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Jahresbericht 2017


Grußwort

Liebe Leserinnen und Leser, auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen Einblick in die Tätigkeit der Manfred Lautenschläger-Stiftung im Jahr 2017 geben. Wie auch in den vergangenen Jahren stellen wir dabei nicht alle der 35 geförderten Projekte einzeln vor. Vielmehr werfen wir ein „Schlaglicht“ auf diejenigen, deren Förderung 2017 begonnen oder geendet hat, über die wir bisher noch nicht so ausführlich berichtet haben oder von denen es besonders interessante Neuigkeiten zu vermelden gibt. Wenn Sie sich nach der Lektüre des diesjährigen Berichts über die weiteren Projekte informieren möchten, laden wir Sie ein, auf unsere Internetseite (www.manfred-lautenschlaeger-stiftung.de) vorbeizuschauen. Dort finden Sie neben einer kurzen Beschreibung der geförderten Vorhaben auch die Jahresberichte der vergangenen Jahre und weitere Informationen zur Manfred Lautenschläger-Stiftung. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre.

Catharina Seegelken Geschäftsführerin

Markus Lautenschläger Geschäftsführer

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Beim Stiften geht es um die feste innere Überzeugung des Stifters, immer auch zum Wohle des Ganzen wirken zu wollen. Deshalb habe ich mich 1999 zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung entschlossen. Aus der im Grundgesetz verankerten Sozialverpflichtung des Eigentums folgt für mich aktives bürgerschaftliches Engagement. Von dem, was mir die Gesellschaft ermöglicht hat, möchte ich ihr einen Gutteil zurückgeben. Dr. h. c. Manfred Lautenschläger


Inhalt Grußworte Catharina Seegelken und Markus Lautenschläger

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NEUES PROJEKT MENTOR – Die Leselernhelfer Heidelberg e.V.

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AUS UNSEREN PROJEKTEN Die „Lautenschläger Azekah Expedition“ Zytoplasmatische Aminosäuresensoren Enjoy Jazz

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AUSGELAUFENE FÖRDERUNGEN Lesescouts

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PREISE AutorenPreis des Heidelberger Stückemarkts Manfred Lautenschlaeger Award for Theological Promise James W.C. Pennington Award Manfred Lautenschläger–European Alcohol Research Award 2017

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Das Stiftungsjahr 2017 in Zahlen

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Kuratoriumsmitglieder der Manfred Lautenschläger-Stiftung

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Neues Projekt

MENTOR – Die Leselernhelfer Heidelberg e.V.

MENTOR arbeitet nun seit sieben Jahren in Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis. Diese Initiative von Ehrenamtlichen hat sich zum Ziel gesetzt, die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern zu verbessern. Für die Dauer von mindestens einem halben Jahr widmet sich einmal pro Woche jeweils eine Stunde lang ein Mentor einem Kind, um dieses Ziel zu erreichen.

Anzahl der Lesementoren 250

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0

Kooperierende Schulen identifizieren Schüler, deren Lesekompetenz aus den unterschiedlichsten Gründen verbessert werden soll und ihnen wird, wenn die Eltern ihr Einverständnis erteilen, im Anschluss ein passender Lesementor zugeteilt.

Dez 2010 Dez 2011 Dez 2012 Dez 2013 Dez 2014 Dez 2015 Dez 2016 Dez2017

Interessierte Mentorinnen

Mentorinnen vermittelt

Anzahl der betreuten Schüler 250

MENTOR hat sich im Jahr 2017 erneut, jetzt auch mit Unterstützung der Manfred Lautenschläger-Stiftung, sowohl quantitativ als auch qualitativ weiterentwickelt: Die Anzahl der vermittelten Mentorinnen und Mentoren stieg um 16 auf 184. Weitere 29 Personen sind interessiert, Mentoren zu werden. Derzeit gibt es 22 Partnerschulen (eine mehr als im Vorjahr). Um die Qualifizierung der Leselernhelfer auch weiterhin weiterzuentwickeln, besuchten 2017 drei Mentorinnen das Referentenqualifizierungsprogramm des MENTORBundesverbandes. Zusätzlich wurde das bestehende Fortbildungsangebot um sieben weitere Themen („Vom Vorlesen und Selberlesen“, „Wie lernen Kinder lesen“, „Lesen geht ganz anders!“ und „Büchertipps für Mentoren“) erweitert. Catharina Seegelken

