Kein Miteinander

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Wenig Harmonie im Marmordorf LAAS - „Ich bin dankbar, dass mir so viele Bürger und Bürgerinnen ihr Vertrauen geschenkt haben“, freute sich die frisch gebackene Bürgermeisterin Verena Tröger bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats in Laas. Weniger einträchtig lief jedoch die Vorstellung des neuen Gemeindeausschusses ab. Hier hagelte es, insbesondere von der Bürgerliste, scharfe Kritik. Die Liste um Bürgermeisterkandidat Toni Perfler, der als dienstältestes Ratsmitglied die Sitzung leitete, ist mit 6 Sitzen im Gemeinderat vertreten. Im Gegensatz zur vergangenen Verwaltungsperiode wurde die Liste diesmal jedoch nicht für den Ausschuss berücksichtigt. „Es können nicht alle Gemeinderäte für den Ausschuss berücksichtigt werden. Natürlich gibt es Enttäuschungen“, betonte Tröger. Als Gemeindereferenten hatte die Bürgermeisterin Arnold Rieger, Elfi Kirmaier, Franziska Riedl für die Fraktion Eyrs, Julius Schönthaler für die Fraktion AllitzTanas und Johann Thurner für die Fraktion Tschengls vorgeschlagen. Komplimente gab es zwar für die mit 444 Vorzugsstimmen meistgewählte junge Franziska Riedl, doch den Ausschuss generell, ins-

Richtigstellung VINSCHGAU - In der Pressemitteilung „SVP Bezirk Vinschgau hat Wahlziel voll erreicht“ (siehe der Vinschger Nr. 34/2020) hat sich ein Fehler eingeschlichen. Im Zusammenhang mit den Angaben zu den SVP-Wählerstimmen wurde irrtümlich geschrieben, dass diese um ca. 14.000 zugenommen hätten. Richtig hätte es heißen müssen, dass die SVP im Bezirk Vinschgau heuer insgesamt rund 14.000 Wählerstimmen bekommen hat. Im Vergleich zu den Wahlen 2015 entspricht das einem Plus von 6%. Wir bitten die Leserinnen und Leser um Nachsicht. RED

Bürgermeisterin Verena Tröger und Toni Perfler

Erklärte seinen Rücktritt: Raimund Niederfriniger

besondere was den Hauptort Laas betreffe, kritisierte die Bürgerliste scharf. „Die Referenzen der Wähler wurden nicht beachtet. Das ist keine Demokratie. Ich bin sehr enttäuscht. Für mich als Neuling in der Politik ist es eine Premiere mit fadem Beigeschmack“, kritisierte Marian Perfler von der Bürgerliste, die mit 307 Stimmen den Sprung in den Gemeinderat geschafft hatte. Insbesondere die Nominierung von Elfi Kirmaier (194 Stimmen) als Gemeindereferentin stieß bei der Bürgerliste auf Unverständnis. „Ich möchte mich an meiner Arbeit in den nächsten Jahren messen lassen. Mir ist es wichtig, meine Fähigkeiten in die Gemeinde einzubringen und für die Bürger und Bürgerinnen zu arbeiten“, betonte Kirmaier. Wie Bürgermeisterin Tröger erklärte,

habe sie Kompetenzen, Fraktionen und Stände berücksichtigt. Es habe im Vorfeld intensive Diskussionen gegeben. Die SVP, die diesmal in Laas erstmals mit einer Einheitsliste angetreten war, vereint mit den Ortsgruppen Laas, Eyrs, Tschengls, Allitz und Tanas, habe beschlossen, mit einer Zweidrittelmehrheit (12 Sitze) im Gemeinderat den Ausschuss alleine zu bilden. Doch auch einzelne SVP-Mandatare, wie etwa Reinhard Spechtenhauser aus Allitz, kritisierten die Vorgehensweise. „Man hielt es nicht für nötig, sich vom Vorfeld zusammenzusetzen und gemeinsam zu entscheiden. Daher verweigere ich meine Stimme zur Ausschussbildung, werde aber konstruktiv weiter mitarbeiten“, so Spechtenhauser. Seinen Rücktritt hingegen erklärte Raimund Niederfriniger

Elfi Kirmaier will sich an Taten messen lassen.

Enttäuscht: Marian Perfler

aus Tanas, der mit 346 Stimmen am drittmeisten Vorzugsstimmen auf der SVP-Liste erhalten hatte. „Ich habe keinen Groll gegen die Einheitsliste. Es wurde immer gut zusammengearbeitet. Ich bin aber demokratiepolitisch schwer enttäuscht. Mein politischer Weg ist hier zu Ende. Ich werde in anderer Form weiterhin zum Wohle der Gemeinschaft arbeiten, so wie ich es ehrenamtlich schon immer gemacht habe“, betonte Niederfriniger. Schlussendlich wurde der neue Ausschuss mit 11 Ja- und 7-Neinstimmen zwar genehmigt, ein fader Beigeschmack jedoch blieb. Die Bürgerliste kündigte neben einer konstruktiven Zusammenarbeit eine „harte Oppositionsarbeit“ an. MICHAEL ANDRES

Der alte Ausschuss ist auch der neue SCHNALS - Mit 11 Ja- und 2 NeinStimmen hat der neue Gemeinderat von Schnals bei seiner konstituierenden Sitzung am 9. Oktober die Zusammensetzung des neuen Gemeindeausschusses genehmigt. Im Ausschuss sind neben dem wiedergewählten Bürgermeister Karl Josef Rainer alle bisherigen Ausschussmitglieder vertreten: Sonja Santer, Peter Grüner, Oswald Weithaler und Sepp Götsch, der den ersten Teil der Sitzung als ältestes Ratsmitglied leitete. Der Bürgermeister sagte, dass er versucht habe, den Wählerwillen und möglichst alle Gruppierungen zu berücksichtigen. Er habe mit dem bisherigen Referentenstab gut zusammengearbeitet und baue

Im Bild (v.l.): Sepp Götsch, Oswald Weithaler, Karl Josef Rainer (BM), Sonja Santer und Peter Grüner.

auf eine erfolgreiche Fortsetzung dieser Zusammenarbeit. Otto Rainer hatte zu bedenken gegeben, dass der Wählerwille beim Vorschlag nicht berücksichtigt worden sei und die Lobbys im Tal gestärkt worden seien. Obwohl er als Ausschussmitglied nicht berücksichtigt wurde, sagte Otto Rainer seine Mitarbeit zu. Diet-

mar Weithaler hätte sich eine stärkere Vertretung des Tourismus gewünscht, zumal dieser stark unter Druck stehe. Der Bürgermeister sagte, dass sich alle Ratsmitglieder einbringen könnten und sollten. Peter Grüner schlug die Einrichtung von Arbeitsgruppen vor, die sich mit bestimmten Themen befassen sollten. RED DER VINSCHGER 35/20

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