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REAL DRIVING LIFESTYLE MOTORMAGAZIN 05/2013 ISBN 978-3-942853-17-0


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EDITORIAL Alles neu macht der... März. Nach Detroit im Januar ist der Autosalon in Genf der erste Branchenindikator des Jahres. Wer stellt was vor? Wer traut sich viel? Wer eher wenig? Genf steht für Studien, für Konzepte, für die Zukunft. Das drückt auch das Messeplakat der Palexpo 2013 aus. Davon hat sich unser großartiger Layouter gerne inspirieren lassen. Das Motiv könnte auch von Franz Marc sein, der zu viel Kubismuslikör getrunken hat. „Blaue Reiter“ haben wir auf der Messe nicht gesehen, aber leider auch keine „Grünen Rösser“. Die Zukunft ist jetzt. Morgen kommt wohl leider erst übermorgen. Der Hype um neue Technologien ist der Macht der Machbarkeit gewichen. Hybride sind normal, doch 2020 ist noch weit. 3-50 Kilometer emissionsfrei fahren zu können ist ein erster, wichtiger Schritt. Das funktioniert, macht Spaß und schont die Luft in Tunnel oder Tiefgarage und die Nerven der Nachbarn, wenn man nachts um drei nach Hause kommt. Von der Arbeit natürlich. Die Gewinner von Genf sind die Italiener, weil sie mit dem Alfa Romeo 4C endlich wieder einen Traum bauen. Chevrolet, weil sie uns zeigen, dass Ikonen immer jung bleiben können und Bertone, weil der Aston Martin-Kombi Jet 2+2 einfach kommen muss! Viel Spaß. Reinhold Deisenhofer Herausgeber


O E M O ALFA R


A

nd the winner is ... Alfa Romeo Früher hatte Alfa Romeo die hübschesten Hostessen am Stand. Jetzt haben die Italiener auch noch das schönste Auto der Messe. Ein reinrassiger Mittelmotorsportwagen. Mit geschwungenen Formen, herrlicher Front, betörendem Heck und grandiosen Schwüngen an der Tür. Da wirken die technischen Daten fast profan.


T

rotzdem sind sie hier: Preis, 61.000.-€. Das ist kein Pappenstiel, denn dafür gibt es auch einen Porsche Cayman. Aber der Preis gilt für die limitierte Sonderauflage. Maserati wird den 4C bauen. Das limitierte Sondermodell hat einen Sport-auspuff, -felgen, -Bremsen, -fahrwerk und eine Sportausstattung. Die „normaleren“ Versionen werden bestimmt erschwinglicher sein.


D

er Motor ist ein 1,8 Liter-Turbobenziner mit 240 PS. Bei einem Gewicht um 960 Kilo rennt der „kleine Maserati“ in 4,5 Sekunden von Null auf Hundert und hört erst bei 250km/h mit der Beschleunigung auf. Bravo.


R O C

E T VET


V8

, weniger als vier und C7. Diese KĂźrzel lassen nicht nur die Herzen der Fans von Stachelrochen, sondern auch von Supersportwagen hĂśher schlagen.


D

ie neue Corvette heiĂ&#x;t wieder Stingray und im Modelljargon auch C7. Nicht nur als CoupĂŠ, auch als Cabrio ist die Corvette ein Must.


D

er Achtzylinder leister 456 PS, schiebt das Tier mit mehr als 600 Nm in weniger als 4 Sekunden von Null auf Hundert und macht die schönste Corvette seit Jahrzehnten mehr als 300km/h schnell. Breiter, flacher, länger und kantiger ist der amerikanische Sportwagentraum. Damit muss sich niemand mehr an der Ampel vor Rotlichtmilieuwitzen fürchten. Das war gestern.


BER

TON

E


K

ombis sind eigentlich out. Eigentlich sagt ja nichts, deshalb ist das auch nicht wirklich so. Wenn man dann auch noch Shooting Brake dazu sagt, ist wieder alles in Butter. So ein CoupÊ mit Steilheck klingt auch besser als Familienkutsche. Und die sind nämlich out. Deshalb fährt ja jeder Depp SUV. Am besten tiefer gelegt und nur mit Frontantrieb.


D

as hat aber überhaupt nichts mit dem Bertone Jet 2+2 zu tun. Bertone arbeitet schon seit sechs Jahrzehnten mit Aston Martin zusammen. Die Briten feiern derzeit 100. Geburtstag und wenn dann ein Kunde sagt:“ Ey Leute, baut mir mal aus einem Aston Martin Rapide einen Shooting Brake. Als Einzelstück in Handarbeit.“, dann sagt man nicht nein.


D

as wunderschöne Teil zeigt man dann gerne als Denkansatz auf der Messe. Ich bedanke mich bei dem unbekannten Menschen und frohlocke. So, genau so muss ein Shooting Brake aussehen. So muskulös von aussen und so luxurös innen. Zum Fahren fast zu schön. Es gab schon 1961 und 2004 Aston Martin Jets mit großem Kofferraumdeckel. Der Jet 2+2 schlägt beide um Längen. Haben will !


