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Konstruieren mit Holz 1992-2007

Makiol + Wiederkehr Holzbauingenieure

Dokumentierte Objekte aus dem Holzbulletin

Lignum


Konstruieren mit Holz 1992–2007

Herausgeber Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Verlag Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich

Erschienen im Januar 2008 ISBN-13 978-3-906703-20-6


Konstruktive Partner Die Fahrt von Lenzburg zum Hallwylersee in Richtung Beinwil am See hat etwas Zauberhaftes: Sie geht durch ein weites, flaches Tal, vor Jahrtausenden durch die eiszeitlichen Gletscher gebildet, offen wie eine Landschaft in Frankreich und dennoch mit seinen Bauernhöfen und Weilern solid schweizerisch. In Beinwil am See hat das Ingenieurbüro Makiol + Wiederkehr seinen Firmensitz. Es zeichnet sich durch Eigenschaften aus, welche dieser Landschaft ähnlich sind: Offenheit – nämlich gegenüber Neuem – und Solidität: in seinen fachlichen Spezialitäten, im anspruchsvollen Holzbau und im Brandschutz ganz allgemein. Die Stärken von Makiol + Wiederkehr zeigen sich in der intensiv partnerschaftlichen konstruktiven Zusammenarbeit mit den Architekten bereits in der Entwurfsphase, durch den stets spürbaren Einfluss auf die bauliche Gestalt und die technische Prägung. Peter Makiol und Reinhard Wiederkehr sind den Architekten und Bauherren gegenüber konstruktive Partner. Wie kommt es, dass ein verhältnismässig junges Ingenieurbüro von Beginn weg mit Erfolg arbeitet, mit seinen Konzepten ernst genommen wird und von höchst anspruchsvollen Architekten und Bauherrschaften als Partner betrachtet wird? Wo liegen die Wurzeln dieser Tätigkeit, und was macht die Einmaligkeit dieser Ingenieurgemeinschaft aus? Reinhard Wiederkehr erzählt lachend von den Anfängen. Es handle sich um einen ‹klaren Fall von jugendlichem Leichtsinn›, verbunden mit Zufällen und einem ‹speziellen Wissensrucksack›. Reine – so nennen ihn Familie und Freunde – kommt aus einer traditionellen Zimmermannsfamilie. Deren Kleinzimmerei hatte seit mehreren Generationen ihren Standort in Beinwil am See, und ursprünglich wollte ‹Reine› den Betrieb übernehmen und ihn gemäss Familientradition weiterführen. Aber es kam anders. Neben seiner Ausbildung zum Zimmermeister (Abschluss 1992) besuchte Reinhard Wiederkehr die Holzfachschule in Biel (heute Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau), und in diesem Zusammenhang hatte er 1990 ein Praktikum zu absolvieren. Ort war die Lignum, Thema der Brandschutz im Holzbau, ein Fachbereich, der damals neu und anders definiert wurde, als das bisher der Fall war. Nicht mehr allein die technischen Massnahmen interessierten, sondern vielmehr die hinter einem Projekt und seiner Konstruktion stehenden Konzepte. Rasch arbeitete sich Reinhard Wiederkehr in dieses Gebiet ein; sehr schnell knüpfte er Kontakte zu massgeblichen Institutionen und Fachleuten, und in kurzer Zeit avancierte er zum ernstgenommenen Gesprächspartner und Experten. Gemeinsam mit anderen Autoren und den damaligen Mitarbeitern von Lignum Technik konzipierte und schrieb Reinhard Wiederkehr das Fachbuch ‹Brandschutz im Holzbau› neu, ein Werk, das damals die Grundlage für den Durchbruch zu neuen und intelligenten Brandschutzkonzepten schuf. Noch heute befasst sich Reinhard Wiederkehr mit der Weiterentwicklung der Brandschutzvorschriften und entsprechender Fachliteratur im Holzbau. Peter Makiols Wurzeln finden sich in einem gestalterisch geprägten Umfeld. Peter Makiols Grossvater lebte im süddeutschen Raum und war Tischler; sein Vater lernte denselben Beruf, studierte aber anschliessend in Kiel Architektur und Innenarchitektur, damals zwei miteinander verbundene Fächer. Er war in einem grossen Architekturbüro in Basel tätig, bevor er zu einer führenden Möbelfirma im Oberaargau wechselte. Als exzellenter Zeichner war er dort jahrelang Entwerfer ganzer Kollektionen. Über diese zeichnerische Begabung verfügt auch Peter Makiol, eine Fähigkeit, die ihm im Dialog mit Architekten sehr zustatten kommt. Doch wie kam Peter Makiol zum Holz? Ganz einfach: von Kindsbeinen an. Er begleitete, damals sieben Jahre alt, seinen Vater gern auf die Baustelle des im Entstehen begriffenen Wohnhauses in Thunstetten. Fasziniert von der Arbeit der Zimmerleute, wusste er schon damals: Das ist es und nichts anderes. Nach seiner Ausbildung als Zimmermann studierte er im gleichen Jahrgang wie Reinhard Wiederkehr an der Holzfachschule in Biel. Die beiden bearbeiteten gemeinsam Semesteraufgaben und verstanden sich auf Anhieb glänzend. Nach seinem Abschluss ging Peter Makiol gemeinsam mit seiner Lebenspartnerin auf Reisen ins ferne Brasilien. 1992, zurück in der Schweiz, sagte ihm sein vormaliger Studienkollege, er werde bereits mit Arbeit überhäuft – was lag näher, als die Gelegenheit zu gemeinsamer Tätigkeit zu packen? Ab diesem Zeitpunkt waren die beiden Büropartner, ein Paar, dessen Interessen und Fähigkeiten vollauf im Gleichgewicht waren und es bis heute geblieben sind.

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Eine gute Fortsetzung zeichnete sich früh ab. 1992 erhielt Reinhard Wiederkehr die Anfrage für die Ingenieurarbeiten zur Aufstockung eines Bürogebäudes in Lenzburg. Er übernahm den Auftrag und plante gemeinsam mit Peter Makiol den Umbau. Die beiden realisierten eine architektonisch wie technisch überzeugende Aufstockung aus Holz und zogen mit ihrem Büro gleich selber im Attikageschoss ein. Ein weiterer Auftrag bestand darin, die Werkstatt und Büros für einen Zimmereibetrieb, den ehemaligen Lehrbetrieb von Reinhard Wiederkehr, in Niederlenz neu zu bauen. Gleichzeitig kam die Anfrage, die Gebäude eines grösseren Holzbaubetriebes in Wangen (Kanton Zürich) zu planen. Bei beiden Vorhaben war gleichzeitig eine Ausnahmebewilligung bezüglich zeitgemässer Brandschutzmassnahmen zu erlangen, ein Vorhaben, das letztlich dank dem Spezialwissen des jungen Ingenieurbüros tatsächlich gelang. Von da an ging es unaufhaltsam weiter. Das junge Planerunternehmen arbeitete von Beginn weg erfolgreich, und der Mitarbeiterstab vergrösserte sich entsprechend auf heute (2007) insgesamt neun Mitarbeitende. Darunter sind einige langjährige Fachleute. Sie bilden ein Team, das sich versteht und gegenseitig respektiert. Ein Team, das sich freundschaftlich nahesteht und oft ohne viele Worte und aufreibendes Hin und Her zu guten Lösungen kommt.

Nach wie vor engagieren sich beide Partner und ein Teil der Mitarbeitenden für die Ausbildung von Nachwuchs. Als Dozenten in Fachhochschulen und als Vortragende an Fachanlässen stellen sie sich den kritischen Fragen der Jungen und erreichen zweierlei: Weitergeben von fundiertem Fachwissen und Aufnehmen von neuen, unkonventionellen Ideen. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Architekten und für die ab und zu eingegangenen projektbezogenen Partnerschaften mit andern Ingenieurbüros. Makiol + Wiederkehr haben sich nie auf nur ein Holzbausystem eingeschworen. Sie gehen strikt den Weg der fachlich besten Lösung, welche ein Projekt vorwärtsbringt und technisch auf das beste Niveau rückt, das möglich ist. Für beide zählt der Satz des Regisseurs Robert Wilson (USA): ‹Manchmal fragt man sich: 'Was soll ich als nächstes tun?', und man überlegt, was das Richtige wäre. Doch oft sollte man sich eher überlegen: 'Was sollte ich nicht tun?' und genau das dann in die Tat umsetzen.› Charles von Büren, Bern

Charles von Büren ist Autor und Herausgeber von Sachbüchern zu Bautechnik und Design. Bis 2000 Presse + PR für die Lignum und die Forschungsanstalt

Der Dialog macht ganz klar einen grossen Teil des Erfolgs aus. Makiol + Wiederkehr sieht sich klar als Ingenieurunternehmen und ebenso klar als Partner und Berater der Architekten und Auftraggeber. Die beiden Partner sind als Konstrukteure auch Gestalter, denn Holzbau und Architektur mit Holz bedeutet immer auch Gestalten mit dem Tragwerk. Sie entwerfen keine Architektur, sind jedoch stets direkt am Formfindungsprozess für Tragwerk und Gebäudehülle beteiligt. Die Ideen der Architekten werden ernst genommen, aber auch hinterfragt und gemeinsam erneut formuliert und ausgestaltet. Im Vordergrund steht dabei stets der technisch und gestalterisch richtige und materialgerechte Einsatz der Baustoffe, insbesondere von Holz. Makiol und Wiederkehr bezeichnen den gelebten Dialog zwischen Bauherr, Architekt, Ingenieur und Holzbauer als entscheidend für den Erfolg des Büros – eine Haltung, die von sämtlichen Mitarbeitenden getragen wird.

WSL Birmensdorf. Bis 2006 für den SIA tätig. Heute freischaffend und Beauftragter für Presse + PR der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung SAH.

Einfach alles tun ist nicht das Ziel von Makiol + Wiederkehr, so wenig wie das Büro zu gross werden zu lassen. Der Bestand an Aufträgen und laufenden Anfragen ist sehr gut. Lieber einmal auf einen Auftrag verzichten, als ihn schlecht und recht hinter sich zu bringen, lautet das Credo im Umgang mit dem guten Geschäftsgang. Das Büro wird öfters von seiten anspruchsvoller Architekten um Mitarbeit angegangen. Gleichzeitig betätigen sich Makiol + Wiederkehr als Mitautoren bei Wettbewerben, oder sie ziehen – etwa bei Ideenwettbewerben für den Brückenbau – selber Architekten bei. Eine der Spezialitäten des Unternehmens ist nebst dem Holzbau der Brandschutz – Brandschutz nicht mehr allein in bezug auf Holz, sondern ganz allgemein für Bauten aller Art. Gerade bei Grossbauten wirken individuelle Brandschutzkonzepte entwurfsrelevant und können zu einer neuen und erweiterten baulichen Qualität führen. Die Weite des Gedankenraums ist ein Markenzeichen des Büros Makiol + Wiederkehr. 1999 zog es von Lenzburg um nach Beinwil am See, in ein leerstehendes Fabrikgebäude, das mehr Raum bot als der bisherige Firmensitz. Die weniger zentrale Lage hat dem Büro nicht geschadet, im Gegenteil. Wer den Betrieb besucht, sieht sich sogleich in einer lebendig geführten Denkfabrik, wo in lockerer Atmosphäre, kollegial und von gegenseitigem Respekt getragen, die Auseinandersetzung rund um Ingenieuraufgaben geführt wird. Dort hört man nicht: ‹Das ist ein Problem›, sondern vielmehr: ‹Wie finden wir hier die neue Lösung?›

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Aufstockung Gewerbehaus, Lenzburg Die ursprüngliche architektonische Qualität und der Charakter des in den sechziger Jahren als Betonskelettbau ausgeführten Büro- und Lagergebäudes sollten trotz des massiven Eingriffes in die Dimension des Gebäudevolumens erhalten bleiben. Durch seine Lage am Rande des Industriequartiers, zwischen den Eisenbahnschienen und einer unbebauten, grossen Wiese, hatte das Gebäude auf seinen Längsseiten schon immer eine grosse Fernwirkung. Es war deshalb wichtig, durch die eingeschossige Aufstockung auf das bestehende Flachdach ein möglichst folgerichtiges Zusammenspiel zwischen der alten und der neuen Bausubstanz zu erzielen. Die in Holz ausgeführte Aufstockung des Hauptgebäudes konnte in kurzer Zeit aufgerichtet werden. Dies wurde mit Hilfe der Brettschichtholzträger und der Stützen des Hauptragsystems sowie durch den hohen Vorfertigungsgrad der hinterlüfteten Wand- und Dachelemente erzielt. Im Kontrast zu den verputzten Aussenwänden des Altbaus besteht die Aussenhaut der Aufstockung aus unbehandelten DouglasienSperrholzplatten. Diese werden durch das umlaufende, ein Meter auskragende, flache Vordach vorm Schlagregen geschützt. Die umlaufende Balkonzone ist das markanteste Element des Eingriffes. Es soll durch seine Leichtigkeit und Transparenz ein Zeichen sein für den Respekt und den Glauben an diesen Ort. Dieser Teil der Stadt, wo sich Wohnen, Gewerbe und Verkehr am nächsten sind, wo man morgens hinkommt, um zu arbeiten, oder abends heimkommt, um sich auszuruhen, ist ein Ort der Bewegung und des Wechsels, der immer wieder neue Akzente braucht. Neue Akzente setzen heisst auch vom Bestehenden lernen und darauf aufbauen zu können.

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Am Bau Beteiligte Architekten Wiederkehr und Zampieri, Lenzburg Mitarbeiterin Denise Dallinger Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau Uhlmann Holzbau AG, Lenzburg Fassade Gebr. Wilk, Niederlenz Bauphysik M. Zimmermann, Solothurn Fotografie Reto Führer, Chur Quelle Holzbulletin 31/1992 Baudaten Bauort Industriestrasse 32, 5600 Lenzburg Bauzeit Januar 1992–Juni 1992 Konstruktionsholz Fichte/Tanne massiv 19 m3 Brettschichtholz 6 m3 Dachschalung Fichte/Tanne 460 m2 Aussenverkleidung Sperrholz 40 m2 Innenverkleidung Mitteldichte Faserplatten 500 m2


Werkplanausschnitt Grundriss Traufdetail Sockeldetail Schema Bauablauf

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Büro- und Lagergebäude, Alpnach-Dorf Der Neubau für die AG Parqueterie Durrer Kägiswil liegt auf einem Grundstück am Rande der Industrie- und Gewerbezone der Gemeinde Alpnach Dorf. Im Osten grenzt es an die Autobahn N8, im Süden an die Landwirtschaftszone und den nahegelegenen Wald. Die Zufahrt auf das Gelände erfolgt von Westen. Auf der Nordseite setzt sich die Industrie- und Gewerbezone fort. Eine Ringstrasse erschliesst die Zufahrten für die Einstellhalle und den gedeckten Ladeplatz. Dies ermöglicht eine manövrierfreie Zu- und Wegfahrt für die Lastenzüge. Drei Hauptelemente bestimmen den Gebäudekomplex: Die Lagerhalle mit gedecktem Ladeplatz, der Zwischentrakt mit dem Eingang, Treppen, Nebenräumen und Lichthof und das Bürogebäude mit Arbeitsund Ausstellungsräumen und der Wohnung des Hauswarts. Diese drei Bauteile unterscheiden sich in ihrer Nutzung und in ihrer architektonischen Gestalt. Sie bilden aber formal und organisatorisch sichtbar eine Einheit. Die Lagerhalle misst 48 m auf 32 m im Grundriss bei 12 m Gebäudehöhe. Im Untergeschoss befinden sich die Tiefgarage mit 50 Plätzen, Installationen, Archive, Magazine und Garderoben. Das 8 m hohe Palettenlager im Erdgeschoss nimmt rund 1500 m2 ein. Im Zwischentrakt erschliessen Treppe und Aufzug das Bürogebäude und die Nebenräume auf der Galerie der Lagerhalle. Dieser Zwischentrakt dient zudem als Brandabschnitt. Im Erdgeschoss des Bürogebäudes sind Einzelbüros (maximal zwei Arbeitsplätze) untergebracht, und zentral auf einem ‹Marktplatz› liegen Empfang, Kopierer, Telex, Telefax und Rohrpostbahnhof sowie das gemeinsame Archiv (Ablage). Büros und Marktplatz erhalten Tageslicht. Das Obergeschoss beherbergt den grossen Schauraum für Parkettböden, und im Attikageschoss liegt die Wohnung des Hauswartes. Die Halle ist eine Mischkonstruktion. Sie ist ein Massivbau mit Holzbauelementen und mit einer Fassade aus sägerohem Lärchenholz. Sämtliche Untergeschosse, der Zwischentrakt und der Ladeplatz sind massiv aus Beton gebaut. Die Stützen der Halle bestehen ebenfalls aus Beton, die Sekundärkonstruktion aus isolierten Holzbauelementen. Die Aussteifung des Holzbaus gegen Windkräfte erfolgt über den Massivbau des Zwischentraktes. Das Tonnendach wird von frei ge-

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spannten (32 m) Holzfachwerken getragen; als Ausfachung dienen Holzkastenelemente. Das Bürogebäude ist ein reiner Holzbau (Ständerbau) aus einheimischem Douglasienholz. Die Böden sind aus Holzkastenelementen konstruiert. Die Fassade besteht aus deckend weiss gestrichenen, wasserfest verleimten Mehrschichtplatten aus Holz, und die Aussenwände des Dachgeschosses bestehen aus einer weiss gestrichenen Holzschalung. Roh belassene Materialien (Holz, Beton, Kalksandstein) prägen die Architektur. In den Büros bestimmen die beiden Farbtöne Weiss und Anthrazit zusammen mit der Chromstahlmöblierung und dem Ahorn-Riemenparkett die Atmosphäre.

Am Bau Beteiligte Generalplaner Portmann & Schuler, Luzern Projektleitung Carl Schuler, Sarnen Architekten Mennel Architekten AG, Sarnen Verantwortlicher Mitarbeiter Nicke Meyer-Chiesa Bauherrschaft AG Parqueterie Durrer, Kägiswil Bauingenieure Portmann & Murer & Partner, Luzern Holzbautechnik Steiner Jucker Blumer AG, Herisau Beratung Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau ARGE Burch + Co./Bucher, Sarnen/Kerns Fotografie Robert Baumann, Luzern Quelle Holzbulletin 35/1994 Baudaten Bauort Untere Gründlistrasse, 6055 Alpnach Dorf Bauzeit Juli 1992–Oktober 1993 Kubikmeterpreis (Basisjahr 1992) CHF 260.– Konstruktionsholz 380 m3 Hohlkastenelemente 770 m2 Aussenverkleidung 1050 m2 Bodenbelag 1200 m2 Holzwerkstoffe 3100 m2


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Zimmerei, Niederlenz Die bestehenden Zimmerei- und Schreinereigebäude am Dorfeingang von Niederlenz vermochten in verschiedensten Belangen heutigen Anforderungen an einen Betrieb nicht mehr zu genügen. Die Bauherrschaft wollte die Lage entlang der Kantonsstrasse, mit bestehendem Lager des Baugeschäftes, rückwärtiger Stützmauer und bestehenden Spansilos optimal nutzen. Das Raumprogramm enthält Abbundplatz, Maschinenraum, Bankraum, Lagerfläche, seitenstaplergängiges Kragarmlager und Personalnebenräume mit Polierbüro. Dieses Raumprogramm ist zu einem in der Tiefe gestaffelten, dreiteiligen Gebäudevolumen zusammengefasst. Entlang der Hauptstrasse befinden sich der Bankraum der Schreinerei und die Personalnebenräume mit dem Polierbüro im Obergeschoss. Die zweite Raumschicht bildet die eigentliche Halle mit Abbundplatz und Maschinenraum, darüber das Hallenlager, das ebenfalls mit dem Fünftonnen-Einträgerlaufkran vollflächig bedient wird. In der dritten Raumschicht befinden sich das seitenstaplergängige Kragarmgestell, technische Räume und die Plattensäge. Von Beginn weg war klar, dass der Betrieb während der ganzen Bauzeit durchgehend zu funktionieren hatte. Dies führte zu einer recht aufwendigen, vierteiligen Etappierung des Baus. Ein flachgebogenes Hallendach nutzt die gesetzlich vorgegebenen Raumprofile optimal. Vorgefertigte Dachelemente (1,80 x 7,90 m), bestehend aus sägeroher offener Schalung, Dampfsperre, Bogenrippen mit Wärmedämmung und Furnierschichtholz, überspannen je drei Binder. Die Skelettbauweise ermöglicht es, sämtliche Wände als nichttragende Elemente auszubilden. Die Innenwände bestehen aus dreischichtigen, innen durchgehend sichtbar belassenen Blockholzplatten. Die Aussenwände sind zusätzlich gedämmt und mit einer hinterlüfteten Holzschalung verkleidet. Die konsequent durchgeführte Holzkonstruktion ermöglichte für die einzelnen Etappen kurze Montagezeiten, was vor allem beim Hallenbau enorme Vorteile bot. Statik und Haustechnik wurden bereits im Projekt grösste Aufmerksamkeit geschenkt, um den konstruktiven und ästhetischen Anforderungen optimal nachzukommen.

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Am Bau Beteiligte Architekten Wiederkehr und Zampieri, Lenzburg Bauherrschaft Gebr. Wilk AG, Niederlenz Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau Gebr. Wilk AG, Niederlenz Bauphysik Zimmermann und Leuthe, Solothurn Fotografie Reto Führer, Felsberg, sowie Wiederkehr und Zampieri, Lenzburg Quelle Holzbulletin 42/1996 Baudaten Bauort Lenzburgerstrasse 15, Niederlenz Baujahr 1995 Kubikmeterpreis (Basisjahr 1995) CHF 220.– Konstruktionsholz Fichte/Tanne 65 m3 Brettschichtholz 78 m3 Aussenwandverkleidung 650 m2 Innenwandverkleidung 520 m2 Bodenbelag 1520 m2 Holzwerkstoffe 1470 m2


Architektenpl채ne Detail Dachrand mit Flachdachanschluss, Querschnitt und Grundriss

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Interkantonale Försterschule, Lyss Die Bauvolumen für die Neubauten der Försterschule in Lyss sind entsprechend den unterschiedlichen Funktionen gegliedert. Im Sockel befinden sich Werkstätten, Gemeinschaftsräume und die Mensa, im dreigeschossigen Längsbau die Klassenzimmer und Lehrerbüros und in den vier Querbauten die Internatszimmer. Auf dem 160 m langen, schmalen Sockel sind die mit Holz konstruierten Baukörper von Schule und Internat aufgesetzt. Aus Richtung Lyss lässt das transparente Eingangsgeschoss unter dem mit Lamellen zusammengefassten Schulhauskörper den Blick auf den gegenüberliegenden Wald frei. Zudem öffnen die Durchblicke zwischen den quer liegenden Internatsbauten die Anlage zur Landschaft hin. Die dreigeschossigen Volumen auf dem massiven Sockel sind ganz aus Holz gebaut. Dank einem alternativen Brandschutzkonzept konnte für alle Bauteile Holz verwendet werden. Das Schulgebäude mit seinen grossen Räumen ist ein Holzskelett mit Stützen aus Weisstannenstämmen (Durchmesser ca. 50 cm) über drei Geschosse. Auch für andere Bauteile werden unübliche Holzsortimente eingesetzt. Schwachholzstämme (Durchmesser ca. 16 cm) werden im Verbund mit einer 30 mm dicken Dreischichtplatte als 7x 3,3 m messende vorfabrizierte Deckenelemente verwendet. Lärchenstämme dienen als Stützen im Aussenbereich unter den Internaten. Die Abschnitte der unbehandelten Lärchenfassade dienen als Fassadenschutzlamellen beim Schulhaus. Die Innenwandverkleidungen bestehen aus Dreischichtplatten (Weisstanne aus CH-Produktion). Die Massivholzmöbel sind aus braunkerniger Buche gearbeitet. Der Stützenraster im Schulgebäude beträgt 6 x 10 m. Primärträger (Zange 2 x 20/70 cm) und Sekundärträger (200 x 430 mm) bestehen aus Brettschichtholz. Im Dach ist auf der Westseite ein Trägerrost eingebaut, um die Auskragung von 3,6 m zu bewältigen. Sämtliche Wände sind nichttragend ausgeführt. Die Internate sind in vorgefertigter Holzrahmenbauweise erstellt. Die Detailausführung wurde im Rahmen eines kreativen Leistungswettbewerbes unter interessierten Unternehmen erarbeitet. Die Lösung für die Försterschule enthält zwei aussteifende Fermacellplatten. Diese konnten in Formaten von bis zu 6,6 x 2,6 m direkt auf die Wandelemente verarbeitet werden. Alle Dächer sind hinterlüftet und als begrünte Flachdächer mit einer vorkonfektionierten Synthesekautschukfolie ausgeführt. Damit konnten die einzelnen Baukörper jeweils in einem Tag definitiv gedeckt werden.

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Am Bau Beteiligte Architekten Itten + Brechbühl AG, Bern Bauherrschaft Stiftung Interkantonale Försterschule Lyss Holzbauingenieur Chabloz et partenaires SA, Le Mont-sur-Lausanne Beratung Brandschutz Vorprojekt Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau Internate Boss Holzbau AG, Thun Holzbau Schultrakt ARGE JPF Constructions SA, Bulle; Vial SA, Praroman-Le Mouret Fassade Schultrakt ARGE Oberland Holztreppen ARGE Bühlmann AG; Schneider, Heimberg Trennwände Schule ARGE Boss AG; Zaugg Bau AG, Thun Bauphysik Institut Bau + Energie AG, Bern Fotografie Hans Ege, Luzern Quelle Holzbulletin 44/1996 Baudaten Bauort Hardernstrasse, 3250 Lyss Bauzeit 1995–1997

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Architektenplan Fassadenschnitt Schultrakt

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Wohnhaus Guggerstrasse, Zollikon Das Grundstück wird von der Guggerstrasse als Zufahrtsstrasse, einem öffentlichen Fussgängersteig, dem Guggerweg, sowie der Nachbarparzelle begrenzt. Das Wohnhaus besteht aus zwei ineinander verschränkten, L-förmigen Kuben, die insgesamt fünf Wohnungen enthalten. Alle Wohnungen haben Seesicht, eine optimale Orientierung und bis auf eine Wohnung einen eigenen Gartenanteil. Durch die Staffelung erhält jede Wohnung eine Südost- und Südwest-Orientierung. Die Verschränkung der Baukörper ermöglicht eine Bebauung in die Tiefe. Der Baukörper wird somit nie in seiner ganzen Dimension erfassbar. Von der Guggerstrasse eher als Turm wahrnehmbar, entwickelt sich das Gebäude entlang des Treppenaufstieges mit der langen Fassade in die Tiefe. Mit dem Hof als grosszügigem Eingangsbereich und den Gartenfassaden entstehen in ihrem Charakter unterschiedliche Aussenräume. Zwischen dem statisch wirkenden, öffentlich einsehbaren Hof und der offenen, fliessenden, privaten Gartenseite bildet sich ein Gegensatz. Der Ausdruck der Gebäudekomposition und des Aussenraumes fügt sich in den Rhythmus der benachbarten Einzelbauten – einem Villentyp Anfang des letzten Jahrhunderts – ein und entzieht sich der Erscheinung eines Mehrfamilienhauses. Der Zugang zu den Wohnungen erfolgt über den Fussgängersteig und den Hof direkt in die Wohnung. Beim Betreten der Wohnungen wird die ganze Dimension der Räume fassbar, der Blick richtet sich zum See. Die Grundrisse sind grosszügig und konsequent in einen Tag- und einen Nachtbereich getrennt. Dies engt aber die Nutzung nicht ein, und für Individualität ist Raum genug. Das Herz der Wohnung ist die Küche, von der aus sowohl der Hof als auch der Garten und der See sichtbar sind. Das Wohnhaus ist in vorgefertigter Holzrahmenbauweise mit einem vorgesetzten Klinkermauerwerk gebaut. Das heisst, dass sämtliche Wände und Decken (inkl. Balkone, Terrassen und Dächer) aus Holz bestehen. Diese Trockenbauweise ermöglicht eine hochwärmedämmende Konstruktion bei gleichzeitig geringen Wanddimensionen. Die Holzkonstruktion ‹durchstösst› in gewissen Bereichen ihre Ummantelung und verweist damit auch aussen auf die eigentliche

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Konstruktionsart. Es entsteht ein Kontrast zwischen dem dunklen Klinker und den naturfarbenen, hellen Holzteilen. Der Holzrahmenbau, als modernes Konstruktionssystem eingesetzt, bietet Vorteile, die kaum eine andere Konstruktionsart erreicht. So können die tragende Konstruktion und die Isolation in derselben Schicht vereint werden. Vorfertigung, Vermeiden von Wärmebrücken, Holz als erneuerbarer Baustoff, Behaglichkeit usw. sind weitere Stichworte. Das Projekt konnte energetisch derart optimiert werden, dass während eines ‹normalen› Winters lediglich eine Heizperiode von Ende November bis Ende Februar zu erwarten ist.


