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Ausgabe 48 | HERBST 2021 | www.umgschaut-magazin.de Für Österreich: zugestellt durch post.at | Für Deutschland: An Haushalte mit Tagespost

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Währ e n d die irdische Tourismusin dust rie zu den Hauptverlierern der Pandemie gehört, eröffnen einige - so werden diese bisweilen auch genannt - Visionäre ganz neue Urlaubs-Destinationen: Der nächste Pauschalurlaub kann ins All gehen! Wer neben ein paar Hunderttausend US-Dollar auch einen robusten Magen mitbringt, der kann schon jetzt die Flüge in den Weltraum buchen und erleben.

FLY ME TO THE M O O N

Wobei - nur 80 bis 100 Kilometer gehts hinauf in den luftleeren Raum. Je nach De�inition, die fürs Verkaufsprospekt gewählt wurde, ist das dann tatsächlich Weltall. Aus Alienperspektive aber eher vergleichbar mit dem abgetrennten Nichtschwimmerbereich im Freudensee. Von Wellness-Übernachtungen auf der Raumstation oder einem Trabantentripp zum Mond (statt Städtereise nach Rom) oder gar einer Umkreisung der blauen Kugel, die sich Erde nennt, sind wir freilich noch etwas weiter entfernt. Aber: Alles hat einen Anfang und der scheint gemacht. Frank Sinatras Wunsch nach „Fly me to the Moon“ aus dem Jahr 1956 wird langsam Wirklichkeit. Während wir in Deutschland gerade darüber nachdenken, ob wir künftig vornehmlich mit Lastenfahrrädern ausliefern und in den Abgesang auf das Auto, so wie wir es kennen, einstimmen, werden für zahlungskräftige Entdecker tausende Tonnen Abgase beim Start der Raketen freigesetzt. Wirklich? Jeff Bezos‘ Ingenieure liefern gleich vom Start weg eine neue Lösung: Sie nutzen ein Raketentriebwerk, das nur Wasserstoff und Sauerstoff verbrennt – da kommt dann schlicht Wasser hinten raus. Auch Methan und Sauerstoff könnte man kombinieren. Dann stömt neben Wasser zusätzlich CO2 aus der Raketendüse. CO2? Treibhausgas! Ja, aber das kann man kompensieren, indem man das Raketen-Methan mit Hilfe erneuerbarer Energie herstellt. SpaceX will diesen Weg gehen. Blue Origin auch. Wir werden sehen, ob der Weltraumtourismus und der Wettlauf der Anbieter das neue Te�lon hervorbringt. Oder sowas wie Babynahrung, Digitalfotogra�ie oder präzise GPS-Systeme, die uns allen das Leben mit Navigationsgeräten leichter machen - alles Er�indungen oder Nebenprodukte aus der NASA-Weltraumforschung.

Oder wie es Ulrich Walter, ehemaliger deutscher Weltraumfahrer, sagt: „Ich war als Astronaut nur einmal im All, aber das hat meine Sicht auf die Erde und auf uns selbst nachhaltig verändert. Wir sehen aus dem Weltraum die

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Kleinheit der Menschen, die Bedeutungslosigkeit, und dass wir auf der Erde alle in einem Boot sitzen. Das bewirkt eine Bewusstseinsänderung, die wir mit Weltraumtourismus fördern können. “ Lasst uns wählen gehen.

IMPRESSUM

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BÄCKEREI PANGERL IN HAUZENBERG I 07