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Dez 2010 Dez 2011 Dez 2012 Dez 2013 Dez 2014 Dez 2015 Dez 2016 Dez 2017

Anzahl der Kooperationsschulen 30 25 20 15 10 5 0

Dez 2010 Dez 2011 Dez 2012 Dez 2013 Dez 2014 Dez 2015 Dez 2016 Dez 2017

Schulen an Kooperation interessiert Vereinbarte Kooperation


Neues Projekt

Landkarte der kooperierenden Schulen Dossenheim 2

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8 15

Eppelheim

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Dilsberg

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21

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Plankstadt

Oftersheim

Neckargemünd

20 4

14

3

Mauer

10

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18 9

Leimen

St. Ilgen

rpfalzschule 1 Dossenheim Kurpfalzschule Dossenheim

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ubergschule 2 Dossenheim Neubergschule Dossenheim

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schwister-Scholl-Schule Kirchheim 3 Geschwister-Scholl-Schule Kirchheim bert-Koch-Förderschule Kirchheim 4 Robert-Koch-Förderschule Kirchheim

öbelschule 5Wieblingen Fröbelschule Wieblingen

eodor-Heuss-Schule Eppelheim 6 Theodor-Heuss-Schule Eppelheim undschulen7 Ziegelhausen Grundschulen Ziegelhausen*

undschule Schlierbach 8 Grundschule Schlierbach

schwister-Scholl-Schule St. Ilgen 9 Geschwister-Scholl-Schule St. Ilgen eodor-Heuss-Schule Oftersheim 10 Theodor-Heuss-Schule Oftersheim ch-Kästner-Schule Neckargemünd Neckargemünd 11 Erich-Kästner-Schule

Grundschule12 Neckargemünd Grundschule Neckargemünd

Tiefburgschule 13 Handschuhsheim Tiefburgschule Handschuhsheim

Norbert-Preiß-Grundschule Mauer 14 Norbert-Preiß-Grundschule Mauer 15 Albert-Schweitzer-Schule Pfaffengrund 15 Albert-Schweitzer-Schule Pfaffengrund

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Grundschule16 Dilsberg-Mückenloch Grundschule Dilsberg-Mückenloch

Heiligenbergschule HandschuhsheimHandschuhsheim 17 Heiligenbergschule 18 Turmschule Leimen 18 Turmschule Leimen 17 19

Grundschule19 Emmertsgrund Grundschule Emmertsgrund

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Friedrich-Schule 20 Plankstadt Friedrich-Schule Plankstadt

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Wilckensschule 21 Bergheim Wilckensschule Bergheim

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Friedrich-Ebert-Grundschule Altstadt 22 Friedrich-Ebert-Grundschule Altstadt

* Steinbachschule und Neckarschule

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Aus unseren Projekten

Die „Lautenschläger Azekah Expedition“ Wo David gegen Goliath kämpfte?

Einer der größten Siedlungshügel in Israel¸ der stolz 114 m über dem Tal thront, ist Tel Azekah (auch Aseka). Er liegt im Herzen der Shephelah und wacht über eine strategisch wichtige Kreuzung im Ellah Tal. Die Stätte wird in der hebräischen Bibel erwähnt (Jos 10: 10-11; 15:20; 1 Sam 17: 1; Jer 34: 6-7; Neh 11:30; 2 Chr 11: 5-10) und ebenso in außerbiblischen Quellen, meist als Bezeichnung für eine der Grenzstädte Judas, was ihre geopolitische Bedeutung unterstreicht. Die „Lautenschläger Azekah Expedition“ ist das größte deutsch-israelische Kooperationsprojekt auf dem Gebiet der levantinischen (Levante ist das Gebiet der östlichen Mittelmeerküste und ihr Hinterland) Archäologie. Unter der Leitung von Prof. Oded Lipschits, Prof. Yuval Gadot (Institut für Archäologie der Universität Tel Aviv) und Prof. Manfred Oeming (Theologisches Seminar der Universität Heidelberg) wird seit 2012 jeden Sommer in einem internationalen Team von ca. 15 Nationen sechs Wochen lang gegraben; ca. 20 Mitarbeiter leiten mehr als 100 Freiwillige an. Die Grabung verfolgt mehrere wissenschaftliche Fragestellungen, von denen hier nur drei hervorgehoben werden sollen: 1.) Die Bedeutung Ägyptens in der Spätbronzezeit in Israel Zahlreiche herausragende Funde konnten den starken kulturellen und politischen Einfluss Pharaos deutlich machen.

