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Unternehmensmagazin

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64 | Winter 2011/2012

MARIEN k o n k r e t St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

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Herz unter Druck

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Schwerpunkt

Festakt zu Ehren von Prof. Dr. Peter Schuster

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Jenseits der Sperrstunde – Bierstube im Haus St. Elisabeth

Katholischer Sozialpreis 2011 für Gelebte Ökumene

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Inhalt Smily Auszeichnung für die Küche

7 Mailbox 4 Kurznachrichten 5 Termine

Perspektiven 14 KommGe Award 2011

Schwerpunkt 8 Festakt zu Ehren von Prof. Peter Schuster 12 Herz unter Druck

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Report 14 Jenseits der Sperrstunde 22 Schmerz, lass nach!

Soziales 20 Sozialpreis für Gelebte Ökumene 21 Aktion „Kuschelkissen“

Gesundheit 24 Hüftalarm: Schmerzen in Leiste und Gesäß 34 Die zehn größten Fettburner

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Panorama 28 28 29 30

Manche mögen’s heiß Geben Sie Ihrem Immunsystem Saures! Haut muss Ihr Fett abkriegen Seht doch, wie sehr ich euch liebe

Großes Preisrätsel Gewinnen Sie einen Überraschungspreis

Intern 16 Großes Mitarbeiterfest 36 Fachkunde Strahlenschutz 38 Personalnews

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Impressum: Herausgeber: St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Kampenstraße 51, 57072 Siegen, Siegen - HRB 3188, USt.-IdNr.: DE176257881, Geschäftsführer: Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats: Bruno Sting. Referat Kommunikation & Marketing: Christian Stoffers (V.i.S.d.P.). Druck: Vorländer, Siegen. Satz & Layout: Christian Stoffers. Druckvorstufe: Conception, Siegen. Fotos: Horstgünter Siemon, Archiv. Leserbriefe, Bildbeiträge und Anmerkungen an die Redaktion „Marien konkret“ adressieren. Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzungen eingereichter Unterlagen vor. Beiträge für die Marien konkret 1/2012 können bis zum 15. Februar 2012 eingereicht werden. Marien konkret Nr. 64, Dezember 2011 - Februar 2012, ISSN 1863-9356

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Editorial

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u Beginn des Jahres wurde mit der Herausgabe der Festschrift das Jubiläum eingeleitet. Es folgten Pontifikalamt mit Festakt, Tag der offenen Tür und schließlich das große Mitarbeiterfest in der Siegerlandhalle als die Großveranstaltungen des Jahres. In jeder Woche 2011 fand eine Veranstaltung statt, die einen mittelbaren oder unmittelbaren Bezug zum Jubiläum unseres St. Marien-Krankenhauses aufwies. Dazu gehörten auch die Veranstaltungen der Reihen „MARIEN Akademie“ und „MARIEN vor Ort“, die Messe „Gesundheit Siegen“, die Ausstellungsreihe „Pflege im Wandel der Zeit“ und auch das Forum „Tag der Ausbildungsberufe“. Mit circa 50 Veranstaltungen und mehreren tausend Besuchern kann man von einem großen Erfolg sprechen, den wir als Gemeinschaftsleistung der Dienstgemeinschaft unseres Gesamtunternehmens sehen. „Näher am Menschen“ lautete das Motto des Jubiläumsjahres und diese Nähe zu den Menschen unserer Region konnte man im ganzen Jahr deutlich spüren. Natürlich wurde im Jahr 2011 nicht nur gefeiert. Neben den enormen Anstrengungen, die ein solches Ausnahmejahr mit sich bringt, haben wir auch unsere zentralen Aufgaben – die Versorgung von kranken und pflegebedürftigen Menschen – weiter ausgebaut und verbessert. Wiederum sind über 20.000 stationäre und über 50.000 ambulante Patienten versorgt worden, die Auslastung unserer Wohn- und Pflegeheimplätze liegt bei nahezu 100% und die Patientenzahl in unseren ambulanten Praxen und unserer ambulanten Rehabilitation hat erneut zugelegt. Dies zeigt, dass wir nicht nur ein Jubiläumsmotto ausgerufen haben, sondern dass unsere Arbeit, die eine echte und gelebte Nähe am Menschen erfordert, auch als solche wahrgenommen wird. Wichtige Ergebnisse und Entscheidungen runden das überaus positive Bild des vergangenen Jahres ab: Zum dritten Mal nach 2005 und 2008 haben wir als Krankenhaus die Gesamtzertifizierung nach KTQ/ProCumCert mit einem sehr guten Ergebnis erreicht. Darüber hinaus sind alle fünf Wohn- und Pflegeeinrichtungen durch die ProCumCert nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert. Überaus bedeutsam war auch die Gestaltung der Nachfolge in unserer größten medizinischen Abteilung – der Kardiologie. Wir sind uns sicher, mit Herrn Professor Michael Buerke einen sehr guten Nachfolger für unseren langjährigen Chefarzt, Herrn Professor Peter Schuster, gefunden zu haben. Und zu guter Letzt kann im Jahre 2011 eine weitere Großbaumaßnahme als erfolgreich beendet angesehen werden: Die energetische und bauliche Komplettsanierung des so genannten D-Trakts. Sie hat uns die Schaffung neuer, bereits viel gelobter Stationen mit zeitgemäßen Komfort für unsere Patienten ermöglicht. Am Ende des Jubiläumsjahres 2011 bleibt uns der Dank an Sie alle, die Sie mitgewirkt haben, ein solches Jahr möglich zu machen. Wir haben alle gemeinsam viel Positives erlebt, viele Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens konnten geschaffen werden. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser, Wohn- und Pflegeeinrichtungen und Ambulante Praxen in Deutschland blicken wir daher mit großer Zuversicht auf das Jahr 2012.

Das überaus ereignisreiche Jubiläumsjahr 2011 neigt sich dem Ende zu. Wir blicken auf zahlreiche Veranstaltungen und Initiativen zurück, die die Bedeutung unseres 150-jährigen Bestehens für die Region unterstrichen haben und in der Öffentlichkeit große Resonanz gefunden haben.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und Gottes reichen Segen für das Neue Jahr!

Christoph Rzisnik

Hans-Jürgen Winkelmann

Geschäftsführer

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Mailbox

>>> So sichern wir Zukunft Im Jubiläumsjahr folgte eine Großveranstaltung der anderen: Ende Oktober fand der „Tag der Ausbildungsberufe“ im Hörsaal des St. Marien-Krankenhauses statt. Unter der Federführung von Schulleiter Klaus Stinner organisiert der Kurs vielfältige Aktivitäten, die es Schüler weiterführender Schulen ermöglichte, das integrierte Gesundheitsunternehmen kennen zu lernen. Denn es drehte sich nicht nur um die Gesundheits- und Krankenpflege mit den derzeit 85 Auszubildenden, an diesem Tag wurde das gesamte Spektrum der angebotenen beruflichen Ausbildungen vorgestellt. Passend dazu wurde erstmals eine Broschüre zur beruflichen Ausbildung im Unternehmen erarbeitet. Das Bild zeigt den AgeExplorer, mit dessen Hilfe das Altern simuliert werden kann. Auszubildende könne so für die Probleme älterer Menschen sensibilisiert werden.

>>> Für Mut geehrt

>>> Hashmatullah wieder Zuhause

Eigentlich war sie nur unterwegs, um sich etwas zu essen zu holen. Als Louisa Brandenburger jedoch auf dem Weg zwei ineinander verkeilte Autos sah, wurde sie zur Lebensretterin und kümmerte sich bis zum Eintreffen der Feuerwehr um den Schwerverletzten. Die Polizei ehrte die 21-jährige, die Schülerin der Krankenpflegeschule im St. Marien-Krankenhaus Siegen ist, Ende November für ihren Einsatz und ihre Zivilcourage. Gemeinsam mit 15 weiteren Mutigen nahm sie im Kulturhaus Lyz den Dank von Landrat Paul Breuer entgegen.

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen engagiert sich für das Friedensdorf International. Das Friedensdorf hilft den unschuldigsten Opfern von Kriegen und Krisen weltweit – den Kindern. Sind sie so schwer verletzt, dass in ihren Heimatländern keine Chance mehr auf Heilung besteht, werden nach Deutschland gebracht, von wo aus sie in Kliniken behandelt werden. In diesem Jahr wurden Kinder aus Afghanistan behandelt. Nun bedankte sich mit einem Foto Hashmatullah und seine Familie für den Aufenthalt im Siegener Krankenhaus. Hashmatullah flog nach einem erfolgreichen Jahr im August wieder nach Hause.

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>>> Über 2.000 Euro für Opfer der Dürre in Ostafrika

Termine +++ Aktienmesse Am 21. Februar findet um 18 Uhr die Aktienmesse in der Krankenhauskapelle statt. Mit der Messe wird an die Herausgabe der Aktien im Jahr 1858 gedacht, die die Finanzierung des St. Marien-Krankenhauses ermöglichten.

Ende August fand die große Waffelbackaktion für die Opfer der Dürre in Ostafrika statt. Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses der letzten MARIEN konkret war das genaue Ergebnis noch nicht bekannt: 2.155,70 Euro!

+++ MARIEN vor Ort Neues über Diabetes Mellitus erfahren Interessierte am 22. Februar um 15.00 Uhr von Dr. Kneppe im Restaurant von Haus St. Klara in Friesenhagen. +++ Gesundheit Siegen Am 25. und 26. Februar findet in der Siegerlandhalle die Messe „Gesundheit Siegen 2012“ statt. Das St. Marien-Krankenhaus ist dort mit einem eigenen Stand vertreten. +++ Vorsorgewoche Am 29. Februar beginnt die Vorsorgewoche 2012 im St. MarienKrankenhaus Siegen. Höhepunkt ist der große Vorsorgetag am 3. März 2012

>>> Problemstellung „Ethik“

>>> Ehrenvoller Einsatz

Die Veranstaltung „Lebensverlängerung um jeden Preis? - Ethische Grundlagen von Entscheidungen am Lebensende“ aus der Reihe MARIEN Akademie widmete sich einer äußerst komplexen Problemstellung, die nicht nur die Hochleistungsmedizin in besonderer Weise tangiert, sondern für alle Menschen in Grenzsituationen von hoher Relevanz ist. Referent der Veranstaltung war Prof. Dr. med. Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Moderiert wurde die Veranstaltung von Rechtsanwalt und Dipl.-Theologe Hubert Berschauer, Vorsitzender des Ethikkomitees im St. Marien-Krankenhaus Siegen.

