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La fanciulla del West Giacomo Puccini


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1. Akt In die «Polka»-Bar dringen die Rufe der von der Arbeit zurückkehrenden Goldgräber. Einige geben ihr Gold an der Theke zur Aufbewahrung ab, einige setzen sich an einen Tisch zu einer Partie Pharao-Spiel, wieder andere gehen in den Tanzsaal. Ungeduldiges Warten auf Minnie, die von allen verehrte Besitzerin des Lokals. Nick, als Kellner ihre rechte Hand, wird von Sonora und Trin bedrängt mit der Frage, für welchen von ihnen sich das Mädchen entschieden habe. Nick lässt sowohl den einen wie den anderen im Glauben, der Auserwählte zu sein. In ihrer Hochstimmung geben sie Whisky und Zigarren für alle aus. Jake Wallace, ein Bänkelsänger, kehrt ein. Durch die nostalgische Stimmung des Liedes werden Erinnerungen an die Heimat wach. Am stärksten berührt es den schwer kranken Larkens, für dessen Heimfahrt die Kameraden schliesslich Geld sammeln. Sid wird beim Falschspielen erwischt. Seine Mitspieler wollen ihn Iynchen, nur das Eingreifen des Sheriffs Rance rettet sein Leben. Rance spricht auf der Stelle Recht: Sid darf nie mehr eine Karte anrühren. Er wird gebrandmarkt mit einer an seine Brust gehefteten Spielkarte. Ashby, der Agent der Wells Fargo Bank- und Transportgesellschaft, tritt ein; er berichtet dem Sheriff, es sei noch immer nicht gelungen, den Banditen Ramerrez zu fassen. Nick spendiert auf Kosten Minnies eine Runde Whisky. Sheriff Rance korrigiert «Minnie» in «zukünftige Mrs. Rance». Eifersüchtig widerspricht ihm Sonora. Beide geraten in einen heftigen Streit. Auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung erscheint Minnie. Die Goldgräber begrüssen sie mit überschwenglicher Begeisterung. Joe, Harry und Sonora überreichen ihr Geschenke. Sonora begleicht seine Rechnung an der Bar. Ashby bemerkt, es wäre doch viel sicherer, das Gold nicht hier, sondern in der Agentur aufzubewahren. Minnie versammelt die Männer zur gewohnten Bibelstunde um sich. Sie deutet den vorgelesenen Psalm aus: Allen Sündern wird Erlösung versprochen. Der Postbote bringt Briefe und Zeitungen. Ashby erhält ein Telegramm von Nina Micheltorena, einer abtrünnigen Räuberbraut, die ihm verspricht, ihn auf die Spur von Ramerrez zu führen. Nick berichtet, dass draussen ein Fremder sei, der Whisky mit Wasser verlangt habe. Während Nick den Fremden hereinholt, um ihn die Trinksitten der «Polka» zu lehren, nützt Rance die Gelegenheit, bietet Minnie tausend Dollar für einen Kuss und sagt, dass er sie heiraten wolle. Minnie weist das Angebot entrüstet zurück, denn sie weiss, dass Rance verheiratet ist. Sie will auch weiterhin allein leben, solange, bis sie den Mann gefunden hat, der ihr die Wärme und Liebe bieten kann, die sie aus ihrem Elternhaus kennt. Da tritt der Fremde ein. Auf die Fragen des misstrauischen Sheriffs antwortet er, er heisse Dick Johnson und komme aus Sacramento. Der von Anfang an eifersüchtige Rance versucht, die Männer gegen den Fremden aufzuwiegeln, aber Minnie, die in Johnson jenen Mann wiedererkennt, der ihr einst auf dem Weg nach Monterey eine Jasminblüte geschenkt hatte, stellt sich schützend vor ihn. Ihre Fürsprache beruhigt die Goldgräber, die daraufhin freundlich zu ihm sind und ihm sogar erlauben, mit «ihrer» Minnie einen Walzer zu tanzen.


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Der Mestize Castro aus Ramerrez Bande wird gefangen hereingeschleppt. Er erkennt an dem auf dem Tisch liegenden Gepäck den Sattel seines Hauptmanns und weiss, dass Ramerrez vortäuscht, Johnson zu sein. Zum Schein spielt der Gefangene den Verräter und erklärt sich bereit, die Männer zum Versteck des Ramerrez zu führen. Er kann jedoch Johnson-Ramerrez unbemerkt zuflüstern, dass die Bande sich in der Nähe aufhält und nur auf ein Zeichen wartet, den geplanten Überfall auf das Goldlager auszuführen. Rance, Ashby und die Goldgräber stürmen mit José Castro davon. Minnie und Johnson bleiben allein. Johnson ist beeindruckt von Minnies Mut und Entschlossenheit, das Gold der Männer allein zu verteidigen. Er antwortet auf das verabredete Zeichen nicht, und versichert Minnie, niemand würde es wagen, sie zu überfallen. Minnie lädt Johnson in ihre Hütte ein, um das Gespräch fortzusetzen. Sie verabschieden sich.

