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Südwestdeutsche Philharmonie konstanz

ewig keit


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EDITORIAL

intendant beat fehlmann

Keine Selbstverständlichkeit Nichts ist für die Ewigkeit, alles ist vergänglich. Diese schon fast melancholisch anmutende Eröffnung erscheint etwas pathetisch und dennoch trifft sie vieles, was aus meiner ganz persönlichen Sicht diese neue Ausgabe auszeichnet. So möchte ich mich an dieser Stelle von Ihnen verabschieden. Das fällt mir alles andere als leicht, immerhin durfte ich in den letzten fünf Jahren für ein wunderbares Orchester und ein großartiges Publikum tätig sein. Dabei werden mir viele Begegnungen in Erinnerung bleiben, welche mich mit einer großen Dankbarkeit erfüllen. Doch ganz unabhängig von meiner Person geht es weiter. Einerseits mit der angebrochenen Spielzeit und noch zahlreichen Konzerten und Besonderheiten bis zur Sommerpause. Zwei Veranstaltungen möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben: Zum einen die Weiterführung unserer Reihe mit Symphonien Bruckners. Dieses Jahr mit der sechsten Symphonie unter der Leitung unseres Ersten Gastdirigenten Marcus Bosch. Dann weiter die Veranstaltung Klassik am See, welche dieses Jahr in einem besonderen Gewand daherkommt. So werden wir an diesem Tag und als Eröffnung der Schlussveranstaltung der Feierlichkeiten zum Konziljubiläum ein ganz besonderes Projekt präsentieren. Seite an Seite können Amateure mit den

Profis der Südwestdeutschen Philharmonie die neunte Symphonie von AntonÍn Dvořák erarbeiten und dann am 22. Juli im Stadtgarten zur Aufführung bringen. Dieses Heft bietet aber auch bereits einen Ausblick auf die kommende Spielzeit. Dies ist die letzte, welche ich für Sie planen durfte. Ich bin der Überzeugung, dass wir eine spannende und abwechslungsreiche Saison zusammenstellen konnten. Sie würden mich erfreuen und etwas quälen zugleich, wenn ich im Herbst lesen dürfte, dass 2018 noch einmal mehr Menschen diesem Orchester mit einem Abonnement die Treue halten. So ist es doch wahrlich keine Selbstverständlichkeit, dass mitten in unserer Stadt herausragende Musikerinnen und Musiker ein solch hochkarätiges Ensemble bilden. Zum Schluss bleibt mein Dank an Sie: Sie haben mich wohlwollend aufgenommen und unterstützt. Viele von Ihnen sind meinen Experimenten gefolgt und haben mitgeholfen, dass die Liebe zur Musik und diesem Orchester ständig weiterwachsen konnte. Dies erfüllt mich mit Freude und wird mir in bester Erinnerung bleiben. Da aber alles vergänglich ist, wünsche ich Ihnen nun alles Gute und weiterhin erfüllende musikalische Momente. Ihr Beat Fehlmann

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DIE KONZERTE 6 BRUCKNER VI Selten genug ist’s, dass ein Stück einem Philosophen gewidmet ist  8 GALAKONZERT Fragt man Marlis Petersen, ...  10 TIERKREIS Man blickt ins Dunkel, um Einblicke in die Tiefen des Universums zu bekommen 12 EWIGKEIT Gestern war ein guter Tag  22 GENIAL! IV Hörpartitur und mehr ...  28 BERGE Fritz Langs Film M ist ein filmisches Meisterwerk  34 GERÄUSCH DES WASSERS Der alte Weiher – ein Frosch springt hinein  38 KLASSISCHE MUSIK TRIFFT ARTISTIK Ungewöhnliches Showprogramm in der Hohentwielstadt  40 APÉRO-KONZERT Jean »Django« Reinhardt ist etwas gelungen  42 LA JUIVE Zum Finale des Konziljubiläums  46 MAINAU OPEN AIR Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden 48 KLASSIK AM SEE Mit den Profis musizieren

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Klassik Konstanz

Das Pfingstkonzert

Sonntag 27. Mai 19:00 Uhr

Franz Schubert: Klaviertrio B-Dur für Klavier, Violine und Violoncello op. 99 (D898)

Wolkenstein-Saal Kulturzentrum am Münster Wessenbergstrasse 39 Konstanz

Johannes Brahms: Klavierquartett g-Moll für Klavier, Violine, Viola und Violoncello op. 25

Tickets unter: www.klassikkonstanz.de Touristinfo Konstanz Bahnhof BuchKultur Opitz

Sankt-Steffans-Platz 45 78462 Konstanz Tel.: 07531 24171

Alena Baeva - Violine Dominik Fischer - Viola Eldar Saparayev - Violoncello Dimitri Demiashkin - Klavier


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Samstag, 2. Juni 2018 | 18.15 Uhr Karten: www.saentisbahn.ch, Telefon +41 71 365 65 45

KlassikNight auf dem Säntis

Rosen aus dem Süden Ein Konzert ohne Sorgen und ohne Falten, aber beglückend. Mit Musik von Johann Strauß Sohn, Josef Lanner und Otto Nicolai. Das Kammerensemble der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz entführt Sie unter anderem mit »Steyerische Tänze«, einem »Vergnügungszug« und dem berühmten Walzer »Rosen aus dem Süden« in die Welt des Dreivierteltakts. Auf Bestellung können Sie sich nach dem Konzert von den Köchen der Säntis-Gastronomie verwöhnen lassen.

Kammerensemble der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz René Kubelík Violine & Leitung Rouven Schöll moderation

MUSIPEDIA

Auf goldenen Schwingen Verdi soll das Libretto zu Nabucco zufällig an der Stelle von »Va, pensiero« aufgeschlagen haben. Dabei hat ihn diese Passage derart fasziniert, dass er umgehend mit der Arbeit an der Oper begann. Die entsprechende Stelle im dritten Akt wurde von ihm als Chor ausgearbeitet und erklingt so mit aller Wucht und an prominenter Stelle. Entstanden ist das wohl bekannteste Stück dieses Komponisten. Der Gefangenenchor ist aber weit mehr als eine eingängige Melodie. Bereits im Rahmen der Uraufführung im Jahre 1842 hat man die politische Dimension dieses Liedes sofort erkannt. So wurde dieses Stück zur neuen Nationalhymne und klingendes Symbol des Risorgimentos. Der Wunsch nach Befreiung aus der Unterdrückung und Abhängigkeit wird bereits in der ersten Strophe deutlich erkennbar: Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen, lass dich nieder auf jenen Hängen und Hügeln, wo sanft und mild der wonnige Hauch der Heimaterde duftet. (BF)

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KlassikNight «Rosen aus dem Süden»

Erleben Sie am Samstag, 2. Juni 2018, musikalische Frühlingsgefühle auf dem Säntis: Geniessen Sie einen klassischen Abend in Zusammenarbeit mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Abendpauschale mit Buffet Berg- und Talfahrt, Aperitif, Konzert, Buffet. Erwachsene CHF 95.00 | EUR 80.55 Kinder 13 – 16 Jahre, Halbtax / GA CHF 87.00 | EUR 73.75

Abendpauschale ohne Buffet Berg- und Talfahrt, Aperitif, Konzert. Erwachsene CHF 55.00 | EUR 46.65 Kinder 6 – 16 Jahre, Halbtax / GA CHF 47.00 | EUR 39.85

Höchstgelegener Konzertort im Rahmen des Internationalen Bodenseefestivals 2018. Reservation erforderlich unter: +41 71 365 65 65 Preis- und Kursänderungen vorbehalten. Alle Preise inkl. MwSt.

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SONDERKONZERT

Freitag, 18. Mai 2018 | 19.30 Uhr | Münster Konstanz Konzertdauer: ca. 60 Minuten  |  Karten: 42 ∙ 35 · 27 · 18 Euro Weiteres Konzert: Samstag, 19. Mai 2018  |  18 Uhr  |  Hofgarten Stadthalle Immenstadt i.A. Karten und Informationen: karten100@web.de, Telefon: 08323 9980078

Bruckner VI Anton Bruckner 1824 – 1896

Symphonie Nr. 6 A-Dur WAB 106 Majestoso Adagio. Sehr feierlich Scherzo. Nicht schnell – Trio. Langsam Bewegt, doch nicht zu schnell

Marcus Bosch ist seit 2011 Generalmusikdirektor des

Marcus Bosch erster gastdirigent

Staatstheaters und der Staatsphilharmonie Nürnberg. Seit 2010 leitet er als Künstlerischer Direktor auch die Opernfestspiele Heidenheim und ist Mitgründer und Leiter des Festivalorchesters Cappella Aquileia. Als Gast dirigierte er zahlreiche große Orchester in Europa, Asien und Amerika und gastierte als Operndirigent unter anderem an der Sächsischen Staatsoper, der Komischen Oper Berlin, am Theater Basel, der Göteborgs Operan und am Teatro Filarmonico Verona. Regelmäßiger Gast ist er beim Orquesta Sinfonica de Gran Canaria, bei den Stuttgarter Philharmonikern und an der Hamburgischen Staatsoper. In den letzten Jahren ist eine umfangreiche Diskographie entstanden, unter anderem die international beachteten Gesamtaufnahmen der Symphonien von Johannes Brahms und Anton Bruckner in Aachen, sowie die DVDAuf­­ zeichnung von Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am Staatstheater Nürnberg und aktuell mit der Staats­ philharmonie Nürnberg eine Gesamtaufnahme der Symphonien von Antonín Dvořák bei Coviello Clas­sics. Zum Oktober 2016 wurde Marcus Bosch zum ordentlichen Professor für Dirigieren an die Musikhochschule München berufen. Seit der Spielzeit 2016  |  2017 ist er Erster Gastdirigent der Südwestdeutschen Philharmonie.


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Großes Kino Selten genug ist’s, dass ein – so bedeutendes – Stück Musik einem Philosophen gewidmet ist, noch dazu einem derart unbedeutenden wie Anton Ölzelt-Newin (sowie seiner Gemahlin Amy). Besagter Hinterweltler träumte von einer erdumspannenden Regierung und zerbrach sich wie viele österreichische Philosophen gern den Kopf über das Problem der Willensfreiheit. Dass er Bruckner derart nahestand, dass dieser ihm seine VI. Symphonie widmete, ist aber keinesfalls seinen denkerischen Glanztaten zu verdanken. Er stellte Bruckner vielmehr für längere Zeit eine kostenlose Wohnung zur Verfügung, und zwar in der Heßgasse 7 nahe der Votivkirche, wo Bruckner aus dem 4. Stock eine schöne Aussicht hatte. Eine Widmung also eher aus Dankbarkeit für den Hauswirt denn aus Verehrung für den Denker. Aber Hand aufs Herz – für eine kostenlose Wohnung in guter Lage würde heutzutage so manche(r) noch ganz andere Dinge tun als nur eine Symphonie zu schreiben und mit einer Widmung zu versehen. Die VI. Symphonie entstand zwischen dem 24. September 1879 und Anfang September 1881, und vielleicht sind einige Takte auch vom Bodensee inspiriert, denn am 25. August 1880 fuhr Bruckner von Lindau mit dem Schiff nach Romanshorn und von dort mit der Eisenbahn über Winter­ thur weiter zum Rheinfall. Bruckner konnte sich mit Mitte fünfzig nach manchen eher mageren Jahren eine ausgedehnte Sommerfrische leisten. Bruckner ging es gut, seinem Werk erging es aber eher schlecht. Zu Bruckners Lebzeiten wurden 1883 nur einmal die Mittelsätze gespielt, und als es Gustav Mahler am 26. Februar 1899 erstmals komplett dirigierte, hatte er massive Streichungen und Änderungen vorgenommen. Immerhin hatte Mahler, als junger Mann ein Student Bruckners, 1899 aber bereits international gefeierter Stardirigent, die Bedeutung dieses Werks wie seines Schöpfers frühzeitig erkannt, denn die Neue Zeitschrift für Musik berichtete, er wolle den Werken Bruckners »künftighin sein besonderes Augenmerk schenken, was nach dem durchschlagenden Erfolg der genannten Aufführung zu urtheilen wohl der großen Mehrzahl der Philharmonischen Habitués aus dem Herzen gesprochen sein dürfte.« Erst 1901 wurde die VI. in Stuttgart erstmals in ihrer Originalfassung gespielt, aber sie hat sich im Konzertleben nie so recht durchgesetzt. Das könnte daran liegen, dass sie vielen Zuhörern eher wie ein rasselndes Atemholen

vor dem großen Sprung zu den Monumentalbauten der VII., VIII. und IX. Symphonie erscheint, die Bruckner einen dauerhaften Platz im Komponistenolymp sichern. Aber Obacht, in Bruckners Entwicklung gibt es mehr Evolution als Revolution, und die letzten drei Symphonien sind eng mit ihren direkten Vorgängerinnen verbunden. Man vergegenwärtige sich nur das Adagio der VI., das deutlich in die Zukunft weist. In Bruckners Symphonien kann man ebenso wie in seinen grandiosen Messen alles hören – religiöse Verzückung, elementare Höllenqualen, romantische Natursehnsucht, den Aufschwung in die Unendlichkeit ebenso wie den Bauchplatscher ins Nichts.

Bauchplatscher ins Nichts Die Nationalsozialisten, die Bruckner über alle Maßen schätzten, was er nun wirklich nicht verdient hat, hörten in seinen Symphonien sogar den arischen Weltgeist wabern. Dabei passte der kleine dicke Bruckner mit seiner überdimensionierten Adlernase, die ihn auf dem bekannten Porträt von Hermann Kaulbach so störte, nicht recht in das Bild von der sieghaften und erdverwachsenen blonden Bestie. Der Altfaschist Alfred Heuß formulierte eine der gängigen Nazi-Interpretationen: »Ein Bruckner schreitet ruhigen Sinnes durch das atonale, entgottete Meer und grüßt vom jenseitigen Ufer einer gereinigten gläubigen und kindlich-starken Kunst.« Schlimm wär’s. Bruckners rhythmisch oft prägnante VI. aber ist für mich seine Western-Symphonie, denn nichts passt besser zum ersten Satz als die Vorstellung ländlicher Siedler, die ein hartes, aber idyllisches Leben führen. Ab und zu galoppiert die Kavallerie mit John Wayne an der Spitze in einer Staubwolke vorbei, um irgendwo irgendjemanden in letzter Sekunde zu retten. Die VI. ist einfach großes Kino. Wahrscheinlich hat der Komponist das geahnt, auch wenn das Kino zu seiner Zeit noch nicht erfunden war. Nicht von ungefähr scherzte Bruckner schließlich, seine sechste sei seine keckste. Harald Borges


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SONDERKONZERT

Samstag, 26. Mai 2018 | 19.30 Uhr | Milchwerk Radolfzell Karten: 24 · 21 · 18 Euro  |  Konzertdauer ca. 110 Minuten Weiteres Konzert: Freitag, 25. Mai 2018  |  20 Uhr  |  Stadthalle Tuttlingen Karten und Informationen: www.tuttlinger-hallen.de, Telefon: 07461 910 996

Galakonzert Gaetano Donizetti 1797 – 1848

Ouvertüre zu Don Pasquale Gaetano Donizetti

Oh nube, che lieve … aus Maria Stuarda Giuseppe Verdi 1813 – 1901

Ouvertüre zu Nabucco Jules Massenet 1842 – 1912

Je suis encore tout étourdie aus Manon Lescault Giuseppe Verdi

Ouvertüre zu Macht des Schicksals Giacomo Puccini 1858 – 1924 Quando me´n vo aus La Bohème PAUSE Johann Strauß (Sohn) 1825 – 1899

Ouvertüre zu Zigeunerbaron Robert Stolz 1885 – 1975

Du sollst der Kaiser meiner Seele sein Franz Lehár 1870 – 1945

An der grauen Donau Franz Lehár

Meine Lippen, die küssen so heiss Johann Strauß (Sohn)

Ouvertüre zu Fledermaus Marlis Petersen sopran Markus Huber dirigent

Oper im Inneren Fragt man Marlis Petersen, welches Stück ihr aus dem Programm dieses Galakonzerts besonders am Herzen liegt, dann muss die Opernsängerin ein bisschen ausholen: »Mit jedem Stück aus dem Programm verbindet sich eine Geschichte; jedes Stück ist erlebt. Außer eines: Meine Lippen, die küssen so heiß (Franz Lehár). Das singe ich zum ersten Mal und mache somit meiner Heimat das Geschenk einer petersen’schen Operettenlied-Uraufführung!«. Seit fast 25 Jahren steht die Sopranistin auf internationalen Bühnen und hat sich in dieser Zeit längst einen Namen gemacht. Die Zeitschrift Opernwelt kürte sie mehrfach zur »Sängerin des Jahres«, eine Auszeichnung über die sich die 50-jährige Künstlerin sehr gefreut hat: »Das ist eine sehr schöne Belohnung für die intensive Arbeit, die man sich in der Erarbeitung macht«, sagt Petersen. Sie ist in Tuttlingen aufgewachsen, mit dem Konzert jetzt kehrt sie nun auch gewissermaßen in ihre Heimat zurück. Petersen hat an der Musikhochschule Stuttgart Schulmusik und Gesang bei Sylvia Geszty studiert, später hing sie noch eine Jazz- und Steptanzausbildung an der New York City Dance School in Stuttgart dran. Gesungen hat sie aber schon viel früher, unter anderem im Tuttlinger Kirchenchor. Als sie dort ihr erstes Sopran-Solo in einer Schubert-Messe sang, war für sie klar, dass sie Sängerin werden will: »Die Erfahrung des Singens war so stark, dass ich das Klavier, das ich seit meinem 7. Lebensjahr erlernte, in den Hintergrund drängte«, blickt Petersen zurück. Dass es sie auf die Opernbühnen ziehen sollte, habe sich aber erst im Studium in Stuttgart ergeben: »Meine Gesangslehrerin Sylvia Geszty öffnete mir in nur zwei Wochen die obere Oktave und plötzlich war es mir auch möglich, die Königin der Nacht oder Zerbinetta zu singen.« Beide Partien sang sie dann auch gleich in ihrem ersten festen Engagement ab 1994 an den Städtischen Bühnen Nürnberg. 1998 wechselte sie an die Deutsche Oper am


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Rhein (Düsseldorf/Duisburg), blieb dort fünf Jahre und begann danach vermehrt, frei zu arbeiten. Engagements führten sie unter anderem an die Wiener Staatsoper, die Metropolitan Opera in New York City, die Dresdner Semperoper sowie die Staatsoper Berlin. Besonders in Erinnerung geblieben sind der Sängerin dabei vor allem zwei Produktionen: »Die großen Highlights der vergangenen Jahre waren meine beiden letzten Lulus (Alban Berg). Eine an der Bayerischen Staatsoper, eine an der MET. Lulu ist für mich ohnehin eine der herausragendsten und psychologisch interessantesten Opernfiguren, die es gibt«, erklärt Petersen.

