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Journal 2009 Journal 4 | 2009

Ausgabe 4 2. Jahrgang · Session 2009/2010

Veni, vidi, vici: Ritter Mario kam, sah und siegte …

Hurra Tsching Bumm: Einmal treu ergeben – immer treu ergeben

Hohe Auszeichnung: Jürgen Beckers erhält die Jacques-Königstein-Kette

150 Jahre AKV: Festliche Gala zum 150-jährigen Bestehen

100 Jahre Prinzengarde: Dirk IV. Trampen wird Prinz der Session 2009/2010!

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Editorial

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde, Förderer und Gönner des Aachener Karnevalsvereins, der AKV nennt das Jahr 2009 sein Jubiläumsjahr – und das mit Recht. Denn wir blicken voller Stolz auf ein 150-jähriges Bestehen zurück. Ein stolzes Alter, das sonst nur Riesenschildkröten erreichen. Und trotzdem hat sich der Verein seine jugendliche Frische erhalten. Seinen Schwung. Seine Anziehungskraft. Ich möchte behaupten, darin hat er der Schildkröte einiges voraus. In seiner Laudatio brachte es Dr. J­ürgen Linden, Oberbürgermeister der Stadt Aachen, AKV-Mitglied und neuer AKV-Ehrenringträger, bei der festlichen Jubiläumsgala im historischen Krönungssaal des Rathauses auf e­inen kurzen Nenner: „Heute dürfen wir den AKV, dieses außergewöhnlich liebenswürdige Aushängeschild unserer Stadt feiern: seine Ausstrahlung, seinen Marktwert, seine Innovationsund Integrationskraft, sein ehrenamtliches Engagement – einfach, dass er da ist“. Der Laudator fügte hinzu: „Der AKV ist ein starkes Stück Aachen, das man erfinden müsste, wenn es nicht schon seit drei Ewigkeiten bestünde“. Tja, und da gibt es ja noch unseren „goldenen Weinberg“, genannt „A­ache­ ner Wingertsberg“, einen der nördlichsten Weinberge Europas, mitten in der Stadt, auf dem höchsten Punkt des Stadtgartens. Und das seit 30 Jahren. Entwicklungshilfe bei diesem Weinanbau leistet seit Beginn die Karnevalsgesellschaft Trierer Heuschreck, mit der wir seit Bestehen unseres Vereins freundschaftlich auf das Engste verbunden sind.

„Altes bewahren und Neues wagen“ verpflichtet den AKV aber auch zu immer neuen Impulsen, um die Zukunft zu gestalten. Unser jüngstes Kind haben wir im Jubiläumsjahr am 9. Mai aus der Taufe gehoben: die 1. AKV Oldtimer-Rallye, genannt „THE RACE“. Es soll keine Eintagsfliege bleiben. 88 Fahrerteams, darunter auch ein Euro­ pa­meister sowie viele erfolgreiche Rallyefahrer, gingen mit ihren blinkenden, blitzenden Oldtimer-Schätzchen auf große Tour über eine 126 Ki­ lo­meter lange Strecke. Die Resonanz der Rallye-Teilnehmer sowie der vielen Zuschauer und Gäste war hervorragend und die 1. AKV-Rallye wurde ein voller Erfolg. Wesentlich dazu beigetragen hat das gesamte Organisa­ tionsteam mit über 50 ehrenamtlichen Helfern. Danke nochmals an dieser Stelle. Die Festsitzung der Verleihung des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST an bedeutende Persönlichkeiten aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ist und bleibt die herausragende Marke des Aachener Karnevalsvereins. Der AKV ist einer der wichtigen Repräsentanten der Stadt Aachen und der Bekanntheitsgrad dieses traditionellen Ordens von herausragender Bedeutung. Deshalb ist es wichtig, mit neuen, kreativen Ideen eine fernsehtaugliche, den Zuschauer fesselnde Programmgestaltung unserer Festsitzungen zu gewährleisten. Es ist mit Sicherheit der Wunsch vieler, dass die Festsitzung zur Primetime in der ARD, also zur besten Sendezeit, übertragen wird und das möglichst noch viele Jahre. Das auf Dauer zu gewährleisten, ist ein nicht zu unterschätzender „Kraftakt“, der mit den finanziellen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten ein­­hergeht, eine solche Festsitzung zu gestalten und zu produzieren.

Dass wir als AKV dieses Jubiläum feiern dürfen, ist auch den vielen Förderern und Sponsoren, den jeweiligen Vorständen, Elferräten und Beiräten, natürlich den vielen treuen Mitgliedern sowie den zahlreichen Ehrenamtlern, den Medien, den Politikern, nicht zuletzt der Aachener Bevölkerung und den vielen Freunden des Vereins weit über Aachens Grenzen hinaus zu verdanken. Ihr Horst Wollgarten Präsident des AKV

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Inhalt | Impressum

Inhalt

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Impressum Seite

Editorial Horst Wollgarten, AKV-Präsident

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Impressum

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Portrait des designierten Prinzen der Session 2009/2010, Dirk IV. Trampen

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Herausgeber AKV gegr. 1859 e.V. Kurhausstraße 2c 52062 Aachen Telefon 0241/47 03 11 -0 Fax 0241/47 03 11 -19 info@akv.de www.akv.de

Smalltalk mit Dirk IV. Trampen

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Präsident Horst Wollgarten Koordination Patrik Hoesch

Veni, vidi, vici – Mario Adorf, ein Weltstar ohne Allüren

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Get-together bei der Ritternacht 2009

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Rückschau – Pressestimmen

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Einmal treu ergeben, immer treu ergeben: Die Prinzengarde wird 100 Jahre alt

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150 Jahre AKV: Festliche Gala zum 150-jähriges Bestehen

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Ehre, wem Ehre gebührt: Zwei hochrangige Auszeichnungen

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AKV – „THE RACE“ 2009

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Jacques-Königstein-Kette für Jürgen Beckers!

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In vino veritas …

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Der AKV gratuliert seinen Jubilaren

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Druck Silberdruck, Kassel

AKV spendet stattliche Summe an die stadthistoriche Sammlung Crous

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Auflage 8.000 Stück

Veranstaltungskalender und Termine

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Unsere Partner im Gespräch

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DVD zur Festsitzung 2009

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Unser Dank gilt den Sponsoren

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Anzeigen Alexander Krott Text Jutta Katsaitis-Schmitz Patrik Hoesch Fotos Helmut Koch Patrik Hoesch Andreas Steindl Jutta Katsaitis-Schmitz Andreas Schmitter AKV-Archiv Grafik mäx it Werbeagentur GmbH Monika Korbanek

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Portrait des designierten Prinzen der Session 2009/2010

Dirk IV. Trampen: Aachener Prinz Karneval, 2010

Nicht nur Jubiläumsprinz der A­achener Prinzengarde zum Einhundertjähri­gen, sondern Narrenherrscher für ganz Oche!

Dirk IV. Trampen – Aachener Prinz Karneval 2010 Das kann ja heiter werden in der neuen Session! Und das wird es garantiert mit Dirk Trampen als Aachener Prinz Karneval. Der Schalk spricht ihm aus den Augen, und hinter seiner hohen Denkerstirn hat er schon so manchen jecken Kick parat, von dem er angeblich noch gar nichts zu wissen vorgibt. „Ich bin jemand, der mit Fakten umgeht und sich dann erst Gedanken macht“, sagt der designierte Prinz, strahlt Gelassenheit und ansteckende Fröhlichkeit aus. Doch sein bestechend ehrliches Schmunzeln verrät ihn. Für seine närrischen Untertanen hat der AKV also mit ihm als Tollität eine viel versprechende Wahl für die fünfte Jahreszeit 2010 getroffen. Und irgendwie scheint es – belegbar bis

Düsseldorf – bereits vor der Bekanntgabe ein offenes Geheimnis gewesen zu sein, dass dieser Mann Aachener Narrenherrscher wird. Dirk Trampen ist ein Sympathieträger und in Aachen seit Jahren kein Unbekannter. Immerhin ist der staatse Keäl mit dem stattlichen Gardemaß von 1.95 Meter seit 2004 Vizekommandant der Prinzengarde der Stadt Aachen. Zusammen mit Markus Bongers hat er in jenem Jahr die Nachfolge von Bruno Käfer und dessen Vize Josef Esser angetreten, der ihn schon eine längere Zeit als „Kronprinzen“ auf dieses Amt vorbereitet hatte. Heute ist Esser stolz darauf, wie Dirk Trampen sich als Vize bewährt. „1988 lief ich beim Rosenmontagszug noch neben der Garde her, habe mich aber im selben Jahr beim damaligen Kommandanten Pe-


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ter Offermanns um Aufnahme als Prinzengardist beworben“, erinnert sich die künftige Tollität an die Wurzeln seiner Gardistenlaufbahn. „Das ist ein guter Tennisspieler“, gaben ihm seine Freunde damals als Empfehlung mit auf den Weg. Und wahrlich kann sich seine Tenniskarriere sehen lassen. Immerhin spielte er schon gegen Boris Becker und Michael Stich, gewann 1997 ein Doppel mit Peter McNamara bei den Jungsenioren in Deidesheim, wurde 1996 und 1997 bei den Jung­ senioren zweimal Dritter bei den Einzelweltmeisterschaften und vertrat Deutschland 1997 in sechs Länderspielen bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Südafrika. Der designierte Prinz ist gerade 49 Jahre alt geworden, genau gesagt am 7. Juni. Fast könnte man ihn e­inen A­achener nennen, doch erblickte er 1960 das Licht der Welt in Frankfurt/Main. „Ich bin zwar ein Hesse, kam aber schon mit dreieinhalb Jahren nach Aachen“, outet er sich. Etwa zehn Jahre alt rutschte er das erste Mal beim Kinderkarneval von Frau und Kultur – noch im Alten Kurhaus – die Riesenrutsche herab. Seit elf Jahren moderiert er inzwischen selbst das Kinderkostümfest. „Ich bin in der Familie als Karnevalist ganz aus der Art geschlagen. Mein Vater kommt aus Breslau, meine Mutter aus Kassel und meine Schwester Claudia wurde zwar in Aachen geboren, sieht sich aber mal gerade den Rosenmontagszug an“, lässt der gestandene Immobilienkaufmann und Prokurist der „Objekta“-Verwaltung von Haus- und Grundbesitz GmbH durchblicken.

Nun also soll dieser „karnevalistische Sonderling“ der Familie Trampen der Öcher Oberjeck werden und damit zugleich der Jubiläumsprinz der Aachener Prinzengarde, denn die feiert ja 2010 ihr 100-jähriges Bestehen. Das heißt für ihn aber nicht, nun als ein Gardeprinz zu regieren. „Ich bin ein Prinz Karneval für ganz Aachen, für alle Karnevalsvereine, schlichtweg ein Prinz für den Öcher Fastelovvend“, lautet sein Statement. Dass er sich um die Rolle des Narrenherrschers beworben hat, ergab sich erst, nachdem der AKV seine Zusage gegeben hatte, dass der Prinz 2010 aus der Garde hervorgehen sollte. Hektische Beratungen begannen. Wer sollte es sein? Auch Prinzengardist Josef Esser lag mit ihm als Kandidat „Kopf an Kopf im Rennen“. Doch der lehnte ab, weil er „kein Jüngling“ mehr sei. Viel hat es ihm allerdings nicht genützt, denn er wird Dirk IV. Trampen als Adjutant durch die Session begleiten. „Josef ist mein Kreativkopf und ein wichtiger Baustein im Hofstaat für mich“, betont der designierte Prinz, der 2003 selbst als Adjutant im Hofstaat von Ex-Prinz Marcus I. Quadflieg dabei war. An Bühnenerfahrung mangelt es dem künftigen Narrenherrscher also keinesfalls. Zwar sei er kein Pavarott­i, aber als „Tanzbär“ der Prinzengarde habe er schon oft eine gute Figur gemacht und gelegentlich spreche er auch Öcher Platt, beschreibt er die Talente, die er mitbringt. Und wer kann ahnen, dass er sogar schon einmal jecker Prinz gewesen ist und als Hektor I. die Herzen der Schönen zum Schmelzen brachte. Es ist bei den Prinzengardisten der achtköpfigen Bus­mannschaft des „Kutter“-Busses eine langjährige Tradition, am frühen Abend des Karnevalssonntags, bevor die Serie der abendlichen Auftritte beginnt, im Burtscheider Café „Kniescheibe“ einen Hausprinzen zu küren. Er erhält alle Insignien wie sonst ein Bürgerprinz und verteilt auch Hausorden. Seinen einmaligen Auftritt hat er dann kurz danach beim Burtscheider Bürgerverein. Die Namen dieser Tollitäten leiten sich aus persönlichen

E­igen­arten ab. Und so wurde aus Dirk Trampen im Jahr 2006 wegen seines vermeintlich „ruhigen, ausgeglichenen“ Charakters ein Prinz Hektor I. Da ihm bei seinem Auftritt die holde Weiblichkeit geradezu zu Füßen lag, hielten die Prinzengardisten die gezeigten Talente durchaus für ausbaufähig, um aus ihm eine „tolle Tollität“ werden zu lassen. Alea iacta est – der Würfel ist gefallen. Die Gardisten schätzen an ihm seine Tugenden als absolut zuverlässigen Freund, seine Loyalität und seine liebenswerte Hektik. Kurzum – er ist ein super Kamerad!

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Portrait des designierten Prinzen der Session 2009/2010

Dirk IV. Trampen: Aachener Prinz Karneval, 2010 „Genieße das Leben, es ist lebenswert“ lautet das optimistische Lebensmotto dieses Mannes, das zugleich seine karnevalistische Philosophie und Triebfeder als Gardist ist: „Die Garde liegt mir am Herzen, und ich diene ihr mit Herzblut. Dazu gehört natürlich auch viel Idealismus“, bekennt er. Als Prinz will Dirk Trampen die Menschen unterhalten, ihnen die Sorgen nehmen, mit ihnen einfach Karneval feiern, und wenn es sich ergibt, auch etwas für eine wohltätige Sache tun. Bei seinen prinzlichen Brüdern bewundert er, mit wieviel Engagement sie sich in den Dienst des Brauchtums stellten, ohne vorher zu wissen, wie sie bei den Öcher Jecken ankommen würden. Jeder habe sein Bestes gegeben. Karnevalsprinzen miteinander zu vergleichen, lehnt er als unfair ab.

