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Unternehmensmagazin

63 | Herbst 2011

M A R I E N  k o n k r e t St. Marien-Krankenhaus Siegen, GSS Gesundheits-Service Siegen und MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen

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Tag der offenen Tür

18 Perspektiven

24 Soziales 

36 Gesundheit 

Jede Minute zählt – Krankenhaus investiert in Kardiologie

Teufelskreis durchbrechen – Hilfe in Krisensituationen

Die sieben größten Feinde des Herzen

Marien konkret  63/11

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Inhalt

4 M ailbox 4 Kurznachrichten 5 Termine

Perspektiven 14 Jede Minute zählt 24 40 Jahre Anästhesie

Schwerpunkt 8 Tag der offenen Tür 28 Die Wucht des erlebten Schicksals

8 Report 26 Perfekter Dreiklang zwischen Mensch, Organisation und IT

Soziales 16 Handreichung für Patienten 22 Teufelskreis durchbrechen

Gesundheit 18 20 30 36

7.000 Teilnehmer beim Firmenlauf Kaffeemühle, Mensch ärgere Dich nicht ... Ressource Mensch Die sieben größten Feinde des Herzens

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Panorama 32 32 33 34

Ein Gläschen in Ehren Schlankheitswahn Heiß und begehrt Rätsel

Großes Preisrätsel Gewinnen Sie einen Überraschungspreis

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Impressum: Herausgeber: St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Kampenstraße 51, 57072 Siegen, Siegen - HRB 3188, USt.-IdNr.: DE176257881, Geschäftsführer: Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann, Vorsitzender des Verwaltungsrats: Bruno Sting. Referat Kommunikation & Marketing: Christian Stoffers (V.i.S.d.P.). Druck: Vorländer, Siegen. Satz & Layout: Christian Stoffers. Druckvorstufe: conception, Siegen. Fotos: Horstgünter Siemon, Archiv. Leserbriefe, Bildbeiträge und Anmerkungen an die Redaktion „Marien konkret“ adressieren. Die Redaktion behält sich die Veröffentlichung und Kürzungen eingereichter Unterlagen vor. Beiträge für die Marien konkret 4/2011 können bis zum 15. November 2011 eingereicht werden. Marien konkret Nr. 63, September - November 2011, ISSN 1863-9356

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Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren, das Jubiläumsjahr 2011 geht in sein letztes Quartal. Für ein Fazit ist es noch deutlich zu früh, stehen doch noch viele Aktivitäten vor der Tür. Aber: Ein bisschen stolz können wir alle schon heute sein, denn das Feedback auf unsere bisherigen Jubiläumsveranstaltungen war und ist außerordentlich positiv. Fest steht, dass der Tag der offenen Tür, den wir im Juli mit über 4.000 Gästen erleben durften, das Highlight des Sommers war. Kein Ereignis in der Krönchenstadt Siegen konnte an diesem Wochenende mit einer ähnlichen Publikumswirkung aufwarten. Alle haben hier zusammengewirkt, so dass wir den Menschen unserer Region einen eindrucksvollen Querschnitt unserer Leistungsfähigkeit und auch unserer funktionierenden Dienstgemeinschaft bieten konnten. Viele andere Veranstaltungen im gesamten Unternehmen sollen an dieser Stelle auch erwähnt sein: Die Marien Akademie zum Thema Thoraxschmerz mit interaktivem Einbezug des Publikums mittels TED oder die zahlreichen Sommerfeste in unseren Wohn- und Pflegeeinrichtungen mit vielen Bezügen zum 150-jährigen Jubiläum des Mutterunternehmens. Die vielfältigen Aktivitäten in den Einrichtungen unseres Unternehmens verleiten uns jedoch nicht dazu, das „Tagesgeschäft“ auszublenden. So konnte im Sommer ein drittes Herzkatheter-Labor in Betrieb genommen werden. Landesweit sind wir damit in der 1.Liga der kardiologischen Versorgung angesiedelt. Gleichfalls laufen die Baumaßnahmen in der Strahlentherapie sowie im Bereich des D-Trakts auf Hochtouren. Schließlich konnten die Vorbereitungen für die Zertifizierung des St. MarienKrankenhauses Siegen abgeschlossen und den Visitatoren ein überaus positiver Eindruck über unser St. Marien-Krankenhaus Siegen gegeben werden. Unsere Wohn- und Pflegeeinrichtungen sind im Frühjahr mittels des gleichen Verfahrens geprüft worden, so dass wir einen zertifizierteinheitlichen Qualitätsstandard in den Einrichtungen unseres Unternehmens vorhalten. Der Sommer stellt nicht zuletzt auch eine Zäsur dar. So erfolgt aktuell in der Medizinischen Klinik II – Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin ein Generationswechsel. Herr Prof. Dr. med. Peter Schuster, der in über 25 Jahren diese bedeutsame Klinik zukunftsfest aufbaute, wird in den Ruhestand verabschiedet. Herr Prof. Dr. med. Michael Buerke übernimmt Anfang Oktober dieses Amt und wird die Klinik, die wesentlich für die weitere Entwicklung des St. Marien-Krankenhauses Siegen bleiben wird, weiter entwickeln. In großer Dankbarkeit für das Geleistete verabschieden wir am 30. September mit einem Festakt Herrn Professor Schuster und begrüßen den neuen „Chef“ der Kardiologie, Herrn Professor Buerke. Ihnen allen, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Partner und Freunde unserer Einrichtungen wünschen wir einen goldenen Herbst in der Hoffnung auf noch viele Gespräche und Begegnungen. Unsere noch zahlreich anstehenden Jubiläumsveranstaltungen sollten Anlässe genug hierfür bieten.

Christoph Rzisnik

Hans-Jürgen Winkelmann

Geschäftsführer

Geschäftsführer Marien konkret  63/11

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>>>  Hungersnot am Horn von Afrika Monatelang ist der Regen ausgeblieben – mit verheerenden Folgen für die Menschen am Horn von Afrika. Das St. Marien-Krankenhaus Siegen unterstützt die Opfer der Dürre mit unterschiedlichen Aktionen. Um den Hungernden am Horn von Afrika beizustehen, organisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses beispielsweise eine große Spendenaktion zugunsten der Welthungerhilfe und Miserior. Ein Highlight war dabei eine dreitägige Waffelbackaktion, die von Katharina Marksteiner und Volker Bätzel initiiert wurde und fast 2.000 Euro an Spendengelder einbrachte. Partner dieser Aktion war die Firma Unilever Food Solutions.

>>>  Unter Druck

>>>  Bischof Hombach besucht Haus Mutter Teresa

Herz unter Druck: Bluthochdruck ist gefährlich fürs Herz. Unter diesem Motto möchte das St. MarienKrankenhaus gemeinsam mit der Herzstiftung im November über den Bluthochdruck informieren. Dieser kommt in Deutschland bei rund 44 % der Frauen und 51 % der Männer vor. Die Folgen des unbehandelten hohen Blutdrucks sind – insbesondere für das Herz – fatal. Leider verpassen viele die Chance einer frühen Behandlung. Die Leitung des Seminars haben die Chefärzte Prof. Dr. med. Michael Buerke und Prof. Dr. med. Peter Schuster inne.

Bischof Bernhard Hombach besuchte Haus Mutter Teresa in Niederfischbach und feierte mit den Bewohnern eine Heilige Messe. In seiner Predigt ging Bischof Hombach, der zuletzt Bischof in Nicaragua war und im September den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe beging, auf das Leid ein, das durch Kriege verursacht wird. Insbesondere Bürgerkriege seien von besonderer Grausamkeit geprägt, berichtete er. Der hieraus hervorgerufene Hass ließe sich nicht per Befehl abstellen. Bischof Hombach empfahl, in den Herzen abzurüsten, und sich – insbesondere in reicheren Regionen – auch mit weniger zu begnügen.

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>>>  Verstärkung für medizinisches Versorgungszentrum

Termine +++  Mitarbeiterfest Das große Mitarbeiterfest anlässlich des 150jährigen Bestehens des St. Marien-Krankenhauses findet am 23. September um 19.00 Uhr in der Siegerlandhalle Siegen statt. +++  Marien Akademie Neues über chronische Schmerzen erfahren Interessierte am 21. September um 18.00 Uhr von Prof. Dr. Walter Zieglgänsberger im neuen Hörsaal.

Dr. med. Klaus Siegeris verstärkt die Filiale „Chirurgie Kreuztal“ des medizinischen Versorgungszentrums am St. Marien-Krankenhaus Siegen. Er ist Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie.

+++  Marien Akademie Am 28. September um 19.30 Uhr findet im Neuen Hörsaal der Vortrag von Prof. Dr. Andreas Kruse zum Thema „Demenz“statt. +++  Ausstellung Vom 27. September bis zum 19. Oktober zeigt das St. MarienKrankenhaus Siegen im Kapellenfoyer die Ausstellung „Wucht des erlebten Schicksals“.

>>>  Gesichter der Demenz

>>>  Sozialpreis 2011

Seit 1994 finden in aller Welt vielfältige Aktivitäten statt, um die Öffentlichkeit auf die Situation der Alzheimer-Kranken und ihrer Angehörigen aufmerksam zu machen. Weltweit sind etwa 35 Millionen Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, zwei Drittel davon in Entwicklungsländern. Demenz hat viele Formen und Gesichter. Betroffen sind Menschen im hohen Alter, andere sind noch jung. Daher lautet das Motto des Welt-Alzheimertages 2011: „Gesichter der Demenz“. Das Demenz-Servicezentrum für die Region Südwestfalen hat hierzu ein umfangreiches Programm zusammengestellt, andem sich auch die Einrichtungen des GSS GesundheitsServices Siegen beteiligen.

