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Holzbulletin 132/2019 Modulbauweise Temporäre Wohn- und Gewerbesiedlung Fogo Ost, Zürich-Altstetten Revier Mountain Lodge, Lenzerheide Temporäre Erweiterung Schule Champagne, Biel Asylunterkunft Rigot, Genf Wohnhaus für Studierende, Hamburg Gymnasium Frankfurt Nord Temporärer Modulbau Lattich, St. Gallen

Spannende Durch- und Ausblicke: Die unterschiedlich ausgerichteten Module der temporären Wohn- und Gewerbesiedlung Fogo Ost in Zürich-Altstetten schaffen in ihrer differenzierten Farbigkeit ein gemischt genutztes Raumkontinuum zum Leben und Arbeiten. Architektur: Hoffmannfontana Architekturen gmbh, Zürich


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1  Die Gesamtform entwickelt sich aus der unterschiedlichen Stapelung der Module: Der Wohnkomplex 79&Park in Stockholm. Architektur Bjarke Ingels Group BIG. Foto Laurian Ghinitoiu 2–3  Woodie, das Wohnhaus für Studierende in Hamburg: Die Fertigung der Module in der Halle und das Versetzen auf der Baustelle. Fotos zvg (2) und Primus Developments GmbH/Senectus GmbH, Bild Götz Wrage (3) 4 Quadrin: Das Modul als standardisiertes Produkt für den vielfältigen Einsatz. Foto Uffer AG

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Holz und Modulbauweise sind ein ideales Paar Das 26-stöckige AC Hotel der Marriott-Gruppe, das aktuell in Manhattan realisiert wird, gibt einen Vorgeschmack darauf, wie sich Bauprozesse – unabhängig vom eingesetzten Material – künftig verändern könnten: Die 168 Gästezimmer des von Danny Forster & Architecture konzipierten Hotels werden vollständig vorgefertigt auf die Baustelle geliefert, während parallel dazu öffentliche Bereiche wie Restaurant oder Lobby noch traditionell vor Ort erstellt werden. Neben der Zeitersparnis und damit verbundenen tieferen Kosten, der hohen Präzision in der Fertigung und der Reduktion der Lärm- und Staubemissionen auf der Baustelle zeigt das Beispiel vor allem zwei Dinge: Module lassen sich inklusive Ausstattung wie Mobiliar, Bodenbeläge und sogar Bettwäsche unabhängig vom Standort des Gebäudes überall auf der Welt fertigen – hier geschah dies durch das Unternehmen DMD Modular im polnischen Skawina –, und einem Gebäude sieht man heute nicht mehr zwingend an, dass es modular aufgebaut ist. Für ein Hotel bringt die Modulbauweise aufgrund der systembedingten Doppelwandigkeit sogar einen besseren Schallschutz. Auch der 2018 in Stockholm realisierte Wohnkomplex 79&Park von Bjarke Ingels Group BIG macht deutlich, dass Modularität nicht gleichbedeutend ist mit serieller Wiederholung und stereotyper Addition des Immergleichen. Im Gegenteil: Hier sind die einzelnen Elemente die Basis für eine aussergewöhnliche ar­chi­tek­tonische Idee. Die Module aus Holz, die 3,6 m auf 3,6 m messen und jeweils über eine raumhohe Glasfront verfügen, ordnen sich ringförmig um einen offenen, grünen Park. An der höchsten Stelle des Gebäudes erreichen die versetzt geschichteten Module eine Höhe von 35 m, an der tiefsten Stelle ist das Volumen nur 7 m hoch. So entsteht eine hügel­ artige Gesamtform, die zulässt, dass alle Wohnungen sowohl Aussicht als auch Zugang zu privaten und gemeinsamen Dachterrassen haben. Kamen in der Vergangenheit Modulbauten in erster Linie für Provisorien und Zwischennutzungen in Frage, ist das heute nicht mehr so: Sie eignen sich für alle Bauten, die sich einfach und schnell veränderlichen Bedingungen anpassen müssen. So auch im Fall des neu erstellten Gymnasiums des Kantons Zürich in Uetikon am See. Dieses ist zwar als temporäre Einrichtung für die nächsten zehn Jahre aus­ gelegt, es zeigt aber auch, dass mit dem Modulbau schnell auf sich ändernde Raumbedürf­ nisse reagiert werden kann und sich innert kürzester Zeit gleich eine ganze Kantonsschule für 500 Schülerinnen und Schüler realisieren lässt. Noch 2015 war der Standort für das Gymnasium unbekannt: Die Standortevalua­ tion, die Konzeption eines Baukastensystems für die Schulraummodule und das Planerwahlverfahren für ein geeignetes Generalplaner-

team liefen parallel. Zudem überzeugt das Projekt auch in architektonischer Hinsicht – nicht zuletzt durch das Farbkonzept der Fas­ sade, das mit der Modularität der Volumen spielt und diese auflöst. Das eingangs erwähnte Hotel in New York City zeigt eindrücklich, dass sich mit der Modulbauweise die Bauprozesse und die Art der Zusammenarbeit verändern – unterstützt und angetrieben auch durch die Digitalisierung in der Planung und im Bau. Das in der Presse als ‹schnellstes Mehrfamilienhaus der Schweiz› präsentierte Mehrfamilienhaus in Lenzburg ist quasi die Schweizer Variante davon: Die vorgefertigten Wohnmodule in Holz baute man in wenigen Stunden in eine Stahlkonstruktion ein. Dank drei standardisierten Wohnungs­ typen erlaubt das Konzept, das AXA Investment Managers Schweiz zusammen mit der Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau sowie Renggli AG entwickelt hat, die Basisvariante für weitere Mehrfamilienhäuser in Breite und Höhe zu skalieren. Diese können einerseits in die Jahre gekommene Gebäude schnell und kostengünstig mit einem Neubau im preiswerten Mietsegment ersetzen, andererseits als Übergangswohnungen bei grossen Sanierungen dienen. Darüber hinaus gibt es auch Konzepte, welche das Modul als solches ins Zentrum stellen. Quadrin ist ein standardisiertes Produkt, das die Uffer AG entwickelt hat und das sich ganz unterschiedlich einsetzen lässt: als Haus zum Mitnehmen, als flexible Lösung für temporäre Bauten, als mietbare Variante oder als Basis für grössere Volumen wie die Bever Lodge im Engadin. Auf Badezimmermodule setzte Implenia beim Wohnprojekt Sue & Til: Für die Grossüberbauung wurden die 402 Bäder in Italien fixfertig vorgefertigt. Die je 3,5 Tonnen schweren, in Schutzfolie verpackten Elemente wurden auf dem Areal der früheren Lokschmiede in Winterthur zwischengelagert und konnten bei Bedarf von den Montageteams abgerufen werden. Nach der Anlieferung dauerte das eigentliche Versetzen nur noch 15 Minuten. Dass die Modulbauweise sich für ganz unterschiedliche Nutzungen eignet, belegen die Objekte, die wir für Sie auf den folgenden Seiten versammelt haben. Sie reichen von Schulbauten über Wohnungen für Studierende und Räumen für die Kreativwirtschaft bis zu Hotels. Und sie machen deutlich, dass Holz und Modulbauweise sich ideal ergänzen, denn der Modulbau multipliziert gleichsam die ausgewiesenen Stärken des Holzbaus. Auch im Hinblick auf digitale und sich dadurch verändernde Bauprozesse. Und nicht zuletzt sind es auch architektonisch überzeugende Lösungen. Jutta Glanzmann Technische Kommunikation Lignum

