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HEA Jahresbericht 2019

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HEA – FACHGEMEINSCHAFT FÜR EFFIZIENTE ENERGIEANWENDUNG E. V.

JAHRESBERICHT 2019


IMPRESSUM Herausgeber HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. Reinhardtstraße 32 10117 Berlin Telefon: 030 300199-0 Telefax: 030 300199-4390 E-Mail: info@hea.de Internet: www.hea.de Redaktionsschluss Januar 2020 Bildnachweis AEG, Chris/adobestock.com, Daniel Krason/ shutterstock.com, eyetronic/adobestock.com, Glen Dimplex, ISH/ Messe Frankfurt GmbH, Lena Siebrasse Fotografie/HEA, Rolf Schulten/Berliner Energietage, ZVEH Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung. Die gesamte Broschüre oder Teile der Broschüre dürfen in jeglicher Form nicht ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers reproduziert, vervielfältigt oder verbreitet werden. Trotz größtmöglicher Sorgfalt bei der Bearbeitung der Broschüre ist jegliche Haftung für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts ausgeschlossen. © HEA, 2020


VORWORT

Dipl.-Ing. Ute Römer Vorstandsvorsitzende

Dr. Jan Witt Geschäftsführer

Das Bundeskabinett hat im Oktober 2019 den Entwurf für das zukünftige Gebäudeenergiegesetz (GEG) beschlossen. Nach Beginn des parlamentarischen Verfahrens Ende Januar 2020 könnte das Gesetz vor der Sommerpause im Bundestag verabschiedet werden und anschließend in Kraft treten. Das GEG soll ein neues, einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk für die energetischen Anforderungen an Neubauten, an Bestandsgebäude und an den Einsatz erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteversorgung von Gebäuden auf den Weg bringen. Auch die BAFA- und KfW-Förderrichtlinien für Bauherren und Sanierer wurden

im Zuge des Klimaschutzprogramms 2030 erhöht und bieten sanierungswilligen Bauherren seit Januar 2020 deutlich bessere Konditionen. Zusätzlich wurde im Januar 2020 die steuerliche Förderung von Sanierungsmaßnahmen als niederschwelliges Angebot eingeführt. Die neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen und Fördermaßnahmen bieten die Chance, den deutschen Heizungsmarkt schneller als bisher auf zukunftsfähige Systeme umzustellen. Und die Bemühungen tragen erste Früchte: Laut einer aktuellen Umfrage des Sanitärhandwerks plant jeder achte Eigentümer den Austausch seiner Heizung in den nächsten zwei Jahren. Die HEA hat sich in den letzten Jahren immer wieder für neue Impulse und mehr Klimaschutz im Wärmemarkt eingesetzt und verbraucherorientierte Projekte umgesetzt. Ein Beispiel mit hoher praktischer Relevanz: Die Einspeisevergütung für Strom aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach läuft bald aus – was können Verbraucher tun? Wie kann man selbsterzeugten Strom effizient und wirtschaftlich mit elektrischer Hauswärmetechnik nutzen? Um diese Fragen zu beantworten hat die HEA ein umfassenden Online-Dossier entwickelt, das interaktiv Nutzer informiert. In einem „Haus voller Möglichkeiten“ werden die verschiedenen Systemoptionen vom Photovoltaik-Modul, Batteriespeicher bis zur Wärmepumpe interaktiv und übersichtlich erläutert.

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Eine weitere wichtige Aufgabe der HEA ist die Vertiefung der Zusammenarbeit der Marktpartner der Energiewirtschaft mit kommunalen Institutionen. Kommunen sind wichtige Akteure bei der Umsetzung globaler und nationaler Klimaschutzziele. Der Efficiency-First-Ansatz und die vom Verordnungsgeber geforderte Vorbildfunktion der öffentlichen Hand ermöglichen neue gemeinsame Geschäftsmodelle von Energieunternehmen und Kommunen. Auch die geräteherstellende Industrie und das regionale Fachhandwerk können hier über eine Bereitstellung und Implementierung von Effizienztechnologen nachhaltig profitieren. Solche Maßnahmen beeinflussen positiv die Wirtschaftsstruktur einzelner Regionen, Städte und Gemeinden und würden gleichzeitig ihrer Vorbildfunktion gerecht werden. Die HEA wird sich diesem Thema auch 2020 weiter intensiv widmen.

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Die HEA-Projekte und die Aktivitäten von HAUSGERÄTE+, ELEKTRO+ und WÄRME+ unterstützen Unternehmen aus Energiewirtschaft, Industrie, Handel sowie die Fachhandwerke aktiv bei der Marktbearbeitung. Das Marktumfeld für effiziente Energiedienstleistungen und die hochwertige Kundenansprache sollen durch vielfältige Aktivitäten, Projekte und Kooperationen gefördert werden. Wir glauben, dass uns dies im Jahr 2019 sehr gut gelungen ist. Im Namen des Vorstandes und der Geschäftsführung der HEA danken wir allen, die dazu beigetragen haben, unsere Projekte erfolgreich im Sinne der Marktpartner und zum Wohl unserer Mitgliedsunternehmen zu gestalten.


RAHMENBEDINGUNGEN FÜR ENERGIEEFFIZIENZ, ENERGIEBERATUNG UND ENERGIEDIENSTLEISTUNGEN Mit der Bildung des Klimakabinetts im April 2019 setzte die Bundesregierung den Klimaschutz als zentrales Thema auf ihre Agenda. Die Beschlüsse des Klimakabinetts fordern erstmals gesetzlich verbindliche Klimaziele für die Sektoren Verkehr, Energie, Industrie, Gebäude, Landwirtschaft sowie Abfallwirtschaft. Im Laufe des Jahres 2019 wurden zahlreiche Maßnahmen verabschiedet, u. a. das Klimaschutzgesetz. Darin legte die Bundesregierung u. a. ein nationales Klimaziel fest. Für den Gebäudesektor schreibt das Klimaschutzgesetz eine Senkung des CO2-Ausstoßes von 118 Mio. t CO2-Äquivalent im Jahr 2020 auf 70 Mio. t im Jahr 2030 vor.

scheidungen zur Stärkung der Energieeffizienz zu treffen. Beispielhaft sei hier die Weiterentwicklung der Energieeffizienznetzwerke genannt, in denen Unternehmen ihre erfolgreichen Ansätze und Strategien zur Steigerung der Energieeffi­ zienz untereinander austauschen.

Davon abgeleitet hat die Bundesregierung weitere Ziele und Maßnahmen für die kommende Dekade entwickelt und unter anderem in der Energieeffizienz-Strategie 2050 (EffSTRA 2050) zusammengefasst. In der EffSTRA sind sektorspezifische Maßnahmen aufgeführt, mit der die Effizienz-Ziele für 2030 und 2050 erreicht werden sollen. So werden Wirtschaft sowie Verbraucherinnen und Verbraucher dabei unterstützt, notwendige und sinnvolle Investitionsent-

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ein erster Entwurf bereits 2017 vorlag, ist 2019 erneut aufgegriffen worden. Eine Verabschiedung des Gesetzes wird für das 2. Quartal 2020 erwartet. Dabei hat die Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag von 2017 weiter Bestand, nach der es nicht zu einer Verschärfung der energetischen Anforderungen kommen soll. Allerdings sollen die Anforderungen spätestens 2023 überprüft und ggf. nachgebessert werden.

Insgesamt sind in der EffSTRA 17 Einzelmaßnahmen für den Gebäudesektor aufgeführt, unter anderem die lange geforderte steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Auch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) als Zusammenführung von EnEV und EEWärmeG, von dem

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Langfristig können sich EVU, Industrie und Handwerk für die nächsten Jahre neue Absatzmärkte im Bereich der Gebäude- und Heizungssanierung erschließen, nicht zuletzt, weil die Bundesregierung Anfang 2020 ein Aufstocken der Förderung der energetischen Gebäudesanierung umgesetzt und eine Weiterentwicklung der Energieberatung angekündigt hat.


PROJEKTARBEIT DER HEA-FACHAUSSCHÜSSE Im Berichtsjahr 2019 setzten die drei HEA-Fachausschüsse

thoden, Aussagekraft des Energieverbrauchs und Einstufung in die verschiedenen Klassen.

