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Spektakuläres Peru
Peru in 6 Etappen
6400 Sorten Kartoffeln wachsen im Land. Ein Halt beim Züchter muss daher sein. Was sich auf der Peru-Reise sonst noch lohnt.
Text: Dinah Leuenberger Bilder: Lee Jakob
1 Machu Picchu
Er gehört zu jenen Orten, die man einmal im Leben besuchen will: Der «alte Berg» oder Machu Picchu in Quechua, der Sprache der Inkas, vermittelt ein Gefühl der Lebensart des indigenen Volks. Die gelungene Restaurierung macht die raffinierte Bauweise gut sichtbar, und man kann sich gut vorstellen, wie die 600 bis 700 Menschen, die dort gelebt haben, auf der grossen Wiese zusammengekommen sind, um dem Oberhaupt zu lauschen oder den neuesten Klatsch auszutauschen. Einst von Wald überwachsen und fast unsichtbar, blieb Machu Picchu von den spanischen Eroberern unentdeckt. Erst der amerikanische Politiker und Entdecker Hiram Bingham sorgte dafür, dass der Ort zugänglich und restauriert wurde. Mindestens so spektakulär wie die von der Unesco geschützten Ruinen sind die Berge rundherum: allesamt Apu – also heilige Berge, für die Inkas von grosser Bedeutung.
Der Bau von Machu Picchu dauerte etwa 100 Jahre, verlassen wurde er fluchtartig, noch vor seiner Fertigstellung. Um ihren Reichtum vor den Spaniern zu schützen, zogen die Inkas weiter nach Vilcabamba: ebenfalls eine Ruinenstadt, die heute besichtigt werden kann. Für den Besuch von Machu Picchu benötigt man Tickets. Die gilt es unbedingt vorab via Reiseanbieter wie Travelhouse zu buchen.
Danach stillt man den Hunger mit einer Causa, einem traditionellen Gericht aus cremigem Kartoffelstock, Avocado und Thunfischsalat, typischerweise geschichtet und rund.

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Besichtigen macht hungrig: Als Verpflegung lockt eine «Causa».
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2 Maras-Salinen
Von Weitem sehen die Salzbecken in der sonst rostroten Hügellandschaft aus wie ein Schneefeld. Mit jeder Kurve, in der sich das Auto näher heranschlängelt, erkennt das Auge mehr Details – dunklere und hellere Pools, treppenartige Abstufungen, Wasserkanäle und hie und da ein Mensch in leuchtenden Gummistiefeln. Heute auf über 3000 Metern gelegen, waren die Salzsalinen von Maras einst von Meer bedeckt. Bereits die Inkas nutzten die Minen und deren Salz – nicht nur zum Aromatisieren von Speisen, sondern auch zur Mumifizierung der Verstorbenen und gar als Währung – davon stammt übrigens das Wort Salary, Englisch für «Lohn». In der Trockenzeit werden in den Salzbecken etwa 250 Kilo Salz pro Monat gewonnen, die in die ganze Welt exportiert werden. Je weisser der Pool, desto weiter fortgeschritten im Prozess ist die Salzgewinnung. Betrieben werden die Salzminen von einer Kooperative mit etwa 300 Familien, die je etwa 10 bis 15 Pools besitzen. Vererbt wird nichts; das sorgt dafür, dass sich die ganze lokale Bevölkerung am Gewinn beteiligen kann und nicht nur einige wenige.
Tipp: Nach der Besichtigung unbedingt die peruanische Schokolade mit Maras-Salz probieren.
3 Manuel Choqque
Mehlig oder festkochend – so kennen wir die Kartoffel. Wenn Peruaner und Peruanerinnen das hören, lachen sie meist verlegen. Denn sie sind sich anderes gewohnt: Über 6400 Sorten an essbaren Kartoffeln sind staatlich registriert. 380 davon wachsen bei Manuel Choqque im Hochland bei Cusco. Sie tragen klingende Namen wie «Pfote des Puma» oder «Amaru» und verbergen alle ein Geheimnis. Von aussen braun und knollig wie die unseren, offenbaren diese Kartoffeln ein buntes Innenleben: Sie sind mal violett von den Antioxidantien und mal pink vom Betakarotin. Das wäre also 10 000 Jahre alter Superfood. Manuel Choqque will dafür sorgen, dass die Kartoffel nicht nur in Peru, sondern in der ganzen Welt wieder mehr geschätzt wird. Bis jetzt ist er mit seiner Mission erfolgreich: Zu seinen Kunden zählen die bekanntesten Köche der Welt. Besuchen können ihn jedoch alle. Ob man Gordon Ramsay oder Michelle Obama heisst oder zur kleinen Delegation des Migros-Magazins gehört: Mit stets derselben Hingabe präsentiert Choqque seine Schützlinge und serviert sie mal knusprig-frittiert, mal bis zur Perfektion gegart. Dazu gibts einen Schluck von seinem Kartoffelwein, auch Oxalis genannt. Man schwört sich, der Kartoffel ab sofort wieder deutlich mehr Anerkennung zu schenken.
Neben der Farm von Manuel Choqque ist auch der KartoffelPark von Pisac einen Besuch wert. Die lokale Bevölkerung kultiviert dort seltene Kartoffeln, um diese zu erhalten. Auch praktiziert sie traditionelle Zubereitungsweisen, zum Beispiel Moraya: Die Kartoffeln trocknen in dieser Höhe tagsüber an der Sonne und gefrieren nachts. Nach etwa acht Tagen sind sie steinhart und können so bis zu zehn Jahre gelagert werden. Vor dem Verzehr werden sie für etwa 45 Minuten gedämpft und schmecken dann, als würde das Aroma von 1000 Kartoffeln in einer Knolle vereint. Wow.



