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GÖTTI – PORSCHE DESIGN – WOODONE – BÄRTSCHI

T H E

V I SI O N A RY

M AGA Z IN E

The Symbol Issue

GÖTTI 20 Jahre Multitasking

COLLECTION CHECK KBL & Jil Sander

BRAND PROFILE Woodone

MEN @ WORK

Immo Paulsen von Oakley

RETAIL PROFILE

Bärtschi – Brillen Avantgarde aus Bern

TALKING HEADS Vollgas durch Helvetien

FEATURES

Strenesse, MunicEyeWear, Coblens, Freudenhaus, Tarian, Rebecca Minkoff, Strada del Sole, Reiz & viele mehr

Porsche DesigN STUDY

FOLLOW YOUR NATURE

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Issue 09

JEFF BRidgES

Lighthouse – Iconics im Fashion Shooting

D

DEUTSCHE AUSGABE


www.porsche-design.com


mlindberg 9802 路 PATENTED


ACCESSORIES - EYEWEAR - LEATHER GOODS - SADDLERY „Maybach“ and the „MM“ logo are subject to intellectual property protection owned by Daimler AG. They are used by MAYBACH Icons of Luxury GmbH under license.

IVKO GmbH

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Germany

|

natural-eyewear@ivko.de

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www.natural-eyewear.com


DESIGN & PHOTOGRAPHY BY EYETECH V.EYE.P. CREATIV TEAM


Impressum Editor in chief Stefan Dongus dongus@eyewear-magazine.com

Insight – Mitarbeiter des Tertials Liebe Leser, auch in dieser Ausgabe wollen wir Euch wieder einige Personen näherbringen, die seit längerer Zeit, das Bild von EYEWEAR

m: +49.(0)151.14271817 Editor Jana Wenge wenge@eyewear-magazine.com

prägen. Dieses Mal im Insight, die Photographen Stefan Kapfer und Jun Kim und – Graphic DESIGN

als Counterpart von der anderen Seite der Linse – Model Dana Söhngen.

Till Paukstat paukstat@eyewear-magazine.com Sebastian Wegerhoff Frédéric Wiegand

Jun Kim, Photograph

Thomas Wirtz

Für mich ist Jun ein Hybrid, gleich in mehrfacher Hinsicht. Er sieht aus wie ein Japaner, ist aber

Contributors

Deutscher. Er ist musisch, wie wenige in seinem

Dirk Vogel

Alter, beherrscht aber auch den Sidekick im Thai-Boxen. Er ist Künstler und er ist Fotograf. Der

DEUTSCHE AUSGABE

Photographers

25-jährige Kölner liebt aufwändige Szenarien

Michael Bader

und surreale Kompositionen, die den Betrachter in

Martin Bauendahl

T H E

GÖT TI – PORSCHE DESIGN – WOODONE – BÄRT SCHI

ihren Bann ziehen. Jun gestaltet seine Foto­

Stefan Dongus

grafien am Computer nach seinen inneren Bildern

Mert Dürümoglu

und Gedanken und gerne verwandelt er seine

M AGA Z IN E

GÖTTI 20 JAHRE MULTITASKING

COLLECTION CHECK KBL & JIL SANDER

BRAND PROFILE

Denis Ignatov

Modelle in Phantasiefiguren, wie z. B. in der Strecke

V I SI O N A RY

THE SYMBOL ISSUE

WOODONE

MEN @ WORK

IMMO PAULSEN VON OAKLEY

RETAIL PROFILE

BÄRTSCHI – BRILLEN AVANTGARDE AUS BERN

Stefan Kapfer

„Cosplay“. Dabei überlässt der Detailverliebte

TALKING HEADS VOLLGAS DURCH HELVETIEN

FEATURES

STRENESSE, MUNICEYEWEAR, COBLENS, FREUDENHAUS, TARIAN, REBECCA MINKOFF, STRADA DEL SOLE, REIZ & VIELE MEHR

Jun Kim Michael Leis

Maskenbildnerin mit Nachnamen ebenfalls

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Martin Miseré

„Kim“ heißt, ist auch kein Zufall. Mutter und Sohn

PORSCHE DESIGN STUDY

JEFF BRidgES

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ISSUE 09

in seinen Werken nichts dem Zufall. Dass seine

LIGHTHOUSE – ICONICS IM FASHION SHOOTING

D

DEUTSCHE AUSGABE

Nr 09 – 3 /2013 D: 6 € AT & CH: 12 €

Madam Peripeti

haben schon viele Kunstprojekte gemeinsam

Raphael Schmitz

realisiert.

ENGLISCHE AUSGABE

Patrick Styrnol Marco Trunz GÖT TI – PORSCHE DESIGN – WOODONE – BÄRT SCHI

T H E

Translation

V I SI O N A RY

M AGA Z IN E

THE SYMBOL ISSUE

GÖTTI

20 YEARS OF SWISS MULTITASKING

COLLECTION CHECK

English Version

KBL & JIL SANDER

BRAND PROFILE WOODONE

MEN @ WORK

IMMO PAULSEN FROM OAKLEY

RETAIL PROFILE

Dirk Vogel

BÄRTSCHI – NEXT-LEVEL EYEWEAR IN TRADITIONAL BERN

TALKING HEADS

FULLSPEED THROUGH SWITZERLAND

FEATURES

STRENESSE, MUNICEYEWEAR, COBLENS, FREUDENHAUS, TARIAN, REBECCA MINKOFF, STRADA DEL SOLE, REIZ & VIELE MEHR

Franca Rainer

FOLLOW YOUR NATURE

Stefan Kapfer, Photograph

unserem Magazin zu betrachten. Das sympa­ thische Model gibt sich dabei recht wandlungsfähig. Von der Businessfrau über den Vamp bis hin zum Erlkönig ... mit Begeisterung schlüpft sie in die unterschiedlichsten Rollen. Anders als viele Vertreterinnen ihrer Zunft, bei denen die Physis häufig das Leben dominiert, ist das Model mit der sexiest Zahnlücke Deutschlands geradezu multi­interessiert und -talentiert. Dana hat es nicht so sehr mit dem Schlafen und so bleibt ihr jede Menge Zeit für Hörbücher, vor allem Geschichts-Doku­ mentationen haben es ihr angetan. Sie hat ein Faible

EUR 12

Online Editor

COVER

Jana Wenge

Photo: Stefan Dongus

presse@eyewear-magazine.com

Post Production: Matthias Gabriel

Menschen in sein eigenes Studio bestellt, welches

IPad Version

Styling: Rolf Buck

so groß und professionell ausgestattet ist, dass

www.moxienetwork.de

Hair & Make-Up:

sich dort auch andere Photographen und Film­pro­

Nicola Weidemann

duktionen einmieten. Viele Magazine haben

Publisher

Talent: Bianca O'Brien

seine kreativen und handwerklich sauber ausge­

Monday Publishing GmbH

@ m4models.com

ar­b eiteten Strecken bereits veröffentlicht. Noch länger ist die Liste seiner Kunden, die sich auf sein stilsicheres Auge verlassen. Sein

Kamekestr. 20– 22 50672 Köln t: +49.(0)221.945267-11

EYEWEAR

f: +49.(0)221.945267-27

erscheint drei Mal im Jahr.

scheut Stefan nicht. Von Franzi von Almsick über

Geschäftsführer

Diese Zeitschrift und alle in ihr

Nick Heidfeld bis hin zu David Bowie ... schon

Stefan Dongus

enthaltenen Beiträge dürfen ohne

Holger von Krosigk

vorherige schriftliche Erlaubnis

Haupt­b etätigungsfeld sind dabei umfangreiche Katalogproduktionen. Und auch die Prominenz

viele Celebrities vertrauten ihre Digitalisierung dem Düsseldorfer Photographen an, der selber auch als Model durchgehen würde.

für Film-Klassiker und bewundert Künstler wie Klimt und Marc. Da die Wuppertalerin aber auch häufig für Lingerie vor der Kamera posiert, braucht auch ihr Körper entsprechende Zuwen-

des Verlags in keiner Weise weiterver-

Vertrieb

wertet oder in elektronische Daten-

DPV Network GmbH

banken aufgenommen werden. Ein

Postfach 570 412

Antrag auf Genehmigung für die

22773 Hamburg

Verwendung des urheberrechtlich

www.dpv-network.de

geschützten Materials sowie für

dung. Diese holt Dana sich jedoch nicht im

die Reproduktion von Auszügen in

Gym, sondern auf der Tartanbahn im Leichtathletik­ stadion. Und da Geben bekanntlich ja seliger ist als Nehmen, gibt sie ihr Wissen als Gymnasiallehrerin

Autumn Winter Collection 2013 Esra Rotthoff meets

E

ENGLISH ISSUE

Nr 09 – 3 /2013

photograph, schießt in dieser Ausgabe bereits Dafür hat der Profi mal wieder wunderschöne

Dana ist jetzt schon die dritte Ausgabe in Folge in

LIGHTHOUSE – ICONICS IN A FASHION SHOOTING

Stefan Kapfer, seines Zeichens Fashion- und Beauty­ seine zweite Strecke für das Eyewear Magazin.

Dana Söhngen, Model

PORSCHE DESIGN STUDY

JEFF BRidgES

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ISSUE 09

Proofreading

direkt an die nächsten Generationen weiter.

19

Druck

anderen Werken muss beim Verlag

F&W Mediencenter GmbH

gestellt werden. Die hier abgedruck-

Holzhauser Feld 2

ten Ansichten entsprechen nicht

83361 Kienberg

unbedingt denen des Herausgebers.

www.fw-medien.de

Alle Rechte vorbehalten.


24 N E W S

92

Woodone – made in Südtirol

A quick warm-up

BR AND PROFILE

32

EDITOR’S CHOICE

96

Strenesse „STMS 13 C“

Markus Moser checkt in Zürich ein

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THE REASON WHY

100

Acht Brillen, fünf Bilder und deren Geschichte

Eine Zeitreise mit Marco Trunz und Hannah Godde

46 SVEN GÖT TI

20 Jahre Multitasking

CIT Y CHECK BAC K I N T H E DAY S

110

G O S E E PA R T 1

Mira

DE SI GN S T U DY Lighthouse – Iconics by Porsche Design im Fashion Shooting

196 COLLEC TION

CHECK

Jil Sander ist back – mit neuer Brillen-Kollektion

146

112 COSPL AY

Jun Kim’s Symbols of Youth

200 B A C K T O N A T U R E Woodone Alanya

160 56

CO L L EC T I O N C H EC K LIGHT GL ASSES

Michael Leis sprach „Es werde Licht“

122

MEN @ WORK

72

Immo Paulsen von Oakley – ein Mann sieht scharf

130

CO L L A B O F T H E IS SU E

BLOW UP

Martin Bauendahl’s Homage an den Filmklassiker aus den 60’ern

84 TALK ING HE ADS Wenger, Geissmann, Kasper: Mit Vollgas durch Helvetien

Charline

Elf Metallbrillen – von Stefan Kapfer in Farbe eingetaucht

Nicht nur David Barton liebt KBL

60

F U L L M E TA L CO L O R S

202 GO SEE PART 2

Coblens X HAW

132

UNDER SURVEILL ANCE

Eine Homage an alle Whistleblower

142 A C C E S S O R I E S Freudenhaus hängt an LaLoop

144 D E T A I L S Tarian’s Francs Bourgeois mit Asymmetric Shape

172

T ECH TA L K

Strada del Sole – die wahrscheinlich flachste Lesebrille der Welt

174

Y I N & YA N G

Mit Reiz Eco Lovely Nature

176

R E TA IL PROF IL E

Bärtschi – BrillenAvantgarde aus der Schweizer Hauptstadt

E YE WE AR BOUTIQUE Holiday Snapshots by Raphael Schmitz

184

204 SILVER PAGE Eddi Mackowiak – der Jack Nicholson vom Rhein


Illustration: Sebastian Wegerhoff

Editorial

to

Welcome t h e S Y M B OL I ss u e

­Ein Symbol wird im Allgemeinen für Bedeutungsträger verwendet, die

den Diamanten. Dieser ist reiner und beständiger als jedes andere Element

eine gewisse Vorstellung bezeichnen. Dabei können Symbole ganz

und soll die Hochwertigkeit der Brillen symbolisieren, die wir in

unterschiedlicher Natur sein. Als Zeichen und Typos sind sie der Liebling

unserem Magazin vorstellen dürfen. Eigentlich ist alles am Symbolismus begrüßenswert, ermöglicht er

aller Grafiker und Illustratoren. Lassen sich doch mittels Symbole nicht nur Magazinseiten ansprechend gestalten, sondern auch Emotionen und

dem Sender doch eine gewisse Reduktion und verlangt vom Betrachter

Eindrücke transportieren – oft besser als durch tausend Worte.

häufig eine Transferleistung ab. Symbole helfen, Dinge leise und auf intelligente Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. Dies gilt umso mehr,

Auch Logos sind Symbole, die eine eindeutige Wiedererkennbarkeit

wenn wir in künstlerische Sujets wechseln. Hier können auch Gegen-

einer Marke sicherstellen sollen. Aber auch die bestimmte Form oder ein individuelles Element eines Produktes kann symbolisch für eine Marke

stände, Figuren, Tiere und Menschen als Symbole herhalten, zumindest

stehen. Nicht zuletzt deswegen, bemühen sich viele Brillendesigner

dann, wenn sie für gewisse Charaktereigenschaften und Emotionen

ihren Produkten etwas Einzigartiges einzuhauchen, dass es sich von

stehen.

anderen Produkten abhebt. Wen wundert’s, nimmt die Brille doch den

Seinen „Symbols of Youth“ setzt Künstler und Photograph Jun Kim

wertvollsten Platz am Körper ein. Sie sitzt, für jedermann sichtbar,

in seiner Strecke dann auch noch die passende Brille auf und verstärkt

in der VIP-Lounge und startet den Imagetransfer von der Pole-Position

damit den symbolischen Charakter seiner Protagonisten – die Brille dient

aus. Dass inzwischen fast alle Hersteller in Sachen Logoplacement

hier sozusagen als Symbolkatalysator. Aber auch in den anderen

wesentlich dezenter agieren als noch vor einigen Jahren, begrüßen wir sehr.

Shootings und Features, stolpert der Leser über eine Vielzahl an Symbolen –

Auch wir spielen immer wieder mit einem Symbol, das inzwischen

mal mehr und mal weniger offensichtlich. Bei all dem Symbolismus

schon typisch für unser Magazin ist: das Sechseck. Es ist Symbol für unser

darf man jedoch nicht vergessen, dass es gut ist, gewisse Dinge auch mal

Magazin, gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen erinnert es an

direkt auf den Punkt zu bringen. Das wollen wir hiermit tun: vielen

einen Blendenfleck, der bei Gegenlichtaufnahmen häufig auf Objektivlinsen

Dank für die dreijährige, tolle Unterstützung und das Interesse an unserem

entsteht. Es steht somit für Licht, Glas und Photographie. Zum anderen

Magazin. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen der neuesten EYEWEAR

erinnert es durch seine Form an Kohlenstoff in seiner reinsten Form –

aller Zeiten. SD

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NEWS

Damir Doma x Mykita Nach Kooperationen mit Bernhard Willhelm, Moncler, Alexandre Herchcovitch und Uslu Airlines, geht die Berliner Brillenmanufaktur Mykita nun in die nächste Runde in Sachen großer Brand-Collaboration. Niemand Geringerer als Damir Doma hat eine Kollektion aus Brillen- und Sonnenbrillenmodellen kreiert, die fortan in allen Mykitaund Damir Doma-Flagship Stores sowie in ausgewählten Bril­ lengeschäften erhältlich ist. Seine futuristische Design-­Serie mit den Modellen DD01, DD02, DD03 und DD04 zeichnet sich durch kreisrunde Silhouetten und der warmem Naturhorn aus.

Oliver Peoples: Alisha

Text: Jana Wenge

ungewöhnlichen Kombination von kühlem Edelstahl und

Wie mit der Puderquaste aufgestäubt – Oliver Peoples Sonnenbrille im zarten Sorbet-­Ton ist wie ein kleines Gedicht. Ohne Prunk, ohne Pathos, aber mit ganz viel Eleganz bringt sie Abwechslung ins triste Einheitsgrau.

Persol Reflex Edition Dank des Fotoapparats ist es uns gelungen, über ein Jahr­ hundert hinweg, Bilder und Erinnerungen festzuhalten und somit unsterblich werden zu lassen. Zeit, um Danke zu sagen! Die Kollektion Reflex Edition von Persol huldigt die Welt der Fotografie, indem sie sich vom Vintage Design analoger Kameras hat inspirieren lassen: Metall trifft auf Acetat, die traditionellen Acetatbügel werden durch schma­le Metallbügel ersetzt und der Supreme-Pfeil – als unver­ wech­ selbares Erkennungsmerkmal von Persol – ist am Scharnier schmaler und taucht zum ersten Mal doppelt unter dem ziselierten Metallsteg auf. Die Sonnen­ brillen PO 3046S und PO 3047S sind auch mit Polar- und Photo-­ Polar-Gläsern erhältlich.

24

Toll free number: 1.877.880.1881 / usa@orgreen.dk

Thymann


NEWS

Blac - Original & Authentic ... www.blac.dk

Patrick Dempsey for Silhouette Sie gilt als die Ikone unter den randlosen Brillen: die „Titan Minimal Art. The Icon“ von Silhouette. Serienstar Patrick Dempsey, der als Dr. Derek Shepherd die Herzen der Patientinnen und Zuschauerinnen eroberte, wird sie als das aktuelle Kampagnengesicht des Labels nun in einer Strecke von Peter Lindbergh präsentieren. Der Clou: Bei dem Fotoshooting im September 2013 können Sie dabei sein! Nebenbei winkt ein 4-tägiger all-inclusive Aufenthalt für 2 Personen in einem Designhotel in Los Angeles. Einfach den Silhouette-Optiker aufsu­ chen, eine Brille aus der „Titan Minimal Art. The Icon. Kollektion“ aufsetzen und das Beweisfoto auf silhouette.com/theiconcompetition

ic! Berlin x Transitions

hochladen.

Neben Rädern fürs iPad gibt es mittlerweile riechende Videospiele und Einkäufe, die ganz von alleine nach Hause kommen. Kluge Technologien verändern unser Leben, verbessern es sogar im günstigsten Fall. ic! Berlin ist dafür bekannt, am Puls der Zeit zu leben und stets offen für neue Entwicklungen zu sein. Das Berliner Label hat nun mit dem Brillenglashersteller Transitions gemeinsame Sache gemacht Text: Jana Wenge

und eine Kollektion entworfen, die mit selbsttönenden Brillengläsern und einer kontinuierlichen Anpassung an die sich verändernden Lichtverhältnisse, eine weitere Sonnenbrille im Gepäck überflüssig werden lässt: In der Sonne dunkeln die Brillengläser ein, im Schatten hellen sie wieder auf. Cause it's easy once you know how it's done!

Sunspel x Cutler and Gross Stilsicherheit ist es, mit der Cutler and Gross immer wieder klassische Formen und Retrogestelle auflegt. Und auch das Traditionsunternehmen Sunspel aus Long Eaton überzeugt seit fast einem Jahrhundert mit Handwerkskunst und Expertise. Kein Wunder, dass ein großartiges Projekt entsteht, wenn solch Marken sich zusammentun und eine limitierte Edition herausbringen. „Style 1009“ aus Kunststoff und mit getönten Brillengläsern ist ab sofort in den drei Sunspel Stores in London oder über Sunspel.de erhältlich. Auf der Innenseite der Bügel sind die beiden Marken-Claims aufgedruckt. Essentiell!

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NEWS

 w e a r l i t e

High-Tech in Grün Nicht verrottende Ökotüten, recyclebares Klopapier mit Spuren von Tropenholz und Bioprodukte, die keine sind: Oft steckt hinter den nachhaltigen Verlautbarungen nicht mehr als ein grüner Schein. Schön, wenn es Firmen gibt, die zu ihrem Wort stehen und sich tatsächlich im Umweltschutz engagieren. Vor allem bei so einem Milliardengeschäft, wie dem der Brillenglasproduktion. Aber was ist anders am Glas von Wearlite? Gewöhnlich werden bei der Produktion von Brillengläsern Kunststoff-Rohlinge geschliffen, meist in Fernost. Die Schweizer Firma hat sich auf ein ökologisch sauberes Verfahren spezialisiert, bei dem flüssiger Kunststoff in Formschalen gegossen und dabei nur ein Fünftel an Kunststoff und erheblich weniger Energie und Wasser verbraucht wird. Außerdem produziert Wearlite nach wie vor am Gründungs­stand­ ort bei Zürich und verzichtet auf eine Produktion in Niedriglohnländern mit langen Transportwegen. Daumen hoch für soviel

Text: Jana Wenge

Nachhaltigkeit!

