strukturieren. Und öfter nein sagen. Mein Aufwand für Golf muss immer der gleiche sein. Meine Sonntage sind weiter die Dienstage. Und zwei Wochen Urlaub im Sommer gehen halt nicht. Ich glaube, ich habe mich insgesamt relativ wenig verändert. Ein Golfturnier dauert eine Woche. Das Rezept Ihres Trainers Phil De Busschere für den weiteren Weg nach oben klingt simpel: „Create good weeks“. Ich kann schnell umsetzen, wovon Phil glaubt, dass es mein Spiel weiterbringt. Ich hinterfrage ihn, aber ich ver­ traue ihm blind. Wer besser werden will, muss auch Risiko nehmen. Für einen Athleten bedeutet jede Änderung Unbehagen. Es ist aber nicht so, dass wir das Rad neu erfinden, selbst kleine Dinge können entscheidendes Feedback geben. Man muss nicht unbedingt Rekord­ runden schießen, es können zwei, drei gelungene Schläge sein, die dir sagen, dass du am richtigen Weg bist. Wo ist der Plafond? THE RED BULLETIN

PHILIPP SCHUSTER/RED BULL CONTENT POOL

können? Bleib am Boden, auch wenn du den Himmel kennst.


Name Bernd Wiesberger Geburtsdatum/-ort Wien, 8. Oktober 1985 Beruf Golf-Profi Erfolge fünf Turniersiege; erster Österreicher bei allen vier Majors (US Open, British Open, ­Masters, PGA Championship) Karrierepreisgeld ca. 4,2 Millionen Euro Größte Show Bei der PGA Championship 2014 in Walhalla (South Carolina), USA, nach drei von vier Runden Zweiter. Spielte am Finaltag mit dem Weltranglisten-Ersten Rory McIlroy im letzten Flight. Am Ende siegte der Nordire McIlroy, Wiesberger belegte Platz 15.

Wenn ich auf einen Platz ­komme, der zu meinem Spiel passt, auf dem ich mich wohlfühle, dann kann ich um einen Major-Sieg mitspielen … es sind im Endeffekt auch nur 72 Loch Golf. Ich vergleiche das gern mit dem Skisport: Manche Abfahrer haben den pulvrigen Schnee in Kanada lieber, andere das Eis von KitzTHE RED BULLETIN

bühel – genauso ist das auch im Golf. Ein Top-5- und ein Top-50-­ Athlet sind im Golf leistungsmäßig näher beisammen als im Skilauf oder Tennis … Unser Sport ist facettenreicher, da sind mehr Überraschungen möglich. Natürlich gibt es die Rory McIlroys, die Jordan Spieths, die Henrik Stensons,

die noch einen, zwei Gänge raufschalten können. Aber an einem derartigen Getriebe arbeiten wir schon. Konzentrieren Sie sich künf­ tig mehr auf große Turniere? Dank meiner Weltranglistenposition kann ich mich besser auf diese Rosinen vorbereiten und auch Neuland suchen – also Turniere auf der US PGA

Tour spielen, gewissermaßen die Globalisierung als Sportler verstärken. Aber Turniere, die ich gern spiele, werden die BMW-Turniere, das Lyoness Open in Österreich bleiben. Thema Heimvorteil: Österreich bewirbt sich mit dem GC Fontana um den Ryder Cup 2022 … Wenn wir den Ryder Cup bekommen, wird der Platz derart umgebaut, dass ich keinen Heimvorteil mehr habe. Robert Sperl Golf-Ass Bernd Wiesberger auf redbulletin.com: welche fünf Golfplätze weltweit Sie unbedingt spielen sollten

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Daniel Ricciardo f端r Pepe Jeans London


See it. Get it. Do it.

AC T I O N ! 80

TRAVEL 81

GEAR 84

CULTURE 86

WHEELS 88

HOW TO 90

EVENTS

TRAVEL

JET-SET

Surfen mit Extra-PS: jetzt in Australien

JEFF FLINDT

Die hawaiianische Surflegende Paul Strauch verglich Surfen einst mit Sex: „Es fühlt sich ­immer gut an, egal wie oft du es tust.“ Aber selbst die besten Dinge können mit ein wenig Einfallsreichtum noch verbessert werden. Was etwa das Surfen betrifft, kombinierte Martin Šula, ein tschechischer Formel-1-Ingenieur, 2008 ein ­Kohlefaser-Surfboard mit einem Zweitaktmotor. Und erfand damit das Jetsurfen.



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ACTION Surfen 2.0: Motorisierte HighPerformance-Boards verwandeln ruhige Gewässer in ein surfer’s paradise. Und sorgen für ein ­Erlebnis, das Kai ­Lenny, 22, WassersportProfi aus Hawaii, als „Mix aus Surfen und MotoGP“ beschreibt. „Jetsurfen verschafft dir eine völlig neue Art von Adrenalinkick. Und du brauchst dafür nicht mal eine Riesenwelle“, sagt der Stand-upPaddling-Weltmeister von 2013. „Wenn du so übers Wasser fliegst, ist es ein ähnlich geniales Gefühl, wie wenn du eine hammergeile Welle reitest. Die g-Kräfte machen dich ab dem ersten Schwung süchtig – du willst einfach mehr davon.“ Das 12 PS starke Jetsurfboard schafft knapp 60 km/h und vollgetankt bis zu 75 Kilometer Strecke oder 90 Minuten Fahrt. Die Geschwindigkeit lässt sich spielerisch mittels Handgashebel regulieren. Der befindet sich am Ende der elektronischen Leash, die vom Board zum Handgelenk führt. Verliert der Rider den Gasgriff, stoppt der Motor sofort. Trotz Motorantriebs ist eine ganze Menge Körperkraft gefordert, will man das Board unter Kontrolle halten – besonders über längere Zeit. Die meisten Surfer sind nicht gewohnt, eine Welle mehr als ein paar Minuten zu reiten. „Diese Welle hält aber über eine Stunde an, bevor man nachtanken muss“, sagt Jetsurfboard-­ Erfinder Martin Šula, 39, tschechischer Formel-1-Ingenieur. „Da bedarf es physischer und auch mentaler Stärke.“ Das Board selbst bringt dank relativ kleinen Motors und federleichter Kohlefaserbauweise gerade mal 14 Kilo auf die Waage und erleichtert so das Handling am Wasser und beim Transport. Bisher bieten erst wenige Locations weltweit Jetsurf-Training; eine der

TRAVEL PERTH

Was gibt’s sonst? Vogelfrei Luftkampfluft schnuppern über Perth: Als Co-Pilot eines original Warbirds vom Typ Nanchang CJ-6A ver­ wickelt man sich in einen 45-minütigen simulierten Dogfight. warbirdswa.com

Stromstark Ideen zur Tages­ gestaltung mit 12 PS unter den Füßen

„JETSURFEN IST EINE VÖLLIG NEUE ART VON ADRENALINKICK: UND DU BRAUCHST NICHT MAL EINE RIESENWELLE.“

Im Schlauchboot fest­geschnallt, geht’s durch den Walyunga National Park – auf den Stromschnellen des Flusses Avon, wo auch das längste Wildwasserrennen der Welt ausgetragen wird. rafting.com.au

Perth Jetsurf-Abenteuer gefällig? Infos unter: jetsurfperth.com.au

schönsten befindet sich im westaustralischen Perth. Erfahrene Surfer sind hier ebenso willkommen wie Anfänger. Und das Checken des aktuellen surf report kann man getrost vergessen: Lässige Airs und selbst Backflips sind hier auch ohne Riesenwellen praktisch immer möglich.

