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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Zahlreiche Bauern waren in Latsch vor Ort.

Gewässerschutzplan: Herausforderung für Landwirtschaft Bei einer Informationstagung des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau wurde der Gewässerschutzplan vorgestellt – und scharf kritisiert. LATSCH - Sie war bitter nötig, die Informationstagung zum Thema Wassernutzung und Gewässerschutzplan, die kürzlich für die Obmänner und Arbeitskomitees des Bonifizierungskonsortiums im Vinschgau abgehalten wurde. Über neue Bestimmungen, Schwierigkeiten und Herausforderungen wurde dabei diskutiert. „Es gibt viele neue Bestimmungen. Ganz so einfach wird es dabei nicht werden“, gestand Paul Wellenzohn, der Präsident des Bonifizierungskonsortiums und meinte damit den Gewässerschutzplan. Während die Vereinbarung mit dem Energiedienstleister Alperia als gute Nachricht vermeldet werden konnte, sorgten die Neuigkeiten in Sachen Gewässer für Unstimmigkeiten. Zur Erinnerung: Wie der Vinschger in der Ausgabe vom 08. Jänner berichtet hat, konnten die für die Frostberegnung zur Verfügung stehenden Wassermengen um ein Drittel aufgestockt werden und betragen nun 20.000 Sekundenliter. Den Gewässerschutzplan hingegen hat die Landesregierung Ende des vergangenen Jahres gutgeheißen. „Der Plan soll dabei helfen sensible Bereiche auszumachen und gezielte Schutzmaßnahmen zu setzen,“ heißt es vonseiten der Landesregierung.

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DER VINSCHGER 03/20

Gottfried Niedermair, Geschäftsführer des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau.

„Das Eine ist die Theorie, das Andere die Praxis“

Der Präsident des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau, Paul Wellenzohn (links) und der Landtagsabgeordnete Sepp Noggler.

die Landwirtschaft: Genehmigungen, um etwa einen Bach für die Wasserableitung benutzen zu können, dürften schwieriger zu Der Geschäftsführer des Bonifizierungs- erhalten sein als früher. In Berggebieten und konsortiums Vinschgau stellte den rund 700 im Vinschgau, wo teils starke Trockenheit Seiten langen Gewässerschutzplan als Teil herrscht, dürfte dies zu Problemen führen. des Wassernutzungsplans vor. „Es wurde Der Wasserbedarf der Landwirtschaft jahrelang daran gearbeitet. Jedes Gewässer in Südtirol belaufe sich auf 150 Millionen wurde aufgenommen und geprüft. Mehrere Kubikmeter, dies seien 55 Prozent des GeArbeitsgruppen waren involviert“, betonte samtverbrauchs. Es folge die Industrie mit 22 Niedermair. Jedoch, sei der Plan nicht ideal Prozent, der Trinkwasserverbrauch mache für die Landwirtschaft im Vinschgau. „Das 18 Prozent aus. „Von den insgesamt verfügEine ist die Theorie, das Andere die Praxis“, baren Wasserressourcen, die wir hier haben, so Niedermair. Man habe zu wenig Prakti- braucht die Landwirtschaft jedoch lediglich sches miteinfließen lassen. Das Dilemma für 3 Prozent“, erklärte Niedermair. Demnach