Ehrlichkeit und Direktheit „ sind für mich die wichtigsten Tugenden. Man soll mit den Mitmenschen offen umgehen und ihnen ins Gesicht sagen, was man denkt.“ Dirk Trampen

Doch dieser Mann ist nicht nur Prokurist, Garde-Vize und Tennis-Champion. Er ist weitaus mehr. Vor allem glücklich verheiratet mit Gattin Vera und damit Vater zweier Söhne. Wie aber hat seine bessere Hälfte reagiert, als sie von der prinzlichen Zukunft erfuhr? „Sie war so begeistert, dass sie erst einmal aus dem Zimmer gelaufen ist“, lautet die ehrliche Antwort mit dem wiederum vielsagenden Lächeln. Wenig später sei sie zurückgekommen und steht nun fest an seiner Seite. Sie kennt ihren Mann. Denn wenn er auch inzwischen die Tennisschläger „an den Nagel gehängt“ hat, so ist er doch nicht nur allein der Vizekommandant der Prinzengarde, sondern auch Besitzer einer Alemannia-Dauerkarte, als Golfer seit sieben Jahren Men’s Captain beim Aachener Golf Club und last not least aktiver Reiter der Prinzengarde. Das Lieblingspferd des Tierfreunds Trampen heißt „Ganymed“, dessen Markenzeichen eine „hängende Zunge“ ist. Was der Liebe zwischen beiden jedoch keinen Abbruch tut!


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Interview mit dem designierten Prinz Karneval Dirk IV. Trampen Wie kam es zu Deinem Entschluss, Prinzengardist zu werden? Es war mein väterlicher Freund Horst Hermanns, der mir dazu riet. Er ist ein Vollblutkarnevalist und wurde 1995 auch Prinz Karneval. Wir kannten uns gut durch die Alemannia, an der ich als lokalpatriotischer Fan hänge. Nichts kann mich mehr aufregen, als wenn der Schiri aus meiner Sicht zu Ungunsten unserer Elf entschieden hat. Was kann Dich sonst noch aus der Fassung bringen? Unpünktlichkeit und Unehrlichkeit. Hast Du selbst eine kleine Untugend? Ich bin ungeduldig, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe. Bist Du in der Garde ein ruhender Pol oder mehr Ani­ mator? Aus meiner Sicht bin ich innerhalb der Aktiven ein ruhender Pol, aber manchmal sehen unsere Gardisten das wohl auch ein bisschen anders. Von meinen Aufgaben als Vize her bin ich in der Garde Organisator von Veranstaltungen, wie zum Beispiel Golfturnieren, habe mich um das Sponsoring und den Kartenverkauf zu kümmern sowie um die Repräsentation der Garde, beispielsweise im Sessionsheft. Kennst Du Lampenfieber? Das hatte ich früher, wenn es um entscheidende Tennisspiele ging.

Was liebst Du am meisten? Meine Frau Vera. Hast Du für später noch einen unerfüllten Wunsch­ traum? Mit meiner Frau Vera alt zu werden und vor allen Dingen dabei gesund zu bleiben. Wo ist Dein Lieblingsplatz in Aachen? Ich liebe das Aachener Flair mit seiner Fußgängerzone, den Straßencafés, der Soers mit der Alemannia und dem Golfplatz des Aachener Golf Clubs. Bist Du sozial engagiert? Ja, bei Frau und Kultur mit ihrem traditionsreichen Kinderkostümfest „Gesunde Kinder helfen kranken Kindern“. Hast Du künstlerische Ambitionen? Leider noch nicht so richtig im Moment. Bist Du ein Gourmet oder liebst Du die bürgerliche, beziehungsweise eine internationale Küche? Am liebsten esse ich rustikal, gut bürgerlich. Das heißt nicht, dass ich nicht auch ab und zu Mal ein tolles Gourmetessen mag. Trinkst Du lieber ein Bierchen oder ein gutes Glas Wein? Inzwischen beides gleich gern.

Bist Du mehr Optimist oder ein Zweifler? Eigentlich bin ich immer Optimist – außer bei der Alemannia. Wie steht es um Deinen Humor? Ich habe sehr viel Humor und nehme mich gerne selber auf die Schippe. Kannst Du reitsportliche Erfolge aufweisen? Ich habe sechs Mal als berittener Gardist an Rosenmontagszügen teilgenommen und an fünf Fuchsjagden der Garde. Dabei halten wir uns als Gastgeber natürlich zurück, um das Erjagen des Fuchsschwanzes als Trophäe unseren Gästen zu überlassen. Gibt es ein amüsantes Ameröllchen aus den 21 Jahren, in denen Du inzwischen die Aachener Prinzen Karneval be­ gleitet hast? Vor zig Jahren hat einmal unser aktiver Gardist und Gardefahrer eines ‚Büschens‘, Walter Bosten, zu einem Auftritt bei der IHK rückwärts eingeparkt und sehr zur Freude des Pförtners die Schranke abgefahren. Ein ähnliches Schicksal traf ihn bei der Fahrt zum Auftritt in einer Würselener Schule. Er war so stolz auf seine Rückwärtsfahrkamera und fuhr beim Rückwärtssetzen gegen einen Betonpfeiler. Er hatte nicht berücksichtigt, dass die Kamera nicht nachttauglich war.

„Eigentlich bin ich immer Optimist – außer bei der Alemannia …“

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Mario Adorf, 59. Ordensritter WIDER DEN TIERISCHEN ERNST

Veni, vidi, vici! Mario Adorf – ein Weltstar ohne Allüren

„Als Rheinländer hast du den Tusch ja sozusagen in der Genetik …“

Ja – er kam, sah und siegte auch in A­achen: Mario Adorf, der 59. Ordens­ ritter WIDER DEN TIERISCHEN ERNST. Und wenn er mit bisher rund 200 Filmrollen die Menschen immer wie­ der auf’s Neue für sich begeistern konnte, so gelang ihm dies mit Bra­ vour auch in seiner Ritterrolle des AKV: als Narr, der seine Narrenfrei­ heit auch voll auskostete und den Großen dieser Welt aktuell den Spie­ gel vor’s Gesicht hielt. Dabei bot ihm seine Ritterrede – zu der er sich nicht in den Narrenkäfig sperren ließ – den schauspielerischen Spannungsbogen zwischen „Heinrich Haffenloher, Jene­ raldirektor a.D.“ im blau gestreiften Edelzwirn und dem witzelnden Clown mit Pappnas än Höttche brillant her­ über zu bringen: voller Satire, Denk­ anstöße, Melancho­lie, Komik und lausbubenhaftem Humor.

„Als Rheinländer hast du den Tusch ja sozusagen in der Genetik. Und heute Abend wollen wir uns nur noch amüsieren, einfach mal wieder die Sau raus lassen“, wandte sich Mario Adorf an die 1300 Gäste im Aachener Eurogress und brach in gleichem Atemzug eine Lanze für den Karneval: „Nun gibt es ja Leute, die meinen, Karneval zu feiern in unseren Krisenzeiten ist nicht mehr angebracht. Falsch, wenn es den Leuten schlecht geht – das habe ich selbst nach dem Krieg gesehen – dann müssen sie wenigstens einmal im Jahr richtig auf die Pauke hauen. Denn, wenn wir unseren Humor nicht hätten, könnten wir nur noch lachen“, erklärte er unter dem aufbrandenden Beifall des Publikums.


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„Jammern kann man, muss man aber nicht, Jammern kann man, muss man aber nicht. O Tivoli, o Tivola, o Tivoli, o Tivolaaa bald ist Wiederaufstieg und das neue Stadion da” ertönte es anschließend aus 1300 Kehlen, als der Alemannia-Fan Adorf zur Melodie des italienischen Volksliedes „Funicoli, Funicula“ sein: „Olé, wir fahr’n zum Tivoli nach Aachen, olé, olé“ angestimmt hatte. Damit schloss sich der Kreis der inszenierten italienischen Nacht auf einer toscanischen Piazza in Bella Italia, die der Weltstar als mitreißender Tenor auch mit „Funicoli, Funicula“ eröffnete und damit die ersten „Bravissimo-“ und „Viva Mario“– Rufe ausgelöst hatte. „Unser Ritter Mario ist schlichtweg phänomenal“, begeisterte sich AKVPräsident Horst Wollgarten gegen­ über der Presse. Dem beliebten Schauspieler aber bescheinigte er bei der Verleihung des Ordens: „Sie sind eine Persönlichkeit voller Glaubwürdigkeit, Charme, Humor und Witz“. Die von Augenzwinkern begleitete Antwort des Künstlers bestätigte diese Wertschätzung: „Drei Stunden habe ich hier diesen Käfig voller Narren erlebt. Ich lehne diesen Preis nicht ab!“

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Nicht nur die Besucher der Fest­sitzung des Aachener Karnevalsvereins waren einmal mehr von dem Grandseigneur fasziniert. Stellvertretend für 4,3 Millionen Zuschauer an den Fern­ sehbildschirmen beteiligten sich mehrere Tausend Leser der Aachener Zeitung an einer Jury zur Bewertung der einzelnen Programmpunkte der AKVFestsitzung. Mit der Note 1,18 gelangte Mario Adorf auf Platz eins. Hunderte von Aachenern hatten am Vormittag der Ordensverleihung die Chance genutzt, dem viel bewunderten Künstler bei einer Open-AirVeranstaltung in der Elisengalerie einmal hautnah persönlich zu begegnen. Nach der Teilnahme an einem festlichen Hochamt im Aachener Dom und dem Empfang durch Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden im Rathaus, eskortierte die Prinzengarde der Stadt Aachen den designierten Ordensritter und I.D. Fürstin Gloria von Thurn und Taxis sowie Constantin Freiherr von Heeremann, Heide Simonis und Joachim Hunold auf ihrem Weg durch die City zur Elisengalerie. In einem Smalltalk befragt, was für ihn Humor bedeute und ob er trotz jahrzehntelanger Bühnen- und Filmerfahrung Lampenfieber kenne, antwortete M­ario Adorf: „Beim Humor ist für mich das Wichtigste, dass man über sich selbst lachen kann. Und Lampenfieber muss jeder Schauspieler haben. Die Menschen wollen das auch spüren. Ich habe es nach 50 Jahren immer noch.“

„Ich lehne diesen Preis nicht ab!“


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Fürstin Gloria mit glanzvollem Auftritt

Get-together bei der AKV-Ritternacht 2009 Für Öcher Fastelovvendfans war jener Freitag, 6. Februar 2009, ein nicht ge­ rade unbedeutender Tag, würde doch durch den AKV tags darauf die 59. Ver­ leihung eines ORDENS WIDER DEN TIERISCHEN ERNST erfolgen. Kaum als designierter Ordensritter in Aachen angereist, war Mario Adorf bereits voll ins pralle karnevalistische Öcher Treiben involviert. Die Atmosphäre in seiner näheren Umgebung prickelte. Hoch waren die Erwartungen des AKV an ihren neuen Ritter gesteckt. Doch der erfolgsgewohnte Grandsei­ gneur – nicht nur der deutschen Mi­ men – strahlte äußerlich Gelassenheit aus. Allein das Flackern in seinen wie immer beredten Augen verriet, dass auch er selbst unter einer gewissen Anspannung stand. Bei der Generalprobe am Nachmittag im Eurogress hielt sich der Ritter in spe noch zurück, ließ aber ahnen, welchen pointierten Vortrag die Gäste der Festsitzung zu erwarten hatten. Knappe zwei Stunden blieben Mario Adorf nur für eine Verschnaufpause, dann wartete bereits am Abend beim Gettogether der AKV-Ritternacht im Berlin-Saal des Pullman Hotels „Quellenhof“ sein nächster Auftritt auf ihn. Hierzu hatte der Aachener Karnevalsverein Aktive aus den eigenen Reihen, Freunde, Gönner und Sponsoren eingeladen. Aus der Ritterrunde selbst zählten der Kanzler Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyck, I.D. Gloria Fürs­tin von Thurn und Taxis, Heide Simonis, Dr. Thomas Borer und Joachim Hunold zur Festgesellschaft. Als Gastgeber wünschte AKV-Präsident Horst Wollgarten den illustren Gästen „einen schönen, zwanglosen Abend“, und musikalisch schmissig startete die Sonic Blast Big Band aus Eindhoven in die Ritternacht. Applaus gab es für Oberbürgermeister Dr. J­ürgen Linden, der seine Homage auf Aachen unter Beifall kurz und knapp auf einen Nenner brachte: „Wir sind eine historische, eine europäische und eine profilierte Wissenschaftsstadt. Das sind die Voraussetzungen, dass man sich hier wohlfühlen kann“.


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In einem kleinen Interview außer Protokoll beim Get-together brachte der stets dicht umdrängte Mario Adorf das zum Ausdruck, was ihn an diesem Abend am meisten bewegte: „Ich hoffe, dass meine Ritterrede in Ordnung geht.“ Diese Ordensverleihung sei für ihn eine „ganz außerordentliche Auszeichnung“ und damit eine seiner wichtigsten Ehrungen, denn sie sei mit Freude und Karneval verbunden. Allerdings bezeichne er sich selbst nicht gerade als einen Karnevalisten. „Ich freue mich, dass Fürs­ tin Gloria die Laudatio halten wird“, fügte Mario Adorf hinzu. Nach der Lieblingsrolle in seinem bisherigen künstlerischen Leben befragt, antwortete der große Mime: „Eine Lieblingsrolle kann es nicht geben. Immer ist es gerade die Rolle, die ich spiele, die mir am liebsten ist.“ Im Moment sei es die eines Ritters wider den tierischen Ernst. Und das empfanden dann auch in Perfektion am folgenden Abend bei der Ordensverleihung die 1300 Gäste im Eurogress. Im Smalltalk mit den Rittern entlockte Max Schautzer als Moderator der Ritternacht – und eigens dazu selbst ernannter „Zeremonienmeister“ – seinen Gesprächspartnern so manches Bonmot. Nach den Ordensregeln des Ritterkonvents befragt, gestand von Heeremann: „Am wichtigsten sind die drei Aachen-Tage im Jahr. Einen Zölibat aber gibt es nicht. Sonst wäre ich kein Ritter geworden“. H­eide S­imonis, diesmal ohne Hut, outete sich als „echte Rheinländerin“ und besang munter ihren damaligen Laudator Dr. Theo Waigel: „Theo, wir fahr’n nach Lodz“. Dr. Thomas Borer war in diesem Jahr ohne seine charmante Gattin nach Aachen angereist. Da beide inzwischen stolze Eltern zweier Sprösslinge sind, sei seine Frau bei den Kindern geblieben. „In der Schweiz herrschen noch Zucht und Ordnung“, schmunzelte Borer.