Ort Guggerstrasse 33, 8702 Zollikon Bauherr Rudolf Hauenstein, Zürich Architekten architektik Architektur + Planung Tina Arndt & Daniel Fleischmann, Zürich Bauingenieur APT Andreas Lutz, Zürich Energie und Ökologieberatung Basler & Hofmann Ingenieure und Planer AG, Zürich HLSE-Planung Basler & Hofmann Ingenieure und Planer AG, Zürich Bauphysik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Dübendorf Beratung Brandschutz Vorprojekt Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbauplanung/Ausführung Holzforum AG, Ostermundigen Baujahr 1997 Konstruktion Holzrahmenbau, 40 m3 Konstruktionsholz, 110 m2 Holzschalung (Douglasie) Gebäudefläche 580 m2 Gebäudevolumen 3600 m3 Wärmedämmwerte Boden, Wand, Dach 0,20 W/m2K gemittelt, Fenster 0,90 W/m2K gemittelt Heizenergiebedarf 110 MJ/m2 jährlich Fotografie Karl Hofer, Zürich, und Arazebra, Andrea Helbling + Martina Kupferschmid, Zürich Quelle Holzbulletin 46/1997

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Niveau 2

Niveau 4

Niveau 1

Niveau 3

Fassade S端d-West

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1 Dach

5 Wand

Kies mit Substrat auf Folie

Klinker 155 mm hinterlüftet

Bitumendichtung

Wärmedämmschichten 57 + 160 mm

2 Terrasse Holzrost auf Lattung Profilierte Bauschutzmatte Bitumenabdichtung 3 Tragwerk Dach Massivholzplatten 27 mm Lüftungslattung 130 mm

2

Holzrahmenkonstruktion 160 mm Sperrholz 13 mm Installationen 40 mm

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3

4

4

Gipskartonplatte 6 Wand Holzverkleidung 24 mm hinterlüftet

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Übrige Konstruktion wie unter 5

Wärmedämmung 100 mm

7 Boden

Hohlbalkenelemente 180 mm

Aufbau wie unter 4

Gipskartonplatten abgehängt

mit Dämmplatte und Feuchtesperre

4 Boden

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auf Stahlbeton

Parkett/Schiefer 10 mm Überzug 40 mm auf Folie Trittschalldämmung 20 mm Leichtbeton 50 mm Hohlbalkenelemente 180 mm Gipskartonplatte abgehängt

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Fassade Süd-Ost

5

6

7

7

Querschnitt

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Überbauung Espenwald, St. Gallen In St. Gallen ist im Auftrag einer Pensionskasse eine in mehrfacher Hinsicht neuartige und innovative Wohnüberbauung entstanden. Mit diesem Pilotprojekt in Holzbauweise wurden zukunftsweisende Vorstellungen von sozial, ökologisch und biologisch orientiertem Wohnungsbau umgesetzt. Dieser viergeschossige Holzbau zeigt zudem, welche Möglichkeiten neue Alternativkonzepte für das Bauen mit Holz öffnen. Dank weitgehend industrieller Vorfertigung der 48 Wohneinheiten in der Zimmerei und kurzen Montagezeiten auf der Baustelle blieben die Kosten im Vergleich zum konventionellen Wohnungsbau deutlich tiefer, was letztlich der Mieterschaft zugute kommt. Die Überbauung Espenwald ist viergeschossig in Holz gefertigt und kann damit als Pilotprojekt bezeichnet werden. Das Projekt ist auf den Stufen Baukonzept, Planung und Ausführung konsequent durchdacht. Wesentlich war die enge Zusammenarbeit des Architekten mit dem Amt für Feuerschutz und der Feuerpolizei. Die baulichen Vorschriften und die Ideen des Architekten konnten trotz hoher Anforderungen wirtschaftlich erfüllt werden. Die Planer haben die holztechnischen Gegebenheiten praxisbezogen gelöst und Bauökologie sowie Baubiologie mit einbezogen. Der ganze Baukörper ist ab Kellerfundament vollständig nach baubiologischen Grundsätzen ausgeführt, mit Holz, Gips, Mineralputz, Parkett usw. Die Überbauung zeigt, dass das Holz auch in dieser Grössenordnung als Baustoff noch mehr an Bedeutung gewinnen kann. Insbesondere den energietechnischen Anforderungen sowie den Ansprüchen an einen wirkungsvollen Schallschutz wurde Beachtung geschenkt. Die Fensterfronten sind mit 180 mm, die Stirnwände mit 220 mm und die Deckenelemente im Dachgeschoss mit 200 mm wärmegedämmt. Die am Objekt bereits während der Bauphase gemessenen hohen Schallschutzwerte sichern die Wohnqualität zusätzlich. Die hohen Dämmwerte werden besonders die Heizkosten positiv beeinflussen. Die gesamte Bauzeit für die 48 Wohnungen (je 41/2 Zimmer) umfassende Siedlung hat lediglich zwölf Monate gedauert.

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Bereich A

Bereich B

Bereich B

Bereich A

Bereich A

Wohneinheit Bereich B

Duplex mit K端che und Wohnraum auf Ebene Eingang Drei Zimmer und WC/Bad im Obergeschoss

Fassaden S端d-Ost

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Ort Espentobelstrasse 5–5d, 9000 St. Gallen Bauherrschaft Pensionskasse der Schweizer Verbandes der Raiffeisenbanken, 9001 St. Gallen Architektur Bernhard Bühlmann, Architekt, St. Gallen Brandschutzkonzept Amt für Feuerschutz des Kantons St. Gallen (ohne Rauchmelder und Sprinkler) Holzbauingenieur/Holzbauplanung/Beratung Josef Kolb, Kesswil, und Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Ingenieur Stahlbeton Signer, Ingenieur-Unternehmen AG, St. Gallen Baujahr 1997 Bruttogeschossfläche Gesamtanlage 10 115 m2, je Wohnung 120 m2 (inkl. Balkon) Gesamtvolumen (nach SIA 116) 28 780 m3 Volumen reiner Holzbau (nach SIA 116) 16 930 m3 Kubikmeterpreis ca. 420 Franken

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Baukonstruktion Unterkellerung in konventioneller Betonbauweise, vier Wohngeschosse in Holzbauweise, Gesamtkonstruktion nach ökologisch/biologischen Gesichtspunkten konzipiert Holzverbrauch 850 m3 Brettschichtholz/Massivholz, 3100 m2 Dreischichtplatten, 18 000 m2 Gipskartonplatten, 700 m2 GrobspanHolzplatten, 1650 m2 Fenster, 2500 m2 Parkettbeläge, 300 Türen, 96 Schiebetüren, 48 Treppen Fotografie Hans Ege, Luzern Quelle Holzbulletin 46/1997


Vertikalschnitt Wandaufbau Fassade mit Deckenanschlüssen 1 Schalung roh Deckenkonstruktion gedämmt Gipsbeplankung 2 Parkett auf Schalldämmvlies Massivholzdecke 3 Parkett mit gedämmter Unterkonstruktion Verbund-Decke Gipsbeplankung 4 Parkett mit gedämmter Unterkonstruktion Betonplatte 5 Fassade mit Platten, zum Teil Schiefer Holzständer gedämmt Gipsbeplankung

Dach

1

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4. Wohngeschoss 2

5

3. Wohngeschoss

3

5

2. Wohngeschoss 2

5

1. Wohngeschoss 4

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Stiftung Bellevue, Marsens In der Nähe von Bulle liegt Marsens, Standort dieses früheren Spitals, das heute als Fondation (Stiftung) Bellevue geführt wird. Dort werden geistig und psychisch Behinderte betreut. Die bestehenden Bauten wurden ausgebaut und mit einem drittel Flügel erweitert, damit sie weiterhin den stets wachsenden Ansprüchen für die Therapie genügen. Gleichzeitig mit dem Ausbau eines neuen Flügels wurden die Querbauten mit zwei verglasten Galerien versehen, was eine bessere räumliche Organisation ermöglicht. Die baulichen Eingriffe setzen sich in Form und Material von den bestehenden Bauteilen aus dem 19. Jahrhundert deutlich ab. Der Neubau des dritten Flügels besteht vollständig aus einem hochwärmegedämmten Rahmenbausystem. Die Fassaden sind mit grossformatigen Zementfaserplatten verkleidet. Sowohl die beiden angebauten Galerien als auch die Geschossdecken des neuen Flügels sind als Holz-Beton-Verbunddecken konstruiert. Geschweisste Stahlteile (Rillennägel) verbinden den Beton kraftschlüssig mit der Holzkonstruktion. Die Galerien weisen verglaste Elemente mit Storen als Sonnenschutz auf.

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Ort 1633 Marsens Bauherrschaft Stiftung Bellevue, Marsens Architektur Projekt und Konzept Holzbau: Conrad Lutz, Fribourg Ausführung: ARCAD Architekten, Avenches Holzingenieure Tragwerk: Häring & Co. AG, Pratteln Holz-Beton-Verbunddecken: Richard Küttel, Wädenswil Michel Moix, Monthey Beratung Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau Tragwerk: Vial SA, Le Mouret Holz-Beton-Verbunddecken: Bernard Repond SA, Charmey Tragwerk Innenliegende Tragwände aus Brettschichtholz, Stützen Brettschichtholz, vorgehängte Fassaden elementweise vorgefertigt, Innenwände mit Gipsbeplankung Geschossdecken Holz-Beton-Verbund (12 + 8 cm) 600 m2 Baujahr 1995–1997 Kubikmeterpreis nach SIA CHF 535.– Fotografie Frédéric Beaud, Cedotec, Le Mont-sur-Lausanne Quelle Holzbulletin 47/1998


Erdgeschoss

Schnitt Fassade und Installationsschacht Rundholzst체tze 300 mm Faserzementplatten Luftraum 40 mm D채mmschicht Zellulose Gipsbeplankung

Querschnitt

Schnitt Verbunddecke Brettschichtholz 160 mm Beton 80 mm Stahlverbinder Bodenbelag (Parkett, Platten)

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Um-, Auf- und Neubau, Oberrieden Ein sanierungsbedürftiges Wohnhaus aus den sechziger Jahren wurde bis auf die Decke des Sockelgeschosses abgetragen, umgebaut und neu aufgestockt. Die ehemalige Grundrisseinteilung des Sockels wurde den Wünschen der Bauherrschaft und den veränderten räumlichen Gegebenheiten angepasst. Das neue Obergeschoss ist aus vorgefertigten Holzelementen auf eine Weise ein- und aufgebaut, die den wunderschönen Garten mit seinem alten Baum- und Strauchbestand erhält und räumlich miteinbezieht. Für die Planung der Räume und der zu verwendenden Materialien diente, nebst den Plänen, ein grosses Modell im Massstab 1:20. Wo sich früher Autos in einer eingebauten Garage breit machten, wurde ein neuer, nach oben offener Zugang konzipiert, anstelle der vordem eingebauten Schwimmhalle konnte eine grosszügige Halle für Wohnzwecke und das Überwintern von Pflanzen vorgesehen werden. Das neue Obergeschoss beherbergt den grossen Wohnraum mit Durchblicken zu den unteren Räumen, eine Küche, das Bad und zwei Schlafräume. Die Dachterrasse über der ehemaligen Schwimmhalle ist durch einen umgehenden Dachvorsprung geschützt. Teile der neuen Dachkonstruktion sind verglast, was dem Haus seine luftig helle Atmosphäre verleiht. In räumlicher Distanz steht parallel zur zweigeschossigen Glasfassade des Wohnraumes eine rötlich schimmernde Wand aus gestampftem Lehm. Sie schliesst den Raum optisch und wirkt zugleich als Speicher für Wärme und Luftfeuchte, welcher das Raumklima angenehm hält.

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Die Struktur über dem betonierten Sockelgeschoss besteht aus leichten, vorgefertigten und an Ort und Stelle ohne aufwendige Bauinstallation montierten Elementen aus Holz. Die Konstruktion ist ein Holzrahmenbau, und die über zwei Geschosse führende Glashülle besteht aus einem Leichtmetallsystem. Die Holzkonstruktion wirkt auf keine Weise dominant. Sie ist mit horizontal angeschlagenem Täfer flächig verkleidet und farblich hell gehalten. Holz, Glas und Metallteile ergänzen sich ganz selbstverständlich. Das Haus ist klassisch modern möbliert. Der Blick in den Garten und über die Landschaft des Zürichsees prägt den Ausdruck der Räume.


Ort 8942 Oberrieden, Zürich Architektur Hansruedi Vontobel, Architekt VSI, Herrliberg Bauausführung Thomas Dalbert & Bruno Wyrsch, Architekten, Zürich Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Holzbau Hector Egger Oberriet AG Materialien aussen Holzschalung gestrichen, Holzfenster gestrichen, Dacheindeckung aus Zinkblech Materialien innen Böden Zementglattstrich, Wände Gipsfaserplatten, Decken Gipskartonplatten Wärmedämmung und sonstige Materialien Konstruktionsholz Fichte/Tanne, mineralische Wärmedämmung und Holzfaserdämmplatten, Glas, Schwarzblech roh, Chromstahl, Naturstein, Lehm sowie Holz, farbig gestrichen Baujahr 1996 Fotografie Nadja Athanasiou, Zürich, und Alexander Troehler, Zürich Quelle Holzbulletin 49/1998

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Erdgeschoss

Obergeschoss

Querschnitt

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Aufstockung Primarschule, Ennetbaden Das zweigeschossige Schulhaus – ein Massivbau mit ausgebautem Untergeschoss aus den dreissiger Jahren – bot für die stetig wachsende Schülerzahl zu wenig Raum. Notwendig waren zwei zusätzliche Klassenräume und ein Gruppenraum. Das bestehende Walmdach wies zu geringe Raumhöhen auf und kam für einen Ausbau nicht in Frage. Die deshalb vorgeschlagene Aufstockung um ein Geschoss musste zwei Rahmenbedingungen berücksichtigen: Der zusätzlichen Belastung waren durch den bestehenden Bau gegebene, statisch bedingte Grenzen gesetzt. Um den Schulbetrieb nicht zu stören, mussten die fünf Wochen Sommerferien genügen, diese Aufstockung als Rohbau auszuführen. Deshalb kam einzig eine Vorfertigung mit Grosselementen in Holzbauweise in Frage. Derartige Wand-, Decken- und Dachelemente mit einem hohen Vorfertigungsgrad – inklusive Fenster – gewährleisteten die verlangte kurze Bauzeit. Nach dem Versetzen der Fussschwellen konnte die Konstruktion innert zwei Tagen aufgerichtet werden. Die notwendige Verstärkung der bestehenden Hourdisdecken mit einer zusätzlichen Armierung und Überbeton konnte anschliessend im Gebäudeinnern erfolgen. Der ungestörte Baufortschritt mit der Fassadenverkleidung und der Dacheindeckung war derart gesichert. Alle weiteren Arbeiten für den Ausbau wurden in Etappen während der Schulferien ausgeführt, so dass der Bezug der neuen Schulräume auf Semesterbeginn im Februar des Folgejahres gesichert war. Gleichzeitig mit der Aufstockung wurden die bestehenden Schulräume renoviert. Das neue Bauvolumen in Leichtbauweise setzt dem traditionellen, massiven Charakter des bestehenden Baus einen spannungsreichen Kontrast entgegen. Die Leichtbauweise ist sichtbar gemacht, die Fassaden sind mit einer schuppigen Stülpschalung (Zementfaserplatten) verkleidet. Die Dachform wurde vom Altbau übernommen und mit einer flachen Neigung von 7 Grad an die neuen Gegebenheiten angepasst. Die hinterlüfteten Dachelemente sorgen für ein angenehmes Raumklima und tragen dazu bei, einen sommerlichen Hitzestau zu vermeiden. Ein Vordach mit 1,20 m Auskragung ist als Sonnen- und Witterungsschutz allseitig um den Aufbau geführt. Der obere Rand des bestehenden Gebäudes wurde mit einem Betonelement versehen – der Holzbau steht hinter dieser Aussenwand und betont so seinen Charakter als Aufstockung. Die Konstruktion des Holzbaues basiert auf einem Grundraster von 2,45 x 2,31 Metern, der auch der Struktur des bestehenden Gebäudes entspricht. Die Elemente für Wände, Decken und Dacheindeckung sind als grossformatige Bauteile im Werk vorgefertigt und vor Ort versetzt worden. Als Aussteifung der Wände und Decken dienen Grobspanplatten. Die Teile sind untereinander mit Nagelplatten verbunden. Die Bodenschwelle ist in der Massivplatte verankert, die Holzwände wurden am Bau mit der Schwelle vernagelt.

Ort Primarschulhaus Grendelstrasse, 5408 Ennetbaden Bauherrschaft Einwohnergemeinde Ennetbaden Architektur U. Blunschi, H. Etter, C. Müller, dipl. Architekten ETH/SIA, Baden Baustatik Minikus Witta Voss, Baden Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Lenzburg Baumeisterarbeiten Mäder AG, Baden Zimmereiarbeiten Hächler Zen Ruffinen, Wettingen Fenster Burger AG, Baden Fassade Müller + Rust, Lengnau Fotografie Blunschi/Etter/Müller, Baden Quelle Holzbulletin 49/1998

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S端dfassade Querschnitt

Dachgeschoss Ostfassade

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Dachelemente (2,45 x 5,86 m) Zwei Dachträger Brettschichtholz (6 x 26 cm) Bretterschalung 27 mm Doppelfalzdach in Kupfertitanzink Deckenelemente (2,45 x 14,04 m) Grobspanplatte 15,5 mm Dampfsperre Wärmedämmung 14 cm Gipsfaserplatten 12,5 mm als Auflage der Wärmedämmung bei Innentrennwänden (Akustik) Zwei Hauptträger Brettschichtholz (6 x 30 cm) Nebenträger (Kantholz) 6 x 14 cm Winddichtung Hinterlüfteter Dachraum Verkleidung mit abgehängter Gipskarton-Lochkartendecke (Raumakustik) Wandelemente (Höhe 2,45 m/Länge 11,37 m) Gipsfaserplatten 12,5 mm, gestrichen Dampfsperre Grobspanplatte als Aussteifung 15,5 mm Holzständer 12 cm Wärmedämmung (Steinwolle) 12 cm Winddichtung Verkleidung mit Faserzementplatten (Stülpschalung) auf zweilagigem Lattenrost 30 x 60 mm


Feuerwehrgebäude, Eiken Ein bestehendes Lagergebäude am Dorfrand von Eiken wurde in einen Gemeindewerkhof umgebaut. Gleichzeitig galt es, mit einem Erweiterungsbau die Bedürfnisse der Feuerwehr abzudecken. Die äusserst einschränkenden Rahmenbedingungen führten zu einem unverwechselbaren Grundkonzept. Die zur Verfügung stehende, freie Parzellenfläche wurde voll ausgenützt, indem der Zusatzbau für die Feuerwehr genau der Baulinie folgt. Die so entstandene Grundrissform liess sich in Volumetrie, Materialisierung und Ausdruck konsequent umsetzen. Flachdach, Holzbauweise und grosse Fensteröffnungen lassen den Erweiterungsbau als eigenständigen Baukörper erscheinen. Beim Umbau der bestehenden Lagerhalle in einen Gemeindewerkhof wurde darauf geachtet, ihre Charakteristik zu erhalten. Der Anbau hingegen setzt sich klar davon ab. Gestaltet als Zeugnis unserer Zeit, drückt er seinen Zweck und seine Bedeutung für das Gemeinwesen gewissermassen zeichenhaft aus. Die Gegensätze von Alt und Neu vereinen und ergänzen sich harmonisch. Ein besondere Herausforderung war die Vorgabe der Gemeinde, sowohl die Bauweise in Stahl als auch jene in Holz zu untersuchen. An einem kreativen Leistungswettbewerb haben je drei Stahlbau- und Holzbaufirmen teilgenommen. Die Entscheidung wurde schliesslich über die Kostenvorgaben gefällt. Bei der Bewertung wurden auch die zu erwartenden Unterhaltskosten mit einbezogen. Die letztlich gewählte Holzkonstruktion strukturiert sich wie folgt: Das Haupttragsystem weist Stützen und Träger aus Brettschichtholz in einem Achsabstand von 4 Metern auf. Die Wände wurden mit grossflächigen Spanplatten von 80 mm Dicke erstellt, welche auch die Gebäudeaussteifung übernehmen. Die horizontale, gestrichene Fassadenschalung ist hinterlüftet, darunter liegt eine Wärmedämmschicht. Die Dachkonstruktion aus Brettschichtholz mit einem Sekundärtragwerk aus Massivholzbalken ist mit Spanplatten ausgesteift. Das Flachdach ist begrünt.

Ort 5074 Eiken, Aargau Bauherrschaft Einwohnergemeinde Eiken Architekten Wiederkehr Architekten, dipl. Architekt ETH/SIA, Lenzburg Bauingenieur Gruner AG, Stein Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Kaufmann Holz + Bau AG, Wallbach Baujahr 1996 Materialien Primärtragstruktur: Brettschichtholz; Sekundärtragstruktur Dach: Schnittholz, Spanplatten; Aussenwände: Spanplatten 80 mm dick; Fassadenverkleidung: Horizontale Holzschalung, deckend gestrichen Fotografie Wiederkehr, Lenzburg Quelle Holzbulletin 50/1999

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1 2 3 4 5 6 7

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1 Begrünung 2 Dachhaut 3 Mehrschichtplatte, 25 mm 4 Hinterlüftung, 20 mm 5 Wärmedämmung, 120 mm 6 Dampfbremse 7 Spanplatte, 25 mm 8 Holzschalung 9 Hinterlüftung 10 Wärmedämmung 11 Dampfsperre 12 Spanplattenkonstruktion, 80 mm 13 Zwischenraum (Leitungsführung) 14 Brettschichtholz-Doppelstütze (Ansicht) 15 Brettschichtholz-Träger (Ansicht) 16 Holzschalung 17 Hinterlüftung 18 Abgekantetes Blech 19 Wärmedämmung 20 Beton-Stützmauer 21 Betonelement 22 Magerbeton 23 Wärmedämmung

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Granatenbaumgut, Schaffhausen Eine menschliche Architektur ohne Formalismen dient den sensiblen, behinderten Kindern. Die eingeengte Lage des Grundstückes zwischen zwei Strassen, belastet durch Verkehrslärm, bedingt besondere bauliche Massnahmen. Das Konzept schafft eine ruhige Oase. Der Baukörper liegt am oberen Rand der Parzelle. Damit entstehen durchgehende, vielfältige Grünräume, ein autofreier Bereich vor der Südfassade und eine wirksame Abschirmung gegen den Strassenlärm. Die Bauform folgt einer einfachen, klaren Systematik mit tiefen Haupträumen talseits und mit Erschliessung und Nebenräumen als ‹Rücken› zur oberhalb liegenden Strasse. Die Gemeinschaftsräume liegen am östlichen Gebäudekopf. Eine grosse Nutzungsflexibilität ist garantiert. Das lineare System mit Durchblicken und offenen, hellen Treppen erleichtert die Orientierung. Die durchgehende Rollstuhlgängigkeit ist ohne Rampen gewährleistet. Die mögliche Verteilung der Kinder auf drei Eingänge wirkt für den Betrieb entspannend. Im Inneren entsteht eine helle und den Kindern entsprechende Atmosphäre. Ein dreigeschossiger Holzbau für eine heilpädagogische Schule ist bezüglich Brandschutz ein Novum. Das Sicherheitsrisiko entspricht jenem von Spitälern und Heimen, und es wird ‹Vollschutz› gefordert. Deshalb wurde eine Sprinkleranlage eingebaut, und die Brandabschlüsse sind

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Stim

me

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Grubenstrasse


Ort Stimmerstrasse, 8200 Schaffhausen Bauherrschaft Einwohnergemeinde der Stadt Schaffhausen Architekt Rainer + Leonhard Ott, Schaffhausen Mitarbeiter Marcus Weckerle, Schaffhausen Projektleiter Ausführung AGOB, AG für organisiertes Bauen, Winterthur Ingenieur Wildberger Schuler Partner AG, Schaffhausen Bauphysik Energieberatung Meier AG, Dällikon Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil Holzbau Arbeitsgemeinschaft F. Hübscher, Beringen, Gebr. Thomi, Wilchingen, Stamm + Meyer, Schleitheim Baujahr 1998–1999 Fotografie R. + L. Ott, Schaffhausen Quelle Holzbulletin 53/1999

mit automatischen Rauchfühlern versehen. Damit wird dieses Holzwerk F60 bb klassiert und bewilligt. Diese technischen Massnahmen sind kaum kostspieliger als ein elektronischer Vollschutz bei einem Massivbau. Die hangseitige Betonkonstruktion wirkt als Fundament und Verankerung für die Holzkonstruktion, ergibt unbrennbare Fluchtwege und enthält Sanitär- und Haustechnik (Leitungen). Die auskragenden Geschossdecken der Betonkonstruktion optimieren die Spannweiten der Holzdecken. Die Holzkonstruktion besteht aus vorgefertigten Elementen. Die Geschossdecken bestehen aus vorgefertigten Holzelementen (Rippenplatten), welche mit Sand aufgefüllt sind. Darüber ist auf einer Zwischenfolie der Unterlagsboden (Faserplattensystem) verlegt. Die Dachelemente sind über die ganze Breite des Baus durchlaufend. Die unterlüftete Flachdachkonstruktion ist begrünt. Die Aussenschalungen bestehen aus sägeroher, unbehandelter Lärche. Die Holzkonstruktion bleibt überall weitgehend sichtbar, ein Wechselspiel zwischen unbehandeltem Holz und hellen Flächen, Betonteile sind sichtbar belassen und mit Silikatfarben lasiert. Wo immer möglich sind baubiologisch unbedenkliche Materialien eingesetzt.