Seit diesem Sommer engagieren sich sieben Neueinsteiger in der ehrenamtlichen Krankenhaushilfe – auch Grüne Damen und Herren genannt – des St. Marien-Krankenhauses Siegen. Mit einem speziell abgestimmten Schulungskonzept werden sie auf ihre vielfältigen neuen Aufgaben in dem 441-Betten-Haus vorbereitet. Dies beinhaltet u.a. Themen wie „Umgang mit Demenzkranken“, „Gesprächsführung“, „Abschied“ oder „Strukturen des Krankenhauses“. Die neuen Ehrenamtler freuen sich nun auf den Einsatz im Alltag des Krankenhauses, wo das neue Wissen in enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen Berufsgruppen zum Wohle der Patienten umgesetzt werden kann.

+++ MARIEN Akademie Am 29. Februar findet die erste MARIEN Akademie im Jahr 2012 statt. Referent ist Prof. Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. +++ Ehrung der Jubilare Am 22. März ehrt das St. MarienKrankenhaus Siegen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auf eine langjährige Unternehmenszugehörigkeit zurückblicken können. +++ Verabschiedung der Renter Das St. Marien-Krankenhaus Siegen verabschiedet am 29. März langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand.

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>>> Candlelight Dinner Zu einem Candlelight Dinner Anfang November wurden alle ehrenamtlichen Mitarbeiter der Wohnund Pflegeeinrichtung „Haus Mutter Teresa“ eingeladen. Heimleiterin Ingrid Appelkamp und Ehrenamtsbegleiterin Annette Behner konnten schließlich fast 50 Gäste begrüßen und den Dank der Einrichtung Ausdruck verleihen. Die stellvertretende Pflegedienstleiterin, Carola Jablonski, gab mit einer Erzählung der Veranstaltung einen besinnlichen Akzent. In gemütlicher Runde bei Kerzenschein konnten sich die ehrenamtlichen Helfer dann von den hauptamtlichen Mitarbeitern des Hauses verwöhnen lassen. Nach dem sehr leckeren und viel gelobten Menü wurden einige Lieder, begleitet von Helmut Lehnert auf der Gitarre, angestimmt.

>>> 5.000 Euro gespendet

>>> Silbernes Ordensjubiläum Ende August feierte Schwester Marylet Pulickal ihr silbernes Ordensjubiläum in ihrer Heimatpfarrei in Südindien/Kerala Kothamanmalam. Die Familien Vogt Sasse und Leidig waren als Gäste eingeladen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen, und berichten exklusiv in der MARIEN konkret über das Ereignis: Nach einem zehnstündigen Flug von Frankfurt mit Zwischenstation Dubai landeten wir am frühen Morgen in Chochin, einer Millionenstadt an der Küste Keralas. Dort wurden wir von einer Abordnung des Ordens der Medical Sisters of St. Joseph abgeholt und zum Mutterhaus in Kothamangalam gebracht. Die Gä-

stezimmer waren vorbereitet und immer stand eine Schwester, die der deutschen Sprache mächtig war, zur Seite. Am 30. August fand die Jubiläumsfeier für Schwester Marylet in ihrer Gemeinde statt. Ihre Familie, darunter ihr 86-jähriger Vater, und viele Gemeindemitglieder begingen mit ihr dieses besondere Ereignis. Einen Tag später feierte die gesamte Ordensgemeinschaft im Generalatshaus mit ihrem Bischof und zwei weiteren Priestern. Acht Schwestern begingen ihr Goldenes und fünf Schwestern ihr Silbernes Ordensjubiläum. Zu den Silberjubilarinnen gehörte auch Schwester Josemaria,

>>> Zertifizierung gemeistert Der Vorsitzende des Fördervereins von Haus St. Elisabeth, Erwin Lohse, überreichte dem Einrichtungsleiter Stephan Berres (links im Bild) und der Pflegedienstleiterin Katharina Massong eine Spende in Höhe von 5.000 Euro. Stephan Berres bedankte sich bei Erwin Lohse für die mittlerweile langjährige Hilfe und bat darum auch zukünftig das Haus St. Elisabeth zu unterstützen. Erwin Lohse entgegnete, dass er den Dank gerne an die Mitglieder und Sponsoren des Vereins weitergibt. MARIEN konkret

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Das St. Marien-Krankenhaus Siegen wurde erneut nach KTQ/proCum Cert zertifiziert. Im Rahmen einer Mitarbeiterveranstaltung wurde das Ergebnis der Visitation den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses vorgestellt. Mit der Zertifizierung konnte das St. MarienKrankenhaus im Jubiläumsjahr einen weiteren Baustein zur Realisierung der Strategie 2015 setzen, die eine Qualitätsführerschaft des Unternehmens in der Region anvisiert.


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>>> Smiley für Küche

>>> Beste Pressestelle Fachverlage und Redaktionen der Gesundheitswirtschaft wählen das Referat Kommunikation des St. Marien-Krankenhauses Siegen in die Top 3 der Pressestellen in Deutschland. Das St. Marien-Krankenhaus liegt bei der Bewertung der überregionalen Medien hinter dem Uniklinikum Eppendorf und vor dem Uniklinikum Heidelberg. Der Award Beste Pressestelle Deutschlands wurde Ende Oktober in Hamburg übergeben.

die bis zum Jahr 2005 in Deutschland tätig war. Eine eindrucksvolle Anzahl in schneeweiße Gewänder gekleidete Ordensfrauen füllte die Kirche. Wir erlebten einen sehr würdigen, feierlichen Gottesdienst, der uns lange im Gedächtnis bleiben wird. Die dritte Jubiläumsfeier fand einen Tag später in der Kathedrale von Kohtamangalam statt – wiederum ein volles Gotteshaus. Nach den offiziellen Feierlichkeiten zeigten uns die Gastgeber ihre wunderschöne und facettenreiche Heimat.

Der Smiley lächelt nun auch in der Küche des St. Marien-Krankenhauses Siegen und verkündet: „Hier ist ein guter Betrieb, hier wird mit Lebensmitteln gut im Sinne des Verbraucherschutzes gearbeitet.“ Der Smiley ist das Gütesiegel für Qualität und Hygiene in gastronomischen Unternehmen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein beteiligt sich an der Aktion des Ministeriums für Umwelt- und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Ob ein Smiley vergeben wird oder nicht, entscheiden die Lebensmittelkontrolleure. Das Bild zeigt von links: Geschäftsführer Christoph Rzisnik mit Landrat Paul Breuer und Küchenchef Volker Bätzel.

>>> Silberner Kochlöffel im Kochduell Ein Wettstreit besonderer Art fand im November statt: Die beiden ältesten Siegerländer Krankenhäuser, das St. Marien-Krankenhaus Siegen und das Diakonieklinikum Kredenbach, traten zum Kochduell an. Aufgefordert zum Duell wurden die Einrichtungen vom lokalen Radiosender „Radio Siegen“. Nach gut zwei Stunden entschied das Diakonieklinikum in einem Zungenschlagfinale das Duell für sich. Angemerkt werden muss, dass Mitarbeiter aus der Küche des St. Marien-Krankenhauses nicht teilnehmen durften. MARIEN konkret

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Festakt zu Ehren von Prof. Schuster St. Marien-Krankenhaus Siegen verabschiedet langjährigen Chefarzt der Kardiologie

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it einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Krankenhauses und einem Festakt im Haus der Siegerländer Wirtschaft verabschiedete das St. Marien-Krankenhaus Siegen Prof. Dr. med. Peter Schuster, den langjährigen Chefarzt der Medizinischen Klinik II – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, in den Ruhestand.

Pionier seines Fachgebiets Nach dem Abitur im Jahr 1966 nahm Prof. Dr. med. Peter Schuster

das Medizinstudium auf, zunächst in Bonn, später wechselte er dann nach Düsseldorf. Im Jahr 1978 erlangte er die Facharztanerkennung für Innere Medizin und 1981 die Schwerpunktbezeichnung für Kardiologie. Damit war er im Ärztekammer-Bezirk Westfalen-Lippe der erste Internist, der diese Schwerpunktbezeichnung erhalten hatte. Die Lehrbefugnis für das Fach Innere Medizin wurde ihm im Jahr 1983 verliehen, im Mai des Jahres 1990 wurde er vom Minister für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen zum Profes-

GENAU HINGESCHAUT Medizinische Klinik II – In der Klinik werden schwerpunktmäßig Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Kardiologie) und Gefässerkrankungen (Angiologie) sowie schwerkranke Patienten behandelt, die einer intensivmedizinischen Versorgung (Internistische Intensivmedizin) bedürfen. Entsprechend den Schwerpunkten der Klinik stehen in den zugeordneten Funktionsabteilungen sämtliche moderne nicht-invasiven und invasiven Untersuchungsverfahren zur Verfügung. MARIEN konkret

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Messe in Krankenhauskapelle sor an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität in Bochum ernannt. An der Medizinischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum hatte er sich bis zum Jahr 1977 zum Oberarzt hochgearbeitet, ab dem Jahr 1981 war er dort ständiger Vertreter des Direktors der Klinik.


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Triebfeder des Fortschritts

Gespräche in lockerer Atmosphäre 3.000 Untersuchungen statt. Über 400 Schrittmacher und Defibrillatoren werden in der Klinik implantiert. Im Jahr 1985 wurde Prof. Schuster Chefarzt im St. Marien-Krankenhaus und baute die damals nicht existierende Kardiologie zu einer der größten und renommiertesten nichtuniversitären kardiologischen Abteilungen Deutschlands auf. Heute versorgt die Medizinische Klinik II über 6.000 stationäre Patienten im Jahr. In den drei Herzkatheter-Laboren finden mehr als

In einem waren sich alle Festredner einig: Der Chefarzt der bedeutendsten Abteilung des St. MarienKrankenhauses Siegen hat über fast drei Jahrzehnte hinweg wesentlich die medizinische Versorgung in der Region mitgeprägt und einen herausragenden Anteil an der großen Anerkennung des Krankenhauses. Auch war er Triebfeder des medizinischen Fortschritts im St. Marien-Krankenhaus Siegen und damit auch für die Region Südwestfalen. „Sie haben das Wohl der Patienten stets in den Mittelpunkt ihres gesamten Wirkens gestellt“, würdigte der Vorsitzende des Verwaltungsrats Bruno Sting vor zahlreichen Festgästen, unter ihnen Bürgermeisterin

Zentrale Bedeutung für die Medizinische Klinik II – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin – haben die drei Herzkatheterlabore mit modernster Ausstattung und digitaler Bildverarbeitung. Hier werden jährlich über 3000 invasive Untersuchungen des Herz-Kreislaufsystems durchgeführt. Rund um die Uhr steht ein Messplatz ständig bereit, um Patienten mit akutem Herzinfarkt nach dem heutigen Stand der Möglichkeiten zu behandeln. Im Rahmen des Infarktverbundes Siegen und Umgebung werden hierdurch auch Patienten der umliegenden Krankenhäuser versorgt. Alle Katheterverfahren einschließlich der Implantation von beschichteten Stents (Gefäßstützen) werden angewendet.