Leisure Society: Ducap Sonnenbrille ist nicht gleich Sonnenbrille. Einmal mehr zeigt sich das beim Anblick der Brille Ducap aus der neuen Leisure Society Kollektion. Nicht nur die Form hat in ihrer Schlichtheit echtes Trendpotential, auch die Verwendung eines neuen Extrusionsverfahrens des Cellulose-Acetats, das einen von oben nach unten verlaufenden Farbverlauf hervorruft, ist originell.

Andy Schmitt-Lieb mit Max in Black-Gold

www.freudenhaus.com

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Strada del Sole Brillen: Der Fachmann erkennt sie auch mit geschlossenen Augen. von Claudio Caspari, Zürich

Es stimmt. Der Experte erkennt eine Strada del Sole mit geschlossenen Augen: Beim Öffnen der stabilen und besonders präzisen Gelenke. Beim Befühlen der langgezogenen, bequemen Nasenauflagen. Beim Entlangstreichen über die profilierten Bügel mit den Fingerspitzen. Man spürt das exakt von Hand bearbeitete Material und die Liebe zum Detail.

Den Unterschied sieht und spürt man. Ein Beispiel ist das Polieren der Brillenteile. In einer industriellen Großserienfertigung erledigen das andere in einer Trommel, schnell und kostengünstig. Dabei wird dann aber auch alle mehr oder weniger abgeschmirgelt. Klare Konturen und vom Designer bewusst gesetzte Linien gehen verloren. Strada del Sole setzt deshalb auf Handarbeit:

Das Design aller Strada del Sole Brillen entsteht in der Schweiz. Aber wo lässt sich das, was perfekt gedacht wurde, auch ebenso präzise umsetzen? Nein, nicht in China - sondern in direkter Nachbarschaft über den Alpen. In Italien. In einem Familien-Betrieb mit jahrzehntelanger Erfahrung, in Handfertigung, auf allerhöchstem Niveau. Hier geht Qualität vor Quantität.

In über 80 Arbeitsschritten der Manufaktur entstehen handwerkliche Meisterwerke. Und nur was der strengen Endprüfung standhält, erhält seine eigene Seriennummer und darf in die Hände des Kunden.

www.stradadelsole.ch


Text: Jana Wenge

Photo: Raphael Schmitz

E d i t o r ’ s C h o i ce

S t r e n e ss e S T MS 13 C Im Mittelalter, als die Brille erfunden wurde, musste man sich regel-

Jahrhunderte und Geistesströmungen weiter, hält die Brille nicht nur

rechte Ungetüme auf die Nase setzen, wenn man besser sehen wollte.

von alleine hinter den Ohren, sie kann sogar schick, sportlich und

Denn die Brillengestelle waren aus Eisen, Holz, Horn oder Knochen,

elegant zugleich aussehen. Kommen wir zur Sache: Diesmal haben

die Linsen gefärbt mit Bernstein, Braunstein oder Nickel. Es gab noch

wir uns für das Modell STMS13 C von Strenesse im Editor’s Choice

keine Bügel, die man sich hinter die Ohren legen konnte, sondern

entschieden – eine klassische, braune Fliegerbrille mit klaren Linien,

man hielt sich die Brille mit der Hand vor die Augen. Heute, ein paar

getönten Kunststoffgläsern und Metallbügeln.

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Celebrit y

Celebrit y

Name: Selim Varol

Dein größter Fehler: Meine Offenheit

Alter: 40

Deine beste Entscheidung: Meine Frau zu heiraten

Passion / Beruf: Gastgeber im Toykio und What’s Beef?!

Dein Tipp an alle: Take it easy

Mission: Curate your Life

Was Du an Brillen gut findest: eines von wenigen Accessoires für Männer

Inspirationsquelle: Reisen

Anzahl der Brillen, die Du in deinem Leben verloren hast: 100+

Photo: Mert c/o facebook.com/mertphoto

Selim Varol Toykio What’s Beef?!

Dita »Grandmaster 2«

Selim, Düsseldorfer Tausendsassa und Lebenskünst­ler betreibt mit dem Toykio eine

Bester Film: Star Wars „A new Hope“

Kombination aus Galerie und Café, in der schon viele weltbekannte Street-Artists ihre Kunstwerke ausstellten. Eher profane menschliche Bedürfnisse (zumindest von

Sonnenbrillen sind … … ein Schutzschild

Nicht-Vegetariern) werden dann im What’s Beef?! befriedigt.

Was du nur mit Sonnenbrillen kannst: Jemanden auschecken Deine Lieblingsstadt: New York – Istanbul – Düsseldorf

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THE REASON WHY

Oakley „Dispatch II“

T HE RE ASON WHY Die Geschichte hinter dem Foto

Rache ist süSS Besonders gute Bildideen entstehen häufig in einem Moment der totalen Erschöpfung. So auch bei diesem Foto. Wir – das ist neben mir noch Stefan, der Editor dieses Magazins – wurden von unserem Beach­ volleyballtrainer Julius Brink gerade zwei Stunden so durch den Sand gejagt, dass der Muskelkater am kommenden Tag unver­ meidbar war. Das schrie nach Rache. Und die ist ja bekanntlich besonders süß, wenn das Objekt der Rache einen PromiStatus genießt. Seit Julius letztes Jahr in London gemeinsam mit seinem Partner Jonas Reckermann den BeachvolleyballOlymp bestieg, sind die beiden die Aus­­ hänge­s childer des Gute-Laune-Sports.

Jetzt sollte Julius, der schon mehrfach vor meiner Kamera stand, bluten. Ich fuhr mit ihm an den Ort, wo das Element her­ kommt, durch welches er uns immer scheucht und welches ebenso als Rohstoff für Glas und somit auch für die Brillen­ produktion benötigt wird: eine Sand-Abbau­ grube. Dieses Mal warf ich die Bälle und Julius musste sich im Hechtbagger durch die Grube wühlen. Bei 30° jagte er den Bällen nicht in Boardshort, sondern im Anzug hinterher als gelten für ihn die Gravitationsgesetze nicht. Was Julius bis heute jedoch nicht weiß: den richtigen Moment hatte ich schon längst mit meiner Kamera eingefangen, als ich ihn immer wieder von neuem nach dem Ball springen ließ. Rache ist süß ... P ho t o: M a rt i n M iser é / m-fo t ogr a f ie . de M a k e- Up & S t y l i ng: A n t j e Huchel / a n t j e-huchel . de Pos t-P roduc t ion: M ir a Fa l k e n berg / mir a-pi x . de Fa shion: C a mp Dav id

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THE REASON WHY

Der Zorn des Poseidon

Seit kleinauf fasziniert mich die griechische Mythologie mit all ihren phantasievollen und geradezu abstrusen Geschichten um Helden, Gottheiten, Liebe und Intrigen. Ein besonders schillernder Protagonist der klassischen Antike ist Poseidon, der übellaunige Gott des Meeres. Nach seiner Geburt zunächst von seinem Vater verschlungen und erst durch Zeus und die Titanen gerettet, entscheidet er seit Jahrtausenden über das Schicksal aller Seefahrer, die vor jeder Reise seine Gunst erbitten. Um ihn nun endlich selber mal vors Gesicht zu bekommen, wollten wir ihn aus seinem Palast in den Tiefen des Meeres locken. In der Hoffnung, dass er uns für seinen Götter­ bruder Zeus hält, schickten wir Geschwader von Lichtblitzen herab in sein Reich. Doch Poseidons Schwester Hera durchschaute unseren Plan und entsandte ein Glühwürmchen, um ihm von unserer List zu berichten. Seine Rache sollte fürchterlich werden ...

Serengeti „Udine“

P ho t o: S t efa n Dongus S t y l i ng: Rol f Buck Ta l e n t : Va l e n t i n @ model -pool . de L igh t i ng - S y s t e m: P rofo t o B 4 // f l a sh-du r at ion: 1/25 . 0 0 0 sec .

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THE REASON WHY

THE REASON WHY

Strada del Sole „043“

Cock tail Hat: Maiko Takeda Dress: Miranda Konstantinidou

Mono Shoulder Piece: Maiko Takeda

Strada del Sole „071“

Laser Work

„Diese Fotos sind mit Licht gemalt. Es sind akribisch geplante Inszenierungen, die der Zufall geschaffen hat, jedes für sich ein Unikat durch die individuelle Handschrift des Lasers. Die Wellen und Rundungen greifen die Biegsamkeit der Brillenbügel auf. Eine Referenz an das flexible Material ist auch die Haptik der Oberteile, die von einer mehrfach ausgezeichneten Londoner Designerin aus beschichteter und mit Laser ausgeschnittener Folie geschaffen sind. Die Models mussten 30 Sekunden lang blind in einem vollkommen dunklen Raum ausharren, was dem Prozess der Fotografie einen fast analogen Charakter verliehen hat. So entstand aus ihrer meditativen Starre ein spielerischer Gegen­ satz zum digitalen Zeitalter, auf das die vergängliche Lightshow anspielt. Wir haben experimentell mit dem Laser gearbeitet, so dass die Lichteffekte zum Teil des Make-ups und Outfits wurden. Es ist diese grenzenlos kreative Energie, die das Arbeiten mit Madame Peripetie zu einem herausragenden Ereignis und surrealistischen Resultat macht.“ Rolf Buck P ho t os: M a da me P er ipe t ie S t y l i ng: Rol f Buck H a ir & M a k e- Up : E l e na Köhl er @ L igaw e s t Ta l e n t s: De nis @ Model pool / A l isa @ No t oys

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THE REASON WHY

LINDBERG „1244“

Top: Rich & Royal Pullover: Maiami

Jeansshirt: Lee Shirt: Skiny

LINDBERG „1244“

Film Noir

Inspiration meiner Fotoarbeiten ist unter anderem das Medium „Film“. Für die pastell-transparenten Lindberg Brillen wollte ich einen Filmstill entwickeln, der die Bildfarben der 60-er und 70-er Jahre aufgreift. Die Autoszene mit Marion Crane (gespielt von Janet Leigh) in Alfred Hitchcocks Klassiker „Psycho“ und der später im Film auftauchende Norman Bates (Anthony Perkins) brachten mich auf die Idee, ein Doppelportrait im Auto zu fotografieren. Eine moderne Interpretation des Film-Noir. P ho t o: M ich a el Ba der I w w w. mich a el -ba der .com P ho t o -A s sis ta n t : M ich a el L ä mml er S t y l i ng: A l e x a n dr a Die t l @ Age n t u r Rouge S t y l i ng -A s sis ta n t : Ju l i a K r is t y n-P e t r i H a ir & M a k e- Up : Chr is t oph Ga mbeck @ Cl oseu p Age nc y Ta l e n t s: M i a @ P l ace model s & F r a n z @ P S Model s

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THE REASON WHY

THE REASON WHY

Leisure Society „Merrimac“

Sphynx

Die „Sphynx-Katze“ ist eine einzigartige Katzenrasse, die ich bis dato als eher hässlich empfand und mit der ich nie wirklich etwas anfangen konnte. Als Modefotograf bekam ich mit der Zeit ein immer ausgeprägteres Gespür für das Besondere. Trotz der sehr kühlen Ausstrahlung und des fehlenden Fells, zeichnet sich die Sphynx-Katze durch eine äußerst liebevolle Art aus. Das macht sie zu etwas ganz Besonderem. Für mich war klar, sie muss ein Teil meines Bildmotives werden. Die Grund­ idee bestand darin, eine Brücke zwischen der modernen und zeitlosen Eleganz der Brillen von Paul Frank und Leisure Society sowie der Sphynx-Katze zu bauen. Eine Art Rollen­ tauch zwischen Katze und Mensch bot mir die Möglichkeit, dieses perfekt darzustellen. Die Fell Jacken der Designerin Aynur Pektas rundeten das Motiv schließlich ab. P ho t o: Pat r ick S t y r nol H a ir & M a k e- Up : I n e s Wigger S t y l i ng & De sign: Ay n u r P ek ta s Ta l e n t s: Sa r a h Don n er @ E a s t We s t Model s / Ni na Goebel @ Deebeephu nk y Model s Jack e t s: A y n u r P ek ta s Speci a l T h a nk s t o E sr a Köser a n d her Sph y n x C at

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Paul Frank „a sacrifice to sophistication“


Int e rv iew

Gotti Gotti Gotti Gotti

20 Jahr e Multita sking –

eine Schweizer Best Practice

Götti Götti Götti Götti Photos: Stefan Dongus

Gott Gott Gott Gott

Gott – Gotti – Götti. „Blasphemie“ werden die Kleriker rufen, „Zufall“ die Nihilisten „Klimax“ und vielleicht noch „Alliteration“ die Linguisten. Wir halten es einfach mit dem Hedonisten: Der Satz macht Spaß. Punkt. Spaß bereitete uns auch das Photoshooting und Interview mit der sympathischen Schweizer Company um Namensgeber Sven Götti. Und das war wichtig, schließlich betrieben wir selten solch einen Aufwand für eine Story. Ein erstes Shooting fand im Februar in New York statt. Dann folgte reger E-Mail Verkehr und schließlich noch ein Besuch der Firmenzentrale am beschaulichen Züricher See. Was bei götti auffällt und uns beeindruckt, ist die Leiden­ schaft, mit der das Schweizer Label seinen Weg geht und, dass es dabei seinen Produkten auf allen Ebenen der Wertschöpfung möglichst viel eigene DNA einhaucht. Die Eidgenossen machen quasi alles selbst und „inhouse“: von der Produktentwicklung über die Kommunikation bis hin zum Vertrieb. Sven Götti hat sich und sein Team dem Multitasking verpflichtet und verlangt, dass dem Produkt auf jeder Ebene viel Liebe zuteil wird. Dass Vielseitigkeit nicht nur zu seinem beruflichen Alltag, sondern auch zu seinem Privatleben gehört, wird schnell deutlich. Bringt man Leidenschaft für seinen Beruf mit, lässt sich das eine ohnehin nicht von dem anderen trennen. Dabei ist der Firmenlenker ständig auf der Suche nach inspirierenden Momenten und weiß um die kreative Schaffenskraft von Miss­ erfolgen und den Hürden im beruflichen Alltag. Konstanz hat für Sven Götti immer auch was mit Erneuerung zu tun. Er ist überzeugt, „wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.“

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ö ö öö

Int e rv iew

I NTERV I EW

zeichnet und wo man sie herstellen lassen kann. Aktuell finde ich es herausfordernd, den vielen Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden und die Kollektion und Company mit allen Facetten am Laufen zu halten.

Schaut man sich Eure Firma an, kann man sich nicht dem Eindruck erwehren, dass Euch dies recht gut gelingt. Gab es auch Momente, an denen Du am liebsten alles hingeschmissen hättest? Solche Gedanken können schon mal kurz hochkommen, wenn es bei der Produktion zu Problemen kommt oder wenn ich mit einer Umsetzung des Designs einer Brille nicht zufrieden bin. Der nächste Gedanke ist aber relativ schnell, wie wir dieses Problem lösen können. Solche kritischen Phasen sind auch wertvoll. Hochs sind zwar schön und man muss sie genießen können, doch Veränderung – was oft auch Verbesserung heißt – entsteht meist aus einer Unzu­ friedenheit heraus.

Was zeichnet die Schweiz als Produktionsland für Brillen aus? Die Schweiz ist zwar bekannt als Produktionsland für Uhren, Pepe mit Spin & Stow Bügeln

aber Brillen wurden und werden in der Schweiz nicht hergestellt. Also konzentrieren wir uns hier auf die Entwicklung. Für die Produktion müssen wir ins nahe Ausland oder nach Übersee.

Hast Du jemals überlegt, auch Entwicklung und Vertrieb woanders hin, z. B. ins Ausland zu verlagern? Hallo Sven, zum Verständnis erst mal vorab: Gebe ich in meinen Browser www.götti.ch ein, erscheint ... nichts. Möchte ich auf Eure Website navigieren, geht dies nur über die Adresse www.gotti.ch. Why that then?

Es war ein glücklicher Zufall. Ich stand vor der Berufswahl und Optiker

Nein, mir gefällt es hier in Zürich sehr gut. Es ist die größte Stadt

wurde mir empfohlen. So ging ich auf die Suche nach einem geeigneten

in der Schweiz und entsprechend groß ist das Angebot in jeder Hinsicht.

Lehrbetrieb und wurde in Zürich fündig.

Zum arbeiten ist die Infrastruktur ideal. Ich mag auch die recht

Was motiviert Dich an Deiner Arbeit besonders?

das wäre nichts für mich. Ich spinne gerne von unserer Base aus –

Wir kommunizieren die Website bewusst ohne Umlaut,

Heute ist es die Leidenschaft für das Produkt Brille. Ich freue mich,

hier am Züricher See – die Fäden ins Ausland.

damit sie international abruf bar ist. In den meisten Sprachen

wenn ich eine neue Kollektion in Angriff nehmen kann. Dann kommt

existiert unser berühmtes „ö“ ja nicht. Auf Google wirst

die Leidensphase der Kreation und dann, wenn alles fertig ist, der

Du aber auch mit „ö“ fündig!

schöne Moment der Präsentation. Eine neue Kollektion ist jedes Mal wie

götti feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Wie viele Mitarbeiter feiern mit?

ein Marathon.

Im Store beschäftigen wir zehn Mitarbeiter, in der Vertriebszentrale

ausgeprägten Jahreszeiten in unserer Heimat. Immer nur Sonnenschein –

Also Pragmatismus statt Allmachtsanspruch. Gib uns bitte einen kurzen Abriss über Dein Leben. Ein Schnelldurchlauf bitte.

Leidenschaft ist ja eng mit Inspiration verbunden. Wo findest Du diese?

25 Vertriebsmitarbeiter dazu.

Ausbildung zum Augenoptiker und Optikermeister.

Inspirationen finde ich meistens im Alltag. Aber auch auf Ausstellungen,

Dazwischen zahlreiche Auslandaufenthalte mit Arbeits-

Kunst- und Möbelmessen. Wenn zum Beispiel alle mit schwarzen Nerd-

einsätzen als Optiker in Wien und St. Tropez. 1993:

Brillen auf einem Event auftauchen, frage ich mich, was für eine Brille ein

Schritt in die Selbständigkeit mit dem Optikergeschäft

Trendsetter jetzt tragen müsste, um aus der Masse herauszustechen.

Für das „ö“ sind dann also um die 50 Mitarbeiter aktiv. Das bedarf ja auch schon einer richtigen Personalführung und -entwicklung. Nach welchen Kriterien sucht Ihr Eure Mitarbeiter aus?

Kreativmeeting: bei götti werden Kommunikations-Konzepte nicht nur für götti, sondern auch für viele andere Companies entwickelt.

in Wädenswil sind es 17 und weltweit kommen dann noch einmal

Oft läuft das genau von der anderen Seite. Nicht wir akquirieren,

Götti + Niederer in Luzern. 1998: Lancierung von götti SWITZERLAND. Ich lebe in Zürich, bin verheiratet und habe eine 11-jährige Tochter.

Warum beschäftigst Du Dich mit der „Brille“? Zufall? Ist es Dir in die Wiege gelegt worden oder war es eine bewusste Entscheidung von Dir?

Was waren die besonderen Herausforderungen beim Aufbau Eurer Company bis zum heutigen Tage?

international tätige Brillen-Company in der Schweiz. Da gibt es

Die erste Herausforderung war bestimmt, ein Optikergeschäft von Null

gar nicht so viele Alternativen, wenn jemand in der Schweiz bei

zu starten. Die nächste große Herausforderung bestand dann darin,

einem Brillen-Label arbeiten möchte. Übrigens sind die meisten von

neben dem Tagesgeschäft als Optiker, eine Brillenkollektion aufzubauen –

ihnen ausgebildete Optiker.

sondern Mitarbeiter finden uns. Wir sind praktisch die einzige

Addy

zumal ich zunächst nicht die geringste Ahnung hatte, wie man Brillen

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Int e rv iew

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In der neuen Silmo Kollektion bekommen sogar unsere Titaniumbrillen einen dreidimensionalen Look.