Die Katholische Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein verleiht erstmals den Katholischen Sozialpreis SiegenWittgenstein für herausragendes soziales Engagement. Ausgezeichnet werden Personen und Organisatoren, die sich mit den besonderen Situationen oder Problemen Not leidender oder sozial benachteiligter Menschen in der Region Siegen-Wittgenstein intensiv beschäftigen. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und möchte zu den wichtigsten Auszeichnungen kirchlicher Einrichtungen in Südwestfalen werden. Die Preistäger des Jahres 2011 werden am 12. Oktober auf dem Sozialen Forum des Dekantes Siegen im St. Marien-Krankenhauses bekannt gegeben.

+++  Verabschiedung Am 30. September verabschiedet das St. Marien-Krankenhaus Siegen mit einem Festakt Herrn Prof. Dr. med. Peter Schuster. +++  Mediziner-Abend Das St. Marien-Krankenhaus Siegen lädt am 5. Oktober niedergelassene Ärztinnen und Ärzte der Region zum Medizinerabend ins Brauhaus Irle. +++  Soziales Forum 2011 Am 12. Oktober findet ab 18 Uhr im Neuen Hörsaal des St. MarienKrankenhauses Siegen das Soziale Forum 2011 statt. +++  Marien Akademie Am 19. Oktober referiert Prof. Dr. Georg Marckmann ab 19.30 Uhr zum Thema „Ethik in der Medizin im Wandel der Zeit“. Marien konkret  62 3/11

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>>> Rebekka Für Patientinnen mit Brustkrebs bietet das St. Marien-Krankenhaus zum fünften Mal ein Seminar an unter dem Stichwort REBEKKA. In sechs Treffen geht es darum, im geschützten Rahmen mit anderen Betroffenen unter behutsamer Anleitung mit der Erkrankung und deren Folgen leben zu lernen, die veränderte Wirklichkeit anzunehmen, eigene Kräfte neu zu entdecken, Achtsamkeit für Körper, Geist und Seele einzuüben und das Selbstvertrauen zu stärken. Elemente dieser Selbst- und Gruppenerfahrung sind: Gespräche, Körperwahrnehmungsübungen, Impulse zur Kreativität, Meditation, Entspannungsübungen und Impulse aus Literatur und Musik. Termine und weitere Informationen sind unter www.marienkrankenhaus.com zu finden.

>>>  Tag der Entscheidungen

>>> Über die Einrichtung hinaus denken Mit Ingrid Appelkamp hat Haus Mutter Teresa in Niederfischbach eine neue Heimleiterin. Die gebürtige Siegenerin ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester arbeitete sie zunächst im St. Marien-Krankenhaus Siegen. In den 80er Jahren lebte sie mit ihrer Familie in den USA. Seit 1992 ist sie wieder im Pflegeberuf tätig und schloss 2001 ihre Weiterbildung zur Pflegedienstleitung ab. Diese verantwortungsvolle Aufgabe übernahm sie schließlich 2004. Es schloss sich die Ausbildung „Management sozialer Einrichtungen“ an, die Ingrid Appelkamp 2007 erfolgreich absolvierte.

Die von dem GSS Gesundheits-Service Siegen betriebene Einrichtung hat 103 Wohn- und Pflegeplätze sowie weitere Plätze in den benachbarten Service-Wohnanlagen. Willi Ax, der sich als Direktor für die Wohn- und Pflegeeinrichtungen des GSS verantwortlich zeichnet, stellte Ingrid Appelkamp als Persönlichkeit vor, die ideal geeignet sei, die Einrichtung im Herzen Niederfischbachs sowohl fachlich als auch menschlich weiter zu entwickeln. Ingrid Appelkamp kümmert sich insbesondere um die inhaltliche Neuausrichtung der Einrichtung. „So wie ich mir stationäre Altenpflege vorstelle, gehört neben dem Kern-

>>>  Wo andere Schlitten fahren Über 100 Teilnehmer besuchten im Juli die Marien Akademie im neuen Hörsaal des St. Marien-Krankenhauses. Schwerpunkt der von Prof. Peter Schuster geleiteten interaktiven Veranstaltung war das Thema Thoraxschmerz. Jeder Teilnehmer erhielt ein Voting-Gerät, mit dessen Hilfe er zwischen unterschiedlichen Therapieentscheidungen wählen konnte. Die Auflösung erfolgte dann unmittelbar nach der Aufforderung „Wie würden Sie entscheiden?“ und sorgte für manche Überraschung. M ARIEN k o n k r e t   6 2 3/11

„Der saubere Einbau der Ersatzteile und ein richtiges und ausdauerndes Aufbautraining haben diese Leistung ermöglicht“, beschreibt Klaus Hahn seine außergewöhnliche Leistung. Der ehemalige Patient von Dr. med. Alois Franz bezwang mit seiner Schlittenprothese beschwerdefrei das Timmelsjoch (2500 m). Mit einer E-Mail bedankte sich Klaus Hahn beim Team der Klinik für Orthopädie und Sporttraumatologie und legte eindrucksvolle Aufnahmen bei.


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>>>  Erfolgreich geprüft

bereich Pflege ein großer Teil soziokulturelles Angebot dazu – nicht zu vergessen die seelsorgerische Komponente.“ Ohne ein professionelles Team wäre dieser Anspruch nicht zu bewältigen. Daher sieht Appelkamp in ihrem Team eine verlässliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Einrichtung. Die Intensivierung der externen Kommunikation ist für sie als weitere Aufgabe nahezu gleichrangig. „Es hilft nichts, wenn ich mich mit der Erstellung einer Konzeption begnüge. Ich muss auch über die Einrichtung hinaus denken.“

Es hat sich wirklich gelohnt – und dafür haben sich alle Beteiligten kräftig ins Zeug gelegt, sich bestens vorbereitet und ihren, ohnehin seit Jahren qualitativ hohen Standard in den Wohn- und Pflegeeinrichtungen erneut unter Beweis gestellt. In den Wohn- und Pflegeeinrichtungen des GSS Gesundheits-Service Siegen wurde ein externes Förderaudit von der Zertifizierungsgesellschaft proCum Cert nach DIN EN ISO 90012008 durchgeführt. Damit werden alle Unternehmensbereiche einheitlich durch diese Gesellschaft unter dem Aspekt „Christliche Werte und professionelles Qualitätsmanagement“ zertifiziert.

>>>  Jetzt „APPholen“ Die App des St. Marien-Krankenhauses Siegen feiert ihren ersten Geburtstag. Mit ihr bleiben Leserinnen und Leser auch unterwegs immer auf dem Laufenden. Die App bildet das Internet-Angebot des Krankenhauses komprimiert ab. Interessierte erhalten Push-Nachrichten, können also bei wichtigen Ereignissen informiert werden, auch wenn sie ihre App nicht eingeschaltet haben. Deutschlands erste App eines Krankenhauses kann kostenlos im App-Store erworben werden.

>>>  Examen „gebaut“ „The same procedure as last year“ hieß es im Sommer an der Krankenpflegeschule. Der Kurs 08 trat zum Examen an. Zunächst wurden drei Klausuren in den unterschiedlichen Fachbereichen geschrieben. Die praktischen Examina beendeten die Schüler noch im August. Den Abschluss bildete dann im September das „Mündliche“, bei dem unter dem Vorsitz des Fachservice Gesundheit Siegen – früher Gesundheitsamt – alle „Probanden“ in unterschiedlichen Themenblöcken geprüft wurden. Marien konkret  62 3/11

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Schwerpunkt

Tag der offenen Tür St. Marien-Krankenhaus Siegen ermöglichte Blick hinter die Kulissen

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ie funktioniert ein moderner Krankenhausbetrieb? Wie wird Patienten hier geholfen? Welche neuen Techniken und Methoden stehen dafür heutzutage zur Verfügung? Und was wird für Vorsorge, Pflege und Rehabilitation geleistet? Antworten darauf konnten Interessierte beim „Tag der offenen Tür“ am 10. Juli im Siegener St. Marien-Krankenhaus bekommen. Den Auftakt bildete eine festliche Messe in der St. Michael-Kirche mit Bischof Joseph Clemens aus Rom. Anschließend stellte sich das Krankenhaus in der Kampenstra-

ße mit einem bunten Programm im und rund um das Gebäude vor. Auf insgesamt fünf Ebenen des Haupthauses – einschließlich des ZentralOPs und der Notaufnahme – sowie in weiteren Gebäuden erhielten die Besucher interessante Einblicke in den modernen Krankenhausbetrieb. Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen stellten ihre Tätigkeitsgebiete vor. Die Organisatoren des größten Publikumsevents im Jubiläumsjahr zählten über 4.000 Besucher an diesem besonderen Tag im Sommer, der zu den wenigen sonnigen Tagen im Juli gehörte.

Bischof Clemens zelebriert Hochamt

Genau hingeschaut

Projektgruppe bereitete Tag vor

Plakate & Co. – Der Tag der offenen Tür war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Event. Dies macht auch ein Blick auf die eingesetzten Kommunikationsmittel deutlich: Über 400 Plakate wurden im Vorfeld in der Krönchenstadt angebracht. Eine Sonderbeilage mit einer Gesamtauflage von 100.000 Exemplaren wurde veröffentlicht. Mehrere tausend Flyer wurden herausgegeben. Radio Siegen & Co. berichteten über das Großereignis.

Die Geschäftsführung des St. Marien-Krankenhauses Siegen, Christoph Rzisnik und Hans-Jürgen Winkelmann, und die Projektgruppe 150 Jahre St. Marien-Krankenhaus Siegen hatten sich für diesen Tag allerhand einfallen lassen, um allen

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Schwerpunkt

Gespräche in lockerer Atmosphäre einzelne Abteilungen. Zudem war der zentrale Operationsbereich vollständig geöffnet, damit die Besucher einen Eindruck davon bekommen Interessierten den Besuch ebenso informativ wie attraktiv zu gestalten. Unter der Überdachung des Eingangsbereichs wurde ein begehbares Herz aufgestellt, das von innen in Augenschein genommen werden konnte. Spannende Einblicke hinter die Kulissen des St. Marien-Krankenhauses boten verschiedene Führungen, zum Beispiel durch den Bunker, in dem während des 2. Weltkriegs die Behandlung der Patienten stattfand, aber auch durch

konnten, was dort für die Versorgung der Patienten geleistet wird. Vorträge zu medizinischen Themen und Informationsstände von Kliniken und Instituten ergänzten das umfangreiche Angebot. Auch die Rettungsdienste der Region Siegen-Wittgenstein waren vor Ort dabei und präsentierten sich mit einer Leistungssschau. Zudem stellten sich verschiedene Selbsthilfegruppen vor. „150 Jahre – 150 Spender“ lautete schließlich das Motto einer großen Blutspende-Aktion. Dazu stand ein Blutspendetruck bereit – den Spendern winkte ein großes Badetuch –, und kurz vor Ende des Tages der offenen Tür konnte vermeldet werden, dass auch dieses Ziel erreicht wurde.