„ HIE R L ÄU F T D I E WA R E N I CHT VO M BA N D, W I R BACK EN N O CH

MIT HERZ UND HAND“ Es gibt sie noch - die besonderen Handwerksbetriebe, die Lebensmittel mit dem Respekt bearbeiten, den sie verdient haben. „Weil mans schmeckt“, sagt Bäckermeister Hannes Pangerl. Aber man schmeckt auch das Herzblut, das in den Backwaren der Pangerls steckt. Jeder Teig wird in der kleinen Hauzenberger Backstube selbst zubereitet, auf in Mode gekommene Kunstbrote verzichtet. Hier hetzt man nicht Trends hinterher, hier konzentriert man sich auf Backtradition und Handwerkskunst. Und Kunst kommt bekanntlich von Können... Auch Paula, die Tochter der Pangerls, hat das Bäckerhandwerk erlernt. Auf die dreijährige Ausbildung kann die junge Bäckerin mit einem Abschluss mit hervorragender Auszeichnung zurückblicken und hat die elterlichen Werte selbstverständlich übernommen: Das komplette Sortiment der Backstube Pangerl stammt ausschließlich aus eigener Herstellung, es braucht keine zugelieferten Teiglinge aus industrieller Fertigung. Anstatt auf Backmischungen zu setzen, konzentriert man sich in der Backstube auf die eigene Zubereitung. Dabei wird beim kompletten Brotsortiment das wertvolle Dinkel- und Roggenmehl verwendet. Auch viele Semmeln und sogar einige Kuchen werden mit Dinkel gebacken. Die Pangerls wissen genau, was in ihren Broten und Semmeln steckt. Sie verzichten auf Konservierungsstoffe, Quellmehle oder Frischhaltemittel. Anstatt Chemie zu verwenden, setzen die Pangerls althergebrachte natürliche Mittel ein, wie Quell-, Brüh- oder Kochstücke und Vorteige. Die Mehrarbeit, viele Stunden vor dem eigentlichen Backen müssen diese vorbereitet werden, garantiert langanhaltende Frische ohne Chemie. Es bedarf einer ganzen Menge an Idealismus und tiefster Überzeugung, nicht auf die einfache Art zu backen. Fertigmischungen aus dem Großhandel �indet man heutzutage bei vielen Bäckereien, aber das ist nicht das Verständnis der Pangerls: resche Semmeln und saftiges Brot sind eben Naturprodukte aus Handarbeit.

Ein Besuch in der Bäckerei und im Café Pangerl lohnt sich. Denn wer einmal die Natürlichkeit probiert hat, wird zum Fan der Pangerl-Backwaren werden. Dieses Wissen und Können wird schon jetzt weitergegeben und Traditionen bewahrt. An die Bäckergesellin mit Auszeichnung Paula genauso wie an den jüngeren Sohn der Bäcker-Familie: Hannes startet in diesen Tagen ins dritte Lehrjahr mit der gleichen Passion, weil echtes Handwerk wertvoll ist, genauso wie der Respekt und die Wertschätzung von gesunden Lebensmitteln.


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Foto: privat

„Wie im

Mittelalter“


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Als wir uns mit Sebastian Hafner zum Interview verabreden, Mitte August an einem der wenigen heißen Sommerabende in diesem Jahr, war Afghanistan noch kein großes Thema in den Medien. Man hörte vom Beginn des Abzugs aus dem Militäreinsatz, der vor 20 Jahren begann. Es gab kleinere Aufregungen, ob die rückkehrenden Soldaten ehrenvoll empfangen wurden, und – wenn man genau hinhörte – waren leise Warnungen vor dem, was nach dem Ende des Einsatzes drohen könnte, zu vernehmen. Die dramatischen Entwicklungen, die sich in den letzten Wochen zeigten, aber hatte niemand auf dem Schirm. Jetzt, ein paar Wochen nach unserem Treffen mit dem jungen Offizier, haben seine Worte einen anderen Stellenwert. War die „völlig überraschende Geschwindigkeit des Umsturzes“ und die Folgen daraus wirklich nicht absehbar? Für uns, die dem jungen Soldaten mit vier Monaten Afghanistan-Erfahrung zuhörten, jedenfalls schwer vollstellbar. Eigentlich planten wir einen Erlebnisbericht über den Soldaten-Alltag im Auslandseinsatz, herausgekommen ist eine neue Sicht auf die Bundeswehr, deren Soldaten und beinah philosophische Fragen (und Antworten) zu einem System, das mit politischem Willen, eindeutigen Befehlen und persönlicher Motivation umgehen muss. Und bei uns wird eins bleiben – ein bewegender und ermutigender Eindruck von einem Soldaten, auf den die Gesellschaft stolz sein kann, wenn solche Menschen wie er die deutsche Fahne am Arm trägt.