Ohne „ö“ fehlt Dir was. Bei vielen Optikern führt götti die Verkaufscharts an. Ob es an dem guten POS-Material und den netten Give-Aways liegt?

Wie viele Kollektionen und wie viele Brillen entwickelt Ihr jedes Jahr? Wir entwerfen jedes Jahr ca. 40 neue Modelle, welche wir auf

History

ist immer auch davon abhängig, wie viele Modelle eine aktuelle

Was ist das Besondere und das Typische an götti Brillen?

Kollektion verlassen – und sie wird begrenzt durch die Größe unserer

götti Brillen erkennt man im Geschäft an der für die

Außendienst Koffer.

Marke typischen Formensprache. Manchmal sehe ich an

den Messen opti, Mido und Silmo präsentieren. Die genaue Anzahl

History History

Variety is the spice of life. Sven spielt auch Drumms und … kann Skateboard fahren.

einem Kundenevent die ganze götti Kollektion ausgestellt

Die werdet Ihr in Zukunft ggf. größer bauen lassen müssen! götti gilt zwar eher als ein Korrektionsbrillen-Label, aber Ihr führt in Euren Kollektionen zunehmend auch Sonnenbrillen. Welchen Stellenwert nehmen diese ein?

und es ist ein insgesamt harmonisches Bild von Formen und Farben. Wenn man die Brille in die Hand nimmt, ist es die qualitativ hochwertige Verarbeitung, welche auch

Und was meinst Du, was Eure Mitarbeiter an Eurer Firma besonders schätzen?

Wer kümmert sich um das Design der Brillen? Hat der Chef da auch seine Finger im Spiel?

Natürlich gibt es auch bei uns einen Alltag, der geprägt sein kann

Wo götti draufsteht, ist auch Götti drin. Das Brillendesign

eine Brille, oder eben eine Sonnbrille, in einen flachen Zustand gedreht

von den üblichen Unannehmlichkeiten. Dennoch denke ich,

und die Entwicklung der Kollektion ist meine Leidenschaft

werden kann, ist das Thema Sonnenbrille bei uns ein aktuelles

Mit welchen Materialien spielt Ihr in der Produktion am liebsten?

dass wir eine angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre haben.

und in meiner Verantwortung. Ich entwerfe zwei Mal

geworden. Wir möchten dieses Segment in Zukunft weiter ausbauen –

Acetat und Titanium werden bei uns gleichgewichtig

Wir haben viel internationalen Kundenkontakt, da wir Optiker

jährlich die Formen und das Konzept für eine neue Kollek­

natürlich auch mit einem Verglasungsservice, welchen wir in­

eingesetzt. Ich mag es, mit der Tiefe zu spielen und die

auf der ganzen Welt direkt von Zürich aus beliefern. Es passiert eigent-

tion von Grund auf. Natürlich habe ich ein tolles Team,

zwischen ebenfalls „inhouse“ anbieten.

Schönheit aus dem Inneren des Materials sichtbar werden

lich alles innerhalb der Firma und alle Mitarbeiter sind sehr nah

welches mich in dem Prozess tatkräftig unterstützt – ohne

zu lassen. In der neuen Silmo Kollektion bekommen

am Geschehen dran.

dieses würde das gar nicht funktionieren.

sogar unsere Titaniumbrillen einen dreidimensionalen Look.

Der Anspruch, alles selber zu machen, kann auch zu großer Anstrengung führen. Was macht Ihr bewusst nicht selbst, weil es andere dann vielleicht doch besser können?

Neben dem Brillen-Design ... was sind Deiner Ansicht nach die größten Assets von götti? Was macht Euer Label wertvoll?

Die Fotoshootings machen wir immer mit externen Fotografen.

Es sind verschiedene Aspekte, welche eine Brillenkollektion

Da kommen Künstler zum Zuge, die neue Impulse von Außen

im Ganzen erfolgreich machen. Am Wichtigsten ist

einbringen können. Die letzten beiden Jahre hat Loan Nguyen den

in unserem Segment neben dem Design die Qualität und

Auslöser für uns gedrückt. Sie hat auch die aktuelle Kampagne

das Beherrschen der Schnittstelle mit den Kunden im

„I love your glasses“ umgesetzt. Auf der Basis einer solchen Kampagne

Verkauf und im Office. Ich denke, dass unsere langjährigen

kreieren wir dann eine götti Welt, die uns ein Jahr lang begleitet.

ein Laie intuitiv spürt.

Durch die Lancierung des „SPIN & STOW“ Bügels, mit welchem

Kunden die Kontinuität und die Entwicklung innerhalb der Kollektion schätzen. So sind wir zu einem wichtigen

1993

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2008

2010

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und verlässlichen Partner für viele Optiker geworden.

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Wie sieht der typische götti Kunde aus? Technisch versiert oder doch eher der Lifestyle-orientierte Kosmopolit? Xanadu

Der Titanium Kunde ist eher der Techniker, der Acetat Kunde eher der Lifestyle-orientierte Kosmopolit.

Welche Art von Models benutzt Ihr für Eure Shootings? Agentur-Models mit Fashion-Appeal oder eher das Mädchen von nebenan? Wir arbeiten in der Regel mit Agentur-Models. Das ist

ö ö ö ö ö

allerdings auch abhängig vom jeweiligen Projekt und der künstlerischen Leitung des Fotografen.

Bei dem Projekt „I love your glasses“ inszeniert Ihr die Models mit Doppelbelichtungen. Ist das für Dich nur ein ästhetischer Look oder steckt ein tieferer Sinn dahinter? Der ästhetische Look stand bei diesem Projekt im Vorder­ grund. Liegen dann die Resultate vor, beginnen wir erst eine Welt mit Slogan und manchmal auch Musik um die Kampagne zu kreieren. Das beste Feedback ist dann, Phil

wenn die Kunden denken, es war von Anfang an alles so konzipiert.

Was hat es mit der EYETECH AG auf sich? Die EYETECH wurde von uns zur gleichen Zeit wie götti SWITZERLAND gegründet. Sie ist heute in der Schweiz ein

Da darf man gespannt sein. Wie sieht ein Kollektionserstellungsprozess bei Euch aus?

Kann man die Belieferung der Platzhirschen als Eure Vertriebsstrategie bezeichnen?

eng mit götti Switzerland verbunden. Neben den hochwer­

Am Anfang steht die Idee, welche zu Papier gebracht werden muss.

Wir eröffnen unsere Kunden eher selektiv. Wir möchten lieber

tigen Produkten im umfassendsten Glas-Portfolio der

Danach fräsen wir Formmuster und laufen durch diverse Abstim-

gute Kunden, welche die Kollektion verstehen und intensiv

Schweiz unterstützt EYETECH mit dem V.EYE.P Service

mungsrunden. Stimmt die Formensprache der Brille, besprechen wir

mit uns arbeiten, als eine möglichst große Anzahl an Kunden.

unabhängige Fachgeschäfte individuell mit Marketing

das Konzept mit dem jeweiligen Produzenten. Von dem Moment

bedeutender Glaslieferant und räumlich und personell

Wo götti draufsteht, ist auch Götti drin. Das Brillen­ design und die Entwicklung der Kollektion ist meine Leidenschaft und in meiner Verantwortung.

Aktivitäten. Ob neue Medien wie Facebook oder Websites,

Nach dem massiven Acetatboom muss nun was anderes kommen.

Als Top Adresse in Luzern dürftest Du wahrscheinlich Euren eigenen Store bezeichnen, in dem Ihr namhafte Labels verkauft. Sind weitere Stores geplant oder bleibt Luzern ein Unikat? Ist auch die Eröffnung eines Mono­ labels- bzw. eines Flagship-Stores für Dich interessant? Mykita zum Beispiel, betreibt ja weltweit in ausge­ wählten Metropolen einige solcher Läden. Für die Produktpräsentation und Markenexposition bestimmt ein Vorteil, oder?

Wahrscheinlich schlägt das Pendel wieder in Richtung Metallbrillen.

Der Götti + Niederer Store in Luzern wird ein Unikat bleiben.

Natürlich müssen diese richtig umgesetzt sein.

Er ist der Beginn von götti SWITZERLAND und liegt mir

an besteht eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen Design und Produktion, so lange bis das Resultat unseren Vorstellungen entspricht.

Welches Modell ist Dein persönlicher Favorite? Im Moment ist es die PHIL.

Und welche Materialien und Styles werden Deiner Meinung nach in den kommenden Jahren besonders gefragt sein?

Fotoshooting vom Geschäft oder Personal, oder ganze Broschüren über das Geschäft – alles kann EYETECH inhouse für den Kunden umsetzen. Die EYETECH AG ist auch verantwortlich für die komplette gestalterische Umsetzung der Hall of Frame Messen in Zürich und Stuttgart.

sehr am Herzen. Im Moment sind wir sehr glücklich, unsere

Bei welcher Art von Optiker kann man götti kaufen?

Fachgeschäfte mit unseren Brillen zu beliefern. Ein götti

Es sind praktisch immer inhabergeführte Fachgeschäfte, mit einem

Showroom, in dem man sieht, was alles rund um eine Kollektion

Gespür für Qualität und Design. Mit den Jahren haben wir bemerkt,

passiert, wäre bestimmt ein spannendes Projekt. Mal schauen ...

dass wir eine Win-Win-Situation kreieren, wenn wir möglichst hoch-

Fabrice & Fanny

wertig produzieren. Unsere Kunden, welche oftmals die besten Optiker vor Ort sind, müssen sich gegenüber ihren lokalen Mitbewer­ bern unter anderem über das Angebot an Brillen-Labels profilieren.

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Silmo, Paris : Stand L107 Hall 5 / www.jfrey.fr / contact@jfrey.fr

Wenn den Tim & Struppi Fan beim Brillen-Design mal die Muse nicht mehr küsst, hilft nur noch ein Uppercut direkt aufs "ö". Dann geht's auch schon wieder ...

zusammen mit meinem Team eine Marke aufzubauen

Vielleicht wirst Du jenseits des eigenen Battlegrounds konkreter. Welche Marken sprechen Dich außerhalb der Brillenbranche besonders an und warum?

und gewonnene Ideen umzusetzen.

Da gibt es vieles, was mich inspiriert. Bei Kleidung ist es zur Zeit

Was macht Dir an Deinem Job am meisten Spaß? Neben dem Tüfteln an neuen Brillen bereitet mir viel Freude,

ACNE aus Schweden oder Marc Jacobs. Produkte von Jasper Morrison

Welchen Sven Götti gibt es neben dem Brillen­ designer noch?

welche mein Herz höher schlagen lassen. So z.B. Lichtschalter von

Da gibt es den ehemaligen Skateboarder und Drummer,

Meljac in Paris, die ich gerade für unser neues Haus bestellt habe.

mag ich ebenfalls sehr gerne. Es gibt aber auch andere Dinge,

denn diese DNA trägt man immer in sich. Heute gibt noch den Gourmet und Weinliebhaber und ganz aktuell

Wo geht für götti die Reise in den nächsten zehn Jahren hin ... also für die Firma und für den Menschen?

auch noch den Bauherren, da wir seit letztem Jahr ein Haus

Es wäre schön, wenn wir das eine oder andere langfristige Projekt, an

in Zürich renovieren.

dem wir arbeiten, zur Marktreife bringen. Wo ich persönlich in

es den Familienmenschen und Unternehmer. Dann gibt es

zehn Jahre stehe? Meine Tochter ist dann ausgeflogen und ich werde mit meiner Frau ohne Zeitdruck viele interessante Dinge unter­

Das klingt nach Vielseitigkeit. Gilt das auch für Deinen Geschmack? Welche anderen Brillen-Labels magst Du gerne? Trau Dich. Ich trau mich, Dir keine Labels zu nennen. Klar bewundere

nehmen können.

Zu guter Letzt: wenn götti keine Brillen-Company wäre, welche Produkte würdet Ihr herstellen?

ich die Erfolgsstories unter den Brillenmarken. Aber

Ich habe das Gefühl, dass ich früher oder später immer bei der Entwick­

Grundsätzlich mag ich die Labels, die schon einige Jahre

lung von einem Produkt gelandet wäre. Ich bin ein ästhetischer

auf dem Markt sind. Es bedeutet, dass sie sich erneuern

Tüftler mit Geschäftssinn. Vielleicht Schuhe, Möbel, Video Games ...

können und mit der Zeit gehen. Denn wie sagt man so schön:

alles kann interessant sein.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

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Not small, fun size !


Collection Check

Collection Check

Castle Rock: „Das neue Modell in vielen frischen Farben kommt im lässigen OversizeLook daher. Jung, frech und cool: Für Frauen, die wissen was sie wollen. Gibt es einmal als optische Brille und als Sonnenbrille.“

Text: Jana Wenge

Photos: Raphael Schmitz

»Milky Bar Kid«, »Warrens Dancer« oder »Underdog« könnten Wrestler, angesagte Minimal DJs oder Superhelden aus einer Cartoon Serie der 80er Jahre sein. In diesem Fall sind es drei der sieben legendären Brillenmodelle, die KBL Eyewear zur neuen Saison herausbringt. So vielfältig wie das Label selbst, spiegelt die Kollektion das urbane Leben New Yorks – hier liegen die Wurzeln des jungen Brands – mit all seinen individuellen Facetten wider. Ob clean, oversized, Cat-Eye-shaped oder im femininen Butterfly-Look, KBL Eyewear scheint für jede Art von Großstadtmensch das passende Modell entworfen zu haben. Aber auch wenn Sie vom Land kommen sollten, sind Sie hiermit bestens gerüstet!

Milky Bar Kid: „Eine Unisex-Brille mit klarer Struktur. Von sandfarben bis zum klassischen KBL Havana.“

David Barton, Du bist Produktdesigner bei KBL Eyewear. Wie bist Du auf so ausgefallene Namen gekommen?

Welches ist Dein Lieblingsmodell? Castle Rock.

Das werden wir oft gefragt ... Du entwirfst eine Brille und überlegst dir, welcher Name zu ihr passt. Unsere Wurzeln liegen in New York

Underdog: „Eine Hommage an den ‚Super Hero‘ aus der gleichnamigen Cartoon-Serie aus den 60ern. 2007 wurde der Film ‚Underdog‘ unter anderem mit Jim Belushi und Alex Neuberger von Walt Disney neu produziert.“

King of Kings: „Ist für den wahren Mann entworfen worden. Die Brille ist im ‚half sanded‘ – Verfahren hergestellt und wird in vier dezent-eleganten Farb­­­schat­ tierungen angeboten.“ 56

Warum?

City, das hat uns zu einigen Namen inspiriert. Aber auch während des

Sie ist einfach eine tolle Sonnenbrille, die es in coolen

Autofahrens entsteht manchmal ganz einfach eine Idee im Kopf –

Farben gibt und vielen Leuten steht.

wie ein Geistesblitz!

Beschreibe die Kollektion in einem Satz. Wie viele Modelle gibt es?

Ich brauche dafür sogar nur zwei Begriffe: New York

Unsere gesamte Kollektion umfasst über 30 Sonnenbrillen und über

Lifestyle und American Flavor.

28 optische Brillenmodelle.

Welche Farben sind tonangebend? Aus welchem Material sind Eure Brillen?

Honig, Moccha, Orange ... Die meisten Farben werden

Wir legen Wert auf hochwertige Materialien, daher sind die Brillen aus

sandgestrahlt (matt) bzw. auch nur „half-sanded“ (halb

italienischem Acetat oder japanischem Titanium hergestellt.

satiniert und halb poliert).

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Collection Check

Castle Rock: „Das neue Modell in vielen frischen Farben kommt im lässigen OversizeLook daher. Jung, frech und cool: Für Frauen, die wissen was sie wollen. Gibt es einmal als optische Brille und als Sonnenbrille.“

Collection Check

Five To Get Ready: „Hat einen hohen Anspruch an Klarheit und Ästhetik. ‚Cool‘ als Sonnenbrille oder ‚classy‘ in der optischen Variante.“

Welchen Star würdest Du gerne mit der Paint by Numbers sehen?

An was arbeitet Ihr momentan? An einem neuen Marketingkonzept, denn KBL

Emma Stone oder Gisele Bündchen.

Eyewear ist noch eine junge, relativ unbekannte Marke.

Welchen mit dem Modell Underdog? Christian Bale oder Nicolas Cage.

Was habt Ihr Euch für Euer Label vor­ genommen?

Welcher Superheld wärst Du gern?

KBL Eyewear bekannter zu machen und einfach

Silver Surfer.

stylische Brillen auf den Markt zu bringen. In drei bis vier Jahren werden wir sehen, ob es

Wie wichtig ist es Dir, dass Deine Mode tragbar ist?

uns gelungen ist. Und bis dahin daran arbeiten,

Sehr wichtig, aber es muss auch das gewisse „Etwas“ dabei sein;

neue Gesichter für unser Design zu gewinnen.

sei es die Farbe oder die Form... Eine Brille im Gesicht ist das erste, was man wahrnimmt. Daher ist es wichtig, wie sich die Brille an das Gesicht schmiegt.

Was würdest Du noch gerne gestalten, außer Brillen? Architektur, Häuser oder Räume.

Warrens Dancer: „Sexy und modern: Der ‚Cat-Eye Look‘ dieser Sonnenbrille sorgt für einen kühnen Stil.“

Paint by Numbers: „Eine ‚Butterfly‘Brille, die eine auffallend feminine Lässigkeit vermittelt. Back to the 60’s!“

Wie bist Du zum Brillendesign gekommen? Ich war einige Jahre Produktmanager bei Oliver Peoples und hatte bereits zuvor viel mit Design zu tun.

Wie zu KBL Eyewear? Durch meine Freundschaft zu Adam und Kara.

Das New Yorker Ehepaar Adam und Kara Mendelsohn haben KBL Eyewear vor ca. 4 Jahren gegründet, seit Januar diesen Jahres sind sie nicht mehr im Unternehmen tätig. Das „Designteam um Dave Barton“ ist seitdem für die Krea­ tionen verantwortlich. Was hat sich seitdem geändert? Einiges ... Es sind viele tragbare Brillen entworfen worden mit einigen neuen Farben. Außerdem arbeiten wir an neuen Mar­ ketingkonzepten, wie zum Beispiel ein eigens für KBL Eyewear entworfenes Graffiti.

