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bartonperreira.com


The clip-on shades

persol.com


CONTENT

16

N

E

W

S

A quick warm-up

CONTENT

38

Editor Stefan Dongus dongus@eyewear-magazine.com m: +49.(0)151.14271817

P O L A R L I G H T S

20 EDITOR’S C H O I C E Reiz R50 – Project 2 – New Metal Zu schön um in Serie zu gehen

22

10 0

th

_ ANNIVERSARY

Trussardi feiert mit Camouflage Sonderedition

68

Art Direction

EYEWEAR BOUTIQUE A matter of taste

Till Paukstat paukstat@eyewear-magazine.com Graphics George Popov Bartholomäus Kaszubowski Frédéric Wiegand Contributors Nada Carls

94

EYEWEAR–MEETS–FASHION

Agi Habryka

A contemporary snapshot

Melanie Schönthier

Marie Hermann

Photographers Stefan Dongus

Zwölf Luxusglasses jenseits des Polarkreises

50

OA K L E Y O V E R L O R D R X Titan-Ansage in typischer Oakley Optik

Mert Dürümoglu

98

Estelle Klawitter Manuel Mittelpunkt Klaus Polzer Translation

Deutsche Ausgabe

English Version Dirk Vogel

THE VISIONARY MAGAZINE

www.trussardi.com

Kathrin Dreckmann

A brand that matters

Online Editor

D

DEUTSCHE AUSGABE

A MATTER OF TASTE SHANE BAUM – POLAR LIGHTS – RX PAGES – A MATTER OF TASTE – GOGGLE FEATURE

BR A ND_ PROFIL E _ HOVEN

Proofreading man TR12725-HV woman TR12501-BK

52

EYEWEAR BOUTIQUE SHANE BAUM

PURE JOIE DE VIVRE BEI LEISURE SOCIETY

DON’T BE SCARED... UNSERE RX-FAVES IM SHOOTING

POLAR LIGHTS LUXUS JENSEITS DES POLARKREISES

STRANDGUT

SURF-STYLES, DIE DAS MEER NICHT BEHALTEN DARF

TECH-TALK

KILSGAARD MIT NEUEM MATERIAL-MIX

INTO THE WHITE 30 GOGGLES MIT STYLE-APPEAL

56

S T R A N D G U T

presse@eyewear-magazine.com

Nimm den Surfer aber lass uns die Brillen

Publisher

L O S T_ I N _T R A N S L AT I O N ic! berlin tokyo photo book

Nr 03 – 9 /2011 D& AT: EUR 6

ENGLISCHE Ausgabe

Monday Publishing GmbH Kamekestr. 20– 22

THE VISIONARY MAGAZINE

EYEWEAR BOUTIQUE

E

ENGLISH ISSUE

122

www.trussardi.com

f: +49.(0)221.945267-27 man TR12725-HV woman TR12501-BK

Unsere 37 RX-Faves im Shooting

www.eyewear-magazine.com

R E TA I L _ P RO F I L E

Geschäftsführer

Kittel und Kittel – Karneval vs. Fortuna

Holger von Krosigk

Stefan Dongus

CHARMANT GMBH EUROPE, INFO@CHARMANT.DE, PHONE: 08131 - 38 28 0

DON’T BE SCARED... PHOTO SHOOT WITH OUR RX FAVORITES

POLAR LIGHTS LUXURY HIGH UP NORTH

STRANDED GOODS SURF STYLES WASHED ASHORE

TECH-TALK

KILSGAARD’S NEW MIXED MATERIALS

INTO THE WHITE 30 GOGGLES WITH STYLE & APPEAL

BRAND PROFILE: HOVEN / PHOTO BOOK: IC! BERLIN / ANNIVERSARY: TRUSSARDI 1911 / EDITOR’S CHOICE: REIZ R50 FEATURE CREATURE: DOLCE & GABBANA LACE / DETAILS: OAKLEY OVERLORD RX / STORE PROFILE: KITTEL & KITTEL

No 03 – 9 /2011 D& AT: EUR 6

Cover Photo Estelle Klawitter

DPV Network GmbH

T ECH _TAL K Kilsgaard mit neuem Material-Mix

66

SHANE BAUM

PURE JOIE DE VIVRE WITH LEISURE SOCIETY

CH: CHF 9

Vertrieb

62

ISSUE 03

t: +49.(0)221.945267-11

SHANE BAUM – POLAR LIGHTS – RX PAGES – A MATTER OF TASTE – GOGGLE FEATURE

A MATTER OF TASTE

La pure joie de vivre

34

BRAND PROFILE: HOVEN / PHOTO BOOK: IC! BERLIN / ANNIVERSARY: TRUSSARDI 1911 / EDITOR’S CHOICE: REIZ R50 FEATURE CREATURE: DOLCE & GABBANA PIZZO / DETAILS: OAKLEY OVERLORD RX / STORE PROFILE: KITTEL & KITTEL

CH: CHF 9

50672 Köln

24 SHANE B A U M

CHARMANT GMBH EUROPE, INFO@CHARMANT.DE, PHONE: 08131 - 38 28 0

ISSUE 03

Philipp Reul

FEATURE–CREATURE Dolce & Gabbana – Spitzen Brillen aus Italien

Postfach 570 412

Diese Zeitschrift und alle in ihr

22773 Hamburg

ent­h altenen Beiträge dürfen ohne

www.dpv-network.de

vorherige schriftliche Erlaubnis des Verlags in keiner Weise weiter­

126

W H I T E

30 Goggles mit Style und Funktion

Druck

verwertet oder in elektronische

F&W Mediencenter GmbH

Daten­banken aufgenommen

Holzhauser Feld 2

werden. Ein Antrag auf Geneh­

83361 Kienberg

migung für die Verwendung des

www.fw-medien.de

urheberrechtlich geschützten Materials sowie für die Reproduk­ tion von Auszügen in anderen Werken muss beim Verlag gestellt werden. Die hier abgedruckten Ansichten entsprechen nicht unbe­

EYEWEAR

dingt denen des Herausgebers.

erscheint drei Mal im Jahr.

Alle Rechte vorbehalten.


www.mikli.com - photo calixte moisan © mikli diffusion france 2011 -

100 psi Druckluft und 1.800 Ws Blitzpower .

10 Nylonschnüre, 13 Reepschnüre, 20 Tanker, 25 Haken,

1 Karabiner, 2 Seilrollen, 4 Stunden Photoshop, 8 Multishots,

Was in dem Baguet te-Motiv nicht mehr zu sehen ist:

editorial

Wenn die Sonne lacht, nimm Blende 8 Mit dieser alten Fotografenweisheit im Hinterkopf starteten wir vor

Heute – ein Jahr später – gleicht unser Fotostudio einer Folterkam-

einem Jahr die Mission „EYEWEAR – The Visionary Magazine“. Mit e­ iner

mer. Hier liegen Hunderte von Brillen im Arsenal und warten darauf,

Portion Erfahrung in der Produktfotografie dachten wir, es muss doch

uns quälen zu dürfen. Und wir? Wir genießen das Martyrium. Wie Freier

ein Leichtes sein, Brillen hochwertig zu inszenieren. Aber eines haben

auf dem Weg zu ihrer Domina laufen wir ins Studio zu unseren Brillen –

wir recht schnell gelernt: Ganz so einfach ist es dann doch nicht. So lässt

stets auf der Suche nach Befriedigung unserer masochistischen Triebe.

sich der ­filigrane, strukturlose Rahmen ebenso

Immer auf der Suche nach einem neuen Szena-

ungerne fotografieren wie die transparenten

rio für die kleinen Quälgeister. Aber wir sind

Gläser, die er fasst. Zudem brauchen zumindest

nicht alleine. Für die aktuelle Ausgabe unter-

Sonnenbrillen Licht von hinten, um richtig

stützten uns wieder einmal hochkarätige Foto-

glücklich zu sein. Damit unsere Lieblings-Acces-

grafen, die in ihren traumhaft schönen Shoo-

soires auch „full-bleed“ was her machen, schie-

tings die Brille zum Star empor heben. Bei der Vielzahl der Shootings und der redak­

ßen wir viele Fotos mit dem Makro-Objektiv.

tionellen Features wundert es nicht, dass unsere

Bei satter Blitzunterstützung erfassen diese Objektive jedoch Dinge, die dem menschlichen

Druckerei dieses Mal 16 Seiten mehr durch die

Auge verborgen bleiben. Staub gehört immer

Walzen jagen musste. Und dennoch konnten

dazu – egal wie „gut“ man die Brillen putzt. So

wir noch lange nicht alle Brillen zeigen. Dieje-

surrt bei unseren Shootings nun permanent ein Druckluftkompressor.

nigen Modelle, die es in die aktuelle Ausgabe geschafft haben, dürfen sich

Kratzer, Dellen und andere Makro-Realitäten kann dieser jedoch nicht

dafür besonderer Popularität erfreuen. Schließlich erscheint das aktuelle

wegpusten. Da hilft nur ein Polishing auf ganz anderer Ebene. So geht nicht

Magazin auch in einer englischen Variante. Ermutigt haben uns zu die-

ein einziges Foto in unserem Magazin ohne digitale Bildbearbeitung in den

sem Schritt die vielen Anfragen aus dem Ausland, die sich EYEWEAR

Druck. Jede Brille wird am Computer gesäubert, korrigiert und einem spe-

als ein internationales Magazin wünschen.

ziellen Look unterworfen. Ob deutsch oder englisch – wir wünschen viel Spaß bei der Lektüre

Dabei sind viele Bilder im Magazin ein Compose aus mehreren Einzelfotos. Nur durch Multishots können wir Brillen von allen Seiten gut aus-

unserer aktuellen Ausgabe.

leuchten, ohne dass störende Reflektionen hinterher auf den Gläsern zu sehen sind. Multishots sind auch dann notwendig, wenn wir Brillen bei

SD

Die Synergie zwischen zwei Künstlern und ihr Erfolg: die neue Brillenkollektion von Jean-Paul Gaultier und Alain Mikli. Erhältlich ab September 2011.

Close Ups von vorne bis hinten scharf zeigen wollen. Und meistens wollen wir das – schließlich hat EYEWEAR auch einen Bildungsauftrag zu erfüllen.

www.mikli.com 12


s a lt o p t i c s . c o m

ly d i a i n t h e o d e t t e

www.clairegoldsmith.com


Fossil (Europe) GmbH - 08661 622 6055

NEWS

Recycling Reloaded Vuerich Skateboard Sunglasses

Metamorphosen, die wir kennen: aus Raupe werd Schmetterling, aus Hanf werd Hose, aus Schwert werd Pflugschar, aus Mann werd Frau. Aber aus Skateboard werd Sonnenbrille? Nope, kannten wir bis jetzt noch nicht. So unbelgisch wie die Vornamen der beiden Brüder, Baptiste und Gianni Vuerich, so ungewöhnlich ist auch die Idee Rollbretter zu Brillengestellen zu verarbeiten. Als Tischler und Designer sind die Vuerich Brothers ein gutes Team und begannen 2010 mit der Realisie-

Polaroid Sunglass Design Contest

rung ihrer Idee. Dabei sind sie vorbildlich auf Nachhaltigkeit bedacht, so dass kein Baum fallen muss, um die stylishen wie hochwertigen Brillen zu produzieren – lieber holen sie einen Skater vom Brett, um so an Arbeitsmaterial zu gelangen. Mit Lookalikes zwischen Ray Ban und

Unter dem Motto „The Best Under The Sun“

Oakley Frogskin, teils aus uni oder aus knallbunten Designs bestehend

ruft Traditionshersteller Polaroid jetzt alle

wiegen die Holzgestelle gerade mal zwischen 25g und 30g und kommen

Design-Enthusiasten und Retro-Liebhaber

natürlich im 100prozentigen biologisch abbaubarem Packaging.

mit graphischen Fähigkeiten an die Tafel:

Nice idea, Bro’s!

beim Polaroid Sunglass Design Contest erhält

www.vuerichbrothers.com

jeder, der schon immer seine Version des perfekten Sonnenbrillengestells entwerfen wollte, die große Chance auf Ruhm und Ehre plus „tragbares Denkmal“. Die einmalige ­Signature-Kollektion wird aus den zehn besten eingereichten Designs bestehen – von Glam, Rebellion zu Classics geht alles! ­Wichtig ist die Huldigung aller Designepochen der Sunnies seit 1930 bis heute – dem Jahrzehnt, in dem auch Polaroid ins Brillen-Bizz einstieg.