Skarabäus 18. Dynastie

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2.) Die aktuelle Debatte in der Geschichtsschreibung des antiken Israel um das Königtum Davids aus archäologischer Sicht Das Zwischenresultat ist in dieser Hinsicht negativ: Zur Zeit Davids war der Ort nicht besiedelt, etwa von 1100 bis 850 gibt es eine Besiedlungslücke. Von David und Goliath keine Spur – aber auch das ist ein wichtiger Beitrag. Offenbar reichte das sogenannte „Reich“ Davids nicht bis Aseka, ca. 40 Kilometer westlich von Jerusalem, sondern war kleiner, als die Bibel behauptet. Was aber führte zum Untergang des Ortes um ca. 1100? Das Ausgrabungsprojekt förderte eindrück-liche Spuren einer lokalen Katastrophe zu Tage, u.a. die Skelette von Opfern. 3.) König Sanherib berichtet in seinen Annalen, dass er Aseka, das „wie ein Adlernest über dem Tal“ thronte, belagert, erobert und zerstört hat. Die Grabung versucht, die assyrische Belagerungsrampe zu finden, der Befund ist noch unklar. Neben diesen Projekten wurden über die letzten Jahre phantastische Funde verzeichnet: eine mittelbronzezeitliche Stadtmauer in superber Erhaltung, eine eisenzeitliche Großarchitektur (noch ist unklar, ob es sich hierbei um einen Tempel, einen Palast oder eine Wasserversorgung handelt), ein kleiner Baal aus Bronze und eine Figurine aus der Spätbronzezeit sind einige Beispiele. Darüber hinaus sind aus dem Projekt diverse Qualifikationsschriften hervorgegangen und zwei der Nachwuchswissenschaftler haben Professuren erhalten (Ido Koch und Yuval Gadot). Catharina Seegelken (auf Grundlage eines Zwischenberichts von Prof. Dr. Manfred Oeming, Ordinarius für Alttestamentliche Theologie, Theologische Fakultät der Universität Heidelberg)


Aus unseren Projekten

Der Tel Azekah von SĂźden betrachtet

Kleiner Bronze Baal (Gott)

Teilnehmer von 2016

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Aus unseren Projekten

Zytoplasmatische Aminosäuresensoren als potenzielle Targets von Wachstumsund Infiltrationshemmung bei Gliomen

Einflussnahme auf bösartige Gehirntumoren durch Manipulation von Aminosäuresensoren

Malignes Gliom – ein für Nichtmediziner kaum verständlicher Terminus – bedeutet nichts anderes als „bösartiger Hirntumor“. Eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Mawrin (Magdeburg) hat sich zum Ziel gesetzt zu untersuchen, inwiefern die Beeinflussung von Aminosäuresensoren eine tumorhemmende Wirkung hat. Der Doktorand der Humanmedizin Julian Kahr konnte bereits herausarbeiten, dass eine Hemmung des Aminosäuresensors RagC nicht nur das Wachstum der Tumorzellen negativ beeinflusst, sondern vor allem der Hypothese entsprechend auch die Wanderung und das Infiltrationsverhalten der Tumorzellen effektiv vermindert. Neben der Bedeutung der Aminosäuresensoren werden auch Mangelsituationen und ihr Einfluss auf das Wachstum von Tumoren untersucht. Die bisherigen Ergebnisse legen nahe, dass Hirntumorzellen diese Mangelsituationen (Verfügbarkeit von Aminosäuren als Nährstoffe und Sauerstoffmangel) gut ausgleichen können, die negative Beeinflussung des Gehaltes der Aminosäuretransporter hingegen sowohl das Wachstum selbst, als auch die die Infiltration in das umgebende gesunde Gehirn reduziert. Catharina Seegelken