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Dress: Duffy

Necklace: A. W. Paris Dress: Liebig

bollé „Solden“

bollé „Greta“

Light Glasses By Michael Leis

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62 Blazer: Minimarket Ring: Lehmann & Schmedding / Galerie-Tal20

Pullover and Hat: Good one

Barton Perreira „Lucia“

Moscot „Glick“

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Dress: KTX /LST München Bracelet: Beck Döndergaard

Blouson: Rich&Royal

Chloé „CL2119“

Michael Kors „Grant“


Top: Vladimir Karaleev

Entourage of 7 „Jen“

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Jacket: Schmidt Tak ahashi

Bellinger „Crenshaw“


69 Dress: Franzisk a Michael Mobile Phone Receiver: Native Union

Maybach „The Monarch I“


Corsage: Epanouí by Eva Poleschinski

Coblens „31014 Strahltriebwerk“

FROM WORK TO SPORT AND BACK AGAIN, THE CROSSLINK® PRESCRIPTION FRAME KEEPS UP WITH EVERYTHING

OAKLEY PRESCRIPTION COLLECTION + MARK CAVENDISH | PRO CYCLIST

Photos: Michael Leis | Concept: Skalla + Leis | Styling: Angela Skalla / artistgroupmierau Hair: Tina Zehentmeier / artistgroupmierau | Make-Up: Sandra Kern / Les Artistes Talents: Arina @ Louisa Models & Linda Sondermann @ Most Wanted Models All background clothes from Mala&Mad

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© 2013, Oakley Icon | OAKLEY.COM


Dress: PAUL & JOE

Shirt, Jeans & Belt: CLOSED

Funk Food „Tarte Tatin“

Hamburg Eyewear „Padua“

A n h o m a g e b y Ma r t i n Ba u e n d a h l

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Götti „Phil“ L Reiz „Fichte“ R Reiz „Licht“

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Dress: KD12

Jacket, Shirt, Jeans & Belt: CLOSED


Sequin Dress: TALBOT RUNHOF

Denim-Shirt, Jeans & Belt: CLOSED Watch: BUREN Vintage

Claire Goldsmith „Fyfe“

Claire Goldsmith „Wynne“

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Dress: SACKS Watch: BUREN Vintage

L R

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Freudenhaus „Romy“ i-spax „Nicolaus4“


80 Dress: APART Shirt: FRENCH CONNECTION Pants, Belt & Cardigan: CLOSED

Dress: PAUL & JOE

L KBL „Paint by Numbers“ R KBL „Milky Bar Kid“

MunicEyeWear „867“


FOSSIL (EUROPE) GMBH | 08661-622-6055 | MS4881709 - ALEX 3 P Dress: PAUL & JOE

Blac „+13“

Photos: Martin Bauendahl | Assistant: Julian Fichtl Hair & Make-Up Artist: Chris Chiho Schwarzer | Assistant: Dennis Brandt Styling: Hendrik Schaulin Talents: Katharina Poeter c/o Modelwerk & Johannes Brusseau c/o Spin Models

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t a lI n k itn eg r vh i eew ads

ta l k i n g h e a d s

„Mit Vollgas durch Helvetien“ N a t h a n a ë l W e n g e r , D i r k G e i s s m a nn & Dominique K asper

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ta l k i n g h e a d s

ta l k i n g h e a d s

Denken wir an die Schweiz, landen wir automatisch bei Nathanaël, Dirk und Dominique. Die drei sind eine wandelnde Enzyklopädie, wenn es um das Business mit unser aller Lieblingsprodukt in der Konföderation geht. Sie sind auf allen relevanten Events präsent, betreiben ihre eigene Handelsagentur und veranstalten mit der Hall of Frames sogar ein eigenes Messeformat. Nebenbei posten die Eidgenossen täglich bei Facebook und sind auch nie verlegen, uns redaktionelle Inhalte für die kommende Ausgabe vorzuschlagen – gefragt oder ungefragt. Sei es drum, wir sind über das Expertenwissen stets dankbar. Nach vielen Telefonaten und unzähligen Mails ist die Zeit gekommen, die drei in ihrem Office im Schweizer Steuerparadies Zug zu besuchen. Neben fundiertem Sachverstand bewiesen die drei vor allem auch einen feinen Sinn für Humor.

Wie seid Ihr drei zusammengekommen?

Kunde merkt genau, wenn ein Vertreter unter Verkaufs­

DIRK: 2008 hat Nath einen Mitarbeiter gesucht und ich habe mich dann

druck steht. Es entsteht dann oft eine unangenehme

auf das Inserat gemeldet. Nach meiner Ausbildung als Augenoptiker

Situation, die für beide Seiten nicht befriedigend ist.

habe ich viele Sachen ausprobiert. Von Barmann bis Strassenverkäufer

Wir können es da ziemlich locker angehen lassen.

war so ziemlich alles dabei. Von Anfang an war ich praktisch auf

DIRK: Bei vielen unserer Kunden pflegen wir auch das Lager.

mich alleine gestellt und gerade diese Freiheit liebe ich in unserem Job.

D.h. wir achten darauf, dass sie wirklich nur die besten

Wir arbeiten als Partner zusammen und somit gibt es keine Hierar­

Modelle in den Regalen haben. Die Kunden vertrauen uns

chie bei uns.

und mit diesem Gut gehen wir sorgfältig um.

DOMINIQUE: 2010 war für mich die Zeit reif für einen Wechsel.

DOMINIQUE: In der Regel platzieren wir unsere Marken

Vorher war ich über zehn Jahre in leitender Funktion bei einem

selektiv und exklusiv. Der Kunde erhält am Anfang

Augenoptiker tätig. Diese Aufgabe war schön und befriedigend, aber

oft unausgesprochen einen gewissen Gebietsschutz und

irgendwie wollte ich auch einen Tapetenwechsel. Eigentlich wollte

wenn die Verkäufe und das Engagement stimmen, dann

ich mir eine Auszeit nehmen, als mich Nath aus heiterem Himmel

wird dieser auch beibehalten. So verzichten wir manchmal

anrief. Da ich Nath und Dirk aus meiner Zeit als Einkäufer kannte,

bewusst auf Mehrumsatz zum Wohl unserer Kunden.

habe ich sofort und spontan zugesagt.

In den meisten Fällen hat sich dieses Vorgehen bewährt. Ein

NATHANAËL: Ursprünglich sind wir alle drei gelernte Augenoptiker –

zufriedener Kunde ist mehr wert als kurzfristiger Gewinn.

das ist sicher ein gemeinsamer Nenner, der uns verbindet. Für unseren Job ist es sicher hilfreich, wenn wir wissen, wie unsere Kunden ticken.

Wie kamt Ihr dazu, eine Handelsagentur zu gründen? NATHANAËL: Mit der Einstellung von Dirk und der Erweiterung der Kollektion war es ein logischer Schritt, 2008 die WENGER EYE­ WEAR GmbH zu gründen. Vorher war ich als Einzelfirma unterwegs.

Was ist das Besondere an Eurer Agentur? DOMINIQUE: Wir reden viel miteinander und tauschen uns aus. Wir arbeiten als echtes Team zusammen, mit unseren Schwächen und Stärken. Da wir alle drei ziemliche Charakterköpfe sind, sind wir

Nath, was bedeuten Brillen für Dich?

auch nicht immer gleicher Meinung. Gerade diese offenen Diskussionen wirken sich positiv auf die Qualität unserer Arbeit aus. So gibt es weniger Schnellschüsse und Frustration. DIRK: Wir sind ziemlich unterschiedliche Typen, aber wir ergänzen

Was ist da los? Habt Ihr keine anderen Hobbies?

aufwachsen. Dirk und Dominique muss man eher bremsen und manchmal

uns gut. Gerade diese Individualität gibt der ganzen Sache eine

NATHANAËL: Wir gehören zu der seltenen aber glücklichen

muss ich sie daran erinnern, eine Pause einzulegen. Immer unterwegs

Dynamik, welche sich unterm Strich sehr positiv auswirkt. Nath ist

Sorte von Menschen, die ihr Hobby zum Beruf machen

zu sein, kostet viel Energie und Kraft. Da ist es wichtig, dass die Batterien

der kreative Chaot, Dominique ist extrem gut organisiert und ich

durften. So stellt sich die Frage nach Freizeit und die Pflege

aufgeladen sind. Auch darf der Spaßfaktor nie zu kurz kommen.

bin eine Mischung von beiden.

Hand in Hand. „Leidenschaft für Brillen“ umschreibt uns

Wie seid Ihr drei in die Brillenbranche hineingewachsen?

halten und Trends früher als andere zu entdecken. Das bedingt, dass

wohl am besten, auch wenn dieser Begriff oft etwas zu

NATHANAËL: Angefangen hat die Geschichte vor über zehn Jahren, als

man bekannter Schemen denken muss. Ein Output unserer virtu­

Euer Portfolio besticht durch ausgewählte MarkenVielfalt. Nach welchen Kriterien wählt Ihr die Labels aus, mit denen Ihr auf die Straße geht?

leichtfertig verwendet wird.

ich in Paris gewohnt und im Showroom eines französischen Brillen­

ellen Recherche befindet sich auf der Hall of Frames Facebook Seite.

DOMINIQUE: Als Außendienstler muss man sich

DOMINIQUE: Es ist richtig, wir sind an vielen Fronten aktiv,

designers gearbeitet habe. So war es naheliegend, dass ich diese Kollektion

Hier können wir uns austoben und unsere Leidenschaft mit

mit einer Kollektion identifizieren können. Bevor wir

aber es ist kein nervöser Aktivismus. Im Gegenteil, in der

auch in die Schweiz bringen wollte. Im Geschäft in St. Germain-des-­

anderen teilen.

neue Produkte aufnehmen, wägen wir sorgfältig ab,

Ruhe liegt die Kraft. Konstanz und langfristiger Erfolg sind

Prés habe ich die Termine bei Schweizer Optikern fixiert, bin mit dem Zug

DIRK: Es kommt vor, dass Kunden uns auf Messen fragen, ob wir

ob diese auch zu uns passen. Uns interessiert primär, wer

von Hobbies gar nicht. Arbeit und Vergnügen gehen

Dirk, rahmenlose Brillen sind …

NATHANAËL: Wir versuchen, unsere Nasen in den Wind zu

uns wichtig.

ins französische Jura gefahren und dort hat mir die Firma ein Fahrzeug

einen heißen Tipp hätten. Natürlich geben wir gerne Auskunft.

hinter einem Brand steht, das Produkt kommt erst

DIRK: Wir dürfen mit den besten Augenoptikern der

und die Kollektion zur Verfügung gestellt. Das Abenteuer konnte beginnen.

DOMINIQUE: Wir halten den Ball ziemlich f lach. Durch unsere

an zweiter Stelle. Nur so kann man sich wirklich 100%

Schweiz zusammenarbeiten und viele unserer Kunden sind

Der Anfang war hart und ein gutes Stück Naivität fuhr im Auto mit.

schlanken Strukturen sind wir sehr flexibel und können uns

mit einem Brand identifizieren.

in der Zwischenzeit auch Freunde geworden. So macht

Ich musste damals einiges an Lehrgeld bezahlen, z.B. als ich in Unwissenheit

schnell auf neue Situationen einstellen.

NATHANAËL: Natürlich muss eine neue Kollektion

die Arbeit natürlich Spaß und man fährt auch gerne mal die

versuchte, undeklarierte Fassungen über die Grenze einzuführen.

Extrameile, die im Aussendienst oft den Unterschied

Dies waren zwar nur Retouren eines Optikers, die bei der Einfuhr bereits

Und was unterscheidet Euch von anderen Agenturen?

komplementieren.

unsere bestehenden Linien sinnvoll ergänzen und

ausmacht.

versteuert wurden, der Zöllner zeigte sich trotzdem wenig gesprächs­

NATHANAËL: Wir sind sicher sehr kundenbezogen und überlegen

DIRK: Wir sind schon auch ziemlich experimentier­

NATHANAËL: Für mich ist es zentral, dass auch die

bereit und die mir verhängte Buße hätte mir damals fast das Genick gebrochen.

uns, welche Kollektion am besten in den Laden eines Kunden passt.

freudig, manchmal braucht es auch einfach eine gewisse

Work/Life Balance stimmt. Ich selber habe eine junge Familie

Rückblickend hat es sich mehr als gelohnt und gerade aus meinen

Da wir verschiedene Produkte vertreten, sind wir weniger unter Druck

Zeit, bis sich eine Kollektion etabliert. Diese Zeit

und ich will sehen, wie meine beiden Kinder

Fehlern habe ich am meisten gelernt.

und müssen nicht auf Teufel komm raus Brillen verkaufen. Der

nehmen wir uns.

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ta l k i n g h e a d s

ta l k i n g h e a d s

Lassen sich Brillen in der Schweiz hochpreisiger verkaufen als anderswo?

da kommt man an Ørgreen fast nicht vorbei. Dazu kommt,

Vertreter mit einem Lächeln begrüßt wird. Die Wichtigkeit von einem freundlichen Empfang kann gar nicht genug

NATHANAËL: Da die Kauf kraft bei uns noch immer sehr hoch

hat und sich unsere Kunden wieder nach Metallfassungen

betont werden. Ein Lächeln kostet nichts aber kann den

ist, darf auch eine Brille mehr kosten. Generell gibt der Schweizer gerne

umschauen.

Unterschied ausmachen. Wenn dazu noch eine Prise

mehr aus für eine höhere Qualität. Natürlich sind unsere Kunden

DIRK: Mit Blac habe ich eine Kollektion, die gerade bei

Humor kommt, dann bin ich begeistert.

durch die Euroschwäche auch preissensibler geworden. Als der Euro

Männern starke Emotionen auslöst. Ihnen gefällt die Techno­

NATHANAËL: Ich muss mein Gegenüber spüren können.

letzten Sommer getaucht ist, wurden sicher auch ein paar Tausend

lo­g ie und Innovation, aber auch der rohe und maskuline Look.

Mit kühlen Kopfmenschen, die sich nur für mein Produkt

Brillen im nahen Ausland eingekauft.

interessieren, tue ich mich eher schwer.

DOMINIQUE: Es gibt Unterschiede innerhalb der Schweiz zwischen

DIRK: Es ist simpel: dort, wo der Kunde, aber auch der

dass der Acetatboom seinen Höhepunkt überschritten

Seit einigen Jahren habt Ihr mit der Hall of Frames in Zürich eine Schweizer Messe etabliert. Was steckt dahinter? Wirtschaftliches Kalkül? Kreative Selbstverwirklichung? Oder brauchen Schweizer Optiker wirklich ihre eigene Messe?

der deutschen und französischen oder italienischen Sprachregion.

Was ist das Besondere am Schweizer Optiker?

Die Optiker in der „Deutschweiz“ sind mutiger und verkaufen dadurch

NATHANAËL: Wie der deutsche Optiker, ist der Schweizer

eher hochpreisiger, sie zeichnen sich auch durch ein größeres Selbst­

sehr qualitätsbewusst. In der Regel sind unsere Kunden

vertrauen aus.

sehr fokussiert und sie haben ihre Hausaufgaben gemacht. D.h. sie haben ihr Lager im Griff und wissen welche Kollektion sich wie gut dreht. Kollektionen, die sich nicht gut verkaufen, haben einen schweren Stand. DIRK: Die Schweizer Optiker lassen sich vielleicht etwas weniger vom Geschrei der großen Filialisten beeindrucken. Die meisten gehen ihren Weg und sind im Markt – auch

Dominique, die Deutschen machen doch die besten Brillen, oder?

durch hochwertige Produkte – gut positioniert. Unsere Kun­ den haben in der Regel ein klares Profil und können sich dadurch von den Billiganbietern abgrenzen. DOMINIQUE: Die Schweiz ist auch ein spannender Mikro­

Welche Labels kommen für Euch nicht in Frage?

markt, da sich drei Sprachregionen bei uns treffen.

DIRK: Da gibt es eine ganze Reihe, aber wir wollen nieman­

Ein perfekter Ort, um ein Produkt in verschiedenen Märkten

den zu nahe treten. Randlose Brillen sind für uns sicher

zu testen.

kein Thema, weil die Ausdrucksformen mit einer Bohrbrille einfach zu eingeschränkt sind. Auch Labels, die sich mit großen Logos schmücken, finden wir nicht so sexy. NATHANAËL: Ein Brand muss eine authentische Geschichte haben, die den Optiker, aber auch den Endkunden interessiert. Sie muss

Trittbrettfahrer sind ...

den Zeitgeist treffen und einen WOW-Faktor haben. Das Auf kochen

Braucht die Schweiz eine Brillenmesse?

Stuttgart auch?

von bestehenden Trends kann schnell öde und langweilig werden, Eigenständigkeit ist gefragt. Ein Label, das sich offensichtlich von

Gibt es Produkt Styles oder Marken, die in der Schweiz gut laufen, woanders aber eher nicht?

NATHANAËL: Angefangen hat die ganze Geschichte

DOMINIQUE: Generell interessieren uns Labels, die bei großen Filia­ listen untergebracht sind, nicht. Auch achten wir darauf, dass

DIRK: Die Schweiz ist weltweit wohl der größte Absatzmarkt für Horn­

haben und ihren Kunden dort ihre Kollektionen gezeigt

unsere Brillen online nur schwer zu erhalten sind. Wir möchten

brillen. Wir sind immer wieder erstaunt, wie viele Hornbrillen

haben. Das Konzept wurde gut aufgenommen und im darauf

anderen Brands inspirieren lässt, ist auch nicht so spannend.

unseren Kunden eine gewisse Exklusivität bieten.

Mit welcher Art von Optiker arbeitet Ihr denn am liebsten?

mit drei Vertretern, die sich in einem Designerhotel getroffen

bei unseren Kunden in den Regalen liegen und auch verkauft werden.

folgenden Jahr kamen wir dazu. Kontinuierlich wurde

NATHANAËL: Die Schweiz ist eher ein klassischer Markt. Under­

die Hall of Frames weiter entwickelt und ausgebaut. Verschie­

statement ist wichtig, nur nicht zu stark auffallen. Gerade ein Banker

dene Formate und Städte wurden getestet und nach

DOMINIQUE: Der Boutique Optiker, der die Augenoptik zelebriert

darf keine zu auffällige Brille tragen. So gesehen sind Städte wie

einigen Durchläufen war klar, dass eine Hall of Frames in

und seinen Kunden etwas Besonderes bietet. Diese Geschäfte

Zürich oder Genf eher konservativ geprägt. Gerade für diese Kunden­

Zürich im Herbst viele Bedürfnisse befriedigt.

werden in der Regel mit viel Herzblut geführt und auch die Mitarbeiter

gruppe bietet sich eine Hornbrille besonders an.

DIRK: Da immer weniger Augenoptiker im Herbst auf die

wissen in der Regel was sie tun, bzw. verkaufen.

SILMO nach Paris fahren wollen, braucht es die Hall

Leben und Arbeiten in der Schweiz ist …

Was ist für Euch das Must-Have 2013?

of Frames. Hier kann man in einer entspannten Atmosphäre

DOMINIQUE: Ohne Frage gehört Coblens zu den großen Neuent­

die Herbstneuheiten von zahlreichen Topdesignern

deckungen auf der OPTI in München! Diese Kollektion trifft den

anschauen und sich für die zweite Jahreshälfte inspirieren

Zeitgeist perfekt und bringt einen frischen Wind in die Branche. Die

lassen. Auch in der Hall of Frames steckt viel Herzblut,

Resonanz bei unseren Kunden ist sehr positiv.

wir wollen den Besuchern etwas bieten.

NATHANAËL: Farben sind dieses Jahr wieder ein großes Thema und

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ta l k i n g h e a d s

ta l k i n g h e a d s

Was hat Euch dann bewogen, das Konzept auch in Stuttgart umzusetzen? Man könnte doch meinen, Optiker aus dem Ländle haben ein ausreichend gutes Messeangebot.

DIRK: Deutschland hat hier sicher noch etwas Luft nach oben,

erlebt, wie viele Schwierigkeiten es bei der Lancierung

wobei es auch dort einige Augenoptiker gibt, die dies vorbildlich

einer neuen Brillenkollektion geben kann. Der Aufwand

umsetzen. Der Trend geht klar Richtung Individualität, man löst

ist riesig und niemand hat wirklich auf einen gewartet.

sich immer mehr von den bekannten Mainstream Brands, die einen

DIRK: Die letzten paar Jahre waren ziemlich intensiv und

DIRK: Wir wurden von Vertretern aus dem Süddeutschen Raum

scheinbar sicheren Wert darstellen. Dies ist auch mit ein Grund,

wir durften ein stabiles Wachstum verzeichnen. Jetzt

angefragt, ob wir nicht eine Hall of Frames in Süddeutschland

weshalb wir glauben, dass Designerbrands mit einer Geschichte und

wollen wir diesen etwas festigen und uns auf unsere beste­

organisieren könnten, da es dort außer der OPTI im Frühling keine

Seele noch großes Wachstumspotential haben.

henden Brands konzentrieren.

Messe gibt. Dazu kommt, dass sich das Meilenwerk in Stuttgart

DOMINIQUE: Wir genießen den Moment, es kommt

Wie kann man eigentlich so viel Leidenschaft für das Produkt „Brille“ aufbringen?

für diesen Anlass geradezu aufdrängt. NATHANAËL: Mit Steffen Keil haben wir auch den richtigen

bestimmt wieder eine Phase, in der wir weiteres Neuland betreten werden.

Partner gefunden, der bestens mit dem Markt vertraut ist und uns

DOMINIQUE: Das fragen wir uns auch manchmal. Es ist wohl

optimal ergänzt.

die Mischung aus Kreativität und Notwendigkeit. Die Kunst besteht

Euer Tipp für alle, die in der Branche Fuß fassen wollen?