• Energieeffiziente Haushaltsgeräte • Elektro- und informationstechnische Gebäudeinfrastruktur • Gebäude-Energieversorgung

HEA-Fachwissen Wäschetrockner aktualisiert Das HEA-Fachwissen Wäschetrockner wurde 2019 komplett überarbeitet und ist in der Rubrik „Fachwissen“ auf www.hea.de für alle Interessenten

eine Reihe wichtiger Projekte um, die im Folgenden vorgestellt werden. Die Zusammensetzung der Fachgremien mit Experten aus Energie- und Industrieunternehmen sowie den Fachhandwerken führt dazu, dass ein hohes Maß an Sachverstand, Erfahrung und Kompetenz in die Facharbeit der HEA einfließt.

Effiziente Haushaltsgeräte und Initiative HAUSGERÄTE+ Neues Online-Angebot zum Energielabel Das neue Online-Angebot zum Energielabel verschafft Energieberatern ebenso wie Verbrauchern einen Überblick im „Label-Dschungel“. Es werden hier alle marktrelevanten Label kurz und verständlich erklärt, vom Kühlschrank über die Waschmaschine bis hin zu Heizung, Lüftung und Warmwasserbereiter. Die bestmögliche Energieeffizienzklasse wird genauso hervorgehoben wie Verkaufseinschränkungen durch Ökodesign-Verordnungen. Das Kapitel „Gut zu wissen“ informiert zum Einstieg produktübergreifend über Testme7


frei zugänglich. EVU-Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing, Energiegemeinschaften, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit genauso wie der Elektrofachhandel, Auszubildende, Schüler und Studenten finden hier umfangreiche Informationen über den Aufbau, die Funktion und die Ausstattung von Wäschetrocknern. Weiter enthält das Fachwissen wichtige Marktdaten sowie Hinweise für die Anwendung mit Erläuterungen zu den verschiedenen Textilien. Das Energielabel wird ausführlich erklärt und Energie-Spartipps runden die umfassende Publikation ab. Damit bietet das HEA-Fachwissen aktuell acht Fachinformationen zu Haushaltsgroßgeräten sowie zur Küchenplanung an, die kostenlos online genutzt werden können. Das Angebot wird weiter ausgebaut. Stromspiegel für Deutschland 2019 Eine Einschätzung des eigenen Stromverbrauchs interessiert Kunden besonders dann, wenn die jährliche Stromrechnung zugestellt wird. Mit der Stromrechnung und dem „Stromspiegel für Deutschland 2019“ können Privathaushalte den eigenen Verbrauch bewerten und in sieben Klassen von „gering“ bis „sehr hoch“ einordnen. Der Stromspiegel unterscheidet beim Stromverbrauch nach Haushaltsgröße, Art der Warmwasserbereitung, Gebäudetyp und ist eine gute Orientierungshilfe bei der Bewertung des eigenen Verbrauchs. Grundlage hierfür sind mittlerweile 226.000 Verbrauchsdaten und Studien der Projektpartner. 8

Überarbeitet wurde auch der praktische HEA-Onlinerechner, der auf dem Stromspiegel basiert und die Auswertung erheblich erleichtert. Nach wenigen Klicks können Privathaushalte ihren Verbrauch einordnen. Zeigt die Ampel „Grün“ kann der Kunde zufrieden sein, steht sie auf „Gelb“ oder sogar „Rot“ sollte er seine Geräteausstattung prüfen und sein Verbrauchsverhalten hinterfragen. Der Stromspiegel wird seit 2014 von einem breiten gesellschaftlichen Bündnis getragen. Projektpartner sind neben der HEA der Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e. V. (eaD), der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., die co2online gemeinnützige GmbH, die Deutsche Energie-Agentur (dena), der Deutsche Mieterbund (DMB), die EnergieAgentur. NRW, das ISOE – Institut für sozialökologische Forschung, das Öko-Institut e.V., der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und die Energieberatung der Verbraucherzentrale. HEA-Broschüre „Stromverbrauch messen“ Zu wissen, wie viel Strom der eigene Haushalt verbraucht, ist ein wichtiger Schritt zum Stromsparen. Auskunft darüber gibt der Blick auf die jüngste Stromrechnung. Eine Übersicht mit Vergleichswerten finden Verbraucherinnen und Verbraucher in der überarbeiteten Broschüre „Stromverbrauch messen“. Ist der Stromverbrauch höher als in vergleichbaren Haushalten, wird es höchste Zeit, sich


mit der Geräteausstattung und deren Benutzung zu befassen. Es lohnt sich genauer hinzuschauen: Welche Geräte tragen wesentlich zum Stromverbrauch bei? Welche sind häufig in Benutzung oder gar im Dauerbetrieb, wie zum Beispiel der Kühlschrank?

Initiative HAUSGERÄTE+ Die Initiative HAUSGERÄTE+ informiert umfassend über Energieeffizienz im Haushalt und motiviert Verbraucher zum Austausch technisch veralteter Haushaltsgeräte durch energieeffiziente und komfortable Neugeräte. Betreut wird

Auch der Stand-by-Betrieb kann sich übers Jahr bei den Stromkosten negativ bemerkbar machen. Die aktualisierte Broschüre „Stromverbrauch messen“ unterstützt bei der Überprüfung der Geräte und erklärt die Funktionsweise sowie das Ablesen eines Messgerätes.

die Initiative von der HEA-Fachgemeinschaft und getragen von Unternehmen der Energiewirtschaft und der Hausgeräteindustrie. Auf der Webseite bietet die Initiative Informationen zur bedarfsgerechten Ausstattung und zur effizienten Nutzung von Kühlschrank und Co. www.hausgeraete-plus.de 9


Elektro- und informationstechnische Gebäudeinfrastruktur und Initiative ELEKTRO+ Der Smart Readiness Indicator Mit der Novellierung der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) im Jahr 2018 erschien mit dem Smart Readiness Indicator (SRI) ein neuer Begriff in der Richtlinie. Der Begriff steht für die Ermittlung und Bewertung der „Zukunftsfähig-

keit“ von Gebäuden. Konkret bewertet der Smart Readiness Indicator die Fähigkeit eines Gebäudes mit Bewohner und Netz zu interagieren sowie seinen Betrieb eigenständig und energieeffizient zu gestalten. Mit dem Ziel, eine pragmatische und 10

bezahlbare Lösung zur Ermittlung der „Intelligenzfähigkeit“ von Wohngebäuden zu ermitteln, hat die HEA-Fachgemeinschaft die mögliche Ausgestaltung eines SRI untersucht und dazu 2019 eine Grundlagenstudie veröffentlicht. Gemeinsam mit der EBZ-Businessschool und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie wurden in der Studie aktuelle Anwendungstrends der Gebäudeautomation zusammengetragen und den zukünftigen Anforderungen gegenübergestellt. Anschließend wurde eine Kalkulationsmethodik entwickelt, die u. a. der EU-Arbeitsgruppe zur Verfügung gestellt wurde. Die HEA ist seit 2019 Mitglied der internationalen besetzten EU-Arbeitsgruppe, welche mit der Umsetzung einer Kalkulationsmethodik zur Erfassung der „Intelligenzfähigkeit“ von Gebäuden betraut ist. Das HEA-Gutachten zum Smart Readiness Indicator wurde im ersten Quartal 2019 veröffentlicht. Der Abschlussbericht der EU-Arbeitsgruppe wird im Sommer 2020 erwartet. Digitalisierung der Energiewende – Kundeninformation zu modernen Messeinrichtungen Aufbauend auf der HEA-Kundeninformation zu intelligenten Messsystemen wurde im ersten Quartal 2019 eine Information zu modernen Messeinrichtungen veröffentlicht. Das Faltblatt im DIN Lang-Format informiert über die Gerä-


tetechnik, die Kundenschnittstelle, Einbaupflicht sowie die Ansprechpartner. Darüber hinaus wird dem Kunden der gesamte Austauschprozess vom ersten Anschreiben bis zum Betrieb der Messeinrichtung erläutert. Auch Aspekte wie Datensicherheit und die verschiedenen Marktrollen werden ausführlich beschrieben. Die hohe Nachfrage seitens der BDEW-Mitgliedsunternehmen zeigte den dringenden Handlungsbedarf auf. Wissenswertes zu steckerfertigen PV-Systemen Mini-Photovoltaikanlage, Balkonkraftwerk, Guerilla-PV oder auch steckerfertige PV-Systeme – es gibt zahlreiche Begriffe für die kleinen Solarmodule, die sich auf dem Balkon, dem Carport, auf der