Was sich aus einem 5-Liter-V10-Motor rausholen lässt, testet man am besten während acht Runden auf einem privaten Track – in einem 700+ PS starken Lamborghini Gallardo, der für die Rennstrecke optimiert wurde. supercarsperth.com.au

INSIDER-TIPP Kai Lenny (li.) beim Verbergen der Vorfreude

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„Auf weitläufigen Gewässern ist es sinnvoll, ein GPS oder Handy dabeizuhaben – nur für den Fall“, rät Martin Šula.

THE RED BULLETIN

TOM SERVAIS ,JOHN ABSOLON, CORBIS, BRODIE BUTLER

Rennschnell Perth, AUS


ACTION

GEAR

HARTES ZEUG

Neben Wasser kann auch Staub dem Xperia Z3 Compact nichts anhaben. Es filmt HD-Videos und verfügt über PS4 Remote Play. Das erspart den Kampf um die Fernbedienung.

Diese Outdoor-Begleiter machen garantiert nicht vor ihrem Besitzer schlapp. Sony Xperia Z3 Compact

Das Wasser steht Ihnen bis zum Hals? Kein Problem. Diese schicke Verbindung mit der Außenwelt hält auch 30 Minuten in eineinhalb Metern Tiefe aus. sonymobile.com

Seacam

Chips

Keine Sorge, wenn die Kamera ins Wasser fällt (solange es nicht zu tief ist), dank Titanium und einer seewasserbeständigenden Leichtmetalllegierung.  seacam.com

-loryfy SPORTstyle

Ein innovatives Material namens I-Flex macht diese Sonnenbrille zum praktisch unzerstör­ baren Begleiter für jedes Abenteuer. 100 % UV-­ Schutz bietet sie natürlich auch.  gloryfy.com

THE RED BULLETIN

Bluetooth-Kopfhörer, denen Kälte nichts ausmacht. Passen in jeden Helm mit Audio-Anbindung, Telefonieren und Musikauswählen klappen selbst mit Handschuhen.  ellis-brigham.com

Buckshot Pro

Dieser robuste 3-in-1-Lautsprecher ist außerdem Ladegerät und Taschenlampe. Und das ­eingebaute Mikrofon macht sogar freihändiges Telefonieren möglich.  outdoortechnology.com

LaCie XtremKey USB 3.0

Apokalypsensicherer Datenspeicher: Der schnelle USB-Stick mit bis zu 128 Gigabyte steckt einen 200-Meter-Sturz und Temperaturen bis zu 200 Grad über und 30 Grad unter null weg.  lacie.com

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ACTION

GEAR

UNTER­GETAUCHT!

Tudor Pelagos Blue Warum Hans Wilsdorf sein zweites Uhrenlabel Tudor am 6. März 1946 ins Leben rief, kann keiner besser erläutern als der anglophile Rolex-Gründer selbst: „Mehrere Jahre lang habe ich über die Herstellung einer Armbanduhr nach­ gedacht, die von unseren Fachhändlern preisgünstiger verkauft werden kann als unsere Rolex, aber ebenso zuverlässig ist. Nun habe ich beschlossen, eigens für die Fabrikation und Vermarktung einer solchen Uhr eine Firma zu gründen, und der Name dieser Firma lautet Montres Tudor SA.“ Eine stilisierte Rose als Logo erinnert an das Wappen des gleichnamigen englischen Herrscherhauses. Als Erstling debütierte 1947 die wasserdichte Tudor Oyster. Die signifikanten Unterschiede zwischen Mutter und Tochter fanden sich stets im Inneren. Rolex verbaute Uhrwerke aus eigener Manufaktur, Tudor kaufte Bewährtes zu. Dabei blieb es bis 2015, ehe das neue Automatikkaliber MT5612 in der Pelagos (dicht bis 500 Meter unter dem Wasserspiegel) ­debütierte.  tudorwatch.com

Und dabei dicht bis 500 Meter.

Das Titangehäuse mit Stahlboden ­besitzt ein sogenanntes Heliumventil. Heliumatome können, trotz Wasserdichtheit, nach einer gewissen ­Zeitspanne in die Uhr eindringen. Das Heliumventil sorgt dafür, dass das Gas frei aus der Uhr entweichen kann, ohne sie zu beschädigen.

ZEITLOSE SPORTLICHKEIT

Drei wasserdichte Automatik-Chronographen für jedes Handgelenk

Das Edelstahlgehäuse der „Superocean II“ gibt es mit 36, 42 oder 44 mm Durchmesser. Mit der ­Dimension wächst die Wasserdichtheit: 200, 500 bzw. 1000 Meter. breitling.com

Longines Heritage Diver 1967

Ans Jahr 1967 erinnert die „Heritage Diver 1967“ (hält 30 bar Wasserdruck stand). Das Automatikwerk L.688.2 besitzt ­einen Chronographen

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mit Schaltradsteuerung und 30-Minuten-Zähler. Nach Vollaufzug läuft die Mechanik 54 Stunden. longines.com

Zenith El Primero 400 B

Im Jahr des 150. Geburtstags lanciert Zenith einen sportlichen Chrono­ graphen mit Tachymeterskala und eigenem Automatikkaliber „El Primero 400 B“. Das Stahlgehäuse ist wasserdicht (bis 20 bar), besitzt verschraubte Bedienelemente und ­einen Sichtboden. zenith-watches.com

GISBERT L. BRUNNER

Breitling Superocean II

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ACTION

CULTURE WAHRHAFTIG

Die ultradüstere Krimiserie ist zurück Der Trailer für „True Detective 2“ machte Lust: Colin Farrell mit Schnürsenkel-Krawatte und Schlagring, Vince Vaughn endlich mal nicht auf lustig. Viel mehr weiß man noch nicht, aber genau so soll es sein. Die erste Staffel rockte so hart, weil sie mit den Erwartungen brach. Und jetzt, da wir wissen, dass ein dunkles Mini-Epos auf uns zukommt, sind das Fehlen von Spoilern und die neue Besetzung samt Szenario (die Cops Farrell und Rachel McAdams schnüffeln Unternehmer Vaughn nach, Jungpolizist Taylor Kitsch lauert) mehr als will­ kommen. Die erste Episode landet am 21. Juni.  hbo-com/truedetective

Mark Wahlberg (rechts)

