Catalogue – 25th Internationale Kurzfilmtage Winterthur (2021)

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25. K.

Katalog 25. Internationale Kurzfilmtage Winterthur The Short Film Festival of Switzerland 9.–14. November 2021, kurzfilmtage.ch Hauptsponsorin

Medienpartner



Vorworte Spielplan Dank Wettbewerbe

Hors Concours

Grosser Fokus

Person im Fokus

Land im Fokus

Spezialprogramme

Familienprogramme Expanded Cinema

Residency Rahmenprogramm Industry Vermittlungsangebote Trailer 2021 Informationen Team

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Internationaler Wettbewerb I–VII Schweizer Wettbewerb I–III Sparks I & II Schweizer Filmschulentag Jury Preise Hot Shorts Züri Shorts Short Matters Dismissed La Suisse n’existe pas The In-Betweeners I Follow Rivers Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Make It Visible Vo dinnä nüsä – eine Reise durch die Schweiz Bild folgt Ton: Variationen des Musik- und Geräuschfilms Zu Diensten? Innovative Gebrauchsfilme der 1930er bis 60er Jahre Clemens Klopfenstein Panorama Schweiz Marie Losier A Musical with Some Friends Creatures of the Night Kosovo Rebuilding Identity Colliding Worlds Thicker than Blood New Voices Hygienic Modernity On Foreignness Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned Le Corbusier I: Ville radieuse? / ll: Soyez les bienvenu(e)s! Semaine de la Critique: Breaking Glass This Film Will Haunt You Zauberlaterne: Kurze für Kleine Sparks Junior Greetings from an Elsewhere / Olimpia / miauwz.visualz: shifting fabric Shared Set of Concerns / There Must Some Kind of Way Out of Here / Spinne The Cube / EXO Residency Kurzilmtage @ Villa Sträuli / Douwe Dijkstra @ Kurzfilmtage Gala-Events / Kontext-Talks / Workshops & Weiteres / Konzerte & Partys Industry Lab Writers’ Room Kurzfilme im Unterricht Lageplan / Tickets / Allgemeine Informationen Team / Impressum

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Forewords Schedule Thanks Competitions

Hors Concours

Main Focus

Person in Focus

Country in Focus

Special Programmes

Family Programmes Expanded Cinema

Residency Special Events Industry Education Trailer 2021 Information Team

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International Competition I–VII Swiss Competition I–III Sparks I & II Swiss Film School Day Jury Awards Hot Shorts Züri Shorts Short Matters Dismissed La Suisse n’existe pas The In-Betweeners I Follow Rivers Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Make It Visible Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland Bild folgt Ton: Variations of Music and Noise Films Innovative Commissioned Films from the 1930s to the 60s Clemens Klopfenstein Panorama of Switzerland Marie Losier A Musical with Some Friends Creatures of the Night Kosovo Rebuilding Identity Colliding Worlds Thicker than Blood New Voices Hygienic Modernity On Foreignness Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned Le Corbusier I: Ville radieuse? / ll: Soyez les bienvenu(e)s! Semaine de la Critique: Breaking Glass This Film Will Haunt You Magic Lantern: Shorts for Kids Sparks Junior Greetings from an Elsewhere / Olimpia / miauwz.visualz: shifting fabric Shared Set of Concerns / There Must Some Kind of Way Out of Here / Spinne The Cube / EXO Residency Kurzilmtage @ Villa Sträuli / Douwe Dijkstra @ Kurzfilmtage Gala Events / Context Talks / Workshops & Other Events / Music & Parties Industry Lab Writers’ Room Shorts in the Classroom Map / Tickets / General Information Team / Imprint

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Editorial: Durchatmen, die Augen öffnen Da ist dieses Kribbeln in der Bauchgegend, in den Fingerspitzen. Durchatmen, die Augen öffnen. Es ist wieder so weit. Die Kurzfilmtage: ein funkelndes Gebilde, in dem wir uns zu berauschenden, erkenntnisreichen, überraschenden Momenten tragen lassen. Festivals sind Kulminationspunkte im Jahr, in denen unzählige fein gesponnene Fäden miteinander verwoben werden: Da sind die Filme mit den innovativen Räumen, die sie eröffnen, die KünstlerInnen mit ihren Ideen, die BesucherInnen mit ihrer Neugierde, die Stadt Winterthur, die Kinos, Restaurants, Kulturorte mit ihren offenen Türen, um die Gäste zu beherbergen, die Professionals mit ihren Hoffnungen. Es braucht sie alle für ein gelingendes Festival. Diese Vision wird immer wieder von Neuem möglich, weil die Kurzfilmtage von einer ganz besonderen Crew vorbereitet werden: so engagiert, jung, divers, professionell vernetzt und uneigennützig wie wohl an keinem anderen Filmfestival der Schweiz. Teilhabe und Nachhaltigkeit sind hier schon lange Realität. Einmal mehr hat sich das Team mit Elan in die Arbeit gestürzt und produziert Sauerstoff für die Kultur, die Filmbranche, die Stadt und das Land, für uns alle, beschenkt die Öffentlichkeit mit einem reichen Programm und der Möglichkeit, gemeinsam Filme zu erleben, sich darüber auszutauschen, Entdeckungen zu machen, FilmautorInnen und die Kreationen und Überlegungen, die sie bewegen, kennenzulernen. Wer ein Festival besucht, erkundet es mit offenen Sinnen, bereit, auch Unbekanntes, Ungeplantes, Unerwartetes wahrzunehmen. Filmschaffende werden erst durch ihr Publikum, durch dessen Wahrnehmung und Anerkennung zu den KünstlerInnen, die sie sein wollen und können – und gleichzeitig geben sie uns allen so viel mehr zurück: Bilder und Vorstellungen unserer Existenz, Weinen und Lachen, Irritationen und Stoff zum Nachdenken. Und dies im Fall des Kurzfilms in der kunstvollen Verdichtung auf wenige Minuten. Die spannungsvolle Auseinandersetzung mit Kunst hält eine Gesellschaft lebendig, macht uns im mehrfachen Sinne reich und widerstandsfähig – und lässt nicht zuletzt wieder neue Filme entstehen. Bettina Spoerri, Vorstandspräsidentin

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Editorial: Take a breath, open your eyes There’s this prickling sensation in your stomach, in your fingertips. Take a breath, open your eyes. It’s that time of year again. Kurzfilmtage: a sparkling creation that gives us intoxicating, insightful, surprising moments. Festivals are highlights during the year, the moment when countless fine threads are woven together: the films with the innovative spaces they open up, the artists with their ideas, the visitors with their curiosity, the city of Winterthur, the cinemas, restaurants, and cultural venues with their open doors welcoming guests, the professionals with their hopes. We need all of them for a successful festival. This vision becomes a reality again and again because Kurzfilmtage is prepared by a very special crew: they are dedicated, young, diverse, professionally connected, and selfless like at no other film festival in Switzerland. Participation and sustainability have long been a reality here. Once again, the team has poured themselves into work, producing oxygen for the art scene, the film industry, the city and the country, and for all of us, offering the public a rich programme and an opportunity to experience films together, to discuss them, to make discoveries, to meet film authors and learn about the creations and ideas that motivate them. People who visit a festival do so with an open mind, ready to embrace the unknown, the unplanned, the unexpected. It is only through the audience – the audience’s perception and recognition – that filmmakers become the artists they want to be and can be. And at the same time, they give so much more back to us: images and notions of our existence, tears and laughter, irritation and food for thought. And in the case of short films, all of this is artfully condensed into a few minutes. The intense engagement with art keeps a society alive, making us rich and resilient in multiple ways, and last but not least, it leads to the creation of new films. Bettina Spoerri, President of the Board

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Grusswort des Stadtpräsidenten Michael Künzle Liebe FestivalbesucherInnen Herzlich willkommen an den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur. Bereits zum 25. Mal gastiert die Kurzfilmszene in Winterthur und macht aus der Kulturstadt an der Eulach kurzfristig eine internationale (Kurz)Filmmetropole. Jahr für Jahr wächst die Anhängerschaft dieses einzigartigen Festivals. Mittlerweile finden jährlich über 17 000 Cineasten den Weg nach Winterthur. Mit der Grösse des Anlasses wächst aber auch dessen Renommee und die Verantwortung dafür. Beides hilft die Stadt gerne mittragen. Denn nirgendwo in der Schweiz besteht eine andere Plattform, die sich der Kunst des kurzen Films so widmet wie die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur dies tun. Dabei ist der Kurzfilm eine ungemein wichtige Kunstform. Kein anderes Format schafft es, innerhalb so kurzer Zeit Trends und Themen einzufangen, aufzunehmen und abzubilden. Dank der einfacheren Produktionswege kann dabei experimentiert, ausprobiert und gewagt werden. Ob kleines oder grosses Budget: Der Kurzfilm bietet gerade jungen, noch unbekannten Filmschaffenden eine grosse Chance, ihre Ideen zu realisieren. Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur wiederum bieten diesen KünstlerInnen die einmalige Chance, ihre Filme einem grossen Publikum vorzustellen. Ich selber bin seit Jahren ein Teil dieses Publikums. Und ich bin es jedes Jahr wieder gerne. Denn die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur, sie bieten eine Woche lang filmische Kurzweile; bieten Glücksgefühle, Nervenkitzel, Schreckmomente. Schlicht: Sie präsentieren uns alljährlich das pralle (Film) Leben – dosiert in kleinen Häppchen. Und das alles in der schönsten Stadt der Schweiz. Kommen Sie nach Winterthur und sehen Sie selbst. Wir freuen uns auf Sie. Und jetzt: Film ab! Michael Künzle, Stadtpräsident

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Greetings from Mayor Michael Künzle Dear festival visitors, Welcome to Internationale Kurzfilmtage Winterthur. For the 25th time, the short film scene is gathering in Winterthur, temporarily turning the culture city on the Eulach into an international (short) film metropolis. The following of this unique festival keeps growing year after year, with as many as 17 000 cineastes finding their way to Winterthur these days. With the size of the event, the festival’s reputation and responsibility have grown too. The city is happy to support both. There is no other platform in the country that is dedicated to the art of short film in the same way as Kurzfilmtage. Yet short film is an incredibly important art form. No other format manages to capture and convey trends and themes in such a short time. Thanks to simpler production processes, filmmakers can experiment, try things out, take risks. Whether the budget is small or big: short films offer young, unknown filmmakers a great opportunity to realize their ideas. Kurzfilmtage, in turn, offers these artists a unique chance to present their films to a large audience. I myself have been part of this audience for years. And every year, I am happy to be here. Kurzfilmtage offers cinematic entertainment all week long, giving us happiness, thrills, scares. Every year, it presents us the abundance of life (on screen) – in bite-sized doses. And all of this happens in Switzerland’s most beautiful city. Come to Winterthur and see for yourself – we look forward to welcoming you. And now, let the show begin! Michael Künzle, Mayor of Winterthur

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Editorial Nun ist es wieder so weit: Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur feiern den Kurzfilm – und das bereits zum 25. Mal. 25 ist schon ziemlich weit weg von Adoleszenz, aber auch noch fern von altersmüde. Die Kurzfilmtage stehen mitten im Leben, genau da, wo sich noch viel bewegt, aber mit einiger Lebenserfahrung. In den letzten 25 Jahren hat sich die Filmkultur weiterverbreitet und entwickelt. Die Angebote sind unzählig und man könnte durchaus die These vertreten, Kino und Festivals seien passé und somit Auslaufmodelle. Man kann uns vorwerfen, das Kino zu feiern sei reine Nostalgie, denn mit wenigen Mausklicks stehen Filme jederzeit zur Verfügung. Doch mit der Möglichkeit, Filme kollektiv zu erleben und anschliessend zu diskutieren, leisten Festivals einen Beitrag, den der digitale Raum nicht bieten kann. Es entstehen physische Begegnungen, die für das kulturelle Erlebnis unabdingbar sind. Auch wenn die Kurzfilmtage zum 20. Jubiläum «Cinema Is Not Dead» proklamiert haben, war das Spektrum damals schon viel breiter. Das kollektive Kinoerlebnis im dunklen Raum ist ein wichtiger Aspekt des Festivals, Film ist aber auch Teil einer grösseren audiovisuellen Welt und lässt sich auf verschiedenste Weisen präsentieren, etwa als Installation, Performance oder immersives Erlebnis. Aus diesem Grund möchten wir diese Formen stärken. Weiterhin bleibt der Kinosaal mit Filmvorführungen im Zentrum, das Filmerlebnis soll jedoch ausgeweitet werden, sei es mit Musikbegleitung oder Experimenten. Vielfältige Räume, inklusive des öffentlichen Raums, werden miteinbezogen und sorgen so physisch für eine stärkere lokale Verankerung. Das Festival wird zum Erlebnis, das viele Sinne anspricht und dazu einlädt, Teil davon zu werden. Die Sektion Expanded Cinema beschränkt sich bewusst nicht auf ein Format oder ein Medium. Vielmehr ergänzen die verschiedenen Beiträge das Kinoprogramm und geben so eine Idee, wie weit filmische Erzählweisen in andere Sparten diffundieren können. Martin Hertigs Arbeit «Olimpia» beispielsweise, die in Zusammenarbeit mit dem Geneva International Film Festival in der neuen Spielstelle oxyd gezeigt wird, arbeitet mit der Technik der Augmented Reality und hinterfragt diese gleichzeitig. Die BetrachterInnen werden unweigerlich zu einem Teil der Arbeit. Somit finden nicht nur Inter-

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aktionen zwischen den anwesenden Personen statt, sondern auch zwischen den BesucherInnen und den gezeigten Arbeiten. Wichtig für die Partizipation während dem Festival sind auch die Gespräche mit Filmschaffenden und ExpertInnen nach den Vorstellungen sowie gesellige Formate wie Konzerte oder Performances. Beim Stammtisch mit dem Museum Schaffen kann sich das Publikum selbst aktiv einbringen. Eine Verbindung zur Winterthurer Bevölkerung entsteht beim Projekt des Künstlers Douwe Dijkstra, der eine filmische Arbeit mit PassantInnen realisieren wird. Und während den Industry Events, wo Vermittlung, Austausch und Begegnung im Zentrum stehen, kann sich die Branche vernetzen. Wir glauben an die Kraft der Kultur als gemeinsames Erlebnis und starten mit einem Köcher voller Ideen ins nächste Vierteljahrhundert der Kurzfilmtage. John Canciani und Stefan Dobler Leitung der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur

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Editorial Internationale Kurzfilmtage Winterthur is celebrating short films for the 25th time this year. While 25 is long past adolescence, it is still very far from old age. Kurzfilmtage is at the peak of life, where things are still in motion, but where we can also profit from a good deal of life experience. Over the past 25 years, film culture has spread and evolved significantly. Given the ubiquity of films, one could easily claim that cinemas and festivals are passé, on their way out. We could be accused of indulging in mere nostalgia by celebrating cinema, because films are readily available at the click of a mouse. But with the opportunity to experience films collectively and discuss them afterwards, festivals provide something that digital space cannot offer. We create physical encounters that are indispensable for a cultural experience. For its 20th anniversary, Kurzfilmtage proclaimed «Cinema Is Not Dead». But even back then, there was a much wider range of film-viewing options. While the collective experience in the dark auditorium remains an important aspect of the festival, film is also part of a much wider audiovisual world. It can be presented in many different ways, for example, as installation, performance, or immersive experience. We want to showcase these forms more prominently. Conventional screenings in cinemas remain at the core of the festival, but we aim to expand the cinematic experience, for instance with music and experiments. And by incorporating diverse spaces, including public spaces, we strengthen the event’s local roots in a physical way. The festival becomes an experience appealing to various senses and inviting guests to become a part of it. The Expanded Cinema section is deliberately not limited to a specific format or medium. Rather, the diverse contributions complement the traditional film screenings, showing how cinematic language enters other art forms. Martin Hertig’s «Olimpia», presented in collaboration with the Geneva International Film Festival at oxyd, our newest festival venue, uses the technology of augmented reality while simultaneously questioning it. Viewers inevitably become part of the work – visitors don’t just interact with each other, but also with the works on display.

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The talks with filmmakers and experts after the film screenings also encourage audience participation, as do social events like concerts and performances. Our roundtable at Museum Schaffen invites the audience to actively contribute to the discussion. A connection to the local population is created by artist Douwe Dijkstra, who he will realize a film project with passersby during the festival. And our Industry Events with their focus on education, exchange, and encounters offer networking opportunities for industry professionals. We believe in the power of culture as a shared experience, and we embark on Kurzfilmtage’s next quarter of a century with a suitcase full of ideas. John Canciani and Stefan Dobler Directors of Internationale Kurzfilmtage Winterthur

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Tuesday 9.11. 20:00 90' Opening Programme Theater Winterthur

Wednesday 10.11. 15:00 90' International Competition I: I Wanted More Casino 2 +Q&A 15:00 75' Rebuilding Identity Kino Cameo +Q&A 17:30 85' International Competition II: Into the Void Casino 1 +Q&A 18:00 85' The In-Betweeners Casino 2 +Q&A 18:00 95' Short Matters Kino Cameo 18:00 30' Radio Stadtfilter Talk presented by tibits Festival bar 19:00 85' Hot Shorts Theater Winterthur 20:00 95' International Competition III: Permanent Traces Casino 1 +Q&A 20:30 95' Swiss Competition I: Alles unter Kontrolle? Casino 2 +Q&A 20:30 85' I Follow Rivers Kino Cameo +Q&A 21:00 240' Rastapopoulos & Los Lobos Festival bar

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Thursday 11.11. 11:00 45' Swiss Film School Day: Session l Casino 2 12:00 50' Swiss Film School Day: Session ll Casino 2 14:00 80' Colliding Worlds Kino Cameo +Q&A 14:30 55' Swiss Film School Day: Session lll Casino 2 14:30 95' International Competition IV: Redefining Territories Theater Winterthur +Q&A 16:30 55' Swiss Film School Day: Session IV Casino 2 16:30 95' Thicker than Blood Casino 1 +Q&A 16:30 85' A Musical with Some Friends Kino Cameo +Q&A 17:00 90' International Competition V: Open the Black Box Theater Winterthur +Q&A 17:30 90' Edit-a-thon: More Women on Wikipedia Museum Schaffen 18:00 30' Radio Stadtfilter Talk presented by tibits Festival bar 19:00 90' Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Casino 2 +Q&A 19:00 30' Introduction CinéConcert Foyer Theater Winterthur 19:30 90' International Competition VI: Awakenings Casino 1 +Q&A 19:30 80' Make It Visible Kino Cameo +Context Talk 20:00 60' CinéConcert: «The Life Underground» by Loïc Hobi Theater Winterthur 21:00 30' Swiss Film School Day: Award Ceremony Festival bar 21:30 85' New Voices Casino 2 +Q&A 21:30 60' Awesome Arnold Festival bar 22:00 90' Swiss Competition II: Was kostet die Welt? Casino 1 +Q&A 22:00 80' Hygienic Modernity Kino Cameo 22:30 210' Madame Coucou & Locke die Bossin Festival bar


Friday 12.11. 14:30 80' Make It Visible Casino 2 +Q&A 14:30 90' International Competition VII: Out of the Dark Theater Winterthur +Q&A 16:30 90' International Competition VI: Awakenings Casino 1 +Q&A 16:30 90' Semaine de la Critique: Breaking Glass Kino Cameo 17:00 85' Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned Casino 2 +Context Talk 17:00 90' Swiss Competition III: Zurück zum Wandel? Theater Winterthur +Q&A 18:00 30' Radio Stadtfilter Talk presented by tibits Festival bar 19:30 90' International Competition I: I Wanted More Casino 1 19:30 85' The In-Betweeners Kino Cameo +Q&A 20:00 90' Züri Shorts Casino 2 +Q&A 20:00 90' Swiss Competition II: Was kostet die Welt? Theater Winterthur 21:30 60' Verveine Festival bar 22:00 85' International Competition II: Into the Void Casino 1 +Q&A 22:00 95' Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland Kino Cameo +Q&A 22:30 80' Colliding Worlds Casino 2 22:30 330' AICH & das Gemunkel Festival bar 0:00 45' Bit-Tuner: «EXO» Casino 1

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Saturday 13.11. 10:00 80' Sparks Junior ** Casino 1 11:30 90' Master Class: Marie Losier Festival bar 12:00 80' Sparks I *** Casino 2 +Q&A 12:00 90' Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Kino Cameo +Q&A 14:00 85' Hot Shorts Casino 1 14:00 85' Creatures of the Night Kino Cameo +Context Talk 14:30 80' Le Corbusier I: Ville radieuse? Casino 2 +Context Talk 14:30 95' International Competition IV: Redefining Territories Theater Winterthur +Q&A 16:30 95' Swiss Competition I: Alles unter Kontrolle? Casino 1 +Q&A 16:30 85' I Follow Rivers Kino Cameo +Q&A 17:00 85' Sparks II Casino 2 +Q&A 17:00 90' International Competition V: Open the Black Box Theater Winterthur +Q&A 17:30 90' Participatory Roundtable: Kosovo Museum Schaffen 18:00 30' Radio Stadtfilter Talk presented by tibits Festival bar 19:00 30' Coucou Reads Cinema Festival bar 19:30 95' International Competition III: Permanent Traces Casino 1 +Q&A 19:30 85' New Voices Kino Cameo +Q&A 20:00 95' Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland Casino 2 +Context Talk 20:00 90' Swiss Competition III: Zurück zum Wandel? Theater Winterthur +Q&A 22:00 90' International Competition VII: Out of the Dark Casino 1 22:00 60' Bild folgt Ton: Variations of Music and Noise Films Kino Cameo +Q&A 22:00 420' Go, Shorty – It’s Your Birthday Screenings: This Film Will Haunt You & Dismissed, Showcase: Playmob.il Kraftfeld


Sunday 14.11. 10:00 11:00 11:00 12:00 13:00 13:00 14:00 14:00 14:00

15:30 16:30 16:30 19:00

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75' Magic Lantern: Shorts for Kids* Casino 1 70' Le Corbusier II: Soyez les bienvenu(e)s! Casino 2 +Q&A 90' Swiss Competition III: Zurück zum Wandel? Kino Cameo 65' On Foreignness Casino 1 90' Züri Shorts Theater Winterthur 90' Swiss Competition II: Was kostet die Welt? Kino Cameo 75' Rebuilding Identity Casino 1 +Q&A 210' Family Workshop: Stop-Motion & Pixilation* Alte Kaserne 70' Zu Diensten? Innovative Commissioned Films from the 1930s to the 60s Casino 2 +Context Talk 95' Swiss Competition I: Alles unter Kontrolle? Kino Cameo 95' Thicker than Blood Casino 1 +Q&A 75' Clemens Klopfenstein Casino 2 +Context Talk 150' Award Ceremony & Best-of Programme Theater Winterthur

Expanded Cinema «Greetings from an Elsewhere» by Edona Kryeziu oxyd – Kunsträume: Wed–Thu 16:00–20:00, Fri–Sat 16:00–22:00, Sun 12:00–18:00 «Olimpia» by Martin Hertig oxyd – Kunsträume: Wed–Thu 16:00–20:00, Fri–Sat 16:00–22:00, Sun 12:00–18:00 «miauwz.visualz: shitfting fabric» by Pascal Pendl oxyd – Kunsträume: Wed–Thu 16:00–20:00, Fri–Sat 16:00–22:00, Sun 12:00–18:00 «Shared Set of Concerns» by Sarah Hablützel & Marko Mijatovic kunstkasten: 3–21 November, 24/7 «There Must Be Some Kind of Way Out of Here» by Rainer Kohlberger Portier: Tue–Sat 17:00–23:00 «Spinne» by Michael Etzensperger Kraftfeld: Tue–Sat 17:00–23:00 The Cube Casino Tanzsaal: Wed–Sat 10:00–23:00, Sun 10:00–18:00


Sections Competitions Main Focus: La Suisse n’existe pas Country in Focus: Kosovo Person in Focus: Marie Losier Hors Concours Special Programmes Family Programmes Special Events Expanded Cinema Gala Events *ages 6+ **ages 9+ ***ages 12+ The general lower age limit is 16.

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Wir danken all unseren SponsorInnen und PartnerInnen für die grosszügige Unterstützung. We would like to thank all our sponsors and partners for their generous support.

Hauptsponsorin / Main Sponsor

MedienpartnerInnen / Media Partners

Öffentliche Hand / Public-Sector Sponsors

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Öffentliche Hand / Public-Sector Sponsors Bildungsdirektion Kanton Zürich Gemeinnütziger Fonds Kanton Zürich Kanton Appenzell Ausserrhoden Kanton Nidwalden Kanton Schwyz Kanton St. Gallen Kanton Thurgau Kanton Wallis Kanton Zug PartnerInnen / Partners Appenzeller Bier Biotta AG Cinegrell FedEx Jingle Jungle Tonstudios La semeuse Migros Kulturprozent Reseda Stadtbus Winterthur tibits Zürcher Verkehrsverbund MedienpartnerInnen / Media Partners 451° F Cinergy AG Coucou – Kulturmagazin Winterthur Daily Movies Filmbulletin Radio Stadtfilter WOZ Die Wochenzeitung KommunikationspartnerInnen / Promotion Partners APG I SGA House of Winterthur Umsetzerei Stiftungen / Foundations Ernst Göhner Stiftung Giuseppe Kaiser Stiftung Johann Jacob Rieter-Stiftung Oertli-Stiftung Prof. Otto Beisheim-Stiftung S. Eustachius-Stiftung SSA SUISSIMAGE SWISSPERFORM Volkart Stiftung Zürcher Filmstiftung

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TechnikpartnerInnen / Equipment Partners Ballet Mécanique Kino Xenix lumachroma SpielstellenpartnerInnen / Partner Venues Alte Kaserne Kulturzentrum Casinotheater Winterthur Kino Cameo Kraftfeld Museum Schaffen Theater Winterthur HotelpartnerInnen / Partner Hotels Hostel Depot 195 Hotel Banana City Hotel Loge Park Hotel Plaza Hotel ProgrammpartnerInnen / Programme Partners Además Botschaft der Republik Kosovo Cinébulletin Die Zauberlaterne European Film Academy FOCAL Französische Botschaft GIFF Geneva Int. Film Festival kunstkasten Winterthur Memoriav Musikkollegium Winterthur oxyd – Kunsträume Semaine de la Critique, Cannes Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SWISS FILMS Villa Sträuli Zurich Film Festival


FörderInnen / Promoters Alois Beerli, Winterthur Angela und Guido Magni, Basel Antoinette Juchler, Winterthur art.I.schock GmbH, Zürich Blumen Müller, Winterthur Bosshart Goldschmied, Winterthur Christian Schaffner, Zürich Dahinden Heim Architekten, Winterthur Daniel Walser, Winterthur Eliane Kreuzer, Winterthur Greti und Bernhard Schaffner-Aebi, Basel Isler Architekten AG, Winterthur Karin und Andreas Schoellhorn, Winterthur Maag Recycling, Winterthur Marietta Barman, Zürich Planforum GmbH, Winterthur Qwstion, Zürich Rahel und Kaspar Geiser, Winterthur Sibylle und Kaspar Müller, Winterthur Silvia Schaffner, Rheinfelden Sotronik GmbH, Winterthur Ursula Dobler und H.-J. Germann, Bauma Vollenweider Chocolatier Confiseur AG, Winterthur GönnerInnen / Benefactors Adelheid Walser-Marty, Amriswil Andreas Baumgartner, Winterthur Angela Jäger, Winterthur Arthur Frauenfelder, Winterthur Cécile Ledergerber, Zürich Christian Götz, Winterthur Daniel Fuchs, Zürich Daniel Weiss, Zürich Elisabeth Mundwiler, Winterthur Emanuel Feusi, Zürich Ernst Wohlwend, Winterthur Esther Reber, Winterthur Franziska Gohl, Winterthur Heinz Schafroth, Winterthur Jacqueline Engler, Winterthur Jeannine Jeanneret, Cortaillod Judy Trenka, Männedorf Kathrin Bänziger, Winterthur Katrin Gygax, Zürich Marcel Weidmann, Winterthur Marcel Weiss, Winterthur Marianne Ott, Winterthur Marianne Wernigk, Winterthur Markus Büchi, Gachnang Marlies Bänziger, Winterthur

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Martin Stauch, Winterthur Martina Hofer, Greifensee Martina Reichert, Wila Maureen Canciani, Minusio Melanie Zumbrunn, Winterthur Peter Fritzsche, Winterthur Rainer Ott, Winterthur Ralph Henn, Rämismühle Regula Hauser, Zürich Reto Huwiler, Winterthur Roland Rüegg, Winterthur Silvio Foscan, Winterthur Thomas Widmer, Winterthur Timothy Philipp Zemp, Zürich Ueli Renz, Winterthur Urs Riklin, Zürich Ursula Künsch, Winterthur Werner Reber, Winterthur Yvonne Dorothée Lenzlinger, Winterthur Institutionen und Firmen / Institutions and Businesses Admeira, Zürich Astrom / Zimmer, Zürich Bildrausch, Basel DokuFest Prizren, Kosovo European Film Academy Fantoche, Baden Fussballschuppen Töss, Winterthur Genossenschaft Dreieck, Zürich HAKO Getränke, Winterthur HEAD – Genève, Département Cinéma IndieLisboa, Portugal Kulturnacht Winterthur Lichtspiel Bern Locarno Film Festival Open Doors, Locarno Film Festival Rathaus für Kultur, Lichtensteig Schweizer Filmakademie, Zürich Schweizer Jugendfilmtage, Zürich Short Film Conference, Belgium Stadtbibliothek, Winterthur Stadtmuur Café, Winterthur Verwaltungspolizei, Winterthur Villa Sträuli, Winterthur Zurich Film Festival, Zürich Trailerkinos / Trailer Cinemas chinoworb, Worb Cinema Excelsior, Brugg Cinema Luna, Frauenfeld cinemotion-Rex, Freiburg


Kino Cameo, Winterthur Kino Cinématte, Bern Kino Odeon, Brugg Kino Orient, Wettingen Kino Qtopia, Uster Kino Rex, Bern Kino Roxy, Romanshorn Kino Sputnik, Liestal Lichtspiel / Kinemathek, Bern Neues Kino, Freienstein Neugass Kino AG / Bourbaki, Luzern Neugass Kino AG / Houdini, Zürich Neugass Kino AG / Riffraff, Zürich Stattkino Luzern Personen / Individuals Herzlichen Dank an alle, die unser Festival mit ihrer Hilfe und ihrem Wissen unterstützen. Thanks to all who support our festival with their help and knowledge. Alexander Bindig, Trübli, Winterthur Andy Loeber, Winterthur Daniel Girsberger, El Tipico, Winterthur Eva Schweizer, Schweizer Radio und Fernsehen, Zürich Johannes Binotto, Winterthur Jürg Völkel, Fahrenheit, Winterthur Marco Nisoli, La CYMA, Winterthur Michael Künzle, Stadtpräsident, Winterthur Nico Grüninger, Volksschulamt, Zürich Sarah Schiesser, Open Doors, Locarno Film Festival Sophie Bourdon, Open Doors, Locarno Film Festival Eddie Bertozzi, Locarno Film Festival Sven Wälti, SRG SSR, Bern Thomas Gartmann, SBB AG, Zürich Tom Hafner, Papiermanufaktur, Winterthur Viktor Giaccobo, Casinotheater Winterthur, Winterthur

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Wettbewerbe Competitions

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Internationaler Wettbewerb International Competition

I: I Wanted More II: Into the Void III: Permanent Traces IV: Redefining Territories V: Open the Black Box VI: Awakenings VII: Out of the Dark

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I: I Wanted More Running time 87' Wednesday, 10 November 2021, 15:00, Casino 2 Friday, 12 November 2021, 19:30, Casino 1 II: Into the Void Running time 84' Wednesday, 10 November 2021, 17:30, Casino 1 Friday, 12 November 2021, 22:00, Casino 1 III: Permanent Traces Running time 90' Wednesday, 10 November 2021, 20:00, Casino 1 Saturday, 13 November 2021, 19:30, Casino 1 IV: Redefining Territories Running time 94' Thursday, 11 November 2021, 14:30, Theater Winterthur Saturday, 13 November 2021, 14:30, Theater Winterthur V: Open the Black Box Running time 86' Thursday, 11 November 2021, 17:00, Theater Winterthur Saturday, 13 November 2021, 17:00, Theater Winterthur VI: Awakenings Running time 89' Thursday, 11 November 2021, 19:30, Casino 1 Friday, 12 November 2021, 16:30, Casino 1 VII: Out of the Dark Running time 89' Friday, 12 November 2021, 14:30, Theater Winterthur Saturday, 13 November, 2021, 22:00, Casino 1

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Train Again Austria 2021, 20'03", black & white, no dialogue, Exp Director/Editor: Peter Tscherkassky Sound: Dirk Schäfer Production: Sixpackfilm, office@sixpackfilm.com, sixpackfilm.com Distribution: Gerald Weber, gerald@sixpackfilm.com, sixpackfilm.com

18 Jahre nach seinem dritten Film «3/60: Bäume im Herbst» drehte Kurt Kren sein Meisterwerk «37/78: Tree Again». 1998 machte Peter Tscherkassky seinen dritten Dunkelkammerfilm «L’Arrivée» (eine Hommage an die Lumières und «L’Arrivée d’un train» von 1895), auf den 2021 «Train Again» folgte. Seine Filme sind eine Hommage an Kurt Kren und beziehen sich gleichzeitig auf ein klassisches Motiv der Filmgeschichte. 18 years after his third film, «3/60: Trees in Autumn», Kurt Kren shot his masterpiece «37/78: Tree Again» in 1978. In 1998, Peter Tscherkassky made his third darkroom film, «L’Arrivée» (an homage to the Lumière brothers and their 1895 «Arrival of a Train»), and eventually, «Train Again» in 2021. His films are an homage to Kurt Kren that simultaneously tap into a classic motif of film history. Peter Tscherkassky (*1958 in Vienna) is one of Austria’s most important avant-garde filmmakers, as well as a founding member of Sixpack Film and organizer of several international avant-garde film festivals in Vienna and film tours abroad. Since 1984, he has written numerous publications and given lectures on avant-garde film.