Der 26-jährige Hauzenberger Sebastian Hafner erzählt von seinem Einsatz in Afghanistan


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Für wohl jeden jungen Menschen stellt sich zum Ende der schulischen Laufbahn die gleiche Frage: Was nun? Für Sebastian Hafner aus Perling, einem Dorf im Stadtgebiet von Hauzenberg, war diese Frage schnell geklärt: Er möchte nach dem Abitur studieren. Schnell kommt die Option des Dualen Studiums für ihn in Betracht und – so lapidar es sich anhört – er kann mit seinen persönlichen Werten und Einstellungen wie Sportlichkeit, Kameradschaft, Teamplay und Aktivität dem Angebot der Bundeswehr viel abgewinnen: Die finanzielle Sicherheit während des Studiums gepaart mit einer sehr guten Ausbildung und den Werten der Bundeswehr passt für ihn. Er bewirbt sich für eine Offizierslaufbahn bei der Truppe. Nach dem Auswahlverfahren beginnt für Hafner der Bundeswehrdienst in allen Regionen Deutschlands: Der Offiziersanwärterlehrgang in Munster für sechs Monate, die Grundausbildung, die Sprachenschule in Ellwangen (Englisch in Hinblick auf die Auslandseinsätze) bis hin zum Ausbilderlehrgang in Belitz, den der Hauzenberger dann als Ausbilder für die Grundausbildung neuer Rekruten beendet. Hafner ist mittlerweile etwa ein Jahr nach seinem Eintritt Fahnenjunker, also Unteroffizier in der Offizierslaufbahn. Damit ist ein erstes Ziel erreicht: Für den jungen Soldaten war die Bundeswehr auch deswegen reizvoll, weil er schnell

Verantwortung übernehmen kann und muss. Bevor das eigentliche Studium beginnt, steht noch der Offizierslehrgang I auf dem Plan: Die künftigen Führungspersönlichkeiten werden in Taktik, Wehrrecht, Sport und politische Bildung geschult. Dabei wird auf ein Prinzip besonderen Wert gelegt: H.A.S.E – also Haltung, Auftreten, Sprache und Erscheinungsbild. Attribute, die einen Leader im Militär ausmachen. 2014 beginnt sein Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaft, die anstrengenden Trimester werden 70% der Studienbeginner nicht durchhalten. Ein typisches und nachvollziehbares Bundeswehr-System: Aussieben, bis die besten und leistungsfähigsten überbleiben, wenngleich während des Studiums wenig Zeit für Militäraufgaben eingeplant ist. Lediglich der „militärische Mittwochnachmittag“ ist für spezifische Übungen vorgesehen. Nach dem Studium wird Hafner noch die Offizierslehrgänge II und III absolvieren, bis er schließlich als Oberleutnant bei den Infanteristen der Ge-


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birgsjäger in Hammelburg landet, geübt im „Waldkampf und Kampf im urbanen Gelände“ sowie in der Zugführung im Gefecht. Sein Einsatzgebiet ist für Außenstehende schwer zu verstehen, als Offizier des Truppendienstes im Sanitätsdienst fungiert der Hauzenberger als Bindeglied zwischen der kämpfenden Truppe und den Sanitätern. Eine Art taktischer Berater, der dafür sorgt, dass Sanitätseinsätze während Kampfhandlungen und in anderen heiklen Situationen so sicher wie möglich umgesetzt werden können. In Bundeswehrsprech heißt das: „taktisches Agieren in der Schlammzone“. Sebastian Hafner bewirbt sich Anfang 2020 für einen Auslandseinsatz. Und auch wenn es sich nach einer Freiwilligkeit anhört, so gehört es selbstverständlich zu den erwarteten Pflichten eines Zeit- bzw. Berufssoldaten, diese Bewerbung abzugeben. Zum Zeitpunkt der Bewerbung weiß Hafner nicht, wo und wann seine „Verwendung“ im Ausland eintreten wird - bis der Einsatzbefehl ihn erreicht: Abflug am 2. November 2020 nach Afghanistan, der durch Verlängerungen erst am 5. März mit dem Rückflug nach Deutschland für Hafner enden soll. Im Camp Marmal, dem größten Feldlager der Bundeswehr außerhalb der Bundesrepublik, das in der Nähe der afghanischen Stadt Masar-e-Scharif lag, war der Oberleutnant als Adjutant des Leitenden Sanitätsoffiziers eingesetzt. Der

