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Lignatec Innenbekleidungen

2.1.4 Nichttragende Beplankungen In vielen Fällen haben die Innbekleidungen keine Tragfunktionen zu übernehmen. Wenn die Tragstruktur des Gebäudes autonom funktioniert, können solche Bekleidungen einfach ausgewechselt oder entfernt werden.

2.2

Tragsicherheit und Gebrauchstauglichkeit von aussteifenden Scheiben

2.2.1 Wirkungsweise Bei Hochbauten ist die Verwendung aussteifender Scheiben in Decken und Wänden eine wirtschaftliche und wirksame Massnahme, um das Gebäude zu stabilisieren und horizontale Lasten in die Fundamente abzuleiten. Dach- und Deckenscheiben tragen die horizontalen Lasten zu den Wandscheiben, welche diese dann in die Fundationen bzw. in den Boden abtragen (Figur 9). Die Decken- und Dachscheiben wirken statisch wie liegende Träger, die bei den Wandscheiben aufgelagert sind. Die Wandscheiben wirken wie im Boden eingespannte Kragarme. Holzrahmen allein können keine Horizontalkräfte H aufnehmen (Figur 10). Die gewünschte Scheibenwirkung zur Abtragung horizontaler Kräfte entsteht erst mit der Beplankung, die üblicherweise aus Holzwerkstoff- oder Gipsfaserplatten besteht und ein- oder beidseitig auf die Konstruktionshölzer genagelt, geschraubt oder geklammert wird. Dreischichtplatten, Grobspanplatten oder Sperrhölzer können auch mit dem Holzrahmen statisch verleimt werden. Dieser starre Verbund ergibt Scheiben mit hoher Steifigkeit.

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Ähnlich wie beim Holzrahmen verhält es sich bei der Brettstapelbauweise. Bei gängigen Vernagelungs- oder Verdübelungsdichten sind Brettstapelwände oder -decken nicht in der Lage, grössere Horizontalkräfte aufzunehmen, oder dies allenfalls nur verbunden mit zu grossen Deformationen. Deshalb müssen aussteifende Wände oder Decken in Brettstapelbauweise in der Regel beplankt (verkleidet) werden. Die Beplankung dient zur Aufnahme der Querkräfte und wird anstelle von Streben und Diagonalen eingesetzt. Für die Querkraftübertragung ist wichtig, dass die Platten an den Rändern ausreichend verschraubt, vernagelt oder allenfalls verleimt sind. Zur Aufnahme der Biegemomente sind die Scheiben mit entsprechenden Gurtungen zu versehen. Diese Gurtungen müssen, falls sie infolge Elementierung unterbrochen sind, bei den Elementstössen kraftschlüssig miteinander verbunden werden. 2.2.2 Tragsicherheit Der Tragwiderstand von Scheiben ist mit abgesicherten Tragmodellen oder Versuchen zu bestimmen. Die Modellbildung ist abhängig vom Verhalten der Verbindung zwischen dem Konstruktionsholz und der Beplankung. Holzrahmen mit aufgeleimten Beplankungen werden wie Stegträger berechnet und bemessen (Norm SIA 265, Holzbau [5], Ziffer 5.3.4).

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6 Rahmenbauweise

Figur 9: Lastabtragung horizontaler Lasten im Hochbau 1 aussteifende Deckenscheiben 2 aussteifende Wandscheiben 3 statisches Modell 4 horizontale Lasten (Einwirkungen) 5 innere Kräfte (Auswirkungen) 6 Auflagerreaktionen

Brettstapelbauweise

Figur 10: Wandverformung infolge Horizontalkraft H bei fehlender Beplankung

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