Lesen Sie mehr über Methodik und Teilergebnisse aus einem Zwischenbericht von Prof. Dr. Mawrin: Zur Prüfung der Hypothese soll sowohl menschliches Tumormaterial analysiert als auch, durch gezielte genetische Manipulation von Hirntumorzellen, die Rolle dreier Aminosäuresensoren (RagC, MAP4K3 und Vps34) klinisch und funktionell evaluiert werden. In den bereits absolvierten Förderjahren wurde das Tumorgewebe von Patienten, die an einem Glioblastom (eine besonders aggressive Form des Hirntumors) erkrankt und auch verstorben sind, intensiv auf die Bedeutung der einzelnen Aminosäuresensoren hin untersucht. Diese Daten sind inzwischen in eine medizinische Dissertation (Michael Lalk) eingeflossen, welche bereits positiv begutachtet worden ist. Weiterhin wurden spezielle Tumorzellen generiert, welche die jeweiligen Aminosäuresensoren in nur noch reduzierter Menge enthalten, damit für Untersuchungen geeignet sind und die das Verständnis der Mechanismen für die Wirkung der Aminosäuresensoren beleuchten. Verwendet wurden kommerziell hergestellte Genkonstrukte, die durch einen hell leuchtenden grünen Farbstoff markiert sind und somit gut auf ihre Wirksamkeit überprüft werden können. Nachdem einige Schwierigkeiten mit der Handhabung der Konstrukte bewältigt wurden, welche insbesondere offenbar

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Aus unseren Projekten

durch die hohe Abhängigkeit des Stoffwechsels der Tumorzellen von diesen Aminosäuresensoren bedingt waren, stehen seit einiger Zeit verlässlich gentechnisch manipulierte Hirntumorzellen zur Verfügung, und Julian Kahr arbeitet mit hohem zeitlichen und intellektuellen Einsatz derzeit an diesen Konstrukten. Er konnte bereits herausarbeiten, dass eine Hemmung des Aminosäuresensors RagC nicht nur das Wachstum der Tumorzellen negativ beeinflusst, sondern vor allem unserer Hypothese entsprechend auch die Wanderung und das Infiltrationsverhalten der Tumorzellen effektiv vermindert. Nach der erfolgreichen Analyse der RagCZellen werden derzeit Hirntumorzellen generiert, welche MAP4K3 in verminderter Menge enthalten. Hiervon erhofft sich das Forscherteam Aussagen darüber, welcher der beiden Aminosäuretransporter (RagC oder MAP4K3) einer erfolgreichen Manipulation zugänglich ist – beide Transporter wurden als wichtig für das Wachstum im Tumormaterial der Patienten identifiziert (Doktorarbeit M. Lalk). Weiterhin wurden die geplanten Experimente zur Evaluation der Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Nährstoffen weitergeführt. Hirntumorzellen wurden verschiedenen „Mangelsituationen“, wie sie auch im Gehirn der Patienten in der Umgebung von Hirntumoren auftreten, ausgesetzt. Insbesondere wurden Mangelsituationen der Verfügbarkeit von Aminosäuren als Nährstoffe

(Leucin, Methionin) im Labor modelliert. Weiterhin wurde geprüft, ob ein Mangel an Sauerstoff (sogenannte Hypoxie), wie sie typischerweise in den malignen Hirntumoren vorkommt, die Menge der Aminosäuretransporter beeinflusst. Hierbei wurde erstaunlicherweise festgestellt, dass die genannten Mangelsituationen von den Hirntumorzellen gut verkraftet bzw. kompensiert werden, was wiederum heißt, dass nur eine gezielte Manipulation der Aminosäuretransporter eine wesentliche Rolle in der Verlangsamung des Tumorzellwachstums sowie insbesondere der Infiltration der Tumorzellen in das umgebende gesunde Gehirn spielen wird. Hierzu werden derzeit intensiv Laborexperimente durchgeführt. Die bisher gewonnenen Daten belegen nun erstmals, dass Hirntumorzellen Mangelsituationen einzelner Aminosäuretransporter als „Überlebensstrategie“ offenbar gut kompensieren können, jedoch bei negativer Beeinflussung des Gehaltes dieser Aminosäuretransporter ihr malignes Potential deutlich reduzieren und Wachstum und Infiltration der Tumorzellen gehemmt wird. Dies stimmt das Team um Prof. Mawrin sehr optimistisch, dass es am Ende des Projektes genau identifiziert haben wird, wie man der Stoffwechselsituation als einem relevanten Wachstumsparameter für aggressive Hirntumoren am sinnvollsten begegnen kann. Zwischenbericht von Prof. Dr. Mawrin, Leiter des Instituts für Neuropathologie, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg

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Aus unseren Projekten

Enjoy Jazz

Eröffnungs- und Abschlusskonzert

Wie im vergangenen Jahr förderte die Manfred Lautenschläger-Stiftung das Eröffnungsund das Abschlusskonzert des Enjoy Jazz Festivals (über den Werdegang des Festivals berichteten wir im Jahresbericht von 2016 ausführlicher).