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Temporäre Wohn- und Gewerbesiedlung Fogo Ost, Zürich-Altstetten Fogo Ost ist Teil des Areals am Geerenweg in Zürich, das für die nächsten zwanzig Jahre von der Asyl-Organisation Zürich AOZ und der Stiftung Einfach Wohnen genutzt wird. Eine bestehende Siedlung aus Stahlmodulen wurde mit einer neu geschaf­fenen Mantelkonstruktion aus Holzmodulen zu einem gemischt genutzten Organismus ergänzt, der Integration und öffentlich zugänglichen Raum im Quartier verbindet. Im Sommer 2016 beauftragte die Asyl-Orga­ nisation Zürich AOZ die Architekten Hoffmannfontana, die bestehenden temporären Wohnsiedlungen in Leutschenbach auf das Areal Geerenweg und Aargauerstrasse in ZürichAltstetten zu verlegen. Zum einen mussten die 2009 und 2011 erstellten Stahlcontainer am alten Standort einem städtischen Wohnbauprojekt weichen, zum anderen stand AOZ und der Stiftung Einfach Wohnen mit dem 10 000 m2 grossen Areal am Geerenweg für

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die nächsten zwanzig Jahre eine Baulandre­ serve der Stadt Zürich zur Verfügung. Einzig der bestehende Durchgangsplatz für Fahrende musste erhalten bleiben. Überdies ist das Areal als Ruderalfläche im Inventar der kommunalen Natur- und Landschaftsobjekte verzeichnet und mit Schadstoffen und Neophyten belastet. Durch die Europabrücke, die Aargauerstrasse und die nahe Autobahn ist es zudem stark lärmexponiert. Nach Abschluss der gemeinsamen Projektentwicklung bear­ beitete die Stiftung Einfach Wohnen den west­ lichen Arealteil, während Hoffmannfontana den Arealteil Ost mit der AOZ zu einem neuar­tigen Nutzungsmix mit Ateliers, Gewerbe und temporärem Wohnraum entwickelte. Nach Verhandlungen mit Entsorgung und Recycling Zürich liess sich der Durchgangsplatz gegen Norden verschieben. Indem die Fundamente direkt auf den bestehenden, belasteten Boden aufgelegt werden durften, blieb unterhalb der Module weiterhin Platz für die am

Ort vorhandene Ruderalfauna. Zum anderen musste man keinen umfangreichen Boden­ austausch vornehmen. Der starken Lärmexposition des Areals begegneten die Architekten mit der Idee einer Mantelnutzung aus Atelier-, Gewerbe- und Gastronomieflächen, die als Schallschutz für das Wohnen dienen. Vor allem aber bieten diese einen wichtigen sozialen Mehrwert für das Quartier und die dort lebenden Migrantinnen und Migranten. Gleich­zeitig liess sich so den Wohncontainer wie gewünscht mehr Privatheit als bisher zubilligen. Den Ateliers und Gewerbenutzungen im Mantel ordneten die Architekten individuelle, halbprivate Aussenräume zu. Diese dienen alle auch der Erschliessung, was die Sicht­ barkeit der Nutzer und Nutzerinnen füreinander erhöht: Es entsteht ein Bewegungsnetz mit verschiedenen Möglichkeiten, vom einen zum anderen Ort zu gelangen. Im Gegensatz zur Wohnnutzung, die lediglich von Leutschenbach nach Altstetten verscho-


ben wurde, ist die ummantelnde Bebauung ein Neubau in Holzmodulbauweise, deren Herstellungsweise den Holzmodulbau bewusst an seine technischen Grenzen treibt. Die Auskragungen, Verschiebungen und Verschachtelungen generieren im Rahmen der im Modulbau bestehenden Systemredundanzen möglichst viele individuelle Aussenflächen und lassen ein räumlich spannendes Ganzes entstehen. Das Farbkonzept schreibt den einzelnen Moduloberflächen verschiedene Farbtöne zu und macht so eine schnelle Aneignung der Räume möglich. Das Objekt gilt als Gebäude niedriger Höhe. Alle brandschutztechnisch relevanten Bauteile konnten in EI 30 ausgeführt werden. Für die zentrale Idee – einen Mix von Wohn-, Arbeits-, Ausbildungs- und Freizeitnutzungen im Rahmen einer Vernetzung von Migration und Quartier – setzten die Architekten auf partizipative Planung. So lud man in einer frühen Phase Fachpersonen innovativer Gastro-

nomie- und Freizeitangebote zu Workshops ein, woraus sich die Mischung der Erdgeschossnutzungen kristallisierte. Ein zweiter wichtiger Punkt war die niederschwellige Gestaltung der Aussenräume, insbesondere für Kinder und Jugendliche. Diese gestaltete man zusammen mit dem Gemeinschaftszentrum Grünau unter Einbezug von Kindern und deren Wünschen. Die Kinder durften dabei ihre idealen Spielplätze basteln und aktiv mitarbeiten. Die nun realisierten Anlagen mit Boulderwand, Crossfitanlagen, Wasser- und Abenteuerspielplätzen oder Tunnelrutsche sind das direkte Produkt dieses Prozesses. Drittens verbesserte man die bestehenden Stahlcontainer aufgrund der Erfahrungen der Bewohnerinnen und Bewohner in den Siedlungen Leutschenbach: Im Vordergrund stand dabei der Wunsch der Nutzer, in ‹normalen Häusern› zu wohnen statt in provisorisch anmutenden Stahlcon­ tainern. Situation

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Längsschnitte

20 m

Ort Vulkanplatz, 8048 Zürich-Altstetten Bauherrschaft Asyl-Organisation Zürich AOZ, Zürich Bauherrenvertretung Ettinger Partner AG, Zürich Architektur, Bauleitung, Nutzungskonzept Hoffmannfontana Àrchitekturen gmbh, Zürich Landschaftsarchitekt Laubrausch Landschaftsarchitektur, Glarus Bauingenieur Pöyry Schweiz AG, Zürich Holzbauingenieur Pirmin Jung Schweiz AG, Rain Bauphysik und Akustik Wichser Akustik & Bauphysik AG, Zürich HLKS-Planung Manzano Engineering GmbH, Zürich Elektroingenieur Ruckstuhl Elektroprojekt AG, Rotkreuz Holzmodulbau inkl. Ausführungsplanung Holzmodule KIFA AG, Aadorf Baukosten CHF 8,0 Mio. Grundstücksfläche nach SIA 416 6400 m2 Gebäudegrundfläche nach SIA 416 1500 m2 Geschossfläche nach SIA 416 4000 m2 Gebäudevolumen nach SIA 416 13 100 m3 Bauzeit April 2018 bis Dezember 2018 Aussenraumgestaltung Januar 2019 bis April 2019 Bezug Februar 2019 Fotograf Martin Geyer, Heidelberg (D)

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Erdgeschoss

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1. Obergeschoss

Aufbau Boden von oben nach unten: Bodenbelag 3 mm Gipsfaserplatte 15 mm OSB 18 mm Hauptträger 180/260 mm Nebenträger 60/200 mm, gedämmt mit Mineralwolle SP > 1000 °C 200 mm Holzfaserplatte WLG 037 35 mm Aufbau Decke von oben nach unten: Holzfaserplatte WLG 037 35 mm Hauptträger 180/260 mm Nebenträger 60/200 mm gedämmt mit Glaswolle SP > 1000 °C 200 mm Dreischichtplatte 19 mm