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Manuel Choqque ist Meister des Kartoffelanbaus: 380 Sorten wachsen auf seinem Betrieb im Hochland.
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Zwei von Limas Gesichtern: im Künstlerviertel Barranco mit der Seufzerbrücke (rechts) und vor der Auslage in Surquillo, dem Paradies der Märkte (ganz rechts)



4 Lima
Zwar ist es eine Stadt, aber die 43 Bezirke von Lima sind so unterschiedlich, dass sie auch als eigene Städte durchgingen. Und einer leuchtet bunter als der andere. Das müssen sie auch, denn Lima liegt in der Trockensaison – von Mai bis Dezember – unter einer dicken Nebelschicht. Die Einheimischen nennen sie «Panza de Burro», also Bauch des Esels. Am lautesten trotzt dem Deckel das Künstlerviertel Barranco. Grossflächige Graffiti zieren ganze Häuserkomplexe, auch im Gebiet rund um die Seufzerbrücke muss man lange nach einer kahlen Wand suchen. Ist sie gefunden, gehört sie wahrscheinlich zu einem der in Barranco häufigen hippen Cafés oder trendigen Gelaterias. Ach ja: dort unbedingt ein Eis mit Lucuma-Frucht probieren!
Wer die Lebensmittel lieber in der ursprünglichen Form begutachtet, macht einen Abstecher nach Surquillo. Die lokale Markthalle liefert neben Lucuma unüberschaubar viele andere Früchte: Tumbo, Pepino Dulce, Camu Camu, Cherimoya und Grandilla.
Peru hat drei Regionen mit völlig unterschiedlichem Klima: die Costa am Meer, die Sierra in den Anden und die Selva im Regenwald. Darum sind die Märkte im ganzen Land sehr bunt, gerade auch in Lima.

HERBSTBLUMEN
Farbenpracht im Garten
Der Herbst steht vor der Tür. Die meisten Migros-Filialen haben nun hübsche saisonale Pflanzen und Blumen im Angebot, die Gärten und Balkone auch im Herbst mit leuchtenden Farben schmücken. In unseren Blumenabteilungen gibt es Chrysanthemen in feurigem Rot, Astern in sanften Pastelltönen und diverse bunt gemischte Arrangements. Diese Woche ist die Arany-Schale (siehe Foto) im «Hit»-Angebot zum Preis von Fr.12.95 erhältlich.