Gartenhütte oder an der Fassade befestigen lassen und direkt per Stecker in einen Stromkreis im Haus eingebunden werden. Einen ersten Überblick über die wichtigsten Aspekte zu den steckerfertigen PV-Systemen lieferte die Initiative ELEKTRO+ mit einem neuen Infoflyer, der unter www.elektro-plus. com zum kostenlosen Download bereit steht. Steckerfertige PV-Anlagen werden nicht nur in der Presse kontrovers diskutiert. Obgleich an vielen Stellen das einfache „Einstecken und Strom erzeugen“ beworben wird, muss der Anwender einiges beachten, um den sicheren Betrieb der „Balkonmodule“ zu gewährleisten. Das Ratgeberblatt informiert über die genormte Einspeise-Steckvorrichtung und weist auf den erforderlichen Anmeldeprozess beim Netzbetreiber sowie relevante Sicherheitsaspekte hin. Darüber hinaus wird erklärt ob und wann ein Austausch des Zählers für den Betrieb der Anlage erforderlich ist. ELEKTRO+ kompakt: Elektrische Schutzgeräte Viele Elektroanlagen in deutschen Wohngebäuden sind 30 Jahre und länger im Einsatz. Diese Anlagen sind in der Regel funktionstüchtig und scheinbar sicher. Die Elektroinstallation unterliegt aber einem natürlichen Verschleiß, z. B. durch die Alterung von Kabeln und Leitungen oder durch Beschädigungen an Schaltern und Steckdosen aufgrund häufiger Nutzung. Dazu kommt, dass mit der Zeit nicht fachgerechte Reparaturen oder Nachinstallationen 11


vorgenommen werden. Überprüfungen der Elektroinstallation sind somit in bestimmten Zeitabständen unbedingt zu empfehlen. Gefragt sind außerdem abgestimmte Schutzkonzepte nach aktuellem Stand der Technik, die einen vorgeschriebenen Basisschutz sicherstellen und bei Bedarf erweitert werden können. Die neue Fachinformation beschreibt die wichtigsten Schutzgeräte der Elektro­ installation und steht zum kostenlosen Download unter www.elektro-plus.com zur Verfügung.

Neuer Online-Ausstattungscheck der Initiative ELEKTRO+ Sind in einer Wohnung ausreichend Steckdosen und Anschlüsse vorhanden, um bequem und sicher alle elektrischen Geräte anschließen zu können? Der neue Ausstattungscheck der Initiative ELEKTRO+ gibt auf diese Fragen eine Antwort. Er ist direkt auf der Homepage der Initiative aufrufbar. Mit dem Ausstattungscheck lässt sich raumweise ermitteln, wie es um den Umfang der Elektro­ installation bestellt ist. Nach der Auswahl des gewünschten Raumes – vom Keller über Wohn-

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und Schlafzimmer bis hin zu Küche und Bad – fragt das Online-Tool verschiedene Informationen ab: die Anzahl der vorhandenen Steckdosen für die allgemeine Nutzung sowie für spezielle Elektrogeräte wie Kühlschrank, Gefriergerät oder Dunstabzugshaube, die Anzahl der vorhandenen Beleuchtungsanschlüsse, der Anschlüsse für

destausstattung, zwei Sterne für eine Standardausstattung und drei für eine Komfortausstattung. Wird ein roter Stern angezeigt, liegt die Ausstattung unter den Mindestanforderungen. Die Bewertung stützt sich auf die Anforderungen der DIN 18015–2 und der HEA-Richtlinie RAL-RG 678 „Elektrische Anlagen in Wohngebäuden“.

Die Initiative ELEKTRO+ Die Initiative ELEKTRO+ ist ein Zusammenschluss führender Markenhersteller und Verbände der Elektrobranche. Ziel ist es, gemeinsame Aufklärungsarbeit über eine moderne, energieeffiziente und sichere Elektroinstallation zu leisten. Mit ihrem Know-how platziert die Initiative das Thema zentral bei Bauherren und Modernisierern, im Fachhandwerk sowie bei Architekten und Planern. Kommunikationseinrichtungen und Rundfunkund Fernsehempfang. Auch die Funktionalität der Hauskommunikationsanlage mit Klingel, Türöffner und Sprechanlage wird abgefragt.

www.elektro-plus.com

Über den ermittelten Ausstattungswert eines Raumes gibt eine Sternekennzeichnung Auskunft. Ein grüner Stern steht für die erreichte Min-

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Effiziente Gebäude-Energieversorgung und Initiative WÄRME+ Online-Dossier: Optimale Nutzung von selbsterzeugtem Strom Anfang 2019 schloss die Projektgruppe Wärmeerzeugung/Eigenstromnutzung die Arbeiten an dem Online-Dossier ab. Seit Juli 2019 informiert das Online-Angebot auf der HEA-Webseite

Batteriespeicher bis zur Wärmepumpe interaktiv und übersichtlich erläutert. Um die Nutzer des Online-Dossiers gezielt zu informieren, werden in einer Schnellabfrage Angaben u. a. zum energetischen Gebäudestandard, dem Wärmeerzeuger oder der solar nutzbaren Dachfläche erfragt. Als Ergebnis geben individuelle Informationspakete eine Hilfestellung zu möglichen Technikoptionen. Eine Fördermittelübersicht sowie eine Fachbetriebssuche runden das Informationsangebot ab. Studie: Anrechenbarkeit von erneuerbarer Stromerzeugung im zukünftigen Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Eigenheimbesitzer über die technischen Aspekte der Eigenstromnutzung. Umfassend und neutral werden die Nutzer zunächst in das Themengebiet der dezentralen Erzeugung mit erneuerbaren Energien eingeführt. Darauf aufbauend werden in einem „Haus voller Möglichkeiten“ die verschiedenen Systemoptionen vom Photovoltaik-Modul, 14

Im März 2019 legte das ITG Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden Forschung und Anwendung GmbH einen Abschlussbericht vor, der die Auswirkungen unterschiedlicher Vorgaben für die Anrechenbarkeit von selbst erzeugtem Strom untersucht. Ausschlaggebend für den Auftrag durch HEA in Kooperation mit BWP und ZVEH war ein Arbeitsentwurf des zukünftigen Gebäudeenergiegesetzes. Darin enthaltene Regelungen benachteiligten direktelektrische Wärmeerzeuger


und bewerteten den erneuerbar erzeugten Strom nicht realitätsnah. Die Studie empfiehlt u. a. eine Bewertung des Eigenstroms nach DIN V 185999:2018-09, eine stärkere Anreizsetzung für den Einsatz von Stromspeichern sowie die Streichung einer Mindestleistung von PV-Anlagen. Die Ergebnisse wurden den zuständigen Bundesministerien vorgestellt, auf den Ausschluss der Anrechenbarkeit für elektrische Direktheizungen wurde in fortgeschriebenen Gesetzentwürfen verzichtet. IINAS-Gutachten 2019 Seit 2010 untersucht das Internationale Institut für Nachhaltigkeitsanalysen und -strategien (IINAS) aus Darmstadt im Auftrag der HEA anhand von Lebenswegdaten für Energie-, Stoff- und Transportsysteme die Ressourcennutzung und Umwelteffekte der deutschen Stromerzeugung. Im Sommer 2019 lagen die Daten für das Basisjahr 2018 vor. Für 2018 beträgt der nichterneuerbare kumulierte Energieverbrauch (KEV) für die Abgabe aus dem lokalen Stromnetz 1,72. Dargestellt wird hier das Verhältnis, welche Menge an Primärenergie aufzuwenden ist, um eine Kilowattstunde elektrische Endenergie zu produzieren. Seit 2010 gingen damit der KEV um 36 Prozent und die Treibhausgasemissionen um 19 Prozent zurück. Im Fokus der Studie

stand auch ein Ausblick auf die Jahre 2020 bis 2050: Nach 2018 wird sich die Umstrukturierung des deutschen Kraftwerksparks in Richtung höherer Anteile erneuerbarer und geringerer fossil/nuklearer Energien fortsetzen. So ist auch zukünftig von weiter sinkenden nichterneuerbaren KEV-Werten bei der Strombereitstellung auszugehen. Die Kurzstudie ist ein sachkundiger wissenschaftlicher Beitrag für die Bewertung des Primärenergiefaktors für Strom und steht auf der HEA-Webseite als kostenloser Download zur Verfügung.

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Gerätesuche Wohnungslüftung Im August 2019 stellten die HEA, das Europäisches Testzentrum für Wohnungslüftungsgeräte e. V. (TZWL) und die Energieagentur.NRW eine Online-Gerätesuche für Wohnungslüftungsgeräte vor. Diese bietet eine praxisorientierte Unterstützung bei der Projektplanung. Die einfach verständliche Gerätesuche für Planer, Architekten, Fachhandwerker sowie interessierte Bauherren führt gezielt zu der passenden Gerätevariante. Erklärende Grafiken und Hilfetexte unterstützen bei der Beantwortung der zielführenden Fragen. Das Tool wurde außerdem „mobile first“ gestaltet, ist also auf Smartphones und Tablets voll einsatzfähig. Mit optionalen Fragen z. B. nach einem Passivhauszertifikat kann die Suche weiter verfeinert werden.