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Tian Xia Wu Ya / All the Crows in the World Hong Kong 2021, 14'05", colour, Chinese/Zhuang with English subtitles, Fic Director/Script: Yi Tang Editor: Himing Lee Sound: Qi Liu Cast: Baohe Xue/Xuanyu Chen Producer: Haozheng Li Production: Fresh Wave Film Festival Limited, vicky_wong@freshwave.hk, +852 36194554 Distribution: Premium Films, mf@premium-films.com, premium-films.com

Die 18-jährige Studentin Shengnan wird zu einer mysteriösen Party eingeladen. Zu ihrer Überraschung trifft sie dort mehrheitlich auf schmierige Männer mittleren Alters. Doch einer von ihnen ist anders: Jianguo. Im Laufe des Abends lernen sich die beiden kennen. The short film follows an 18-year-old student, Shengnan, who is invited to a mysterious party by her cousin. Much to her surprise, the party is filled with sleazy middle-aged men. But one of them is different: Jianguo. As the night continues, the two form an unlikely bond. Yi Tang was born and raised in Fuzhou, China. Prior to filmmaking, she was an accounting major at college and a singer-songwriter at Universal Hong Kong. In her music, she boldly explored gender issues and sexuality in modern China. Her second short, «All the Crows in the World», is the 2021 winner of the Short Film Palme d’Or at Cannes. Yi Tang is now based in China and the US.

Three Songs for Benazir Afghanistan 2021, 22'00", colour, Pushto/Farsi with English subtitles, Doc Director: Elizabeth Mirzaei/Gulistan Mirzaei Photography: Elizabeth Mirzaei Editor: Melanie Annan/Christoph Wermke Sound: Stephen Davies/Gulistan Mirzaei Producer: Hamayoun Noori/Elizabeth Mirzaei/ Gulistan Mirzaei/Omar Mullick/Jamil Rezaei Production/Distribution: Gulistan Mirzaei, gulistanmirzaei@gmail.com

Die Geschichte von Shaista, der frisch mit Benazir verheiratet ist und in einem Lager für Vertriebene in Kabul lebt. Sein Traum, als erstes Mitglied seines Stammes der afghanischen Nationalarmee beizutreten, lässt sich nur schwer mit der Gründung einer Familie vereinen. Die Entscheidungen, die er für sein Leben mit Benazir treffen muss, haben schwerwiegende Konsequenzen. The story of Shaista, a young man who – newly married to Benazir and living in a camp for displaced persons in Kabul – struggles to balance his dreams of being the first from his tribe to join the Afghan National Army with the responsibilities of starting a family. The choices he must make to build a life with Benazir have profound consequences. Elizabeth and Gulistan Mirzaei are an AfghanAmerican filmmaking team. They founded Mirzaei Films to offer an indigenous window into modernday Afghanistan, making films that are recognized for their intimacy, rare access, and how they challenge perceptions of Afghanistan. They are based between California and Kabul and have two daughters together.


Pa vend / Displaced Kosovo 2021, 15'00", colour, Turkish/Albanian with English subtitles, Doc/Fic Director/Script/Photography: Samir Karahoda Editor: Enis Saraçi Sound: Memli Kelmendi Cast: Jeton Mazreku/Ermegan Kazazi Producer: Eroll Bilibani Production: Sk Pictures, eroll.bilibani@gmail.com, Distribution: Radiator IP Sales, ben@radiatorsales.eu, radiatorsales.eu

Kosovo, nach dem Krieg. Im Bestreben, ihren geliebten Sport am Leben zu erhalten, ziehen zwei Spieler von einer abgelegenen Ortschaft zur anderen. Mit dabei: ihre Pingpong-Tische. In post-war Kosovo, driven by the ambition of keeping their beloved sport alive, two local players wander from one obscure location to another, carrying with them their club’s only possession: their ping-pong tables. Samir Karahoda began working as a photographer in 1992. In 2003, he completed his photography studies at Mimar Sinan Fine Art University in Istanbul. In addition, he is also a cinematographer, tutor, and curator. «Displaced» is his second short film, which premiered in the official competition at Cannes in 2021 and was nominated for the European Film Awards 2021.

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Impossible Figures and Other Stories I Poland/Canada 2021, 16'10", colour/black & white, Polish with English subtitles, Ani Director/Script/Editor: Marta Pajek Animation: Alex Boya Sound: Michał Jankowski Production: Animoon, festival@miyu.fr, +33 984070441, National Film Board of Canada, J.Roy@nfb.ca, +1 5146192982 Distribution: Miyu Distribution, festival@miyu.fr

Nach einer Explosion wandert eine mysteriöse und elegante ältere Frau durch die verlassenen Strassen der Stadt und erinnert sich daran, was war und was hätte sein können. Following an explosion, a mysterious and elegant elderly woman wanders deserted city streets, recalling what was and what could have been. Marta Pajek is an award-winning Polish animation director. She graduated from the Academy of Fine Arts in Krakow, where she studied at the Animated Film Studio headed by Jerzy Kucia. Pajek’s style is shaped by an interest in art, graphic design, dance, psychology, spirituality, and human experiences. This film is the first and final part of her trilogy «Impossible Figures and Other Stories».

I


St. Jude France 2021, 16'21", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: Pauline Quinonéro Photography: Pauline Penichout Sound: Etienne André/Valentine Gelin Cast: Mathilde Weil/Mécistée Rhea/Brune Renault Producer: Emma Séméria Production: Too Many Cowboys, emma@toomanycowboys.com, pauline@toomanycowboys.com Distribution: Emma Séméria, emma@toomanycowboys.com, +33 613476261

In einem verlassenen Quartier, umgeben von einer rätselhaften Präsenz, durchquert Elisabeth die tiefe Finsternis ihrer Erinnerungen auf der Suche nach Florence, ihrer verschwundenen Liebe. Am anderen Ende des Walkie-Talkies erklingt eine Stimme, die sie auf ihrer Mission begleitet. In a deserted neighbourhood, surrounded by a mysterious presence, Elisabeth crosses the deep night of her memories in order to find Florence, her disappeared lover. On the other side of the walkie-talkie, an unknown voice arises and guides her in her quest. Pauline Quinonéro is a director and producer born in 1993 in Montpellier. After graduating from the University of Montpellier III, she directed her first short film, «Dancing Stars», before specializing in production. In 2018, she joined the company Too Many Cowboys. She is currently writing an essay on new and more inclusive approaches to production and representation in the film industry. «St. Jude» is her third short film.

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Minimal Sway While Starting My Way Up

Gorod Solnca / The City of the Sun

Netherlands 2021, 15'39", colour, English without subtitles, Doc/Exp

Russia 2021, 29'58", colour, Russian with English subtitles, Doc

Director/Script/Photography/Editor: Stéphanie Lagarde Producer: Daan Milius Production: Video Power, info@videopower.eu, videopower.eu Distribution: Video Power, claudia@videopower.eu, videopower.eu

Director/Script/Editor/Producer: Maria Semenova Photography: Alexander Aleshkovskiy Sound: Daria Gileva Production/Distribution: Ekaterina Rusakovich, assistant@eastwood.agency

Ein intelligenter Lift entdeckt die Welt und vermittelt uns den Zusammenhang zwischen Höhen und Tiefen: auf der einen Seite der Mega-Turm, Symbol sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Dominanz, auf der anderen Seite die Mine, Schauplatz von Rohstoffabbau und kolonialer Ausbeutung. Zweifel, Ängste und Sehnsüchte schmelzen im Bewusstsein des Lifts und die Existenz versucht, sich selbst zu rechtfertigen. As an intelligent elevator discovers the world, we get to know the links between heights and depths: the megatall tower, symbol of social, cultural, and economic domination, on the one hand; the deep mine, place of natural wealth extraction and colonial exploitation, on the other. As doubts, fears, and desires melt in the consciousness of the elevator, existence becomes a battle to justify itself. Stéphanie Lagarde (*1982) is a visual artist and filmmaker based in Paris. Her works deal with strategies of occupation and the organization of space in systems of objects, languages, and human beings. She won the Grand Prize at the BIEFF 2019 (Bucharest, Romania) and the international competition award of the Short Waves Festival 2019 (Poznan, Poland).

Russland. Sibirien. Die Kirche des Letzten Testaments ist hier angesiedelt. Einer ihrer Anhänger bringt seinen älteren Sohn mit zur Suche nach dem Paradies. Der Junge taucht immer tiefer in diese neue Welt mitten in der Taiga ein, während er gleichzeitig versucht, mit seiner Mutter und den in Moskau zurückgelassenen Erinnerungen in Verbindung zu bleiben. Russia. Siberia. The Last Testament religious community is located here. One of the followers of the community brings his elder son with him, looking for paradise. The boy dives deeper and deeper into this new world in the middle of the taiga, while also trying to stay connected with his mother and the memories left behind in Moscow. Maria Semenova was born in Moscow. She is a student in the directing department at the Gerasimov Institute of Cinematography (VGIK), where she takes the courses of Alexey Uchitel and Alexej Geleyn. She was the chair of the student jury at the Message to Man international film festival. «The City of the Sun» is her first short film.


Fire Season USA 2021, 7'25", colour, English without subtitles, Doc Director/Photography/Editor/Producer: Quinn Else Sound: Thierry Diab Production/Distribution: Quinn Else, quinnelse@gmail.com, quinnelse.com

Vier Jahre Waldbrände in Kalifornien, mit Nachrichtencrews, Schaulustigen und unserem pathologischen Bedürfnis, zu fotografieren. «Fire Season» dokumentiert das seltsame Publikum, das sich um die Waldbrände im südlichen Kalifornien versammelt mit Aufnahmen aus den Jahren 2017 bis 2020. Four years of California wildfires, news crews, rubberneckers, and our pathological need to photograph. «Fire Season» documents the strange spectators that gather around wildfires in Southern California. The film captures major fires that occurred between 2017 and 2020. Quinn Else is an award-winning filmmaker from Los Angeles, who tells odd, yet human stories inspired by real people and places. His narrative and documentary films have screened at a wide range of internationally renowned film festivals. He has won a Young Director Award and a Student Emmy. Online, he has received Vimeo Staff Picks and has been featured on Hulu, Short of the Week, NoBudge, and BOOOOOOOM TV.

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(third study for) Swedge of Heaven United Kingdom 2020, 14'46", colour, no dialogue, Ani/Exp Director/Animation/Sound/Producer: Richard Forbes-Hamilton Production/Distribution: Richard Forbes-Hamilton, richfh@hotmail.com, rforbeshamilton.co.uk

«(third study for) Swedge of Heaven» erörtert Erfahrungen im Verhältnis zu Orten und die Grenzen von virtuellen und realen Räumen. Mithilfe von experimentellen digitalen Animationstechniken inszeniert der Film Schauplätze in Essex, wo Rituale ausgeübt werden, und folgt einem lächelnden Maskottchen sowie einer neolithischen Fruchtbarkeitsfigur aus Holz Engaging with the nature of experience in relation to places, «(third study for) Swedge of Heaven» explores the borders of virtual and real spaces. Set in locations of ritual gatherings in Essex, the film follows a reanimated smiling rave mascot and a wooden Neolithic fertility figure, employing experimental digital animation techniques. Richard Forbes-Hamilton is an interdisciplinary artist currently living and working in London. His practice spans painting, video, sound, photography, and textiles. His work has been presented at film festivals and galleries, including Athens Animfest and the Whitechapel Gallery. He is an honorary research associate at the UCL Slade School of Fine Art.

II


Techno, Mama Lithuania 2021, 18'00", colour, Lithuanian with English subtitles, Fic Director/Script: Saulius Baradinskas Photography: Vytautas Katkus Editor: Karolis Labutis Sound: Andrius Kriščiu-nas Cast: Neringa Varnelyte. /Motiejus Aškelovičius Producer: Viktorija Seniut Production/Distribution: Flavio Armone, lightson@lightsonfilm.org, lightsonfilm.com

Nikita liebt Techno und träumt davon, den berühmten Club Berghain in Berlin zu besuchen. Seine Mutter Irena weisst nichts von den Träumen ihres Sohnes, und schon bald prallen ihre unterschiedlichen Erwartungen aufeinander. Nikita loves to listen to techno music and dreams of going to Berlin to visit the famous club Berghain. His mother Irena doesn’t know about her son’s dreams, and soon enough, their differing expectations clash. Saulius Baradinskas is a film and music video director from Lithuania. His 2019 debut short, «Golden Minutes», won various awards and travelled to more than 40 film festivals around the world. In 2020, Saulius was selected for Berlinale Talents. «Techno, Mama» premiered at the 78th Venice Film Festival.

Naya – Der Wald hat tausend Augen Netherlands 2021, 24'25", colour/black & white, Dutch with English subtitles, Doc Director/Script: Sebastian Mulder Editor: Nina Graafland Sound: Jacob Oostra Producer: Jasper Boon Production: [Boondocs], Jasper@Boondocs.nl, boondocs.nl Distribution: Square Eyes Film, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com

Naya ist mit einem GPS-Halsband von Deutschland nach Belgien gewandert. Als erste Wölfin in Belgien seit hundert Jahren macht sie Schlagzeilen – doch dann nimmt die Geschichte eine seltsame Wendung. Eine Collage aus Naturbildern und Aufnahmen von Überwachungskameras, die sich der Beziehung zwischen Mensch und Natur widmet. Naya has walked from Germany to Belgium tagged with a GPS collar. The first wolf in Belgium in a hundred years, she makes headlines – but her presence takes a mysterious turn. A collage of wildlife and surveillance camera imagery, which explores the relationship between humans and nature. Sebastian Mulder (*1994 in Nijmegen) explores the relationships between humans and nature, and the influence of technology on these relationships. In his experimental and poetic documentaries, he questions our world’s future. Sebastian also teaches at the photography museum FOAM and at Eye Filmmuseum in Amsterdam, conducting film and photography workshops and tours.

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The Trees Lebanon 2020, 22'41", colour, Arabic with English subtitles, Fic Director/Producer: Ramzi Bashour Photography: Alfonso Herrera-Salcedo Editor: Hasan Hadi Cast: Nadim Shartouny Production/Distribution: Ramzi Bashour, the.trees.contact@gmail.com, +1 9172444990

An der Beerdigung seines Vaters im ländlichen Libanon entdeckt Bashir, dass ein Krankheitserreger die Bäume im Dorf befallen hat. Eine schwarze Komödie über Tradition, Trauer und die Umwelt. Bashir attends his father’s funeral in rural Lebanon, only to discover a pathogen infecting the trees across his village. A dark comedy about tradition, grief, and the environment. Ramzi Bashour is a Syrian-American filmmaker who grew up in Beirut, Lebanon. He has worked in kitchens, in journalism, as a teacher, sound designer, and videographer. He completed his MFA at the Tisch School of the Arts and currently lives and works in New York.


Anxious Body France/Japan 2021, 5'46", colour, no dialogue, Ani Director/Script/Animation/Editor: Yoriko Mizushiri Production: Luce Grosjean, luce@miyu.fr, +33 674232951 Distribution: Miyu Distribution, festival@miyu.fr

Unser Körper fühlt etwas und wird unruhig. Und weil er unruhig ist, will er etwas fühlen. Texturen, Formen, Berührungen: Alle möglichen Assoziationen werden hervorgerufen und schrankenlos miteinander vermischt. Our body feels something and becomes anxious, and because it is anxious, it wants to feel something. Textures, shapes, and touches: all kinds of associations are evoked and mixed together without boundaries. Yoriko Mizushiri is a freelance film director who graduated from the Joshibi University of Art and Design in Japan. Her hand-drawn animations offer haptic suggestions, delve into fragments of daily life, tiny gestures, and moments, and delve deep into the abysses of the unconscious. The serene rhythm of Mizushiri’s works leaves the door open for the viewers’ own intimate interpretation.

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Nanu Tudor / My Uncle Tudor Hungary/Portugal/Belgium 2020, 20'04", colour, Russian/Romanian with English subtitles, Doc Director: Olga Lucovnicova Production: DocNomads, frederik.nicolai@luca-arts.be Distribution: Olga Lucovnicova, looktvc@gmail.com, olgalucovnicova.com

Nach 20 Jahren des Schweigens kehrt die Filmemacherin zum Haus ihrer Urgrosseltern zurück, wo sie einst missbraucht wurde. Sie trifft ihre Familie. Alte Tanten sprechen über die Vergangenheit. Nach und nach konfrontiert sie ihren Onkel mit ihrem Trauma, für das er verantwortlich ist. After 20 years of silence, the filmmaker travels back to the house of her greatgrandparents, where she was subjected to abuse. She meets her family. Old aunts talk about the past. Little by little, she confronts her uncle with her trauma, for which he is responsible. Olga Lucovnicova is a Moldovan documentary filmmaker based in Belgium. She is particularly interested in people and their personal stories, which can generate social change and create a platform for discussion. Her film style combines observational cinema with poetic elements, where human emotions and feelings are the focus.

III


The Bang Straws

Sans velours

Entelequia / Entelechy

United Kingdom 2021, 17'12", colour/black & white, English/Mandarin without subtitles, Fic/Exp

France/Belgium 2021, 27'00", colour, French with English subtitles, Fic

Colombia 2021, 20'23", colour, Spanish with English subtitles, Fic

Director/Script: Michelle Williams Gamaker Photography: Tom Wright Editor: Elan Gamaker Sound: Sara Pinheiro/Martin Clark Cast: Nathan Osgood/Pamela Hay/Dahong Wang/ Robert Slade Producer: Qila Gill Production/Distribution: Michelle Williams Gamaker, michellewilliamsgamaker@gmail.com

Director/Script: Louise Dendraën Photography: Camille Sultan/Edouard Outters/ Louise Dendraën Editor: Agathe Hervieu/Mira Matthew Sound: Maxime Roy/Marcellino Costenaro/ Barbara Juniot/Tristan Soreau/Simon Morard Cast: Julie Sokolowski/Joseph Régnier Producer: Erika Meda/Maud Deschambres/ David Borgeaud Production: maud@lendroit-films.com, Roue Libre Production, david@rouelibreprod.be Distribution: Maud Deschambres, contact@lendroit-films.com

Director/Script/Editor: Daniel Ochoa Photography: Juan Camilo Arias Sound: Sara Fernández Cast: Javiera Valenzuela/Valeria Tascon/ Ángel Maria Alonso Producer: María Nelly Sánchez/Augusto Ochoa/ Daniel Ochoa Production: Jaime E Manrique, filmagency@bogoshorts.com Distribution: Bogoshorts Film Agency, filmagency@bogoshorts.com, +57 13001847 (Ext. 222)

Dieser Kurzfilm basiert auf «The Good Earth» von Sidney Franklin (1937), einem berüchtigten Fall von Diskriminierung beim Casting. Obwohl ihr Talent und ihre Spiellust offensichtlich sind, wird eine chinesisch-amerikanische Schauspielerin abgelehnt, und die Rolle geht an eine weisse Frau. Die Brutalität des Casting-Prozesses ist ein wiederkehrendes Motiv im Werk von Michelle Williams Gamaker. This short is based on the film «The Good Earth» by Sidney Franklin (1937), one of cinema’s most notorious cases of casting discrimination. Although a Chinese-American actress shows talent and an evident desire to play, she is rejected, and the role is given to a white actress. The violence of the casting process is a recurring motif in Michelle Williams Gamaker’s work. Michelle Williams Gamaker (*1979 in London) works with performance and video in fictional and documentary modes to explore the intergenerational effects of colonialism, especially in the context of postcolonial conditions of exile, alienation, and physical and mental health issues.

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Eine Stimme verkündet: «Die Story beginnt mit einer Zugfahrt. Die Hauptfigur kehrt für einen Tag in die Stadt ihrer Kindheit zurück.» Mit seinem Hund reist Edouard durch die nordfranzösische Küstenstadt Le Touquet, wo er aufgewachsen ist. Dort trifft er Giulia, seine Jugendliebe, die auf der anderen Seit der Brücke – im Fischerdorf – lebte.

In einem Bauerndorf in den Bergen ermordet ein Mann eine Frau im Glauben, dass ihn niemand gesehen hat. Doch das religiöse Umfeld und sein eigener Glaube erzeugen Schuldgefühle, die ihn nicht zu seinem Alltag zurückkehren lassen. In atmosphärischen Bildern, die an den magischen Realismus Lateinamerikas erinnern, thematisiert der Film das Verhältnis von Patriarchat, Gewalt und Religion.

A voice announces: «The story begins with a train ride. The main character returns to the city of his childhood for a day.» With his dog, Edouard is passing through Le Touquet, the northern French seaside resort where he grew up. There, he meets Giulia, his childhood sweetheart, who lived on the other side of the bridge, in the fishing village.

In a peasant village in the mountains, a man murders a woman in the belief that no one has seen him. Guilt, fed by the religious context of the setting and by his own faith, prevent him from resuming his daily life. Atmospheric images reminiscent of Latin American magic realism explore the relationship between feudal patriarchy, violence, and religion.

Louise Dendraën lives in Paris. In 2014, she wrote and directed «Septembre» in the seaside town Le Touquet, where she grew up. The same two desires – to observe her town off season and to instil fiction into a real-life context – led her to make «Sans velours». Louise keeps exploring this path by co-directing a film with Belgian filmmaker Maud Neve.

Daniel Ochoa is a historian and film and television director from Colombia. He has worked as a professor in the history department of the Universidad Javeriana, as a scholar of social sciences, and as a documentary and television director. In 2015, he directed his first short film, «Teiko», which was selected by several festivals.


Cabra Cega / Blindman’s Buff

Bébé Colère / Baby Anger

Portugal 2021, 16'07", colour, Portuguese with English subtitles, Fic

Italy/France 2020, 13'28", colour, French with English subtitles, Ani/Fic

Director: Tomás Paula Marques Script: Inês Pinheiro Torres/Rodrigo Vaiapraia/ Marcelo Tavares/Tomás Paula Marques Photography: Manuel Pinho Braga Editor: Clara Jost/Jorge Jácome Sound: Marcelo Tavares Cast: Francisca Silva/Gaspar Menezes/ Eluisa Muambi Producer: Cristiana Cruz Forte/ Tomás Paula Marques/Patricia Silva Production/Distribution: Luís Lemos, tomaspmpt@gmail.com

Director/Script/Editor: Jonathan Vinel/Caroline Poggi Animation: Hugo Glavier/Lucien Krampf/ Stanislas Bécot Sound: Victor Praud/Lucas Doméjean/Olivier Voisin Cast: Barbara Braccini/Jonathan Vinel/ Caroline Poggi Production/Distribution: Jonathan Vinel, jonathanvinel05@gmail.com

Gabi glaubt, dass sie für den Kampf gegen Ungerechtigkeiten gewappnet ist. Eines Tages erfährt sie, dass ihr Bruder Daniel im Quartier gemobbt wird und will sich für ihn rächen. Dabei realisiert sie, dass es wohl die Geister der Vergangenheit sind, die sie mit vielen Zufällen auf die Probe stellen wollen. Gabi believes in her ability to act in times of injustice. One day, she finds out that her brother Daniel is a victim of bullying in their neighbourhood. While trying to avenge him, Gabi realizes that perhaps all the coinciding events related to her brother are a test from ghosts of the past. Tomás Paula Marques (*1994) studied directing at the Lisbon Theatre and Film School. Her graduation film, «Em caso de fogo», won the Orona Prize at the San Sebastián International Film Festival. Since then, she has obtained a postgraduate degree in sociology and worked as an editor with several directors. Paula is currently developing a master’s project at Elías Querejeta Zine Eskola.

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Ein verlorenes Baby, mit der zeitgenössischen Welt und ihrer Leere konfrontiert, fragt sich, wie es aufwachsen soll in der von imaginären Freunden bevölkerten Einsamkeit, mit existenziellen Zweifeln und unbeantworteten Fragen, zwischen Trauer, Illusion und Verzweiflung. Der Film ist Teil eines Zyklus von Videoarbeiten im Auftrag der Fondazione Prada. A lost baby, confronted with a contemporary world and its empty spaces, asks himself how to grow up, while living with the loneliness filled by imaginary friends, with existential questions, and unanswered queries, oscillating between moments of sadness, illusion, and despair. The film is part of a cycle of video works commissioned by the Fondazione Prada. Jonathan Vinel (*1988) studied film editing at La Fémis in Paris. Caroline Poggi (*1990) studied film at the University of Corsica. Together, they explore the thin line between video games and cinema. In 2015, they won the Golden Bear at Berlinale for «Tant qu’il nous reste des fusils à pompe».

IV


Songs for Dying Thailand 2021, 30'18", colour, Thai with English subtitles, Exp Director: Korakrit Arunanondchai Production/Distribution: Korakrit Arunanondchai, gallery@carlosishikawa.com, carlosishikawa.com

In vielen menschlichen Glaubenslehren ist die Grenze zwischen Leben und Tod durchlässig. Der Tod trennt die Verstorbenen nicht endgültig von den Lebenden, er ist vielmehr die Erfahrung eines Schwellenmoments, in dem das Bewusstsein eine andere, gesteigerte Form annimmt. Davon ausgehend vereint Korakrit Arunanondchai in seinem Film Persönliches, Intimes, Politisches, Technologisches und Spirituelles zu einer globalen und universellen Erzählung. In «Songs for Dying», Korakrit Arunanondchai unites the personal and intimate with the spiritual, the technological, politics, and a global narrative. The boundary between the living and the dead is permeable in several belief systems, in which the dead are considered dependent on the living to attain the healing that makes their eternal rest possible. Korakrit Arunanondchai’s multi-layered practice – which includes filmmaking, painting, installation, and performance – reflects on technology and spirituality, the accumulation of data, the fragility of memory, the interfaces between world history and personal experience, and the Anthropocene. His work has been included at the Venice Biennale, Whitney Biennale, and Dhaka Art Summit.

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Fantasma Neon / Neon Phantom

Why Is the Sky Dark at Night?

Brazil 2021, 20'00", colour, Portuguese with English subtitles, Doc/Fic

Bhutan 2021, 22'59", colour, Dzongkha with English subtitles, Fic

Director/Script: Leonardo Martinelli Photography: Felipe Quintelas Editor: Lobo Mauro Sound: Caio Alvasc/Gustavo Andrade Cast: Silvero Pereira/Dennis Pinheiro Producer: Ayssa Yamaguti Norek/Leonardo Martinelli/ Rafael Teixeira Production/Distribution: Leonardo Martinelli, leonardomartinelli.nave@gmail.com

Director/Editor: Kelzang Dorjee Script: Tashi Gyeltshen Photography: Jigme T. Tenzing Sound: Deigo Ezpeleta/Roope Ahola Cast: Tashi Namgyal/Pema Gyeltshen/Singye Bidha/ Kunzang Wangmo/Dorji/Phuntsho Wangmo/ Sonam Chorten/Tshering Yangden/Jigme Thinley/ Sikbir Bishwa/Yeshey Tsheltrim/Yeshey Zangmo Production/Distribution: Kelzang Dorjee, kelzangdorjees@gmail.com

João arbeitet als Bote und träumt davon, ein Motorrad zu besitzen. Alles werde wie einem Musicalfilm sein, wurde ihm gesagt. João is a delivery man who dreams of having a motorcycle. He was told that everything would be like in a musical film. Leonardo Martinelli is an audiovisual artist from Rio de Janeiro. His films have been selected for more than 300 film festivals and museums worldwide. In 2020, Martinelli was mentioned as one of the top 10 new Brazilian filmmakers by Papo de Cinema. In 2021, his film «Fantasma Neon» won the Pardino d’oro for best international short film at the Locarno Film Festival.

Dema lebt ein langweiliges Leben und schuftet in einer Metzgerei. Gegenüber vom Laden befinden sich eine enge Gasse und eine leere Wand, die als Bühne dienen – vielleicht für Demas eigenes Leben von damals und heute. Durch die flüchtigen Begegnungen mit Kunden und Passantinnen entdeckt Dema auch die Stadt, in der sie lebt. Dema lives a pedestrian life, grinding away in a butcher’s shop. Across the shop, there is a dingy, narrow alley and an empty wall, which function as a stage, perhaps for Dema’s own life, both past and present. Through ephemeral encounters with customers and strangers who pass by the shop, she also discovers the city she lives in. Kelzang Dorjee is a self-taught filmmaker from Bhutan. He made his first short film titled «The Little Rockstar» in 2011. His second short, «A Song of Silence», was screened in Locarno in 2018. «Why Is the Sky Dark at Night?» is his third short. He was also the assistant director for «The Red Phallus» by Tashi Gyeltshen and «Lunana: A Yak in the Classroom» by Pawo Choyning Dorji.


