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Bote von K arcanon 65 J a h r d e r B l ü t e n 431 n.P.

MYRA - Ein e ganz e W elt der Phantasie


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Vorwort Saluton – Seid gegrüßt, liebe SpielerInnen! Viel ist geschehen im Leben der Menschen auf Karcanon seit dem letzten Segmentsboten, wenn auch nur wenige von Euch viele Spielzüge gemacht haben. Wir haben in der Zwischenzeit einen Weltboten für ganz Myra erstellt und verbreitet, weil es uns (Franz und WGW) wichtiger schien, etwas zu haben was auch die SpielerInnen Zhaketias und Karnicons und Kiombaels (und die armen auswertungslosen Menschen von Ysatinga, Corigani, Erendyra, Nykerien) erreicht. Aber es wird Zeit, auch mal wieder einen Boten mit -oder hinterher- zu schicken. Um Karcanon mit den K1-Boten vollständig abzubilden nehmen wir hier auch auf, was im letzten Weltboten neues von Karcanon zu lesen war. Hier ist er also – der Bote, der das Geschehen nach dem Jahr der Alpträume 430 n.P. und in den ersten Monaten des Jahres der Blüten zusammenfasst: Bote von Karcanon 65. Ich zitiere (im Datum aktualisiert) aus dem letzten Vorwort: Noch immer gibt es unbesetzte Reiche, und solche wo ich von den Spielern keine Rückmeldung erhalten habe. In dem Masse in dem unsere Auswertungen regelmässiger kommen, muss das umgekehrt auch für Eure Spielzüge gelten. Das heisst: wenn ich drei Spielzüge lang keine Rückmeldung oder sechs Spielzüge keinen Spielzug bekomme, kann eine Position neu vergeben werden. Wir hoffen den einen oder anderen von Euch spätestens beim Tübinger MYRA-Treffen vom 16. bis 18. September 2011 zu treffen, in gut einem Monat – und bei WGW, das heisst in Tübingen Bebenhausen (Anmeldung erwünscht). Eine fristgemässe Einladung erging ja schon mit dem letzten Weltboten, eine Erinnerung erfolgt mehr als einen Monat vor dem Treffen per Email über die Mailingliste.

Erst einmal viel Freude beim Lesen – Agape n'Or, WGW und Franz


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Inhaltsv erz eichnis Titelbild: (von Carol Heyer, used w.permission) Vorwort Kulturwettbewerb: Freuden Bild: Dondra&Jaffna (Caracci, gemeinfrei) Regeln, Impressum Überblick Karcanon bis Nisan 431 n.P. Bild: Kaiserlicher Rat (v. Ernest Normand, gemeinfrei) Sunrise von Sakilia in der Stadt der Mandelblüte Das Silurische Viertel in der Stadt der Mandelblüte Überblick Karcanon Nisan-Aw im Jahr der Blüten 431 n.P. Bild: Schlinger. Franz Berthold. für My075(Mythor-Serie) Rakansas Gartenbaum im Frühling 431 n.P. Kleidung im Tal des Lebens 419 n.P. Neu im Netz/zum Download Bild: Priesterin (von Kris, made for Myra) Religionen Myras: Die Blütengöttin Jaffna Bild: Yavannie (von Duval, PublicDomain) Aus dem Verein der Freunde Myras VFM e.V. Einladung Tübinger MYRA-Treffen 16.-18.09.2011 Einladung VFM-Mitgliedsversammlung 18.09. in Tübingen Einladung Mitgliedsversammlung 18.03.2012 Aschenhütte

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Was uns so auffiel: Hier sammeln wir Punkte die uns bei der Auswertung so auffielen, Dinge die ihr berücksichtigen solltet, um zu wissen was passiert wenn ihr was machen oder erreichen wollt. Zusammenlegen und Einschiffen Ziemlich sicher geht es, wenn Anfangs- und Endpunkt gemeinsam sind und erst nach Zusammenlegen die Bewegung beginnt - am sichersten wohl erst im Folgezug, damit das aufnehmende Heer noch nicht weg ist. Zeitkosten sind bei Zusammenlegen wie bei Einschiffen. Wer das nicht über Sonderbefehl machen und uns Arbeit ersparen möchte, wird also (1) erster Monat zusammenziehen (2) zweiter Monat zusammenlegen (3) dritter Monat dann als ein Heer ziehen. Magier und Priester in Promy Magiercharaktere und Hohepriestercharaktere haben an sich eine Bewegungsreichweite von 0, können also nicht ohne Heer fortbewegt werden – sie reisen sozusagen in aller Regel nur mit Sänfte. Wenn uns für einzelne Charaktere eine Kulturbeschreibung oder Story vorgelegt wird, in der die besondere Sportlichkeit, das eigene Reittier etc beschrieben werden (und wenn die begleitende Email den Hinweis dazu enthält) können wir händisch diesem Charakter eine entsprechende Bewegungsweite in Promy zuweisen. In allen anderen Fällen gilt: Magier und Priester bewegen sich nur eingegliedert in Heere und Flotten. Zur Nutzung des Auswertprogramms Promy: Wir sind der Überzeugung dass es, auch mit den Einschränkungen die das aus dem letzten Jahrhundert stammende PROMY so mit sich bringt, grosse Vorteile in der Verwaltung der Einheiten und der vielen, vielen Namen von Bauwerken, Figuren, Flüssen, Heeren und sogar Heerführern bringt, sowie natürlich in der Ausführung von Heereszügen, automatischem Zeichnen von Reichskarten und vielem mehr. Und wir sind der Überzeugung, dass trotz der Einschränkungen die Promy mit sich bringt, regelmässige Auswertung dem Spiel besser tun als unendliche Möglichkeiten ...ohne Auswertung der Züge.


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Der aktuelle Kulturwettbewerb: Jeden Boten wollen wir künftig ein Thema stellen, zu dem Ihr etwas schreiben sollt, aber natürlich nicht müßt. Für die Wanderer unter Euch wird es selten zutreffen, die können mich jedoch stattdessen mit einer Story, einem Gedicht oder Bild jederzeit genauso gut glücklich machen. Diesmal heißt das Thema: „Freuden“. Ich fordere Euch auf, einen kurzen oder langen Text zu schreiben, darüber was Euren Figuren oder den Leuten in Eurem Reich Freude macht, was sie tun um sich zu erfreuen, wohin sie gehen um... laßt Euch was einfallen... und schreibt nichts ab, auch nicht aus einem bekannten Romanzyklus über einen bekannten Helden des Altertums. Es dürfen auch die Freuden zwischenmenschlichen oder zwischenelflichen Kontakts sein, wie im Bild, aber entscheidet selbst. Der letzte Wettbewerb hatte einen besonderen Preis: Der beste Einsender erhält als Gewinn einen magischen Gegenstand – aber nicht unbedingt den, den man selbst beschrieben hat. Gewonnen hat Borgon-Dyl (ganz knapp vor einem anderen Reich, das auch nicht leer ausgehen wird, und deutlich vor den anderen Beiträgen) und der Preis findet sich in einer Szene des Überblicks erwähnt:

Ein eifriger Bibliothekar in der Grossen Bibliothek von Organ-Dyl war gerade eifrig dabei, die Schriften und Einträge in Bibliotheksverzeichnissen und die Schriften über die Einträge und die Verzeichnisse der Bibliothek zu katalogisieren und zu Kategorisieren, als er zwischen den Folianten etwas hartes bemerkte, das vom Umschlag des Verzeichnisses "Sternstunden der Bibliothek" abgefallen war. Es handelte sich um einen Ring, aus einem matten, eher silberfarbenen Material, auf dem statt vieler Runen nur drei Symbole zu sehen waren: *** "Da hat", dachte er bei sich, "sich mein Einsatz für das Reich Borgon Dyl doch gelohnt", bevor er die Deye Shayol und den Telidayin Mardon Nachrichten über seine möglicherweise magische Entdeckung schickte.


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RE G ELN • Die Antwort auf die Regelfrage: Auf Karcanon gilt zur Zeit die WdW-Spielregel in der Fassung von 1997 (mit Metropole als eigenem Bauwerk, und Hauptstadt als eigene Eigenschaft eines beliebigen Bauwerks). Diese Regel gibt es auch online auf http://projektmyra.de/WdW-Regel.pdf • Es gelten die Zusatzregeln X1-X8, von X9 nur die Bauerschwerung mit mehr Geld ODER Zeit. Bei den Kampftaktiken ist darauf zu achten, daß auch diejenigen, die keine angeben, eine Standardtaktik wählen, die ein Gegner ausspionieren kann. Auch dafür sind Spione gut... ;-) • Sonderbefehle: Jedes Reich (oder besser jeder Spieler mit eigener Auswertung) kann maximal 5 Einheiten pro Spielzug mit einem Sonderbefehl versehen (auch wenn es mehrmals derselbe ist). • Heereszahlbeschränkung: Jedes Reich kann maximal 50 Einheiten haben, davon maximal 20 Reichsheere. Plus je 20 Einheiten pro weiteren REP im Reich, davon maximal 10 Reichsheere. So einfach ist das. • Für Magier, Priester und Druiden gilt bisher die in der WdW-Regel befindliche Zauberregel (nicht die Magieregel). Die Magieregel wird dann für Magier eingeführt, wenn sie sich ein paar Jahre nicht mehr ändert. Das ist nicht absehbar, als nächstes wird sie erstmal neu überarbeitet, wie berichtet wurde. Wenn ich aber auf Karcanon eine Regel einführe, dann nicht damit sie gleich wieder geändert wird.