Neue Broschüre zur Wärmepumpe von WÄRME+ Die effiziente Wärmepumpen-Technologie hat sich bei Neubauten als Standardheizsystem etabliert. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist die Wärmepumpe im Jahr 2018 erneut auf Platz eins bei den genehmigten Wohngebäuden. Wärmepumpen funktionieren ähnlich wie ein Kühlschrank – nur umgekehrt: Sie nutzen zum Großteil die gespeicherte Wärmeenergie aus dem Erdreich,

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dem Grundwasser oder der Luft, „pumpen“ sie auf ein höheres Temperaturniveau und machen die Energie so für die Raumheizung nutzbar. Besonders beliebt ist bei Bauherren die Kombination mit einer Fußbodenheizung. Die überarbeitete Broschüre von WÄRME+ informiert praxisorientiert über die wichtigsten Aspekte der Wärmepumpe und steht kostenlos als Download auf der Webseite der Initiative zur Verfügung.

Die Initiative WÄRME+ Rund drei Viertel der Endenergie in deutschen Haushalten werden für Raumheizung und Trinkwassererwärmung verbraucht. Hier liegen auch die größten Einsparpotenziale. Die Initiative WÄRME+ informiert und berät Bauherren und Sanierer gezielt über intelligente und energieeffiziente Hauswärmetechnik, bietet ihm Lösungsansätze und erleichtert so die schwierige Entscheidungsfindung. Die innovativen Systemlösungen von WÄRME+ stehen für Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit, Wohnkomfort sowie für Wirtschaftlichkeit und Werthaltigkeit. www.waerme-plus.de


FÖRDERUNGEN Förderprogramm A+++ Wäschetrockner-Tausch Wer 2019 seinen alten Wäschetrockner gegen einen besonders energieeffizienten Wärmepumpentrockner der Energieeffizienzklasse A+++ austauschte, konnte sich eine Förderung von bis

zu 100 Euro sichern. Gewährt wurde der Zuschuss von der Gesellschaft für Energiedienstleistungen (GED), der Servicegesellschaft der HEA. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms „STEP up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) und läuft im Jahr 2020 aus. Für Information und Registrierung richtete GED eine eigene Förderwebseite mit geschlossenem Bereich für die datensichere Bearbeitung von Förderanträgen ein. Der Austausch lohnt sich für Endkunden gleich doppelt, denn die beste Energieeffizienzklasse steht für eine Stromeinsparung von bis 65 Prozent im Vergleich zu Altgeräten. A+++ erreichen nur Geräte mit einer Wärmepumpe. Sie sind deshalb so sparsam, weil sie die Trocknungswärme immer wieder für den weiteren Trocknungsprozess nutzen und nicht an die Umgebung abgeben. Da die Prozesstemperatur geringer ist, schonen Wärmepumpentrockner zudem die Wäsche. Für alle Haushalte, die keinen Trockenplatz im Freien haben, sind diese Geräte die sparsamste Trockenmethode. Die höheren Investitionskosten für einen besonders sparsamen Trockner lassen sich dank der Förderung jetzt deutlich reduzieren. www.foerderung-waeschetrockner.de

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Förderaktion für Durchlauferhitzer wurde verlängert Das Förderprogramm für den Austausch alter elektrischer Durchlauferhitzer gegen moderne vollelektronische Geräte wurde im 1. Halbjahr 2019 verlängert. Die GED unterstützte ab 1. November

2019 weitere Haushalte mit einem Pauschalbetrag von 100 Euro bei der Optimierung ihrer dezentralen Warmwasserversorgung. Das Projekt ist ebenfalls Teil des Förderprogramms “STEP up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). Aufgrund der großen Nachfrage wurde das Programm verlängert: Bis maximal Ende 2021 werden weitere 4.000 Geräte bezuschusst. Wer sich die Förderung für den Austausch eines Altgeräts sichern möchte, muss sich vor der Installation des Gerätes auf der Förderwebseite registrieren. Dort finden Interessierte auch einen Überblick über die förderfähigen Geräte sowie eine Handwerkersuche. Mit den effizienten Geräten lassen sich rund 20 Prozent Energie einsparen, ohne dass der Nutzer sein Verhalten ändern muss. www.foerderung-durchlauferhitzer.de

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Neue Förderung unterstützt bei Optimierung der Speicherheizungsanlage Derzeit heizen rund 1,2 Millionen deutsche Haushalte ihre Wohnungen mit Elektro-Speicherheizungen. Nach Angaben der Hersteller arbeiten etwa 50 Prozent dieser Anlagen ungeregelt und

damit ineffizient. Betreiber können ab November 2019 von einer Förderung profitieren, wenn sie ihre alte ineffiziente Anlage aufrüsten. Das ist möglich durch den Einbau einer Aufladesteuerung, ergänzt entweder durch einen Witterungsfühler oder ein Gateway mit Verbindung zu einer Online-Wetterprognose. Die GED unterstützt Wohnungseigentümer und Mieter mit einem Zuschuss von 200 Euro beziehungsweise 300 Euro pro Maßnahme und Wohneinheit. Die Förderung ist ebenfalls Teil des Förderprogramms “STEP up! – Stromeffizienzpotentiale nutzen” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi). www.foerderung-waermespeicher.de

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VERANSTALTUNGEN HEA-Jahrestagung 2019 Smart. Ready? Go! – unter diesem Motto fand am 17. Oktober die HEA-Jahrestagung im Herzen Berlins, im Hotel Park Inn am Alexanderplatz, statt. Die Veranstaltung ist das etablierte Netzwerktreffen der Marktpartner aus Energiewirtschaft, Industrie und Handwerk zu den Themen Energieeffizienz und Energiedienstleistungen. Rund 150 Teilnehmer diskutierten im Rahmen der Tagung u. a. über die Themenschwerpunkte Smart Living, E-Mobilität und BIM (Building Information Modelling).

folgenden Fragen diskutiert: Sind wir schon smart und digital in der Energiebranche? Wo stehen wir aktuell? Wo bewegen wir uns hin? Welche Hemmnisse müssen wir überwinden?

Dr. Karsten Stach, BMU (rechts) und HEA-Geschäftsführer Dr. Jan Witt

HEA-Vorstandsvorsitzende Ute Römer

Digitalisierung verändert Wertschöpfung, vernetzt Produkte und ist Ausgangspunkt für die Entwicklung von neuen Smart Services. Im Rahmen der Veranstaltung wurden gemeinsam mit Experten aus Industrie, Energievertrieb, Service und Beratung, Vertretern aus Forschung und Wissenschaft sowie politischen Entscheidungsträgern die 20

„Wir stehen für Energieeffizienz, diese wird immer wichtiger für die Herausforderungen der Energiewende und für den Klimaschutz“. Mit diesen Worten eröffnete die HEA-Vorstandsvorsitzende Ute Römer die Tagung und hob dabei die Bedeutung der smarten Themen in der Energiebranche hervor, Inhalte die auch immer mehr im Fokus der HEA-Arbeit stehen. Besonderen Schwerpunkt bilden bei der HEA die relevanten Beratungsthemen rund um das energieeffiziente Wohngebäude, wie z. B. effiziente Haushaltsgeräte, innovative Heizungs- und Lüftungstechnik sowie intelligente


Vernetzung der Infrastruktur. Dr. Karsten Stach, Abteilungsleiter im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit ging in seiner Keynote auf die aktuell geplanten Maßnahmen und Beschlüsse zum Klimaschutz in Deutschland ein. Die im Rahmen des Klimapaketes 2030 beschlossenen Maßnahmen seien ein moderater Einstieg, verbunden mit sozialpolitisch und gesellschaftspolitisch ausgewogenen Anforderungen an die Verbraucher. Er betont, dass in den nächsten Jahren über 50 Mrd. Euro für neue Anreiz- und Förderprogramme, u. a. für die Steigerung der Gebäudeeffizienz und neue Mobilitätskonzepte, zur Verfügung stehen. Aus seiner Sicht wurden bisher in Wohngebäuden nicht alle Effizienzpotentiale gehoben. Deshalb sei gerade hier die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik von hoher Bedeutung, besonders dann, wenn es darum geht Verbraucher zu informieren und zu motivieren.