Namensgeber für das Camp war das angrenzende MarmalGebirge. Strategische Teile des Camps wurden nur wenige Tage nach unserem Gespräch mit Hafner durch die Amerikaner zerstört, weil die Infrastruktur nicht in die Hände der Taliban fallen sollte. Von dort aus wurde der deutsche Einsatz, die Ausbildungsmission für afghanische Soldaten, gesteuert und umgesetzt. Sebastian Hafner wird hier zum ersten Mal ruhiger in seinem ansonsten flotten Erzähltempo, die Stimme wird leiser, er wirkt nachdenklich, als wir nach seinen ersten Eindrücken vor Ort fragen. Blitzartig schießt das Wort „Kulturschock“ aus ihm heraus – Korruption, Desorganisation, fehlendes Verständnis für die einfachsten organisatorischen Strukturen prägen die afghanische Gesellschaft, prägen dieses Land. Hafner beschreibt es so: „Es wirkt alles so, als wäre das Land irgendwo im Mittelalter steckengeblieben. Der Eindruck, der in Deutschland von diesem Land herrschte, war nur ein

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kleiner Teil der Realität. Wir hatten jeden Tag mit 20 bis 40 kleineren Anschlägen zu tun. Die Medien berichteten, wenn überhaupt, nur über die größeren Angriffe“. Diese Schilderung erklärt auch den organisatorischen Aufbau der Deutschen Mission in diesem Land am Hindukusch. Von den etwa 1.600 Soldaten, die im Camp waren, waren lediglich 80 für den direkten Auftrag vorgesehen. Der Rest des Kontingents war dafür da, den Einsatz zu schützen und zu sichern, Unterstützung zu geben und die Organisation abzudecken. War also der Einsatz generell und für den Soldaten Hafner sinnvoll? Diese Frage kann der junge Mann nicht auf Anhieb beantworten, offenbar hat er die Antwort für sich noch nicht gefunden. In seinen Worten finden sich mehrere Aspekte, die grundlegend bezeichnend sind für die Mission, die politisch nicht beantwortet wurde, von Beginn an fehlte das eindeutig definierte Ziel. Hafner sagt: „Die unfassbare Armut und die Verhältnisse für die Menschen, die dort leben, erklären, warum es den meisten Afghanen egal ist, wer in Kabul regiert. Die Leute dort haben einfach andere Probleme als sich über Demokratie und Menschenrechte Gedanken zu machen“. Und weiter: „Erst wenn du das siehst, begreifst du als Soldat, wie sinnvoll das ist, was man dort tut“. Umso härter war der Tiefschlag als recht kurzfristig das Ende der Mission verkündet wird. Hafner beschreibt seine unmittelbaren Gefühle nach Bekanntwerden der Entschei-