Das Festival eröffnete die Jazzsängerin Somi. Die in Harlem, New York, lebende Künstlerin mit Wurzeln in Ruanda und Uganda verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Sambia. Sowohl die afrikanischen als auch die amerikanischen Einflüsse sind in ihrer Musik spürbar. Die Songs auf „Petit Afrique“, ihrem jüngsten Album, „verschmelzen anmutig afrikanisch gefärbte Grooves, geschmeidigen Jazzgesang und ein mitfühlendes soziales Bewusstsein auf ernsthafte und verführerische Weise“, so die New York Times. Zum Abschluss des Festivals kamen das Django Memories Quartet ft. Biréli Lagrène – in dieser Kombination erstmals zu hören. Stochelo Rosenberg spielte gemeinsam mit dem Who-is-Who der Swing-ManoucheSzene, und das im einzigartigen Ambiente der Christuskirche in Mannheim. Drei Gitarristen, ein Kontrabass und eine Violine (was der Besetzung des legendären Quintette du Hot Club de France entspricht) ehrten ihr Vorbild Django Reinhardt. Catharina Seegelken

Eröffnungskonzert Enjoy Jazz 2017 mit Somi (Foto: Daniel Wetzel)

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Aus unseren Projekten

Abschlusskonzert Enjoy Jazz 2017 mit Django Memories Quartet ft. Biréli Lagrène (Foto: Daniel Wetzel)

Außerdem gefördert wurde … … seit ihrem Beginn im Jahr 2008, und somit im zehnten Jahr, die Vorlesungsreihe „Heidelberger Vorträge zur Kulturtheorie“. Diese wird von Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, unter Einbeziehung zahlreicher namhafter Gäste aus Wissenschaft und Kunst, veranstaltet. Sie zeichnet sich unter anderem durch ihre Bandbreite an Themen sowie die Wahl verschiedener Formate, wie Gespräche und Konzerte, aus, und zog 2017 erneut zahlreiche Besucher an. … der erste Preis für den 2009 ins Leben gerufenen Wettbewerb „Das Lied“, der 2017 erstmals in Heidelberg (vorher in Berlin) stattfand. Er gilt als einer der wichtigsten internationalen Wettbewerbe seiner Art und bietet jungen, begabten Sängern und Sängerinnen eine für ihre Karriere wichtige Chance und eine große Bühne, auf der sie sich präsentieren können. Zugleich soll durch den Wettbewerb das Genre „Lied“ als musikalische Gattung bewahrt, belebt und hervorgehoben werden. Gewinner war der deutsche Bariton Samuel Hasselhorn.

… der 17. „Radtreff Rhein-Neckar“, der 2017 einen Teilnehmerrekord verzeichnen konnte. Die Gesamtspende in Höhe von ca. 18.000 €, die sich aus Einzelspenden bzw. den Teilnahmegebühren aller Teilnehmer zusammensetzt, wurde von Manfred Lautenschläger, zugleich Initiator der Tour, auf 25.000 € erhöht. Dieser Betrag geht zusammen mit dem Erlös der Benefizveranstaltung „Rudern gegen Krebs“ in Höhe von 50.000 € zur „Tour der Hoffnung“, die wiederum den Betrag verdoppelt. Alles in allem konnten somit 2017 insgesamt 150.000 € an die Universitätskinderklinik Heidelberg übergeben werden. … der Basketballnachwuchs in Heidelberg durch die „ML Talent Academy“, einer Einrichtung des ISSW Heidelberg zur frühzeitigen Erkennung und Förderung von Talenten, die Junior Baskets Rhein-Neckar, die in der JBBL (U16 Bundesliga) starteten sowie der USC Heidelberg mit einem hauptamtlichen Jugendtrainer.