Zum 150jährigen Bestehen des St. Marien-Krankenhauses Siegen wurde eine Festschrift herausgegeben. Diese bietet einen Rückblick auf die erfolgreiche, aber auch leidvolle Geschichte des Hauses von seiner Gründung bis zur Gegenwart. Verfasst wurde dieser Rückblick maßgeblich von Dr. Michael Römling, der in über zwölf Monaten intensiver Archivarbeit diese eindrucksvolle Festschrift zu Papier bringen konnte. Leser können sich faszinieren lassen, in welche wechselvollen Epochen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung die Geschichte von Aufbau, Zerstörung und Wiederaufbau des Krankenhauses eingebettet ist. Zahlreiche Aufnahmen und Abbildungen aus 150 Jahren Krankenhaus-Geschichte ergänzen die spannenden historischen Zusammenhänge. Die Festschrift kann für fünf Euro an der Rezeption des Hauses erworben werden.

Therapiezentrum mit tollem Programm Aufführungen im Bewegungsbad zeigten die Angebote und Möglichkeiten des GSS-Therapiezentrums. Große und kleine Fußballfans hatten auch die Gelegenheit, dort Spieler der aktuellen Elf von Sportfreunde Siegen kennen zu lernen. Kicker der heimischen NRW-Liga-Mannschaft kamen extra zu einer Autogrammstunde ins St. Marien-Krankenhaus Siegen. Natürlich wurde auch an die jungen Besucher gedacht. Neben einer Hüpfburg und einer KinderbeInformation stand im Mittelpunkt Marien konkret  63/11

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Schwerpunkt

Mitmachen erwünscht M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1


Schwerpunkt

Zelebranten (oben) und „Abnahme“ des Hubscharuberlandeplatzes (unten) Marien konkret  63/11

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Schwerpunkt

„Da muss es doch sein?“

Verpflegung professionell organisiert M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1

Medizin ganz nah am Menschen


Schwerpunkt

Ehrengäste (oben) und praktische Erfahrungen (unten) lustigung mit Clown Pikkus wartete auf sie eine „Marienkäfer“-Jagd – natürlich konnten auch Erwachsene auf die Jagd gehen. Eine Gastronomie im Garten verwöhnte die Gaumen der Besucher, und eine Tombola lockte mit attraktiven Gewinnen. Mit der Teilnahme daran unterstützten die Besucher ein soziales Projekt der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein. Ende September erhalten alle Mitar-

beiterinnen und Mitarbeiter, die an dem Tag der offenen Tür mitgewirkt haben eine DVD mit den Fotos.

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Perspektiven

Jede Minute zählt Krankenhaus investiert siebenstelligen Betrag in der Kardiologie

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in akuter Herzinfarkt ist ein lebensbedrohlicher Notfall. Um den Schaden am Herzmuskel gering zu halten und das Überleben des Patienten zu sichern, ist eine schnellstmögliche Behandlung notwendig. Da jede Minute zählt, hat die Kardiologie im St. MarienKrankenhaus Siegen ein weiteres Herzkatheter-Labor in Betrieb genommen. Diese Investition in moderne Medizintechnik ist vor allem eine Verbesserung der Notfallversorgung für Herzpatienten im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen und unterstreicht die überregionale Bedeutung der Kardiologie im St. MarienKrankenhaus Siegen. „Die Errichtung eines weiteren Herzkatheter-Labors vollzieht sich innerhalb umfangreicher Baumaßnahmen in der Medizinischen Klinik M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1

II, zu der die Kardiologie gehört. Mit Investitionen im siebenstelligen Bereich wird die medizinische Infrastruktur der größten Kardiologie im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen ‚zukunftsfest‘ gestaltet“, sagt HansJürgen Winkelmann, Geschäftsführer des St. Marien-Krankenhauses.

Labor in Betrieb

Hilfe rund um die Uhr „Mit über 6.000 Patienten und drei modernen Herzkatheter-Laboren ge-

hört die Medizinische Klinik II im St. Marien-Krankenhaus Siegen zu den größten kardiologischen Zentren in Nordrhein-Westfalen.“ Bis dato waren zwei HerzkatheterLabore mit modernster Ausstattung und digitaler Bildverarbeitung im St. Marien-Krankenhaus Siegen angesiedelt. Über 3.500 invasive Untersuchungen des Herz-Kreislaufsystems wurden jährlich durchgeführt. „Mit unserer modernen Infrastruktur können wir lebensbedrohlich erkrankten Herzpatienten sofort und unverzüglich helfen“, sagt Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Schuster. Rund um die Uhr stehen diese ständig bereit, um Patienten mit akutem Herzinfarkt nach dem heutigen Stand der Medizin zu behandeln. Alle modernen Katheterverfahren einschließlich der Implantation von beschichteten Stents würden angewendet.


Perspektiven

„Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen sind heute ohne die Möglichkeiten eines HerzkatheterLabors unvorstellbar. In Notfällen, besonders beim Herzinfarkt, ist die schnelle Versorgung der betroffenen Patienten von eminenter Bedeutung, da jede Minute für die Erhaltung von Herzmuskelgewebe zählt“, erläutert Prof. Schuster den Rang einer solchen Weiterentwicklung der Infrastruktur im Dreiländereck.

Präzision und Zuverlässigkeit Im Herzkatheter-Labor können zum einen Diagnosen erstellt werden, indem Verengungen und Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen sichtbar gemacht werden. Zum anderen können die Experten der Klinik die Instrumente auch direkt zur Therapie nutzen, indem beispielsweise mit einem durch die Leiste eingeführten winzigen Ballon die Gefäße geweitet und Verschlüsse eröffnet werden. Die Untersuchung mittels Herzkatheter gilt aktuell als die genaueste Untersuchung der Herzkranzarterien. Sie stellt diese in voller Ausdehnung einschließlich ihrer Nebenäste dar. Auftretende Verengungen oder gar

Verschlüsse werden so mit großer Präzision und Zuverlässigkeit erkannt. Weiterhin wird die Leistungsfähigkeit der Herzkammer beurteilt, was Aufschlüsse über den Gesundheitszustand der Patienten gibt. „Es wurden beste infrastrukturelle und personelle Voraussetzungen für das Wohl der Patienten geschaffen. Gerade in diesem Bereich der Notfallversorgung gilt: Sicherheit hat Vorrang. Daher wird aktuell neben dem Herzkatheter-Labor die gesamte Klinik modernisiert, um auch in Zukunft lebensbedrohliche Notfälle kompetent, nach dem aktuellen Stand der medizinischen Entwicklung, versorgen zu können“, erklärt Prof. Dr. med. Peter Schuster abschließend.

Geschäftsführer Hans-Jürgen Winkelmann und Chefarzt Prof. Dr. med. Peter Schuster stellen neues Herzkatheterlabor vor

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Soziales

Handreichung für Patienten Krankenhaushilfe seit 35 Jahren im Krankenhaus aktiv

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rankenhaushilfe steht auf den Namensschildern, aber meist werden sie Grüne Damen und Herren genannt und das, obwohl sie im St. Marien-Krankenhaus Siegen keinen grünen Kittel tragen und die Patienten in zivil aufsuchen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Krankenhaushilfe stehen Menschen während ihres Krankenhausaufenthalts bei und sind aus dem Krankenhaus nicht mehr wegzudenken.

35 Jahren den Patienten des Hauses ihren begleitenden Dienst an. Grundlage für die Arbeit ist ein Konzept der

Konzept der Caritas realisiert Die Krankenhaushilfe im St. Marienkrankenhaus Siegen, ein ehrenamtlicher Besuchsdienst, bietet nun seit M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1

Jahrelang auf Station: der Bücherwagen

Caritas-Konferenzen Deutschlands, das auf Anregung der Evangelischen Krankenhaushilfe zurückgeht. „Damals haben wir als eine der ersten Gruppen in der Diözese diesen Dienst mit fünf Damen begonnen. Für uns bedeutete es 1976 ein unberechenbares Unternehmen, ohne vorbereitende Einführung oder Schulung diese Aufgabe zu übernehmen. Außer unserer Bereitschaft zu helfen, wo unsere Hilfe gebraucht wurde, zuzuhören, wo Not und Sorgen ausgesprochen wurden, und der Zeit, die wir zur Verfügung stellten, konnten wir nichts anbieten. Aber schon bald gewannen wir aus unseren Erfahrungen im Umgang mit den Patienten und dem positiven


Soziales

Grüne Damen im St. Marien-Krankenhaus Die Katholische Krankenhaushilfe setzt seit über 30 Jahren Maßstäbe für bürgerschaftliches Engagement. Die so genannten Grünen Damen und Herren haben sich ehrenamtlich zusammengeschlossen, um die Sorgen der Patientinnen und Patienten mitzutragen und Hilfen im persönlichen Bereich zu geben. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Gespräch mit Ihnen, die Erledigung von Besorgungen sowie die Kontaktaufnahme zum Sozialdienst, zu den Seelsorgern oder Verwandten. Die Katholische Krankenhaushilfe wurde nach dem Vorbild evangelischer Krankenhaushilfen im Herbst des Jahres 1976 gegründet. Als erste Gruppe in der Erzdiözese Paderborn übernahmen damals fünf Damen im St. Marien-Krankenhaus Siegen diesen Dienst, der nun in vielen Krankenhäusern zur festen Einrichtung geworden ist.