• Händler, also Spieler die Händler spielen und Freie Handelsstädte, können die Detailtiefe der Handelsregel nutzen, die Ihr in MBM18 (Kulturtaschenbuch Handel) findet. Arbeitsmäßig gilt das als Sonderbefehl, weil das Auswertprogramm das MBM18 ja nicht kennt. Wer aber keinen Händler spielt, braucht sich damit überhaupt nicht zu beschäftigen. Und wer gerne diese oder eine andere Handelsregel an den neuen Regelbaukasten anpassen möchte, soll das tun. • Invasoren, die von anderen Segmenten nach Karcanon kommen, sollen, wenn sie eigene Auswertungen als Spieler auf Karcanon wollen, eine REP beim Heer haben. Ansonsten werden NSC-Einheiten ohne REPs von mir wie Einheiten von NSC-Reichen geführt, und die Spieler erhalten erst dann eine Auswertung, wenn bzw falls ihre Einheit zurück aufs eigene Segment kommt. Wer also sein Reich woanders alleine spielt, sollte die Invasion zur Chefsache machen. • Invasoren, die zB als Magierregel-Magier von einem anderen Segment nach Karcanon kommen, werden bei Kurzaufenthalten nach den ersten Seiten der Magierregel ausgewertet, bei längerem Aufenthalt konvertiert. • Zusammengefasst heisst das: Ihr braucht nur das Regelwerk von 1992-1997, eine Ausgabe Eurer Wahl, und wenn Ihr als Händler wollt noch das MBM18 (das noch in ausreichender Stückzahl zu bestellen ist, und zwar –bei wem auch sonst- bei mir). • Fragen? Oder habt Ihr keine Regel? Schaut auf http://projektmyra.de/regel.html - So einfach ist das... ;-) Agape n'Or, Euer Wolfgang G. Wettach

IMPRESSUM Der „Bote von Karcanon“ ist eine interne, nichtkommerzielle Publikation für die TeilnehmerInnen an der Simulation „Karcanon“ im Rahmen des Vereins der Freunde Myras VFM eV. Die Beitragenden haben erklärt, daß alle Beiträge von ihnen stammen und frei von Rechten Dritter sind, und den Herausgeber von allen Ansprüchen Dritter befreit. Herausgegeben im Namen des VFM eV von Wolfgang G. Wettach, Postfach 2747, D-72017 Tübingen. Erschienen im August. 2011.


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Überblick Karcanon

Von Jijar im Jahr der Alpträum e 430 n.P. Bis Nisan im Jahr der Blüten 431 n.P. Was ist geschehen in all dieser Zeit auf Karcanon? Wenig und unglaublich viel zugleich. Was in den einzelnen Reichen geschehen ist sollen die ChronistInnen dieser Reiche beschreiben – es wird seinen Weg in die kommenden Ausgaben dieses Boten finden. Hier soll es einige Momentaufnahmen geben, die nur einen kleinen Einblick geben in all das Geschehene. Zunächst erschienen im WB64, der Vollständigkeit der Überblicke wegen aber nun auch im Karcanon-Boten. Das Geschehen ab Nisan 431 findet Ihr im Anschluss:

Sechsreicheland um Etranoc: Im berühmten Ruatha-Tal, das zuletzt vor fast 30 Jahren mit der Ankunft des Wilken von Darhleah eine Blüte erlebte, ist sich der Stadthalter des Gottkönigs Polon von Encebol offensichtlich der Herrschaft der braunhäutigen Anguri über die oft braungebrannten hellhäutigen Einheimischen nicht ganz sicher. Fast 30 Tausendschaften der Anguri sind in der Garnison Etranoc stationiert, die einen strategischen Punkt besetzt hält, dessen Nachbarschaft etwas Besonderes auszeichnet: Sechs Reiche sind dort versammelt, die Hälfte davon nur eine einzige Gemark umfassend. Llyn-Dhu-Morth, das Handelsreich der Llevunthe, von Corigani stammend und unter der Herrschaft des Herzogshauses Leah stehend, hat sich schon lange in Urbs Navis, der Stadt der Schiffe, festgesetzt und kontrolliert so das Ende der den Kontinent Karcanon umfahrenden Handelsroute – und den Übergang nach Corigani. Subarashi ist das nächste Reich, im Hochland daneben gelegen und in dieser Provinz von einer Burg mit dem ominösen Namen Darhtodh aus verwaltet. An das Hochland grenzt das kleine aber wohlhabende Reich Darkgond des einst von Darhgond abtrünnigen Fürsten Omris II, das reich sein könnte wenn es nur etwas einladender wäre. Ist es aber nicht. Encebol ist die Hegemonialmacht, der sich längst schon das Reich Darhgond mit seiner Hauptstadt Jelrees ergeben hat... bis auf, ja bis auf eine kleine


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Gemark wiederständiger Küstenbewohner, die ohne Zaubertrank aber mit viel Beharrungsvermögen die Fiktion des Reiches Darhgond aufrecht erhalten. Noch obskurer aber ist die angrenzende Gemark, von Darkgond und Rest-Darhgond, von Encebol und Subarashi umgeben und die Fahne Wilkens von Darhleah hochhaltend, wie einst im ganzen Ruatha-Tal. Das Reich Ruatha der Darhlearen verschmolz schon um 404 nach Pondaron mit dem Hochlandreich Nyrgond zum von Sleigh geführten Reich Darhgond – hier aber lebt es, scheinbar, als Kleinreich Darhleah wieder auf. Zu wessen Nutzen?

Alptraumschmiede über Chapeador? In einem abgeschiedenen Tal der Ausläufer der Götterberge liegt die schon 418 zur Stadt ausgebaute zweihundert Jahre alte Burg Chapeador, in der noch manche Tradition aus den düsteren Tagen Ranimaras weiterlebt. Oberhalb dieser Feste entdeckte in einer verwinkelten Höhle im Hochland einer der regelmässig vom Heerführer der zehnten Kriegerehre ausgesandten Späher eine seltsame Gestalt. Schrille Klänge ertönten durch den Morgen, während 700 Meilen weiter gerade die Opfer gebracht wurden, das Blut über den Altar strömte um die Sonne Aro erneut aufgehen zu lassen. Der Späher wagte sich, mit Dolch und Schild aus Obsidian bewaffnet, tiefer in die Höhle und fand sich in einem Alptraum wieder, wie er zu diesem Jahr allzu gut zu passen schien: Ein Wilder, ein Verrückter, ein Unhold, zottig und am ganzen nackten Leib mit versprengten Büscheln von Haaren versehen, hieb wie ein Irrer mit einem riesigen Hammer auf einen aus dem Boden gewachsenen Amboss ein, dazwischen wand und krümmte sich ein unbestimmtes Material wie in dämonischen Schmerzen, wobei die schrillen Klänge ertönten, die auch im Hirn des Spähers Schmerzen auslösten das er zunächst in die Knie ging. Mühsam robbte er sich hinaus, während Tropfen von Blut ihm aus Nase und Ohren tropften. Als er Tage später, selbst verwirrt von dem Erlebten, von den Priestern des Jaguars gefragt wurde was denn dieser Schmied der Alpträume gefertigt habe, konnte er nichts konkretes berichten. In seinen Träumen aber,


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immer in der Nacht des vierten eines Monats, erscheint dem Späher in seinen Alpträumen seither das Bild eines Thrones aus jenem unbekannten Metall, aus lauter Messern und Schwertern zusammengefügt, die jenen töten müssten der in und zwischen ihnen Platz nehmen will... Ein Alptraumschmied fürwahr.

Tempel in der Tiefe Kein Apfel und kein Ei, kein Spiegel und kein See, aber ein Tempel des Grauens erscheint den Menschen mit magischer Begabung in ihren Alpträumen, denen in Morabyl und Valensia, denen in Octagon und Magnadon, denen in Verlhanat und Vincentia. Eine Glocke des Todes für das was nicht tot ist, der Panzer einer Schildkröte für die Eier der Riesenschnecke, verfallende Leiber voll zerfallender Waffen, mit denen sie einst zerstückelt wurden, gemahlene Knochen zu neuen Formen gewachsen und von schleimigen Saugnäpfen zusammengefügt.

Lidlose Augen, von Würmern umwunden, aus Schlamm sich erhebend, der selbst Zähne wachsen lässt um zu verschlingen den Betrachter, dessen Augen ausgesaugt werden von Mündern an Stalagtiten... Stoff für Alpträume genug, wo auch immer die Quelle dieser Alpträume sein mag.