Detailschnitt Fassade

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Revier Mountain Lodge, Lenzerheide Ein Modul gleich ein Zimmer – das 2017 bezogene Hotel in der Lenzerheide vereint die Atmosphäre einer Berghütte mit dem Freiheitsgefühl von Campingferien und der Funktionalität einer Kajüte. Die Modularität ist an den Metallzargen der Panoramafenster zwar ablesbar. Trotzdem fügt sich der Bau­körper als Ganzes in das Ensemble von Berg und See. Das Hotel Revier in der Lenzerheide richtet sich an Gäste, die dem Outdoorsport frönen wollen. Entsprechend ist die Architektur auf das Wesentliche reduziert und vermittelt ein freies Lebensgefühl: Das lange, schmale Gebäude steht an der steilen Geländekante des mächtigen Bergwalds im Hintergrund. Mit zwei leichten Knicken folgt es der Uferlinie des Heidsees. Der Kopfteil im Erdgeschoss des Hotels öffnet sich zur Talstation der Rot­ hornbahn und ist mit Lobby, Bar und Restaurant der Ort, wo man sich trifft. Im massi­ven Erdgeschoss-Sockel liegt auch der gross­ zügige Wintersport- und Bikeraum. Darüber befinden sich vier weitere Stockwerke mit total 96 Zimmern, die sich alle nach Westen zum Wasser hin orientieren. Das Erlebnis mit einem VW-Bus lieferte das Bild für die Gestaltung: Man parkt direkt am See, klappt das Heck auf und fühlt sich frei. Ein grosses Bett, das von Wand zu Wand reicht, ein raumhohes Panoramafenster mit integriertem Lüftungsflügel und eine breite Fensterbank unterstreichen diese Absicht. Das kompakte Bad ist als multifunktionale Box

Querschnitt

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ins Zimmer gestellt. Ein Standardzimmer misst gerade mal 15 m2 Grundfläche. Decken, Böden und Wände sind als Module in Brettsperrholz aus Fichte ausgeführt. Das dafür verwendete Konstruktionsholz ist Tragwerk, Raumtrennung und Oberfläche in einem. Neben den Standardzimmern bietet das Hotel vier barrierefreie und 28 Dreier-Zimmer. Durch das Aneinanderreihen der Zimmer ergibt sich eine Zweischaligkeit, die auch für einen guten Schallschutz sorgt. Verschiedene Details erhöhen die Funktionalität der Räume: Der grosse Heizkörper in einer Nische lässt sich zum Trocknen von Handschuhen und Bekleidung nutzen, es gibt Haken, um sperrige Dinge aufzuhängen, und das Bett dient zum Fernsehen und Chillen auch als Sofa. Eine Klappautomatik vereinfacht zudem das Bettenmachen. Die Serien-Produktion der fixfertig augestatteten Raummodule im Werk ermöglichte eine hohe Ausführungsqualität sowie eine kurze Bau- und Montagezeit vor Ort. Denn die Hotelzimmer wurden in der Werkstatt gefertigt, während parallel dazu die Baumeisterarbeiten erfolgten und man das Erdgeschoss und die Treppenhäuser in Beton realisierte. Dies ist einer der Gründe, weshalb man sich für den Holzbau entschied. Vertikal erfolgt der Lastabtrag über die doppelt geführten Zimmertrennwände. Um die Schallschutzanforderungen einzuhalten, werden die Lasten im Bereich der Geschoss­decken über Kunststofflager übertragen. Die Module der oberen vier Geschosse übergeben die Lasten auf die Stahlbetondecke

über dem Erdgeschoss, wobei sich dort der Tragraster ändert. Für den horizontalen Lastabtrag entwickelte man ein interessantes Konzept: Um zur Verhinderung von Körperschallübertragung eine möglichst hohe Enkoppelung der Bauteile zu erreichen, verzichtete man auf starre Verbindungen zwischen den Modulen. Für die Lastabtragung in Längs­ richtung des Gebäudes liegen die Module im mittleren Bereich zwischen den massiven, lastabtragenden Kernen in Stahlbeton, die äus­ seren Gebäudeteile sind über Vorspann­kabel im Bereich der Geschossdecken an den jewei­ ligen Stahlbetonkern angehängt. Die Druckübertragung erfolgt dabei über schalltrennende Kunststofflager. In Quer­richtung werden die Lasten über die Brettsperrholzplatten der Zimmertrennwände abgetragen. Was den Brandschutz betrifft, sind die sicht­ baren Brettsperrholzplatten in Stärke und Aufbau so ausgelegt, dass die Anforderung von 60 Minuten beim Tragwerk durch Abbrand nachgewiesen ist. Das Äussere des Baukörpers vermittelt eine stringente und schlichte Formensprache: Eine vertikal profilierte Metallverkleidung umgibt den Betonsockel, darüber liegen die vier Geschosse aus Holz mit einer vertikalen Fassadenschalung aus sägerauer, unbehandelter Lärche. Die hervorstehenden Metallzargen betonen die einzelnen Module in der Fassade. Für die Einhaltung der Schutzziele im Bereich der Fassaden dienen horizontale und vertikale Brandschutzmassnahmen.

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Situation mit Erdgeschoss


Obergeschoss

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Decken Zimmer–Zimmer: Teppich Spanplatte 19 mm Spanplatte 19 mm Trittschalldämmung 30 mm Splittschüttung 60 mm Brettsperrholz 5s 100 mm Zwischenraum gedämmt, Mineral­faserdämmung SP > 1000 °C, Rohdichte > 26 kg/m3 Brettsperrholz 3s 60 mm

Decken Korridor–Korridor: Teppich Estrich 90 mm Trittschalldämmung 20 mm Mineralwolle 20 mm Brettsperrholz 5s 160 mm Gipsfaserplatte (BSP 30-RF1) 15 mm Abgehängte Decke 175 mm

Aussenwand zu Korridor: Glasfasertapete Gipsfaserplatte (BSP 30-RF1) 15 mm Grobspanplatte 15 mm Holzständer und Mineralfaserdämmung SP > 1000 °C, Rohdichte > 26 kg/m3 Gipsfaserplatte (BSP 30-RF1) 15 mm Fassadenbahn Lattung vertikal 30 mm Lattung horizontal 30 mm Fassadenschalung, vertikal, Nut und Kamm, Lärche sägerau, naturbelassen

Detailschnitt

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Ort Voa Principala 84, 7078 Lenzerheide Bauherrschaft Fortimo Invest AG, St. Gallen Betreiber Revier Mountain Lodge, Lenzerheide Auftragsart Wettbewerb 2015, 1. Rang Architektur Carlos Martinez Architekten AG, Berneck Bauleitung Baukla Generalunternehmung AG, St. Gallen Bauingenieur Massivbau Plan 4 AG, Lenzerheide Holzbauingenieur Josef Kolb AG, Romanshorn Brandschutzingenieur Josef Kolb AG, Romanshorn Holzbau Kaufmann Bausysteme, Reuthe (A) Materialien Brettsperrholz ca. 950 m3, Balkenschicht- und Brett­ schicht­holz ca. 40 m3, OSB ca. 990 m2, Dreischichtplatten (Regale und Bettkonstruktionen) ca. 60 m3, Lärche sägeroh unbehandelt (Holzfassade) ca. 1700 m2 Grundstücksfläche nach SIA 416 ca. 4200 m2 Gebäudegrundfläche nach SIA 416 ca. 1200 m2 Geschossfläche nach SIA 416 ca. 4100 m2 Gebäudevolumen nach SIA 416 ca. 14 600 m3 Bauzeit 2016/2017 Fotograf Marc Lins, Zürich

