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VINSCHGER GESELLSCHAFT rat weitgehend abgegangen, zumal der in Baumgruppen (Rotten) gepflanzte Jungwald besser geschützt werden kann. Bei ihrer beinharten Handarbeit „gestört“ wurden die 7 Freiwilligen der alpinen Vereine AVS, DAV und ÖAV (Franz Göggel, DAV Sektion Konstanz; Melanie Wittmann, DAV Sektion Regensburg; Margit Rosskopf, ÖAV Sektion Gmünd - Lieser- Maltatal; Sofia Tonner, AVS Algund; Franz Meßner, AVS Brixen; Nikola Joseph, DAV Sektion Hochland/ München und Dagmar Zoth, DAV Sektion Fulda) sowie ihre Mithelfer nur am Vormittag des 29. August, als sich Vertreter des AVS und des Forstinspektorates Schlanders zusammen mit Medienvertretern vor Ort ein Bild der Arbeiten verschafften. Geschlafen und gekocht haben die Freiwilligen übrigens in der „Alten Almhütte“ oberhalb von Tanas. Beinharte Handarbeit Jeden Morgen stiegen sie zu Fuß zu ihrem „Arbeitsplatz“ auf, schwer beladen mit Werkzeug, Jungbäumen und Proviant. Klaus Bliem, der ehrenamtliche AVS-Referatsleiter für Natur und Umwelt lobte den freiwilligen Arbeitseinsatz als konkreten und nachhaltigen Beitrag zur Pflege bzw. Sanierung des Schutzwaldes. Ähnlich äußerten sich auch Mario Burgo und Georg Pircher, der Amtsdirektor des Forstinspektorates Schlanders. Pircher gab u.a. zu bedenken, dass mehr als die Hälfte des Schutzwaldes schlecht strukturiert ist, weil speziell die Lärchenwälder zum Teil veraltet bzw. schwach bestockt sind. Die Schutzwirkung von Zirben und Fichten sei insofern hoch, „weil es sich um immergrüne Baumarten handelt, die im Gegensatz zu den Lärchen ihre Nadeln im Winter nicht verlieren.“

In zwei eingezäunten Rotten pflanzten die Freiwilligen in Zusammenarbeit mit Förstern und Forstarbeitern junge Zirben und Fichten.

Vinschgau liegt dieser Anteil bei rund 75 Prozent. Zur Sicherung des Lebens- und Wirtschaftsraums leistet der Schutzwald im gebirgigen Südtirol einen unverzichtbaren Beitrag. Die Nachfrage nach der schützenden Wirkung des Bergwaldes ist laut dem Südtiroler Forstverein aufgrund zunehmender Siedlungs- und Wirtschaftstätigkeit innerhalb des begrenzten Siedlungsraumes im Steigen begriffen. Einen besonderen Dank sprachen die Vertreter der Forstbehörden und des AVS auch allen Waldbesitzern am Dörferberg aus sowie der Fraktion Tanas. Die auf „Rauschegg“ gepflanzten Zirben und Fichten wurden übrigens von den Landesforstgärten zur

Verfügung gestellt. Das Saatgut stammt aus Stilfs bzw. Langtaufers. Mehrfach unterstrichen hat der Amtsdirektor Georg Pircher, dass die Pflege der Schutzwälder die weitaus günstigste Maßnahme für deren Erhalt ist. Im Vergleich zur Pflege sind Sanierungsarbeiten rund 10 Mal teurer und technische Maßnahmen kosten sogar 100 Mal mehr. Ca. 40.000 Festmeter Schadholz Im Vergleich zu anderen Landesteilen hat das Sturmtief „Vaja“ am 29. Oktober 2018 zwar auch in einzelnen Gebieten im Vinschgau „gewütet“, doch bei weitem nicht in so einem verheerenden Ausmaß wie in anderen Gegenden des Landes. Die Menge des Schadholzes, das durch „Vaja“ im Vinschgau entstand, beziffert das Forstinspektorat mit ca. 40.000 Festmeter. Das entspricht in etwa der Menge eines gesamten Jahreshiebsatzes. Unbestritten ist, dass sich der Klimawandel auch auf die Wälder auswirkt, nicht zuletzt auch infolge der Zunahme extremer Wetterereignisse, zu denen u.a. auch längere Trockenperioden gehören.

Für den Schutzwald sensibilisieren

„Hart, aber schön“

Neben Klaus Bliem und der AVS-Vertreterin Judith Egger (Referat Natur und Umwelt) verwies auch Georg Pircher darauf, dass die landesweit erste Schutzwaldwoche auch als Sensibilisierung für die Bedeutung und die Aufgaben des Schutzwaldes anzusehen ist. Insgesamt ist ca. ein Drittel des Südtiroler Waldes ist Schutzwald. Im

Die freiwilligen Berg- und Naturbegeisterten stimmten darin überein, dass der Arbeitseinsatz im steilen und unwegsamen Gelände zwar nicht leicht sei, aber am Ende überwiege die Zufriedenheit und Genugtuung darüber, etwas Wert- und Sinnvolles für die Natur und Umwelt geleistet zu haben. SEPP

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Beim System des Einzelschutzes ist es schwierig, die Jungbäume vor Wildverbiss und Fegeschäden zu schützen. Die Zirbe im Bild ist zwar ca. 30 Jahre alt, aber immer noch klein.

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DER VINSCHGER 29/19

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