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Der Kaiserliche Rat zu Chalkis

(Ein königlicher Rat – einen kaiserlichen haben wir nicht als Bild. Künstler: Ernest Normand, Copyright ausgelaufen)


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Sunrise von Sakilia in der Stadt der Mandelblüte Die Tochter von Quinty und Katuum ist der schönste und anmutigste Paladin, ein Mitglied des Ordens der Traumritter und eine Feldherrin bei den Elfen von Taron don Umn. Sie kämpfte in allen Schlachten unter ihren Getreuen an der Front. Nach ihrer Vermählung mit Fürst Tomhast Yrum, dem Fürsten von Gaudron, und der Geburt ihres gemeinsamen Kindes, eines sonderbegabten Sohnes, wurde sie nur noch auf diplomatische Reisen geschickt. Bei einer von diesen wurde sie im Jahr der Spinne 413 n.P. von Riesenspinnen entführt und nach einem aufwändigen Rettungseinsatz von ihrer Mutter, Königin Quinty, und der Hochpriesterin vom Tal des Lebens, Leschij Ralima Merlek, befreit. Nun sitzt sie im Kaiserlichen Rat von Chalkis als Vertreterin von Taron don Umn bei Kaiser Bofri von Karcanon und schlägt dort ihre Schlachten. Sie bekommt hier, seit sie von zu Hause weg ist, kaum noch Botschaften oder Nachrichten. Das macht das Arbeiten für sie schwer. Als Kriegerin ist sie es nicht gewohnt so viel Fußarbeit zu machen. Damit meint sie von Landesvertreter zu Landesvertreter, von Silur nach Phialeia, von Antharlan nach Gorgonya, zu gehen und nach ihren Sorgen und Nöten zu fragen. Das sieht sie nicht als ihre Aufgabe an. Sie vertritt wohl in wichtigen Fragen ihren Vater, den Elfenkönig Katuum, den Erzmagier des Kaisers, aber ohne einen Rückhalt kann sie auch nicht handeln. Außerdem ist ihr bewusst, dass auf Karcanon die Distanzen zwischen zwei Punkten für alle ausser Traumrittern und vielleicht Magiern enorm sein können. Das hat sie an ihrem eigenen Leib verspürt, denn keines der anderen Ratsmitglieder, wie sie mittlerweile weiß, hat einen längeren Weg zu diesem Ort zurücklegen müssen als sie. Seit die gutbefestigte Stadt Chalkis zum kaiserlichen Regierungssitz ausgebaut wurde, gibt es hier nicht nur eine Vielzahl von Sitzungsgebäude und Kleintempel von den meisten Göttern, ein erweiterter Hafen, sondern auch Unterhaltung für fast alle Geschmäcker. Es wurde die Arena erweitert, eine Rennstrecke für Wagen und Pferde gebaut, in einer ruhigen Bucht ein Plansch- und Schwimmbecken eingerichtet (ein weitgeriester Barde hat davon geschwärmt), mehrere gepflegte Restaurants und Kneipen (Bars) in leicht zu überwachbaren Orten und Plätzen geschaffen und es wurden die vorhanden Parks in der Stadt neu gestaltet. Die Stadt der Mandelblüte wird ihrem alten Namen wieder vielerorts gerecht. Den Hauptaufwand der Stadt bestand darin ein neues Botschafter- und Gästeviertel zu ersinnen, errichten und zu gestalten in welchem jedes Ratsmitglied sein eigenes Herrenhaus mit Bedienstetengebäude, Stall und Garten bekommen hat. In manchen Fällen sind die Bereiche, die einzelnen Delegationen zur Verfügung gestellt oder von diesen ausgebaut wurden, so gross dass es fast eigene Stadtviertel der Metropole Chalkis sein könnten – solange man Viertel nicht im wörtlichen, sondern im übertragenen Sinne versteht.


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Die Metropole Chalkis wird unabhängig von den Botschaftern und anderen Würdenträgern die sich hier aufhalten von dem Herrscher dieses Stadtstaates regiert, also dem Kaiser Bofri. Diesem stehen von ihm ernannte Vertreter zur Seite, die in seinem Sinne die Geschicke der Stadt leiten, da der Kaiser einen sehr vollen Terminkalender hat durch welchen er kaum dazu kommen könnte. Jetzt ein paar Sachen und Dinge für was man zu dieser Stadt kommen kann: In dieser Stadt können sich Vertreter von Ländern treffen um mit einander auf neutralen Boden zu verhandeln, Verträge zu unterschreiben, sich beraten lassen und wenn nötig Konflikte am Verhandlungstisch zu schlichten oder im Notfall im Wettkampf beizulegen. Der Kaiser kann nur durch die Mitglieder des kaiserlichen Rates und seinem Verhandlungsgeschick tätig werden. Mit seinen Mitteln und Truppen allein kann er kaum Etwas bewegen, da diese für die zumeist an ihn herangetragenen Probleme einfach zu gering sind.

Das Silurische Viertel in der Stadt der Mandelblüte Mit ihrem König Ragall haben sich viele Silurer in der Kaiserstadt Chalkis niedergelassen. Ursprünglich lagen ihre Unterkünfte über die ganze Stadt verteilt, dort, wo in der schnell wachsenden Stadt eben Platz zu finden war. Später konnte Ragall für seine Landsleute bei der kaiserlichen Verwaltung ein größeres Stück Land in den neu eingemeindeten Bezirken reservieren. Hier entsteht das Silurische Viertel. Das neu erworbene Land liegt langrechteckig entlang der Küste des Grünen Meeres. So können dort die Schiffe Silurs anlanden, ohne die aufwändigen Prozeduren des Kaiserlichen Hafenamtes durchlaufen zu müssen. Dessen Pflichten nimmt ein auf den Kaiser vereidigter silurischer Hafenmeister wahr. Mitten im Viertel liegt ein großer, rechteckiger Platz, der mit einer Schmalseite zum Meer weist. Aktuell werden dort noch die Schiffe der Silurer auf den Strand gezogen, doch sobald der Schiffverkehr intensiver wird sollen sich Molen ins Meer erstrecken und den Schiffen bequeme Anlegestellen bieten. Entlang des Platzes werden vierstöckige Häuser aus Stein errichtet, die sämtlich traufenständig sind und identische Fassaden zeigen. So entsteht ein wahrhaft königlicher Platz, der doch Eigentum aller Silurer ist und an dem der König als gleicher unter gleichen wohnt. So ist wenigstens der äußere Eindruck, allerdings besitzen die Häuser von Kaufleuten geringerer Bedeutung gerade zwei Fensterachsen, das Haus des Königs hingegen deren achtzehn. Es ist auch prächtiger ausgestattet, mit allem Luxus, den Chalkis zu bieten hat, und mit einem königlichen Ball- und Residenzsaal. In einem anderen Haus verbirgt sich, von außen nicht als solcher zu erkennen, ein Tempel der Dena und des Chnum.


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In weiteren Häusern kann man die Waren Silurs begutachten und erwerben. Außerdem gibt es mehrere Gasthäuser, die Silurern und Chalkern die silurische Küche offerieren. Der Platz ist an den Längsseiten durch zwei und an der Querseite durch eine Straße mit dem Rest des Silurischen Viertels verbunden. Die Straße an der Querseite ist als breite Allee und Prunkstraße angelegt. Sie mündet auf einer der Hauptstraßen von Chalkis und ist der wesentliche Zugang zum silurischen Viertels. Sie und die anderen vier Straßen schneiden nach hundert Schritt eine bogenförmige Promenade, die am Meer beginnt und wieder zum Meer zurück führt. Jenseits der Promenade füllen Gärten die verbleidenden Zwickel auf. An den vier kleineren Straßen stehen die einfachere Häuser von Handwerkern und Seeleuten. Entlang des Ufers gibt es Gewerbe, Werften und Lagerhäuser. So verbindet das Silurische Viertel Prunk mit rationeller Gestaltung, ist zugleich Residenz des silurischen Königs und Ausdruck des vernunftgeprägten silurischen Geistes. Damit endete der Bericht über den Kaiserlichen Rat und die Kaiserstadt Chalkis für diesen Mond.