Bright Eyes Burberry Brights

Also ran an die Tabloids, Blöcke und Bildschirme – bis zum 30. September 2011 können Bei Burberry denkt man doch zuerst einmal an Karomuster in

Oktober 2011 von einer Expertenjury die zehn

Erdtönen, schlichte Eleganz und Malt Bread zum 5 o’Clock Tea.

besten Designs ausgewählt und veröffentlicht

Und ausgerechnet DIE wollen Klischees aufbrechen? Machen sie.

werden. Mehr Infos auf der Polaroid Face-

Die neue Burberry Kollektion mit ihren vielfachen und sogenannten

bookseite oder hier:

‚Brights’ ist knallig bunt, die Gestelle praktisch-mittig-faltbar und

www.polaroidsunglasses1937.com

damit so ziemlich das am weitesten Entfernte, das man aus dem Hause Burberry bisher erwartet hätte. Dafür ist das mitgelieferte kleine Hartschalen Etui aus schwarzem Leder erwartungsgemäß hochwertig und dezent – irgendwo muss sich die CI des britischen Luxuslabels schließlich spiegeln. In Italien gefertigt, mit UV – sowie Kratzschutz ausgestattet plus nicht zu übersehendes Branding an den Bügeln – Features, die den Preis von 210 Pfund dieser leichten Unisexmodelle für den Fan des britischen Brands rechtfertigen. www.burberry.com

Text: Nada Carls

Entwürfe eingereicht werden, aus denen ab

16 EXP 11.1.2011


NEWS

Volt Power von Witheout & Glare mit Design-Appeal

Sich für den Mainstream verbiegen? Nee, lieber nicht. Handarbeit ­ statt Hunderttausender-Auflagen. Klare Formensprache und Eleganz statt Retro-Trends. Die Jungs von Without & Glare sind konsequente Visionäre und haben eben ganz eigene Vorstellungen. Fabian Hoffmann und Thomas Bischoff haben sich in der einst ruinösen, ehemaligen DDR-Kinderbibliothek ihr Kreativquartier eingerichtet und können heute stolz berichten: Eigenbrödlertum wird belohnt. Nicht wie Usus für ein einzelnes Modell, sondern gleich für ihre gesamte (!) VoltKollektion mit zwölf Brillen kassierten sie den Red Dot Award für inno­vatives Design und lieferten damit den Beweis, dass sich Titan als Material auf höchstem Designniveau einsetzen lässt. Kein Wunder also, dass das Foto mit den Volt Modellen eines der beliebtesten unserer RX-Strecke in Ausgabe #2 war! Wir gratulieren also zweifach: den Jungs von ­Witheout & Glare zu den tollen Brillen und unseren Lesern zum Erkennen von awardträchtigem Material. Congrats! www.whiteout-glare.com

... und schon wieder die schlauen Schweizer und ihre Strada del Sole In allen Lebenslagen

Innovationen! Diesmal: auf der Straße gen Sonne. Seit 2007 sind die Designerin Sandra Kaufmann und der Optiker Markus Dudli das Team hinter dem Label Strada del Sole und entwerfen in Zürich die wohl flachsten und „unkaputtbarsten“ Sonnenbrillen in Pilotenoptik. Zahlreiche Auszeichnungen, wie der Red Dot Design Award und der Eyewear of the Year / Tokio, quittieren das, was seine Träger schon längst selbst feiern: flacher Schließblock, ultraflache Nasenpads und ebensolche Scharniere sowie ultraelastische Gläser und Fassungen. Diese Kreationen sorgen dafür, dass sich die Sunnies in der Hosentasche mit „Draufsetz-Garantie" unterbringen lassen. Das innovative Technik-Highlight sind die haarspangenähnlichen Bügel, die sich unter Spannung einbiegen, nicht klappen und deshalb auch nicht abbrechen können. Feiern bis zum Morgengrauen an der Strandprome­ nade vor irgendeinem Café del Mar an irgendeiner Costa mit molto Sonne eingeschlafen und wieder aufgewacht – bei der Strada del Sole kann man sich sicher sein, dass sie all das mitmacht. Endlich. www.stradadelsole.ch

18

pour les femmes ...


E d i t o r ’ s C h o i ce

R50

Projekt 2 – New Metal F or P eople wit h a feel f or fi n esse

A

ls technisch innovativ gelten Ingenieure­

noch mehr kommen, denn unter dem Sub-

Unser neuer Editor’s Choice der aktuellen

aus dem Schwabenland schon seit jeher.

label R50 launcht REIZ noch dieses Jahr ein

Ausgabe heißt: „R50 – Projekt 2 – New Metal“.

Dass die Schwaben aber auch in Sachen

Zeitgeist den Ton angeben, dürfte seit dem

neues Sunglasses-Projekt. Zwei noch namenlose Prototypen haben

Aus Acetat und Aluminium gefertigt, kommen die ­Sonnenbrillen als futuristische

Volksbegehren gegen Stuttgart 21 und der

die Schwaben unserer Redaktion zugesendet.

Neuinterpretation der klassischen Balken­

Wahl ­eines Grünen zum Landesvater wohl

Schon beim Öffnen der hochwertigen Alu-

brille voraussichtlich im Dezember in die

keiner mehr bezweifeln. Beispielhaft für die

minium-Cases war uns klar, hier haben­wir es

­Läden, allerdings sind sie auf nur 50 Exem-

schwäbische Symbiose aus Inge­nieurstum

mit einem potentiellen Editor’s Choice zu tun  –­

plare pro ­Colorway limitiert. Wer also ein

und contemporärer Designorientierung ist die

Unklarheit bestand lediglich darüber, welches

Exemplar ergattern möchte, sollte schnell sein.

Marke REIZ. Die Avantgarde schickt schon

der beiden Modelle den Titel tragen darf. Wir

Wir stehen in den Start­löchern.

seit längerem Grüße ins beschauliche Wernau

konnten uns nicht entscheiden – ergo haben

bei Stuttgart. Und davon dürften demnächst

wir dieses Mal das gesamten Projekt gekürt:

20

www.eschenbach-optik.de


2 A n niv e rsa ry

A n niv e rsa ry

*******************

2011-1911=100 Jahre Trussardi Das italienische Luxuslabel feiert seinen hundert jährigen Geburtstag mit Jubiläumsmodell im Camouflage-Look

***

W

oran erkennt man eine Marke, die es nach ganz oben

kombiniert. Die Metallelemente sind oft gold- oder silberbeschichtet

­geschafft hat? Vor allem daran, dass sie Institution und

und hoch­wertig handpoliert. Alle Sonnenbrillen der Capsule Kollek­tion

Aussage zugleich geworden ist. Geht es um Luxus und

tragen das exklusive Emblem „Trussardi dal 1911“ als Aufdruck im Glas

­ russardi. klassischen Chic, kann man kaum ein besseres Beispiel finden als T

und als Gravur am Metall-Inlay am äußeren Bügelende. Die Gläser sind

Das italienische Label besetzt nicht nur eine der „pole positions“ in diesem

rück­seitig verspiegelt und sorgen dadurch für hohen Sehkomfort.

Segment, es ist über die Jahre zu dessen Synonym avanciert.

Um den runden Geburtstag gebührend zu feiern, gibt es in limi­

Bereits 1911 und somit vor genau 100 Jahren wurde Trussardi als

tierter Auflage eine „100th anniversary edition“ des Modells TD15901S

Hersteller hochwertiger Lederwaren für Damen und Herren gegründet.

im ­t ypischen Trussardi 1911 Camouflage-Look. Die Pilotenbrille besteht­

Eine lange und abwechslungsreiche Geschichte prägt die Firmen­historie

aus einem zwischen zwei Azetatschichten eingearbeiteten Metall­

und oft musste sich das italienische Traditionsunternehmen immer

rahmen. Diesen spannenden Materialmix findet man auch in den Bügeln

­wieder neu erfinden. Diese Aufgabe hat das Label mit dem Windhund

wieder. Und das darin eingelassene, fast unsichtbare Federscharnier

mit Bravur gelöst – durch stetige Weiterentwicklung und Innovation

sorgt für hohen Tragekomfort.

sowie durch konsequentes Experimentieren mit zeitlos eleganten Looks.

Das wirkliche Highlight des Jubiläumsmodells sind jedoch die

Über all diesen Werten steht jedoch vor allem eines: der hohe Qualitäts-

Gläser im Camouflage-Style. Sie werden von Carl Zeiss Vision Sunlens

anspruch und das Streben nach Perfektion.

handgefertigt und zertifiziert und erfüllen damit unbestritten auch

Das Geburtsjahr 1911 ist zugleich auch der Name für die hochwer-

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höchste Qualitätsstandards. Die 1911 Jubiläumsedition ist nicht nur ein Sammlerstück mit individuellem Style, sondern und insbesondere

tigste der Trussardi Produktlinien. In der Capsule Kollektion werden ­luxuriöse, von klassischen Formen inspirierte Styles mit zeitgenössi-

in Zeiten von Währungsinstabilitäten auch eine sichere Kapitalanlage.

schen Details kombiniert. Alle Modelle werden in Japan und Deutsch-

Jedoch ist nicht jedem das exquisite Modell zu einem Preis von 590 Euro

land handgefertigt, und das nur mit hochwertigen Materialien und be-

vergönnt – gerade mal 750 handgefertigte Exemplare mit individueller

währten Verarbeitungstechniken. So wird Azetat mit verschiedenen

Seriennummer auf der Innenseite des Brillenbügels finden weltweit in

Metallen, beispielsweise mit gebürstetem Titan und echtem Leder

ausgewählten Concept Stores ihren Besitzer.

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Int e rv iew

Int e rv iew

Als kulturbeflissen wird er beschrieben, der Shane Baum, der auf eine fast schon unheimliche Art und Weise „retro“ wirkt, mit seinem klassischen Dandy-Look in gut sitzenden, maßgeschneiderten Anzügen. Warum auch nicht? Schöngeist,

Coco Chanel hat mal gesagt des

ist

richtigen

die

der er ist, kann er sich den Kosmos, in dem

Kunst

Weglassens“.

Hätte­sie zu ihren Lebzeiten­

Die Firmenpleite dieses Unternehmens kommentiert der

er flaniert, getrost aussuchen. Angekom-

Designer mit Pathos und psychologischem Kalkül: „Auf dem

men in einer Liga, in der man Luxus nicht

Weg nach unten habe ich mehr gelernt als auf dem Weg nach oben.“

nur definieren, sondern auch materiell

Sorgen muss man sich um den talentierten Mr. Baum aber nicht

um-setzen kann, produziert Shane Baum

machen. Es folgen namenhafte Stationen mit seiner 2001 gegründeten

mit Leisure Society heute High End Pro-

Firma Baumvision: ein Lizenz-Deal mit Paul Frank, eine Kollek­-

dukte, die an Qualität kaum zu überbieten

schreck­lich schlaue Leitsatz

tion für Modern Amusement, eine Zusammenarbeit mit Original

sind. Shane, Mitglied der CFDA (Council

Penguin und Louis Vuitton … Stein für Stein wird die Reputation

of Fashion Designers of America), hat das

vermutlich ihm und seiner

aufgebaut. Stein für Stein der Weg nach ganz oben gepflastert.

high quality level zum Standard ausgeru-

­Lebensphilosophie gewidmet

Globale Grenzen ausgeschlossen.

den

Brillen­­designer

Shane

Baum getroffen,­wäre dieser

fen. Jedes Gestell seiner retro-orientierten Linie ist handgefertigt, mit 12, 18 oder 24

worden.

Karat Gold veredelt, poliert, aus 100 Prozent Titan hergestellt und pro Style auf 75 Stück limitiert. Die Linsen sind polarisiert (CR-39), zu 100 Prozent UVA/UVB geschützt und mit dem anti-scratch Diamond Coat ™ überzogen. Wen wundern da Begeisterungsrufe sowie rang- und namenhafte Fans wie Justin Timberlake, Gwen Stefani, Rihanna und Kanye West? Zwischen 500 US Dollar und 50.000 US Dollar (für customized Sonderanfertigungen) kosten sie, die kleinen Luxusgüter, die, glaubt man Mr. Baum, eine Investition fürs Leben sind. Das ist monumentales, aber zeitloses Denken. Das ist Eleganz

U

und Stil. Das ist irgendwie romantisch. Das ist Leisure Society.