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Temporäre Erweiterung Schule Champagne, Biel Die geplante städtebauliche Verdichtung des Quartiers um das ehemalige Fussball­stadion Gurzelen, die den Bau von 500 Wohnungen und einen neuen öffentlichen Platz vorsieht, macht die Erweiterung der Schule Champagne notwendig. In diesem Kontext entschied sich die Stadt Biel für eine provisorische Lösung mit begrenztem Budget, bei der modulare Einheiten zum Einsatz kommen. Dies erlaubt den Rückbau und die erneute Nutzung der Fertigbauelemente für allfällige Erweiterungen anderer städtischer Schulen. Auf dem für die vorgesehene Verdichtung zur Verfügung gestellten Gelände sollen vornehmlich genossenschaftliche Wohnungen entstehen. Die Schulräumlichkeiten müssen deshalb die Fluktuation der Schülerzahlen berücksich­ tigen. Daher soll die provisorische Erweiterung der Schule Champagne – die bereits aus zwei Gebäuden besteht – das unmittelbare Be­ dürfnis nach zusätzlichem Schulraum erfüllen und ist daher an diesem Standort auf eine Nutzungsdauer von acht Jahren ausgelegt.

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Die Architekten entwickelten mit begrenztem Budget eine modulare Konstruktion, welche Pragmatismus und Ästhetik gleichwertig vereint. Entstanden ist ein dreigeschossiger Modulbau (36 x 11 x 10 m), bestehend aus 36 komplett vorfabrizierten Modulen mit acht rund 67 m2 grossen Klassenzimmern, einem rund 90 m2 grossen Multifunktionsraum und weiteren Räumen wie Lehrerzimmer, Schul­ sekretariat, WC-Anlage, Technikraum und Lager. Die beiden Hauptfassaden könnten unterschiedlicher nicht sein: Während die SüdostFassade zum grünen Strassenrand hin komplett verglast ist und mit der spielerischen vertikalen Verschiebung der Hochfenster in den Räumen optimale Lichtverhältnisse schafft, gibt sich die Nordwest-Fassade relativ nüchtern. Hier sind die Eingänge zu den Klassenzimmern auf allen drei Geschossen über selbsttragende Aussentreppen erreichbar. Diese sind gleichzeitig Begegnungsort der Schüler während der Pausen. ‹Wenig Geld – viel Inspiration!› war der Gedanke, der die

Architekten bei der Gestaltung leitete: Die wellenförmigen, überdachten Treppenläufe, die sich an zwei Stellen längs der Fassade kreuzen, ziehen die Blicke auf sich. Das Entwurfskonzept vermittelt dabei für die äusseren Zugänge einen spielerischen Aspekt, durch den – im Gegensatz zur relativen Monotonie der sonst für Gebäude dieser Art verwendeten Fertigmodule – ein überraschender, grafischer Ansatz entsteht. Metallnetze sichern die Treppenanlage anstelle von Geländern. Statische Verbindungen sind entweder gesteckt oder geschraubt. Treppenstufen und Zwischenböden bestehen aus Gitterrosten. Das Dach setzt sich aus einer abgedichteten Dreischichtplatte mit BrandschutzUnterschichtung aus unbrennbaren Zement­ fasern zusammen. Die eigentlichen Module wurden inklusive Aussenhülle und Innenausstattung im Werk des Holzbauers vorfabriziert. Dieses hohe Vorfabrikations-Niveau erlaubte eine deutliche Reduktion der Bauzeit: In nur sechs Wochen konnten die Module ge­ fertigt, geliefert und auf die Metallprofile des


Schraubfundaments montiert werden. Nur weitere vier Tage waren nötig, um die haustechnischen Installationen anzuschliessen. Die gesamte Konstruktion ist einfach zurückzubauen. Aus dem gleichen Grund fiel bei der Heizanlage die Wahl auf eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe. In Bezug auf den Brandschutz ist das Schulhaus als Gebäude geringer Höhe eingestuft. Die Klassenräume sind geschossweise zu jeweils einem Brandabschnitt zusammengefasst. Für die Aussentreppenanlage erarbeitete man eine projektbezogene Lösung, welche die brennbare Fassade und die Aussentreppenanlage mit linearen Holzbauteilen aus Lärchenbrettschichtholz ermöglichte. Auch der Innenausbau lässt sich sehen: Helles Holz für die Decken und Wände, schwarze Fensterrahmen, ein Bodenbelag aus Kugelgarn – der Akustik zuliebe –, nüchterne quadratische Deckenleuchten und eine passende Farbgebung verleihen dem Ganzen eine behagliche Atmosphäre. Situation

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Erdgeschoss

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

Ort Champagneallee 1, 2502 Biel Bauherrschaft Einwohnergemeinde Biel, Direktion Bau, Energie und Umwelt Vertreten durch Abteilung Hochbau, Projektleiter Tobias Grimm Architektur Verve Architekten, Biel, Roman Tschachtli, Sabine Schütz Bauingenieur Emch & Berger, Biel Brandschutzkonzept Josef Kolb AG, Romanshorn Holzbauingenieur Josef Kolb AG, Romanshorn Holzbau Renggli AG, Schötz Materialien 36 Module ca. 350 m3, hauptsächlich aus Brettschichtholz, davon ca. 35 m3 Treppen aus Lärchen-Brettschichtholz, ca. 700 m2 Holzfassade HLK-Planung TP AG, Biel Elektroplanung Bering AG, Biel Bauphysik und Akustik Prona AG, Biel Gebäudefläche 306 m2 Geschossfläche SIA 416 915 m2 Nutzfläche 785 m2 Gebäudevolumen beheizt (ohne Treppen) 2975 m3 Baukosten BKP 1–5 (mit Treppen) CHF 2,34 Mio. exkl. Mwst. Baukosten BKP 2 (mit Treppen) CHF 2,2 Mio. exkl. Mwst. Baukosten BKP 2 (ohne Treppen) CHF 1,93 Mio. exkl. Mwst. Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP2) CHF 650.– exkl. Mwst. Bauzeit Mai bis August 2017 Fotografin Corinne Cuendet, Clarens

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10 m


Aufbau Nordfassade: Brettsperrholzplatte 60 mm Ständer 60 x 180 mm/ Dämmung 0,036 W/mK, ca. 32 kg/m3 Ständer 60 x 80 mm/ Fassadenpapier Hinterlüftung; Lattung/Konterlattung 2 x 27 mm/ Fassadenschalung 21 mm Aufbau Boden: Kugelgarn 5,5 mm Estrichelemente 25 mm Trittschalldämmung 20 mm Beschwerung Gartenplatten, ca. 80 kg/m2, 40 mm Brettsperrholzplatte 40/40/40 mm Installationsraum mit Hohlraumbedämpfung > 50 % 100 mm Brettsperrholzplatte 20/20/20 mm

Dachaufbau Treppe: Dachbleche inkl. Ortsabschlüsse, Farbbehandlung nach RAL Bituminöse Abdichtung Brettsperrholzplatte 60 mm Gipsfaserplatte 15 mm Unterzüge Brettschichtholz (160 x 240) 240 mm Bodenaufbau Treppe: Handlauf, Höhe 850 mm Brüstung Metallnetz 40 x 40 mm, OK 1000 mm Blechprofilrost für Podest und Stufen 50 mm Unterzüge und Aussteifungen Brettschichtholz (160 x 240), farbbehandelt 240 mm Stahlträger RRW 120, feuerverzinkt 120 mm