Ted 2: Der Bär ist wieder los

Bis vor drei Jahren wurde der Begriff „Ted talks“ nur mit Videos von schlauen Köpfen in Verbindung gebracht, die auf „Techno­ logy, Entertainment & Design“-Events schlaue Dinge sagen. Doch dann kam „Ted“, ein Film über einen sprechenden Teddy­ bären. Auf dem Papier sah das aus, als hätte Regisseur und Dreh­ buchautor Seth MacFarlane nach einer Verwertung für derbe Tierwitze gesucht, die es nicht in „Family Guy“ und „American Dad“ geschafft hatten. Aber allen Befürchtungen zum Trotz war „Ted“ witzig und herzlich. Der wahrscheinlich lustigste Film mit einem sprechenden Tier in der Hauptrolle verwandelte 50 Millio­ nen Dollar Budget in 549 Millionen Dollar Einspielergebnis. Drei Dinge machten „Ted“ zum Erfolg: der vulgäre sprechende Teddybär, ein Haufen guter Witze und Mark Wahlberg als Teds bester Freund John. Wahlberg machte bereits 2010 an der Seite von Will Ferrell in „Die etwas anderen Cops“ gute Figur, aber erst mit „Ted“ bewies er, dass er die volle Bandbreite von witzig beherrscht: Timing, Slapstick, Klugscheißer-Gelaber. Die beiden hatten auch eine natürliche Beziehung, jene Art von Bromance, die Männer mitfühlen ließ und Frauen nicht nervte. Im zweiten Teil heiratet Ted Supermarktkassen-Freundin ­Tami-Lynn. Als die beiden eine Familie gründen wollen (Stich­ wort: Samenspender-Witze), muss Ted vor Gericht beweisen, dass er menschlich ist. Ted und John besorgen sich einen An­ walt, der, welch Glück auch für den Single John, von Amanda Seyfried gespielt wird. MacFarlane hofft auf mehr Erfolg bei Kritik und Publikum als bei seinem letzten Film „A Million Ways to Die in the West“, aber er darf optimistisch sein: „Ted 2“ – weltweit am 26. Juni in den Kinos – sieht gut aus. tedisreal.com

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Colin Farrell in „True Detective 2“

ABSCHIED VOM TIGER

Jetzt schwingt Mcllroy den Schläger Der aktuelle Slogan für „PGA Tour“ von EA Sports lautet „Golf ohne ­Limits“. Das stimmt so nicht ganz. Die Spieledesigner hatten genug von Tiger Woods auf den Packungen und tauschten ihn gegen Rory Mcllroy aus. Neu sind auch ein frisches Kommentatoren-Team und der Night Club, eine arcadelastigere Sammlung von GolfChallenges. Ein wenig enttäuschend, wegen Lizenzproblemen auf den ­Augusta-Kurs verzichten zu müssen, aber ansonsten ist hier alles im ­Grünen. „PGA Tour“ geht nicht nur als großartige Golf-Simulation durch, sondern vielleicht sogar als bestes Sportspiel überhaupt. Gibt’s ab Juni für Xbox One und PS4. easports.com

THE RED BULLETIN

LACEY TERRELL/HBO

ICH BIN’S, DEIN TEDDY


CULTURE

TOP PODCAST

PLAYLIST NILE RODGERS 1976 gründete der New Yorker die Band Chic – und machte sie zur erfolgreichsten Disco-Band aller Zeiten: Chic rockte mit Songs wie „Le Freak“ Charts und Clubs gleichermaßen, allen voran das legendäre Studio 54. Später wurde Nile Rodgers zu einem der angesagtesten Produzenten, arbeitete mit Stars wie David Bowie und Madonna, jüngst mit Daft Punk und Sam Smith. Jetzt rückt der Meister mit dem ersten Chic-Album seit 23 Jahren selbst wieder ins Rampenlicht. Hier nennt uns der heute Zweiundsechzigjährige fünf Songs, die sein Leben veränderten.  nilerodgers.com

Elvis Presley

The Doors

„Blue Suede Shoes“

„The End“

„Als ich sehr jung war, haben meine Eltern zu Hause oft Platten gespielt, meist Jazz. Richtig viel bedeutet hat mir aber erst ‚Blue Suede Shoes‘. Es war das erste Geschenk, an das ich mich er­ innern kann. Meine Großmutter schenkte mir die Single und dazu ein Paar blaue Veloursleder­ schuhe. Ich musste damit vor der ganzen Familie tanzen, das war schon lustig. Ich machte einen auf Elvis.“

„Dieser Song hat mich ver­ ändert. Ich hab ihn mir angehört, als ich zum ersten Mal LSD nahm. Ich war jung, dreizehn oder vierzehn, und wusste nicht wirklich, was LSD ist. Ich nahm den Trip, und ‚The End‘ spielte wieder und wieder im Hinter­ grund. Es war fantastisch. Eine völlig neue Erfahrung, so stark, dass ich danach von Klassik zu Jazz, R&B und Rock ’n’ Roll wechselte.“

Miles Davis

Donna Summer

„Bitches Brew“

„Miles Davis hören ist wie auf ­einem Trip sein – auch wenn du komplett nüchtern bist. Das ist mein Ernst! Seine Musik hat den gleichen Effekt aufs Gehirn wie LSD oder Mushrooms. Gerade dieser Song ist Wahnsinn. Das ist weder Jazz noch Avantgarde, das ist eine vollkommen eigene Welt. Heute noch haut er mich um wie einst in den Siebzigern. Der Titel selbst ist schon so cool, es gibt nichts Besseres!“

Queen

„Another One Bites the Dust“ „Es gibt in der ganzen Welt ­keinen Song, der mehr vom ChicHit ‚Good Times‘ inspiriert wurde als dieser. ‚Another One Bites the Dust‘ wurde zur Nummer eins in den USA – obwohl Disco-Musik zu dem Zeitpunkt von den RadioDJs schon für tot erklärt worden war, was mich ziemlich traf. Die­ ser Song zeigte mir, dass unser Sound genug Power hatte, sogar Hass und Ablehnung zu überwinden.“

THE RED BULLETIN

ACTION

„Love to Love You Baby“

„Dieser Song – und was für ein Song das ist! – brachte mich zur Club Music. Eines Nachts ging ich in die Disco, und der DJ ­spielte einen Übergang zwischen zwei Titeln. So was hatte ich da­ vor nicht gehört. Bisher hörte ein Song auf, dann begann ein neuer. Aber dieser Typ hielt die Musik am Laufen. Ich war wie elektrisiert. Und wollte Teil dieser Welt werden, in der die Musik nie zu spielen aufhört.“

Das Hörenswerteste aus der Welt der Musik in unter 90 Minuten pro Woche.

„Music Popcast“ (30 min)

Jede Woche bespricht Ben Ratliff, Musikjour­ nalist der „New York Times“, ein vieldiskutier­ tes aktuelles Thema, von Madonnas Comeback bis zu den Grammys. Dazu gibt’s Meinungen vom Musiker bis zum Business-Insider.

„Steve Lamacq’s Roundtable“ (30 min)

Gemeinsam mit drei Gästen rezensiert die BBC-Radio-6-Instanz ­jeden Donnerstag die wichtigsten neuen ­Alben der Woche. Alle Genres gehen, Stars kommen ebenso zum Zug wie Newcomer.

THE GADGET

Monster SuperStar ­BackFloat Das Ding schlug Wellen, als es präsentiert wurde: die erste schwimmende Musikstation. Sogar unter Was­ ser spielt es Musik. Dank stoßsicherer und wasser­ fester Hülle, zehn Meter Bluetooth-Radius und sieben Stunden Laufzeit ist es der ideale Begleiter für den Sommer. monster­ products.com

„Song Exploder“ (15 min)

Das Konzept ist so ein­ fach wie originell: Ein Musiker zerlegt einen seiner Songs bis aufs Grundgerüst. Acts wie The Postal Service und The National bringen damit ungeahnte Seiten ihrer Songs zum ­Vorschein.