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Überblick Karcanon

Von Nisan bis Aw im Jahr der Blüten 431 n.P. Die Finsternis am Grünen Meer siegt sich zu Tode Auf den ersten Blick scheint es, als seien alle Anstrengungen, die Finsternis aus der Region am Grünen Meer zu vertreiben und die einst von Riesenspinnen, dann von kleinen Dämonenscharen bevölkerten Grossen Ebenen zu befreien, von kaum einem Erfolg gekrönt. Auch zu Beginn dieses Jahres wieder hat die Finsternis am Grünen Meer Erfolge, kann Orte erobern, Schlachten gewinnen und andere Schlachten zumindest überleben. Im Wesentlichen besteht die Finsternis am Grünen Meer aus dem Freistaat Aerinn des finsteren MagierSchamanen Turrlogh (oder doch eher des Haviariats Takan-taan, der für die Elitekrieger Seths, die Naaliten zuständig ist?), der eine Reihe von kleineren Kräften um sich geschart hat: • Die Wergols des Arus Ur Eklas von Wergolost auf Rillannon, die Marthogals des Worbandt Narg Exedron (von dem man schon länger nichts mehr gehört hat). • Die Marhugs, die rauhen piratischen Menschen des dunkelgrauen Inselreiches Marthog, das sich um Wergolost gebildet hat • Das Reich Shodo Wun des finsteren Königs Z'Dun, dessen Shrch Rssn von einer Plage des besetzten Silur zu einem bedrohlichen Nachbar des freien Thumgal wurden. • Die Beilmänner, eine blutrünstige Pirateneinheit im Grünen Meer, von denen man auch schon eine Weile nichts mehr gehört hat. Aber Beilmänner und Wergols haben sich wie die Shrch Rssn anscheinend in ihren Verstecken verschanzt, dem Reich Marthog rücken die vorrückenden Truppen des Jamcatez von Mariguy aus Enceril auf den Pelz, die Fortschritte verzeichnen können. Und Aerinn selbst kämpft an so vielen Fronten dass jeder Sieg dennoch zu teuer erkauft ist: Borgon Dyl hat einen Großteil seiner gewaltigen Landkriegsmacht an Aerinns Grenzen oder sogar in die Große Ebene gebracht, Bagunda hat nicht mehr untätig zugesehen und hält selbst mit Kalam Hold wieder einen Rüstort in der Großen Ebene. Selbst einen Tempel eines eher dem Licht zuneigenden Chaosgottes haben die Sethanbeter einer finsteren Ordnung nicht schleifen oder dauerhaft erobern können: Es ist Bagunda, das den Tempel Aglorok verteidigt. Ataris hat zwar Stück für Stück Land verloren, in diesen Monaten die einst nach von Chaireddin gebaute Burg Peleas, die durch Verrat vor über 20 Jahren an Ataris fiel, doch auch diese Landstreitmacht ist nun massiv in Bewegung gegen den Freistaat. Aerinn kann unterdessen gar nicht halb so viele Krieger nachrüsten wie es durch seine Siege verliert... Da tröstet auch die Eroberung des bagundischen Turgo-Kammala oder von Burg Mermidon, einst Stammsitz des Archonregantors Valdran yr Rautha, in diesem Monat nicht darüber hinweg dass all die anderen Reiche ein Hinterland haben, während Aerinn selbst das Schlachtfeld der Nachbarn ist. Die Eroberungen Aerinns über den Rimtjal-Wald hinaus, Burg Ceria einschliessend, hat Borgon Dyl in Alarmbereitschaft versetzt, denn keinesfalls möchte der Kriegsherr Mardon n'Ylon, dass sein Stammland um die Stadt Lydon zum Kriegsgebiet wird. So wurde von Borgon Dyl Lydon zum grossen Preis gemacht: unbezwingbar, aber mit wertvollen Zielen.


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Kämpfe zwischen Spinnenwacht und Amira Zwischen der aerischen Burg Spinnenwacht, gelegen in den Monsterhügeln der tharlanischen Halbinsel, und der atarischen Festung Amira kam es zu heftigen Kämpfen beider Reiche. Gewaltige Verbände unter Führung der 11. atarischen Infanterie marschierten auf die finstere Burg der Aeri zu, um die Initiative dieses Krieges nicht nur der Gegenseite zu überlassen. In einem gewaltigen Ringen und drei aufeinander folgenden Schlachten, in denen Ataris zunächst drei, dann zwei, dann noch eine Tausendschaft seiner treuen Krieger verlor, gelang es den Atariern zunächst die Strasse und dann, ohne weiter grosse Gegenwehr, auch die am Ende der Strasse liegende Burg Spinnenwacht zu erobern. Dies ist das erste Mal seit vielen Jahren, wenn nicht überhaupt, dass es einem der Nachbarreiche gelang, einen ursprünglich aerischen Rüstort zu erobern und nicht nur, einen von den Aeri eroberten Ort zurück zu gewinnen. Das Jahr der Blüten bringt Hoffnung für das Licht, auch rund um das Grüne Meer.

Tiefe Wasser sind nicht still – Untiere an den Küsten! In den letzten Monaten, eigentlich seit Beginn des letzten Jahrs der Alpträume, sind immer öfter Sichtungen von Wesen der Tiefe auch ausserhalb der Tiefsee vorgekommen, nach Silur, das schon vor längerer Zeit einmal betroffen war mit dem grossen Kraken von Callen, und Dirhael, dessen Sümpfe auch Schlinger und Kraken zu sehen bekamen, ist auch an der Küste von Borgon Dyl, von Ataris, und selbst am Eingang zum Grünen Meer keiner mehr davor sicher, Untiere der Tiefe, die Kinder des Xnum, zumindest auf See zu erspähen. Gar nicht so weit von der nun auch Fluchtburg und Lichtfestung gewordenen Borgon-Dyl Stadt Lydon, die einst Fürst Seram von Lydon auf Drängen Lyralendas von einer bakanasanischen zu einer Borgon-dylschen machte, sind Schlinger gesehen worden. Die aussergewöhnlichen Ungeheuer, die Schiffe samt Besatzung verschlingen und notfalls auch stattdessen Fischerdörfer an den Küsten nehmen, gelten als unbesiegbar, auch wenn dem kaiserlichen Erzmagier Katuum gelungen sein soll, im Jahr des Drachen 412 bei der Lichtliga einen verfolgenden Schlinger tatsächlich zu töten. Nun drohen sie, den Monak hinauf an Land zu kommen. Auch Bylreen, der einzige grosse tiefgelegene Ort auf der Insel Orgareena, könnte Besuch von einem Schlinger bekommen. An der Festung Pylon in Ataris ist der Alptraum vom Schlinger im Hafenbecken vorbeigegangen, während die Burg Minja in Antharlan, der das Ungeheuer näher kam, sicher auf einer Klippe weit oberhalb der Wasserlinie sitzt. Nun aber ist das Tiefseeungeheuer im Machairas von Pylon an der atarischen Küste an Land gegangen und verheert die Küstendörfer von Ataris. Kann den niemand etwas tun? Einfache Bauern und Fischer vermutlich nicht, aber wenn es um Festungen geht gibt es doch Waffen, Fernwaffen und gewöhnlich viele Bewaffnete die auch kämpfen können. Wenn es dann um Schwimmende Festungen geht, wie jüngst unweit der dem Riesengott Dondra geweihten Tempelinsel Rhemis, wird es interessanter. In der Seeschlacht vor Rhemis kämpfte ein gewaltiger Schlinger, um ein mehrfaches größer als alles was die Seeleute bisher gesichtet hatten, gegen die schwimmende Festung Lohanya, die Platz für ein ganzes Volk zur See bietet und einst von Magister Urgs von Drakken ins Leben gerufen wurde. Nach heftigen Kämpfen und Verlusten im nur einstelligen Bereich an Schiffen, gelang es der Lohanya, den Riesenschlinger zu vertreiben und die


Bote von Karcanon 65 – Jahr der Blüten 431 - Seite 16 Schwimmende Festung wieder zu sichern. Niemand aber kann ausschliessen, dass dieser Schlinger eines Tages zurückkehrt.

Ein Schlinger am Nassen Grab.

Bild: Franz Berthold. Ausschnitt aus dem Titelbild für My075 der Mythor-Serie. Hier: FairUse.


