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Glossar Abgehängte Decke Konstruktionssystem zur Aufnahme von Werkleitungen (z. B. Strom, Wasser, IT) und zur Erbringung bauphysikalischer Leistungen im Bereich des Schallschutzes, der Wärmedämmung und des Brandschutzes. Bauteil mit aussteifender Funktion Das Bauteil ist Bestandteil der Tragstruktur eines Gebäudes. Es dient insbesondere zur Stabilisierung einer Tragstruktur und zur Abtragung von horizontalen Lasten, zum Beispiel durch Wind oder Erdbeben. Bauteil mit feuerwiderstandsfähiger Funktion Als Bauteile gelten alle Teile eines Bauwerks, an deren Feuerwiderstand Anforderungen gestellt werden. Massgebend ist insbesondere die Feuerwiderstandsdauer bezüglich der Kriterien Tragfähigkeit (R), Raumabschluss (E) und Wärmedämmung (I). Bauteil mit tragender Funktion Das Bauteil ist Bestandteil der Tragstruktur eines Gebäudes. Es wird statisch beansprucht und hilft mit, Lasten in die Fundamente abzutragen. Bauteil mit nichttragender Funktion Das Bauteil hat primär raumabschliessende oder dekorative Funktion. Es ist nicht Bestandteil der Tragstruktur eines Gebäudes. Es muss nur sich selbst tragen. Biegeweiche Vorsatzschale Bekleidung mit möglichst hohem Flächengewicht, die jedoch dünn ist, eine hohe Koinzidenzfrequenz (über 200 Hz) aufweist und akustisch entkoppelt montiert wird. Der Hohlraum hinter der biegeweichen Vorsatzschale wird mit Faserdämmstoff gedämpft. Brandkennziffer BKZ Die Brandkennziffer gibt Auskunft über die Klassierung eines Baustoffes. Massgebend sind das Brandverhalten (Brennbarkeitsgrad 1 bis 6) und das Qualmverhalten (Qualmgrad 1 bis 3). Fichtenholz beispielsweise weist die BKZ 4.3 auf, zusammengesetzt aus dem Brennbarkeitsgrad 4 (mittel brennbar) und dem Qualmgrad 3 (schwache Qualmbildung). Dampfbremse Bauteilschicht, welche die Aufgabe hat, die Wasserdampfdiffusion durch das Bauteil zu verringern. Sie wird gekennzeichnet durch ihren Diffusionswiderstand Z oder durch ihre diffusionsäquivalente Luftschichtdicke s. Die Dampfbremse übernimmt oft auch die Funktion

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der Luftdichtigkeitsschicht: Die Bahnenstösse sind dann zu verkleben, und die Dampfbremse/Luftdichtigkeitsschicht ist an angrenzende und durchdringende Bauteile warmseitig luftdicht anzuschliessen. Federbügel Zur Verbesserung des Schalldämmvermögens von Bauteilen werden dünne, schwere Vorsatzschalen (z. B. aus Gipsfaser- oder Gipskartonplatten) biegeweich mittels Federbügeln, Federschienen, Akustikschwinghängern, Justierschwingbügeln o. ä. montiert, und der Hohlraum wird mit Faserdämmstoff bedämpft. Man spricht dann von einer biegeweichen Vorsatzschale, z. B. vor einer einschaligen Wand oder unter einer Holzbalkendecke. Fugenbild Durch die Anordnung der Fugen wird eine gestalterische Qualität erzeugt. Fugen können durch ihre konstruktive Ausbildung optisch hervorgehoben und betont werden, oder sie werden schlicht und zurückhaltend eingesetzt. Innenbekleidung (Synonym für Innenverkleidung) Raumseitiger Abschluss von Wand- und Deckenkonstruktionen, im Holzbau meist aus holz- und gipsbasierten Werkstoffen ausgeführt. Sie erfüllen in erster Linie bauphysikalische, konstruktive, statische und gestalterische Funktionen. Luftdichtigkeitsschicht Platte oder Folie, welche warmseitig der Konstruktion die Luftdichtigkeit gewährleistet und so Konvektionskondensat (Durchfeuchtung), Zugluft, erhöhte Lüftungswärmeverluste u. ä. verhindert. Luftdichter Anschluss Anschluss der Luftdichtigkeitsschicht bei angrenzenden und durchdringenden Bauteilen mit Klebebändern, Dichtungsbändern, dauerelastischen Kittfugen u. ä. Stossausbildungen Zur Verbindung von platten- und stabförmigen Produkten stehen unterschiedliche Konstruktionstechniken zur Verfügung. Nut- und Kammverbindung, stumpfer Stoss und Fasen sind gebräuchliche Ausführungen. Sie unterscheiden sich in der Art des verbindenden Materials wie z. B. Massivholz, Sperrholz und Leim und haben unterschiedliche optische Wirkungen. Unterkonstruktion Die Unterkonstruktion ist die Konstruktion, auf welcher das betrachtete Bauteil oder -element befestigt wird.

