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Tränen im Camp
Orientierung geben
Haben Kinder ein grosses Sicherheitsbedürfnis, ist es wichtig, mit ihnen möglichst viele Details zu besprechen, die sie womöglich im Ferienlager vorfinden, sodass sie sich darauf einstellen können. Bei kleineren Kindern, die bei Tante oder Götti Ferien machen: eventuell im Vorfeld einen Wochenplan mit verschiedenen Farben erstellen, damit sie besser wissen, was sie dort machen werden. Götti oder Tante vorher noch mal einladen. Sich nur noch nach Zuhause sehnen: Das möchten Kinder im Lager nicht erleben.
Gemeinsame Strategien entwickeln
Zusammen mit dem Kind überlegen, wie es in konkreten Situationen reagieren könnte – etwa wenn es in der fremden Umgebung Mühe hat einzuschlafen. Gibt es im Ferienlager eine Person, an die sich das Kind im Zweifelsfall wenden kann? Das im Vorfeld besprechen und konkret durchspielen. Sollte im Lager doch etwas nicht so gut laufen, weiss das Kind, was es tun kann.
Befürchtungen und Ängste ernst nehmen
Nicht kleinreden, keine gut gemeinten Ratschläge geben! Stattdessen Verständnis für die Situation zeigen und konkret fragen: «Was macht dir Sorgen?» Das rät Elterncoach Lisa Werthmüller. Dabei eine gute Balance vermitteln zwischen einfühlendem Verstehen («Ich kann deine Bedenken nachvollziehen») und Ermutigung («Ich traue dir das zu»).
Bild: Getty Images
Erinnerungen an zu Hause helfen
Lieblingskuscheltier mitgeben, eventuell ausmachen, im Notfall via Videocall zu kommunizieren.
Ist mein Kind schon so weit?
Gut im Vorfeld abwägen: Ist mein Kind fürs Ferienlager, für die Übernachtung bei Gotte oder Grosseltern überhaupt schon bereit? «Im Zweifelsfall lieber noch ein Jahr warten und Kinder nicht überfordern», findet Werthmüller. Eltern hätten oft das Gefühl, «Mein Kind sollte das doch schon können!» oder «Andere Kinder machen das ja auch!». Werde jedoch zu viel elterlicher Druck aufgebaut, gehe das eher nach hinten los. Deshalb: Das Kind in seiner individuellen Entwicklung annehmen und ihm sein eigenes Tempo zugestehen.