Neptune

„Lebenskunst

Shane Baum hat reduziert. Stilistisch allen Schnickschnack, der vom Wesentlichen ablenkt. Optisch hingegen hat er addiert, oder wie man so schön sagt „ordentlich einen drauf gelegt“. Und die Kunst des Ganzen? Ist das Ganze. Purismus, gepaart mit luxuriösem, optischen Standard. Schlichtheit, die so elegant ist, dass man spontan an ganz große Namen denkt; an die Coolness einer Greta Garbo, an die göttliche Eleganz einer Grace Kelly und an die unverwechselbare Schönheit einer Chaterine Deneuve. Wie geht das? Mit sehr hohem Anspruch. Die im Jahr 2010 gelaunchte Leisure Society Kollektion sei die aufwendigste Linie, die er je produziert habe, bekennt Shane Baum zufrieden. Er versteht sich dabei als traditionstreu und « auf dem Boden geblieben ». Das ist kein Widerspruch, wie man zunächst vermuten könnte. Es ist eine dieser Erfolgsgeschichten, die von Fleiss, Visionen und Träumen handeln. Baum entspringt der Einfalt einer Kleinstadt, studiert ohne Begeisterung Industrie-Design und beginnt dann in schier unermüdlicher DIY-Manier die Branche kennen und schätzen zu lernen. Seine Erfahrungen sammelt er zunächst in dem Unternehmen seines Freudes Mossimo Giannulli, indem er sich hocharbeitet. Mit 26 Jahren ist Shane Vize Präsident der Mossimo eyewear division.

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Int e rv iew

Int e rv iew

Ich glaube, dass etwas an Vintage Eyewear fasziniert, es sind die aufwendigen Details und die spezialisierten Fertigungsmittel, die

L R

Petite Vallee Casuarina

in der Vergangenheit für die Herstellung benutzt wurden.

davon überzeugt, dass man auf seinem Sterbebett an

Und was ist das Alleinstellungsmerkmal der Linie?

genau drei Dinge denkt: an die Familie, an die Freunde

Traditionelles Design. Jede einzelne Entscheidung, die getroffen wurde,

und an die Zeit, die man mit ihnen verbracht hat. Und

haben wir genau bedacht, nämlich im Hinblick auf Produkte, die für

alles andere wird keine Bedeutung mehr haben. Auf

die Ewigkeit halten sollen. Sie sind mit Titan und Gold beschlagen,

dieser Prämisse basiert Leisure Society. Es geht um die

haben polarisierte Gläser, werden im Lederetui geliefert. Das sind alles

besonderen Momente, mit den Menschen, die man

wertvolle Materialien. Und wenn man etwas aus diesen Materialien

liebt, in absoluter Muße und Erholung. Eines noch:

herstellt, dann fühlt es sich irgendwie nach „mehr“ an. Das Beste vom

man sollte sich nicht klassifizieren. Leisure Society

Besten! Ein sehr einfaches Konzept.

ist nicht klassen- und einkommensspezifisch. Sicher,

Mr. Baum, als ich angefangen habe, über Sie zu recherchieren, ist mir aufgefallen, dass Sie sehr offen mit Ihren Interview­ partnern umgehen. Sie erzählen viel Persönliches. Das ist natürlich der Traum eines jeden Journalisten. Aber woher kommt die Bereitschaft, so viel aus Ihrem Leben zu berichten? Über Träume, Niederlagen und Erfahrungen?

Wie romantisch sind Sie, Mr. Baum?

Fliegen mit einem Privatjet ist toll, jedoch genauso toll

Was ist Ihnen als Designer sehr wichtig?

wie das Nacktbaden in einer Bergquelle.

Integrität, Weiterentwicklung und ein gutes Miteinander.

Sehr! Ich bin eine alte Seele, die vollherzig an die manchmal wirklichkeitsfremde Romantik der Vergangenheit glaubt!

Ist Luxus ein Privileg?

Nun, zunächst einmal: Das Leben ist doch gar nicht so komplex, wie

Natürlich! Luxus ist Überfluss – Dinge, die

viele es aussehen lassen. Und wenn man es reduzieren müsste und wir

man nicht wirklich braucht, aber gerne

uns darauf einigen, dass wir alle, egal ob Angelina Jolie oder irgendein

hätte.

Typ, der in einer heruntergekommen Baracke lebt, dasselbe Ziel haben – einfacher, sich zu öffnen. Dann ist es einfacher, Dinge auszusprechen

Und ist Qualität zwangsläufig ein Luxusgut?

und die Wahrheit zu sagen.

Das ist der Grat, auf dem ich mich bewege.

nämlich Glück, Zufriedenheit und alles dazwischen – dann wird es

Luxus um des Luxus willen ist ostentativ.

Dann beginnen wir doch mit der Beschreibung Ihrer Person. Wie sind Sie?

Qualität, die Luxus beinhaltet, kann

Unnahbar, ehrlich, unreif, egoistisch, loyal, zufrieden, liebevoll,

in den Händen hält, als man eigentlich

bedeuten, dass man ein besseres Produkt

einfühlsam, trocken, sarkastisch, echt, positiv, sehr, sehr positiv ...

braucht. Wir haben unseren Fokus darauf gelegt, wunderschöne Produkte von

Und wie bleiben Sie sich treu?

außer­gewöhnlicher Qualität herzustellen.

Ich stelle mir manchmal vor, jemand anderes zu sein – jemand, der dann quasi zu demontieren. Wenn man versucht, sich selber von

Erklären Sie uns bitte die Essenz von Leisure Society.

diesem negativen menschlichen Status aus zu betrachten, beginnt

Es ist die Erfüllung meines Lebens. Ich will

man automatisch, sich verbessern zu wollen.

jetzt nicht missmutig klingen, aber ich bin

mich hasst. Es ist doch menschlich, jemanden aufzubauen, um ihn

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Int e rv iew

Int e rv iew

Das sind alles wertvolle Materialien. Und wenn man etwas aus diesen Materiali­ en herstellt, dann fühlt es sich irgendwie nach „mehr“ an. Das Beste vom Besten! Ein

Wie perfektionistisch gehen Sie dabei vor?

O Highgate U Oxford

sehr einfaches Konzept.

Wenn man Ihrem Leben einen Soundtrack zuordnen müsste, wie würde dieser lauten?

Mir ist es wichtig, einen guten Job zu machen. Nichts ist perfekt.

Er sollte klingen wie „True Love Ways“ von

Das bedeutet, es gibt auch nicht DEN perfekten Shape?

Buddy Holly.

Es gibt viele Menschen, die glauben, die Aviator sei sehr nah an DEM

Wie wichtig ist die Kombination von Optik und modischen Aspekten für Ihre Designs?

perfekten Shape dran. In der Tat, sieht sie an ziemlich vielen Leuten ziemlich gut aus.

Es ist sehr schwierig. Es gab nicht viel Innovati-

Ich habe gehört, Sie sind Musikliebhaber. Wie wichtig ist Musik für Ihren kreativen Schaffungsprozess?

on auf dem Markt diesbezüglich in den letzten

Superwichtig! Unsere Firma ist voller Musikliebhaber und ich rede

wear fasziniert, es sind die aufwendigen Details

nicht von subtiler Liebe. Viele unserer Firmenevents finden auf

und die spezialisierten Fertigungsmittel, die in

Dekaden. Ich glaube, dass etwas an Vintage Eye-

Konzerten statt und in unseren Geschäftsräumen läuft von Sonnenauf-

der Vergangenheit für die Herstellung benutzt

gang bis Sonnenuntergang ein Schwall von Independent Music durch

wurden.

unsere Lautsprecher. Wir benennen Gestelle nach unseren Lieblingssongs, wir versuchen ziemlich obskure Musiker dazu einzuladen, unsere Brillen zu tragen. Mindestens die Hälfte aller Mitarbeiter macht Musik oder spielt sogar in Bands – deswegen funktioniert das auch so gut.

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Int e rv iew

Int e rv iew

Wie ist es zu der Zusammenarbeit mit Louis Vuitton gekommen? Mit dieser Erklärung muss ich wirklich vorsichtig sein. Mark Jacobs ist der Designer bei Vuitton. Ich durfte lediglich die Zeichnungen meiner Entwürfe für mein Portfolio behalten. Viel mehr kann ich fast nicht dazu sagen. Sie haben mich am Anfang sehr genau inspiziert, haben meine Arbeit genau unter die Lupe genommen. Dieses Unternehmen ist sehr elegant, voller wunerbarer Individuen. Ich habe höchsten ­Respekt vor jedem Mitarbeiter dort.

Wo verläuft für Sie die Grenze zwischen Fashion und High Fashion? High Fashion ist es nur, wenn ein bestimmtes Level an Originalität und kompetenter Qualität erreicht wird. Es schockiert mich, wie viel in dieser Brache kopiert wird. Es schockiert mich sogar sehr …

Mit wem teilen Sie Ihre Visionen und Ideen, Mr. Baum? Meistens mit meinem Team. Ich höre meinen Mitarbeitern sehr aufmerksam zu. Die meisten von ihnen sind sehr talentiert und absolut bei der Sache und es wäre sehr arrogant von mir, ihre Einwände zu ignorieren. Das Bewusstsein eines Kollektivs ist besser, als das eines einzelnen Mannes. Aber am Ende des Tages ist es an dem einzelnen Mann, den entscheidenden Anruf zu tätigen.

Wer ist für Sie die inspirierendste Persönlichkeit, mit der Sie bisher gearbeitet haben? Bill Barton von Barton Perriera hat mir eine Menge beigebracht.

Ich versuche mir vorzustellen,

Mein Agent Phillip Tison ist auch eine sehr inspirative Person, in seiner

was die anderen kreieren, nur

Hingabe, Arbeitsmoral und seinem Einsatz.

um sicher zu gehen, dass ich es

Mit wem würden Sie gerne mal zusammenarbeiten?

anders mache. Originalität ist

Mit Michelangelo.

unser wichtigstes Ziel.

Aha. Und aktuell? Was steht aktuell auf dem Kreativplan? Eine Kollaboration mit Rebecca Minkoff. Sie ist eine unfassbar talentierte Designerin und zauberhafte Person! Wir haben bereits erfolgreich zusammen gearbeitet.

O Cavallet U Har vard 47

Wenn Sie anfangen, kreativ zu arbeiten, woran denken Sie dann explizit? Ich versuche mir vorzustellen, was die anderen kreieren, nur um sicher zu gehen, dass ich es anders mache. Originalität ist unser wichtigstes Ziel.

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Int e rv iew

Wie beginnt denn ein Schaffungsprozess bei Ihnen? Wir durchforsten immer wieder unser Archiv und arbeiten dann an bestehenden Ideen. Wir haben tausende von Zeichnungen im Archiv,

In 20 Jahren … … werde ich hoffentlich umringt sein von Menschen, die mich lieben!

da gibt es also noch viele unausgeschöpfte Möglichkeiten. Wir verschaffen uns immer einen Überblick über das, was es da draußen alles

Haben Sie das Gefühl, privilegiert zu sein?

gibt: Farben, Beschaffenheiten, Formen, Ikonen … Nach und nach

Weit mehr als das! Aus einer Kleinstadt, mit

erneuern wir unsere Grundidee, bis eine neue Kollektion geboren wird.

knapp 2500 Einwohnern stammend, in den, äh, (zusammenzuckend) Jet Set zu springen, weltweit

Bereuen Sie etwas? Würden Sie gar etwas anders machen, wenn Sie die Chance erhalten würden?

herumzukommen und mit den lustigsten und

Ich bin mit der Entwicklung der Firma eigentlich sehr zufrieden.

mit einem gewissen Komfort … das ist wirklich ein

Wir haben uns unsere Zeit genommen, haben sichergestellt, dass

Traum!

talentiertesten Menschen zu arbeiten, und das alles

die Entscheidungen sich richtig angefühlt haben. Mit jeder Linie, die wir zu Papier gebracht haben.

Das heißt, es gibt keine unerfüllten Träume mehr?

Fühlen Sie sich und Ihre Arbeit wertgeschätzt? Ich meine, ganz abgesehen, von der Art der Wertschätzung in Form eines Kaufs.

Oh doch, viele. Jedes Mal, wenn ich mich an etwas

Nun, es gibt so unglaublich viele tolle Produkte da draußen. Ich glaube, die Leute, die aufmerksam sind, die werden erkennen, dass ich sehr hart und innovativ arbeite und mich mit Integrität dem Designprozess hingebe.