Echo Mut, diesen wichtigen Dienst zutragen und Hilfen im persönlichen chert hat. Im Sinne eines solchen weiterzuführen“, erinnert sich Doris Bereich zu geben. Vor allem geht es gegenseitigen Austausches möchten Paar gegenüber der MARIEN konum das Gespräch und den Kontakt wir auch in Zukunft unseren Dienst kret. Zunächst hat die Krankenhauszum Patienten, für den die Krankheit verstehen nach unserem Leitwort: hilfe auch Aufgaben des heutigen oft eine besondere Krise seines LeWeil der Mensch den Menschen Sozialdienstes mitübernommen, wie bens bedeutet und Einsamkeit, Sorge braucht.“ Vermittlung von Haushaltshilfen und und Ungewissheit mit sich bringen Heimplätzen nach der Entlassung. kann. Wer sich für ein Engagement bei der „Dies waren manchmal für Krankenhaushilfe interesuns recht schwierige Aufsiert, kann sich an Bettina „Außer unserer Bereitschaft zu helfen, gaben“, so Doris Paar. 1986 Anderl (mittwochs von 9 bis zuzuhören und Zeit zu haben, konnten wir kam die Betreuung der Pati11 Uhr, Tel.: (0271) 231nichts anbieten“. entenbücherei hinzu. 2623) oder an das SekretaDoris Paar riat der Pflegedirektion, Tel.: (0271) 231-2302 wenden Zukunft gestalten und sich unverbindlich informieren. Doris Paar: „Rückblickend können Weitere Informationen sind auch im wir sicher sagen, dass uns bei allem Die Gruppe besteht zur Zeit aus 13 Internet unter www.marienkrankenSchweren und Bedrückenden, das Personen, die sich bemühen, die Sorhaus.com zu finden. wir erlebt haben, auch vieles bereige um den kranken Menschen mitMarien konkret  63/11

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Gesundheit

7.000 Teilnehmer beim 8. Siegerländer Firmenlauf St. Marien-Krankenhaus Siegen stellt zweitgrößtes Team

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um achten Mal nahm das St. Marien-Krankenhaus die beiden Läufer nach 17:39 Minuten über die Ziellinie, Siegen mit einer großen Mannschaft beim Siedicht gefolgt von Routinier Thomas Braukmann. Dieser gerländer Firmenlauf teil. Bei angenehmen Temhatte 2004 den ersten Firmenlauf gewonnen. Bei den peraturen ließen es sich fast 200 Mitarbeiterinnen und Frauen gewann Lisa Jaschke (20:14 min.) vor Caprice Mitarbeiter nicht nehmen, zusammen mit über 7.000 Giehl (20:28 min.) – Team Orthopädie – und Rebekka OtLäuferinnen und Läufern aus insgesamt 400 Firmen die terbach (21:59 min.). etwa fünf Kilometer lange Strecke zu absolvieren. Tau„Die sportliche Leistung steht nicht im Vordergrund, sonsende Zuschauer, 19 Stimmungspunkte mit Bands und dern dass Kollegen aus unterschiedlichsten Abteilungen Musikanlagen, sowie etliche private Initiativen – das St. vom Auszubildenden bis zum Chef gemeinsam unterwegs Marien-Krankenhaus Siegen hatte eigens einen Pavillon sind und dabei Spaß haben“, erläutert Petra Gahr das aufgebaut –, feierten gemeinsam mit den Läufern und Konzept des Firmenlaufes. Walkern. Siegen hatte wieder seinen Karneval. Die Preise für die besten Kostümierungen des Firmen„Es war toll, dass sich so viele Mitarbeiter angemeldet laufs gingen an die „Turbo-Twins“ aus Neunkirchen (Firhaben und dass das gesteckte Ziel von 150 Läufern im ma Robert Thomas), Greenpeace Siegen (Das laufende Jubiläumsjahr sogar noch übertroffen wurde“, freute Atom-Moratorium) gefolgt von Ferndorf Rohren – Motto: sich Petra Gahr vom Zentralen Dienst Personal. Jeder Rohre von Natur aus rund. Krankenhaus-Teilnehmer am Firmenlauf erhielt ein Bange Minuten um „Die sportliche Leistung steht nicht blaues Funktionsshirt mit Kollegen im Vordergrund.“ dem Aufdruck „150 Jahre Petra Gahr näher am Menschen“. Während des Laufs erlitt ein Läufer aus dem St. Marien-Krankenhaus Team steht im Zentrum Siegen einen Infarkt. Dank der sofortigen Hilfe durch die mitlaufenden Ärzte und der innerhalb kürzester Zeit Dicht gedrängt stehen die Starter in der Bismarckstraße eintreffenden Notärzte konnte der Läufer sofort intenund lauschten den Grußworten von Landrat Paul Breuer siv behandelt und schließlich im Krankenhaus gerettet und den Bürgermeister der Stadt Siegen Steffen Mues. werden. Die mitlaufenden Mitarbeiter waren geschockt Punkt 19:30 Uhr wurde dann der Startschuss gegeben und bangten um ihren Kollegen. Das Team des St. Mariund eine bunte Karawane machte sich auf den Weg in en-Krankenhauses Siegen sagte selbstverständlich auch Richtung Siegener Innenstadt und zurück. Nach rund 17 die Feier zum Firmenlauf ab. Die Feier soll nun auf dem Minuten bogen die ersten Athleten auf die Ziellinie ein. großen Mitarbeiterfest in der Siegerlandhalle im Herbst Tim-Arne Sidenstein und Tobias Dreier waren gleichauf, nachgeholt werden. einen Schlussspurt ersparten sie sich. Hand in Hand liefen

Lahme, die gehen?

Stau in Weidenau Marien konkret  63/11

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Gesundheit

Kaffeemühle, Mensch ärgere Dich nicht & Stricknadeln Das St. Marien-Krankenhaus Siegen packt den Erinnerungskoffer

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ie Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz rückt immer mehr in den Fokus des Krankenhausalltags. Hier sollen funktionale Abläufe eine schnelle Entlassung gewährleisten. Diese setzten jedoch ein „Funktionieren“ des Patienten voraus. Doch nimmt die Zahl der Patienten zu, für die ein Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Demenz zu einem Trauma wird. Die Aufnahme ins Krankenhaus bedeutet für diese Patientengruppe eine einschneidende Veränderung des bisherigen Tagesablaufs. Das St. Marien-Krankenhaus Siegen hat das Problem erkannt – die Marien konkret berichtete in ihrer letzten Ausgabe – und hat unterschiedliche Maßnahmen ergriffen.

Koffer packen Das Krankenhaus packt nun den „Erinnerungskoffer“, um den Krankenhausaufenthalt und -alltag für Patienten mit Demenz sinnvoller zu gestalten.

„Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, sich in unserem Hause wohler zu fühlen“, sagt Daniela Schneider, die das Projekt jüngst vorstellte. Die Koffer wurden von der Gesundheitsund Krankenpflegerin im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Fachkraft für gerontopsychiatrische Pflege und Betreuung entwickelt.

Angebot startete im Mai Die „Erinnerungskoffer“ für das Krankenhaus wurden insbesondere auf die Bedürfnisse von Menschen mit dementiellen Erkrankungen abgestimmt. Unter anderem laden Kaffemühle, Stricknadeln, alte Fotos, Spiele und Gesangsbücher die Patienten sowie ihre Angehörigen

zum Erinnern und Beschäftigen ein. Zum Start des neuen Angebots wurden im Mai zunächst zwei Koffer zur Verfügung gestellt. Diese sind über die Patienteninformation zu beziehen und stehen jederzeit für unsere Patienten und ihre Angehörigen zur Verfügung. Die Erweiterung des Beschäftigungsangebots wird angestrebt. „Da sind wir immer auf der Suche nach neuen alten Inhalten sind, freuen uns sehr über Gegenstände ‚aus alter Zeit‘“, sagt Initiatorin Daniela Schneider.

Weiterentwicklung der Angebote Weil das Team der Pflegedirektion die Qualität der Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz im St. Marien-Krankenhaus Siegen sicherstellen und die Inhalte den Bedürfnissen dieser Patienten entsprechend weiter entwickeln möchte, freut es sich über Verbesserungsvorschläge.

Erinnerungskoffer M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1


Perspektiven

Neuer Chefarzt in der Kardiologie Prof. Dr. med. Michael Buerke Ab 1. Oktober 2011 Nachfolger von Prof. Dr. med. Peter Schuster

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n der Autostadt Wolfsburg wurde Michael Buerke 1964 geboren; er ist verheiratet mit Frau Dr. Ute Buerke und hat drei Kinder: Audrey zwei Jahre, Jeffrey acht Jahre und Kenneth 14 Jahre. Nach dem Abitur hat Michael Buerke in Gießen Medizin studiert und in der Gruppe Suttorp/Seeger (Thema: „Stimulation der Synthese des Plättchen-aktivierenden Faktors (PAF) in Endothelzellen und Neutrophilen durch Staphylococcus aureus AlphaToxin“) promoviert. Das AIP und die Facharztausbildung hat er an der Johannes-Gutenberg-Universität in der II. Medizinischen Klinik bei Prof. Dr. med J. Meyer absolviert. Während dieser Zeit hat Michael Buerke von 1992 bis 1994 während eines Forschungsaufenthaltes an der Thomas Jefferson University in Philadelphia, USA zu Pathomechanismen der myokardialen Ischämie und Reperfusion und im besonderen über Mechanismen der Leukozytenakkumulation geforscht. Wichtige Stationen seiner klinischen Ausbildung waren kardiologische, gastroenterologische und angiologische Stationen, Herzkatheterlabor, Endokriniologie, kardiologische und allgemeine Intensivstation. Neben der klinischen Ausbildung hat er in Mainz wissenschaftliche Fragestellungen zur Restenose und Inflammation im Kardiovaskulären System bearbeitet. Dabei war ihm die Kombination von in vitro Untersuchungen und Bestimmungen am Patienten und auch klinische Studien wichtig. Die Venia legendi für das Fach Innere Medizin mit dem Titel „Bedeutung der Leukozyten-Endo-