Joachim Hunold schließlich versetzte der Aachener Presse einen Hieb. „Wir Ritter hatten die Festsitzung 2008 ganz anders empfunden als wir abreisten und waren mehr als erstaunt, was wir dann Kritisches in der örtlichen Presse darüber lasen“, monierte er. „Wie war Ihre Reaktion, als Sie erfuhren, dass Mario Adorf neuer Ritter wird?“ fragte der Moderator die Fürstin. „Er ist ein toller Typ, verfügt über Humor, Witz und Menschlichkeit“, schwärmte die diesjährige Laudatorin. Sie fühle sich in der Aachener Ritterrunde hervorragend. „Es ist endlich mal eine Gruppe, bei der man sich auch frech und frei äußern und auch mal die Sau herauslassen kann“, erklärte sie offen und stimmte unter dem Beifall der begeisterten Gäste a cappella ihren Erfolgshit des Vorjahres an: „Karneval, endlich ist Karneval, jeder denkt und sagt heut’ alles, was er will“. Mario Adorf aber, der zwischen Rom, Paris und St. Tropez als Kosmopolit die Welt erlebt, legte erneut ein leidenschaftliches Bekenntnis zur Eifel, seiner wahren Heimat, ab. „40 Jahre habe ich in Italien meine Heimat gesucht. Aber sie ist dort in Mayen, wo ich aufgewachsen bin, die ersten Lieder gesungen und die erste Liebe erlebt habe“, bekannte er. Ihm und Fürstin Gloria blieb es vorbehalten, kurz vor Mitternacht die Geburtstagstorte aus dem Hause Lambertz zum 150-jährigen Bestehen des AKV anzuschneiden. Der Tisch der prominenten Gäste aber blieb im Blitzlichthagel der Fotografen ständig dicht umlagert.

„ Meine Lieblingsrolle ist immer die, die ich gerade spiele“

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Pressespiegel zur Ordensverleihung

Rückschau – Pressestimmen

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„Und so was gab’s noch nie …“

Philosophisch analysierte Jens Voss in der Rheinischen Post die Ursprungs­ idee des Ordens WIDER DEN TIERI­ SCHEN ERNST und schrieb: „Seltsam genug: Bei der Verleihung des ‚Ordens wider den tierischen Ernst‘ denkt man gern über das Wesen der Macht nach. Macht will vor allem sich selbst – und ist darin absolut humorfeindlich, denn Humor sucht das Bodenlose unter allem, was wie fester Boden aussieht. Deshalb ist es ja so fabelhaft, dieser Ordensverleihung zuzusehen, wenn Politiker in der Bütt sich selbst den Boden unter den Füßen wegziehen. Nun also bekam Mario Adorf diesen Orden verliehen. Ein Schauspieler, dessen Beruf Doppelbödigkeit ist und darin ein natürlicher Gegenspieler der Macht, denn Macht mag es eindeutig – Kunst vieldeutig. Adorf hat mit feinem Instinkt den drohenden Verlust des Politischen gewittert und reagiert: mit politischem Witz. Und das hat er glänzend gemacht.“ Für den Aachener Karnevalsverein war Adorf ein „absoluter Glücksfall“, urteilte Die Welt, denn Adorf habe die wohl ungewöhnlichste Ritterrede in der 59-jährigen Ordensgeschichte gehalten. „Und so was gab’s noch nie“, hieß es weiter, „der Ordensritter wider den tierischen Ernst kam singend auf die Bühne. Mario Adorf schmetterte das italienische Volkslied ‚Funiculi Funicula‘ aus voller Seele, mit sichtlicher Freude“. Die „piekfeine Jesellschaft“ der karnevalistischen Festsitzung habe den Tenor wie einen Opernstar umjubelt. „Adorfs Augen lachten, auf seinem Gesicht sprossen die Lachfältchen.“ Die Hauptrolle in einer Karnevalssitzung, das sei auch für den großen Adorf neu gewesen. Lampenfieber hatte er – und wohl auch die Aachener. Die hatten ihre Kandidaten bisher gerne in der Politikerriege gesucht. Er sei nur „Ersatzmann“ sprach Adorf in seiner Antrittsrede das ungeniert an, was der AKV bei seiner Rittersuche transportiert hatte: „In diesem Wahljahr wollte sich ja keiner von unseren namhaften Politikern für Humor hier auszeichnen lassen. Und das verstehe ich auch sehr gut. Den Humor, den brauchen die dringend für nach der Wahl“, kommentierte er.

Eine Lanze für Lokalkolorit und Mundart bei der Fernsehübertragung der AKV-Festsitzungen brach die Stutt­ garter Zeitung. Senta Krasser schrieb: „Im Fernsehfasching sind zudem immer wieder neue Talente zu entdecken. Besonders die Aachener Verleiher des ‚Ordens wider den tierischen Ernst‘ zaubern alle Jahre wieder in der ARD Karnevalsstars hervor, bei denen man soviel Humorpotenzial nie vermutet hätte. In diesem Jahr hatte der Schauspieler Mario Adorf glänzende Pointen. … Und Gloria, die katholische Fürstin von Thurn und Taxis aus Regensburg überraschte im Vorjahr mit sicherem rheinischen Dialekt. In Zeiten, in denen TV-Redakteure überall regionale Originalität aus Filmen und Serien tilgen, ist die Bedeutung des Fernsehkarnevals als Bewahrer der Mundart gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ „Mario Adorf ist der erfolgreichste Schauspieler in Deutschland, die Nummer eins. Sie haben Persönlichkeit, Glaubwürdigkeit, Charme, ganz viel Humor und ganz viel Witz“, wandte sich der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Horst Wollgarten an den großen Mimen. Adorf unterbrach ihn im imitierten Tonfall des Literaturkritikers Marcel Reich-Ranicki: ‚Ich habe mir den Käfig voller Narren drei Stunden lang angesehen und ich lehne diesen Preis nicht ab‘, sagte er unter dem Beifall der Zuschauer im Aachener Eurogress. Adorf setzte als Ritter neue Maßstäbe. Zum ersten Mal sang ein Ordensritter bei seinem Auftritt in Aachen. Vor der Kulisse einer italienischen Piazza schmetterte der Schauspieler aus voller Seele das italienische Volkslied Funiculi Funicula“, kommentierte das Volksblatt aus Würzburg. „Dann kam Adorf spezial: er trat bewusst auf die Spaßbremse und gedachte des Vollblut-Komödianten Willy Millowitsch zu dessen 100. Geburtstag. In astreinem Kölsch zitierte Adorf ein ‚kleines Jedicht, dat mir der Willy persönlich beijebracht hat’. Er konnte damit zu Tränen rühren. Und danach gab er richtig Gas, volkstümlich. Den traditionellen, elitär anmu-

tenden Aachener Narrenkäfig hatte er verschmäht. Er rief nach der Bütt, tauchte dahinter kurz ab und als Heini mit blauem Käppi, roter Knollennase und kariertem Westchen wieder auf“, schrieb dpa-Korrespondentin Elke Silberer. „Beglückte Narren“ titelte der Westfälische Anzeiger ihren Beitrag. „1600 begeisterte Jecken feierten am Samstagabend den frisch gekürten ‚Ritter wider den tierischen Ernst‘, Mario Adorf, im Aachener Eurogress. Zum großen Finale war der neue Ordensritter in seine Paraderolle als Generaldirektor Heinrich Haffenloher aus Helmut Dietls TV-Klassiker ‚Kir Royal‘ zurückgekehrt. … Im zweiten Teil seiner Rede verwandelte sich der glänzend aufgelegte Adorf in einen typischen Büttenredner und zeigte mit beachtlicher Klasse, wie viel Wirkung man mit perfektem Timing aus mehr oder weniger betagten Witzen holen kann. Das Publikum in Aachen war jedenfalls entzückt und feierte den neuen Ritter mit Sprechchören,“ schrieb die Leipziger Volkszeitung in ihrer Berichterstattung über die AKV-Festsitzung .

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100 Jahre Prinzengarde

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Einmal treu ergeben – immer treu ergeben!

Die erste, von der Garde eskor­ tierte Tollität war Tom I. Gabriel, Prinz Karneval 1910

Seit der Regentschaft von Dr. Hans II. Esser 1928 gibt die Garde den Prinzen Karneval auch das Geleit bei i­hren öffent­lichen Auftritten im Saal­ karneval.

Es ist ein stolzer Name, den sie tragen: Berittene Leibgarde Sr. Tollität Prinz Karneval – Prinzengarde der Stadt Aachen – ‚A.R.V. 1910 e.V.‘. Allein das scheinbar bescheidene ‚A.R.V. 1910‘ weist die Gardisten als einhundert­ jährigen und damit ältesten A­achener Reitverein aus. Das wiederum bedeu­ tet, dass sie nicht nur die berittene Begleitung der Aachener Karnevals­ prinzen, sondern ebenso dem Reit­ sport verpflichtet sind. Während der einhundert Jahre ihres Bestehens eskortierte die Garde inzwischen 68 Aachener Tollitäten bei den Rosenmontagszügen als Prinzenbegleitung zu Pferde. Die beiden ers­ ten waren Tom I. Gabriel (1910) und Heinrich I. Wiertz (1911). Seit 1928 (Dr. Hans II. Esser) gibt die Garde den Prinzen Karneval dann auch das Geleit bei ihren öffentlichen Auftritten im Saalkarneval. Das heißt, ein Prinzengardist muss vom Brauchtum Fastelovvend beseelt sein und ein gerüttelt Maß an Konditionen aufweisen, um in jeder Session mit dem strahlendsten Lächeln der Welt annähernd 300 Auftritte durchzustehen, ganz zu schweigen von den zusätzlichen Terminverpflichtungen eines Gardekommandanten. Doch auch dieses Durchhaltevermögen allein genügt eben nicht. Wer Prinzengardist sein will, muss darüber hinaus sattelfest sein, eine Mindestzahl jährlicher Reitstunden nachweisen, regel­ mäßig mit seinem Pferd durch die

freie Natur reiten und an Reitveranstaltungen teilnehmen. Durchaus verständlich, wenn diese staatse Riege bei ihren vom „Hurra tsching bumm“ begleiteten Aufmärschen so manchen prüfenden, kontrollierenden Män­ner­blick auf sich spürt. Denn, dass die holde Weiblichkeit sich von diesem imposanten Großaufgebot schmucker Mannslü stets tief beeindruckt zeigt, ist nun mal eine feststehende Tatsache.

„Garde muss sein!“ „Einmal treu ergeben – immer treu er­ geben!“ lautet das Motto der Prinzen­ garde den Aachener Narrenherrschern gegenüber. Wie aber sehen die Ex-Tol­ litäten ihre Garde? Was bedeutete sie ihnen während ihrer Session und wel­ che gemeinsamen Erinnerungen gibt es? Exprinz Georg I. Helg (1960), AKV-Eh­ renpräsident „Neben dem AKV hängt mein Herz im Öcher Fastelovvend an meiner Prinzengarde, deren Ehrenmitglied ich bin und deren Weg ich seit einem halben Jahrhundert verfolge, denn 1960 war ich beim 50-jährigen Bestehen der Garde als Georg I. Jubiläums­ prinz. Vier Jahre zuvor hatten Toni de Bernardi als Präsident und Jöfi Derichs als Kommandant den unvergessenen Ferdi Franchi abgelöst, und als Tanzpaar tanzten Eugenie Willems

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100 Jahre Prinzengarde

Einmal treu ergeben – immer treu ergeben! und Karl-Josef Leisten noch zur traditionellen Melodie: „Mit de Häng, mit de Bäng in de Mostrichpott“! Eugenie übrigens nur dieses eine Jahr, denn sie heiratete bald darauf meinen Hof­ fotografen Karl-Heinz Mercks. Unter den Gardisten, die mich durch die Session begleiteten, war auch Karl-Heinz Schmidt, als Aachens letztes, männliches Mariechen ein(e) Vorgänger(in) von Eugenie. Ein kleines Ameröllchen meiner Session sei erwähnt. Ich war zu dieser Zeit aktiver Reiter, was meinen Gardisten allerdings unbekannt war. So breitete sich bei ihnen blankes Entsetzen aus, als ich mir am Rosenmontag nach der Zugauflösung an der Normaluhr ein Gardepferd ‚organisierte‘ und mich, ehe es jemand verhindern konnte, mit Kostüm und Prinzenmütze in den Sattel schwang und in Richtung Hofburg davonritt, wobei sich Heinrichs- und Monheimsallee bes­ tens als Galoppstrecken eigneten. Das fassungslose Gesicht des Pagen, dem ich vor dem Quellenhof den Zügel mit den Worten: ‚Halten Sie mal!‘ in die Hand drückte, werde ich nie vergessen. Seit Königsteins und Franchis Zeiten hat sich zwischen AKV und Prinzengarde, die auch durch viele gemeinsame Mitglieder miteinander verbunden sind, ein besonderes Freundschafts- und Partnerschaftsverhältnis entwickelt, das gelegentliche Belastungsproben stets erfolgreich überstanden hat. Dabei ist selbstverständlich der jährlich wechselnde Prinz ein nicht zu unterschätzendes Bindeglied für Freundschaft und Vertrauen zwischen AKV-Präsident und Gardekomman­dant. So soll es auch im zweiten Gar­de­­jahrhundert bleiben!“