FERRARI


L

a Ferrari klingt ein bisschen nach la Mamma. Meint aber eher den Papa und das war Enzo Ferrari. Das beste StĂźck der Italiener hieĂ&#x; daher auch Enzo. Nun heiĂ&#x;t der Nachfolger also so. Hilft nix, der La Ferrari sieht nicht nur rattenscharf aus, sondern hat 800PS aus dem 6,2-Liter-V12-Triebwerk PLUS 163 PS aus einem E-Motor. 963 PS Systemleistung bei nur 1.365 Kilo lassen manchen Motorradfahrer sein Superbike in die Ecke stellen. In weniger als 3 (in Worten: drei) Sekunden von Null auf Hundert.


I

n 7 Sekunden von Null auf Zweihundert, in 15 Sekunden von Null auf 300 und eine Vmax jenseits der 350 km/h reichen für die 30er-Zone neben der Fußgängerzone locker. Die Shoppingtütchen von dort lässt sich die Perle des La Ferrari-Eigners dann lieber in die Suite liefern, denn kofferraumtechnisch spielt das 1-MillionEuro-Gerät in einer anderen Liga.


TESLA


W

as mag ich Kalifornien. Die M채dels, den Strand, das Sushi und TESLA. Die Elektropioniere zeigen der Welt, dass elektrisch funktioniert. Hoffentlich halten sie die Pionierarbeit auch finanziell durch.

Das Model X greift auf dieselbe E-Antriebstechnik wie sein Bruder Model S zu. Zwei Batterievarianten bieten 60 kW/h oder 85kW/h, auf Wunsch soll ein zweiter Antrieb das Model X zum Allradler werden lassen. Von Null auf Hundert surrt das Mobil in 5 Sekunden.


D

as E-Car verblüfft durch eine innovative Türenarchitektur. Flügeltüren ja, aber hinten.

In der dritten (Reihe) sitzt man besser, könnte man sagen, denn die großen Flügelschwinger machen den Einstieg wirklich einfacher. In Serie gehen soll der 7-Sitzer-Stromer im Jahr 2014 zu Preisen ab 71.000.-€.


VOLKSWAGEN


B

ayern verstehen das 1-Liter-Auto viel besser als der Rest der Republik. Schließlich denken Bayern viel häufiger in der 1-LiterKategorie als andere Menschen. Was sollen diese Reagenzgläser in Norddeutschland, wenn es doch so schöne Maßkrüge gibt?


F

ast so wenig wie in einem gut eingeschenkten Wiesnbierkrug zu finden ist, verbraucht das „sparsamste Serienauto der Welt“, der XL1. Nur 0,9 Liter pro 100 Kilometer. Bei so viel Sparsamkeit wundert es kaum, dass man auch beim Namen gespart hat.


XL1

klingt eher wie ein M旦belhaus. Abgesehen davon ist der Plug-In-Hybrid ein Sahnest端ckchen. Bis zu 50 km schafft der Fl端gelt端rer rein elektrisch, maximal 160km/h Spitze sind drin.


S

onst hat uns noch die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen überrascht mit dem e-Co-Motion. Ein kompakter Elektro-Bully mit hübschem Schuhschachteldesign und großem Innenraum. So könnten die Nachfolger von Caddy oder Multivan aussehen.


W

eniger überrascht hat, dass der Golf VII „Auto des Jahres 2013“ wurde“. Und womit? Mit Recht. Glückwunsch.


O P E L


W

enn Mercedes-Benz, Audi und BMW nur wüssten, was Opel gerade in der Pipeline hat. Der ADAM ist sehr gut, der Mokka verkauft sich wie geschnitten Brot und der Cascada könnte ohne weiteres als Münchner oder Stuttgarter durchgehen. Wissen sie aber nicht. Haben ja keine Zeit. Auf der Messe kommt man ja nie dazu die anderen Stände anzusehen.


B

löd gelaufen. Da haben sie ein klassisches Cabrio mit vier vollwertigen Sitzplätzen und sehr ansehnlichem Design verpasst. Der Cascada ist mit 4,70 Meter Länge viel größer als KompaktklasseCabrios und viel günstiger als die Mittelklasse-Angebote. Das Stoffverdeck öffnet oder schließt in 17 Sekunden. Das funktioniert im Stand auch mit der Fernbedienung vom Platz im Eiscafé aus und bei der Abfahrt von selbigem bei bis zu 50km/h.


P

fiffig sind die R端sselsheimer auch noch und spendieren dem Cascada einen variablen Kofferraum und eine umlegbare R端cksitzbank.


D

as Gepäckfach wächst von 280 auf 380 Liter, wenn man das Verdeck schließt und eine Abdeckung wegklappt.

Wer dann auch noch die Rücksitzlehnen umklappt, bekommt eine 1,82 Meter lange Durchlademöglichkeit für Snowboards oder Bügelbretter. Das Laderaumvolumen wächst so auf sensationelle 750 Liter.