thel-Interaktion im Rahmen der myokardialen Ischämie und Reperfusion“ hat Michael Buerke 2000 erlangt. Dafür wurde er mit dem E.K.-FreyPreis der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin 2001 ausgezeichnet. Die Weiterbildung mit der Schwerpunktbezeichnung Kardiologie hat er 2001 beendet. Im Jahre 2002 hat Michael Buerke eine Oberarztstelle an der MartinLuther-Universität in Halle/Saale (Medizinische Klinik III, Direktor Prof. Dr. K. Werdan) angenommen. Als leitender Oberarzt hat er an der Klinik Schwerpunkte wie akute Herzinsuffizienz, ECMO-Programm, Chest-Pain-Unit, Pulmonal arterielle Hypertonie, Aortenklappen-Stents, Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern und Kardiovaskuläre Bildgebung etabliert und weiter ausgebaut. Er baute ein STEMI-Netzwerk auf, um die Versorgung mit allen beteiligten Partnern zu standardisieren und zu verbessern. Mit den niedergelassenen Kollegen wurde eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der KHK-Versorgung und bei Patienten mit Vorhofflimmern gepflegt. In Halle hat Michael Buerke die Zusatzbezeichnung internistische Intensivmedizin erworben. Die Erstellung der DGK Leitlinie zur Endokarditis und zum kardiogenen Schock hat er aktiv mit gestaltet. In der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie hat er die Arbeitsgruppe Hämostase und Thrombose geleitet und ist in der Task-Force Chest-Pain-Unit aktiv. In der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin

leitet Michael Buerke den Nukelus „Kardiale Dysfunktion bei Sepsis und Schock“ und ist seit 2010 Präsident der Gesellschaft. Dort hat er aktiv die Weiterbildung in Form von ICU-Beginner-Kursen und Facharztkursen initiiert. Zusätzlich hat Michael Buerke einen Studiengang „Management im Gesundheitswesen“, an der Fachhochschule Coburg erfolgreich absolviert. Privat verbringt er gerne Zeit mit der Familie, beim Joggen und Radfahren. Prof. Michael Buerke wird bei einem Festakt am 30. September 2011 offiziell in sein Amt als Chefarzt der Medizinischen Klinik II eingeführt. Die MARIEN konkret wird ausführlich berichten. Marien konkret  63/11

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Soziales

Teufelskreis durchbrechen Hilfe für Mädchen und Frauen in Krisensituationen

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n diesem Jahr liegt der Fokus der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein in der Förderung von Krisenpräventionsprojekten bei jungen Familien. Exemplarisch steht hierfür ein Projekt, dass aktuell in der Frauenklinik des St. Marien-Krankenhauses Siegen initiiert wird: Hier werden insbesondere junge Frauen und Mädchen in schwierigen Lebenssituationen beraten oder bei der Bewältigung einer Krise unterstützt. „Eines der wesentlichen Kriterien für die Unterstützung eines Projektes ist, dass es Familien in Notlagen hilft und Lücken in der Versorgung schließt. Daher möchten wir uns in diesem Jahr schwerpunktmäßig der Unterstützung von Familien und hier insbesondere von Frauen in Krisensituationen widmen“, sagt Dr. Theodor R. Gräbener, Vorsitzender

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des Stiftungsrats der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein im Gespräch mit der Marien konkret. „Vorstand und Stiftungsrat der Katholischen Sozialstiftung SiegenWittgenstein bitten Sie um eine wohlwollende Unterstützung dieses Anliegens, das dazu beiträgt, einen oft zu beobachtenden Teufelskreis zu durchbrechen.“

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Ein Beispiel unter vielen „Perspektiven, Handlungs- und Lösungsansätze für jeden Einzelfall werden gemeinsam mit den Betroffenen entwickelt“, erklärt Hubert Berschauer aus dem Stiftungsrat. Hilfesuchende sollen bei der Bewältigung von Krisensituationen gestärkt werden. Ein Beispiel unter vielen: „Chantall ist in einer Alkoholiker-Familie aufgewachsen. Sie erlebte viel häusliche Gewalt und sexuelle Übergriffe. Ihre Bezugsperson als Kind war ihre Oma, die leider schon verstorben ist. Immer wieder gerät ihr Leben aus den Fugen. Ihre erste Ehe mit einem gewalttätigen Mann, mit dem sie zwei Kinder hat, ist in die Brüche gegangen. Auch mit ihrem zweiten Ehemann hat sie Probleme wie auch mit einem ihrer Kinder, das nun im


Soziales

Teenageralter ist. Ihre Ausbildung hat sie abgebrochen und ist hoch verschuldet. Sie fühlt sich wie ausgelaugt, ist oft überlastet und hat Angst, zusammenzubrechen. Und das kurz vor der Niederkunft ihres dritten Kindes.“ Die Katholische Sozialstiftung möchte Frauen wie Chantall in ihrer bedrückenden Lebenssituation helfen und unterstützt am St. Marien-Krankenhaus ein vielversprechendes Projekt der Krisienprävention, das gemeinsam mit dem Sozialdienst Katholischer Frauen realisiert werden soll. „Junge Frauen sollen eine Perspektive für ihr Leben erhalten und erfahren, dass sie mit ihren Sorgen und Nöten angenommen werden“, so Hans-J. Winkelmann, Geschäftsführer des St. Marien-Krankenhauses. „Auch wenn die Sozialstiftung hier nur initial tätig werden kann, ist ein Anfang für Familien in Krisensituationen gemacht – ein Anfang in ‘klei-

nen Schritten‘, der den Teufelskreis aus häuslicher Gewalt und Perspektivlosigkeit durchbricht.“

Flucht in den Rausch

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Perspektiven

40 Jahre Anästhesie Die Klinik für Anästhesie feiert ein Jubiläum. Dr. med. Annette Wilmes gründete vor 40 Jahren diese Abteilung.

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Perspektiven

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m 1. August 1971 wurde die Anästhesie im St. Marien-Krankenhaus Siegen zum ersten Mal in einer eigenständigen Abteilung zusammengefasst und unter die ärztliche Leitung einer Chefärztin gestellt. Diese Aufgabe übernahm damals Frau Dr. med. Annette Wilmes, Fachärztin für Anästhesie, die ihre Ausbildung am Institut für Anästhesie und Intensivmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München absolviert hatte. Die Ärztin war damit auch die erste Chefärztin am Siegener Kampen. Hatten zuvor Pflegekräfte unter der ärztlichen Aufsicht der Operateure die Narkosen durchgeführt, so wurde ab dem Jahr 1971 auch im St. Marien-Krankenhaus Siegen die Anästhesie zu einem medizinischen Teilgebiet mit Facharztstandard.

Anästhesie Spätzünder in Deutschland

leitet sich aus dem Altgriechischen ab und beschreibt den Zustand der Empfindungslosigkeit zum Zweck einer operativen oder diagnostischen Maßnahme. Die medizinische Fachdisziplin der „Anästhesiologie“ befasst sich mit der Durchführung von Anästhesieverfahren, hat heute aber auch fachliche Schwerpunkte in der operativen Intensivmedizin, der Schmerztherapie sowie der Palliativbehandlung. Aufgrund ihrer besonderen Erfahrung in der Sicherung der Atmung und der Herz-Kreislauf-Funktion wirken Anästhesisten innerhalb des Krankenhauses aber auch außerhalb regelmäßig als geschulte Notärzte in der Akutversorung von Patienten.

1971 - 2002 Dr. med. Annette Wilmes, erste Chefärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

Jährlich rund 10.000 Narkosen

Auf Bundesebene war bereits im Jahr 1953 die „Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“ gegründet worden, mit dem Ziel, die Anästhesie auch in Deutschland als eigenständiges medizinisches Fachgebiet zu etablieren. Damit sollte vor allem das medizinische Versorgungsniveau und die Sicherheit der Patienten während und nach der Operation entscheidend verbessert werden. Der Anstoß hierzu kam hauptsächlich aus den USA und aus Großbritannien, wo sich die Anästhesie bereits 50 Jahre früher zu einem eigenständigen medizinischen Fachgebiet entwickelt hatte. Der Begriff „Anästhesie“

Mehr als 20 ärztliche Mitarbeiter und fasst ebenso viele Fachpflegekräfte stellen aktuell unter der Leitung von Prof. Dr. med. Werner Hering die anästhesiologische Versorgung der Patienten im St. MarienKrankenhaus Siegen sicher. Bei den alljährlich rund 10.000 von der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin durchgeführten Narkosen ist es uns ein stetes Anliegen, fachliche Kompetenz auf hohem Niveau zu gewährleisten, dadurch größtmögliche Sicherheit für unsere Patienten zu garantieren und durch menschliche Zuwendung und Freundlichkeit Vertrauen zu schaffen.

Seit 2002 Chefarzt: Prof. Dr. med. Werner Hering (rechts)

Arbeiten im zentral-OP Marien konkret  63/11

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Perspektiven

Perfekter Dreiklang zwischen Mensch, Organisation und IT OP-Organisation im St. Marien-Krankenhaus

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in effizienter Betrieb des Operationsbereichs ist ohne IT-Unterstützung nicht mehr vorstellbar. Leerstände und Mängel in der Ablaufplanung in diesem sensiblen Bereich wirken sich umgehend auf die Wertschöpfung des Krankenhauses aus. Eine Software-Lösung unterstützt das St. Marien-Krankenhaus auf den Weg hin zu einem effizienten OP-Management und schafft die Grundlage für das Zusammenspiel von Mensch, Organisation und IT.