„Mit de Häng, mit de Bäng in de Mostrichpott“

Exprinz Klaus I. Peters (1961), Exkommandant der Prinzengarde „Als Spross einer Reiterfamilie und Jugendwart des Reitvereins Aachen, ritt ich bereits seit 1953 häufig zusammen mit der Prinzengarde. So auch 1956 beim Rosenmontagszug, bei dem ich zum ersten Mal Kontakt zum offiziellen Karneval erhielt. 1960 trat ich in den AKV ein, regierte 1961 als Prinz Karneval und war später vier Jahre Elfer­ratsherr. Meine Session wurde für mich ein großes Abenteuer und war eine großartige Erfahrung. Es zeigte


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sich, dass dieses Amt nicht nur Spaß bedeutete, sondern auch ganz erhebliche Pflichten mit sich brachte. Damals hielt ein Prinz noch bei seinen Auftritten eine auf den jeweiligen Karnevalsverein bezogene Ansprache. Trotzdem habe ich mein Studium nicht unterbrochen. Schmunzelnd denke ich an meinen prinzlichen‚ karnevalistischen Angriff auf die Gallwitz-Kaserne, den ich als Reserve­ offizier mit allen Aachener Korps vor Fernsehkameras durchführte und auch an das Wettschwimmen bei der Einweihung der Schwimmhalle Ost zwischen Exprinzen und mir als Prinz mit meinem Gefolge. Der Reiterei blieb ich treu und mit der Prinzengarde in Kontakt, wurde ich sogar 1968 durch Zufall Fähnrich der Garde und in Abwesenheit im November des gleichen Jahres zum Kommandanten gewählt. Davon erfuhr ich dann nachts in der „Bols“, einem Aachener Nachtlokal. „Du musst nur ja sagen, dann bist du’s“, erklärten mir einige Gardisten. Da ich schon drei Bier getrunken hatte, fiel mir das JaSagen nicht schwer und damit begann eine fast zehnjährige Amtszeit als Gardekommandant. Nun erlebte ich den

Kommandant Klaus Peters mit Hugo I. Holl 1975 Karneval aus einer anderen Perspektive, hatte den organistorischen Ablauf zu sichern. Dennoch standen Spaß und Harmonie im Vordergrund. Die kritischen Zeiten in der Stimmungslage beginnen am Karnevalswochenende, weil dann Prinz und Garde von Fettdonnerstag bis Rosenmontagabend stark gefordert sind und gegen Müdigkeit und eigene karnevalistische Interessen ankämpfen müssen. Da gab es einen Prinzen, der am Karnevalssonntag im Bett lag und die Arbeit verweigern wollte. Da half nur ein Eimer Wasser! Ein anderer Prinz geriet auf einem Ball der katholischen Jugend in eine Auseinandersetzung und musste unter dem Schutz der Prinzengarde den Saal verlassen. Es gab auch einen recht kleinen Prinzen, den der Gardekommandant auf die Schultern nahm, damit er die Menge überragen konnte. Last not least musste sich die Prinzengarde bei der Begleitung von Hugo I. Holl auf seinem Elefanten den Vorstellungen der Pferde beugen. Sie waren nicht bereit, vor dem Elefanten zu laufen, sondern wollten partout hinter ihm gehen!

„Du musst nur ja sagen, dann bist du’s“

Exprinz Hans IV. Comuth (1973) „1973 war ich der erste Prinz Karneval, der aus der Prinzengarde kam und meine diesjährige Ernennung zum Ehrenmitglied der Garde hat mich sehr erfreut. Seit 1967 hatte ich bereits vier Jahre lang als Tanzoffizier für die Garde getanzt und auch mein Hofstaat bestand ausschließlich aus Gardemitgliedern! Schnell machten wir in der Aachener Presse Schlagzeilen, denn drei Stunden lang besuchte ich als erster Prinz in der Geschichte des Öcher Fastelovvends mit meinem Gefolge die Justizvollzugsanstalt am Adal­bert­steinweg. Eigens dafür hatten wir eine Ausnahmegenehmigung der Landesregierung einholen müssen. So blieb unsere Aktion auch nicht unumstritten. Prinzengardisten und Hofstaatler sehen zwar auch sonst bei den jährlichen Besuchen zur Karnevalszeit in Krankenhäusern, Alten- und Kinderheimen viel Bedauernswertes. Aber bei dem Besuch im Knast auf Moulenshöh’ erlebten wir gleichaltrige, junge Menschen, die nun, vermutlich aufgrund mangelnder Erziehung, auf der anderen Seite des Lebens standen. Es war ein sehr bewegender Eindruck, mit welcher Freude und besonderen Stimmung dort Karnevalslieder gesungen wurden. Hier haben wir hautnah erkannt, wie Karneval echte Lebensfreude vermitteln kann. Es hat Wochen gedauert, bis wir das verarbeitet hatten.“

Se. Tollität Hans IV. Comuth (1973) war der erste Prinz Karneval, der aus der Garde kam.

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100 Jahre Prinzengarde

Einmal treu ergeben – immer treu ergeben!

Ex-Prinz Boris I. Bongers (2006) „Niemand kann sich vorstellen, was es bedeutet, eine eigene Garde zu haben. Das sind ‚stolze Krieger der guten Tat und der Tradition‘, die da alljährlich antreten, um dem Prinzen Karneval den würdigen Rahmen zu geben. Es waren zwei große Zahnräder, die ineinander griffen. Mehrfach wurde mir vom Publikum bestätigt, dass die Symbiose von Anfang an stimmig war, vom Aufmarsch mit der stolzen Kapelle, dem Einmarsch, dem gemeinsamen Programm und der individuellen Verabschiedung. Verbunden wur­den die Aktionen immer mit Humo­r und Frohsinn, sodass jeder einzelne stolz war ‚part of the show‘ zu sein, um von diesen Erlebnissen ein ganzes Leben lang zehren zu können.“

„Niemand kann sich vorstellen, was es bedeutet, eine eigene “ Garde zu haben.

Ex-Prinz Roger I. Lothmann (2007) „Als mein Hofstaat und ich die Jungs der Garde bei den ersten Schritten auf den Brettern, die die Welt bedeuten, erlebten, waren wir sehr erleichtert, sie haben uns ein bisschen das Lampenfieber genommen. Allein das Wissen, die Jungs dabei zu haben, war ein befreiendes Gefühl. Von der ersten Sekunde an trafen wir auf eine freundliche, tolerante, gut gelaunte Mannschaft, die sich ganz in den Dienst der Sache stellte, um Prinz und Hofstaat würdig durch die Session zu leiten. Gleich zu Beginn ist mir aufgefallen, wie gut die Garde die Namen des Hofstaats kannte, und die Jungs auch gleich richtig angesprochen wurden. Mein besonderer Dank gilt dem Kommandanten Markus Bongers und seinem Vize Dirk Trampen, denen auf der Bühne niemals die flotten Sprüche ausgegangen sind, und die uns immer mit viel Esprit und manchem Augenzwinkern angekündigt haben.“

Ex-Prinz Frank II. Prömpeler (2008) „Rosenmontag 2008. Nass und kalt war es. Pitschnass und trotzdem überglücklich erreichten wir mit dem Prinzenwagen den Markt. Da wurde mir erst richtig klar: In gut 48 Stunden ist es vorbei! Am Veilchendienstag wachte ich ohne Stimme auf, die ich aber im Laufe des Tages zum Thea­ terball wiederfand. Ein letzter, gemeinsamer Auftritt im Stadttheater, und die Uhr raste unaufhaltsam gen Mitternacht zu. Im Foyer ertönten ein letztes Mal unser ‚Vür fiere Karneval‘ und mein letztes ‚Oche Alaaf‘ als Prinz dieser Stadt. Nun war es soweit. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging unsere Session zu Ende. Ich wurde entkleidet und die Garde trug mich hinaus. In diesem Moment überkam mich ein Gefühl von Geborgenheit!“


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So versteht es sich wie von selbst, dass das Prinzenkops beim AKV seine traditionsreiche, närrisch 11. Küchenparty „Gans janz anders“ am Elften im Elften 2009 zu Ehren der 100 Jahre alten Prinzengarde unter das bekennende Motto stellt: „Garde muss sein!“

Ex-Prinz Thomas I. Ebert (2009) „Die Prinzengarde, mein Hofstaat und ich waren wie eine eng mit einander verbundene Familie. Die Garde dabei zu haben, motivierte ungeheuer und wir hatten auch unseren Spaß dabei. Da gab es die nette Episode bei einer kleineren Veranstaltung: Als wir eintrafen, erfuhren wir, dass alle Künstler abgesagt hatten. Prinzengardist Egon Klinkenberg trat mutig ans Mikro und sang stimmgewaltig den von ihm umgetexteten Hit: ‚Ein Stern, der über uns’rer Garde steht...’. Er merkte gar nicht, dass wir alle klamm heimlich hinter der Bühne verschwanden. Ahnungslos sang er weiter und badete im Applaus. Immer waren Garde und Gardekapelle wie ein Lebenselixier. Wenn man nach 18 Auftritten kaum noch seine Knochen spürte und nach Mitternacht dann im Eurogress eintraf, wirkte es wie ein Wunder, wenn die Prinzengarde zum Einmarsch Aufstellung nahm und vorneweg die Kapelle das ‚Hurra tsching bumm’ ertönen ließ. Das motivierte derart, dass man bis zum Morgen durchgehalten hätte. Danke, liebe Freunde“.

Seien also die Öcher Fastelovvendsfrönnde und gleichermaßen die Reitsport begeisterten Aachener jener Stammtischrunde von Geschäftsleuten aus dem Pontviertel dankbar, die im Januar anno 1910 in der Restauration und Brennerei Crumbach in der Pontstraße einen ‚Aachener Reitverein 1910 – Prinzenbegleitung zu Pferde‘ aus der Taufe gehoben haben. Denn eins hatten diese Herren um ihren ers­ten Vereinsvorsitzenden, Metzgermeister Franz Schmitz, gemeinsam: Sie hatten während der Militärzeit als Kavalleristen gedient und wollten nun das Reiten auch im zivilen Leben weiterführen. Daher bestand auch das Hauptziel des Vereins in der Förderung des Reitsports. Zugleich wurde in den Vereinsstatuten verankert, dass sich jeder Reiter mit seinem Pferd als Begleitung des jeweiligen Prinzen beim Rosenmontagszug zur Verfügung stellte. Und so war Tom I. Gabriel am 8. Februar 1910 der erste Prinz Karneval, der gleich von zwei Ehrengarden eskortiert wurde: wie bisher von der Stadtgarde Oecher Penn und nun auch von einer Prinzenbegleitung zu Pferde.

Oben: Kommandant Markus Bongers hoch zu Ross

Vizekommandant Dirk Trampen und Komman­ dant Markus Bongers mit Thomas Borer, Ritter des Ordens wider den tierischen Ernst des Jahres 2002

So, wie der junge Reitverein damals Reiterfeste und anschließende Reiterbälle im Haus Nuellens am Graben ausrichtete, so gehören Reitveranstaltungen auch heute zur permanenten Vereinsarbeit. Höhepunkt ist dabei das seit 1975 alljährliche Vier-S­tädteTurnier mit Dressuraufgaben und Springprüfungen der großen, rheinischen Garden: den Prinzengarden Köln, Düsseldorf, Aachen und dem Bonner Stadtsoldaten-Corps. Zu reiterlichen Höhepunkten zählen ebenso Auftritte im Rahmen von Dressurquadrillen bei großen, sportlichen Ereignissen des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV) im Reitstadio­n Soers sowie Quadrillen-Vergleichstur­ niere und die seit 1937 zur Tradition gewordene, jährliche Fuchsjagd im Herbst, bei der einem Reiter in fliegendem Galopp ein Fuchsschwanz vom Ärmel gerissen wird.

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150 Jahre AKV

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AKV begeht mit einer festlichen Gala sein 150-jähriges Jubiläum Für eine festliche Gala des Aachener Kar­nevalsvereins anlässlich seine­s 150-jährigen Bestehens konnt­e das Am­bien­te des Krönungssaals im A­ache­ner Rathaus nicht stilvoller sein. Bereits der Empfang der 282 ge­ ladenen Gäste durch Fanfarenbläser auf der Rathaustreppe, vorbei an den stolzen Stadtreitern hoch zu Ross und durch ein Spalier der Öcher Duem­ jroe­fe mit ihren Hellebarden als Rat­ hausgarde, verlieh dem Entré einen höfischen Charakter. Bei der eintref­ fenden Festgesellschaft dominierte bei den Damen das schwarze, große Abendkleid, bei den Herren waren es Frack oder Smoking. Der Krönungssaal zeigte sich in gedämpftem Licht, wurde im Wesentlichen vom Kerzenschein der vierarmigen Tischleuchter erhellt. Ge-

dämpfter Jazz- und Swingingsound der Combo JazzLite, unter Leitung von Oliver Lutter, verstärkte die festliche Atmosphäre. Unter den Ehrengästen begrüßte AKV-Präsident Horst Wollgarten auch Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, den Minis­ terpräsidenten des Landes Nord­rheinWestfalen Dr. Jürgen Rüttgers, sowie den Kanzler des Ordens wider den tierischen Ernst Constantin Freiherr von Heeremann. Angereist waren auch Vertreter der auf das Engste befreundeten Dülkener Narrenakademie, der Narrengilde Ettlingen und der Ehrenfödle von St. Gallen. „Tradition wahren – Neues wagen“ lautete der Grundtenor der Eröffnungsworte des Präsidenten. Gleichermaßen haben Höhen und Tiefen in den vergangenen 150 Jahren

die Erfolgsstory des Aachener Karnevalsvereins bewirkt. In einem „Gedankenspiel“ bewies Horst Wollgarten anhand der drei Initialen A – K – V das Lebenselexier des Vereins. „A wie Alter“, seien die Mitglieder, Elferräte, Beiräte, die Medien, Förderer und Sponsoren, denen sein herzliches Dankeschön galt. „K wie Krise“ spreche von schlechten Zeiten, die jedoch für gute Leute mit frischen Ideen gute Zeiten seien. Ein Beispiel dafür habe Königstein mit der Initiierung des Ordens wider den tierischen Ernst gegeben, der für „V wie Verein“ und für die Stadt Aachen stehe und zu einem Zugpferd geworden sei. „Nicht nacheilen, sondern vorpreschen“ laute die Devise, resümierte der Präsident.