Angelika Flohren und stellvertretender Landrat Jürgen Althaus sowie Vertreter der Geistlichkeit, der Sozialleistungsträger, der Ärztekammer und des Ärztevereins, das außergewöhnliche Engagement von Prof. Dr. med. Peter Schuster. „Immer haben Sie nicht nur die jeweilige Erkrankung gesehen, sondern den ganzen Patienten und den Menschen mit seiner Lebensgeschichte, seiner sozialen Einbindung, seinen Ängsten. Und am Ende der Behandlung haben Sie den Erfolg mit den Patienten geteilt“, hieß es weiter. „Bei aller medizinischen Fachkompetenz und bei allem medizinischtechnischen Fortschritt, den er im Prof. Peter Schuster (rechts) bei Messe MARIEN konkret

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von links: Hans-J. Winkelmann, Prof. Peter Schuster, Christoph Rzisnik und Bruno Sting

Lauf der Jahre implementiert hat, ist es ihm in wirklich vorbildlicher Art und Weise gelungen, ein sehr persönliches Verhältnis zu vielen seiner Patienten aufzubauen und diesen eine individuell abgestimmte Behandlung zukommen zu lassen“, bescheinigte Prof. Dr. med. Werner Hering, Ärztlicher Direktor des St. Marien-Krankenhauses Siegen, anschließend in seiner Laudatio seinem scheidenden Kollegen. MARIEN konkret

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„Wer die heutige Arbeitsverdichtung in der Medizin kennt, weiß, welchen hohen Einsatz und welche strenge Disziplin dies vom behandelnden Krankenhausarzt erfordert und welch klare Orientierung an einem caritativ ausgerichteten Arzt-Patienten-Verhältnis hierzu vonnöten ist. In einem zunehmend interventionellen Akutfach wie der Kardiologie ist dies sicher ein äußerst bemerkenswerter Stil.“

Nachfolger vorgestellt Nach der Laudatio, in der Prof. Dr. Werner Hering auch auf die einzelnen Stationen des Wirkens von Prof. Peter Schuster einging, erfolgte die Vorstellung des neuen Chefarztes: Prof. Dr. med. Michael Buerke wurde in der Autostadt Wolfsburg geboren. Nach dem Abitur hat er in Gießen Medizin studiert und wurde an der dortigen Fakultät promoviert.


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Prof. Werner Hering (oben) und Dr. Hans-P. Hobbach

Die Lehrbefugnis für das Fach Innere Medizin hat Michael Buerke 2000 erlangt. Für seine Arbeit wurde er mit dem E.K.-Frey-Preis der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin 2001 ausgezeichnet. Im Jahre 2002 hat er eine Oberarztstelle an der Martin-Luther-Universität in Halle/ Saale angenommen. Als leitender Oberarzt hat er dann an der Klinik unterschiedliche Schwerpunkte eta-

bliert und weiter ausgebaut. Professor Buerke ist seit 2010 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin. „Mit der Ernennung von Prof. Dr. med. Michael Buerke wissen wir unsere Kardiologie in sehr guten Händen. Er wird die Klinik, die wesentlich für die Entwicklung des Hauses ist, weiter entwickeln und die Bedeutung der Kardiologie am St. Marien-Krankenhaus für die über-

regionale Schwerpunktversorgung festigen“, so die Geschäftsführer Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann. Am Ende des Festakts wurden Professor Schuster und Professor Buerke vom Vorsitzenden des Verwaltungsrates, Bruno Sting, ein Präsent als äußeres Zeichen des Dankes überreicht. Ebenso wurde den beiden Ehefrauen ein festlicher Blumenstrauß übergeben. MARIEN konkret

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Herz unter Druck 900 Teilnehmer bei Deutschlands größtem kardiologischen Arzt-Patienten-Seminar

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erz unter Druck – unter diesem Leitwort stand das diesjährige Arzt-Patienten-Seminar in der Siegerlandhalle. Mehr als 900 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil und ließen sich von den Experten über die schleichende Gefahr „Bluthochdruck“ informieren. Das Arzt-Patienten-Seminar, das das St. Marien-Krankenhaus Siegen, die Herzstiftung und die AOK NORDWEST gemeinsam in der Siegerlandhalle durchführten, bildete die Auftaktveranstaltung der Herzwochen 2011 im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen.

en haben in Deutschland bis zu 35 Millionen Menschen einen zu hohen Blutdruck. Hiervon sind nicht nur Menschen mittleren Alters und ältere, sondern auch jüngere Bevölkerungsgruppen betroffen. „Es besteht ein dringlicher Aufklärungsbedarf. Denn noch immer kennen Millionen von Männern und Frauen ihren Blut-

Schleichende Gefahr Bluthochdruck ist der bedeutendste Risikofaktor für Herz- und Gefäßerkrankungen. Nach aktuellen StudiMARIEN konkret

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Prof. Dr. med. Buerke leitet Seminar druck überhaupt nicht, weil sie ihn nicht messen lassen. Bei ihnen be-

steht die Gefahr einer schleichenden schwerwiegenden Schädigung der Gefäße und Organe“, warnt Prof. Dr. med. Michael Buerke, Chefarzt der Kardiologie im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Seine Klinik gehört mit drei Herzkatheter-Laboren zu den größten kardiologischen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Bluthochdruck ist insbesondere deshalb tückisch, da man ihn nicht sieht und gar spürt. „Er ist eine schleichende Erkrankung, die jahrelang keine Beschwerden verursacht und verborgen bleiben kann“, sagt Prof. Buerke. Deshalb kämen Patienten oft erst dann zum Arzt, wenn schwerwiegende Folgen eines unbehandelten Hochdrucks bereits eingetroffen seien. Zu nennen wären Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder Verschluss der


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Beingefäße. Ein weiteres großes Problem bestünde darin, dass auch bei einer bekannten Erkrankung, eine ausreichende Behandlung unterbliebe. Viele Bluthochdruckpatienten nähmen ihre Medikamente nicht wegen tatsächlicher oder vermuteter Nebenwirkungen, verminderten die Dosierung oder beendeten die Therapie vorzeitig.

Regelmäßige Kontrolle „Deshalb ist es das Ziel der bundesweiten Herzwochen, die breite Öffentlichkeit für die Gefahren des Bluthochdrucks und für die Wichtigkeit der Blutdruckmessung zu sensibilisieren“, sagt Eberhard Klaes, Bevollmächtigter der Herzstiftung. Jeder über 35 sollte seinen Blutdruck kennen und ihn regelmäßig kontrollieren. Denn viel zu wenig wäre bekannt, dass ein normaler oder niedriger Blutdruck im Laufe des Lebens sich sehr oft in einen hohen Blutdruck verwandelt. Die Herzstiftung appelliere daher an alle Menschen, regelmäßig ihren Blutdruck beim Arzt messen zu lassen. Bluthochdruckpatienten sollten ihre Situation ernst

nehmen. Der breiten Öffentlichkeit wurde es mit dem Arzt-PatientenSeminar, das von Prof. Dr. med. Michael Buerke und Prof. Dr. med. Peter Schuster geleitet wurde, ermöglicht, von Experten auf dem Gebiet des Bluthochdrucks Informationen über den heutigen Stand der Medizin, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten sowie zu den wichtigsten Entwicklungen zu erhalten. Hierzu konnten namhafte Referenten unterschiedlicher Kliniken gewonnen werden. Blutdruckmessungen, Informationsstände unterschiedlicher Institutionen und Unternehmen sowie kleinere Gesprächsgruppen ergänzten das Programm.

Herzinfarkt als Folge

Positives Echo auf Echolot Der Berliner Künstler Lutz Dransfeld stellte Ende November Mitgliedern des Industrie- und Handelsclubs (IHC) seine Raum-Bild-Installation im St. Marien-Krankenhaus vor; diese hatte Mitte der 2000er Jahre mit der Installation „Echolot“ ihren Ursprung. Hintergrund der Idee, ein künstlerisches Konzept für unterschiedliche Raumsituationen zu erarbeiten, war die Bedeutung der Architektur und der Innenraumgestaltung für den Heilungserfolg. Neben der Möglichkeit einer Farbgestaltung als Orientierungshilfe sollten die Kunstwerke besondere Funktionsbereiche der Siegener Klinik markieren und dem Patienten die Möglichkeit zum Sehen, Entdecken und Erleben von Kunst geben. Geschäftsführer Christoph Rzisnik und Prof. Peter Schuster führten die überaus beeindruckten Mitglieder des IHC durch das Krankenhaus.

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Jenseits der Sperrstunde Haus St. Elisabeth eröffnet Bierstube für seine Männer

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ie Herren prosten sich zu. Gleich werden noch Fleischwurst und Frikadellen zum Bier gereicht. Die Kneipe ist neu – und anders: „Freibier“ steht auf dem Schild neben der Stammtischglocke. Gezahlt wird nicht. Und eine Sperrstunde gibt es auch nicht. Die Bierstube „Am Rosengarten“ ist immer offen. Aber nur für die, die auch hier wohnen. Hier, im Haus St. Elisabeth. „Wir haben überlegt, dass wir unbedingt etwas für Sie tun müssen“, sagt Stephan Berres zu der Männerrunde am Stammtisch. Der Leiter der Wohn- und Pflegeeinrichtung hat kurzfristig die Rolle des Wirts übernommen.

Liebe zum Detail Mehrere Firmen spendierten die Grundausstattung für die Netpher

Ganz wie früher

Am 22. November ging´s los MARIEN konkret

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Kneipe, die Mitarbeiter besorgten mit viel Liebe zum Detail das Inventar. Manches Nostalgie-Poster wurde im Internet ersteigert. Die Bierkrüge aber sind wirklich alt, von den Bewohnern oder ihren Angehörigen mitgebracht, oft mit Schriftzügen von Firmen versehen, die heute ganz anders heißen.