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ACTION

WHEELS WAS UNS BEWEGT Beifahrer mit Charme & Stil

Marma London Aston Martin Collection Das Fashion-Haus ­ arma London hat eine M Reihe lizenzierter AstonMartin-Sonnenbrillen auf den Markt gebracht. Made in Italy, es stehen gespiegelte, getönte und polarisierte Gläser zur Auswahl. marma.co.uk

Alpina: 600 PS zum Jubiläum Alpina steht für Hochleistungswagen auf BMW-Basis, ziemlich frei interpretierbare Grenzen zwischen Autohersteller und Tuning-Spezialist und einige der schnellsten Serienanfertigungen der Welt. Um seinen fünfzigsten Geburtstag gebührend zu feiern, hebt der deutsche Hersteller nun den Vorhang für eines der stärksten Modelle seiner Geschichte. Es trägt den durchaus generischen Namen Edition 50 und kommt in einer Auflage von nur 100 Stück – 50 als B6 Cabrio/ Coupé und weitere 50 als B5 Limousine/Touring. Aus dem bekannten Alpina 4,4 Liter V8 bi-turbo wurden noch mal 60 PS herausgekitzelt, was die Edition-50-Autos auf 600 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von über 320 km/h treibt. Das Interieur kommt mit einer Reihe dezenter Edition50-Details, darunter Lavalina-Vollnarbenleder. Insgesamt kommt alles sehr edel und exquisit daher, was passt, denn Teil der Anziehung der Edition 50 ist gerade das coole ­Understatement, mit dem man selbst Rennwagen auf dem Heimweg vom Supermarkt die Auspuffrohre zeigt. alpina-automobiles.com

Style-Statement: Die Edition-50-Bezüge sind eine Hommage an das legendäre 1982erCoupé B7 S Turbo.

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GUTSHERR

Land Rover goes Luxus

Seit seinem Debüt in den 1970ern hat Range Rover einige Veränderungen durchgemacht, aber so sehr Luxus wie jetzt waren die Briten noch nie: Der bei der Internationalen Autoshow in New York präsentierte neue Range Rover SV Autobiography greift ganz oben an. Angetrieben wird der nahezu handgefertigte Super-Range-Rover wahlweise von einem Diesel, Hybrid oder 550-PS-V8-Supercharged-­ 5,0-Liter-Benziner. Land Rover betont, dass man es hier mit dem luxuriösesten SUV, den es je gab, zu tun habe. Mit einer beeindruckenden Ansammlung von technischen Schlauheiten, Leder im Interieur und mas­ sivem Aluminium geht man, was Belege für diese Behauptung betrifft, auch gleich auf Nummer sicher.  landrover.com

Ducati einmal kariert Die heiß ersehnte Ducati Scrambler steht bereits in den Startlöchern, und der italienische Hersteller stellt den Lifestyle-Aspekt seiner neuen Spaßrakete mit ansprechender Bekleidung und Accessoires in den V ­ ordergrund. ducati.com

Jaguar-Pinarello K8-S Nächstes Produkt der Liaison von Jaguar mit dem Sky-Profi-Radteam ist das Paris – RoubaixBike von Pinarello. Das Dogma K8-S Jaguar debütierte zwischen den Beinen von Sir Bradley Wiggins und kann vorbestellt werden. jaguar.com

THE RED BULLETIN

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Wer schnell Rad fährt, der zieht die Blicke auf sich. Das ROSE RACE PRO-Trikot sieht nicht nur gut aus – es ist auch hoch funktio­ nell. Hochwertige Mesh-Einsätze unter den Armen und an der Seite sowie Flach­ nähte und ein verlängertes Rückenteil zeichnen dieses Trikot aus. Breite, silikoni­ sierte Abschlüsse an Arm und Bund ver­ hindern das Hochrutschen – der durch­ gehende Front-Reißverschluss mit Feststeller und Garagen verspricht hohen Komfort. www.rosebikes.de 6

MACGYVER-RATGEBER

Der österreichische Physiker Martin Apolin kennt die Tricks, die das Leben tatsächlich erleichtern. Wie wird Bier in zwei Minuten kalt? Wie brät man das perfekte Steak? Wie lädt das Handy ohne Steckdose? Unterhaltsam, fundiert und gut verständ­ lich erklärt Apolin die „Life Hacks“ für die wirklich wichtigen Lebenslagen. Martin Apolin: „Physik für echte Männer“, erschienen im Ecowin Verlag ecowin.at/buch/physik-fuer-echte-maenner


ACTION

HOW TO

HEADSPIN Niemand beherrscht Headspins besser als Benny Kimoto, Mitglied der Berliner Breakdance-Superstars Flying Steps, man kann sich also kaum einen besseren Lehrmeister vorstellen. Wie er ihn selbst gelernt hat? „Mit vierzehn habe ich im ­Jugendhaus ein paar Breakdancer gesehen … die beeindruckten mich sehr. Vor allem der Headspin faszinierte mich. Ab dem nächsten Tag trainierte ich jede freie Minute, bis zu vier Stunden täglich“, sagt der heute 35-Jährige. „Internet-Anleitungen oder Trainer gab’s noch nicht. Mein Trainings­ video war der Film ‚Beat Street‘, zehn ­Jahre zuvor auf VHS-Kassette erschienen. Unzählige Male bin ich auf den Boden ­geknallt, aber nach zwei, drei Monaten gelangen mir die ersten sauberen Headspins.“

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Spannung

„Den ganzen Körper gut auf­ wärmen, ungefähr 30 Minuten, du solltest schwitzen. Nacken, Schultern, Beine und Rücken gut dehnen. Ein paar Liegestütze und Sit-ups für die Körper­ spannung. Auf YouTube gibt es Anleitungen für gute Yogaund Stretching-Übungen.“

2

Red Bull Flying Illusion: 11. – 13. Dezember 2015, Stadthalle Wien

Hals über Kopf

„Kopfstand lernen! Zur Erleich­ terung am Beginn mit dem Rücken an einer Wand. Wenn das Gefühl gut und die Belastung zentral auf den Körper verteilt ist, dann frei. Zunächst mit geschlossenen, später mit geöffneten Beinen, wie bei einem Spagat.“

Tickets unter: redbullflyingillusion.at

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Rotationskörper

Kampfgeist

„Viele Breakdancer haben wie ich Kampfsporterfahrung. Das ist kein Zufall. Ausgeprägte Musku­ latur und instinktives Körper­ gefühl helfen. Aber auch ohne Kampfsport-Background sollte man nach rund drei Wochen erste Erfolge sehen, ein wenig Talent, Ehrgeiz und täglich eine knappe Stunde Training vorausgesetzt.“

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Kleine Helfer

„Für die ersten Drehungen braucht man einen glatten Untergrund, Kopftuch, Haube oder Skater-Helm verringern den Drehwiderstand noch weiter. Es hilft, den Move Schritt für Schritt in Gedanken durchzugehen. So verinnerlicht das Gehirn, was der Körper machen soll.“

MARK THOMAS

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„Arme und Oberkörper lösen die Rotation aus, Hüfte und Beine ­folgen. Wichtig ist ein gleich­ mäßiger Rhythmus. Es bringt nichts, schnell Schwung zu holen und sich mit Gewalt zu drehen – das reicht nur für zwei, drei Um­ drehungen. Also zunächst lang­ sam drehen, dafür immer auf die Balance a­ chten. Das Tempo steigt ­automatisch mit der Routine.“

THE RED BULLETIN


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2 FESTIVALS IN 1 · 3 TAGE · 8 BÜHNEN · 120 ACTS

Tickets sind auf www.musicticket.at, bei oeticket (www.oeticket.com; Tel: 01/96096) und in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und Megacard-Members) bzw unter 01/24924 ehältlich.