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Rakansas Gartenbaum im Frühling 431 n.P.: Der Schatzmeister vom Tal des Lebens. Er brütet mal wieder über den Unterlagen für die nächste Ratsversammlung. Er fragt sich: „Warum ich, ich bin doch nicht immer der Nächste! Oder? Alle Anderen sind weg oder auf einer Mission oder so. Nur ich nicht!“ Er beschließt: Ich brauche ebenfalls etwas wo ich mal raus komme. Ihm fällt ein: In Kahmal war schon lang niemand Offizieller mehr und seit das Land so viel dort in den Ausbau investiert hat, wäre das doch eine enorm wichtige Aufgabe! Oder? -Sein Beschluß steht fest. Nun muß er nur noch Quinty, seiner hochgeschätzten Königin, seine Absicht mitteilen (beibringen) und ihr als seinen Vertreter Fürst Tomhast Yrum vorschlagen. Nach seiner Meinung: “Hat der Kriegsminister, das Stadtoberhaupt von Sakilia, Mann von Sunrise von Sakilia und Vater eines halbwüchsigen Sonderbegabten, sicher noch genug Zeit mit Tryamour Guinever, dem Dekan der Geisteswissenschaftlichenfakultät, Vertreter von Katuum und Chefbibliothekar, den Rat vom Tal des Lebens zu leiten.“ Auf ans Werk! Nach nicht einmal zwei Wochen hat er es geschafft – er kann reisen. Als Staatsangestellter hat man manche Vorteile: Er darf mit dem Botendienst vom Tal mit seinem kleinen Gefolge und seiner Frau auf Flugechsen zu der Stadt Sakilia reisen. Die Stadt liegt im Machairas vom Tal des Lebens und eigentlich schon ziemlich nah an seinem Ziel. Die Lage von Sakilia erschien perfekt für eine der ältesten Städte des Tals, da sie im fruchtbarsten Teil vom Tal des Lebens in der Nähe eines unbesteigbaren Bergrückens lag wo sonst keine Infrastruktur vorhanden war. Dort will er ein paar Tage ausruhen und sein nächstes Transportmittel über die dort beginnenden Berge suchen. Er beschloß mit seiner Begleitung die nächste Flugechsenroute zu nehmen, die Sakilia verließ. Im Nachhinein bereute er diese Entscheidung, da dies zu seinem ursprünglichen Ziel einen erheblichen Umweg eingebracht hat. Nun waren sie in der Stadt Mallomar unweit des Großtempel hoch Hessing. Dort wollte er wirklich nicht hin! In Mallomar angekommen, besucht er seinen alten Freund in seinem Herrenhaus, wo er das Recht hat mit seinem Gefolge zu wohnen. Dort begegnet ihm ein Lokalkolorist, welcher ihm ein Werk vom Tammus – Elul 416 n.P. überreichte, welches er damals veröffentlich hatte. Es ist eine Stadtbeschreibung, welche von ihrem Anfang bis zu ihrer Fertigstellung reicht. Also so wie ein Fortsetzungsroman aber nur viel epischer. Hier eine Zusammenfassung: Die Stadt Mallomar entstand auf den Wunsch vom Rat der Elfen. Sie wollten vier kleine Städte an einem Zusammenfluß zweier aus den Bergen strömender kleiner Flüße zusammenfassen. Die Stadt sollte wegen dem subtropischen Klima offen gestaltet und wegen den vielen Regengüssen mit einem großzügigen Kanalsystem versehen werden. Dazu ist der Wunsch der einzelnen Stadtoberhäupter bewilligt worden in Erinnerung an die ursprüngliche Besiedelung, vier große Parks an den Stellen der ehemaligen Kleinstädte anzulegen. Dafür mußten die Kleinstädter damit leben, daß die Handwerker und Künstler am Rand der Stadt ihre Werkstätten errichten mußten. Nach eindringlichen Diskussionen und Wie Wassermühle und die Lagerhäuser nicht in unmittelbarer Nähe errichtet werden. Dann am Schluß der ganzen Planung kamen das Militär und die Priesterschaft. Sie wollten auch ihre Plätze und gewisse Orte, an welchen sie sinnvoll wirken können. Also wurden


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irgendwie eine Garnison, Wehranlagen, Schulen, Gesundheitszentren und Tempel in der Stadt untergebracht. Dann waren alle soweit zufrieden und ein Fest wurde gefeiert, wie es in dieser Gegend noch nie eines gegeben hat. Bei diesem Fest wurde ein Stadtoberhaupt gewählt, welches erstaunt feststellte, daß es kein Statthaltergebäude, Palast, Burg oder so in der Stadt gab? Das muß wohl vergessen worden sein! Erst nach langem Untersuchen der Pläne und vieler Stunden Diskussion mit den Gildenvorstehern usw. wurde beschloßen, daß der Regierungssitz von der Stadt gebaut wird, sobald ein ausreichend großer Platz in der Stadt frei wird. Bis dorthin soll der amtierende Statthalter in seinem Wohnsitz residieren und den öffentlichen Raum nutzen, wenn er für die Ausführung seines Amtes Raum braucht. Seit dieser Zeit blieb alles so und das Volk war zufrieden. In der Stadt bildeten sich zwei wesentliche Produktionsschwerpunkte heraus: Als Erstes die Lebensmittelproduktion, welche durch das günstige Klima, den ungemein fruchtbaren Boden und die Segnung des Göttervaters vom naheliegenden Großtempel HochHessing begünstigt wird. Und als Zweites die Töpferkunst, die eigentlich schon immer hier in der Gegend ausgeführt wurde, da die Tonerde eine besonders feine Struktur hier aufweist. Der Ton wurde wohl von den nahliegenden Bergen herunter gewaschen und hat sich in natürlichen Senken in der Gegend gesammelt und dann abgelagert. Das in der ausführlichen Version zu erfahren dauerte drei Tage. Da der Erzähler auf viele Details einging, die hier übersprungen wurden. Wie auch immer, Rakansas war glücklich endlich hier weg zu kommen. Aber nun, man muß immer das Beste aus jeder Situation machen. Also beschloß er mit seinen Begleitern seine langjährige Freundin Leschij Ralima Merlik zu besuchen, die nach seinen Informationen zufolge mal wieder im Tempel sich aufhalten soll. Na ja, sie ist ja die Hochpriesterin im Tal des Lebens und sollte auch mal zu Hause sein. Also leiht er sich beim Vertreter des Ortsvorstehers, das Stadtoberhaupt hält sich ja in Dannan auf, ein paar Pferde und reitet zum Tempel, welcher ein Stück außerhalb der Stadt liegt.


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Dort angekommen, reiht er sich in den Strom der Pilger ein, um ein wenig Zeit zu haben, die grandiose Anlage anzuschauen. Denn sobald ihn jemand erkennt, wird er zum offiziellen Besucher des Tempels gemacht. Worauf er dann zu allen Orten, die er aufsuchen will geführt und mit jede Menge Erklärungen und Geschichten versorgt wird und keine Zeit mehr bekommt, sich selber einen ungetrübten Eindruck von der Anlage und den Gebäuden machen kann. Seine ersten Eindrücke hält er in Stichworten auf der Rückseite einer alten Rechnung fest, die er in einer seiner Jackentaschen gefunden hat. Vor der fast stadtgroßen Anlage des Tempelgebietes vereinigen sich die beiden Straßen von den in der Nähe liegenden Städten Mallomar und Ravary. An diesem Punkt hat man einen guten Überblick über die sieben Hänge, über welche die Anlagen des Tempels sich erstrecken. Der so entstandene Hauptweg strebt, wie eine Paradestraße, direkt auf den Haupttempel zu, wo sie in einen riesigen Platz mündet. Bis zum Platz hin erstrecken sich in mehreren Reihen Läden und Stände an und in welchen die Pilger und Gläubige sich mit allem versorgen können, was sie brauchen. Vor dem Hauptgebäude des Tempels auf dem Hauptplatz der Anlage treffen sich sieben Bäche in einem kleinen See, welcher sich vor dem heiligen Baum in einem kleinen abgesperrten Park erstreckt. Die sieben Bäche scheinen auf den sieben Hügel des Tempels zu entspringen, wo sie in Brunnenanlagen gefaßt wurden. Die Brunnenanlagen sind jeweils die Zentren der dort errichteten Gebäudekomplexe, zu welchen auch Verehrungsorte gehören. An diesen Orten, welche die Aspekte des Göttervaters repräsentieren, kann der Gläubige seine Opfer, Gebete und Huldigungen durchführen. Das Haupttempelgebäude nimmt er sich, wenn ihm so viel Zeit bleibt, am Schluß seiner Besichtigungstour vor. Als Erstes geht er zu einem Wegweiser, welcher ihm helfen soll sein erstes Ziel zu finden. Denn eigentlich weiß er, welche Institutionen hier angesiedelt sind. Da er schon lang Schatzmeister ist, hat er zumindest in den letzten zwanzig Jahren die immer erheblichen Ausgaben vom Land zum Ausbau der hiesigen Anlagen und Gebäude bewilligen „dürfen“! Eine genaue Aufstellung hat er wohl nicht im Kopf, aber eine viertelmillion Myragoldstücke wird es schon gewesen sein. Dazu gehören aber nicht die Opfer (Abgabe) für den hervorragenden Ernteertrag durch den Segen von Chnum (eine genaue Auflistung kann er bei Bedarf anfertigen wenn er wieder zu Hause ist). Dort angekommen studiert er die Karte, darauf sind die Orte: Heiligerhain mit Witter und Vogel, Bardenschule, Priesterakademie, Flugechsenreitschule, Pilgerunterkünfte, Kloster mit Feldern mit Heilpflanzen und die Ausbildungstäte für Heiler mit angeschlossenem Krankenhaus, Burse oder Pfleghof. Nach dem er aus seinen Gedanken wieder zurück ist um den Weg zur Bardenschule einzuschlagen, räuspert sich eine Frau in Priestergewandung neben ihm und sagt: “Es ist uns eine große Freude Euch hier begrüßen zu dürfen! Ich habe einen Boten zur Tempelvorsteherin geschickt, die Euch sicher empfangen wird. Würdet ihr mir bitte folgen!“ Nach dieser kurzen Begrüßung und Ankündigung, was von ihm erwartet wird, dreht er sich um und folgt der Priesterin in Richtung des Tempels und ergibt sich, um nicht unhöflich zu sein, dem höfischen Ritual und macht das, was von ihm erwartet wird. Nach der Begrüßungszeremonie und dem daran folgenden Essen, bekommt