Dr. Jürgen Rüttgers, Ministerpräsident von NordrheinWestfalen: „Der AKV hat viele Spuren hinterlassen. Sogar in meinem Kleiderschrank. Dort liegt meine AKVMütze. Die habe ich erhalten, nachdem ich hier einmal mit einer Kölner Karne­ valsmütze an einer Festsitzung teilge­ nommen habe.“

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150 Jahre AKV

AKV begeht mit einer festlichen Gala sein 150-jähriges Jubiläum

Zu einem Höhepunkt der Jubiläumsgala wurde bei Standing Ovations der Festgesellschaft die erstmalige Verleihung des goldenen Ehrenringes des AKV an Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden. Damit wurden dessen außerordentliche Verdienste sowohl als AKV-Mitglied, als auch als Oberbürgermeister der Stadt Aachen gewürdigt. „Nicht nur bei der Verleihung des Karlspreises geben Sie Aachen ein kosmopolitisches Flair, von dem manche Stadt nur träumen kann. Worte und Taten stimmen bei Ihnen überein. Sie sind nicht nur ein brillanter Redner, sondern lassen Ihren Worten auch Taten folgen. Brauchte der Tivoli beispielsweise einen neuen Namen, so müsste er Dr.-Linden-Arena heißen“, hieß es unter anderem wörtlich bei der Verleihung des Ehrenringes. In gleichem Atemzug hob der Präsident die karnevalistischen Talente Dr. Lindens hervor. „Dieser Ring ist für mich ein Symbol der Bindung an den AKV, dem ich schon immer verbunden war. Diese Bindung ist für mich jetzt noch enger geworden“, dankte der OB.

In seiner Laudatio auf den AKV bezeichnete der Aachener Oberbürgermeister den Verein als eine Art „genetischen Fingerabdruck für die Öcher Lebensart“, für die Karneval „ein Stück Heimat, Herzblut, Mentalität und regionale Philosophie“ sei. Aachen sei für den Aachener „der Mittelpunkt der Welt, das Andante Furioso der Schöpfungsgeschichte, das Sahnehäubchen, mindestens aber das Mayonnaisetüpfelchen auf der Frittentüte“. Und im Fastelovvend dieser einmaligen Stadt, sei der AKV „der Dinosaurier unter den Vereinen, der schon aktiv war, ehe das Tote Meer geboren wurde und Ötzi in Pampers durch die Dolomiten hüpfte.“ Wer hier Elferrat sei, müsse schon staatsmännisch, stadttragend und gesellschaftlich einflussreich sein, mindestens aber einen Smoking haben. Bei manch einem käme dann der Humor von alleine. Die Krone der Krönungen aber sei die Ordensverleihung, der einzige närrische Staatsakt weltweit, das Who is who des Humors. „Dieser Tierische Ernst ist das globale Aushängeschild unserer jecken Republik, schlicht: die beste Karnevalssitzung der Geschichte“, fasste Dr. Linden zusammen.

Zum künstlerischen Rahmenprogramm des Galaabends gehörten die Auftritte von Josef, Jupp und Jüppche­n, des AKV-Ehrenpräsidenten D­r. Dirk von Pezold als „Frank Sinatra va Oche“, der Chansonsängerin Alice Eßer sowie ein Smalltalk von AKV-Ehrenpräsident Georg Helg mit AZ-Redakteur und ExPrinz von 1971 Manfred Kutsch. Zwischen den Grußworten des Ministerpräsidenten und des Ordenskanzlers sowie der Laudatio des Oberbürgermeisters verwöhnte die Elisenbrunnen Gastronomie & Catering der Gebr. Hans und Roland Holland den Gaumen. Heimische Produkte wie „Chateaubriand vom Orsbacher Rinderfilet mit Heinsberger Stangenspargel, Sauc­e Choron und Kartoffelrösti“ beim Viergang-Menü bewiesen Euregio-Bewusstsein der Gastronomen. Allein für Service und Küche waren 41 Mitarbeiter im Einsatz.

Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyc­k, Ordenskanzler des AKV: „Vor 33 Jahren wurde ich Ordensritter und habe seitdem nur einmal nicht an einer AKV-Festsitzung teilgenommen.“


Zwei hochrangige Auszeichnungen: AKV-Ehrensiegelring und Goldener AKV-Ehrenring

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Ehre, wem Ehre gebührt Zwei hochrangige Auszeichnungen: AKV-Ehrensiegelring und Goldener AKV-Ehrenring

anlässlich des 100. AKV-Jubiläums zum Ehrenpräsidenten ernannt. Helmut Aurel Crous (1913 – 1993) war der zweite Träger des Ringes. 1947 war Drei Ehrenpräsidenten des AKV wur­ er erstes AKV-Neumitglied der Nachde bisher der vereinsinterne Ehrensie­ kriegszeit, wurde 1949 AKV-Archigelring auf Lebenszeit verliehen. Den var und 1951 Elferrat. Von 1971 – 1984 erstmals vergebenen Goldenen AKV- wirkte er als AKV-Präsident und wurEhrenring erhielt Oberbürgermeister de im selben Jahr zum EhrenpräsiDr. Jürgen Linden zum 150. AKV-Jubi­ denten ernannt. Kurz vor seinem Tod erwarb der AKV seine stadthistorische läum Aquensiensammlung, die seitdem als Erster Träger des AKV-Ehrensiegel- Präsenzbibliothek zugänglich ist. Der ringes war der legendäre Jacques Kö- Ring (Abb. 1) befindet sich heute im nigstein (1897 – 1971). Seit 1921 AKV- AKV-Archiv. Dritter Träger des Ehren­ Mitglied, war er 1927 Saalprinz im siegelringes auf Lebenszeit ist seit Karneval und von 1929 bis 1967 Prä- 1997 Georg Helg (Jg. 1936). Er regierte sident des AKV. Er war Mitbegrün- 1960 als Aachener Prinz Karneval. Im der des Ausschusses Aachener Karne- Zeitraum von 1962 bis 1987 gehörte er val, rief den Kinderkarneval ins Leben, 14 Jahre dem Elferrat an und war von initiierte den Orden Wider den tie- 1987 bis 1997 AKV-Präsident. Er wurde rischen Ernst, gründete die J­acques- 1997 nicht nur zum Ehrenpräsidenten nz_E_Kurhaus_A5_quer_080509 08.05.2009 14:25 Uhr Seite 1 sondern auch mit dem Ehernannt, Königstein-Stiftung und wurde 1959 C

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rensiegelring ausgezeichnet. Es war eine Neuanfertigung (Abb. 2), da der alte Ring Abnutzungsmängel aufwies. Georg Helg führte als Erster den AKV zur Professionalität im Erscheinungsbild als Botschafter der Stadt Aachen. Er ist der Historiker und Kenner der G­eschichte des Vereins aus dem Effeff und war von 2001 bis 2004 Beiratsvorsitzender der Sammlung Crous. Mit dem anlässlich des 150. AKV-Jubiläums erstmals an Oberbürgermeis­ ter Dr. Jürgen Linden verliehenen Goldenen AKV-Ehrenring (Abb. 3) werden künftig im Verein nichtaktive Persönlichkeiten geehrt, die sich jedoch um den AKV besonders verdient gemacht haben. Es bleibt eine selten vergebene Auszeichnung.

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1. AKV Oldtimerrallye – zum ersten Mal im Jubiläumsjahr!

AKV „The Race 2009“

„Lieber eine Corvette fahren, als ein Korsett tragen …“

Spektakulärer Start zur 1. AKV-Oldti­ mer-Rallye Nostalgie pur bot sich den Blicken der Oldtimer-Fans, die sich am 9. Mai auf dem Aachener Markt beidseitig einer Startrampe zur ersten AKV-OldtimerRallye scharten. „THE RACE 2009“ ging anlässlich des 150-jährigen Bestehens des AKV auf Tour. Die Kameras klickten in den Reihen der Schaulustigen und „schööön, schööön“ war ständig bewundernd zu hören, wenn AKV-Präsident Horst Wollgarten als Start-Comander die Liebhaberschätzchen mit blitzendem Chrom und gepflegtem Lack im Minutentakt starten ließ. „Das sind Wagen, die man nicht nur einfach aus der Garage nimmt. Diese hier bedürfen jeder Menge Pflege und Fürsorge“, begeisterte sich der Präsident und der nicht immer neidlose Beifall der Zuschauer bestätigte die Attraktivität der Oldies. Nur einer zeigte dem sportiven Geschehen zu seinen Füßen die kalte Schulter: Karl der Große auf dem Eäzekomp-Brunnen!

Pünktlich um 11.01 Uhr hatte der AKVPräsident mit professioneller, weißschwarzer Karofahne das Zeichen zum ersten Start der 1. AKV Oldtimer Rallye „THE RACE 2009“ gegeben, die über eine 126 Kilometer lange Strecke durch die Eifel führte. Zuvor hatte er nicht nur an die mehr als einhundertjährige Erfolgsgeschichte der A­achener Automobilindustrie erinnert, sondern ebenso daran, dass die Rennstrecke des Nürburgrings auf den rasanten Aachener Testfahrer der 20er Jahre, Rudolf Caracciola, aus dem „Rennstall“ der Aachener FAFNIRWER­ K­E, zurückzuführen ist. Den Reigen der eine „gewisse Erotik“ ausstrahlenden Fahrzeuge eröffnete mit der Startnummer 1 Paul Jedamzik mit Vera Esser als Beifahrerin in einem Ford A De Luxe Roadster, Baujahr 1931. Der Wagen zählte mit zu den ältesten, teilnehmenden Oldtimern, gefolgt von Alvis Speed 20 S.A. (1932), MG NA Cresta (1937), Opel Ad-


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miral Cabrio (1938), Chrysler Plymouth P10 De Luxe (1940) und einem Daimler (1948). Insgesamt schickte der AKV 88 Fahrzeuge on Tour. Jeder einzelne wurde vom Beifall der Schaulustigen begleitet. Viele der Fahrer sind erfahrene Rallyeteilnehmer, die bereits internationale Erfolge aufweisen können und auch regelmäßig an den bis zu 20 regionalen Rallyes teilnehmen, so zum Beispiel Europameister Hans Keller, der Heinz Kauhsen in einem 356er Porsche (1959) als Beifahrer begleitete und laut Roadbook Streckenregie führte. „Da schnurrt die Katze unter der Haube“, begeisterte sich selbst der rallye­ erfahrene Moderator Achim Krott beim Anblick eines Jaguars, Baujahr 1956. Unterhaltsam, redegewandt, versiert und fachkundig informierte er die Zuschauer über die technischen Finessen der Oldies, klärte auf, dass ein Citroen 11 CV auch den Beinamen „Gangsterlimousine“ trägt, erhielt im Smalltalk mit dem Fahrer eines Che­ vro­let GMC die clevere Antwort: „Lieber eine Corvette fahren, als ein Korsett tragen“, hob die Vorzüge eines Austin Healey „Frogeye“, genannt „Froschauge“ hervor und klärte die Zuschauer darüber auf, dass ein Rallyesieg weniger vom Fahrer, als von seinem Beifahrer abhänge. „Anhand des Roadbooks erteilt er dem Fahrer die Anweisungen zum Abbiegen, zur Geschwindigkeit und den Finessen des Weges“, so Krott. Es war keine Seltenheit, dass Damen am Steuer saßen. Unter diesem Aspekt war auch ein Damenpokal ausgesetzt. Anne-Marie Cremer am Steuer eines Mercedes 220 S Cabrio (1958) hatte es darauf aber nicht abgesehen. „Ich fahre nicht mit, um zu gewinnen, sondern, um mit dabei zu sein“, erklärte sie vor dem Startzeichen. Hatte Liselotte Jacobs kurz zuvor noch ihre Begeisterung für ein Karmann Ghia Cabrio gezeigt, das einst ihr Jugendtraum gewesen ist, so saß sie wenig später selbst als verantwortungsbewusste Co-Pilotin an der Seite ihres Mannes Wolfgang Jacobs in einem Käfer-Cabrio (1979).

Es versteht sich, dass auch zahlrei­ che gestandene Karnevalisten zu den Rallye­fahrern zählten. „Wir haben unsere Pferde zu Hause gelassen und sind nun stattdessen mit 50 PS auf Oldtimern unterwegs“ scherzte Prinzengarde-Kommandant Markus Bongers, der neben Anemone Zabka in einem 1600 Käfer Cabrio (1974) als Beifahrer „die Zügel in die Hand genommen hatte“. Als Joe Gelück in einem Daimler Benz 300 SE (1964) mit einem Dreispitz am Steuer saß und in einem Mercedes Benz W121 Ponton/190 B (1956) Ralph Schulenburg als Beifahrer mit einer Karnevalsmütze der Grün-Weißen Funken winkte, reagierten die Schaulustigen mit lautstarkem, dreifachem „Oche Alaaf“. Viereinhalb Stunden dauerte die Rallye. Mehr als 50 ehrenamtliche Helfer waren für einen reibungslosen Ablauf im Einsatz. Überall standen in den Ortschaften applaudierende Schaulus­ tige am Straßenrand und wünschten den Vorbeifahrenden durch Winken und Handzeichen eine gute Fahrt. Eingebunden waren neben fünf Gleichmäßgkeits- sowie Sollzeitprüfungen auch drei Zeitaufnahmen bei der abschließenden Lousberg-Runde. „Alles ist perfekt gelaufen. Wir hatten keine Unfälle und auch keine technischen Probleme“, zeigte sich AKVElferrat Udo Dümenil vom Organisationsteam äußerst zufrieden. Das, was alle Rallyeteilnehmer empfunden hatten, drückte Claus Deumens aus, der mit seinem Jaguar MK2 (1962) dabei war: „THE RACE 2009 war perfekt organisiert und die Strecke führte durch eine reizvolle Landschaft, verlangte aber durchaus absolute Konzentration – vor allem vom Beifahrer“, berichtete er. So wertete auch Axel Prym das Jubiläumsrennen: „Diese ers­ te Rally­e war eine tolle Leistung des AKV. Es war eine sehr schöne Strecke und die freundlichen, ehrenamtlichen Helfe­r waren eine große Hilfe für die 88 Teams.“ Am Abend fand dann in geselliger Runde im „Ratskeller“ die Siegerehrung statt.