1 Schulzimmer

7 Büros

2 Gruppe

8 Küche

3 Essen

9 Terrasse

4 Ateliers

10 Schutzraum

5 Therapie

11 Abwart

6 Eingang

5

1

2

1

5

5

5

5

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1 2

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Geschoss 3

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7

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3

3

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1 8 8

Geschoss 2

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4

4

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Geschoss 1

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1

4

5

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4 5

3 2

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5

1 Dach Mit Zellulose gedämmte Holzkonstruktion Unterlüfteter Dachaufbau mit Folienabdeckung, begrünt 2 Bodenaufbau Etagen Deckenelemente aus Holz, mit Sand-Splitt-Füllung Linoleum-Belag auf geschichteter Unterlage 3 Brüstungselemente. Aussen: Lärchenschalung 24 mm Innen: Dreischicht-Platten 27 mm, Dämmschichten (180 + 22 mm) 4 Lichtlenkblech auf Stahlprofilrahmen 5 Holzfenster

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S端dfassade

Nordfassade

Schnitt

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Anbau Küche mit Terrasse, Winterthur Das Stadtquartier Veltheim in Winterthur war ursprünglich ein Bauerndorf. Im 19. Jahrhundert wurde es der Stadt angegliedert und entwickelte sich zu einem Arbeiterwohnquartier. Das Haus an der Juchstrasse wurde um 1875 erbaut und beherbergte die Wirtschaft ‹Zur Heimat›. Bis vor kurzem noch war das Haus in der Tat eine Notunterkunft für Obdachlose und Asylsuchende. Mit dem Umbau des Hauses wurde der Grundriss für insgesamt drei Familienwohnungen umgestaltet. Die Bewohner gründeten für das Bauvorhaben die Genossenschaft ‹Unter einem Dach›. Ziel war es, in dem Altbau Möglichkeiten zum Zusammenleben und gleichzeitig Intimsphäre zu schaffen. Ein Erweiterungsbau im ruhig gelegenen Hof bietet heute Raum für grosszügige, helle Küchen mit vorgelagerten Terrassen. Die Terrassen sind auch über eine Aussentreppe untereinander verbunden, so dass ein Zusammenleben ‹unter einem Dach› möglich, aber nicht zwingend wird. Der Anbau ist über Eck verglast, so dass der Eindruck entsteht, die Wohnküche sei ein Teil des Aussenraumes. Als Konstruktionsart wurde der Holzelementbau gewählt. Der Vorteil besteht in der Beschränkung der Baukosten und der Bauzeit. Wandund Deckenelemente bestehen aus unverleimter Fichte. Die Zwischen-

räume wurden im Werk mit Zellulose ausgeflockt und beidseitig mit Gipsfaserplatten beplankt. Die diffusionsoffenen Materialien sorgen für ein angenehmes Raumklima. Denn Holz ist atmungsaktiv und gleicht den Feuchtigkeitshaushalt der Raumluft aus. Die Begrünung des Flachdaches trägt ebenfalls zu diesem Effekt bei. Die dünne Erdschicht gleicht Temperaturschwankungen aus und schützt gleichzeitig die Dachhaut vor Schäden. Sonnenkollektoren, die auf dem Dach des Altbaus angebracht wurden, liefern Wärmeenergie für die Wasseraufbereitung. Natürlich sind auch die Wände optimal isoliert, so dass der Anbau insgesamt eine sehr gute Energiebilanz aufweist. Im Innenbereich wurden die Wände mit Gipskartonplatten verkleidet und weiss gestrichen. Der Bodenbelag aus Linoleum und die Kücheneinbauten bieten jedoch eine kräftige Farbskala, die bei jeder Wohnung unterschiedlich ist. Im Abendlicht leuchtet deshalb jede Wohnung in einer anderen Farbe, was zur belebten Stimmung im Hof beiträgt.

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Ort Juchstrasse 22, 8400 Winterthur Bauherrschaft Genossenschaft ‹Unter einem Dach› Architekten team 4 Architekten ETH/SIA, Zürich Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr Ingenieure, Beinwil am See Holzbau Zehnder Holz + Bau AG, Winterthur Kubikmeter SIA 317 m3 Baujahr 1999 Bauzeit 3 Monate Fotografie Bildraum/U. Litschi, A. Kohler Quelle Holzbulletin 60/2001

Schnitt

Dachgeschoss

Erdgeschoss

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‹Onoma›, Arteplage Yverdon der Expo.02 Wie ein grosses Karussell steht der Pavillon ‹Onoma› auf einem grau gekiesten Platz. Der Rundbau lädt zur Wiederentdeckung der Herkunft Schweizer Gemeindenamen ein. In seinem Innern befinden sich die ‹salons suisses›, welche die historischen Wurzeln helvetischer Gemeindevielfalt illustrieren. Die Namen der 2296 Gemeinden der Schweiz formen die äussere Hülle des kreisrunden Pavillons ‹Onoma›. Bekannte und unbekannte Ortsnamen reihen sich alphabetisch um den Pavillon auf wie bei einer auf den Kopf gestellten Drehkartei. Dabei entsteht durch die ungleich langen Schriftzüge ein typografisches Landschaftsprofil, das die silberne Holzfassade plastisch moduliert. Zwischen der runden Form der Aussenhülle und einer inneren, eingeschriebenen Form befindet sich das Foyer, das in das Thema der ‹Namensfindung› und in die technische Handhabung der Informationsinseln einführt. Durch rot ausgemalte, kleine Oblichter wird die Innenseite der silbernen Aussenwand beleuchtet. Das blaue Kunstlicht der Zwischenzone taucht den Raum in eine dämmrige Stimmung, welche die Raumbegrenzung auf-

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zuheben scheint. Die innere, freie Form besteht aus einem Vorhang, der den Zugang zu einer Art ‹Wohnstube Schweiz› gewährt. Die textilen Wände sind mit sanften Gelbtönen hinterleuchtet. In dem zentralen Raum, der durch eine Hauptstütze dominiert wird, stehen Informationsinseln, die als grüne Farbpunkte am Boden erkennbar sind. Die Stelen sind voneinander abgewendet, so dass jede Insel einen intimen Raum für eigene Namensrecherchen bietet. In der Mitte des Raumes steht die zentrale Stütze, von der aus sternförmig angeordnete Dachbalken zu der kreisrunden Aussenwand führen. Dort stützen sich diese auf runde Pfosten aus Brettschichtholz ab. Die äussere Hülle besteht aus 620 massiven Holzbalken, die zickzackförmig angeordnet sind und nach dem Rückbau für den Elementbau wiederverwendet werden können. Die runde Grundform hat einen Durchmesser von 28 Metern bei einer Höhe von 6,60 Metern. Das Haupttragwerk besteht aus der sechsteiligen Mittelstütze, gebildet aus 6 Rundstützen, sowie 24 Rundstützen im Peripheriebereich. Der Zusammenschluss der Unterzüge mit der Mittelstütze ist aus Platzgründen mit einen

Stahlteil gelöst. Die Stabilisierung des Gebäudes wird mit 5 Auskreuzungen (Stahlzugseilen) in der Ebene der Aussenstützen gewährleistet. Das Nebentragwerk besteht aus keilförmigen Dachelementen, die auf den Unterzügen liegen. Gegen innen nimmt die Höhe der Balken kontinuierlich ab. Mit dieser Verminderung der Balkenhöhe, anaolog zur Verkürzung der Spannweite, ergibt sich das Dachgefälle. Die Form der Innenwände stellte hohe Ansprüche an den Holzbau. Zur Stabilisierung und Verankerung der Wände wurden 11 Betonfundamente verlegt. Für die Herstellung der Unterkonstruktion kam eine CNC-Maschine zum Einsatz. Der Boden besteht aus Rostelementen und einer OSB-Platte als Blindboden.


21 8 70

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Grundriss

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Arteplage Yverdon

Ort Arteplage Expo.02, Yverdon Bauherrschaft Verein Expo.02, Neuchâtel Partner Die Post, Schweizer Gemeinden und Städte Architekten Burkhalter Sumi Architekten, Zürich; Ivo Bertolo Holzingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Baumeister Stéphane Mauron AG, Estavayer-le-Lac Generalunternehmer Holzbau Erni AG, Schongau (Aussenhülle); Felber Holzbau (Innenhülle); 7 Möbel Innenausbau AG, Wallisellen (Schreinerarbeiten) Holz Inländische Fichte und Tanne 132 m3; Massiv 52 m3; Brettschichtholz 47 m3; Haupttragwerk: Rundstützen + Unterzüge 47 m3; Dachkonstruktion 15 m3; Fassade: Balken + Unterkonstruktion 52 m3; Innenausbau: Wände + Boden 18 m3; Holzwerkstoffe: OSB-Platten für Dach + Boden 22 m3 Bauzeit September 2001–2002 Fotografie Hannes Henz, Zürich Quelle Holzbulletin 63/2002

Massivholzaufdoppelung

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10 5

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43

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+0.08 -0.15

+0.06

+0.08 -0.15 12.00

Konstruktionsschnitt

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±0.00 14 1 3

+0.19

±0.00

+0.08 -0.15

Gefälle ca. 2%


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‹Smallhouse› Das ‹Smallhouse› ist ein auf das Maximum optimierter Wohn-Kubus, ein in der HolzModul-Bauweise gefertigtes Haus. Der bescheidene und dennoch in seiner Ausgestaltung anspruchsvolle Bau eignet sich besonders dazu, bestehende Gebäude und Anlagen zu ergänzen und zu erweitern oder Restflächen zu füllen. Die ansprechende Bauweise des Systems ‹Smallhouse› wird auch prominenten Standorten gerecht. Das Mini-Haus kann zur Erweiterung bei knapp gewordenen Wohnverhältnissen dienen, den Raumbedarf der jüngeren oder der älter werdenden Generation abdecken, als Wohnatelier genutzt oder einfach so für Individualisten eingerichtet werden. Vier grosse Fenster, auf jeder Seitenfläche des Quaders angeordnet, prägen sein Äusseres und verleihen ihm etwas Skulpturhaftes – das Haus wird zum Objekt und das Objekt zum Haus. Die grossflächigen, den vier Raumzonen zugeordneten Fenster sprengen den Raum geradezu von innen heraus, erzeugen die lichtdurchflutete Wirkung des Hauses und geben ihm eine überraschende Grosszügigkeit.

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Aussergewöhnlich sind die vollständig in den Werkhallen vorgefertigten Holz-Module, die in einem Tag auf die vorbereiteten Fundamente abgesetzt werden können. Die rationelle und dadurch äusserst günstige Bauweise ermöglicht eine spätere Verschiebung des Hauses oder die Versetzung an einen neuen Standort. Das konsequent in Holz und mit Holzwerkstoffen gebaute Haus und die grosszügig bemessene Wärmedämmung garantieren ein angenehmes Raumklima. Ein wirkungsvoller Holzofen, ergänzt mit einer Elektroheizung, sorgt für behagliche Wärme im Winter. Selbstverständlich sind auch die bauökologischen Kriterien erfüllt. Die sanitä-

ren Einrichtungen und die Elektroinstallationen entsprechen in ihrer durchdachten Einfachheit der Gesamtphilosophie des Hauses. Zusatzelemente wie Sonnenstoren, Vordächer, Terrassen usw. ergänzen auf Wunsch das Standardhaus. Das System von ‹Smallhouse› ist entstanden im Rahmen des Förderprogrammes Holz 2000 des Bundes und der Lignum und wurde erstmals vor zwei Jahren an der Ausstellung ‹Touch Wood› der Bernischen Stiftung für angewandte Kunst und Gestaltung vorgestellt.


L채ngsschnitt

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Ort frei wählbar Architekten Bauart Architekten, Bern Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Wey Elementbau AG, Villmergen Holz Dreischichtplatten; Dickholzplatten; Schalung Fichte/Tanne unbehandelt Grösse L: 4,13 m, B: 9,73 m; H: 5,83 m; Nettonutzfläche 63 m2 Gewicht ca. 17 t (8 t pro Modul) Kosten ab CHF 113 000.– (inkl. Lieferung und Montage) Lieferfrist 3 Monate Baujahr 2001; auf Anfrage Fotografie Andreas Greber, Hasle-Rüegsau Quelle Holzbulletin 66/2003

Grundriss Erdgeschoss

Grundriss Obergeschoss Detailschnitt

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Modulares Schulhaus ‹Zürich-Modular› In den Aussenquartieren der Stadt Zürich ist Wohnraum noch erschwinglich. Markant stieg in den letzten Jahren die Zahl der Kinder in diesen Quartieren und dadurch auch der Bedarf an zusätzlichem Schulraum. Ein modulares und flexibles Schulhaussystem löste das Problem. Bereits 1998 bestand in den Aussenquartieren der Stadt Zürich ein grosser Bedarf an neuem Schulraum. Das Architekturbüro Bauart war bereits bekannt für die Entwicklung eines Modulbausystems ‹Modular-T›. Beruhend auf den Erkenntnissen aus bereits realisierten Modul-Schulbauten wurde für die Bedürfnisse der Stadt Zürich das System ‹Modular-T› zum ‹Zürich-Modular› weiterentwickelt. Seit 1998 wurden in der Stadt Zürich 26 Pavillons in verschiedenen Stadtteilen erstellt. Dies entspricht einer Anzahl von rund 96 Unterrichtsräumen. Weitere Pavillons wurden in Wallisellen und Meilen gebaut. Der Einheitspavillon ist auf einen vielseitigen Einsatz im Schulbereich ausgerichtet, womit in kürzester Zeit zusätzlicher Schulraum zur Verfügung gestellt werden kann. Die Module werden in Fabrikationshallen der Hersteller produziert und auf dem Bau nur noch zusammengestellt. Das System erlaubt eine kostengünstige, flexible Wiederverwendbarkeit an anderen Standorten. Raumeinheiten können erweitert und untereinander kombiniert werden. Ein standardisiertes und einheitliches Fassadenelement erlaubt es, auf verschiedene Situationen und Ausrichtungen reagieren zu

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können. Mögliche Nutzungen sind Unterrichtsräume wie Klassenzimmer, Kindergärten, Kinderhorte oder Allzweck- und Serviceräume. So können in Raumzellen von gleicher Grösse unterschiedliche Nutzungen untergebracht werden. Der eingeschossige Einheitspavillon, bestehend aus zwei Unterrichtszimmern, WC-Anlagen, Eingang und Garderobe, ist in sich eine unabhängige Betriebseinheit. Diese lässt sich zweigeschossig übereinander stapeln, demontieren und versetzen, da die meisten Installationen wie Heizung, Beleuchtung und elektrische Leitungen bereits im Werk integriert werden. Im Prinzip werden jeweils zwei Unterrichtszimmer mit dazwischen liegender Sanitärzone und Eingangsbereich zu einer Einheit zu-

Querschnitt

sammengefasst. Zwei dieser Einheiten können übereinander gestapelt werden, wobei die Erschliessung des oberen Stockwerkes mit einer Aussentreppe erfolgt. Da es sich um Schulprovisorien handelt, wurde auf eine ökologisch einwandfreie, robuste und sinnliche Materialisierung geachtet. Mit seiner einfachen Volumetrie und der formal zurückhaltenden Ausbildung lässt sich der Pavillon auch in städtebaulich-architektonisch bedeutende Schulanlagen integrieren.


Ort 26 Standorte in Aussenquartieren der Stadt Zürich Bauherrschaft Amt für Hochbauten der Stadt Zürich Architekten Bauart Architekten, Bern Ingenieure Boss Holzbau AG, Thun Beratung Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Wey Elementbau AG, Villmergen Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Basel Material Tragkonstruktion: Brettschichtholz Fichte/Tanne, Massivholz Fichte/Tanne; Aussenwand: Grossformatige Mehrschichtplatten Lärche roh, innen Mehrschichtplatte gestrichen; Boden: Mehrschichtplatten, Linoleum; Decken: Holzfaserplatten, Mehrschichtplatten; Fenster: Holz Vollkonstruktion Raumvolumen SIA 116 323 m3 (Beispiel Pavillon Auhof) Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 442.–/m3 Planungs- und Bauzeit ca. 8 Monate Baujahr 1998–2002 Fotografie Ruedi Walti, Basel Quelle Holzbulletin 66/2003

WC K / IV

WC M

F

Grundriss Erdgeschoss

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L채ngsschnitt

Detailschnitt Fassade

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Pavillon im Park des Stockalperpalastes, Brig Der kleine Gartenpavillon im Park des Stockalperpalastes in Brig ist Teil einer umfassenden Neustrukturierung der Gartenanlage. Die Architekten Burkhalter und Sumi errichteten als nördlichen Abschluss des Gartens einen HolzPavillon, der als Pergoladach für den Eingangsbereich wie auch als Gartenhaus mit Infrastruktur dient. Der Stockalperpalast in Brig wurde bereits Mitte des 17. Jahrhunderts als grosszügiges Handelshaus von Kaspar Stockalper vom Thurm errichtet. 1948 erwarb die Gemeinde Brig den Palast, der im Laufe der fünfziger Jahre durch die ‹Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss› umfassend renoviert wurde. Heute befinden sich im Stockalperschloss verschiedene Verwaltungen, so unter anderem die Gemeindeverwaltung Brig-Glis sowie das ‹Forschungsinstitut zur Geschichte des Alpenraums›, welches die Archivalien des legendären Handelsmannes Stockalper aufarbeitet und publiziert. Als Teil der Neustrukturierung der Gartenanlage wurde ein Pavillon mit einem PergolaDach errichtet. Das mit Kletterrosen bewachsene Dach definiert die nördliche Eingangs-

rampe und führt die Besucher in den Park. Die 70 Meter lange Rosenpergola ist Teil der bildstarken Kulisse des Stockalperpalastes und damit auch Teil des neu gestalteten Parks. Der Pavillon beherbergt einen Geräteraum und Toilettenanlagen. Das Thema der Sitzbank findet sich als Ruhebank im Innern wie als Gartenbank im Aussenbereich des Pavillons wieder. Die Bank selber löst sich vom Baukörper ab und wird Teil des Parks. Das Gebäude wurde als moderner Holzbau vorfabriziert und in Brig innerhalb kürzester Zeit montiert. Die Fassade mit der langen Bank besteht aus horizontalen, halbkreisförmigen Lattenzaunbohlen und verweist damit auf klassische Elemente des Gartenbaus. Gegenüber einer normalen Gartenzaunkonstruktion ist der Zwischenraum der Latten verkleinert. Die Sitzbänke im Park sind mit jenen des Pavillons verwandt und ebenfalls aus halbrunden Bohlen gemacht. Sie schaffen einen visuellen Bezug zum Pavillon. Die Schiebefenster des Gewächshauses sind silberfarben gestrichen und reflektieren die gleissende, hochalpine Sonne des Rhonetals. Sie nehmen die Alterung der naturbelassenen Holzfassade voraus. Die Innenleibungen der kleinen, quadratischen Fenster auf der Rück-

seite des Pavillons sind blau ausgemalt. Als Komplementärfarbe oszillieren sie zum Orange des Raumes, der wie ein Futteral ausgemalt ist. Nachts, wenn die Lichter ringsherum ausgegangen sind, bleibt nur noch das Licht des farbigen Raumes. Wie eine riesige Laterne wird das orange Licht Teil der Parkbeleuchtung.

Längsschnitt

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Grundriss

Detailschnitt

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Ort Park des Stockalperpalastes, 3900 Brig Bauherrschaft Schweizerische Stiftung für das Stockalperschloss Architekten Marianne Burkhalter und Christian Sumi, Zürich; Mitarbeiter/innen: Ivo Bertolo, Claudia Murer Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Schäfer Holzbau AG, Oberentfelden Umgebungsgestaltung Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich Holzarten Fassade: Douglasie (unbehandelt); Pergola: gehobelte Fichtenhölzer mit feuerverzinkten Schrauben; Innenwände: Dreischichtplatten 27 mm, Kunstharzlasur, grundiert, 2x lasiert (rotorange); Fenster: Lärche, Kunstharzfarbe, grundiert, 2x gestrichen (weiss-alu); Holzständer: Fichte Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 494.–/m3 Bauzeit Juli 2000–Januar 2001 Baujahr 2001 Fotografie Heinrich Helfenstein, Zürich Quelle Holzbulletin 66/2003

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Neubau Renggli-Bürogebäude, Sursee Zu Anfang 2003 haben die Renggli AG und diverse Partnerbetriebe das neue Bürogebäude an der Suhre in Sursee bezogen. Es ist ein Kompetenzzentrum des zukunftsorientierten Bauens, und der Bau lebt dies gleich selber vor: Das Gebäude ist nach den neuesten technologischen Erkenntnissen erstellt und braucht 85 % weniger Energie, als gesetzlich gefordert wäre. Das neue Renggli-Bürogebäude befindet sich in sensibler Umgebung in vorstädtischer Lage: Auf seiner Strassenseite steht es dem denkmalgeschützten St.-GeorgSchulhaus und dem neuen Stadthof von Luigi Snozzi gegenüber. An seiner Rückseite liegt der Flusslauf der Suhre, der zusammen mit einem öffentlichen Fussweg durch das Gebäude führt. Es ist nicht ein Bau, der mit schrillen Tönen auf sich aufmerksam macht, sondern einer, der seine Philosophie still erzählt – weil energieeffizient gebaut zu sein für ihn nichts Besonderes ist, sondern ganz selbstverständlich.

Nach den geltenden Gesetzesvorschriften würde dieses Gebäude jährlich 41 500 Liter Heizöl verbrauchen. Das neue Bürogebäude liegt mit seinen Energiewerten um 85 % unter den SIA-Vorschriften (bzw. 41 % unter den Vorgaben des MinergieStandards). Auf den Energieträger Heizöl umgerechnet wären es somit 5600 Liter. Effektiv sind es aber null Liter Heizöl, denn beim Renggli-Neubau in Sursee werden ausschliesslich erneuerbare Energien eingesetzt. Zudem erfolgte die Wahl des neuen Standortes sehr bewusst. Man wollte näher zu den Leuten, also in eine Zentrumsgemeinde ziehen, die auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erschlossen ist. Der Neubau ist in Holzsystembauweise erstellt, was angesichts seiner Viergeschossigkeit auf den ersten Blick erstaunen mag. Bauten dieser Dimensionen wurden früher meist mit anderen Materialien als Holz erstellt, doch heute sind die Möglichkeiten anders. Das zugrundeliegende Baumaterial Holz kommt in der Fassadengestaltung zum

494.68

Ansicht Südost

508.81

508.81 508.20

Ansicht Südwest

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Ausdruck; es wird ergänzt durch vorgefertigte Fensterelemente. Sie sind eine gelungene Symbiose der Materialien Aluminium (Zargen), Glas (Fenster) und Holz (Fensterrahmen). Die Rolläden sind ebenfalls in diese Elemente integriert. Im Innern sind die Büroflächen zu Raumgruppen zusammengefasst, die von einem der drei vertikalen Erschliessungskerne (Lift, Treppenhaus) rollstuhlgängig erschlossen sind. Im Hinblick auf eventuelle zukünftige Veränderungen haben die Planer für den Bürobereich ein modulares System gewählt, mit dem sich die einzelnen Raumgruppen unterschiedlich zuordnen lassen. Im rückseitig erhöhten Bereich des Gebäudes bei den beiden Flussarmen liegen ausserdem vier exklusive Grosswohnungen und zwei einzigartige Ateliers.


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Aufbau Flachdach von aussen: Extensive Begrünung 80 mm oder begehbar (Holzrost 70 mm) Schutzvlies Abdichtung (Foliendach) Gefällsplatten PUR Alu-kaschiert 20–60 mm Polyurethanhartschaumplatte PUR Alu-kaschiert 80 mm (120 mm) Trittschalldämmung 10 mm (nur wo begehbar) Dampfbremse OSB-3 25 mm Balkenlage 80 x 220 mm/ Mineralwollplatte 60 mm OSB-3 25 mm heruntergehängte Decke/ Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm teilweise zusätzliche Akustikdecke/ Mineralwollplatte 30 mm/ Gipskartonplatte 12,5 mm

Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 12,5 mm verputzt Dampfbremse/Luftdichtung OSB-3 15 mm Holzrahmen 80 x 240 mm/Mineralwolle Fermacellplatte 15 mm Wasserdichtigkeitsschicht Lattung 27 mm stehend/Hinterlüftungshohlraum Holzverkleidung 27 mm liegend

Aufbau Decke von oben: Parkett 15 mm Anhydrit-Fliessestrich 55 mm Trenn- und Gleitlage Trittschalldämmung Mineralwollplatte 20 mm Polystyrolhartschaumplatte (F20) 20 mm OSB-3 25 mm Balkenlage 120 x 280 mm/ Mineralwollplatte 60 mm Dreischichtplatte 27 mm heruntergehängte Decke/ Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm teilweise zusätzliche Akustikdecke/ Mineralwollplatte 30 mm/ Gipskartonplatte 12,5 mm

Aufbau Decke von oben: Parkett 15 mm Anhydrit-Fliessestrich 55 mm Trenn- und Gleitlage Trittschalldämmung Mineralwollplatte 20 mm Polyurethanhartschaumplatte PUR Alu-kaschiert 100 mm Stahlbetondecke 250 bis 400 mm

Fassadenschnitt

60

Fassadenansicht


342 000

Ortbeton-Zwischenpodest

342 000

Eisinger EPX 65 4

Ort St. Georgstrasse 2, 6210 Sursee Bauherrschaft St. Georg Immobilien AG, Sursee Architekten Scheitlin & Syfrig Architekten, Luzern Bauingenieur Bucher + Dillier AG, Luzern Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauphysik Ragonesi, Strobel & Partner, Emmenbrücke Bauausführung Renggli AG, Schötz Holzarten Fassade: Fichte mit Spezialbehandlung; Konstruktionsholz: BSH 100 m3, Kerto 12 m3, lamellenverleimtes Rahmenholz 360 m3; Platten: OSB 15 mm 6582 m2, OSB 25 mm 3233 m2, Dreischichtplatten 27 mm 3427 m2, Einschichtplatte 24 mm 100 m2, Spanplatte 19 mm 1444 m2 Gebäudekubatur SIA 116 20 940 m3 Geschossfläche BGF 5920 m2 Investitionskosten CHF 13,5 Mio. Bauzeit Januar–Dezember 2002 Baujahr 2002 Fotografie Walter Mair, Zürich Quelle Holzbulletin 67/2003

DL

DL

9

HFL

DL

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2.5

DL

2.5

321 001

321 001

Eisinger EPX 65 4

2.5

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Erdgeschoss

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Einfamilienhäuser Friedrich-Oser-Strasse, Basel Die elf Einfamilienhäuser liegen am Rande des Bruderholz-Quartiers, einer bevorzugten Wohngegend der Stadt Basel. Das Quartier ist geprägt durch freistehende Villen auf der einen und Zeilen von zusammengebauten Wohnhäusern auf der anderen Seite. Die neue Bebauung ergänzt die bestehenden Muster durch vier kurze Zeilen mit zwei oder drei Häusern. Durch das fächerförmige Abdrehen der Häuser und ihre Staffelung in die Höhe werden sowohl die topografischen Gegebenheiten als auch die städtebauliche Struktur verdeutlicht und ergänzt. Alle Häuser erheben sich als reine Holzbauten über massiven Kellergeschossen. Die Innen- und Aussenwände sowie die Brandmauern zwischen den Reiheneinfamilienhäusern sind als Holzrahmenbau ausgeführt. Die Fassade ist mit einer naturbelassenen Douglasienschalung verkleidet, die Eingangsfronten, die Fenster und die Dachuntersichten sind gestrichen. Aus den gleichen architektonischen und konstruktiven Elementen wurden zwei unterschiedliche Haustypen entwickelt. Die drei östlich gelegenen Zeilen sind aus schlanken, bungalowartigen Häusern gefügt, welche sich durch eine lange Gartenfront und offene Carports auszeichnen. Die westliche Zeile hingegen besteht aus drei tieferen, weniger breiten Häusern. Die Wohnungen sind zwar eher klein an Grundfläche, der Zuschnitt und die Lage der einzelnen Räume ermöglichen aber eine Grosszügigkeit, welche sich auch in der offenen Erschliessung mit der oberen Halle ausdrückt. Situation

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Haustyp A

Längsschnitt

Erdgeschoss

Obergeschoss

Haustyp B

Dachaufbau von aussen: Begrünung Sarnafil

Längsschnitt

Schalung 27 mm Belüftungsraum 100 mm Folie diffusionsoffen Dreischichtplatte 27 mm Massivholzrippe 80 x 200 mm/Isofloc Dreischichtplatte 27 mm (im statischen Verbund mit Massivholzrippe) Aufbau Aussenwand von innen: Fermacell 15 mm Ständer und Isofloc 220 mm DWD 15 mm Lattung/Hinterlüftungshohlraum 30 mm

Erdgeschoss

Schalung Douglas 19 mm Aufbau Decke von oben: Zementestrich Trittschalldämmung Dreischichtplatte 27 mm Massivholzrippe 80 x 200 mm/Isofloc Dreischichtplatte 27 mm (im statischen Verbund mit Massivholzrippe)

Vertikalschnitt Aussenwand

Obergeschoss

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Ort Friedrich-Oser-Strasse 14–34, 4059 Basel Bauherrschaft Christoph-Merian-Stiftung, Basel Architekten Ackermann & Friedli Architekten, Basel; A. Vaszary Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauingenieur WGG Schnetzer Puskas, Basel Holzbau Schneiter Holzbau AG, Münchenstein Holzarten Konstruktionsholz: BSH 7 m3, Schnittholz 167 m3, Leisten und Latten 8 m3; Platten: DWD 1000 m2, Dreischichtplatten 5600 m2, Fermacell 6850 m2; Douglasienschalung 1400 m2 Gebäudekubatur SIA 116 6350 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 680.–/m3 Geschossfläche BGF 1748 m2 Bauzeit April 2000–Februar 2001 Baujahr 2001 Fotografie Michael Fontana, Basel Quelle Holzbulletin 68/2003

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Wohnüberbauung ‹Ziegelwies›, Altendorf Direkt am Ufer des Zürichsees liegt die Wohnüberbauung ‹Ziegelwies›. Zwei grosse und ein kleines Einfamilienhaus, ein vertikal unterteiltes Doppelhaus und ein Dreifamilienhaus mit jeweils einer Etagen- und zwei Maisonette-Wohnungen sind mit grosser Nähe, jedoch respektvoll im länglichen, tiefen Grundstück angeordnet. So entstanden einerseits Wohneinheiten für die vier Besitzerinnen des Grundstückes, andererseits verkäufliche Einheiten für ein weiteres Zielpublikum. Neben der schönen Aussicht auf den See bietet die Gemeinde Altendorf auch einen tiefen Steuerfuss. Die baulichen Folgen der daraus entstandenen Entwicklung vom Dorf zur Agglomerationsgemeinde haben die Landschaft hart in Mitleidenschaft gezogen. Die sensible Eingliederung in diese Umgebung und der Wunsch, auch den in der dritten Reihe stehenden Einheiten eine schöne Aussicht zu bieten, stellten eine grosse Herausforderung dar. Zwischen den fünf Häusern unterschiedlichster Höhe, deren Grundriss jeweils auf einem Quadrat von zwölf Meter Seitenlänge basiert, eröffnet sich heute immer wieder unerwartete Durchblicke auf den See. Trotz ihrer zum Teil beachtlichen Grösse wirken die Bauten nicht wuchtig. Im Gegenteil, die grün gestrichenen Holzfassaden mit den raumhohen, in rötlichen Rahmen gefassten Fenstern und die rund um die Häuser verlaufenden, holzbeplankten Terrassen lassen

eher an zierliche Boots- oder Strandhäuser denken. Trotz verschiedener Wohnnutzungen unterscheiden sich die Häuser äusserlich und in ihrer Konstruktion nur wenig. Die Architekten haben die Flexibilität der Holzrahmenbauweise und der Balkenlagen in konstruktiver und gestalterischer Weise zu nutzen gewusst und die gewünschte funktionale Vielfalt mit einem übergreifenden, anpassungsfähigen Gestaltungskonzept vereinbart.