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heranwage, fühlt es sich so an, als ob ich gerade erst los lege.


ic! berlin stuck in Tokyo

Wenn man ein paar Tage in Tokyo „strandet“, fällt es ziemlich schwer, nicht an den Film „Lost in Translation”­ zu denken – an Scarlett Johansson und Bill Murray, an die glitzernde GroSSstadt, die fremde Kultur oder an den erbarmungslosen Jetlag, der einen auch mitten in der Nacht noch an die Hotel-Bar treiben kann. So ähnlich ging es auch Ralph Anderl von ic! berlin und seiner Freundin Maira Becke-Peixoto, die mehrere Tage in der japanischen Metropole festsaSSen, weil Air France ihren Flug cancelte. Die faszinierende Zeit des Wartens hielten sie in einer Fotostrecke fest, die im ic! berlin tokyo photo book mündete. Und wie schon bei Sofia Coppola umgibt das Werk eine ganz besondere Aura, die nur in Tokyo entstehen kann. 35


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L R

Graz Eller y Salt Holtz

P h o t o s by E s t elle K l awi t t er

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L R

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Bogner Ellad8581 / 12 2 Cazal 9032

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L R

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starck eyes PL103 3 Marc O'Polo 506037

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L R

Leisure Society by Shane Baum: Neptune Bar ton Perreira Joaquin

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L R

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Dior Tahuata Gucci GG1649S

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48 49 St yling:

Photos:

Estelle Klawitter / estelleklawitter.de Models: Represented by: grosser fotografen.com Assistent: Alexander Hagmann Rolf Buck / rolfbuck .de Assistent: R aphael Hรถpfner Makeup & Hair : Elke Pflips / beautybiz.de

Mar tina , Kather yna & R ahel / model-pool.de Stefan / tune-models .com Amber / notoys .de Franco / bigshrimp.de Phi , Jonas & Sebastian

Animals:

Husk y: Malina vom Wolfstor (peko1407@gmx .de) Falcon & Owl: Falknerei Cologne (cologne.falcons@t-online.de)

L R 2 Dsquared DQ 0068 Trussardi 1911 TD 15902


D E TA I L S

FEATURING

OAKLEY

OVERLORD RX Overlord heisst der neue RX-Star aus dem Oakley Universum. Die Korrektionsfassung kommt mit vielen hochwertigen Materialien und einer sauberen Verarbeitung daher. Für uns Grund

nehm nach innen drückt. Auch die Ohr­bügel der Overlord werden

genug, ihre Features vor unser Makro-Objektiv zu holen.

mit dem Oakley spezifischen Unobtainium überzogen. Dieses garan­

Die Overlord ist in unseren Augen eine gelungene Adaption

tiert insbesondere auch bei Schweißbildung einen angenehmen und

­an die Oakley X-Metal. Der filigrane Rahmen mit schlanker Optik

sicheren Sitz. Insgesamt ist die Overlord ein hochwertiges RX-

­ aum und dünner Nasenbrücke besteht aus digital geformtem Titan – k

Modell mit tollen Features, das uns voll überzeugt. Aufgrund seiner

­verwüstbar und dennoch sehr leicht. Die Bügel werden mittels

prägnanten Optik darf sich der Träger sicher sein, dass die Overlord

Twin-Shock-Scharnier an der Front befestigt. Diese nach dem

auch von weitem als eine Oakley identifiziert wird.

Fotos: Stefan Dongus

Vorbild der stoßdämpfenden Blattfedern aus der Rennsportszene

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gestalteten Scharniere widerstehen Überstrapazierungen und sorgen dafür, dass der Rahmen auch bei längerem Tragen nicht unange-


BRAND PROFILE

BRAND PROFILE

Skater wie Corey Duffel oder Jason Jessee tragen ein Produkt nicht nur, weil sie gesponsert werden und einen Vertrag unterzeichnet haben. Vielmehr müssen sie sich mit dem Lebensgefühl und den Werten einer Marke verbunden fühlen. Es sind Sportler, die selbst Marken geworden sind und die mit den Produkten, die sie tragen, verschmolzen sind. Diese Persönlichkeit und der progressive Lifestyle spiegeln sich im charakteristischen Design der Produkte wieder. Besonders die Foundation Collection steht für den Style, der Hoven ausmacht. Sie besteht aus Modellen wie Highway, The One, Ritz – also aus Styles, die die Marke zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Und zwar eine, die bedingungslos auf klare Linien setzt, auf schnörkelloses Design und auf eine kraftvolle Formsprache. Kantige und kernige Modelle stehen für

A brand that matters

Text: Marie Herrmann

Erfahrungen sind Gold wert. Man lernt aus ihnen, man profitiert von ihnen, und man gerät immer wieder in S ituationen, in denen sie einen den entscheidenden ­ Schritt weiterbringen. Zum Glück gibt es dafür weder Crash-Kurse noch Shortcuts – man muss sich seine Erfahr­ ungen schlicht und einfach verdienen. Paart sich die Weisheit der „experience“ dann noch mit modernem Selbstbewusstsein, entsteht ein Gemisch, das nicht anders als erfolgreich sein kann.

Performance mit einem Schuss Rock ’n’ Roll Attitude – nicht umsonst

 Jason Jessee 

A

gehören auch kalifornische Musiker zum Hoven Team.

Brand that matters. Auf nur sehr wenige Geschäftsmodelle treffen diese Worte so sehr zu wie auf das kalifornische Sun­g­lasses-Label Hoven. Obwohl erst 2002 gegründet, greift Hoven

auf einen langjährigen Erfahrungsschatz zurück. Gründer Craig Lark darf sich nämlich guten Gewissens als ein Branchen-Pionier bezeichnen.

1

Schon zu Beginn der kalifornischen Lifestyle-Bewegung arbeitete er für Oakley und begleitete die Marke bei ihrem Sprung von der ­Motocrossbranche zur Premium-Sonnenbrillenmarke. Als nächster Schritt kam dann die eigene Marke. Zusammen mit einem Partner gründete er das Label Arnette und ein paar Jahre später schrieb er mit Von Zipper ein weiteres Mal Erfolgsgeschichte. Aber warum dann noch Hoven? Haben wir es mit napoleonischem Größenwahn zu tun? Mit Sicherheit nicht! Denn zur Gründung von Hoven verkündete Craig Lark sein Vorhaben mit den klaren Worten: „It’s time to do it right!“ Und diese Anspruchshaltung sieht man Hoven auch an. „Immer nah an und in der Szene leben“ – das ist eine der Kernaussagen

2

von Hoven. Und diese Doktrin basiert auf der eigenen Geschichte und den besonderen (sub-)kulturellen Wurzeln der Marke. Denn Hoven steht nicht nur für kalifornischen Lifestyle – Hoven ist die Verkörperung davon. Eine Marke, die an den Stränden Kaliforniens entstand, muss keine Verbindung zur Surf-, Skate-, und Snowboardszene suchen. Sie besteht seit jeher, so organisch, wie man sich das nur wünschen kann. So setzt sich das Team von Hoven dementsprechend auch aus namhaften Profisportlern und Ikonen der verschiedenen Action Sports

3

zusammen. Und dabei steht nicht nur die reine Performance im Vordergrund, sondern auch der individuelle Style, der die Marke wiederspiegelt. Denn eines darf man nicht vergessen:

 Foundation Collection  1 Highway 2 Ritz 3 The One

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BRAND PROFILE

BRAND PROFILE

1

 Annie  2  Melrose Collection  1 Zeen

A

2 Mascara

uch farblich distanziert sich die Marke klar von modischen ­Experimenten. Schwarz und Weiß sind die vorherrschenden Farben, und selbst in der high-end Handmade Collection bleibt

Hoven dieser Linie treu. Trotz aufwendiger und handgemachter Produktion verzichtet die Marke auf jeglichen Schnick-Schnack, lässt

 Archy 

vielmehr ein dezent eingearbeitetes Logo für sich sprechen. Erfolgs­ modelle der Handmade Collection sind vor allem Excuse, Roadster und Big Risky. Von letzterem gibt es als Hommage an den kalifornischen Punkrock auch eine eigens designte Green Day Farbvariante. 3

Ein bisschen bunter wirds bei den Goggles. Schließlich darf man im winterlichen Weiß ja mal auffallen. Und auch technisch gesehen müssen sich Hoven Goggles nicht verstecken. Mit seiner hochwertigen Scheibentechnologie und vier verschiedenen Shapes bietet das Label dem Snowboarder eine stilsichere Alternative in dem großen GoggleCosmos. Wer aus all den Informationen nun schließt, Hoven sei eine reine Action-Sports- und Männermarke, liegt falsch. Die Ladies Brillen wie z. B. die Modelle Mascara und Monaco sind zwar auch im puristischen Hoven-Stil gehalten, doch verkörpern sie einen klaren weiblichen Look.

4

Authentisch leben, ausdrucksstark und zeitlos designen und nicht immer den neuesten Trends hinterher jagen – dafür steht Hoven. Und dieses Selbstbewusstsein wird ganz amerikanisch auch nach außen getragen. Denn nur ein Label, das sich selbst auf dem richtigen Weg sieht, wählt die Worte „HOVEN – the only brand that matters“.

5

Hoven Europe GmbH · Werkstr. 10 · 9444 Diepoldsau  Handmade Collection 

Schweiz · Tel +41 (0)71 733 1800 · Fax +41 (0)71 733 1800

3 Big Risky

www.hovenvision.eu · info@hovenvision.eu

4 Excuse 5 Roadster  Kasey Cur tis 

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 Occy 

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—  STRAND GUT

4

Schon Hauke Haien bekannte, „Herr, Gott, ­nimm mich, verschon' die anderen!“. Der Protagonist aus der Novelle von Theodor Storm ist nur ein prominentes Beispiel für all die Opfer, die jedes Jahr vom Meer verschlungen werden – darunter auch viele Surfer. Von diesen erwarten wir den gleichen Altruismus, mit dem sich schon der Schimmelreiter in die Fluten stürzte. Und das Meer bitten wir, „nimm den Surfer, aber verschon’ seine Brillen. Gib sie uns zurück, denn sie sind zu schön, um auf dem Meeresboden Korallen anzusetzen.“

3

1

Photos: Stefan Dongus

2

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1 Von Zipper - Elmore 2 Hoven - Match 3 Hoven - Ritz 4 Hoven - Times

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1 Oakley – Batwolf 2 Oakley – Eyepatch 2 3 Oakley – Pit Bull 4 Arnette – Highlife 5 Le Specs – Elmo's Fire 6 Ashbury – Theotis Beasley

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1

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1 Dragon – The Jam Owen Wright 2 Quiksilver – Jail Tatt Velvet Skull Machina 3 Ashbury – Crenshaw 4 Ashbury – Day Tripper Lizard King

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T e c h Ta l k

T e c h Ta l k

 Jacob Kilsgaard   mit neuem Material-Mix 

Kilsgaard ist seit Bestehen des noch jungen Labels für seine hochwertigen Aluminium-Rahmen bekannt. Das wundert niemanden, schlieSSlich ist die Zahl der Alumimium-Hersteller handverlesen und unbestrittener Weise sind Aluminium-Brillen eine Style-Ansage. Pragmatiker kritisieren aber schon mal, dass sich Alumimium-Bügel nicht so leicht an die individuelle Kopfform anpassen lassen wie andere Werkstoffe. Hier setzt das innovative Label aus Dänemark an und bietet seit letztem Jahr parallel zu den Voll-Aluminium Brillen auch Alu-Azetat Modelle (Alutats) an, bei denen der Bügel aus dem einfacher zu verarbeitenden Werkstoff Azetat besteht. Jacob Kilsgaard erklärt uns, was es mit den Alutats auf sich hat.

Dänische Brillenlabels haben in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Sie gelten in Sachen Design als innovativ und richtungsweisend. Wie kam es dazu? Schwer zu sagen. In Dänemark gibt es viele international bekannte Design- und Architektur-Akademien. Wir sind ein Land mit vielen großen Designern aus ganz unterschiedlichen Genres, die auf der ganzen Welt bekannt sind. Berühmt ist auch unser minimalistischer Stil, den wir mit Funktionalität kombinieren. Ich sehe diese Kombination auch bei vielen meiner Kollegen in der Eyewear Branche.