ORGELMUSIK
Festival in Freiburg
Die Orgelakademie Freiburg (AOF) präsentiert anlässlich des 25. Internationalen Orgelfestivals in Freiburg ein umfangreiches und vielfältiges Programm: In Freiburg (im Bild: St.Nikolaus), Bulle, Payerne und Bösingen kann man verschiedene Konzerte, einen Vortrag und eine Masterclass besuchen. Und das ist noch nicht alles. Die AOF nimmt in diesem Jahr an den 20 Heures de Musiques in Romont teil. Bei diesem Festival treten faszinierende Künstlerinnen und Künstler an aussergewöhnlichen Orten auf.
Infos: academieorgue.ch
19.9.2022 | 65 Migros Neuenburg Freiburg
AUS DEM GENOSSENSCHAFTSRAT
Sommersitzung
Die Mitglieder des Genossenschaftsrats der Migros Neuenburg-Freiburg traten Ende August zu ihrer vierteljährlichen Sitzung zusammen. Zu den Traktanden gehörte diesmal die nachhaltige Entwicklung. Eingehend zur Sprache kamen dabei insbesondere die Themen Kreislaufwirtschaft, lokale Produktion sowie Recycling und die Verringerung von Verpackungen.
Als Neuerung kam die Eröffnung einer neuen Migros-Filiale am 1.September im Einkaufsviertel des neuen Bahnhofs Bulle FR zur Sprache: Die alte Migros-Filiale ist nämlich in einen Neubau neben dem umgestalteten Bahnhof umgezogen.

Demeter – die Anspruchsvolle
Lebensmittel mit Demeter-Label entstehen im Einklang mit der Natur und entsprechen den höchsten Biostandards. Die biodynamische Landwirtschaft folgt einem Kreislauf, in dem Betrieb, Boden, Pflanzen und Tiere aufeinander abgestimmt sind und sich gegenseitig helfen, gesunde Nahrungsmittel für Tiere und Menschen zu generieren. Demeter richtet sich an Konsumentinnen und Konsumenten mit hohen Ansprüchen an die Bedingungen, unter denen ein Produkt hergestellt wird. Demeter ist keine Eigenmarke der Migros.
Gemüse steht hoch im Kurs. Aber man möchte auch mehr über den Anbau erfahren.

V-Love – die Mutige

Cornatur – die Altbekannte
Die Produkte der Marke Cornatur sind rein pflanzlich und eignen sich perfekt für eine abwechslungsreiche Ernährung. Ob Tofu, Gemüseschnitzel oder ein Schnitzel auf Weizen- und Sojabasis – alle Lebensmittel liefern wertvolle Nährstoffe und schmecken ausgesprochen gut. Cornatur ist eine Eigenmarke der Migros und bereits seit 1997 auf dem Markt. V-Love-Produkte haben eine Gemüsebasis. Die Marke ist jung und innovativ, und das Sortiment wächst sehr schnell. Zielgruppe sind «Flexitarier», also Menschen, die gelegentlich auch Fleisch essen. V-Love eignet sich hervorragend für eine überwiegend pflanzliche Ernährung: Es gibt alternative Erzeugnisse für Fleisch, Fisch und Milchprodukte, aber auch Snacks, Süsswaren, Tiefgekühltes und vieles mehr. V-Love ist eine Eigenmarke der Migros.
19.9.2022 | 67 Migros Neuenburg Freiburg
UMWELT
Mehr Nachhaltigkeit
Gemäss ISS-Oekom 2019 ist die Migros die weltweit umweltfreundlichste Detailhändlerin. Dennoch ruht sie sich nicht auf den Lorbeeren aus. Ganz im Gegenteil, die Migros weitet ihr Engagement im Bereich der nachhaltigen Entwicklung laufend aus. Dabei verfolgt die Genossenschaft Migros Neuenburg-Freiburg mehrere Ansätze, insbesondere zur Reduzierung des Papierverbrauchs. So ist beispielsweise der Kundenservice ab sofort über die Website M-Infoline oder die E-Mail-Adresse M-Service@migrosnf.ch erreichbar.
Bei Anliegen zum Genossenschaftsregister steht die Genossenschaft mit folgenden Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung: Tel. 058 574 83 37, nachmittags von 13.30 bis 15.30 Uhr, oder E-Mail an: registre.mnf@migrosnf.ch. Dies ist die Anlaufstelle für Fragen, Adressänderungen und Abbestellung des Migros-Magazins in Papierform für alle, die schon der Genossenschaft angehören. Auch das Migros-Magazin steht auf migros.ch/magazin jederzeit online bereit.