ACTION

EVENTS

Pflichttermin: Von 19. bis 21. Juni gastiert die Formel 1 am Red Bull Ring in Spielberg.

GROSSER PREIS VON ÖSTERREICH Spielberg für Insider

Keine Tickets? Nicht verzweifeln: Es gibt Restkontingente. Auch die Tageskassen werden geöffnet sein. Keine Lust auf Stau? Die Anreise per Fahrrad hat sich letztes Jahr bestens bewährt und ist auch diesmal erste Wahl. Keine Lust auf Einsamkeit? Ricciardo und Co mögen allein im Auto sein, der kluge Fan hingegen teilt sich ein Auto und minimiert so die Verkehrsdichte. Und lustiger ist’s auch. Keine Ahnung? Kein Problem: einfach Spielberg-App im App Store downloaden und immer up to date sein: AUSTRIANGP Keine Musik? Gibt’s nicht! Mit jedem (Tages-)Ticket kann man sich für die Konzerte am jeweiligen Tag registrieren. Geht auch via App! Kein Plan? Auch kein Problem: Die Spielberg-App weiß alles. Und die Info-Points vor Ort sowieso. Grand Prix von Österreich, 19. – 21. 6., Red Bull Ring, Spielberg; www.projekt-spielberg.com

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THE RED BULLETIN


„HAUPTSACHE, ES BOLLERT“

Alec Völkel, 43, alias Boss Burns, Leadsänger von The BossHoss, über den Auftritt am Freitagabend in Spielberg. In euren Videos zelebriert ihr alte, räudige Autos und Bikes. Wie passt das zur Hightech-Welt der Formel 1? Wir mögen schnelle Motorräder und Muscle Cars. Und Muskeln haben F1Autos ja auch. Hauptsache, es bollert!

LEGENDS PARADE

Rückkehr der Turbo-Tiere nach Spielberg, zum Beispiel: Niki Lauda in seinem Weltmeister-Fahrzeug, dem McLaren MP4/2 aus dem Jahr 1984.

CHASSIS

PICTUREDESK.COM(2), ERIK WEISS, GETTY IMAGES, DUTCH PHOTO AGENCY/RED BULL CONTENT POOL, LAT PHOTOGRAPHIC

Breit, weich und wenig haltbar: Im Qualifying hingen die Walzen nach einer schnellen Runde in Fetzen.

GETRIEBE Im Rennen büßte Niki Lauda den dritten Gang ein. Zum Sieg reichte es dennoch. Derart überlegen war der McLaren in jener Saison.

Revolutionär: Das erste CarbonChassis der F1-­ Geschichte war es, das Niki Lauda zum Rücktritt vom Rücktritt animierte.

Renn-Action rundum

GP2 Die Serie direkt unter der Formel 1, in der sich die Stars von morgen matchen.

GP3 Junge Heißsporne in harten Duellen: fette Action garantiert!

AERODYNAMIK

Berühmte Autos, große Piloten

REIFEN

RAHMENPROGRAMM

Seit ihr F1-Fans? Ja, aber nicht hardcore. Wobei das live natürlich ’ne ganz andere Kiste ist als vor dem Fernseher. Letztes Jahr waren wir beim Grand Prix am Hockenheimring: schon geil, wie das abgeht. Und richtig laut! Euer Lieblingsfahrer? Vettel und früher Schumacher. Wie beim Fußball kommt da doch der Patriotismus durch. Seid ihr schon einmal im Rahmen einer Motorsport-Veranstaltung aufgetreten? Ja, vor ein paar Jahren bei der DTM. War gut. Spielberg ist unsere F1-Premiere. Das ist doch noch mal eine Stufe höher. Wie begeistert man Motorsportfans, die euch vielleicht zum ersten Mal hören? Indem man Vollgas gibt, selbst wenn wir die Lautstärke der Autos vielleicht nicht ganz erreichen werden. Die Fans müssen unsere Energie spüren. Der ­Adrenalinspiegel vom Tag darf am Abend nicht sinken! Im Herbst kommt euer neues Album. Wird es in Spielberg bereits Material daraus zu hören geben? Es wird sogar ein Doppelalbum: ein normales und eines mit Coverversionen obendrauf zur Feier unseres zehn­ jährigen Bandjubiläums. Live verlassen wir uns noch auf die Kraft der alten Nummern. Das unterscheidet uns von den Rennfahrern: Am Red Bull Ring riskieren wir nichts.

MOTOR Der PorscheTurbo leistete über 800 PS und war mit verantwortlich für den einzigen Heimsieg eines Österreichers.

Die flaschenförmige Heckpartie aus der Feder des legendären Designers John Barnard war wegweisend.

BREMSEN Als eines der ­ersten F1-Autos verwendete der McLaren MP4/2 Bremsscheiben aus Carbon.

Porsche Mobil 1 Supercup Der legendäre Markencup, Fixpunkt im ­Rahmenprogramm.

HIER SPIELT DIE MUSIK Konzerte am Red Bull Ring Freitag Tagträumer Twin Atlantic The BossHoss Samstag Folkshilfe The Baseballs Andreas Gabalier

THE RED BULLETIN

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ACTION

EVENTS SAVE THE DATE Weitere Pflichttermine in den nächsten Wochen

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Juni Red Bull Hosted By Das derzeit erfolg­ reichste Elektronik-Duo des Landes, Kamo & Crooked, kuratiert die Dance-Music-Bühne beim Bubble Days Festival (Eintritt frei). 13. Juni, Linzer Hafen

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bis 5. Juli Ausstellung „The Golden Age of Car Racing“ Hangar-7, Salzburg Im Laufe seiner 53 Berufsjahre hat Rainer Schlegelmilch über 600 Grands Prix fotografiert und dabei viele charismatische Motorsportler persönlich kennengelernt. In seiner aktuellen Ausstellung „The Golden Age of Car Racing“ zeigt Schlegelmilch Schwarzweißaufnahmen aus der Frühzeit des Profi-Rennsports in den 1960er Jahren und porträtiert dabei Legenden wie Jim Clark (Bild), Jacky Ickx, Jackie Stewart und Jochen Rindt.  www.hangar-7.com

19. – 21. Juni Gravity Games

11. – 14. Juni Lyoness Open

Schladming

Die Golfstars der European Tour schlagen zum sechsten Mal im Tullnerfeld ab. Die Favoriten im wasserhindernisreichen Diamond Country Club: Österreichs Golf-Aushängeschild Bernd ­Wiesberger, der 2012 gewann und sich im Vorjahr im Stechen nur Mikael Lundberg (SWE) geschlagen ­geben musste, Joost Luiten (NED/Sieger 2013 und Dritter im Vorjahr) sowie der Spanier Miguel ­Ángel Jiménez. lyonessopen.com