Sängerin des Jahres Die Opernwelt hat für Marlis Petersen immer noch einen ganz besonderen Sog: »Für mich ist das Besondere an der Oper die Vielschichtigkeit und die Größe: Gesang, Schauspiel, Story und Interpretation verquicken sich mit großem Orchester und Chor, Licht, Bühne und Kostüme zu einem Gesamterlebnis. Wenn es dann gelingt, die Figur und die Geschichte glaubhaft und berührend über die Rampe zum Publikum zu bringen, dann ist das ein ganz großartiges Gefühl!« Neben der Oper hat die Sopranistin in den vergangenen Jahren auch zunehmend das Lied für sich entdeckt, das sei wie eine »Oper im Inneren« erklärt Marlis Petersen: »Die Geschichte spielt sich innen ab. Nicht in einer Figur, sondern in mir als Marlis Petersen. Das Genre Lied ist für mich die Keimzelle, die Essenz des Singen. Hier gibt es nur die Stimme und das Klavier.« In diesen Momenten kennt dann auch die erfahrene Sängerin noch so etwas wie Lampenfieber: »Da kann man sich hinter keiner Inszenierung verstecken und steht mit seinem Können und seinen Gefühlen nackt und bloß auf den Bühnenbrettern«, verrät Petersen. Um die Nervosität vor einem Auftritt nicht zu groß werden zu lassen, hat sich Marlis Petersen an einen bestimmten Ablauf im Vorfeld gewöhnt: »Bis heute hat es sich bewährt, am Tag des Auftritts einen ganz gewöhnlichen Alltag zu verbringen. Frische Luft ist wichtig und am Abend in der Garderobe mache ich meistens noch ein paar Übungen, um den Körper in Schwung zu bringen.« Und eines darf dann auf keinen Fall fehlen: »Der warme Tee!«, sagt Marlis Petersen. Michael Lünstroth

Was die Kunstwelt und das Publikum an Marlis Petersen fasziniert, ist ihre lupenreine, kristallklare Stimme, ihre Bühnenpräsenz und die Fähigkeit der vollständigen Identifikation mit ihren Rollen. Sie spielte bereits Klavier und Querflöte, bevor sie sich jenem »Instrument«  zuwandte, mit dem sie heute ihre Zuhörer begeistert. An der Musikhochschule Stuttgart studierte sie Schulmusik und Gesang bei Sylvia Geszty, um dann erst einmal einer anderen Leidenschaft zu frönen: Nach einer Jazz-und Steptanz-Ausbildung an der New York City Dance School in Stuttgart bewies die Künstlerin mit zahlreichen Engagements im Showbusiness ihr Interesse an Grenzüberschreitungen.   Als Konzertsängerin gibt Marlis Petersen Gastspiele rund um den Globus in Zusammenarbeit mit bekannten Orchestern und Dirigenten im klassischen Konzertbereich wie auch mit hochkarätigen Barock-Ensembles. Im Januar 2017 eröffnete sie mit Jörg Widmanns Uraufführung der Arche unter der Leitung von Kent Nagano die Elbphilharmonie in Hamburg.

Markus Huber wurde 1968 in München geboren. Als Solist des Tölzer Knabenchores arbeitete er schon in früher Jugend mit Musikerpersönlichkeiten wie Herbert von Karajan, James Levine, Wolfgang Sawallisch und Nicolaus Harnoncourt. Sein Musikstudium absolvierte er an den Hochschulen in München und Wien. Seine Dirigentenkarriere begann Markus Huber 1996 als Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Detmold. Ein Jahr später wechselte er in gleicher Position sowie als 2. Chordirektor an das Opernhaus Chemnitz und wurde 1999 zusätzlich Chefdirigent des Collegium Instrumentale Chemnitz. Von 2002 bis 2007 war er erster Gastdirigent des Bulgarischen Kammerorchesters, 2003 wurde Markus Huber Chefdirigent des Leipziger Symphonieorchesters. Seit 2008 ist Markus Huber Generalmusikdirektor des Theaters Pforzheim. Markus Huber stand am Pult zahlreicher renommierter Orchester, darunter das Philadelphia und San Francisco Symphony Orchestra, Philharmonie Südwestfalen, das ORF-Symphonieorchester, Saarländischer Rundfunk, Minneapolis, Florida, Tokio, Singapur, Hamburger Symphoniker und die Münchner Symphoniker.


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KAMMERKONZERT

Sonntag, 27. Mai 2018  |  18 Uhr  |  Bodensee-Planetarium Kreuzlingen [CH], Breitenrainstr. 21 Karten: 18 · ermäßigt 14 Euro  |  20 CHF · ermäßigt 16 CHF

Tierkreis

in memoriam Stephen Hawking »Die Grenzbedingung des Universums ist, dass es keine Grenze hat.«

Philip Glass *1937

Reginald Smith Brindle 1917 – 2003 Andromeda m31 für Flöte solo (1966)

Dance

»Die größten menschlichen Errungenschaften sind durch Kommunikation zustande gekommen – Die schlimmsten Fehler, weil nicht miteinander geredet wurde.«

»Ich habe keine Angst vor dem Tod. Ich habe es aber auch nicht eilig.«

Szene 3 aus Akhnaten (1984)

Karlheinz Stockhausen 1928 – 2007

Philip Glass Façades (1981)

Aquarius, Pisces – Cancer, Leo, Virgo – Libra, Capricorn

»Erinnert euch daran, nach oben in die Sterne zu blicken! ... Versucht, dem, was ihr seht, Sinn zu geben und fragt euch, was das Universum existieren lässt. Seid neugierig.«

Tierkreis – Melodien der Sternzeichen (1975) »Stille Menschen haben die lautesten Gedanken.«

Milko Lazar *1965

Pieces for harpsichord (2017) IV. »Ich denke, dass wir erheblich intelligenter werden können als die Figuren von Star Trek – was auch nicht sonderlich schwierig ist.«

Ekkehard Creutzburg flöte, bassflöte Alexander Hanßmann oboe, englischhorn Pawel Katz violine Ilija Andrianov violoncello Tina Speckhofer cembalo

Terry Riley *1935 In C (1964)


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Bauchgluckern Man blickt ins Dunkel, um erhellende Einblicke in die Tiefen des Universums zu erhalten – Planetarien sind faszinierende, eigenartige Räume, voller ausgefeilter Technik und zugleich wie Kunstobjekte wirkend. Ursprünglichkeit trifft hier auf Futuristisches, und ein Hauch von Mystik macht sich breit beim Blick in die Sterne, der uns jahrhundertealte und neue Perspektiven auf Materie und Wissenschaft, Natur, Geschichte und Philosophie eröffnet. Beim Kammerkonzert im Kreuzlinger Planetarium treffen dieses besondere Ambiente und Musik aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kongenial aufeinander. Kosmische und spirituelle Themen standen für Stockhausen ab den 1970er Jahren ganz im Zentrum seines Schaffens. Der Ursprung zur Idee der Komposition Tierkreis war allerdings ganz irdischer, menschlicher Art: das Bauch­ gluckern von Stockhausens kleiner Tochter Julika. Der Komponist, vor dessen Vertonung kein Geräusch sicher war, amüsierte sich über diese »Musik im Bauch«. Jahre später, 1975, schrieb er Musik im Bauch, eine »szenische Musik«, an deren Ende aus dem Bauch eines Vogelmenschen zwölf Spieluhren herausgenommen werden – die Geburt der zwölf Tierkreis-Melodien, die Stockhausen später als selbstständiges Werk (in variabler Besetzung) herausgab. »Beim Erfinden jeder Melodie«, so Stockhausen, »dachte ich an das Wesen von Kindern, Freunden, Bekannten, die im betreffenden Sternzeichen geboren sind, und ich studierte die Menschentypen der Sternzeichen gründlicher. Jede Melodie ist jetzt in allen Maßen und Proportionen im Einklang mit den Charakterzügen ihres Sternzeichens komponiert, und man wird viele Gesetzmäßigkeiten entdecken. … Man kann (bei einer Aufführung) mit einem beliebigen Sternzeichen beginnen.« In diesem Kammerkonzert wird die Aufführung zum Ereignis für Ohr und Auge, denn die entsprechenden Tierkreiszeichen werden zur Musik projiziert. Wer seiner Komposition den Titel Andromeda M31 gibt, der ist nicht nur sternenbegeistert, sondern auch astronomiekundig. »Andromedanebel« wird gemeinhin die Galaxie jenseits der Milchstraße mit der Messier-Katalognummer 31 genannt, nach der der Engländer Reginald Smith Brindle – als Komponist vor allem durch seine zahlreichen Gitarren-Werke bekannt – sein Flötensolo betitelte. Es entstand

1966, in einer Phase, in der Brindle sein Interesse für Wissenschaft und Astronomie verstärkt in sein Komponieren einbezog. Andromeda M31 ist ein etwa sechsminütiger Ritt durch die Galaxie, der dem Flötisten und seinem Instrument ganz außergewöhnliche, ungewohnte sowie poetische Klänge abverlangt. Zwei Werke der bedeutendsten amerikanischen Stil-Schöpfer der Minimal Music runden diesen Abend ab.

Sechsminütiger Ritt durch die Galaxie Mit Einstein on the Beach schuf Philip Glass einen Meilenstein des Musiktheaters wie der Minimal Music. Dass das Physikgenie Albert Einstein Stoff für die Oper bietet, liegt auf der Hand. 1975 kreierte Glass daraus zusammen mit dem Regisseur Robert Wilson seine erste Oper, ein fast fünfstündiges Opus, das assoziativ, ganz ohne stringente Story, um das Thema »Einstein« kreist. Fünf Knee Plays – das Vierte ist in diesem Kammerkonzert zu hören – hat Glass als Zwischenspiele in die Komposition eingefügt. Der Begriff »Kniespiel« ist dabei durchaus orthopädisch zu verstehen, als verbindendes und zusammenhaltendes ­Zwischengelenk des Ganzen. Gut zehn Jahre zuvor hatte Terry Riley in Gegenbewegung zur determinierten Musik der Avantgarde der 1950er-Jahre mit In C das erste als Minimal Music geltende Stück geschaffen. 53 auf der C-Dur-Tonleiter beruhende kurze motivische Figuren gibt Riley vor, die beliebig oft wiederholt werden können, dabei entscheidet jeder Musiker (die Besetzung und die Anzahl der Spieler sind nicht festgelegt) selbst, wann er zur nächsten Figur übergeht. Lediglich eine durchgehend gespielte Achtelnote C dient als kontinuierlicher Impulsgeber. Was bei bzw. aus In C entsteht, ist offen. Jeder Musiker kann seinen eigenen kleinen musikalischen Kosmos schaffen – die Zusammenfügung der Stimmen führt bei jeder Aufführung in neue und andere Klangdimensionen. Andrea Hechtenberg


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PHILHARMONISCHES KONZERT

Mittwoch, 6. Juni 2018 | 19.30 Uhr | Konzil Konstanz | Abo A Freitag, 8. Juni 2018 | 19.30 Uhr | Konzil Konstanz | Abo C Sonntag, 10. Juni 2018 | 18 Uhr | Konzil Konstanz | Abo D Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn. Karten: 48 ∙ 38 · 28 · 18 Euro  |  Inklusive kostenlose -Benutzung zu den Konzerten im Konzil Mittwoch, 6. Juni 2018  |  9.30 Uhr  |  Öffentliche Generalprobe im Konzil Karten zu 5 Euro erhalten Sie ab 8.45 Uhr an der Tageskasse.

Ewigkeit Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 – 1847

Hebriden-Ouvertüre h-Moll op. 26 Jean Sibelius 1865 – 1957

Violinkonzert d-Moll op. 47 Allegro moderato Adagio di molto Allegro ma non tanto PAUSE Carl Nielsen 1865 – 1931

Symphonie Nr. 4 op. 29 »Das Unauslöschliche« Allegro Poco allegretto Poco adagio quasi andante Allegro

Isabelle van Keulen violine Marcus Bosch erster gastdirigent

Zischende Meere »Gestern war ein guter Tag, d. h. ich wurde nur dreimal nass«, schrieb Felix Mendelssohn am 25. August 1829 an seine Eltern nach Berlin. Nach acht Wochen Aufenthalt in London, wo er zahlreiche Konzerte als Pianist gegeben hatte, war Mendelssohn am 22. Juli 1829 zusammen mit seinem deutschen Freund Carl Klingemann nach Edinburgh gereist, um Schottland so zu erleben wie in den Romanen von Sir Walter Scott. Doch rasch merkten sie, dass Schottland anders war: vor allem feucht. Gleichwohl hatte es Mendelssohn die Landschaft angetan. »Es sieht alles so ernsthaft und kräftig hier aus, und liegt alles halb im Duft oder Rauch oder Nebel; dazu ist gar morgen ein Wettstreit der Hochländer auf der Bagpipe«, schrieb er am 28. Juli aus Edinburgh. Von dort fuhren Mendelssohn und Klingemann mit dem Dampfer flussaufwärts bis nach Stirling, zur alten Festung von Maria Stuart, und dass sie danach weiterreisten in Richtung der Hebriden-Inseln, lag an den Büchern James McPhersons. Der hatte um das Jahr 1760 angeblich Fabeln eines altirischen Barden namens Ossian aus keltischer Zeit übersetzt, Abenteuergeschichten, die sogar die Dichter des Sturm und Drang inspirierten. Aber: MacPhersons Dichtungen entsprangen allein seiner Fantasie. Einen Dichter namens Ossian hatte es nie gegeben. Von der wilden Landschaft der Hebriden waren die beiden jungen Männer tief beeindruckt: »Wir wurden in Booten ausgesetzt und kletterten am zischenden Meere auf den Pfeilerstümpfen zur sattsam berühmten Fingalshöhle«, schrieb Klingemann über die erst 1772 entdeckte Höhle auf der Insel Staffa, die nach dem Ossian-Helden Fingal Cave benannt war. Mendelssohn äußerte sich etwas knapper, gab dafür seinen Empfindungen musikalisch Ausdruck. »Um zu verdeutlichen, wie seltsam mir auf den Hebriden zu Muthe geworden ist, fiel mir soeben folgendes bey« – es folgte eine Skizze der ersten 21 Takte jenes Werks, das als Hebriden-Ouvertüre bekannt geworden ist.


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Allerdings ging ihm die endgültige Ausarbeitung des Werks nicht leicht von der Hand. Eine erste Fassung beendete er im Dezember 1830 in Rom, überarbeitete sie dann und schenkte die neue Partitur 1832 der London Philharmonic Society. Die Erstausgabe der Partitur mit weiteren Varianten erschien dann erst 1835. Mit Die Hebriden hat Mendelssohn einen völlig neuen Musiktyp ausgebildet: den der programmatischen Konzertouvertüre, die als selbstständiges Konzertstück gelten kann und damit auch ein wichtiger Vorläufer der symphonischen Dichtung war. Franz Liszt hat sich später darauf berufen und sogar der Antisemit Richard Wagner war vom Werk des Juden Mendelssohn begeistert: »Da ist alles wundervoll geistig geschaut, fein empfunden und mit grösster Kunst wiedergegeben. Die Stelle, wo die Oboen allein durch die anderen Instrumente hindurch klagend wie der Wind über die Wellen des Meeres zur Höhe steigen, ist von ausserordentlicher Schönheit.« Und der große Johannes Brahms meinte gar bewundernd: »Alle meine Werke gäbe ich darum, wenn ich eine Ouvertüre wie die Hebriden von Mendelssohn hätte schreiben können.«

Das Spiel bot eine Menge unerfreulicher Sachen Die Uraufführung von Jean Sibelius’ Violinkonzert am 8. Februar 1904 war ein Desaster. Sibelius war zuvor beträchtlich unter Druck gestanden, auch aus Geldmangel hatte er die Uraufführung vorverlegt und statt des vorgesehenen Solisten Willy Burmester, einem anerkannten Virtuosen, dem Geigenprofessor Viktor Novacek den Solopart anvertraut. Doch der war mit den technischen Anforderungen des Stücks völlig überfordert, dazu war das Orchester allenfalls mittelmäßig. »Das Spiel bot eine Menge unerfreulicher Sachen. Immer wieder gab es entsetzliche Geräusche und es war unmöglich, die Absicht des Komponisten zu erraten weil die Kakofonie so groß war,« musste Sibelius hernach in der Zeitung lesen. Der Dirigent und Komponistenkollege Max von Schillings war kaum gnädiger in seinem Urteil: »Dem Soloinstrument bietet es ja zweifellos eine schöne, interessante Aufgabe … Die Erfindung aber wirkt auf mich gering und an manchen Stellen erscheint sie mir stilwidrig, süßlich und flach.« Dabei hatte das Violinkonzert eine lange Vorgeschichte. Schon 1899 hatte sich Sibelius mit den Plänen dazu beschäftigt: »Ich habe daran gedacht, ein Violinkonzert zu komponieren,« schrieb er am 2. September an Adolf Paul, und am 18. September 1902 notierte er an seine Frau Aino, »Ich habe herrliche Themen für mein Violinkonzert gefunden«.