2. Akt In Minnies Hütte. Wowkle, die Indianerfrau, singt ihr Baby in den Schlaf. Billy Jackrabbit, der Vater des Kindes, erzählt ihr, dass er sie auf Minnies Wunsch bald heiraten werde. Minnie tritt ein. Sie schickt Billy weg und lässt Wowkle den Tisch für zwei Personen decken. Minnie zieht sich an, wie damals bei der ersten Begegnung mit Johnson. Sie fragt den angekommenen Gast unverhohlen, ob er nur in die «Polka» gekommen sei, weil er den Weg zu Nina Micheltorena verfehlt habe. Johnson weicht der Frage aus. Minnie erzählt, wie schön das Leben in der Einsamkeit sei. Nachdem sie Wowkle weggeschickt hat, gestehen sich Minnie und Johnson ihre Liebe. Trotz des beginnenden Schneesturmes will sich Johnson auf den Weg machen. Erst als draussen Schüsse fallen, lässt er sich von Minnie überreden, die Nacht in der Hütte zu verbringen. Minnie lässt Johnson noch einmal beschwören, dass er Nina Micheltorena niemals begegnet sei. Ein unerwartetes Klopfen schreckt beide auf. Nick warnt Minnie von draussen, Ramerrez sei in der Nähe gesehen worden. Minnie versteckt Johnson. Rance, der mit Nick, Ashby und Sonora eintritt, teilt Minnie genussvoll mit, dass «ihr» Johnson niemand anderer sei, als der gesuchte Bandit Ramerrez selbst. Nick entdeckt Johnsons Zigarre, verrät aber nichts. Minnie ist tief getroffen, als Rance zum Beweis von Johnsons Identität ein Bild des Banditen vorzeigt, das er von Nina Micheltorena erhalten hat. Minnie lehnt Nicks Angebot, sie während der Nacht zu beschützen, ab. Die vier Männer verlassen die Hütte. Minnie weiss jetzt, wen sie vor sich hat. Sie verlangt Rechenschaft von Ramerrez. Er leugnet die Wahrheit nicht, beteuert aber, seit ihrer ersten Begegnung wünsche er nichts sehnlicher, als ein ehrlicher Mensch zu werden. Minnie schickt ihn dennoch hinaus in den Schneesturm.


Kurz darauf fällt ein Schuss. Nach kurzem Zögern holt Minnie den schwerverletzten Ramerrez zurück in die Hütte. Sie gesteht ihm von neuem ihre Liebe und versteckt ihn vor den herannahenden Verfolgern auf dem Dachboden. Rance verschafft sich Einlass und sucht erfolglos nach dem Angeschossenen. In seiner Wut versucht er, sich Minnies zu bemächtigen, die sich aber zu wehren weiss. Gerade als es ihr gelingt, Rance aus dem Haus zu weisen, bemerkt er herabtropfendes Blut an seiner Hand, das ihm das Versteck Ramerrez’ verrät. Verzweifelt bietet Minnie dem Sheriff eine Poker-Partie an: Gewinnt Rance, so gehört Minnie ihm, gewinnt aber sie, so gehört Ramerrez ihr. Die erste Partie gewinnt Minnie, die zweite Rance. Als Rance in der dritten, entscheidenden Partie die Karten auf den Tisch legt, sieht Minnie, dass sie mit den Karten in ihrer Hand nicht gewinnen kann. Sie spielt ein plötzliches Unwohlsein vor, und während der Sheriff ein Glas Wasser holt, zieht sie drei falsche Karten hervor, mit deren Hilfe sie gewinnt. Rance steht auf und geht.

3. Akt Eingang einer Goldmine. Nick und Rance unterhalten sich über jene Nacht, als sie Ramerrez so dicht auf der Spur waren. Rance versteht noch immer nicht, dass Minnie diesem Banditen ihre Liebe schenken kann. Ashby berichtet, Ramerrez sei in der Nähe gestellt worden. Rance hat Wort gehalten und den Banditen seit jener Nacht nicht weiter verfolgt, ist aber froh, dass die Stunde für Ramerrez nun doch geschlagen hat. Die Menge freut sich auf die baldige Hinrichtung. Nick besticht Billy Jackrabbit, den Galgenstrick so langsam wie möglich vorzubereiten und verlässt den Platz. Ashby händigt Rance und den Goldgräbern den gefangenen Ramerrez aus, den die Männer des mehrfachen Mordes anklagen. Ramerrez weist diese Beschuldigung entschieden zurück. Als er aber sieht, dass er keine Chance mehr hat, bittet er die Männer, die Hinrichtung möglichst schnell zu vollziehen. Er hat nur noch einen Wunsch: Minnie soll nie erfahren, dass er ein so schmähliches Ende gefunden hat. Sie soll glauben, er wäre entkommen und führe ein freies, ehrliches Leben. In dem Augenblick, da Ramerrez die Schlinge um den Hals gelegt wird, erscheint Minnie. Sie bittet die Männer, Johnson für sie am Leben zu lassen, stösst jedoch überall auf Ablehnung. Erst als sie die Goldgräber daran erinnert, sie gelehrt zu haben, dass es für jeden Sünder auf der Welt eine Erlösung gäbe, vollzieht sich trotz der Proteste des eifersüchtigen Rance ein Stimmungsumschwung. Die Vollstreckung der Lynchjustiz wird verhindert. Minnie gelingt es, von den Goldgräbern Verzeihung für Ramerrez-Johnson zu erlangen.


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Synopsis «La fanciulla del West»  

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