Situation

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Einfamilienhaus 1

Einfamilienhaus 2

1 Erdgeschoss 2 Obergeschoss 3 Attikageschoss

66

0.21 m2

Zweifamilienhaus

Dreifamilienhaus


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Dachaufbau von aussen:

Ort Ziegelwies Altendorf, Im Seehof 2–10, 8853 Altendorf Bauherrschaft Erbengemeinschaft Weber, Altendorf Heinr. Hatt-Haller AG, Zürich Architekten Marianne Burkhalter und Christian Sumi, Zürich; Ivo Bertolo, Claudia Murer, Ina Hesselmann Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauingenieur K. Bischofberger Ingenieurbüro AG, Lachen Holzbau Heinr. Hatt-Haller AG, Zürich Gebäudekubatur SIA 116 8366 m3 (EFH 1375 m3, 3FH 1873 m3, 3 x DFH 1706 m3) Geschossfläche BGF 1863 m2 (EFH 247 m2, 3FH 404 m2, 3 x DFH 404 m2) Erstellungskosten (BKP 2–5) CHF 5,7 Mio. Baujahr 1999–2003 Fotografie Heinrich Helfenstein, Zürich Quelle Holzbulletin 68/2003

Extensive Dachbegrünung 70 mm Filterlage Drainageschicht mit Wasserspeicher Feuchtigkeitssperre Blindschalung 27 mm Belüftung 100 mm Dreischichtplatte 27 mm Rippe 60 x 160 mm/Isofloc Dreischichtplatte 27 mm Aufbau Aussenwand von innen: Fermacell 15 mm Dreischichtplatte 27 mm Ständer 60 x 133 mm/Isofloc Weichfaserplatte 24 mm Windpapier Lattung 36 mm Schalung 20 mm Aufbau Decke von oben: Bodenbelag 10 mm Unterlagsboden 70 mm Trittschalldämmung 20 mm Dreischichtplatte 27 mm Rippe 20 x 240 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm

Gebäudeschnitt Zweifamilienhaus

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Umbau und Aufstockung Gewerbehaus, Aarau Vor dem Haldentor der Aarauer Altstadt hat sich das Gewerbehaus eines ehemaligen Transportunternehmens mit einer Aufstockung radikal gewandelt. Geblieben ist vom ursprünglichen Bau der Sockel, der nun in leuchtendem Rot die Bühne für eine ausdrucksvolle Holzkonstruktion macht. Das ehemalige Bauernhaus wurde um 1860 erstellt und seither mehrmals umgebaut und erweitert. Hauptanliegen der Bauherrschaft für die jüngste Veränderung war angesichts der guten Wohnlage des Objekts die Schaffung attraktiver Wohnungen. Zur Umsetzung dieses Vorhabens wurden anstelle eines Dachausbaus Obergeschoss und Dach vollständig abgerissen und durch einen zeitgemässen Holzaufbau ersetzt. Das alte Gebäude wird mit dem Eingriff massiv umgestaltet und neu interpretiert. Das Erdgeschoss – es enthält Nebenräume wie Keller, Waschküche, Abstellplatz, einen Gemeinschaftsraum für die obenliegenden Wohnungen und die gemäss Zonenplan geforderten Gewerbeflächen – erfuhr eine sanfte Sanierung; es blieb als Sockel mit den bestehenden Treppenanlagen erhalten. Darüber wurde eine Druckverteilplatte gegossen, welche die Lasten des Obergeschosses auf die bestehenden Mauern abträgt. Es umfasst drei Maisonnettewohnungen mit grosszügigen, in der Privatheit abgestuften Aussenräumen (Laube, Balkon, Terrasse), die in vorfabrizierter Holzbauweise entstanden. Die Wohnungen mit Nord-

Süd-Orientierung sind mit rund 100 m2 Nettowohnfläche knapp bemessen. Um trotzdem eine gewisse Grosszügigkeit zu schaffen, wurden praktisch keine internen Erschliessungsflächen ausgeschieden und grosse Raumhöhen realisiert. Die Terrassen sind direkt über Schlafzimmer oder Bad zugänglich. Jede Wohnung verfügt über eine kontrollierte Lüftung mit integriertem Heizregister und einer Luft-Luft-Wärmepumpe. Der Aufbau ist präzise auf den Sockel zugeschnitten und übernimmt die Form sowie die bestehende Erschliessung der alten Baute. Die ursprünglich vorhandene Schichtung mit Laube und Balkon wird auch im neuen Aufbau thematisiert. Drei Attikaboxen sind auf spezielle Art und Weise mit dem Obergeschoss verschachtelt und nehmen in der Geometrie wieder Bezug auf den Sockel. So entsteht eine Schnittlösung mit spannenden räumlichen Abfolgen und Durchblicken sowie drei grosszügigen privaten Dachterrassen. Die zwei Zimmer und das Bad im Attikageschoss geniessen durch die versetzte Anordnung der Boxen ausnahmslos Abendsonne. Für die Umgestaltung gelangten nur ökologische und baubiologisch unbedenkliche Materialien zum Einsatz. Der Aufbau ist horizontal mit einer rohen Douglasschalung verkleidet, welche mit präziser Detaillierung der umlaufenden Haut den homogenen und modernen Ausdruck des Aufbaus unterstützt. Der Sockel ist mit einem mineralischen Grund frisch verputzt und in

einem kräftigen, warmen Rot gestrichen. Die rote Farbe wird wie eine Haut um den Sockel gespannt; die Leibungen sind in einem gelbgrünen Kontrastton gehalten. Der massive Sockel erhält mit dieser Farbgebung trotz den dicken und schweren Mauern eine gewisse Leichtigkeit und Eleganz und erzielt mit dem Aufbau eine harmonische Gesamtwirkung.

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Podest

Längsschnitt

Erdgeschoss

+4.30

KSKS

+ 4.30

+ 4.30

KS

Obergeschoss

Attikageschoss

Ort Asylstrasse 26, Aarau Bauherrschaft Holenstein AG, Heinz Holenstein, Aarau Architekten bkf architektur ag, dipl. Architekten ETH/SIA, Zürich; Andrea Barben Innen-Architektur GmbH, Aarau; Marc Moser + Reto Colombo Holzbauingenieur Makiol & Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Schäfer Holzbautechnik AG, Dottikon Holzarten Konstruktionsholz: BSH 4,2 m3, Schnittholz 21,7 m3; Platten: Dreischichtplatten 27/19 mm 1453 m2, Dreischichtplatten 50 mm 107 m2, Fermacell 12,5/15 mm 172 m2; Fassade: offene Schalung in Douglasie sägeroh Gebäudekubatur SIA 116 ganzer Bau 3395 m3; Holzaufbau 1631 m3 Baukosten (BKP 2) ganzer Bau CHF 1 595 000.–; Holzaufbau CHF 1 100 000.– Kubikmeterpreis (BKP 2) ganzer Bau CHF 470.–/m3; Holzbau 674.–/m3 Bauzeit Oktober 2000–Mai 2001 Fotografie Alfred Borer, Kleinlützel Quelle Holzbulletin 69/2003

70


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+ 7.561

neu Betondecke 18 cm

Querschnitt

neu Betondecke 18 cm

Querschnitt bei Terrasse

Dachaufbau von aussen: Kiesschicht 80 mm Schutzvlies Contec-Dachhaut NOVOtan Schutzvlies 4 mm Dreischichtplatte 27 mm Hinterlüftungslattung 30 mm Hohlkastenelement aus Dreischichtplatten 27 mm (innen sichtbar) und Vollholzrippen, ausgedämmt mit Zelluloseflocken 254 mm Aufbau Decke von oben: Dreischichtplatte geölt oder gewachst 20 mm Trittschalldämmung 10 mm Hohlkastenelement aus Dreischichtplatten 27 mm (unten sichtbar) und Vollholzrippen, ausgedämmt mit Zelluloseflocken 174 mm Aufbau Aussenwand von innen: Aussenschalung Douglasie sägroh 22 mm Hinterlüftung/Lattung 30 mm Pavatherm 40 mm oder zementgebundene Holzwollplatte 35 mm Ständer und Isofloc 180 mm Dreischichtplatte als Innenverkleidung 27 mm neu Betondecke 18 cm

Fassadenschnitt bei Laubengang

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Sanierung und Erweiterung Bezirksschulhaus, Unterkulm Die Anlage der Bezirksschule Unterkulm bestand aus drei Teilen: einem alten Schulhaus aus der Jahrhundertwende an der Hauptstrasse, einem Schulhaus mit Mehrzweckhalle von 1939 und einem Anbau aus den siebziger Jahren. Zur Kantonsstrasse hin wird das ‹Gesicht› der gesamten Schulanlage durch das alte Schulhaus gebildet. Dabei tritt dieses als den Eingang bestimmender Solitärbau in Erscheinung, während die Anlage mit Bezirksschulhaus und Mehrzweckhalle den Pausenplatz fasst. Mit dem neu formulierten und gestalteten Foyer beim Haupteingang der Schule wird diese Anlage nun gestärkt und klar geordnet. Die Fassade zur Sportanlage und zum benachbarten Primarschulhaus war bis anhin eine eindeutige Rückseite der Bezirksschule. Die jetzige Erweiterung wertet diese Fassade auf, indem sich die Schulzimmer der Sportwiese zuwenden. Es entsteht ein Gegenüber zur Primarschule mit einem gemeinsamen Sportplatz und damit ein Orientierungspunkt im Ort. Die bestehende Struktur der Bebauung dient einer Neuorganisation der Nutzungen. In der neuen Erweiterung in Holzbauweise sind sieben Klassenzimmer sowie jeweils ein Zimmer für das Naturwissenschaftspraktikum, die Vorbereitung, die Sammlung und den Materialraum untergebracht. Im massiven Erweiterungsteil sind die Garderoben, Küche und Nebenräume für die Mehrzweckhalle zu finden. Mehrzweckhalle, Singsaal, Rektorat, Lehrerzimmer und bestehende Unterrichtsräume erhielten eine Sanierung. Die Realisierung erfolgte unter Vollbetrieb der Schule, einem komplexen Raummanagement und unter einem klaren – durch die angespannte Finanzsituation der

Gemeinde gegebenen – Kostenrahmen. So kam der zweigeschossige Neubauteil des Klassentraktes als vorfabrizierter Holzelementbau ohne Untergeschoss zur Ausführung. Dies ermöglichte eine kurze Bauzeit bei einem Minimum an Lärmimmissionen. Die innenliegende Längswand und die Fassaden sind tragend ausgebildet; die Deckenplatten kragen zur Halle mit Oberlicht aus. Die Fassade ist als hinterlüftete Konstruktion ausgeführt. Ganzglasfenster und eine Verkleidung aus Glasplatten mit eigens entwickeltem Siebdruck überziehen den Neubau und den im Rahmen des Projektes energetisch sanierten Bau aus den siebziger Jahren. Die rotbraun lasierten Brüstungen aus Dreischichtplatten schimmern durch die bedruckten Glasplatten. Die Vorfabrikation erfolgte bis zu den Befestigungsankern für die Glashalter; die Montage der Glasplatten erfolgte auf der Baustelle. Die Lage der Fenster sorgt für eine gute Ausleuchtung der Schulzimmer in ihrer ganzen Breite und Tiefe. Bestandteil der Fassade ist ein textiler, metallbeschichteter Sonnenschutz, welcher für eine gleichmässige Lichtverteilung bei geringer Blendwirkung sorgt. Das Thema der Fassade wird auch bei der Sanierung des Anbaus aus den siebziger Jahren weitergeführt. Die Holzelemente sind hier nichttragend ausgebildet und dienen als Unterkonstruktion für die Fensterflächen. Das extensiv begrünte Dach und die Fassaden sind mit 200 mm Mineralwolle gedämmt und entsprechen so den heutigen Anforderungen an die Gebäudehülle. Die Wand- und Deckenelemente der Schulzimmer wurden mit der fertigen Oberfläche in Birkensperrholz versetzt. Eine Schrankwand auf der Innenseite der Schulzimmer integriert Stauraum, Ablagen und Schulwandbrunnen zu einem Element. So wird der Ausdruck zeit-

genössischen Holzbaus erreicht. Die Oberflächen der zentralen Halle sind mit nichtbrennbaren Materialien ausgeführt, die Wände mit Glasfasertapeten, die Decken in Gips und die Brüstungen mit zementgebundenen Spanplatten. Diese Materialisierung und ein übergreifendes Farbkonzept schaffen den Übergang zum Altbau in Massivbauweise und machen so die Anlage als Einheit erlebbar. Der aus konstruktiven Gründen gewählte Gussasphaltbelag für die Unterlagsböden ist in der Halle und im Foyer geschliffen und wird so zum hochwertigen Fertigbelag.

Situation

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Dachaufbau von aussen: Extensivbegrünung Dachhaut Dämmung 200 mm, trittfest Dampfsperre Hohlkastenelement: Dreischichtplatte 27 mm Rippe Brettschichtholz 60 x 280 mm/ Dämmung 60 mm Dreischichtplatte 27 mm Lattung/Dämmung 50 mm Sichtvlies Sperrholzplatte Birke 15 mm, lasiert und gelocht für Akustik

Deckenaufbau von oben: Linoleum 4 mm Gussasphalt 30 mm Trennlage Dämmplatte 33/31 mm Kartonwabe mit Schüttgut 30 mm Hohlkastenelement: Furnierschichtholz 33 mm Rippe Brettschichtholz 80 x 340 mm/ Dämmung Furnierschichtholz 33 mm Lattung/Dämmung 50 mm Sperrholzplatte Birke 15 mm, lasiert und gelocht für Akustik

Aufbau Aussenwand von innen: Sperrholzplatte Birke 15 mm, lasiert Unterkonstruktion 30 mm/Dämmung OSB 25 mm als Luftdichtigkeitsschicht ausgeführt Ständer 60 x 200 mm/Dämmung Dreischichtplatte 19 mm, lasiert Hinterlüftung 110 mm/Glashalter Glasplatten ESG 10 mm mit Siebdruck Fassadenschnitt

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Ort Hauptstrasse, 5726 Unterkulm Bauherrschaft Gemeinde Unterkulm; Gemeinderat Architekten Ernst Niklaus Fausch Architekten ETH/SIA GmbH, Aarau; Mitarbeit: Franziska Irniger, Marcel Eichenberger Bauingenieur Wilhelm + Wahlen, Dipl. Bauingenieure ETH/SIA, Aarau Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauakustik G. Bächli AG, Ingenieurbüro für Akustik und Lärmbekämpfung, Baden Holzbau Hector Egger Holzbau AG, Langenthal Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 80 m3, Massivholz Fichte 5 m3, Rahmenholz 30 m3; Platten: OSB 25 mm 395 m2, Furnierschichtholz 33 mm 800 m2, Birkensperrholz 15 mm 1250 m2, Dreischichtplatten 27– 40 mm 1360 m2, Gipsfaserplatten 15 mm 1050 m2, Gipskartonplatten 18 mm 415 m2; Trockenboden Kartonwaben und Schüttung 30 mm 400 m2; Fassade: Dreischichtplatten Fichte 19 mm 370 m2, Glas (ESG) 10 mm 375 m2, Punkthalter für Glas 840 Stück Baukosten CHF 10,4 Mio. (BKP 1–9), CHF 6,5 Mio. (Neubau) Bauzeit Juni–Juli 2003 (Neubau) Februar 2004–April 2005 (Sanierung) Fotografie Hannes Henz, Zürich Quelle Holzbulletin 71/2004

Querschnitt

Längsschnitt

Obergeschoss

Erdgeschoss

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Zeitgemässe Ersatzneubauten in der Heimstätte, Bärau

Die Heimstätte Bärau liegt im hügeligen Emmental in ländlicher Umgebung. Sie bietet gegen 350 pflegebedürftigen Menschen ein Zuhause, wovon ein Teil im Pensionsalter ist. Da die Massivbausubstanz von fünf alten Wohnhäusern stark renovationsbedürftig war und die inneren Strukturen der Gebäude nicht mehr der aktuellen Pflege- und Betreuungsphilosophie entsprachen, entschied sich die Genossenschaft Heimstätte Bärau für Abbruch und einen Ersatzneubau in Holzsystembauweise nach Minergiestandard. Im Gesamtprojekt sind ausserdem zwei zusätzliche Neubauvolumen gleicher Bauart enthalten. Die einzelnen Gebäude unterscheiden sich lediglich im Kellerbereich, wo bei den Ersatzbauten die alte Substanz als Fundament für den Holzsystembau dient, wenn dies von ihrem Zustand her möglich ist. Um die betrieblichen Auswirkungen der baulichen Erneuerung so gering wie möglich zu halten, erfolgte die Realisierung in vier Etappen von 2003–2006. Ziel der Heimstätte Bärau ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern (ab 18 Jahren bis ins Rentenalter) trotz ihrer geistigen und allenfalls damit verbundenen körperlichen Einschränkung ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. Die umfassenden baulichen Massnahmen unterstützen dieses Bestreben. Die sieben neuen Häuser der Heimstätte Bärau mit 140 Zimmern orientieren sich in ihrer Massstäblichkeit und in ihrer Architektursprache am ‹normalen Wohnen›. Das Hauskonzept aber basiert auf fein differenzierten Öffentlichkeitsgraden: Die 22,8 m2 grossen Zimmer

bilden die Privatsphäre für jeden einzelnen Heimbewohner; ein individueller Nassraum von 4,3 m2 und ein eigener Balkon von 5 m2 gehören ebenfalls dazu. Jeweils zwei Zimmerpaaren ist ein gemeinsamer, halbprivater Wohnbereich zugeordnet. Jede Etage bildet eine Funktionseinheit, in deren Zentrum die gemeinsamen Ess- und Aufenthaltsräume liegen. Die Infrastruktur- und Nebenräume sowie die Dachterrasse stehen der gesamten Hausgemeinschaft zur Verfügung. Der Umgebungsbereich, welcher die Häuser verbindet, ist halböffentlich; das Zentralgebäude mit Empfang und Cafeteria ist öffentlich und auch für externe Besucherinnen und Besucher zugänglich. Die Staffelung der sieben Häuser in vier Bauetappen mit einer Gesamtbauzeit von dreieinhalb Jahren steht in engem Zusammenhang mit den betrieblichen Rahmenbedingungen: Die Bauarbeiten waren so angelegt, dass keine Bewohnerinnen und Bewohner aus der Heimstätte ausquartiert werden mussten und jede Person lediglich ein einziges Mal umzuziehen brauchte. Diese Vorgaben erforderten eine serielle Abwicklung des Bauprozesses, damit man mit den Bauarbeiten stets ein Haus ‹im Vorsprung› war. Die genaue Um- und Neubaureihenfolge der einzelnen Häuser wurde nicht aufgrund des Situationsplans etappiert, sondern anhand der Belegungslogistik festgelegt. Dass sich die Bauherrschaft für die Holzsystembauweise entschied, hat primär zeitlich-betriebliche Gründe: Die immissionsintensiven Arbeiten werden in der Werkhalle und nicht auf dem Bauplatz getätigt.

Dadurch wird der Heimbetrieb weniger belastet. Ausserdem hätten die Bauarbeiten – unter gleichen logistischen Rahmenbedingungen – zwei Jahre länger gedauert, wenn dasselbe Projekt in Massivbauweise ausgeführt worden wäre. Daneben spielten auch Traditions- und Marketingüberlegungen eine Rolle: Bauen mit Holz hat im Emmental grosse Tradition, und moderne, energieeffiziente Holzbauten verkörpern in den Augen der Bauherrschaft genau jenes fortschrittliche Image, das der Betreuungsphilosophie der Heimstätte entspricht. Die in Holzrahmenbauweise konstruierte Gebäudehülle ist lückenlos abgedichtet und weist eine Wärmedämmung von 220 mm Dicke sowie beidseitige Beplankungen aus Gipsfaserplatten auf. Die hell lasierte Holztäferschalung in der Fassade drückt das konstruktive Innenleben aus. Auch die Nutzung der Räume ist von aussen ersichtlich: In der Fassade wird in grosse Wohnund kleine Nebenraumfenster differenziert. Zur Sicherstellung des Brandschutzes wurde von der Gebäudeversicherung ein objektbezogenes Brandschutzkonzept genehmigt, welches für alle Räume eine Sprinkler- und Brandmeldeanlage vorsieht. Zudem gibt es pro Haus mehrere Brandabschnitte, welche durch die Innenwände und Geschossdecken mit einem Feuerwiderstand von 60 Minuten ausgebildet sind. Heruntergehängte Decken, die in den Aufenthaltsräumen mit Lochakustikplatten versehen sind, sorgen für zusätzlichen Schallschutz. Der Projektausrichtung liegt das Minergiekonzept zu Grunde.