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er mit seiner Frau zusammen und seinen Begleitern im Kloster je ein Zimmer, dazu einen Diener, den er jederzeit rufen kann, und einen Leibwächter vor jede Tür. Er denkt sich: Das hier ist noch schlimmer als bei sich zu Hause und an seinem Arbeitsplatz. Ab jetzt ist seine Freiheit auf ein Minimum eingeschränkt. Was in den nächsten Tagen ihm bewusst wird, da seine Zeit völlig mit Besichtigungen, wo er die Vorzeigeorte und Objekte im Tempelbezirk von einem Würdenträger gezeigt und vorgestellt bekommt, die ein Gast angeblich gesehen haben muß, Veranstaltungen besuchen, die für ihn extra gegeben wurden usw.. Nach dem Pflichtprogramm und der Audienz bei der Hochpriesterin, welche kaum Zeit für ihn hatte, da sie irgendeine wichtige nicht verschiebbare Zeremonie wegen der Sonne durchführen mußte, verabschiedete er sich und nahm die für ihn organisierte Flugechsenkaravane zu der Stadt Richal, von wo er mit dem berittenen Botendienst nach der Metropole Kahmal aufbrach. Auf dem halben Weg nach Kahmal verlässt er mit seinen Begleitern die Karawane, um zu dem Landsitz eines guten Bekannten abzubiegen. Dieser ist ein Mensch mit dem landesweit gut bekannten Namen Herzog Ratagas Morewell, den er besuchen will, welcher seit einiger Zeit hier auf dem Landsitz seiner Familie seinen Lebensabend verbringen will. Er war viele Jahre lang der Anführer oder Erster Vertreter der Menschen im Tal des Lebens. Als der Druck von den Elfen im Tal groß wurde, zog er mit einem großen Teil seiner Schutzbefohlenen in das unkultivierte Land Umtor, als dort Land zur Verfügung stand, und machte Kahmal zu seiner Hauptstadt. Er richtete damals ein Schul- und Gesundheitssystem, einen berittenen Botendienst ein, etablierte den Handel mit den Nachbarländern und ließ einen Großtempel bauen, von dem Gott, welcher von der geringen Anzahl der Nomaden, welche hier lebten (Originalinformation der damaligen Quelle), verehrt wurde. Zusätzlich mußten die Einheimischen keine Steuern zahlen und brauchten ihre Landesgrenzen nicht bewachen. Das sollte aber nicht genügen… Wie auch immer, er ging in Pension, als sich eine Möglichkeit bot (vielmehr als jemand kam, der seine Arbeit übernehmen wollte). Das ist jetzt auch schon eine Weile her. Aber er hofft noch darauf, daß dieser irgendwelche Aktivitäten in der Stadt anregt oder durchführt. Man wird sehen! Die Städter werden sich schon zu helfen wissen, wenn ihr „Haupt“ anfängt übel zu riechen! Er hält sich auf jeden Fall raus, wenn eine weitere Wende ansteht. Sein erschütternder mündlicher Bericht lässt ihn schwächeln und bevor das seine Gäste mitbekommen, bietet er Rakansas und seinen Begleitern auf der Terrasse seines Landsitzes einen Tee an. Von der Terrasse aus sieht man auf Kahmal hinunter. Nach einigen Schluck Tee und einer kleinen Stärkung erklärt er, auf den Wunsch seiner Gäste hin, was man da unten so sieht: Er zeigt ihnen die drei Festungsringe der Stadt und die Wälle zum Meer und zum Land hin, die Stellungen der Kriegsmaschinen, die Garnisonen, die Märkte, den riesigen Hafen mit den Bootswerften und Lagerhäusern, die Parks und freien Plätze, an welchen die wichtigen und die öffentlichen Gebäude der Stadt stehen, wie der Regierungspalast, der Haupttempel, die Gesundheitshäuser, die großen Schulen, das Haus des Botendienstes usw. . Er zeigt ihm auch die neuen Stadtteile und


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Handwerkerviertel, die neu errichtet wurden bei dem Ausbau der Festung. Dabei fällt den beiden auf, daß vor dem Regierungspalast die Landesfahne gehißt ist. Nach kurzem Überlegen sind sie sich sicher, dass wohl ein hohes Regierungsmitglied in der Stadt sein muß. Sie vermuten, dass einer der Räte aus der Hauptstadt Dannan in der Stadt weilt. Das fanden beide doch recht merkwürdig, soweit vom Zentrum entfernt. Das geschieht im Normalfall nur, wenn irgendetwas Besonderes im Gange ist. Das machte beide neugierig, worauf Rakansas sich von seinem Freund verabschiedet und seine Begleiter antreibt, schnell zu machen, daß sie vor der Dunkelheit die Stadt erreichen, um eventuellen Problemen aus dem Weg zu gehen. Seiner Frau bietet er an, daß sie noch hier auf dem Landsitz bleiben kann, wenn sie will, um sich noch ein wenig von der langen Reise erholen zu können. Was sie gerne annahm. Sie will ihn dann in Kahmal treffen oder eben zu Hause, je nachdem wie sie es richten kann. Nach einem herzlichen aber eher kurzen Abschied begab sie sich auf die Hatz nach Kahmal. Und sie kamen eben nicht pünktlich vor den Toren an. Diese waren schon verschlossen, aber die Zugbrücke war noch unten, diese wird nur in Kriegszeiten hochgezogen (was eigentlich noch nie der Fall war) und so kamen sie bis an das Tor heran, wo sie so laut sie konnten klopften. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam eine Stadtwache und machte eine Klappe im Tor auf und fragte nach ihrem Begehr. Da man ihn hier nicht kennt, will man ihn erst nach einer beträchtlichen „Bestechungsgebühr“ in die Stadt lassen. Diese bezahlte er, da er auf keinen Fall vor den Toren nächtigen will. Die Nacht verbringt er mit seinen Begleitern in einer guten Pension in der Nähe des Tores. Nach einer erholsamen Nacht, macht er sich auf zum Regierungspalast. Damit er diesen auch findet nimmt er einen der Küchenjungen von der Pension als Führer, was sich als sehr hilfreich herausstellte. Da die Stadt einen enorme Größe aufweist die man als Fremder nicht auf Anhieb erfassen kann. Nach einer guten Stunde der Wanderschaft standen sie vor ihrem Ziel dem ehemaligen Regierungspalast dem jetzigen Stadthalter- und Ratspalast (den ehemaligen Namen durfte das prunkvolle Gebäude behalten). Ihr Führer war erstaunt als die Säbelzahnwachen sich vor seinem Auftraggeber verbeugten und ihn eine Eskorte in den Palast zur Verfügung stellten. Zur Sicherheit blieb er vor den Toren zurück. Rakansas wird direkt in den Ratssaal gebracht, wo ihm ein Stuhl am Rande des Selben angeboten wird. Nun saß er bei den Beisitzern und Beobachter der Ratsversammlung der Stadt. Der Rat sitzt an einer runden Tafel in der Mitte des Raumes. Auf der Tafel steht eine kunstvolle Halterung für einen durchscheinend blauen Stein der leicht aus sich heraus leuchtet. Dieser Stein, wie er weiß, ist eine Nachbildung des Orbs vom Tal des Lebens welcher in der Hauptstadt Dannan sich befindet. Da Niemand etwas von ihm will und er kein Interesse an der momentanen Diskussion der Ratsversammlung hat, schaut er sich die Ratsmitglieder an: Es sind, bis auf Zwei, alle gut bis edel angezogene und gepflegte Menschen. Die beiden Anderen sind ein Zwerg und ein Elf. Den Ratsvorsitz sollte eigentlich das gewählte Stadtoberhaupt oder sein Vertreter haben, aber die Kette der Stadt liegt vor seinem hochverehrten König Katuum dem Landesherrn von Taron don Umn. Er ist


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verständlicherweise überrascht über diesen Umstand. Sein König aber klärt ihn auf: Er weilt in Kahmal, um den Übergang vom Stellvertreter des alten Herzogs zum neuen Herzog, dem Falken des Nebels, zu gestalten. Gründlich schaut sich Rakansas Gartenbaum, als Schatzmeister von Taron don Umn, über Tage, Wochen und Monate die Zahlen, Abrechnungen und Aufstellungen, die Lagerlisten, Bestände und Steuerrechnungen von Kahmal an und stellt fest: Die Menschen von Kahmal haben wohl nicht die Geduld, all ihre Bücher so ordentlich zu führen wie es Elf es täte, aber ihr Leben ist ja auch viel kürzer. Vor s ein er Abreis e zurück nach Danann gibt er d em Rat d er Stadt noch ein en Hinw eis, was die Beste chlichk eit der Stadtwach e an d en Toren angeht. Bei Mensch en mag das üblich s ein, für die vorgelagerte Festung ein es Elfenreich es findet er das höchst unpass end.