„Beim Biertrinken Geschichten erzählen“, sagt Stephan Berres. Sich erinnern, den Geist wach halten, lebendig bleiben. Beim Frühschoppen, beim Kartenspielen, beim Knobeln. Er bringt es auf den Punkt: „Wie es früher so üblich war.“


Report

Die Idee reifte bei einer Fortbildung Bei einer Fortbildung im Sommer hatten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wohn- und Pflegeeinrichtung „Haus St. Elisabeth“ in Netphen drei Projekte vorgenommen. Eivo ge o nen „Weg der Sinne“, eine wie Sinn in alten Zeiten eingerichtete ein Wohnung, die Menschen beim Erinnern unterWo stützt. stü Und etwas für die Männer, die mit 13 von 88 Un Bewohnern eine erst langsam wachsende MinBe derheit im Haus stellen. Die Entscheidung fiel de gegen die Werkstatt und für die Kneipe. Gut g zwei Monate haben Andreas Kleber, Markus zw Gieseler, Adamo Vaccaluzzo und Stephan Berres Gie daran gearbeitet, den Aufenthaltsraum in eine dar Bierstube zu verwandeln. Stephan Berres: „Wir Biers hätten nicht gedacht, dass es so schön wird.“

Offen ist hier aber auch, wenn jemand einen Platz sucht in einer schlaflosen Nacht.

Herren im Haus

die Herren im Haus sein. Ein Ausgleich ist allerdings auch schon wieder in Sicht. Von einem Kosmetikund Wellnessbereich ist die Rede, der 2012 neu entstehen soll. Die Bierstube will mit einem Biergarten nachziehen.

nicht fortgeschrittene Uhrzeit aufmerksam macht, wird in allgemein aufgeräumter Stimmung überhört. Aus dem Röhrenradio, das nur so aussieht und in Wirklichkeit ein CDPlayer ist, tönt Lale Andersens Lili Marleen.

Damit der Gesprächsstoff nicht ausgeht, liegt Lektüre aus. Ein Bildband vom alten Netphen. FilmplaKölsch für Zugereiste kate aus den 1930er Jahren. „Beim Biertrinken Geschichten erzählen. Poster von Autos und Fuß„Ich dachte schon, ich Sich erinnern, den Geist wach halten, ballmannschaften. Pin Ups. müsste Krombacher trinlebendig bleiben.“ Die Frauen des Hauses sind ken“, seufzt einer der später Heimleiter Stephan Berres übrigens zur offiziellen Erhinzugekommen Herren. öffnung des Rosengartens Nichts gegen dieses und annicht dazugebeten. Sie dürfen später „Prost“, ruft jemand in die Mändere Siegerländer Pils-Erzeugnisse mit anstoßen – einmal sollen auch nerwirtschaft herein. Dass eine der – aber dieser Gast trinkt nur Kölsch. hier die Männer, die sonst immer nur Mitarbeiterinnen des Hauses schon Und das steht jetzt auch für ihn auf mitkochen und mitbasteln müssen, beim zweiten Pils auf die noch gar dem Stammtisch. MARIEN konkret

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GroĂ&#x;es Mitarbeiterfest 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter feiern das Jubiläum des St. Marien-Krankenhauses Siegen in der Siegerlandhalle

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itmachen, lachen und tanzen in der Siegerlandhalle. Im Oktober fand das große Mitarbeiterfest anlässlich des 150jährigen Bestehens des St. Marien-Krankenhauses Siegen statt. Organisiert wurde das Fest von der Mitarbeitervertretung des St. MarienKrankenhauses Siegen.

Näher am Menschen

Ausgelassene Feier Nach den Grußworten der beiden Geschäftsführer HansJürgen Winkelmann und Christoph Rzisnik, mit denen sie sich bei allen Helferinnen und Helfern im Jubiläumsjahr bedankten, begann ein ausgelassenes Fest in der Siegerlandhalle. Hierbei gab es ausreichend Zeit zu essen und genügend Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Bei leckerem Essen, das ausnahmsweise nicht von den Küchenprofis des St. Marien-Krankenhauses zubereitet wurde, ließ sich über die Arbeit, aber auch über Privates plaudern.

Die Siegerlandhalle war feierlich herausgeputzt für das Mitarbeiterfest des St. Marien-Krankenhauses Siegen im Jubiläumsjahr 2011: Ein riesiges Banner mit dem „Es war eine schöne Feier, an die ich Die in der Region sehr beJubiläumslogo „150 Jahmich auch in Jahren gerne kannten Lennebuben und re näher am Menschen“ zurückerinnern werde.“ Die Räuber sorgten für hing über der Bühne, der gute Musik und ermunBuffetbereich ließ ein terten die Teilnehmer zu ausgelassenen Tanzeinlagen. erstklassiges Essen erwarten und der Gläser-Saal verGezeigt wurde auch ein Rückblick mit Bildern aus dem breitete Festatmosphäre. Am frühen Abend begrüßte der Jubiläumsjahr – die DVD kann über das Referat KommuVorsitzende der Mitarbeitervertretung des St. Mariennikation & Marketing bestellt werden. Krankenhauses Siegen die über 700 anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Bereichen des integrierten Gesundheitsunternehmens. Gelungener Abschluss Danach beschrieb Pfarrer Wolfgang Winkelmann als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung den bedeuNach mehreren Stunden fand auch diese letzte Großvertenden Anteil, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anstaltung im Jubiläumsjahr ihren Abschluss. „Es war an der erfolgreichen Entwicklung des Krankenhauses in eine sehr schöne Feier, an die ich mich auch in Jahren den letzten 150 Jahren beigemessen wird. Dabei betonte gerne zurückerinnern werde. Es war eine sehr lockere er die Kontinuität der Arbeit von den ersten Schwestern und unkomplizierte Veranstaltung und ein gelungener bis zur heutigen St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. Abschluss für das Jubiläumsjahr“, so eine junge TeilnehGmbH mit über 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. merin. Sie zeige sich im Jubiläumsmotto „Näher am Menschen“.

Die Räuber

Lennebuben MARIEN konkret

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Gläsersaal voll besetzt

GroĂ&#x;er Andrang

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Ausgelassene Stimmung

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„Kollegialer Dialog“

Geschäftsführer beim Grußwort

Gespräche in entspannter Atmosphäre

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Soziales

Sozialpreis für Gelebte Ökumene Katholische Sozialstiftung prämiert soziales Engagement in Siegen-Wittgenstein

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egleitet vom Beifall der 100 geladenen Gäste des Sozialen Forums im Dekanat Siegen nahm am 12. Oktober 2011 KarlJosef Rump, stellvertretend für die Caritaskonferenz der Pfarrei St. Augustinus Keppel, den mit 3.000 Euro dotierten Katholischen Sozialpreis 2011 für das Projekt „Gelebte Ökumene in der Stadt Hilchenbach“ entgegen. In dem Projekt, das zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde Müsen und der Diakonie der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Hilchenbach initiiert wurde, sind über 80 Personen in unterschiedlichen Gruppen tätig. Den mit 2.000 Euro dotierten zweiten Preis erhielt der Helferkreis Kaan-Marienborn für das Projekt „Unsere Zeit entlastet Sie“. Die Kreuzbundgruppe Siegen wurde mit dem dritten Preis

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und 1.000 Euro für ihr Engagement bei der Unterstützung von Suchtkranken ausgezeichnet.

Christliche Nächstenliebe „Es gibt Menschen in unserer Region, die die sich besonders stark engagieren, um konkrete Nöte – wie immer diese auch im Einzelfall auch aussehen mögen – zu lindern. Durch dieses Engagement wird unsere,

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manches Mal so unmenschliche Welt menschlicher, ja menschenwürdiger. Und dafür gebührt nicht nur den Bewerbern für den Sozialpreis, sondern allen ehrenamtlich sozial engagierten Menschen höchste Anerkennung und unser Dank“, hieß es in der Laudatio von Dr. Theodor Gräbener, Vorsitzender des Stiftungsrates der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein. Bis zum Einsendeschluss gingen acht schriftliche Bewerbungen ein. Die von den Bewerbern dargestellten Projekte konnten alle in das Verfahren aufgenommen werden und zeugten nicht nur von Ideenreichtum, sondern vor allem von enormem und beeindruckendem sozialen Engagement, ganz offensichtlich inspiriert und getragen vom Gedanken der christlichen Nächstenliebe.


Soziales

„Im Namen der Katholischen Sozialstiftung möchte ich allen Bewerbern um den Katholischen Sozialpreis 2011 danken. Durch Ihr Engagement leisten Sie einen unverzichtbaren Bestandteil für unsere Gesellschaft.“ so Dr. Theodor Gräbener. „Durch Ihren Mut, am Preisverfahren teilzunehmen, haben Sie dazu beigetragen, dass das oftmals sehr verborgene ehrenamtliche soziale Engagement aller Menschen in unserer Region ein wenig Öffentlichkeit erfährt und damit auch die Wertschätzung bekommt, die sie in der Tat auch verdient.“ Maßgebliche Gründe für die Auszeichnung der Projekte mit dem Katholischen Sozialpreis waren neben dessen Relevanz und Wirkung auf gesellschaftliche Herausforderungen, die Nachhaltigkeit des En-

gagements und der Innovationsgrad der Hilfestellungen. Die Katholische Sozialstiftung beabsichtigt, auch im kommenden Jahr den Katholischen Sozialpreis auszuschreiben.

Dr. Theodor Gräbener unterstreicht die Bedeutung des sozialen Engagements

Aktion „Kuschelkissen“ Eine besondere Aktion der Freien Evangelischen Gemeinde Weidenau überraschte zu Beginn der Adventszeit die Patientinnen und Patienten auf den onkologischen Stationen des St. MarienKrankenhauses Siegen: Adelheid Goerke, Tabea Melekian und Esther Schmidt überreichten, stellvertretend für die Gruppe „Nähkästchen“ der Gemeinde den Patienten Kuschelkissen. Die Kissen wurden alle in Handarbeit erstellt und mit einem Grußkärtchen versehen. Ein Bibelwort spendet darin den Patienten Trost. „Mit der Aktion ‚Kuschelkissen‘ möchten wir Patienten Freude bereiten und Hoffnung weitergeben“, sagt Adelheid Goerke. Dr. med. Heidrun Matthies bedankte sich, stellvertretend für das St. Marien-Krankenhaus Siegen, für die selbstlose Aktion.

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Schmerz, lass nach! MARIEN Akademie übertrifft die Erwartungen der Veranstalter. Über 150 Teilnehmer machen die Veranstaltung zur bestbesuchten Akademie im Jubiläumsjahr

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er Hammer trifft nicht den Nagel sondern schnellt auf den Finger. Ein Moment später setzt der Schmerz ein. Als so genannter Schutzschmerz ist er ein Warnsignal und meldet dem Gehirn eine körperliche Störung. Anders verhält es sich beim chronischen Schmerz. Dieser hat sich von seiner ursprünglichen Funktion abgelöst und existiert selbstständig. In der MARIEN Akademie referierte Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger, bekannter Schmerz-Forscher vom Max-Planck-Institut in München, über neue Erkenntnisse aus der Schmerzforschung. Vor über 150 Teilnehmern zeigte er auf, dass es eine Fülle von Ansätzen gibt, chronische Schmerzen zu durchbrechen. Der erste Schritt aus dem Schmerz könne dabei aus unterschiedlichen Richtungen erfolgen.