Detailschnitt

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Asylunterkunft Rigot, Genf Als die Schweiz 2015 auf den verstärkten Zustrom Asylsuchender reagieren musste, setzte der Genfer Kantonsrat dringende Massnahmen für den Bau mehrerer Asylunter­ künfte um. Der Standort Rigot soll 370 Asylsuchende beherbergen. Die 230 Module der beiden je fünfgeschossigen Gebäude bestehen aus lokalen Holzressourcen. Ihre Konzeption erlaubt flexible Zuordnungen von zwei bis acht Zimmern. Das Projekt wurde im Rahmen einer dringenden Massnahme realisiert. Die Nutzung der Gebäude an diesem Standort ist auf ungefähr zehn Jahre begrenzt. Nach Ablauf dieser Frist sollen die Module demontiert und andern­orts wiederaufgebaut werden. Die beiden aus 230 Wohnmodulen bestehenden Gebäude wurden – einander parallel zugewandt – im Parc Rigot an der Avenue de France und in der Verlän­gerung der Opéra des Nations erstellt. Der Standort bietet vorteilhafte Bedingungen für die Realisierung und liegt in unmittelbarer Umgebung der internationalen Organisatio-

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nen. Die gesamte Wohnfläche des Projekts beläuft sich auf 7070 m2, aufgeteilt auf fünf Ebenen. Jedes Modul weist eine Wohnfläche von 30 m2 auf und ist mit Küche sowie privater Nasszelle ausgestattet. Die Wohnungen sind mit offenen Laubengängen zum Hof hin verbunden, der wiederum zum Park und den Familiengärten ausgerichtet ist. Die Wohneinheiten im Erdgeschoss wurden speziell für Personen mit reduzierter Mobilität konzipiert. Dort befinden sich auch die Gemeinschaftsräume für Freizeit und schulische Aktivitäten sowie das Büro des Sozialdienstes. Angesichts der unterschiedlichen HaushaltKonstellationen und deren hoher Rotation erlaubt die Konzeption der vorfabrizierten Module flexible Wohnmöglichkeiten. So sind Kücheneinrichtung und Mobiliar erweiterund kombinierbar und lassen sich mittels verschiedener Brandschutztüren und mobiler Wandpaneele in Wohneinheiten von zwei bis acht Zimmern umwandeln. Das Projekt berücksichtigt die Zielsetzungen für die Einsparung grauer Energie. Der Bau der

Gebäude erfolgte im Rahmen eines Programms zur Nutzung der lokalen Holzressourcen. So bestehen das Fundament aus Lärchen-Pfählen aus Genfer Wäldern und das Streifenfundament aus Jurafichte. Jedes Modul ist mit Brettschichtholz-Elementen aus Schweizer Wäldern vorgefertigt. Die Fassadenverkleidung und das Mobiliar für den Aussenraum wurden mit Eichenholz aus Genfer Wäldern realisiert. Das erforderliche Holzvolumen beschaffte man in enger Zusammenarbeit mit der lokalen holzverarbeitenden Industrie: Förster, Sägereibetriebe, Brettschichtholz-Hersteller, Zim­merei­ betriebe – alle Akteure der Holzbranche haben gemeinsam an diesem Prozess zur Nutzung der lokalen Holzressourcen mitgearbeitet. Mit Ausnahme der Lärchen-Rahmen, welche die Fassade verstärken, trägt das verwendete Holz das Label «Schweizer Holz» (vormals Herkunftszeichen). Die Gebäudestatik ohne Betonkern wird durch die Abdeckung der Module durch Brettschichtholz-Panels gewährleistet, welche die vertikale Last tragen. Die starren Fassaden-Rahmen in


massiver Lärche wiederum gewährleisten die horizon­tale Stabilität. Die Module werden mittels verschraubter Bolzen zusammengefügt. Diese Montageart wird beim kommenden Rückbau die Elemente des Innenausbaus und die Aussenhülle schonen. Die Aufteilung in drei Bauphasen (Fundament/Vorfertigung der Module, Lieferung/Montage sowie Abschlussarbeiten) erlaubte die Realisierung des Projekts innert kürzester Zeit. Aufgrund der von der Bauherrschaft gewünschten maximalen Flexibilität bestehen alle Wän­de aus EI 30-Modulen. Die Verbindungs­türen können von Fall zu Fall geschlossen werden, um eine durchgehende EI 30-Wand zu erhalten. Die Treppenhäuser (zwei pro Gebäude) sind zum Laubengang und der gegenüber­liegenden Fassade hin offen. Die zu mehr als 50 % offenen Laubengänge gelten als Aus­senbereiche und münden in die vertikalen Fluchtwege an den beiden Enden der Gebäude. Obwohl nicht vorgeschrieben, hat die Bauherrschaft Sicherheitsbeleuchtung, Brandmeldeeinrichtungen und Blitzschutzsysteme einbauen lassen.

Das Baukonzept berücksichtigte bereits die Anforderungen an den Rückbau nach Ablauf der bewilligten Nutzungsdauer von zehn Jahren, einschliesslich Recycling der Baumaterialien und Wiederverwendung der Module. Die Trockenbauweise mit vorgefertigten Elementen ohne Beton – mit Ausnahme der vorfabrizierten Böden der Aussengänge – begrenzt die Immissionen auf die unmittelbare Umgebung, und es besteht keine Gefahr für eine Verschmutzung des Oberflächenwassers. Nach Ablauf der Projektdauer lassen sich Bauelemente und Fundament in neuer Konfiguration unter Berücksichtigung der Bedingungen am neuen Standort wiederverwenden.

Situation

50 m

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Ort Av. de France 36, 38 PRO, Petit-Saconnex, 1202 Genf Bauherrschaft Hospice général, Service immobilier, Les Acacias Architektur Acau Architecture SA, Carouge, Genf (Antoine Dellenbach, Darius Golchan, Enric Rovira) Bauleitung Entreprise Générale SA, JPF Construction SA, Bulle Bauingenieur T-ingéniérie, Genf Bauingenieur, Ausführung Thomas Jundt SA, Genf Brandschutzkonzept Bois Initial SA, Morges Holzbauingenieur Charpente Concept SA, Perly-Certoux Holzbauingenieur, Ausführung JPF-Ducret SA, Yverdon-les-Bains Sägewerke Desponds SA, Bulle, Zahnd SA, Rueyres (Fichte); Burgat SA, Saint-Aubin, A+C Corbat SA, Vendlincourt (Eiche) Holzbau JPF-Ducret SA, Bulle et Orges, Dasta Charpente Bois SA, Plan-les-Ouates, Casaï SA, Petit-Lancy Holzlabel Label Schweizer Holz (Modulwände, Decken, Rahmen; Eiche für Fassade und Laubengänge) Grundstücksfläche 5983 m2 Gebäudegrundfläche SIA 416 1848 m2 Geschossfläche SIA 416 7070 m2 Hauptnutzfläche SIA 416 5234 m2 Gebäudevolumen SIA 416 25 760 m3 Anzahl Wohnungen 98 Einheiten für 370 Bewohner/innen, flexibel einteilbar von 2 bis 8 Zimmer Bauzeit Januar 2018 bis Juli 2019 Fotograf Marcel Kultscher, Lausanne