Die Kleidung im Tal des Lebens übertragen von Herzog Ratagas Morewell einstmals der Vertreter der Handelshäuser in Taron don Umn aus dem Jahre 419 n.P. (Tischri) Die Elfen im Tal tragen zumeist farbige, bodenlange Kleidung, welche gut aufeinander abgestimmt ist. Was aber keine stilistische Übereinstimmung bedeutet. Denn es ist üblich, dass jeder den wählt, welcher ihm am besten gefällt und zu welchem er sich hingezogen fühlt. Da aber die Elfen im Allgemeinen etwas graziler und anmutiger sind als Menschen und Zwerge, bevorzugen sie lange fließende Stoffe welche ihr Aussehen betonen aber ihre Beweglichkeit nicht einschränken. Zu diesen Gewändern werden immer Fiedeln, Broschen, Gürtel, Spangen oder Schärpen und Bänder getragen durch welche sie die gewünschte Form bekommen und behalten. Diese Gewänder bestehen aus einem Untergewand, welches zumeist aus mehreren Tüchern besteht, einem Umhang und einem Schuhwerk aus Leder, welches zumeist die Form von Sandalen hat. Die Stoffe für diese Kleidungsstücke, werden fast immer in Eigenleistung angefertigt. Zumeist auf dem Gobelin- (horizontaler Rahmenwebstuhl ohne Gewichte) oder dem Hochwebstuhl mit Gewichten angefertigt. Mit diesen beiden Webstühlen ist es mit einfachen Mitteln möglich, sehr hochwertige Stoffe zu weben, welche fast immer aus selbstgewobenen Grundmaterialien hergestellt werden. Die Grundmaterialien sind Tierhaare, Perlmutt, Pflanzenfasern und einige Mineralien wie Amianth, Augit oder


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Hornblende. Welche bis zu ihrer Verarbeitung einige Vorbereitungsschritte erfordern. Bei den Tierhaaren ist es wie gehabt, auch wenn diese zum Teil von seltenen Wesen stammen. Das ist aber schon anders bei dem Grundstoff Perlmutt, welcher aus Muschelschalen gewonnen wird. Diese werden in Essig flüssig gekocht und auf einen Träger aufgetragen oder durch einen Trichter zum Faden gezogen, aus welchem dann die sogenannte Muschelseide gewoben wird. Diese Arbeit ist nicht für ungeschickte oder zitternde Finger oder Hände geeignet. Aus dieser Seide werden dann leichte und transparente Gewänder gefertigt. Der Grundstoff für die Wolle aus Pflanzenfasern wird zumeist aus dem Samenhaar der Malve oder aus Flachs hergestellt. Welches wie Tierhaar feucht ausgekämmt und dann gesponnen wird. Aus diesen Stoffen wird die Alltagskleidung gefertigt. Eine Ausnahme bildet dabei die Stoffherstellung aus mineralischem Material. Sie ist sehr zeitaufwendig und bedarf eine große Menge an Material, da nur die Fasern davon verwendet werden können. Welche vom Stein abgelöst werden müssen, bevor sie verwebt werden können. Diese Stoffe werden wegen ihrer besonderen Widerstandsfähigkeit zumeist in Gießereien, Schmieden und in der Metallherstellung getragen. Die Menschen im Tal benutzen zumeist Kleidung aus Tierhaaren, Hanf und Leinen, wozu sie oft Kleidungsteile aus Leder tragen. Dazu nutzen sie oft Lederstiefel, die mit Nägeln beschlagen sind. Ihre Kleidung besteht aus einem Kittel, Beinlingen, einem Mantel, der mit einer Spange zusammengehalten wird, einem Unterhemd mit und ohne Ärmel, auch eine Art Tunika oder Überwurf, der mit einem Gürtel gegürtet wird, wird gern getragen. Dazu werden Schnallen, Spangen, Gürtel und Armreife getragen. Die Menschenfrau trägt auch zum Untergewand, welches auch Ärmel haben kann, Kleider, Röcke, Schürzen und grad geschnittene Mäntel. In den Städten veranstalten Kleiderhändler von Zeit zu Zeit Kleidervorstellungsveranstaltungen um ihre neue Ware vorzustellen. Diese fast wie ein Feste durchgeführte Veranstaltungen, wo es auch Essen, Trinken und Musik gibt, haben schon Kleiderstiele und Geschmäcker verändert, von welchem man meinte sie währen für immer; So dass man bei ihnen nicht von einer Landesweiten Mode sprechen kann. Sondern eben von einem Trend welchem die Meisten nutzen. Die Zwerge bevorzugen Kleidung aus Wolle und Leder wozu sie zumeist noch einiges davon mit Metall verstärkt haben. Wenn man einen Zwerg sieht, trägt er eine Kopfbedeckung, die durchaus auch ein Helm sein kann und Stiefel, welche mit Metall verstärkt sind. Die Zwergenfrau trägt wie die Männer eher robustere Kleidung, aber manchmal so wie bei den Menschen weiblich betont, dazu eben auch Röcke und so weiter. Zu der Kleidung wird gern Edelsteinschmuck getragen so wie auch Broschen, Bänder, Reifen, Gürtel, edler Kleiderbesatz, Schnallen, Ketten usw.


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Neu im Netz / zum Download: Eine wiederkehrende Rubrik im Boten - Hinweise auf Dateien, die Ihr downloaden und myranisches, das ihr finden könnt, auf einer der vielen Webseiten im Internet. Tägliche Orakel auf der MyraPedia-Seite der 12 Wahren Orakel Myras: http://myrapedia.eu/Orakel#Tagesorakel Die letzten zwei Weltboten und die neuesten Boten von Karnicon http://projektmyra.de/downloads.html Die allgemeine Regel für Welt der Waben als Komplettdatei: http://projektmyra.de/WdW-Regel.pdf

R eligion en Myras Religionen spielen eine wichtige Rolle auf Myra, was auch schon in der Zeit des Helden Mythor, zum Ende des Altertums, vor Allumeddon, in vielen Ländern so war. Unterschiedliche Segmente Myras haben meist ein oder zwei Hauptreligionen, etwa Dondra und Artan auf Corigani, Norytton auf Yhllgord oder Chnum auf Karcanon, oft geprägt durch den Myra-Avatar der Gottheit und dessen Sitz auf dem entsprechenden Segment. Neben den 21 Gottheiten der Lichtwelt und den Religionen der Gruppe Finstere Sechs und zahllosen Dämonen auf der anderen Seite, gibt es auch noch eine grosse Zahl von Sekten, etwa die Lamonten auf Karcanon und Karnicon. Zum Jahr der Blüten 431 n.P. stellen wir Euch Jaffna, die Blütengöttin vor:


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Jaffna (aka Eilan, Eilid, ELVIL, Tanit, Yavannie) - Jungfräuliche Göttin des Frühlings, Göttin der blühenden Bäume und des JaffnaFlusses, Einhorn-Göttin Einer der beiden Töchter von Anur mit Pura ist Jaffna, die Einhorn-liebende Göttin des Frühlings: Also entspringt aus dem Tod (Anur) mit Glück (Pura) die Blüte neuen Lebens (Jaffna). Dieses jungen Leben war jedoch so attraktiv, dass als Jaffna, die Göttin der unschuldigen Liebe zu ihrem Vater Anur ging um mehr als einmal um das Leben ihres sterblichen Helden zu bitten, er sie jedesmal gezwungen hat, mit ihm eine Weile zu bleiben – und sie hatten Söhne zusammen, mehr als einmal. Dondra war der Adler-Gott, der Schutzpatron von Runenschmieden und ListenGott der Zigeuner und fröhlicher Piraten. Als er zu einem Mann herangewachsen war (so männlich dass Jaffna sich in ihn verliebte) wie hätte er da dem widerstehen können, sich in die Göttin der unschuldigen Liebe zu verlieben? In dieser Welt war sie niemals seine Mutter, denn das war sie im Reich des Todes, nicht auf Myra. So ist ihre Vereinigung die am stärksten von Liebe geprägte, diese beiden sind die Liebenden auf der Tarot-Karte, und nie waren sie untreu zu einander. Das Bild links zeigt sie in der Form ihres Avatars Yavannye, als sie an die Küste der Inseln der Winde tritt, um sich mit dem Avatar des Sturmgotts zu treffen – ein Treffen, aus dem der Halbgott Horcan später entstand, der bei diesem Besuch empfangen wurde. Die Jungfräuliche Göttin des Frühlings, die Einhorngöttin, die als Göttin der Baumblüte in vielen Reichen der Schwertwelt verehrt und geliebt wird. Jaffna ist als Einhorngöttin auch die Patronin der romantischen Liebe. Während sie myraweit unter vielen Namen, etwa Eilid und Elvil, Tanit und Yavannie angerufen wird, ist das Herzstück ihrer Religion in der Machairas-Welt das kleine Reich Taphanac auf Corigani, dessen Herrscher Shawnasseh sie sich, wie es heißt, persönlich offenbart haben soll. Innbrünstig verehrt wird sie darüberhinaus an dem nach ihr benannten Fluß, der aus den Götterbergen hinaus durch das Kelani-Tal in Karcanons Ophis fließt. Myra-Fundort: 2/31-32, 4/124, 12/68