Lehrmeister Schmerz

nis zu überschreiben. Ohne die Mitarbeit des Patienten sei das jedoch nicht möglich. Er müsse selbst aktiv werden, wobei seine Wünsche und Vorlieben berücksichtigt werden. „Es macht zum Beispiel keinen Sinn, einem Opernfreund die Anschaffung eines Hundes zu empfehlen, damit er mehr spazieren geht. Man muss ihm vielmehr in Aussicht stellen, dass er wieder in die Oper gehen kann“, so der Schmerzforscher. Der Patient müsse also nichts Neues lernen, sondern nimmt wieder auf, was er schon immer gern gemacht hat. Statt ein Schmerztagebuch zu führen, sollte er aufschreiben, was er wieder kann, weil ihn das zusätzlich motiviere. Am Anfang bräuchte der Patient eventuell kurzfristig ein starkes Schmerzmittel, damit er den Opernbesuch auch genießen könne. Ziel der multimodalen Therapie sei jedoch, Medika„Früher wurden chronische Schmerzen in die mente zu reduzieren. Psychoecke gedrängt, heute wissen wir, dass es „Vor allem müssen wir die Patienten zu mehr im gesamten Nervensystem passiert.“ Aktivität und BeweA Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger gung motivieren.“

Mit seinem 70-köpfigen Team forscht Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger seit Jahren über die Entstehung von Schmerz und dessen Verarbeitung im Gehirn. „Akuter Schmerz ist im Prinzip ein guter Lehrmeister“, stellte er im Neuen Hörsaal des St. Marien-Krankenhauses Siegen fest. Doch wenn das Gehirn ein Schmerzgedächtnis ausbilde, verliere der Schmerz seine Funktion als Warnsignal. „Es gibt Möglichkeiten, diesen chronischen Schmerz wieder zu vergessen“, betonte der Schmerz-Forscher, „auch wenn dieser Weg sehr lang sein kann.“ Beim sogenannten Relearning werde dabei versucht, das Schmerzgedächt-

Nach dem Vortrag fand eine Diskussion unter Moderation von Prof. Dr. Werner Hering, Chefarzt der Anästhesie, und Dr. Regina Mansfeld-Nies statt. Zahlreiche Teilnehmer – darunter auch Menschen mit chronischen Schmerzen – nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Dass die ursprünglich geplante Veranstaltungszeit um über 1 ½ Stunden ausgedehnt wurde, zeigte die große Relevanz des für viele Menschen peinigenden Themas.

Geschäftsführer Hans-J. Winkelmann (rechts) überreicht Präsent

Moderatorin Dr. Regina Manfeld-Nies (links)

Viel Zeit für Fragen

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Hüftalarm: Schmerzen in Leiste und Gesäß Chefarzt Dr. med. Alois Franz im Interview

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er Verschleiß des Hüftgelenks, die sogenannte Hüftarthrose, nimmt energisch zu. Leider verhindern massive Gelenkbeschwerden in der Hüfte häufig eine unbeschwerte Mobilität und schränken somit auch das soziale Leben ein. Ausgedehnte Spaziergänge, längeres Gehen, eine sportliche Radtour oder bestimmte ganz normale Aktivitäten wie beispielsweise das Anziehen von Socken oder das Aufstehen können zur Qual werden. Soweit muss es nicht kommen. Dr. Alois Franz, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Sporttraumatologie im St. Marien-Krankenhaus Siegen sagt im Interview, dass eine Hüftarthrose gut zu behandeln ist, wenn sie frühzeitig erkannt wird. MARIEN konkret: Dr. Franz, Sie schlagen Alarm, da Sie eine energische Zunahme von schweren Hüftarthrose-Erkrankungen registrieren. Woher kommt diese Entwicklung Ihrer Meinung nach? Dr. Alois Franz: Die Ursachen einer Hüftarthrose sind natürlich sehr vielfältig. Die Menschen werden immer älter und der belastungsbedingte Gelenkverschleiß aller Gelenke, nicht nur des Hüftgelenks, schreitet mit zunehmendem Alter voran. Hauptgründe für eine Hüftarthrose sind Fehlbelastung, Überbeanspruchung, Bewegungsmangel und nicht zuletzt auch Übergewicht. Die wenigsten Menschen arbeiten körperlich und werden zunehmend immobil. Bemerkbar machen kann sich eine Hüftarthrose schon ab Ende 30. Wird sie MARIEN konkret

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dann nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, schreitet die Erkrankung voran und führt mit zunehmendem Alter zu massiven gesundheitlichen Problemen, die nicht nur zu einer Einschränkung der Mobilität führen, sondern auch zu sozialen Einschnitten. Das Hauptproblem ist meiner Meinung nach, dass die Symptome einer Hüftarthrose nicht rechtzeitig erkannt und demnach auch nicht optimal behandelt werden. MARIEN konkret: Welche Symptome können das sein? Dr. Alois Franz: Oftmals sind es Schmerzen in der Leiste oder im Gesäß, die in die Wirbelsäule ausstrahlen, die auf den Beginn einer Hüftarthrose hindeuten können. Wird dann beispielsweise die vermeintliche Leistenzerrung nach intensivem Sport oder beispielsweise der Leistenbruch eines Patienten behandelt, bleibt die Hüfte außen vor. Zudem werden viele Patienten über Jahre auf Kreuz- und/oder tiefsitzende Rückenschmerzen behandelt, obwohl die Ursache durch das Hüftgelenk verursacht wird. MARIEN konkret: Können Patienten dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu einer schweren Hüftarthrose kommt? Dr. Alois Franz: Ganz wichtig ist, dass man selbst ein Gespür für seine Bewegungsfähigkeit entwickelt. Bei Schmerzen in der Leiste oder im Gesäß muss abgeklärt werden, ob diese Schmerzen vielleicht auf ein

Hüftleiden zurückzuführen sind. In jedem Fall rate ich dringend, früh genug einen Facharzt aufzusuchen und nicht erst dann, wenn es nicht mehr möglich ist, die Hüfte abzuspreizen. Auch werden Hüfterkrankungen im Jugendalter oft übersehen, die durch einen pubertären Wachstumsschub hervorgerufen werden können. Eltern sollten also ihre heranwachsenden Kinder bei Beschwerden auf eine mögliche Fehlentwicklung der Hüfte untersuchen lassen. MARIEN konkret: Wie diagnostizieren und behandeln Sie die verschleißbedingte Erkrankung des Hüftgelenks? Dr. Alois Franz: Bei Verdacht einer Schädigung des Hüftgelenkes haben wir verschiedene Untersuchungsmethoden. Eine entscheidende Rolle spielen hier bildgebende Verfahren wie zum Beispiel Röntgen- und kernspintomographische Aufnahmen. Anhand dieser Bilder können wir häufig feststellen, inwieweit die Knorpel- oder Knochensubstanz sowie Sehnen und Muskeln der Hüfte geschädigt sind. Sehr erfolgreich ist auch eine Arthroskopie, also eine Spiegelung der Hüfte, bei der die Fehlform erkannt und gleichzeitig behandelt wird. Dabei werden beispielsweise eingerissene Gelenklippen wieder genäht oder, wenn sie eingeklemmt sind, entfernt. Somit wird verhindert, dass sich der Knorpel weiter abreibt. MARIEN konkret: Wann ist eine Hüftgelenks-Prothese unumgänglich?


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„Das Hauptproblem ist, dass die Symptome nicht rechtzeitig erkannt und demnach auch nicht optimal behandelt werden.“ Dr. med. Alois Franz

Dr. Alois Franz: Bei fortgeschrittener Arthrose oder wenn der Knorpel völlig abgerieben ist, hilft nur noch eine Hüftgelenksprothese. Heute gibt es glücklicherweise moderne, knochensparende Prothesensysteme, die sowohl in der Pfanne als auch im Schaft völlig zementfrei eingesetzt werden und dann in den Knochen einwachsen. Häufig sind die Prothesen titanbeschichtet. Meistens

werden Keramikköpfe verwendet, die einen sehr geringen Abrieb aufweisen. Die Standzeiten liegen heute bei über 25 Jahren. Zu 90 Prozent sind die Prothesen auch nach einem Vierteljahrhundert noch intakt. Die Schäfte, die in den Knochen eingeführt werden müssen, sind heute kürzer, so dass auch immer weniger Knochensubstanz geopfert werden muss. Nicht bewährt haben sich auf-

grund ihrer hohen Komplikationsraten die sogenannten Hüftkappen. Der Metallabrieb war zu groß und die Kappen sind oftmals gebrochen. Im St. Marien-Krankenhaus haben wir unseren Patienten von Hüftkappenprothesen aus diesen Gründen eher abgeraten. MARIEN konkret: Vielen Dank für Ihre interessanten Ausführungen. MARIEN konkret

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Perspektiven

KommGe-Award 2011 St. Marien-Krankenhaus Siegen erhält Preis für Innovationen

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er Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft, der Ende Oktober in Hamburg stattfand, hat mehr als 250 Kommunikationsverantwortliche und Entscheider aus Kliniken, Krankenversicherungen, Industrie und Agenturen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Redakteure medizinischer Fachmedien zusammen gebracht. Bei der zweitägigen Tagung ging es vor allem um die Frage: Wie kann Kommunikation im Gesundheitssektor noch patientenorientierter und professioneller werden? Um die Branche weiter zu fachlicher Verbesserung zu ermuti-

gen, hat der KommGe Preise für besonders gelungene Kommunikation vergeben.

Beste Kampagne Gewinner in der Kategorie ‚Beste Kampagne‘ ist die Psychiatrie der Charité im St. Hedwig-Krankenhaus in Berlin mit dem Projekt „Beende Dein Schweigen, nicht Dein Leben“. Hintergrund der Kampagne ist die Tatsache, dass in Deutschland junge Frauen aus türkischstämmigen Familien etwa doppelt so häufig Selbstmord begehen wie Gleichaltrige

BEST PRACTICE Das Social Media Angebot des St. Marien-Krankenhauses Siegen wird auch als Best Practice auf dem Hauptstadtkongress 2012 und auf dem Kongress Gesundheitswirtschaft der Financial Times in Berlin vorgestellt werden. Alle Angebote sind auf der „klassischen“ Homepage des Krankenhauses unter www.marienkrankenhaus.com aufgeführt. Unterstützer sind gerne gesehene Gäste auf den Seiten bei Facebook, Twitter & Co.