DIRK: Das Konzept scheint auch in Süddeutschland bestens aufzu­

darin, aus einem an sich zweckmäßigen Gegenstand, ein klares

NATHANAËL: Aller Anfang ist schwer. Das erste Jahr

gehen. Wir hatten letztes Jahr 130 Augenoptikergeschäfte, die

Statement zu formen – aus einem notwendigen Übel wird ein modi­

im Außendienst ist hart, dann wird es herzlich. Achte auf

uns an zwei Tagen besucht haben. Natürlich sind wir wieder sehr

Whistleblower Snowden findest Du …

gespannt, wer alles auf die Hall of Frames am 19. & 20. Oktober in Stuttgart kommen wird. Mehr Infos dazu auf www.hallofframes.eu.

sches Accessoire.

dein Bauchgefühl, das trügt selten. Suche deine Partner

NATHANAËL: Ich bin praktisch mit einer Brille auf die Welt gekom­

sorgfältig aus, der Mensch hinter dem Produkt ist wichtiger

men und wurde als Kind vier Mal an den Augen operiert. Da meine

als die Brille, die er auf der Nase trägt. Versuche abzu­

Wie gut wird das Konzept von Ausstellern und Besuchern angenommen?

Eltern nicht auf Rosen gebettet waren und das Angebot an schönen

schätzen, wie viel Potential und Hunger ein junger Brillen­

Kinderbrillen eher klein war, wurde ich wegen der Brille oft ausge­

designer hat.

NATHANAËL: Offensichtlich sehr gut. Es gibt viel mehr

lacht. Da entstand wohl so etwas wie eine Hassliebe.

DIRK: Ausdauer und Biss braucht es schon für diesen Job.

Anfragen von Ausstellern, als wir Tische zu vergeben haben.

DIRK: Die Brille hat viel mit Technik und natürlich mit Mode zu tun.

Man muss mit dem Wort „Nein“ richtig umgehen können,

So gesehen haben wir hier ein Luxusproblem. Auf der

Mir gefällt gerade diese Kombination sehr gut.

dies heißt oft nur: „nicht jetzt und heute, aber vielleicht später…“. Ein hohes Maß an Eigenmotivation und Eigen­

Hall of Frames dürfen wir wirklich die Perlen der Brillenwelt

eine würdige Plattform erhalten. So kann jeder Augenoptiker

Ok, dann lasst uns mal weiter spinnen. Agentur läuft, Messe auch. Was kommt als nächstes: Magazin? ... Hands off! Da bleibt ja nur noch das eigene Brillenlabel, oder?

Junge in den Außendienst wagen. So gesehen machen

sehen, wie kreativ unsere Branche eigentlich ist. In Zukunft

NATHANAËL: Ja, die Idee von einem Magazin müssen wir wohl oder

wir uns etwas Sorge um den Nachwuchs und hoffen, dass

wird es immer wichtiger, dass sich der kleine und unabhängige

übel begraben ... Im Winter 1999 in Paris hatte ich tatsächlich den

wir mit diesem Interview ein paar Leser auf neue Ideen

Optiker von den großen Filialisten abgrenzen kann. Dies

Traum, eine eigene Brillenkollektion zu entwerfen. In der Zwischen­

bringen durften.

tut er wohl am einfachsten mit einem sorgfältig ausgesuchten

zeit durfte ich einige neue Brands begleiten und ich habe hautnah

präsentieren. DIRK: Es ist uns wichtig, dass die unabhängigen Brands

initiative ist bestimmt auch hilfreich für diesen Job. DOMINIQUE: Wir finden es schade, dass sich nicht mehr

Brillensortiment. Auf der HOF findet er alles was er dazu braucht. NATHANAËL: Wir glauben, dass es immer mehr zu einer Trennung kommen wird zwischen dem Fachgeschäft, das sich klar positioniert hat und dem Filialisten, der meist nur mit

Was hältst Du von Kontaktlinsen?

dem Preis argumentiert. Das ist eine Chance für den Augen­ optiker, aber es braucht auch Mut, aus der Masse zu treten.

Welche Art von Label stellt auf dem Event aus?

In der Schweiz haben wir zahlreiche Beispiele von Augenopti­

DIRK: Auch wieder nur vom Feinsten. Auf der Webseite findet ihr

kern, die sich klar von den Filialisten abgegrenzt haben und

die komplette Ausstellerliste. Wir freuen uns besonders, dass Newcomer

damit sehr erfolgreich unterwegs sind. In der Regel verzichten

wie Adrian Marwitz, Coblens, Hapter, Suzy Glam und Undostrial

sie fast komplett auf bekannte Markenlabels. Das bekannteste

neu dabei sein werden. Zusammen mit eyestylist.com, haben wir den

Beispiel hierfür ist wohl Bärtschi in Bern.

Newcomer Award ins Leben gerufen, damit wir gerade solche Brands fördern können. NATHANAËL: Natürlich sind auch viele alte bekannte Designer wieder dabei. Dies ist sicher auch ein Beleg dafür, dass die Hall of Frames auch für die etablierten Brands ein wichtiger Event ist. Meiner Meinung nach war die Qualität der Aussteller noch nie so gut.

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Wann macht Ihr Euer eigenes Brillenlabel?


Brand Profile

WØoÐone

Wie alt seid Ihr?

Wann war das?

KLAUS: 35

Im September 2012.

THOMAS: Ich bin 27.

Wie darf man sich einen Arbeitstag bei Woodone vorstellen? Wo seid Ihr aufgewachsen?

THOMAS: Der Arbeitstag beginnt schon sehr früh am Morgen.

THOMAS: Ich bin im Herzen von Südtirol aufgewachsen, in Brixen.

Um 7.00 Uhr kommen die ersten Mitarbeiter. Jeden Montag

KLAUS: Ich in Bruneck, am Fuße des Kronplatzes. Umgeben von

haben wir eine Teambesprechung und reden über Bestellungen

Wäldern und Wiesen.

und aktuelle Themen. Jeder weiß ganz genau, was er zu tun hat, jeder hat seine Aufgabe.

Zum Einstieg – was ist Eure Lebensphilosophie?

Ich mache jeden Morgen einen Rundgang durch die Produktion,

THOMAS: Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen

um alles im Auge zu behalten. Dann haben wir verschiedene Termine

Tag in deinem Leben, mehr zu arbeiten.

mit Lieferanten, Kunden und Vertretern.

Klingt das nicht ein wenig zu einfach?

Was macht Ihr an Euren freien Tagen?

KLAUS: Nein, so ist es doch. Alle Träume können wahr werden, wenn

THOMAS: Da verbringe ich Zeit mit meiner Frau und meinem

wir den Mut haben, ihnen zu folgen. Wir hatten von Beginn an

Kind. Abstand vom Arbeitsleben ist mir wichtig. Ich bin oft in den

einen Traum und mit viel Fleiß und Ausdauer haben wir ein Produkt

Bergen Südtirols und suche Inspirationen für meine Arbeit.

geschaffen, welches unsere Kunden zufriedenstellt.

KLAUS: An den wenigen freien Tagen entspanne ich inmitten unserer

Text: Jana Wenge

Photo: Woodone

schönen Dolomiten. Oft verbringen wir aber die Freizeit auch

Wie ist das Label Woodone entstanden?

zusammen, denn unsere Freundschaft ist nicht nur geprägt durch

THOMAS: Ich bin schon immer ein sehr modebewusster Mensch

Arbeit, sondern auch durch andere gemeinsame Interessen.

gewesen, besitze sehr viele Uhren, Schuhe, Tattoos und Brillen. Was mir aber fehlte, war eine Brille aus einem ökologischen Material

Also seid Ihr nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde?

wie Holz, und da es zu diesem Zeitpunkt noch keine gab, dachte

THOMAS: Wir sind beides, einen Tag Geschäftspartner und eine

ich mir, bastle ich mir eben eine.

Stunde später Freunde, wobei die Freundschaft überwiegt.

Da ich aus einer Handwerksfamilie stamme und mit Werkzeug nicht

KLAUS: Das stimmt. Wir haben meistens viel Spaß miteinander

ganz ungeschickt bin, habe ich mit Holzplatten, alten Scharnieren

und ergänzen uns auch beruflich gut.

und einer Stichsäge versucht, eine Brille zu „bauen“. Musste aber leider feststellen, dass ich gar nicht begabt war. Also ging ich mit dieser

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Idee zu einem langjährigen Freund, der einen Tischler mit Know-how

KLAUS: Über gemeinsame Freunde. Obwohl wir verschiedene

und dem nötigen Werkzeug kannte. Wenige Zeit später traf ich

Charaktere haben, haben wir uns sofort gut verstanden.

Klaus und wir gründeten Woodone.

Das Brillenlabel aus Südtirol steht nicht nur für markantes Design, sondern leistet nebenbei einen Beitrag in puncto Nachhaltigkeit. Da ausschließlich Südtiroler Holz verwendet wird, trägt das Label zum Schutz des Regenwalds bei und unterstützt so den sogenannten „Triple Zero“ Effekt: Null Emission, Null Energie und Null Anfahrtswege.

Aidan 03 Nut

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Brand Profile

Brand Profile

Alpin Akazie

Wieso unterschiedliche Charaktere? Nach dem Motto „kreatives Chaos trifft Ordnungsliebe“?

KLAUS: Wenn wir neue Brillen entwerfen, holen wir uns auch Inspiration aus der Natur. Oft findet man ein Stück

Eine Brille kann ein Gesicht beherrschen und verändern – nicht immer zum Guten. Wer sollte keine Brille tragen?

Was würdet Ihr tun, wenn Ihr nicht Brillen designen würdet? THOMAS: Ich wäre im elterlichen Betrieb tätig. Wir haben eine

KLAUS: Ja, genau. Tom ist der lockere, unbekümmerte Typ, der

Holz mit Loch und denkt gleich darüber nach, wie so eine

KLAUS: Eine Brille ist wirklich ein markantes Merkmal im Gesicht

Bau- und Immobilienfirma, wo ich Teilhaber bin und einige Aufgaben

durch seine zahlreichen Tattoos und offene Art auffällt. Ich bin der

Form wohl passen würde. Wir zeichnen die Brillen alle

eines jeden. Besonders Holzbrillen machen das Gesicht noch markanter.

übernommen habe.

bodenständigere Typ, der geregelt und bedacht durchs Leben geht.

selbst und besprechen sie dann im Team. So werden jedes

THOMAS: Ja, aber wenn man sich mit der Brille wohlfühlt, ist es

KLAUS: Ich wäre immer noch als Projektmanager für ein international

Wir ergänzen uns hervorragend und können uns glücklich schätzen,

Jahr circa 20 neue Formen erfunden. Mittels Proto­t ypen

egal was andere Leute sagen, jeder sollte das tragen, was ihm gefällt.

tätiges Immobilienunternehmen tätig.

Was kommt als Nächstes? Woran arbeitet Ihr?

dass wir einander kennengelernt haben.

werden diese dann probiert und hierfür müssen auch unsere

THOMAS: Stimmt, wir sind total unterschiedlich und deswegen auch

Verwandten und Freunde die Gesichter herhalten. Erst nach

so erfolgreich. Wenn auch nur einer von beiden fehlen würde, würde

diesem Prozess werden die besten Modelle ausgewählt.

Thomas, diese Einstellung verkörperst Du sichtbar. Du bist von Kopf bis Fuß tätowiert. Welche Motive trägst Du am Körper?

die Marke sicher nicht so gut laufen.

Zum Schluss präsentieren wir jedes Jahr circa 5 neue Modelle.

Mir war schon immer wichtig, nicht so zu sein, wie alle anderen.

präsentieren, unter anderem mit unseren neuen BLING-Brillen aus einem

Ich war schon immer ein Rebell und deswegen habe ich schon früh

funkelnden, indischen Stein, namens Galenit, die anfangs eigentlich

THOMAS: Unsere neue Kollektion werden wir auf der Silmo 2013

Was schätzt Ihr aneinander?

mit den Tattoos angefangen. Ich habe sehr viele verschiedene

nur als Geschenk für unsere Frauen gedacht waren, aber so gut ankamen,

THOMAS: Ich schätze an Klaus seine Ordnung, seinen Umgang mit

Motive: von Familienportraits bis hin zu Wikingern und Totenköpfen,

dass wir sie nun in größerer Stückzahl herstellen.

Zahlen und seine Menschenkenntnis. Aber vor allem sein Ziel, die Firma

den Namen meiner Tochter und sehr viele persönliche Dinge,

Woodone zu etwas Großem machen zu wollen.

die in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen oder gespielt haben.

KLAUS: Das ist aber nett, ich schätze an dir deine unbeschwerte Art

Wo ich aber besonders stolz drauf bin, ist mein neuestes Tattoo

Ein Holzbrillenlabel produziert Brillen aus Stein? Wie soll ich das verstehen?

und deine positive Ausstrahlung. Für dich scheint kein Problem unlösbar.

einer Holzbrille mit dem Woodone Logo, zum Verkauf der

Lass dich überraschen!

10.000sten Brille.

Spiegeln sich Eure unterschiedlichen Charaktere auch in getrennten Arbeitsprozessen wider?

Wer trägt Woodone Brillen?

THOMAS: Wir haben die Bereiche gut aufgeteilt. Ich kümmere mich um

THOMAS: Woodone hat schon einige bekannte Träger. Heino,

die Produktion, die Abläufe und die Endkontrolle, um die Neuheiten,

Micaela Schäfer, der Checker von Dmax TV, DJ Antoine, die

das Design, die Lieferanten. Eben um alles, was die Produktion angeht.

Deutschrockband Frei.Wild, aber auch internationale Promis wie

Klaus kümmert sich um das Marketing, die Vertreter, die Mit­a rbeiter,

Elton John oder Brad Pitt, die ihre Woodone Brillen bei unserem

Messeauftritte, Rechnungen, Verkäufe und Bestellungen.

Partneroptiker L.A. Eyeworks in Los Angeles gekauft haben.

Was ist Euch besonders wichtig, wenn Ihr eine neue Brille entwerft? Wie ist Eure Herangehensweise?

Was war die wichtigste Entscheidung für den Erfolg Eures Labels?

THOMAS: Mir ist wichtig, dass ich etwas entwerfe, das sich von den

THOMAS: Die wichtigste Entscheidung war meiner Meinung nach,

anderen Brillen abhebt und trotzdem von jedermann getragen

das Woodone Headquarter zu bauen. Es vereint die Produktion, den

werden kann.

Versand, die Verwaltung und den Verkauf. Alles von einer Location aus

Fingal 02 Kirsche

zu steuern, ist die beste Investition, die wir in unserer jungen Firma gemacht haben.

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Cit y Check

Mar kus

Moser

von Alpenglühn

Zürich M y Favo r i t e C i t y

Optiker, Brillenverkäufer, Brillendesigner,

k Markus, kommen wir direkt zur Sache. Was ist Deine Lieblings­stadt? Und warum?

Hipster sind besonders in, aber die sind ja, denke ich, überall in. Am

Was ist in Zürich gerade besonders hip?

Natürlich Zürich.

hipsten in Zürich ist der Roni. http://vimeo.com/50330639#

Wie lange lebst Du schon in Zürich?

Wer ist Dein lokaler Favorite Optiker? Oder hast Du mehrere?

Ich bin in Zürich geboren, lebe aber seit über 20 Jahren auf dem Land,

Die Frage ist einfach, als Mitbesitzer vom Optikergeschäft Alpenglühn

ca. 30 Min außerhalb von Zürich.

am Rüdenplatz mache ich auch politisch keinen Fehler, wenn ich dieses

Was ist an Zürich so speziell, außer dass es eine Ewigkeit dauert, wenn man mit dem Auto ein Mal durch die Stadt fährt?

Geschäft als meinen Favoriten bezeichne. Mein Geschäftspartner Kai Müller. Mit ihm zusammen habe ich vor fast

nur 400.000 Leuten, aber alles bietet, was eine Metropole ausmacht

20 Jahren das Alpenglühn gegründet.

Welchen Ort in Zürich findest Du besonders gut?

Gewitterbeobachter …

Die sogenannten «Opernhauskrawalle» Anfangs der 80er Jahre in Zürich.

Wenn ich Besuchern „mein“ Zürich zeige, gehört der Lindenhof

Eine Gewaltspirale, die ausgelöst wurde durch eine Finanzierungs­

zwingend zur Tour. Ein kleiner Hügel mitten in der Altstadt mit einem

zusage für den Umbau des Opernhauses bei gleichzeitiger Absage einer

faszinierenden Blick auf die Limmat, den Fluss der die Stadt teilt,

Finanzierung des autonomen Jugendzentrums. Mehrere hundert

und auf den Universitätskomplex. Die Kastanien- und Akazienbäume

Verletzte und Sachschäden in Millionenhöhe waren die Folge.

Was nervt Dich an Deiner Stadt?

geben den Schachspielern im Sommer den nötigen Schatten.

Das Beamtentum. Grundsätzlich ist mal so ziemlich alles

Ein Platz der Ruhe, mitten in der Stadt.

Wo gehst Du hin, wenn Du relaxen möchtest?

verboten in Zürich. Dafür schaut es ja auch so sauber und

Raus aus der Stadt aufs Land, in das Zuhause meiner kleinen Familie.

aufgeräumt aus bei uns.

Ein altes kleines Landschulhaus, in dem früher Generationen das

Nenn uns die drei Dinge, die ich in Zürich gesehen bzw. erlebt haben muss?

Einmaleins gelernt haben, ist heute unser Heim.

Wo schmeckt es Dir am besten?

Hausumbauer und leidenschaftlicher

Was war das Extremste, was Du je in Zürich erlebt hast?

und dazu neben einem Fluss auch noch einen See hat.

Beim Reisen. Die meisten guten Ideen kommen mir beim Autofahren.

Flugplatzleiter, Bergsteiger, Skifahrer,

Wer ist die wichtigste Person in Deiner City?

Das Spezielle an Zürich ist für mich, dass es eine Großstadt ist mit

Wo findest Du am meisten Inspiration?

Möbel­designer, Eventmanager, Privatpilot,

Photo: Stefan Dongus

O

ic! berlin »die bösen«

– I m See baden. – Luxemburgerli essen (gibt’s bei Confiserie Sprüngli). – Auf der Aussichtsplattform des FREITAG Flagship

Dort, wo ehrlich und gut gekocht wird. Als Hobbykoch, der jeden

Stores den Verkehr beobachten.

Tag in der Küche steht, sind mir frische Produkte sehr wichtig. Mein

Ok, dann lass mal losgehen ...

Geheimtipp für Zürich: http://www.restaurantkreis6.ch/

Wo lässt es sich am besten feiern? Die Street Parade in Zürich. Bei 950.000 Teilnehmern, die nur eines wollen – nämlich „FEIERN“, ist das sicher jedes Jahr the place to be. www.streetparade.com

In welchem Store kaufst Du am liebsten ein? Im Nudie Jeans Store. Das ist im Moment mein Lieblingsshop in Zürich.

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Text: Jana Wenge

Sorbet-Farben sind nicht nur als cremige Eissorten eine helle Freude, sondern auch als zarte Palette für eine ganze Brillenkollektion. MunicEyeWear macht es vor und verzaubert uns mit einer Linie aus Mintgrün, Flieder, Rosé, Champagner und Himmel­ blau. Stylingtechnisch ist alles erlaubt. Eine sichere Bank dazu sind Farben wie Wollweiß, Grau und andere Pastell-Nuancen. Auch sehr lecker zu den Eiscremefarben: Goldschmuck und Accessoires aus cognacfarbenem Leder. Ein Look, der wirkt, wie die sprichwörtliche rosarote Brille.