dung sehr eindeutig: „Alles für die Katz“. Er war, wie er eindrücklich beschreibt, tagelang tief deprimiert. Die 59 deutschen Kameraden sollen also umsonst gefallen sein? Diese Kameraden, für die im Camp ein Ehrenhain errichtet wurde, an dem er so oft stand und mit Ehrfurcht und Respekt innegehalten hat. Der Ehrenhain wurde übrigens noch vor dem Abzug abgebaut, und im Wald der Erinnerung in der Henning-von-Tresckow-Kaserne nahe Potsdam wieder errichtet. Unverständnis und auch Verärgerung gegenüber den Verantwortlichen und der Politik zieht in ihm ein in diesen Tagen, auch in Hinblick darauf, dass sich die Situation sehr wohl gebessert habe in Afghanistan – „auf keinen Fall mit Deutschlands Standards vergleichbar, aber immerhin besser als vorher“. Hafner nennt die Kinder, die ohne Betrachtung des Geschlechts sicher zur Schule gehen konnten. Oder die Erfahrungen aus den persönlichen Begegnungen mit Einheimischen, denen er im Rahmen der Mission oder auch persönlich zumindest ein bisschen helfen konnte. Sebastian Hafner schlägt einen weiten Bogen in die Geschichte und stellt grundlegend fest: „An diesem Land mit seinen Eigenheiten sind alle gescheitert, egal ob Alexander der Große, die Russen, die Amerikaner und zuletzt die NATO. Das hätte man doch wissen müssen, dass man nicht die Kultur auf Biegen und Brechen ändern kann“. Gleichwohl zweifelt der Soldat nicht an der Richtigkeit des Einsatzes, nur die Ziele und die Maßnahmen hätten von der Politik anders gesetzt werden sollen. Er versteht, dass sich manche Afghanen im Stich gelassen fühlen. Hört man die Einschätzungen der Experten heute, so machen Sebastian Hafners Aussagen noch mehr Sinn: Erwartet man wirklich von einer afghanischen Armee bedingungslosen Kampf, wenn sich der Präsident des Landes ohne Zögern, kampflos und fluchtartig ins Ausland absetzt? Der Oberleutnant aus Hauzenberg hat nach kurzer Zeit des Sinnsuchens für sich jedenfalls eine Entscheidung getroffen: „Wenn ich schon nichts Grundlegendes ändern kann, nutze ich meine ganze Kraft in der kurzen Zeit, die verbleibt, um noch Kleines zu bewegen und dort zu helfen, wo es am meisten nötig war“. Ob er jemals Angst hatte, um sein Leben, um seine Unversehrtheit, wollen wir wissen, vor oder während des Aufenthalts in diesem gefährlichen Einsatz. Der 26jährige antwortet: „Nein. Meine einzige Sorge war, dass ich nicht gut genug vorbereitet sein könnte, dass ich nicht an alles gedacht habe. Meine individuelle Vorbereitung war wichtiger als die Angst um das eigene Leben“. Kann es sein, dass Hafner mit diesen Worten die Mission, seinen Einsatz über das eigene Wohl stellt oder will er einfach nur sagen, dass er keine Zeit


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Medientechnik

FURTNER hatte, darüber nachzudenken? In der Art und Weise wie er auf die Frage - ohne sie direkt zu beantworten - reagiert, wird klar: Er ist Soldat, der dient. Dem Einsatz, der Mission und dem Heimatland. „Ich bin stolz auf Deutschland, unsere Werte und die Gesellschaft. Unser System ist es wert, dafür einzustehen und es zu sichern, das ist der Hauptantrieb für meine Arbeit.“ Soldat sein ist kein x-beliebiger Beruf: Das wurde ihm leidvoll bewusst, als er als junger Gefreiter mit dem Zug und im Tarnfleck-Anzug auf der Heimreise war. Junge Chaoten haben ihm vor die Füße gespuckt und damit alles, woran er glaubt und wofür er einsteht mit einer schäbigen Geste in Frage gestellt. Er gibt zu verstehen, dass ihn dieses Erlebnis beschäftigt hat. Für ihn und sein Verständnis von Werten und gesellschaftlichen Verpflichtungen wohl nur ein kurzer Moment des Zauderns. Am Ende des Gesprächs schiebt Oberleutnant Hafner doch noch etwas Persönliches nach, was ihn im Vorfeld des Afghanistan-Einsatzes sehr beschäftigt hat . Die Sorge nämlich, dass seine Freundin die lange Zeit der Trennung nicht akzeptiert, dass er sie verlieren könnte. Sie blieb und hat ihn am 5. März 2021 bei seiner Rückkehr unversehrt in die Arme genommen.

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