Aufbau Fassade von aussen: Rahmen Brettschichtholz in Lärche GL 32h (horizontale Verstrebungen) Insektenschutzgitter Verkleidung Fassade/Fensterläden Eiche RF2 (25 + 25 mm, 3 sägeraue Flächen und 1 gehobelte Fläche) Lattung/Hinterlüftung 40 mm Regenschutz-Fassadenleiste schwarz Dämmplatten auf Holzfaserbasis 60 mm mit RF1-Aussenschich (λ = 0,041 W/m.K und 145 kg/m3) Mineralwolle als Dämmung 180 mm (λ = 0,032 W/m.K) Brettschichtholzplatten (CLT) 100 mm Lasur weiss RAL 9016 Aufbau Boden: Modul 1 Linoleum (akustisch) Boden Brettsperrholzplatten (CLT) 120 mm Gipsfaserplatte 2 x 15 mm Dämmung Steinwolle 40 mm (λ = 0,033 W/m.K und 60 kg/m3) Modul 2 Temporäre Abdichtung (Bauphase) Gipsfaserplatte 2 x 15 mm Brettsperrholzplatten (CLT) 100 mm / Lasur weiss RAL 9016

Detailschnitt

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8 Einheiten

4 Einheiten

4 Einheiten

6 Einheiten

2 Einheiten

3 Einheiten

5 Einheiten

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Wohnhaus für Studierende, Hamburg Woodie ist das derzeit weltweit grösste Wohnbauprojekt in Holz-Modulbauweise und bietet Microapartments für 371 Studierende. Als Teil eines neuen Wohnquartiers in Hamburg-Wilhelmsburg knüpft es an den experi­ men­tellen Charakter der Internationalen Bauaustellung 2013 an. Die 371 Wohnmodule stapeln sich zu fünf bis sechs Geschossen. Die kammerartige Struktur des Neubaus bezieht sich auf den kleinteiligeren Massstab der Umgebung und schreibt gleichzeitig die städtebauliche Figur der benach­barten Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen entlang einer vielgenutzten Fussweg- und Fahrradverbindung fort. Nachhaltigkeit, Flexibilität und Einfachheit sind weitere Aspekte, welche die Ausgestaltung prägen.

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Nutzung, Funktionsverteilung sowie Konstruktionsprinzipien sind von aussen deutlich ab­lesbar. Das Erdgeschoss und die drei Erschliessungs­ kerne bestehen aus einer konventio­nellen Stahlbetonbauweise mit einer zweiten Schale aus Sichtbetonfertigteilen. Das Erd­geschoss bildet eine Art Betontisch, der im Bereich der kürzeren Querriegel auskragt. Unterhalb der Auskragungen befinden sich vollverglaste Räume für gemeinschaftliche Nutzungen und die Gastronomie. Auf dem Betontisch stapeln sich die 371 Wohnmodule zu fünf bzw. sechs Obergeschossen. Die darunter liegenden Flächen zwischen den Kernen bieten Raum für 400 überdachte Fahrradstellplätze und öffnen den Blick zur Rückseite des Grundstücks. Sichtbeton und Holz bestimmen die Farbig­keit der Baukörper. Alle darüber hinaus

verwendeten Materialien und Komponenten wie Bodenbelag, Steckdosen oder Fenster­ profile setzten sich anthrazitfarben davon ab. Die 20 m2 grossen Apartments wurden ink­lusive ihrer Einbauten komplett aus Brettschichtholz (Fichte) vorgefertigt. Aufwendige Studien und Modelle bildeten die Basis für die Entwicklung und Optimierung der Inneneinrichtung. Dies mit dem Ziel, sowohl den funktionalen Bedürfnissen der Bewohner als auch dem wirtschaftlichen Aspekt der Flächeneffizienz gerecht zu werden. Mit Ausnahme des Bodens aus Naturkautschuk wurden alle Oberflächen holzsichtig belassen. Sie schaffen ein angenehmes und gesundes Raumklima. Die hinterlüftete Vorhangfassade aus vorvergrauter Lärche wurde ebenfalls vorgefertigt, ihre Unterkonstruktion sowie


Situation

sämtliche rundum liegenden Wärme- und SchallDämmschichten bereits an den Modulen vormontiert. Indem man die Elemente der HolzVorhangfassade vor Ort montierte, liessen sich etwaige Toleranzen ausgleichen. Die Dimensionierung der Wohnungstrenn­ wände ist hinsichtlich Brandschutz abbrandgerecht optimiert, um die F90-Anforderung zu erfüllen. Eine Gipskarton-Beplankung entlang der notwendigen Flure schafft die dort geltende F30-Anforderung. Mit den im Brandschutznachweis genehmigten Abweichungen für die Ausbildung der tragenden Wände und Decken in Holz wurde in Hamburg ein Präzedenzfall geschaffen, der eine Änderung in der Landesbauordnung auf den Weg gebracht hat. So ist Hamburg seither das zweite Bundesland, in dem Gebäude bis zu 22 m Höhe/Gebäude-

klasse 5 in Holzbauweise errichtet werden dürfen. Vertikallasten werden über die Längswände der Module abgetragen. Der Abtrag von Horizontallasten erfolgt mittels kraftschlüssiger Anbindung (justierbare Montagewinkel) an die Stahlbeton-Fertigteilflure, welche wiederum an die aussteifenden Kerne aus Stahlbeton anschliessen. Die Module wurden inklusive Inneneinrichtung in Österreich komplett vorgefertigt, auf Lastwagen nach Hamburg transportiert und dann sukzessive vor Ort gestapelt. Abgestimmt auf das maximale Transportmass, das noch ohne Sonder- und Begleitfahrzeug auskommt, optimierte man die Modulgrösse – je zwei Module auf einen Lastzug. Die Erstellung des Gebäudes erfolgte in weniger als einem Jahr Bauzeit, die Mon­ tage der Module selbst in vier Monaten.

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Querschnitt

20 m

universal des

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Erdgeschoss

Regelgeschoss

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7

7

1

2

Hinterlüftete Holzfassade 1 Aluminiumblech 2 mm 2 Holzfenster mit Dreifach Isolierverglasung 3 Fassadenpaneel 26 mm (Lärche, vorvergraut) 4 Hinterlüftungszwischenraum in variierender Stärke (40 bis 120 mm) 5 Wärmedämmung 200 mm (Mineralwolle) 6 Brettschichtholz 125 mm (Fichte) 7 Elementstoss Bodenaufbau: 8 Naturkautschuk 4 mm 9 zwei Lagen Spanplatte zu je 19 mm Stärke 10 Trittschalldämmung 30 mm 11 Splittschüttung 60 mm 12 Brettsperrholzplatte 80 mm

3 4 5 6

3 4 5 8

8

9 10 11 12

7

9 10 11 12

6

7

Detailschnitte Fassaden

Ort Neue Mitte Wilhelmsburg, Hamburg (D) Wettbewerb 1. Preis, 2014 Bauherrschaft Dritte Primus Projekte GmbH, ein Joint-Venture von Primus und Senectus Architektur Sauerbruch Hutton, Berlin (D) Landschaftsarchitektur Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH, Berlin (D) Tragwerksplanung Wetzel & von Seht, Hamburg (D); Merz Kley Partner, Dornbirn (A) Bauphysik Wetzel & von Seht, Hamburg (D) Gebäudetechnik PHA Planungsbüro für haustechnische Anlagen GmbH, Volkmarsen (D) Brandschutz Dekra Automobil GmbH Industrie, Bau und Immobilien, Hamburg (D) Akustik Lärmkontor GmbH, Hamburg (D) Holzbau Kaufmann Bausysteme GmbH, Reuthe (A) Bruttogeschossfläche 13 510 m2 Bauzeit Oktober 2016 bis Oktober 2017 Fotograf Jan Bitter, Berlin (D)