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ohne Migrationshintergrund. Das mit Bundesmitteln finanzierte Forschungsprojekt ergänzte die Charité durch eine Aufklärungskampagne, die die Öffentlichkeit sensibilisieren und zugleich den Betroffenen konkrete Hilfsangebote machen sollte. „Ein wirklich gelungener Beitrag nicht nur aus Sicht der Kommunikation, sondern auch für die gesellschaftliche Diskussion“, begründet Sigmar Eligehausen die Entscheidung der Jury. „Die umfangreiche mediale Berichterstattung wurde mit einem vergleichsweise geringen Budget initiiert. Dies weist darauf hin, dass die Medien professionell auf das Thema aufmerksam gemacht wurden und diese das Thema für wichtig und berichtenswert hielten.“

Beste Patientenkommunikation Für die ‚beste Patientenkommunikation‘ wurde das Projekt „pulsschlag. tv“ der Kliniken Essen-Mitte aus-


Perspektiven

damit auch ihre Attraktivität für Patienten deutlich gesteigert.“

Beste Professionalisierungsidee Für die ‚beste Professionalisierungsidee‘ wurden die Paracelsus Kliniken Deutschland ausgezeichnet. Die zentrale Unternehmenskommunikation hat für die Strukturierung und Professionalisierung der Veranstaltungen an den 23 Standorten der Klinikgruppe ein Eventmanagement-Handbuch verfasst. Ziel ist es, die Planungen, Durchführung und Abläufe von Veranstaltungen aller Art zu professionalisieren und zu standardisieren, damit sie nach außen als positive Visitenkarte des Unternehmens wahrgenommen

gezeichnet. Für das Patienten-TVMagazin wurden dabei die Inhalte eines bestehenden Klinikmagazins durch ein interaktives und multimediales Online-Format ergänzt. Alle Formate sind untereinander optimal vernetzt: Das Printmagazin kann online abonniert werden, die online-Version wird im Printmagazin beworben und Fachartikel werden via RSS-Feeds mit der Klinikwebsite verbunden. „Uns hat überzeugt, wie hier die verfügbaren Mittel medienübergreifend eingesetzt wurden“, sagt Angela Lehnert. „Die Klinik hat

werden können. „Das Projekt überzeugte durch seinen radikal praktischen Ansatz“, sagt Eligehausen, „So finden sich in dem Handbuch auf mehr als 70 Seiten zahlreiche Checklisten für jede Art von Veranstaltung, auch für Event-Profis eher banal erscheinende Dinge werden thematisiert und gelöst. Damit können die Mitarbeiter vor Ort mit überschaubaren Mitteln noch bessere Ergebnisse erzielen.“

Sonderpreis Innovation Der ‚Sonderpreis Innovation‘ geht an das St. Marienkrankenhaus in Siegen für seine Online-MarketingStrategie „Virales Marketing“. Das Krankenhaus hat als erste Klinik

KOMMUNIKATIONSKONGRESS Der 5. Kommunikationskongress der Gesundheitswirtschaft, der rund 250 Kommunikationsprofis und Entscheider aus Kliniken, Krankenversicherungen, Industrie und Agenturen aus dem gesamten Bundesgebiet sowie Medienvertreter aus Tages- und Fachmedien in Hamburg zusammenbrachte, diskutierte unter dem diesjährigen Motto „Patienten, Personal, Professionalität, Publicity“ kommunikative Aufgaben, der sich die Gesundheitswirtschaft gegenüber sieht, so beispielsweise: Wie verändert das Internet die Beziehung zwischen Arzt und Patient? Sind Marken in der Medizin wirklich auschlaggebend für Patientenentscheidungen? Und wie können Kliniken gefahrlos Social Media nutzen? Alle Veranstaltungen zeichneten sich durch einen starken Praxisbezug und eine aktive Einbindung der Zuhörer aus.

bundesweit konsequent Social Media für diverse Kampagnen eingesetzt, war als erstes Haus auf Twitter vertreten und machte jüngst mit dem bundesweit ersten Klinik-App Schlagzeilen. „Wir fanden es bemerkenswert, wie beherzt der Kollege aus Siegen gegen alle Bedenken vorgegangen ist. Er konnte nachweisen, dass Social Media für Kliniken funktionieren und dass es außerdem das Image in der Öffentlichkeit verbessern kann“, begründet Angela Lehnert die Jury-Entscheidung < Erste Twitter-Seite eines Krankenhauses MARIEN konkret

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„Seht doch, wie sehr ich euch liebe!“

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a hatten die Eltern doch nur das Beste gewollt! Da hatten sie viel Mühe und Zeit in die Erziehung ihrer Kinder investiert, und dann das: Der jüngste Sohn geriet auf die schiefe Bahn. Erst die Schule geschmissen dann keine Arbeit, dann Alkohol, schließlich Drogen. Und es dauerte nicht lange, da kam zur Drogenproblematik auch MARIEN konkret

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noch ein hoher Schuldenberg dazu. Die Eltern ließ das nicht kalt. Immer wieder versuchten sie, ihrem Sohn unter die Arme zu greifen, nicht nur finanziell. Wie viele Gespräche hatten sie schon mit ihm geführt: „Wir helfen dir! Du brauchst nicht zu verzweifeln!“ So oder ähnlich hatten sie mit ihrem Sohn gesprochen – gebracht hat es bisher nichts.

Gott bietet sein Heil an Was das alles mit Weihnachten zu tun hat, mit dem Christbaum und der Krippe, mit „Stille Nacht“ und Festtagsstimmung? Eine ganze Menge. Ich habe Ihnen jetzt nicht nur die Schicksalsgeschichte einer Familie erzählt. Ich habe Ihnen auch über die Schicksalsgeschichte zwischen Gott


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und dem Menschen berichtet und ich habe Ihnen etwas davon erzählt, wie es zu Weihnachten gekommen ist. Denn so wie es den Eltern mit dem Sohn erging, so erging es Gott immer wieder mit dem Menschen. Ständig hat er zu ihm gesagt: „Du, ich will dir doch helfen! Du kannst es doch so gut bei mir haben!“ Aber irgendwie hat der Mensch das nicht begriffen oder nicht begreifen wollen. Ähnlich wie bei dem Sohn: Anstatt die Hand zu ergreifen, die erretten will, kam es immer wieder zum Abstieg ins Elend und in die Not. Die ganze Heilsgeschichte zwischen Gott und dem Menschen besteht im Grunde aus zwei Bewegungen: Gott bietet sein Heil an, er umwirbt den Menschen, er lässt ihm durch die Propheten ausrichten: „Bei mir, bei Gott, ist das Leben in Fülle!“ (vgl. Ps 16,11; 36,10; Jer 2,13). – Das ist die eine Bewegung, die Bewegung von Gott zum Menschen. Und die andere Bewegung, die vom Menschen zu Gott? Abwarten, Zögern, Untreue, Schuld.

Mehr geht nicht an Liebesbeweisen „Wie können wir unserem Sohn noch helfen?“, so wird sich die anfangs erwähnte Familie oft gefragt haben. „Wie kann ich dem Menschen noch helfen?“, so wird sich – menschlich gesprochen – auch Gott immer wieder gefragt haben. Er will den Menschen, sein Geschöpf, sein Ebenbild, doch nicht einfach verloren geben. Merken Sie, warum es zum Weihnachtsgeschehen gekommen ist und zu dem Kind in der Krippe, das wir als unseren Erlöser bekennen? „Ich mache noch einmal einen Versuch“, sagt sich Gott, „ich stelle mich mit dem Menschen auf eine Stufe und werde selbst ein Mensch. Deutlicher kann ich es ja nicht mehr zeigen, wie lieb ich ihn habe und wie wich-

tig er mir ist!“ So kam es zu der Botschaft der Engel an die Hirten: „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude [...] : Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren, es ist der Messias, der Herr.“ (Lk 2,10 f.). Gott wird Mensch, mehr noch, ein Kind, also ein hilfloser Mensch, um uns noch einmal, ein letztes Mal, zu zeigen: „Seht doch, wie sehr ich euch liebe!“ Später wird der Evangelist Johannes das so benennen:

„Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das Leben hat.“ (Joh 3,16). Weihnachten, der letzte Liebesbeweis Gottes an uns Menschen: Er selbst wird ein Mensch. Mehr geht nicht an Liebesbeweisen; das ist nicht mehr zu überbieten. Wie es mit dem Schicksal der Familie weiter geht, deren Sohn auf die schiefe Bahn geraten ist, das ist noch offen. Wie es mit der Geschichte Gottes mit den Menschen weitergeht, mit der Geschichte zwischen Gott und Ihnen und Gott und mir, auch das ist noch offen. Gott hat ein deutliches Zeichen gesetzt; jetzt wartet er auf meine Antwort. Die Antwort der Hirten war: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem, um das Ereignis zu sehen, das uns der Herr verkünden ließ.“ (Lk 2,15). Ich kann Weihnachten nicht feiern, ohne zu antworten. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Du kannst es so gut bei mir haben Konkret: Es gibt viele Dinge, die wir gefühlsmäßig mit Weihnachten verbinden: Die Festlichkeiten und die Geschenke und der Wunsch nach Liebe, Ruhe und Frieden. Ich meine, diese Dinge sind nichts Anderes als das Zeichen einer tiefen Sehnsucht, die in uns liegt und die eine Antwort auf Gottes Liebeswerben sein könnte: „Ja, du menschgewordener Gott, glaube mir, auch ich will versuchen, dich zu lieben, so gut ich es kann. Und wenn ich sehe, wie ernst du es mit mir meinst, dann kann ich nicht einfach von der Krippe weggehen und so tun als ob nichts geschehen wäre!“ Folgende Überlegung kann weiterhelfen: Denken Sie einmal an einen Augenblick in Ihrem Leben, an dem Sie spüren durften: Hier meint es jemand wirklich gut mit mir! Hier werde ich wirklich so geliebt und angenommen, wie ich bin. Überlegen Sie dann, was damals in Ihnen vorgegangen ist und wie schön das war. Und dann überlegen Sie, wie schlimm es gewesen wäre, wenn Sie diesem Menschen, der es so gut mit Ihnen meinte, die kalte Schulter gezeigt hätten? Jetzt, an Weihnachten, bin ich wieder in der gleichen Situation, diesmal gegenüber Gott. Er schaut mich an in dem Kind von Bethlehem und sagt mir: Du kannst es so gut bei mir haben!“ Er sagt es ohne Wenn und Aber. Mit den Schultern zu zucken, gleichgültig zu bleiben, das geht nicht mehr. Er will eine Antwort. Allen Lesern wünsche ich eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Wolfgang Winkelmann, Pfarrer