Forum Digital, smart und effizient Bedeuten smarte Gebäude mit neuen, digitalen Technologien auch immer gleich einen Zugewinn an Energieeffizienz? Im Forum „Digital, smart und effizient“ wurde dieser sowie weitere Aspekte und Facetten der Digitalisierung in Wohngebäuden diskutiert. Bei Niedrigenergiehäusern treten häufig sogenannte „Rebound-Effekte“ auf und Einspar-

Gregor Wille, Hager

Dr. Severin Beucker, Borderstep Institut

potenziale können nur teilweise genutzt werden. Ist dies auch der Fall beim Smart Home, sind Nutzer überfordert? Wieviel Nutzerzugriff sollte ein Energiemanagementsystem zulassen, damit es effizient arbeiten kann? Diese Fragestellungen wurden in der Tandemdiskussion „Digitale Energiewende und Smart Living – Wie passt das zusammen?“ mit Dr. Severin Beucker vom Borderstep Institut und Gegor Wille von Hager aufgegriffen. Dr. Beucker 21


informierte über aktuelle Forschungsvorhaben zur Gebäudeautomation und Netzintegration. Deutliche Energieeinsparungen durch Gebäudeautomation in Verbindung mit einem Haus Energie Management Systemen (HEMS) sind möglich, so das Statement von Gregor Wille. Kunden sind hier seiner Meinung aber nach wie vor noch sehr skeptisch. Er hinterfragt in diesem Zusammenhang, wie hoch eine Akzeptanz beim Nutzer wäre, wenn das Energiemanagement im Haus netzgeführt wäre. Der Smart Readiness Indicator (SRI) Im weiteren Verlauf des Forums stellte Professor Dr.-Ing. Viktor Grinewitschus von der EBZ Business School ein gemeinsam mit der HEA entwickeltes Konzept für einen Smart Readiness Indicator (SRI) vor. Der SRI wird in der 2018 novellierten EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) empfohlen. Er soll die smarten Eigenschaften eines Gebäudes charakterisieren und den Grad der „Intelligenz“ bewerten. Auf europäischer Ebene soll im nächsten Jahr ein praktikabler Vorschlag für die Ausgestaltung des SRI vorgelegt werden, erste Ansätze werden derzeit diskutiert. Prof. Dr.-Ing. Grinewitschus erläuterte und verglich die Methodik der SRI-Ansätze im Detail. Die HEA ist Teil der EU-Arbeitsgruppe zur Ausgestaltung der SRI-Kalkulationsmethodik und plant zurzeit gemeinsam mit Prof. Dr.-Ing. Grinewitschus einen Feldtest, um praktische Erkenntnisse in den EU-Prozess einfließen zu lassen. 22

Professor Dr.-Ing. Viktor Grinewitschus, EBZ Business School

Auf dem Prüfstand E-Mobilität, Ladeinfra­ struktur und Lastmanagement Experten hinterfragten in der Podiumsdiskussion den schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität. Sebastian Bachmann, Geschäftsführer der chargeIT mobility, lieferte in seinem Pitch Praxisbeispiele für intelligentes Lademanagement. Es wies darauf hin, dass einheitliche Standards, Kosten für Zertifizierungen sowie eichrechtliche Anpassungen die Entwicklung und den Ausbau von Lademanagement hemmen. Wie es an vorderster Front im Lademanagement aussieht,


v.l.n.r. Sebastian Bachmann, chargeIT mobility; Dr. Hendrik Adolphi, Netze BW; Martin Böhm, ZVEH

darüber berichtete Martin Böhm. Er ist in dritter Generation Geschäftsführer eines Elektroinstallationsbetriebes sowie Mitglied im Vorstandsrat des ZVEH und betreibt die Errichtung von Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge als Kerngeschäft. Anhand von Praxisbeispielen belegte er, dass durch ein intelligentes Lademanagement und eine Analyse des Fahr- und Ladeverhaltens nicht immer ein groß dimensionierter Netzanschluss erforderlich ist. Last but not least berichtete Dr. Hendrik Adolphi über Reallabore zum Ladeverhalten in Siedlungsgebieten und die Verwendung der daraus erhobenen Daten. Dr. Adolphi ist Leiter des technischen Anlagenmanagements Strom/Gas bei der Netze BW und zeichnet für die Netzintegration der Elektromobilität mitverantwortlich. Obgleich nicht immer eine Netzerweiterung für das Laden von Elektrofahrzeugen erforderlich sei, beobachtet Dr. Adolphi im öffentlichen Raum eine Trendwen-

de hin zum DC-Laden sowie hohe Ladeleistungen in Mehrfamilienhäusern und im Geschosswohnungsbau. Alle Teilnehmer sind sich darüber einig, dass die Politik in den Bereichen Eichrecht und Datenstandards beschleunigend wirken muss. Eine weitere Schwachstelle sind Eigentümergemeinschaften von Mehrfamilienhäusern, die sich selten einig sind, wenn es um die Errichtung einer Ladeinfrastruktur geht. Energiedienstleistungen zwischen Markt und Politik Im zweiten Forum des Tages wurde die Frage der Energiedienstleistungen im Kontext mit neuen politischen Strategien thematisiert. Stefan Besser, Referatsleiter im BMWi, gab einen Ausblick auf die Effizienzstrategie 2050 und die Entwicklung des Nationalen Aktionsplans Energie23


v.l.n.r. Winfried Schöffel, ENVISYS; Stefan Besser, BMWi; Jan Kottmann, BfEE

effizienz (NAPE 2.0) des BMWi. Maßnahmen sind u. a. die Verbesserung bestehender Förderangebote sowie die Einführung und Weiterentwicklung einer CO2-Bepreisung. Er kündigte zudem für 2020 einen breit angelegten Dialogprozess zur Roadmap Energieeffizienz an. Jan Kottmann, Leiter der Bundesstelle für Energieeffizienz (BfEE), stellte anschließend ausgewählte Ergebnisse der jährlichen Marktbeobachtung der Bundesstelle vor. Generell stünden alle Signale im Markt für Energieberatung sowohl auf Anbieter- als auch auf Nachfrageseite „auf grün“. Die Zahl der Förderanträge sei, nachdem sie 2017 und 2018 eher stagnierte, in diesem Jahr deutlich gestiegen. Ein Grund dafür könnte seiner Einschätzung nach die Erweiterung des Kreises der potenziellen Berater um Fachhandwerker und EVU-Beratungskräfte sein. 24

Im Anschluss diskutierten Jan Kottmann und Winfried Schöffel, Geschäftsführer von ENVISYS, über die beobachteten und erwarteten Entwicklungen der Energieberatung als zentralen Impulsgeber für die Dienstleistungs- und Effizienzmärkte. Es wurde deutlich, dass eine qualifizierte Energieberatung Voraussetzung sein kann für wirksame Sanierungsmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in einem Gebäude. Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit für die Beratung und auch eine bessere Verzahnung mit Förderrichtlinien und Ordnungsrecht wären hier hilfreich. Auch die Ausbildung der Energieberater sollte weiter standardisiert werden, bis hin zu einem einheitlichen Berufsbild für Energieberater. Mit der Einführung einer verpflichtenden Energieberatung im Gebäudeenergiegesetz oder einer Weiterbildungsverpflichtung für Auditoren im Energiedienstleistungsgesetz sind hier bereits Ansätze erkennbar.