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Gymnasium Frankfurt Nord Wie in vielen Ballungsräumen steigen auch in Frankfurt mit der wachsenden Einwohnerschaft die Schülerzahlen. Um den derzeitigen Bedarf zu decken, müsste Frankfurt jährlich eine Grundschule und ein Gymnasium fertigstellen. Der kurzen Bauzeit wegen heisst die Lösung Modulbauweise. Das mit HolzBeton-Hybridmodulen erstellte Gymnasium Frankfurt Nord erfüllt alle Ansprüche an Raum, Technik und Ästhetik. Ein Ort, an dem man gemeinsam lernt, arbeitet und Freizeit verbringt. Das ist der erklärte Anspruch des im Stadtteil Westhausen ge­le­genen Gymnasiums Frankfurt Nord. In nur neun Monaten Bauzeit für den ersten Bau­ abschnitt und fünf Monaten für den zweiten wurden dazu zwei versetzte Schulgebäude, eine Mensa sowie eine Dreifeld-Sporthalle auf einem waldnahen Areal errichtet. Europas aktuell grösste Schule in Holzmodulbauweise besteht aus 210 Modulen und bietet 1500 Schülerinnen und Schülern einen neuen Lernund Lebensort – als Provisorium, bis ein neuer Standort gefunden ist. Die als Übergangs­ lösung gedachte Anlage bietet dabei alle Qualitäten hinsichtlich Gestaltung, Orientierung

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und Raumklima, welche die Stadt Frankfurt auch von Schul­bauten fordert, die auf Dauerhaftigkeit ausgelegt sind. Neben der differenzierten Gestaltung und der räumlich durchdachten Anordnung der Bau­ volumina sind dafür die bis zu 18 m langen und mindestens zwei Fensterachsen breiten HolzBeton-Hybridmodule der Schulgebäude entscheidend: Sie vereinen die Vorteile des ökologischen Holzbaus mit denen des Massivbaues und ermöglichen einen hohen thermischen und akustischen Komfort. Eine 8 cm dicke Betonschicht im Deckenaufbau gewährt effek­ tiven Schall- und hohen Brandschutz. Gleichzeitig wirkt sie als passive Speichermasse höheren Temperaturschwankungen im Klassen­ raum entgegen. Integrierte Heiz-Kühl-Deckenpaneele bieten zudem ein individuell einstellbares Raumklima zu allen Jahreszeiten. Auch räumlich überzeugt das Ensemble: Gegen Osten, wo die Schulbusse ankommen, öffnet sich das Schulgelände mit einer breiten, von Grün flankierten Freitreppe. Dieser folgt ein Vorplatz, den das Neben- und das zurückgesetzte Hauptgebäude umschliessen. Ein breiter und lichter Eingang empfängt hier die Schülerinnen und Schüler und gibt durch den gegen-

überliegenden, zweiten Eingang den Blick frei auf das Mensagebäude und die Sporthallen. Die zwei Schulgebäude selbst sind als Dreibund organisiert. In der Mittelzone befinden sich zudienende Räume für Technik oder Lager sowie ein begrüntes Atrium, das Tageslicht ins Innere bringt. Daran angrenzend liegen Räume für Lehrervorbereitung oder Schülerarbeit. Die eigentlichen Klassenzimmer liegen zwischen den Erschliessungszonen und der Aussenfassade. Diese zeigt sich mit raumhohen Fenstern in einem strengen Raster, der die flexible Moduleinteilung unterstützt. Sie besteht aus einer vorvergrauten Holzverkleidung, die Fensterlaibungen sind aus Aluminium. Im Inneren ist das Fichtenholz der Module sichtbar belassen – die Wände sind allerdings weiss lasiert und wo notwendig mit akustischen Elementen ergänzt. Farb­ akzente setzen die orange-, grün- oder anthrazitfar­benen Linoleumböden. Das für das Gymnasium Frankfurt Nord verwendete, industriell vorgefertigte Holzmodul ermöglicht eine hohe Flexibilität. Gewünschte Raumgrössen lassen sich über eine unterschiedlich grosse Anzahl an Modulen erreichen, wobei die Anschlüsse zwischen den


Modulen kaum erkennbar sind. Die Module selbst wurden aus bis zu 18 m langen und 2,80 m breiten Holzrahmenbauelmenten hergestellt, deren Holz aus dem Südschwarzwald stammt. Die grossen Formate beschleunigen die Fertigung. Die Decken wurden mittels einem von Erne entwickelten Holz-Beton-Verbundsystem hergestellt. Das geringe Gewicht und die hohe Zugfestigkeit von Holz verbinden sich mit der Druckfestigkeit und der Masse von Beton zu einem optimierten Tragelement. Die aufeinander gestapelten drei Geschosse bei den Schulgebäuden bereiteten keinerlei statische Schwierigkeit. Wenn das Gymnasium, das mit einem dritten Bauabschnitt für total 2000 Schülerinnen und Schüler erweiterbar ist, einmal ausgezogen ist, sollen die Bauten als Ausweichquartier für andere Schulen dienen. Dass das gewählte Vorgehen ein Erfolgsrezept ist, zeigt das noch grössere Nachfolgeprojekt Schulcampus Westend in Frankfurt, das mit 350 Holz­ modulen aktuell realisiert wird.

Situation

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Erdgeschoss

20 m

Standort Stadtteil Westhausen, Frankfurt am Main (D) Bauherrschaft Stadt Frankfurt, Amt für Bau und Immobilien Architektur Arbeitsgemeinschaft Raumwerk, Frankfurt (D) & Spreen Architekten, München (D) Landschaftsarchitektur Pfrommer + Roeder Freie Landschaftsarchitekten BDLA IFLA, Stuttgart (D) Systementwicklung und Totalunternehmung Holz-Hybridbau Erne AG Holzbau, Laufenburg Baukosten DIN 276, KGR (Kostengruppen) 300 + 400, EUR 24,7 Mio. Leistung Leistungsphasen nach HOAI 1–8 Fläche 12 300 m2 BGF Planungs- und Bauzeit April 2016 – August 2018 Fotograf Thomas Koculak, Mörfelden-Walldorf (D)

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Dachaufbau mit oberster Decke: extensive Begrünung 70 mm Kiesrand 40 mm Vlies/Rieselschutz Elastomerbitumen Gefällsdämmung 160 – 300 mm, 2 % Dampfsperre, vollflächig verklebt Beton C25/30 80 mm, Balken Fi/Ta GL 24 h, 200 x 300 mm Abgehängte Decke 60 mm Zwischendecken mit Bodenaufbau: Linoleum 2,5 mm/PVC Kalziumsulfatestrich 60 mm Trittschalldämmung (EPS) 20 mm Dreischichtplatte 40 mm Mineralwolle 40 mm, BKZ 6q.3 Beton C25/30 80 mm, Balken Fi/Ta GL 24 h, 200 x 300 mm Abgehängte Decke 60 mm Aussenwand: Gipsfaserplatte 15 mm Ständer Fi/Ta, C24, 60 x 280 mm Mineralwolle, 18 kg/m3, 2 x 140 mm Dampfbremse Dreischichtplatte, Decklage vertikal, 19 mm Fassade: Fassadenbahn schwarz, UV-beständig Profillamelle Weisstanne sägerau (vorvergraut), 40/70 mm Lattung Fi/Ta (schwarz), C24, 20 x 60 mm Lattung Fi/Ta (schwarz), C24, 20 x 60 mm oder Profillamelle Weisstanne sägerau (vorvergraut), 22/75, 100, 150 mm Lattung Fi/Ta (schwarz), C24, 20 x 60 mm Lattung Fi/Ta (schwarz), C24, 40 x 68 mm