Photo: Raphael Schmitz

Pa s t e l D r e a m s

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By Marco Trunz

Back in the Days

Tarian „Oberkampf“

Tarian „Christopher“

Sweater: 14 40 | Scarf: Thomas R ath | Trousers: Bobby Rolade | Shoes: CLOSED | Leather Bag: PB 0110

Sweater: 14 40 | Scarf: Dress: Thomas PAUL R &ath JOE | Trousers: Monki Shoes: CLOSED | Ring: Elisabet ta Franchi | Bag: Weekday

Shirt, Jeans & Belt: CLOSED

Marco O’Polo „506058“

Funk Food „Tarte Tatin“

Back in the Days Scarf: Comma Dress: Henrik Vibskov X Dale of Norway

Scarf: Marimekko Dress: Henrik Vibskov X Dale of Norway

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Hamburg Eyewear „Padua“


Strenesse „STS06“

Strenesse „STES II“

Strenesse „STS07“

Scarf: CLOSED | Jewellry: Sabrina Dehoff Coat: Mango | Sweater: Weekday

KBL „Warren's Dancer“

Coat: Maison Scotch Scarf: Monsieur Scotch Shirt: Thomas R ath Leggins: S. Oliver

Coat: Mango Scarf: van Laack Shirt: Thomas R ath Leggins: S.Oliver

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Coat: Rich & Royal Scarf: van Laack Shirt: Thomas R ath Leggins: S. Oliver


Fur Coat: Elisabet ta Franchi Leather Dress: Elisabet ta Franchi Scarf: S. Oliver

Back Jacket: Muubaa | Sweater: Comma | Pants: Muubaa Shoes: Cheap Monday

Front Jacket: Muubaa | Scarf: 5 Preview | Sweater: Comma Pants: Muubaa Ring: Sabrina Dehoff | Shoes: Office London

Freudenhaus „Diva No. 8 Stripe“

L'Wren Scott „337200“

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Ralph Lauren „RL8071-W“

Ralph Lauren „RL8104-W“

Prada „SPR27P“

Jacket: CLOSED | Sweater: S. Oliver | Scarf: Tamaris Pants: Stine Goya | Shoes: Ganni | Bag: Akkesoir

Hoffmann Natural Eyewear „Urban 11“

Jacket: Body High Shirt: Marimekko Pants & Scard: CLOSED Shoes: Office London Ring: I NEED MORE RINGS Earrings: Sabrina Dehoff

Bomber Jacket: Minimarket Shirt: Stine Goya Sweater & Pants & Scarf & Shoes: CLOSED Earrings: Sabrina Dehoff

Bomber Jacket: Maison Scotch Shirt: Stine Goya Pants & Scarf & Shoes: CLOSED Earrings: Sabrina Dehoff

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Photos: Marco Trunz c/o Sonja Heintschel | Photo Assistant: Mario Chavarria Styling: Hannah Godde | Styling Assistant: Theresa Lange Hair Artist: Patricia Bontscheff Make-up Artist: Janina Zais c/o close up agency   Models: Mary K. @ Modelwerk | Donata @ MEGA | Astrid E. @ model management

Miu Miu „SMU 10OS“ Chanel „5265“

Chanel „5263“

Coat: Leidiro Scarf: S.Oliver Sweater: Monki

Coat: Monki Scarf: S. Oliver Sweater: Ganni Shirt: S. Oliver

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Coat: Minimarket Scarf: S. Olver Shirt: Comma Sweater: Minimarket


GO SEE

GO SEE L.G.R. „Divo“

LINDBERG „9805“

M

i

r

a

Photos: Stefan Dongus Styling: Jana Wenge Hair & Make-Up: Claudia Astorino

Chloé „Ce2620“

Escada „Ves298“

Height: 17 7 cm | Measures: 87 / 65 / 95cm | Size: 36 Shoes: 40cm | Hair : redbrown | Eyes: blue Agency: Aquamarine Model Management

Michael Kors „MK 836“

Makellos „ME5006201“

Coblens „30013 Flugverkehrskontrolle“

Entourage of 7 „Ron“

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•Jun Kim’s Symbols of Youth•

Woodone „Kaley“

Strenesse „STES11“

Photos: Jun Kim | Creative Make-Up & Hairstyling: Elke Kim | Styling: Janina Cüpper | Assistant: Lili Becker Talents: Jan Liem, Fabienne Rothe, Shawn Borto, Valeria Pototskaja, Lars Dickel, Alexander Volk, Linh Tran, Tuan Tran, Alicia Büchel @ Eien Group / Philipp @ Aquamarine | Special Thanks: www.donlinh.com & Subcouture

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Ic! berlin „ritter butzke I“

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Givenchy „SGV 824 “

Escada „SES 828 V“

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Cazal „8010“

L'Wren Scott „337114“

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Trussardi „TD 15715“

Trussardi „TR 12860“

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Men @ Work

Men @ Work

Immo Paulsen X Oakley RX

Text & Photos: Stefan Dongus

Ein Mann sieht scharf

Das ursprünglich für sportliche Sonnenbrillen bekannte Label Oakley setzt seit Jahren einen starken Fokus auf Korrektionsfassungen. Wie es dazu kam und welche besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung und Produktion der RX-Modelle bestehen, erklärt uns im Europäischen Oakley Headquarter in Zürich Immo Paulsen. Der Hamburger, der sich bei Oakley seit 2011 als Prescription Product Category Manager ausschließlich mit dem Thema Korrektionsfassung beschäftigt, bringt trotz oder gerade, weil er selbst über eine ausgeprägte Sehschwäche verfügt, die nötige Weitsicht für diesen Job mit und lässt uns teilhaben an seinen scharfsichtigen Erkenntnissen.

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Bei Oakley in Zürich für das scharfe Sehen zuständig: Immo Paulsen

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Men @ Work

Men @ Work

Die Position des Prescription Category Managers wurde wichtig, weil Europa eine sehr große und wichtige, aber durch die vielen lokalen Vorlieben und wirtschaftlichen Probleme, auch sehr herausfordernde Region ist.

Crosslink 55

Immo, seit wann trägst Du eine Brille? Seit über 25 Jahren. Damals als Kind war es natürlich der Weltuntergang, heute sehe ich die Brille als einen Teil von mir. Sie ist wahrscheinlich das funktionalste Accessoire, das es gibt und sie ist immer im Zentrum der Aufmerksamkeit. Und wenn ich sie abnehme, erkennen mich Leute auch gerne mal für zwei Minuten nicht. Dann weißt Du ja, wovon Du redest. Du bist bei Oakley Prescription Product Category Manager. Was dürfen wir darunter verstehen? Mein Job dreht sich um unsere Korrektionsfassungen und alles, was dazugehört – das fängt mit den Feedbacks an unser Team in Kalifornien an, setzt sich in der Zusammenarbeit mit den europäischen Märkten fort und hört mit den Verkaufsunterlagen für die neuen Kollektionen auf. Was hat Dich persönlich in Richtung RX geführt? Gib uns bitte einen kurzen Abriss Deines beruflichen Werdegangs. Der Werdegang war eigentlich nicht wirklich vorgezeichnet. Ursprünglich wollte ich Journalist werden, hab Amerika­ nistik studiert und nebenbei in einem Sportgeschäft gejobbt. Da gab’s auch Oakley und ich hab mich irgendwann um die Brillen gekümmert. „Mach Du doch mal, Dich interessiert das doch eh“, hieß es. Oakley hatte mich da schon seit Jahren fasziniert, seit Freunde von mir M Frames aus Amerika mitgebracht hatten. Die Marke hatte was Mystisches. Und so hab ich das Ganze halt angeschoben. 124

Im Bereich Korrektionsfassungen sahen und sehen wir sehr viel Potential.

Bei der ersten Order bekam mein Chef zwar fast einen Herzinfarkt, aber am Ende des Jahres war er dann ganz happy. Später hab ich dann direkt für Oakley in dem sogenannten „O Corner“ in Hamburg gearbeitet und bin von da ins deutsche Hauptquartier nach München gewechselt. Nach der Übernahmedurch Luxottica hab ich erstmals die ganzen Produkttrainings durchgeführt und bin dann letztendlich bei den Korrektionsfassungen gelandet. Inzwischen bin ich zehn Jahre mit Oakley verheiratet. Rosenhochzeit nennt man das. Und seit wann gibt es bei Oakley einen Prescription Product Category Manager? Warum gibt es überhaupt solch eine Position? Diesen Job gibt es seit 2011. Wir haben damals unsere wichtigsten Produktkategorien definiert und entsprechend die Ressourcen gebündelt. Im Bereich Korrektionsfassungen sahen und sehen wir sehr viel Potential. Das ist einer der Gründe, weshalb die Position geschaffen wurde. Die Position des Prescription Category Managers wurde wichtig, weil Europa eine sehr große und wichtige, aber durch die vielen lokalen Vorlieben und wirtschaftlichen Probleme, auch sehr herausfordernde Region ist. Einer muss all dieses sinnvoll bündeln, bewerten und sich nur auf diese Kategorie konzentrieren. Hat Deine Arbeit denn auch mit Brillendesign zu tun ... also entwirfst Du spezielle Styles? Ich würde ja echt gerne mal, aber ich bin ein wirklich unfassbar schlechter Zeichner. Unsere Designer in Kalifornien hingegen sind wahre Künstler. Mit ihnen arbeite ich eng

zusammen, damit unsere Bedürfnisse, was Farben, Größen, Formen und Materialien angeht, in den Kollektionen entsprechend berücksichtigt werden. Europäische und amerikanische Kunden haben da oft sehr unterschiedliche Vorstellungen. Shaun White Frogskins

Gibt es bei Oakley denn spezielle RX Modelle oder kann man die bestehenden Sunglasses nicht auch mit Korrektionsgläsern tragen? Fast alle unsere Sonnenbrillen sind verglasbar, aber meist werden sie mit dunklen Gläsern verglast. Klar kann man die Sonnenbrillen auch mit klaren Korrektions­ gläsern tragen, gerade Modelle wie die Frogskins sind da sehr beliebt. Aber SonnenbrillenModelle sind doch eher groß. Diese mit Korrektions­ gläsern zu tragen, trauen sich oft nur die Skandinavier. Entsprechend ist die Korrektions­ fassungs-Kollektion inzwischen ziemlich umfangreich, von eher lifestylig über sportlich bis hin zu filigranen Klassikern. 125


Men @ Work

Men @ Work

Oakley ist ja vor allem ein sportliches Label. Was sind die besonderen Herausforderungen an Sportbrillen mit Korrekturgläsern? Naja, erst mal das Sehen an sich – die Kurve ist hoch und die Gefahr von Verzerrungen entsprechend auch. Plus: man braucht vernünftige Tönungen für die jeweiligen Bedingungen. Außerdem ist das Einarbeiten der Korrek­ tionsgläser tricky, oft stehen sie an irgendeiner Ecke hervor und sehen einfach ästhetisch nicht ansprechend aus. Eine Sportbrille so zu verglasen, dass sie nicht nach Korrektion aussieht und perfekt funktioniert, das ist wahre Kunst. Verfügt Oakley über bestimmte Technologien, um diesen besonderen Herausforderungen gerecht zu werden? Unsere OTD-Gläser (Oakley True Digital) werden alle in FreiformTechnologie gefertigt, entsprechend hoch ist die optische Präzision. Wir haben durch unser eigenes Labor den Vorteil, dass wir die gesamten CAD-Daten unserer Brillen im System haben. Umso präziser können wir die Gläser einarbeiten. Von vorne sieht man keinen Unterschied zur Plano-Version. Auch Optionen wie belüftete Gläser sind möglich und die bekannten und bewährten Tönungen sind ebenfalls verfügbar. Mit diesen Brillen rüstet Ihr ja auch viele Profisportler aus. Welches sind bekannte Protago­ nisten, die ihren Sport mit Prescription Glasses betreiben? Es sind mehr als man denken würde, weil man es bei den meisten Modellen nicht sieht. Bei der Tour de France startet unter anderen Pierre Rolland mit einer korrigierten Radarlock, und auch der Tennisspieler Janko Tipsarevic spielt mit Korrektionsgläsern. 126

Metal Plate und Plank

Streng genommen konkurriert Ihr in Deinem Bereich ja nicht nur gegen andere Rahmenanbieter, sondern vor allem auch gegen die Kontaktlinse. Was sind insbesondere auch beim Sport die Vorteile der Brille gegenüber einer Kontaktlinse? Mal abgesehen davon, dass das Reingefummel wegfällt, ist die Brille für viele Menschen über längere Zeit angenehmer zu tragen. Gerade Allergiker bevorzugen die Brille und auch in jeder sandigen oder staubigen Um­ gebung sehe ich die Kontaktlinse im Nachteil. Viele Leute tragen auch einfach nur die Linsen, ohne weitere Sportbrille darüber – da fehlt natürlich der Schutz vor Aufprall, Insekten und was sonst noch so ins Auge fliegen kann. Und welche Sportarten gehen Deiner Meinung nach nur mit Kontaktlinsen? Ehrlich gesagt, Wintersport. Durch den Vormarsch der Helme werden mittlerweile einfach primär Goggles getragen und Brillen unter Goggles sind immer nur ein Kompromiss. Sie brauchen viel Platz und beschlagen sehr leicht, sind in dieser Kombination unbequem zu tragen, und das Wort Ästhetik würde ich in dem Zusammenhang auch nicht benutzen wollen. Oakley wird im Straßenbild ja auch zunehmend als normale Brille, also unabhängig von sportlichen Aktivitäten wahrgenommen. Sind die eher modischen Styles im Vergleich zu den sportlichen auf dem Vormarsch und welche Bedeutung nehmen sie bei Euch ein?

Der Lifestyle-Markt ist erheblich größer als der Performance-Markt, entsprechend wichtig sind auch die Modelle. Die Hauptsache ist, dass wir dabei unsere Identität als Marke behalten und dem Kunden immer die bekannte Oakley-Funktionalität bieten. Bei den Korrektionsfassungen sehen wir bei uns fast schon einen Gegentrend zur meist reinrassigen Lifestyle-Korrektionsbrille. Eines der erfolgreichsten aktuellen Modelle ist die Crosslink, die deutlich sportlicher konstruiert ist. Sie hat besondere Features, passt zum sport­ lichen Markenkern und ist dennoch sehr tragbar. Die Kombination funktioniert einfach gut – in allen Märkten. Woran orientiert sich Oakley beim Design von Alltagsbrillen? Wenn ich das nur auf eine Sache reduzieren könnte ... die Inspirationen sind extrem vielfältig. Ein Beispiel ist das Scharnier der RX-Brille Hollowpoint. Es wurde durch ein Motorrad inspiriert, welches ohne Naben und Speichen auskommt. Der Antrieb wurde vielmehr direkt in die Felge integriert. So ein Modell haben die Designer in ihrer Freizeit vor ein paar Jahren für unseren Firmengründer Jim Jannard gebaut. Ich weiß noch, wie sie mit dem Ding im Auditorium in Foothill Ranch einen Burnout gemacht haben. Bei Sonnenbrillen wurde z.B. das Design der Garage Rock vom Steg einer E-Gitarre inspiriert, bei der Jupiter Squared war es die Konstruktion eines Klapp­ messers, bei der Big Taco der Look eines klassischen amerikanischen Rundfunk­ mikrophons. 127


e s p r i t. c o m / e Y e w e a r | e t 1 74 1 6 - 5 3 5

Men @ Work

Aber SonnenbrillenModelle sind doch eher groß. Diese mit Korrektionsgläsern zu tragen, trauen sich oft nur die Skandinavier.

Neben Euren kreativen Inspirationsprozessen, was macht Oakley im Bereich RX besser als andere Labels? Was ich immer wieder bewundere, ist der Wille, Dinge anders zu machen und technisch innovativ zu sein, was in der Produktion sehr oft eine Herausforderung darstellt. Ein anderer Punkt ist die Kultur der Marke. Mit unserer sportlichen Historie haben wir immer etwas mehr zu erzählen - Stories, die über rein funktionale, ästhetische oder technische Aspekte hinausgehen. Es gibt eine emotionale Komponente, die man so nicht oft findet. Was gefällt Dir bei anderen Marken? Ich mag das Design der dänischen Brands, wie z.B. Blac. Schönes Design, gute Formen und diskretes Branding. Und ansonsten alles, was schön und hochwertig aussieht und sich auch so anfühlt. Nur die Begeisterung für Holz, die kann ich nicht ganz teilen. Da bewegst Du Dich aber gegen den Trend. Jetzt noch ein paar persönliche Fragen. Welches ist Deine persönliche Lieblings­ brille?Es sind einfach so viele, da muss ich

echt nachdenken. Frogskins in den originalen Farben wie Black Rain zum Beispiel, die M Frame oder eine Eye Jacket der ersten Generation in Cheetah. In der Korrektions­ kollektion halte ich die Metal Plate für einen echten Geniestreich, genauso die Plank oder Ratchet. Aber wenn ich aus meiner eigenen Sammlung nur eine retten könnte, wäre es die Shaun White Frogskin in Blue Chrome. Was ist Deine größte Leidenschaft? Filme. Besonders die ganzen 80er-JahreKomödien. Ghostbusters, Back to the Future ... das sind einfach Ikonen mit großartigen Dialogen, tollen Charakteren und unsterb­ li­ chen Zitaten. „Du musst vierdimensional denken, Marty!“ Ich habe außerdem ein Faible für wirklich massiven Trash. Was machst Du an Deinem 70. Geburtstag? Das ist schwer zu sagen. Auf einem Weingut in der Toskana zu sitzen und den Reben beim Wachsen zuzusehen, klingt an sich super – aber dafür bin ich sicher zu ungeduldig. Also hoffe ich, dass ich fit und in Ehren ergraut an einem guten Amarone nippen werde.

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eYewear FaLL/wiNter 2013 charmaNt Gmbh europe - charmaNt.de


Collab of the Issue

Photo: ©KLAPSCH

H ∆W   X C◊ BLENS T w I$ t

Text: Jana Wenge

Der Sommer ist da und wir haben nichts dagegen! Seit ein paar Wochen blättern wir wieder fröhlich durch diverse Anzeigen mit schicken Sonnenbrillen. Und zwischen all den ovalen, runden und eckigen Formen, finden wir manchmal auch ganz besonders ausgefallene Schätze. Twist ist das erste gemeinsame Projekt von Hermann August Weizenegger vom Atelier HAW und Fabian Hofmann von COBLENS, welches auf der Berliner Design Woche vorgestellt wurde. Die extravagante Konzept-Sonnenbrille zeichnet sich durch einen Kurvenwechsel von konkaven in konvexe Umrisse aus. Die Fronten wurden aus Bloc-Titan gefertigt, alle Oberflächen ausschließlich von Hand poliert und anschließend mit einer farbgeben­ den und härtenden Niobiumbeschichtung versehen. Brillenkunst at its best!

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HAW TWIST hers

HAW TWIST his


Blouse: Saskia Schneider, Collar: Rita in Palma Jacket : Model´s own

Munic EyeWear „869“

Under Surveillance By Stefan Dongus

»It was even conceivable that they watched everybody all the time. But at any rate they could plug in your wire whenever they wanted to. You had to live – did live, from habit that became instinct – in the assumption that every sound you made was overheard, and, except in darkness, every movement scrutinized.« George Orw el l , 19 8 4

Photos: Stefan Dongus | Styling: Jana Wenge Hair: Yassa/Team Weidemann | Make-up: Rena Beh/TeamWeidemann with Weidemann Make-up products Talents: Stefan & Naomi @ Brodybookings / Constanze @ Munich Models Post Production: Matthias Gabriel

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Marc O´Polo „503051“


Knit Pullover: Lyle & Scot t

Knit Pullover: Lyle & Scot t

Martin & Martin „Gerd“ Martin & Martin „Gerd“

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JF Rey „JF 1268“

Shirt: Olga Weiser

Shirt: Olga Weiser

Etnia Barcelona „Treviso“

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Belly top: Saskia Schneider, Beanie: Markus Lupfer

Shirt: Markus Lupfer, Collier: Akkesoir

Coblens „30022 Aussichtsplattform“ Coblens „30014 Strahltriebwerk“

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htp.de

Funk „Menelaos“

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OWP Brillen GmbH, www.metropolitan-eyewear.de

Jacket: Lyle&Scot t, Shirt: Lyle&Scot, Scarf: Model´s own

This photo shoot is an homage to Edward Snowden, who's not a criminal but a true hero and the embodiment of civil disobedience. War is peace. Freedom is slavery. Ignorance is strength.


Text: Jana Wenge Photo: Stefan Dongus Photo: Raphael Schmitz

»Freudenhaus Diva No. 8«

Sonnenbrillen auf dem Kopf oder – noch schlimmer – an altmodischen Brillenbändern mit Plastikschlaufen zu tragen, ist zwar praktisch, aber nicht besonders elegant. Und vor allem, wohin mit unserem Lieblingsaccessoire, wenn der Abend einbricht? Das fragten sich auch Debbie Zoullas und Elizabeth Faraut, als sie die Brillenketten für ihr Label La LOOP entwarfen. Der Mechanis­ mus der Aufhängung sorgt dafür, dass die Brille immer dort bleibt, wo sie sein soll, wenn nicht auf der Nase. Was den Sonnenbrillenschmuck von La LOOP, der in Deutschland von Freudenhaus vertrieben wird, so besonders macht, ist die Tatsache, dass er dafür konzipiert worden ist, konventionell um den Hals getragen zu werden, aber auch ohne Sonnenbrille zu glänzen. Luxuriös, trotzdem ungezwungen besitzt die Kette den Charakter eines Fund- oder wertvollen Erbstücks.