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Aus dem Verein der Freunde Myras VFM e.V. Neue Mitgliedsbeiträge: Wie Ihr im Protokoll der Mitgliedsversammlung vielleicht gelesen habt, haben wir ab 2008 neue Beitragssätze beschlossen - im Effekt eine ziemliche Umstellung mit Senkung der Beitragssätze ausser für diejenigen die wirklich mit ihrem Beitrag den Verein fördern wollen, die Fördermitglieder. Bitte stuft Euch für 2009/2010 entsprechend der neuen Beitragsstufe ein und zahlt das was Ihr entsprechend zu zahlen habt (0,- / 20,- / 50,-€ im Jahr). 0,- €uro im Jahr als kostenlose Basismitgliedschaft. Für alle ohne Bedürftigkeitsprüfung auf Antrag 20,- €uro im Jahr als Normalmitgliedschaft mit allen Myra-Publikationen als PDF zugestellt 50,- €uro im Jahr als Fördermitgliedschaft mit allen Myra-Publikationen eines Jahres (auch Segmentsboten, SonderMBMs und Runenrollen) als Drucksache zugestellt. Für davor gelten noch die alten Sätze, falls Ihr für frühere Jahre noch nicht gezahlt haben solltet. Neuer Schatzmeister Post, der jetzt dann aufnehmen kann und Zahlungen erinnern ihm einfach und zahlt 338282-706 bei der Stuttgart, BLZ WICHTIG: Wir haben noch haben mehrere bis 2011 nicht bezahlt. möglich ist, überweist 2009 bis 2011 bis Ende des Jahres und den Beitrag Januar auf das oben angegebene Konto. Danke, auch im Namen von Sven, WGW

seit 2010 ist Sven seine Arbeit Euch per Email an kann. Macht es von selbst: Konto Postbank 60010070. Ende 2010 und von Euch für 2009 Wenn es Euch Euren Beitrag für für 2012 bis Ende


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Einladung zum MYRA-Herbsttreffen 16.-18.09.2011 in Tübingen-Bebenhausen, Wir treffen uns in Tübingen Bebenhausen, Am Goldersbach 10, bei WGW Mit einem Paket voller Brettspiele, Kartenspiele und einfach mal einem Wochenende „raus von der Welt“ für Spiele, Gespräche und Geselligkeit. Auch in Tübingen gibt es eine Jugendherberge und unter anderem mich, WGW. Kosten für Übernachtung und Frühstück halten sich in in der JuHe in Grenzen, in Privatquartieren noch mehr. :-) Es gibt für alle die sich rechtzeitig anmelden die Möglichkeit privater Unterbringung, bei MyranerInnen oder über http://couchsurfing.com – die netten Couchsurfer in Tübingen freuen sich über kostenlose Übernachtungsgäste. Details zur JuHe Anmeldung unter http://tuebingen.jugendherberge-bw.de/ Bitte bucht Eure Übernachtung, ob Jugendherberge, Pension oder Privatquartier, selbst.

Anmeldung: Verbindlich bis 10.09.2011 an mich: karcanon@projektmyra.de Verbindlich bis 15.09. an Euren Übernachtungsplatz (zB JuHe) und mich. Parkplätze gibt es nahe beim Haus: Auf dem grossen Parkplatz vor Bebenhausen (aus Tübinger Richtung) bis in die hintere Ecke Fahren. Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Ecke der Strasse „Am Goldersbach“ und man sieht das Haus mit den grünen Fensterläden. Fahrtgemeinschaften im http://myraforum.de.vu und auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln kann man anreisen (und ggf an der Haltestelle „Tübingen Bebenhausen Waldhorn“ abgeholt werden). Für Samstag Abend gilt: Der traditionelle Abend in den Katakomben von „Da Pino“ fällt schon deshalb aus, weil es dieses Lokal in dem 25 Jahre lang der Samstag Abend der Myratreffen stattfand nicht mehr gibt. Wir greifen diesmal zu den (Liefer)Helden von Thersland auf Karcanon und lassen uns das Essen nach Bebenhausen an den Goldersbach bringen. Bei gutem Wetter haben wir mehrere Tische im Garten (eigene Klappstühle dürfen mitgebracht werden, sind aber vermutlich nur in Einzelfällen nötig).


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Einladung zur Ordentlichen Mitgliedsversammlung des VFM e.V. in Tübingen 18.09.2011 Alle Mitglieder des Vereins der Freunde Myras VFM e.V. sind hiermit eingeladen zur Ordentlichen Mitgliedsversammlung des VFM e.V., die dieses Jahr am Sonntag 18.09.2011 in Tübingen, Am Goldersbach 10, im Rahmen des jährlichen MyraTreffens stattfinden wird. Der Beginn ist auf 10 Uhr angesetzt.

Vorläufige Tagesordnung: 0. Formalia 1. Jahresbericht des Schatzmeisters 2. Bericht der Kassenprüfer 3. Beschluss über Rückzahlung der Privatdarlehen an den VFM e.V. 4.Haushalt für das laufende Geschäftsjahr 5.Haushaltsentwurf für das neue Geschäftsjahr 6. Bericht des Vorstandes 7. Entlastung des Vorstandes 8. Mitgliedsbeitrag 9. Wahl der Kassenprüfer für das folgende Jahr 10. Wahlen 11. Berichte der Segmente, der Regionalgruppen und Arbeitskreise 12.Schriftliche Einzelanträge (bis 14 Tage vor der OMV an den Vorstand zu richten) 13.Planung für Myra-Treffen im Jahr 2012 14.Varia Schriftliche Anträge und Änderungswünsche zur Tagesordnung sind bis 14 Tage vorher per Post, Fax oder Email an den Vorstand (vorstand@projektmyra.de) zu richten. Stimmübertragungen nicht anwesender Mitglieder müssen schriftlich erfolgen und der Versammlungsleitung mit handschriftlicher Unterschrift zu Beginn der Versammlung vorgelegt werden. Verschiebungen und Änderungen bezüglich Tagungsort und Tagesordnung werden baldmöglichst in den elektronischen Medien (http://myrapedia.eu und http://myraforum.de.vu), in evtl. vorher noch erscheinenden Boten bekannt gegeben bzw. vor Ort ausgehängt. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Wolfgang G. Wettach – Vorsitzender des VFM e.V.


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Einladung zur Ordentlichen Mitgliedsversammlung des VFM e.V. in Bad Herrenalb 18.03.2012 Alle Mitglieder des Vereins der Freunde Myras VFM e.V. sind hiermit eingeladen zur Ordentlichen Mitgliedsversammlung des VFM e.V., die nächstes Jahr am Sonntag 18.03.2012 in Bad Herrenalb, Aschenhütteweg 44, im Rahmen des jährlichen MyraFrühjahrstreffens stattfinden wird. Der Beginn ist auf 10 Uhr angesetzt.

Vorläufige Tagesordnung: 0. Formalia 1. Bericht des Vorstandes 2. Wahlen 3. Berichte der Segmente, der Regionalgruppen und Arbeitskreise 4.Schriftliche Einzelanträge (bis 14 Tage vor der OMV an den Vorstand zu richten) 5.Planung für MYRA-TAGE 2012 6.Varia Schriftliche Anträge und Änderungswünsche zur Tagesordnung sind bis 14 Tage vorher per Post, Fax oder Email an den Vorstand (vorstand@projektmyra.de) zu richten. Stimmübertragungen nicht anwesender Mitglieder müssen schriftlich erfolgen und der Versammlungsleitung mit handschriftlicher Unterschrift zu Beginn der Versammlung vorgelegt werden. Verschiebungen und Änderungen bezüglich Tagungsort und Tagesordnung werden baldmöglichst in den elektronischen Medien (http://myrapedia.eu und http://myraforum.de.vu), in evtl. vorher noch erscheinenden Boten bekannt gegeben bzw. vor Ort ausgehängt. Am 26.08.2011 wurden vorläufig 10 Plätze auf der Aschenhütte für das Wochenende reserviert – falls es mehr werden, haben wir das Sommerhaus wieder ganz für uns. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Wolfgang G. Wettach – Vorsitzender des VFM e.V.

Anfahrt mit der Bahn:

Mit der Bahn bis Karlsruhe. Von hier mit der Straßenbahn "Linie S1" in 45 Minuten nach Bad Herrenalb. Vom Bahnhof Bad Herrenalb mit dem Bus "Linie 113" bis "Gasthaus Linde" (ganzjährige Verbindung). Von hier aus sind es ca. 10 Gehminuten bis zur Aschenhütte (siehe die letzten beiden Zeilen der Wegbeschreibung).


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Anfahrtsskizze nach Bad Herrenalb:

Folgendes Bild: Anfahrt im Detail in bzw von Bad Herrenalb.

http://www.aschenhuette.de

Bote von Karcanon 65  

Frühling im Jahr der Blüten 431 n.P., auf Karcanon, dem ältesten Segment von MYRA, der Welt deiner Phantasie im ewigen Spiel Welt der Waben.

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