Diamond CC, Atzenbrugg (NÖ)

Zweite Auflage des Bike-Festivals mit iXS Europacup in der Schladming Arena, Whip Off Contest, Dual-Pumptrack-Rennen, Barbecue und Partys. Selber probieren am Testparcours: die ElektroMotocross-Bikes von KTM. www.bikeparkplanai.at

3./4. Juli Stadtzauber St. Johann im Pongau Einmal im Jahr erstrahlt der Pongauer Dom in buntem Licht. Beim Stadtzauber benutzt das Wiener Künstlerkollektiv Lichttapete die Kirche und Fassaden umliegender Häuser als Projektionsflächen, auf denen man nachts Formen und Farben tanzen lässt. Neben dem visuellen Spektakel sorgen Straßenkünstler und DJs für Stimmung.  www.stadtzauber.at

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Bernd Wiesberger

Juni Urban Art Forms Beim dienstältesten Elektronikfestival des Landes steht u. a. ­Techno-Ikone Carl Craig am DJ-Pult der Red Bull Music Academy Stage. 18. – 20.  Juni, Wiesen

4

Juli Hypertrophy Fitness-Workout e­ xtrem: Zum ersten Mal messen sich die besten Crossfit-Athleten in ­Niederösterreich. 4. Juli, Arena Nova, ­Halle 4, Wr. Neustadt

5

Juli Red Bull Air Race Vierter Stopp der spektakulären Rennserie … und für Österreichs TopPilot Hannes Arch beinahe ein Heimrennen. 5. Juli, Budapest

THE RED BULLETIN

RAINER W. SCHLEGELMILCH, ROLAND HASCHKA/YOUNG MOUNTAIN MARKETING, CREATIV MEDIA, PHILIPP SCHUSTER/RED BULL CONTENT POOL, ERIK VOAKE, RUDI KNOLL, BRIAN NEVINS/RED BULL CONTENT POOL

Rainer Schlegelmilchs Bilder sind Zeugnisse einer faszinierenden Rennsport-Ära.


9. – 11. Juli Electric Love Salzburgring

Steve Aoki

Radmarathon mit 7049 Höhenmetern im Salzkammergut

Wer die erfolgreichsten Stars der Elektronikszene unter freiem ­Himmel erleben will, muss im Juli an den Salzburgring. Das SwedishHouse-Mafia-Nachfolgeprojekt ­Axwell  /\ Ingrosso, Steve Aoki (Bild), Grammy-Gewinner Tiësto und 60 weitere DJs rocken fünf Riesen­ bühnen am Rand der Rennstrecke. Die prächtigste Stage heißt „Q‑Dance“ und sieht aus wie eine ­Kreuzung aus Raumschiff und ­chinesischem Drachen. www.electriclove.at

12. – 14. Juni Nova Rock Nickelsdorf Über 100.000 Headbanger pilgern auch heuer zum größten Rockfestival Österreichs, um Metal-Abgöttern wie Mötley Crüe, Slipknot und The Gaslight Anthem (Bild) zu huldigen. Auf der Red Bull Brandwagen Stage rocken neben heimischen Bands wie All Faces Down auch die Punk-Rock-Ikonen Lagwagon. www.novarock.at

11. Juli Salzkammergut Trophy Start: Bad Goisern Mit über 4000 Teilnehmern ist die Salzkammergut Trophy Österreichs größter Mountainbike-Marathon. Gleich sieben verschiedene ­Distanzen durch die malerische UNESCO-Weltkulturerbe-Region ­Hallstatt – Dachstein/Salzkammergut stehen zur Wahl. Die Extremstrecke, 211,3 ­Kilometer lang mit 7049 Höhenmetern, gilt als der härteste Mountainbike-Marathon Europas. Ein Beleg: eine Ausfallsquote von bis zu 50 Prozent der Teilnehmer. www.salzkammergut-trophy.at


R E A D BULL

Von Tex Rubinowitz

Tex Rubinowitz Geboren 1961 in Hannover als Dirk Wesenberg. Ein Kunststudium in Wien brach er nach einer Woche ab, um als Musiker, Labelbetreiber („Angelika Köhlermann“), Schauspieler und vor allem als Zeichner und Cartoonist zu ­arbeiten – bei der Wiener Stadtzeitschrift „Falter“, dem Satiremagazin „Titanic“, Spiegel Online, beim Haffmans Verlag in Zürich und anderen. Als schräger Schreiber brillierte Rubinowitz mit seinen bei Rowohlt erschienenen Büchern „Rumgurken. Reisen ohne Plan, aber mit Ziel“ und „Die sieben Plurale von Rhabarber“, aber vor allem als höchst ­überraschender Gewinner des Ingeborg-Bachmann-Preises 2014, mit dem Text „Wir waren niemals hier“. Rubinowitz lebt seit 1984 in Wien.

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I

ch habe schon immer geschrieben, Tagebuch aller­ dings nie, eher Kurzgeschichten, Essays, kleinere Sachen. In einer dieser Geschichten geht’s um einen ­Jungen, der so ein bisschen autistisch ist, er kann auf Fotos erkennen, ob die darauf Abgebildeten tot sind oder noch leben, seine Fähigkeit spricht sich herum, er wird bekannt und von der Polizei gebeten, ihr bei der Suche nach Vermissten zu helfen, dass man wenigstens einen Anhalts­ punkt hat, wie intensiv man weitersuchen soll, ob es noch ­Hoffnung gibt, einmal verschwinden seine Eltern, sie kommen nicht mehr nach Hause, eigentlich verspäten sie sich nur, sie waren im Kino, der Film hat Überlänge, der Sohn sucht ein Foto von ihnen, ein Familienfoto mit ihm in der Mitte, er erkennt erleichtert, dass sie noch leben, aber er erschrickt, als er an sich sieht, dass er tot ist, panikartig fährt er mit dem Rad zur Polizei­ station, wo er immer wieder war, man kennt ihn ja, er kennt den vertrauten Weg, ist nur in Panik, er übersieht eine rote Ampel, wird von einem Auto angefahren, er stirbt, im Wagen sitzen seine Eltern. Diese Geschichte schickte ich einer amerikanischen Literatur­ zeitschrift namens „Unmuzzled OX“ aus New York, ein Freund, dem ich das zeigte, riet es mir, er studierte amerikanische ­Literaturwissenschaften und kannte sich aus, ich kannte weder die Zeitung, noch hatte ich je etwas veröffentlicht, die Geschichte hatte vielleicht zehn Druckseiten, nicht sehr lang, kompakt, ich fasste mich kurz, kurze Sätze, wenig Dialoge, es sind in erster Linie existenzielle Selbstgespräche des Jungen. Der Text, den wir an „Unmuzzled OX“ schickten, war nur ein Versuch, ich war realistisch und rechnete mir gar nichts aus, ist doch egal, und der Versuch nicht viel mehr wert als die Brief­ marke auf dem Kuvert. Aber dann passierte etwas Seltsames, das Blättchen veröffent­ lichte die Geschichte tatsächlich, Honorar gab’s aber keines, ­darauf konnte ich verzichten, und als ob das nicht schon reichen würde und großartig genug wäre, schrieb mir ein Redakteur, sie seien bei „UO“ alle begeistert von der Geschichte, und fragte, ob sie sie für mich bei einem Preis einreichen dürfen (ich vermutete, sie machen das, weil sie sich selbst mit so einem Preis schmücken könnten, Motto: Den haben wir entdeckt, ein Teil des Preises gehört uns), ich rechnete nicht mit einem Preis, es war doch schon genug der Ehre, dass die Geschichte überhaupt gedruckt wurde, und dann bekam ich ihn doch, unfassbar, das ging alles so schnell und überraschend und war wie ein doppelter Lotto­ gewinn, zusätzlich zur gedruckten Geschichte auch noch den ­Charles Barsotti Award for Short Fiction (BASF), das waren zwar nur 2500 Dollar, aber damals viel Geld und noch mehr Ehre. Und das Beste an der ganzen Geschichte, ich bekam ein gutes Jahr später eine Einladung nach Japan, sieben Lesungen an ­Universitäten zu machen, der BASF ist zwar nicht besonders hoch dotiert, hat aber dafür offenbar ein gewisses Renommee, und das nur aufgrund dieser einen Kurzgeschichte, und die ­Universitäten konnten sich mit einem Preisträger schmücken, also Profiteure auf allen Seiten. Ein Buch aus der Geschichte zu machen, schaffte ich nicht und hab es bis heute nicht geschafft, es wurde mal ein Film gemacht aus dem Stoff – ich würde sagen: aus meinem Stoff –, THE RED BULLETIN