B

elüftete Sitze, hitzereflektierende Sitzoberflächen, unzählige Assistenzsysteme und ein neuer 1,6 Liter-Turbo mit 170 PS sind nur einige Details. Opel beweist mit dem Cascada:“Wir können auch Premium.“ Bei Preisen ab 25.945.-€


D

er deutsche Sommer ist manchmal nur ein warmer Winter. Regen oder Gewitterschauer sind die Regel. Rein trockene Phasen die Ausnahme. Kein Wunder, dass der typische Deutsche selbst bei strahlendem Sonnenschein einen Schirm mit ins B端ro nimmt.


W

er mit dem ADAM Rocks offen zum Freibad oder an den See fährt, kann sich die nervÜsen Blicke zum Himmel sparen und nach dem anstregenden Posen am Badesteg ruhig ein Nickerchen machen.


D

as Dach des „Rocks“ denkt nämlich mit.

Eine WetterApp meldet die aufziehende Gefahr und schließt das Faltdach von selbst. Die Studie „Rocks“ ist 15mm höher, 40mm breiter und kommt vielleicht wirklich.


D

er ADAM kann auf seinem 7-Zoll-Farbdisplay nicht nur per App navigieren, sondern auch Sprachbefehle annehmen. Mit SIRI Eyes Free bleiben die H채nde am Lenkrad.


ROL

LS R

OYC

E


I

ch bin ja so froh, dass ich kein Oligarch bin. Das ganze Getue mit Fußballmannschaften, die nicht oft genug gewinnen. Die Diskussionen mit den Mädels um Geld und Geschmeide und dann kann man sich nicht mal was Richtiges gönnen, denn oberhalb von 200.000.-€ gibt es gar nicht so viel Auswahl: Bugatti, Lambo, Ferrari, Bentley, Rolls Royce oder exotische Kleinserienbastler.


D

a wurde es wirklich Zeit, dass Rolls-Royce nachlegt. Der stärkste Rolls aller Zeiten mit 632 PS, 6,6Liter-V12 und 800 Nm Drehmoment jagt den Briten in 4,6 Sekunden von Null auf Hundert.

Der Wraith ist sozusagen der Bruder des Ghost in Gran Turismo-Art. So ein Fließheck-Sportcoupé für geschmackvolle Menschen.


Die interessiert der Preis. Der wird beim Wraith so bei 300.000.-€ beginnen. Das ist doch schon mal was. Der Bentley Continental GT Speed ist mit gut 200.000.-€ doch viel zu billig.

W

raith heißt ja auch so, wie Ghost, Geist, nur auf schottisch. Oligarchen wollen so etwas gar nicht wissen.


L

I N I H G R O B AM


O

ligarchen habe ich in Genf auf der Messe nicht gesehen. Vielleicht haben sie sich als Motorjournalisten verkleidet. Aber das hätte man gemerkt. Oder doch nicht? Als Oligarch hätte ich mir den Lamborghini Veneno genau angesehen. Sicher hätte ich erkannt, dass er auf dem Aventador basiert und den hätte ich dann ja schon. Die 50PS mehr auf 750 PS und die 125 Kilo weniger auf 1.450 Kilo Gewicht hätten mich vielleicht noch nicht überzeugt. Die Fahrleistungen vielleicht schon: von Null auf Hundert in 2,8 Sekunden und 355 km/h Höchstgeschwindigkeit schon eher.


D

er Veneno spielt damit in der Liga des Ferrari La Ferrari. Das klingt blöd, aber das Ding heißt nunmal so. Nicht nur das spricht für den Lamborghini: Das 12Zylindersportgerät ist limitiert. Jawoll. LIMITIERT.

Auf drei Stück. Und auch noch dreimal so teuer. 3 Millionen Euro plus MwSt. Das hätte mich als Oligarch gereizt. Endlich mal eine ordentliche Investition. Nicht nur Portokasse. Ein Sammlerstück für die Garage in Rubljovka. Ein Traum.


C

M

N RE LA


Z

wei Sekunden können viel oder wenig sein. Ein Kuss, der nur zwei Sekunden dauert, ist fast schon flüchtig. Aber ist ein Supersportwagen, der zwei Sekunden länger braucht für den Spurt von Null auf 300km/h langsam? Nun, der McLaren P1 rennt von Null

auf 300 in 17 Sekunden, der La Ferrari in 15 Sekunden. Bis 200 sprintet er praktisch gleich schnell, aber dann geht ihm etwas der Saft aus. Vielleicht, weil er nur ein 3,8 Liter großes Motörchen hat, aber auch 737 PS plus 179 PS von einem Elektromotor und damit insgesamt 916 PS. Bei 350 km/h macht der P1 das, was andere bei 250 km/h machen: er regelt ab. Sogar Klima, Navi und SoundSystem gibt es. Allerdings keine schalldämmende Verkleidung. Der Preis beträgt gut 1 Million Euro, die Stückzahl ist auf 375 begrenzt.


F AH R ZE U GE K ON Z EP T


S

tudien sind eine feine Sache. Sie zeigen uns die Zukunft oder die Mรถglichkeiten der Zukunft.

Leider nutzen wir viel zu wenig davon und staunen lieber Bauklรถtze ohne auf die Realisierung der oft grandiosen Ideen zu bestehen.

REAL DRIVING AUTOSHOW Genf Teil 1  

202 Seiten, 457 Fotos

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