Schon jeher verarbeitet ihr als einer von sehr wenigen Anbietern Brillen aus Aluminium. Wie kam es dazu? Das mit dem Aluminium hat sich einfach so ergeben. Ich habe es nicht entdeckt, es war auf einmal da. Ich erinnere mich noch, dass ich ursprünglich keine Ahnung von Brillen-Materialien hatte. Für mich war nur wichtig, wie das Material in Kombination mit Bonnelyckes und

»Das mit dem Aluminium hat sich einfach so ergeben. Ich habe es nicht entdeckt, es war auf einmal da.«

meinen Designs wirkt. Aluminium ist wesentlicher Bestandteil unserer

Oben Alutat Unten Alu

Text: Marie Hermann

­Geschäftsphilosophie.

Kilsgaard PSB 2.1/3 schwarz, braun Kilsgaard PSB 2.1 schwarz, schwarz

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T e c h Ta l k

Links Alutat Rechts Alu

T e c h Ta l k

Kilsgaard PSB 7.7/7 grün, grün Kilsgaard PSB 7.7 grün, grün

Was sind die Vorteile von Aluminium als Material für Brillenrahmen? Aluminium wiegt nur halb soviel wie Titan. Dazu ist es unglaublich belastbar. Es ist auch das einzige Material, welches man eloxiert einfärben kann. Somit stellt man bei sorgfältigem Umgang einen dauerhaften Farbeffekt sicher. Zusätzlich weist Aluminium keine Zersetzung auf. Das heißt also, dass das Material nicht durch das Klima beeinflusst wird. Daher verursacht hohe Luft-

Oben Alu Unten Alutat

»Neben dem Benefit der einfachen Anpassung bietet der MaterialMix nämlich noch einen weiteren Vorteil: es entsteht ein ganz neuer Look mit einer Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten.«

feuchtigkeit auch keine grünen Flecken an

Kilsgaard PSB 2.8 purple, purple Kilsgaard 26.8/11 purple, purple

Gibt es weitere typische Kilsgaard Merkmale, die euer Label von anderen unterscheidet?

Gibt es in der Alu-Azetat Kombi denn völlig neue Modelle oder bietet ihr eure bestehende Kollektion einfach zusätzlich in dieser Materialkombination an?

Wo wir gerade beim Thema sind. Was trägt Jakob Kilsgaard denn persönlich für ein Modell?

Unser Ansatz geht meiner Meinung nach

Beides. Einige unserer ersten Designs haben wir mit Azetatbügeln neu

le ich mit verschiedenen Labels. Noch ...

über die „Brille“ hinaus. Schon zu Beginn

aufgelegt, sie haben einfach gut zu dem Alutat Look gepasst. Für die Zu-

hatten wir den Anspruch, die konservati-

kunft arbeiten wir aber schon an neuen Styles.

Noch? Darf man sich demnächst auch auf Kilsgaard-Sun­glasses freuen?

ve Branche herauszufordern und sie dazu

Die PSB 3.1 ist mein Lieblingsmodell. In puncto Sonnenbrillen liebäuge-

zu animieren, auch mal anders zu denken.

Wie viele Alutat Modelle gibt es und in welchen Farben?

Ja! Kilsgaard Sonnenbrillen werden diesen Herbst erstmalig auf der

Unser Konzept ist es, einfache Dinge noch

Insgesamt wird es 17 Alutat Modelle geben. Dabei werden unsere Model-

­SILMO vorgestellt und sind ab Frühjahr 2012 erhältlich.

einfacher zu machen. Wir wissen, dass die

le dieselben Farben haben wie im vergangenen Jahr. Wir haben lediglich

Verarbeitung von Aluminium eine große

eine neue Farbe hinzugefügt und zusätzlich zu den glänzenden Model-

Herausforderung ist – das kommunizieren

len einen eher matten Look eingeführt. Die meisten unserer Farben sind

Alutats, Sunglasses ... da tut sich ja einiges. Was kommt als nächstes?

der Brille. Und: Aluminium ist sehr leicht. Wären unsere Gestelle aus

wir auch so. Ein neues Material setzt voraus, dass es Optiker gibt, die be-

schwierig zu beschreiben. Was wir in jedem Fall haben, ist der klassi-

Hmmm ... zu viel mag ich noch nicht verraten, nur eines … es wird

Titan, wären sie unfassbar schwer. Somit erlaubt uns erst Aluminium,

reit sind, mit diesem neuen Material zu arbeiten. Und die gibt es. Letzt-

sche Havanna Look und ein dunkles Grün. Wir passen die Farbe der Bü-

­super-leicht.

die für Kilsgaard typischen Designs zu realisieren.

endlich existieren wir als Marke, weil es viele Kunden gibt, die positive

gel meist schon an die Farbe der Gestelle an, spielen aber ab und zu auch

Erfahrungen im Umgang mit unseren Produkten sammeln durften und

mit klassischen Kombinationen. Ich finde zum Beispiel ein rotes Gestell

Was sind die besonderen Anforderungen an die Verarbeitung von Aluminium als Werkstoff für Brillenrahmen?

unsere Brillen erfolgreich verkaufen.

Die Besonderheiten ergeben sich durch die genannten Eigenheiten des weich – wenn man z. B. eine Stahlschraube eindreht, ist schnell die Brille

Seit dem vergangenen Jahr ergänzt ihr eure Kollektion nun auch um Alu-Azetat Modelle. Sind diese „Alutats“ nicht eine Aufweichung eures puristischen Ansatzes?

zerstört, weil die Stahlschraube im Alurahmen nicht „greift“. Diesbezüg-

Die Kombination ist das Resultat einer logischen Entwicklung. Einige

lich mussten wir bereits schmerzhafte Erfahrungen sammeln. Wird die

mögen der Meinung sein, wir führen den Material-Mix nur ein, um die

Brille gut behandelt, bleiben die Farben dauerhaft erhalten. Das heißt aber

Aluminium Skeptiker zu „befriedigen“. Ich persönlich würde aber nicht

auch, dass man bei der Anpassung des Gestells sehr vorsichtig sein muss,

zu einem Produkt stehen, das nur entwickelt wurde, um eine technische

Gibt es für die Alutats eine andere Zielgruppe als für die VollAluminium Gestelle? Ist der Käufer eines Aluminium Gestells eher Purist und der Alutats-Kunde Pragmatiker?

um das Material nicht zu überdehnen. Sonst öffnet sich die Farboberflä-

Herausforderung zu umgehen. Neben dem Benefit der einfachen An-

Wir sind stolz, dass die Nachfrage nach unseren Aluminium Modellen

KILSGAARD EYEWEAR APS, Aarhus C, Dänemark Masterminds: Jacob Kilsgaard / Henrik Bønnelycke

Materials: Aluminium ist belastbar, aber im Vergleich zu Titan doch recht

mit klassischen Havanna Bügeln sehr schön.

Gibt es einen Preisunterscheid zwischen den Aluminium Brillen und den Alutats? Nein, beide Versionen haben den gleichen Preis. Das ist Teil unserer „Keep it simple“ Philosophie.

che und die Farbe geht an der gebogenen Stelle ab. Wenn man das Gestell

passung bietet der Material-Mix nämlich noch einen weiteren Vorteil: es

seit der Einführung der Alutat Gestelle gestiegen ist. Ich glaube, diese

langsam und vorsichtig biegt, hält die Farbe jedoch länger als ein guter Co-

entsteht ein ganz neuer Look mit einer Vielzahl an Kombinationsmög-

neue Auswahlmöglichkeit zwingt den Kunden, eine klare Entscheidung

Foundation in: 2007

gnac. Aluminium ist eher ein steifes Material, und einige unserer Kunden

lichkeiten. Es ist einfach unser minimalistisches Design kombiniert mit

zu treffen: „Traue“ ich mich einen mutigen, klaren und minimalisti-

Produktion in Italien, Japan, Dänemark

finden es schwierig, damit zu arbeiten. Wir nicht. Unser Youtube Video

dauerhaften, aber dezenten Farben und besten Materialien. Die Voll-

schen Look zu tragen, oder stelle ich mich eher auf die „sichere Seite“?

Meistverkauftes Modell: Modell 21

zeigt, was mit dem Material möglich ist und was nicht.

Aluminium Gestelle gibt es ja auch weiterhin. Diese sind der Grund-

Klar, die Alutats haben einen eher kommerziellen Look – aber da ist

www.kilsgaard-eyewear.com

stein unserer Designs – bestehend aus klaren Linien, die von den Bügeln

nichts Schlechtes dabei. Unser einzigartiger Look spiegelt sich auch in

Distribution in Germany: www.designapparat.de

bis zur Front miteinander verschmelzen.

den Alutats wider.

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F e at u r e C r e at u r e

F e at u r e C r e at u r e

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Mit einem „Spitzen“-Feature der besonderen Art versieht Dolce & Gabbana seine aktuelle Kollektion Pizzo – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. In die Sonnenbrillen und in die RX-Modelle sind Ein­ lagen aus echter Spitze eingearbeitet. So integrieren die beiden italienischen Designer ihre Leidenschaft für feine Stoffe auch in ihre Brillen. Eleganz, Entspanntheit und Sinnlichkeit, die grundlegenden Elemente der Dolce&Gabbana Sommerkollektion, findet man somit auch in den Brillen-Styles. Die Formen der einzelnen Modelle reichen von groß und verführerisch bis hin zum gemäßigten CateyeStyle. Diese Form spielt auch bei den RX-Modellen die modische Hauptrolle. Um die Sache rund zu machen, werden alle Modelle in einem exklusiven, mit Spitze überzogenem Etui präsentiert.


eyewear boutique

A M at t e r of

Photos and Set-Design: Stefan Dongus & Manuel Mittelpunkt Creative Support: Tilman Singer

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6

3

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1 Marc O'Polo – 506037 2 Marc O'Polo – 506033 3 Marc O'Polo – 506033

4 Marc O'Polo – 506036 5 Marc O'Polo – 506042 6 Marc O'Polo – 506034

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eyewear boutique

eyewear boutique

1

3

2

4

1 Brendel – 906002 2 Brendel – 906003

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3 Brendel – 906011 4 Brendel – 906008

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eyewear boutique

eyewear boutique

1

1

2 2

3

3

1 ic! berlin – Provocante 2 ic! berlin – Indomptable 3 ic! berlin – Starburst

1 Orgreen – Morrison 2 Mykita & Bernhard Willhem – „Andreas“ 3 Götti – Xandy

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eyewear boutique

eyewear boutique

1

1

2

2

3

1 Les Specs – Al Capone 2 Oakley – Holbrook

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1 Hoven – Mascara 2 POC – Am 3 Ashbury – Smokestack Lightning

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eyewear boutique

eyewear boutique

2

1

3

4

1 Persol – 2998-S 2 Versace – 4214 3 Ray-Ban – RB 4165 4 Prada – SPS 07M

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eyewear boutique

eyewear boutique

1

1

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2

3

3

1 Serengeti – Giuliana 2 Serengeti – Cortino 3 Serengeti – Large Aviator

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1 bollé – Sonar 2 bollé – Damone 3 bollé – Molly 4 bollé – Molly

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4


eyewear boutique

eyewear boutique

1

1

2

2

3

3

1 Trussardi 1911 – TD15702 2 Tru Trussardi – TR12805 3 Tru Trussardi – TR 12815

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1 Fossil – Jackie 2 Fossil – Sand Springs 3 Fossil – Woodstock

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eyewear boutique

eyewear boutique

1 3

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2

1 Funk – Real Pelvis 2 Funk – Chili con Carne 3 Reiz – Wien 4 Reiz – Hamburg

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eyewear boutique

eyewear boutique

1

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2

3

6

1 Dior – LadyLady1 2 Tommy Hilfiger – TH 1059/S 3 Marc Jacobs – MJ 369/S 4 Carrera – Forever Mine 5 Emporio Armani – EA 9779/S 6 Gucci – GG 2909/S

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eyewear boutique

eyewear boutique

2

1 1 2

1 Bogner – 736048 2 Dsquared2 – DQ 0058

1 Tom Ford – TF 206 2 Tom Ford – FT 0219

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eyewear boutique

eyewear boutique

1 1

2

2

3

3

1 Oliver Goldsmith – Uuksu (1964) 2 Oliver Goldsmith – Manhattan (1960) 3 Oliver Goldsmith – Tutti (1980)

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1 Cazal – 9032 2 Cazal – 8005 3 Cazal – 9031