Positiv sehen beide die Implementierung des individuellen Sanierungsfahrplans als Begleitdokument für umfassende Gebäudesanierungen. Forum „Neue Wege für die TGA in Neubau und Bestand“ Eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor um zwei Drittel bis 2030 im Vergleich gegenüber 1990 – dieses Klimaziel wurde in den letzten Wochen intensiv diskutiert. Eine Mehrheit der Gebäude ist jedoch älter als 40 Jahre, der Großteil der Wohngebäude sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Grund genug, im ersten Teil des Forums „Neue Wege für die technische Gebäudeausrüstung in Neubau und Bestand“ den Gebäudebestand genauer unter die Lupe zu nehmen. Praxistipps für eine vorausschauende Gebäudesanierung Im erste Teil des Forums ging es um die smarte, vorausschauende Sanierung für einen effizienteren Gebäudebestand. Neben ihrer Professur an der Hochschule Magdeburg/Stendal führt Professorin Dr.-Ing. Kati Jagnow ein eigenes Büro für Planungsleistungen mit dem Schwerpunkt TGA und öffnete für die Teilnehmer der Tagung ihr „Monitoring-Tagebuch“. Welche Sanierungsmaßnahmen sind „robust“, können also durchgeführt werden ohne künftige Energiekonzepte zu gefährden? Die Referentin stellte Projektbeispiele vor, die dieser Prämisse gerecht werden. Mit Praxistipps

Professorin Dr.-Ing. Kati Jagnow

wies Prof. Dr.-Ing. Jagnow Energieberater und Fachplaner auch auf die schwierige Einbindung von solarthermischen Anlagen in die Energiesysteme von Mehrfamilienhäusern hin. Abschließend unterstrich die Expertin für Anlagenmonitoring die Bedeutung einer Vor-Ort-Analyse, um den energetischen Ausgangszustand von Gebäuden korrekt erfassen und bewerten zu können, u. a. um fehlerhafte Ausführungen zu vermeiden. BIM – Digitales Hype-Thema oder Chance? „Der digitale Gebäudezwilling: Wie können Sie BIM für Ihr Geschäftsmodell nutzen?“ – diese Frage sollte durch ein breit aufgestelltes Praxispodium beantwortet werden. Professor Dr.-Ing. Raimar Joseph Scherer, Inhaber des Lehrstuhls 25


v.l.n.r. Professor Dr.-Ing. Raimar Joseph Scherer, Monika Mika, andramis, Manfred Lindert, ABB Striebel & John

für Bauinformatik an der TU Dresden, stellte in einem Kurzvortrag zunächst die Grundlagen einer BIM-basierten Planung vor. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden dann in einer Podiumsrunde

Thorsten Janßen, Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik 26

auf den Prüfstand gestellt: Monika Mika, Architektin und geschäftsführende Gesellschafterin von andramis, verwies unter anderem auf die notwendigen Ressourcen für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen. Thorsten Janßen, Direktor des Bundestechnologiezentrums für Elektro- und Informationstechnik, fasste die Fortbildungsanstrengungen des Elektrohandwerks in dem Satz „Wir müssen wieder planen lernen!“ zusammen. Dass in Oldenburg damit nicht nur die Theorie gemeint ist, bewies Janßen mit dem Praxisbericht einer mit BIM geplanten Großküche, einem gemeinsamen Projekt von Hochschule, Handwerk und Industrie. Manfred Lindert von ABB Striebel & John beschrieb neue Dienstleistungsangebote der Geräteindustrie, die Kunden über eine BIM-basierte Planung angeboten werden können.


Der Experte ging jedoch auch ausführlich auf die Hürden und die in Deutschland noch wenig verbreitete BIM-Anwendung in kleineren Unternehmen ein. Gemeinsam zogen die Diskutanten aber eine positive Bilanz und appellierten an die Teilnehmer, frühzeitig das eigene Geschäftsmodell für BIM vorzubereiten und in den Dialog mit BIM-erfahrenen Marktpartnern zu treten. Exkurs Zukunft Schon lange nicht mehr war „die Jugend“ so präsent in der Öffentlichkeit wie aktuell mit ihren Forderungen für mehr Klimaschutz. Der Schlusspunkt der Veranstaltung und ein „Ausblick Zukunft“ gebührte daher der „Jugend 2019“. Die zum Zeitpunkt der Tagung zwei Tage alte 18. Shell-Jugendstudie ist eine deutschlandweite Befragung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren. Sie will seit 1953 verständlich machen, was die Altersgruppe ausmacht und was sie bewegt. Ingo Leven, Director Innovation & Brand Management bei Kantar Deutschland und einer der Autoren, stellte zentrale Ergebnisse der Studie vor. Dabei zeige sich, dass diese Generation pragmatisch ist, betonte Leven: Kennzeichnend ist eine Grundhaltung, die bei Entweder-Oder-Fragen ein Sowohl-als-auch als Antwort gibt. Tradition und „Neue Werte“ wie Kreativität, Unabhängigkeit, Toleranz, soziales Engagement seien keine Gegensätze mehr, sondern finden sich als Synthese in einer Person.

Erstaunen mag, dass das politische Interesse der Befragten gegenüber der letzten Studie 2015 nicht gestiegen ist. Die Politikverdrossenheit bleibe zwar hoch, aber erfreulicherweise auch die Demokratiezufriedenheit. Persönliche Ängste, wie Sorge um Arbeitsplatzverlust, sind rückläufig, Umweltverschmutzung und Klimawandel als gesellschaftsbezogene Ängste liegen dagegen vorne.

Ingo Leven, Kantar Deutschland

Um sich politisch zu artikulieren muss man nicht politisch interessiert sein: Die Jugend melde sich in ihrer Vielfalt zu Wort, sie bringe ihre Interessen, Ansprüche und Erwartungen zum Ausdruck 27


gegenüber Politik, Gesellschaft und auch (zukünftigen) Arbeitsgebern. Sie erlebe ihr Leben als Fahrt auf Sicht, lange Zeithorizonte fehlen, so Leven. Ihr Appell lautet: „Hört auf uns und achtet auf unsere Zukunft … nicht irgendwann – sondern jetzt!“ In seinem abschließenden Fazit zur Tagung unterstrich HEA-Geschäftsführer Dr. Jan Witt noch einmal die Bedeutung der „smarten“ Themen im Zusammenhang mit Klimaschutz und Energieeffizienz. Notwendig dazu seien starke Partner aus Industrie, Handwerk und Energiewirtschaft – auch ist die junge Generation erfreulicherweise zunehmend daran interessiert, sich zu beteiligen! Die HEA will ihren Beitrag zu Technologiefortschritt

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und Wirtschaftlichkeit, Information und Beratung leisten, effiziente smarte Energieanwendungen stehen daher auch zukünftig im Fokus der HEA-Facharbeit.


9. Forum Wohnungslüftung im Rahmen der BAU München „Der Kunde im Mittelpunkt – neue Strategien für Beratung, Projektierung und Vertrieb“ – unter diesem Motto trafen sich am 16. Januar 2019 Lüftungsexperten aus Industrie, Handwerk, Beratung und Fachplanung zum 9. Forum Wohnungslüftung in München. Als Veranstalter hatte die HEA gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern co2online, VfW und ZVEH zum Branchentreff im Rahmen der Weltleitmesse BAU 2019 eingeladen. Innovative technische Lösungen der dezentralen, zentralen und freien Wohnungslüftung bildeten den Rahmen der Veranstaltung. Einen exklusiven Blick auf den Markt für Lüftungsanlagen erlangten die Teilnehmer durch die Präsentation der Studie „Lüftungsinnovationen: Vom Nischenphänomen zum Mainstream“, zusammengestellt von Florin Vondung, Leiter des Forschungsprojektes und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. Mit Fokus auf Handwerker, Wohnungsunternehmen und Energieberater wurden die Ergebnisse der umfassenden Hemmnisanalyse vorgestellt. Das richtige

Angebot verständlicher und fachlich hervorragender Informationen stand übergreifend im Zentrum des Interesses – ein Hauptauftrag der HEA und ihrer Marktpartner.

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Das intelligente Stromnetz der Zukunft

Energiespeicher Aufnahme überschüssiger Energie und Abgabe bei Bedarf

Volatile Erzeugungsanlagen Wind- und Solaranlagen erzeugen Strom wetter- und tageszeitabhängig

Das Forum informierte zusammenhängend mit ExStromnetze Verbindung aller Energieerzeuger, Energiespeicher und Energieverbraucher ponaten, Ausstellungen und Elektrofahrzeuge Nutzung von überschüssigem Strom und Funktion als Vorträgen über die relevanten temporärer Speicher Energieträger im WärmeKonventionelle Erzeugungsanlagen Großverbraucher Gewerbe/Industrie Fossile Kraftwerke stellen die Grundlast Anpassung des Stromverbrauchs bereit und werden bei einem hohen markt, die im Markt verfügüber zeit-, erzeugungs- und lastvariable Tarife erneuerbaren Anteil zurückgefahren baren Technologien sowie aktuelle politische Rahmenbedingungen und Entwicklungen. Den Schwerpunkt der Sonderschau in Halle 11 bildeten die Themen ISH Technologie- und Smart Home und Home Energy Management Energie-Forum 2019 System (HEMS), dargestellt über das großformatige Exponat „Digital Star“. Auf einer Fläche von Vom 11. bis 15. März 2019 besuchten rund 190.000 Besucher aus 161 Ländern die Fachmes- rund 100 m2 zeigte das Exponat die Potenziale se ISH, um sich über Innovationen und Trends im von vernetzten Produkten im Smart Home. Die Bereich der Hauswärmetechnik zu informieren. HEA informierte im Rahmen der Sonderschau Fünf Tage lang stellten die rund 2.500 Aussteller über elektrische Hauswärmetechnik und das intelauf dem Messegelände in Frankfurt am Main ihre ligente Stromnetz der Zukunft. Produktneuheiten vor.