Babičino seksualno življenje/ Granny’s Sexual Life Slovenia/France 2021, 13'40", colour, Slovenian with English subtitles, Doc/Ani Director: Émilie Pigeard/Urška Djukić Script: Maria Bohr/Urška Djukić Animation: Émilie Pigeard Editor: Urška Djukić Sound: Julij Zornik Producer: Edwina Liard/Boštjan Virc/Nidia Santiago/ Olivier Olivier Catherin Production: Ikki Films, edwina@ikkifilms.com, Studio Virc, bostjan@studio-virc.si, +49 15237674084 Distribution: Varicoloured OÜ, info@varicoloured.eu, +39 3397790885

Eine Zeitreise in die Jugend der Grossmutter und ihre intimsten Erinnerungen illustrieren die Stellung der slowenischen Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. A trip into grandmother’s youth and her intimate memories illustrate the status of Slovenian women in the first half of the 20th century. Émilie Pigeard was born 1990 in Les Lilas, France. She dreamed of becoming a magician or a lawyer but eventually attended the École des Arts Décoratifs in Paris, specializing in animation. In 2014, she studied at the University of Television and Film in Germany (HFF) as part of an Erasmus exchange programme. In her films, she combines her natural flair for storytelling with a sense of humour. Urška Djukić (*1986) studied at the Academy of Arts in Nova Gorica. By combining live-action film, animation, and various forms of experimental techniques, Urška creates hybrid visual narratives and is especially focused on exploring topics of contemporary womanhood.

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V


Late Blooming in a Lonely Summer Day Myanmar 2021, 20'00", colour, Burmese with English subtitles, Fic Director/Script: Sein Lyan Tun Photography/Editor: Kaung Myat Thu Kyaw Cast: Myo Thandar Tun Producer: John Badalu Production/Distribution: Sein Lyan Tun, seinlyantun@gmail.com, +95 95321312

Eine einsame Frau in Yangon verliert aufgrund des Covid-Lockdowns ihren Job als Restaurantköchin. Doch der Tag nimmt eine Wendung zum Guten, als ihr jüngerer, attraktiver Mitarbeiter sich später mit ihr treffen will. Liebevoll beobachtet der Film die emotionale Protagonistin, während sie sich auf das Date vorbereitet. A lonely middle-aged woman in Yangon has just lost her job as a restaurant cook due to the Covid lockdown. However, the day takes an exciting turn when her younger, attractive co-worker agrees to meet her later. Tenderly, the film observes the protagonist’s rituals and emotional rollercoaster as she prepares for the date. Sein Lyan Tun is an emerging filmmaker from Myanmar. His documentary work about the abuse of a disabled ethnic girl, «Unsilent Potato», is well-known in Myanmar and Southeast Asia. His latest short film, «Late Blooming in a Lonely Summer Day», celebrates its world premiere at Kurzfilmtage. He is currently working on his first feature-length film, «The Beer Girl in Yangon». Sein is an alumnus of the Myanmar Script Fund.

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Ob Scena / Ob Scene

North Pole

Argentina 2021, 17'33", colour, Spanish with English subtitles, Doc

North Macedonia 2021, 15'04", colour, Macedonian with English subtitles, Fic

Director/Script/Cast: Paloma Orlandini Castro Photography: Felipe Bozzani/Manuel Pasik Editor/Sound: Zoe Fahler Producer: Manuel Pasik Production: Om, manuelbetoldi@gmail.com, +54 91144405577 Distribution: FilmsToFestivals, filmstofestivals@gmail.com, filmstofestivals.com

Director/Script: Marija Apcevska Photography: Vladimir Samoilovski Editor: Dragan Von Petrovic Sound: Igor Popovski/Bojan Palikuca Cast: Antonija Belazelkoska/Luka Mitev Producer: Robert Naskov Production: Kino Oko, robert@kinooko.com.mk, kinooko.com.mk Distribution: Robert Naskov, robert@kinooko.com.mk, kinooko.com.mk

Die Filmemacherin widmet sich klinischen Studien über Sexualität, die Psychiater in den 1980er Jahren verfasst haben, und verknüpft diese mit der heutigen Mainstream-Pornografie. Eine intime Reflexion darüber, wie soziale Kontrolle auf subtile Weise in Darstellungen von Sex einfliesst. In «Ob Scene», the filmmaker explores clinical studies about sex and sexuality written by psychiatrists in the 1980s and establishes a link with today’s mainstream pornography. An intimate reflection on how social control discreetly infiltrates representations of sex. Paloma Orlandini Castro lives in Buenos Aires, where she studied documentary filmmaking at the Universidad Nacional de San Martín. She also trained in the digital restoration of archival film material. «Ob Scena», her first work, won the award for best short film at BAFICI and continues its journey through the festival circuit.

Es ist ein kalter und nebliger Winter und die junge Margo passt nicht so richtig zu den übrigen Mädchen in ihrer Klasse. Sie fasst einen Plan: Wenn sie ihre Jungfräulichkeit verliert, wird sie vielleicht endlich zur coolen Clique gehören. Verbissen verfolgt sie ihr Ziel – aber ist es wirklich das, was sie will? It’s a cold and misty winter, and awkward teenager Margo does not quite fit in with the other girls in her class. So, she makes a plan: maybe if she loses her virginity, she will finally belong among the popular kids. Doggedly, she pursues her goal – but is that really what she wants? Marija Apcevska’s shorts have travelled to festivals worldwide and won several awards, with «Bardo» premiering at Berlinale Generation. She is the creator of the TV series «Zoki Poki», the only North Macedonian TV series broadcast in Scandinavia. Her latest film, «North Pole», which premiered at Cannes, was one of the award-winning projects at European Short Pitch 2019.


Rehearsal

In Flow of Words

Nigeria 2021, 14'30", colour, English without subtitles, Fic

Netherlands 2021, 22'17", colour, Serbian/Croatian/ Bosnian/English with English subtitles, Doc

Director/Script/Editor: Michael Omonua Photography: KC Obiajulu Sound: Tolulope Emmanuel Adesoji Cast: Chimezie Imo/Amanda Oruh/Brutus Richard/ Ruby Akubueze Producer: DonPaul Umana Production/Distribution: Michael Omonua, cine9ja@gmail.com, rehearsalthefilm.com

Director/Script/Editor: Eliane Esther Bots Photography: Daniel Donato Sound: Sergio Gonzalez Cuervo Producer: Manon Bovenkerk Production: Wouter Jansen, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com Distribution: Square Eyes Film, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com

Eine Gruppe von StudentInnen probt ein Theaterstück über eine Wunderheilung. Was ist real und was ist gespielt? Immer mehr lösen sich die Grenzen auf zwischen Theater und Realität, Glauben und Aberglauben, Kirche und Glaubwürdigkeit.

Der Film erzählt die Geschichte von drei DolmetscherInnen am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien. Sie mussten schockierende Berichte von ZeugInnen, Opfern und TäterInnen übersetzen, ohne ihre eigenen Gefühle und persönlichen Geschichten ins Spiel zu bringen. Im Gegensatz zu ihrer Rolle am Gericht rückt der Film ihre eigenen Stimmen und Erfahrungen ins Zentrum.

A group of students in blue uniforms practice a theatre performance about a miracle healing. What is real and what is performed? More and more, the boundaries between theatre and reality, faith and superstition, church and credibility dissolve. Michael Omonua is a Nigerian-British director and screenwriter based in Lagos, Nigeria. He graduated from the University College of the Creative Arts and went on to make several short films and one feature film. His latest short, «Rehearsal» (2021), screened in competition at several festivals. Omonua is currently developing his second feature film as well as a miniseries for television.

«In Flow of Words» follows the narratives of three interpreters of the International Criminal Tribunal for the former Yugoslavia. They had to interpret shocking testimonies from witnesses, victims, and perpetrators, without ever allowing their own emotions and personal histories to be present. Contrary to their position at the tribunal, this film places their voices and experiences centre stage. Eliane Esther Bots (*1986) holds a master’s degree in film from the Netherlands Film Academy. Her films have screened at IDFA, Berlinale, Cinéma du Réel, the New York Film Festival, International Short Film Festival Oberhausen, and Go Short Nijmegen. She is a lecturer at the University of the Arts Utrecht.

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VI


Bestia

Parade

Inherent

Chile 2021, 15'54", colour, no dialogue, Ani

France 2021, 20'11", colour, French with English subtitles, Doc/Fic

France 2021, 16'21", colour, no dialogue, Fic

Director/Editor: Hugo Covarrubias Script: Hugo Covarrubias/Martín Erazo Animation: Hugo Covarrubias/Matías Delgado Sound: Roberto Espinoza/Niles Attalah Production: Trebol 3 Producciones, festival@miyu.fr, +56 984070441, Maleza Estudio Distribution: Miyu Distribution, festival@miyu.fr

Der auf wahren Ereignissen basierende Film erzählt vom Leben einer Geheimagentin während der Militärdiktatur in Chile. In ihrer Beziehung zu ihrem Hund, ihrem Körper und ihren Ängsten offenbaren sich die Risse in ihrer Psyche und im Land. Based on true events, «Bestia» explores the life of a secret police agent during the military dictatorship in Chile. Her relationship with her dog, her body, her fears, and frustrations reveal the grim fractures in her mind and in the country. Hugo Covarrubias (*1977 in Santiago) is a stopmotion director and animator. He is the founder of the Maleza theatre company, pioneers in mixing theatre with animation. Hugo directed the short films «El Almohadón de Plumas» and «La Noche Boca Arriba». With Zumbástico Studios, he has directed the series «El Ogro y el Pollo» and «Horacio y los Plasticines», and he is a co-creator and director of the series «Puerto Papel».

Director/Script: Inès Sieulle Photography: Jorge Piquer Rodriguez Animation: Ines Sieulle/Nicolas Gourault Editor: Olivia Degrez Sound: Pierre Dernoncourt Production/Distribution: Le Fresnoy - Studio national des arts contemporains, ntrebik@lefresnoy.net, lefresnoy.net

Ein Nachtarzt geht durch ein Dorf, das von Fleischfliegen befallen ist. Drinnen und draussen treffen die Wintertouristen von Bessans auf die ländliche Bevölkerung. A night doctor goes through a village invaded by the Wohlfahrtia magnifica fly. Inside and outside, the winter tourists of Bessans rub shoulders with the rural residents. Inès Sieulle (*1996) is a filmmaker and artist who studied at Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains. She directed «Le souffle du taureau» (2020) and «Paranoid Flight» (2021) before her graduation film, «Parade» (2021). Her work aims to shed light on the contemporary social dynamics that surround her.

Director/Script: Nicolai G.H. Johansen Photography: Sebastian Bjerregaard Editor: Yifan Zhou Sound: Asger Midjord Rasmussen Cast: Noah Skovgaard Skands/Sandra Guldberg Kampp Producer: Anna Sollested Production: Snowgloble, anais@manifest.pictures, +45 27623034 Distribution: Manifest, anais@manifest.pictures, +33 620542430

Horror trifft auf Kleinstadt-TeenagerRomanze. Ein Mädchen zieht durch die Strassen und beobachtet einen Jungen. Doch sie scheint an etwas anderes gefesselt zu sein. Im Dachstock ihres Hauses wohnt eine finstere Gestalt, der sie dient. Je mehr sie sich in den Jungen verknallt, desto mehr ist sie zwischen ihrem Verlangen und ihren Verpflichtungen hin- und hergerissen. Gothic horror meets small town teenage romance as the film follows a girl roaming the streets, gazing at a boy. Soon it becomes clear that she is bound to something. In the attic of her house resides a sinister presence whom she serves. As her infatuation grows, she is torn between her desires and her ties. Nicolai G.H. Johansen (*1994) graduated from the Danish independent film school Super8 in 2021. He is interested in character-driven narratives, usually centring on lonely people struggling to connect to the world. Fascinated by the inner life and rhythms of these characters, he likes to subvert genre expectations in order to find the relatable in the irregular.

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The Coast India 2020, 17'28", colour, no dialogue, Doc/Exp Director/Photography/Editor/Sound/Producer: Sohrab Hura Production/Distribution: Ugly Dog Productions, sohrab.hura@gmail.com, sohrabhura.com

«The Coast» wurde nachts während religiöser Festivitäten in einem Dorf in Südindien gefilmt. Die Grenze zwischen Land und Wasser markiert einen befreienden Übergangspunkt. Wer die Schwelle überschreitet, erlebt Angst, Überraschung, Wut, Trauer, Vertrauen, Aufregung, Verachtung – aber auch Verzückung beim Wegwaschen der Maskerade. «The Coast» was filmed in the dark of the night during religious festivities in a village in South India. The boundary between land and water becomes a point of release beyond which characters experience fear, surprise, anger, sadness, trust, anticipation, excitement, contempt – but also rapture as they wash off their masquerade. Sohrab Hura (*1981 in West Bengal, India) lives and works in New Delhi, India. Hura uses an autobiographical approach to engage with the wider world through publications, photography, film, text, and sound. His films «Pati» (2010), «The Lost Head & The Bird» (2017), «Bittersweet» (2019), and «The Coast» (2020) have been screened at international festivals including Berlinale and Oberhausen.

Saint Jean-Baptiste / Saint John the Baptist France 2021, 19'50", colour/black & white, French with English subtitles, Doc Director/Photography/Editor: Jean-Baptiste Alazard Sound: Raphaël Hénard Producer: Vincent Le Port Production: Stank, contact@stank.fr, +33 651665199 Distribution: Vincent Le Port, contact@stank.fr, stank.fr

«Ihr Schlangenbrut, wer hat euch denn gelehrt, dass ihr dem kommenden Gericht entrinnen könnt? Zeigt durch Taten, dass ihr euer Leben wirklich ändern wollt!» – Johannes der Täufer, Matthäus-Evangelium. Wie ein nostalgisches Tagebuch erzählt der Film von zehn Jahren im Leben des Filmemachers und seiner FreundInnen: Durch Partys und Krisen hindurch wollen sie jeden Moment festhalten und sich an gemeinsame Zeiten erinnern. Eine Ode an das heidnische Leben und das gemeinschaftliche Zusammenleben. «You brood of vipers! Who taught you to flee from the coming wrath? You want to change the world? Show it.» – John the Baptist, Gospel of Matthew. Like a nostalgic diary, the film retraces ten years in the life of the filmmaker and his friends, through parties and struggles, trying to grasp every moment and to remember those spent together. It is an ode to pagan life, to communities, and to those gestures that have allowed us to live together for ten thousand years. Jean-Baptiste Alazard was born in 1985 in the South of France and lives in the Pyrenees. He has directed three feature-length documentaries: «La Buissonnière» (2013), «Alléluia» (2016), and «L’Âge d’or» (2020).

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VII


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VII


Schweizer Wettbewerb Swiss Competition

I: Alles unter Kontrolle? Running time 92' Wednesday, 10 November 2021, 20:30, Casino 2 Saturday, 13 November 2021, 16:30, Casino 1 Sunday, 14 November 2021, 15:30, Kino Cameo II: Was kostet die Welt? Running time 89' Thursday, 11 November 2021, 22:00, Casino 1 Friday, 12 November 2021, 20:00, Theater Winterthur Sunday, 14 November 2021, 13:00, Kino Cameo III: Zurück zum Wandel? Running time 88' Friday, 12 November 2021, 17:00, Theater Winterthur Saturday, 13 November 2021, 20:00, Theater Winterthur Sunday, 14 November 2021, 11:00, Kino Cameo

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Anabase Switzerland 2021, 27'28", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script: Benjamin Goubet Photography: Emmanuel Fraisse Editor: Anna Jacob Gauzit Sound: Léa Célestine Bernasconi/Yatoni Roy Cantù Cast: Mina Squalli-Houssaïni/Robin Belluard Producer: Nicolas Wadimoff/Delphine Jeanneret Production/Distribution: HEAD – Genève, Département cinéma, delphine.jeanneret@hesge.ch, hesge.ch/head/

In Genf patrouillieren nachts Wächter durch die Stadt. Sie schützen und sichern. Sony arbeitet in einer Bank, Ana ist Empfangsdame. In der Bank findet ein simulierter Terroranschlag statt. Rundherum scheint eine tiefe Melancholie zu herrschen, denn zwei Sterne treffen aufeinander. In Geneva, guards patrol the city at night. Their job is to protect and safeguard. Sony works for a bank; Ana is a receptionist. A simulated terror attack happens at the bank. A deep melancholy sets in as two stars meet. After studying economics in France and South Korea, Benjamin Goubet worked as an editor on several films before joining HEAD Geneva in 2018. He obtained his bachelor’s degree in 2020 with the film «Anabase».

Die mit * markierten Filme sind auch für die Preise des Internationalen Wettbewerbs nominiert. Films marked with an * are also nominated for the awards of the International Competition.

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Manchmal weiss ich nicht wo die Sonne / Sometimes I Don’t Know Where the Sun Switzerland 2021, 3'50", colour/black & white, German/English with English subtitles, Ani Director/Script/Animation: Samantha Aquilino Sound: Loïc Kreyden Producer: Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ein Hummer, eine Katze, ein Reh. Gefährliche Rebellen. Ein Mensch sucht Verbindung. Er wagt sich nach draussen und stösst auf das Reh. Er stösst auf die Katze. Sie stossen sich ab. Scheint die Distanz zwischen ihnen noch so klein, ist das Gefühl von Vertrautheit dennoch weit entfernt. Unser Mensch teilt einen Apfel, um in Reichweite der Tiere zu kommen. A lobster, a cat, a deer. Dangerous rebels. A human being is looking for connection. He ventures outside and encounters the deer. He meets the cat. They repel each other. No matter how small the distance, the feeling of intimacy remains elusive. Our human shares an apple in order to come within reach of the animals. Samantha Aquilino attended a preparatory course in design at the Lucerne School of Art and Design and is currently completing her bachelor’s degree in animation. Samantha is also active as a visual artist and has shown her work in several exhibitions.

And Then We Touch Switzerland 2021, 13'30", colour, no dialogue, Doc Director/Script/Editor/Producer: Benjamin Egger Photography: Andi Widmer Sound: Reto Stamm Production/Distribution: Benjamin Egger, mail@benjaminegger.com, benjaminegger.com

Eine intime Szene in einem Wohnzimmer: Die Kamera zeigt die sanften Berührungen und spielerischen Handlungen zweier als Hunde gekleideter Männer. Der Film eröffnet einen faszinierenden Raum zwischen Mensch und Nicht-Mensch und konfrontiert uns als menschliche Tiere mit dem Bedürfnis nach Sinnlichkeit, Berührung und Verspieltheit. An intimate scene in a living room. The camera shows the tender touch and playful interaction between two men dressed as dogs. Opening up a fascinating space between the human and the non-human, the film confronts us with our animal nature and our need for sensuality, touch, and playfulness. Benjamin Egger is a visual artist who focuses on the relationship between the human and the nonhuman animal. Currently living in Zurich, he studied transdisciplinary studies and fine arts at the Zurich University of the Arts and the Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem.


Über Wasser / On Solid Ground* Switzerland 2021, 12'15", colour, German/Swiss German with English subtitles, Fic Director/Script: Jela Hasler Photography: Andi Widmer Editor: Florian Geisseler Sound: Mourad Keller Cast: Sofia Elena Borsani/Giorgina Hämmerli/ Miro Maurer Producer: Anne-Catherine Lang/Olivier Zobrist Production: Langfilm / Bernard Lang AG, oz@langfilm.ch, langfilm.ch Distribution: Kapitein Kort, info@kapiteinmedia.nl, kapiteinkort.nl

Eine Stadt im Sommer. Die morgendliche Erfrischung im Fluss hält nicht lange an, lähmende Hitze bedeckt die Stadt, unter der vermeintlich triviale Alltagskonflikte plötzlich an Gewicht zunehmen. Eli versucht der Enge und Hektik der Stadt zu entfliehen, wird aber immer wieder mit Aggressionen konfrontiert. Und die Wut beginnt sich in ihr aufzubauen. A city in summer. The effect of a refreshing morning swim in the river doesn’t last long. Stifling heat smothers the city, and seemingly trivial conflicts suddenly become weightier. Eli wants to escape the confines and bustle of the city, but as she is repeatedly confronted with aggression, anger builds up inside her. Jela Hasler is a director and photographer from Zurich. Her critically acclaimed short films have been screened at a wide range of festivals and won several prizes. Jela is also a board member and the general secretary of Pro Short, the Swiss association for short films.

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White Shadow* Switzerland/United Kingdom 2021, 10'24", colour, English with English subtitles, Fic/Exp Director/Animation/Editor/Sound: Claude Piguet/ Annelore Schneider Script: Annelore Schneider Production/Distribution: Annelore Schneider, info@collectif-fact.ch

In diesem hypothetischen Szenario haben sich alle Fotos der Welt in die Objekte verwandelt, die sie abbilden. Das Video zeigt eine schwindelerregende Architektur, eine Welt, in der Bilder die Oberhand gewonnen haben und den Raum verwandeln. Sie werden zur einzigen Realität, die noch zu sehen ist, während sich die ganze Welt nach innen wendet. In this hypothetical scenario, all the world’s photos have transformed into the objects they depict. The video shows a dizzying architecture, a world where images have gained the upper hand. They become the only reality that is still visible, as the whole world is turning inwards. The collectif_fact consists of Annelore Schneider (*1979) and Claude Piguet (*1977). Their projects, which are mostly video-based, often deconstruct the cinematic codes within our visual culture. They are fascinated by everyday reality and the stereotypes, clichés, and mindless repetitions that suffuse popular culture. They work and live in Geneva and London.

Zigipouse / Smoke Break Switzerland 2021, 9'40", colour, Swiss German/French with English subtitles, Doc Director: Alan Sahin Editor: Marvin Meckes Sound: Jan Gubser Producer: Julia Leu Production: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), film.info@zhdk.ch, zhdk.ch Distribution: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), moritz.schneider@zhdk.ch, zhdk.ch

Neben Abfallcontainern sucht eine Köchin ihr Rezept. Ein Kehrichtmann versucht in Ruhe seine Zeitung zu lesen. Eine Mitarbeiterin wirft ihre Brotkrümel den Vögeln zu. Sieben Szenen zeigen Menschen bei ihrer Zigarettenpause. Durchatmen und die Sorgen in Rauch auflösen, bevor das Menü bestellt und das Altpapier recycelt wird und die Vögel davonfliegen. A cook is looking for her recipe next to trash cans. A garbage man tries to read his newspaper in peace. An employee throws breadcrumbs to the birds. Seven scenes show people taking a cigarette break. A deep breath, and worries go up in smoke, before a meal is ordered, paper is recycled, and the birds fly away. Alan Sahin studied film at the Zurich University of the Arts. As a director, he likes to tell fictional stories as well as make documentaries. His first short, «Bon Appétit», was shown at festivals nationally and internationally.

I


Criatura / Creature*

Sous les cendres du Mekong / Under the Ashes of the Mekong

Argentina/Switzerland 2021, 15'34", colour, Spanish with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: María Silvia Esteve Photography: María Silvia Esteve/Andrea Cabrera Animation: Dano Marello Sound: María Silvia Esteve/Mathieu Fraticelli/ Ignacio Franco Cast: Francesca Pantanetti/Ayelén Escalzo/ Laila Desmery Producer: Laura Mara Tablón/María Silvia Esteve Production: Rita Cine, lautablon@gmail.com, +33 0750505028 Distribution: María Silvia Esteve, mariasilviaesteve@gmail.com, +54 91163362793

In den Tiefen des Geistes nimmt der Schmerz die Form eines Lebewesens an. Eine Liebesbeziehung entfesselt die Dunkelheit und ruft eine Welt der Schatten hervor. «Criatura» ist eine sinnliche Erfahrung, eine Reise zu dem, was schmerzt. Es ist ein Blick auf die lange zum Schweigen gebrachten Dämonen, die nun an die Oberfläche drängen. In the depths of the mind, pain takes on the shape of a living being. A love relationship unleashes the darkness and gives rise to a world of shadows. «Creature» offers a sensual experience, a journey to the things that cause pain. A look at the long-silenced demons that are coming to the surface. María Silva Esteve is an Argentine director and film editor born in Guatemala. She studied and taught audiovisual arts at the University of Buenos Aires and was awarded by the Spanish Association of Authors of Cinematographic Photographic Works (AEC). Her fictional short film «Criatura» had its world premiere at the Locarno Film Festival and won the Swiss Life Pardino d’Oro.

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I

Switzerland 2021, 20'35", colour, French/ Vietnamese with English subtitles, Doc Director: Emeline Courcier Production: ECAL - Ecole cantonale d’art de Lausanne, ecal@ecal.ch, +41 213169933 Distribution: Sarah Koeke, sarah.koeke@ecal.ch, +33 749223241

Durch ihren Glauben an die Seele und die Reinkarnation wird die Filmemacherin zur Verkörperung des verschollenen Cousins ihrer Mutter und schafft eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Krieg und Frieden, Wort und Stille. Während die Vergangenheit dominiert, steht die Zeit nicht still, bis der Kreislauf des Lebens schliesslich endet. With her belief in the soul and in reincarnation, the filmmaker comes to embody her mother’s lost cousin, creating a link between past and present, war and peace, words and silence. Although the past dominates, time doesn’t stand still, and the cycle of life eventually ends. Emeline Courcier is a photographer and filmmaker who interweaves societal and personal issues. Her projects raise mystical and psychological questions about her own experience of life, family, history, and spirituality, as well as societal issues such as women’s representation in the media.

Die mit * markierten Filme sind auch für die Preise des Internationalen Wettbewerbs nominiert. Films marked with an * are also nominated for the awards of the International Competition.

Behördenhasser / The Affront Switzerland 2021, 16'00", colour, German with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: Jonas Ulrich Photography: Jonas Fischer Sound: Julian Joseph/Kurt Human Producer: Nicole Boner Production/Distribution: Dynamic Frame GmbH, philipp.ritler@dynamic-frame.ch, dynamic-frame.ch

In anonymen Verwaltungsgebäuden sehen sich Beamte mit unzufriedenen, aggressiven BürgerInnen konfrontiert. Allmählich fügen sich die Fälle zu einem Ganzen zusammen und lassen Schlimmes erahnen. In anonymous government buildings, officials are confronted with unhappy, aggressive citizens. Gradually, the different cases start to add up to a whole, portending bad news. Jonas Ulrich graduated from the University of Zurich in 2013 with a degree in history and film studies. The same year, he co-founded Dynamic Frame, and he has worked as a director, author, and editor ever since. His short «Höhenwahn» (2018) was screened in Palm Springs and Warsaw and nominated for the Zurich Film Award in 2019.


Screen Time Switzerland 2021, 3'43", colour, no dialogue, Ani Director/Script: Dan Wenger Animation: Ramona Graf/Marina Kunz/ Marco Ellensohn/Dan Wenger Sound: Caroline Laville/Mihaela Ljubin Producer: Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ein Daumen berührt den Bildschirm eines Smartphones. Was als unschuldiger Zeitvertreib beginnt, entwickelt sich bald zum Dauerkonsum mit unaufhörlichen Wischbewegungen. Der Screen wird durchlässig und nimmt den Daumen in sich auf. Eine unkontrollierte, wilde Fahrt durch digitalen Content beginnt. A thumb touches a smartphone screen. What starts out as an innocent way of killing time soon turns into obsessive consumption with incessant swiping motions. The screen becomes permeable, absorbing the thumb. An uncontrollable, wild ride through digital content begins. After interning at DesignRaum in Winterthur and point de vue in Basel, Dan Wenger (*1996) went on to study animation at the Lucerne School of Art and Design. «Screen Time» is his BA graduation film.

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Piazzale d’Italia / An Italian Square*

Rois mages / Three Kings

Switzerland 2021, 13'58", colour, Italian, Exp

Switzerland 2021, 22'20", colour, French with English subtitles, Fic

Director/Script/Photography/Producer: Enea Zucchetti Editor: Enea Zucchetti/Vanni Moretti Sound: Alessandro Marinelli Cast: Michele Rezzonico Production/Distribution: Enea Zucchetti, eneazucchetti@gmail.com, eneazucchetti.com

Ein rätselhaftes Gebäude, das am Fusse eines Platzes steht. An enigmatic building at the foot of a square. Enea Zucchetti is a filmmaker and visual artist from Lugano. His works oscillate between fiction, documentary, and experimental tendencies. His short film «L’azzurro del cielo» (2019) screened at many film festivals, including the Locarno Film Festival, SESIFF Seoul, Laceno d’oro, and Rencontres Internationales Paris/Berlin.

Director/Script/Editor/Producer: Charlie Petersmann Photography: Jorge Piquer Rodriguez Sound: Clara Alloing Production/Distribution: Charlie Petersmann, info@mnemosynfilms.ch

Für einen Tag, am Rande der Schule, nähert sich ein junges schweizerischjenisches Mädchen, das mit seiner Gemeinschaft auf der Durchreise ist, einem sesshaften Jungen aus der Region an. Zwei Welten, die sich mit vielen Projektionen kurz überschneiden. Near the school, a Swiss-Yenish girl passing through with her community and a boy who lives in the area spend one day getting to know each other. As their two worlds briefly intersect, the encounter entails a lot of projections. After an apprenticeship as a bricklayer, Charlie Petersmann spent a year at HEAD Geneva before continuing his studies in film directing at the German Film and Television Academy Berlin. He works as a director and cinematographer on film projects in Switzerland and abroad and, since 2016, as a producer for Mnemosyn Films.

II


S—t Doesn’t Add Up

Ayana

Arrest in Flight*

United Kingdom/Switzerland 2021, 13'25", colour, English with English subtitles, Doc/Exp

Switzerland 2021, 25'00", colour/black & white, German with English subtitles, Doc/Fic

Switzerland 2021, 7'39", colour, no dialogue, Ani/Exp

Director/Script/Photography/Animation/Editor: Christof Nüssli Sound: Claudia Vasiliu Producer: Cpress Films Production/Distribution: Cpress Films, Mail@Cpress.ch, cpress.ch

Director/Photography: Anouk Meles Script: Kaleo La Belle/Anouk Meles Editor: Tania Stöcklin Sound: Maurizius Staerkle Drux Producer: Kaleo La Belle Production/Distribution: La Belle Film Gmbh, info@labellefilm.com, labellefilm.com

Director/Photography/Animation/Producer: Adrian Flury Editor: Adrian Flury/Jeroen Visser Cast: Roger Odermatt/Adrian Flury Production/Distribution: Adrian Flury, a.flury@gmx.net, animation.hslu.ch

Ein Park als physischer und mentaler Raum für ein Kammerspiel im Frühjahr 2020. Die Leere dieses Raums verschmilzt mit Popkultur, sozialen Themen, Humor und nackten Zahlen. Glückliche Hunde, verschwitzte Sportler und Biertrinker bewegen sich darin. Ein Videotagebuch, das das Alltägliche mit einer (vermeintlichen) Suche nach Klarheit verbindet. A park serves as a physical and mental space for this film set in spring 2020. The emptiness of the location merges with pop culture, social themes, humour, and naked numbers. Happy dogs, sweaty athletes, and beer drinkers move through the space. A video diary that connects the everyday with a (supposed) search for clarity. Christof Nüssli is a visual artist, whose interdisciplinary approach involves video, sculpture, installation, photography, and writing. His work has been exhibited at various institutions and film festivals. In 2020, Nüssli received his Master of fine arts from the Glasgow School of Art.

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II

Auf ihrer Reise in die Berge und Wälder trifft Aniko auf die wilden Tiere, die dort leben. Sie fühlt sich bei ihnen sicher, denn es ist ihnen egal, dass sie den Körper eines Jungen hat. Während sie über ihr eigenes Wesen nachdenkt, lernt sie, dass die Verwandlung nicht so einfach ist, wie sie dachte. During her trip to the mountains and woods, Aniko encounters the wild animals living there. She feels safe in their company, because they don’t care that she has the body of a boy. As she ponders her own identity, she learns that the transformation is not as simple as she thought. Anouk Meles studied film at the Lucerne School of Art and Design (2014–2017). She is involved in various projects, with a focus on essay, nature, and wildlife films, and she is the director of the awardwinning film «Hamama & Caluna».

Die mit * markierten Filme sind auch für die Preise des Internationalen Wettbewerbs nominiert. Films marked with an * are also nominated for the awards of the International Competition.