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Panorama

Benzin

krankhafte Angst

Wirkstoff in der Nahrung

Singvogel

Mailänder Opernhaus

Kassenzettel

Stahlschrank

Abkömmling unter Wasser schwimmen

einfacher russ. Adliger

weite Fahrt Längenmaß der Seefahrt

schweizerisch: bis jetzt verkürzte Unterschriften

seherisch

ein Halogen

englisch: Meer

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dänische Schlagersängerin

ein Mainzelmännchen

afrikanisches Steppentier

Vorname der Gardner

Zwerg der Edda bestimmter Artikel (4. Fall)

Manegen geliehenes Auto

Kfz-Z. Erlangen

leises Murmeln

Bildungsveranstaltung

verwandt Figur in ‚König Lear‘

englisch: wir

Ziffer einer elektr. Anzeige

zum König machen

Weste ohne Ärmel

7 Musikstücke

Stadtteil von Minderheiten

kluge Bedächtigkeit

bedeutsam

Lebewesenforscher

Inserat

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durch Wasser gehen

kleine Spende

weiblicher Kurier zart

Stadt in Mexiko

schwarzes Pferd

Ortsverbindungslinie

veraltet: Flugtechnik

Abfall Form des bei KohlenHolzarbeiten stoffs sehr schnelles Fahren Lehre vom Schall

Speisezutat

Vermögen

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Abk.: Luftfahrtnormen

modern Fahrbahnmarkierung

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Inlandgewässer

Liebe Leserinnen und Leser, das Lösungswort in diesem Rätsel ist diesmal ein Begriff aus dem Social Media Angebot des Krankenhauses. Bitte die Lösung aufschreiben und bis zum 1. Februar 2012 an die Redaktion der MARIEN konkret (St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Referat Marketing & Kommunikation, Kampenstr. 51, 57072 Siegen) senden. Unter allen fristgemäß vorliegenden Einsendungen mit richtigem Lösungswort wird ein Überraschungspreis verlost. Gewinner des letzten Rätsels ist Gertrud Schäfer, Netphen. Es wird keine Gewähr übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auflösung erfolgt in der nächsten Ausgabe. Wir wünschen viel Glück! Ihre Redaktion

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vollständig, gänzlich

Tontaubenschießen

Spielkartenfarbe

pünktlich

Körperbauspezialist

kirgis. Strom zum Aralsee

Oratorium von Händel

geizig

keiner

ehem. Name von Tallinn

indische Laute

von jenen

afrikanische Runddörfer

nicht diese, sondern ...

Panzerechse

Zigarettenreststück ital. Politiker † 1978 (Aldo)

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lateinische Vorsilbe: weg

Gattin des Erek

Stadtteil von Duisburg

förmliche Anrede

Gefängnisaufseher

8 starker Zweig

Gegenwart Abk.: Millibar

Küstenschiff

chem. Zeichen für Neodym

Ort bei Rinteln

Insel der griech. Zauberin Circe

gefühlsbetont schwärmerisch Kirmesstand

letzter König d. Westgoten

Gestell zum Obsttrocknen

mongolisches Nationalgetränk

ein Bindewort nebenbei bemerkt

Trockenbett bei Flüssen (Mz.)

Fußballstrafstoß (Kw.)

ein alkoholisches Getränk

Anzeichen für eine Straftat

französischer Männername

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Lendenstück vom Rind

Familie in ‚Dallas‘ Siebenschläfer

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eine Tonart

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Fluss durch Frankreich Chronometer (Mz.)

Kampfsportart

1 englischer Artikel

Auflösung Rätsel 63

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Gesundheit

Die zehn größten Fettburner Die Alternative zur Crash Diät

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bnehmen über die Weihnachtsfeiertage und schon während der Vorweihnachtszeit ist kaum machbar. Beim Anblick der leckeren Plätzchen, vielen Süßigkeiten oder auch dem Festtagsschmaus, da vergisst man schon mal alle guten Vorsätze des letzten Jahres, wirft die Diät über den Haufen und lässt gesunde Ernährung, gesunde Ernährung sein. Auch wenn das ein oder andere Pfündchen mehr nach dem Schlemmen auf den Hüften ist, man weiß ja, nach Weihnachten da geht es richtig los mit dem Abnehmen, da schiebt man am besten eine Crash Diät ein und schon ist alles wieder weg. Die MARIEN konkret zeigt zehn Möglichkeiten auf, den Bauch wieder weg zu bekommen, ohne die oft sinnlose Crash Diät zu bemühen: Lammfleisch: Damit das Fett in den Zellen schmilzt, ist die Substanz L-Carnitin notwendig. Lammfleisch enthält besonders viel davon. Wer also Lamm auf den Speiseplan nimmt, spart Kalorien und kurbelt wie von selbst die Fettverbrennung an. Harzer Käse: Der fettärmste aller Käsesorten enthält viele Proteine, die lange satt machen. Zusätzlich liefert er viel Kalzium, das zusätzlich als Fettburner gilt. 100 Gramm Harzer haben gerade einmal 130 Kalorien, aber 30 Gramm Eiweiß.

Rinderfilet: Das Fleisch enthält viele Proteine und wenig Fett. Der hohe Zinkanteil hemmt die Insulinproduktion, beugt somit Hunger-Attacken vor. Wer abnehmen will, sollte jeden zweiten Tag 150 Gramm davon essen. Mineralwasser: Jeder weiß: Mineralwasser ist kalorienfrei, also viel gesünder, als Säfte oder Limonade. Außerdem regt das darin enthaltene Kalzium den Stoffwechsel an und fördert die Kalorienverbrennung. Daher: ein großes Glas kaltes Mineralwasser zu jeder Mahlzeit! Hühnerei: Eier gehören zu den gesündesten Lebensmitteln überhaupt. Wer morgens ein gekochtes Ei isst, hat den Tag über weniger Hunger, da Eier sättigen und den Körper mit reichlich Eiweiß und Vitaminen versorgen. Chili: Wie alle scharfen Gewürze heizt Chili die Wärmeproduktion im Körper richtig an, der dadurch reichlich Fett verbrennt. Herzhaftes jetzt also ordentlich mit Chili würzen und abnehmen. Brottrunk: Das Getränk wird auf Basis von Roggenbrot hergestellt. Er enthält wichtige Milchsäurebakterien, ähnlich wie probiotische Drinks und Joghurts und ist dadurch gut für die Darmflora. Und eine gute Verdauung fördert die Gewichtsabnahme. Endivien: Endivien sind ein salat-ähnliches Gemüse und haben weniger Kalorien, als eine Gurke, gerade einmal 110 Kalorien pro 100 Gramm. Endivien sind fest und müssen gut gekaut werden. Und Kauen macht satt. Außerdem haben sie einen bitteren Geschmack, der zusätzlich sättigt. Soja: Wer auf seine Figur achten will, sollte mindestens einmal pro Woche ein Sojaprodukt essen. Es enthält viel Eiweiß, das von vielen Menschen besser vertragen wird als Milcheiweiß. Außerdem beugt Soja-Eiweiß dem gefürchteten Muskelabbau und dem Jojo-Effekt vor. Eine schöne Advents- und Weihnachtszeit!

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Fachkunde Strahlenschutz Hartmut Goubeaud gibt einen Überblick zum Erwerb der Fachkunde

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ro Jahr werden derzeit im St. Marien-Krankenhaus Siegen ca. 39.800 Maßnahmen in der Diagnostischen Radiologie durchgeführt, das heißt pro Woche 765 – kaum vorstellbar, aber wahr! Ärzte, die die rechtfertigende Indikation für diese Behandlungen stellen, müssen die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz entsprechend der Röntgenverordnung besitzen. Aber auch andere Berufsgruppen müssen entsprechend der gesetzlichen Grundlagen sowohl eine erforder-

liche Fachkunde, als auch eine regelmäßige Aktualisierung ihrer Kenntnisse erwerben und nachweisen.

Röntgenverordnung und Richtlinie UÊÊ ˆiÊ ,Ÿ˜Ì}i˜ÛiÀœÀ`˜Õ˜}Ê ÓääÓÊ ˆ˜Ê der Fassung vom 30. April 2003 legt die Voraussetzungen für Erwerb und Erhalt der erforderlichen Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz fest. UÊÊ ˆiÊ ,ˆV…̏ˆ˜ˆiÊ ¹>V…ŽÕ˜`iÊ Õ˜`Ê Kenntnisse im Strahlenschutz“ vom 22. Dezember 2005 legt zudem den Erwerb, den Umfang und die Lehrinhalte der Fachkunde, der Kenntnisse sowie der Aktualisierung fest. UÊÊ iÀÊ -ÌÀ>…i˜ÃV…ÕÌâÛiÀ>˜ÌܜÀÌliche (Geschäftsführer) des Krankenhauses, als Betreiber einer Röntgeneinrichtung, sowie die ernannten Strahlenschutzbeauftragten haben nach den gesetzlichen Vorschriften

dafür zu sorgen, dass die jeweiligen Bestimmungen eingehalten werden! Der Erwerb und Erhalt der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz für Ärzte gliedert sich in folgende Bereiche: 1. Kenntnisse Ärzte, die Röntgenstrahlung unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines Arztes mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz anwenden wollen, ohne selbst die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz zu besitzen, erwerben die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz durch einen Kurs. Der praktische Teil der Kenntnisvermittlung im jeweiligen Anwendungsgebiet erfolgt vor Ort durch einen Arzt mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz. Die Dauer eines Kurses beträgt mindestens 8 Stunden, bezogen auf das jeweilige Anwendungsgebiet, davon 4 Stunden theoretische Unterweisung. Die erfolgreiche Teilnahme an dem Kurs, der häufig integriert angeboten wird, wird bescheinigt. Erst ab diesem Zeitpunkt können praktische Erfahrungen in der Sachkunde anrechenbar erworben werden. 2. Sachkunde Der Erwerb der Sachkunde für die Untersuchung mit Röntgenstrahlung in der Heilkunde beinhaltet insbesondere das Erlernen der rechtfertigenden Indikation, der technischen Durchführung und der Befundung von Röntgenuntersuchungen unter