Situation Tannenhaus und Ulmenhaus (Oktober 2003–Mai 2004) Ahornhaus und Arvenhaus (März–Dezember 2004) Eschenhaus und Vorderboden (März–November 2005) Hinterboden (Februar–Juli 2006)

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Querschnitt

Längsschnitt


Dachgeschoss

Obergeschoss

Erdgeschoss

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Übersicht Heimstätte Bärau

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Ort Bäraustrasse 71, 3552 Bärau Bauherrschaft Genossenschaft Heimstätte Bärau Generalunternehmen Renggli AG Generalunternehmung, Sursee Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Renggli AG Holzbau, Schötz Holzarten Konstruktionsholz: Rahmenholz 1085 m3; Platten: OSB 15 mm 2450 m2, Dreischichtplatten 16 100 m2, zementgebundene Holzfaserplatten 15 mm 27 650 m2, Gipskartonplatten 12,5 mm 19 600 m2 und 18 mm (Brandschutz) 8400 m2, Spanplatten 25 mm 2100 m2 und 15 mm 2800 m2; Schalung 24 mm 4450 m2; Wärmedämmung 2660 m3 Gebäudekubatur SIA 116 49 900 m3 Bruttogeschossfläche 11 000 m2 Baukosten (BKP 2) CHF 35 Mio. (ohne Keller) Bauzeit 6,5 Monate pro Gebäudeeinheit Baujahr 2003–2006 in vier Etappen Fotografie Bruno Meier, Sursee Quelle Holzbulletin 72/2004


Dachaufbau von aussen (ohne Terrassenbereich): Extensivbegrünung 70 mm Dachfolie (Wassersperrschicht) Spanplatte V100 22 mm Konstruktionshölzer 60 x 160–200 mm/Hinterlüftung Mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm, diffusionsoffen Rippe Fichte 60 x 280 mm/Mineralwolle Dreischichtplatte 27 mm Dampfbremse Gipsfaserplatte 18 mm Abhängesystem/Mineralwolle 40 mm Gipskarton 2 x 12,5 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipsfaserplatte 12,5 mm Dampfbremse Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 60 x 220 mm/Mineralwolle Gipsfaserplatte 15 mm Hinterlüftung 27 mm Holzschalung überfälzt, horizontal 24 mm, deckend gestrichen Deckenaufbau von oben: Bodenbelag 10 mm Anhydrit 50 mm Trittschalldämmung 20 mm Polystyrolhartschaum 50 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippe Fichte 80 x 260 mm/Mineralwolle 60 mm Dreischichtplatte 27 mm Gipsfaserplatte 18 mm Abhängesystem/Mineralwolle 40 mm Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm

Fassadenschnitt

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Alters- und Pflegeheim ‹Steinfeld›, Suhr Die ersten Gebäude des Alters- und Pflegeheims ‹Steinfeld› in Suhr wurden 1961 erbaut. Seither erfuhren sie mehrere Erweiterungen und Anpassungen. Die letzten, die 2003 fertiggestellt wurden, umfassten einerseits die Aufstockung des Hauptgebäudes um eine Etage – womit fünfzehn neue Einzelzimmer geschaffen wurden –, andererseits den Bau eines Mehrzweckraums über dem bereits bestehenden Esssaal. Gleichzeitig wurde der Garten des Heims im Sinne einer optimalen Nutzung neu gestaltet. Aufgrund der Feststellung, dass immer mehr Pensionäre des Altersheims Einzelzimmer wünschen, hat die für den Betrieb des ‹Steinfelds› zuständige Stiftung beschlossen, fast alle Doppelzimmer in Einzelzimmer umzugestalten. Um den daraus resultierenden Bettenverlust zu kompensieren, wurde die Aufstockung des Hauptgebäudes um ein Geschoss mit fünfzehn neuen Zimmern geplant. Damit verfügt das Heim bei gleicher Kapazität über einen höheren Komfort für seine Pensionäre. Auf jeder Etage wurde jedoch ein Doppelzimmer für Paare beibehalten. Die Pensionäre können dank diesen Verbesserungen ihre Zimmer nach ihrem Geschmack und mit ihren eigenen Möbeln einrichten. Jedes Zimmer verfügt über eine Nasszelle mit Dusche und WC. Zudem wurden an der Südfassade auf jeder Etage gedeckte Balkone angebaut, welche über die Flure erreichbar sind. Dies erlaubt allen Bewohnern, sich auf kürzestem Weg an die frische Luft zu begeben. Auf dem eingeschossigen Zwischentrakt mit der Cafeteria und dem Ess-Saal wurde ein weiteres Geschoss für einen Mehrzwecksaal mit Eingangsbereich erstellt. Auf dieser Etage befinden sich ebenfalls die technischen Räume sowie ein Sitzungszimmer und ein Büro. An der Ostfassade wurde eine Treppe als Notausgang für den Mehrzwecksaal angebaut. Durch die Schaffung der neuen Etage wurden der EssSaal wie auch die Cafeteria erweitert. Die Grossküche erfuhr eine Modernisierung und entspricht den gültigen Hygienenormen. Unter die Cafeteria kam ein neues Untergeschoss zu liegen, wo sich nun ein Therapiezentrum, ein neues Aufbahrungszimmer sowie ein Bettenlager befinden. Bei solchen Bauvorhaben ist den statischen Bedingungen der bestehenden Fundamente Rechnung zu tragen. Daher kam für die Aufstockung Holz wegen seiner Leichtigkeit zum Zug. Ferner mussten die Arbeiten durchgeführt werden, ohne den Betrieb des Altersheims zu beeinträchtigen. Die Holzelemente wurden vorfabriziert und die Bauzeit dadurch verkürzt. Somit wurden das Leben der Pensionäre und die Arbeit des Personal wenig beeinträchtigt. Für den gesamten Umbau wurde ein objektbezogenes Brandschutzkonzept erarbeitet. Die Aufstockung im vierten Stock erfolgte in Holzbauweise. Da sie von Pensionären mit verminderter Mobilität bewohnt wird, wurde jedes Zimmer als Brandabschnitt mit einem Feuerwiderstand von 60 Minuten für die Bauteile und von 30 Minuten für die Türen konzipiert. Die Aufstockung baut auf einer Balkenlage

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auf, die direkt auf dem bestehenden Dach verlegt ist und die Lasten an definierten Punkten abgibt. Darin sind die technischen Installationen geführt. Die Zimmertrennwände sind mit Mineralwolle gedämmt und beidseitig mit einer doppelten Schicht Gipsfaserplatten verkleidet. Das mit einer extensiven Begrünung versehene Flachdach wird von einer ausgedämmten Rippenplatte getragen. Die Struktur der weiss lasierten Deckenbeplankung ist im Inneren des Gebäudes sichtbar. Die gedämmten Aussenwandelemente sind innen mit weiss lasierten Dreischichtplatten und aussen mit mitteldichten, diffusionsoffenen Holzfaserplatten beplankt. Die Holz-Metall-Fenstertüren sind raumhoch mit französischen Balkonen. In den Zimmern und den Fluren wurden graue und grüne Linoleumbeläge verlegt. Für die Aufstockung des Zwischentrakts durfte die Decke über dem Erdgeschoss nicht belastet werden. Deshalb ist darüber eine Decke aus vorgefertigten Hohlkastenelementen verlegt. Die Aussenwandkonstruktion ist dieselbe wie bei der Aufstockung im Hauptgebäude. Die Innenwände sind hell gehalten, der Bodenbelag aus rotem Linoleum. Das Dach des neuen Geschosses besteht ebenfalls aus einer Rippenplatte, welche mit einer heruntergehängten Decke zur Schallabsorption verkleidet ist. Auch dieses Dach ist extensiv begrünt. Ziel der Architekten war es, die einzelnen Erweiterungen am Gebäude sichtbar zu machen. Die neuen Teile des Gebäudes setzen sich durch leichte, hinterlüftete und farbige Fassadenplatten vom alten Teil ab. Das neue Geschoss mit den Zimmern sowie die Verbindungsrampe vom Hauptgebäude zum Mehrzwecksaal wurden mit anthrazitfarbenen Faserzementplatten verkleidet. Der Gebäudeteil mit dem Ess-Saal und dem Mehrzwecksaal strahlt in kräftigem Rot. Mit seiner nach Süden gerichteten Fensterfassade wirkt er einladend auf die Spaziergänger im Garten, die sich bei schönem Wetter auf der Terrasse niederlassen und den Schatten geniessen können.

Situation


1. Obergeschoss

Ort Buchserstrasse 20, 5034 Suhr Bauherrschaft Stiftung Alters- und Pflegeheim Steinfeld in Suhr Architekt Hertig Noetzli Wagner Architekten, Aarau Bauingenieur Bodmer Matter Healy, Aarau Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Ingenieur HLKS Bösch AG, Aarau Holzbau Schäfer Holzbautechnik AG, Aarau Materialien (für beide Aufstockungen) Konstruktionsholz: Vollholz verleimt 106 m3, Brettschichtholz 17 m3; Platten: Furnierschichtholz 33 mm 943 m2, Spanplatten 30 mm 4263 m2, mitteldichte Holzfaserplatte 16 mm 3883 m2, Dreischichtplatten 27 mm 6203 m2, Dreischichtplatten 27 mm Sichtqualität 10 743 m2, Gipsfaserplatten 15 mm 19 913 m2; Dachschalung 16 mm und 27 mm 13 333 m2 Gebäudekubatur SIA 116 5900 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 597.– Projektdauer März 2001–Mai 2002 Bauzeit Mai 2002–März 2003 Fotografie Jiri Vurma, Aarau Quelle Holzbulletin 72/2004

Querschnitt 4. Obergeschoss

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Dachaufbau von aussen: Extensivbegrünung 100 mm Dachhaut Schalung 27 mm Konstruktionshölzer für Gefälle 60 x 80–140 mm Unterdachbahn Schalung 16 mm Rippenplatte: Balken 80 x 180 mm/Zellulosefaserdämmung Dreischichtplatte 27 mm, sichtbar und luftdicht ausgeführt Aufbau Aussenwand von innen: Dreischichtplatte 27 mm, sichtbar und luftdicht ausgeführt Ständer 60 x 160 mm/Zellulosefaserdämmung Mitteldichte Holzfaserplatte 16 mm Lattung vertikal 40 mm Fassadenplatte 8 mm Deckenaufbau von oben: Estrichelement aus Gipsfaserplatten 2 x 12,5 mm Trittschalldämmung 30 mm Spanplatte 30 mm Balken 80 x 160 mm Niveauschwelle 50 x 160 mm Schiftung 60–160 mm Bestehende Betondecke Fassadenschnitt 4. Obergeschoss

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Dachaufbau von aussen: Extensivbegrünung 80 mm Dachhaut Schalung 27 mm Rippenplatte: Rippe 60 x 400–500 mm/Holzfaserdämmplatte 35 mm mit Keilnut/Zellulosefaserdämmung 200 mm Furnierschichtholz 33 mm, luftdicht ausgeführt Heruntergehängte Decke Aufbau Trennwand: Dreischichtplatte 27 mm, sichtbar Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 60 x 145 mm/Mineralfaserdämmung 80 mm Gipsfaserplatte 15 mm Mineralfaserdämmung 20 mm Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 60 x 160 mm/Mineralfaserdämmung 80 mm Gipsfaserplatte 15 mm

Deckenaufbau von oben: Bodenbelag Spanplatte 25 mm Trittschalldämmung 30 mm Hohlkastenelement: Furnierschichtholz 33 mm Rippe 60 x 500 mm/Mineralfaserdämmung 200 mm Furnierschichtholz 33 mm

Schnitt Übergang Verbindungstrakt zu Mehrzwecksaal 1. Obergeschoss


‹’s Vreneli› – Alterszentrum Pfrundhaus, Glarus Vor rund 80 Jahren entstand westlich von Glarus an erhöhter Lage am Hang ein Altersheim für eine anspruchvolle und zahlungskräftige Klientel, das Pfrundhaus. Ende der neunziger Jahre kam man zum Schluss, dass dieses Heim heute am besten mit dem nur einen Kilometer entfernten Altersheim ‹Höhe› zusammenzulegen wäre. Dazu sollten in einem Neubau beim Pfrundhaus 36 neue Zimmer samt Infrastruktur entstehen und bestehende Zimmer im Pfrundhaus nach heutigem Standard um- und ausgebaut werden. Aus orts- und denkmalpflegerischen Überlegungen ist der Annex freigestellt vom denkmalgeschützten, bestehenden Pfrundhaus, so dass der repräsentative Bau vollständig erkennbar bleibt. Die Erweiterung des Gebäudebestandes erfolgte nach Süden. Somit besteht im nordöstlichen Teil des Areals eine zusätzliche Erweiterungsmöglichkeit. Mit dieser Disposition bleibt der südöstliche Vorraum zur Stadt hin frei für Aussicht und Besonnung der bestehenden und neuen Zimmer. Funktional sind beide Bauten über die Verkehrsflächen verbunden. Der Eingang an der Nahtstelle von Neu- und Altbau bildet die Pforte zum ganzen Zentrum. Der Eingangsbereich liegt auf dem Niveau des bestehenden Platzes und ist voll rollstuhlgängig wie die gesamte Anlage. Aus Rücksicht auf das bestehende Pfrundhaus und aus ökologischen Überlegungen entstand für den Neubau eine einfache, reduzierte

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Gebäudegrundform mit einem wohlproportionierten Aussenkleid aus Holz- und Fensterflächen. Auf jedem der drei Obergeschosse sind eine Wohngruppe mit zwölf Zimmern und die notwendigen Gemeinschaftsräume angeordnet. Je zwölf Alterszimmer sind zu drei autonom funktionierenden Pflegeabteilungen zusammengefasst. Die innere Erschliessung wird durch einen Lichthof erhellt, welcher die vier Geschosse optisch verbindet. Das Erdgeschoss wird für Gesellschafts- und Kontakträume genutzt. Diensträume und Technik befinden sich im Untergeschoss. Um den Verbrauch nichterneuerbarer Energie beim Bau und Betrieb gering zu halten, wurde im Roh- wie im Ausbau soviel Holz wie nur möglich eingesetzt. Holz deshalb, weil es sich dabei um einen einheimischen, nachhaltigen Baustoff handelt, der zudem kohlendioxidneutral ist, aber auch deshalb – so die Architekten –, weil die ‹Hölzigen› hierzulande ‹leistungsfähig, kreativ und innovativ› sind. Das trifft die Sache wohl durchaus, aber bei einem viergeschossigen Bau dieser Nutzung ist die Ausführung der Tragkonstruktion und der Aussenhaut in Holz bezüglich Brandschutzvorschriften doch ein eher komplexes Vorhaben. Die Realisation der Wohngruppen in Holzbauweise setzte voraus, dass alle beteiligten Planer und Behörden eng kooperierten. Auflagen wie Brandmelde- und Sprinkleranlage oder das Einglasen des Lichthofes mussten dabei

sorgfältig eingearbeitet und einiges umfassend angedacht werden, so etwa die zugänglichen Leitungssteigschächte mit F 60-Verkleidung und die konsequente Ausbildung der Verkehrsflächen als Fluchtwege. Die brandabschnittbildenden Trennwände und Geschossdecken sind jeweils für einen Feuerwiderstand von 60 Minuten ausgebildet. Auch die Fassadenbekleidung konnte über vier Geschosse als offene, horizontale Holzschalung mit geschossweiser Brandabschottung in der Hinterlüftungsebene ausgeführt werden. Die Trennwände der Zimmer sind wegen der hohen Anforderungen aus dem Brand- und Schallschutz asymmetrisch aufgebaute Holzrahmenelemente. Die 180 mm starken Aussenwände in Holzrahmenbauweise verfügen über eine hinterlüftete, deckend rot gestrichene Holzfassade. Für die Geschossdecken kam eine Balkenlage mit eingelassenen, nicht armierten Zementplatten, Hohlraumbedämpfung und einer abgehängten Decke zum Einsatz. Darauf kam der Bodenaufbau mit Trittschalldämmung, Zementestrich mit Bodenheizung sowie aufgeklebtem Parkett, in den Zimmern Ahorn und in den Gangzonen Eiche. Dieser Aufbau wird den hohen Anforderungen an den Brand- und Schallschutz ebenso gerecht wie den Ansprüchen an die Philosophie der Materialisierung. Ebenfalls eine Balkenlage bildet die Tragkonstruktion des Flachdachs, mit einer Dreischichtplatte als oberer Beplankung und einer Gipskartonplatte auf Lattung als unterer Verkleidung. Darüber wurde eine Mischform eines Flachdachaufbaues mit Extensiv-


Ort Oberdorfstrasse 42, 8750 Glarus Bauherrschaft Ortsgemeinde Glarus und Riedern Architekten Herbert Oberholzer, Architekt BSA/SIA, Rapperswil; Projektleitung: Daniela Oberholzer, Architektin FH Bauleitung Aschmann Ruegge Architekten AG, Glarus Brandschutzkonzept Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau ARGE Bernold AG, Riedern, und Noser Holzbau AG, Mitlödi Holzarten Konstruktionsholz: Massivholz 42 m3, Brettschichtholz 47 m3; Dreischichtplatte 27 mm 390 m2; Klebeparkett: Ahorn 8 mm 815 m2, Eiche 8 mm 1260 m2; Fassade: Fichte 22 mm sägeroh gestrichen 935 m2 Gebäudekubatur SIA 116 14 530 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 675.– Bauzeit Dezember 2001– Oktober 2003 Fotografie Hannes Henz, Zürich Quelle Holzbulletin 72/2004

begrünung angewendet, als Umkehrdach mit 120 mm Dämmung auf Abdichtung und mit zusätzlich 80 mm Dämmung darunter. Alle Türen (T 30) und Abschlussfronten (F 60) im Ausbau sind in Eiche ausgeführt.

Situation

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Querschnitt Erdgeschoss

1.–3. Obergeschoss

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Dachaufbau von aussen:

Innenwandaufbau:

Extensivbegrünung 70 mm

Gipsfaserplatten 2 x 12,5 mm

Schutzvlies

Ständerkonstruktion 60 x 140 mm/

Dämmung XPS 120 mm

Hohlraumdämmung 80 mm

Abdichtung PBD zweilagig

Gipsfaserplatten 12,5 mm

Dämmung EPS 80 mm

Federbügel mit Mineralwollplatte 35 mm

Dampfsperre

Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm

Dreischichtplatte 27 mm Schiftung Balkenlage 140 x 200 mm

Aufbau Aussenwand von innen:

Lattung 24 mm

Gipsfaserplatte 15 mm

Gipskartonplatte 15 mm

Ständer 60 x 180 mm/Dämmung Gipsfaserplatte 15 mm, imprägniert

Deckenaufbau von oben:

Hinterlüftung 24 mm (pro Geschoss

Parkett Ahorn

Brandabschottung mit Steinwolle

Zementestrich mit Bodenheizung 80 mm

der Dicke 30 mm)

Trittschalldämmung 20 mm

Offene Holzschalung horizontal 22 mm,

Holzbalken 160 x 220 mm/nicht armierte Fassadenschnitt vertikal

Zementplatten 500 x 500 x 50 mm/

deckend gestrichen Fassadenschnitt horizontal

Hohlraumdämmung 80 mm Lattung auf Federbügel Gipskartonplatte 18 mm

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Isometrie

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Wohnüberbauung ‹Pianoforte, Wettingen Die 61 Wohnungen der Überbauung ‹Pianoforte› befinden sich auf dem ehemaligen Werkhof eines Bauunternehmens. Das Areal liegt im aufstrebenden ehemaligen Industriequartier von Wettingen, in unmittelbarer Nähe des Grünraums an der Limmat, mit Anbindung an den öffentlichen Verkehr sowie gutem Zugang zur Autobahn. ‹Pianoforte› besteht aus drei unterschiedlich langen, spielerisch gestalteten Baukörpern, welche sorgfältig in die vorhandene, leicht abfallende Topografie des Geländes eingesetzt sind. Ziel des Entwurfs war eine Wohnüberbauung, welche sich visuell von konventionellen Bauten abhebt. Entstanden ist ein dreigeschossiger Gebäudekomplex mit Attika, der sich durch hohe Wohnqualität und grosszügig gestaltete Räume auszeichnet. Dadurch erscheint ‹Pianoforte› trotz optimaler Ausnützung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sehr leicht und wohnlich. Auch die Positionierung der Gebäude im Gelände sowie die Gestaltung der Fassade tragen zu diesem Eindruck bei – eine Komposition aus Zedernholz, Metall und Glas. Die grossen Frontgläser der Wintergärten liegen geschossweise zueinander versetzt und prägen mit ihrer Ausstülpung das Fassadenbild. Durch die spielerische Positionierung der Wintergartengläser entsteht der Eindruck von Leichtigkeit; das Wohngebäude beginnt dank der leicht verspiegelten Glasflächen mit der sorgfältig gestalteten Umgebung zu verschmelzen. Die Grosszügigkeit der als Wohnraumerweiterung funktionierenden Wintergärten kommt in der Gestaltung der drei mal vier Meter grossen Frontscheibe zum Ausdruck.

Die drei Baukörper weisen eine Gliederung in Häuser mit jeweils zwei Wohnungen pro Geschoss auf. Der nördlich liegende, längste Körper besteht aus vier Häusern, der südliche aus drei und der kürzeste aus zwei Häusern. Die einzelnen 3 1/2- und 4 1/2Zimmer-Wohnungen sowie die Attikawohnungen sind grosszügig angelegt und im Wohn- und Küchenbereich von grosser Offenheit geprägt. Die Parkgarage, von welcher aus alle Hauseingänge direkt zugänglich sind, bildet das Fundament von ‹Pianoforte›. Die darüber liegende dreigeschossige, skelettartige Tragstruktur des Gebäudes aus Beton und Stahl wird von nichttragenden Aussenwänden in Holzbauweise ummantelt. Diese Aussenhaut in Holz erzeugt während des ganzen Jahres ein ausgewogenes Klima in den Innenräumen. Zudem erlaubte der Einsatz vorfabrizierter Elemente ein schnelles Bauen. Innen ist der 160 mm starke Holzrahmen mit OSB, einem Installationsrost und einer Gipsfaserplatte verkleidet. Zur Minimierung der brennbaren Materialien hinter der Aussenverkleidung ist der Ständer aussen mit einer Gipsfaserplatte verkleidet. Darauf sind ein Windpapier, eine vertikale Lattung und die horizontale Zedernschalung von 20 mm Stärke mit offenen Fugen aufgebracht. Zur Verzögerung einer möglichen Brandausbreitung sind Fassadenbekleidung und Hinterlüftung bei jeder Geschossdecke mit einer auf die äussere Gipsfaserplatte montierten, blechverkleideten Konsole unterbrochen. Das Attikageschoss ist in reiner Holzbauweise ausgeführt und aussen mit TitanzinkBlechpaneelen verkleidet. Der Wandaufbau ist von innen den ersten drei Geschossen ähnlich. Aussen auf dem Holzrahmen sind

eine ungedämmte Holzrippe von 60 x 200 mm und eine mitteldichte Holzfaserplatte von 16 mm aufgebracht, auf welcher die Blechpaneele befestigt sind. Das belüftete Flachdach mit Kies als Nutzschicht baut auf Holzrippen von 200 mm Stärke auf, die innen mit OSB, einem Lattenrost und einer Verkleidung aus Gipskarton beplankt sind. Über der Holzrippe sind eine mitteldichte Holzfaserplatte als Unterdach sowie die Gefällslattung mit einer Holzwerkstoffplatte als Unterlage für die Schutz- und Nutzschichten montiert. Bezüglich Brandsicherheit ist jede Wohnung als Brandabschnitt mit 60 Minuten Feuerwiderstand ausgebildet. Somit sind die Wände zwischen den Wohnungen und Häuser je in F 60 als Metall-GipsständerSystem und die Wohnungstüren zum Fluchttreppenhaus in T 30 ausgeführt. Das viergeschossige Projekt weicht mit der Holzaussenverkleidung von den verbindlichen technischen Richtlinien ab. Mittels eines Brandschutzkonzeptes, welches die Fassadengestaltung berücksichtigt, wird die Gleichwertigkeit bezüglich Brandsicherheit gewährleistet. Aufgrund der Brandschutzanforderungen wurde auch den Anschlüssen von den brandabschnittbildenden Wänden und Decken zu den Aussenwandelementen besondere Sorgfalt gewidmet. Für deren Abdichtung wurden insbesondere Steinwolle sowie Brandschutzkitte mit entsprechenden Attesten eingesetzt. Bei den Wohnungen im Attikageschoss besteht keine Anforderung an die Aussenwände, da mit einem Schutzabstand von fünf Meter die Brandsicherheit gewährleistet ist.

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Querschnitt

Ort Halbartenstrasse 71–75, 5430 Wettingen Bauherrschaft Bruno Granella, Brugg Architekten rd2b limited, Zürich, Patrick Hüppi, dipl. Arch. ETH SIA; Mitarbeit: Michel Gerber, Marc Zuberbühler Bauingenieur Erne und Partner, Wettingen Brandschutzkonzept Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Holzbautechnik Burch, Sarnen Materialien Konstruktionsholz: Lamellenverleimtes Holz 210 m3; Platten: OSB 15 mm 4500 m2, Spanplatten V100 25 mm 1300 m2, mitteldichte Holzfaserplatte 16 mm 1700 m2, Gipsfaserplatten 12,5 mm 3800 m2; Steinwolledämmung 830 m3; Fassade: Zedernholz 2250 m2 Gebäudekubatur SIA 116 43 600 m3 Kubikmeterpreis (BKP 2) CHF 460.– Bauzeit 15 Monate Baujahr 2002/2003 Fotografie Enzo Granella, Baden Quelle Holzbulletin 73/2004

Situation

90


Ansicht S端dfassade

Erdgeschoss

1. Obergeschoss

Attika

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Wohnüberbauung Balance, Wallisellen Die Wohnüberbauung mit 13 Gebäuden und total 62 Wohnungen basiert auf dem Konzept, einen Wohnort zu schaffen, der privaten Rückzug und soziale Kontakte ermöglicht. Für das Zusammenrücken von Wohn- und Arbeitswelt, die Vielfalt der Wohnvorstellungen und die sich innerhalb kurzer Fristen ändernden Familien- und Haushaltstrukturen versucht das ‹Balance›Konzept ein Angebot zu schaffen, dass flexibel, gross, kostengünstig und haushälterisch ist. Die Neutralität des Grundrisses, seine vielfältige Nutzbarkeit, seine reversible Unterteilbarkeit und seine Realisierbarkeit als ‹bewohnbarer Rohbau› sind die konzeptionelle Grundlage des Projektes. Die Dichte der Überbauung und eine differenzierte Abstufung der Übergänge vom privaten zum öffentlichen Raum ermöglichen eine Vielzahl von nachbarschaftlichen Beziehungen und garantieren eine gewisse soziale Sicherheit. Das Gebäude zeigt sich als einfacher Körper, der mit der Minimierung seiner Oberfläche auf das Prinzip der Wirtschaftlichkeit bei Bau und Unterhalt reagiert. Die Wohnflächen sind

allseitig orientiert und besonnt. Die Fassade reflektiert die Umgebung und den Himmel. Die Fensteröffnungen reichen vom Boden bis zur Decke und vermitteln dadurch räumliche Grosszügigkeit. Die umlaufende äusserste Hülle definiert den eigentlichen privaten Bereich über die gesamte Gebäudefläche. Im Aussenraum bietet der Grundriss einen Umgang und einen grosszügigen zweigeteilten Balkon gegen Südwesten. Der Innenraum wird mittels zweier Elemente gegliedert: mit einem Sanitär- und Medienkern und einer Schrankwand. So entstehen ein Zugangsbereich, zwei allgemeine Wohnräume und eine Schicht für Individualräume. Durch das Einfügen von Zimmer- und Wohnungstrennwänden ergibt sich eine Vielzahl von Varianten, die zur Verfügung stehende Fläche zu nutzen, wobei die Unterteilung jederzeit reversibel bleibt. Die Stabilisierung der vier- bis fünfgeschossigen Gebäude erfolgt über einen zentralen Betonkern. Zur Lastabtragung in der Aussenhülle ist ein Kranz von Randstützen aus Brettschichtholz oder Parallam (EG und 1. OG) in der Dimension 160 x 180 mm und

einem Achsmass von 2,46 Meter integriert. Schlanke Betondecken tragen zwischen Kern und Fassadenstützen über eine Spannweite von rund 6,0 Meter. Die nichttragenden Fassadenelemente aus Doppel-T-Trägern der Stärke 220 mm, beidseitig mit Gipskarton und einer Zellulosefaserdämmung beplankt, schliessen die Gebäudehülle. Die Fassadenbekleidung besteht aus einer lichtaktiven Glas-Kartonwaben-Konstruktion. Im Verbund mit der gewählten Haustechnik – unter anderem einer kontrollierten Wohnungslüftung – lässt dies eine Realisierung des ‹Balance›-Konzepts im MinergieStandard zu. Dasselbe Baukonzept wurde auch in Uster (7 Gebäude, 34 Wohnungen) und in Fällanden (9 Gebäude, 57 Wohnungen) angewandt.