Dieses Animationsfilm-Experiment zaubert Bewegungsformen ans Licht, die von ihren Ursprüngen auf neue Gegenstände übertragen werden und diese auf bisher ungesehene Weise beleben. Unerwartete Qualitäten der Bewegung betreten die Bühne der Sichtbarkeit. This experiment in film sets the stage for a hitherto unseen magical life form. The film focuses on the nonobvious character of movement when transferred to an alien object, which is thus endowed with the life derived from the movement’s original source. Born in 1978 in Zug, Switzerland, Adrian Flury started out as an electrician and later studied animation at the Lucerne School of Art and Design. He participated in several animation and live action films and, in 2012, started working on more experimental kinds of film production.


La fièvre / Fever

Good Vibes Is All I Need Run Fast, Bite Hard

Switzerland 2021, 21'45", colour, French with English subtitles, Fic

Switzerland 2021, 6'26", colour, English/Spanish with English subtitles, Exp

Director/Script: Matias Carlier Photography: Thibault Villard Editor: Brice Cardinal Sound: Yatoni Roy Cantú Producer: Jean-Guillaume Sonnier Production: ECAL - Ecole cantonale d’art de Lausanne, ecal@ecal.ch, +41 213169933 Distribution: Jean-Guillaume Sonnier, jean_guillaume.sonnier@ecal.ch, +41 213169233

Director/Script/Editor/Sound: Saro Vallejo Producer: Nicolas Wadimoff/Delphine Jeanneret Production/Distribution: HEAD – Genève, Département cinéma, delphine.jeanneret@hesge.ch, hesge.ch/head/

Es ist Joanas letzter Abend vor ihrer Abreise. Gemeinsam mit Aleister verbringt sie die verbleibenden Stunden beim Skateboarden, in der Bar mit Freunden und an einer Party. Alles ist klar und das Leben unbeschwert, aber natürlich ist es nicht so einfach und der Abend wird kompliziert. It’s Joana’s last night before her departure. She spends the remaining hours skateboarding with Aleister, at a bar with friends, and at a party. Everything seems fine, and life is carefree. But of course, it’s not that simple, and the evening takes a complicated turn. Matias Carlier was born in Paris in 1998. After secondary school, he decided to focus entirely on a career in filmmaking and studied at ECAL from 2018 to 2021, specializing in film directing.

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Der Film erforscht ein Gefühl der Verzweiflung und Dringlichkeit. Er schlägt eine Reise durch das Extreme vor und wirft Fragen nach Wahnsinn und Erlösung auf. The film explores a feeling of despair and urgency, proposing a journey through extremes and posing questions about madness and redemption. Saro Vallejo is a Swiss/Ecuadorian filmmaker based in Geneva. He grew up in Horgen, Zurich, and Quito. Starting as a production assistant and continuing as a freelancer in film, he went on to enrol in the cinema programme at HEAD Geneva, where he is currently a student.

Switzerland 2021, 7'40", colour, no dialogue, Doc Director/Photography: Tobias Kubli Editor: Tobias Kubli/Garrick J. Lauterbach Sound: Kurt Human Production/Distribution: Tobias Kubli, tobias@kubliproductions.ch

Als stille Beobachterin begleitet die Kamera die Agility Schweizer Meisterschaft 2019. Dabei versucht sie die Vielschichtigkeit dieser Nischensportart einzufangen und möglichst neutral wiederzugeben. Ein Versuch, ein ebenso emotionales wie humorvolles Bild des Hundesports – aber auch des Vereinslands Schweiz – zu zeichnen. The camera functions as a silent observer of the 2019 Swiss Agility Championships, trying to capture the complexity of this niche sport and to portray it as neutrally as possible. An equally emotional and humorous look at dog sports, as well as at Switzerland as a nation of clubs. Tobias Kubli is a director and freelance camera operator from Zurich, who learned his cinematic craft through various jobs as a lighting technician and camera operator. His main focus is on narrative film, but he has also been able to gain a lot of experience in advertising and music videos.

III


Cavales / Dream Racing Switzerland 2021, 19'55", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script: Juliette Riccaboni Photography: Gabriel Lobos Editor: Orsola Valenti Sound: Masaki Hatsui Cast: Victor Bonnel Producer: Emilie Moor Production/Distribution: Emilie Moor, emilie@adokfilms.ch

Oscar hat eine Leidenschaft für Pferderennen. Nachts träumt er von den Siegerpferden und wettet dann erfolgreich auf sie. Eines Tages begegnet ihm der Mann, der ihn als Jugendlichen missbraucht hat. Diese Begegnung löst bei Oscar einen emotionalen Schock aus, der das verdrängte Leiden an die Oberfläche bringt und seine Gabe der Vorahnung auslöscht. Oscar has a passion for horse races. At night, he dreams of the winning horses and then places successful bets on them. One day, he runs into the man who abused him when he was young. The emotional shock of the encounter brings repressed emotions back to the surface, and Oscar loses his gift for prediction. Juliette Riccaboni graduated from HEAD Geneva with a BA in directing in 2014. She has worked as an assistant director, casting director, and member of the camera team on various productions. She is also a lighting technician in theatre, who finds time between performances to write her own stories and realize them cinematically.

Die mit * markierten Filme sind auch für die Preise des Internationalen Wettbewerbs nominiert. Films marked with an * are also nominated for the awards of the International Competition.

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III


Sparks Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Sparks I (ab 12 Jahren / ages 12+) Running time 78' Saturday, 13 November 2021, 12:00, Casino 2 Sparks II (ab 16 Jahren / ages 16+) Running time 81' Saturday, 13 November 2021, 17:00, Casino 2

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Seepferdchen / Seahorse

Butterfly Birth Bed

Germany 2020, 16'00", colour, German without subtitles, Doc

Director/Script/Editor: Virginia Lee Montgomery Production/Distribution: Virginia Lee Montgomery, virginialeemontgomery@gmail.com, virginialeemontgomery.com

Director: Nele Dehnenkamp Photography: Tobias Winkel/Sina Diehl Editor: Jana Briesner Sound: Jana Irmert/Simon Droessler/Johann Meis Producer: Christine Duttlinger/Nele Dehnenkamp Production: Christine Duttlinger, christine.duttlinger@filmakademie.de Distribution: Filmakademie Baden-Württemberg, sigrid.gairing@filmakademie.de, +49 714196982501

In der Alltäglichkeit eines Schwimmkurses ringt eine junge Jesidin leise mit ihren furchterregenden Erinnerungen ans Mittelmeer. In the mundane context of a swimming course, a young Yezidi girl quietly wrestles with her fearsome memories of the Mediterranean Sea. Nele Dehnenkamp is a freelance documentary filmmaker based in Berlin. She studied social sciences in Berlin and New York City and is currently completing her directing degree at the Film Academy Baden-Württemberg with her first feature-length documentary. Nele’s shorts have been screened at many festivals, including IDFA, DOK Leipzig, and Filmfest Dresden.

USA 2020, 5'55", colour, no dialogue, Exp

Ein metaphysischer Kunstfilm über die Hoffnung. Inspiriert vom Schmetterlingseffekt – der Theorie, dass selbst kleinste Veränderungen, wie etwa der Flügelschlag eines Schmetterlings, unvorhersehbar grosse Auswirkungen haben können – zeigt der Film das Schlüpfen der ätherischen Schmetterlinge. In Verbindung mit der Musik beschwören die symbolischen Bilder auf surreale Weise Heilung und Hoffnung. «Butterfly Birth Bed» is a metaphysical art film about hope. Inspired by the so-called butterfly effect – the philosophical theory that any small change in our environment, even the gentle flapping of a butterfly’s wings, can lead to big change elsewhere – the film documents the ethereal emergence of live butterflies. A surreal incantation for healing, hope, and recovery. VLM (born in Houston, Texas) is a multimedia artist. She received her BFA from the University of Texas at Austin in 2008 and her MFA in sculpture from Yale University in 2016. Working across video, performance, sound, and sculpture, she explores atomic consciousness from a metaphysical feminist point of view. Her artwork is surreal, sensorial, and symbolic.

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Dans la nature / In Nature Switzerland 2021, 5'00", colour, French with German subtitles, Ani/Doc Director/Animation/Editor: Marcel Barelli Script: Marcel Barelli/Fleur Daugey Sound: Jérôme Vittoz Cast: Lucia Barelli Producer: Nicolas Burlet Production: Nadasdy Film, distribution@nadasdyfilm.ch, +41 223002054 Distribution: Marcel Barelli, marcelbarelli@bluewin.ch, marcelbarelli.com

In der Natur besteht ein Paar stets aus einem männlichen und einem weiblichen Wesen. Nein, nicht immer! Paare können auch männlich & männlich oder weiblich & weiblich sein. Homosexualität existiert nicht nur unter Menschen. In nature, a couple consists of one male and one female. Well, not always! A couple can also be a female and a female. Or a male and a male. You may not know it, but homosexuality isn’t just a human story. Born 1985 in Lodrino, Switzerland, Marcel Barelli received his degree from the cinema department of HEAD in 2009, where he also worked as a teaching assistant. Today, he works and lives in Geneva as an animation filmmaker. His first film, «No Penguin’s Land», won the Golden Pine award for best ecological film at MEFEST Serbia in 2008.


Gliding

Material Bodies

Shower Boys

United Kingdom 2020, 5'30", colour, English with German subtitles, Fic

United Kingdom 2020, 4'22", colour, English with German subtitles, Doc

Sweden 2021, 9'20", colour, Swedish with German subtitles, Fic

Director/Script: Galina Chakarova Photography: Suzanne Smith Editor: Gaz Evans/Galina Chakarova Sound: Chiara Cabri/Haresh Patel Cast: Shirley Wiggins/Ailema Souza Producer: Timothy Porter Production/Distribution: Galina Chakarova, galinachakarova@gmail.com, galinachakarova.com

Director/Editor: Dorothy Allen-Pickard Photography: Jack Wells Cast: Caitlin McMullan/Mickaella Dantas Producer: Lucy Pullicino/Julie Vergez Production/Distribution: Dorothy Allen-Pickard, dorothypickard@gmail.com, dorothyallenpickard.com

Director: Christian Zetterberg Script: Christian Zetterberg/Albin Abrahamsson Photography/Editor: Albin Abrahamsson/ Jakob Eliasson Sound: Måns Abrahamsson Cast: David Ramirez Knezevic/Lucas Andreasson Producer: Liselotte Persson Production: Gråklippan, Christian@graklippan.se, graklippan.se Distribution: Christian Zetterberg, Christian@graklippan.se, +46 704082181

Eine Jugendliche, die auf ihren Rollerblades durchs Leben gleitet, muss sich mit der Pandemie auseinandersetzen und ihr unbeschwertes Dasein zurücklassen. A young girl gliding through life on her roller blades has to contend with the pandemic and with leaving her blissful life behind. Galina Chakarova is a Bulgarian filmmaker based in London. She studied film at the Royal Conservatoire of Scotland, where she developed her love for cinema. Galina honed her storytelling skills working as an editor and assistant editor on critically acclaimed drama series such as «Patrick Melrose» and «The Crown». She applies the same passion and precision to visual storytelling in her work as a director, where she likes to explore human behaviour. Her latest film, «This Summer», won an Outstanding Achievement Award at the Berlin Flash Film Festival. She is part of the BFI Network x BAFTA Crew 2021. «Gliding» is Galina’s first narrative film.

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«Material Bodies» verwebt Tanz und Dialog zu einem sinnlichen Blick auf die Beziehung zwischen Amputierten und ihren Gliedmassen. Ein bunter Kurzfilm, der aufzeigt, dass eine Prothese auch ein Schmuckstück, ein Tanzpartner oder ein Teil von einem sein kann. Interweaving dance and dialogue, «Material Bodies» presents a sensual and cinematic look at the relationship between amputees and their limbs. This visceral and colourful short film explores how a prosthetic leg can be like a piece of jewellery, a dance companion, or a part of you. Dorothy Allen-Pickard’s short films and multimedia shows have won prizes including the Guardian Documentary Award, Vimeo Staff Picks, and Total Theatre Award. They have been screened on BBC3 and Channel 4, as well as at the BFI, Barbican, and Picturehouse Cinemas. Dorothy has a particular interest in working with non-professional actors to create semi-autobiographical films that merge documentary and fiction. She is a member of Breach Theatre and a video editor for Another Gaze.

Nach einem aufregenden Trainingsspiel mit dem Team gehen Viggo und Noel, zwölf Jahre alt, nach Hause und fordern sich gegenseitig in ihrer Männlichkeit heraus. Das plötzliche Ende eines unschuldigen Spiels wirft die Frage auf, wie männliche Freundschaft aussehen darf. After a heated training match with the team, twelve-year-old Viggo and Noel go home to challenge each other’s limits and masculinity. A sudden stop to an innocent game questions what a male friendship is allowed to be. Christian Zetterberg (*1993) is a director from Sweden who makes films for children and youth, often coming-of-age dramas about norms, identity, and relationships. The goal is to create films that pose questions to the general public in ways that are emotionally touching as well as warm and easy to relate to. Christian studied at Fridhems Film School in Sweden and is the co-owner of Gråklippan, a Swedish production company for children, which has produced a number of short films that have been successful at festivals.

I


Coffin

Ourse / Little Bear

Hiljaisuus / Silence

France 2020, 5'23", colour, no dialogue, Ani

France 2020, 27'23", colour, French with German subtitles, Fic

Finland 2020, 14'34", colour/black & white, Finnish with German subtitles, Doc

Director: Nicolas Birkenstock Script: Jonathan Colinet/Nicolas Birkenstock Photography: Pascale Marin Editor: Floriane Allier Sound: Olivier Dandré/Dominique Delguste/ Matthieu Desnos Cast: Armande Boulanger/Aude Ruyter/Eliès Bachta Producer: Anthony Doncque Production: TS Productions, tsproductions@tsproductions.net, +33 153102400 Distribution: Coline Perraudin, tsproductions@tsproductions.net

Director/Script: Saara Hakkarainen Photography: Arttu Liimatta Editor: Lyydia Mäkipää Sound: Ossi Oikari Cast: Otto Rokka Producer: Pauliina Maus Production: Aalto University, ELO Film School Finland, saara.toivanen@aalto.fi, +358 503317754 Distribution: Saara Toivanen, saara.toivanen@aalto.fi, +358 503317754

Director: Yuanqing Cai/Mikolaj Janiw/Nathan Crabot/ Mandimby Lebon/Houzhi Huang/Théo Tran Ngoc Script: Yuanqing Cai/Nathan Crabot/Houzhi Huang/ Mikolaj Janiw Animation: Nathan Crabot/Houzhi Huang/ Mikolaj Janiw/Mandimby Lebon/Théo Tran Ngoc Editor: Mikolaj Janiw Sound: Mathieu Tiger Production: Gobelins – L’école de l’image Distribution: Miyu Distribution, festival@miyu.fr

Ein Mann kommt nach Hause und will zu Bett gehen. Laute Mitbewohner. Eine dicht bevölkerte Stadt im südlichen China. A man comes home and wants to go to bed. A bunch of noisy roommates. A crowded city in southern China. The six creators of this animated short are a multinational, multilingual team with diverse backgrounds. Former students of Gobelins – L’école de l’image, they graduated with this film.

Ourse ist eine Schlafwandlerin und haut nachts manchmal ab. Ihre Mutter will sie heilen, doch Ourse will gar nicht geheilt werden – sie will verstehen, wohin sie der Schlaf führt. Flieht sie vielleicht vor sich selbst? Little Bear is a sleepwalker, and she tends to run away at night. Her mother is trying to cure her. But Little Bear doesn’t want to be cured, she wants to understand where her sleep takes her. Doesn’t she want to run away from herself? Nicolas Birkenstock started his artistic career as a comedian. As a director and scriptwriter, he has made several award-winning shorts, among them «Le bout des doigts» (2001), «Pépins noirs» (2004), and «Mon miroir» (2006). He is also the writer of documentaries and plays and works on various series. His first feature film, «La pièce manquante» with Philippe Torreton and Lola Dueñas, was released in 2014 and awarded at Saint-Jean-de-Luz International Film Festival.

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I

Aleksi war ein Teenager, als er realisierte, dass er ein sexuelles Interesse an Kindern hat. Jahrelang behielt er seine Neigung für sich. In diesem Dokumentarfilm bricht Aleksi sein Schweigen und spricht über sein Leben mit einer sexuellen Orientierung, die nach wie vor extrem tabu ist. Er beschreibt seine Einsamkeit, seinen Selbsthass und sein Aussenseiterdasein im Bewusstsein, dass ihm gewisse Aspekte eines normalen Lebens verwehrt bleiben werden. Aleksi was a teenager when he realized that he is sexually attracted to children. He thought he was the only one to feel like that, and he kept the secret to himself for years. In this documentary, Aleksi breaks his silence and talks about what it is like to live with a sexual orientation that is still hugely taboo. He describes living with a deep loneliness, self-hatred, and the feeling of being an outsider, aware that some aspects of normal life might never be possible for him. Saara Hakkarainen lives in Helsinki, where she studies documentary film at Aalto University / ELO Film School. Apart from her work as a director, screenwriter, and producer, Saara is also involved with performing arts and works as a nurse. «Silence» is her BA graduation film, and it had its world premiere at IDFA in 2020.


Screen Time

Obervogelgesang

Switzerland 2021, 3'43", colour, no dialogue, Ani

Germany 2020, 6'22", colour, German without subtitles, Ani

Director/Script: Dan Wenger Animation: Ramona Graf/Marina Kunz/ Marco Ellensohn/Dan Wenger Sound: Caroline Laville/Mihaela Ljubin Producer: Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ein Daumen berührt den Bildschirm eines Smartphones. Was als unschuldiger Zeitvertreib beginnt, entwickelt sich bald zum Dauerkonsum mit unaufhörlichen Wischbewegungen. Der Screen wird durchlässig und nimmt den Daumen in sich auf. Eine unkontrollierte, wilde Fahrt durch digitalen Content beginnt. A thumb touches a smartphone screen. What starts out as an innocent way of killing time soon turns into obsessive consumption with incessant swiping motions. The screen becomes permeable, absorbing the thumb. An uncontrollable, wild ride through digital content begins. After interning at DesignRaum in Winterthur and point de vue in Basel, Dan Wenger (*1996) went on to study animation at the Lucerne School of Art and Design. «Screen Time» is his BA graduation film.

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Director/Script: Ferdinand Ehrhardt/ Elias Weinberger Animation: Elias Weinberger/Paula Wittich/ Ferdinand Ehrhardt Editor: Andreas Bothe Sound: Henrike Sommer Producer: Malin Krüger Production/Distribution: Filmakademie BadenWürttemberg, eva.steegmayer@filmakademie.de, +49 714196982501

Eine Jugendliche wird mit einer frischen rechtsextremistischen Schmiererei in der S-Bahn und einer von ihr zuvor verdrängten Fratze aus ihrer Heimat konfrontiert. A teenager is confronted with a fresh right-wing extremist graffiti on the train and thus also with a grimace from her homeland. Ferdinand Ehrhardt (*1999 in Dresden) discovered his love for animation and cinematic storytelling in 2014, when working on an animated film with his sister. He has been studying animation at the Film Academy Baden-Württemberg since 2018. Elias Weinberger (*1998 in Passau) has been a student at the Film Academy Baden-Württemberg since 2018. He is especially interested in traditional 2D animation, as well as in creating storyboards and directing.

Lakutshon’ Ilanga / When the Sun Sets South Africa 2020, 14'01", colour, Xhosa/English/ Zulu/Sesotho/Afrikaans with German subtitles, Fic Director/Script: Phumi Morare Photography: Sherry Yingying Qian Editor: Mojtaba Mirshekari Sound: Andree Lin Cast: Zikhona Bali/Thembekile Mathe/Aphiwe Mkefe Producer: Dylan Voogt/Christine Cho Production/Distribution: Phumi Morare, phumimorare@gmail.com, phumimorare.com

1985, Südafrika während der Apartheid. Eine junge, schwarze Krankenpflegerin muss sich ihren schlimmsten Ängsten stellen, als ihr jüngerer Bruder, der aktivistisch tätig ist, eines Tages nicht von der Schule zurückkehrt. 1985, South Africa during apartheid. A young, black nurse must face her worst fears when she learns that her activist younger brother may be in danger when he doesn’t return after school. Phumi Morare is a South African writer/director who is passionate about redeeming the African and feminine identity through cinema. She is interested in using the female gaze to tell personal stories of people of the African diaspora. Phumi has completed her MFA in film directing at Dodge College at Chapman University. She currently freelances at Statement Films, a company that promotes African women content creators.

II


Lihkku!

Baba

Dirty Talks

Sweden 2020, 8'01", colour, Swedish with German subtitles, Exp

Netherlands 2020, 14'02", colour, Dutch/Turkish with German subtitles, Doc/Exp

Netherlands 2020, 7'28", colour, Dutch with German subtitles, Fic

Director/Animation: Irma Bergdahl Editor: Elias Holmkvist Production/Distribution: Irma Bergdahl, bergdahlirma@gmail.com

Director: Sarah Blok/Lisa Konno Photography: Simon Meesters Editor: Tessel de Vries Sound: Gijs Domen Producer: Jasper Boon Production: [Boondocs], Jasper@Boondocs.nl, boondocs.nl Distribution: Kapitein Kort, info@kapiteinmedia.nl, kapiteinkort.nl

Director/Script: Brandon Grötzinger/Wander Theunis Photography: Jeroen Kiers Editor: Tessel Flora de Vries Sound: Matthijs Klijn Cast: Emma Josten/Daniël Kolf/Nils Verkooijen Producer: Rogier Kramer Production: Dutch Mountain Film, rogier@dutchmountainfilm.nl, +31 206881843 Distribution: Dutch Mountain Film, romana@dutchmountainfilm.nl, +31 206881843

Ein Essayfilm über die Jugendjahre von Samen in Schweden, mit Lyrik von Ella-Maria Nutti. Eine Hommage an unsere Ahnen, die für unsere Rechte gekämpft haben, und eine Liebeserklärung an die jungen Samen, die den Kampf weiterführen. An essay film about how it may feel to grow up as a young Sami in Sweden, with poetry written by Ella-Maria Nutti. A tribute to our ancestors who fought for our rights and a declaration of love to the young Sami who continue to fight.

Vor 40 Jahren zog Ceylan Utlu von der Türkei in die Niederlande, um seine linke Ideologie mit westlichem Wissen zu verbinden. Er wollte später in die Türkei zurückkehren und sich im Land nützlich machen. Seine halb-türkische, halb-niederländische Tochter fragt sich, was aus den Plänen ihres Vaters geworden ist, und unterhält sich mit ihm über Immigration, Integration, Beziehungen und Einsamkeit. Ceylan Utlu moved from Turkey to the Netherlands 40 years ago to complement his left-wing ideology with western knowledge. After receiving the education he wanted, he would go back to make himself useful to his own country. His half-Turkish, halfDutch daughter wonders why things didn’t go the way her dad planned and asks him about immigration, integration, relationships, and loneliness. Sarah Blok is a theatre author and film director. She made the film «Baba» in collaboration with the fashion designer Lisa Konno.

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Der schüchterne Sam ist entsetzt, als ihn sein Macho-Mitbewohner Jamie beim Masturbieren erwischt. Wie kann er ihm erklären, dass er nicht Pornos geschaut, sondern von seiner Mitschülerin Danielle fantasiert hat? Es folgt ein ebenso chaotisches wie intimes Wortgefecht am Küchentisch, denn die beiden jungen Männer haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man sich im digitalen Zeitalter am besten allein vergnügt. Timid Sam is mortified when his macho roommate Jamie walks in on him masturbating. Can Sam explain that he wasn’t watching online porn but fantasizing about his classmate Danielle? An equally chaotic and intimate war of words erupts at the kitchen table, as the two young men clash over what exactly is the best way to have a good time on one’s own in the digital age. Dutch natives Brandon Grötzinger (*1991) and Wander Theunis (*1989) graduated as a sound designer and a screenwriter, respectively, from Amsterdam’s Netherlands Film Academy in 2015. Their debut as co-writer-directors, «Kalí Chroniá», travelled the globe and made the Vimeo Staff Picks in February 2020. Brandon and Wander’s sex comedy web series pilot «Dirty Talks», produced for Dutch public broadcaster BNNVARA, was released on YouTube later the same month.


Melatonin Greece 2020, 12'49", colour, Greek with German subtitles, Fic Director/Script: Nikos Pastras Photography: Petros Nousias Editor: Giorgos Zafiris Sound: Nikos Exarchos Cast: Thodoris Nastos/Natalia Swift Producer: Konstantinos Dagritzikos/Isavella Alopoudi/ Amanda Livanou/Panagiotis Pilafas Production/Distribution: Nikos Pastras, npastras@gmail.com, +30 2111835131

Eine kurze Liebesgeschichte vor dem Hintergrund von elektronischer Musik und Schlafstörungen. A short love story set against the backdrop of electronic music and sleep disorders. Nikos Pastras (*1982 in Athens) works as a director and editor of short and feature films as well as commercials. His first short film, «Theremin», was screened at many international festivals. For the theatre, he has collaborated as a video artist and projections specialist with directors including Angela Brouskou and Michael Marmarinos, as well as with institutions such as the Athens Festival, the Comédie-Française, and the Onassis Cultural Center. His video art has been exhibited in Greece, Germany, India, the Netherlands, and Spain (in the Museo Reina Sofia). He has also directed music videos and making-of documentaries and is currently developing his first feature film.

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II


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Schweizer Filmschulentag Swiss Film School Day

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Thursday, 11 November 2021, Casino 2 Session I 11:00–12:00 Session II 12:00–13:20 Session III 14:30–16:00 Session IV 16:30–18:10 Preisverleihung / Award Ceremony 21:00, Festival bar at Casinotheater

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Schweizer Filmschulentag Die Filmschulen leisten einen zentralen Beitrag zur Förderung des Filmnachwuchses und sind wichtige Kurzfilmproduzenten. Die fünf führenden Bachelor-Lehrgänge der Schweiz stellen sich jährlich am Donnerstag während der Kurzfilmtage mit einem aktuellen Kurzfilmprogramm vor. Die Jury des Schweizer Wettbewerbs gibt den Studierenden Feedback und vergibt den Preis für den besten Schweizer Schulfilm (CHF 5000.–, gestiftet von der SRG SSR). Der Gewinnerfilm wird um 21:00 in der Festival-Bar bekannt gegeben. Der Besuch des Filmschulentags ist kostenlos – eine ideale Gelegenheit also, Kurzfilmtage-Luft zu schnuppern. Zutritt wird nur zu Beginn der einzelnen Film-Sessions gewährt. Hochschule Luzern – Design & Kunst, Video Mit Dokumentarfilm und Video-Essay hat sich die Studienrichtung Video an der Hochschule Luzern zwei Gattungen verschrieben, die ein breites Gestaltungsfeld eröffnen. Die Studierenden zeigen Mut zum Experiment und begeben sich auf die Suche nach der eigenen Filmsprache. Die Kurzfilme setzen sich kreativ mit gesellschaftlichen Themen auseinander und zeichnen sich dadurch aus, dass die hinter den Werken stehenden AutorInnen spürbar sind. Das Studium bietet die Chance, sich und die Welt neu zu entdecken und persönliche Visionen, Fähigkeiten und Haltungen zu entwickeln. Die individuelle Suche nach der eigenen Handschrift wird dabei grossgeschrieben, basierend auf der Überzeugung, dass sich künstlerische Prozesse nicht normieren lassen. Was interessiert, ist der subjektive Blick jeder Person und jeder Generation. hslu.ch/video Hochschule Luzern – Design & Kunst, Animation In der Bachelor-Ausbildung Animation an der Hochschule Luzern lernen die Studierenden das Geschichtenerzählen in kurzen animierten Formaten. Sie entwickeln eine individuelle Filmsprache und haben die Möglichkeit, sich in Zeichentrick, Computeranimation, Stop-Motion sowie Mischformen zu vertiefen. Das dreijährige Studium schliessen sie mit einem Film in Einzel- oder Gruppenarbeit ab. hslu.ch/animation

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École cantonale d’art de Lausanne (ECAL) Die von Yves Yersin gegründete Filmabteilung der École cantonale d’art de Lausanne (ECAL) bildet seit 1989 RegisseurInnen aus und wird seit 2002 von Lionel Baier geleitet. Während der dreijährigen Bachelor-Ausbildung haben die Studierenden Gelegenheit, Workshops mit Filmschaffenden wie etwa Ursula Meier, Noémie Lvovsky oder Jean-Stéphane Bron zu besuchen. Dabei werden sie ermutigt, in kurzen Dokumentar-, Spiel- oder Experimentalfilmen ihr eigenes visuelles Universum zu entwickeln. ecal.ch Haute école d’art et de design (HEAD), Genf Das dreijährige Bachelor-Studium bietet eine Reihe von Einführungen, Entdeckungen und Begegnungen. Die Studierenden realisieren verschiedene Filme, vom nur wenige Minuten langen Kurzfilm bis hin zu anspruchsvollen Produktionen, die die Erwartungen internationaler Vertriebe erfüllen. Die praktische Arbeit steht im Dialog mit theoretischen Kursen in Filmgeschichte und -ästhetik und theoretischen Workshops zu Gender/Queer Studies oder dekolonialem Denken. Das Filmdepartement will ein breites Feld der Dokumentar- und Spielfilmgeschichte abstecken und zu Wechselspielen und Mischformen zwischen den zwei traditionellen Gattungen ermutigen. Wir begreifen Film/Kino als kreative Praxis, die auf persönlicher Erfahrung beruht und die Welt beobachtet und hinterfragt, um imaginäre, aber dennoch wahre Geschichten zu erzählen. hesge.ch/head/ Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) Das Filmstudium an der ZHdK fokussiert auf praktisches Lernen. Der Bachelor of Arts und der Master of Arts in Film bilden zusammen einen aufeinander aufbauenden Ausbildungsgang. In der dreijährigen Grundausbildung zum BA in Film lernen Studierende von A bis Z, wie Filme gemacht werden. Zudem holen sie sich in den zentralen filmischen Fachgebieten Drehbuch, Editing, Kamera, Producing und Sound Design das nötige Know-how, um nach Abschluss des Studiums in die Berufswelt zu starten. film.zhdk.ch / filmstudieren.ch

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Swiss Film School Day The film schools make an important contribution to fostering young filmmaking talent and they are significant producers of short films. Every year, Switzerland’s top five undergraduate courses present themselves at the Swiss Film School Day on Thursday during Kurzfilmtage, showing a selection of recent short films. The jury of the Swiss Competition gives feedback to the students and awards the prize for the Best Swiss School Film (CHF 5000.–, donated by SRG SSR). The winner will be announced at 21:00 in the festival bar. Admission to the Swiss Film School Day is free – a great opportunity to get a first glimpse of Kurzfilmtage! Access is only granted at the start of each film session. Lucerne School of Art and Design – Video With a focus on documentary film and video essay, the Video degree course at the Lucerne School of Art and Design is dedicated to two genres offering a wide stylistic range. Students are encouraged to be bold in their experiments and to find their own audiovisual language. The short films creatively address social issues, and the works are characterized by their authors’ individual voices. The programme offers the opportunity to rediscover the world and to develop personal visions, skills, and attitudes. Each individual student’s search for their signature style is a central concern, stemming from the belief that artistic processes cannot be standardized. Instead, what is of interest is each person’s and each generation’s subjective perspective. hslu.ch/video Lucerne School of Art and Design – Animation In the BA in Animation programme at the Lucerne School of Art and Design, students learn to tell stories in short animated formats. They develop their individual cinematic language, and they have the option of specializing in classical animation, computer animation, stop motion, or hybrid forms. They complete the three-year course with a film produced individually or in groups. hslu.ch/animation

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Lausanne University of Art and Design (ECAL) The film department at ECAL, which was founded by Yves Yersin, has been training filmmakers since 1989. Lionel Baier has been head of the programme since 2002. The three-year BA course offers students the opportunity to participate in workshops with filmmakers such as Ursula Meier, Noémie Lvovsky, or Jean-Stéphane Bron. The programme encourages students to develop their own visual universe in short documentaries, fictional shorts, and experimental films. ecal.ch Geneva University of Art and Design (HEAD) The three-year BA in Cinema course offers a series of introductions, discoveries, and encounters. Students produce a number of films, ranging from shorts lasting just a few minutes to demanding productions that meet international distributors’ expectations. The practical workshops are developed in dialogue with theoretical classes on the history and aesthetics of cinema, and theoretical workshops on gender/queer studies or decolonial thinking. The Cinema Department aims to stake out the complex history of documentary and fictional film in order to encourage interplay and crossovers between these two traditional genres. Its understanding of cinema is that of a creative practice derived from personal experience, aiming to observe and question the world, and to tell stories that are imaginary yet true. hesge.ch/head/ Zurich University of the Arts (ZHdK) The film programmes at ZHdK focus on practical training. The school’s BA and MA in Film are closely linked, forming a consecutive programme. The three-year BA course provides comprehensive training in all key areas of filmmaking. Offering fundamental know-how in screenwriting, editing, photography, production, and sound design, the programme enables graduates to embark on professional careers in filmmaking. film.zhdk.ch / filmstudieren.ch

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Rondinella / Little Swallow

Pro Libertate et Foedere So weit, so gut / So Far, So Good Switzerland 2021, 28'05", colour/black & white, French with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: Alexandre Haldemann Photography: Salah El-Amri Sound: Elijah Graf Cast: Noah Liaudat/Pierre Barral/Antonio Build Producer: Nicolas Wadimoff/Xavier Grin/ Delphine Jeanneret Production: HEAD Genève – Département Cinéma, cinema.head@hesge.ch, + 41 223885860, P.S. Productions, xavier.grin@ps-productions.ch, +41 219220372 Distribution: Delphine Jeanneret, delphine.jeanneret@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/

Der müde alte Jäger Wilhelm lebt als Einsiedler in einem menschenleeren Dorf. Eines Abends bricht ein kleines Kind in sein Haus ein, auf der Suche nach einem Unterschlupf für die Nacht. Wilhelm akzeptiert den Besuch widerwillig. Dann findet das Kind eine alte Armbrust, die im Chalet versteckt ist. Am Feuer erzählt Wilhelm schliesslich seine Geschichte – er sagt, er sei Wilhelm Tell. William, a tired old hunter, lives as a hermit in an empty village. One evening, a young child breaks into his home, looking for a place to shelter for the night. William, at first upset, finally accepts. Before going to sleep, the child discovers a very old crossbow hidden in the chalet. At the firepit, William tells his story to the child. He says he is William Tell.