Jedenfalls war Sibelius nach der verpatzten Uraufführung erstmal deprimiert. Er zog das Konzert offiziell zurück und rührte es einige Monate nicht an, fasste dann aber einen Entschluss. Im September 1904 zog sich Sibelius in das abgelegene Dorf Järvenpää zurück, um das Werk in Ruhe umzuarbeiten: »Meine Kunst fordert ein anderes Milieu«, begründete er seinen Ortswechsel. »In Helsinki starb aller Gesang in mir. ...Ich sehne mich nach Stille und Ruhe.« Er strich einige der technisch anspruchsvollsten Passagen, glättete die Linien und Strukturen, insgesamt fünf Minuten Musik fielen weg. Die Erstaufführung der Neufassung 1905 in Berlin unter der Leitung von Richard Strauss mit Karel Halir als Solisten war dann ein großer Erfolg – obwohl der Geigenpapst Joseph Joachim das Konzert »scheußlich und langweilig« fand. Seinen endgültigen Durchbruch hatte es aber erst einige Jahrzehnte später, als charismatische Geiger wie Jascha Heifetz oder David Oistrach es in ihre Programme aufnahmen. Wahrscheinlich ist, dass Sibelius’ nicht vollendete Ausbildung zum Geigenvirtuosen darin ihre Spuren hinterlassen hat. »Die Geige hatte mich ganz in ihren Bann geschlagen. Zehn Jahre war es mein frommster Wunsch gewesen, ein großer Geigenvirtuose zu werden«, so bekannte er einmal. »Es bedeutete ein schmerzhaftes Erwachen, als ich eines Tages feststellen musste, dass ich für den mühsamen Pfad eines Virtuosen meine Ausbildung zu spät begonnen hatte.« Seine geigerischen Ambitionen jedenfalls hat er in dem Konzert verwirklicht, denn im Grunde ist es ein großer Monolog für die Geige, die sich, eingebettet in einen quasi-symphonischen Duktus, in all ihren Facetten und Möglichkeiten präsentieren kann. Sibelius verbindet darin die romantische Tradition des 19. Jahrhunderts mit einem spezifisch nordischen Tonfall auf geniale Weise. Heute ist es das meistgespielte Violinkonzert überhaupt. »Durch den Titel hat der Komponist versucht, mit einem Wort das anzudeuten, was nur die Musik selbst auszudrücken imstande ist: den elementaren Willen zum Leben.« So schrieb Nielsen über seine vierte Symphonie, die er zwischen 1914 und 1916 komponierte, als in Mitteleuropa ein mörderischer Krieg tobte. Sie trägt den Untertitel Das Unauslöschliche, und tatsächlich wird in dieser Musik das Leben beschworen – ein Leben freilich, das permanent gefährdet ist: musikalische Idyllen, die es in der Symphonie immer wieder gibt, erscheinen bedroht von wilden Ausbrüchen, immer wieder weisen schroffe Gegensätze auf die Fragilität des Unauslöschlichen hin. »Das Nationalgefühl«, schrieb Nielsen ernüchtert, »das bislang als etwas Hohes und Schönes galt, ist zu einer Art geistiger Syphilis geworden, die die Gehirne auffrisst und mit irrsinnigem Hass aus den leeren Augenhöhlen herausgrinst.« Im Finalsatz lässt Nielsen zwei Paukenbatterien eine wahre »battaglia« ausfechten, bis das


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lyrische Seitenthema aus dem Kopfsatz zum strahlenden E-Dur-Schluss hinführt – eine überwältigende Vision des Friedens. Nielsens Symphonien sind immer noch eher selten in deutschen Konzertsälen zu hören. In den USA wurde Nielsen durch das Engagement von Leonard Bernstein bekannt, der auch die Symphonien auf Schallplatte einspielte, in Deutschland war es interessanterweise der ansonsten

Ich sehne mich nach Stille und Ruhe eher konservativ ausgerichtete Herbert von Karajan, der gerade die Vierte immer wieder dirigierte. In Dänemark freilich gilt Nielsen schon immer als Nationalheiligtum ­– allerdings weniger wegen seiner symphonischen Werke, sondern vor allem wegen seiner Lieder. Fast 300 Lieder hat er komponiert, von denen man in Dänemark viele schon auf der Schule singt: Gassenhauer wie Jens Vejmand oder Sommersang sind nur zwei davon.

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Nahezu perfekt Ein Gespräch zum Abschied mit Intendant Beat Fehlmann Lieber Herr Fehlmann, da Sie uns ja nun nach fünf Jahren Richtung Ludwigshafen verlassen, möchten wir doch gern mit Ihnen gemeinsam noch einmal auf Ihre Zeit hier bei uns zurückblicken. Wie war das denn damals, als Sie sich 2013 dem Konstanzer Gemeinderat präsentieren mussten. Was waren da Ihre Pläne und Visionen, die Sie vorgestellt hatten? Naja, neben dem inhaltlichen gab es ja seinerzeit noch ein anderes Thema, nämlich die Bewältigung der Krise. Man musste sich in jedem Fall dazu verhalten, wie man damit umgeht. Also war die Kunst, die Mischung aus Inhalt und »Wie kommen wir aus der Krise heraus« gut zu präsentieren. Und worum ging es dabei? Das spielte sich vor allem im Bereich der Kostenstruktur von Honoraren der Gastsolisten und Dirigenten ab. Das war für mich eigentlich kein Problem, denn mein Denken geht sowieso davon aus, das Orchester in den Mittelpunkt zu stellen. Ich hatte also zwei Themen. Erstens: Das Orchester ist der Star, der Glanz der Veranstaltung geht vom Orchester aus und die Gäste von außen bereichern die Konzerte und fügen etwas hinzu. Aber das Publikum kommt in die Konzerte, um das Orchester zu hören und zu erleben, nicht etwas anderes. Und zweitens ging es mir darum, das Orchester hier in der Gesellschaft zu verankern. Da spielte die Verbreiterung des Angebots eine große Rolle, weil ich denke, dass man das Orchester und auch die Institution so am besten in der Gesellschaft etablieren kann. Und wie haben Sie Punkt Eins, das Orchester steht im Zentrum, in Angriff genommen? Also, hier habe ich mir zunächst mal die Konzertdramaturgie der vergangenen Jahre angeschaut, die der Philharmonischen Konzerte. Es wurde immer sehr konservativ programmiert. Das wollte ich beibehalten, mir war aber wichtig, im zweiten Teil der Konzerte die Farbigkeit, die Vielfalt, die Qualität und die Begeisterungsfähigkeit des

Orchesters bzw. der Musiker zu zeigen. Der Höhepunkt des Konzerterlebnisses sollte auf jedem Fall im Schluss, im zweiten Teil liegen. So dass man mit einem intensiven Orchester-Erlebnis nach Hause geht. Neben dem inhaltlichen Antworten auf die Krise, die künstlerische Weiterentwicklung und die Verankerung in der Gesellschaft haben Sie in den vergangenen Jahren ja ein sehr differenziertes Controlling entwickelt. War das auch eine Konsequenz aus der schwierigen Situation? Ja, denn über allem stand damals die Rückgewinnung des Vertrauens. Die Frage war, was wir tun können, damit das wieder gestärkt wird und damit es auch nicht nur von der Glaubwürdigkeit einer Person abhängt. Dass also nicht nur der Intendant beschwichtigt und nach außen vermittelt, in der Institution ist alles gut. Da war die Idee, eine Mechanik zu entwickeln, die ein wenig Objektivität ermöglicht. Gemeinsam mit Rouven Schöll habe ich dann das Controlling entwickelt und installiert. Womit haben Sie also dann begonnen? Ich würde sagen, wir haben mit einer Dokumentation der Geschäftsvorgänge begonnen. Also das festhalten, was tatsächlich geschehen war. Das Spannende und der wesentliche Aspekt war im Grunde ein Zusammenführen der bereits erhobenen Daten. Es gab eigentlich alles überall. Aber nirgendwo vernetzt oder zusammengefügt. Wir mussten das im ersten Schritt erst einmal festhalten. (RS) Und außerdem fehlten ja Berichte. Also Dinge, die man seitens der Stadt wissen und sehen wollte, die wir aber nicht liefern konnten. So entstand dann als Erstes der Jahresbericht. Herr Fehlmann hat einfach die Grundhaltung mitgebracht, dass man unsere Aktivitäten transparent machen sollte und nicht vermitteln wollte, irgendetwas zurückzuhalten oder nicht zu zeigen. Das führte dazu, dass wir nicht nur ein Finanzcontrolling wollten, sondern das Ganze viel weiter entwickelt haben.


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Wenn es hier vorher nichts gab, hatten Sie hier ja eine »freie Spielwiese«. Wie war es denn im künstle­ rischen Bereich: Wie sind Sie vorgegangen, als Sie hier waren? Für mich war es ja am Anfang so, dass ich erst einmal alles Arbeitsumfeld bei einem kennenlernen konnte. Der Controlling-Workshop Spielplan für meine erste mit der Uni St. Gallen. Saison als Intendant war schon gemacht und ich konnte einfach meine grundsätzliche Haltung einbringen. Ich wollte dann gern Projekte entwickeln, die die Menschen an Orte und in Kontexte bringt, die sie vielleicht nicht in erster Linie mit uns in Verbindung bringen und so das Orchester ins Gespräch kommt und vermehrt als ein Teil der Stadt wahrgenommen wird. Als ein Teil, der zu allen gehört, und nicht nur zu denjenigen, die uns schon kennen und lieben. Aber dann auch bei denen, die uns lieben, das Bewusstsein für den Klangkörper zu stärken: das Orchester ist der Star. Was ist denn insgesamt für Sie reizvoll, Intendant zu sein bzw. am Kopf eines Orchesters zu stehen? Für mich gibt es eigentlich zwei Bereiche an der Musik, die ich extrem spannend finde: Das ist die Kammermusik als intimste Form und die Orchestermusik als die intensivste Form des Musikerlebnisses. Und ich finde, dass ein Orchester Musik darstellen kann auf eine Art und Weise, die ich unglaublich faszinierend und wichtig finde – erst einmal für die Musik an sich: Wir haben da eine extrem reiche Historie, also sehr viel schon bestehende Literatur und auch spannende neue Möglichkeiten. Es ist aus meiner Sicht eine enorme gesellschaftliche Errungenschaft, dass es diese Klangkörper als Institution gibt, dass hier Menschen arbeiten und sich damit beschäftigen, genau das zu tun und zu vermitteln.

Das ist ja gerade wichtig, die Legitimation unter Beweis zu stellen, oder? Ja, denn auch wenn das historisch bedingt ist, dass es die Orchester in dieser Weise gibt, ist es doch keine Selbstverständlichkeit, dass das so bleibt. Das ist es, was mich angetrieben hat, die Seiten zu wechseln: nicht mehr Musik zu machen, sondern Verantwortung zu übernehmen und eine Antwort darauf zu geben, warum es wichtig ist, dass es Orchester als Institutionen gibt. Weil ich erst einmal künstlerisch und musikalisch komplett an dieses Medium glaube! Wo haben Sie denn das Gefühl, dass Ihnen das gelungen ist, was Sie sich vorgenommen hatten oder was Sie eben beschrieben haben? Da habe ich spontan zwei Beispiele im Kopf, die beide extrem wichtig sind: Bei einem ist es nur teils gelungen, musikalisch habe ich das sogar als gescheitert empfunden und das andere war schon sehr nah für mich an einer sehr guten Umsetzung dessen, was mir wichtig ist. Die möchten wir natürlich beide hören! Das eine war die Oktoberfest-Geschichte. Als wir überlegt hatten, weshalb die Menschen uns abgewandert waren, wurde als Grund auch immer wieder genannt, dass es diese Feste gibt, zu denen sie alle gehen. Als ich dann selbst mir dort ein Bild machen wollte, war ich erstaunt, dass dort wirklich eine große Vielfalt an Menschen anzutreffen war. Also überlegte ich, dass es tatsächlich ein guter Ort sein könnte, das Orchester zu platzieren, weil ja Musik durchaus eine Rolle dort spielt. Wahrscheinlich war es tatsächlich ein gedankliches Aufrütteln, dass wir nicht mehr nur gesehen wurden als »die, die im Konzil sind«. Wie war dann Ihr Konzept dazu? Wir haben einen Schunkler-Teil gemacht, so wie wir auch im Neujahrskonzert manchmal spielen: das ging noch so, und dann nach einer Pause haben wir Filmmusik gespielt, ganz bekannte Stücke wie Star Wars und so, aber das hat überhaupt nicht funktioniert. Ich dachte, wir könnten durch das »Abholen« in der ersten Hälfte, uns dem Publikum dann mit einer Musik näher bringen, die dichter an uns dran ist. Aber ich muss sagen: Für mich war das Projekt musikalisch komplett gescheitert. Aber auf der anderen Seite war es ein wichtiger Durchstoß in Richtung des Öffnens – nach innen und nach außen. Dass ein Orchester in der Lage ist, so ein Konzert an diesem Ort zu spielen. Und dass es dafür durchaus Wertschätzung erhält.


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Das war ja auch ein mutiger Schritt, das Orchester dort auftreten zu lassen. Das Vertrauen Ihrer Musiker dafür hatten Sie dafür offenbar, oder? Ja, ich wollte auch zeigen, dass man so viele hochprofessio­ nelle Musiker an einem Ort hat - dass das etwas mit dem Leben zu tun hat und unserer Umgebung. Für das war es ein gutes Projekt. Deshalb haben Sie einen Auftritt dort dann aber auch nicht wiederholt? Nein, es war für mich nie so, dass ich auf »einer Schiene« nur etwas erreichen wollte, sondern in möglichst vielen Bereichen unser Orchester platzieren. Es war nie so intendiert, dass es eine Reihe wird. Es sollte ein Impuls sein, aber es gibt noch so viele Möglichkeiten mehr. (RS) Es gab wahrscheinlich in den letzten 20 Jahren keine Gelegenheit, auch nicht in Krisen, die so viele Schlagzeilen gemacht hat wie die Oktoberfest-Aktion von uns – eindeutig im positiven Sinne, weil es so etwas Besonderes war, dass die Philharmonie zu den Menschen kommt und in so einem Rahmen war. Und ich denke, dass auch musikalisch der Auftritt im Bierzelt kein komplettes Scheitern war. Was wir mitbringen mit unserem Kulturgut, also Strauß-Walzer und Ähnliches, das hat die Leute begeistert, auch wenn sie natürlich nicht leise waren und dabei essen und trinken. Im Grunde gehört das zu unserem Repertoire und wenn die Leute das toll finden, ist das doch ein großer Erfolg. In einem Bierzelt drückt sich Begeisterung einfach anders aus als in einem Konzertsaal: Die Leute sind auf den Bierbänken gestanden und haben mitgeschunkelt. (BF) Ich hatte mir erhofft, dass sie an irgendeinem Punkt doch aufhören, über private Dinge zu sprechen und nachzudenken – dabei stört es mich gar nicht, dass sie ihre Schweinshaxe essen oder so – sondern dass sie das Erlebnis haben: Wow, ist das gerade Wahnsinn, was die da

Beat Fehlmanns erste Reise mit dem Freundeskreis nach Kopenhagen 2014.

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machen! Einfach, weil das Live-Erlebnis ihnen quasi keine andere Wahl lässt. Und das ist aber nicht eingetreten. Das Projekt ist ja in erster Linie ein künstlerisches Projekt und keine Marketing-Aktion. In Marketinghinsicht hat es funktioniert, aber nicht künstlerisch. Und das nahezu perfekte Beispiel? Da würde ich ganz klar das Disko-Projekt benennen, wo die Philharmonie Mendelssohns Sommernachtstraum, aber auch neuere »E-Musik«, in dem Fall Terry Riley In C, in einer Disko präsentiert hat: an einem Ort, an dem man niemals ein klassisches Orchester vermuten würde. Da funktioniert für mich der Inhalt mit der Kommunikation zusammen viel besser – das war eigentlich genial! Wir erreichten eine Publikumsstruktur, die wir bis dahin gar nicht hatten – Begeisterung haben wir geweckt für unseren Klangkörper!


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offenbar das Gefühl, dass jemand da war jetzt, der sich kümmert und sich interessiert für die Potentiale in den Menschen. Wir konnten viel diskutieren und miteinander arbeiten und uns auf diese Weise doch erfolgreich weiterentwickeln. Dabei hoffe ich erstens, dass ich mich hier nicht täusche und zweitens, dass mir dieses Glück auch in meinem zukünftigen neuen Umfeld widerfährt.

Beat Fehlmann wirbt um Spenden für ein neues Marimbaphon.

Wobei ich einen Moment wirklich nie vergessen werde: Der Dirigent sagte: Wir brauchen sieben Minuten, um das Orchester hier in diesem Raum einzustellen. Felix (Strasser) führte Regie dazu mit seinen Theater-Studenten der HTWG und er setze sich in dieser Zeit mit ihnen auf eine freie Fläche hinter das Orchester. Sie mussten eben noch warten, bis die gemeinsame Probe beginnen konnte. Aber was hatte das für eine Wirkung – Was für eine Energie!! Das war etwas vom Schönsten, dieser Moment, in dem die Studenten einfach nur warteten. Sie kannten die Musik ja von CD, aber nun waren sie dermaßen fasziniert von dem Live-Erlebnis. Das kann eben nur ein Orchester so ausgezeichnet. Was gibt es aus den vergangenen Jahren, was Sie entdeckt, erfunden und entwickelt haben, bei dem Sie sich wünschen, dass es hier bleibt? (überlegt lang) Der Kontakt mit den Menschen im Sinne von Dialog: Da hoffe ich und glaube ich, dass es uns gelungen ist, dass wir als Institution nahbarer sind als vorher oder dass wir da auf einem guten Weg sind. Ich wünsche der Philharmonie, dass sie als kulturelle Institution diesen Weg weiter gehen kann. Dass sie sich nicht durch Distanz, sondern durch Nähe definiert. Das sind zwei ganz unterschiedliche Konzepte, wie man ein Orchester in einer Gesellschaft platzieren kann. Diesen Esprit, diesen Geist würde ich mich freuen, hier weiter erleben zu können. Und was nehmen Sie gerne mit? Was ich mir sehr wünsche und was ich hoffe ist, dass ich dort Menschen im Orchester und auch im Büro vorfinde, mit denen ich einen gemeinsamen Weg gehen kann. Diese Projekte, die hier in den vergangenen Jahren möglich waren, funktionierten nur, weil ich Menschen um mich hatte, die mitgegangen sind. Ich hatte großes Glück, dass ich auf keine Widerstände gestoßen bin. Man hatte

Sie haben ja in den vergangenen fünf Jahren viele Menschen getroffen und kennengelernt. Uns würde zu guter Letzt noch interessieren, ob es Begegnungen gibt, die Sie besonders geprägt haben oder die Sie aus anderen Gründen hervorheben möchten. Das ist eine sehr schwierige Frage, weil ich so viele wunderbare Menschen kennen gelernt habe. Tatsächlich war einer der ersten Begegnungen außerhalb der Institution, als ich hier ankam, auf einer Podiumsdiskussion, die Begegnung mit Felix (Strasser). Die hat eine sehr wichtige Rolle gespielt. Auf der persönlichen und auf der künstlerischen Ebene. Mir war bei der ersten Begegnung klar, dass er ein Verbündeter sein könnte. Und das hat sich ja auch bestätigt – in allen Aktivitäten und Projekten, die wir zusammen in Angriff genommen haben (Anm.: Sommernachtstraum und Liebe macht Nass zum Beispiel). Und intern? Innerhalb der Institution ist natürlich der Herr Schöll der wichtigste Begleiter und Mitstreiter auf diesem Weg. Es gab niemanden, mit dem ich über die Jahre so intensiv arbeiten konnte. Und auch so viele Dinge dann entwickeln. Was war denn Ihr erstes gemeinsames Projekt? Das war das TAKT. Es ist ja unser großes Kommunika­ tionsmedium an alle Menschen hier in der Region, auch an diejenigen, die uns noch nicht kennen. Man kann sich intensiv über uns informieren, aber auch einfach zum Beispiel die schönen Fotos anschauen. In jedem Fall war mir ja Kommunikation sehr wichtig, also war das sehr schnell dran. Was wollten Sie dann verändern? Ich hatte einfach mal so hingeworfen, dass ich es gern irgendwie verändern würde und auch weiter verbreiten. Herr Schöll und ich haben unser Konzept dann gemeinsam dem Südkurier präsentiert und – das werden wir wahrscheinlich beide nie vergessen – nachdem wir es in einem ersten Termin vorgestellt hatten, folgte ein zweiter Termin, in dem der Südkurier uns präsentiert hat, wie das funktionieren könnte als Beilage ihrer Zeitung. Sie nannten uns völlig begeistert eine so hohe Zahl als Angebot, dass wir kreidebleich wurden, was man uns offenbar ansah. Das Missverständnis klärte sich auf, als klar wurde, die Zahl galt