429.01

Fussweg

429.40

429.76

Fussweg

Fussweg

428.90

430.79

Fussweg

Oblicht Garage

430.33

Fussweg

431.50 431.94

6702 6702

18 19

Schnitt

92

Grundriss

Situation

Fussweg


Aufbau Aussenwand von innen:

Ort Melchrütistrasse 4–28, 8304 Wallisellen Bauherrschaft Streich AG, Brüttisellen Architekten Haerle Hubacher Architekten BSA, Zürich Bauingenieure Henauer und Gugler AG, Zürich Beratung Holzbau/Gesamtkonzept Hermann Blumer, Herisau Beratung Brandschutz Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Generalunternehmer Streich AG Generalunternehmung, Brüttisellen Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 127 m3, Doppel-T-Träger 6982 m, Parallam 39 m3; Platten: OSB 1000 m2, zementgebundene Holzspanplatten 400 m2; Brüstung und Untersicht der Balkone: Douglasie 5600 m2 Bruttogeschossfläche 12 900 m2 Anlagekosten (BKP 1–9) CHF 42 Mio. Kubikmeterpreis (BKP 2) 462.– Bauzeit 1999–2000 (Wallisellen); 2000–2001 (Uster mit gleicher Typologie); 2002–2003 (Fällanden mit gleicher Typologie) Fotografie Georg Aerni, Zürich, und Réne Furer, Benglen Quelle ‹HWZ im Porträt› als Beilage zum Holzbulletin 74/2005

Verputz Gipskarton 15 mm Stützen 160 x 180 mm/Doppel-T-Träger als Sekundärkonstruktion 220 mm/ Zellulosefaserdämmung Gipskarton 15 mm Kartonwabe gestrichen 60 mm Hinterlüftung 40 mm Industrieglas 8 mm Konstruktion Wandlager/Balkon: Umlaufender, integrierter Elektrokanal Stahlkonsolen an Betondecken montiert Betonelemente auf Konsolen Geländerstützen feuerverzinkt Douglasie für Brüstung und Untersicht

Fassadenschnitt

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Wohnüberbauung Hegianwandweg, Zürich Die Familienheim-Genossenschaft Zürich (FGZ) verfügt über 2195 Wohneinheiten, welche das Friesenbergquartier am Fusse des Zürcher Üetlibergs prägen. Die 1924 gegründete Genossenschaft ist kontinuierlich gewachsen und umfasst heute 24 Etappen. Der grösste Teil der Siedlungsfläche ist im Besitz der FGZ, der Rest liegt im Baurecht bei der Stadt. Dazu gehört auch das 1998 von der Stadt Zürich übernommene, knapp 13 000 Quadratmeter grosse und nunmehr überbaute Areal am Hegianwandweg. Die Durchführung eines Wettbewerbes für die Bebauung war eine Auflage der Stadt. Für den Architekturwettbewerb wurden zehn Architekturbüros eingeladen. Das Siegerprojekt von EM2N aus Zürich überzeugte durch seine Erscheinung, die Architektursprache und die städtebauliche Integration. Bezeichnenderweise war das Projekt für den Wettbewerb in Massivbauweise geplant. Aufgrund von Gesprächen mit bekannten Holzbaufachleuten wuchs bei den Architekten jedoch Enthusiasmus für eine Mischbaulösung. Da der Bauherrschaft eine nachhaltige und ökologische Bauweise wichtig ist und die Besichtigung verschiedener Mehrfamilienhäuser in Holz zu überzeugen vermochte, wurde eine entsprechende Variante geprüft. Zuerst ging es um die Sicherstellung der Realisierbarkeit eines fünfgeschossigen Holzbaues in Zürich. Die kantonale Feuerpolizei zeigte sich offen, dieses Vorhaben hinsichtlich der neuen Brandschutzvorschriften als Pilotprojekt zu begleiten. Auf der Grundlage eines Brandschutzkonzeptes des Ingenieurbüros Makiol + Wiederkehr

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konnte die Feuerpolizei eine Vorgenehmigung erteilen. Um Klarheit bezüglich des finanziellen Aufwandes zu schaffen, wurde ein Haus sowohl in herkömmlicher Massivbauweise als auch mit betoniertem Treppenhauskern und umlaufendem, hölzernem Volumen unter Ermittlung der Kosten durch Unternehmerangebote bis ins Detail geplant. Der preisliche Vergleich ergab um nur drei Prozent höhere Kosten der Mischbauweise für die gesamte Überbauung. Diese Sicherheit und eine Überprüfung des Holzbaukonzeptes durch Josef Kolb AG gaben der Bauherrschaft die notwendige feste Basis, um das Projekt unter Anwendung von Holz auszuführen. So sind auf einem 135 Meter langen, verbindenden Betonsockel fünf grossvolumige Kuben in Holzbauweise entstanden, bei denen die Materialwahl den Anforderungen der Bauherrschaft und der Architektursprache folgt. Das Gebäudeensemble verbindet durch seinen inneren Rhythmus die unterschiedlichen Bebauungstypologien des Quartiers und integriert sich durch die Fassadenmaterialisierung ins städtische Umfeld. Die Wohnüberbauung umfasst 75 Wohnungen, einen Gemeinschaftsraum, zwei Kindergärten und drei Ateliers. Die Wohnungen sind bezüglich Grundrisseinteilung frei gestaltbar und zwischen 64 und 139 Quadratmeter gross, wodurch das Angebot flexibel auf den Markt ausgerichtet werden kann. Je nach Wohnungstyp öffnet sich der Eingangsbereich auf den weiten Wohnraum oder führt in den Gang, der den Hauptraum mit den Schlafzimmern verbindet. Diese sind mindestens 13,5 Quadratmeter gross. Herz

der Wohnungen ist das Wohnzimmer mit mindestens 28 Quadratmeter und Öffnungen auf zwei Seiten des Hauses. Alle Wohnungen liegen über Eck. Die Fenster gehen jeweils vom Boden bis zur Decke und öffnen sich auf der Nord-, West- und Südseite mit grosszügigen Balkonen. Diese leuchten hell- und dunkelgrün, sind zwei Meter tief und bis zu 15,5 Meter lang. Das konstruktive Konzept baut auf dem idealen Zusammenspiel von Beton und Holz auf. Der Kern mit Treppenanlagen und Nassräumen besteht aus Beton. Mit maximalen Abmessungen von rund 18 x 7 Meter steht dieser jeweils auf dem Betonsockel. An den Kern angehängt sind die Geschossdecken aus Holz. Diese tragen frei über sechs Meter bis zu den Aussenwänden und bauen auf einem 200 mm starken Brettstapelelement auf. Die auskragenden Balkone wurden mit Sticherbalken gebildet, welche alle 600 mm in die Brettstapelelemente eingebaut sind. Um die Steifigkeit der Balkone zu erhöhen, wurden die Sticher an den Enden mit einem längs zum Balkon laufenden Stahlprofil verbunden. Die Aussenwände sind in einer auf das Objekt angepassten Rahmenbauweise konstruiert: Die anfallenden Lasten aus den Decken werden über einen Sturz aus Furnierschichtholz in die Hauptständer abgeleitet. Diese stehen im Abstand von maximal 2,90 Meter direkt übereinander und übertragen so die Kräfte von Längsholz zu Längsholz. Die Schwellen sowie die Nebenständer sind zwischen diese Stützen eingeschnitten. Da die Aussenwände mehrheitlich mit Fenstern versehen sind, können sie nur bedingt horizontale Lasten übernehmen.


Deshalb wurden die Decken als Scheiben ausgebildet und sämtliche anfallenden horizontalen Lasten in den Betonkern eingeleitet. Die Werkstattplanung mit den Element- und Stahlteilplänen sowie mit den Materiallisten oblag den Holzbauingenieuren. Die Wandund Deckenelemente wurden in den Werkhallen des Holzbauers vormontiert und je Haus innerhalb von zwei Wochen auf der Baustelle montiert. Weiter wurden die Betonarbeiten schon im Untergeschoss vom Geometer eingemessen, so dass der vorfabrizierte Holzbau genau an die vor Ort erstellten Betongerippe passte. Der Deckenaufbau über den Brettstapelelementen besteht aus einer rauchdichten Folie, 30 mm Trittschalldämmung, 75 mm Anhydritunterlagsboden und einem Parkett. Unten ist eine 25 mm starke Gipskartondecke um 80 mm über Federbügel abgehängt. Die Deckenkonstruktionen erfüllen den Zielwert des erhöhten Schallschutzes nach SIA181 beim Tritt- und beim Luftschall, wobei sich die abgehängte Zusatzschale bei der Dämmung der tiefen Töne im Trittschall als besonders effizient erwies. Das Rahmenwerk mit 180 mm Stärke ist beidseitig mit einer 15 mm starken Gipsfaserplatte beplankt und mit Mineralfaser ausgedämmt. Aussen wurde eine hinterlüftete Putzträgerplatte, innen eine um 50 mm vorgesetzte Gipskartonbeplankung mit 25 mm Stärke montiert. Dieser Hohlraum ist ebenfalls gedämmt. In den Bereichen der Vorsatzschalen von Decken und Wänden werden sämtliche Installationen geführt. Kombiniert mit dem massiven Kern der Nasszellen wurden so die Durchbrüche in der Holzkonstruktion auf ein Minimum reduziert.

Sämtliche Decken und Aussenwandkonstruktionen weisen einen Feuerwiderstand von 60 Minuten auf. Alle Wohnungen sind untereinander brandabschnittbildend F60 unterteilt und direkt über die nichtbrennbaren Treppenhäuser erschlossen. Die Fassadenverkleidung wurde nichtbrennbar ausgebildet; sämtliche Gebäude sind mit einer Blitzschutzanlage versehen. Der hohe Wärmedämmwert der Wand- und Dachelemente, die kontrollierte Wohnungslüftung sowie die Nutzung von Abgaswärme einer nahen FGZ-Siedlung für die Heizung ermöglichen es, dass die Wohnsiedlung den Minergiestandard erfüllt. Die Qualitätssicherung mit einem vorgängig erstellten und während des Bauprozesses umgesetzten Kontrollplan fand während der gesamten Planungs- und Ausführungsphase besondere Beachtung. Dazu gehörten neben der Kontrolle der Holzbaukonzeptes durch ein drittes Ingenieurbüro die Erstellung der Werkstattplanung durch die projektierenden Holzbauingenieure, periodische Kontrollen der Produktion im Werk und der Montage auf der Baustelle durch die Ingenieure. Zur Förderung mehrgeschossiger und grossvolumiger Holzbauten unterstützte das Förderprogramm ‹holz 21› des BUWAL (heute BAFU) in seiner ersten Phase (2001–2003) Kommunikationsmassnahmen für dieses und andere Signalprojekte.

Situation

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Ort Hegianwandweg 28–36, 8045 Zürich Bauherrschaft FGZ Familienheim-Genossenschaft, Zürich Architekten EM2N Architekten ETH SIA, Mathias Müller und Daniel Niggli, Zürich; Projektleitung: Christof Zollinger; Mitarbeit: Marc Holle, Christoph Rothenhöfer, Wolfgang Kessler Bauleitung Bosshard und Partner, Baurealisation AG, Zürich Bauingenieur Tragwerk GmbH, Affoltern am Albis Holzbauingenieure Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau GmbH, Rain, und Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Bauphysik Wichser Akustik + Bauphysik AG, Dübendorf Holzbau ARGE Brunner Erben AG, Zürich, und Zschokke Bau AG, Hatt Haller, Zürich Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 350 m3, Brettstapelelemente 1300 m3; Platten: Gipsfaser- und Gipskartonplatten 7300 m2 Baukosten (BKP 1–9) CHF 32,9 Mio. Gebäudekubatur SIA 116 49 716 m3 Kubikmeterpreis (BKP 2) CHF 580.– Grundstücksfläche 12 896 m2 Gebäudegrundfläche 6700 m2 Bauzeit Januar 2002–April 2003 Fotografie Hannes Henz, Zürich Quelle Holzbulletin 73/2004

Schnitt

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Erdgeschoss

1. bis 3. Obergeschoss

Attika

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Dachaufbau von aussen: Substrat 80 mm Drainagefolie 20 mm Abdichtung Polymerbitumenbahn Mineralfaserdämmung 150–200 mm Dampfsperre Brettstapelelemente 180 mm Lattung mit Federschienen 80 mm/Hohlraumdämpfung 30 mm Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm Terrassenaufbau von oben: Betonplatten 40 x 400 x 400 mm Split 40–80 mm Wasserisolation Dreischichtplatte 27 mm Brettschichtholzträger 100 x 200 mm Lattung 24 mm Glasfaserleichtbeton-Platte 15 mm, gestrichen Aufbau Aussenwand im Balkonbereich von innen: Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm Lattung 50 mm/Mineralfaserdämmung Dampfbremse Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 60 x 180 mm/Mineralfaserdämmung Gipsfaserplatte 15 mm Windpapier Lattung vertikal 40 mm Glasfaserleichtbeton-Platte 15 mm, gestrichen Deckenaufbau von oben: Eichenparkett 10 mm Unterlagsboden Trockenanhydrit 70 mm Trittschalldämmung 30 mm Folie Brettstapelelement 200 mm Lattung mit Federschienen 80 mm/Hohlraumdämpfung 30 mm Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm Lattung 50 mm/Mineralfaserdämmung Dampfbremse Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 60 x 180 mm/Mineralfaserdämmung Gipsfaserplatte 15 mm Windpapier Lattung vertikal 40 mm Silikatputzträgerplatte 11 mm Verputz 5 mm Fassadenschnitte

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Neubau Produktionshalle Hector Egger, Langenthal Die Hector Egger Holzbau AG hat eines der modernsten Holzbauzentren der Schweiz realisiert und setzt diesen Stand auch optisch in ihrem Neubau um. Der Baukörper von 80 Meter Länge, 30 Meter Breite und 17 Meter Höhe fasst die Produktionshalle sowie einen mehrgeschossigen, vielfältig genutzten Kopfbau, in dem die Büroräume liegen. Halle wie Kopfbau wurden unter Berücksichtigung eines objektbezogenen Brandschutzkonzeptes komplett in Holzbauweise realisiert. Das Erscheinungsbild wird an beiden Giebelseiten von hell behandelten Holzlamellen geprägt, die Wetter- und Sonnenschutz zugleich bieten. Die Neigung der Lamellen ist so gewählt, dass der Vorhang im Sommer möglichst wenig und im Winter möglichst viel Sonnenlicht in das Gebäude leitet. Die beiden Längsseiten der Halle werden von der Nutzung bestimmt: Das Vordach weist eine Höhe von 5,60 Meter auf und kann mit dem Seitenstapler mit Lagerware bis auf 5,50 Meter beschickt werden. Auf den Längsseiten ist der Lichteinfall minimal. Systematisch angeordnete Lichtkuppeln im Dach bringen aber zusammen mit dem Lichteintritt in den Giebeln genug Helligkeit in die Halle. Oberstes Ziel der auf die industrielle Holzelementbauweise ausgerichteten Produktion ist ein grösstmöglicher Vorfertigungsgrad. Konsequenterweise ist die Fabrikationshalle auf einen bis ins letzte Detail durchdachten Arbeitsfluss konzipiert und ausgelegt worden. Das beginnt am Eingangstor, wo die Balken sowie die plattenförmigen Werkstoffe termingenau angeliefert werden. Von dort gelangen sie zum Balkenbearbeitungscenter und zur modular konzipierten Multifunk-

tionsbrücke mit Schmetterlingswender. Der Abtransport der Elemente erfolgt auf der Hinterseite, welche mit sechs Toren über eine Breite von 25 Meter stützenfrei geöffnet werden kann. Im Bereich des Kopfbaus ist ein Zwischenboden für die Zwischenlagerung von Material mit einer Nutzlast von 1000 kg/m2 eingebaut, der als Holz-Beton-Verbunddecke ausgebildet ist. Die ganze Halle verfügt zudem über eine unterirdische Lagerhalle mit fünf Meter Höhe und 2000 m2 Lagerfläche. Der Zugang ist über einen 40-Tonnen-Lastwagenlift gelöst. Der viergeschossige Kopfbau, durch eine Brandmauer in Stahlbeton von der Produktionshalle getrennt und mit einem massiv gebauten Treppenhaus ausgerüstet, hat mit seinem Raumprogramm verschiedene Nutzfunktionen zu erfüllen. Das Erdgeschoss ist das Magazin. Während im ersten Obergeschoss die Sozialräume untergebracht sind, wird das zweite Obergeschoss als Grossraumbüro genutzt. Darüber ist ein grosszügiger Showroom angeordnet. Von den Sitzungszimmern aus gelangt man direkt auf die Galerie, die rund um die ganze Produktionshalle führt. Der gut 200 Meter lange Spaziergang auf 5,80 Meter Höhe bietet einen faszinierenden Überblick über den gesamten logistischen Ablauf und macht ihn so leicht nachvollziehbar. Das statische Konzept im Hallenbereich beruht auf einem quergespannten Haupttragsystem im Abstand von 5,62 Meter. Der Zweigelenkbogen (180 x 660 mm) mit Zugband (180 x 260 mm), beide in Brettschichtholz ausgeführt, überspannt 30 Meter stützenfrei und endet auf Pendelstützen (180 x 700 mm) in Brettschichtholz. Sowohl die Längs- als auch die Queraussteifung wer-

den mit der Ausbildung des Bogendachs als statischer Scheibe erreicht. Aus der Dachscheibe werden die Lasten in die als Fachwerk ausgebildete Giebelwand beziehungsweise in die Trennwand zwischen Halle und Kopfbau eingeleitet. Die Pendelstützen sind im oberen Bereich ausgeklinkt. Dort werden die Lasten aus der Kranbahn mit einem Stahlteil direkt eingeleitet. Eine Schnitzelheizung erzeugt die Heizwärme und entsorgt gleichzeitig die Holzabfälle. Die Dimensionierung der Heizkessel erfolgte entsprechend der Menge der anfallenden Holzabfälle. Mit der überschüssigen Heizwärme wird eine benachbarte Firma beliefert. Die Beheizung des eigenen Baukörpers erfolgt über eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung und Erdregister zum Ansaugen der Frischluft. Diese Haustechnik und die kompakte, gut gedämmte Gebäudehülle ermöglichten die Zertifizierung einer der grössten Schweizer Gewerbebauten nach Minergie.

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Querschnitt

Ort Steinackerweg 18, 4901 Langenthal Bauherrschaft Hector Egger Holzbau AG, Langenthal; Inhaber: Paul Schär Architektur Paul Schär Bauingenieur Duppenthaler & Wälchli, Langenthal Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Hector Egger Holzbau AG, Langenthal; Roth Holzleimbau + Stahlbau AG, Burgdorf (Konstruktionsteile in BSH); Blumer BSB AG, Waldstatt (BSB-Fachwerkträger) Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 320 m3, Rahmenbaukanteln 165 m3; Platten: OSB 152 m3, Dreischichtplatten 35 m3; Schalung: für Akustik in Fichte 60 m3 Baukosten (BKP 2) CHF 5 184 000.– Gebäudevolumen SIA 116 54 000 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 96.– Bauzeit Oktober 2002– August 2003 Fotografie Michael Jung, Olten Quelle Holzbulletin 75/2005

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Grundriss Halle

L채ngsschnitt

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Bürotrakt und Unterstand für Reisecars, Laufen Das Reisecar-Unternehmen Erich Saner wollte seine Basler Filiale mit dem Hauptsitz in Büsserach zusammenlegen. Dafür wurde eine grössere Parzelle gesucht. Als Ideallösung sollte diese in der Nähe eines Bahnhofs liegen, damit die Kunden auch mit dem Zug anreisen, in die komfortablen Reisecars umsteigen und ohne Stress in die Ferien fahren können. In Laufen an der Ziegeleistrasse wurde man bei der Parzellensuche fündig. Der neue Sitz des Unternehmens liegt in der Industrie- und Gewerbezone zwischen dem Bahnhofareal und der Birs. Nicht alle Gäste reisen mit der Bahn an, einige kommen auch mit dem Auto. Deshalb verfügt das Gelände über eine grosse Zahl eingezäunter Parkplätze. Während der Ferien werden sie den Kunden vom Reiseunternehmen gratis zur Verfügung gestellt. Die acht Reisecars sind immer sauber und startklar unter einem offenen, gedeckten Unterstand eingestellt. Die von der Bauherrschaft gewünschte Waschanlage ist darin integriert. Angrenzend an den Carport findet sich der Bürotrakt. Ursprünglich waren nur zwei Geschosse über Terrain geplant. Aus dieser Erstidee entwickelte sich dann aber im intensiven Austausch zwischen Bauherrschaft und Architekten ein dreigeschossiger Bürotrakt mit Unterkellerung. Im Untergeschoss stehen neben Archiv- und Technikräumen Garderoberäume mit Dusche für Chauffeure und Angestellte zur Verfügung. Das Erdgeschoss wird vom Reisebüro genutzt. Hier sind die Büroräumlichkeiten, Besprechungszimmer und ein Warteraum für die Kunden eingerichtet. Das erste und zweite Obergeschoss mit Grossraumbüros sind vermietet. Der Unterstand für die Reisebusse und der Bürotrakt wurden in Holzbauweise ausgeführt, wobei das Treppenhaus im Sinne des Brandschutzes massiv in Beton und Kalksandstein erstellt wurde. Holz als bevorzugtes

Baumaterial kam wegen seiner Leichtigkeit und aufgrund der schnelleren Realisierbarkeit des Projektes, aber auch aus der Bereitschaft zu einem innovativen Vorhaben zum Zug. So kamen unter anderem eine Tragkonstruktion sowie brandabschnittbildende Bauteile mit 60 Minuten Feuerwiderstand in Holzbauweise im Rahmen eines objektbezogenen Brandschutzkonzeptes zum Einsatz. Aus demselben Grund ist die gesamte Fassade nichtbrennbar ausgeführt. So besteht der nichttragende Wandaufbau der Nord- und der Ostfassade aus einem mit Steinwolle gedämmten Holzrahmenbau von 140 mm Stärke und einer zusätzlichen äusseren Dämmung von 52 mm aus einer Holzfaserdämmplatte. Diese Elemente sind innen mit 15 mm OSB und aussen mit Gipsfaserplatten von 15 mm Stärke nichtbrennbar beplankt. Aussen sind eine Vertikallattung von 40 mm und das auf 18 mm Höhe profilierte Wellblech montiert. Innerhalb der Fassadenelemente sind zusätzlich Stützen in Brettschichtholz mit einem Querschnitt von 140 x 140 mm eingebaut. Diese Stützen wurden unter der Berücksichtigung des entsprechenden Abbrandes für den Feuerwiderstand von 60 Minuten dimensioniert. Die Deckenkonstruktion über dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss basiert auf Brettschichtholzelementen von 220 mm Höhe. In der Breite ist die Fuge dieser Elemente mit 15 mm starken, zementgebundenen Holzspanplatten brandschutztechnisch unterbrochen. Gleiche Sorgfalt wurde dem Deckenanschluss an das massive Treppenhaus beigemessen, indem eine Brandabschottung mit 60 Minuten Feuerwiderstand eingebaut wurde. Der über den Brettschichtholzelementen eingebaute Boden besteht aus einer Trittschalldämmung von 22 mm, einer Trennschicht und Gussasphalt 35 mm. Das bekieste Kaltdach besteht primär aus einem Hohlkastenträger von 280 mm Gesamthöhe mit 220 mm Steinwolledämmung.

Darüber sind eine Lattung zur Belüftung in der Stärke 60 –100 mm, eine OSB-Platte sowie eine mit Rundkies beschwerte EPDMFolie angebracht. Im Herbst 2002 konnte so in Laufen ein Reiseunternehmen einen neuen Firmensitz in Betrieb nehmen, welcher nicht nur modernste Holzbautechnologie berücksichtigt, sondern auch über eine moderne Gebäudetechnologie, zum Bespiel eine kontrollierte Raumlüftung, verfügt und insgesamt im Minergie-Standard konzipiert wurde.

Situation


Erdgeschoss

Längsschnitt

Querschnitt

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Ort Ziegeleistrasse 52, 4242 Laufen Bauherrschaft Erich Saner AG, Laufen Architekten Holzart Architektur AG, Laufen Bauingenieur Peter Jermann, dipl. Bauing. ETH, Zwingen Brandschutzberatung Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See HLKS-Ingenieur EPL EnergiePlan, Laufen Holzbau Martin Speiser AG Holzbau und Bedachungen, Diegten Materialien Konstruktion: Brettschichtholz 12 m3, Massivholz 15 m3, Rahmenbaukanteln 12 m3, Brettschichtholz-Bodenelemente 49 m3, Hohlkastenelemente Dach 105 m2; Platten: Holzfaserdämmplatten 52 mm 290 m2, OSB 15 mm (Wand) 420 m2, OSB 18 mm (Dach) 150 m2, Gipsfaserplatten 15 mm 400 m2 Baukosten (BKP 2) CHF 1 455 000.– Gebäudevolumen SIA 116 5252 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 277.– Bauzeit 5 Monate (2002) Fotografie Corinne Cuendet, Clarens Quelle Holzbulletin 75/2005 103


Halle Ost der Kistenfabrik, Merenschwand Der als offener Werkhof genutzte Neubau kam aufgrund zweier sich ergänzender Bedürfnisse zustande: Die jetzige Mieterin, ein Gartenbauunternehmen, suchte neue Räumlichkeiten; der Bauherr war an einer weiteren Nutzung der Landreserven interessiert. Die Halle Ost orientiert sich aufgrund der Ergänzung des Gebäudebestandes an dessen Rastern und Bauprinzipien und bietet ein Raumprogramm, welches dem Mieter entspricht und gleichzeitig dem Bauherrn langfristig eigene Nutzungsmöglichkeiten eröffnet. Mit der Verwendung von Holz und der einfachen Konstruktionsart sowie mit der reduzierten und formal zurückhaltenden Ausformulierung wurde ein ökologisch sehr gutes Gebäude erzielt. Der neue Baukörper der Kistenfabrik ergänzt die bestehende Gebäudegruppe analog den Lagerhallen auf der Süd- und Südostseite des Produktionsgebäudes und schliesst den Bestand in nordöstlicher Richtung ab. Die Umhüllung der 15 Meter tiefen und 24 Meter breiten Halle besteht aus einem licht- und luftdurchlässigen Screen aus Holz, dessen horizontale Gliederung den Rhythmus der bestehenden Fassaden aufnimmt. So entsteht ein grosser, sehr gut belichteter und stützenfreier Innenraum. Bewusst wird in beschränktem Mass eine visuelle Beziehung zwischen Innen und Aussen erzeugt. Der Blick von aussen lässt erahnen, was drinnen geschieht; im Inneren bleibt der Kontakt zur näheren Umgebung wie auch zur weiten Landschaft

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bestehen. Die Halle nimmt zwei autonome Holzboxen auf. Die eine dient als Büro und verfügt im Erdgeschoss über entsprechende Arbeitsplätze, einen grosszügigen Aufenthaltsraum sowie eine Garderobe mit Nassräumen. Die andere Box dient als Werkstatt. Die Fläche auf beiden Boxen ist als Lagerraum mit einer Nutzlast von 5 kN/m2 konzipiert. Der Einstellraum zwischen den Boxen ist knapp sieben Meter hoch und auf eine Nutzlast von 8 kN/m2 beziehungsweise Einzellasten bis 85 kN ausgelegt; er ist somit für Lastwagen befahrbar. Die Halle ruht analog dem Fabrikgebäude auf einem niedrigen Sockelgeschoss, dessen Hohlraum begehbar ist und so optimal Installationszwecken dient. Der darüber liegende Hallenboden besteht aus 180 mm hohen, auf 10 % Holzfeuchte vorkonditionierten Massivholzbalken in Fichte, welche mit 15 mm Fuge zueinander montiert und über Stahlrohre quer ausgesteift wurden. Darüber sind Eschenriemen von 32 mm rostartig als Verschleissschicht verlegt. Mit zusätzlichen 60 mm Dämmung und einem Eschenriemen der Stärke 24 mm wurde der Boden der Bürobox versehen. Deren Wände bestehen aus Holzrahmenelementen mit einer inneren Bekleidung aus Dreischichtplatten von 19 mm, einer gedämmten Rahmenkonstruktion von 160 mm und einer äusseren Beplankung aus Furnierschichtholz mit 15 mm Dicke. Darüber sind als Decke gedämmte Hohlkastenelemente mit beidseitiger Beplankung in Dreischichtplatte von 27 mm sowie Rippen

von 200 mm Höhe eingebaut. Die Umhüllung der Werkstattbox erfolgte in gleicher Bauweise, jedoch mit dünnerer Dämmung (120 mm in den Wänden und in der Decke) und einer auf die längere Spannweite angepassten Dimensionierung der Deckenrippen auf 260 mm. Die eigentliche Hallenkonstruktion ist in Brettschichtholz ausgeführt. Die umhüllenden Hallenwände bestehen aus 110 mm starken Ständern, einer Horizontallattung von 50 mm und dem vertikal geschuppten, 30 mm starken Screen. In der Ebene der Ständer ist die Aussteifung mittels Zugbändern in Stahl eingebaut. Zwei in die Wände integrierte Längsträger sind auf wenige Stützen abgestellt und tragen die 20,3 Meter langen und 1,85 Meter breiten Dachelemente. Der Dachaufbau besteht aus Brettschichtholzträgern mit einem Abstand von rund 460 mm und einem Querschnitt von 80 x 520 mm, einer Dreischichtplatte von 27 mm, einer wurzelfesten Polymerbitumenbahn und 50 mm Rundkies als Schutzschicht.