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Switzerland 2021, 13'29", colour, Swiss German with English subtitles, Fic

Switzerland 2021, 24'10", colour, Italian/German/ English with English subtitles, Fic

Director/Script: Leon Schwitter Photography: Robin Angst Editor: Leon Schwitter/Lasse Linder Sound: Florian Hinder Cast: Patrick Slanzi/Esra Ugurlu/Urs Humbel/ Felician Hohnloser/Peter Hottinger/Denise Hasler/ Maria Rebecca Sautter/Fiamma Camesi/Barbara Koch/ Tobias Bienz Producer: Jonas Ballmann/Filippo Bonacci Production/Distribution: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), film.info@zhdk.ch, zhdk.ch

Director/Script: Nikita Merlini Photography: Valentina Provini Production: Pic-film SA, mattia@picfilm.ch, +41 919663871, ECAL - Ecole cantonale d’art de Lausanne, ecal@ecal.ch, +41 213169933 Distribution: Nikita Merlini, nikita.merlini@gmail.com

Die Sonne glimmt über dem heissen Asphalt. Im Zugwaggon fällt die Klimaanlage aus, am Fluss konkurrenzieren sich Bluetooth-Lautsprecher und in der Innenstadt lässt ein Demonstrationszug die Trams stillstehen. Ein Paar verkriecht sich in die gekühlte Zweisamkeit, eine Familie flüchtet in die Idylle der Natur, und eine Gruppe von Polizeibeamten verschmachtet im Kastenwagen. Während das Eis schmilzt und sich die Gemüter erhitzen, sieht niemand, dass das Wasser schon bis zum Hals steht. The sun is glowing over the hot asphalt. The air conditioning fails on the train, Bluetooth speakers compete with each other by the river, and a demonstration brings the trams to a standstill in the city centre. A couple withdraws into fan-cooled intimacy, a family escapes into nature, and a group of police officers is languishing in their van. As the ice melts and tempers flare, no one realizes that the water is already up to their necks.

I

Tessin. Nachdem ihr Haus abgebrannt ist, leben die 18-jährige Sofia und ihre Mutter Carla in einem kleinen Hotel am See. Sofia erkundet das Gebäude und lernt inspirierende Menschen kennen. Tausend neue Chancen scheinen sich ihr zu eröffnen. Carla hingegen muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass ihre Tochter weggehen wird. In dieser geschlossenen Umgebung suchen Mutter und Tochter nach einem neuen Gleichgewicht in ihrer Beziehung. Ticino. After losing their home in a fire, 18-year-old Sofia and her mother Carla are forced to live in a room of a small hotel by the lake. Sofia explores the building and meets inspiring new people. A thousand exciting opportunities seem to open up for her. Carla, on the other hand, has to get used to the idea of her daughter leaving. In this closed-door environment, mother and daughter try to find a new balance in their relationship.


Sauna Switzerland 2021, 4'19", colour, no dialogue, Ani Director/Script: Lara Perren/Anna Lena Spring Sound: Rachelle Furrer/Sammi Khuu Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ava betritt zum ersten Mal die Sauna. Nackte Körper, Hitze, Blicke. Die anderen Gäste gehen ihren Routinen nach. Mit der steigenden Hitze beginnt Ava sich zu entspannen. Schliesslich schmilzt sie dahin, bis zur kompletten Ekstase und Loslösung. Ava enters the sauna for the first time. She is overwhelmed by the nudity, her thoughts, and the physical sensations. The other guests go about their routines. With the rising heat Ava starts to relax. Finally, she melts away and dissolves into complete ecstasy.

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Dobri Gosti / The Good Guest

Cosmic Liz and Ivy Rose

Switzerland 2021, 19'27", black & white, Bosnian/Bulgarian/Croatian/Serbian with English subtitles, Fic Director: Ivan Petrovic Production: HEAD Genève – Département Cinéma, cinema.head@hesge.ch, + 41 223885860 Distribution: Delphine Jeanneret, delphine.jeanneret@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/

Das ausgelassene Wiedersehen einer Familie aus dem Balkan führt zu einem nächtlichen Spaziergang durch die Strassen eines Vororts. Für Lola, das jüngste Mitglied der Familie, kommt es dabei zu komischen Begegnungen. The cheerful reunion of a Balkan family leads to a nocturnal stroll in the streets of a suburb, where Lola, the youngest member of the family, has some strange encounters.

II

Switzerland 2021, 16'09", colour, English/Swiss German with English subtitles, Doc Director/Script: Maria Lena Koen Photography: Cassandra Schurtenberger Editor: Gianfranco Bastianelli Sound: Nicolas Büttiker Producer: Edith Flückiger Production/Distribution: Maria Koen, m.koen@gmx.ch

Liz, eine junge Frau, führt ein wildes, selbstbestimmtes Leben in London. Durch die Ankunft ihrer Tochter Ivy Rose ändert sich alles. Sie stellt sich ihrer neuen Verantwortung, kehrt in die Heimat zurück und balanciert mit viel Farbe und Liebe zwischen Konventionen und unbändiger Lebenslust. Liz, a young woman, leads a wild, selfdetermined life in London. Everything changes with the arrival of her daughter Ivy Rose. She accepts her new responsibility, returns home, and tries to find a balance between conventions and an irrepressible love of life.

III


Manchmal weiss ich nicht wo die Sonne / Sometimes I Don’t Know Where the Sun Switzerland 2021, 3'50", colour/black & white, German/English with English subtitles, Ani Director/Script/Animation: Samantha Aquilino Sound: Loïc Kreyden Producer: Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ein Hummer, eine Katze, ein Reh. Gefährliche Rebellen. Ein Mensch sucht Verbindung. Er wagt sich nach draussen und stösst auf das Reh. Er stösst auf die Katze. Sie stossen sich ab. Scheint die Distanz zwischen ihnen noch so klein, ist das Gefühl von Vertrautheit dennoch weit entfernt. Unser Mensch teilt einen Apfel, um in Reichweite der Tiere zu kommen. A lobster, a cat, a deer. Dangerous rebels. A human being is looking for connection. He ventures outside and encounters the deer. He meets the cat. They repel each other. No matter how small the distance, the feeling of intimacy remains elusive. Our human shares an apple in order to come within reach of the animals.

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Impériale / Imperial Switzerland 2021, 22'13", colour, French with English subtitles, Doc Director/Script: Coline Confort Photography: Maxime Beaud Editor: Natasha De Grandi Sound: Masaki Hatsui Cast: Eva Altagman Producer: Stéphane Goël Production/Distribution: Climage, stephane@climage.ch, +41 216483561

Im Morgengrauen zerreisst ein Kanonenschuss die Ebene. Pferde galoppieren über zerklüfteten Boden. Eva, 21 Jahre alt, will sich den Jägern der Kaiserlichen Garde anschliessen, einem napoleonischen Regiment in einer historischen Wiederaufführung, die den Männern vorbehalten ist. Auf der Suche nach Romantik verbirgt sie ihre Identität, damit sie einen Fuss in den Steigbügel setzen kann, um einem 200 Jahre alten Verbot zu trotzen. In dieser Welt aus Schiesspulver und Rauch entdeckt Eva sich so, wie sie es sich immer erträumt hat: als schöner Soldat an der Seite einer schönen Prinzessin. At dawn, a cannon shot shatters the plain. Horses gallop across the beaten earth. Eva, 21 years old, wants to join the hunters of the Imperial Guard, a Napoleonic regiment in a historical re-enactment reserved for men. In her quest for romanticism, she hides her identity so that she can set foot in the stirrups, defying a 200-year-old ban. In this world of gunpowder and smoke, Eva discovers herself as she has always dreamed: as a handsome soldier at the side of a beautiful princess.

Mémoires de méduses / Memories of Jellyfish Switzerland 2021, 8'40", colour/black & white, French with English subtitles, Exp Director/Script/Animation/Editor/Cast: Morgane Frund Photography: Anaïs Bourgogne Sound: Léon Hüsler Producer: Edith Flückiger Production/Distribution: Morgane Frund, info@morganefrund.ch

Ein kleines Mädchen mit vier Armen. Eine unsterbliche Qualle. Die Trauer um die Zukunft, die wir uns vorgestellt hatten. Ein Essay über was bleibt, wenn ein Traum stirbt. A little girl with four arms. An immortal jellyfish. The loss of a future we imagined for ourselves. An exploration of what survives when our dreams die.

III


Phlegm

Esther

Switzerland 2021, 6'24", colour, no dialogue, Fic

Switzerland 2021, 19'20", colour, Swiss German with English subtitles, Doc

Director/Script: Jan-David Bolt Photography: Rokas Sydeikis Editor: Lars Mulle Sound: Lars Wicki Cast: Pascal Ulli/Patrice Gilly/Oliver Stärkle Producer: Filippo Bonacci Production/Distribution: Jan-David Bolt, jandibolt@hotmail.com, +41 765645905

Director: Ana Scheu Amigo Editor: Martina Probst Sound: Kathleen Moser Production/Distribution: Hochschule Luzern Design & Kunst, BA Video Studiengang Film, video@hslu.ch, +41 412486126

Oscar ist spät dran. In den Hochhäusern, die ihn umgeben, werden bereits Hände geschüttelt und Verträge unterzeichnet. Das kann er jetzt wirklich nicht brauchen. Woher kommen diese verfluchten Schnecken? Oscar is late. In the surrounding skyscrapers, hands are shaken, and contracts are signed. That’s the last thing he needs right now. Where do these damned snails come from?

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Esther ist auf einem abgelegenen Bergbauernhof aufgewachsen. Seit ihrem Wegzug in die Stadt hat sich für sie vieles fundamental verändert. Der Ort ihrer Kindheit ist hingegen der gleiche geblieben. Wie kann sie zu ihren Werten stehen, ohne sich von ihren Eltern zu entfernen? Eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in der Feminismus auf Katholizismus prallt. From a remote farm up in the mountains of Switzerland to the city of Lucerne. A lot has changed fundamentally for Esther in the past three years, yet the farm and her parents have stayed the same. Between debates on feminism and faith, Esther and her parents try to find each other.

Un papillon / A Butterfly Switzerland 2021, 5'51", colour, French/English/ Arabic with English subtitles, Doc/Exp Director/Editor/Sound/Producer: Tabarak Abbas Script: Tabarak Abbas/Caroline Poggi/Jonathan Vinel Production: HEAD – Genève, Département Cinéma, cinema.head@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/ Distribution: Delphine Jeanneret, delphine.jeanneret@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/

Der Kurzfilm mit Aufnahmen aus dem Web ist in einem Workshop an der HEAD in Genf entstanden. Eine Kurzgeschichte über einen Schmetterling, der Erinnerungen und Fragen – vor allem aber eine klare Mission – hat. Ein kleines Haiku. A web-footage short film created as part of a workshop at HEAD Geneva. A short story about a butterfly with memories and questions, but above all with a precise quest. In the end, it is a small haiku.

IV


Screen Time

Es muss / It Must

Switzerland 2021, 3'43", colour, no dialogue, Ani

Switzerland 2021, 18'06", colour, Swiss German with English subtitles, Fic

Director/Script: Dan Wenger Animation: Ramona Graf/Marina Kunz/Marco Ellensohn/Dan Wenger Sound: Caroline Laville/Mihaela Ljubin Producer: Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch

Ein Daumen berührt den Bildschirm eines Smartphones. Was als unschuldiger Zeitvertreib beginnt, entwickelt sich bald zum Dauerkonsum mit unaufhörlichen Wischbewegungen. Der Screen wird durchlässig und nimmt den Daumen in sich auf. Eine unkontrollierte, wilde Fahrt durch digitalen Content beginnt. A thumb touches a smartphone screen. What starts out as an innocent way of killing time soon turns into obsessive consumption with incessant swiping motions. The screen becomes permeable, absorbing the thumb. An uncontrollable, wild ride through digital content begins.

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Director: Jumana Issa/Flavio Luca Marano Production/Distribution: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), film.info@zhdk.ch, zhdk.ch

Silvia durchlebt einen Tag der Niederlagen. Ihr wird nur vier Jahre vor der Pensionierung gekündigt. Am Boden zerstört bricht sie zur Probe ihres Kirchenchors auf. Doch auf dem Weg dorthin wird sie von der Polizei gebüsst. Bei der Probe merkt die Chorleiterin, dass etwas nicht stimmt mit Silvia. Sie erbringt nicht die gewünschte Leistung und verliert daraufhin ihr Solo. Sie kann sich nur noch sehr schwer über Wasser halten, als sie sich plötzlich für einen befreienden Schritt entscheidet. It’s a day of defeats for Silvia. She is laid off just four years before her retirement. Devastated, she goes to her church choir rehearsal. But on the way there, she is fined by the police. At the rehearsal, the choir leader notices that something is wrong with Silvia. Her performance is lacking, so she loses her solo. She is struggling to stay afloat, when she suddenly decides to take a liberating step.

IV


Jury

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Jury Internationaler Wettbewerb / Jury of the International Competition

Annette Amberg (CH)

Greg de Cuir Jr (RS)

Kuratorin Coalmine – Raum für Fotografie, Winterthur

Curator Coalmine – Raum für Fotografie, Winterthur

Freischaffender Kurator, Autor und Übersetzer

Kuratorin und Künstlerin Annette Amberg leitet den Ausstellungsraum Coalmine in Winterthur. Sie hat zudem Ausstellungsprojekte in der Shedhalle in Zürich, der Kunsthalle Basel und dem Strauhof in Zürich kuratiert. Ihre künstlerischen Arbeiten waren unter anderem am Istituto Svizzero in Rom, im Kunsthaus Glarus, im Helmhaus Zürich, an den Swiss Art Awards und im Aargauer Kunsthaus in Aarau zu sehen. Annette ist Gastdozentin an der ZHdK und unterrichtete an der HEAD in Genf sowie an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel.

Annette Amberg is the curator of Coalmine, a photo exhibition space in Winterthur. She has also curated exhibitions at Shedhalle in Zurich, at Kunsthalle Basel, and at Strauhof in Zurich, among others. Her own art has been presented at venues such as Istituto Svizzero in Rome, Kunsthaus Glarus, Helmhaus Zürich, the Swiss Art Awards, and Aargauer Kunsthaus in Aarau. Annette is a guest lecturer at the Zurich University of the Arts (ZHdK) and has taught at the Geneva University of Art and Design (HEAD) and the Academy of Art and Design in Basel.

Greg de Cuir Jr ist freischaffender Kurator, Autor und Übersetzer und lebt in Belgrad, Serbien. Zu seinen Projekten gehören unter anderem die Black Light Retrospektive am 72. Locarno Film Festival; Kevin Jerome Everson, The Abstract Ideal im Museum of Contemporary Art Vojvodina in Novi Sad; sowie 21st Century Žilnik im Close-Up Film Centre und LUX in London. De Cuir ist Redaktionsleiter der Zeitschrift NECSUS (Amsterdam University Press), Herausgeber der Buchreihe Eastern European Screen Cultures (Amsterdam University Press) und Mitglied der Redaktionsleitung für die Buchreihe Experimental Film and Artists’ Moving Image (Palgrave Macmillan). Seit 2008 ist er zudem in der Auswahl für Alternative Film/Video in Belgrad tätig.

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Katharina Huber (DE) Independent curator, writer, and translator

Freischaffende Filmemacherin und Künstlerin

Independent filmmaker and artist

Greg de Cuir Jr is an independent curator, writer, and translator who lives and works in Belgrade, Serbia. His recent projects include the Black Light Retrospective at the 72nd Locarno Film Festival; Kevin Jerome Everson, The Abstract Ideal, at the Museum of Contemporary Art Vojvodina in Novi Sad; and 21st Century Žilnik at Close-Up Film Centre and LUX in London, among others. De Cuir is managing editor of the journal NECSUS (Amsterdam University Press), editor of the book series Eastern European Screen Cultures (Amsterdam University Press), and a member of the editorial board of the book series Experimental Film and Artists’ Moving Image (Palgrave Macmillan). Since 2008, he has worked as a selector for Alternative Film/Video in Belgrade.

Katharina Huber studierte an der KHM in Köln. Danach ging sie mit einem Stipendium des DAAD zum Royal College of Art nach London. Seit der Rückkehr nach Köln arbeitet sie als unabhängige Künstlerin und Filmemacherin. Der Fokus ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf alternativen Erzählstrukturen, Auslassungen und der Suche nach einer Formsprache, die von Ambiguität lebt. Für ihren letzten Animationsfilm erhielt sie den Deutschen Kurzfilmpreis 2020.

Katharina Huber studied at the Academy of Media Arts in Cologne and later attended the Royal College of Art in London with a grant from the German Academic Exchange Service. Since returning to Cologne, she has worked as a freelance artist and filmmaker. Her work focuses on alternative narrative structures, omissions, and the search for a formal language rooted in ambiguity. For her latest animation, she received the German Short Film Award in 2020.

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Oleksiy Radynski (UA)

Léo Soesanto (FR)

Filmemacher und Autor

Filmmaker and writer

Leiter der Sektion Kurzfilm, Semaine de la Critique, Cannes

Oleksiy Radynski ist Filmemacher und Autor aus Kiew. Seine Filme waren unter anderem an den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen, am Institute of Contemporary Arts (London), am DOK Leipzig, in der Bar Laika (New York) und im Kmytiv Museum (Ukraine) zu sehen und haben mehrere Festivalpreise gewonnen. Er hat unter anderem am Berlinale Forum Expanded, Museum of Modern Art (New York) und International Studio & Curatorial Program (New York) Vorträge gehalten. Seine Texte sind in Proxy Politics: Power and Subversion in a Networked Age (Archive Books, 2017), Art and Theory of Post-1989 Central and East Europe: A Critical Anthology (MoMA, 2018), Being Together Precedes Being (Archive Books, 2019) und im e-flux journal erschienen. Er hat an der Kyiv-Mohyla Academy sowie im Home Workspace Program (Beirut) studiert. Zudem ist er am Visual Culture Research Center in Kiew tätig.

Oleksiy Radynski is a filmmaker and writer based in Kyiv. His films have been screened at International Short Film Festival Oberhausen, the Institute of Contemporary Arts (London), DOK Leipzig, Bar Laika (New York), and the Kmytiv Museum (Ukraine), among others, and received awards at several festivals. He has given talks at Berlinale Forum Expanded, the Museum of Modern Art (New York), and International Studio & Curatorial Program (New York), among others. His texts have been published in Proxy Politics: Power and Subversion in a Networked Age (Archive Books, 2017), Art and Theory of Post-1989 Central and East Europe: A Critical Anthology (MoMA, 2018), Being Together Precedes Being (Archive Books, 2019), and in e-flux journal. After graduating from KyivMohyla Academy, he studied at Home Workspace Program (Beirut), and he is a participant of the Visual Culture Research Center in Kyiv.

Léo Soesanto ist ein Filmjournalist und Programmierer aus Paris. Seine Texte sind in Libération, Les Inrockuptibles, Vogue, Premiere und Grazia erschienen. Er war Programmdirektor des Festival International du Film Indépendant de Bordeaux (2012–2018) und Programmierer für das International Film Festival Rotterdam (2016–2020). Seit 2017 leitet er die Sektion Kurzfilm der Semaine de la Critique in Cannes, nachdem er mehrere Jahre Mitglied im Selektionskomitee für Langspielfilme war (2009–2015). Léo war auch als Programmberater und Moderator für verschiedene Festivals tätig (Genf, Valencia, Utrecht) sowie als Kurator von Programmen zu Olivier Assayas, Jonathan Caouette, Denis Coté, Punk-Kino, Rainer Werner Fassbinder, asiatischen Filmen und TV-Serien.

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Jury PostproduktionsPreis / Jury of the Postproduction Award

Jury Sparks I / Sparks II

Christof Hächler (CH)

Marie Weise (CH), 16

Internationale Kurzfilmtage Winterthur Head of shorts, Cannes Critics’ Week

Léo Soesanto is a Paris-based film journalist and programmer. His writings have appeared in Libération, Les Inrockuptibles, Vogue, Premiere, and Grazia. He was the programming director of the Festival International du Film Indépendant de Bordeaux (2012–2018) and a senior programmer for International Film Festival Rotterdam (2016–2020). He has been the head of the shorts selection committee at the Critics’ Week in Cannes since 2017, after several years as a member of the features selection committee (2009–2015). Léo has also worked as a programme advisor/moderator for several festivals (Geneva, Valencia, Utrecht) and curated programmes dedicated to Olivier Assayas, Jonathan Caouette, Denis Coté, punk cinema, Rainer Werner Fassbinder, Asian films, and TV series.

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Gregor Rosenberger (CH) Nico Juchli (CH), 18 Jingle Jungle

Eva Schweizer (CH) SRF

Sophia Luft (CH), 16


Jury Schweizer Wettbewerb und Schweizer Filmschulentag / Jury of the Swiss Competition and the Swiss Film School Day

Florian Weghorn (DE)

Aneta Ozorek (PL)

Programmleiter Berlinale Talents

Programme Manager Berlinale Talents

Künstlerische Leiterin Kaboom Animation Festival

Florian Weghorn ist seit 2014 Programmleiter von Berlinale Talents, der Talentförderinitiative der Internationalen Filmfestspiele Berlin. Er berät ausserdem die sieben internationalen Aussenstellen von Berlinale Talents von Beirut bis Tokio. Florian wurde 1976 in Oldenburg geboren und hat seinen Magister Artium in Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität Köln abgelegt. Er gehört seit 2002 zum festen Team der Berlinale, wo er zunächst für die Sektion Generation arbeitete, deren Co-Leitung er von 2008 bis 2014 innehatte. Zwischen 2012 und 2019 war Florian zudem Mitglied des Auswahlkomitees für den Wettbewerb der Berlinale. Darüber hinaus hat er für andere internationale Filmfestivals, Filmförderungen und kulturelle Institutionen gearbeitet und ist Mitglied der Europäischen Filmakademie. Er ist freier Autor und Herausgeber mehrerer Publikationen zu Filmthemen und Jugendkultur.

Florian Weghorn is the Programme Manager of Berlinale Talents, the annual summit and talent development initiative of the Berlin International Film Festival. He also advises the seven Berlinale Talents offshoots around the world, ranging from Beirut to Tokyo. Born in 1976 in Oldenburg, Florian holds an MA in Theatre, Film, and Television Studies from the University of Cologne. He joined the Berlinale team in 2002, initially working for the Generation section, which he co-directed from 2008 to 2014. From 2012 to 2019, Florian was also a member of the Berlinale Competition selection committee. In addition, he has worked for various other international film festivals, film funds, and cultural institutions, and he is a member of the European Film Academy. He is the author and editor of several publications on film and youth culture.

Aneta Ozorek ist Filmkuratorin, Bildungsexpertin und künstlerische Leiterin des Kaboom Animation Festival. Ihre langjährige Erfahrung als Organisatorin umfasst Filmevents, Workshops, Ausstellungen und Festivals auf dem europäischen Markt. Sie ist zudem Leiterin der PitchingKategorie Kurzfilm beim CEE Animation Forum und Vorstandsmitglied des REX Animation Film Festival und der Short Film Conference. Ausserdem hat Aneta sieben Kinderbücher illustriert.

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Veton Nurkollari (XK) Artistic Director Kaboom Animation Festival

Künstlerischer Leiter DokuFest, Prizren

Artistic Director DokuFest, Prizren

Aneta Ozorek is a film curator, education expert, and the artistic director of the Kaboom Animation Festival. She has extensive industry experience as an organizer of film events, workshops, exhibitions, and festivals on the European market. She is also the head of the short films pitching category at the CEE Animation Forum and a board member of the REX Animation Film Festival and the Short Film Conference. In addition, Aneta has illustrated seven books for children.

Veton Nurkollari ist der künstlerische Leiter von DokuFest, dem grössten Kulturanlass im Kosovo. Das Festival, das Veton 2002 mitbegründet hat, zählt zu den wichtigsten Dokumentar- und Kurzfilmfestivals in Südosteuropa. Veton ist ausserdem Kurator für DokuPhoto, eine jährliche Fotografie-Werkschau, die parallel zum Filmfestival läuft. Zudem ist er regelmässig als Kurator und Jurymitglied für andere Filmfestivals tätig. Aktuell ist er an einem Coaching-Programm für junge Filmschaffende im Kosovo innerhalb der Projekte «Future Is Here» und «Heritage Space» beteiligt. Er ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und des Europäischen Kulturparlaments.

Veton Nurkollari is the Artistic Director of DokuFest, Kosovo’s largest cultural event and one of the major documentary and short film festivals in Southeast Europe, which Veton co-founded in 2002 with a group of friends. He is also one of the curators of DokuPhoto, an annual showcase of documentary photography that runs alongside the film festival. Veton regularly curates film programmes and serves on juries at other festivals. Currently, he is involved in a coaching and mentorship programme for young filmmakers from Kosovo within the «Future Is Here» and «Heritage Space» projects. Veton is also a member of the European Film Academy and the European Cultural Parliament.

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Preise der Wettbewerbe

PreisstifterInnen

Die Jury des Internationalen Wettbewerbs vergibt den Hauptpreis, den Förderpreis und den Prix George im Internationalen Wettbewerb. Die Jury des Schweizer Wettbewerbs vergibt die Preise für den besten Schweizer Film und den besten Schweizer Schulfilm. Wer den ZKB Publikumspreis gewinnt, bestimmen die ZuschauerInnen. Hauptpreis des Internationalen Wettbewerbs CHF 12 000.– gestiftet von der SRG SSR Förderpreis des Internationalen Wettbewerbs CHF 10 000.– gestiftet von der Stadt Winterthur Prix George für die beste dokumentarische Form des Internationalen Wettbewerbs CHF 10 000.– gestiftet von der Volkart Stiftung Preis für den besten Schweizer Film CHF 10 000.– gestiftet von SUISSIMAGE und SSA ZKB Publikumspreis CHF 10 000.– gestiftet von der Zürcher Kantonalbank

Preis für den besten Film im Programm Sparks I CHF 1000.– gestiftet von den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur Preis für den besten Film im Programm Sparks II CHF 1000.– gestiftet von den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur Preis für den besten Schweizer Schulfilm CHF 5000.– gestiftet von der SRG SSR Postproduktions-Preis CHF 20 000.– (Sachpreis) gestiftet von cinegrell und Jingle Jungle Jubiläumspreis 2021 «Musik für deinen Kurzfilm» in Zusammenarbeit mit dem Musikkollegium Winterthur und Great Garbo Die Wettbewerbsfilme der Kurzfilmtage sind unter bestimmten Bedingungen nominationsberechtigt für den Oscar®, den BAFTA-Award, den European Film Award sowie für den Schweizer Filmpreis Quartz.

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Competition Awards

Donators

The jury of the International Competition awards the Grand Prize, the Promotional Award, and the Prix George. The jury of the Swiss Competition selects the winners of the Award for the Best Swiss Film and the Award for the Best Swiss School Film. The audience chooses the winner of the ZKB Audience Award.

Grand Prize of the International Competition CHF 12 000.– donated by SRG SSR Promotional Award of the International Competition CHF 10 000.– donated by the City of Winterthur Prix George for the Best Documentary Form in the International Competition CHF 10 000.– donated by the Volkart Foundation Award for the Best Swiss Film CHF 10 000.– donated by SUISSIMAGE and SSA ZKB Audience Award CHF 10 000.– donated by Zürcher Kantonalbank

Award for the Best Film in the Programme Sparks I CHF 1000.– donated by Internationale Kurzfilmtage Winterthur Award for the Best Film in the Programme Sparks II CHF 1000.– donated by Internationale Kurzfilmtage Winterthur Award for the Best Swiss School Film CHF 5000.– donated by SRG SSR Postproduction Award CHF 20 000.– Non-cash prize donated by cinegrell and Jingle Jungle 2021 Anniversary Award «Music for Your Short Film» in collaboration with Musikkollegium Winterthur and Great Garbo

Under certain conditions, films from the Kurzfilmtage competitions qualify for nomination consideration for the Oscar®, the BAFTA Award, the European Film Award, and the Swiss Film Award.