IT als Planungshilfe Für das St. Marien-Krankenhaus hat der Operationsbereich einen hohen Stellenwert. Über 11.000 OPs finden hier jährlich statt. Bis zu zehnköpfige OP-Teams arbeiten in den acht Operationssälen und greifen auf eine hochwertige Ausstattung zurück. Diesen komplexen Bereich gilt es zu koordinieren. Die Aufgabe eines OPKoordinators hat Dr. med. Martin

Teamarbeit im neuen Zentral-OP M ARIEN k o n k r e t   6 3 / 1 1

Schmelling inne. Er wirkt einerseits bei Operationen als Anästhesist mit und koordiniert andererseits übergreifend die Besetzung der Säle. Ihn unterstützt die IT als wertvolle Planungshilfe. Je nach Fachrichtung planen die einzelnen Kliniken mit unterschiedlichen Zeitmodellen: Die Orthopädie hat üblicherweise einen sehr hohen elektiven Anteil. Bei Operationen in der Chirurgie, Handchirurgie und Gynäkologie liegt zudem ein hohes Dringlichkeitspotenzial vor. Dementsprechend wird mit Wochenplänen gearbeitet, die schließlich mit Tagesplänen harmonisiert werden.

Saalbezogene Planung Jede Klinik bewegt sich dabei vorrangig innerhalb ihrer zugewiesenen Kontingente, die im Bedarfsfall geändert werden können. Aus den zugewiesenen Kontingenten werden die OP-Anmeldungen in einer späteren

Planungsphase per Drag-&-Drop auf die OP-Säle gezogen. Eine kontingentbezogene Planung wird dadurch zu einer saalbezogenen Planung, in der die genaue Reihenfolge und Saalzuordnung festgelegt wird. Der OP-Plan wird spätestens am Vortag durch den OP-Koordinator bestätigt und damit fixiert. Die kontingentbezogenen OP-Anmeldung und Vorplanung erlaubt dabei ein hohes Maß an Planungssicherheit, da alle erforderlichen Ressourcen für den OP-Tag auch tatsächlich geprüft und vorhanden sind. Zu einer bestmöglichen Planung des Tagesprogramms kommt die Komponente der ungeplanten Ereignisse, die Notfälle. Es bedarf einer großen Erfahrung, Notfälle geschickt um die elektiven Operationen herum zu platzieren. Notfälle und nachgemeldete Patienten können in das laufende Programm übernommen werden oder Operationen abgesetzt werden. Der Fortschritt in den einzelnen Sälen

OP-Koordinator Dr. med. Martin Schmelling


Perspektiven

kann er agieren und umso höher ist wird erkennbar. Den Unterschied Komplexer Bereich die Zufriedenheit bei allen Beteiligten. zwischen einer isoliert eingesetzDie zeitsynchrone Dokumentation ten Planungssoftware und einem In der OP-Ablaufsteuerung wird am mittels fd-klinika.plus ist bei jeder ausgefeilten integrierten ManageTag der Operation eine Echtzeitlinie Operation zu erreichen. Hausindivimentsystem für den Operationsbemit der aktuellen Systemzeit einduelle Pflichtfelder und logische Bereich macht das zugrunde liegende geblendet. Entsprechend der OPdingungen werden in den StammdaProzesswissen aus. Dieses muss auf Fortschritte in den einzelnen Sälen ten festgelegt. Die OP-Dokumentation einem klinikweiten Multiressourcenwird der Status der Operationen ist in der Regel abgeschlossen, sobald Management aufsetzen, welches die dokumentiert (Patient anwesend, der Patient den Saal verlässt. Die synBehandlungsplanung und LeistungsSchnitt, OP-Ende etc.). Daraus werchrone Dokumentation ist ein Beitrag koordination einheitlich organisiert, den die OP-Abläufe grafisch erkennzur Patientensicherheit um wirkliche Mehrwerte zu im Rahmen der Risischaffen. Wichtig ist ein sau„Es ist nicht immer leicht, allen Akteuren ko- und Fehlervorsorge beres und schnelles Arbeigerecht zu werden.“ des St. Marien-Krankenten gemäß Regieanweisung. Dr. med. Martin Schmelling hauses. Die DokumenDenn Verzögerungen haben tation beinhaltet neben Dominoeffekte zur Folge. anderen auch Kriterien OP-Absagen aus organisawie beispielsweise eine Zählkontrolle torischen Gründen sind dabei nicht bar. Auf Schmellings Initiative hin vor dem Wundverschluss. Geplant ist nur für das Krankenhaus, sondern wurde zusätzlich eine farblich kozusätzlich die Integration der WHOauch für Patienten ein Problem. Die dierte Ablaufsteuerung nach dem Checkliste Patientensicherheit. DarüAnforderungen an eine OP-ManageAmpelprinzip geschaffen. Die Überber hinaus stellt sie eine elementare ment-Software lauten daher: Schnell, sicht informiert auf einen Blick, wie Datenquelle für das Controlling und einfach und intelligent, damit eine voweit die jeweilige Operation fortgedamit die Basis für Entscheidungen rausschauende Planung umsetzbar schritten ist. Eine grüne Kodierung der Geschäftsführung dar, indem sie ist. Anmeldung, Planung und Dokuzeigt dabei an, dass die Operation das Datenmaterial für vielschichtige mentation müssen ineinander greibeendet ist. Je früher eine absehAuswertungen und Statistiken rund fen. Alle wesentlichen Informationen bare Änderung dokumentiert und um das OP-Management liefert. müssen permanent verfügbar sein. kommuniziert wird, desto effizienter Marien konkret  63/11

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Schwerpunkt

Die Wucht des erlebten Schicksals Ausstellung anlässlich des Sozialen Forums im Dekanat Siegen

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as Dekanat Siegen wählt mit der Ausstellung „Die Wucht des erlebten Schicksals“ einen besonderen Weg, um auf das Soziale Forum hinzuweisen. Es zeigt vom 27. September bis zum 19. Oktober im St. Marien-Krankenhaus Siegen diese vielbeachtete Ausstellung des Hamburger Künstlers Ulrich Rölfing, die 25 Bewohner des Antoniusheim aus dem münsterländischen Vreden – Obdachlose – porträtiert in Öl zeigt.

Erlebbarer Armut stellen Der erste Blick auf die Bilder zerstört verbreitete Klischees: Die Porträts zeigen Menschen wie du und ich. Nur vereinzelt lassen die Gemalten erkennen, dass es sich um ehemalige Obdachlose handelt. Es drängt sich der Vergleich auf, dass das eine oder andere Bild in der „guten Stube“ hängen könnte und vielleicht den Opa der Familie zeigt.

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„Angesichts der Erfahrung, dass die Schere von arm und reich auch in wirtschaftlich besseren Zeiten immer weiter aufgeht, erscheint uns gerade diese Ausstellung geeignet, die Schwerpunkte des diesjährigen Sozialen Forums zu vermitteln“, so Dechant Werner Wegener. „Insbesondere der erlebbaren Armut wollen wir uns stellen.“ Dicke Striche, helle, aber nicht knallige Farben benutzte der Künstler Ulrich Rölfing, um die Bewohner des Antoniusheimes im münsterländischen Vreden zu malen. „Schnappschüsse“ hat er geschaffen, so genau sein Strich. Da ist der Mann, der mit schräg gestelltem Kopf skeptisch von unten nach oben blickt. Auf einem anderen Bild hat ein Mann mit Hut den Mund geöffnet – atemlos vielleicht, vielleicht aber auch staunend. Isoliert betrachtet, sind die Bilder unspektakulär. Sie könnten also gut und gerne im Wohnzimmer hängen.

Bemerkenswert werden sie erst, wenn man die Lebensgeschichten der porträtierten Männer liest. Mit ihrer Erzählung wandeln sich die Momentaufnahmen zu erlebten Schicksalen. Ihre Lebensgeschichten erzählen vom kleinen Glück – vom beruflichen Erfolg als Handwerker, vom Familienidyll. Und sie verdeutlichen, dass das Schicksal dieser Männer jedem widerfahren kann. Arbeitslosigkeit, Scheidung, plötzliche Krankheit – sie haben die Gemalten aus der Bahn geworfen. So wie Gerhard A.: Zwei gescheiterte Beziehungen liegen hinter dem gelernten Metzger. Eine hielt sogar zehn Jahre lang, vier Kinder sind aus dieser Verbindung hervorgegangen. Doch unterschwellig begleitete Gerhard A. immer ein Alkoholproblem. Als seine Mutter 2001 starb, kam der totale Absturz. Drei Jahre später landete er im Antoniusheim und fand dort über eine Beschäftigung in der Gärtnerei wieder zu einem fast normalen Leben. „Wie bei der Ausstellung nehmen wir beim Sozialen Forum ein breites Spektrum von Situationen und Hintergründen in den Blick. Und dahinter verbergen sich individuelle und erlebte Schicksale“, so Dechant Wegener. Die Ausstellung „Die Wucht des erlebten Schicksals“ ist montags bis sonntags von 8.30 bis 20.00 im Kapellenfoyer des St. Marien-Krankenhauses Siegen zu sehen. Eröffnet wird die Ausstellung am 27. September um 18.30 Uhr mit einem Gottesdienst. Der Eintritt ist frei. Das gleichnamige Buch ist im Verlag Aschendorff erschienen.


Schwerpunkt

Kein Patriarch einer Bauernfamilie sondern ein ehemaliger Obdachloser in Öl. Das Bild ist Teil der Ausstellung „Die Wucht des erlebten Schicksals“.

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Gesundheit

Ressource Mensch Zentrale Dienste Personal entwickelt Konzept

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Eine Umstrukturierung der Personalabteilung führte ab dem Jahr 2008 zur Abteilung „Zentrale Dienste Personal“. Mittlerweile haben sich hier die Zweige Personalcontrolling, Personalservice und Personalentwicklung kontinuierlich entwickelt.