Ort Zürichstrasse 28, 5634 Merenschwand Bauherrschaft Kistenfabrik AG, Merenschwand; Projektleiter: Peter Birrer Architekten Max Steiger, Architekt BSA SIA, Baden; Mitarbeit: David Burkhard (Bauleitung), Heinz Rempfler, Marion Steiger Bauingenieur SHNZ dipl. Ing. ETH/SIA, Rotkreuz; Mitarbeit: M. Krebs Holzbauingenieur (Vorprojekt)/Brandschutzberatung Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Holzbau Erni AG, Schongau Materialien Konstruktionsholz: Brettschichtholz 60 m3, Massivholz 53 m3; Platten: Dreischichtplatten 1200 m2, Furnierschichtholz 400 m2; Bodenbelag: Massiv-Parkett Esche 310 m2 Baukosten (BKP 2) CHF 689 000.– Grundstücksfläche 9978 m2 Geschossfläche 2884 m2 (bestehende Gebäude für Produktion und Lager); 552 m2 (neues Gebäude) Gebäudevolumen SIA 116 3537 m3 Kubikmeterpreis SIA 116 CHF 195.– Bauzeit November 2003–März 2004 Fotografie Heinz Rempfler, Architekturbüro Max Steiger, Baden Quelle Holzbulletin 75/2005

Situation

Querschnitt

Längsschnitt

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Umbau und Aufstockung Sulzer-Konzernleitungsgebäude, Winterthur Die Stadt Winterthur erfährt seit einigen Jahren in Teilen eine Wandlung. Ehemalige Industrieflächen werden in Dienstleistungsund attraktiven Wohnraum umgeformt und so dem Markt wieder erschlossen. Diesem Transformationsprozess unterlag auch das Sulzer-Areal, welches auf vorbildliche Art und Weise umstrukturiert worden ist. Das neoklassizistische Gebäude von 1929 der Architekten Volki und Lebrecht entspricht dem Eckrisalit eines nicht realisierten, monumentalen Bürokomplexes. Der kräftige Sockel und der monumentale Architekturschmuck am Dachrand prägen den ‹Olymp›, wie das Gebäude im Volksmund genannt wird. Der ‹Olymp›, in der Tradition klassizistischer Monumentalbauten gegenüber der Strasse leicht zurückversetzt, prägt mit seiner baumbestandenen Vorfahrt die Einfahrt in die Stadt. Zusammen mit dem Sulzer-Hochhaus bildet er das Vis-à-vis des Sulzer-Areals. Die Eingangshalle mit einer Arbeit des Zürcher Künstlers Mayo Bucher und dem als blaue Laterne ausgebildeten Windfang macht zusammen mit dem lichtdurchfluteten modernistischen Treppenhaus den repräsentativen Auftakt des Gebäudes. Von hier ziehen sich die Umbauarbeiten durch das ganze Gebäude nach oben: Der ursprünglich nur zwei Meter breite Korridor wurde verdoppelt und die Pfeilerreihe als neues Rückgrat des Gebäudes freigespielt. Integrierte Beleuchtung und

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plakative Farbgebung verstärken das tektonische Spiel zwischen Pfeiler, Konsole und Unterzug. Die Verwendung edler Materialien wie Granit und die Anwendung integraler, unsichtbarer Gebäudetechnik erzeugen eine Stimmung zwischen industrieller Eleganz und Repräsentation. Im Attikaaufbau befinden sich zwei Konferenzräume, welche im umlaufenden Grünraum des Daches eingebettet sind. Der Aufbau übernimmt die pfeilerartige Fassade des Altbaus und bindet damit den Neubau in die bestehende Gebäudestruktur ein. In der Verlängerung der beiden Konferenzräume liegen stirnseitig die loggiaartigen Aussenräume mit Sicht in die ehemaligen Produktionshallen der Firma Sulzer. Die Fassade der Dachaufstockung besteht aus H-förmigen, gedämmten Holzstützen in der Abmessung 600 x 600 mm. Nebst der vertikalen Lastabtragung übernehmen sie die quer- und längsaussteifenden Funktionen. Die Materialisierung mit 45 mm starkem Furnierschichtholz ermöglicht zug- und druckfeste Anschlüsse mit der Bodenkonstruktion und die daraus resultierende Einspannung. Dieser in Längsrichtung laufende, rund 330 mm hohe und als Hohlkasten ausgeführte Boden wird von einer Unterkonstruktion in Brettschichtholz und Stahlträgern getragen. Die frei gespannten, einfach belüfteten Dachelemente tragen in Querrichtung und sind als 380 mm hohe Rippenplatte aus-

gebildet. Darüber sind Keile für die leichte Dachneigung aufgeleimt sowie die 27 mm dicke Schalung und die Dachabdichtung aufgebracht. Die seitlichen Dach- und Bodenabschlüsse sowie die H-förmigen Stützen besitzen eine Blechverkleidung, welche Bezug auf das Sulzer-Hochhaus von Sutter und Sutter aus dem Jahre 1966 nimmt.

Situation


Querschnitt Aufstockung

L채ngsschnitt durch Korridor

10 m

15 m

Erdgeschoss

Dachgeschoss

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Ort Zürcherstrasse 14, 8404 Winterthur Bauherrschaft Sulzer Immobilien AG, Winterthur Architekten Burkhalter Sumi Architekten GmbH, Zürich; Mitarbeit: Frank Imhof, Katharina Mannhart Bauleitung Burkhalter Sumi Architekten GmbH, vertreten durch Axima FM AG, Winterthur Bauingenieur Axima FM AG, Winterthur Umgebungsgestaltung Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich Büroplanung vitra.point, a.spring ag, Zürich Beratung Lichtplanung Christian Vogt, Winterthur Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Zehnder Holzbau AG, Winterthur Materialien Konstruktionsholz verleimt 90 m3; Platten: Dreischichtplatten 27 mm 770 m2, Furnierschichtholz 57 mm 265 m2, Furnierschichtholz 45 mm 300 m2; Dachschalung 27 mm 1181 m2 Geschossfläche SIA 416 3527,6 m2 Nutzfläche SIA 416 3085,5 m2 Hauptnutzfläche SIA 416 2912,7 m2 Nebennutzfläche SIA 416 172,8 m2 Gebäudekubatur SIA 116 15 452 m3 Bruttogeschossfläche 3673,5 m2 Kubikmeterpreis SIA 116 (BKP 2) CHF 1024.– (nur Aufstockung) Bauzeit September–Dezember 2001 (nur Aufstockung); Mai 2000–Dezember 2001 (gesamter Umbau) Fotografie Heinrich Helfenstein, Zürich Quelle Holzbulletin 78/2006 Explosionszeichnung Holzbau

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Dachaufbau von aussen:

Aufbau H-förmige Stützen von aussen:

Beschieferte Dachpappe

Blechverkleidung aus Quarzzink und

Dachschalung 27 mm

Antrazink

Aufgeleimter Keil

H-Profil aus Furnierschichtholz 45 mm,

Rippenplatte:

Montage auf Bodenelementen mittels ver-

Rippen 80 x 350 mm/Dämmung 180 mm,

schraubter Stahlwinkel/Dämmung 200 mm/

mit integrierter Lüftung

Installationsraum für Lüftungskanäle

Furnierschichtholz 33 mm

Dreiseitig verkleidet mit mitteldichter

Installationshohlraum 40 mm

Faserplatte 10 mm

Dreischichtplatte 27 mm Gipslochplatte 12,5 mm, weiss gestrichen

Bodenaufbau von oben: PU-Fliessharz 3 mm Gummimatte 4 mm Verlegespanplatte 22 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 100 x 280 mm/Dämmung 160 mm Dreischichtplatte 27 mm Unterkonstruktion in Brettschichtholz und Stahl

Fassadenschnitt

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Bürobau auf bestehendem Gärtnereigebäude, Uster Die Position der zweigeschossigen, würfelförmigen Büroaufstockung in der Mitte der Gärtnereianlage, hart an der internen Werkstrasse, ist mit Bedacht gewählt. Über dem Sockelbauwerk schwebt der leichte und filigrane Glaswürfel und nimmt mit seiner skulpturalen Ausformung intensiv Bezug auf die gebaute Anlage. Die Reduktion formaler Gestaltungsmittel steigert die Eleganz und verleiht dem Gebäude poetische Präsenz. Die Sorge um eine nachhaltige Entwicklung der Gärtnerei veranlasste die Bauherrschaft, sich mit der betrieblichen Situation eingehend auseinanderzusetzen. Bald schon war klar, dass die in verschiedenen Häusern verstreuten Büroräumlichkeiten konzentriert werden mussten. Dabei galt es aber im Auge zu behalten, dass der Boden in einer Gärtnerei als Produktionsmittel das kostbarste Gut darstellt und infolgedessen haushälterisch damit umzugehen ist. Dies um so mehr, als das Grundstück der Gärtnerei mitten in Uster liegt, was den Boden an sich schon teuer macht. Dies alles und noch mehr musste das Bauprojekt berücksichtigen – bis hin zum Aspekt, dass ein baulicher Zusatz nicht zuviel Schatten auf das Land und die umgebenden Gewächshäuser werfen sollte. Die Synthese aus den gegebenen Parametern legte eine Aufstockung nahe. Die Werkstrasse teilt das Grundstück in zwei Hälften und markiert gleichzeitig den kleinen Geländesprung im Areal. Wie schon die älteren Gebäude wurde der neue Baukubus in

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Leichtbauweise direkt an diese Erschliessungsachse positioniert und auf das bestehende Betriebsgebäude gestellt, das gleichsam als Sockelgeschoss dient. Eine Glashaut in Gewächshaustechnologie überzieht den silberfarben lasierten Holzkubus und führt mit der regelmässigen, zweigeschossigen Rasterteilung ein rationales Instrument für eine feine Differenzierung des Würfels und die Gliederung in geschlossene und offene Wandteile und Fensterflächen ein. Die auf die Eingangszone beschränkte Farbgebung in Rotorange verleiht dem Gebäude poetische Spannung. Sie findet im inneren Erschliessungsbereich eine Fortsetzung und zieht sich bis zur Dachterrasse weiter. Das neue Bürogebäude wurde als moderner Holzbau vorfabriziert und innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Dach, Wände und Decken sind als Hohlkastenelemente ausgebildet und im Bereich der Gebäudehülle gedämmt. Die inneren Oberflächen sind mit sichtbaren, weiss lasierten Dreischichtplatten ausgeführt, welche gleichzeitig die innere Beplankung aller Hohlkastenelemente bilden, also auch die statische Aussteifung der Wandelemente und die Zugkräfte im Dach und in den Decken übernehmen. Die Böden sind mit Holzfaserdämmplatten von 40 mm ausgelegt und dienen als horizontale Verteilebene für die Elektroinstallationen. Bodenverlegeplatten bilden die Unterlage für den einheitlichen Linoleumboden. Die Wandelemente sind aussen mit silberfarben lasiertem OSB geschosshoch beplankt.

Eine Durchlüftungsschicht von 80 mm und eine vorgehängte Fassadenbekleidung aus Einscheibensicherheitsglas umfassen den diffusionsoffen konstruierten Baukörper und setzen die konzeptionelle Grundhaltung konstruktiv konsequent um. Das zeigt sich auch im belüfteten Flachdachaufbau und der sichtbaren Abhebung des neuen Kubus vom bestehenden Gärtnereigebäude. Die klimatische Feuertaufe erlebte das Bürogebäude gleich im heissen Sommer 2003. Dank konsequentem Einsatz der vorgehängten Sonnenschutzbahnen liess sich der Überhitzung vorbeugen. Aussergewöhnliche Stimmungen bietet das Objekt bei unbeständigem Wetter, weil die Veränderungen unmittelbar erlebbar sind. Nachts leuchtet der Glaskubus wie eine Laterne im Zentrum der Gärtnerei.


Dachaufbau von oben: Extensivbegrünung 1 Lage Polymer-Bitumenbahn vollflächig geklebt 1 Lage Polymer-Bitumenbahn lose Dreischichtplatte 27 mm Hinterlüftung 120 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 60 x 200 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm, weiss lasiert

Wandaufbau von aussen: Gewächshausverglasung, Aluprofil mit Gummiabdichtung Einfachsicherheitsglas/IV-Glas bei den Fensterteilen Hinterlüftung 80 mm Wandelemente: OSB 22 mm, gestrichen mit offenporiger Alu-Beizfarbe Rippen 60 x 160 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm, weiss lasiert

Deckenaufbau von oben: Linoleum Verlegespanplatte 25 mm Holzfaserdämmplatte 40 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 60 x 200 mm Dreischichtplatte 27 mm, weiss lasiert

Deckenaufbau von oben: Linoleum Verlegespanplatte 25 mm Holzfaserdämmplatte 40 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 60 x 200 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm Stahlträger 220 mm/Durchlüftungsebene Bitumenbahn repariert und ergänzt Betondach bestehend

Fassadenschnitt

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Ort Werkstrasse, 8610 Uster Bauherrschaft Ryffel – das blumen- und gartenhaus; Inhaber: Thomas Ryffel, Uster Architekten Castellani Melbourne Zumbach Architekten, Aarau Umgebungsgestaltung Ryffel + Ryffel, Landschaftsarchitekten BSLA/SIA, Uster Bauingenieur Buchmann Partner AG, Uster Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Wey Modulbau AG, Villmergen Materialien Konstruktionsholz: Vollholz 13 m3, Brettschichtholz 10 m3, Rahmenbaukanteln 7 m3; Platten: Dreischichtplatten 27 mm 770 m2, OSB-3 22 mm 390 m2 Geschossfläche SIA 416 290 m2 Hauptnutzfläche SIA 416 245 m2 Gebäudevolumen SIA 416 1000 m3 Erstellungskosten (BKP 1–5) CHF 715 000.– (inkl. Sockelgebäude) Baukosten (BKP 2) CHF 575 000.– Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 575.– Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 864.– (nur Aufstockung) Bauzeit Vorbereitungsarbeiten Oktober–Dezember 2002, Aufstockung Januar–März 2003, davon 3 Wochen Holzbau Fotografie Brigitte Lattmann, Aarau Quelle Holzbulletin 78/2006

Längsschnitt

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10 m

Querschnitt


Erdgeschoss

Obergeschoss

Dach

113


Totalsanierung einer Siedlung mit Aufstockungen, Zürich Die Siedlung Irchel in Zürich, Bestandteil einer 1973 vom damaligen Stadtbaumeister erstellten Arealüberbauung zwischen Möhrli- und Langensteinenstrasse, liegt auf einem parkartigen, abfallenden Areal. Die Überbauung setzt sich aus vier Gruppen mit je drei Gebäudevolumen zusammen, die um einen zentralen, eigenständigen Erschliessungskern angeordnet sind. Durch den gegenseitigen Versatz der vier Gruppen bleibt im Innern der Anlage Raum für eine grosszügige Grünfläche. Sanierungsbedarf in der gesamten Siedlung, eine Ausnutzungsreserve von rund 4000 m2 sowie die Umnutzung des von der Stadt Zürich erworbenen ehemaligen Personalhauses des benachbarten Altersheims lösten die Projektierung für dieses Bauvorhaben aus. Die meist nur ein Zimmer umfassenden Wohnungen sollten zu grösseren Einheiten zusammengelegt und heutigen Standards angepasst werden. Ein- und zweigeschossige Aufstockungen sowie ein viergeschossiger Erweiterungsanbau sollten zusätzlichen Wohnraum schaffen. Das ganze Vorhaben wurde in drei Etappen realisiert. Die erste Etappe mit 34 der am Ende 140 um- und neugebauten, altersgerechten Wohnungen wurde im November 2004 bezogen. Diese erste Baugruppe umfasst neu zwei Einzimmer-, elf Zweizimmer-, 18 Zweieinhalbzimmer- sowie drei Dreieinhalbzimmer-Wohnungen, einen Mehrzweckraum, ein Pflegebad und das Spitexbüro. Die neu konzipierten Wohnungen wurden unter Beibehaltung der Altbaustatik in der Regel

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durch den Zusammenschluss von jeweils zwei Rasterbreiten geschaffen. Alle Wohnungen weisen zudem räumliche Durchlässigkeit auf. Mit der Positionierung von freistehenden oder mobilen Kastenelementen sowie von grossen Wandschiebeelementen ist die Nutzungsflexibilität zwischen den Bereichen Schlafen, Wohnen/Essen und Küche gegeben. Das architektonische Konzept sieht drei Stossrichtungen vor: Erstens werden die drei meist unterschiedlichen Gebäudehöhen innerhalb einer Gruppe vereinheitlicht. Zweitens soll nur eine architektonische Aufstockungsthematisierung bestehen. Drittens sollen die neuen Laubengänge der Aufstockungen in der gleichen durchgehenden Ebene wie diejenigen der Altbauten erhöht werden. Die Vereinheitlichung der Gebäudehöhen ist eine Neuinterpretation des ursprünglichen, durch die Parkidee geprägten Gestaltungskonzepts und schafft einen dichteren, städtischeren Massstab. Mit dem nur balkonseitigen Rückversatz der neuen Aufbauten wird ein eigenständiger architektonischer Ausdruck gewählt. Ein neuer Massstab der Gebäude und der Aussenräume wird eingeführt, ohne der bestehenden Anlage den Respekt aufzukündigen. Es kommt weder zu einer Angleichung der beiden Bauzeitpunkte noch zum Verfliessen des Neuen mit dem Bestehenden. Die Aufstockung und der viergeschossige Erweiterungsbau Süd werden in vorfabrizierten Holzelementen realisiert. Als Verkleidung der Frontseiten mit den Balkonen und der beiden Seitenfassaden kommen vertikale Zedern-

lamellen zum Einsatz. Sie unterstützen das Bild der leichten Aufbauten und werden mit einem lasierenden Anstrich vorvergraut. Mit dieser Unfarbigkeit des später silbergrau verwitternden Holzes beziehungsweise mit der Unterdrückung der Holzanmutung wird bewusst eine gewisse Einheitlichkeit innerhalb der einzelnen Gebäudetrakte gesucht. Die Fassadengestaltung auf der Rückseite führt durch die Erweiterung der Laubengänge in der Vertikalen mit einem einheitlich hellen Grauton zu einer Verbindung der alten und neuen Bauteile. Jede der vier Gebäudegruppen der Gesamtüberbauung soll ihre eigene Farbidentität haben (Rot, Orange, Grün, Gelb). Sie wird im Bereich der Loggien von bestehenden beziehungsweise von Aufstokkungsgeschossen, an den Wohnungstüren und für die Hausnumerierung angewendet. Die Aufbauten und der Erweiterungsbau bestehen aus grossformatigen Holzrahmenbauelementen, was eine hohe Ausführungsqualität und eine kurze Montagezeit ermöglichte. Die Wände sind innen zweischichtig mit OSB und mit Gipsplatten bekleidet. Als Fassadenbekleidung sind dreiseitig die vertikalen Zedernlamellen angebracht, im Bereich der Laubengänge sind es verputzte, zementgebundene Sandwichplatten. Für die Decken und das Dach kamen Hohlkastenelemente mit sichtbaren Dreischichtplatten zur Anwendung. Die unteren Platten der Deckenelemente ermöglichen mit der Dicke von 50 mm auch die Einhaltung des geforderten Feuerwiderstandes von 60 Minuten.


3. Obergeschoss

15 m

Querschnitt durch Trakt A2

Querschnitt durch Trakt A3

Querschnitt durch Trakt A1

Gruppe A

1. Bauetappe 2004

Gruppe B

3. Bauetappe 2006/2007

Gruppe C

2. Bauetappe 2005/2006

Gruppe D

2. Bauetappe 2005/2006

A1 A3

A2

Situation Gesamt端berbauung und Bauetappen

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Ort Möhrlistrasse 108 + 110 und Letzistrasse 23 a + 23 b, 8006 Zürich Bauherrschaft Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW) Architekten Hansjoerg Straub + Gert Kleffel, dipl. Architekten ETH/SIA, Zürich Bauingenieur Heyer Kaufmann Partner, Zürich Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau, 1. Bauetappe Renggli AG, Holzbau, Schötz Materialien, 1. Bauetappe Rahmenbaukanteln und Brettschichtholz 71 m3; Platten: Dreischichtplatten 27 mm 1063 m2, mehrschichtige Massivholzplatten 70 mm 293 m2, OSB 15 mm 1280 m2, Gipskartonplatten 12,5 mm 261 m2, Gipsfaserplatten 15 mm 1547 m2; Latten 7423 m; Dämmung Mineralwolle 346 m3; Fassadenbekleidung: zementgebundene, glasfaserbewehrte Sandwichplatte 15 mm 583 m2, Zedernlamellen 1128 m2 Baukosten (BKP 2), 1. Bauetappe CHF 6,3 Mio. Gebäudegrundfläche SIA 416, 1. Bauetappe ca. 980 m2 Geschossfläche SIA 416, 1. Bauetappe 2675 m2 (ohne Aussenwände/Loggien) Bauzeit 1. Bauetappe: Januar–November 2004, 2. Bauetappe: November 2005–November 2006, 3. Bauetappe: Dezember 2006–Dezember 2007 Fotografie Christian Schwager, Winterthur Quelle Holzbulletin 78/2006

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Dachaufbau von aussen: Extensivbegrünung Abdichtung Polymerbitumen zweilagig 10 mm Dämmung Mineralwolle 60–150 mm Notdach/Dampfsperre Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 60 x 180 mm/Mineralwolle Dampfsperre Dreischichtplatte 27 mm Deckenaufbau in Aufstockung von oben: Parkett 10 mm Zementunterlagsboden 80 mm Trittschalldämmung 15 mm Trittschalldämmung/Installationsschicht 25 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 40 mm Rippen 60 x 180 mm/Dämmung Dreischichtplatte 50 mm Bodenaufbau Balkonbereich von oben: Holzrost Douglasie 30 mm Lattung konisch 20–50 mm Gummiunterlagen Dichtung Polymerbitumen zweilagig 10 mm Dämmung Perlite-Schüttung 30–60 mm

Fassadenschnitt vertikal bei Loggia

Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 12,5 mm Installationsebene 50 mm/Mineralwolle OSB 25 mm Ständer 60 x 180 mm/Mineralwolle Gipsfaserplatte 15 mm Lattung vertikal 60 mm Lattung horizontal 30 mm Zedernlamellen vertikal 27 x 33 mm, behandelt mit Weathering Stain Aussenbekleidung bei den Balkonen: Dreischichtplatte 20 mm, gestrichen Fassadenschnitt horizontal bei Loggia

Aufbau Innenwand: Gipsfaserplatte 12,5 mm Ständer 100 mm/Mineralwolle 80 mm Gipsfaserplatte 12,5 mm Aufbau Wohnungstrennwand: Gipsfaserplatte 2 x 12,5 mm Ständer 80 mm/Mineralwolle Mineralwolle 20 mm Ständer 80 mm/Mineralwolle Gipsfaserplatte 2 x 12,5 mm

Detail Aufhängung Deckenelement bei Loggia: Die Deckenelemente sind mittels Stahlwinkeln und Bauschrauben an die Wandelemente angehängt. Die Rahmenbaukanteln sind bei diesen Wänden mit dem OSB statisch verleimt.

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Brettschichtholzträger 100 x 340 mm über Hartholzsattel auf Stützen abgestellt Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 12,5 mm Installationsebene 50 mm/ Mineralwolle OSB 25 mm Ständer 60 x 180 mm/ 1,60 Meter Auskragung bei den

Mineralwolle

Laubengängen: Die Tragrichtung

Gipsfaserplatte 15 mm

wechselt innerhalb der Decken- und

Fassadenbahn

Dachelemente. In diesem Übergang

Lattung vertikal 30 mm

ist eine Brettschichtholzrippe mit

Zementgebundene, glasfaser-

180 x 180 mm Querschnitt als

bewehrte Sandwichplatte 15 mm

Unterzug in die Elemente integriert,

Verputz

welcher die Lasten seitlich auf Stützen in den Wohnungstrenn-

Brettschichtholzträger

wänden ableitet.

160 x 340 mm über Hartholzsattel auf Stützen abgestellt Beim Trakt A3 wurde bei den Laubengängen die gesamte Aussenwand vom Erdgeschoss her neu erstellt. Im Bauteil integrierte HEA-Träger übernehmen im Bereich des bestehenden Baus die Lastübertragung der Auskragung.

Fassadenschnitt vertikal bei Laubengängen

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Wassersportzentrum Lido, Rapperswil Der Kanuklub Rapperswil-Jona (KCRJ) und der Ruderklub Rapperswil-Jona (RCRJ) hatten Bedarf an neuer Infrastruktur: Das bisherige Bootshaus des KCRJ platzte aus allen Nähten, und die Garderoben und sanitären Anlagen hatten dringend eine Erneuerung nötig. Beim RCRJ waren die Bootslager zu klein, Garderoben und Duschen gar nicht vorhanden. Auf der Grundlage eines Sportstättenkonzeptes von Rapperswil-Jona ergab sich der Lido als neuer Standort für den Kanu- und Rudersport. Das neue Wassersportzentrum fängt die Poesie dieses Ortes ein, bildet ein stimmiges, selbstverständliches Ensemble, an das sich der Nutzer wie der Passant gerne erinnert. Zum See fällt der zweigeschossige Baukörper ab, tritt zum Strandweg möglichst niedrig in Erscheinung, verneigt sich vor der Natur und ihrer Schönheit. Gegenüber der Eishalle hebt er sich als baulicher Gegenpol. Die Bootshallen und der allgemeine Bereich sind als zwei gegenläufige, sich wie Eisschollen überschiebende Keile ausgebildet. Der Baukörper soll als dynamische Skulptur wahrgenommen werden, in der sich die dem Kanu- und Rudersport innewohnende Kraft und Eleganz spiegeln. Die charakteristischen Längsfassaden öffnen sich in Anlehnung an die Bewegungen der Ruder und Paddel. Dies gibt dem Gebäude neben den nach aussen geneigten Wänden sein unverwechselbares Aussehen. Die vor den Fenstern durchlaufenden Holzlamellen verbergen die dahinterliegenden Fenster und lassen das Gebäude als kompakten Körper erscheinen. Der skulpturale Ausdruck wird damit verstärkt. Gleichzeitig schützen sie die empfindlichen Boote vor direkter Sonneneinstrahlung. Die Aussenfassade ist mit einer unbehandelten, offenen Lärchenschalung bekleidet. Nach Süden und Norden ist sie aufgefächert, nach Osten und Westen sowie bei den Terrassen konventionell mit Abstand

zwischen den Brettern ausgeführt. Die Schrägdächer deckt eine Stehfalzdeckung in TecuZinn. Im Laufe der Zeit gleichen sich beide Materialien farblich an und bilden eine harmonische Einheit. Der Besucher betritt das Wassersportzentrum über das dunkel gehaltene, künstlich belichtete Treppenhaus und wird im Obergeschoss von der Helligkeit des durchgehenden Erschliessungskorridors überrascht. Auf der einen Seite bietet sich der Blick über die Sportanlagen, gefiltert durch die durchlaufende Fassade, auf der anderen Seite das Schauspiel der Natur. Sämtliche Umkleiden und Nebenräume sind entlang der Nordfassade aufgereiht. Vom Verwaltungsbereich bietet sich der beste Überblick über den Hafen- und Einwasserbereich der Boote. Der stets offene, durch grosszügige Schiebetore abgetrennte Klubraum öffnet sich über eine Terrasse zum See und lädt zum Verweilen ein. Die integrierte Klub-Bar ist als eigenständiger Körper konzipiert und wirkt als Raum im Raum. Gleich daneben, nach Westen orientiert, liegt der voll ausgestattete Kraftraum. Im Erdgeschoss sind neben WCs und Trockenraum zwei getrennte Bootslagerhallen eingerichtet. Infolge des schlechten Baugrundes steht das Gebäude auf Pfählen, über welchen Riegel in Beton ausgeführt sind. Der Hallenboden besteht aus einer 400 mm starken Kiesschicht und einem bituminösen Belag von 40 mm. Die Holzrahmenbauweise ist die primäre Konstruktionsweise für die vertikale und horizontale Lastabtragung. Die Ausnahme bilden drei fünfschichtige Massivholzplatten im Format von rund 3000 x 3000 x120 mm, welche zwischen den grossflächigen Toren in der Ostfassade die horizontale Aussteifung aus den Geschossdecken und die vertikale Lastabtragung aus den Unterzügen übernehmen. Die Wand, welche die beiden Lagerhallen im Erdgeschoss unterteilt, ist brandabschnitt-

bildend mit 30 Minuten Feuerwiderstand. Zwei Stützenreihen mit Unterzügen verringern zudem die Stützweiten der Deckenelemente. Die Dach- und Deckenelemente sind als gedämmte Hohlkastenelemente mit Beplankungen aus Dreischichtplatten, unten jeweils sichtbar, aufgebaut und über die entsprechenden Schubverbindungen zu Dach- und Bodenscheiben ausgebildet. Im Bereich des Treppenhauses und des Korridors sind die Wand- und Dachelemente mit zementgebundenen, fertig lasierten Spanplatten nichtbrennbar verkleidet. Die Bodenbeläge sind den Nutzungen angepasst: In den Nasszellen und Garderoben kommt Feinsteinzeug und im Kraftraum Gummigranulat zum Einsatz; im Klubraum, Büro, Ruheraum und Korridor ist der Zementunterlagsboden farbig versiegelt.