Markus Lautenschläger

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Ausgelaufene Förderungen

Lesescouts

Die Stiftung Lesen und die Manfred Lautenschläger-Stiftung starteten 2007 mit „Lesestart – Heidelberg schenkt Kindern Zukunft“, womit etwa 4.500 Familien im Raum Heidelberg erreicht werden konnten. Anknüpfend an diesem auf Grundschüler ausgerichteten Projekt wurden sogenannte „Lesescouts“ von den Schuljahren 2012/13 bis 2016/17 unterstützt. Ziel dieses Leseförderprojektes ist es, Jugendliche zum Lesen zu bewegen – und zwar durch Jugendliche selbst, und das an allen weiterführenden Schulformen. Lesescouts teilen ihre Begeisterung und Erfahrungen im Bereich Lesen mit ihren Freunden und Mitschülern. Die Idee dahinter ist, dass keiner besser weiß, welche Bücher für Jugendliche spannend sind, als Gleichaltrige. Mit Bücherpartys, Lesenächten, Vorleseaktionen und vielem mehr zeigen die Scouts Gleichaltrigen und Jüngeren, wie viel Spaß Lesen machen kann und weswegen sich eine Reise in die eigene Phantasie immer lohnt. Durch diese „Peer-to-Peer“-Arbeit profitieren hier nicht nur die Kinder, die im Lesen unterstützt werden, sondern in ganz erheblichen Maße auch die Scouts selbst. Ausgebildet durch spezielle Workshops und ausgerüstet mit einer Erstausstattung (bestehend aus einer Tasche, verschiedenen Ideenbroschüren und einem Buchpaket und Budget zur Anschaffung weiterer Medien) wird die eigene Begeisterung fürs Lesen nicht nur vertieft, sondern sie lernen auch, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen.

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Einbeziehung aller Schulformen Gymnasium 14 Gesamtschule 1 Gemeinschaftsschule 6 Realschule 15 Werkrealschule 11

In den vier Jahren wurden über verschiedene Workshops ca. 1.800 Schüler erreicht. Während im ersten Jahr der Fokus auf Heidelberger Schulen lag, wurde dieser zuerst auf den Rhein-Neckar-Kreis und dann auf Baden-Württemberg ausgeweitet - im Jahr 2017 machten 50 Schulen mit. Catharina Seegelken


Ausgelaufene Fรถrderungen

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Preise

AutorenPreis des 34. Heidelberger Stückemarkts Schaufenster für Gegenwartsdramatik

Der Heidelberger Stückemarkt ist ein vom Theater und Orchester Heidelberg veranstaltetes Theaterfestival, das seit 1984 jährlich in Heidelberg stattfindet. Neben Gastspielen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum wird mit der Vorstellung von Autoren und Theaterproduktionen eines Gastlandes auch der Blick über den eigenen Tellerrand in fremde Theaterlandschaften gerichtet. Einen Höhepunkt des Festivals bilden die Lesungen noch nicht uraufgeführter Stücke im Wettbewerb um den AutorenPreis. Seit 2012 werden neben Uraufführungen auch Zweitund Drittinszenierungen von neuen Stücken gezeigt und das Programm wurde um den Schwerpunkt Jugendtheater erweitert.

und gilt daher als eines der bedeutendsten Theaterfestivals für zeitgenössische Dramatik in Deutschland. Um zu dieser Entwicklung einen Beitrag zu leisten, fördert die Manfred Lautenschläger-Stiftung den Hauptpreis des Festivals, den mit 10.000 € dotierten AutorenPreis. 2017, im Rahmen des 34. Heidelberger Stückemarkts, gewann Maryam Zaree mit ihrem Stück „Kluge Gefühle“ den AutorenPreis. Das Werk führe mit Klugheit und besonders sprechtauglichen Dialogen in die dunkle Vergangenheit eines Teheraner Gefängnisses der 1980er Jahre, hob die Jury in der Begründung hervor.

Der Heidelberger Stückemarkt hat sich über die Zeit also kontinuierlich weiterentwickelt