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für das TAKT als Beilage in 55.000 Exemplaren des Südkurier vier mal im Jahr, nicht einmal. Somit war das tatsächlich ein tolles Angebot und wir begannen mit der Arbeit. Dann haben Sie gemeinsam das TAKT neu aufgestellt? Ja, das war einfach hier das wunderbare: Herr Schöll ist ein Mitarbeiter, der so etwas nicht einfach durchdenken und vorbereiten kann, sondern jemand, der hier sofort inhaltlich einsteigt. Wir hatten das Gerüst erstellt mit den verschiedenen Rubriken (Fischmarktzwei u.a.) und dabei war immer seine Frage, die mir immens wichtig war, nicht nur welche Rubrik aus welchen Gründen wichtig ist, sondern auch wie sich jedes Thema in unser gesamtes inhaltliches und strategisches Denken eingliedert. Das haben Sie dann ja auch auf andere Bereiche ausgeweitet. Genau, denn da wurde mir sofort klar, dass wir da eine Ebene haben von einem möglichen Austausch. Das ist ja überhaupt nicht selbstverständlich. Der hohe Wert unserer Zusammenarbeit in allen Bereichen war, dass Herr Schöll nicht einfach alles dafür tut, einfach meine Ideen

umzusetzen, die ich mitbringe oder entwickle, sondern dass wir gemeinsam über alles reflektiert haben und im Austausch sehr viel zusammen erreicht haben. Die Entwicklung des Controlling (mit Monatsbericht, Jahresbericht und diversen Dashboards) ist ja ein anderes Beispiel. Meine Ideen waren ja oft unausgegoren und passten dann zunächst manches Mal nicht so richtig. Seine erfahrene und analytische Betrachtung der Themen und Projekte hat sich einfach sehr gut ergänzt zu mir. (CB) Da freue ich mich, dass ich im vergangenen Jahr mit einsteigen konnte und wir wieder am TAKT gedreht haben, um es – dieses Mal im Dreiergespann – weiter zu entwickeln. Sie werden uns einfach sehr fehlen, weil wir genau alles das an Ihnen schätzen, worüber wir gesprochen haben. Wir wünschen Ihnen alles Gute und viel Erfolg für Ihre nächste Station und freuen uns, Sie gelegentlich hier oder dort wieder zu sehen.

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Das Gespräch führten Corinna Bruggaier (CB) und Rouven Schöll (RS).


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G E N IA L ! IV Samstag, 16. Juni 2018 | 18 Uhr | Konzil Konstanz Edvard Grieg · Harald Sæverud  Schauspielmusik zu Peer Gynt (Auszüge) Ari Rasilainen chefdirigent | Beat Fehlmann moderation In 50 Minuten tauchen wir ein in die geniale Welt der klassischen Musik. Hier ein kleiner Ausschnitt der visualisierten Partitur von Beat Fehlmann. Seien Sie am 16. Juni dabei und erfahren Sie mehr!

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Entspann dich Die Radio Birds im Interview mit Curse bei Rap meets Orchestra am 11. März 2018 Am Sonntag, den 11. März 2018, hatten die Radio Birds ein Interview mit Curse. Curse ist eine deutsche Hip-HopLegende und aktuell mit seinem neuen Album auf Tour. Er ist sehr cool und lustig und wir haben sehr viel über ihn erfahren. Zwei Fragen unseres Interviews haben wir hier abgedruckt. Bald gibt es das komplette Interview im Internet als Podcast zu hören. Den Link findet ihr dann auf der GSS Homepage (www.gss-kn.de). Wir haben sogar Gratiskarten bekommen und konnten so das Konzert, welches mit der Südwestdeutschen Philharmonie stattgefunden hat, anschauen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Philharmonie. In der ersten Hälfte des Konzerts hat Miki Kekenj, ein Geiger, Sänger und Rapper sein dreiteiliges Werk gespielt. Es war beeindruckend zu sehen und zu hören, dass Miki sowohl rappen, singen und toll Geige spielen kann. Anschließend hat das Orchester dann die Songs von Curse gespielt. Wir haben uns gefreut als wir erfahren haben, dass wir Curse interviewen durften.

drin sind, sage ich die mir meistens selbst. Wie als wenn ich vor dem Spiegel stehe und sage »mach dich locker, entspann Dich!«. Ich hab schon öfter Angst vor mir selbst oder Angst vor anderen Sachen. Vor Sachen die im Leben passieren können und ich hab auch oft Zweifel: Schaff ich das, bin ich gut genug, lohnt sich das überhaupt? Bei verschiedenen Sachen, zum Beispiel auch bei der Musik. Und dieses »Hab keine Angst, was du bist«, ist insofern auch ein interessanter Satz, denn die Gegenfrage müsste ja lauten: »Was bin ich denn eigentlich? Wer bin ich? Was bin ich? Was will ich eigentlich? Was sind meine Träume? Hab ich Angst davor? Ist das meine eigene Stimme? Glaube ich das wirklich? Oder kommt das von außen?« Das ist doch die interessanteste Frage. Mit der beschäftige ich mich. Ich glaub, die ist für jeden Menschen total wichtig, anzuschauen: Was sagt mir eigentlich mein Herz, meine Erfahrung, mein Traum, meine Leidenschaft. Und wie kann ich damit immer in Verbindung bleiben. Auch wenn alle auf mich einreden. Wie kann ich immer noch diese innere Stimme hören. Das find ich total wichtig.

Wann haben Sie sich entschlossen, Rappen als Beruf zu machen? Von Anfang an. Von der ersten Minute an. Ich hab mir gedacht, es gibt viele Sachen die man machen kann, aber irgendwie ist Rappen das Coolste. Nun zu Ihrem Lied Was du Bist. Sie rappen: »Habe keine Angst vor dem was du bist.« Wir wollten Sie fragen, ob Sie einmal Angst vor sich hatten oder unzufrieden mit sich waren? So oft. Weil wenn du ein paar Zeilen weiter im Song hörst, dann sage ich auch, »jedes Mal wenn ich Erkenntnis predige, führe ich auch nur Selbstgespräche.« Das heißt, all meine Songs, auch wenn da irgendwelche schlauen Sätze

Die Radio Birds der Geschwister-Scholl-Schule Konstanz mit Curse.


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Philharmonische Konzerte im Mittwoch, 26. September 2018 | 19.30 Uhr | Abo A Freitag, 28. September 2018 | 19.30 Uhr | Abo B

Freitag, 19. Oktober 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo C Sonntag, 21. Oktober 2018  //  18 Uhr  //  Abo E Mittwoch, 24. Oktober 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo A

Freitag, 9. November 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo B Sonntag, 11. November 2018  //  18 Uhr  //  Abo D Mittwoch, 14. November 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo A

Fantastisch

Himmlisch

Umstritten

Fantasie ist eine wunderbare Eigenschaft, aber man muss sie im Zaum behalten.  ERICH KÄSTNER

Welche himmlische Erfindung ist es, seinem Herzen zu folgen.  JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Was nicht umstritten ist, ist auch nicht sonderlich interessant.  JOHANN WOLFGANG VON GOETHE

Alexejewitsch Balakirew 1837 – 1910

Joseph Haydn 1732 – 1809

Carl Maria von Weber 1786 – 1826

Ouvertüre über drei russische Themen Peter Iljitsch Tschaikowski 1840 – 1893

Violinkonzert D-Dur op. 35

Ralph Vaughan Williams 1872 – 1958

Fantasie über ein Thema von Thomas Tallis Edward Elgar 1857 – 1934

Symphonie Nr. 22 Es-Dur Hob. I:22 »Der Philosoph«

Ouvertüre zu Oberon J. 306 Carl Maria von Weber

Klarinettenkonzert Nr. 2 Es-Dur op. 74 J. 118

Joseph Haydn

Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob VIIb:1

Johannes Brahms 1833 – 1897

Symphonie Nr. 3 F-Dur op. 90

Franz Schubert 1797 – 1828

Symphonie Nr. 9 C-Dur D 944

In The South op. 50

Anna Tifu VIOLINE Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

Enrico Dindo VIOLONCELLO Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

Dionysis Grammenos KLARINETTE Marcus Bosch ERSTER GASTDIRIGENT

Freitag, 25. Januar 2019 | 19.30 Uhr | Abo B Sonntag, 27. Januar 2019 | 18 Uhr | Abo E

Freitag, 1. Februar 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo C Sonntag, 3. Februar 2019  //  18 Uhr  //  Abo D Mittwoch, 6. Februar 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo A

Mittwoch, 13. März 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo A Freitag, 15. März 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo B Sonntag, 17. März 2019  //  18 Uhr  //  Abo E

Fortschrittlich

Engelhaft

Feierlich

Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden. ARTHUR C. CLARKE

Denkst du an Engel, so bewegen sie ihre Flügel.

Anton Webern 1883 – 1945

Flint Juventino Beppe *1973

Henrik Ajax *1980

Idyll für großes Orchester nach einem Gedicht von Bruno Wille (1924)

Alban Berg 1885 – 1935

Joseph Haydn 1732 – 1809

Johannes Brahms 1833 – 1897

Edward Elgar 1857 – 1934

Birgit Kolar VIOLINE Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

Meehae Ryo VIOLONCELLO Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

Im Sommerwind

Franz Schubert 1797 – 1828

Lieder in Orchesterfassung Franz Schubert



AUS ISRAEL

Heart op. 27 Nr. 5

Violinkonzert »Dem Andenken eines Engels« Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68

Wenn alle Tage im Jahr gefeiert würden, wäre Spiel so lästig wie Arbeit.  WILLIAM SHAKESPEARE

… wer hat das in den Sternen gesehen? Cellokonzert Nr. 2 D-Dur op. 101 Hob VIIb:2 Symphonie Nr. 1 Es-Dur op. 13

Symphonie Nr. 3 D-Dur D 200

Sarah Wegener SOPRAN Michael Hofstetter DIRIGENT


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Konzil Konstanz 2018 | 2019 Freitag, 7. Dezember 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo B Sonntag, 9. Dezember 2018  //  18 Uhr  //  Abo E

Mittwoch, 19. Dezember 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo A Freitag, 21. Dezember 2018  //  19.30 Uhr  //  Abo C Sonntag, 23. Dezember 2018  //  18 Uhr  //  Abo D

Exotisch

Heroisch

Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit.  SAMUEL SMILES Carl Nielsen 1865 – 1931

Unglücklich das Land, das Helden nötig hat. 

Edvard Grieg 1843 – 1907

Ludwig van Beethoven 1770 – 1827

Erkki Melartin 1875 – 1937

Ludwig van Beethoven

Aladdin Suite op. 34

Klavierkonzert a-Moll op. 16 Symphonie Nr. 5 a-Moll op. 90 »Sinfonia brevis«

BERTOLT BRECHT

Arnold Schönberg 1874 – 1951

Ode an Napoleon op. 41

Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll op. 37 Symphonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 »Eroica

Anika Vavić KLAVIER Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

Fabio Martino KLAVIER Marcus Bosch ERSTER GASTDIRIGENT

Mittwoch, 3. April 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo A Freitag, 5. April 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo C Sonntag, 7. April 2019  //  18 Uhr  //  Abo D

Mittwoch, 15. Mai 2019  //  19.30 Uhr  //  Abo A Freitag, 17. Mai   //  19.30 Uhr  //  Abo B

Eigenwillig Nur die Kunst ist so eigenwillig, dass sie das Talent der Finger und Ellbogen nicht als Beschäftigungsnachweis gelten lässt.  KARL KRAUS Francis Poulenc 1899 – 1963

Zwei Märsche und ein ländliches Intermezzo FP 88 Hector Berlioz 1803 – 1869

La Mort de Cléopâtre Scène lyrique für Sopran und Orchester Robert Schumann 1810 – 1856 

Symphonie Nr. 2 C-Dur op. 61 Zandra McMaster MEZZOSOPRAN Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

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Verrückt Wenn wir denken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt.  MARK TWAIN Felix Mendelssohn Bartholdy 1809 – 1847

Ouvertüre zu Athalia op. 74 Felix Mendelssohn Bartholdy

Violinkonzert e-Moll op. 64 Camille Saint-Saëns 1835 – 1921

Introduction et Rondo capriccioso op. 28 César Franck 1822 – 1890

wir n e t a r be Gerne lich. n ö s r Sie pe -816 0 0 9 1 53 Tel 07

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Symphonie d-Moll

Rosanne Philippens VIOLINE Ari Rasilainen CHEFDIRIGENT

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Streichinstrumente – e 4 A4 A

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Gei-ge, Brat-sche, Cel-lo und der

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tief, mit-tel, hoch, das weiß doch je - des Kind,

Sicher habt ihr im Konzert schon mal beobachtet, dass sich die Streichinstrumente auf der Bühne wie ein Fächer ausbreiten. Von den kleinen hohen Geigen/Violinen spannt sich der Bogen über die Bratschen und Celli bis hin zu den riesigen, tief klingenden Kontrabässen.

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klin- gen al- le vier, wenn sie zu - sam- men sind.

Sie alle zusammen bilden die Familie der Streichinstrumente, und ihr Klang reicht von himmelhoch bis brummeltief. Wer hat in eurer Familie die höchste Stimme und wer die tiefste? Welches der Instrumente würde zu welchem Familienmitglied passen?


eine klingende Großfamilie Das Geheimnis der Notenschlüssel

Sudoku-Auflösung auf Seite 31.

In jedes Türschloss passt ein spezieller Schlüssel und eine Schatztruhe lässt sich nur mit dem passenden Schlüsselchen öffnen. So hat auch jedes Musikstück einen Schlüssel, der uns am Beginn jeder Notenzeile verrät, mit welchem Instrument das Stück musiziert werden kann.

Der bekannteste ist der Violinschlüssel – er steht vor allen Liedern, die ihr singt oder auf der Blockflöte spielt und gilt für viele Melodieinstrumente. Für die Pianisten benennt er die Töne der rechten Hand. Der Altschlüssel ist wichtig für Instrumente der Mittellage. Die Bratschisten finden ihn in ihren Noten. Der Bassschlüssel führt die Noten der Celli, Bässe, der Posaune und der Bassposaune an.

Im Sudoku könnt ihr verschiedene Notenschlüssel eintragen!

eduArt freut sich auf den Sommer … … und ganz besonders auf das große open air Konzert der Philharmonie, das in diesem Jahr am 22. Juli im Stadtgarten stattfindet. Unter freiem Himmel erklingt am Vormittag wunderbare Musik: AntonÍn Dvořáks Symphonie »Aus der neuen Welt«. Das Orchester wird für dieses Ereignis verdoppelt! So viele Musiker zusammen auf einer Bühne hat die Konzertmuschel wohl noch nie gesehen! Groß und Klein, Alt und Jung, und natürlich alles dazwischen – jeder Musiker der Philharmonie bekommt einen Spielpartner aus der Stadt ans Notenpult und dann wird gemeinsam in den Sommer hinein und über den See hinweg musiziert. Besucht uns doch am 22. Juli um 11 Uhr zu diesem rauschenden Musikfest – umsonst und draußen! eduArt und die Musiker freuen sich schon auf euch!


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PHILHARMONISCHES KONZERT

Freitag, 15. Juni 2018 | 19.30 Uhr | Konzil Konstanz | Abo B Sonntag, 17. Juni 2018 | 18 Uhr | Konzil Konstanz | Abo E Einführungsvortrag eine Stunde vor Konzertbeginn. Karten: 48 ∙ 38 · 28 · 18 Euro  |  Inklusive kostenlose -Benutzung zu den Konzerten im Konzil

Berge Arthur Honegger 1892 – 1955

Edvard Grieg 1843 – 1907 · Harald Sæverud 1897 – 1992

Pastorale d’été – Poème symphonique

Peer Gynt

Camille Saint-Saëns 1835 – 1921

Sæverud/Suite Nr. 1 Der Hinketeufler Choral wider den Oger

Violinkonzert Nr. 3 h-Moll op. 61 Allegro non troppo Andantino quasi allegretto Molto moderato e maestoso – Allegro non troppo

PAUSE

Sæverud/Suite Nr. 2 Twinnan Grieg/Suite Nr. 1 Åses Tod Morgenstimmung Grieg/Suite Nr. 2 Arabischer Tanz Sæverud/Suite Nr. 2 Peer-Ludium Grabgesang Sæverud/Suite Nr. 1 Anitra Solveig singt Gemischte Gesellschaft                 Grieg/Suite Nr. 1 In der Halle des Bergkönigs Grieg/Suite Nr. 2 Peer Gynts Heimkehr Solvejgs Lied Sæverud/Suite Nr. 2 Schlaf du teuerster Junge mein

Esther Hoppe violine Ari Rasliainen chefdirigent


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Eine Mordsmusik Fritz Langs Film M – Eine Stadt sucht einen Mörder, 1931 erschienen, ist ein filmisches Meisterwerk mit allen Ingredienzien, die der deutsche Film damals aufzubieten hatte: Grelles Licht, starke Dunkelheit und holzschnittartige Schlagschatten wurden wesentliche Ausdrucksmittel einer die Wirklichkeit überzeichnenden expressionistischen Optik. Leinwandgrößen wie Gustaf Gründgens und Theo Lingen waren in tragenden Rollen zu sehen, Star des Streifens aber war der umwerfende Peter Lorre als glubsch­äugiger, zerrissener und getriebener Kindermörder. In Anspielung auf diese Rolle, die seinen Weltruhm begründete, sagte Lorre, als er 1933 Nazi-Deutschland verließ, selbstbewusst: »Für zwei Mörder wie Hitler und mich ist in Deutschland kein Platz.« Eins allerdings »fehlt« diesem frühen Tonfilm, der Geräuscheffekte sehr bewusst einsetzte – eine Filmmusik nämlich. Nix, nada, nüüt, das völlige Schweigen der Instrumente. Und doch spielt, so paradox es auch klingen mag, Musik hier eine handlungstragende Rolle, die noch heute erschauern lässt. Peter Lorre pfeift beiläufig eine einfache Melodie, die seinen nächsten Mord ankündigt. Diese Melodie ist – Edvard Griegs In der Halle des Bergkönigs aus dessen Schauspielmusik zu Henrik Ibsens Peer Gynt. Ausgerechnet Grieg, der ebenso effektvolle wie biedere Gebrauchsmusiker, äußerlich seinem Zeitgenossen Karl May fast wie aus dem Gesicht geschnitten? Der skandinavische Schwärmer, der ebenso geschickt wie erfolgreich das sentimentale Fach bediente und es dank seines ­folkloristischen Einschlags – und eher schwacher örtlicher Konkurrenz – bereits zu Lebzeiten zum norwegischen Nationalkomponisten brachte? Ja, genau dieser Grieg, Komponist eines unverwüstlichen Klavierkonzerts sowie der berühmten Lyrischen Stücke, die neben all den hirntötenden Etüden die kindliche Einzelhaft am Klavier für einige Übungsstunden etwas menschlicher gestalten. Besagte harmlose Melodie aber nimmt bedrohliche Züge an, wenn Peter Lorre sie beiläufig und mit brüchigen Lippen leicht schräg pfeift, während er seinem kindlichen

Opfer einen Luftballon spendiert – und vom blinden Ballonverkäufer an seinem Pfeifen als der gesuchte Mörder erkannt wird. Es ist vermutlich das größte Erfolgsgeheimnis Griegs, dass man mit seiner Peer Gynt-Musik einfach nichts falsch machen kann; als Filmmusik und in der Werbung ist sie ebenso verwendbar wie in Jazz und Rock. In Duke Ellingtons Interpretation würde sie auch zum Pink Panther passen (der Verkauf dieser Platte wurde 1960 in Norwegen übrigens als »Perversion« verboten). Man vergesse auch nicht die geniale, sehr eigenständige Version der DDRBand Electra, der intelligenten Alternative zu Ekseptio.