Situation


Querschnitt

Längsschnitt

10 m

Detail aussteifende Platten zwischen den Toren: Fünfschichtige Massivholzplatten von 120 mm Dicke übertragen die Aussteifungskräfte zwischen den Toren von den Deckenplatten in die Streifenfundamente. Die schubfeste Verbindung zur Deckenplatte erfolgt über einen Balken von 120 x 120 mm, welcher mit der Decke verschraubt und mit der Fünfschichtplatte verleimt ist. Zwei Schlitzbleche von 8 mm Stärke, über Passbolzen mit der Massivholzplatte verbunden, übertragen die Kräfte in ein Stahlprofil, welches über eine Ankerplatte mit dem Fundament verschraubt ist.

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Erdgeschoss

Obergeschoss

Ort Gaswerkstrasse, Ecke Strandweg, 8640 Rapperswil Bauherrschaft Rohbau: Stadt Rapperswil und Gemeinde Jona; Ausbau: Kanuklub Rapperswil-Jona (293 Mitglieder) und Ruderklub Rapperswil-Jona (130 Mitglieder) Architekten Roskothen Architekten GmbH, Rapperswil Bauingenieur Tschupp & Diolaiuti, Wolfhausen Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Schäfer Holzbautechnik AG, Dottikon Materialien Rahmenbaukanteln und Brettschichtholz 125 m3; Platten: OSB 1445 m2, Dreischichtplatten 27 mm 2100 m2, diffusionsoffene Hartfaserplatten 310 m2, Holzfaserdämmplatten 620 m2, zementgebundene Spanplatten 18 mm 260 m2; Schalung 27 mm 880 m2; Fassadenbekleidung: Lärche 40 x 160 mm 320 m2, Lärche 20 x 160 mm 460 m2 Baukosten (BKP 1–9) CHF 1,75 Mio. Baukosten (BKP 2) CHF 1,55 Mio. Grundstücksfläche SIA 416 2140 m2 Geschossfläche SIA 416 1520 m2 (ohne Terrasse) Gebäudevolumen SIA 416 5455 m3 Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 284.– Bauzeit März–Oktober 2005 Fotografie Frank Roskothen, Rapperswil Quelle Holzbulletin 79/2006

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Dachaufbau von aussen: Stehfalzdeckung Tecu-Zinn Schalung 27 mm Lattung 100 mm/Hinterlüftung Unterdachbahn Holzfaserdämmplatten 35 mm Rippenplatten: Rippen 80 x 240 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm Aufbau Aussenwand von innen im Obergeschoss: OSB 15 mm Ständer 60 x 160 mm/Dämmung Diffusionsoffene Hartfaserplatten 15 mm Wetterschutzfolie Lattung 80 mm Lärchenschalung 40 x 160 mm, gefächert Deckenaufbau von oben: Bodenbelag Zementunterlagsboden 65–80 mm Trennlage Trittschalldämmung 30 mm Hohlkastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Detailschnitt

Rippen 80 x 280 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm Aufbau Aussenwand von innen im Erdgeschoss: Ständer 60 x 160 mm OSB 15 mm Wetterschutzfolie Lattung 80 mm Lärchenschalung 40 x 160 mm, gefächert

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Sport- und Freizeitpark, Greifensee Das Sportzentrum wurde in den achtziger Jahren für die Mitarbeiter der Migros Greifensee erstellt. 1987 wurde das Zentrum öffentlich zugänglich gemacht und mit den drei Standbeinen Sportpark, Fitnesspark und Family-Park neu positioniert. Die gesamte äussere Erscheinung des Parks und insbesondere das sanierungsbedürftige Schwimmbecken vor dem Hauptgebäude wurden ab Frühjahr 2004 überarbeitet. Das alte Schwimmbecken wurde durch ein attraktives Freibad mit biologischer Wasseraufbereitung ersetzt. Die Anlage besteht aus einem Schwimm- und Badeteich von zusammen 1000 m2 sowie einem Regenerationsteich von ebenfalls 1000 m2, der komplett bepflanzt wird. Westlich dieser Wasserflächen ist der Spiel- und Liegebereich angeschlossen. Der Spielbereich umfasst den Wasserspielplatz mit Kleinkinderplanschbecken von rund 100 m2 Fläche und Geräten sowie Tischtennistische. Eine grosszügige Rasenfläche mit teilweise lockerem Baumbestand spannt sich zwischen den Tennisanlagen und der Partywiese bis fast zum Waldrand im Westen auf. Die Fläche ist sanft modelliert und an ihren Rändern räumlich unterschiedlich stark gefasst. Geschnittene Hecken werden von Baumgruppen umspielt; stellenweise verläuft der Zaun mit niedriger Hecke und ermöglicht Ein- und Ausblicke. Umlaufend wird der Weg neu so geführt, dass sich ein Spaziergang vom Haupteingang durch die Parkanlage um das Freibad zurück zur Aussenterrasse des Restaurants anbietet

und die Gesamtanlage durchlässig erscheint. Der Badebereich ist in weiten Teilen von Holzrosten eingefasst, die sowohl Verbindungsfunktionen haben als auch Aufenthaltsflächen bilden. Die Gestaltung orientiert sich an Uferbereichen und Steganlagen von natürlichen Badegewässern. Aus diesem Grund wurde Holz als Baustoff gewählt. Die Holzroste bieten auch bei hohen Aussentemperaturen eine angenehme Oberfläche zum Sonnenbaden und sind barfuss angenehm zu begehen. Die Unterkonstruktion in Lärchenvollholz weist Querschnitte von 120 x 200 mm auf. Diese Balken lagern auf Betonriegeln und sind zur Lagesicherung befestigt. Die Balken sind oben mit einem Blechprofil abgedeckt, worauf wiederum ein Gummistreifen zur Reduktion der Gehgeräusche aufgeklebt ist. Über diese Konstruktion sind die Roste in Douglasie lose verlegt; die Bretter sind von unten mit Latten verschraubt. Stahlwinkel halten stirnseitig der Roste die Abschlussbretter und ermöglichen gleichzeitig eine verdeckte Lagesicherung auf den Betonriegeln. Deckel und Aussparungen für Revisionszwecke und Reparaturen sind in die Rostauflagen unauffällig integriert.

Detail Steg zwischen Bade- und Regenerationsteich: Bretter in Douglasie 30 x 120 mm über Latten 45 x 50 mm von unten zu Rosten verschraubt Abdeckung mittels Blechprofil mit aufgeklebten Gummistreifen über Latten 30 x 60 mm Balken in Lärche 120 x 200 mm

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Ort Grossried, 8606 Greifensee Bauherrschaft Genossenschaft Migros, Zürich Architektur Voelki Partner AG, Zürich Landschaftsarchitektur Schweingruber Zulauf, Zürich Planung Naturbad Dipl. Ing. Grafinger, Bergkirchen (D) Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Holzbau Bächi Holzbau AG, Embrach Kosten Gesamtanlage CHF 3,7 Mio. Grundstücksfläche 28 000 m2 Materialien Douglasie und Lärche 35 m3 Bauzeit März 2004–Juni 2006 (Gesamtmassnahmen), März 2004–Juni 2005 (Badebereich) Fotografie Schweingruber Zulauf, Zürich Quelle Holzbulletin 84/2007 Situation

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Weitere Referenzobjekte Einfamilienhäuser/EFH-Siedlungen

Schulhäuser und Kindergärten

Einfamilienhaus A. Andermatt, Kirchdorf (1993) B. Begun /M. Müller, dipl. Architekten ETH, Bern

Freies Gymnasium, Nauen, Deutschland (1995) Bernhard Bühlmann, Architekturbüro, St. Gallen

Einfamilienhaus Ackermann, Lenzburg (1996–1997) A. Benguerel, dipl. Architekt ETH, London

Erweiterung Schulanlage, Abtwil (1996–1997) Viktor Langenegger, Architekt ETH/SIA, Muri

Wohnsiedlung Rebmoos, Brugg (1997–1998) Architheke, dipl. Architekten HTL/ETH/SIA, Brugg

Erweiterung Schulanlage, Islisberg (1999) Viktor Langenegger, Architekt ETH/SIA, Muri

Wohnsiedlung Bachstrasse, Suhr (1998) Zimmermann Architekten ETH/SIA, Aarau

Erweiterung Schulhaus Aeschrain, Knonau (2000–2001) Hertig Nötzli Wagner Architekten, Aarau

Ferienhaus Chalet Pralonzet, Zinal (1999) Hemmi Fayet Architekten, Zürich

Kindergarten, Sarmenstorf (2000–2001) Furter Eppler Stirnemann Architekten, Baden

Wohnhaus Bucher-Isler, Rüschlikon (2001–2002) Voelki Nüesch Architekten, Zürich

Erweiterung Schulhaus Lachenzelg, Zürich (2000) A.D.P. Architektur und Planung, Zürich

Überbauung Galmisbach, Rüttenen (2006–2008) Felber & Szélpal Architekten, Solothurn

Schulanlage Bodenacker, Brugg (2003–2004) Schader Hegnauer Ammann Architekten AG, Zürich Kreisschulhaus Gäu, Neuendorf (2003–2004) A + P Architekten, Egerkingen

Mehrfamilienhäuser/Wohnbauten Mehrfamilienhaus Hasenacker, Männedorf (1996) Wyrsch, Dalbert Architektengemeinschaft, Zürich Mehrfamilienhaus am Park, Turgi (1999) Vollenweider + Vettori Architekten, Zürich Mehrfamilienhaus Sunny Woods, Zürich (1999–2001) Kämpfen, Büro für Architektur, Zürich Dreifamilienhaus Kind Garlatti, Küsnacht (2000) Burkhalter + Sumi, dipl. Architekten ETH/BSA/SIA/SWB, Zürich Wohnsiedlung Bachmatt, Schwyz (2001–2002) Metron AG, Architektur & Raumentwicklung, Brugg

Sprachheilschule und Kinderkrippe, Lenzburg (2004–2005) Wiederkehr Architekten, Lenzburg Kindergarten Schlössli, Schafisheim (2004–2005) Spörri & Partner AG Architekten, Rupperswil Schulanlage Gallenbüel, Aeugst am Albis (2005–2006) Bernhard Stierli, Architekturbüro, Affoltern am Albis Schulhaus Sursee, Sursee (2007–2009) Burkard Meyer Architekten, Baden Schulhaus Eichmatt, Cham-Hünenberg (2007–2009) Bünzli & Courvoisier Architekten, Zürich

Mehrfamilienhaus Simmen, Brugg (2000–2006) Architektengemeinschaft 4 GmbH, Aarau

Öffentliche Bauten

Wohnüberbauung Maienzugstrasse, Aarau (2003–2004) Zimmermann Architekten ETH/SIA, Aarau

Wohnhaus/Beschäftigungstrakt, Gontenschwil (1993–1995) Tognola + Stahel + Partner Ullmann Architekten BSA/SIA/SWB, Windisch

Wohnüberbauung Rebgässli, Allschwil (2004–2006) Crispin Amrein + Ruth Giger, dipl. Architekten HTL, Basel

Doppelturnhalle, Seengen (1997) Viktor Langenegger, Architekt, Muri

Neubau Mehrfamilienhäuser Mattweg, Littau (2005–2006) Lischer Partner Architekten Planer, Luzern

Trainingshalle, Suhr (1998–1999) Widmer + König, Architekten, Suhr

Mehrfamilienhaus Gubser, Steinhausen (2006) Scheitlin Syfrig + Partner Architekten AG, Luzern

Multi-Service-Komplexe, Center Expo 2000, Hannover, Deutschland (1999) Pergola-Team GmbH & Co. KG i. GR., Langenhagen, Deutschland

Überbauung Duchli, Davos (2005–2008) Giubbini + Partner, dipl. Architekten, Bonaduz Überbauung Papageno, Binningen (2006) Abt Architekten AG, Binningen Wohnüberbauung Eulachhof, Winterthur (2007) GlassX AG, Zürich Neubau REFH Rebbergstrasse, Ennetbaden (2007) Blunschi Etter Müller Architekten, Baden

Modulhotel, Davos (2000) Bauart Architekten, Bern Pavillon da Scuder, Savognin (2000–2001) Uffer Holzbau, Savognin Ausstellungsraum, Schloss Hallwil, Hallwil (2001–2003) Tognola + Stahel + Partner Ullmann Architekten BSA/SIA/SWB, Windisch Medizinpavillon Paul-Scherrer-Institut PSI, Villigen (2003–2004) Metron AG, Architektur & Raumentwicklung, Brugg Kinder- und Jugendförderungszentrum Passepartout, Moosseedorf (2005–2006) Aardeplan Architekten, Zug

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Werkheim ‹Heuwies›, Reinach (2005–2006) Frei Architekten, Aarau Sporthalle Grossmatt, Kirchberg (2005–2006) Arn + Partner AG Architekten, Münchenbuchsee Mehrzweckhalle, Murgenthal (2006–2007) Hertig Noetzli Wagner Architekten, Aarau

Brandschutzberatungen Erweiterung Hotel Zürichberg, Zürich (1993) Burkhalter + Sumi, Architekten ETH / BSA / SIA / SWB, Zürich Ausstellungshalle und Büro, Bründler AG, Ebikon (1994) Steiner Jucker Blumer, Ingenieurbüro, Herisau Wohnüberbauung Kanon, Aarau (1996) Architektengemeinschaft R. Egger / B. Hermann, Architekten HTL, Aarau

Gewerbe- und Industriebauten Betriebsgebäude Flück, Wangen (1993–1994) Atelier Urbane AG für Bauplanung, Zürich

Rheuma- und Rehabilitationsklinik, Schinznach-Bad (1996) Tognola Stahel + Ullmann, Architekten SIA SWB, Windisch

Produktionshalle Hüsser, Bremgarten (1996–1997) U. Hüsser Holzleimbau, Bremgarten

Neubau Mitnahme-Möbelhaus Avanti, Suhr (1997) Fugazza Steinmann und Partner, Dipl. Architekten ETH / SIA AG, Wettingen

Produktionshalle Druckerei Schumacher, Muri (2004–2005) Daniel Schumacher, Architekt, Kriens

Renovation Vordere Vorstadt, Aarau (1997) Ernst + Niklaus, Architekten ETH, Aarau

Feuerwehrhof, Möriken (2004–2005) Fugazza Steinmann & Partner AG Architekten, Wettingen

Fachhochschule Bahnhof Nord, St. Gallen (ab 2004) giuliani.hönger architekten, Zürich

Betriebsgebäude PSI, Villigen (2006) Liechti Graf Zumsteg Architekten, Brugg

Neubau Prime Tower mit Annexbauen, Zürich (ab 2004) Gigon / Guyer, Architekten, Zürich

Produktionshalle Ramseier, Grenchen (2006) Urs Willen/Heinz Sägesser/team K Architekten, Burgdorf

Eisstadion Davos, Sanierung Nordtribüne, Davos (2005) Landschaft Davos Gemeinde Bayer Partner AG Architekten, St. Gallen

Brücken, Türme, Gartenanlagen, Sonderbauten

Nuovo Centro Sociosantario Valmaggese, Cevio (ab 2005) Lands Architetture, Lugano

Fussgängersteg Sihlwald, Horgen/Oberrieden (1997) Huber + Steiger GmbH und Atelier für Raum + Produktgestaltung, Zürich

Toni-Areal, Zürich (ab 2005) EM2N Mathias Müller / Daniel Niggli Architekten AG ETH / SIA / BSA, Zürich

Holzrost Parkanlage Oerliker Park, Zürich (1997–2000) POP Planungsgemeinschaft Oerliker Park, c/o Zulauf + Partner Landschaftsarchitekten, Baden

1. Bauetappe Von-Roll-Areal für Universität Bern, Bern (ab 2005) giuliani.hönger architekten, Zürich

Fussgängersteg, Bözen (1998) Makiol + Wiederkehr, dipl. Holzbau-Ing. HTL/SISH, Beinwil am See

Gebäude FutureCom, Verkehrshaus der Schweiz, Luzern (ab 2006) Gigon / Guyer, Architekten, Zürich

Aussichtsturm Gurten (1998–2000) Büro B Architekten und Planer, Bern

Löwenbräu-Areal, Zürich (ab 2006) ARGE Löwenbräu-Areal Gigon / Guyer – Atelier WW, Zürich

Erweiterung Friedhof, Holzskulptur, Neuenhof (2001) Stöckli, Kienast & Koeppel Landschaftsarchitekten AG, Wettingen

Gebäude ‹platform› Maagareal, Zürich (ab 2007) Gigon / Guyer, Architekten, Zürich

Kantonsstrassenbrücke über die Aare Vogelsang–Lauffohr (Bauprojekt 2003–2004) Wiederkehr Architekten, dipl. Architekten ETH/SIA, Lenzburg

WestLink, Gebäude B2/B3, Altstetten (ab 2007) Birchmeier Uhlmann Architekten GmbH und Park Architekten AG, beide Zürich

Kantonsstrassenbrücke Hirzenmattbach, Umfahrung Zufikon (Bauprojekt 2004–2005) Stöckli, Kienast & Koeppel Landschaftsarchitekten AG, Wettingen Fussgänger- und Fahrradbrücke, Lenggenbach (2003–2004) Makiol + Wiederkehr, dipl. Holzbau-Ing. HTL/SISH, Beinwil am See Aussichtsturm für Vogelschutzverein Klingnauerstausee, Möhlin (2005) Makiol + Wiederkehr, dipl. Holzbau-Ing. HTL/SISH, Beinwil am See Überführung Horen, Aarau–Küttigen (2007) Makiol + Wiederkehr, dipl. Holzbau-Ing. HTL/SISH, Beinwil am See, und Zimmermann Architekten, Aarau

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Biographien *1965 1982–1987 1987–1991

1990–1991 1991 seit 1992 Lehraufträge 1993–1995 seit 1995

Peter Makiol aufgewachsen in Thunstetten Berufslehre und praktische Tätigkeit als Zimmermann Studium als Holzbauingenieur an der Schweizerischen Ingenieur- und Fachschule für die Holzwirtschaft (SISH), Biel Praktikum bei Fritz Allenbach, Ingenieurbüro für Holzbau, Frutigen Diplomarbeit ‹Projektierung der Eissporthalle in Kandersteg› Ingenieurbüro für Holzbau mit Reinhard Wiederkehr

Lehrauftrag am Institut für technische Ausbildung ITA, Zürich Lehrauftrag an der Schweizerischen Bauschule Aarau, Unterentfelden

*1966 1982–1987 1987–1991

1990–1991 1991 1992 seit 1992

Lehraufträge seit 1992 1993–2005

Reinhard Wiederkehr aufgewachsen in Beinwil am See Berufslehre und praktische Tätigkeit als Zimmermann Studium als Holzbauingenieur an der Schweizerischen Ingenieur- und Fachschule für die Holzwirtschaft (SISH), Biel Praktikum im Technischen Dienst der Lignum, Zürich Diplomarbeit zum Thema ‹Brandschutz im Holzbau› Diplom als Zimmermeister Ingenieurbüro für Holzbau mit Peter Makiol

Lehrauftrag an der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, Biel Lehrauftrag an der Schweizerischen Bauschule Aarau, Unterentfelden

Mitarbeit in Fachkommissionen • Projektgruppe ‹Schallschutz›, Lignum, Zürich • Projektgruppe ‹Ausbildung 2005›, Holzbau Schweiz, Zürich • Projektpartner ‹Hohlkastenelemente als Tragkonstruktion für Dächer›, Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau, Biel • Fortbildungskurs Norm SIA 265 Holzbau

Mitarbeit in Fachkommissionen • SIA 183 ‹Brandschutz im Hochbau›, Zürich • Kommission ‹Innovation›, Holzbau Schweiz, Zürich • DGfH FA 3.5 ‹Brandschutz›, München • Fachausschuss ‹Brandschutz und Holz›, Lignum/VKF/SIA, Zürich • CRB, Projekt crbox Holzbau, Zürich • European Network ‹Fire Safe Use of Wood›, Helsinki

Verbandstätigkeit seit 1992 Mitglied STE – Swiss Timber Engineers, Verband Schweizerischer Holzingenieure, Zürich seit 1992 Mitglied Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich seit 2004 Schweizer Nationalkomitee FEANi/WFEO

Verbandstätigkeit 1991–1998 Vorstand STE – Swiss Timber Engineers, Verband Schweizerischer Holzingenieure, Zürich 1992–1997 Präsident STE 1999–2005 Revisor SAH – Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung, Zürich seit 2000 Delegierter Einzelmitglieder der Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich seit 2003 Vorstand Pro Holz Aargau, Unterentfelden seit 2003 Zentralvorstand Swiss Engineering STV, Zürich seit 2004 Schweizer Nationalkomitee FEANi/WFEO

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seit 1995 Stefan Schlegel (*1968), Zimmermann, Bauführer SBA, Techniker TS Holzbau, dipl. Zimmermeister seit 1998 Kurt von Felten (*1973), Zimmermann, dipl. Bauingenieur HTL seit 2000 Beat Bart (*1972), Zimmermann, dipl. Holzbauingenieur HTL/SISH seit 2004 Raphael Greder (*1980), Zimmermann, dipl. Holzingenieur FH, Vertiefungsrichtung Holzbau seit 2005 Dominik Graber (*1977), Zimmermann, Bauführer SBA, Techniker TS Holzbau seit 2005 Marina Wyss (*1986), dipl. Kauffrau seit 2007 Christoph Blättler (*1970), Zimmermann, Bauführer SBA, Techniker TS Holzbau

Ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Andreas Wermuth, Ronald Kunz, Felicitas Wiederkehr, Rita Favetto, Stephan Bühler, Roland Fähndrich, Yvonne Grob, Martin Adam

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Ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten Markus Reichenbach, Stefan Zöllig, Pirmin Jung, Andreas Dietz, Markus Warnecke, Serguei Grigoriev, Joachim Nörr, Philipp Nückles, Mareike Vogel


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22

© 2007 Bundesamt für Landestopografie. Alle Rechte vorbehalten

14

13 7

16

1

Aufstockung Gewerbehaus, Lenzburg

Seite 6

19

Wohnüberbauung ‹Ziegelwies›, Altendorf

Seite 65

2

Büro- und Lagergebäude, Alpnach-Dorf

Seite 8

20

Umbau und Aufstockung Gewerbehaus, Aarau

Seite 69

3

Zimmerei, Niederlenz

Seite 10

21

Sanierung und Erweiterung Bezirksschulhaus, Unterkulm

Seite 73

4

Interkantonale Försterschule, Lyss

Seite 12

22

Zeitgemässe Ersatzneubauten in der Heimstätte, Bärau

Seite 76

5

Wohnhaus Guggerstrasse, Zollikon

Seite 16

23

Alters- und Pflegeheim ‹Steinfeld›, Suhr

Seite 80

6

Überbauung Espenwald, St. Gallen

Seite 20

24

‹’s Vreneli› – Alterszentrum Pfrundhaus, Glarus

Seite 84

7

Stiftung Bellevue, Marsens

Seite 24

25

Wohnüberbauung ‹Pianoforte›, Wettingen

Seite 89

8

Um-, Auf- und Neubau, Oberrieden

Seite 26

26

Wohnüberbauung ‹Balance›, Wallisellen

Seite 92

9

Aufstockung Primarschule, Ennetbaden

Seite 30

27

Wohnüberbauung Hegianwandweg, Zürich

Seite 94

10

Feuerwehrgebäude, Eiken

Seite 33

28

Neubau Produktionshalle Hector Egger, Langenthal

Seite 99

11

Granatenbaumgut, Schaffhausen

Seite 36

29

Bürotrakt und Unterstand für Reisecars, Laufen

Seite 102

12

Anbau Küche mit Terrasse, Winterthur

Seite 41

30

Halle Ost der Kistenfabrik, Merenschwand

Seite 104

13

‹Onoma›, Arteplage Yverdon der Expo.02

Seite 44

31

Umbau und Aufstockung Sulzer-Konzernleitungsgebäude, Winterthur

Seite 106

14

‹Smallhouse›

Seite 48

32

Bürobau auf bestehendem Gärtnereigebäude, Uster

Seite 110

15

Modulares Schulhaus ‹Zürich-Modular›

Seite 52

33

Totalsanierung einer Siedlung mit Aufstockungen, Zürich

Seite 114

16

Pavillon im Park des Stockalperpalastes, Brig

Seite 55

34

Wassersportzentrum Lido, Rapperswil

Seite 119

17

Neubau Renggli-Bürogebäude, Sursee

Seite 58

35

Sport- und Freizeitpark, Greifensee

Seite 124

18

Einfamilienhäuser Friedrich-Oser-Strasse, Basel

Seite 62

Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See

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Impressum Konstruieren mit Holz 1992–2007 Makiol + Wiederkehr Holzbauingenieure Dokumentierte Objekte aus dem Holzbulletin

Seit bald 30 Jahren publiziert das Holzbulletin der Lignum Bauwerke, viermal jährlich und in zwei sprachgetrennten Ausgaben in Deutsch und Französisch. Das Holzbulletin kann für sich in Anspruch nehmen, den Holzbau in der Schweiz übersichtlich und fachlich herausragend zu dokumentieren. Es thematisiert Bauten für Wohnen, Arbeit und Produktion, Schulbauten, Brücken, Bauerneuerungen usw., ist also umfassend und immer aktuell. Wenn nun das Ingenieurbüro Makiol + Wiederkehr seine über die Jahre erschienenen Bauwerke, an denen es beteiligt war, in einem Sonderband herausgibt, wird klar, dass das Holzbulletin ein einzigartiges baufachliches Zeitdokument darstellt. Dabei stehen alleine sachbezogene Informationen zu den einzelnen Werken im Vordergrund. Es handelt sich hier um 35 Bauwerke, an denen das Büro mit wesentlichen Beiträgen und bezüglich Ingenieurarbeiten federführend beteiligt war. Die Publikation zeigt die ganze Breite des Schaffens des Büros und gleichzeitig die ebenso breit angelegte Palette der im Holzbulletin der Lignum behandelten Themen. Es wirft zudem ein Licht auf den technisch-gestalterischen Fortschritt des Holzbaus während der letzten 15 Jahre – einer Zeitspanne, die klar den Sprung einer althergebrachten Bauweise in die Moderne umfasst und später als bedeutungsvoll in die Geschichte der Holzbautechnik eingehen wird. Die Objektdarstellungen folgen den Publikationen im Holzbulletin der Lignum. Sie sind als Zeitdokumente weitestgehend in der Form ihres Erscheinungszeitpunktes belassen.

Herausgeber Makiol + Wiederkehr Industriestrasse 9 5712 Beinwil am See Verlag Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Konzept und Texte Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Charles von Büren, Bern Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Gestaltung BN Graphics, Zürich Druck Kalt-Zehnder-Druck AG, Zug Die Darstellungen beruhen auf den Angaben der am Bau beteiligten Firmen. Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten verbleiben bei den jeweiligen Architekten. Erschienen im Januar 2008 ISBN-13 978-3-906703-20-6


Konstruieren mit Holz, 1992–2007  

Makiol + Wiederkehr, Holzbauingenieure

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