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besonderer Beachtung des Strahlenschutzes. Die Sachkunde wird unter Anleitung, ständiger Aufsicht und Verantwortung eines Arztes, der auf dem betreffenden Anwendungsgebiet die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzt, und durch den Nachweis einer ausreichenden Anzahl dokumentierter Untersuchungen und Zeiten erworben. Die Sachkunde umfasst theoretisches Wissen und praktische Erfahrung bei der Anwendung von Röntgenstrahlung am Menschen in dem jeweiligen medizinischen Anwendungsgebiet. Der Erwerb der Sachkunde wird durch ein Zeugnis belegt. Das Zeugnis ist von der jeweiligen fachkundigen Person auszustellen, unter deren Aufsicht und Verantwortung die Sachkunde oder Teile hiervon erworben wurden. 3. Grundkurs und Spezialkurs Die Kurse zum Erwerb der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz vermitteln theoretisches Wissen über rechtliche Regelungen, physikalische und biologische Grundlagen, die Wirkung ionisierender Strahlung und wirksame Schutzmaßnahmen in dem jeweiligen Anwendungsgebiet. Der Grundkurs, häufig mit integriertem Kenntniskurs, dauert einschließlich praktischer Übungen und Prüfung 24 (bzw. 28) Stunden. Der Spezialkurs dauert einschließlich Übungen und

Prüfung 20 Stunden, Voraussetzung für die Teilnahme ist die erfolgreiche, bescheinigte Teilnahme am Grundkurs. Nach regelmäßiger Teilnahme und erfolgreicher Abschlussprüfung wird jeweils eine Bescheinigung ausgestellt. 4. Fachkundenachweis Die berufliche Ausbildung ist durch Zeugnisse, die praktische Erfahrung durch Nachweise der Sachkunde unter Angabe von Zeiträumen und durchgeführten Untersuchungen oder Behandlungen und die erfolgreiche Kursteilnahme durch Bescheinigungen zu belegen. Die erfolgreiche Teilnahme am letzten Kurs darf nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Die Fachkunde im Strahlenschutz muss bei der zuständigen Stelle (hier die Ärztekammer Westfalen-Lippe), unter Einreichung der Unterlagen schriftlich beantragt werden, wird dort geprüft und durch diese mit einem Zertifikat bescheinigt. 5. Aktualisierung Die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz muss mindestens alle fünf Jahre durch die erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Kurs aktualisiert werden. Ein Kurs zur Aktualisierung der Fachkunde im Strahlenschutz dauert einschließlich Prüfung 8 Stunden und wird bescheinigt.

Maßnahmen UÊ “Ê œÛi“LiÀÊ Óä£äÊ ÜÕÀ`iÊ `>“ˆÌÊ begonnen, unter allen ärztlichen Mitarbeitern im St. Marien-Krankenhaus Siegen eine Datensammlung zur Fachkunde im Strahlenschutz zu erheben. Diese Datensammlung wird regelmäßig aktualisiert. Hier ist festgehalten, welcher Arzt auf welchem Qualifikationsniveau steht und wer welche Kurse absolvieren muss. Unaufgefordert erhalten nun alle Ärzte frühzeitig ihre entsprechenden Informationen zu erforderlichen Maßnahmen. UÊ <Õ`i“Ê ˆÃÌÊ `>ÃÊ -Ì°Ê >Àˆi˜‡À>˜kenhaus Siegen mittlerweile bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe als Kursveranstalter anerkannt und bietet ab 2012 entsprechende Kurse zur Erlangung der Fachkunde im Strahlenschutz bzw. zur Aktualisierung der Fachkunde an. Ein Kooperationspartner der inhouseSchulungen ist dabei das Haus der Technik/Essen. UÊ 7iˆÌiÀiÊ ˜vœÀ“>̈œ˜i˜Ê Ș`Ê ˆ“Ê Intranet (http://intern.marienkrankenhaus.com) hinterlegt. Für weitere Informationen steht Hartmut Goubeaud unter (0271) 231-2976 zur Verfügung.

Übernommene Schüler(-innen) Althaus, Carolin; Bihler, Rebekka; Boukraa, Fatima; Dreier, Stephanie; Hübner, Daniel; Klar, Lisa Katharina; Lotz, Julian; Madak, Suzan; Mitze, Anna Lena; Neumann, Felix; Schneider, Marion; Schwalbe, Carolin; Stahl, Sabrina; Stachowicz, Samantha; Steffen, Nicole; Weber, Christin; Zghal, Najla.

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Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

News

Name

Tätigkeit

Sattler, Alexander Nett, Sonja Gottwald, Judith Vassiliadou, Souzana Bougrine, Younes Prof. Dr. Buerke, Michael Sabah, Ehsan Sharaf El Din, Ahmed Arcadipane, Pia Kosiak, Edyta Appelkamp, Florian Appelkamp, Ingrid Göbel Leila Hebel Julia Heide, Kriemhilde Lengert, Eve-Vanessa Roth, Annika Rübsamen, Jana Schmantek, Julia Schmissek, Katharina Schröder Marco Schütze, Katharina Tartaglione, Anna-Marie Waclawek, Amanda Andrea Argiro, Sabrina Kania, Sarah Klaes, Stephanie Krämer, Katrin Kruse, Ingo Maier, Kristina Mrugalla, Justine Nikpalovic, Svetlana Schäfer, Barbara Sebald, Anna-Lena Simon, Julia Dietrich, Sandra Enders, Christina Erben, Jan Habrat, Raya Hess, Heidrun Kilian, Maurice Krasniqi, Kirsten Rösler, Alessa Trambo, Silvia Vizal, Viola Clewing, Jens Horchler, Katharina Kollwitz. Katharina Link, Mareike

Gesundh.- und Krankenpfl. Med. Fachangestellte MTRA, Rad. Diagnostik Arzthelferin EKG Azubi zum Koch Chefarzt Med. Klinik II Assistenzarzt Chirurgie Assistenzarzt Med. Klinik II MTRA, Strahlentherapie Gesundh.- und Krankenpfl. Pflegefachkraft HMT Heimleiterin HMT Pflegehilfskraft HMT Azubi Altenpflegerin HMT Pflegehilfskraft HMT Orientierungspraktikantin HMT Orientierungspraktikantin HMT Azubi Altenpflegehelferin HMT Azubi Altenpflegerin HMT Übernahme als Altenpflegerin HMT Übernahme als Altenpfleger HMT Pflegehilfskraft HMT Pflegehilfskraft HMT Azubi Altenpflegerin HMT Azubi Altenpflegerin MHW Azubi Altenpflegerin MHW BUFDI MHW Übernahme als Altenpflegerin MHW PDL MHW BUFDI MHW Azubi Altenpflegerin MHW BUFDI MHW Mitarb. GüD MHW BUFDI MHW Pflegehilfskraft MHW Pflegefachkraft HSR Azubi Altenpflegerin HSR Pflegehilfskraft HSR Pflegehilfskraft HSR Mitarb. Verwaltung HSR Azubi Altenpflegehelferin HSR Pflegehilfskraft HSR Pflegehilfskraft HSR Mitarb. GüD HSR Servicekraft HSR Azubi Altenpfleger HSR Pflegefachkraft HSR Azubi Altenpflegehelferin HSR Azubi Altenpflegerin HSR

+++ Fortbildung 2012 Anfang Dezember wird das Fortbildungsprogramm für das Jahr 2012 herausgegeben. Das Programm gibt es sowohl in einer Print- als auch in einer Online-Ausgabe. +++ Mitarbeiterportal Ende November ist das Mitarbeiterportal des St. Marien-Krankenhauses Siegen online gegangen. Der Zugang erfolgt mittels Personalnummer (Name) und Nachname (Passwort) über http://intern.marienkrankenhaus.com.

+++ Tag der Hygiene „Achtung Pfotenkontrolle“ hieß es am diesjährigen Tag der Hygiene. Wie auch in den letzten Jahren lag der Schwerpunkt auf der Händedesinfektion. Zwei Teams gingen zu den Mitarbeitern vor Ort und nahmen 150 Abklatschproben, bei denen die Handinnenflächen der Mitarbeiter auf ein Nährmedium gedrückt wurden. Nach der Bebrütung im externen Labor steht nun das Ergebnis fest: Kein einziger pathogener Keim oder krankenhaushygienisch relevanter Erreger konnte nachgewiesen werden. Bei den Keimen handelt es sich um normale Hautund Umweltflora.

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Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Fortsetzung) Name

Tätigkeit

Otterbach, Julia Reuber, Katrin Tasser, Isabella Braun, Ingeborg Dietrich, Hanna Eibel, Silvia Frickhard, Verena Gieseler, Stephanie Hesse, Mona Hilberg, Philipp Krämer, Christina Mudiangombe, Esther-Binene Müller, Sven Tobias Schmidt, Manuela Siaw, Sarah Zimmer, Nadja

Azubi Altenpflegehelferin HSR Azubi Altenpflegehelferin HSR Pflegefachkraft HSR Pflegehilfskraft HSE Pflegefachkraft HSE Servicekraft HSE Orientierungspraktikantin HSE Azubi Altenpflegerin HSE Pflegehilfskraft HSE BUFDI HSE Orientierungspraktikantin HSE Orientierungspraktikantin HSE Orientierungspraktikantin HSE Pflegehilfskraft HSE Azubi Altenpflegerin HSE Orientierungspraktikantin HSE

Vorschau

MARIEN konkret 65 I 12 Lassen Sie sich in der nächsten Ausgabe folgende Fragen beantworten: l Wie startete das Jahr 2012? l Wo liegen die Schwerpunkte 2012? l Welche Veranstaltungen stehen im Frühjahr an?

Heiraten Name

Tätigkeit

Name neu

Dr. Bures, Vanessa Banas, Johanna Dr. Großmann, Anne Grund, Elke Michaela Hempel, Kristina Kurenbach, Gabriele Alfes, Sandra

Assistenzärztin Chirurgie Ges.- und Krankenpflegerin Assistenzärztin Med. Klinik II Altenpflegerin HSE Azubi AP HSE Servicekraft Pflege, HSE Altenpflegerin HSE

Dr. Scherer Kölsch Dr. Heyne Jüngst Hermann Kurenbach Ridder

Name des Kindes

Datum

l Was gibt es Neues in den Einrichtungen?

Geburten Mutter/Vater Homrighausen, Katja Solbach, Astrid

Greta Felix Benedikt Jakob Emil Suleiman, Bisar Alessio Jäschke, Daniela Mathilda Schöler, Tatjana Jonny Benito Köksal, Canan Emir Yusuf Dr. Güth, Alexandra Johanna Hoffmann, Cornelia Carlotta Büdenbender, Nina Noah Buch, Julia Elias Kölsch, Jennifer Finn Linus Krain, Thomas Tamina Gugenheimer, Valentina Noel

27.09.2011 16.07.2011 16.07.2011 19.09.2011 30.09.2011 12.10.2011 24.10.2011 05.10.2011 08.06.2011 24.08.2011 13.11.2011 17.09.2011 05.10.2011 16.09.2011 MARIEN konkret

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