Ein musikalisches Schäferstündchen Als Schauspielmusik zu Ibsens Peer Gynt ist Griegs Musik, obwohl bis heute ein Welthit, allerdings nicht ohne Konkurrenz geblieben. Griegs Landsmann Harald Sæverud hat Griegs Musik 1947 ein eigenes Peer-Gynt-Opus an die Seite gestellt. Sæverud war trotz eines kurzen Studiums in Berlin vor allem Autodidakt und ist in Deutschland nie richtig wahrgenommen worden. Er ist ein bedeutender skandinavischer Symphoniker und hat mit Kjempeviseslåtten, der Ballade vom Aufstand, im Zweiten Weltkrieg einen Klassiker der politischen Musik geschaffen (so wie dies viele Jahre später Frederic Rzewski mit The People United gelang). Er selbst beschrieb seine Musik generell als schrecklich melancholisch und führte dies auf seine Geburt zurück. Sein Geburtshaus habe auf einem ehemaligen Hinrichtungsplatz und späteren Friedhof gestanden, und das habe ihn nachhaltig geprägt.


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Vermutlich hat man wesentlich mehr Spaß am Leben, wenn man es sich erspart, Musikeranekdoten auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen … Bei Camille Saint-Saëns denkt man an den freundlich dreinblickenden, zumeist sehr bärtigen Komponisten halb vergessener und doch immer wieder effektvoller Musik. Seinen Karneval der Tiere setzt man gern Kindern vor und seine 3. Symphonie kann zum Durchblasen der Orgel herhalten, wenn sich ein großes Orchester in die Nähe der Königin der Instrumente verirrt hat. Er ist ein Mann, der über 70 Jahre lang komponiert hat und schließlich wie aus der Zeit gefallen schien. Er war bereits 20 Jahre alt, als Schumann starb, und wurde schließlich alt genug, um noch Schönbergs Musik mit Verachtung strafen zu können. Eine Art musikalisches Fossil also – wenn man nur seinen Ohren vertraut und nicht mehr über das Leben dieses erstaunlich vielseitigen Menschen erfährt. Saint-Saëns hat nicht nur bereits 1908 die wahrscheinlich allererste (und höchst effektvolle) Filmmusik komponiert, und zwar zu L‘Assassinat du Duc de Guise von Charles Le Bargy und André Calmettes, sondern auf vielen anderen Gebieten mehr als nur dilettiert. Sein Biograf Michael Stegemann führt ihn auch als Theaterautor, leidlich erfolgreichen Lyriker, Astronomen, philosophischen Schriftsteller sowie als Erforscher von Zellstrukturen und Verteidiger Darwins. Als Erforscher pompejanischer Fresken und griechischer Vasenmalereien hat er sogar im Institut de France vorgetragen und als begnadeter Zeichner und Karikaturist die Empfänger seiner Briefe begeistert. Dass Saint-Saëns außerdem auch noch Cembalo spielte, ältere Musik erforschte und herausgab, überrascht da kaum noch.

1 : 0 für Brahms Neben seinem 1. Cellokonzert hat sich auch sein 3. Violinkonzert, das 1880, also gleichzeitig mit dem Violinkonzert von Brahms, entstand, im Konzertsaal behauptet. Es gibt kaum jemanden auf dem Geigenmarkt, der dieses Stück nicht im Repertoire hat. Gerade im Gegensatz zu Brahms’ symphonischer Anlage wird bei Saint-Saëns das Konzept des klassischen Solokonzerts deutlich, in dem das Orchester in den Hintergrund tritt und die Violine die repräsentativen Aufgaben übernehmen darf. Saint-Saëns’ Werk ist Pablo de Sarasate, dem spanischen Violinvirtuosen in der Paganini-Nachfolge, gewidmet. Bezeichnenderweise soll sich Sarasate hingegen geweigert haben, das Konzert von Brahms zu spielen, weil darin die einzige echte Melodie jene der Oboe im langsamen Satz sei. 1:0 für Brahms.

Die Schweizer Geigerin Esther Hoppe  hat sich in den letzten Jahren als Solistin wie auch als Kammermusikerin einen Namen als stilsichere und virtuose Geigerin gemacht, die ihre stupende Technik stets in den Dienst der Musik stellt.  Von 2009 bis 2013 war Esther Hoppe 1. Konzertmeisterin des Münchener Kammerorchesters, welches sie in vielen Konzerten auch selber leitete. Seit 2013 unterrichtet sie als Professorin für Violine an der Universität Mozarteum Salzburg. Im Rahmen ihrer Konzerttätigkeit tritt Esther ­Hoppe an Festivals und in vielen großen Konzerthäusern weltweit auf. Als Solistin spielt sie mit zahlreichen Orchestern, darunter das Symphonieorchester des Bayerischen ­ Rundfunks, das Münchener Kammerorchester, das Kammerorchester Basel und das Musikkollegium Winterthur. Esther Hoppe spielt auf einer Violine von Gioffredo Cappa aus dem Jahre 1690. Sie lebt mit ihrer Familie in Zürich.

Der anarchistische Schriftsteller Octave Mirbeau hatte noch 1876 stellvertretend für viele in der Presse geseufzt: »Ach, wer wird uns von diesem Monsieur Saint-Saëns befreien, kann man ihm denn gar nicht entkommen,« diesem »notorisch unpopulären und unbestreitbar talentlosen Autor, gestrandet am Ufer der ewigen Minderwertigkeit, aus der er sich nicht zu erheben vermag, diesem grotesken Zwerg, der seine Mittelmäßigkeit unbedingt aller Welt zur Schau stellen will!?« In Paris fiel Saint-Saëns regelmäßig durch, aber nach dem Erfolg seiner Oper Samson et Dalila, die 1877 auf Veranlassung von Franz Liszt in Weimar uraufgeführt worden war, wendete sich das Blatt langsam auch in seiner Heimat zu seinen Gunsten. Er bleibt einer jener unergründlichen Komponisten, denen man immer wieder gern zuhört, bei denen man aber regelmäßig froh ist, wenn’s denn vorbei ist. Es ist eine seltene Ehre für einen Komponisten, schließlich auf einem Geldschein zu landen. Arthur Honegger ist sie widerfahren, er war bis 2017 auf dem 20-Franken-Schein der Schweiz zu sehen.


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Doch denkt man an ihn kaum als einen schweizerischen Komponisten. Honegger ist in Frankreich geboren und gehört trotz seiner Staatsangehörigkeit einfach nach Frankreich zur Groupe des Six, jenem bunt gemischten Häuflein von anfänglichen Antiromantikern, das sich um Erik Satie gebildet hatte und in der damaligen Weltkunsthauptstadt Paris nach neuen musikalischen Wegen suchte. 1923 sollte Honegger mit seinem wunderbaren Orchesterstück Pacific 231, das im Sinne der Futuristen die Dynamik einer Dampflokomotive musikalisch porträtierte, einen internationalen Hit landen. Honeggers Pastorale d’été von 1920 hingegen zeigt von den neuen Wegen noch nicht viel. Das Stück entstand in der Sommerfrische in den Berner Alpen und war sein erstes eigenständiges Orchesterwerk, hörbar von Debussy inspiriert. Widmungsträger war der Musikkritiker und Komponist, Alexis Roland-Manuel, ein Freund Saties und Ravels. Das Stück hält immerhin, was der Titel verspricht: Es ist ein musikalisches Schäferstündchen. Harald Borges

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So 27.05.2018 18 Uhr | Neues Schloss Meersburg | Spiegelsaal

KIBARDIN QUARTETT

– Bodenseefestival

RUSSISCHE TANGOS IM KONZERT Hommage an Efim Jourist Werke von E. Jourist, A. Piazzolla u.a.

So 24.06.2018 18 Uhr | Neues Schloss Meersburg | Spiegelsaal

CLARA UND ROBERT SCHUMANN LIEBESFRÜHLING – GESCHICHTE EINER LIEBE IN WORT UND TON Heidrun Gärtner (Clara Schumann), Daniel Friedrich (Robert Schumann) Anna Karmasin (Sopran), Thomas Stimmel (Bass), Markus Kreul (Klavier)

So 22.07.2018 18 Uhr | Neues Schloss Meersburg | Spiegelsaal

STEFAN ZWEIG TRIO

S. Konstantinova (Klavier), Kei Shirai (Violine), T. Cornut (Violoncello) Werke von A. v. Zemlinsky, R. Gnattali, F. M. Bartholdy VERANSTALTUNGSORT: Neues Schloss Meersburg Schlossplatz 12 88709 Meersburg

KARTENVORVERKAUF: Gästeinformation Kirchstr. 4, 88709 Meersburg Tel +49 75 32-440-400 info@meersburg.de Online-Tickets: www.reservix.de und Reservix-Vorverkaufsstellen

Sudoku-Auflösung von Seite 27.


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Im Herzen bin ich Musiker Interview mit dem Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros der Südwestdeutschen Philharmonie Constantin Staicov Nach 41 Jahren bei der Südwestdeutschen Philharmonie verlassen Sie uns nun in den wohlverdienten Ruhestand. Sie haben ja verschiedene Stationen bei uns durchlebt im Laufe der Jahrzehnte, die ich gern mit Ihnen Revue passieren lassen würde. Wie kam es, dass Sie hier gelandet sind? Sie waren ja zunächst als Konzertmeister hier im Orchester. Ja, so ist es. Das war 1977, als hier eine Stelle frei war. Mein Vater war Bulgare, meine Mutter ist Rumänin. Ich bin in Bulgarien geboren und habe dann aber in Bukarest (Rumänien) Geige studiert. Als ich mich nach einer Orchesterstelle umschaute, wollte ich gezielt nach Deutschland. Bulgarien ist von der Mentalität her irgendwie näher an Deutschland als zum Beispiel an Frankreich, das war eigentlich der Grund. Sie kamen ja zunächst einmal allein, also ohne Familie, nach Deutschland? Wie waren Ihre ersten Kontakte – auch im Orchester? Ich fühlte mich von Beginn an wohl und aufgenommen. Allerdings erinnere ich mich an einen Satz aus meiner ersten Woche hier in Konstanz noch genau, das war im September 1977: Ein Kollege sprach mich an und sagte: »Ach, bald haben wir hier ja endlich auch ein schönes Konzerthaus. Nicht mehr lang…« (schmunzelt) – naja, das ist also 41 Jahre her und heute noch ist es das selbe Thema … Und wie hat es sich ergeben, dass Ihnen das reine »Musikerdasein« nicht mehr ausreichte oder dass Sie etwas ändern wollten an Ihrer Tätigkeit? Im Büro gab es ja nur den Intendanten und eine Sekretärin, die auch die Dienstpläne gemacht hat. Und so wurde ich gefragt, ob ich ein bisschen helfen kann bei den Belangen des Orchesters – Anwesenheit der Musiker überprüfen,

Constantin Staicov, mittlere Reihe, 3. von links.

Constantin Staicov, von 1977 bis Mai 2018 bei der Südwestdeutschen Philharmonie.

Reisevorbereitungen treffen und so etwas in der Art. Das nannte man dann Orchesterinspektor. Ich wurde dann Nachfolger von Herrn Müller. Wir haben ja auch damals schon 100 bis 120 Konzerte im Jahr gespielt, dabei auch Chorkonzerte, Ballett und immer auch einmal Oper. Das klingt nach Vielfalt! Ja, genau. Und das ist es, was ich bis heute mag an der Philharmonie: wir sind ein Konzertorchester, aber doch hat man mal die Gelegenheit, auch Oratorienmusik, eine Oper oder ein Ballett zu spielen – diese Mischung fand ich früher und finde ich bis heute reizvoll und freue mich, dass sich das vom Grundsatz her auch nicht geändert hat. Wie kam man damals auf Sie? Mich hat Organisieren schon immer interessiert und daher war ich auch vorher schon im Orchestervorstand. Nun aber kam der Personalrat auf mich zu und so kam, dass ich zwar zu 100% im Orchester spielte, aber trotzdem ein bisschen bei der Organisation rund um das Orchester dabei sein konnte.


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Wie ließ sich das vereinbaren? Eine Zeit lang funktionierte das ganz gut, weil ich ja die Anwesenheit im Bus auf den Reisen immer nebenbei überprüfen konnte, die Reisen selbst habe ich einfach am Morgen vor den Proben oder danach dann organisiert. Aber als das Orchester dann immer mehr Konzerte machte und auch immer mehr auf Reisen war, musste ich mich entscheiden. So einfach nebenbei war das nicht mehr möglich. Und die Entscheidung fiel zu diesem Zeitpunkt dann wie aus? Ich hatte dann Glück und konnte mit 50% im Orchester als Konzertmeister bleiben und die anderen 50% wurden zu einer Orchesterinspektor-Stelle im Büro. Aber irgendwann hat sich das auch geändert – wie sind Sie zum Leiter des Künstlerischen Betriebsbüros geworden? Das hat sich erst mit Herrn Fehlmann wirklich ergeben. 2013 wurde diese Stelle hier eingerichtet und es war irgendwie für mich dann klar, dass ich diese Arbeit machen möchte. Mich zu kümmern um alle Belange des Orchesters: das war einfach mehr und mehr zu dem geworden, was ich gern mochte und so habe ich mich entschieden, ganz in das Büro zu wechseln. Neben Herrn Lorenz habe ich mit Herrn Fehlmann in den letzten Jahre besonders gut und außerordentlich gern zusammen gearbeitet. Hat sich denn auch die Beziehung zu den Kollegen geändert? Erst waren Sie gemeinsam Musiker im selben Orchester und dann haben Sie die Seiten gewechselt. Naja, im Herzen bin ich natürlich Musiker und liebe Musik. Ich habe dann also versucht, die Ängste, Sorgen und Bedürfnisse, die ich ja gut kannte und auch selbst erlebt hatte, mit in meine neue Aufgabe zu nehmen. Das war ein Vorteil. Schwierig war, dass ich mich jetzt auseinandersetzen musste, wenn zum Beispiel Regeln nicht eingehalten wurden. Fragen wie »Warum trägst du einen Anzug, heute war eigentlich Frack angesagt« oder »Weshalb warst du heute eine halbe Stunde zu spät in der Probe?«, die musste ich erst lernen zu stellen und im Zweifel auch Konsequenzen zu ziehen. Haben Sie denn herausragende Erlebnisse mit dem Orchester gehabt, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind? Ich fand schon besonders, dass wir viele sehr berühmte und hochwertige musikalischen Gäste hatten. Mein erstes Konzert 1977 zum Beispiel, da spielte der Flötist Jean-Pierre Rampal das Khatchaturian-Violinkonzert, bearbeitet von ihm selbst für diesen Flötisten, das fand ich schon sehr

besonders und ein großes Erlebnis. Es gab viele Konzerte mit namhaften Solisten wie Carreras, Domingo, Netrebko, um nur einige zu nennen. Ein bleibender Eindruck hat bei mir bis heute das Konzert mit Rostropowitsch hinterlassen. Und wenn Sie jetzt einen neuen Lebensabschnitte beginnen – was ist das lachende und was das weinende Auge? Gibt es sie Beide? Oh ja auf jeden Fall. Auf der einen Seite mag ich meine Arbeit sehr und habe hier viel aufgebaut, was mir einiges bedeutet und was ich gern erfülle. Auf der anderen Seite freue ich mich auch darauf, ohne ständigen Dienstplan zu leben. Dann kann ich selbst entscheiden, was ich wie und wann mache. Ich habe große Lust auch auf neue Aufgaben. Aber erstmal das eine und dann das andere. Ich bin gespannt und gucke erst einmal. Meinen ersten freien Tag werde ich wie einen schönen Sonntag genießen. Auch auf mehr gemeinsame Zeit mit meiner Frau freue ich mich sehr. Dann wünschen wir Ihnen möglichst viele schöne Sonntage, die Sie gemeinsam genießen können und viel Freude, Spaß und Erfolg bei allem, was Sie noch planen, entdecken und umsetzen. Alles Gute dafür und herzlichen Dank für das Gespräch! Das Gespräch führte Corinna Bruggaier

KURZ VORGESTELLT

Carolin Bergmann Das mache ich bei der Philharmonie: Die Position heißt »Leitung Künstlerisches Betriebsbüro«. Was man da tut? Organisieren, Kommunizieren, Disponieren, Agieren, Koordinieren, Analysieren, Informieren, Argumentieren, Kontrollieren, Arrangieren, Improvisieren … kurz gesagt: Das KBB ist das organisatorische Herzstück eines Orchesterbetriebs. Da komme ich her: Ich bin a frängisches Madla aus dem wunderschönen Bamberg. Das mag ich an Konstanz am liebsten: Bisher definitiv den See … und die Philharmonie ;-) Könnte ich es bestimmen, sähe der Konzertabend wie folgt aus: Bruckners 6. Symphonie in Dauerschleife.