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Hors Concours

Hot Shorts Züri Shorts Short Matters Dismissed

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Hot Shorts Curated by Matthias Sahli, Sebastian Henn, Angela Di Filippo

Running time 80' Wednesday, 10 November 2021, 19:00, Theater Winterthur Saturday, 13 November 2021, 14:00, Casino 1

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Dirty Talks

Eating in the Dark

Netherlands 2020, 7'28", colour, Dutch with English subtitles, Fic

Finland 2021, 9'05", colour, English without subtitles, Ani

Director/Script: Brandon Grötzinger/ Wander Theunis Photography: Jeroen Kiers Editor: Tessel Flora de Vries Sound: Matthijs Klijn Cast: Emma Josten/Daniël Kolf/Nils Verkooijen Producer: Rogier Kramer Production: Dutch Mountain Film, rogier@dutchmountainfilm.nl, +31 206881843 Distribution: Dutch Mountain Film, romana@dutchmountainfilm.nl, +31 206881843

Director: Inari Sirola Production: Luce Grosjean, luce@miyu.fr, +33 674232951 Distribution: Miyu Distribution, festival@miyu.fr

Der schüchterne Sam ist entsetzt, als ihn sein Macho-Mitbewohner Jamie beim Masturbieren erwischt. Wie kann er ihm erklären, dass er nicht Pornos geschaut, sondern von seiner Mitschülerin Danielle fantasiert hat? Es folgt ein ebenso chaotisches wie intimes Wortgefecht am Küchentisch, denn die beiden jungen Männer haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man sich im digitalen Zeitalter am besten allein vergnügt. Timid Sam is mortified when his macho roommate Jamie walks in on him masturbating. Can Sam explain that he wasn’t watching online porn but fantasizing about his classmate Danielle? An equally chaotic and intimate war of words erupts at the kitchen table, as the two young men clash over what exactly is the best way to have a good time on one’s own in the digital age. Dutch natives Brandon Grötzinger (*1991) and Wander Theunis (*1989) graduated as a sound designer and a screenwriter, respectively, from Amsterdam’s Netherlands Film Academy in 2015. Their debut as co-writer-directors, «Kalí Chroniá», travelled the globe and made the Vimeo Staff Picks in February 2020. Brandon and Wander’s sex comedy web series pilot «Dirty Talks» was released on YouTube later the same month.

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Zwischen Sexshops, schrägen Dates und dem Bedürfnis nach Selbstfindung irrt Siro umher. Ihre eigene Unsicherheit manifestiert sich als gelbes Wesen, das sie mehr und mehr zu demütigen beginnt. In einem bizarren Wald findet sie Zuflucht. Siro is wandering between sex shops, strange dates, and a desire for selfdiscovery. Her insecurity manifests itself as a yellow creature that increasingly humiliates her. She finds refuge in a bizarre forest. Inari Sirola is an animator/filmmaker from Finland. Her work challenges gender stereotypes, questioning identity and confronting the limitations set by society. Surrealism and comedy meet in her mind-bending realities, whilst her unique character design offers personal and social truths about body images and beauty standards, showcasing all kinds of long, saggy, wrinkly, features with love and absurdity. She often asks the question: deep down, can’t we all relate to a sausage? Maybe we can in more ways than we care to admit.

Tian Xia Wu Ya / All the Crows in the World Hong Kong 2021, 14'05", colour, Chinese/Zhuang with English subtitles, Fic Director/Script: Yi Tang Editor: Himing Lee Sound: Qi Liu Cast: Baohe Xue/Xuanyu Chen Producer: Haozheng Li Production: Fresh Wave Film Festival Limited, vicky_wong@freshwave.hk, +852 36194554 Distribution: Premium Films, mf@premium-films.com, premium-films.com

Die 18-jährige Studentin Shengnan wird zu einer mysteriösen Party eingeladen. Zu ihrer Überraschung trifft sie dort mehrheitlich auf schmierige Männer mittleren Alters. Doch einer von ihnen ist anders: Jianguo. Im Laufe des Abends lernen sich die beiden kennen. The short film follows an 18-year-old student, Shengnan, who is invited to a mysterious party by her cousin. Much to her surprise, the party is filled with sleazy middle-aged men. But one of them is different: Jianguo. As the night continues, the two form an unlikely bond. Yi Tang was born and raised in Fuzhou, China. Prior to filmmaking, she was an accounting major at college and a singer-songwriter at Universal Hong Kong. In her music, she boldly explored gender issues and sexuality in modern China. Her second short, «All the Crows in the World», is the 2021 winner of the Short Film Palme d’Or at Cannes. Yi Tang is now based in China and the US.


A Film about a Pudding

Poke / The Bouncer

United Kingdom 2021, 9'55", colour, no dialogue, Ani

Finland 2020, 11'17", colour, Finnish with English subtitles, Fic

Director/Script/Animation: Roel Van Beek Photography: Sonja Huttunen Editor: Raluca Petre Sound: Henry Sims Cast: Eleanor Anwen Producer: Jack Pollington Production/Distribution: National Film & Television School, anianakov@hotmail.com, +33 618708511

Wenn man eine Sauerei macht, muss man sie wegputzen. Ronin jedoch lässt ihre heruntergefallenen Einkäufe liegen. Da verwandeln sie sich blubbernd in einen gespenstischen Pudding. Ronin versucht das zu ignorieren. Doch der Pudding wächst von Tag zu Tag. Er droht, die ganze Stadt zu verschlingen. Wie lange noch kann Ronin sich vor ihrer Schuld drücken? After Ronin neglects to clean up her dropped groceries, they start to mix and bubble, transforming into a small pudding. While this seems odd, it’s easy to ignore for Ronin. But over the next few days, the pudding grows bigger and bigger, until it threatens to engulf the entire city. How much longer can she and the other inhabitants of her city continue to ignore it? Roel van Beek is a Dutch director and recent graduate from the National Film and Television School, where he completed an MA in animation. He has directed «A Film about a Pudding», «Meal Deal», and «Untitled Shower Film». After finishing a BA in visual effects at the Netherlands Film Academy, Roel decided to pursue his passion of becoming a director. He’ll do this until he dies, which will probably never happen.

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Director: Aleksi Salmenperä Script: Jani Volanen Photography: Heikki Färm Editor: Samu Heikkilä Sound: Kirka Sainio Cast: Elina Knihtilä/Tommi Korpela/Jani Volanen/ Kari Hietalahti Producer: Yrjö Nieminen/Mikko Tenhunen Production: Mjölk Movies, mikko.tenhunen@lookoutfilms.fi, +358 445568297 Distribution: The Finnish Film Foundation, otto.suuronen@ses.fi, +358 962203019

Der Türsteher eines Nachtclubs ist angewidert von all der Gewalt und Unterdrückung der Schwachen, die er sieht. Er muss handeln, um die Opfer zu schützen. A night club bouncer is disgusted by all the violence and oppression of the weak he keeps seeing. He has to act to protect the victims. Aleksi Salmenperä is a Finnish filmmaker whose works have premiered at major film festivals such as Berlinale, Hot Docs, and San Sebastian. He won the Finnish film award Jussi for best director with «Distractions» (2015) and «The Mine» (2016).

How Do You Measure a Year? USA 2021, 28'35", colour, English without subtitles, Doc Director/Editor/Producer: Jay Rosenblatt Photography: Jay Rosenblatt/Thomas Logoreci Cast: Ella Rosenblatt Production: Jay Rosenblatt, jayr@jayrosenblattfilms.com, jayrosenblattfilms.com Distribution: Submarine, matt@submarine.com, +1 2126251410

Ein Vater filmt seine Tochter jedes Jahr an ihrem Geburtstag und stellt ihr die gleichen Fragen. In kürzester Zeit sehen wir, wie sich ein Mädchen von einem Kleinkind zu einer jungen Frau entwickelt, mit all den schönen und unbeholfenen Phasen dazwischen. A father films his daughter every year on her birthday, asking the same questions. In a short time, we see a girl go from a toddler to a young woman, with all the beautiful and awkward stages in between. Jay Rosenblatt (*1955) has been making films for more than 25 years. He is the recipient of a Guggenheim and a Rockefeller Fellowship. His films have screened throughout the world and received numerous awards.


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Züri Shorts Curated by Laura Walde, Stefan Dobler Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Running time 85' Friday, 12 November 2021, 20:00, Casino 2 Sunday, 14 November 2021, 13:00, Theater Winterthur

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Ding / Thing Switzerland 2020, 22'49", colour, German with English subtitles, Doc Director: Pascale Egli/Aurelio Ghirardelli Photography: Michael Schwendinger Editor: Fabienne Koch Production/Distribution: Aurelio Ghirardelli, ghirardelli.aurelio@gmail.com

Wo die Liebe eben hinfällt ... Mitunter auf das Terrassendach der Nachbarn oder auf das Notenpult eines Flügels im Universitätskeller. Valentina und Sonnili sind zwei Frauen, die jeweils in einer intimen Partnerschaft mit einem Objekt leben. Auch wenn die Hürden der gesellschaftlichen Akzeptanz einzigartig sind, bleiben die grossen Themen auch in dieser Liebe die gleichen: Intimität, Geborgenheit und dass die Welt schöner ist, wenn man sie teilt. The ways of love are strange indeed. Sometimes they lead to the neighbours’ rooftop terrace or to the music stand of a grand piano. Valentina and Sonnili are two women who each have an intimate relationship with an object. A portrait of two exceptional connections, which are quite ordinary at their core. Even if the hurdles of social acceptance are unique, the big topics remain the same: intimacy, comfort, and the fact that the world is a better place if you share it. Pascale Egli (*1997 in Zurich) has been pursuing a BA in film at the Zurich University of the Arts since 2017. Aurelio Ghirardelli (*1991 in Kassel) received his BA in German with a thesis on writing in expressionist film. He started his BA in film at the Zurich University of the Arts in 2017.

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In guten Händen / In Good Hands Switzerland 2021, 13'12", colour, Swiss German/ German with English subtitles, Doc Director/Script: Philipp Ritler/Kezia Zurbrügg Photography: Kezia Zurbrügg Editor: Lasse Linder Sound: Kathleen Moser Producer: Philipp Ritler Production: Dynamic Frame GmbH, philipp.ritler@dynamic-frame.ch, dynamic-frame.ch Distribution: Kezia Zurbrügg, kzurbruegg@hotmail.com, vimeo.com/keziazurbruegg

Im Büro des Sorgentelefons sind die Leitungen besetzt, ein Coach zeichnet ein ermutigendes Video auf, besorgte Eltern wenden sich an eine Kinderpsychologin. Ein Spektrum filmischer Tableaus zeigt Menschen beim Versuch, der zunehmenden Vereinsamung entgegenzuwirken und Nähe zu schaffen. The lines are busy at the phone helpline. A life coach records an encouraging video, while concerned parents consult a child psychologist. A range of cinematic tableaus shows people trying to counteract the increasing loneliness and create intimacy in a detached society. Philipp Ritler (*1994 in Bern) graduated from the Lucerne School of Art and Design in 2017 with a BA in video. He works as a director and producer at Dynamic Frame. Kezia Zurbrügg (*1993 in Aarau) initially trained as a photographer. She received her BA in video from the Lucerne School of Art and Design in 2017. Since her graduation, she has been working as an independent filmmaker and cinematographer.

I Feel More Like a Stranger (Each Time I Come Home) Switzerland 2021, 10'00", colour, German with English subtitles, Fic Director/Script: Beatrice Minger Photography: Gabriel Lobos Editor: Rebecca Trösch/Isai Oswald Sound: Jan Illing Cast: Simon Frühwirth/Julia Hummer Producer: Rhea Plangg/Simone Späni Production: Cocoon Productions, Cinédokké Sagl, rhea@cocoonproductions.com Distribution: Rhea Plangg, rhea@cocoonproductions.com

Auf ihrer Joggingroute wird Barbara von einem anderen Jogger überholt. Als dieser zusammenbricht, ist Barbara hin- und hergerissen zwischen Angst und der Pflicht, dem Fremden zu helfen. Zwischen Kampf und Tanz wird Barbara allmählich bewusst, dass sie mit sich selbst konfrontiert ist. On her jogging route, Barbara is followed by another jogger. When he overtakes her and collapses, Barbara is torn between fear and her duty to help the stranger. In the ensuing struggle between fight and dance, Barbara gradually becomes aware that she is facing herself. Beatrice Minger (*1980 in Lachen, Switzerland) studied German, film studies, and history in Zurich. She has been making short films and video clips since 2005.


What If I Was Wrong about What Jesus Looks Like

Gaze

Switzerland 2021, 8'19", colour, English without subtitles, Fic/Exp

Director: Tillo Spreng/Etienne Kompis Photography: Natascha Vavrina Animation: Etienne Kompis Editor: Riccarda Schwarz Sound: Etienne Kompis/Raphaël Gasser/ Christof Steinmann Producer: David F. Geiser Production/Distribution: Letterbox Collective Filmproduktion GmbH, david@letterbox-collective.com, +41 764338258, letterbox-collective.com

Director/Script/Photography/Animation/Editor/ Cast/Producer: Johanna Müller Sound: Giuliano Sulzberger Production/Distribution: Johanna Müller, jm@johannamueller.net, johannamueller.net

Der Film handelt von einem geschlossenen Softwaresystem im Internet, einem sogenannten Walled Garden. Darin ist die fiktive Netzbetreiberin Cäcilie zu Hause und erzählt dem User von ihrem Alltag und von dem Garten, der einst so wunderbar und paradiesisch war, von dem sich aber nach und nach ein dystopisches Bild offenbart. «What If I Was Wrong about What Jesus Looks Like» is about a closed software system, a so-called walled garden. It is the home of network operator Cäcilie, who tells the user about her everyday life and about the garden, which was once so wonderful and paradisial – but gradually, a dystopian picture of this garden is revealed. Johanna Müller (*1990) is an artist based in Winterthur. She holds a BA and an MA in art education from the Zurich University of the Arts. In 2020, she received a grant from the city of Winterthur for a residency in Buenos Aires.

Switzerland 2020, 22'42", colour/black & white, Swiss German with English subtitles, Doc/Exp

«Gaze» reflektiert über Geschlechterrollen, Codes und Vorurteile mit dem Ziel, das binäre Geschlechterverständnis aufzuweichen. In einem immer wieder offengelegten Verhandlungsprozess mit dem Filmteam gehen die ProtagonistInnen den Fragen nach, wie sie ihre Geschlechtsidentität erleben und wie sie mit der Selbst- und Fremdwahrnehmung umgehen. The film reflects on gender roles, codes, and prejudices, and aims to question our binary understanding of them. In repeated discussions with the film team, the protagonists explore how they experience their gender identity and how they deal with their self-perception and others’ perception of them. Tillo Spreng (*1984) received his BA from the Zurich University of the Arts in 2010. He has been making commercials, music videos, short films, and TV productions as a director and author since 2012. In 2019, he began an MA in transdisciplinary studies at the Zurich University of the Arts. Etienne Kompis received his BA in 2D animation from the Lucerne School of Art and Design in 2016. In 2021, he enrolled in an MA in sound design at the National Film and Television School in the UK.

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Fischknusperli / Fish Fingers Switzerland 2021, 8'28", colour, Swiss German with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: Lars Mulle Photography: Rokas Sydeikis Sound: Shafa Semo Cast: Aurelio Ghirardelli/Greta Massie/Monika Varga/ Vreni Brun/Brigitte Gautschi Production/Distribution: Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), film.info@zhdk.ch, zhdk.ch

In der Badi Rössli breitet sich der Herbst aus. Die Bademeisterin überwacht einen Pool, in dem nur noch Laub schwimmt. Im Bistro gibt’s nichts Warmes mehr und in der Liegeecke stört sich eine Sonnenbaderin an dem rechenden Gärtner. Die Ankunft einer Hochzeitsgesellschaft bringt frischen Wind. Autumn leaves spread over a public pool. The lifeguard watches over an empty pool. The bistro is out of warm meals, and a sunbathing lady is annoyed by the gardener’s raking. The arrival of a wedding party brings a breath of fresh air. Lars Mulle (*1995 in Lucerne) received his BA in film from the Zurich University of the Arts in 2021. He lives and works in Zurich.


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Short Matters Curated by the European Film Academy In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Running time 90' Wednesday, 10 November 2021, 18:00, Kino Cameo

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Nachts sind alle Katzen Tio Tomás, a contabiligrau / All Cats Are Grey dade dos dias / Uncle in the Dark Thomas, Accounting for the Days Switzerland 2019, 18'16", colour, German with English subtitles, Doc Director: Lasse Linder Photography: Robin Angst Editor: Michèle Flury Sound: Nicolas Büttiker Production: Hochschule Luzern HSLU - Design & Kunst, design-kunst@hslu.ch, +41 412486464 Distribution: Square Eyes Film, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com

Christian lebt mit seinen beiden Katzen Marmelade und Katjuscha zusammen. Da er Vater werden möchte, lässt er seine geliebte Marmelade von einem exklusiven Kater im Ausland befruchten. Christian lives with his two cats Marmelade and Katjuscha. As he is yearning to become a father, he decides to have his beloved Marmelade impregnated by a select tomcat from abroad. Lasse Linder (*1994) briefly studied film studies and German before realizing that he would much rather make his own films. Before starting his video degree at the Lucerne School of Art and Design, he worked as an editor. His first short, «Bashkimi United» (2018), was awarded at several Swiss festivals. «Nachts sind alle Katzen grau» is his graduation project.

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Portugal/France/Canada 2019, 13'00", colour, English without subtitles, Ani Director/Script: Regina Pessoa Animation: Dale Hayward/Soukaïna Najjaranne/ Nils Delot/Sylvie Trouvé/Regina Pessoa/ André Marques/Alexandre Braga/Marc Robinet Editor: Abi Feijó Sound: Normand Roger Producer: Reginald de Guillebon/Julie Roy/Abi Feijó Production: Emanuel de Oliveira, emanuel@curtas.pt Distribution: Agencia - Portuguese Short Film Agency, agencia@curtas.pt, +351 252646683

Aus ihren persönlichen und visuellen Erinnerungen schafft die Filmemacherin eine Hommage an ihren Onkel, einen bescheidenen Mann mit einem einfachen, anonymen Leben. Man braucht nicht «jemand» zu sein, um eine aussergewöhnliche Rolle im Leben anderer zu spielen. From her personal and visual memories, the filmmaker creates a tribute to her uncle Thomas, a humble man with a simple and anonymous life. An acknowledgment of how one does not have to be «somebody» to become exceptional in our lives. Regina Pessoa has been working in animation since 1992. Apart from several workshops, she worked on «The Outlaws» by Abi Feijó (1992/93), «Fado Lusitano» (1994/95), and the sand animation in «Stowaway», also by Abi Feijó (2000). Regina started directing her own films in 1996, winning countless awards. She also holds a painting degree from the Faculty of Fine Arts of the University of Porto (1998) and is both a senior lecturer at Filmakademie (Germany) and a member of the Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Past Perfect Portugal 2019, 23'09", colour, English with English subtitles, Fic/Exp Director/Editor: Jorge Jácome Script: Jorge Jácome/Pedro Penim Photography: Marta Simões/ Jorge Jácome Sound: António Porém Pires/Shugo Tekina Production: Filipa Henriques, pf@portugalfilm.org Distribution: Portugal Film - Portuguese Film Agency, pf@portugalfilm.org, portugalfilm.org

«Past Perfect» thematisiert Nostalgie und Emotionen und fragt, ob Gefühle in der Vergangenheit unmittelbarer und authentischer waren. Gedankengänge werden gesponnen, zerlegt und neu zusammengesetzt. Eine Kette von Assoziationen wird auf eine Zeitreise geschickt und schwebt zwischen dem Jetzt, der Zukunft und der Vergangenheit. «Past Perfect» addresses nostalgia and emotions, questioning whether feelings were more immediate and authentic in the past. Thoughts are interwoven, disassembled, reassembled. A chain of associations is sent on a journey through time, floating between present, future, and past. Jorge Jácome (*1988) completed his degree in cinema at Escola Superior de Teatro e Cinema in 2010, and in 2016, he graduated from Le Fresnoy in France. His work is based on a strongly intuitive and sensorial approach, resulting in films made of drifting narratives, unexpected relationships, and unusual encounters.


Genius Loci

Sun Dog

France 2019, 16'20", colour, French with English subtitles, Ani

Russia/Belgium 2020, 19'49", colour, English/Russian with English subtitles, Fic

Director: Adrien Mérigeau Production/Distribution: Amaury Ovise, info@kazakproductions.fr, +33 148243057

Director/Script/Producer: Dorian Jespers Photography: Arnaud Alberola/Dorian Jespers Editor: Omar Guzman Sound: Thomas Becka Cast: Alexander Pronkin Producer: Gust van den Berghe Production: KASK, Scum Pictures, ATAKA51 Distribution: Square Eyes Film, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com

Eine einsame Gestalt namens Reine sieht im städtischen Chaos eines Nachts eine mystische Einheit, die lebendig scheint und den Weg weist. One night, Reine, a young loner, sees within the urban chaos a mystical oneness that seems alive, like some sort of guide. After studying animation at the French animation school EMCA from 2001 to 2004, Adrien Mérigeau worked at the Cartoon Saloon studio in Ireland as a background supervisor on the EFA- and Oscarnominated feature film «The Secret of Kells» by Tomm Moore (2009). He directed his first short film, «Old Fangs», in 2010 and worked as art director on Cartoon Saloon’s second Oscarnominated and first EFA-winning film, Tomm Moore’s «Song of the Sea» (2014). Adrien moved back to France in 2015 and completed his second short film, «Genius Loci», in 2019.

Fedor ist ein junger Schlosser in Murmansk, einer russischen Stadt nördlich des Polarkreises. Von Kunde zu Kunde wandert er durch die Betonlandschaft, von einer Fantasie getrieben, die ihn isoliert. Seine Träume zerstören sein Verhältnis zur Realität und öffnen ein Tor zu einem phantasmagorischen Universum. Eine neue Sonne geht auf. Fedor is a young locksmith in Murmansk, a frozen city in the Russian Arctic. Client after client, he roams through alleys of concrete, animated by a fantasy that isolates him. His dreams corrode his relation to reality and open the door to a phantasmagoric universe – a second sun is rising. Dorian Jespers (*1993) is a Belgian filmmaker. He studied cinematography at INSAS and directing at the Royal Academy of Fine Arts in Gent, an education that focuses strongly on the development of a filmmaker’s personal language. This is reflected in his MA graduation project, the experimental fantasy film «Sun Dog».

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Dismissed Curated by Kyros Kikos

Running Time 69' Saturday, 13 November 2021, 00:30, Kraftfeld

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Swallow the Universe

Are You OK

Record

France 2021, 12'17", colour, Japanese with English subtitles, Ani

Norway 2021, 4'02", colour, Norwegian with English subtitles, Exp

United Kingdom 2021, 1'00", colour, English with English subtitles, Doc

Director/Script: Nieto Animation: Jeanne Griseri/Leo Silly-Pelissier/ Marianne Lemoigne/Thibaut Choleau/Eloise Rauzier/ Diego Cristofano/Fabien Jimenez/Florian Durand/ Coline Peron/Daniela Metheyer/Antoine David/ Gabriel Claverie Sound: Bruno Seznec/Quentin Robert Producer: Nicolas Schmerkin Production/Distribution: Autour de Minuit, festivals@autourdeminuit.com, +33 142811728

Director/Script/Producer: Mattis Ohana Goksøyr Photography: Håvard Byrkjeland Editor: Tormod Berge Sound: Andreas Waag Martinsen Cast: Elvira Haaland/Bhkie Male/Rebekka Jynge/ Simen Bostad Production/Distribution: Mattis Goksøyr, mattis.goksoyr@gmail.com

Director: John Smith Production: Matt Carter, distribution@lux.org.uk, lux.org.uk Distribution: Lux Distribution, distribution@lux.org.uk, lux.org.uk

Die grandiose Blut-und-DonnerGeschichte eines kleinen Kindes im tiefen Dschungel der Mandschurei. Seine plötzliche Anwesenheit führt zur totalen Anarchie in dieser bis anhin wohlgeordneten, primitiven Welt. The grandiloquent blood-and-thunder saga of a young child lost in Manchuria’s deep jungles. His sudden presence creates complete anarchy in the fauna’s primitive world, which was perfectly organized until then. Paris-based Nieto is a mixed-media artist who excels as a painter, filmmaker, performer, and most recently stage director of opera. Nieto’s weird world is baroque and ironic, blending comedy with a streak of dry absurdity and mind-blowing visual tricks.

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Sara erlebt den Orgasmus einer anderen Frau und entwickelt eine neue Perspektive aufs Leben. Sara experiences another woman’s orgasm and gets a new perspective on life. Mattis Ohana Goksøyr is a Norwegian film director and creative based in both Bergen and Oslo. He directs commercials and fiction, short films, music videos, live concerts, and more. His short films have been shown at film festivals both internationally and nationally, and he is commercially represented by Willy Nikkers in Norway.

Eine Hommage an Prinz Philip, Duke of Edinburgh, 2002 gefilmt und anlässlich seines Todes am 9. April 2021 fertiggestellt. A larger-than-life tribute to Prince Philip, His Royal Highness the Duke of Edinburgh, recorded in 2002 and completed on the day of his death, 9 April 2021. John Smith (*1952) lives and works in London. He studied film at the Royal College of Art. Since 1972, he has made over fifty films, videos, and installations that have been shown in independent cinemas and art galleries around the world. His work has been profiled through retrospective programmes all over the world. Selected filmography: «Dad’s Stick» (2012), «Flag Mountain» (2010), «Throwing Stones» (2004), «Regression» (1999), «Blight» (1996), «Gargantuan» (1992), «Om» (1986), «Leading Light» (1975), «Associations» (1975).


The Long Fall

-Force-

Kärcher

USA 2020, 3'21", colour, English, Ani/Exp

USA/Hong Kong 2020, 9'09", colour, English, Ani/Exp

Germany 2020, 2'41", colour/black & white, English, Ani

Director: Cade Mirabitur Production/Distribution: Cade Mirabitur

Director: Simon Liu/Jennie MaryTai Liu Script: Jennie MaryTai Liu Photography/Animation: Simon Liu Sound: Andrew Gilbert Production/Distribution: Simon Liu, liufilmsliu@gmail.com, +1 3474033794

Körper und Objekte kollidieren chaotisch in einem kleinen Haus, das ein tiefes Loch hinunterfällt. Der Film entstand während der COVID-Selbstisolation und wurde mit dem MachinimaGame «Garry’s Mod» (2004) von Valve gemacht. Bodies and objects chaotically collide in a small house as it plummets down a deep hole. The film was created using Valve’s 2004 machinima game «Garry’s Mod» during COVID-related self-isolation. Cade Mirabitur is an American filmmaker from Detroit, Michigan. He mainly experiments with filmmaking techniques and technology that limit cinematic creation to only its essentials, yielding a bare and unique final product. Recurring themes in his films include time, death, technology, and decay.

Beschauliche Ansichten von Hongkong vermischen sich mit schwindelerregenden, halb-abstrakten digitalen Animationen – Avatare in einer Parabel über Kontrolle. Ein bedrohliches Voiceover verspricht Ordnung und Befriedigung, droht aber mit Ärger, Polarisierung und Tränen. Placid views of Hong Kong merge with dizzying, semi-abstract digital animations; avatars in a parable about control. A mesmerizing, menacing voiceover – part body politic regulator, part cyberpunk travel guide – promises order, accountability, and satisfaction, and threatens trouble, polarization, and tears. A fire has been started, and movement has gone on to reach multiple points of no return. Simon Liu is a film artist whose work centres on building a lyrical catalogue of the rapidly evolving inner and outer landscapes of his place of origin in Hong Kong through alternative documentary forms, abstract diary films, multi-channel video installations, and 16 mm projection performances. Liu’s work has been presented at film festivals and institutions globally. Grand Lady Dance House is the hostname for performance and video projects directed and choreographed by Jennie Liu with a close, evolving group of artists. Since 2005, their work has been presented at venues including the New York Film Festival, Los Angeles County Museum of Art, the Mistake Room, and others. She was recently awarded a Mike Kelley Foundation grant to curate a group exhibition engaging artists across disciplines to respond to the history of early modern dance in LA.

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Director: Yeon Zo Production/Distribution: Sanngah Jo, zoyeon.works@gmail.com

Eine ungewöhnliche Anwendung des Kärcher-Staubsaugers. The Kärcher vacuum cleaner is put to use in unusual ways. Yeon Zo (*1989) works with various media, including drawing, video, and sculpture, often combining them into multi-layered installations. In terms of content, she deals with personal borderline experiences, as well as loneliness, boredom, or exceptional human behaviour. She reflects on art-historical contexts and conducts wide-ranging social research for her artistic works.


Everybody Dies USA 2021, 8'07", colour/black & white, no dialogue, Fic/Exp Director/Editor: Anderson Matthew Cast: Dylan Zarate Production/Distribution: Anderson Matthew, mclarkand@gmail.com, +1 2133610798

Eine poetische Reise in die Wüste. Eine Reflexion über die Umwelt, den Körper und den Tod als Teile der ebenso persönlichen wie universellen menschlichen Existenz, die es nicht zu fürchten, sondern zu begrüssen gilt. «Everybody Dies» is a poetic journey into the desert. It’s a reflection on the nature of the environment, the body, and death as something not to be feared but embraced as part of the personal and universal human experience. Anderson Matthew is an artist and filmmaker living and working in Los Angeles. His work centres around a multiplicity of perspectives and queer experience. He is the writer and director of the upcoming feature film «Baja Come Down» and creator of «Deviant Proposals: An Anti-Binary Journal» published by Candor Arts. His film work includes short, experimental, and documentary projects that have been shown internationally. His first solo exhibition, «Some Things Hidden / Some Things Undone», included new works on Super 8 and 35 mm film and took place in Los Angeles at Flower Head in 2021. He holds a BFA from Chapman University.

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Les larmes de la Seine / My Name Is UnproThe Seine’s tears nounceable France 2021, 8'49", colour, Arabic with English subtitles, Ani Director: Philippine Singer/Alice Letailleur/ Nicolas Mayeur/Eliott Benard/Yanis Belaid/ Lisa Vicente/Etienne Moulin/Hadrien Pinot Script: Eliott Benard/Yanis Belaid Animation: Philippine Singer/Alice Letailleur/ Eliott Benard Editor: Yanis Belaid Sound: Lisa Vicente Producer: Carlos De Carvalho Production: Pôle 3D, patrick2carvalho@gmail.com, pole3d.com Distribution: Je Regarde, patrick2carvalho@gmail.com, jeregarde.net

Belgium 2021, 19'17", black & white, English, Fic Director/Script/Photography: Louis Reifenauer Editor: Emmanuel Blin Cast: Bruce Ellison Producer: Emmanuel Blin Production/Distribution: Emmanuel Blin, manublinreifenauer@gmail.com

Irgendwo in der Weite des Universums wird ein Alien aus seinem Raumschiff geworfen, weil er sich nicht an die strengen Verhaltensregeln gehalten hat ...

17. Oktober 1961: AlgerierInnen gehen in Paris auf die Strasse, um gegen die von der Polizei verhängte Ausgangssperre zu protestieren.

Somewhere in the vastness of the universe, an alien is expelled from his spaceship for not complying with the strict operational protocols ...

17 October 1961: Algerians march in the streets of Paris to protest against the mandatory curfew imposed by the police.

Louis Reifenauer (*1965 in Brussels) is a selftaught filmmaker who has worked on some music videos and released two short films. Both were selfproduced low-budget films that were only possible because of Louis’s friendship with American actor Bruce Ellison, who lives in Brussels and who agreed to appear in the shorts.

Eliott Benard, Nicolas Mayeur, Etienne Moulin, Hadrien Pinot, Lisa Vicente, Philippine Singer, Alice Letailleur, and Yanis Belaid graduated from the Pôle 3D school in Roubaix.