Gewinnerin des Hauptpreise Maryam Zaree

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Foto: Annemone Taake

Markus Lautenschläger


Preise

Manfred Lautenschlaeger Award for Theological Promise

Auszeichnung für zehn junge Forscherpersönlichkeiten Der „Manfred Lautenschlaeger Award for Theological Promise“, der mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 € verbunden ist, wird jährlich an zehn Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt, die in der Theologie, Philosophie, Religionswissenschaft, Ethik und weiteren Disziplinen forschen, vergeben. Prämiert werden dabei entweder Doktorarbeiten oder erste Buchpublikationen nach der Promotion zum Thema „Gott und Spiritualität“. Zusätzlich zum Preisgeld erhalten die Preisträger eines Jahrgangs die Möglichkeit, ein Kolloquium zu veranstalten. Diese international und interdisziplinär ausgerichtete Veranstaltung wird mit 15.000 € unterstützt. Sie soll von mindestens zwei Preisträgern aus unterschiedlichen Ländern und Disziplinen organisiert und geleitet werden. Ausschlaggebend für die Förderung des Preises durch die Manfred LautenschlägerStiftung sind vor allem seine Internationalität und Interdisziplinarität sowie die hochrangig besetzte Jury mit Mitgliedern aus 18 Ländern, die über die Vergabe entscheidet und folgerichtig nur „Hochkaräter“ ihrer jeweiligen Disziplinen auszeichnet. Zur Preisverleihung lud das „Forschungszentrum Internationale und Interdisziplinäre Theologie“ (FIIT) am Freitag, den 26. Mai 2017, zu einer Festveranstaltung in der Alten Aula der Universität Heidelberg ein. Im Rahmen dieser Veranstaltung stellten Prof. Dr. Welker sowie die beiden Heidelberger Theologen Prof. Dr. Manfred Oeming und Prof. Dr. Matthias Konradt die Preisträger aus Deutschland, Großbritannien, Kanada und den USA und ihre ausgezeichneten Publikationen vor, danach wurden die Preise überreicht.

Die Preisträger 2017 Foto: Philipp Rothe

Die Preisträger 2017: Sarit Kattan Gribetz (Princeton University) Davis Hankins (Emory University) Liang Hong (Universität Tübingen) Katrin König (Universität Tübingen) T.J. Lang (Duke University) Jennifer Newsome Martin (University of Notre Dame) Eva Mroczek (University of Toronto) Svenja Nagel (Universität Heidelberg) Xutong Qu (Universität Heidelberg) Frederick Tappenden (University of Manchester) Auf die festliche Veranstaltung folgte ein zweitägiges Kolloquium mit den Preisträgern, an welchem auch Mitglieder des FIIT sowie einige der Gutachter, die die eingereichten Arbeiten bewertet hatten, teilnahmen. Markus Lautenschläger

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Preise

James W.C. Pennington Award Ein Award mit internationaler Strahlkraft

Der Religionshistoriker Prof. Dr. Harry S. Stout, der an der Yale University und der Yale Divinity School (USA) forscht, erhielt am 17. Mai 2017 den „James W.C. Pennington Award“ der Universität Heidelberg. Der Preis wird an herausragende Wissenschaftler verliehen, die zu Themen forschen, die im Leben und im Werk des Pfarrers und ehemaligen Sklaven James W.C. Pennington eine große Rolle gespielt haben: Sklaverei und Emanzipation, Frieden, Bildung, Bürgerrechte, Religion und interkulturelle Verständigung. Verbunden mit dem Preis ist ein Forschungsaufenthalt des jeweiligen Preisträgers in Heidelberg. Die Manfred Lautenschläger-Stiftung spendet die Mittel für diesen Aufenthalt sowie das Preisgeld. Der Preisträger 2017, Prof. Dr. Stout, gilt als einer der führenden Experten für die

Kulturgeschichte des amerikanischen Protestantismus. Neben seinen Forschungsarbeiten zu Puritanismus und Evangelikalismus hat er sich insbesondere mit der Rolle der Religion in der Entstehung und im Verlauf des Amerikanischen Bürgerkrieges sowie mit der Frage, inwieweit religiöse Motivationen und Deutungsmuster die Emanzipation der Sklaven beeinflusst haben, beschäftigt. Der „James W.C. Pennington Award“ wurde vom „Heidelberg Center for American Studies“ (HCA) und der Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg 2011 ins Leben gerufen und 2012 erstmals verliehen. Er erinnert an den Pfarrer, Abolitionisten und Pazifisten James W.C. Pennington, der 1807 als Sklave geboren wurde. Im Alter von 19 Jahren entfloh er der Sklaverei. Zu diesem Zeitpunkt Analphabet, lernte er lesen und schreiben und später Latein und Griechisch. Er wurde 1834 als erster schwarzer Student an der Yale University angenommen, unter der Bedingung, dass er in den Lehrräumen immer hinten sitzen musste und keine Fragen stellen durfte. Nachdem er sein Studium beendet hatte, war Pennington als Pfarrer tätig und schrieb das erste Geschichtsbuch über Afroamerikaner, „The Origin and History of the Colored People“ (1841). Während eines längeren Aufenthalts in Europa vollendete er seine Memoiren mit dem Titel „The Fugitive Blacksmith“, welche 1849 in London erstmals veröffentlicht wurden. Im gleichen Jahr wurde ihm von der Universität Heidelberg eine Ehrendoktorwürde verliehen, ein zur damaligen Zeit mit Sicherheit einmaliger Vorgang. Nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten engagierte Pennington sich gegen die Rassentrennung, bis er 1870 verstarb. Markus Lautenschläger