Model: Dana @ Modelpool Hair & Make-Up: Yassa @ Team Weidemann with Weidemann Make-Up Products

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Text: Jana Wenge Photo: Raphael Schmitz

D e ta i l s

J e r e m y Ta r ian Francs Bourgeois A symme tric shape In der Kunst ist Asymmetrie oft ansprechender als spiegelartige Ähnlichkeit. So wirkt ein Gemälde oder Foto oft flach, wenn das Haupt­ motiv genau in der Mitte platziert ist. Das limitierte Modell Francs Bourgeois von Jeremy Tarian, das wir Euch hier en Detail zeigen, hält sich an diesen Grundsatz und setzt damit unserer durch­ symmetrisierten Gegenwart die radikale Asymmetrie entgegen.

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Text: Jana Wenge

Rebecca Minkoff x Shane Baum »Ludlow«

Photo: Stefan Dongus

Rebecca Minkoff x Shane Baum »BOND«

R ebecca Minkoff x Shane Baum Für die kalifornische Designerin Rebecca Minkoff läuft es schon eine ganze Weile mehr als rund. Nun ist ihr Modeimperium auch noch um eine Sonnenbrillenkollektion reicher. Gemeinsam mit Shane Baum von Leisure Society hat sie die extrem stylische Collab Rebecca Minkoff x Shane Baum herausgebracht. Eine Kollektion aus 15 Styles, bei der jede Version in trendsicherer Form mit Kunststoffgestell, auffälliger Farbe und SOLA® CR-39 Gläsern daherkommt. Auf der Bügelinnenseite verrät ein Logoprint die kredible Herkunft der Sonnenbrillen. Wir sind begeistert und hoffen auf weitere Zusammenarbeit! Glänzend!

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STRENESSE Eyewear by IVKO GmbH

| 147 Germany

|

www.strenesse-eyewear.de


P ors c h e Design S t u dy

Photos: Stefan Dongus Assistant: Jana Wenge Post Production: Matthias Gabriel Styling: Rolf Buck Hair & Make-Up: Nicola Weidemann with Weidemann Make-Up Products Assistant: Rena Beh / Team Weidemann Talent: Bianca O’Brien @ m4models.de Illustration: Ollanski

R awTec Leather Shift Dress ‘Black’

„Hairband“

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P ors c h e Design S t u dy

Lighthouse – I conics b y P orsche D esign

Porsche Design Brillen gehören seit vielen Jahren zu den Most Wanted im Eyewear Bereich. Das Label mit dem schillernden Namen überzeugt immer wieder mit innovativen Features, ohne dabei die Konsequenz seiner Corporate Identity aufs Spiel zu setzen – die Produkte tragen ihre eigene Handschrift und die ist unverkennbar. Vor dem Hintergrund, dass Porsche Design Eyewear nicht in eigenen Werkstätten, sondern als Lizenzmarke bei einem Brillenspezialisten hergestellt wird, scheint dies nicht unbedingt selbstverständlich – verderben zu viele Köche doch oft den Brei. Seit zehn Jahren ko­ operiert Porsche Design mit der Firma Rodenstock und lässt seine Produkte seitdem beim deutschen Qualitätshersteller aus München fertigen. Wer glaubt, dass hier bestehende Produkte lediglich mit einem Markenlogo veredelt werden, täuscht sich. Jede Saison gibt es neue Styles und bewährte Klassiker werden in Neuauflagen adaptiert. Markeninhaber und Produzent arbeiten im Design und der technischen Weiterentwicklung ihrer Produkte Hand in Hand. Ein Beispiel für diese intensive Zusammenarbeit liefert Porsche Design mit seiner ganz neuen ‚Lighthouse Serie‘. In dieser werden ‚Talking Pieces‘ präsentiert, die in Puncto Funktion und Design so sehenswert sind, dass wir eigens dafür ein Shooting organisiert haben. Und da es von Porsche Design auch sehr attraktive Mode gibt, sollte es direkt ein FashionShooting werden.

>W e n n m a n die Funk tion einer Sache ü b e r d e n k t, ergibt sich die Form manchmal wie von a l l e i n .< Dr. Jürgen Geßler CEO Porsche Design Group

 H

allo Dr. Geßler, die Marke Porsche dürfte im Luxussegment weltweit zu den Bekanntesten gehören, weiß doch jeder um die Eleganz und Kraft der Boliden aus Stuttgart. Aber was genau bedeutet ‚Porsche Design‘? Auf Ihrer Website sieht man ja keine Sportwagen ...

Schöne Fotos sind eine Sache, uns interessieren aber auch die technischen Hintergründe, der Designanspruch und die Markenphilosophie hinter dem Produkt. Daher wollten wir unsere Shooting-Images um ein fundiertes Interview anreichern. Aber wen sollten wir dazu befragen? Porsche Design selbst? Oder doch eher Roden­stock? Letztendlich sollte uns die gleiche Aufmerksamkeit zuteil werden wie den Brillen im Design­ prozess. Wir wollten Markeninhaber und Produzent. Und wir wollten Interviewpartner, die nicht nur über technische Features reden, sondern uns auch am ‚Big Picture‘ von Porsche Design Eyewear teilhaben lassen. Unseren Fragen stellten sich Porsche Design Group CEO Dr. Jürgen Geßler, Rodenstock Group CEO Oliver Kastalio und Micha Siebenhandl, Head of Strategic Business Unit Eyewear bei Rodenstock.

Dr. Jürgen Geßler: Das stimmt. Professor Ferdinand Alexander Porsche gründete 1972 seine eigene Luxusmarke: Porsche Design.

Welche Porsche-Design Produkte kann man denn erwerben, wenn es gerade mal nicht für den neuesten Panamera reicht? JG: Zu unserem Produktportfolio zählen unter anderem eine Sport- und Modekollektion für Damen und Herren sowie klassische Accessoires, Gepäck, Handtaschen und elektronische Geräte. Bei uns geht es nicht ums Fahrzeug. Unsere Kunden kaufen unsere Marke, weil sie design­ orientiert sind und die zeitlose Ästhetik der Porsche Design-Produkte schätzen.

Die Produkte werden nicht in Stuttgart designt, sondern im Porsche Design Studio in Zell am See. Warum gerade im Herzen der österreichischen Alpen? JG: F.A. Porsche verlegte den Sitz des Studios 1974 von Stuttgart nach Zell am See, sozusagen in seine Heimat. Ein Produkt zu designen, ist ein äußerst kreativer Prozess, der Konzentration, aber auch geistigen Freiraum erfordert. Das ist nur möglich, wenn die Kollegen in einem Umfeld arbeiten, in dem sie sich wohl fühlen und sich entfalten können. Im wunderschönen Zell am See sind all diese Voraus­ setzungen gegeben.

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Blazer with Elastic Sleeve Detail and Zipper Pockets ‘Jet Black’

Blazer with Elastic Sleeve Detail and Zipper Pockets ‘Jet Black’

P‘8577

P‘8570


P ors c h e Design S t u dy

„Metal Perforated“

Gibt es eine über alle Produktgruppen hinweg gültige DesignPhilosophie? JG: Ja, und zwar zeichnen sich unsere Produkte seit 1972 durch einen ganz besonderen Iconic Style aus. Herr Porsche nannte das „Engineered Luxury“: die ideale Kombination von puristischem Design, hochwertigsten Materialien, innovativer Funktionalität und

>W i r e r l a u b e n u n s , jedes Produk t ko m p l e t t i n F r a g e z u s t e l l e n  – hinsichtlich seiner F orm und F u n k t i o n .<

perfekter Handwerkskunst.

Spürt man in den Produkten auch heute noch diesen Geist des Firmengründers? JG: Wir arbeiten noch heute nach F.A. Porsche’s Credo: „Wenn man die Funktion einer Sache überdenkt, ergibt sich die Form manchmal wie von allein.“ Das heißt, dass die visuelle Ästhetik unserer Produkte vor allem auf seine Funktionalität zurückzuführen ist. Zudem sind in unserer idealen Porsche Design-Welt Form und Funktion gleichbe­ rechtigte Partner. Das eine kann nicht unabhängig von dem anderen bestehen, und kein Part ist wichtiger als der andere. Ein ausgezeichnetes Produkt muss vielmehr beide Aspekte gleichermaßen bedienen. Dieses Erfolgskonzept schafft Produkte, die das Potenzial haben, Klassiker zu werden, weil sie jederzeit den Zeitgeist treffen, anstatt Trends hinterherzulaufen.

Uns, als Mode- und Lifestyle-orientiertes Eyewear-Magazin, interessiert vor allem, inwiefern ‚Eyewear‘ und ‚Fashion‘ bei Porsche Design harmonieren. Gibt es modische Strömungen, die sich in beiden Bereichen wiederfinden? JG: Aus unserer Historie heraus betrachtet, könnte man annehmen, Oliver Kastalio

dass es sich um zwei isolierte Produktgruppen handelt. Aber natürlich

CEO Rodenstock Group

harmonisieren wir unsere Kategorien und sorgen so für einen einheitlichen Auftritt.

Ein Beispiel? JG: Für einen unserer Bestseller, die legendäre Wechselglas-Sonnenbrille

Ripped Sweater with Wool Viscose Mix ‘Jet Black’ / Belt Icon 70 ‘Black/Black’ / Pleated Leather Bermuda ‘Jet Black’

P‘8478, gibt es z.B. saisonale Glasfarben, die zu unserer Fashion-

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Kollektion passen. Aufgrund des großen Erfolgs, haben wir das nun

Damit passt sich die Brille perfekt den verschiedenen Sehanforderungen

erstmals auch beim Aviatormodell P‘8508 umgesetzt.

und Lichtverhältnissen an. Die Wechselgläser kommen in verschie­

Wenn sich die Brillenphilosophie von Porsche Design in einen Satz herunterbrechen lässt, wie lautet dieser?

Außerdem gibt es die Brille in vier verschiedenen Scheibengrößen.

JG: Auch hier gilt unsere Philosophie des „Engineered Luxury“ und

80er-Jahre-Look, die durch Yoko Ono berühmt wurde. Die Künstlerin

das Ziel, für unsere Kunden Lebensbegleiter zu kreieren. Ich denke,

trug die Brille erstmals 1979 bei einer Pressekonferenz und war damit

dies ist uns bis zum heutigen Tage gerade bei Brillen mit zahlreichen

später auf verschiedenen Platten- und Magazin-Covern zu sehen.

Modellen gelungen.

Mittlerweile ist das Modell als Yoko Ono-Brille bekannt. Aufsehen erregte

Welches sind die Milestones in der Eyewear Historie von Porsche Design?

Faltmechanismus. Die klappbare Pilotenbrille lässt sich mit wenigen

JG: Eines der prägnantesten Modelle ist die sogenannte Exklusivbrille

der flachsten Sonnenbrillen der Welt.

denen Farben und Spiegelungen und werden regelmäßig aktualisiert. Ein weiterer Klassiker: die Shield-Sonnenbrille P‘8479 im sportlichen

auch die im Jahr 1980 vorgestellte Sonnenbrille P‘8480 mit neuartigem Handgriffen zusammenfalten und ist mit nur neun Millimetern eine

P‘8478, die 1978 lanciert wurde und bis heute eine der erfolg­ Porsche Design und ist bis heute eines der erfolgreichsten Modelle.

Gibt es neben Yoko Ono weitere Celebrities, die für die Marke stehen?

Das Design dieses Klassikers wurde nicht verändert, einzig durch den

JG: Früher trug beispielsweise Eddie Murphy unsere Brillen.

reichsten Sonnenbrillen der Welt ist. Dies war die erste Brille von

Einsatz von ultraleichtem Titan, wurde die P‘8478 dem technischen

Heute sind es Lenny Kravitz, Blake Lively, will.i.am, David Beckham

Standangepasst. Der Wechselglasmechanismus war revolutionär.

und viele mehr.

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P ors c h e Design S t u dy

Ripped Sweater with Wool Viscose Mix

„Sidewall“

>Da s „ Hairband“ für Damen is t ein aufmerksamkeit s s ta r k e s t w o - i n - o n e P r o d u k t. E s v er b i n d e t ei n el e ga n t e s , verg olde tes Ha ar- band mit ei n er un v er k en n b a r en Sh i el d S o n n e n - b r i l l e .<

Seit 2003 kooperieren Sie mit der Firma Rodenstock. Die Brillen werden nun von einem der traditionellsten und bedeu­ tendsten Hersteller in Sachen Brillenrahmen und -gläsern hergestellt. Wie darf man sich den Designentwicklungsprozess vorstellen?

Oliver Kastalio: Dabei trägt die gegenseitige Zusammenarbeit Früchte.

JG: Hinter Porsche Design, verbirgt sich eine ganz bestimmte Art

wir von der Idee, über den Design-Prozess bis zur Produktion eng

zu denken und die Gegenstände zu betrachten – und zwar ohne Kom-

kooperieren. In unserem Musterbau werden die Fassungen vor der Serien­

Rodenstock steht für mehr als 135 Jahre Tradition, Erfahrung und das damit verbundene Know-how. Das hat uns zu einem der bedeutendsten Hersteller für High-Tech Brillengläser und -fassungen gemacht. Unsere Eyewear-Designsprache passt perfekt zu Porsche Design, weil

promisse. Wir erlauben uns, jedes Produkt komplett in Frage zu

produktion von Experten in Handarbeit gefertigt und in Abstimmung

stellen – hinsichtlich seiner Form und Funktion. Nur so können wir

gemeinsam veredelt.

ein Produkt verbessern und im besten Fall komplett neu erfinden. Dieser Ansatz gilt auch für Eyewear.

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Inwiefern beeinflusst das Design auch die verwendeten Materialien und umgekehrt?

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P ors c h e Design S t u dy

P‘8576

Micha Siebenhandl: Bei Design und Fertigung setzen wir auf beste

OK: Absolut, nur so bleibt eine Marke erfolgreich. Wie man an unseren

Materialien: So bietet das Hightech-Material Carbon viele Vorteile.

„Iconics“-Produkten sieht, funktioniert das bei uns sehr gut.

Carbon ist bei sehr großer Festigkeit extrem leicht und wider­ wir entsprechende Modelle in der Kollektion. Ein weiterer von

Wie sieht der typische Porsche Design Konsument aus, vielmehr welchem Mindset kann man ihn zuordnen?

uns verwendeter Werkstoff, der durch sein geringes Gewicht besticht,

JG: Es sind Menschen, die in erster Linie gefallen an puristischem

ist Titan. Im Zusammenspiel mit den passenden Gläsern, schaffen

Design haben, Spaß an Innovationen und an ausgetüftelter Technik.

wir besonders widerstandsfähige und gleichzeitig leichte Brillen mit

Und sie suchen und fordern absolute Qualitätsprodukte, die für

standsfähig, schon allein durch die einzigartige Struktur. Daher haben

bestem Tragekomfort.

Kompromisslosigkeit stehen. Wir laden die Kunden in unsere 125 Porsche Design Stores weltweit ein, um dort die ikonische Essenz

Gibt es für Porsche Design typische Features bei den Brillen?

der Produkte zu erleben. Die Stores führen das gesamte Produkt­

MS: Alle Porsche Design Sonnenbrillen haben eine Rückflächen­

programm von Porsche Design und kommunizieren damit die

entspiegelung und 100% UV-Schutz. Porsche Design Sonnengläser

Idee und Philosophie der Marke. Unser globales Konzept trägt dem

sind größtenteils aus hochqualitativem Polycarbonat gefertigt.

gesamten Portfolio von Porsche Design Rechnung, also neben

Diese Gläser sind unzerbrechlich, extrem kratzfest und bieten optimale

Eyewear auch der stark erweiterten Fashion-Kollektion für Damen

Abbildungseigenschaften. Einige Fassungen sind aufgrund beson-

und Herren.

derer Design-Anforderungen mit Polyamid-Gläsern bestückt. Polyamid ist das leichteste Material in der Optik und hoch widerstands­fähig gegen Spannungsrisse.

Leather Combo Dress with Lurex Sweater Yarn ‘Jet Black’

Gibt es bei den hohen technischen Anforderungen im Designprozess nicht unendlich lange Abstimmungsprozesse?

Der neueste Clou in Sachen Porsche Design Eyewear ist die ‚Lighthouse Serie‘. Mit dieser soll die Brille in Design und Produktion grundlegend innovativ gedacht und umgesetzt werden. Was genau darf man bei Lighthouse erwarten? JG: Wir präsentieren in den kommenden Monaten insgesamt drei

JG: Das Lizenzgeschäft bedeutet immer, gemeinsam in enger Abstim-

Highlight-Produkte, die „Engineered Luxury“ in Reinform verkörpern.

mung hochprofessionell auf das beste Ergebnis hinzuarbeiten.

Mit Innovationen in Form und Funktion.

>I n s g e s a m t zei g e n w i r m e h r Fa r b e und verbinden somit Porsche D e s i g n Fa s h i o n und E yewe ar. Dennoch bleibt da s kl a ssis che S c h wa r z e i n wichtiger Teil d e s Lo o k s .< Micha Siebenhandl Head of Strategic Business Unit Eyewear and General Manager International Sales Eyewear, Rodenstock

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P‘8576

WOOD EYEWEAR 2009 STONE EYEWEAR | the original invented 2010

PURE HORN Hört sich zunächst kompliziert an. Was waren die technischen Herausforderungen bei der Entwicklung?

OK: Diese „Talking Pieces“ werden in streng limitierten Auflagen auf sich aufmerksam machen und garantiert für Gesprächsstoff sorgen.

SILMO 2013

MS: Die Aufgabe lautete, progressives Design auf „die Brille“ zu über-

Wir durften die Lighthouse Serie bereits in den Händen halten und fotografieren, obschon die Produkte noch nicht erhältlich sind. Die „Metal Perforated“ und die „Sidewall“ werden wohl erst nächstes Jahr lanciert. Wie verhält es sich mit dem „Hairband“?

Wird es für diese Pionierarbeit Design-Awards geben?

MS: Das „Hairband“ ist eine Designstudie. Es wird nicht in den

OK: Davon gehen wir aus. Zumal wir in diesem Jahr in England und

freien Verkauf gehen, kann aber in den Firmenzentralen bei Rodenstock

Australien bereits zwei Awards gewonnen haben.

tragen. Unsere Experten im Musterbau haben hier „Pionierarbeit“ auf einem neuen Level geleistet. Der Mechanismus, per Knopfdruck das Haarband in eine Sonnenbrille zu verwandeln, den gab es bisher nicht.

und Porsche Design bewundert werden.

Es gibt bestimmt auch Modelle aus der aktuellen Kollektion, die ein Statement setzen. Welche sind dies?

Mit diesem Produkthybriden hat Porsche Design ein Masterpiece hingelegt, welches es so noch nie gegeben hat. Was ist das Besondere am „Hairband“?

MS: Wir sprechen nun verstärkt auch Damen an, was man in der neuen Kollektion spürt. Die Eyewear-Klassiker bleiben zeitlos.

OK: Wir knüpfen an zeitlose Eyewear-Klassiker an. Das „Hairband“

Insgesamt zeigen wir mehr Farbe und verbinden somit Porsche Design

für Damen ist ein aufmerksamkeitsstarkes two-in-one Produkt.

Fashion und Eyewear. Dennoch bleibt das klassische Schwarz ein

Es verbindet ein elegantes, vergoldetes Haarband mit einer unverkenn-

wichtiger Teil des Looks.

baren Shield-Sonnenbrille.

Und wieder ein Beispiel bitte. MS: Als Haarband getragen, fällt das schwarze, dynamisch geschwungene

MS: Unsere Sonnenbrillen für Damen, die P‘8577 und P‘8576 beein-

Shield ins Auge, welches perfekt zur modernen Trägerin passt.

drucken mit einem charakteristischen Look in zwei Scheibenformen,

Hier trifft die für Porsche Design typische, puristische und futuristische

in Reminiszenz an das Yoko Ono-Modell. Die Eye-Catcher mit

Gestaltung auf Innovation in Produktion und Material. Der Clou

dem einzigartigen Look gefallen mit verspiegelten Gläsern und den

des „Hairband“ ist das vergoldete, klappbare Shield. Auf Knopfdruck

unverkennbaren Schrauben am oberen Fassungsrand. Filigrane

verwandelt es das Haarband in eine Sonnenbrille. Die Technik

Linien und eine feminine Form bestimmen hingegen die P‘8570. Die

dahinter wurde in unserem hauseigenen Musterbau entwickelt. Der

Gläser bestechen mit dem unverkennbaren Cat-Eye-Look und

Mechanismus ist anhand von Druckknöpfen für den Betrachter

farbigen Bügeln, die echte Highlights setzen.

unsichtbar im Bügel verborgen.