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Hohe Auszeichnung für beliebten Kabarettisten

Jacques-Königstein-Kette für Jürgen Beckers

„ Gelernter Gymnasiallehrer, umgeschulter Kabarettist und Herrchen von ‚Hecktor‘“ „In Momenten, in denen man lachen kann, soll man sich nicht mit Sorgen und Problemen beschäftigen. Alles andere kommt automatisch“. Mit die­ sem Satz umreißt der beliebte und überaus erfolgreiche Kabarettist Jür­ gen B. Hausmann seine Lebensphilo­ sophie. Elf Minuten vor Mitternacht zum Aschermittwoch 2009 erhielt er beim Theaterball aus den Händen von AKV-Präsident Horst Wollgarten die höchste Auszeichnung des Aachener Karnevalsvereins – die Jacques-König­ stein-Kette. Der Präsident würdigte ihn als einen „liebenswerten und gradlinigen Redner“, der seit fünf Jahren wesentlich zum Gelingen der AKV-Festsitzungen mit beigetragen habe. So begeisterte Jürgen Beckers nicht nur die Gäste der Ordensverleihung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST, sondern ebenso ein Millionenpublikum an den Bildschir­ men als „Taxifahrer“ (2005), „Jockei bei den Weltritterspielen“ (2006),

„Fluglotse auf dem närrischen Airport“ (2007), „Saaldiener im Märchen­ schloss“ (2008) und parlierfreudi­ ge­r „Trattoria-Wirt in der Toscana“ (2009). „Als mir im Jahr 2004 der damalige AKV-Präsident Dieter Bischoff anbot, bei der nächsten Festsitzung mit aufzutreten, hielt ich das für einen Witz und antwortete ihm, dass ich mich nicht auf den Arm nehmen lassen wolle“, erzählt Beckers. Schnell habe er dann gemerkt, dass es ernst gemeint war, denn die Empfehlung war vom Chefredakteur des Zeitungsverlages Aachen, Bernd Mathieu, und dessen Gattin Sabine gekommen, die Beckers durch seine Erfolgsauftritte in der Aachener Region bereits kannten. Im smarten Alter von elf Jahren hatte 1975 der neue Träger der Jacques-Königstein-Kette mit einer Büttenrede seine Bühnenlaufbahn „ganz unten“ in der Kellerbar eines Schulfreundes begonnen. Daraus wurde wegen des Erfolges eine jährliche Tradition. Auf der karnevalistischen Karriereleiter erklomm er Sprosse um Sprosse, wurde in Mariadorf Sitzungspräsident im Pfarrkarneval von St. Marien und regierte letztlich 2003 als Prinz des Alsdorfer Prinzenpaares.

Da ihm die Zeitspanne für Büttenreden jedoch zu eingegrenzt war, betrat der Karnevalist dann – noch unter seinem laut Stammbuch bescheinigten Namen „Jürgen Beckers“ – 1999 mit dem ersten seiner Soloprogramme auch die kabarettistische Bühne. „Hausmannskost“ lautete das Motto, unter dem er, musikalisch von Harald Claßen begleitet, den lachenden Alltag zwischen Mann und Frau satirisch beleuchtete und auf die Schippe nahm. Der ers­ te Auftritt damit im Jahr 2000 in der Stadthalle Alsdorf rief jedoch das Management eines gleichnamigen Kabarettisten auf den Plan. „Ich fand eine Lösung. Da ich in meinem Soloprogramm als Hausmann agierte, wurde daraus letztlich auch mein Künstlername Jürgen B. Hausmann“, lautet die Erklärung. Jetzt, nach zehn Jahren, gastiert er zum Jahresende 2009 erneut mit der „ Hausmannskost“, aufgemischt zu einem Mix aus Klassikern und aktuellen Themen. Zu erleben am 29. November im Aachener Eurogress und danach ab 6. Dezember mit drei Auftritten in der Stadthalle Alsdorf. Der eigentliche Beruf des erfolgreichen Karnevalisten, Comedians und Kabarettisten könnte nicht konträrer sein: er ist Gymnasiallehrer für Griechisch, Latein und Geschichte am Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen. Wie verträgt oder ergänzt sich das? Wie stehen die Schüler zu ihrem Lehrer? Die Antwort spricht für sich: „Man muss aufpassen, dass der Unterricht nicht zum Kabarett wird und, trotz allem Unterhaltungswert, von den Schülern auch Leistung verlangt wird.“ Worin sieht Jürgen Beckers die Grundlage seiner Erfolge? „Es sind meine Beobachtungsgabe und die Authentizität des Typs. Ich brauche keinen zu spielen, ich bin eben so.“ Zu seinem Erfolgsrezept gehört auch, dass seine Reden Alltagsgeschichten beschreiben. Nie geht er dabei unter die Gürtellinie, und es sind keine Witze, die er erzählt. Wichtig sei für das Publikum, dass man dabei über sich selbst lachen könne, weil man sich im Programm wiederfindet.


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„Meine Programme erwachsen aus der heimischen Wärme der Region und der Beobachtung der Menschen. Man muss zuhören können und dann auf das Wesentliche kürzen“, plaudert Jürgen Beckers aus dem Nähkästchen. So sei auch „Hecktor“ entdeckt worden. „Ich saß auf einer Bank und hörte, wie sich hinter der Hecke zwei Hundebesitzer über ihre Vierbeiner unterhielten. Die Grundidee war geboren.“ Dass künftig als neue Erdenbürgerin auch das kleine Töchterchen Marie den Papa zu neuen Reden beflügeln wird, steht außer Frage. Das Wichtigste aber bei d’r Hausmann sei, „die richtije deutsche Jramahtick“ der Aachener Region zu beherrschen. Kennt dieser Meister der Wortakrobatik und espritvolle Redner auch Lampenfieber? „Ja, sogar tierisches Lampenfieber. Selbst bei kleineren Auftritten.“

Wie erlebte Jürgen Beckers bei der Festsitzung den neuen Ritter Mario Adorf und was schätzt er an dem Weltstar? „Der Schauspieler hat eine übergroße Begabung und jahrzehntelange Erfahrung. Das kann keiner wettmachen“, so die Antwort. Hinter der Bühne sei Mario Adorf sehr angespannt, überaus konzentriert und auch etwas nervös gewesen. „Die Konzentration auf eine Rolle ist das Entscheidende bei einem Künstler. Einige aber verhielten sich vor ihrem Auftritt so, als seien sie schon hundert Mal am Broadway aufgetreten,“ spöttelt Jürgen Beckers.

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30 Jahre „Öcher Heuschreck Durchbruch“

In vino veritas … Seit 30 Jahren wächst und gedeiht ein Wein närrischer Freundschaftsbande in Aachen … Man schrieb den 31. März 1979, als von mutigen Winzern auf dem Südhang des Wingertsbergs in Aachen der bis dahin nördlichste Weinberg Europas angelegt wurde. Profilierte Karne­ va­listen der KG Trierer Heuschreck und des Aachener Karnevalsvereins setzten voller Enthusiasmus gemeinsam mit Oberbürgermeister Kurt Ma­langré (Aachen) und dem Trierer Amts­rat Hans Hardt (Trier) 9 x 11 zarte Pflänzchen in den Boden. Nur ein Rebstock mehr hätte gewerblichen Anbau bedeutet. Die „närrischen“ Winzer bekräftigten mit diesem jungen Weinberg erneut ihre schon damals seit 150 Jahren bestehende Freundschaft. Begonnen hatte sie einst 1829 zwischen den „Heuschrecken“ und den „Florresen“ der Muttergesellschaft des AKV. Nun muss man wissen, dass es am Wingertsberg bereits in früheren Jahrhunderten, als das Klima in Aachen noch wärmer war, Weinanbau gegeben hat. Belegt ist, dass es schon in einer 812 von Karl dem Großen erlassenen Wirtschaftsordnung den Bürgern streng untersagt wurde, „Trauben beim Auspressen mit Füßen zu treten“, und seit 1333 belegen alte Stadtrechnungen regelmäßige Ausgaben für das „Schneiden von sieben Weingärten“ im Stadtgebiet. Noch bis zum dreißigjährigen Krieg machten erhobene Weinsteuern mehr als die Hälfte aller städtischen Einnahmen aus. So war es den Aachenern sogar untersagt, ihren Wein im benachbarten Burtscheid zu trinken! Die Aachener Ratsherren des 18. Jahrhunderts beschränkten sich jedoch nicht nur wie heute auf eine „närrische Ratssitzung“ vor dem Fettdonnerstag, um zum Weinbecher zu greifen. Zwölf wuchtige Zinnkrüge aus dem Rathausschatz, mit einem Fassungsvermögen von je 4,14 Litern, beweisen, dass es diese Herren gewohnt waren, während ihrer Ratssitzungen ausgiebig einem Humpen edlen Rebensafts zuzusprechen, und bald waren die „Ratspräsenzen“ – besser bekannt als „Saufgroschen“ – im Wert

von 8, 16 oder 32 Aachener Mark nicht nur für Ratsherren ein gängiges, wenn auch inoffizielles Zahlungsmittel. Der Neustart zum Aachener Weinanbau anno 1979 hatte pünktlich um 11.11 Uhr damit begonnen, dass der Trierer Winzermeister Herbert Oberbillig die erste Rebe anschnitt und der damalige AKV-Präsident Helmut A. Crous einen Schuss echtes Moselwasser über die zarten Wurzeln goss. Gute Wünsche begleiteten die jungen Rebstöcke. „Zur Ehre der alten, deutschen Kaiserstadt Aachen und zur Ehre der alten, römischen Kaiserstadt Trier und als Symbol herzlicher Freundschaft zwischen den Bürgern beider Städte mögen diese Reben wachsen, blühen und gedeihen und reiche Frucht tragen,“ erklärte Hans Hardt.

Seinen Namen „Öcher Heuschreck Durchbruch – Riesling-Wein“ erhielt der Wein bereits wenige Tage später vom damaligen Bundespräsidenten und Ordensritter WIDER DEN TIERISCHEN ERNST (1974) Walter Scheel, der dem AKV am 4. Mai schrieb: „Herzlich gratuliere ich zum wieder aufgenommenen Weinbau in Aachen. Ich freue mich schon jetzt auf das Jahr 1984 und hoffe, dass der Öcher Heuschreck ein wirklicher ‚Durchbruch‘ wird.“ Der Jungfernwein wurde dann 1982 geerntet, obwohl unter der rührigen Pflege des Stadtgartenamtes mit seinem Direktor Gerhard Groetzner bereits 1981 eine erste, bescheidene Ernte hätte eingefahren werden können – wenn nicht Amseln und Stare schneller gewesen wären und nur leer gepickte Dolden zurückließen!!!

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30 Jahre „Öcher Heuschreck Durchbruch“

In vino veritas … 111 Pfennige sollte die jährliche, närrische Pacht betragen – oder in Naturalien verrechnet 11 Flaschen einer jeden Ernte – zu erbringen bei den Närrischen Ratssitzungen vor jedem Fettdonnerstag. So wurde es an jenem 31. März 1979 beim Rathausempfang vereinbart, als 40 Trierer „Heuschrecken“ mit den ursprünglich 11 x 11 Setzlingen angereist waren. „Es war das erste Mal, dass ich gelinkt wurde“, erinnerte sich der damalige OB Kurt Malangré an die erste Pachtzahlung, entpuppten sich doch die Flaschen nur im Piccolo-Format von 0,375 Liter. Was damit alljährlich geschieht, verrät Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden in einem Blitzinterview:

Allein der damalige AKV-Vizepräsident Karl Schumacher hatte zwei Tage zuvor noch eine Kostprobe der Reben erhascht. „Die Dinger hatten zwar eine harte Haut und schmeckten herb, aber es war auch eine gewisse Süße zu entdecken“, urteilte er als Weinkenner. Nicht zuletzt hatten er und sein Trierer Amtsbruder, Vizepräsident Ernst Hoffmann, 1978 bei einem „kühlen Blonden“ im Aachener „Postwagen“ über edle Moselweine philosophiert und dabei die Idee geboren, auch hier wieder einen Weinberg anzulegen. Bodenproben wurden auf Eignung überprüft, bei der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel musste eine Genehmigung für den „Trierer Export von Rebstöcken zum Anbau in Aachen“ eingeholt werden und die Stadt Aachen sich schließlich bereit erklären, den Wingertsberg an den AKV zu verpachten.

Alljährlich erhält die Stadt Aachen von den AKV-Hobbywinzern 11 Flaschen „Öcher Heuschreck Durchbruch“ als Pachtzins. Was geschieht damit? Dr. Linden: In der Regel werden die Flaschen an die im Rat vertretenen Fraktionen verteilt. Verschiedentlich haben wir aber auch schon einen Teil des Weines wegen seines Seltenheitswertes für besondere Benefizzwecke eingesetzt. So erinnere ich mich, dass wir vor Jahren diesen Öcher „Spitzenwein“ sogar nach Tschechien exportierten, um damit in Brünn zum Erhalt der berühmten Villa Tugendhat beizutragen. Sie war 1929/30 nach den Plänen des bedeutenden Aachener Architekten Ludwig Mies van der Rohe errichtet worden und gilt als ein Meilenstein der modernen Architektur. Haben Sie selbst einmal schon den edlen Tropfen vom Wingertsberg pro­ biert? Dr. Linden: Dieser Wein ist ja eine absolute Rarität, weil es nur sehr wenige Flaschen davon gibt. Von daher ist er eher ein Sammlerstück, als ein Konsumartikel. Ich selbst habe ihn noch nicht probieren können. Von anderen aber habe ich erfahren, dass er zu Recht den von Walter Scheel kreierten Namen „Öcher Heuschreck Durchbruch“ trägt.