Normen, Literatur [1] Norm SIA 180: Wärme- und Feuchteschutz im Hochbau (1999), Zürich

[13] ZHW/SVGG: Gipstrockenbau, Planung und Ausführung (2005), Winterthur

[2] Norm SIA 181: Schallschutz im Hochbau (1988), Zürich. Ausgabe 2006 ab Juni 2006 in Kraft

[14] Lignatec, Lignum-Dokumentation Brandschutz: Bauten in Holz – Brandschutz-Anforderungen (2005), Zürich

[3] Norm SIA 260: Grundlagen der Projektierung von Tragwerken (2003), Zürich

[15] Lignatec, Lignum-Dokumentation Brandschutz: Bauteile in Holz – Feuerwiderstandsdauer 30 und 60 Minuten (2005), Zürich

[4] Norm SIA 261: Einwirkungen auf Tragwerke (2003), Zürich

[16] Manara, Jochen: Wärmeschutz im Sommer mit PCM-Platten, in SAH-Tagungsband Gebäudehüllen in Holz (2004), Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für Holzforschung, Dübendorf

[5] Norm SIA 265: Holzbau (2003), Zürich [6] Norm SIA 265/1: Holzbau – Ergänzende Festlegungen (2003), Zürich. Zur Zeit in Überarbeitung [7] Norm SIA 118/265: Allgemeine Bedingungen für Holzbau (2004), Zürich [8] SIA/Lignum-Dokumentation 83: Brandschutz im Holzbau (1997), Zürich [9] SIA/Lignum-Dokumentation D 0195: Holzbau. Bemessungsbeispiele zur Norm SIA 265 (2003), Zürich [10] Alsmaker, T.: Aussteifende Scheiben, in STEP 1, Arbeitsgemeinschaft Holz e. V. (1995), Düsseldorf [11] Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF: Schweizerische Brandschutzvorschriften VKF (2003), Bern [12] Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF: Schweizerisches Brandschutzregister, Bern. Erscheint jährlich

[17] Zweifel, Gerhard und Ragonesi, Marco: Holzbauten – Wärmeschutz im Sommer, in Schweizer Holzbau 7/2002 und 8/2002, AG Verlag Hoch- und Tiefbau, Zürich [18] SN EN 12369-1: Holzwerkstoffe – Charakteristische Werte für die Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – Teil 1: OSB, Spanplatten und Faserplatten (2001), Zürich [19] SN EN 12369-2: Holzwerkstoffe – Charakteristische Werte für die Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – Teil 2: Sperrholz (2004), Zürich [20] DIN 1052: Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken – Allgemeine Bemessungsregeln und Bemessungsregeln für den Holzbau (2004), Berlin

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Innenbekleidungen  

Bei der Anwendung von Plattenmaterialien als Innenbekleidung geschehen häufig Fehler, oft in der Planung, vor allem aber bei der Verarbeitun...

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