Vielen Dank für das Interview.

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Hall 5 | Aisle P Number 114

www.rolf-spectacles.com


Kilsgaard „51.7/7“

Kilsgaard „54.4/2“

Full Metal

Colors By Stefan K apfer

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Metropolitan „8019“

Metropolitan „8100“

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Makellos „ME 9008“

Makellos „ME 9009“

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Ørgreen „Gatsby“

Marc O‘Polo „502056“

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Carlotta‘s Village „Hoop C1“

Carlotta‘s Village „Haat C5“

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LINDBERG „7400“

Production: Isabel Arnemat Photos: Stefan Kapfer | Studio & Retouch: H60 Hair & Make-Up: Nicola Weidemann with Weidemann Make-Up Products Assistant & Nails: Rena Beh / Team Weidemann Talents: Lissi @ Stars Modelmanagement / Lisa Marie @ IMM Düsseldorf / Philipp @ IMM Düsseldorf

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Deutschland Bad Kreuznach Halter - Optik und Optometrie, augenoptik-halter.de · Baden-Baden Albert Augenoptik, albert-optik.de · Berlin Brillenwerkstatt, brillenwerkstatt.de Berlin Brillenmacher B. Bienhüls, brillenmacher-augenoptik.de · Berlin Rösler Optik, roesleroptik.com · Bonn Feine Augenoptik, optik-eberz.de · Düsseldorf Schumann-Optik, schumann-optik.de Düsseldorf Brillen Kaiser, brillen-kaiser.de · Esch-Alzette Optique Nilles S.A.R.L. · Frankfurt Augenoptik Thormann, thormann-augenoptik.de · Freiburg Optik Nosch, optik-nosch.de · Friedberg Optikhaus an der Burg · Hamburg Optiker Bode, optiker-bode.de · Hamburg Lühr Optik, luehr-optik.de · Hamburg Pöseldorfer Brillenhaus, poeseldorfer-brillenhaus.de · Hanau Die Optiker, klassert-seeliger.de Krefeld Der Brillenmacher, der-brillenmacher-krefeld.de · Lippstadt Optik Weiss, weiss-optik.de · Mannheim Born Brillen Optik, born-brillen-optik.de · Markdorf Gölzer-Optik, goelzer-optik.de Mersch Optique Schaefers Lucien Sàrl, optik-schaefers.lu · München Söhnges Exklusiv Optik, soehnges-exklusiv.com · München Brille & Optik, brille-optik.de · Münster Optik Viehoff, optik-viehoff.de Offenbach Gaida Optik, gaida-optik-de · Paderborn Optik Reitzki, optik-reitzki.de · Recklinghausen Iga-Optic Mues + Sternemann, mues-sternemann.igaoptic.de · Reutlingen Akermann Hören und Sehen, akermann.de · Soest Scherzer Augenoptik und Hörakustik, optik-scherzer.de · St. Ingbert Opticland die Brille, opticland-die-brille.de/st.ingbert · Stuttgart Optik Schuppin, optik-schuppin.de Wilhelmshaven Brillen Babatz, brillen-babatz.de · Wolfsburg Ehme de Riese Der Optiker., ehmederiese.de · Zeuthen Augenoptik M. Hoell Österreich Bregenz Optik Nasahl · Schwanenstadt Enzenberger, optik-enzenberger.at · Waidhofen / Ybbs Hatzmann, hatzmann.at · Wien Wieden Optik, wiedenoptik.at Schweiz Aarau Urech Optik, urech.ch · Basel Brillen Optik Bader, brillenoptikbader.ch · Basel Kochoptik Freiestrasse, kochoptik.ch · Basel 18 Aebischer Optik, aebischeroptik.ch Bern 7 Lienberger+Zuberbuehler, l+z.ch · Bülach Suter Optik, suteroptik.ch · Carouge / Geneve Optique J.P. Perret, perret-optic.ch · Fribourg Favre Optique S.A · Muralto / Locarno Ottica Stiefel, otticastiefel.ch Rueti Augenoptik Faes, faes-optik.ch · Thalwil Kochoptik Gotthardstrasse, kochoptik.ch · Vaduz Simonis Sehcentrum, sehcentrum.li · Zürich Kochoptik Bahnhofstrasse, kochoptik.ch 171piazzitta.ch Zürich Piazzitta Optik,


T E C H TA L K

T E C H TA L K

Die wahr scheinlich fl ac hs te Br ille der Welt uf dem Weg zur Brille, wie wir sie heute tragen, gab es einige

und der Nase über eine ergonomisch geformte Silikonauflage. Durch

beschwerliche Versuche, die Brille im Gesicht festzuhalten.

ihre größere Auflagefläche reduziert sich die Druckverteilung und

Zum Beispiel gab es zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert

die Brille ist besonders komfortabel und angenehm zu tragen. Hinzu

eine Erfindung, die uns heute sehr befremdlich anmutet: die Mützen­

kommen die bei Strada del Sole bewährten Mikrogelenke. Diese

brille. Man knotete seine Brillengläser so an seiner Mütze fest, dass

sind nur 3 Millimeter flach und sorgen für weitere Gewichtsredu­

sie einem vor den Augen herunterbaumelten. Oder den Zwicker: Den

zie­r ung ohne Einbußen an Präzision. Das macht sie zu einem echten

zwickte man sich einfach auf der Nase fest. Kennt man übrigens von

Fliegen­g ewicht mit gerade mal 18 Gramm. Die Klick-Bügel aus

Onkel Dagobert. Ein langer und steiniger Weg zu einer Brille, die

0,6 mm feinem Federstahl reagieren auf sanften Druck des Daumens

heute sitzt, wo sie sitzen soll – auf der Nase. Auch Strada del Sole hat

und springen mit einem Klick um, dabei legen sie sich nach innen, flach an die Gläser an. Strada del Sole, die uns in unserer letzten Ausgabe bereits mit ihrer weltweit flachsten Sonnenbrille überzeugt

Unternehmen hat eine ganz neue Gleitauflage konstruiert: Die Strada

haben, liefern uns nun die angeblich flachste Lesebrille der Welt.

Bridge. Das patentierte System hält den Kontakt zwischen Brille

Erhältlich in den Farben Silber, Schwarz, Rot und Mitternachtsblau.

Text: Jana Wenge

Photos: Raphael Schmitz

sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und bei der Lesebrille auf die sonst meist üblichen Nasenpads verzichtet. Das junge Schweizer

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RE I Z E C O

L ov e ly Nat u r e

Reiz ECO „Kiefer“

Reiz ECO „Rose“

Text: Jana Wenge

Y

Done by nature, designed for your eyes.

P hoto: Raphael Schmitz

 in und Yang – Zwei Begriffe für polar einander entgegengesetzte

Frauenmodell aus der Lovely Nature Serie auf weißem und das Männer-

und dennoch aufeinander bezogene Kräfte oder Prinzipien.

modell auf schwarzem Hintergrund fotografiert. Ohne zu weit in

Ein weit verbreitetes Symbol des Prinzips ist das Taijitu, in dem das

den Bereich der Gender Studies abdriften zu wollen, sehen wir alle

weiße Yang für Männlichkeit und Aktivität und das schwarze

zugeschriebenen Stereotype als überholt. Wir wollen uns nicht

Yin für Weiblichkeit und Ruhe gegenüberstehend dargestellt werden.

beschränken und tragen beide Brillen, egal ob Männlein oder Weiblein!

Die ursprüngliche Bedeutung der beiden Zeichen gilt allerdings

Nicht nur lovely, sondern fast schon legendary, finden wir die

als nicht gesichert. Auch für uns nicht und daher haben wir auch das

schicken Acetat-Gestelle namens Kiefer und Rose.

Neue Kollektion – Die Holzbrille aus Südtirol www.woodone.it 175


Photos: R aphael Schmitz

Skyeyes „SKSLAM“

IC! berlin „power law“

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L.G.R. „Keren“

Cazal „8010“

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Oakley „Twoface“

Oakley „Breadbox“

Oakley „Rsvp“

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Ørgreen „Faye“

Ørgreen „Cash“

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Etnia Barcelona „paris tokyo NH206“

Etnia Barcelona „paris tokyo JL406“

Etnia Barcelona „paris tokyo AF280“

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Götti „Patch“

- Handmade in Barcelona -

12 optical models / 3 sun models

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Yves Klein 1928 - 1962. This is the first time that International Klein Blue color takes form in an exclusive glasses collection.


JS712S: „Die Retro-inspirierte JS712S hat einen Iconic Round Shape. Auf die Bügel wurde das Jil Sander Logo per Laser mit starken Farbkontrasten aufgetragen. Ein besondere Clou sind die innovativen, tridimensionalen Bügel. Die Breite und der besondere Shape der 3-D Bügel ermöglichen ein perfektes Fitting.“

JS2713: „Auch die JS2713 kommt in klassischer runder Optik und mit aufgelasertem Logo auf den 3-D Bügeln.“

Sander Jil Sander im Collection Check

Was inspiriert eine einflussreiche Designerin wie Sie bei der täglichen Arbeit?

Interview: Stefan Dongus

Photo-courtesy JIL SANDER, photo by Peter Lindbergh

Jil

Stills: Raphael Schmitz

Collection Check

nie direkt umgesetzt. Ich halte mich gern eng ans Modell und lasse

Im Jahr 2012 kehrten Sie – fast 40 Jahre nach Gründung der Firma – als Creative Director zurück. Ist es ein gutes Gefühl, wieder das Design von Produkten unter Kontrolle zu haben, die Ihren eigenen Namen tragen? War es eher wie die Rückkehr nach Hause oder eine komplett neue Aufgabe?

meine Ideen während des Designvorgangs heranreifen. Meine Kreativität

Es fühlte sich schon sehr stark danach an, wieder zuhause zu sein.

läuft über meine Augen und Hände. Ich habe einen gut trainierten

Ich fühle mich glücklich und gestärkt dadurch, wieder unter meinem

Mich inspirieren viele Dinge von innerhalb und außerhalb sowie mein rastloser Geist und meine lebhafte Phantasie. Aber Inspiration wird

Instinkt, der mir bei der Auswahl von Stoffen, Schnitten und Proporti-

Namen als Designerin arbeiten zu können. Dennoch ist die Aufgabe

onen hilft. Aus all den Daten, die ich jeden Tag erhalte, kann ich

eine neue, da ich nicht mehr die Eigentümerin bin und der Entschei-

abwägen, in welche Richtung ich gehen will und was es zu vermeiden gilt.

dungsprozess länger dauert.

Als Sie Ihr Unternehmen selbst geführt haben, lief alles praktisch wie auf Schienen – sehr großer Erfolg, jedes Jahr Wachstum und Präsenz in Modeboutiquen in aller Welt. Dennoch haben Sie 1999 beschlossen, die Firma an die Prada Gruppe zu verkaufen. War damit schwer umzugehen?

Neben Accessoires und Parfüm ist Jil Sander auch eine Marke für Brillenmode. Was ist für Sie das Spannende an Brillen?

Ich hänge nicht gerne Dingen aus der Vergangenheit nach. Für mich

eigene Art stiller Würde ausstrahlen. Meine Arbeiten sind nie übermäßig

lohnt es sich mehr, nach vorne zu blicken. Aber es ist nie leicht

Design-lastig, ich bevorzuge eine dezente, kultivierte Aura. Brillen

JS 717S: „Eine sehr moderne Brille für den Mann, die wunderschönes Azetat mit leichten Gold- und verschiedenen Metalltönen kombiniert.“

In erster Linie erfüllen Brillen eine Funktion und es macht mir Freude, ästhetisch ansprechende Lösungen für praktische Notwendigkeiten zu finden. Weiterhin sind Brillen anspruchsvolle Accessoires, die eine

etwas aufzugeben, das man von Anfang an aufgebaut und mit seinen

bieten eine tolle Möglichkeit, die Persönlichkeit abzuschirmen und

Ideen großgezogen hat.

einzuhüllen.

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JS136S: „Eine ebenfalls Retro-inspirierte Vollrandbrille, die in vier edlen Farb­­kom­ binationen erhältlich ist. Das Jil Sander Logo befindet sich auf dem linken der beiden 3-D Bügel.“ 197


Collection Check

Collection Check

JS2143: „Die Vollrandbrille im Cateye-Style überzeugt mit goldenen Details. Auch bei diesem Modell wird das Logo auf beide Bügel gelasert. Das Federgelenk ermöglicht ein angenehmes Tragen der Brille.“ JS2715: „Eine Unisex Brille, die vor allem durch den Farbwechsel auf den Bügeln auffällt. Auch bei diesem Modell sorgen die Federgelenke für hohen Tragekomfort.“

JS2714: „Ein ausgewogener, markanter Rahmen, der auch in der aktuellen Kampagne beworben wird. Die tridimensionalen Bügel sind mit Jil Sander Logo versehen und wie bei vielen anderen Modellen aus der Kollektion setzen die Bügelenden Farbkonstraste. Federgelenke inklusive.“

JS719S: „Dieser weibliche Style besticht durch starke geometrische Elemente und erinnert an die Jil Sander F/W ’13 Runway Trends. Das Modell ist – mit gelasertem Logo – in drei Farben erhältlich.“

Ihr Lizenzpartner ist Marchon, eines der größten Unternehmen in der Branche. Bitte erklären Sie kurz den Ablauf im Designprozess. Inwiefern sind Sie da persönlich eingebunden?

Was ist das bedeutendste Alleinstellungsmerkmal Ihrer neuen Kollektion?

Natürlich sind die technischen Abläufe vorgegeben, aber was den

jeder Millimeter zählt. Wir nutzen auch neue Techniken in der Material­

Look und die Materialien der Brillen angeht, bin ich in jeden

entwicklung, daher sind die Brillen sehr leicht. Und die Farben sind

Schritt im Ablauf involviert. Die Mustermodelle gehen ihren Weg

auch sehr dezent gehalten.

Ich habe mich um so etwas wie den „Goldenen Schnitt“ im Brillendesign bemüht. Eine harmonische, klassische Form, da ja im Brillendesign

zwischen den Instanzen, bis alle damit zufrieden sind.

Sie genießen international großes Ansehen für Ihre mini­ malistischen Modedesigns. Verfolgen Sie auch im Design von Brillen einen einfachen, minimalistischen Ansatz? Einfach, was die zusätzlichen, unnötigen dekorativen Elemente

Welche Zielgruppe haben Sie als Träger Ihrer Brillen vor Augen? Ich denke dabei weniger an Menschen in Gruppen, sondern orientiere mich an Gesichtsstrukturen und ihre Variationen. Ich mag es, wenn sich eine Brille harmonisch in ein Gesicht einfügt.

angeht, auf jeden Fall. Aber ich glaube nicht unbedingt, dass Lösungen führt. Für mich bedeutet Reduktion eine Konzentration

Wie heben sich Brillen von Jil Sander von Kollektionen anderer Marken ab?

aufs Wesentliche, aber die wesentlichen Elemente im Brillen-

Sie tragen auf allen Ebenen eine klare Handschrift von Jil Sander,

design können sehr komplex sein.

nicht zuletzt in der kompromisslosen Qualität und dem hohen Anspruch

Reduzierung unbedingt zu kleineren Größen oder einfacheren

an die technische Ausführung.

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JS2712: „Ebenso wie die JS2715 kombiniert auch die JS2712 Farbblöcke mit komfortablen Federgelenken und 3-D Bügeln.“ 199


Text: Jana Wenge

Photo: Raphael Schmitz

W o o d o n e A l a n y a B a c k t o  Na t u r e

Ab September: Sparen Sie Zeit und Geld! Kaufen Sie Ihr Ticket online: www.opti.de/tickets

Alles auf einen Blick: www.opti.de

Sehen, was kommt. Erleben, was inspiriert. Verstehen, was den Erfolg maximiert: Auf der opti 2014 trifft sich wieder die gesamte Optik-Branche, um die Zukunft in ihr Blickfeld zu rücken. Lassen auch Sie sich vom dynamischen Flair dieser einzigartigen Messe begeistern!

 G

alenit kann als eines der ersten Minerale gelten, das von Menschen bergmännisch abgebaut wurde:

Schon die Babylonier verhütteten es, auch bei den Römern war es begehrt. Heute gilt Galenit als das häufigste Bleimineral in der Erdkruste und soll laut Esoterik sogar schützende und heilende Eigenschaften besitzen. Auch das Südtiroler Label Woodone hat Galenit nun für sich entdeckt und ihr hölzernes Modell Alanya mit dem funkelnden Rohstoff geschmückt. Die Vielfalt und Liebe zur Natur ausgedrückt in einem Produkt! Glänzend!

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GO SEE Entourage of 7 „Ron“

C

Oliver Goldsmith „Hex (1966)“

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Hamburg Eyewear „Lasse“

Barton Perreira „Wilmot“

i-spax „Hubert 81“

Kilsgaard „52.2“

Givenchy „VGV 861“

Photos: Stefan Dongus Hair & Make-Up: Claudia Astorino

Paul Frank „Prague Rock“

Height: 17 7 cm | Measures: 87 / 63 / 89 cm | Size: 3 4 Shoes: 39 ,5 cm | Hair : darkblonde | Eyes: grey Agency: Aquamarine Model Management

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S i lv e r P a g e

Mit den Menschen und den Brillen

Eddi M ackow i a k

ist es wie mit gutem Wein. Lässt man ihnen Aufmerksamkeit und Liebe zukommen, reifen sie mit dem Alter zu Juwelen. In unserer neuen Rubrik „Silver Page“ stellen wir in jedem Magazin einen Menschen mit seiner Brille vor – beide mit den Jahren schon ein wenig angesilbert, aber dennoch mit einem Charisma gesegnet, welches jüngere Genera­ tionen sich erst mal erarbeiten müssen. Wir beginnen mit Eddi Mackowiak. Wer in Deutschland jemals einen

Photo: Stefan Dongus

Fuß in die Modebranche gesetzt hat, kennt Eddi. Und wer im Großraum Düsseldorf wohnt, kennt Eddi sowieso. Der Bekanntheitsgrad des 61-jährigen lässt sich dabei eher auf seinen Aktivismus als auf seine Ähnlichkeit mit Jack Nicholson zurückführen. Eddi ist Eventmanger, Designer, Fashion Consultant und Organisator der Design Attack, die im Rahmen der GDS in Düsseldorf stattfindet. Und Eddi liebt Brillen. Und große Autos. Und wenn er mit Letzteren mal wieder Erstere überfährt, schmeißt er das gute Stück nicht weg, sondern hängt es zu den anderen Ehemaligen an einen besonders würdevollen Platz: seinen Chicchou Rosenkranz. Hoffen wir, dass ihm sein Ray-Ban Vintage Modell noch etwas länger erhalten bleibt.

INSPIRING STIMULATIVE

INNOVATIVE


F

m

u

s

E Y e g l ∆ s s e s

Ein Projekt von Federico Mauro Nicht nur Symbole und Logos sagen oft mehr aus als tausend Worte – auch Äußerlichkeiten können das Auftreten und das Erscheinungsbild einer Person prägen. Da besonders extravagante Frisuren schnell mal ins Lächerliche abdrif­ ten und Tattoos im Gesicht auf Dauer nicht so cool sind, bedienen sich viele Celebrities eines prominenten Accessoires. Und welches Produkt eignet sich wie kein anderes, um ein unverkennbares Statement zu setzen? Richtig, die Brille. Es gibt Brillen-Styles, die für immer mit einer bestimmten Person ver­ bunden sind. Das erkannte auch Federico Mauro, als er sein Projekt „Famous Eyeglasses“ initiierte. Wer ebenfalls einen bestimmten Brillenstyle mit seinem eigenen Namen besetzen möchte, dem sei geraten, ein besonders auffälliges Modell auszusuchen. Ein paar Styles sind noch zu haben ...

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Eyewear Issue 09  

Unsere neunte Ausgabe findet Ihr jetzt auch online! Enjoy!

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