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eyewear boutique

eyewear boutique

2

1

1 Moscot – Fionah 2 Paul Frank – I'd rather dance with you 3 Leisure Society by Shane Baum – Cambridge

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3


eyewear boutique

1

2

CAZAL 8005

3

1 George Gina & Lucy – Meyebe Baby 2 Freudenhaus – Diva No. 8 3 Michalsky – Y8005 B

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EVENT

EVENT

Name: Lily City: Berlin Glasses: Chanel

Name: Kathrin City: Wien Glasses: Brandless

Name: Andrea | City: Gallrate | Glasses: Blinde

Name: Katherine | City: Montreal | Glasses: Vuarnet

Name: Iginio | City: Mailand | Glasses: Brandless

Name: Kristine | City: Kopenhagen | Glasses: Super

Name: Nikolai | City: Berlin | Glasses: Vans

Name: Kristina | City: Hamburg | Glasses: Brandless

Name: Fabrizio | City: Monza | Glasses: Italia Independent

Name: Kurt | City: Amsterdam | Glasses: Cutler and Gross

Name: Letitia | City: Paris | Glasses: Trussardi 1911

Name: Michaela City: Stuttgart Glasses: Brandless

EYEWEAR meets Fashion JULY 06, THE BREAD & BUTTER SUPERSHOW, BERLIN. A CONTEMPORARY SNAP-SHOT AFTER 10 YEARS OF URBAN STYLE. Fotos: Manuel Mittelpunkt

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EVENT

EVENT

Name: Walter City: Berlin Glasses: Brandless

Name: Marcus | City: Berlin | Glasses: Brandless

Name: Michael | City: M端nchen | Glasses: Zoo York

Name: Pete Woher : Montreal Brille: Oakley

Name: Liz | City: Berlin | Glasses: Tres Noir

Name: Tanja City: Wien Glasses: Dior

Name: Walter City: Berlin Glasses: Italia Independent

Name: Steph Woher : London Brille: Dragon

Name: Kristian | City: Leipzig | Glasses: Brandless

Name: Pascal | City: M端nchen | Glasses: Lanvin

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Graz - Adam

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dress »mango«


L R Kilsgaard - 34.1 Kilsgaard - 37.1 L R

100 Kilsgaard - 38.1 Kilsgaard - 36.1

dress »tiger of sweden«

dress »tiger of sweden«

suit »drykorn«, shirt »levi´s made and crafted«

shirt »hien lee«


Marc O'Polo - 503022 L Marc O'Polo - 503021 R Marc O'Polo - 503023

103

left: blouse »kilian kerner«

right: dress »kilian kerner«

suit and shirt »tiger of sweden


L R Orgreen - Maximilian Orgreen - Alice ic! berlin - Sanetsch

104 shirt and trousers »firma berlin«

dress »malene birger«, jewelry »lapponia« sack coat ant trousers »firma berlin«, shirt »wesc«


Whiteout & Glare - 7054 Hamptons / Montauk Whiteout & Glare - 7054 Hamptons / Montauk

leather dress »malene birger«, skirt »markus lupfer«

shirt »drykorn«, trousers »ben sherman«

top and blouse »wesc«

shirt »firma berlin«, trousers »ben sherman«, shoes »wesc«

L R

L R

106

Whiteout & Glare - 7052 Hamptons / Arshamonaque Whiteout & Glare - 7050 Hamptons / Amagansett


L R Götti - Mali Götti - Margo L Reiz - Kater R Reiz - Rhein

108

dress, belt and jewelry »sabrina dehoff«

suit »drykorn«, shirt »ben sherman«

dress »sabrina dehoff«, belt »sabrina dehoff«

left: blouse »firma berlin«, bracelet »cos«


L Cazal 4179 R Cazal 7022 L TRU Trussardi - 12709 R TRU Trussardi - 1270

111

dress »markus lupfer«

top »vik toria beckham«, trousers »tiger of sweden«, heels »bally«

trousers and shirt »ben sherman«, shoes »wesc«

shirt »hien lee«


Claire Goldsmith - Legacy Surtees

Claire Goldsmith - O'Connell

shirt »kilian kerner«

dress »mango«


L R Paul Frank - dance dance dance Moscot - Etta Barton Perreira - Treva

114 shirt »firma berlin«, trousers »ben sherman«

models own clothing top »mango«


L Salt - Ollie R Salt - Nolan Gucci - GG 3205

116

sack coat »tiger of sweden«, shirt »wesc«, trousers »ben sherman«, shoes »zara«

right: dress »sabrina dehoff«, belt »malene birger«

left: blouse and skirt »dimitri«, bracelet »cos«


L Starck Eyes - PL 0803 R alain mikli - AL 1027 Rolf - Continental

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blouse »firma berlin«, st ylists own panties, heels »ysl«, ring »weekday«

right: shirt »levi´s made and crafted«, models own cardigan

left: sack coat »boglioli«, shirt »hien lee«


right: top »klilan kerner«

shirt »wesc«, kerchief »fred perry«

left: jacket »hien lee«, shirt »firma«

Photographer Mert Dürümoglu www.facebook.com/mertphoto Production bushart & söhne fotoproduktion

L Tom Ford - TF 5917 R Tom Ford - TF 5165

2 Dsquared - DQ 5047

Styling Sarah Sharon Karsten c/o Nude Hair & Make Up Manuela Schwozer c/o Ballsaal Assistent: Dorothea Zorn

121

Models Veronika c/o eq models Anna c/o spin modelmanagement Jan c/o spin modelmanagement Sidney c/o spin modelmanagement Christian c/o promod


R e ta i l P r o f i l e

R e ta i l P r o f i l e

Evolution Hallo Gerd, hallo Karsten. Ihr seid Brüder und beide Optiker – Zufall oder wurde euch der Beruf in die Wiege gelegt? GERD: Eigentlich habe ich das meiner Schwester zu verdanken, sie hat mir den Tipp gegeben. Damals war ich mehr auf Zahntechnik fixiert – ich wollte auf jeden Fall was Feinhandwerkliches machen. Karsten: In jungen Jahren weiß man doch in den seltensten Fällen, was man den Rest seines Lebens machen soll, da lässt man sich gerne einmal vom Umfeld inspirieren.

Gerd, was war deine Motivation, Optiker zu werden? GERD: Ich habe ein Praktikum bei einem Optiker in Leverkusen gemacht, was mir gut gefallen hat.

Euch trennen ja fünf Jahre voneinander. Ist Gerd dir als großer Bruder bei der Berufswahl Vorbild gewesen? Karsten: Auf jeden Fall, zumal wir uns früher noch ähnlicher waren als heute.

Gerd, konntest du Karsten nicht davon abhalten, in deine Fußstapfen zu treten? GERD: Nein, wieso sollte ich? Ich mag meinen Beruf, und Karsten hat damals einmal in den Ferien bei uns gejobbt, da wusste er ja, was ihn erwartet.

muss ich die Leute auch mehr locken. Für Brillen, die jeder hat, kommt keiner zu mir raus …

Konzept & Kunden Was bedingt Eure unterschiedlichen Konzepte? Ist es eine Absprache zwischen Euch beiden oder verwirklicht jeder sein eigenes, für ihn richtiges Konzept?

Schaut man im Internet unter www.optik-kittel.de findet man eure Website mit den beiden Stores in Pempelfort und Heerdt. Eine Website – ein Unternehmen? Oder zwei getrennte Geschäfte mit einem gemeinsamen Internetauftritt?

Karsten: Ich habe lange für andere Firmen gearbeitet und konnte mich dabei nicht verwirklichen. Jetzt mache ich das, was mir Spaß macht und

Karsten: Irgendwie ein bisschen von beidem. Es sind zwar zwei Ge-

Same, same, but different Fotos: Stefan Dongus

schäfte, aber wir gehören schon irgendwie zusammen. Wir ergänzen uns,

Um das zu lernen, muß man seine Erfahrungen machen.

helfen einander aus, deswegen also auch nur eine Website! Ein Kumpel

GERD: Da ich früher schon sehr eigenständig als Geschäftsführer gear-

von mir hatte die Seite ursprünglich nur für mich gemacht. Irgendwann

beitet habe, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bzw. die konsequen-

hat sich dann der Gerd eingeklinkt. Damals war für mich das Internet

te Folge, dass ich mich selbstständig gemacht habe. Jeder für sich, hat

noch nicht so wichtig, ich hab es eher als Gegner angesehen. Heute freue

eigentlich sein eigenes Konzept und seine Philosophie. Wir tauschen

ich mich jedes Mal, wenn mein Kumpel eine neue Brille möchte und er

uns aber auch viel aus und besuchen zum Beispiel regelmäßig Messen

mir dafür die Website updatet.

gemeinsam.

Was unterscheidet eure beiden Konzepte voneinander? ­älter geworden und mehr im Gleitsichtbereich angekommen. Daher ist

Es gibt bei euch ja auch Markenüberschneidungen. Wie viel Prozent eures Markenportfolios werden auch vom Bruder geführt?

meine Modellauswahl eher klassisch-modisch ausgelegt. Meine Kunden

GERD: Zur Zeit sind es vielleicht 20 Prozent, meistens eher Nischen­

sind schon sehr anspruchsvoll und haben sich auch im Design- und

linien wie z. B. kleine Fassungen von Colibri. Früher war es etwas mehr,

GERD: Ich bin seit der Eröffnung meines Geschäftes mit meinen ­Kunden

Das geflügelte Wort „same, same, but different“ kommt eigentlich aus Thailand und man kann es ­ eigentlich fast wörtlich übersetzen – genau gleich, eigentlich, aber eben doch anders. So ist das nicht selten im Leben, und ganz besonders zutreffend bei Brüderpaaren. Denn so identisch der Genpool auch sein mag, irgendwer dort oben am DJ-Pult scratcht jedes Mal kräftig an den Plattentellern, bis ein neuer Remix zum Vorschein kommt. So wie bei den Optikern Gerd und Karsten Kittel aus Düsseldorf. Obwohl die beiden ­Brüder

so viele­Ähnlichkeiten haben, die sie letztendlich auch in denselben Beruf geführt haben, sind die augenscheinlichen Unterschiede doch er­ heblich: Anzug vs. 7-Tage-Bart, Budapester vs. Sneaker oder auch linksrheinisch vs. rechtsrheinisch. Dass trotzdem nur ein Herz in ihrer beider Brust schlägt, haben wir bei ihrem Besuch in der Eyewear Redaktion gemerkt – als die beiden nämlich alle 400 Modelle, die dort fürs Fotoshooting bereit lagen, am liebsten sofort mitgenommen hätten. Den Rest erzählen sie im nun folgenden Interview selbst.

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das merken meine Kunden. Sie fühlen sich dardurch ehrlicher beraten.

Qualitätsbereich entwickelt.

aber selbst wenn wir Überschneidungen bei den Firmen haben, suchen

Karsten: Ich bin schon eher der ausgefallenere Part von uns beiden

wir selten die identischen Modelle aus.

und zum Beispiel in der Düsseldorfer Szene aktiver, in der sich auch der Partys oder nehme an Fußballturnieren teil wie „Dem Chuck Norris

Sieht der typische Gerd Kittel Kunde anders aus als das typische Karsten Kittel Klientel?

sein Cup“. Ich trage lieber Sneakers, weil ich mich darin wohler fühle

Karsten: Meine Kunden sind jünger, cooler, netter, sehen super aus

Großteil meiner Bekannten rumtreibt. Ich veranstalte Funky Frames

und stehe auf fette Brillen. Ich versuche nur das zu machen, was mir

und spielen in einer Band.

Spaß macht und damit höre ich im Geschäft nicht auf. Standortbedingt

GERD: Ja, Ja …

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R e ta i l P r o f i l e

R e ta i l P r o f i l e

Gibt es Kunden aus Heerdt, die ihre Brille bei Kittel in Pempelfort kaufen und umgekehrt?

Was macht ihr in Sachen Marketing und Kundenbindung?

GERD: Sollte gelegentlich ein Kunde in einem Geschäft mal nicht ­fündig

onaler Fußballvereine, Teilnahme an gemeinsamen Events von befreun-

werden, wird immer das andere Geschäft empfohlen, Hauptsache es

deten Geschäftsnachbarn (Parfümerie, Modeboutique), sowie unsere

wird eine „Kittel-Brille“!

legendären O.K.- Geburtstagsparties.

Synergien & Wettbewerb

Welche Styles werden 2012 Akzente setzen?

GERD: Aktive Tätigkeit im Düsseldorfer Karneval und Sponsoring regi-

Karsten: Egal, Hauptsache kein Einheitsbrei.