„… es war auch eine gewisse Süße zu entdecken.“

Die gemeinsamen Weinlesen garantieren regelmäßige, freundschaftliche Begegnungen zwischen den Trierer Entwicklungshelfern in Sachen Weinanbau und den Aachener Neu-Winzern. Stets ist der aktuelle Hochadel gekrönter Häupter bei diesen Familienfesten dabei: noch amtierende und designierte Karnevalsprinzen, Weinköniginnen und Weinprinzessinnen. Galant erweisen sich die Prinzen dabei den Weinmajestäten als diensteifrige Erntehelfer. Sie wiederum vermitteln ihre Philosophien zum Wein. „Schade, dass man Wein nicht streicheln kann“, zeigte zum Beispiel 2006 Weinkönigin Ursula II. ihre Gefühle für edle Rebensäfte. Von ihrer Anmut hingerissen, erklärte damals AKV-Kellermeister Helmut Schultz spontan: „Königin, ich werde euch die Schlüssel des Weinbergs übergeben und euch stets hilfreich zur Seite stehen.“ Warten wir nun gespannt auf die diesjährige Jubiläumslese am 10. Oktober auf dem Wingertsberg.


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Der AKV gratuliert seinen Jubilaren

Der AKV gratuliert seinen Jubilaren 2009 Mitgliedstreue hielten dem AKV über

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25 Jahre: Harald Baal Hans Brandenburg Willibert Buchty Ricardo de Bernardi Michel Henrotte Peter Jordan Kurt Malangré Hilger Nadenau Hans-Günter Radermacher 30 Jahre: Helmut Baal Werner G. Jacobs Herbert Möller Rudolf Thomas 35 Jahre: Rolf Einmahl Rudolf Emshoff Joseph Laschet Dr. Walter Lentzen Peter Edmund Maus Dieter Poll Eckard Prell 40 Jahre: Otmar Schwind 45 Jahre: Herbert Olbrich Peter Nikolaus Schmetz 50 Jahre: Dr. Hans Bertram Georg Helg Bert Nadenau Konstantin Steffens 55 Jahre: Josef Wetten

Es vollendeten beziehungsweise vollenden 2009 das

70 75

80 85 95

70. Lebensjahr: Hans Brandenburg Rolf Dunkelberg Hans-Günter Radermacher Wolfgang Weißleder Dieter Neundorf-Nicolaye 75. Lebensjahr: Helmut Baal Dr. Helmut Günter Linde Kurt Malangré Konsul Hans-Josef Thouet 80. Lebensjahr: Heinz-Josef Tychon Paul Rosen 85. Lebensjahr: Jürgen Eidens Erich Stump 95. Lebensjahr: Wilhelm Bours

Vor 8 0 Jahren: 1929: „Eisprinz“ Ernst I. Nießen mit dem ers­tem Rosenmontagszug nach dem 1. Weltkrieg 1929 gab es unter dem Motto: „Sang und Klang im Aachener Karneval“ nach 18 Jahren endlich wieder einen Rosenmontagszug. Als Tollität regierte der 32-jährige Ernst I. Niessen, von Beruf Gold- und Silberschmied sowie Uhrenfachmann. Sein Motto lautete: „Jecke los Jecke langs“. Ernst I. Niessen, der 1922 als Ehrenhut in den AKV eingetreten war, avancierte später zum Oberehrenhut und ging als „Eisprinz“ in die Geschichte ein, da bei seinem Rosenmontagszug am 11. Februar minus 20,3 Grad herrschten. Bier- und Weinflaschen platzten in der Kälte und für die Schaulustigen am Straßenrand gab es heiße Bouillon und Glühpunsch. Er war der ers­ te Prinz Karneval, der einen eigenen Orden verlieh. Seine Amtszeit währte über fünf Sessionen, da es aufgrund der Wirtschaftskrise erst wieder 1934 einen Prinzen und einen Rosenmontagszug gab. Für viele Karnevalsvereine war er in dieser Zwischenzeit ein großer Förderer. Von 1929 bis 1968 gehörte Ernst Niessen dem AKV-Elferrat an und danach bis zu seinem Tod vor 40 Jahren am 1. April 1969 dem Senat.


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AKV spendet stattliche Summe an die Sammlung Crous

9.000 Euro Reinerlös der AKV-Jubiläums-Lounge

AKV spendet der stadt­histo­rischen Sammlung Crous 9.000 Euro als Rein­erlös seiner JubiläumsLounge im Pullman Hotel A­achen „Quellenhof“.

Anlässlich seines 150-jährigen Be­ stehens hatte der Aachener Karne­ valsverein am 18. Januar 2009 zu ei­ ner TOP-Lounge in das Hotel Pullman A­achen „Quellenhof“ eingeladen. Der Reinerlös des Festabends war für die stadthistorische Sammlung Crous be­ stimmt. Jetzt konnte AKV-Präsident Horst Wollgarten an den Beiratsvorsitzenden der Sammlung und AKV-Elferratsherren, Bernd Carl, einen Scheck über die stolze Summe von 9.000 Euro übergeben. Die Höhe dieses beachtlichen Betrages war durch zusätzliche Spendengelder möglich geworden. Wollgarten dankte insbesondere „Quellenhof“-Direktor Olaf Offers und TOP Magazin-Chefredakteur Wolfgang Habedank für ihre engagierte Unterstützung, die entscheidend zum Gelingen dieses Gala-Abends beigetragen hatte. So war es den Kontakten des Quellenhof-Direktors zu verdanken, dass auch das Kölner Dreigestirn und die Kölner Ehrengarde das illustre Programm mit ihren Auftritten bereicherten.

In seinen Dankesworten ging Bernd Carl kurz auf die Geschichte der Samm­lung Crous ein, die der AKV 1993 als Privatsammlung von ihrem Ehrenpräsidenten Helmut A. Crous durch einen Kaufvertrag erworben hatte. Im Sinne des Sammlers sollte sie dadurch der Öffentlichkeit zur Nutzung zugänglich werden. Heute wird sie als gemeinnützige GmbH geführt und ist in ständigem Wachstum begriffen. So umfasst die inzwischen durch Zukäufe und Schenkungen erweiterte Präsenzbibliothek allein 5.000 Druckschriften zur Historie Aachens und der Region. Daneben vergrößert sich kontinuierlich der Bestand an historischen Fotos und Ansichtskarten. „Im vergangenen Jahr kamen allein weitere 500 Bücher hinzu. Wir müssen nun als Ers­ tes eine dringend für die Bibliothek erforderlich gewordene, vier Meter lange Schrankwand anfertigen lassen und werden dazu etwa 5.000 Euro des Spendenbetrages verwenden“, so der Beiratsvorsitzende. Gleichzeitig bekundete er das starke Interesse der Sammlung an Schenkungen alter Aachener Druckschriften, Bücher, Grafiken und Postkarten. Ansprechpartner ist hierfür Bernd Oligschläger, Telefon: 0241-573179.


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Eine weitere finanzielle Unterstützung fließt der Sammlung Crous durch das nun bereits 4. Benefiz-Golfturnier um den Wanderpokal der Deutschen Bank zu. In bewährter Form fand es am 20. Juni dieses Jahres wiederum auf der Golfanlage „Haus Kambach“ statt. Die einhundert Teilnehmer spielten in geselliger Atmosphäre im Vierer-Zählspiel mit Auswahldrive nach Stableford über 18 Löcher.

Das Interesse der Aachener an ihrer Stadtgeschichte ist groß. Das zeigt sich am Verkauf von bereits eintausend Exemplaren des Buches: „Mit närrischem Frohsinn wider den tierischen Ernst“, das zum 150-jährigen Jubiläum des AKV herausgegeben wurde. „Darin wird nicht nur die Vereinsgeschichte dargestellt, sondern eng damit verbunden auch die Geschichte der Stadt. Es ist ein Buch, das in jedem Aachener Bücherschrank seinen Platz haben sollte“, fügte Wollgarten hinzu.

Info: www.akv.de

www.fmh-aachen.de • E-Mail: kontakt@fmh-aachen.de

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Veranstaltungskalender und Termine

Veranstaltungen | Termine Mitgliederversammlung

AKV Ritter Nacht 2010

Dienstag, 25. August 2009, 19.30 Uhr Lenné-Pavillon

Freitag, 29. Januar 2010, 20.00 Pullman Aachen Quellenhof

AKV Sommerfest

60. Verleihung des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST 2010

Sonntag, 30. August 2009, 12.00 Uhr Tellschützenwiese Burtscheid

Weinlese Samstag, 10. Oktober 2009, 11.00 Uhr Wingertsberg

AKV Bierabend Freitag, 6. November 2009, 19.30 Uhr AKV-Bierabend für den Verein und seine Freunde in den Räumen der Sammlung Crous in der Kurhausstraße 2c

Prinzenvorstellung im Rathaus Mittwoch, 11. November 2009, 11.11 Uhr Rathaus

Sessionsauftakt AAK Open Air Mittwoch 11. November 2009, 11.30 Uhr Holzgraben

Gans janz anders – Küchenparty

Samstag, 30. Januar 2010, 20.00 Uhr Die Festsitzung zur 60. Verleihung im Eurogress

Open Air Holzgraben Samstag, 6. Februar 2010, 10.30 Uhr Der AKV lädt zur Open-Air-Sitzung auf dem Holzgraben ein.

Florresei Palast

Samstag, 13. Februar 2010, 20.00 Uhr Ballsaal Altes Kurhaus

Kaffee, Kids & Kokolores Sonntag, 14. Februar 2010, 14.30 Uhr Ballsaal Altes Kurhaus

Theaterball Dienstag, 16. Februar 2010, 19.45 Uhr AKV-Abschlussball mit Verabschiedung des Prinzen im Theater Aachen

Mittwoch, 11. November 2009, 18.30 Uhr Lenné-Pavillon, Veranstalter ist das Prinzenkorps im AKV

2. AKV Oldtimer Rallye „THE RACE 2010“

Prinzenproklamation

Samstag, 29. Mai 2010, 11.00 Uhr Markt

Freitag, 8. Januar 2010, 19.30 Uhr Eurogress, Informationen dazu gibt es bei der Geschäftsstelle oder unter www.akv.de

weitere Informationen: www.akv.de


Sponsoren

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Unsere Partner im Gespräch Der AKV sprach mit: Karl-Heinz Johnen, Geschäftsführer der Firma ZENTIS In diesem Jahr blickt der AKV auf sein 150-jähriges Bestehen zurück. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft? Vor allem wünsche ich ihm auch künftig begeisterte und motivierte Mitglieder, die voller Leidenschaft und Engagement die Ziele des AKV vorantreiben und immer wieder neu beleben. Darüber hinaus wünsche ich dem Verein eine weiterhin glückliche Hand bei der Auswahl der Ritter. Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft? Eine Konzentration auf Politiker bei der Ritterwahl ist nicht zwingend erforderlich. Allerdings sollte bei der Wahl der Ritter strikt beachtet werden, dass keine zu große Nähe zu bestimmten Unternehmen besteht, durch die der Eindruck von Schleichwerbung entstehen könnte. Das wäre eher kontraproduktiv zu bewerten.

Eine feste Größe im Aachener Karneval: Der Zentis-Kinder­ karne­vals­preis (Hier die Preisträ­ ger 2008, die Kinder der Katho­lischen Grund­­schule Passstraße.)

Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei? Seine Rolle als Repräsentant unserer Stadt bewerte ich sehr hoch. Allein schon die Liste der Ritter und der Besucher der Ordensverleihungen unterstreichen die Bedeutung des Vereins weit über die Stadtgrenzen hinaus. Gespräche mit unseren Kunden aus anderen Teilen Deutschlands – auch außerhalb der rheinischen Karnevalshochburgen – bestätigen, dass der AKV ein hohes Maß an Aufmerksamkeit findet. Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST weiterhin im Ers­ ten Programm (ARD) zur Prime-Time übertragen wird? Die Platzierung des Formats ist für uns als Sponsor von besonders hoher Relevanz. Bei Einsatz unserer Budgets stellen für uns Senderauswahl und Sendeplatz das oberste Entscheidungskriterium dar. Angesichts der aktuellen Budgetgröße sind sowohl die Platzierung bei der ARD, als auch die Ausstrahlung zur Prime-Time unverzichtbar.

Welche besondere Verbunden­ heit zum AKV haben Sie persönlich? Zwar bin ich kein gebürtiger Rheinländer, habe jedoch meine Kindheit in A­achen verbracht. Daher hatte ich schon früh Kontakt zum Aachener Karneval, für den sich daraus eine bis heute anhaltende Begeisterung entwickelt hat. Der AKV war dabei immer für mich ein Bestandteil des A­achener Karnevals. Viele Freunde und Bekannte haben sich an verschiedenen Stellen und Positionen des AKVs engagiert, sodass sich seit jeher Berührungspunkte ergaben.

Anm. der Redaktion: Heinz-Gregor Johnen (Foto) war 1992 sofort von der Idee des damaligen AKV-Geschäftsführers Helmut Strack be­­geis­tert, einen Zentis-Kinderkarnevalspreis ins Leben zu rufen.

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Sponsoren

Unsere Partner im Gespräch Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei?

Der AKV sprach mit:

Dr. Wendelin Wiedeking Vorstandsvorsitzender der PORSCHE AG In diesem Jahr blickt der AKV auf sein 150-jähriges Bestehen zurück. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft? Ich wünsche dem Verein weitere vergnügte 150 Jahre sowie eine glückliche Hand bei der nächsten Ritterwahl. Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft? Da ich ja selbst aus dem Wirtschaftsbereich komme, und es ja auch immer schwieriger wird, einen passenden Politiker zu finden, kann ich der Entscheidung des AKV nur zustimmen.

Der AKV repräsentiert die Stadt A­achen sogar weit über die Landesgrenzen hinaus. Die Fernsehsitzung wird ja auch in der Schweiz und in Österreich gesendet. Somit ist sowohl für den AKV, als auch für die Stadt A­achen eine hohe Aufmerksamkeit gewährleistet. Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST weiterhin im Er­ sten Programm (ARD) zur Prime-Time übertragen wird? Es steht außer Frage, dass für uns als Partner des AKV eine Platzierung im Ersten Programm sehr wichtig ist. Welche besondere Verbunden­ heit zum AKV haben Sie persönlich? Erste Kontakte zum Aachener Karneval und auch zum AKV hatte ich bereits während meiner Studienzeit in Aachen. Selbstverständlich komme ich jedes Jahr wieder gerne zur Festsitzung.