Steuerbare Erzeugungsanlagen Zum Beispiel flexible Gaskraftwerke erzeugen Strom bei zu wenig Wind und Sonne

© HEA

IT-Infrastruktur für Stromnetzmanagement Erfassung aller Daten und Steuerung von Erzeugung und Verbrauch

Smarte Wohngebäude mit intelligenten Messeinrichtungen Gebäude mit dezentraler Stromerzeugung und lastvariabler Wärmenutzung. Nutzung von Eigenstrom und Einspeisung von Überschüssen.

Technische Lösungen zur Umsetzung der Wärmewende waren auf dem achten Technologie- und Energie-Forum zu sehen, das der Bundesverband 30

der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) in Kooperation mit der Messe Frankfurt und 14 Partnerverbänden, u.a. der HEA, auf über 500 m2 im Rahmen der ISH organisierte.


HAUSGERÄTE+ Seminar: Effizienz im Haushalt – Energie sparen mit modernen Hausgeräten Bereits zum sechsten Mal veranstaltete die Initiative HAUSGERÄTE+ das Seminar „Effizienz im Haushalt – Energiesparen mit modernen Hausgeräten“. Die erneut hohe Teilnehmerzahl macht die Bedeutung von Beratung und Information zur Energieeffizienz im Privatkundengeschäft deutlich. Gerade Hausgeräte erweisen sich dabei als ideales Thema für Kundenservice und Kundenbindung. Die meisten Energieversorger bieten für ihre Privatkunden Energieberatung an über Internet, Kundenzeitschrift, im Kundenzentrum, bei Events oder Messen. Beim Seminar am 22. bis 23. Januar 2019 in Kassel informierten sich Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet über Trends bei der Haushaltsgeräte-Entwicklung und moderner Geräteausstattung, Einsparpotenziale und sinnvolle Gerätenutzung. Organisiert wurde das Seminar von der Initiative HAUSGERÄTE+. Die Geräteindustrie-Mitglieder der Initiative stellten Neuheiten der Marken AEG, Bosch, Liebherr, Miele und Siemens vor, mit besonderem Schwer-

punkt auf Energieeffizienz und den Nutzen für Kunden und Umwelt. Zudem hatten die Hersteller eine ganze Reihe von Geräten mitgebracht, so dass Funktion und Ausstattung anschaulich erklärt

werden konnte. Die Teilnehmer nutzten die Pausen auch dieses Mal wieder rege, um die Bedienung zu testen und sich von den Referenten Funktionsdetails erklären zu lassen.

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Berliner Energietage 2019 HEA-Forum „Supereffizient dank Energielabel und Ökodesign?“ Welche Einsparimpulse das neue Energielabel setzen kann und welche Anreize noch erfolgversprechend sind, zeigte das HEA-Fachforum „Supereffizient dank Energielabel und Ökodesign?“ auf. Das Fachforum fand statt am 22. Mai 2019 im Rahmen der Berliner Energietage. Eine „Erfolgsstory“ sind Energielabel und Ökodesign laut Thomas Hinsch vom Bundeswirtschaftsministerium. Beide Instrumente bedeuten für Wirtschaft und Verbraucher eine Win-Win-Situation, die die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie steigert und gleichzeitig den Energiever32

brauch senkt. Im Energielabel würden hochkomplexe, technische Anforderungen in einfacher, für Konsumenten verständlicher Form kommuniziert. Für dieses Jahr steht die Verabschiedung von sechs Energielabel-Verordnungen nach der neuen Rahmen-Verordnung an: Das betrifft Kühl- und Gefriergeräte, Beleuchtung, Displays und TV-Geräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kühlgeräte. Auffälligste Neuerung: Die Plus-Klassen fallen weg, stattdessen werden alle Gerätegruppen einheitlich in die Energielabelklassen A bis G eingeteilt. Die Anforderungen sollen überwiegend ab Frühjahr 2021 wirksam werden, dann werden auch die ersten Geräte mit dem neuen Label im Handel verfügbar sein. In zwei Studien für das Bundeswirtschaftsministerium untersuchte das Öko-Institut, Freiburg, gemeinsam mit dem ifeu – Institut für Energieund Umweltforschung, Heidelberg, anhand von ausgewählten Produktgruppen, welche nationalen Energieeinsparungen auf Ökodesign und Energielabel entfallen und wie sich die Einsparungen steigern lassen. Das Einsparpotenzial sei generell groß, erläuterte Dr. Corinna Fischer vom Öko-Institut, es liege aber weniger bei Kühl- und Gefriergeräten oder Beleuchtung, da hier die großen Einsparpotenziale bereits umgesetzt sind, sondern bei Heizkesseln, Warmwasserbereitern, Lüftungsanlagen und Motoren. Stromeinsparungen dieser Produktgruppen aufgrund von Ökodesign und


Energielabel-Vorschriften trügen bei zu rund 40 Prozent der Einsparziele laut Energiekonzept der Bundesregierung von 2008 bis 2020. Uta Weiß, vom Studien-Partner ifeu, zeigte auf, wie mit nationalen Labeln weitere Energieeinsparungen möglich sind. Bereits eingeführt ist ein Altanlagen-Energielabel für Heizungen, das sich stark an das europäische Label anlehnt. Noch in Entwicklung ist ein Expertenlabel für Klima- und Lüftungsanlagen im Bestand, erläuterte Weiß. Energieverbrauchsmessungen müssen verbraucherrelevant sein, betonte Dr. Axel Neisser, Wissenschaftlicher Leiter Haus, Energie, Freizeit und Verkehr bei der Stiftung Warentest. Und verdeutlichte diese häufig geäußerte Kritik am Energielabel anhand von Beispielen. So prüfe die Stiftung Warentest beispielsweise bei Waschmaschinen die häufig genutzten Programme, während beim Energielabel der Stromverbrauch nur im Sparprogramm gemessen wird. Klarer Kundennutzen, fairer Wettbewerb und definierte Spielregeln für Hersteller sind für Dr. Christoph Thim, BSH Hausgeräte GmbH, nur einige der Erfolgsfaktoren des Energielabels seit über 20 Jahren. Weitere Verschärfungen sieht Thim kritisch, da die Geräte bereits heute zum Teil an ihre technologischen Grenzen stoßen. Neue Ansätze biete die Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“), die zukünftig auch bei Ökodesign- und Energiela-

bel-Verordnungen stärker im Fokus stehen soll. Pilotprojekt der BSH hierzu ist beispielweise ein Mietmodell für sozial schwache Haushalte. Auch die Vernetzung von Geräten wird weiterentwickelt und biete interessante Ansätze wie z. B. ein „pay per use“-Konzept. In der anschließenden Diskussion waren sich die Referenten einig, dass Energielabel und Ökodesign nach wie vor wichtige Anreize setzen kann für die Erreichung der Energieeinsparziele. Nationale Tools stellen eine sinnvolle Ergänzung dar, um auch den Gerätebestand abzudecken und Impulse für einen Austausch zu geben. Dabei hat es sich durchaus bewährt, wie im Falle des Heizungsaltanlagenlabels, die Bekanntheit des europäischen Labels zu nutzen. Gleichzeitig ist auch auf europäischer Ebene eine praxisgerechte Umsetzung entscheidend um gesetzte Einsparziele zu erreichen und gleichzeitig die Akzeptanz hoch zu halten. Zu den Berliner Energietagen: Die Veranstaltung ist Expertentreffpunkt zum Thema Energieeffizienz in Deutschland und im angrenzenden Ausland. Die Energietage fanden in diesem Jahr zum 20sten Mal statt. An den 58 Einzelveranstaltungen mit über 350 Referent*innen nahmen rund 9.000 Energieexperten aus ganz Europa teil.