Personalentwicklung Seit dem Jahr 2009 wurde das Konzept zur Personalentwicklung erarbeitet, in den verschiedenen Gremien beraten und im Juni 2011 durch die Geschäftsführung freige-

geben. Als Konzept beschreibt es eine Grundvorstellung und enthält Leitgedanken – gleichzeitig dient es der Transparenz innerhalb des Unternehmens. Das Konzept, hinterlegt im Dokumentenlenkungssystem, beschreibt Vorhandenes wie Zukünftiges und soll Orientierung und Hilfe für aktuelles wie zukünftiges Handeln geben. Vor allem aber möchte das Konzept zur aktiven Mitwirkung einladen, da Personalentwicklung immer dynamisch ist und sich in den nächsten Jahren durch Erfahrungen, Ideen und Veränderungen der Rahmenbedingungen

Was ist das? Personalentwicklung – Dies bedeutet eine Zusammenfassung aller systematisch gestalteten Prozesse, die es ermöglichen, das Leistungs- und Lernpotenzial von Mitarbeitern zu erkennen, zu erhalten und zu fördern. Dabei verstehen wir Personalentwicklung als eine kontinuierliche Aufgabe, dies bedeutet für uns auch, unsere Strategie in Fragen der Personalentwicklung transparent darzulegen.

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weiter entwickeln wird. Ergänzend wurde ein Konzept zur Einführung und Einarbeitung von Mitarbeitern für das St. Marien-Krankenhaus entwickelt und Handlungsleitfäden für Fördergespräche in der Pflege sowie in den Zentralen Diensten herausgegeben. „Wir verstehen Personalentwicklung auch als Prozess der beruflichen Entwicklung mit den Bausteinen Orientierung, Ausbildung und Qualifizierung. Als Unternehmen mit mittlerweile mehr als 1.700 Mitarbeitern besteht damit auch seitens des Trägers eine besondere Verpflichtung und Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“, heißt es im Konzept.

Ausbildung Berufliche Ausbildung ist ein entscheidendes Instrument der Personalrekrutierung, denn in qualifizierten Mitarbeitern wird die


Gesundheit

individuelle Förderung zu ermöglichen. Im Rahmen der Aktivitäten zum 150jährigen Jubiläum findet am 20. Oktober 2011 der „Tag der Ausbildungsberufe“ im St. MarienKrankenhaus statt. Der Tag steht unter der verantwortlichen Koordination von Klaus Stinner als Leiter der Krankenpflegeschule. Hartmut Goubeaud zitiert dann das Leitbild des Unternehmens, in dem es heißt: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten erhält jeder Mitarbeiter die für seine Aufgaben notwendige Fort- und Weiterbildung. Alle sind gefordert, ihren Kenntnis- und Wissensstand zu aktualisieren. Bei uns wird Fort- und Weiterbildung fortlaufend durchgeführt und ständig weiterentwickelt. Wir betreiben eine

langfristig ausgerichtete Personalentwicklung, die Mitarbeiter motiviert.“

Fort- und Weiterbildung Seit dem Jahr 2003 wird im Unternehmen die Fort- und Weiterbildung groß geschrieben. Mittlerweile wurde das Team der Fort- und Weiterbildung personell aufgestockt und drei Koordinatoren benannt. Diese garantieren eine reibungslose Organisation aller Veranstaltungen, stehen als unmittelbare Ansprechpartner zur Verfügung und vertreten sich gegenseitig. Erstmalig wurde im Jahr 2011 ein Jahreskalender herausgebracht, der zur besseren Planung für potenzielle Teilnehmer

Jahresbericht 2010

Zukunft des Unternehmens gesehen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Ausbildung der Ärzte und Fachärzte sowie der Gesundheitsund Krankenpflegekräfte. „Darüber hinaus bilden wir in weiteren zwölf Berufsfeldern aus und möchten dazu beitragen, jungen Menschen berufliche Handlungskompetenzen zu vermitteln“, so Hartmut Goubeaud gegenüber der MARIEN konkret. Momentan werde die Einführung „Ausbildungsbegleitender Hilfen“ angestrebt, um leistungsschwachen Auszubildenden eine

2011 wurde erstmals für alle Bereiche ein Jahresbericht erstellt. Alle im Unternehmen innerhalb eines Jahres durchgeführten internen Veranstaltungen wurden hierzu erfasst und aufgeführt, besonders unter der Berücksichtigung der Anzahl, der Dauer und der Teilnehmerzahlen, zusätzlich mit den entsprechenden Ausgaben und Einnahmen. Auch können die jeweiligen Veranstalter (Kliniken, IBF, Hygiene) separat dargestellt und ebenso extern genutzte Angebote ausgewiesen werden. Im Jahresbericht 2010 wird deutlich, dass das Fort- und Weiterbildungsangebot intensiv genutzt wird. Es ist angedacht, zukünftig ein klares Anforderungsprofil zu erstellen und einheitliche Teilnehmerlisten einzuführen. Damit zukünftig Mitarbeiter die für ihre berufliche Qualifizierung notwendigen Informationen auch unabhängig von beruflichen Dienstzeiten nutzen können, soll auch ein e-learning Angebot im Unternehmen entwickelt werden.

Zukunftsmusik: e-learning am Arbeitsplatz

eine Übersicht aller im Kalenderjahr angebotenen Veranstaltungen aufführt. Darüber hinaus ist die gesamte Raum-, Medien- und Serviceplanung seit 2010 neu konzipiert worden. Die Konzepte zur Fort- und Weiterbildung und Ärztliche Fortund Weiterbildung wurden beide im Juni 2011 fertig gestellt und konnten den Gremien zur Freigabe vorgelegt werden. Die Konzepte beinhalten sämtliche relevanten Informationen und werden zukünftig ebenfalls im Dokumentenlenkungssystem zu finden sein.

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Panorama

Ein Gläschen in Ehren Alkohol und seine Folgen

Schlankheitswahn und Magersucht Die Krankheit ernst nehmen

Die Mehrheit der Schwangeren trinkt gelegentlich Alkohol in dem Glauben, ein Gläschen werde schon nicht schaden – ein fataler Irrtum. Denn Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für Behinderungen von Neugeborenen in Deutschland. Generelle Grenzwerte gibt es nicht: Schon kleinste Mengen Alkohol können irreversible Schäden verursachen. Da Babys Alkohol zu 96 Prozent schlechter abbauen können als Erwachsene, sind schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft gefährlich. Bereits zwei Gläser Wein können schon zu viel sein. Eine Untersuchung von Hirnforschern der Staatlichen Universität von Washington an Mäuseembryonen hat gezeigt, dass bereits ein Alkoholgehalt von 0,7 Promille im Blut massive Nervenschäden im Gehirn des Fötus verursachen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass jede Frau ganz individuell auf Alkoholkonsum reagiert: Elf Prozent der Schwangeren, die nur mäßig trinken, bekommen trotzdem ein Kind mit fetalem Alkoholkonsum. Nur der völlige Verzicht bietet daher absolute Sicherheit für das Kind.

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Magersucht ist die am schwierigsten zu therapierende psychische Krankheit und die mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Meist trifft sie Frauen, vor allem junge Mädchen. Häufig nehmen psychische Erkrankungen in der Pubertät ihren Anfang. Das wundert nicht, denn es ist eine Phase des Umbruchs: Die Kinder fangen an, sich vom Elternhaus zu lösen, die erste Liebe spielt eine Rolle, die ersten sexuellen Kontakte. Hat man den Verdacht, dass ein Freund oder Angehöriger an Magersucht leidet, sollte man unbedingt handeln. Magersucht und Esstörungen sind keine Erkrankungen, die sich von „selbst“ erledigen. Deshalb ist es wichtig, diese psychischen Hilferufe ernst zu nehmen. Es ist jedoch schwierig, Betroffene direkt darauf anzusprechen. Oft reagieren sie mit Ablehnung oder Aggression. Hilfe, wie man solch eine Situation bewältigen kann, bieten zum Beispiel Beratungsstellen.

Verhältnis zur Waage überdenken Muskeln sind schwerer als Fett Oft sagt der Blick auf die Waage nur die halbe Wahrheit, schließlich gibt sie ja nur eine Kilo-Angabe an. Das Normalgewicht sagt nichts über Fitness aus. Denn ein durchtrainierter Kraftsportler bringt durchaus mehr Masse auf die Waage als ein Sportmuffel mit Wampe. Muskeln wiegen eben mehr als Fett. Ein Blick in den Spiegel kann aufschlussreicher sein, denn der zeigt deutlich, wo die Fettpolster und wo die Muskeln sitzen. Und das ist es schließlich, worauf es ankommt. Nur die Zusammensetzung des Körpers ist wichtig.


Panorama

Zivilisationskrankheit Hörsturz Meist ist Stress der Auslöser Der Hörsturz ist die häufigste Funktionsstörung des Innenohrs. Ganz plötzlich ist das Hörvermögen stark eingeschränkt. Zugleich leiden viele Betroffene unter Tinnitus und Schwindelgefühl. Die zunehmende Belastung in der Arbeitswelt führt auch zu einer Belastung im familiären Bereich und auf Dauer kann diese Doppelbelastung auch zu körperlichen Schäden führen. Das gilt auch für jüngere Menschen, die unter der zunehmenden Arbeits-

verdichtung und der Sorge um einen Arbeitsplatz leiden. Doch Stress ist nicht der einzige Risikofaktor. Wie bei einem Herzinfarkt können auch bei einem Hörsturz die gleichen Faktoren eine Rolle spielen: Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus, Fettstoffwechselstörungen oder das Rauchen.

Heiß und heilend!

„Droge“ Kakao?

Kraftstoff für Gehirn, Herz- und Kreislauf

Suchtpotenzial der süßen Speise

Ob wir ihn als kaltes oder warmes Getränk zu uns nehmen, als Gebäck oder als Schokolade auf der Zunge zergehen lassen – Möglichkeiten, Kakao zu genießen, gibt es viele. Eine wahre Götterspeise eben – so heißt ja schon die Pflanze. Der wissenschaftliche Name „Theobroma“ leitet sich ab von: „theo: Gott“ und „broma: Speise“. Kakao heißt also übersetzt „Götterspeise“ – und angeblich ist sie sehr gesund! Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kakao-

zubereitungen mit hochkonzentrierten Flavonoiden die Durchblutung und damit die Reaktionsschnelligkeit des Gehirns deutlich anregen. Diese Wirkung lässt zwar bald wieder nach, aber es gibt Hinweise, dass der regelmäßige Genuss von Kakao sich positiv auf das Altern unseres Denkorgans auswirkt. Das weiß in Mittelamerika fast jeder. Seit Jahrtausenden nutzen die Menschen die kostbaren Samen als hochwertige und anregende Nahrung.