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KAMMERKONZERT

Sonntag, 24. Juni 2018  |  11 Uhr  |  Wolkenstein-Saal im Kulturzentrum am Münster Konstanz Karten: 18 Euro · ermäßigt 14 Euro

Geräusch des Wassers Sakura

Folk-Song Gitarre solo Toshio Hosokawa *1955

Kuroda-bushi (Lied aus Koruda) aus: Two Japanese Folk-Songs für Solostimme und Gitarre Francesco Molino 1775 – 1847 Trio D-Dur op. 45 für Flöte, Viola und Gitarre Allegro Romanza. Adagio Rondo. Allegretto José María Sánchez-Verdú *1968

mizu no oto – Haiku für Shakuhachi und Gitarre PAUSE Toshio Hosokawa Atem-Lied für Bassflöte solo Tōru Takemitsu 1930 – 1996 Muir Woods für Gitarre solo aus: In the Woods Antonio Diabelli 1781 – 1858

Serenata Concertante op. 105 für Flöte, Viola und Gitarre Andante sostenuto Allegro moderato Adagio non tanto Scherzo. Presto – Trio. Allegretto Allegro non tanto Marcia. Allegro moderato

Tillmann Reinbeck gitarre Gabriel Ahumada flöte Irene Oesterlee viola

Platsch »Der alte Weiher. / Ein Frosch springt hinein. / Oh! Das Geräusch des Wassers«, lautet der meistzitierte unter den Haikus, jener traditionellen japanischen Kurzgedichtform. Matsuo Bashō (1644 – 1694) ist ihr berühmtester Vollender. Von ihm stammt auch besagter Frosch-Haiku. Aber wie klingt das, wenn ein plumper Frosch so respektlos die schöne Stille zerstört? Plopp? Platsch? Krawumm? Der spanische Komponist José María Sánchez-Verdú hat sich den Frosch-Haiku 1997 in seinem Stück mizu no oto vorgenommen und ist dem »Geräusch des Wassers« im Augenblick der Konfrontation mit dem Froschkörper auf den Grund gegangen: in einem Duett für Gitarre und Sha­ kuhachi, eine japanische Bambusflöte, die freilich auch durch eine moderne Flöte ersetzt werden darf. Töne, die aus dem Nichts kommen und am Ende dorthin entschwinden, aufblühende und zerfallende Klänge, expressive Kulminationen, die schnell wieder im atmenden Grundpuls der Kompositionen Beschwichtigung erfahren – das ist die Klangwelt von Toshio Hosokawa, wie sie sich auch in seinem Atem-Lied für Bassflöte (1997) darstellt. Luft- und Klappengeräusche, Flatterzunge und multiphone Spielweise fügen sich ein in den Atem-Rhythmus. Der 1955 in Hiroshima geborene japanische Komponist verbindet die Klangwelt der westlichen Avantgarde mit jener traditionellen seiner Heimat. Die Nachahmung der Natur spielt eine große Rolle in seinen Werken. In seinen Two Japanese Folk-Songs für Solostimme und Gitarre arrangierte er 2003 zwei traditionelle, sehr bekannte japanische Volkslieder, darunter Kuroda-bushi (Lied aus Koruda). Musik, die getragen wird von den zart getönten Farben japanischer Poesie. Immer schwingt auch der Klang der Koto mit, der traditionellen japanischen Zither, ist die melancholische Stimmung des Verblühens, des Zerfalls mitkomponiert: in brüchigen, zarten Klängen, die langsam veratmen. »Ich kann mir Tōru Takemitsu vorstellen, wie er durch Japan reist«, schrieb John Cage über den bedeutenden japanischen Komponisten, »um den Wind durch


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Tillmann Reinbeck begann mit acht Jahren das Gitarren-

unterschiedliche Bäume wehen zu hören und mit einer Gabe in die Stadt zurückzukommen. Diese Gabe besteht in der Umwandlung von Natur in Kunst«. Diese Worte kommen einem in den Sinn, wenn man Muir Woods hört, ein Stück für Solo-Gitarre, das Takemitsu kurz vor seinem Tod 1996, bereits im Krankenhaus liegend, komponierte. Es ist eines von drei Stücken der Sammlung In the Woods, von denen Takemitsu selbst gesagt hat, dass sie alle den Titel eines Platzes tragen, an dem sich ein wunderschöner Wald befinde. So bezieht sich Muir Woods auf einen Wald nahe San Francisco, wo riesige Mammutbäume in den Himmel ragen, was den Komponisten an die Gebrechlichkeit des Menschen angesichts der Natur erinnert haben soll. Muir Woods ist ein expressives Stück: Man stelle sich einen tiefen, dunklen Wald vor, in den sich nur ab und zu wärmende Sonnenstrahlen verirren. Hier und da ein Vogelruf. Sonst nichts als Mammutbäume, durch die leise der Wind weht.

Zart getönte Farben japanischer Poesie Geräusch des Wassers? Da denkt man an die Harfe … und die Gitarre natürlich, beides Instrumente, deren Arpeggien so schön Wellen und Kaskaden malen können. Das rechtfertigt den Blick zurück in die Hochzeit der Gitarre: Anfang des 19. Jahrhunderts bis in die 1830er Jahre (dann verdrängt vom Klavier und der Geige) erfreute sie sich größter Beliebtheit. Nicht zuletzt auch im Trio mit Flöte und

spiel. Schon früh faszinierte ihn die klangliche und stilistische Vielfalt und Expressivität der klassischen Gitarre. In seiner künstlerischen Arbeit spielt die fundierte Auseinandersetzung mit Musik der vergangenen Jahrhunderte ebenso eine wichtige Rolle, wie die Beschäftigung mit neuer und neuester Musik. Im Rahmen von Kammermusikkonzerten und als Solist gastiert er in zahlreichen großen Konzerthäusern weltweit. Tillmann Reinbeck unterrichtet mit großer Freude eine erfolgreiche Gitarrenklasse. Nach Lehraufträgen an den Musikhochschulen in Stuttgart und Trossingen, sowie an der Musikschule Konservatorium in Zürich erfolgte 2018 die Berufung auf eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart.

Viola. In den Salons des aufstrebenden Bürgertums – ob in Wien, Paris und London –, wo sich die reisenden Virtuosen die Klinke in die Hand gaben, war diese Besetzung ungeheuer beliebt. Unzählige Werke wurden für sie komponiert. Einige Werke stammen vom italienischen Gitarrenvirtuosen Francesco Molino, der 1818 nach Paris übersiedelte, wo er bis zu seinem Tod 1847 als Gitarrist, Lehrer und Komponist sehr erfolgreich war. Hier entstand auch sein Trio op. 45 (gedruckt 1827/28). Ein dreisätziges Werk im unterhaltsamen Divertimentostil: voller eingängiger Melodien, mit zwei schnellen, harmonisch reichen, witzigen Rahmensätzen und einer gesangvollen Adagio-Romanze in der Mitte. Auch Anton Diabelli, nicht nur als Verleger eine Schlüsselfigur im Wiener Musikleben dieser Zeit, machte sich als Gitarrenkomponist verdient und schrieb einige Werke für die aus heutiger Sicht so exotische Besetzung Flöte, Viola und Gitarre, darunter seine Serenata Concertante op. 105 (gedruckt 1817). Sie umfasst sechs Sätze, was für eine Serenade nicht ungewöhnlich ist. Denn der Begriff Serenade bezeichnet keinen festen Formtypus oder eine Gattung, sondern eher eine Tradition der gehobenen Unterhaltungsmusik adeliger und bürgerlicher Kreise. Verena Großkreutz


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Konstanzer MusikFestival 19. Juli bis 2. August 2018 Klassik • Jazz • Crossover

Özgür Aydin

Andrej Bielow

Alexey Stadler

Peter Vogel

Naoko Shimizu

Alexander Neubauer

© Privat

© Lukas Beck

© Privat

© Engelbert Rief

© Marie Staggat

© Angela Jimenez

© Marco Borggreve

im Festsaal des Steigenberger Inselhotel Konstanz • jeweils 20 Uhr

Alexandrina Simeon

Im Juli und August 2018 kommt es zur vierten Auflage des Konstanzer MusikFestivals. Innerhalb von 10 Tagen bietet es fünf einmalige Konzertabende auf höchstem Niveau. Donnerstag | 19. Juli • Eröffnungskonzert • Orchesterkonzert Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz Andrej Bielow Violine · Alexey Stadler Cello · Özgür Aydin Klavier

C. Saint-Saëns Cellokonzert Nr. 1 a-moll op. 33 – »La Muse et la Poète« op. 132 – Introduktion & Rondo capriccioso op. 28 M. Ravel »Tzigane« Rhapsodie für Violine und Orchester – Klavierkonzert G-Dur

Mittwoch | 25. Juli • Orchesterkonzert

Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim Andrej Bielow Violine · Naoko Shimizu Viola · Alexey Stadler Cello · Özgür Aydin Klavier · Peter Vogel Klavier J.S. Bach Klavierkonzert Nr. 1 d-moll BWV 1052 – J. Ch. Bach Konzert für Viola und Streicher c-moll P. Vogel Konzert für Klavier und Orchester (UA) – W.A. Mozart Violinkonzert Nr. 5 A-Dur KV 219 J. Haydn Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob. VIIb:1

Donnerstag | 26. Juli • Kammermusikabend

Andrej Bielow Violine · Naoko Shimizu Viola · Alexey Stadler Cello · Özgür Aydin Klavier A. Dvořák Klavierquartett Nr. 2 Es-Dur op. 87 – J. Brahms Klavierquartett Nr. 1 g-moll op. 25

Mittwoch | 1. August • Kammermusikabend

Naoko Shimizu Viola · Alexander Neubauer Klarinette · Özgür Aydin Klavier W.A. Mozart »Kegelstatt-Trio« Es-Dur KV 498 – F. Poulenc Sonate für Klarinette und Klavier R. Schumann »Märchenbilder« für Viola & Klavier op. 113 – M. Bruch 4 Stücke für Klarinette, Viola & Klavier op. 83

Donnerstag | 2. August • Classic meets Jazz

Alexandrina Simeon voc · Christian Maurer sax · Peter Vogel pn · Dragan Trajkovski bs · Franz Trattner dr Bearbeitungen von Bach, Beatles, Brahms, Debussy, Gershwin, Joel sowie Songs und Tunes von Peter Vogel

Information | Kartenvorverkauf in Konstanz Tourist-Information Konstanz +49 (0) 7531 1330-30 Südkurier Service-Center 0800 999-1777 de ’Bleistift +49 (0) 7531 917 080

Erstmals können die Konzertbesucher zu ihrem Konzertticket zu einem Aufpreis von 42,- a ein 3-Gänge-Menü buchen, das am Konzerttag ab 18:00 Uhr in der Dominikanerstube des Steigenberger Inselhotels serviert wird (auch online buchbar unter www.reservix.de). Künstlerische Leitung: Peter Vogel Weitere Informationen finden Sie unter: www.konstanzer-musikfestival.de | www.birdmusic.de Änderungen vorbehalten


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KOLU MN E

tobias bücklein

Konstanz im Wechsel! Es ist eine Ewigkeit her, dass ich das erste Mal mit der Südwestdeutschen Philharmonie (damals noch Bodensee-Sinfonieorchester) in Berührung kam: Vor etwa 30 Jahren spielte ich aushilfsweise die Celesta bei den Bildern einer Ausstellung von Mussorgski. Und gleich beim zweiten Konzert machte ich die Bekanntschaft mit einem für mich unerwarteten Detail des Orchestermusikerlebens: Das Ensemble fuhr zu einem Gastspiel ins Schwäbische, und ich hatte mich nach Besteigen des Busses nichtsahnend auf einen der freien Plätze gesetzt. Freundlich, aber sehr bestimmt forderte mich einer der nachfolgenden Musiker auf, »seinen Stammplatz« sofort zu verlassen. Alle Mitglieder des Orchesters hätten ihren festen Sitz im Bus, und für Aushilfen wie mich wäre im hinteren Bereich noch etwas frei. Diese Begebenheit fiel mir ein, als ich vor wenigen Wochen mit einer Schlagerproduktion auf Tournee war: Jeden Tag saß ich mehrere Stunden im Kleinbus, jeden Tag erreichten wir einen neuen Auftrittsort, jeden Tag schlief ich in einem anderen Bett und frühstückte in einem anderen Hotel. Was mir vor 30 Jahren etwas kleinkariert und unflexibel erschienen war, bekam plötzlich Sinn: Wenn sich alles um einen herum ändert, will man wenigstens ein paar Konstanten im Leben haben. Und sei es der feste Platz im Bus. Vermutlich brauchen auch Sie auf Reisen etwas Beständigkeit, um sich wohlzufühlen. Manche nehmen nur ihr Kopfkissen mit in Urlaub. Oder die Espressomaschine. Andere reisen am liebsten immer an denselben Ort und mieten dieselbe Ferienwohnung. Und dann gibt es natürlich auch noch Touristen, die gleich alle Freunde, den Thermomix und deutsches Bier mitnehmen, damit in der Fremde möglichst alles so bleibt wie zu Hause. Diese Bandbreite zwischen Konstanz und Wechsel kennzeichnet auch unser Verhältnis zum Alltag. Rituale wie die morgendliche Yoga-Sitzung, das Tischgebet oder die Gute-Nacht-Geschichte geben vielen hilfreiche Struktur. Andere dagegen leben geradezu im Korsett: Ihre Woche ist von festen Bürozeiten bis zum wöchentlichen Stammtisch und dem »heiligen« Tatort am Sonntag voll durchgetaktet. Bildlich gesprochen bleiben

sie Tag und Nacht auf ihrem Stammplatz sitzen und steigen auf der Lebensreise gar nicht mehr aus dem Bus aus. Auf der oben angesprochenen Schlagertour lernte ich an einem freien Abend eine ganz andere Strategie kennen: Ein Freund, der Violinist im Gewandhausorchester ist, nahm mich zu einer Aufführung von Wagners Siegfried in die Oper Leipzig mit und wollte besonders früh dort sein. Denn im Orchestergraben dort gibt es keine festen Plätze für die Musiker. Jeder Streicher sucht sich Abend für Abend den Stuhl aus, an dem er sich wohl fühlt – solange er noch frei ist. Manche bevorzugen dabei die vordere Wand des Orchestergrabens, an der man vom Publikum nicht gesehen wird. Andere sitzen gerne möglichst weit beim Dirigenten, wo man den besten Kontakt hat. Die dritten musizieren gerne neben einem bestimmten Kollegen. Wer zu spät kommt, muss nehmen, was übrig ist. Da also die meisten Musiker jeden Abend an einem neuen Platz sitzen, ergibt sich ein täglicher Wechsel. Und wenn man sich daran gewöhnt hat, ist das ja auch wieder eine Konstante: »Nix is fix«, wie der Bayer sagt. Wie im richtigen Leben. Denn wenn wir uns erst einmal damit abgefunden haben, dass sich die Welt täglich dreht und nicht einmal die Zellen in unserem Körper dauerhaft Bestand haben, dann können wir sie schätzen: Die Konstanz im Wechsel.

Tobias Bücklein ist Musiker, Moderator, Kabarettist und produziert seit vielen Jahren Shows für Unternehmen, die Bühne und das Fernsehen. Der Kommunikationskünstler unterhält sich gerne mit interessanten Persönlichkeiten und präsentiert diese Gespräche regelmäßig im TV oder unter www.inseldenker.de. Ende letzten Jahres erschien sein Buch: »Feierkunst – Leuchtende Augen statt hohler ­Rituale. Wie Sie mit klaren Zielen budgetbewusst feiern.« (ISBN 978-3-86623-584-7).


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GASTKONZERT

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 20.30 Uhr | Rathausplatz Singen Karten: 49 ∙ 42 Euro Karten und Informationen: Kultur und Tourismus Singen, Telefon: 07731 85-504

Klassische Musik trifft Artistik Julius Fučík 1872 – 1916 Julian Button

Einzug der Gladiatoren Marsch

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 Die Hochzeit des Figaro Ouvertüre Twin Spins

Johann Strauß (Sohn) 1825 – 1899

Johannes Brahms 1833 – 1897

Tritsch-Tratsch-Polka

Ungarischer Tanz Nr. 5

Zirkus-AG Friedrich-Wöhler-Gymnasium

Zirkus-AG Friedrich-Wöhler-Gymnasium

Michail Michailowitsch Ippolitow-Iwanow 1859 – 1935 Kaukasische Skizzen Festzug des Sardar Duo Yingling

Peter Iljitsch Tschaikowski Der Nussknacker Blumenwalzer Julian Button

Jean Sibelius 1865 – 1957 Finlandia Sinfonische Dichtung 3 Funky Monkeys

Giuseppe Verdi 1813 – 1901

Macht des Schicksals Ouvertüre Duo Yingling

Peter Iljitsch Tschaikowski 1840 – 1893 Der Nussknacker Trepak, russischer Tanz Julian Button

3 Funky Monkeys

Pietro Mascagni 1863 – 1945

Jacques Offenbach 1819 – 1880

Cavalleria rusticana Intermezzo

Antonín Dvořák 1841 – 1904

Symphonie Nr. 9 Aus der neuen Welt 3. Satz

Orpheus in der Unterwelt Cancan

Farellos

Camille Saint-Saëns 1835 – 1921 Danse Macabre sinfonische Dichtung Twin Spins Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow 1844 – 1908

Das Märchen vom Zaren Saltan Hummelflug Interludium Farellos

PAUSE

Gáber Káli dirigent


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Zirkuswelten Im Rahmen des musikalischen Kulturschwerpunkts der Stadt Singen 2018 – »Singen im Takt« – steht den Musikfreunden am Mittwoch, 27. Juni um 20.30 Uhr auf dem Rathausplatz unter dem Titel Zirkuswelten ein Novum ins Haus: Symphoniekonzert mit Artistik, so lautet die Formel beim ungewöhnlichen Showprogramm in der Hohentwielstadt. Umrahmt von bekannten Klassikmelodien der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter der Leitung von Gábor Káli präsentieren international renommierte Artisten ihr Können.