Preisverleihung James W.C. Pennington Award

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Foto:HCA


Preise

Manfred Lautenschläger– European Alcohol Research Award 2017 Der auch kurz „Manfred Lautenschläger Award“ genannte Preis ist mit 10.000 € dotiert und wird, seit 2007, alle zwei Jahre beim Kongress der „Europäischen Gesellschaft für Biomedizinische AlkoholismusForschung“ („European Society for Biomedical Research on Alcoholism“, kurz: ESBRA) verliehen. Der Auszeichnung wird an anerkannte und etablierte Wissenschaftler, die mit ihrer Forschung zum Thema Alkohol zum Verständnis und zur Behandlung alkoholbedingter Erkrankungen beigetragen haben, vergeben. 2017 erhielt Prof. Dr. Rainer Spanagel im Rahmen der ESBRA-Tagung auf Kreta für sein Lebenswerk im Bereich der Alkoholforschung den von der Manfred Lautenschläger-Stiftung gestifteten Preis. Der bereits mehrfach ausgezeichnete Forscher ist europaweit führend im Bereich der Suchtforschung. Während seiner Doktorarbeit entdeckte er die Regulierung des Belohnungssystems im Gehirn durch das endogene Opioidsystem. Diese Arbeit war entscheidend für das Verständnis der Belohnungsprozesse. Anfang 2000 kam er ans ZI Mannheim (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit), zunächst als Abteilungsleiter der Psychopharmakologie, seit 2011 ist er wissenschaftlicher Direktor des Instituts. Die „European Society for Biomedical Research on Alcoholism“ wurde 1988 als internationale Non-Profit-Organisation ge-

Preisträger Prof. Dr. Rainer Spanagel

gründet. Auf der Agenda von ESBRA stehen u.a. die Erforschung biologischer, medizinischer, psychologischer und soziologischer Aspekte des Alkohols und Alkoholismus. ESBRA unterstützt die wissenschaftliche Zusammenarbeit zu diesen Themengebieten in Europa, indem sie Treffen, Vorlesungen, Seminare und Kongresse organisiert sowie den Preis zur Alkoholforschung vergibt. Markus Lautenschläger

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Stiftungsjahr in Zahlen

Verteilung der Spendengelder nach Fรถrderschwerpunkten

4% 22 % 23 %

16 % 34 % 1%

Kinder und Jugendliche Forschung und Wissenschaft Toleranz und Integration Regionale Fรถrderungen Preise und Stipendien Allgemeine Spenden

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Stiftungsjahr in Zahlen

Anzahl der gefรถrderten Projekte nach Fรถrderschwerpunkten

4

7

7 5

1 11

Kinder und Jugendliche Forschung und Wissenschaft Toleranz und Integration Regionale Fรถrderungen Preise und Stipendien Allgemeine Spenden

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Das Kuratorium

Kuratoriumsmitglieder der Manfred Lautenschl채ger-Stiftung

Angelika Lautenschl채ger (Vorsitz)

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Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Markus B체chler

Prof. Dr. Dr. h. c. Detlef Junker

Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Paul Kirchhof

Dr. Volker Then

Romani Rose

J체rgen Dernbach

Dr. Matthias Zimmermann

Sascha Spartaru


Impressum Herausgeber:

Manfred Lautenschläger-Stiftung gGmbH Zeppelinstraße 151 69121 Heidelberg

Geschäftsführer:

Catharina Seegelken Markus Lautenschläger

Redaktion:

Catharina Seegelken Markus Lautenschläger

Gestaltung, Satz, Layout:

Denis Herrmann (www.gsm-mbh.net)

Druck:

Baier Digitaldruck, Heidelberg

Tel. +49 (0)6221 54 50-89 www.manfred-lautenschlaeger-stiftung.de

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichwohl für beiderlei Geschlechter.


Profile for Manfred Lautenschläger-Stiftung gGmbH

Jahresbericht 2017  

www.manfred-lautenschläger-stiftung.de

Jahresbericht 2017  

www.manfred-lautenschläger-stiftung.de

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