Grosser Fokus Main Focus

La Suisse n’existe pas Curated by John Canciani, Delphine Jeanneret, Anita Magni, Matthias Sahli, Senta van de Weetering, Laura Walde Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

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La Suisse n’existe pas La Suisse n’existe pas war der Titel des Schweizer Pavillons an der Expo 1992 in Sevilla, der für geteilte Meinungen sorgte. Die einen freuten sich über den Mut der Schweiz, sich für einmal anders – frech und herausfordernd – zu präsentieren, andere empfanden es empört als reine Provokation. Es hiess, die KuratorInnen setzten auf Ironie, doch in dem Titel steckt mehr Wahrheit, als auf den ersten Blick erkennbar ist: Er suggeriert eine Schweizer Identitätsvorstellung, die weit über Käse, Schokolade, Kühe und Berge hinausgeht. Denn eine gemeinsame Schweizer Identität ist schwer einzugrenzen. Der Einfluss von unterschiedlichen Sprachregionen und Landschaften, aber auch des Föderalismus ist nicht zu unterschätzen. An der Expo sollte die Schweiz gemäss einem Bundesratssprecher «in einer unüblichen, unerwarteten, frechen und erfrischenden Art und Weise» präsentiert werden, und Ziel war es, eben auf die Multikulturalität innerhalb der Schweiz aufmerksam zu machen. Vielleicht ist es auch eine Provokation, dass ein Schweizer Filmfestival sein eigenes Land in den Grossen Fokus stellt. Blosse Nabelschau oder erhellender Selbstfindungsprozess? Zum 25. Jubiläum wollen wir einfach einmal eine eigene Bilanz ziehen: Wie steht es eigentlich um das Filmschaffen hierzulande? Was gibt es für uns alle zu entdecken? Und was ist unsere kuratorische Sicht auf die Themen und Ästhetiken des Schweizer Films? La Suisse n’existe pas ist also keineswegs negativ zu verstehen. Mit dieser Aussage brechen wir mit Klischees einer öden Schweiz, indem wir ein Land zeigen, dessen kulturelle Vielfalt gerade durch die oben genannten Differenzen blüht und zum Selbstbild des Landes beiträgt. Diese «nichtexistierende» Schweiz bilden wir in den acht Programmen des Grossen Fokus ab. Die Schweizer Filmgeschichte lässt sich grob in zwei Epochen einteilen, den «alten» und den «neuen» Schweizer Film. Die Grenze verläuft ziemlich genau durch die Generation der 68er. Beim alten Schweizer Film dominierte der Langspielfilm: Die Filmstudios wollten vor allem den Heimatfilm in die Kinos bringen und hatten eine klare Vorstellung davon, wie solche Filme auszusehen hatten. Interessanterweise eröffneten sich gerade beim Auftragsfilm neue filmische Wege. Oft dokumentarisch und mit klarem Auftrag zur Förderung des Tourismus, der Wirtschaft oder der Industrie boten solche Filme den Regisseuren grosse Freiheiten in der Umsetzung. Meist waren das Kurzfilme, bei denen sich ab den 1930er Jahren eigene Handschriften und

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neue Ästhetiken entwickelten. Mit der 68er-Bewegung betrat eine neue Generation von «jungen Wilden» die Szene, die sich von der alten Filmwelt klar abgrenzen wollten. Die Jungen kannten die diversen neuen Filmströmungen wie die Nouvelle Vague oder das Direct Cinema. Um ihren eigenen Weg einzuschlagen, nutzten sie oft die kurze Form. Wenn wir aus heutiger Sicht den internationalen Erfolg des Schweizer Films evaluieren, dann kann man sicher sagen, dass insbesondere die dokumentarische Form prägend ist und seit langem ihren regelmässigen Platz an Festivals weltweit gefunden hat. Die lange Tradition des Dokumentarfilmschaffens nahm ihren Anfang wie erwähnt bei den Auftragsfilmen und wurde von nachfolgenden Generationen weitergeführt und -entwickelt. Vor diesen Hintergründen haben wir die Grundsteine für den Fokus Schweiz der diesjährigen Festivalausgabe gelegt. Zu Diensten? zeigt Auftragsfilme von 1930 bis 1970, unter anderem mit Filmen von Jean-Luc Godard und Kurt Früh. Clemens Klopfenstein, eine prägende Figur der 68er-Bewegung, hat in seinen jungen Jahren viele Kurzfilme gemacht und kehrte während seiner Karriere regelmässig zur kurzen Form zurück. Deshalb widmen ihm die Kurzfilmtage ein Programm. Wir freuen uns sehr, die neu restaurierte Fassung von Klopfensteins «La luce romana vista da Ferraniacolor» (2021) sowie den sehr amüsanten Film «Die Gemmi – ein Übergang» (1995) mit Max Rüdlinger und Polo Hofer zu zeigen. Aus der Publikation Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland entstand das Programm Bild folgt Ton. Darin präsentieren wir wichtige Schweizer Experimentalfilme, die sich mit Tonspur, Musik und Rhythmik beschäftigen. Die cineastische Klangreise startet in der Jugendbewegung der 60er mit psychedelischen Klängen und geht über Noise und Punk bis hin zur elektronischen Musik der Neuzeit, mit Beiträgen wie «Inclinations» (1962) von Guido und Eva Haas, «Basic Music» (1974) von Muriel Olesen oder «Punkmachine» (2011) von Ingo Giezendanner. Die Schweiz ist notorisch bekannt als Spätzünderin, wenn es um Frauenrechte geht, was aus kreativer Sicht viele spannende Arbeiten von Frauen entstehen liess. Die Videokunst ist «das» weibliche Medium schlechthin und hat in der Schweiz einige Pionierinnen hervorgebracht, die international grosse Anerkennung geniessen. Make It Visible würdigt Frauen, die sich aktivistisch und künstlerisch dem Feminismus widmen. Das Programm beinhaltet Werke von Wegbereiterinnen wie Pipilotti Rist und Carole Roussopoulos, aber auch jüngere Generationen sind vertreten.

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Bezeichnend für den neuen Schweizer Film war, dass sich die jungen Filmschaffenden partout dem für die Schweiz so prägenden Genre des Bergfilms verwehrten. Zu stark war dieses geprägt vom alten Mief, der Heimatnostalgie, dem Spiessertum und der politischen Agenda der Nachkriegszeit. Peter Liechti durchbrach diese Antihaltung und widmete sich mit «Ausflug ins Gebirg» (1986) wieder den Bergen, aber eben nicht mehr in der alten Tradition. Stattdessen sieht er den Berg als Einschränkung, als Wand vor dem Kopf, ähnlich wie es auch die Punks in den 1980ern brüllten: «Nieder mit den Alpen! Freie Sicht aufs Mittelmeer!» Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen ist unser Bergprogramm, das die Berge vor allem als Bedrohung inszeniert. Nebst «Ausflug ins Gebirg» finden sich hier Filme wie «La fin d’Homère» (2015) von Zahra Vargas, der die Landschaft und die Gemüter des Bergvolks im Wallis porträtiert. So naheliegend Filme zu den Bergen scheinen, so überraschend mutet das Programm I Follow Rivers vielleicht an. Aus topografischer Sicht ist die Schweiz nicht nur ein Berg-, sondern auch ein Wasserland, womit für uns klar war, dass auch ein solches Programm in den Grossen Fokus gehört. I Follow Rivers startet mit «Aletsch Negativ» (2019) von Laurence Bonvin in Richtung Tal und endet mit «Tuffo» (2021) von Jean-Guillaume Sonnier am Lago Maggiore. Schon seit Jahren beherrscht der Stadt-Land-Graben die Schweizer Politik. Allerdings rückt die Agglomeration – von der Landbevölkerung nie richtig akzeptiert, von den Städtern belächelt – zunehmend ins Zentrum der Politik. Nicht selten werden Abstimmungen genau dort gewonnen, denn mittlerweile hat sich das gesamte Mittelland zu einer grossen Agglo verdichtet. Das Programm Vo dinnä nüsä – eine Reise durch die Schweiz widmet sich diesem Zwischenraum und dessen Menschen. Filme wie «A Land Fit for Heroes» (2014) von Claude Piguet und Annelore Schneider werfen einen beobachtenden Blick auf die Agglomeration, während «Sortie de route» (2013) von Tristan Aymon und David Maye die Geschichte eines Jugendlichen aus der Talsohle des Wallis erzählt. Das Programm The In-Betweeners thematisiert auch Zwischenräume, jedoch auf gesellschaftlicher Ebene. Die Filme beschäftigen sich mit Menschen, die zwischen Stuhl und Bank fallen, weil sie mit ihren Sehnsüchten und Wünschen nicht immer den gesellschaftlichen Erwartungen gerecht werden können. Dies verdeutlichen Filme wie «René» (2007) von Tobias Nölle oder der Animationsfilm «The Flood Is Coming» (2018) von Gabriel Böhmer wunderbar.

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Wir sind uns bewusst, dass wir noch weitere oder auch ganz andere Themen und Aspekte der Schweiz hätten beleuchten können. Wir sind aber überzeugt, dass wir eine stringente Auswahl gefunden haben, die uns durch die Themen und die reiche Filmgeschichte der Schweiz führt. Durch die kuratorische Praxis der Kurzfilmtage sind die Filme immer an einen inhaltlichen Kontext gebunden. Oftmals fallen somit Werke weg, die uns am Herzen liegen und die auch für den Kurzfilm im Allgemeinen relevant sind. Aus diesem Grund werden in diesem Jahr weitere 25 Schweizer Kurzfilme über die Festivaltage hinaus auf der Onlineplattform Play Suisse der SRG SSR zur Verfügung stehen. Wir möchten dem Publikum die Vielfalt, die hinter dem Titel La Suisse n’existe pas steht, näherbringen. Es gilt auszubrechen und sich eben nicht im Reduit zu verschanzen. Wir fordern sogar auf, den Titel als Frage zu formulieren. Es ist wichtig und richtig, sich und sein Umfeld zu hinterfragen, um zu sehen, was Bestand hat und was sich entwickeln darf. Dies ganz im Sinne der Tradition der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur, die stets die Reflexion und die gemeinsame Diskussion in den Mittelpunkt des Festivals stellen. Das KuratorInnen-Team freut sich auf die Festivaltage und den regen Austausch mit dem Publikum. Alexandra Götz und John Canciani

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La Suisse n’existe pas At the 1992 Expo in Seville, La Suisse n’existe pas was the title of the Swiss pavilion, and it caused quite a stir. While some were happy that Switzerland had the courage to present itself in a different light for once, with a bold and challenging exhibit, others perceived the display as nothing but provocation. The curators were said to rely on irony, but the title of the exhibit contains more truth than is obvious at first glance: it suggests a Swiss identity that goes far beyond cheese, chocolate, cows, and mountains. A shared Swiss identity is hard to define and delimit. The influence of different languages and landscapes but also of federalism should not be underestimated. According to a speaker of the Federal Council, the Seville exhibit was meant to present Switzerland «in an unusual, unexpected, bold, and refreshing manner», and the aim was to highlight the multiculturalism that exists within Switzerland. Perhaps it is also a provocation for a Swiss film festival to dedicate the Main Focus to its own country. Mere self-indulgence or an enlightening process of self-discovery? To mark our 25th anniversary, we have decided to take stock of our own film scene: What is the state of filmmaking in Switzerland? What things can we discover? And what is our curatorial view of the themes and aesthetics of Swiss cinema? La Suisse n’existe pas is not meant in a negative sense. Rather, our aim is to break with clichés of a dull country and to show a nation, whose cultural diversity flourishes precisely because of the aforementioned differences, contributing to the country’s self-image. The eight programmes of our Main Focus showcase this «nonexistent» Swiss nation. Broadly speaking, there are two periods in Swiss film history, the «old» and the «new» Swiss cinema, and the break between them is brought about by the generation associated with the protests of 1968. The old Swiss cinema was dominated by fictional feature films. The film studios focused on the Heimatfilm genre and had a clear idea of what those films were supposed to look like. Interestingly, it was the domain of commissioned films that opened up new paths to filmmakers. Documentaries with the explicit mission to promote tourism, the economy, or specific industries offered a lot of artistic freedom to their makers. It was in these usually short works that new styles and aesthetics evolved from the 1930s onward. With the protests of 68, a new generation of «young, wild» filmmakers came on the

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scene, distancing themselves from the old film industry. These young filmmakers were familiar with the various new waves that had emerged around the world, such as the French New Wave and the Direct Cinema. To realize their own ideas, they often turned to short film. When evaluating the international success of Swiss cinema from a present-day perspective, we notice that documentaries have been most influential, with a long-established regular presence at festivals worldwide. As mentioned, the long tradition of documentary filmmaking began with commissioned works, and later generations continued to develop and add to it. With these backgrounds in mind, we laid the foundations for the Swiss focus of this year’s festival edition. Zu Diensten? features commissioned works from 1930 to 1970, made by directors including Jean-Luc Godard and Kurt Früh. Clemens Klopfenstein, a key figure of the 68 movement, made many short films in his early years and regularly returned to the short form throughout his career. We are dedicating one of our programmes to Klopfenstein, which includes a newly restored version of «La luce romana vista da Ferraniacolor» (2021) as well as the very amusing «Die Gemmi – ein Übergang» (1995) featuring Max Rüdlinger and Polo Hofer. The publication Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland inspired the programme Bild folgt Ton. Here, we present important experimental films that explore sound, music, and rhythm. This journey leads from the youth movement of the 1960s with its psychedelic sounds to noise, punk, and the electronic music of the present, featuring works like «Inclinations» (1962) by Guido and Eva Haas, «Basic Music» (1974) by Muriel Olesen, and «Punkmachine» (2011) by Ingo Giezendanner. Switzerland has been a notorious latecomer with regard to women’s rights. From a creative point of view, this has yielded numerous interesting works by women. Video art, sometimes considered the pre-eminent female medium, has produced several Swiss pioneer figures of international renown. Make It Visible honours women dedicated to feminism as artists and activists. The programme features works by trailblazers like Pipilotti Rist and Carole Roussopoulos, as well as by representatives of younger generations. A distinctive trait of the new Swiss cinema was the young directors’ refusal to continue the influential genre of mountain films. To them, it carried too much of the old nostalgia, stuffiness, and political agenda of the post-war years. Peter Liechti eventually broke with this anti-attitude, returning to the

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mountains with his «Ausflug ins Gebirg» (1986), while also rejecting the old tradition. He views the mountains as a limitation and obstacle, much like the punks of the 1980s were screaming: «Down with Alps! We want to see the Mediterranean!» Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen is our mountain programme, which shows the mountains mostly as a threat. Apart from Liechti’s film, it features works like «Homer, a Hunter’s Fate» (2015) by Zahra Vargas, which portrays the landscapes and the disposition of the mountain dwellers. While films about mountains might be an obvious choice, the programme I Follow Rivers may seem surprising. In topographic terms, Switzerland is as much a land of water as of mountains, so it was obvious to us that a water programme also had to be included in the Main Focus. Opening with «Aletsch Negative» (2019) by Laurence Bonvin, I Follow Rivers takes us down into valleys, ending at Lake Maggiore with «Tuffo» (2021) by Jean-Guillaume Sonnier. The rural-urban divide dominated Swiss politics for many years. But increasingly, the suburbs – never quite accepted by the rural population, derided by city dwellers – have taken centre stage in politics, often playing a decisive role in elections. Essentially, the entire Swiss Plateau has become one giant suburb. The programme Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland explores this intermediary space and the people who live there. Films like «A Land Fit for Heroes» (2014) by Claude Piguet and Annelore Schneider take an observatory approach, whereas «Off the Road» (2013) by Tristan Aymon und David Maye tells the story of a teenager from a valley in Valais. The programme The In-Betweeners also deals with the in-between, but at the societal level. The films portray people who don’t quite fit in because they cannot fulfil social expectations with their desires and interests. «René» (2007) by Tobias Nölle or the animation «The Flood Is Coming» (2018) by Gabriel Böhmer express this wonderfully. We are aware that we could have included many other themes and aspects relating to Switzerland in our Main Focus. But we believe that we have made a compelling selection to guide audiences through Switzerland’s rich film history. Due to Kurzfilmtage’s curatorial practice, the film selection is always tied to a thematic context. Consequently, films that are dear to us – and which are also significant for short film in general – are often omitted. For this reason, we are presenting an additional 25 Swiss shorts on the online platform Play Suisse by SRG SSR, which will be available beyond the festival dates.

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Our aim is to show our audience the diversity behind the title La Suisse n’existe pas. The idea is to break out and not remain entrenched in outdated ideas. In fact, we are challenging our viewers to think of the title as a question. It’s important to question one’s surroundings, to see what endures, and what should change. This is very much in the tradition of Internationale Kurzfilmtage Winterthur, where reflection and discussion have always been at the centre of the festival. The curator team is looking forward to the festival and a lively exchange with our audience. Alexandra Götz and John Canciani

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The InBetweeners Curated by John Canciani

Running Time 80' Wednesday, 10 November 2021, 18:00, Casino 2 Friday, 12 November 2021, 19:30, Kino Cameo

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The In-Betweeners Gemäss dem «World Happiness Report» von 2018 ist die Schweiz auf Rang fünf der glücklichsten Länder der Welt. Sicherheit und Wohlstand sind bestimmt wichtige Faktoren, die zu diesem Resultat führen. Die Schweiz gehört zu den wohlhabendsten Ländern der Welt, das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei über $ 82 000, das Vermögen bei über $ 500 000. Bei diesen beiden Punkten schafft es die Schweiz sogar auf den zweiten Platz. Grundstein für diesen Erfolg sind Schweizer Eigenschaften wie Verlässlichkeit, Genauigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit. Diese Tugenden haben jedoch auch ihre Schattenseiten. Strukturen und Vorgaben genau befolgen zu können wird hierzulande höher bewertet als Individualität. Erfolg, so lernt man von klein auf, soll sich immer auch wirtschaftlich auszahlen. Diese Erwartungen erzeugen Druck und kreieren wohl auch einen eher kompetitiven Umgang miteinander. Von aussen betrachtet könnte man vermuten, dass die im Überfluss lebenden SchweizerInnen eben alle glücklich sein müssen. Und sicher: Angesichts der internationalen Katastrophen, des Hungers und der Armut, die einen grossen Teil der Weltbevölkerung betreffen, darf man sich als SchweizerIn nicht beklagen – das wäre schlicht zynisch. Und trotzdem: Das oben erwähnte strukturelle Korsett macht vielen Menschen Mühe, denen andere Aspekte des Lebens wichtiger sind. Diese Menschen fühlen sich im System wie zwischen Stuhl und Bank. Zu sagen, sie seien unglücklich, ist vermutlich zu kurz gegriffen. Aber sicher sind sie Suchende – nicht unbedingt auf der Suche nach mehr, aber nach etwas ganz anderem, als was Wohlstand und Sicherheit bieten können. René, der Protagonist des ersten Films, ist auf der Suche nach Kontakt zu anderen Menschen. Er will seiner Einsamkeit entfliehen, doch verzweifelt er fast beim Versuch, Erlösung im Sozialen zu finden. Obwohl auch er ein einsamer Mann ist, beschäftigt sich die Hauptfigur in «The Flood Is Coming» hauptsächlich mit der Angst um den Zustand der Natur und unserem Umgang mit ihr, obwohl wir wissen, dass wir uns dem Unglück nähern. «Les intranquilles» beobachtet drei Soldaten, getrieben von der Suche nach einem Ort und einem Sinn in ihrem Leben. Zusammengeschweisst und doch jeder einsam für sich ziehen sie planlos in der Gegend herum. C. im Film «Alleswasichberühre» ist auch ständig auf der Suche, und zwar nach Nähe und

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Berührung. Der Animationsfilm lotet dabei feinfühlig aus, was zu nahe und was zu weit ist, wenn es um körperliche Nähe geht. In «Je fais où tu me dis» geht es um Sarahs Sehnsüchte und sexuelle Identität, die zu Hause nicht erwünscht sind. Ungebremst wehrt sie sich trotzdem gegen ihre Eltern, um ihren inneren Drang zu stillen. Das Programm schliesst mit «After», einem Film, der darüber reflektiert, wie wir alles im Überfluss haben, aber wenig selbst dazu beigetragen haben. Die Party ist vorbei, man ist leicht verkatert und fragt sich: Müsste da nicht noch mehr sein im Leben? Als «In-Betweeners» sind die Figuren dieser sechs Filme weder glücklich noch richtig unglücklich, sondern einfach genügend unzufrieden mit dem Status quo, um nach anderen Richtwerten fürs Glücklichsein zu suchen. John Canciani

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The In-Betweeners According to the 2018 «World Happiness Report», Switzerland is the fifthhappiest country in the world. Without a doubt, security and prosperity are key factors leading to this result. Switzerland is one of the world’s wealthiest countries, with a per capita GDP of over $82 000 and assets of over $500 000 per person. With regard to these two criteria, the country even made it to second place. Swiss characteristics such as reliability, precision, punctuality, and cleanliness are cornerstones of the country’s success. But these virtues also have their downsides. The ability to fit into structures and follow rules is valued more highly than individuality here. From an early age, we are told that success is also supposed to pay off economically. These expectations create a lot of pressure and a rather competitive way of interacting with each other. On the face it, one would think that the affluent Swiss must all be happy. Of course, in light of international disasters, or of the hunger and poverty that affect a large part of the global population, it would be quite cynical to lament the state of things in Switzerland. And yet, many people have trouble with the structural corset mentioned above. They don’t quite fit in because they value other things in life. To call them unhappy is probably not quite accurate. But they are searchers – not necessarily searching for more but for something completely different than what prosperity and security can offer them. René, the protagonist of the first film, is seeking contact with other people. He hopes to escape his loneliness, but his attempts to find salvation in society drive him nearly crazy. The main character in «The Flood Is Coming» is a lonely man too, but he is mainly worried about nature and how it is treated by humanity, despite the impending disaster. «Les intranquilles» observes three soldiers driven by their search for a specific place and for meaning in their lives. Together yet lonely, they wander aimlessly. C. in «Alleswasichberühre» is also searching constantly – for closeness and touch. The animated film subtly explores what is too close and what is too far when it comes to physical intimacy. «Dressed for Pleasure» addresses Sarah’s desires and sexual identity, which are not welcome at home. But she is unstoppable in resisting her parents and trying to satisfy her desires. The programme concludes with «After», a film that reflects on the fact that we live in abundance but have contributed very little to it ourselves. The party is

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over, people are hungover, and everybody is wondering – shouldn’t there be more to life than this? The protagonists of these six films are in-betweeners who are neither happy nor truly miserable. But they are unsatisfied enough with the status quo that they search for other benchmarks for happiness. John Canciani

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René

The Flood Is Coming

Les intranquilles

Switzerland 2007, 29'00", colour, Swiss German with English subtitles, Fic

Switzerland/United Kingdom 2018, 8'54", colour, English without subtitles, Ani/Exp

Switzerland 2017, 12'52", colour, French with English subtitles, Fic/Exp

Director/Script/Editor: Tobias Nölle Photography: Simon Guy Fässler Sound: Patrick Storck/Peter Bräker Cast: Urs Jucker/Hans Birrer/Arthur Miranda/ Hans Rudolf Twerenbold Producer: Tobias Nölle/Franziska Graf Production: Filmbureau, desaster films, tobias.noelle@gmail.com, d-e-s-a-s-t-e-r.ch Distribution: Tobias Nölle, tobias.noelle@gmail.com, +41 786317935

Director/Script: Gabriel Böhmer Production: Gabriel Böhmer, thingsbygabriel@gmail.com Distribution: Square Eyes Film, info@squareeyesfilm.com, squareeyesfilm.com

Director/Script: Magdalena Froger Photography: Catherine Georges/Romain Marcel Editor: Rémi Langlade Sound: Florent Tupin/Antoine Bertucci Cast: Ernest Gachet/Simon Asgedom/Arthur Jaquier/Arthur Diop-Dubois Production/Distribution: ECAL - Ecole cantonale d'art de Lausanne, ecal@ecal.ch, +41 213169933

Ein Mann steht am Strassenrand. Er trägt eine gelbe Regenjacke und hält einen Fussball im Arm, den er mit einem präzisen Kick in den Wald auf der gegenüberliegenden Seite der Strasse kickt: «Was der Wald nimmt, behält er auch», sagt er und geht weg. A man is standing at the roadside. He is wearing a yellow rain cape and holding a football under his arm. He places the ball on the ground and sends it into the forest across the street with a precise kick. «What the forest takes, it keeps», the man says and walks off. Tobias Nölle lives and works in Zurich and New York. His films include «Kuckuck» (2006) and «Mes vacances» (2007).

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Ein Einsiedler im Wald versucht sich auf eine Flut vorzubereiten, wird aber durch seinen lauten Nachbarn abgelenkt. «The Flood Is Coming» ergründet die wachsende Sorge um den Zustand der Natur und unseren Platz darin. A forest hermit tries to prepare for a flood but is distracted by his noisy neighbour. «The Flood Is Coming» explores the growing anxiety about the state of nature and our place in it. Gabriel Böhmer is a London-based artist from Zurich who is interested in memory and the absurd. He left a career in management consulting in 2013, following the release of his novel «Beetle Days». He completed a book of paintings, «Tomorrow I’ll Go Outside», in 2015 and his film «Beetle Trouble» in 2017.

Drei junge Männer in Militäruniform ziehen durch eine Geisterstadt, machen an verschiedenen Orten Pause, gehen weiter. Schliesslich beschliessen sie, ans Meer zu gehen – vielleicht zum letzten Mal. Three young men dressed in military uniforms roam around a ghost town. Walking, taking breaks in a variety of landscapes, they decide to go and see the sea, perhaps for the last time. Magdalena Froger was born in Paris in 1993 and studied the art of video-making for a year before joining ECAL’s cinema department in 2013. In 2017, she made the film «Les intranquilles» for her graduation.


Alleswasichberühre Switzerland 2020, 5'04", colour, German with English subtitles, Ani Director/Script/Editor: Marion Täschler Animation: Luisa Zürcher/Marion Täschler Sound: Loïc Kreyden Producer: Gabriela Bloch Steinmann/Jürgen Haas Production/Distribution: Hochschule Luzern HSLU Design & Kunst, design-kunst@hslu.ch, +41 412486464

Auf der Suche nach Nähe erlebt C. Emotionen mit all ihren Höhen und Tiefen. Auch wenn nach einer vertrauten Phase des Zusammenseins die Ablehnung und damit die trostlose Einsamkeit folgt, gibt C. nicht auf. Es gibt immer neue Wege, um die gewünschte Nähe und Zärtlichkeit zu finden. Und zu verlieren. In search of closeness, C. experiences all the ups and downs of emotions. Even if a phase of being together is followed by rejection and desolate loneliness, C. doesn’t give up. There are always new ways to find the desired closeness and tenderness. And to lose it. Marion Täschler (*1988) initially trained as a decorator. She has been a freelance artist and illustrator since 2013, and she received her BA in animation from the Lucerne School of Art and Design in 2020.

Je fais où tu me dis / Dressed for Pleasure Switzerland 2017, 16'28", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script: Marie de Maricourt Photography: Fanny Mazoyer Editor: Marie de Maricourt/Gabriel Gonzalez Sound: Philippe Ciompi Cast: Angélique Bridoux/Nathalie Cuenet/ Raphael Tschudi/Vincent Chaumont/Naelle Dariya Producer: Gabriela Bussmann Production: HEAD – Genève, Département Cinéma, cinema.head@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/, GoldenEggProduction, yd@goldeneggproduction.ch, +41 223437726 Distribution: GoldenEggProduction, yd@goldeneggproduction.ch, +41 223437726

Sarah, eine junge behinderte Frau in ihren frühen Zwanzigern, lebt bei ihren Eltern in einer düsteren Atmosphäre. Zunehmend lebhaften Fantasien ausgesetzt, brennt sie vor Sehnsucht und gibt sich neuen Erfahrungen hin. Dann bringt die Ankunft der neuen Putzfrau Victoria das familiäre Gleichgewicht ins Wanken. Sarah, a young, handicapped woman in her early twenties, lives with her parents in a gloomy atmosphere. Increasingly prone to vivid fantasies, she burns with desire and indulges in new experiences. The arrival of a new cleaner, Victoria, will disturb the balance in the family. Marie de Maricourt was born in Paris in 1987. After receiving her diploma in audiovisual studies with a focus on editing, she participated in an artist residency programme in Paris for three years. She started her film degree at HEAD Geneva in 2013.

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After Switzerland 2012, 8'33", colour, French with English subtitles, Exp Director/Script/Photography/Editor: Pauline Julier Sound: Xavier Lavorel Production/Distribution: Le Pouple, paulinejulier@hotmail.com, +41 766157679

Anhand einer Analogie des amerikanischen Schriftstellers David Foster Wallace thematisiert «After» eine postmoderne Befindlichkeit: dieses Gefühl, das eintritt, wenn die Party bereits vorbei ist. Ein melancholischer und intelligenter Abgesang auf unsere Zeit und unsere Generation. Through an analogy borrowed from the American writer David Foster Wallace, «After» illustrates a postmodern condition: that feeling when the party is already over. A melancholy and intelligent swan song for our generation. Pauline Julier (*1981 in Geneva) graduated from the Grenoble Institute of Political Studies in 2002 and from the National School of Photography in Arles in 2007. Her films have been presented in collective exhibitions and at film festivals in Paris (Centre Pompidou), Berlin, Zagreb, Basel, Geneva, Lausanne, Lyon, and Grenoble. In 2010, she received the Swiss Art Award for «Noah». Her work explores the ambiguous connections between reality and fiction.