Detailschnitt

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Temporärer Modulbau Lattich, St. Gallen Raum für Kleinunternehmen im flexiblen Baukastensystem – das bietet der dreigeschos­ sige Bau, der sich aus 48 Modulen zusammensetzt und die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre das Gebiet rund um den St. Galler Güterbahnhof nutzt. Die Fassade aus gelben Schaltafeln setzt einen Farbakzent und signalisiert die zeitliche Begrenzung. Im April 2019 bezogen die ersten Kleinunternehmen ihre Büros, Ateliers und Werkstätten auf dem Güterbahnhof Lattich in St. Gallen. Die Nachfrage nach den 45 Modulen mit kleinteiligen Flächen und erschwinglichem Arbeitsraum an zentraler Lage war gross. Eingezogen ist eine spannende Mischung von Mieterin­nen und Mietern aus den Bereichen Handwerk, Design, Kommunikation und Architektur. Das Areal beim Güterbahnhof ist eines der letzten grösseren Entwicklungsgebiete in der Stadt St. Gallen. Planungsarbeiten für einen neuen Autobahnanschluss führen dazu, dass hier in den nächsten zehn Jahren nichts Dauerhaftes realisiert werden kann. Gleichzeitig stand in einer SBB-Lagerhalle ein grosser Raum leer. Unter dieser Ausgangslage hat das Konsor­ tium ‹Lattich› das Potential des Brachlands und der Halle 2016, 2017 und 2018 in einem jeweils zwei Monate dauernden SommerVersuch getestet. Das Güterbahnhofareal wurde während dieser Zeit zu einem Treffpunkt

und Begegnungsort. Der Erfolg zeigte, dass eine Zwischennutzung längerfristig und grösser angedacht werden konnte. So entwickelte sich die nun umgesetzte Idee eines kreativwirtschaftlichen Freiraums. Initiantin ist die Regio Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee. Mit der Vergabe des Baurechts auf zehn Jahre ermöglichte der Kanton das Projekt. Investorin des ‹Lattich› ist die Trägerschaft Lattich 2, zu der auch die Blumer-Lehmann AG in Gossau gehört, wo die benötigten Holzmodule gefertigt wurden. Das Architekturkonzept für den temporären Bau stammt vom Baubüro insitu. Innerhalb von nur zwei Wochen liess sich dieser vor Ort hochziehen. Dies dank des hohen Vorfertigungsgrads der Module. Diese erhielten bereits im Werk den definierten Ausbaustandard mit Heiz- und Sanitärleitungen, Dämmung, Strom- und Internetanschlüssen sowie schallund brandschutztechnischen Massnahmen. Der Ausbaustandard entspricht generell dem Schweizer Baugesetz für einen Rohbau II – mit Bedachung, Fenster, Behandlung der Fassaden und Versorgungsanlagen. Das ist einer der Gründe für die günstigen Mieten. Die Installationen für Heizung und Wasser verlaufen offen. Die Innenwände bestehen aus rohen Gipsplatten und sind mit wasserfesten OSB-Platten ver­kleidet. Je nach Bedarf nutzen die Mieter ein einzelnes Modul oder mehrere verbundene Einheiten. Ein Laubengang mit

Treppen und Lift erschliesst diese und ermöglicht gleichzeitig Begegnung und Austausch. Die Module sind so konstruiert, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt an einen neuen Ort transportiert werden können. Dies vor allem auch hinsichtlich der beschränkten Nutzungsdauer des Areals. Optisch sticht besonders die Fassadengestaltung ins Auge. Sie besteht aus Schaltafeln und wurde von Marcus Gossolt, Co-Präsident des Vereins ‹Lattich›, entworfen. Sie sollte keine dekorative Zusatzhülle sein, sondern auf den ersten Blick signalisieren, dass der Bau tem­ porär hier steht. Das profane Material von Schaltafeln vermittelt diese Wirkung und ist gleichzeitig einzigartig und überraschend. Die gelben Module werden nun für die kommenden zehn Jahre den ‹Lattich› prägen.

Situation

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10 m

Querschnitt

Ort Lattich, Güterbahnhof-Areal, St. Gallen Bauherrschaft Trägerschaft Lattich 2 AG (Blumer-Lehmann AG, Christoph Tobler und Claudia Züger Tobler, Equimo AG, Hälg & Co. AG, Steinegg Stiftung und weitere Stiftungen, Stutz AG, St. Galler Kantonalbank) Architektur Baubüro insitu AG, Zürich, Pascal Angehrn Bauleitung Blumer-Lehmann AG, Gossau, GU-Abteilung (Bruno Ziegler) Holzbauplanung, Ingenieur Blumer-Lehmann AG, Gossau, Christoph Halter Schallnachweis Aussenlärm (Bahn) Gerevini Ingenieurbüro AG, St. Gallen Brandschutzkonzept QSS1, Tragwerk R30, Geschossdecken REI30, Technikraum EI 30, Fassade RF3 Holzbau und Innenausbau Blumer-Lehmann AG, Gossau Fenster und Türen Blumer Techno Fenster, Waldstatt Baukosten CHF 3,2 Mio. Bruttogeschossfläche 1530 m2 Bauzeit 4. Februar bis 1. April 2019 Fotos Blumer-Lehmann AG, Fotograf Hanspeter Schiess

Aufbau Decke von oben nach unten: Dreischichtplatte 42 mm Brettschichtholz als Träger 60/280 mm Dämmung 140 mm Schüttung 45 mm Gipsfaserplatte 15 mm C24 als Träger 60/160 mm Dämmung 60 mm OSB-Platte 15 mm

Detailschnitt

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Erdgeschoss

Obergeschoss

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Gymnasium Frankfurt Nord: Blick in der mehrgeschossigen Erschliessungszone Richtung Dach und Himmel. Architektur: Raumwerk & Spreen Architekten Arbeitsgemeinschaft

Lignum Holzwirtschaft Schweiz Economie suisse du bois Economia svizzera del legno Mühlebachstrasse 8 CH-8008 Zürich Tel. 044 267 47 77 Fax 044 267 47 87 info@lignum.ch www.lignum.ch

Holzbulletin, September 2019 Herausgeber Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Christoph Starck, Direktor

Redaktion Jutta Glanzmann, Lignum, sowie Ariane Joyet, Lignum-Cedotec Gestaltung BN Graphics, Zürich

Das Holzbulletin erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache. Jahresabonnement CHF 48.– Einzelexemplar CHF 20.– Sammelordner (10 Ausgaben) CHF 140.– Sammelordner leer CHF 10.– Preisänderungen vorbehalten.

Administration, Abonnemente, Versand Lignum, Zürich

Lignum-Mitglieder erhalten das Holz­bulletin und die technischen Informationen der Lignum, Lignatec, gratis. Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten bleiben bei den jeweiligen Architekten. Alle Angaben stammen von den Bauplanern.

ISSN 1420-0260

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Holzbulletin 132/2019  

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