Inwiefern nutzt ihr neben eurem gemeinsamen Internetauftritt Synergien? Gibt es Rabatte, gemeinsame Werbeaktionen oder ähnliches?

GERD: Es wird bei großen Modellen bleiben, zunehmend werden die Formen etwas weicher und die Farben heller, gelegentlich auch mal bunter. Der Kunststoffbereich bleibt dominierend.

Karsten: Da nehm ich alles mit, was geht! Gerd kümmert sich gern GERD: Ja, bei unserem Glaslieferant haben wir einen gemeinsamen Ab-

Wie sieht eurer Meinung nach die Zukunft der Branche aus? Karsten: Rosig!

schluss und einige Werbeaktionen sowie „Pflichteinträge“ in Telefon-

GERD: Ich habe meine Selbständigkeit nie bereut und daran ändert sich

büchern etc. machen wir gemeinsam. Aber bei Fassungen und Linsen

hoffentlich auch nichts.

um sowas und das macht er auch noch richtig super!

kaufen wir sowieso nicht „rabattorientiert“ ein, sondern nehmen das, was gefällt und für unsere Kunden benötigt wird. Wenn von Seiten des

Crossfire

Lieferanten ein Rabattsystem besteht, nehmen wir das natürlich auch an.

»Nein, selbst wenn wir gleiche Marken haben, sind die Modelle, die wir einkaufen, recht unterschiedlich, wie mir bei der vergangenen Messe aufgefallen ist.«

Sprecht ihr euer Markenportfolio ab? Und wie darf man sich das vorstellen? Lauft ihr gemeinsam über die Messen und fragt euch gegenseitig höflich, wer das neue Label ordern darf?

Auch wenn es hart auf hart kommt, was wird Gerd Kittel niemals tun? GERD: Kontaktlinsen über das Internet verkaufen!

GERD: Ja, genauso machen wir das … immer mit der nötigen Portion

Und Karsten Kittel?

­Humor!

Karsten: Ich würde niemals zu den Bayern gehen!

Versuchen Lieferanten auch schon mal, euch gegeneinander auszuspielen? Und wenn ja, wie geht ihr damit um?

Karsten, was könnte Gerd anders machen? Karsten: Solange er sich die Haare nicht färbt, ist alles gut.

Karsten: Kommt schon mal vor, dann aber nur einmal. gelegentlich hat sich der eine oder andere Außendienstmitarbeiter schon

Gerd, du als großer Bruder hast doch bestimmt auch einen Tipp für Karsten?

ein wenig weit aus dem Fenster gelehnt, der muss dann schnell wieder

Gerd: Gib’ endlich das Rauchen auf.

GERD: Gegeneinander ausspielen würde ich es jetzt nicht nennen, aber

auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden.

Danke für das Interview. Gab es nicht auch Überlegungen, gemeinsame Sache zu ­machen, also ein wirtschaftliches Joint Venture?

Wir haben zu danken!

GERD: Zurzeit gerade nicht, aber für ein zukünftiges zusätzliches ProGerd Kittel, Alter: 45

jekt durchaus denkbar.

Optiker seit: 1985

Karsten: Gerd, super Idee!

Eigener Laden seit: 2000

Da ihr ja beide in der gleichen Stadt tätig seid und mitunter die gleichen Marken im Sortiment führt, steht ihr ja auch im Wettbewerb zueinander. Trübt das nicht das Geschwisterverhältnis?

Anzahl Mitarbeiter: 5 Bestverkaufte Marken: Tom Ford, ic! berlin, Chanel, Tag Heuer, Vera Wang und Götti

Karsten: Nein, selbst wenn wir gleiche Marken haben, sind die ­Modelle, die wir einkaufen, recht unterschiedlich, wie mir bei der vergangenen Messe aufgefallen ist.

Karsten Kittel, Alter: 39 Optiker seit: 1993 Eigener Laden seit: 2002

Es muss doch auch schon Situationen gegeben habe, in denen ihr „aneinandergeraten seid“? Gibt es Anekdoten?

Anzahl Mitarbeiter: 2 Bestverkaufte Marken: Reiz, Funk, Orgreen,

Karsten: Nix, was nicht mit einem Bier zu klären wäre.

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Blutsgeschwister, Framers, Face á Face

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Eyecademy

E Y E CAD E MY

INTØ THE White Text: Melanie Schönthier

Die Goggle hat in den Bergen schon vor vielen Jahren ihren Siegeszug angetreten. Kaum ein ambitionierter Rider will bei der Abfahrt auf sie verzichten, die Sonnenbrille dient nur noch während der Mittagspause vor der Hütte als Alternative. Zu sehr überwiegen die Vorteile einer Goggle, die die Augen selbst bei rasendem Tempo fast hermetisch vor Wind, Schnee oder aufspritzenden Eiskristallen schützt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Goggles nur als „Schlechtwetter-Brillen“ galten. Heute leisten sie auch während Park-Sessions bei strahlendem Sonnenschein gute Dienste oder bei kurzen Hikes zum nächsten Backcountry-Run. Selbstverständlich erwarten wir dabei, dass die Gläser nie anlaufen, bei jedem Wetter perfekten Durchblick bieten, praktisch unzerstörbar und problemlos über einem Helm zu tragen sind. Dabei haben die Hersteller einige physikalische Schranken zu überwinden, um ihre Goggles mit der geforderten Performance auszustatten.

Photo: Klaus Polzer

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Eyecademy

E Y E CAD E MY

Eine Goggle für alle Fälle

M

orgens um neun Uhr ist es noch bitterkalt. Minus zehn

Aber nicht nur die Farbe des Glases ist entscheidend, sondern auch seine

Grad zeigt das Thermometer auf dem Gletscher in fast

Größe und Form. Klar: Je weniger eine Goggle das Sichtfeld einschränkt,

3000 Metern Höhe. Keine Seltenheit, im Dezember

desto besser. Immer größere Gläser liegen daher im Trend. Nicht so

oder Januar werden manchmal sogar minus 20 Grad

leicht zu erkennen, allerdings genauso entscheidend, ist für eine perfekte

gemessen. Doch bei der Abfahrt ist der eisige Wind nicht zu spüren. Die

Sicht die Biegung des Glases. Denn falls dabei nicht auf jedes Detail ge-

Goggle sitzt perfekt, nicht der kleinste Schlitz zwischen Schneebrille

achtet wird, sieht man durch eine Goggle die Welt nicht mehr, wie sie

und Haut öffnet sich den widrigen Elementen. Ein absolutes Muss für

wirklich ist, sondern verzerrt.

jede Goggle, und das nicht nur bei eisiger Kälte oder tobendem Schneesturm. Denn auch bei strahlendem Sonnenschein würde uns der Fahrt-

All diese Details wären allerdings nutzlos, wenn der erklärte Feind

wind auf der Piste bei Tempo 50 oder 60 die Tränen in die Augen treiben.

jedes Goggle-Herstellers die Oberhand gewinnen würde: Das Beschlagen des Glases. Kein leichtes Duell, muss eine Goggle beim Wintersport

Aber neben Wind und Wetter gibt es noch mehr, wovor wir unsere­­

an ­einem kalten Tag doch praktisch anlaufen – zumindest nach den

Augen im Hochgebirge abschirmen müssen. Die Intensität­der Sonnen-

­Gesetzen der Physik. Denn auf der Außenseite des Glases herrschen

strahlung im Gebirge ist um ein Vielfaches höher­als im Tal, alle 1.000

Minus­temperaturen, auf der anderen Seite, nur wenige Zentimeter von

Höhemeter nimmt die Belastung durch UV-Strahlen um circa 20 Pro-

Augen und Haut entfernt, ist es im Vergleich dazu warm. Als Folge

zent zu. Ein hundertprozentiger UV-Schutz ist heute zwar Standard bei

­dieses Temperaturunterschieds müsste das Glas beschlagen, doch dank

praktisch allen Goggles, aber immer noch einer der wichtigsten Bestand-

ausgeklügelter Anti-Fog-Features geschieht das bei guten Goggles fast

teile. Denn wer nur einen Tag mit bloßen Augen auf der Piste verbringt,

nie.

Photo: Klaus Polzer

Glas -Wechselsystem Keine Glastönung kann es mit allen Wetterbedin-

erlebt den Abend mit feuerroter Bindehaut. Um für sich selbst die perfekte Goggle zu finden, sollte auf keinen Fall

gungen von dichtem Nebel über düstere Wolken

Absoluter Schutz ist aber nur ein Teil des Anforderungsprofils an eine

auf den Weg in einen Shop verzichtet werden. Schließlich ist die Pass-

bis hin zu strahlendem Sonnenschein aufnehmen.

moderne Goggle, auf der anderen Seite steht der perfekte Durchblick

form für die Performance absolut entscheidend und die lässt sich nur

In jeder Situation ist eine andere Farbe ideal. Goggle-­

beziehungsweise die perfekte Sicht bei allen Bedingungen. Keine leichte

durch das Anprobieren verschiedener Modelle einschätzen. Brillen­

Gläser lassen sich schon immer austauschen, aller-

Aufgabe, kann das Wetter doch innerhalb von Minuten umschlagen und

träger sollten zudem darauf achten, ein Modell zu wählen, das über ein

dings erfordert so ein Glaswechsel oft viel Geduld,

für gänzlich andere Sichtbedingungen sorgen. Scheint etwa vormittags

­spezielles Clip-In-System für optische Gläser verfügt. Denn die normale­

Zeit und Fingerfertigkeit. Ein Trend sind daher superschnelle Wechsel­

noch die Sonne vom wolkenlosen Himmel, bietet ein dunkles oder ver-

Brille unter einer Goggle zu tragen, funktioniert nie problemlos. ­Häufig

systeme, die einen Glaswechsel innerhalb von Sekunden erlauben. Oder

spiegeltes Glas die beste Performance, da es dem grellen Sonnenschein

beschlägt die Sehbrille und die Sicht ist dann stark beeinträchtigt. Einige

ein dunkleres, bzw. verspiegeltes Glas, das bei Bedarf einfach per ­Magnet

die Spitzen nimmt und stark blendende Lichtreflexe herausfiltert. Zie-

Hersteller bieten heute auch Goggles in verschiedenen Größen von

oder einem Klicksystem auf dem normalen Glas befestigt wird.

hen dann Wolken oder gar Nebel auf, ist ein Glas in Orange oder Rosa

Small bis Large an, um jedem Rider zum perfekten Durchblick zu ver-

ideal, das aufhellend wirkt, sowie die Konturen von Buckeln oder Kanten

helfen. Vor dem Kauf ist es allerdings sinnvoll, sich über die Anforde-

Polarisationsfilter

schärfer hervorhebt und so für besseren Durchblick sorgt. Leider funk-

rungen klar zu werden, die man an die eigene Goggle stellt. Hier eine

Wenn Sonnenstrahlen von einer glatten Ober-

tioniert aber keine einzige Glasfarbe perfekt bei allen Lichtverhältnissen.

Liste der wichtigsten Features:

fläche reflektiert werden, treffen sie in so einem ungünstigen Winkel auf unsere Augen, dass wir

Der Grund, warum viele Hersteller im Moment auf immer schnellere und bequemere Wechselsysteme für ihre Goggles setzen oder Gläser

Standards UV-Schutz & Co.

geblendet werden. Ein Goggle-Glas mit Polarisa-

entwickeln, die sich den Lichtverhältnissen automatisch anpassen.

Features, die heute bei praktisch jeder Goggle zu

tionsfilter blockt diese Reflektionen ab. Am deut-

finden sind, umfassen einen hundertprozentigen

lichsten wird dieser Effekt beim Blick auf einen See

UV-Schutz durch die eingebauten Gläser, eine hohe

oder Fluss: Statt der spiegelnden Wasseroberfläche

Bruchsicherheit sowie Anti-Fog-Techniken, die

sehen wir im Idealfall plötzlich bis auf den Grund des Gewässers. Beim

ein Beschlagen möglichst verhindern sollen. Dazu

Wintersport gehen die Meinungen über Polarisationsfilter allerdings

greifen­die Hersteller auf Doppelgläser, Anti-Fog-­

auseinander. Manche schwören auf diese Gläser, weil sie ihnen immer

Beschichtungen und ausgeklügelte Belüftungssyste-

perfekte Sicht ermöglichen und sie kein blendender Lichtreflex zwingt,

me zurück – bis hin zu eingebauten Miniventilatoren.

ihre Augen auch nur für einen Moment zusammenzukneifen. Andere meinen, dass solche blendenden Reflexionen auch nützlich sein können. Etwa wenn eine Eisplatte vor ihnen auf der Piste das Sonnenlicht reflektiert, denn so erkennen sie sofort, dass ein eisglattes Hindernis vor ihnen ­lauert.