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Sponsoren

Unsere Partner im Gespräch Der AKV sprach mit:

Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei? Professor Dr. Hermann Bühlbecker Alleininhaber der Henry Lambertz GmbH & Co. KG Der AKV blickt in diesem Jahr auf sein 150-jähriges Bestehen zurück. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft? Noch viele erfolgreiche Jahre und interessante Veranstaltungen WIDER DEN TIERISCHEN ERNST. Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft? Diese Entscheidung begrüße ich, da es sinnvoll ist, den Kreis derjenigen, aus denen der Ordensritter bestimmt wird, möglichst groß festzulegen, um wirklich außergewöhnliche Ritterpersönlichkeiten zu finden. Würde man sich nur auf Politiker konzentrieren, könnte es auf Dauer schwierig werden, eine attraktive Veranstaltung durchzuführen.

Der AKV ist der Verein, der den A­achener Karneval über die Stadtgrenzen hinaus repräsentiert. Insofern ist er auch von besonderer Bedeutung für die Stadt Aachen. Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST weiterhin im Er­ sten Programm (ARD) zur Prime-Time übertragen wird? Sicherlich ist das für den Sponsor wichtig, dass die Festsitzung im Ers­ ten Programm zur Prime-Time übertragen wird.

Welche besondere Verbunden­ heit zum AKV haben Sie persönlich? Auch hier gibt es eine lange Tradition in den Verbindungen zum Aachener Karneval. Die Firma Lambertz führe ich bereits in neunter Generation in Familienbesitz. Schon einer meiner Vorfahren als Inhaber der Firma, Wilhelm Geller, war im 20. Jahrhundert Mitglied der Prinzengarde, und ich selbst gehörte einige Jahre dem Hofstaat der Märchenprinzen an.

Professor Dr. Hermann Bühlbecker mit Ritter Mario Adorf bei der AKV-Ritternacht 2009


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„Der AKV ist der Verein, der den A­achener Karne­ val über die Stadt­ grenzen hinaus repräsentiert.“

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Sponsoren

Unsere Partner im Gespräch Der AKV sprach mit: Joachim Hunold CEO Air Berlin PLC

Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERI­SCHEN ERNST weiterhin im Er­ sten Programm (ARD) zur Prime-Time übertragen wird?

Der AKV kann in diesem Jahr auf sein 150-jähriges Bestehen zurückbli­ cken. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft?

Eindeutig ja.

Mein Wunsch ist es, dass er in den A­achener Medien ebensoviel Anerkennung findet, wie im übrigen Deutschland.

Ich schätze den Idealismus der Verantwortlichen sehr und bin immer wieder von deren Gastfreundschaft beeindruckt.

Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei? Nach der Verleihung des Karlspreises ist die AKV-Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST die wichtigste Veranstaltung in der Stadt. Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft? Ja, denn in der Politik werden die Charakterköpfe ja immer rarer.

Welche besondere Verbunden­ heit haben Sie persönlich zum AKV?


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Unsere Partner im Gespräch Der AKV sprach mit:

Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei? Alois Kreitz Geschäftsführer der Arei Abwassertechnik Düren GmbH In diesem Jahr kann der AKV auf sein 150-jähriges Bestehen zurückbli­ cken. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft? Ein Narr besitzt die Gabe, zu erkennen und trotzdem zu lächeln … Diese Erkenntnis und eine glückliche Hand in allen Angelegenheiten wünsche ich dem AKV für die nächsten Jahrzehnte. Und weiterhin viel Erfolg!

Eine große Bedeutung. Er ist gleichzusetzen und in einem Atemzug zu nennen mit dem Karlspreis, der Alemannia Aachen, dem CHIO und den Aachener Printen. Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft?

Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST weiterhin im Ers­ ten Programm (ARD) zur Prime-Time übertragen wird? Nein, wichtig wäre es nicht, ob öffentlich rechtliche oder private Fernsehsender. Ich würde lieber eine ungekürzte Fassung mit mehr Mundart sehen – egal zu welcher Uhrzeit. Welche besondere Verbunden­ heit haben Sie persönlich zum AKV? Da ich ein Öcher Jong mit schwarzgelbem Blut bin, hat sich die Frage von selbst beantwortet.

Ja, ich begrüße das, nicht nur die Politiker zu berücksichtigen, sondern alle Personen im öffentlichen Leben, die sich durch Humor und Menschlichkeit auszeichnen.

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Hintergründe

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Erfolgreich beraten.

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BERATERGRUPPE

WOTAX Aachen wurde zum dritten Mal in Folge als TOP-Steuerberater ausgezeichnet. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben. Denn Erfolg ist kein Zufall. (laut Focus Money, Ausgabe 35/2006 Seite 57 ff, Ausgabe 35/2007 Seite 66 ff. & Ausgabe 35/2008, Seiten 62 ff, Großpraxen)

www.wotax.de WOTAX BERATERGRUPPE WOTAX Steuerberatungsgesellschaft mbH | WOTAX WPG GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft WOTAX Systeme GmbH | WOTAX Consulting GmbH | WOTAX law Künster, Niezold und Partner Krefelder Str.123 | 52070 Aachen | Telefon: 0241-920 42-0


Sponsoren

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Unsere Partner im Gespräch Welche Bedeutung messen Sie dem AKV als einem Repräsentanten Aachens über die Stadtgrenzen hi­ naus bei?

Der AKV sprach mit: Jörg Kaever Director Finance der Bombardier Transportation GmbH In diesem Jahr kann der AKV auf sein 150-jähriges Bestehen zurückbli­ cken. Was wünschen Sie ihm für die weitere Zukunft? Vor allem eine weiterhin erfolgreiche Darstellung des Brauchtums Karneval über die Region hinaus.

In der Vergangenheit war die Bedeutung sehr groß. Leider hat sie sich durch sinkende Einschaltquoten bei der Übertragung der Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST reduziert. Kritisch sehe ich dabei die erreichte Zielgruppe überwiegend nur älterer Zuschauer.

Begrüßen Sie die Entscheidung des AKV, sich bei der Wahl eines Or­ densritters WIDER DEN TIERISCHEN ERNST nicht allein auf Politiker zu konzentrieren, sondern auch auf Per­ sönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, der Kunst, des Sports, der Wis­ senschaften und der Wirtschaft? Diese Frage kann ich eindeutig nur mit Ja beantworten. Ist es für Sie als Sponsor wich­ tig, dass die Festsitzung WIDER DEN TIERISCHEN ERNST weiterhin im Er­ sten Programm (ARD) zur Prime-Time über­tragen wird? Auch hier kann die Antwort nur Ja lauten und das sogar mit der Betonung „sehr wichtig“. Welche besondere Verbunden­ heit haben Sie persönlich zum AKV? Nur in dem Sinne, dass unsere Bombardier Transportation GmbH zur Förderung des karnevalistischen Brauchtums als Sponsor des AKV auftritt.

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Menschen beim AKV

Rolf Gerrards – ein karnevalistischer Tausendsassa Kaum hatte das Gespräch begonnen, da war mein Gegenüber bereits ganz in seinem Element. Temperamentvoll, wie gewohnt, war AKV-Elferratsherr Rolf Gerrards der Zeit ein gutes halbes Jahr voraus – beim 8. Januar 2010. Es ist der Tag der Prinzenproklamation, für die er nun bereits im vierten Jahr als Programmgestalter verantwort­ lich zeichnet. „Eine Proklamation ist in jeder Session das erste große Fami­ lientreffen der Aachener Karnevals­ vereine, und das Programm muss pa­ ckend und kurzweilig sein, muss alle Altersstufen fesseln“, ist er sich seiner Verantwortung bewusst. Es versteht sich für ihn von selbst, dass das Pro­ gramm, mit Ausnahme einer Num­ mer, bereits jetzt steht.

„Wenn du dann einmal Prinz warst, bleibt es immer an dir hängen und am Aschermitt­ woch ist längst nicht alles vorbei.“

Exklusiv werde eine Proklamation aber immer erst durch den Sketch der neuen Tollität. „Der Abend lebt vom Sketch des Prinzen“, weiß Gerrards als Milleniumsprinz des Jahres 2000 aus eigener Erfahrung. Wie ein Sketch gestaltet wird, überlässt er dem jeweiligen Prinzen jedoch selbst. Wird er um Rat gefragt, steht er natürlich parat. Andererseits ist auch er dankbar, wenn er auf neue, zugkräftige Nummern für ein Programm aufmerksam gemacht wird. Nun also steht Dirk Trampen als designierter, prinzlicher Bruder in den Startlöchern. „Ich fühle an diesem Abend immer mit jedem Prinzen mit und komme mir dann manchmal vor, als hätte ich das Lampenfieber erfunden. Aber ich weiß noch genau, welche Angst und Köttele ejjen Boks ich bei meiner Proklamation hatte“, gibt er ehrlich zu. Dass aus ihm einmal ein Vollblutkarnevalist werden würde, hängt wohl mit dem Tag seiner Geburt am 3. Februar 1969 zusammen. Zwar war es kein Rosenmontag, aber doch kurz davor. Auch damals preschte der kleine Rolf eben ungeduldig seiner Zeit voraus. Nachdem er als 25-Jähriger zum ersten Mal an einer Prinzenproklamation teilgenommen hatte, wartete er mit „Tränen der Ungeduld“ in den Augen auf den Tag vor zehn Jahren, an dem er seinen geheimen Herzenswunsch preisgab, selbst Prinz sein zu wollen. Dazu legte er nicht nur bereits ein fertiges Konzept für den Sketch

vor, sondern initiierte dann auch 1999 zusammen mit seinem Hofstaat, dem Prinzenkorps des AKV um Markus Quadflieg und Küchenchef Maurice de Boer die erste „Gans janz anders“Party am Elften im Elften. „Das Schöne ist, dass die Aachener gern zum Feiern bereit sind, und heute zu Sessionsbeginn immer viel in unserer Stadt los ist“, begeistert sich Gerrards. „Wenn du dann einmal Prinz warst, bleibt es immer an dir hängen und am Aschermittwoch ist längst nicht alles vorbei. Da wirst du von deinen prinzlichen Brüdern im Prinzenkorps empfangen“, lautet sein Resümee. Zusammen mit Markus Quadflieg war er vier Jahre lang Prinzenkorpssprecher, gehört seit 2003 dem AKV-Elferrat an, war seit 2005 drei Jahre lang als Teufel, Hofnarr, beziehungsweise Airport-Lotse Co-Moderator des damaligen AKV-Präsidenten Dieter Bischoff bei den Festsitzungen WIDER DEN TIERISCHEN ERNST. „Als ich mir die Teufelsjacke anzog, war es für mich wie eine Zauberjacke. Ich fühlte mich in dieser Rolle einfach pudelwohl“, erzählt er. Dem nicht genug. Dieser karnevalistische Tausendsassa moderierte souverän auch die drei Chart­breaker-Wettbewerbe des AKV sowie 2005 und 2006 die Kaffee, Kids & Kokolores-Veranstaltungen, gehört heute noch dem KKK-Team junger Eltern und dem ACTeam an und war als Elferratsherr auch ein paar Jahre lang beratender Ansprechpartner für desig­nierte Prinzen.


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Zu berichten, wer Rolf Gerrards privat ist, hieße Eulen nach Athen zu tragen. Als gelernter Fleischer stieg er in das elterliche Unternehmen in der Hartmannstraße ein, ist seit fünf Jahren mit Gattin Alex glücklich verheiratet und hat „zwei Prinzen“ als Söhne: P­eter (14) und Mats (5). „In Alex habe ich eine Top-Frau gefunden. Sie ist nicht nur eine starke Frau, sondern auch mein bester Freund und Kumpel“, schwärmt er. Sie unterstützt ihn voll in seinem karnevalistischen Engagement und gehört selbst dem ACTeam an. So verschmelzen Familie und Karneval zu seinem Hobby. „Wie du mir, so ich dir“, lautet Rolf Gerrards Lebensmotto. Er ist ein Mann, der gut zuhören kann. Er „tanke und sauge dabei auf, sammele Erfahrungen und lerne so beispielsweise auch zu berlinern, ohne in Berlin gelebt zu haben“. Und nichts schmecke ihm so gut, wie eine „Stulle“ mit guter Butter und gutem Aufschnitt, verrät der Fachmann. Eins aber kommt jetzt bei dem Keyboarder Gerrards zu kurz: die Musik im Zusammenspiel mit Charly Jansen. Unsterblich jedoch ist sein prinzlicher Musettewalzer: „Aix-la-Chapelle, du bes ming Stadt“ geworden.

„Eine Proklamation ist in jeder Session das erste große Familien­treffen der Aachener Karnevalsvereine.“

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Unser Dank gilt den Sponsoren

DVD Ein herzliches Ordensverleihung 2009 Dankeschön den Sponsoren! Genau deine Airline.

Der Jubiläumsfestsitzung des A­ache­ ner Karnevalsvereins mit der Verlei­ hung des Ordens „WIDER DEN TIE­ RISCHEN ERNST“ an den Weltstar Mario Adorf war bereits im Vorfeld mit hohen Erwartungen entgegen ge­ sehen worden. Zum einen begeht der AKV in diesem Jahr sein 1S0-jähriges Bestehen, zum anderen hatte die Vor­ jahresritterin I.D. Gloria Fürstin von Thurn und Taxis durch Ihr Auftreten als Ritterin auch neue Maßstäbe ge­ setzt. Mit der Persönlichkeit Mario Adorfs hatten wir einen grandiosen Ritter des Ordens WIDER DEN TIERISCHEN ERNST auserwählt. Veni, vidi, vici – er kam, sah und siegte! Die Festgesellschaft jubelte dem großen Mimen zu,

der bei seiner zweigeteilten Ritterrede die ganze Bandbreite seines schauspielerischen Könnens einsetzte und dabei dennoch glaubhaft schlicht nur als Mensch auftrat. Unserem Ritter zu Ehren feierten wir dabei auf einer Piazza in Bella Italia eine temperamentgeladene italienische Nacht“. Die DVD beinhaltet auch den A­achener Block, der bei der Fernsehübertragung leider weggeschnitten wurde. Sichern Sie sich noch heute diese begehrte DVD zum Preis von 25,- Euro/Stück. Nur solange der Vorrat reicht!


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L채cheln und Herzlichkeit inklusive.

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Die Belfrutta Auslese in 11 fruchtigen, unwiderstehlichen Sorten. Das ist kĂśstliche Vielfalt und Abwechslung fĂźr jeden Geschmack.

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