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ENERGIEEFFIZIENZ – GEFÄLLT MIR! Leitfaden aktualisiert: „Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke“ Die Kommunalrichtlinie regelt seit Januar 2019 die Förderung für Aufbau und Betrieb von kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken neu. Fördergelder können nun beim Projektträger Jülich beantragt werden. Die 2. Auflage des Leitfadens zum Thema wurde entsprechend aktualisiert und kann auf der HEA-Webseite kostenlos heruntergeladen werden. Ziel eines Energieeffizienz-Netzwerkes für Kommunen ist es, durch einen regelmäßigen und professionell moderierten Erfahrungsaustausch innerhalb einer Netzwerkgruppe Effizienzpotenziale zu erschließen. Und das schneller und mit geringerem Einsatz von Ressourcen im Vergleich zu einer Vorgehensweise, bei der kein Austausch stattfindet. Der Leitfaden Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke erklärt den Aufbau und das Vorgehen bei der Gründung eines Netzwerkes, erläutert mögliche Rollen eines Energieunternehmens im Netzwerk und gibt Hinweise für die Beantragung von Fördergeldern.

Exklusive Vernetzungs- und Informationsmöglichkeit als Service für Mitgliedsunternehmen Die Kommunikationsplattform www.energieeffizienz-gefaellt-mir.de präsentiert sich im neuen Design. Die Business-Community-Plattform wurde speziell für alle Energieeffizienz-Experten aus Mitgliedsunternehmen von BDEW und HEA angelegt. Dort stehen ausgewählte News und Leitfäden für die Nutzer bereit. Zugriff haben ausschließlich angemeldete Mitarbeiter von Mitgliedsunternehmen, dies ermöglicht einen gezielten Austausch zwischen den Teilnehmern.

@energieeffizienzgefaelltmir 34


NEUE HEA-MITGLIEDER

andramis GmbH

mfh systems

Zu andramis: Die Architektin Monika Mika und der Baubiologe Frank Windmöller begleiten seit mehr als 10 Jahren Klein- und Großprojekte und erarbeiten Lösungen für gesunde Wohnkonzepte. Gemeinsam mit einem kompetenten Team aus Fachplanern und Herstellern sind Gebäudelösungen auf dem Effizienzniveau 40+ mit Infrarot­ heizungs-System zum Standard geworden. Im Fokus der Arbeit von andramis stehen individuelle Kundenbedürfnisse und Objektanforderungen im Neubau. Dafür hat sich das Unternehmen ein festes Netzwerk aus Energieberatern, Herstellern, Architekten und Fachplanern aufgebaut.

Die Flächenheizungen von mfh systems eignen sich für eine Verlegung in Boden, Wand und Decke. Durch Wärmeleitbleche aus Aluminium stellen sie eine schnell reagierende und energiesparende Bedarfsheizung dar. Doch nicht nur hochwertige Flächenheizungen liegen im Fokus des Unternehmens, sondern auch eine gute Innenraum-Luftqualität. Mit AirUnit, einer dezentralen Wohnraumlüftung, kann eine regenerative Wärmerückgewinnung von bis zu 90 Prozent erreicht werden, ob im Renovierungsfall oder im Neubau, in Wohn- oder Bürogebäuden.

Die HEA hat mit der andramis GmbH aus Wuppertal ein Projektierungs- und Vertriebsbüro für innovative Gebäude-Energielösungen als Mitglied gewonnen. HEA und andramis wollen mit einer intensiven Zusammenarbeit dazu beitragen, die Marktakzeptanz für effiziente elektrische Wärmeanwendungen in Kombination mit hochwertigen Lüftungsanlagen weiter zu steigern.

Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.andramis.de

Neues HEA-Mitglied ist die mfh systems GmbH aus Belm bei Osnabrück. Das 2013 von Achim Nierbeck gegründete Unternehmen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung moderner und innovativer Flächenheizungs-, Flächenkühlungsund Wohnungslüftungssysteme. Der Geschäftsführung gehören neben Nierbeck noch Andreas Piephans und Daniel Schuschan an.

Weitere Informationen zum Unternehmen unter www.mfh-systems.com

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KOMMUNIKATIONS-, PRESSE- UND PR-ARBEIT HEA-Online-Magazin IMPULSE Das Online-Magazin IMPULSE liefert interessierten Mitgliedsunternehmen, Marktpartnern und Freunden der HEA aktuelle Brancheninformationen. Seit 2017 wird die Mitgliederzeitschrift ausschließlich als Online-Magazin herausgegeben, 2019 wurden insgesamt fünf Ausgaben mit

Beiträgen zu den Themenschwerpunkten Elektro­ installation, Gebäudesystemtechnik, Haushaltsgeräte sowie Heizungs- und Lüftungstechnik veröffentlicht. Mitgliedsunternehmen können außerdem auf Produkte, Dienstleistungen bzw. auf eigene Veranstaltungen, Messebeteiligungen und Events hinweisen.

Webseiten der HEA und der GED Die HEA veröffentlichte ihre Informationen im Jahr 2019 hauptsächlich über folgende Webseiten: www.hea.de www.ganz-einfach-energiesparen.de www.waerme-plus.de www.elektro-plus.com www.hausgeräte-plus.de Außerdem betreute die Servicegesellschaft GED zur Abwicklung von Förderungen die Webseiten: www.foerderung-durchlauferhitzer.de www.foerderung-waermespeicher.de www.foerderung-waeschetrockner.de

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Pressearbeit der HEA und der Initiativen

Die HEA und die Initiativen in den sozialen Medien

Seit vielen Jahren ist die HEA ein kompetenter Ansprechpartner für die Fach- und Publikumspresse. Sie veröffentlicht gemeinsam mit den drei Marktpartnerinitiativen Pressemeldungen zu allen relevanten Themen rund um die energieeffiziente Gebäude- und Haushalttechnik. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 46 Pressemeldungen veröffentlicht.

Die Kommunikation in sozialen Medien ist für die HEA ein wichtiger Baustein im Rahmen ihrer Marketing-Kommunikation. Die HEA ist eigenständig und über die Initiativen in den sozialen Medien Facebook und Twitter aktiv. Im Berichtsjahr 2019 wurden den Zielgruppen der verschiedenen Kanäle eine Vielzahl an Themen und Inhalten geboten.

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ORGANE DER HEA (Stand 31.12.2019)

Ute Römer

Karlheinz Reitze

Adalbert Neumann

VORSTAND

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Ute Römer

Stadtwerke Rostock AG, Rostock Vorsitzende

Karlheinz Reitze

Viessmann PV + E-Systeme GmbH, Allendorf 1. Stellv. Vorsitzender

Adalbert Neumann

Busch-Jaeger Elektro GmbH, Lüdenscheid 2. Stellv. Vorsitzender

Manfred Abrahams

Stadtwerke Düsseldorf AG, Düsseldorf

Matthias Braun

Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH, Neuss

Dr. Philipp Dehn

DEHN SE + Co.KG, Neumarkt

Thomas Deyerberg

Stadtwerke Tübingen GmbH, Tübingen

Lothar Hellmann

Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), Frankfurt am Main

Anke Hüneburg

ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e. V., Frankfurt am Main

Norbert Borgmann

Zentralverband Sanitär Heizung Klima/Gebäude- und Energietechnik Deutschland (ZVSHK), Sankt Augustin

Uwe Laudenklos

ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg

Stefan Löb

AEG Hausgeräte GmbH, Nürnberg

Peter Ruh

Siemens AG, Nürnberg

Dr. h. c. Norbert Schürmann

Lechwerke AG, Augsburg

Achim Südmeier

Rheinenergie AG, Köln

Dr.-Ing. Anke Tuschek

BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. , Berlin

Bernhardt Vogt

Mainova AG, Frankfurt am Main

Friedrich Reinhard Wilke

Stadtwerke Arnstadt GmbH, Arnstadt


Stefan Georg Schulz

Adeline Wagner

Jörg Launer

Bernd Siedelhofer

Hubertus Jakob

FACHAUSSCHUSS ENERGIEEFFIZIENTE GEBÄUDE-ENERGIEVERSORGUNG (Heizung, Lüftung, Klima) Stefan Georg Schulz

EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Stuttgart Vorsitzender

Adeline Wagner

CLAGE GmbH, Lüneburg Stellv. Vorsitzende

FACHAUSSCHUSS ELEKTRO- UND INFORMATIONSTECHNISCHE GEBÄUDEINFRASTRUKTUR Jörg Launer

Sales & Solutions GmbH, Stuttgart Vorsitzender

Bernd Siedelhofer

ABB Stotz-Kontakt GmbH, Heidelberg Stellv. Vorsitzender

FACHAUSSCHUSS ENERGIEEFFIZIENTE HAUSHALTGERÄTE Hubertus Jakob

Miele & Cie. KG, Gütersloh Vorsitzender

GESCHÄFTSFÜHRUNG Dr. Jan Witt

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HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e. V. Reinhardtstraße 32 10117 Berlin www.hea.de


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HEA Jahresbericht 2019 by HEA - Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung e.V. - Issuu