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»Aber neben Wind und Wetter gibt es noch mehr, wovor wir unsere Augen im Hochgebirge abschirmen müssen.«


Eyecademy

E Y E CAD E MY

»All diese Details wären allerdings nutzlos, wenn der erklärte Feind jedes Goggle-Hersteller die Oberhand ­gewinnen würde: Das ­Beschlagen des Glases.«

Photo: Klaus Polzer

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Eyecademy

© Oakley Icon Ltd, 2011

Photochromic-Lenses Der einzige Lösungsansatz, um bei wechselnden Lichtverhältnissen immer perfekte Sicht zu haben –­ ohne das Glas zu wechseln: Chamäleon-Gläser, die vollkommen selbständig innerhalb weniger Augenblicke nachdunkeln, wenn die Sonnenstrahlung intensiver wird und wieder heller ­werden, wenn Wolken aufziehen oder die Piste durch einen schattigen Wald führt.

Sphärisches Glas Ein sphärisches Google-Glas ist nicht flach, sondern – genau wie das menschliche Auge – nach außen gewölbt. Der Vorteil ist, dass das Gelände­ wirklichkeitsgetreuer wahrgenommen wird. Denn durch ein flaches, nur von links nach rechts gebogenes Glas erscheinen manche Objekte kürzer oder länger als sie wirklich sind, werden also verzerrt.

SHAUN WHITE snow

GroSSes Sichtfeld Idealerweise sollte eine Goggle die Sicht über-

Rise above

haupt nicht einschränken und dem Rider ein Blickfeld von vollen 180 Grad erlauben. Ganz wird das keine Goggle erreichen, allerdings gibt es Modelle mit einem besonders großen Sichtfeld. Erreicht wird das durch größere Gläser und die Idee, das Glas nicht in den Goggle-Rahmen einzusetzen, sondern von vorne auf den Rahmen aufzusetzen. Photo: Seb Viardot

Wearable-Electronics: Gerade erst im Kommen sind Goggles, die bei der Fahrt GPS-Daten, Geschwindigkeit und andere Daten in die Scheibe projizieren oder auf einem kleinen Bildschirm im Rahmen anzeigen. Bislang eine Idee, die nur von wenigen Herstellern umge-

Die Qual der Wahl

setzt wird und noch mit einem hohen Preis ver-

Wer sich auf die Suche nach einer neuen Goggle macht, wird nicht

bunden ist.

nur Modelle mit den unterschiedlichsten Features und mit alternativen Wechselgläsern finden, sondern auch auf diverse Styles stoßen.

Flexible Passform

Denn Goggles sind längst zu modischen Accessoires geworden, die

Jede Gesichtsform ist anders und nicht jede Goggle

sich perfekt in das Wintersport-Outfit einpassen können. Deshalb

passt auf jeden Kopf. Um jedem Rider die perfekte

wollen wir bei der folgenden Fotostrecke auch auf die Angabe tech-

Passform zu garantieren, werden viele Modelle in

nischer Features verzichten, sondern unseren Goggles Raum zum

verschiedenen Größen angeboten. Brandneu ist

wirken geben.

die Idee, die Form des Rahmens mit einer Einstellschraube zu verändern und so anzupassen. In Bezug auf die Passform ist auch wichtig, ob eine Goggle­ genauso über einem Helm wie über einer Mütze zu tragen ist. Denn niemand entscheidet sich schon gerne beim Kauf, mit welcher Kopf­bedeckung er in den Bergen unterwegs sein wird. Damit Goggles auch mit ­Helmen kombinierbar sind, werden Gelenke an den Straps verwendet, genauso wie Silikonstreifen, die ein Abrutschen auf dem Helm verhindern.

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The Shaun White Signature Series AIRBRAKE™ with SWITCHLOCK™ TECHNOLOGY for Quick Lens Interchangeability


EYECADEMY

EYECADEMY

Modelle von oben nach unten Warlock / Jake Olson-Elm Kaleidoscope / Grey Tor toise Warlock – KR3W Collaboration Modelle von oben nach unten R ange / White Sequel / Checker Shiny Sequel / Black Matte

Ashbury Erst 2007 in Downtown L.A. gegründet, ging die kalifornische Marke mit dem Motto an den Start, Produkte anzubieten, die man einfach tragen will. Qualität ist un-

HOVEN

erlässlich, um diesem Anspruch gerecht zu werden, daher kommen bei Ashbury nur erstklassige Materialien zum Einsatz

Geboren in Südkalifornien und vollkommen dem

und werden bis ins kleinste Detail perfekt verarbeitet. Der Style der Marke ist stark

Style der Actionsport-Kultur verschrieben, die unter

von der Skateszene L.A.’s beeinflusst, wo

der Sonne Kaliforniens zwischen Surfern, Skatern

Ashbury seine Wurzeln hat. Kein Wunder,

und Snowboardern gewachsen ist. Aber Hoven-

dass die Goggles der Kalifornier vor allem

Goggles sind mehr als purer Style, denn nichts wird

in den Snowparks getragen werden und

von der Core-Szene schneller aussortiert als Material,

auch das Ashbury-Team sich aus Ridern

das nicht hält, was es verspricht oder gar eine Sessi-

zusammensetzt, die für ihren Skatestyle

on ruiniert. Nein, wer in Kalifornien bestehen will, muss Produkte anbieten, die viel von einer Harley

auf Rails und Kickern bekannt sind. Fotos: Stefan Dongus

Davidson haben: Voller Rock’n Roll und zugleich

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verlässlich wie ein treuergebener Hund.

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EYECADEMY

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OAKLEY Das Oakley Headquarter im sonnigen Kalifornien erinnert stark an einen futuristischen Bunker, der mit seinen dicken Betonwänden jedem Angriff standhalten könnte und in dessen Katakomben die Wissenschaftler der „Mad Science Division“ schon so manch großen Oakley-Coup entwickelten: Etwa Plutonite-Gläser, die in Sachen Bruchfestigkeit alle anderen Gläser in den Schatten stellen. Oder HDO-Scheiben, die die Wirklichkeit so scharf und verzerrungsfrei wiedergeben, dass sie den Begriff „klare Sicht“ neu definieren. Denn hier läuft alles nach dem Motto des Firmengründers Jim Jannard: „Alles kann verbessert werden. Die Frage ist nur wann und von wem.“

ALPINA 1980 mit dem Anspruch gegründet, die bestmöglichen ­Helme, Ski- sowie Sportbrillen herzustellen, und zwar nicht am anderen Ende der Welt, sondern mitten in Bayern. Tatsächlich gelang schon zwei Jahre später – mit dem Sportbrillenmodell „Swing“ – der erste große Wurf. Denn keine andere Sportbrille auf der Welt erreichte bisher die Verkaufszahlen der „Swing“, die inzwischen über drei Millionen Fans gefunden hat. Diesen Winter folgt nun eine Goggle samt Cyber­spaceAnschluss, die bei voller Fahrt Informationen vom GPS, aus dem Web oder vom Mobiltelefon in Echtzeit über einen ­winzigen LCD-Monitor anzeigt.

Modelle von oben nach unten Tanner Hall Signature Crowbar / R asta Mane / Fire Iridium Simon Dumont Signature Splice / Hotlines / Dark Grey Shaun White Signature Airbrake / Highlight Gold Black / Fire + Dark Grey

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Modelle von oben nach unten Panoma Magnetic / Quattroflex Scheibe Cybric HM / Mybrid Mirror Cybric GTV / Quattro Varioflex

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EYECADEMY

EYECADEMY

cébé

bollé

Überraschenderweise stammt der Name der fran-

Die Geschichte dieser französischen Traditionsmar-

zösischen Marke von Carl Benz, dem Erfinder des

ke begann schon 1888 in der kleinen Stadt Oyonnax

Automobils. Denn anfangs hatten die gerade erst

mitten im Jura-Gebirge zwischen Genf und Lyon. In-

erfundenen Fahrzeuge keinerlei Windschutz-

zwischen ist aus dem kleinen Familienunternehmen

scheibe. Daher brauchte Carl Benz eine Schutzbril-

eine Firma geworden, die von Sportlern rund um die

le und bestellte für sich – und seinen Hund – eine

Erde geschätzt wird. Grund dafür ist sicherlich auch

Art Autofahrer-Goggle. Ein Hersteller erfüllte

das Festhalten an den drei Bollé-Idealen seit über 100

den Wunsch und kreierte aus den Initialen des

Jahren: „Fit, Fashion, and Comfort“. Dazu kommen

berühmten Kunden den neuen Firmennamen:

Komponenten auf dem neuesten Stand der Technik,

Cébé. Heute ist die Marke dafür bekannt,

wie Photochromic-Lenses oder Goggle-Gläser mit

auf Schnickschnack zu verzichten und

einer neuen, stärkeren Wölbung, die für ein

sich auf Produkte zu konzentrieren,

maximales Sichtfeld sorgt.

die selbst den widrigsten Bedingungen trotzen.

Modelle von oben nach unten Crux L / Lemon Legend / Anis Blue / Orange Flash Mirror Ethic / White / Yellow Flash Mirror

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Modelle von oben nach unten Nova / Black White / Vermillion Gun Nova / Tiki / Citrus Dark Gravtiy / Red Arrow / Vermillion Gun

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EYECADEMY

EYECADEMY

POC Sports

Scott

Obwohl die schwedische Marke erst 2005

Vielleicht eine der revolutionärsten Sport­-

auf den Markt kam, stechen die in Knall-

marken überhaupt. Zumindest wimmelt

farben designten POC-Helme und Gogg-

es in der 50-jährigen Firmengeschichte

les heute bei jedem Profiwettkampf ins

von Weltneuheiten, wie etwa den ersten

Auge – ganz egal, ob sich Slalom-

Skistöcken aus Aluminium oder der

oder

­ersten Goggle, in deren Belüftungsschlit-

Freerider aus dem Starthäus-

zen Schaumstoff verwendet wurde. Ein

cracks,

Abfahrtsläufer

Der

Grund für den ständigen Innovations-

Grund für die hohe Akzep-

fluss könnte der unbändige Erfindergeist

chen

katapultieren.

tanz unter den Profis ist

sein, der Firmengründer Ed Scott nach-

wohl der Grundgedanke,

gesagt wird und anscheinend immer

der zur Firmengründung

noch die Entwickler bei Scott beflügelt.

führte: Produkte zu entwi-

Denn erst im Februar 2011 wurde die

ckeln, die Leben retten. Klar,

neueste Erfindung mit dem „Slide-

dass Helme und Protektoren

Award“ der gleichnamigen Actionsport-

dabei die Hauptrolle spielen,

Messe ausgezeichnet: Eine Goggle, deren

aber auch eine uneingeschränkte

Passform sich durch Einstallschrauben

Sicht kann Crashs verhindern. Wie

perfekt anpassen lässt.

das zu erreichen ist? Etwa mit der Idee, das Glas von vorne auf den Goggle-Rahmen aufzusetzen und so das Sichtfeld zu vergrößern.

Modelle von oben nach unten Lobes / Blue Cornea / Yellow Iris X / Pink

Modelle von oben nach unten Fix / Sensor y White Fix / Global Ar t Hustle / Plaid Yellow

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EYECADEMY

EYECADEMY

Modelle von links nach rechts Arnette Mercenar y / White Quiksilver Travis Rice Signature Goggle Dragon APX / Coal Red Ionized Julbo Orbiter Rox y Kjersti Buaas Signature Goggle Anon Vintage / Painted Scotch

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Nova Kollektion 1

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2

5

4

6

1 Nova Shiny Pink Vermillon Gun

7

3

2 Nova Stinger Fire Orange 35

Nova Red GrafďŹ ti Vermillon Gun

4 Nova Swirl Aurora

6

5 Nova Tiki Aurora

Nova Black GrafďŹ ti Modulator Citrus Dark

Mehr Modelle unter: www.bolle.com

7

Nova Shiny Black Modulator Citrus Dark

w w w.bolle.com


Eyewear Issue 03  

The third issue of Eyewear - The Visionary Magazine