HERTHA HURNAUS

Bitterer Honig


R E A D BULL

Elton John steht einen Zentimeter von mir entfernt. ein Hollywoodfilm mit Bruce Willis, ich konnte das aber nicht beweisen, das, was ich über den Inhalt des Films gelesen habe, klang wie meine Geschichte, sie haben sie einfach geklaut, zumindest in groben Zügen, ich wusste und weiß es bis heute nicht, an wen ich mich hätte wenden sollen, vielleicht würde ein guter Anwalt 2500 Dollar kosten und am Ende nichts erreichen, dann wär das schöne Geld weg, aus Trotz hab ich den Film nicht angesehen, ihm ist also der Wert einer Kinokarte entgangen, das ist meine Strafe. Aber ich war ja sowieso so glücklich, von Wien nach Japan fliegen zu können. Meine Lesungen waren an Universitäten, ich konnte das auf Deutsch machen, die Geschichte war später, kurz nachdem sie in „Unmuzzled OX“ erschienen war, auch auf Deutsch in der Wochenendbeilage der „Süddeutschen Zeitung“ erschienen („Der Junge mit den lichten Augen“), ich bat drum, diese Lesungen in Japan auf Deutsch machen zu können, um mich nicht mit meinem schlechten Schulenglisch zu blamieren, die Studenten waren Germanistikstudenten, angeblich, ich weiß auch gar nicht, ob sie mich verstanden haben, sie reagierten so gut wie gar nicht, viele schliefen sogar ein, ich erzählte mehr aus meinem Leben, weil ja die Geschichte mit dem Jungen und seinen seherischen Fähigkeiten allzu kurz ist, wie es dazu kam, dass ich schreibe (oder schrieb), wie ein Leben aussehen muss, dass man zu schreiben beginnt.

N

ach diesem Trip nach Japan war ich noch ein paarmal dort, man kann sagen, ich war infiziert von Japan, vom Land wird man mit einem sogenannten Komm-wiederVirus angesteckt, ich weiß nicht, was das genau ist, irgendeine Droge, ich vermute, es ist Shiso, ein Kraut, das in der japanischen Küche häufig eingesetzt wird, bei uns heißt das Perilla, in dem Kraut ist ein Oxim, eine organische chemische Verbindung namens Perillartin, dessen Süßkraft ungefähr 2000-mal so groß wie Zucker ist, darüber hinaus hat es einen bitteren Bei­ geschmack. In Japan gibt es sogar Perillablütenhonig, das ist der Namensgeber des Filmklassikers „Bitterer Honig“ mit Rita ­Tushingham, der Frau, für die ich morden würde. Ich war mal im selben Hotel wie sie, das war in Lissabon, sie saß am Nebentisch, ganz allein, ich traute mich aber nicht, sie anzusprechen, ich war ganz erstarrt, ich schämte mich für meine Gedanken und meine Blicke, sogar für meinen Atem, ich atmete für Rita Tushingham ganz flach, als sie ging, atmete ich tief ein, um irgendetwas von ihr mitzunehmen, und kam mir vor wie ein Kohlenstoffdioxidstalker, und dann sah ich, dass sie auf ihrem Teller ein halb angebissenes Schinkensandwich hatte liegen ­lassen, ich nahm es unauffällig mit, ich wickelte es behutsam und zitternd in eine Serviette ein, brachte es in mein Zimmer und betrachtete es immer wieder mit einem wohligen Schauer, eine Reliquie der Liebe, als ich mittags das Zimmer verließ und am frühen Abend wiederkam, ich hatte ein Flasche Portwein gekauft und wollte sie trinken und dazu Ritas Schinkensandwich essen, war es weg, das Stubenmädchen hatte es weggeschmissen oder selbst gegessen, das wäre mir sogar lieber gewesen, dann hätte ich nur versuchen müssen, die Putzfrau kennenzulernen, mit ihr auszugehen, und sie davon überzeugen müssen, mit mir THE RED BULLETIN

ins Bett zu gehen, das wär’s eigentlich gewesen, der logische Plan, aber nach der Flasche Portwein, die mich zu diesem Vor­ haben anstiftete, wurde ich plötzlich so müde, dass ich eine ­weitere trank, um nicht einzuschlafen, als ich die auch aus­ getrunken hatte, hatte ich vergessen, wie ich es eigentlich an­ gehen wollte, die im selben Hotel schlafende Rita Tushingham kennenzulernen. Ich kann keine Prominenten ansprechen, möchte es eigentlich auch gar nicht, aber ich sehe auch nie welche. Einmal war ich wieder in Tokio, das war die Zeit, als ich ein kleines Musiklabel betrieb, es hieß Angelika Köhlermann, auf ihm gab es auch ein paar japanische Künstler, eine Musikerin ist sogar entfernt mit dem Kaiserhaus verwandt, Michiko Kusaki heißt sie, meine Leute besuchte ich immer wieder gerne und wohnte in ihren zugigen Schachtelwohnungen, einmal spazierte ich so ein bisschen in der Stadt herum und kam zufällig beim Tower Records Shop in Shibuya vorbei, der ist wirklich groß, geht über sieben Stockwerke, jedes Genre eins, und dann fuhr ich mit der Rolltreppe rauf in die Indieabteilung, ganz oben, wo die ganzen kleinen elektonikaffinen Miniverlage stehen, ich dachte, ich geh mal zu meinem Fach, fühle, wie sich mein Label in Japan anfühlt, es war zwischen elf und zwölf Uhr mittags, kein Mensch auf dieser Etage, ich blättere, eine zweite Hand blättert ebenfalls in dem Fach, in dem meine Hand blättert, eine kleine dicke, rothaarige Hand, ich denke, gibt’s nichts anderes für dich, mein Freund?