Minutiös aufeinander abgestimmt Musik und Artistik sind minutiös aufeinander abgestimmt. Die Musikauswahl umfasst populäre Werke von Wolfgang Amadeus Mozart bis Jean Sibelius. Das Programm moderiert der Zauberer Julian Button. Als weitere Artisten wirken mit: das Duo Yingling (chinesische Hebeakrobatik), 3 Funky Monkeys (Akrobatik an der Vertikalstange mit Breakdance-Einlagen), die Twin Spins (Diabolo), die Farellos (Einrad-Comedy) sowie die Zirkus-AG des

Friedrich-Wöhler-Gymnasiums Singen unter der Leitung von Klaus Riedel, der seit vielen Jahren auch als Ein-MannZirkus Klarifari vom Burgfest auf dem Hohentwiel bekannt ist. Beat Fehlmann, Intendant der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, hat viel Erfahrung mit ähnlichen Projekten. Das Orchester feierte damit beispielsweise große Erfolge in Luzern und Ludwigshafen am Rhein. Das Programm vom 27. Juni 2018 unter einem Zeltdach auf dem Rathausplatz wurde aber eigens für Singen konzipiert und ist der erste Open-Air-Auftritt des Konstanzer Orchesters dieser Art. Gábor Káli, in Budapest geboren, studierte zunächst Klavier am Béla-Bartók-Konservatorium, später Dirigieren bei Tamás Gál an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest sowie bei Lutz Köhler und Harry Curtis an der Universität der Künste Berlin. Seit 2015 ist Gábor Káli Erster Stellvertreter des Generalmusikdirektors am Staatstheater Nürnberg. 2016 gab er sein Debüt mit der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Am 14. Januar 2018 gewann er den Ersten Preis beim Dirigierwettbewerb in Hongkong.

Bei den Zirkuswelten werden 1194 Plätze auf einer nicht überdachten Tribüne und 382 Plätze unter dem Zeltdach angeboten. www.singenimtakt2018.de


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SUMMERSPECIAL

Freitag, 29. Juni 2018  |  19 Uhr  |  Dachterasse der IHK Hochrhein-Bodensee Konstanz Sonntag, 1. Juli 2018  |  16 Uhr  |  Steganlage Konstanzer Yachtclub, Seestraße 33 Karten: IHK 18 Euro · ermäßigt 14 Euro  |  Yachtclub: Eintritt frei

Apéro-Konzert Wer ihn einmal gehört hat, wird ihn nie mehr vergessen: Django, was soviel heißt wie »Ich erwache«, ist das unkonventionellste Genie der Jazzgitarristen.

Django’s Tigers Alexander Palm gitarre Pawel Katz violine Ivo Kova klavier Gabriele Basilico bass

Ein großer Spaß Jean »Django« Reinhardt ist etwas gelungen, von dem viele Künstler träumen, aber nur die wenigsten wirklich schaffen – einen eigenen Stil zu prägen. Aus dem New-Orleans-Jazz der 1920er Jahre, den französischen Walzern und der traditionellen Spielweise der Romamusik kreierte Reinhardt den so genannten Gypsy Swing. Mit diesem Stil hat der Musiker viele Menschen inspiriert. Einer von ihnen ist Pawel Katz, erster Geiger bei der Südwestdeutschen Philharmonie. Seit 2006 ist er festes Mitglied des Orchesters. Wenn er nicht gerade mit der Philharmonie unterwegs ist, dann geht er seiner anderen Leidenschaft nach: der Musik von Django Reinhardt. Gemeinsam mit den Musikerkollegen Alexander Palm, Ivo Kova und Gabriele Basilico spielt er unter dem Namen Django`s Tigers Werke des Jazzgeigers. Warum sie das tun? »Die musikalische Bedeutung Django Reinhardts ist auch deshalb so unschätzbar, weil er Traditionen, Stile und Kulturen in ihrer Individualität erkannte und sie dennoch zu etwas Gemeinsamem verband«, heißt es in der Selbstbeschreibung des Ensembles. Pawel Katz selbst hat sich früh mit dem Django-Virus infiziert, wie er im Gespräch erklärt: »Ich war vielleicht so 12 Jahre alt, die Art der Musik, die Leichtigkeit der Improvisation, das hat mich fasziniert«, so der Violinist. Es war auch eine ganz andere Welt als das, was er in seiner Musikerausbildung tagtäglich lernte. Katz begann seine klassische Ausbildung

an der Geige im Alter von fünf Jahren in Moskau, acht Jahre später ging die Familie nach Berlin, Katz blieb seinem Instru­ ment treu, entdeckte aber auf einem Flohmarkt eine alte Aufnahme von Reinhardt-Werken. »Die konnte ich nicht mehr aus der Hand legen, ich habe sie gehört, bis die Kassettenbänder gerissen sind«, erinnert sich der Musiker.

Ich habe sie gehört, bis die Kassettenbänder gerissen sind Dass sich die Geige auch als Jazz-Instrument eignet, bemerkt er so fast eher beiläufig. Aber die Leidenschaft für die Musik von Django Reinhardt behält er sich auch während seines Studiums in Berlin. Am Anfang habe es da durchaus Berührungsängste gegeben, diese Musik auch selbst zu spielen: »Für klassische Musiker ist es mindestens ungewohnt, ohne Noten zu spielen, da muss


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man sich erst dran gewöhnen«, sagt Katz. Vielleicht auch deshalb war das erste, was er vor dem Spielen der Reinhardt-Musik gemacht hat, die Noten original zu transkribieren. »Das gab es bislang nicht, niemand hatte sich die Mühe gemacht«, so Katz. Stück für Stück hat er sich dann rangetastet an das große Werk: »Wir haben am Anfang vor allem die originalen Arrangements und Improvisationen nachgespielt, inzwischen gehen wir freier damit um, improvisieren selbst dazu und entwickeln eigene Stücke daraus«, beschreibt Pawel Katz den Annäherungsprozess. Der Weg war lang, der Respekt vor dem Wirken von Django Reinhardt groß. »Es so leicht klingen zu lassen, wie es bei Reinhardt klingt, das war die größte Herausforderung«, sagt Katz. Inzwischen fühlt sich das Ensemble sehr wohl mit den Klängen und der eigenen Arbeit daran: »Für uns alle ist das ein großer Spaß, wir stehen mit Freunden auf der Bühne und können diese großartige Musik spielen. Für mich ist das auch eine schöne Ergänzung zu der Arbeit im Orchester«, beschreibt Pawel Katz den Reiz am Musizieren mit Django’s Tigers. Seit fast drei Jahren gibt es das

Ensemble jetzt, sie spielen immer wieder Konzerte, zuletzt waren sie auch in Korea auf Tournee. Eine eigene CD ist auch bereits erschienen: Auf Tribute to Reinhardt and Grapelli spielen Django`s Tigers ihre Lieblingsstücke aus dem Reinhardtschen Kosmos. Dass Django Reinhardt sein Werk auch nach dem Zweiten Weltkrieg fortführen konnte, war vor allem Glück. Als Sinti war er ständig in Gefahr von den Nazis deportiert zu werden. 1943 versuchte Django Reinhardt in die Schweiz zu gelangen, wurde aber an der Grenze zurückgewiesen. Nach Paris zurückgekehrt, bewahrten ihn offenbar seine Berühmtheit und die Beliebtheit seiner Musik bei der französischen Bevölkerung (und wohl auch bei einigen Besatzungsoffizieren) davor, wie viele seiner Verwandten verfolgt und in einem Konzentrationslager umgebracht zu werden. Bis zum Ende des Krieges blieb er unbehelligt in Paris, hielt sich aber bedeckt und mied die Öffentlichkeit. Reinhardt stirbt am 16. Mai 1953 an den Folgen eines Schlaganfalls in Fontainebleau. Michael Lünstroth

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Eine der g

roßen Ope rn der Welt! bühnen

Barbier von Sevilla

Teatro la Fenice Venedig für Liebhaber und Kenner!

Photo: Michele Crosera

4 Tage 26.-29.10.2018 Barbier von Sevilla 1.Tag ________________________________________________________________________________________ Anreise mit Mittagsaufenthalt in Como.(2 Stunden Aufenthalt). Am Abend erreichen Sie Ihr schönes Hotel in Lido di Jesolo, nur ca. 100 m vom Strand entfernt. Abendessen im Hotel. 2.Tag ________________________________________________________________________________________ Heute Vormittag Schifffahrt über die Lagune von Punta Sabbioni nach Venedig. Venedig – eine der schönsten und faszinierendsten Städte der Welt! Überzeugen Sie sich davon bei Ihrer Stadtführung: der Markusplatz, die Markuskirche, der Dogenpalast, die Seufzerbrücke, der Canal Grande… Nach Ihrer Führung haben Sie Freizeit. Am Nachmittag Schifffahrt mit Reiseleitung in die Lagune zur – weltberühmt durch das „Murano-Glas“. Rückfahrt mit dem Schiff. Abendessen im Hotel.

Murano

Insel

3.Tag ________________________________________________________________________________________ Lassen sie den heutigen Morgen gemütlich angehen. In Ruhe ausschlafen, etwas länger frühstücken oder ein entspannter Morgen-Spaziergang am Meer.... erst am späten Vormittag fahren Sie mit dem Schiff wieder nach Venedig. Am Nachmittag erwartet Sie der kulturelle Höhepunkt der Reise: das Teatro la Fenice. Das ist eine der großen Opernbühnen der Welt - mit einer bewegten Geschichte dazu… Nicht weniger als drei Mal hat das Opernhaus gebrannt! Das letzte Mal erst im Jahre 1996, hier fielen fast 80 % des Gebäudes einer Brandstiftung zum Opfer. Das jetzige Gebäude ist eine exakte Wiederherstellung der historischen Bausubstanz aus dem Jahre 1873, mit hochmoderner Theatertechnik, einer beeindruckenden Akustik und mit Platz für ca. 1000 Zuschauer. Nach der Aufführung Rücktransfer mit Schiff und Bus zum Hotel, Abendessen im Hotel.

Teatro la Fenice

4.Tag ________________________________________________________________________________________ Rückreise mit einer Mittagspause in Bozen (2 Stunden Aufenthalt) der Südtiroler Landeshauptstadt mit ihrem wunderschönen Zentrum rund um den Waltherplatz. Abf.-Route: Radolfzell P - Überlingen - Meersburg - Friedrichshafen - Lindau P - Hohenems P

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Lido di Jesolo im 4****-Hotel Eden (www.edenhoteljesolo.it) ✔ 3x Abendessen im Hotel ✔ ✔ ✔ ✔

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alle Schifftransfers laut Programm 1x Stadtführung in Venedig 1x Besichtigung Glasbläserei in Murano 1x Reiseleitung für den Ausflug nach Murano

✔ 1x Eintrittskarte für das Teatro la Fenice, Kategorie Galleria oder Loggione, zentraler Sektor Nur im Leistungsblock genannte Eintritte inklusive. In Italien erwägen einige Städte eine Übernachtungssteuer einzuführen. Sie ist ggf. vom Reisegast vor Ort zu entrichten.

Achtung: Wegen früher Kartenabstimmung frühe Buchung ratsam!

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SONDERKONZERT

Donnerstag, 14. Juni 2018, 19 Uhr, Premiere Samstag, 16. Juni 2018, 19 Uhr  |  Montag, 18. Juni 2018, 19 Uhr  |  Mittwoch, 20. Juni 2018, 19 Uhr  |  Sonntag, 24. Juni 2018, 19 Uhr Dienstag, 26. Juni 2018, 19 Uhr  |  Donnerstag, 28. Juni 2018, 19 Uhr  |  Sonntag, 1. Juli 2018, 19 Uhr Mittwoch, 4. Juli 2018, 16 Uhr (schon am Nachmittag)  |  Samstag, 7. Juli 2018, 19 Uhr  |  Montag, 9. Juli 2018, 19 Uhr

La Juive (DIE JÜDIN) Oper von Jacques Fromental Halévy in einer Bearbeitung von Alexander Krampe, Libretto von Eugène Scribe Aufführung in französischer Sprache.

Hermann Dukek musikalische leitung Johannes Schmid inszenierung Michael S. Kraus ausstattung Steffen Schreyer choreinstudierung Serge Honegger dramaturgie Vokalensemble Konstanz Kristian Benedikt Gustavo De Gennaro eléazar ein Goldschmied Yana Kleyn rachel, seine tochter Francisco Brito léopold, reichsfürst Justyna Samborska prinzessin eudoxie Tadas Girininkas kardinal brogni Vladislav Pavliuk ruggiero, hauptmann

Karten (inkl. Pausengetränk): 48 Euro Schüler/Studierende: 28 Euro Freie Platzwahl. Rollstuhlfahrer bitte anmelden! Dauer: ca. 3 Stunden, inkl. einer Pause im 2. Teil Einführung: Jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Astoriasaal, Katzgasse 7 (Dauer ca. 20 Minuten), auch bei Regen. Spielorte: Innenhof Kulturzentrum am Münster (Zugang über die Torgasse), Concept Store Sankt Johann, Lutherkirche. Bei Regen findet die Vorstellung in der Lutherkirche statt, bei unsicherem Wetter Infos unter 07531 363 27-29. Bewirtung: Curry Constanz mit folgenden Angeboten: »Abendkleid« umfasst Currywurst und Champagner (auch im VVK erhältlich!) »Minirock« beinhaltet Currywurst und Sekt »Blaumann« vereint ganz traditionell Currywurst mit Bier

www.konstanzer-konzil.de/lajuive


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Grand Opéra Zum Finale des Konziljubiläums und zum Abschluss im »Jahr der Kultur« kommt die Grand Opéra La Juive (Die Jüdin) am Ort ihres eigentlichen Geschehens zur Aufführung – an verschiedenen Schauplätzen in der Altstadt von Konstanz. Der urbane Raum wird zum Bühnenbild und verknüpft den Opernstoff mit vergangenen Epochen und unserer eigenen Gegenwart. Das romantisch-dramatische Werk wird von einem hochkarätigen Sängerensemble zusammen mit der Südwestdeutschen Philharmonie und dem Vokalensemble Konstanz umgesetzt. Das 1835 uraufgeführte Werk von Jacques Fromental Halévy greift inhaltlich nicht nur historische Begebenheiten rund um das Konstanzer Konzil auf; es stellt auch einen künstlerischen Beitrag zur Debatte dar, wie sich eine Gesellschaft organisieren soll, wenn sie sich auf die Prinzipien der Aufklärung beruft. Die Oper gelangt in einer speziell für die Südwestdeutsche Philharmonie erstellten Fassung von Alexander Krampe zur Aufführung. Die Stationen, denen das Publikum während der Aufführung folgt, umfassen eine Freilichtsituation im Innenhof des Kulturzentrum am Münster, den kammerspielhaften Innenraum des Sankt Johann, die Lutherkirche sowie die Wege dazwischen.

Urbaner Raum wird zum Bühnenbild Zusammen mit dem Vokalensemble Konstanz (Einstudierung: Steffen Schreyer) interpretiert ein internationales Sängerensemble unter der musikalischen Leitung von Hermann Dukek das Meisterwerk Halévys. Gesungen wird in der Originalsprache Französisch, der Handlung lässt sich aber gleichwohl mühelos folgen. Das Inszenierungsteam verbindet die unterschiedlichen Spielorte mit einer Bildsprache, die sich einfacher, aber wirkungsvoller visueller Zeichen bedient (Ausstattung: Michael Kraus). Johannes Schmid, der Regisseur der Produktion, ist bekannt für seine präzise Schauspielerführung. Seine letzten Arbeiten waren u. a. am Teatro della Scala in Mailand, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf und bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Auf der Pariser Opernbühne wurde das mittelalterliche Konstanz und sein Konzil 1835 bei der Uraufführung mit riesigem Pomp in Szene gesetzt. Zwischen den intimeren

14. Juni bis 09. Juli 2018

La Juive Oper im Stadtraum Vorverkauf ab Dezember 2017

Informationen unter: www.konstanzer-konzil.de/lajuive

kammerspielhaften Momenten fanden eindrückliche Massenszenen statt. Diese befriedigten die Spektakellust des Pariser Publikums und vergegenwärtigten jene Zeit, als die mächtigen Vertreter von Kirche und Politik aus ganz Europa zwischen 1414 und 1418 am Bodensee weilten. Im Zentrum der Opernhandlung stehen der jüdische Goldschmied Éléazar und »die Jüdin«, seine Ziehtochter Rachel. Aufgrund von religiösem Fanatismus, Rachedurst und amourösen Verwicklungen kommt es zu einer fatalen Gemengelage. Am Ende wird Rachel von Vertretern des Konzils zum Tod verurteilt. Die mittelalterliche Stadt am Bodensee, die europäische Dimension des Konzils sowie die Auseinandersetzungen um kontroverse gesellschaftliche Fragen stellten für eine Grand Opéra aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen äußerst attraktiven Gegenstand dar: Die 1830er-Jahre fallen nämlich in eine Zeit der Liberalisierung und gesellschaftlichen Öffnung. Kontroverse Themen konnten ungeschminkter und offensiver zur Darstellung gebracht werden. Vor dem Hintergrund einer fernen, historischen Zeit zeigen Komponist und Librettist die Folgen eines von Irrationalität geprägten Weltzugangs. So werden von den Figuren in der Oper sämtliche Möglichkeiten zu einem Kompromiss ausgeschlagen. Die Qualität von Halévys und Scribes Grand Opéra besteht darin, dass sie sich weder ideologisch vereinnahmen lässt, noch für simplifizierende Aussagen hergibt. Zum Abschluss des Konziljubiläums wird mit »La Juive« an die Rolle der Kultur erinnert, die darin besteht, ein Gespräch zu eröffnen. Die Musik Halévys transportiert die Aufforderung zur Toleranz in unsere Gegenwart. Serge Honegger


2018 CHORFESTIVAL

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CHORNACHT 6. JULI BRAHMS-REQUIEM 13. JULI OPEN AIR 20. + 21. JULI VOCES 8 24. JULI WWW.CHORFESTIVAL-KONSTANZ.DE

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TAKT-ZAHL

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Jahre

… beträgt meist die Vertragsdauer von Intendanten und Chefdirigenten. Eine recht lange und gleichzeitig ein relativ kurze Zeit, wenn man bedenkt, mit welchem zeitlichen Vorlauf Konzerte geplant werden. (BF)

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Internationale Sommerakademie in Radolfzell mit Meisterkursen für Violine, Violoncello und Klavier vom 31. Juli bis 8. August 2018 und Dirigieren in Kooperation mit der Südwestdeut­ schen Philharmonie Konstanz vom 9. bis 14. September 2018 Schon ein Vierteljahrhundert verleiht die INTERNATIONALE SOMMER­ AKA­DEMIE dem kulturellen Leben der Stadt Radolfzell durch unvergess­ liche musikalische Erlebnisse mit jungen Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichen Ländern einen einzigartigen Flair. Termine der zahlreichen spannenden Konzerte finden Sie unter www.radolfzell.de/sommerakademie Karten und Informationen für die Konzerte: Musikschule Radolfzell, Güttinger Straße 19, 78315 Radolfzell, Telefon 07732 81396


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SONDERKONZERT

Donnerstag, 5. Juli 2018  |  20 Uhr  |  Schlossgarten Insel Mainau (wettersicheres Sonnendach) Karten: 42 · 29 · 18 Euro Mit der Konzertkarte erhalten Sie ab 17 Uhr freien Eintritt auf die Insel Mainau. Das Parken auf dem Festlandsparkplatz und die Fahrt mit dem Inselbus sind für Konzertgäste kostenfrei. In Kooperation mit den Opernfestspielen Heidenheim.