Gesund und lecker – aber macht Kakao am Ende nicht süchtig oder high? Ja, aber nur, wer 2030 kg Vollmilch-Schokolade isst, fühlt sich vermutlich berauscht. Es gibt Kakao-Inhaltsstoffe, die Wohlgefühle auslösen können und die denen im Haschisch und Morphium ähneln. Das Molekül Phenylethylamin ist denen von Amphetaminen, wie Ecstacy, sehr ähnlich. Es kann einen Belohnungsschaltkreis im Gehirn aktivieren und die Kakao genießende Person empfindet Freude. Die in Schokolade gefundenen Mengen sind allerdings so gering, dass keinerlei Sucht- oder Rauschgefahr besteht.

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Panorama

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Liebe Leserinnen und Leser, das Lösungswort in diesem Rätsel ist diesmal eine Person. Bitte die Lösung aufschreiben und bis zum 1. November 2011 an die Redaktion der Marien konkret (St. Marien-Krankenhaus Siegen gem. GmbH, Referat Marketing & Kommunikation, Kampenstr. 51, 57072 Siegen) senden. Unter allen fristgemäß vorliegenden Einsendungen mit richtigem Lösungswort wird ein Überraschungspreis verlost. Gewinner des letzten Rätsels ist Herr Markus Pönitz, Berlin. Es wird keine Gewähr übernommen und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Auflösung erfolgt in der nächsten Ausgabe. Wir wünschen viel Glück! Ihre Redaktion

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Auflösung Rätsel 62 K RUED MM TAPP E A NAN DUT EL Y ROS DNS B F LA L U LONG RAH

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PA C H T AMMA E I NST H I UM S FO L DUBA I VEGAS H ON K ARV T HAL F T E I LUR F R V S H I ND SAT I N I BER R EE N ST I RN B AMME I S ERE I ENT

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Gesundheit

Die sieben größten Feinde des Herzens Die üblichen Verdächtigen

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Gesundheit

Ü

bergewicht, Rauchen, Stress und eine ganze Reihe von anderen Faktoren, von denen man es nicht erwartet hätte, gefährden das Herz. Wer sie alle kennt, kann sie meiden und damit sein Herz möglichst lange gesund erhalten. Herzkrankheiten sind weltweit die häufigste Todesursache, knapp die Hälfte aller Todesfälle in Deutschland geht auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurück. Allein hier zulande erleiden mehr als 250.000 Menschen pro Jahr einen Herzinfarkt, knapp 350.000-mal führten Chirurgen Herzoperationen durch – Bypass, Herzklappe, Herzschrittmacher. MARIEN konkret identifiziert die sieben größten „Feinde des Herzens“.

Bewegungsmangel

tät und werden enger. Das Herz muss deshalb allgemein mehr pumpen, um Blut durch die Gefäße zu pressen.

Bauchspeck Die Fettzellen im Bauchraum funktionieren wie ein selbständiges Organ und produzieren Hormone, die in enger Verbindung mit Entzündungsprozessen stehen. Von diesen weiß man, dass sie wiederum Gefäß- und Herzkrankheiten auslösen können.

Passivrauchen

Der Raucher inhaliert bekannterweise eine ganze Reihe von Giftstoffen, die Krebs auslösen können, den Gefäßen und damit dem Herz schaden. Und das Passivrauchen gefährdet fast ebenso stark. Mehr als 250.000 Menschen pro Jahr erlei-

Wer zu wenig körperlich aktiv ist, riskiert viele Krankheiten, nicht den einen Herzinfarkt, knapp 350.000-mal nur Übergewicht, BlutFalsche Ernährung führten Chirurgen Herzoperationen. hochdruck, Muskel- und Skeletterkrankungen. Er Fett und leicht aufschließgefährdet damit auch sein Herz. Es verliert seine Funkbare Kohlenhydrate sind Gift für die Gefäße. Denn dietionskraft und wird schwach. se Form der Kohlenhydrate, wie sie etwa Zucker und Weißmehl liefern, wandelt der Körper besonders rasch in Fett um. Diabetes Seit etwa zehn Jahren hat die Medizin anhand von Studien erkannt, dass die Vorstufe von Diabetes, das sogenannte metabolische Syndrom, ein starker Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Bluthochdruck Hypertonie tut nicht weh. Trotzdem schadet der zu hohe Druck auf Dauer den Gefäßen. Sie verlieren an Elastizi-

Psychische Belastungen Bekannt ist, dass Stress den Blutdruck erhöht und damit langfristig das Herz gefährdet. Allerdings wird nicht jeder krank, der psychischem Druck ausgesetzt ist. Es kommt nämlich darauf an, wie man sich unter Belastung verhält. Wer sich ständig ärgert und keine Möglichkeit findet, auch mal abzuschalten, hat ein besonders hohes Risiko.

Risikofaktor falsche Ernährung Marien konkret  63/11

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Intern

News

Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Name Tätigkeit

+++  Neuer Facharzt Dr. med. Ibrahim Ali Darwich, Funktionsoberarzt in der Chirurgischen Klinik, hat seine Anerkennung zum Führen der Facharztbezeichnung „Facharzt für Viszeralchirurgie“ erhalten.

+++  Zusatzbezeichnung Dr. med. Martin Schmelling, Oberarzt in der Klinik für Anästhesie, hat seine Anerkennung zum Führen der Zusatzbezeichnung „Intensivmedizin“ erhalten.

+++  Weiterbildung Constanze Brachwitz hat ihre Weiterbildung zur Laktationsberaterin, Fachkraft für Stillförderung abgeschlossen. Ebenfalls erfolgreich beendet hat Jonas Lichtenthäler seine Weiterbildung zum Pflegeexperten für Menschen mit Herzinsuffizienz/Heart Failure Nurse (DGGP).

+++  Zertifizierung Mitte September erfolgte die Visitation des St. Marien-Krankenhauses Siegen zur Zertifizierung nach dem Regelwerk der KTQ/pCC. Der Ausgang des Verfahrens stand zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses noch nicht fest.

+++  DVD mit Bildern Die über 400 ehrenamtlichen Helfer vom Tag der offenen Tür im St. Marien-Krankenhaus Siegen erhalten eine DVD mit den schönsten Impressionen vom großen Sommer-Event. Die DVD erscheint Ende September und wird in den Einrichtungen des Unternehmens verteilt.

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Kesisoglu,Ararat Hesse, Anke-Astrid Tanasa, Diana Lavinis Buschmann, Melanie Weber, Jolande Schneck, Susanne Diehl, Carola Anlauf, Thorsten Alkadri, Mohamad El Din, Ahmed Muntean, Elena Wagner, Daniela Schwarz, Katharina Köstler, Vera Wäschenbach, Yvonne Dr. Großmann, Anne Klaus, Sina Kristin Kröck, Julia Katharina Heinz, Marina Mehmeti, Kushtrim Schol, Denise Weber, Julia Dorothea Schlickau, Mandy Schmidt, Joana Schröder, Sascha Hartmann, Benedikt Schneider, Trapp, Carina Hornung, Anna Elitz, Annica Schimpchen, Elke Opaterni, Waldemar Bötel, Thoralf Oberarzt Dr. Ludwig, Joanna

Handwerker Assistenzärztin Anästhesie Assistenzärztin Med. Klinik II Assistentin der Personalleitung Hauswirtschaftl. Mitarbeiterin Hauswirtschaftl. Mitarbeiterin Hauswirtschaftl. Mitarbeiterin Assistenzarzt Orthopädie Assistenzarzt Chirurgie Assistenzarzt Med. Klinik II Assistenzärztin Gynäkologie Assistenzärztin Med. Klinik II Krankenschwester Z-OP Hauswirtschaftl. Hilfskraft Assistenzärztin Med. Klinik III Assistenzärztin Med. Klinik II Azubi Med. Fachangestellte Azubi Med. Fachangestellte Azubi OTA Azubi OTA Krankenschwester Intensivst. Azubi-OTA Azubi Köchin OTA Zentral-OP Hauswirtschaftl. Hilfskraft Azubi IT-System-Elektroniker CMC Jasmin Hebamme Arzthelferin Ges- u. Krpfl. Med. Fachangest. Stat.-Assistentin Handwerker Orthopädie Assistenzärztin Med. Klinik II

Heiraten Name Tätigkeit Datum Thomas geb. Krämer, Martina Gesundh- u. Krankenpfl. A7

17.05.2011


Geburten Name

Tätigkeit

Datum Kind

Muresan, Ioan-Petru Wittzek, Nina Isabella Tillmann, Andreas Schneider, Nicola Dr. Schönenbrücher, Miriam Aßmann, Rene Krolzig, Martin Grub, Claudia Grub, Andreas Daub, Dorothea

Ass.-Arzt Med.Klinik II Ges.- u. Krankenpfl. Oberarzt Med. Klinik II PTA , Apotheke Ass-Ärztin Med. III Ges.- u. Krankenpfl. A6 Oberarzt Gynäkologie Hausw. Mitarbeiterin Leitung Einkauf z. Zt. Elternzeit

15.05.2011 07.06.2011 19.06.2011 29.06.2011 01.07.2011 05.07.2011 16.07.2011

Stefan Bernard Ben Joel Greta Carolin Fiona Madleen Clara Hanna Joshua Leo Maximilian

07.07.2011

Dana

05.06.2011

Lisann

Marien konkret 64 I 11 Lassen Sie sich in der nächsten Ausgabe folgende Fragen beantworten:

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Wie verliefen die letzten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr? Welches Ergebnis ergab die Zertifizierung? Wie ist der Stand bei den aktuellen Baumaßnahmen? Was erwartet mich Anfang 2012?

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Marien konkret Nr. 63