M

ein Blick geht von der Hand zum Besitzer, es ist Elton John, er steht einen Zentimeter von mir entfernt mit seiner Hand in meinem Label, hilfesuchend schau ich im verwaisten Laden herum, in etwas größerem Abstand sehe ich locker im Raum verteilt drei starke Männer, die uns die ganze Zeit beobachten, es sind keine japanischen Angestellten, es sind seine „Jungs“, wie er sie vermutlich nennt, mein Blick fragt sie stumm: Was soll ich tun, wie ist er drauf, wie verhält man sich? Aber ihre Blicke antworten nicht, sie genießen es, mich ratlos zu sehen, ich könnte so viel mit ihm reden, ich hab ja nichts gegen ihn, bin zwar kein Fan, aber er ist ein guter Mann, ich könnte sagen: Hier, mein Label, ich kann dir das empfehlen, vielleicht gefällt dir das, Sir, äh, wie redet man ihn überhaupt an? Sir John, Mister Elton, Earl Reginald, Dame Reggie, Duke Dwight, ich weiß, dass er mit zweitem Vornamen Hercules heißt, alles blitzt und zuckt in meinen heißen Synapsen, letzter Versuch Rita ­Tushingham, Bitterer Honig, ich könnte ihn auf sie ansprechen, ob er sie auch so mag wie ich, rette mich, Rita, ich atme tief ein, atme mir Mut zu, aber in dieser Sekundenhysterie sehe ich mir auch schon zu, wie ich meine Hand aus unserem, nun also ­seinem Fach ziehe und rausrenne, ich renne sieben Stockwerke runter, die Rolltreppen, erst unten auf der Straße atme ich ­wieder aus, und es kommt mir vor, als würde ich Elton Johns Kohlenstoffdioxid ausatmen, so wie ich viel lieber damals in ­Lissabon etwas von Rita Tushingham eingeatmet habe, nun haben sich nach all den Jahren Elton John und Rita Tushingham doch noch getroffen, und wo? In meiner Lunge.

READ BULL Lesevergnügen im Red Bulletin: Jeden Monat widmet ein namhafter Autor unseren Lesern eine Kurzgeschichte. Diesmal ist es der „amtierende“ Ingeborg-BachmannPreisträger Tex Rubinowitz. Das aktuelle Buch des in Wien lebenden Autors, Zeichners, Malers und Car­ toonisten ist „Irma“ (Rowohlt), die autobiografische ­Betrachtung einer 30 Jahre zurückliegenden Beziehung.

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Editorial Director Robert Sperl Chefredakteur Alexander Macheck Editor-at-large Boro Petric Creative Director Erik Turek Art Directors Kasimir Reimann (Stv. CD), Miles English Photo Director Fritz Schuster Chefin vom Dienst Marion Wildmann Managing Editor Daniel Kudernatsch Redaktion Stefan Wagner (Textchef), Ulrich Corazza, Arek Piatek, Andreas Rottenschlager Freie Mitarbeiter: Muhamed Beganovic, Georg Eckelsberger, Raffael Fritz, Sophie Haslinger, Werner Jessner, Holger Potye, Martina Powell, Mara Simperler, Clemens Stachel, Manon Steiner, Lukas Wagner, Florian Wörgötter Web Kurt Vierthaler (Senior Web Editor), Vanda Gyuris, Judith Mutici, Inmaculada Sánchez Trejo, Andrew Swann, Christine Vitel Grafik Marion Bernert-Thomann, Martina de Carvalho-Hutter, Kevin Goll Fotoredaktion Susie Forman (Creative Photo Director), Rudi Übelhör (Deputy Photo Director), Marion Batty, Eva Kerschbaum Illustrator Dietmar Kainrath Verlagsleitung Franz Renkin Anzeigendisposition Sabrina Schneider Marketing & Country Management Stefan Ebner (Ltg.), Manuel Otto, Elisabeth Salcher, Lukas Scharmbacher, Sara Varming Marketing Design Peter Knehtl (Ltg.), Karoline Anna Eisl, Simone Fischer, Julia Schweikhardt Herstellung Michael Bergmeister Produktion Wolfgang Stecher (Ltg.), Walter O. Sádaba, Matthias Zimmermann (App) Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.), Claudia Heis, Maximilian Kment, Karsten Lehmann IT Systems Engineer Michael Thaler Abo und Vertrieb Klaus Pleninger (Vertrieb), Peter Schiffer (Abo) General Manager und Publisher Wolfgang Winter Verlagsanschrift Heinrich-Collin-Straße 1, A-1140 Wien Telefon +43 1 90221-28800 Fax +43 1 90221-28809 Web www.redbulletin.com Medieninhaber, Verlag und Herausgeber Red Bull Media House GmbH, Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15, A-5071 Wals bei Salzburg, FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Christopher Reindl, Andreas Gall

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Der Kahlenberg – einer von vielen Mountainbike-Spots in Wien

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Ambitionierter Mountainbiker

Wien.

Die Stadt fürs Leben.

Zu den Routen:

Mountainbiken direkt vor der Haustüre. Sobald es wieder wärmer wird, zieht es sportliche Wienerinnen und Wiener zum Biken an die frische Luft. Wer regelmäßig in die Pedale tritt, stärkt nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern lässt auch überflüssige Fettpölsterchen schwinden und baut Stress ab. In Wien gibt es sieben ausgewiesene Radwege, die in den Wienerwald führen und mit dem Mountainbike befahren werden dürfen. Für mehr Infos zu den Routen scannen Sie den QR-Code mit Ihrem Smartphone! Sportbegeisterte kommen in Wien aber auch abseits der Mountainbikestrecken voll auf ihre Kosten. Wussten Sie, dass in Wien über 70 Sportarten professionell ausgeübt werden können? Alle Infos dazu finden Sie auf www.sport.wien.at


MATTERHORN, 14. Juli 1865 … … dem Briten Edward Whymper glückt die Matterhorn-Erstbesteigung. Nun, im Vorfeld des 150-JahrJubiläums, dokumentierte der Fotograf Robert Bösch ein einzigartiges Projekt: Zermatter Bergführer und Kletterer des Ausrüsters Mammut zeichneten 2014 mit Stirnlampen die Route von Whympers Seilschaft nach. Es war eine Nacht mit schlechtem Wetter. Als sich die Wolken kurz verzogen, drückte Bösch ab.

„Scharfer Wind, Minusgrade, doch 25 Kletterer harrten stundenlang auf ­ihrer Position aus.“ Bergfotograf Robert Bösch über die Entstehung seines Lichterketten-Fotos am Hörnligrat des Matterhorns

DIE NÄCHSTE AUSGABE DES RED BULLETIN ERSCHEINT AM 14. JULI 2015. 98



THE RED BULLETIN

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KTM macht alle Motorradfahrer darauf aufmerksam, die vorgeschriebene Schutzbekleidung zu tragen, das Elektrofahrzeug erst nach Erhalt einer Einweisung in die Hochspannungssicherheit durch einen autorisierten KTM Händler erstmals zu starten und verantwortungsbewusst sowie im Einklang mit den relevanten und anwendbaren Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung zu fahren. Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details vom Serienmodell abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.


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The Red Bulletin Juli 2015 - AT  
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