Mainau Open Air Oper in vier Akten – Dichtung von Temistocle Solera Giuseppe Verdi 1813 – 1901

Nabucco konzertant

Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn Antonio Yang nabucco Ira Bertman abigaille Katerina Hebelkova fenena León de la Guardia ismaele Randall Jakobsh zaccaria Eva Bauchmüller anna Musa Nkuna abdallo Andrew Nolen hohepriester des baal Marcus Bosch erster gastdirigent

Besseres Wetter »Se non è vero, è ben trovato« – »Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden«, lautet eine italienische Redensart. Man kann sie vielleicht auf die Entstehungsgeschichte von Giuseppe Verdis Nabucco anwenden: Der Komponist steckte in einer Lebenskrise, seine beiden Kinder und seine junge Frau Margherita waren innerhalb kürzester Zeit gestorben, die zweite Oper Un giorno di regno, eine komische Oper, war beim Publikum durchgefallen. Verdi, noch keine 30 Jahre alt, wollte das Komponieren aufgeben. Da drängte ihm Bartolomeo Merelli, der Operndirektor der Scala in Mailand, der trotz des Misserfolgs von Un giorno di regno an den Komponisten glaubte, ein Libretto von Temistocle Solera auf. Fast 40 Jahre später hielt er in seinen Erinnerungen fest: »Zuhause angelangt, warf ich das Heft mit einem heftigen Stoß auf den Tisch.

Im Fallen hatte sich das Manuskript geöffnet, und ohne, dass ich es wusste wie, hefteten sich meine Augen auf die Seite, die offen vor mir lag, und jener Vers blickte mir ins Gesicht: »Va‘, pensiero, sull’ali dorate« (Flieg, Gedanke, auf goldenen Flügeln…, es sind die Worte des berühmten Gefangenenchors).« Verdi ist gepackt, liest sich fest, geht zu Bett, kann nicht schlafen, liest das Libretto »so oft, dass ich am Morgen Soleras Libretto vollkommen auswendig weiß…«, und beginnt zu komponieren: Eine Sternstunde der Inspiration, ausgelöst durch einen starken Operntext, der sogleich musikalische Bilder im Komponisten entstehen lässt und auch sein dramaturgisches Gespür in der Zusammenarbeit mit dem Librettisten entfacht.

Eine Sternstunde der Inspiration Nabucco – der Titel ist die verkürzte Form des italianisierten Namens von König Nebukadnezars – enthält vieles, was es für eine spannende Opernkonstellation braucht: Zwei verfeindete Volksgruppen, die gefangenen Hebräer und die grausamen Babylonier. Einen mächtigen König, Nabucco, der den Tempel der Hebräer in Jerusalem zerstört hat, als Gott der Babylonier gesehen werden will und dafür mit Wahnsinn geschlagen wird. Eine machthungrige Frau, Abigail, die sich für die erstgeborene Tochter Nabuccos hält, aber nur eine Sklavin ist und trotzdem die Macht an sich reißen will. Eine sanftmütige Tochter, Fenena, Liebling Nabuccos und von ihm eingesetzte Nachfolgerin, die in Abigail flammende Eifersucht weckt. Dazu eine


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Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen diesen beiden Frauen und Ismaele, dem Neffen des hebräischen Königs. Mit dem eindringlichen Hohepriester der Hebräer, Zaccaria, und dem Baalspriester der Babylonier stehen sich schließlich auch zwei rivalisierende geistliche Anführer gegenüber. Dazu spielt im Grunde sowieso der Chor die eigentliche Hauptrolle: er spiegelt Aufruhr, Angst, Entsetzen und Hoffnung, seine Kraft kommt vielleicht am besten zur Geltung, wenn die Melodie, wie im Gefangenenchor, einstimmig vorgetragen wird. Jedem der vier Akte steht ein Motto und ein Zitat aus dem Buch Jeremias voran: Jerusalem – Der Frevler – Die Prophezeiung – Das zerbrochene Götzenbild. Verdi wendet sich ab von der Gliederung in Nummern hin zu geschlossenen musikalischen Szenen mit starken Charakteren. Die Uraufführung der Oper am 9. März 1842 machte den Komponisten schlagartig berühmt – sicher auch, weil er einen Nerv der Zeit traf. In den gefangenen Israeliten sahen die Italiener sich selbst in ihrem Kampf gegen die Herrschaft der Habsburger, in ihrem Einsatz für das Risorgimento, die politische Einigung Italiens. Der Gefangenenchor,

Der Tschechische Philharmonische Chor Brünn gehört heute zu den renommiertesten professionellen Ensembles Europas. Ein gleichermaßen vielfältiges wie umfassendes Repertoire zeichnet diesen Chor aus. Es umfasst in erster Linie Oratorien und Kantaten, in letzter Zeit wurde es auf Opern aller Musikepochen ausgeweitet. Er bestreitet an die 90 Konzerte im In- und Ausland pro Jahr.

die heimliche Nationalhymne Italiens, erklang nicht zuletzt bei der Beisetzung des Komponisten, geleitet von Arturo Toscanini. Unvergesslich die Bilder, als bei der Generalprobe der Bregenzer Festspiele 1993 just zum Gefangenenchor ein heftiger Gewitterregen niederging und klatschnasse Chorsänger an Gitterstäben rüttelten. Möge den Künstlern und dem Publikum auf der Mainau ein besseres Wetter beschieden sein! Katharina von Glasenapp

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MS EUROPA – Entdeckerreise über den Pazifik

MS EUROPA für max. 400 Gäste 204 Außensuiten mit Meerblick nahezu alle mit Veranda Kulinarische Vielfalt in vier Restaurants Traditionelles Kreuzfahrterlebniss inkl. Kapitänsdinner 5*****+ lt. Berlitz Cruise Guide 2018

Von Valparaiso nach Thaiti mit der EUROPA Exotische Inseln, zahllose Geschichten, Osterinseln oder Marquesas für Entdeckerherzen, entspannte Seetage für Müßiggänger. 05.01. – 26.01.2019 21 Tage, Reise Nr. EUR1901, Seereise inkl. An- und Abreisepaket (Veranda Suite Kat 4, Doppelbelegung) Unser Preis p. P. ab

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Bei Buchung dieser Reise bis zum 01.06.2018 schenken wir Ihnen ein Genießerpaket für Getränke, SPA, Internet und Landausflüge im Wert von p. P. 500,- €.

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SONDERKONZERT

Sonntag, 22. Juli 2017 | 11 Uhr | Stadtgarten Konstanz Eintritt frei. Bei schlechtem Wetter Infos zum Ort unter 07531 3632729.

Finale & Klassik am See Abschlussfest zum Konziljubiläum

AntonÍn Dvořák

Machen Sie mit!

Adagio – Allegro molto Largo Scherzo: Molto vivace Allegro con fuoco

Gemeinsam mit der Konzilstadt Konstanz hat die Südwestdeutsche Philharmonie das Projekt »side by side« initiiert. Gemeinsam können Amateure »Seite an Seite« mit den Profis der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz unter der Leitung von Markus Huber musizieren.

Symphonie Nr. 9 c-Moll op. 95

Markus Huber dirigent

An wen richtet sich dieses Projekt? Alle Interessierten, die ein Orchesterinstrument spielen. Kann ich mich noch anmelden? Ja. Anmeldeschluss ist der 15. Juni 2018.

13 Uhr 600 Jahre Konstanzer Konzil – 5 Jahre Konziljubiläum Höhepunkte des Konziljubiläums und Blick in die Zukunft 18 Uhr Multireligiöses Friedensgebet Unterschiedliche Religionsgemeinschaften setzen ein Zeichen für den Frieden Weitere Informationen und detailliertes Programm ab 2. Juli im Büro der Konzilstadt Konstanz und unter www.konstanzer-konzil.de

Gibt es eine Selektion oder Beschränkung der Teilnahme? Grundsätzlich soll dieses Projekt allen Interessierten offenstehen. Allerdings kann maximal folgende Besetzung berücksichtigt werden: HOLZBLÄSER: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte BLECHBLÄSER: 4 Hörner, 2 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Tuba STREICHER: 10 1. Violinen, 8 2. Violinen, 6 Bratschen, 5 Celli und 4 Kontrabässe Die Selektion erfolgt auf Grund der Reihenfolge der Anmeldung. Wie sieht eigentlich meine Stimme aus? Wir verwenden eine Ausgabe, welche auch als Download verfügbar ist: AntonÍn Dvořák, Symphonie Nr. 9 op. 95 http://imslp.org/wiki/ Symphony_No.9,_Op.95_(Dvořák,_Anton%C3%ADn) Ist es ein Problem, wenn ich nicht alles ganz sauber spielen kann? Nein!


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 Nº 04 17·18

Darf ich gewisse Stellen weglassen oder für mich vereinfachen? Ja, dies ist selbstverständlich möglich. Wann erhalte ich meine Stimme? Mitte Juni werden die offiziellen Stimmen verschickt (für Streicher inkl. Strichbezeichnungen). Wie klingt das Werk? Einen ersten Einblick erhält man unkompliziert bei youtube: https://www.youtube.com/watch?v=HClX2s8A9IE Wann und wo finden die Proben statt Sa 30.06.2018, 10 – 12 Uhr, Wollmatingerhalle Fr 20.07.2018, 19 – 21 Uhr, Halle Petershausen Sa 21.07.2018, 10 – 12 Uhr, Halle Petershausen So 22.07.2018, 9.45 – 10.15 Uhr, Stadtgarten (Bitte ein eigenes Notenpult mitbringen.)

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Do 07.06. 20 Uhr | Veranstaltungssaal

doppellacher

MARKUS KAPP – WIR SCHWEIFEN APP LARS SÖRENSEN – SUCHT NACH HELDEN

Sa 16.06. 20 Uhr | Veranstaltungssaal

DIE DIETRICH – MARLENE GANZ PERSÖNLICH ANJA GUTGESELL (Gesang) und KLAUS FELDNER (Klavier)

Fr 27.07. 20 Uhr | Veranstaltungssaal

PIKANTERIEN - ÖSTERREICHISCHES CHANSONKABARETT TOM HAYDN (STIMME UND GESANG), NORBERT NAGEL (SAXOPHON, KLARINETTE, FLÖTE) MICHAEL FLÜGEL (KLAVIER)

Do 09.08. 20 Uhr | Veranstaltungssaal

doppellacher

ALEXANDRA SCHILLER – DIE ZUNGENBRECHERIN JENS WIENAND – WILLKOMMEN IM CLUB Weitere Informationen unter: www.vineum-bodensee.de Eine Veranstaltungsreihe der Stadt Meersburg Abteilung Kultur & Museum

Wann und wo ist das Konzert? So 22. Juli 2018, 11 Uhr, Konzertmuschel im Stadtgarten Konstanz (bitte ein eigenes Notenpult mitbringen) Die Garderobe befindet sich im unteren Saal des Konzils. Wo und wie kann ich mich anmelden? Unter Angabe Ihres Instruments und Ihrer kompletten Adresse mit E-Mail und Telefon bitte an: Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz Fischmarkt 2 78462 Konstanz oder per Mail: philharmonie@konstanz.de Wer dirigiert das Konzert? Markus Huber ist seit 2008 Generalmusikdirektor der Theaters Pforzheim und seit vielen Jahren eng mit des Südwestdeutschen Philharmonie verbunden.


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Konzert-Termine

Mai · Juni · Juli

MAI 2018 Dienstag, 15. Mai 2018 19.30 Uhr KKL Luzern Merkel: Variationen über ein Thema von Beethoven Jongen: Symphonie Concertante Brahms: 2. Symphonie Christian Schmitt orgel Marcus Bosch erster gastdirigent Freitag, 18. Mai 2018 | 19.30 Uhr Münster Konstanz Samstag, 19. Mai 2018 | 19.30 Uhr Hofgarten Stadthalle Immenstadt i.A. Bruckner VI Marcus Bosch erster gastdirigent Freitag, 25. Mai 2018 | 20 Uhr Stadthalle Tuttlingen Samstag, 26. Mai 2018 | 19.30 Uhr Milchwerk Radolfzell galakonzert Marlis Petersen sopran Markus Huber dirigent Sonntag, 27. Mai 2018 | 18 Uhr Planetarium Kreuzlingen [ch] Kammerkonzert Tierkreis Smith-Brindle: Andromeda M 31 für Flöte Solo Stockhausen: 12 Melodien des Tierkreises Glass: Knee Play № 4 Reily: In C Ekkehard Creutzburg flöte, bassflöte Alexander Hanßmann oboe, englischhorn Pawel Katz violine Ilija Andrianov violoncello Tina Speckhofer cembalo JUNI 2018 Sonntag, 3. Juni 2018 | 17 Uhr Stephanskirche Konstanz Im Rahmen der Utwiler Meisterkonzerte Dvořák: Cellokonzert Nr. 2 Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 Sibelius: Violinkonzert Jin Kyung Kim VIOLONCELLO Nicolas Caccivio KLAVIER Benjamin Gatuzz VIOLINE Eckart Manke dirigent

Mittwoch, 6. Juni 2018 | 9.30 Uhr Öffentliche Generalprobe Mittwoch, 6. Juni 2018 | 19.30 Uhr  Abo A Freitag, 8. Juni 2018 | 19.30 Uhr  Abo C Sonntag, 10. Juni 2018 | 18 Uhr  Abo D Konzil Konstanz Ewigkeit Mendelssohn: Hebriden-Ouvertüre Sibelius: Violinkonzert Nielsen: Symphonie Nr. 4 »Das Unauslöschliche« Isabelle van Keulen violine Marcus Bosch erster gastdirigent Freitag, 15. Juni 2018 | 19.30 Uhr  Abo B Konzil Konstanz Berge Honegger: Pastorale d‘été Saint-Saëns: Violinkonzert Nr. 3 Grieg und Sæverud: Peer Gynt (Auszüge) Esther Hoppe violine Ari Rasilainen chefdirigent Donnerstag, 14. Juni 2018 | 19 Uhr, Premiere 16., 18., 20., 24., 26. und 28. Juni 2018 | 19 Uhr Innenstadt Konstanz la juive Hermann Dukek MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Schmid REGIE Steffen Schreyer CHORLEITUNG Michael Kraus AUSSTATTUNG Alexander Krampe KOMPOSITION Serge Honegger DRAMATURGIE Samstag, 16. Juni 2018 | 18 Uhr Konzil Konstanz genial! IV: peer gynt Grieg und Sæverud: Peer Gynt (Auszüge) Ari Rasilainen chefdirigent Beat Fehlmann moderation Sonntag, 17. Juni 2018 | 18 Uhr  Abo E Konzil Konstanz Berge Honegger: Pastorale d‘été Saint-Saëns: Violinkonzert Nr. 3 Grieg und Sæverud: Peer Gynt (Auszüge) Esther Hoppe violine Ari Rasilainen chefdirigent Sonntag, 24. Juni 2018 | 11 Uhr  Wolkenstein-Saal Kulturzentrum am Münster, Konstanz Kammerkonzert Geräusch des Wassers Mit Werken von Hosokawa, Molino, Sánchez-Verdú, Takemitsu und Diabelli. Tillmann Reinbeck gitarre Gabriel Ahumada flöte Irene Oesterlee viola

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 20.30 Uhr  Rathausplatz Singen Zirkuskonzert mit Werken von Mozart, Tschaikowski, Verdi und anderen. Gábor Káli dirigent Freitag, 29. Juni 2018 | 19 Uhr Dachterasse der IHK Hochrhein-Bodensee Summerspecial Apéro Konzert Django’s Tigers JULI 2018 Sonntag, 1. Juli 2018 | 16 Uhr Steganlage Konstanzer Yachtclub Summerspecial Apéro Konzert Django’s Tigers 1., 7. und 9. Juli 2018 | 19 Uhr 4. Juli 2018 | 16 Uhr Innenstadt Konstanz la juive Hermann Dukek MUSIKALISCHE LEITUNG Johannes Schmid REGIE Steffen Schreyer CHORLEITUNG Michael Kraus AUSSTATTUNG Alexander Krampe KOMPOSITION Serge Honegger DRAMATURGIE Donnerstag, 5. Juli 2018 | 20 Uhr Schlossgarten Insel Mainau Mainau Open Air Verdi: Nabucco Marcus Bosch erster gastdirigent Sonntag, 22. Juli 2018 | 11 Uhr finale & Klassik am See Abschlussfest zum Konziljubiläum »Side by Side« Dvořák: Symphonie Nr. 9 »Aus der neuen Welt« Markus Huber dirigent Mittwoch, 25. Juli 2018 Donnerstag, 26. Juli 2018 Stadtkapelle Markdorf Jubiläum

Karten jederzeit unter: print@home www.philharmonie-konstanz.de Tel.: 07531 900-150

impressum Herausgeber  Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, Fischmarkt 2, 78462 Konstanz Redaktion  Corinna Bruggaier cb, Beat Fehlmann BF, Susanne Schlegel-Creutzburg schl, Rouven Schöll RS Fotos  Matthias Stark (3) Beat Fehlmann, Ulf Krentz (6) Marcus Bosch, Yiorgos Mavropoulos (9) Marlis Petersen, Marco Borggreve (15) Isabelle van Keulen, Ilja Mess (19, 24, 25) diverse, Patrick Pfeiffer (26, 27, 32), Neda Navaee (30) Esther Hoppe, SWP/Archiv illustrationen: eduart Susanne Smajić; abschnitteins (Seite 22) gestaltung  albers mediendesign konstanz  |  Druck  Druckerei Konstanz GmbH  |  auflage 61.000 Exemplare Bild- und Tonaufnahmen der Konzerte durch jede Art elektronischer Geräte sind nur in Absprache und mit Genehmigung der Südwestdeutschen Philharmonie gestattet. Zuwiderhandlungen sind nach dem Leistungsschutz- und Urheberrechtsgesetz (UrhG) strafbar. Wir bitten Mobiltelefone im Konzertsaal auszuschalten sowie während des Konzertes auf Essen und Trinken zu verzichten.


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TAKT Magazin Sommer 2018  

Hier finden Sie alle Informationen rund um unsere Aktivitäten und Konzerte.

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