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I Follow Rivers Curated by Matthias Sahli

Running Time 80' Wednesday, 10 November 2021, 20:30, Kino Cameo Saturday, 13 November 2021, 16:30, Kino Cameo

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I Follow Rivers ForscherInnen sagen voraus, dass die Gletscher der Alpen bis zum Ende dieses Jahrhunderts nahezu verschwunden sein werden. Auch vom Aletschgletscher werden wohl nur noch Bruchstücke übrig bleiben. Es tropft, rieselt und knirscht im Innern des Gletschers, wie Laurence Bonvin in ihrem Animationsfilm «Aletsch Negativ» uns über Bild und Ton erfahren lässt. Wie die Kälte das Wasser einst in Kristalle eingefroren hat, so frieren auch die einzelnen Fotografien die Zeit ein, und erst durch die Aneinanderreihung der einzelnen Bilder gerät das Wasser wieder in Bewegung. Betörender Motorsägenlärm in einem verschneiten Waldstück. Auch «Ins Holz» spielt mit der Zeit. «Er ist nicht in einem Tag gewachsen, also muss er auch nicht in einer Minute am Boden liegen», beschwichtigen sich die sägenden Männer, als einer der Baumriesen nicht gleich umfallen will. Kurz darauf stürzt der Stamm den Hang hinunter und nimmt ein Bad im See für den weiteren Weg über Wasser. Mit nüchternem Blick dokumentieren Corina Schwingruber Ilić und Thomas Horat die traditionelle Arbeit der Flösser am Ägerisee. In Carmen Jaquiers «La rivière sous la langue» nimmt eine Mutter ihre beiden Töchter zum Baden in einen Waldsee. Der schattige Wald und das trübe Gewässer lassen vieles von einem dunklen Umhang bedeckt. Darunter schlummert ein Fluss von Gedanken und Gefühlen, die in Form von Tagebucheinträgen zu hören sind. Was die Finsternis in der Tiefe der See in einem auslösen kann, erfährt ein Taucherduo in Christina Benz’ Animationsfilm «Fulesee». In den Tiefen wird einer von seinen Sorgen überwältigt, doch er findet keine Möglichkeit diese zu verbalisieren. Die Ängste manifestieren sich in den fliessenden Sandanimationen der Filmemacherin. Der Lago Maggiore ist bekannt für seine Tiefen von stellenweise bis zu 400 Metern. Der See im Tessin ist Schauplatz des Krimis «Tuffo» von JeanGuillaume Sonnier, in dem ein Polizeibeamter das mysteriöse Verschwinden von badenden Frauen untersucht. Der See bleibt sein einziger Verdächtiger und die Sorge um seine adoleszente Tochter wächst von Fall zu Fall. Sonnier verleiht der dunkelblauen Wassermasse etwas Organisches. Wie hypnotisiert blicken wir darauf und hören, wie sie uns zu sich ruft. Matthias Sahli

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I Follow Rivers Scientists predict that the glaciers of the Alps will be virtually gone by the end of this century. Nothing but fragments will remain of the Aletsch Glacier. It is dripping, trickling, and creaking inside the glacier in Laurence Bonvin’s animation «Aletsch Negative». Like the water that was once crystallized by the cold, the individual images are frozen in time; stringing the images together sets the water in motion again. The roaring sound of chainsaws in a snowy forest: «Ins Holz» also plays with time. «It didn’t grow in day, so it doesn’t have to come down in a day either», the lumberjacks reassure each other when one of the giant trees fails to fall instantly. Moments later, the trunk tumbles down the hill and plunges into the lake to continue its journey on the water. In their documentary, Corina Schwingruber Ilić and Thomas Horat observe the log drivers’ traditional work near Ägerisee. In Carmen Jacquier’s «The River under the Tongue», a mother takes her two daughters swimming in a forest lake. The shady woods and murky waters throw a dark cloak over everything. A river of thoughts and feelings slumbers beneath, presented in the form of diary entries. In Christina Benz’s animation «Fulesee», a duo of divers experience the effects of the darkness in the depths of the sea. Deep down, they are overwhelmed by their worries, with no way of verbalizing them. Their fears manifest themselves in the filmmakers’ flowing sand animations. Lake Maggiore is known for its depths of up to 400 meters in some places. The lake in Ticino serves as the setting for Jean-Guillaume Sonnier’s thriller «Tuffo», where a police detective investigates the mysterious disappearance of women swimmers. The lake remains his sole suspect, and with each new case, he increasingly worries about his adolescent daughter. The dark blue mass of water appears like a living organism, hypnotizing us and calling out to us. Matthias Sahli

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Aletsch Negativ / Aletsch Negative Switzerland 2019, 15'00", colour, no dialogue, Doc/Ani/Exp Director/Photography/Editor/Producer: Laurence Bonvin Sound: Bojan Milosevic Production/Distribution: Laurence Bonvin, focus@laurencebonvin.com, +49 1717041047

Der Aletsch ist der grösste und längste Gletscher der Alpen. Bis Ende des Jahrhunderts sollen gemäss Glaziologen die meisten Gletscher verschwunden und vom Aletsch nur noch Bruchstücke übrig sein. Der Film bietet eine sinnliche und visuelle Erfahrung sowie eine Reflexion über die Natur des bewegten Bildes. The Aletsch Glacier is the longest and largest glacier of the Alps. According to glaciologists, most glaciers will have disappeared by the end of this century, and only bits of the Aletsch will remain. «Aletsch Negative» offers a compelling sensual and visual experience as well as a reflection on the nature of the moving image. Laurence Bonvin is a documentary photographer and artist whose work deals with landscape, architecture, public spaces, and urban transformation. She has extensively exhibited her work in Switzerland and internationally since 1993.

Ins Holz Switzerland 2017, 13'07", colour, Swiss German with English subtitles, Doc Director: Thomas Horat/Corina Schwingruber Ilić Photography: Luzius Wespe Editor: Corina Schwingruber Ilić Sound: Simon Graf Cast: Stefan Rogenmoser/Marco Betschart/ Markus Nussbaumer/Franz Ulrich/Karl Henggeler/ Roman Merz/Roman Blättler Producer: Thomas Horat Production: Corina Schwingruber Ilić, corthafilm@gmail.com, corthafilm.com Distribution: Mythenfilm c/o Thomas Horat, autom@tic.ch, mythenfilm.ch

Schnee, Schweiss, Testosteron und Motorsägenlärm. Alle vier Jahre wird am Ägerisee über drei Wintermonate in einem steilen Bergwaldgelände Holz geschlagen und nach alter Tradition flössbar gemacht. Weder Technik noch wirtschaftliche Veränderungen konnten das nachhaltige Handwerk verdrängen. Snow, sweat, testosterone, and the sound of chain saws. Every four years, in a mountainous terrain near Ägerisee, men spend three winter months cutting wood and preparing the lumber for log rafting. Neither technology nor economic change has been able to replace this traditional and sustainable craft in Switzerland. Thomas Horat (*1964) is a largely self-taught filmmaker, who has directed several successful featurelength documentaries. The short «Ins Holz», co-directed with Corina Schwingruber Ilić, has screened at over 60 festivals and won over 15 awards. Corina Schwingruber Ilić (b. 1981) lives and works in Lucerne (Switzerland) and Belgrade (Serbia). From 2004 to 2006, she studied at the FHNW Academy of Art and Design in Basel and the Academy of Fine Arts in Belgrade. In 2009, she graduated from the Lucerne School of Art and Design with a degree in video. She works as a freelance filmmaker and editor, and she co-founded Pro Short, the Swiss association for short film, in 2017.

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La rivière sous la langue / The River under the Tongue Switzerland 2015, 18'00", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script: Carmen Jaquier Photography: Thomas Szczepanski Editor: Raphaël Lefèvre Sound: Julien Cariteaux Cast: Marilyne Canto/Marie Cornil/Slimane Dazi/ Sasha Gravat Harsch Producer: Consuelo Frauenfelder Production/Distribution: Garidi Films, contact@garidifilms.ch, +41 788352488

Als sie das Tagebuch ihrer älteren Tochter entdeckt, beschliesst eine Mutter, ihre beiden Töchter auf einen Ausflug in den Wald mitzunehmen. After discovering her older daughter’s diary, a mother decides to take her two daughters into the forest. Carmen Jaquier (*1985) is a director and screenwriter. She studied film and screenwriting at ECAL and HEAD Geneva. Her diploma film, «The Girls» (2012), won the Pardino d’argento at the Locarno Film Festival.


Fulesee

Tuffo

Switzerland 2019, 4'18", black & white, Swiss German with English subtitles, Ani/Exp

Switzerland 2021, 30'00", colour, Italian with English subtitles, Fic

Director/Animation: Christina Benz Script: Patric Marino Editor: Christine Ruefenacht/Christina Benz Sound: Christof Steinmann Producer: Marco Leisi Production/Distribution: The Band GmbH, leisi@theband.cc, theband.cc

Director/Script: Jean-Guillaume Sonnier Photography: Nicolas Veuthey Editor: Nobuo Coste Sound: Guillaume Pellerin Cast: Philippe Schuler/Bruno Todeschini/ Noah Bettschen/Nora Generelli Producer: Michela Pini/Jean-Guillaume Sonnier/ Fabrice Aragno/Valentina Novati Production: Casa Azul Films, mail@casa-azul.ch, Cinédokké Sagl, michela@cinedokke.ch, +41 795434017, Norte Productions, valentina@norte.fr, norte.fr, RTS – Radio Télévision Suisse, Patrick.Suhner@rts.ch, rts.ch Distribution: Jean-Guillaume Sonnier, jg.sonnier@casa-azul.ch

Sonntag, Fulesee. Ein Duo geht gemeinsam tauchen, sie verstehen sich wortlos, alles scheint okay. Doch der Tauchgang führt sie nicht nur zu Fischen und in die Dunkelheit, sondern auch in seelische Abgründe. In 30 Metern Tiefe kommen plötzlich Ängste und Geschichten hoch, für die sie in der Tauchersprache keine Zeichen finden. Sunday at Fulesee. Two people go diving in the lake. They understand each other without a word, everything seems okay. But the dive doesn’t just lead them to fish and into darkness, it also reaches into the depths of their souls. At 30 metres below the surface, they are confronted with fears and stories that are not easily expressed with diving signals. Christina Benz (*1972 in Zurich) holds a BA in fine art (2004) from Central Saint Martins in London and an MA in fine art (2010) from the Zurich University of the Arts. For the project «Shifting Sands», Christina collaborated with writers and musicians to develop stop-motion films that explore the interplay between drawing, poetry, and music.

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Seit mehreren Generationen verschwinden im Lago Maggiore immer wieder Frauen auf mysteriöse Weise. Der wasserscheue Polizeibeamte Bernardo, der mit seiner Tochter am Ufer des Sees wohnt, ermittelt in der bizarren Serie von Vermisstenfällen. For several generations, women have mysteriously disappeared in Lake Maggiore. Police detective Bernardo, who lives near the lake with his daughter and is afraid of water, investigates the bizarre series of missing person cases. Jean-Guillaume Sonnier (*1988 in Annecy, France) holds a degree in film from ECAL. He works as a director, location scout, assistant director, production manager, and producer for short and feature films. Since 2012, he has been responsible for the production and distribution of the films of the bachelor’s and master’s programmes of ECAL and ECAL/HEAD, respectively.


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Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Curated by Matthias Sahli

Running Time 88' Thursday, 11 November 2021, 19:00, Casino 2 Saturday, 13 November 2021, 12:00, Kino Cameo

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Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen Millionen von Jahren brauchten die Alpen, um ihre heutige Form anzunehmen. Unsere Wahrnehmung der Berge verformte sich vergleichsweise im Rekordtempo. Vom Ort der Furcht und des Grauens, wo Bergbauern heroisch den Elementen trotzten, zum Naherholungsgebiet und landschaftlichen Schönheitsideal. Nachdem alle Gipfel einmal kartografiert, bestiegen und als Wintersportgebiet freigegeben waren, gehörte die Landschaft allen. Den Gondelbahnen und Restaurants, den Postkarten und Töffs, den Bunkern und Kühen. Die Menschen suchen in der Landschaft das Unberührte, das Seltene, das vom Aussterben Bedrohte und merken nicht, dass sie mit ihrer Anwesenheit dessen Verschwinden beschleunigen. Eine Ironie, derer sich auch der Jäger Homère in der Satire «La fin d’Homère» von Zahra Vargas schmerzlich bewusst wird, als er versehentlich einen vom Aussterben bedrohten Bartgeier erschiesst und dafür von der Jägergemeinde verstossen wird. Die Landschaft wird erneut zur Bedrohung für die Bevölkerung, diesmal nicht aufgrund der Witterung, sondern durch einen im Gesetz verankerten Naturschutz. Neblig und finster porträtiert die Filmemacherin die Landschaft und auch die Gemüter des Bergvolks. Die Berge als lieblicher Ort? Ganz bestimmt nicht. Dies ist auch Peter Liechtis Erkenntnis. In seinem Essayfilm «Ausflug ins Gebirg» verwandelt sich Liechtis Bergkoller in eine zynische Tirade gegen die «blöden» Berge, als würden sich der Künstler und die Landschaft gegenseitig hochschaukeln. Ähnlich ergeht es auch Cécile Bruns animierter Wanderin, die sich in «Zmitzt drin» während des Aufstiegs mit ungeahnten seelischen Tiefen auseinandersetzen muss – als wäre die körperliche Anstrengung nicht schon genug. Verloren überqueren die Flüchtlinge Hamama und Caluna die Alpen auf der Suche nach einem Refugium im Norden. Dokumentarfilmerin Anouk Meles porträtiert die beiden, wie sie mit unvoreingenommener Neugier den Dingen begegnen, die der Berg gerade ausspuckt. «It’s the most amazing place in the world», sagen sie, während ein Sturm um ihre Ohren peitscht. Fragen zu Heimat und Identität stellt sich auch Olga Titus in «Fountain of Existence». Die Künstlerin mit multikulturellem Hintergrund kreiert in Collagen ein imaginäres Gebirge, einen Entstehungsort aller Identitäten. «Home is a fluid idea». Die Alpen werden heimatlos. Matthias Sahli

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Sollen die Berge doch rufen, was sie wollen It took millions of years for the Alps to assume their current form. By comparison, our perception of the mountains has been transformed at a record pace: from a place of fear, where mountain farmers heroically brave the elements, to a recreational region that embodies a beauty ideal. Once all the peaks were mapped, climbed, and accessible for winter sports, the landscape belonged to everyone: to the gondolas and restaurants, the postcards and motorbikes, the bunkers and cows. Humans tend to search for what is pristine, rare, and endangered in nature, without noticing that their own presence speeds up the process of nature’s very destruction. An irony that the hunter Homer becomes painfully aware of in Zahra Vargas’s satirical «Homer, a Hunter’s Fate». When he accidentally shoots a critically endangered bearded vulture, he is expelled from the local hunting community. Once again, the mountains become a menace to the inhabitants – not due to the weather but because of laws aimed at protecting nature. The filmmaker presents a foggy and gloomy picture of the landscape and the minds of the mountain people. The mountains – a lovely place? Most certainly not! That’s also Peter Liechti’s conclusion in his essay film «Ausflug ins Gebirg». Liechti’s rage erupts in a cynical tirade against the «dumb» mountains, as if the artist and his environment were whipping each other into a frenzy. Cécile Brun’s animated hiker in «Right in the Middle» has a similar experience, confronting unsuspected emotional depths during her ascent – as if the physical exertion wasn’t enough. Refugees Hamama and Caluna appear lost as they’re crossing the Alps in hopes of finding refuge in the north. Documentarian Anouk Meles portrays the pair as they respond to everything the mountains spit out with unbiased curiosity. «It’s the most amazing place in the world», they say while a storm is thrashing around them. Finally, Olga Titus also addresses issues of home and identity in «Fountain of Existence». The artist with a multicultural background uses collages to create an imaginary mountain range that serves as a place of origin of all identities. «Home is a fluid idea». The Alps become homeless. Matthias Sahli

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La fin d’Homère / Homer, a Hunter’s Fate Switzerland 2015, 23'00", colour, French with English subtitles, Fic Director: Zahra Vargas Script: Zahra Vargas/Andreas Fontana Photography: Mirjam Landolt/Masanori Omori/ Matthias Staub/Zahra Vargas Editor: Myriam Rachmuth Sound: Simon Cesar Forclaz/Matthias Staub Cast: Sonja Bruttin/Narcisse Seppey/Rodolphe Bauer/ Daniel Roh/Viviane Roh/Patrick Theytaz/Lionel Favre/ Michel Breganti/Jean-Luc Dubosson/Ludovic Dayer Producer: Heinz Dill/Jean Perret Production: Louise Productions, lpv@louiseproductions.ch, +41 219236363, HEAD – Genève, Département Cinéma, cinema.head@hesge.ch, head.hesge.ch/cinema/ Distribution: Louise Productions, lpv@louiseproductions.ch, +41 219236363

Das Tal, ein abgelegenes, von Bergen umgebenes Universum mit 2'500 Jägern. Ein Ereignis machte einst Schlagzeilen: der Tod eines Bartgeiers, von Jäger Homer erschossen. Einige Jahre später ist aus der Geschichte eine geradezu surreale Fabel geworden, die – von jedermanns Fantasie angetrieben – die Runde macht. The valley, a remote universe surrounded by mountains, with 2,500 hunters. An event hit the headlines once: the death of a bearded vulture, shot by Homer, a local hunter. Several years later, the story has turned into a truly surreal fable that keeps going around, fuelled by everyone’s imagination. Born 1980 and resident in Vevey, Zahra Vargas completed a BA in cinema at HEAD in Geneva and a diploma in film and photography at SICA in Buenos Aires. She founded the audiovisual studio Kairos, which works in fields such as anthropology and environmental issues. Zahra currently works as a freelance cinematographer and director.

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Ausflug ins Gebirg Switzerland 1986, 33', colour, German with English subtitles, Fic Director/Script/Editor/Sound/Cast/Producer: Peter Liechti Photography: Peter Liechti/Jörg Eigenmann Production/Distribution: Liechti Filmproduktion, +41 442426109

Während seiner Ferien macht einer einen Ausflug ins unbekannte Nachbarland. In der alpinen Enge dort findet er ein ideales Echo auf seinen mitgebrachten Koller: Bergkoller, Zivilisationskoller, Mentalitätskoller ... Zeitweise wird ihm dieses ungehemmte Kollern gar zum Vergnügen. Er braucht diese Ausflüge ins Gebirge. Er braucht seinen Ärger, um seinem Unbehagen auf die Spur zu kommen. While on vacation, a man goes on a trip to an unfamiliar neighbouring country. There, in the confines of the Alps, he finds an ideal echo for the rage he has brought with him: rage towards the mountains, towards civilization, towards attitudes. At times, he even enjoys his unbridled rage. He needs these forays into the mountains. He needs his anger to get to the bottom of his discomfort. Peter Liechti (*1951 in St. Gallen) studied art history at the University of Zurich. He has been a freelance author, director, and cinematographer since the 1980s. His many films include «Senkrecht/Waagrecht» (1985), «Signers Koffer» (1996), and «Hans im Glück» (2003).

Zmitzt drin / Right in the Middle Switzerland 2011, 5'08", colour, Swiss German with English subtitles, Ani/Exp Director/Script/Animation: Cécile Brun Editor: Stephan Heiniger Sound: Thomas Gassmann Production: Hochschule Luzern, Design & Kunst – Animation, animation@hslu.ch, animation.hslu.ch Distribution: Cécile Brun, info@cecilebrun.ch

Ein Ort, wo Berggipfel in Wolken übergehen. Eingeschlossen in ein Vakuum zwischen Vergangenheit und Zukunft – die sogenannte Gegenwart. Mit jedem Schritt befreien sich die Gedanken und gehen ihren eigenen Weg, den Wolken entgegen. Wo bleibe ich da? Eine Wanderung den Berg hinauf in ungeahnte Tiefen. A place where mountain peaks blend into clouds. Enclosed in a vacuum between the past and the future – the so-called present. With each step, thoughts free themselves and find their own path, towards the clouds. Where am I in all of this? A hike up the mountains and into unforeseen depths. Cécile Brun (*1986) received her BA in animation from the Lucerne School of Art and Design in 2011. In 2015, she was chosen for a residency at the Fontevraud Abbey in France. She works as an independent director, illustrator, and film projectionist in Zurich.


Hamama & Caluna

Fountain of Existence

Switzerland 2018, 22'40", colour, German/English/Oromo with English subtitles, Doc

Switzerland 2019, 4'44", colour, English with English subtitles, Fic

Director: Anouk Meles (Andreas Muggli) Editor: Tania Stöcklin Producer: Edith Flückiger Production/Distribution: Bachelor of Arts in Video, Lucerne School of Art and Design, edith.flueckiger@hslu.ch

Director/Script/Photography/Animation/Editor/ Cast/Producer: Olga Titus Sound: Jonas Meier Production/Distribution: Olga Titus, olgatituskunst@gmail.com, +41 786661696

Die beiden Freunde Hamama und Caluna mussten in ihrer Heimat alles hinter sich lassen. Gestrandet in einer Zeltstadt in Norditalien, beschliessen sie, die geschlossene Schweizer Grenze über die Alpen zu passieren. Friends Hamama and Caluna left everything behind to flee their home country. Stranded in a camp in northern Italy, they decide to cross the closed border into Switzerland by going over the Alps. Anouk Meles (Andreas Muggli) studied film at the Lucerne School of Art and Design (2014–2017). She is involved in various projects, with a focus on essay, nature, and wildlife films, and she is the director of the award-winning film «Hamama & Caluna».

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Ein See, umringt von steilen Felswänden. Nebelschwaden bewegen sich schnell über die grüngrau gefärbte Landschaft und decken Objekte auf, die von unterschiedlichen Identitäten erzählen. Doch hier in der Wiege der Existenz haben sie alle einen gemeinsamen Ursprung. Wir haben lange nach diesem Ort gesucht. A lake surrounded by steep rock cliffs. Wafts of mist are moving across the grey-green landscape, uncovering objects that speak of diverse identities. But here, in the fountain of existence, they all share a common origin. We have been looking for this place for a long time. After her studies in textile design, Olga Titus studied Fine Arts in Lucerne. She has been awarded with numerous art prizes and residencies and presented her work in solo and group exhibitions at Kunsthalle Arbon, Galerie Stephan Witschi Zürich, Haus der Kunst Uri, Gallery Cité des Arts Paris, Kunstmuseum Wallis, Kunstmuseum Winterthur, Kunsthalle Winterthur, Salem Art Works NY, and the Swiss Art Awards in Basel.


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Make It Visible Curated by Delphine Jeanneret

Running Time 77' Thursday, 11 November 2021, 19:30, Kino Cameo Friday, 12 November 2021, 14:30, Casino 2

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Make It Visible Etwa zur selben Zeit, als die Schweizer Frauen 1971 endlich das Stimmrecht erhielten, kam die Videokamera auf den Markt und bot KünsterInnen und Filmschaffenden neue ästhetische Möglichkeiten. Das trifft insbesondere auf Frauen zu: Sie begannen, die Stimmrechtsbewegung und Emanzipation der Frauen, aber auch Minderheiten und weniger sichtbare Gruppen zu dokumentieren. Zu den ersten Frauen, die in der Schweiz eine Videokamera verwendeten, gehörte die Aktivistin Carole Roussopoulos. In einer Ära sozialer Unruhen war sie mit ihrer leichten Kamera mitten im Geschehen und verlieh jenen eine Stimme, die in den Zeitungen und im Fernsehen wenig Gehör fanden: Frauen, ArbeiterInnen, ImmigrantInnen, nicht-weisse Menschen, Homosexuelle, Prostituierte ... In ihrem dritten Film, «Gabrielle Nanchen», porträtiert sie eine der ersten Frauen, die nach der Einführung des Frauenstimmrechts in den Schweizer Nationalrat gewählt wurden. Die animierte feministische Geschichte der Schweiz in «Swiss Graffiti» verweist auch auf die Anfänge des unabhängigen Schweizer Animationsfilmschaffens in den 1950er Jahren, das lange Zeit eine Männerdomäne blieb. Erst 1975 realisierte die renommierte Ethnografin Jacqueline Veuve diesen Film gemeinsam mit der französisch-holländischen Animationsfilmerin Monique Renault. Das dezidiert feministische Manifest – mit Kreidezeichnungen auf der Betonwand eines öffentlichen Pissoirs und einem unanständigen Wilhelm Tell – galt damals als provokativ. Fast 40 Jahre später thematisiert Sophie Laskar-Hallers «History of Virginity» die Jungfräulichkeit als Instrument der Kontrolle in patriarchalen Gesellschaften. Die Collage-Animation erzählt mit farbenfrohem Humor und dient dabei als Leitfaden im Kampf gegen ungleiche Machtverhältnisse. Die Filmemacherin vermischt Genres und Epochen in einer Geschichte, die für das Recht von Frauen, über ihre Körper zu bestimmen, plädiert. Angela Marzullos «New York 2007» hinterfragt den Einfluss des radikalen Feminismus auf die Gesellschaft angesichts der Entstehung verschiedener feministischer Bewegungen. In einer Reihe von Performances tritt sie unter dem Alter Ego Makita auf, das ihr erlaubt, die Grenzen der Political Correctness zu überschreiten: Sie malt mit einem Stoffpenis, spielt eine Hexe oder schiesst mit Farbpistolen auf aufblasbare Puppen.

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«Blutclip» von Pipilotti Rist ist eine Hommage an den weiblichen Körper und den Fortpflanzungszyklus. Das Blut wird Bildern von Edelsteinen gegenübergestellt, auf Grossaufnahmen von Rists Armen und Beinen folgen Archivbilder vom Mond: Der Film zeigt auf, mit welcher Leichtigkeit die visuelle Kultur den weiblichen Körper zu einem schönen, aber fremden Naturphänomen abstrahiert hat. Blut wird zu einem abstrakten künstlerischen Element, trotz seiner gängigen Konnotationen von Unreinheit. Die Körperpolitik steht im Zentrum von Elodie Pongs Video «Je suis une bombe». Eine Figur in einem Panda-Kostüm führt einen erotischen Tanz in einem heruntergekommenen Raum auf. Einsam und selbstvergessen kreist der Panda zu einer langsamen Musik mit dem Gesang einer Männerstimme. Als die Figur den Panda-Kopf abnimmt, stellt sie sich als junge Frau heraus, die auf die Kamera zugeht und eindringlich ihre eigene wilde und verführerische Melodie singt. Der Panda-Tanz zeigt ein komplexes Bild der Frau, gleichzeitig stark und verletzlich, frei über ihre eigene Darstellung zu bestimmen. «In Your Room» von Sonja Feldmeier spielt auf die umstrittene Schweizer Abstimmung vom März 2021 über das Burka- und Niqabverbot im öffentlichen Raum an. Eine Schlagzeugerin trägt eine Burka, die nicht nur Körper und Gesicht, sondern auch ihre Instrumente bedeckt. Während die Kamera langsam von ihren Augen wegzoomt, beginnt sie zu spielen. Der schimmernde Stoff der Burka verleiht ihren Bewegungen etwas Glamouröses. In «If It’s Invisible It Doesn’t Exist, I Guess» erörtert Alizé Rose-May Monod, was Feminismus heute bedeutet. Während eines Aufenthalts in Kairo fragt sich die Schweizer Künstlerin, welche Bilder sie angesichts ihrer privilegierten Situation als weisse Frau filmen und zeigen darf. Für sie ist es wichtig, alle Machtdynamiken und Normen ebenso wie unseren Blick zu hinterfragen und zu dekonstruieren – ob diese Normen nun weiss, cisgender, männlich, gesund, heterosexuell oder was auch immer sind. Feministinnen sollen nicht länger mit dem Kapitalismus, Rassismus, Kolonialismus und Imperialismus unter einer Decke stecken, sondern intersektional agieren. Monods Essayfilm lässt auch an die massive Mobilisierung vom 14. Juni 2019 denken, als ein historischer Frauenstreik gleiche Rechte für alle Menschen einforderte. 2021 feiert die Schweiz das 50-jährige Jubiläum des Frauenstimmrechts, und Frauen kämpfen immer noch für Gleichberechtigung. Delphine Jeanneret

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Make It Visible Around the same time that women finally gained the right to vote in Switzerland in 1971, the video recorder arrived on the market, offering new aesthetic possibilities to artists and filmmakers. This is especially true for women, who started to document the suffrage movement and women’s emancipation, as well as minorities and less visible social groups. One of the first women to use a video recording system in Switzerland was the activist filmmaker Carole Roussopoulos. In the midst of a period of social protest, she was at the heart of the action with her light camera, giving voice to those who are silenced in newspapers or on television: women, workers, immigrants, non-whites, homosexuals, prostitutes ... Her third film, «Gabrielle Nanchen», portrays one of the first women to be elected to the National Council in Switzerland after women received the right to vote. The animated feminist history of Switzerland in «Swiss Graffiti» points to the beginnings of the Swiss independent animation scene in the 1950s, which remained a man’s territory for a long time. It wasn’t until 1975 that the widely respected filmmaking ethnographer Jacqueline Veuve directed this film with French-Dutch animator Monique Renault. The feminist manifesto, which features animated chalk drawings on the concrete wall of a public urinal and stars an indecent William Tell, was considered provocative at the time. Almost 40 years later, Sophie Laskar-Haller creates «History of Virginity», in which virginity is depicted as an instrument of control in patriarchal societies. The collage animation reveals the history of virginity with colourful humour and serves as a guide against unequal power relationships. The filmmaker blends genres and epochs in a story that becomes yet another manifesto for women’s rights over their bodies. With the rise of different feminist movements, «New York 2007» by Angela Marzullo questions the impact of radical feminism on society. In a series of performances, Marzullo operates under her alter ego Makita. Painting with a cloth penis, playing a witch, or shooting paintballs at inflatable dolls, the character allows the artist to go beyond the boundaries of political correctness. In «Blutclip», Pipilotti Rist pays homage to the feminine body and its reproductive cycle. Her blood is juxtaposed with images of gemstones, and close-

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ups of her arms and legs are followed by archival footage of the moon, suggesting the ease with which visual culture has abstracted the female body into a beautiful but unfamiliar natural phenomenon. Blood becomes an abstract artistic element despite its usual connotations of impurity and dirt. Body politics is at the center of the video «Je suis une bombe» by Elodie Pong. A character wearing a panda costume is filmed doing an erotic pole dance in a deteriorating space. In touching and lonely oblivion, the panda circles, accompanied by a slow music with a male voice singing. On removing the panda’s head, the figure turns out to be a young woman, who walks close to the camera to sing her own wild and seductive melody with urgency. The panda dance reveals a complex image of woman, simultaneously strong and vulnerable, free to decide her own representations. The video «In Your Room» by Sonja Feldmeier echoes the controversial March 2021 referendum against the wearing of burkas and niqabs in public spaces in Switzerland. A female drummer wears a burka covering not only her body and face but also the drums she plays. As the camera slowly zooms away from her eyes, she begins to play. The shimmering fabric of the burka glamourizes her movements beyond religious connotations. In «If It’s Invisible It Doesn’t Exist, I Guess» Alizé Rose-May Monod questions what feminism means today. While on a residency in Cairo, the Swiss artist wonders which images she is entitled to film and to show considering her privileged background as a white woman. For her, it is essential to question power dynamics and to deconstruct all norms, as well as our gaze, whether they be white, cis, male, able-bodied, heterosexual, etc. Feminists should no longer be accomplices of capitalism, racism, colonialism, and imperialism but rather embrace intersectionality. Monod’s essay film also echoes the massive mobilization of womxn on 14 June 2019 in a historic strike demanding treatment and conditions equal to men. In 2021, Switzerland commemorates the 50th anniversary of women’s suffrage, and womxn still fight for equal rights. Delphine Jeanneret

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Gabrielle Nanchen

Swiss Graffiti

History of Virginity

Switzerland 1971, 28'00", black & white, French with English subtitles, Doc

Switzerland 1975, 6'00", black & white, no dialogue, Ani

Switzerland 2012, 5'47", colour, German with English subtitles, Ani/Doc

Director/Script/Photography/Editor/Producer: Carole Roussopoulos Production: Video Out Distribution: Centre Audiovisuel Simone de Beauvoir, doc@centre-simone-de-beauvoir.com, centre-simone-de-beauvoir.com

Director/Script/Photography/Sound/Producer: Jaqueline Veuve/Monique Renault Editor: Edqige Ochsenbein Production: Aquarius Films, info@jacquelineveuve.com, jacquelineveuve.ch Distribution: Cinémathèque suisse, info@cinematheque.ch, +41 588000200

Director/Photography/Editor: Sophie Laskar-Haller Script: Mirjam von Arx/Michèle Wannaz/Martin Witz Animation: Sophie Laskar-Haller/Charlotte Waltert/ Elena Haller/Raphaël Maghraoui/Jacques Truffert/ Jochen Ehmann/Camille Müller Sound: Christian Beusch/Peter Bräker Producer: Mirjam von Arx Production: Ican Films Gmbh, Mirjam@Ican-Films.com, +41 442523359 Distribution: Praesens-Film AG, info@praesens.com, praesens.com

Sozialdemokratin Gabrielle Nanchen gehörte zu den ersten Schweizer Frauen, die 1971 in den Nationalrat gewählt wurden. Hier gibt sie ein Interview just zu der Zeit, als das Frauenstimmrecht in ihrem Wohnkanton Wallis eingeführt wird. Democratic socialist Gabrielle Nanchen was among the first women to be elected to the National Council of Switzerland in 1971. She is interviewed here just as women gain the right to vote in her home canton of Valais. Carole Roussopoulos (1945–2009) was a filmmaker born in Lausanne and the creator of the activist film collective Video Out. With her camera, she supported workers’ strikes, anti-imperialist struggles, homosexual rights struggles and, above all, feminist struggles, including the fight for the right to abortion and free contraception. In 1982, with Delphine Seyrig and Ioana Wieder, she opened the Simone de Beauvoir Audiovisual Centre in Paris, the first centre for the production and archiving of audiovisual documents dedicated to women.

Ein Animationsfilm über die Schöpfung, von zwei Frauen korrigiert. Gott der Zauberkünstler beschliesst, ein Paradies zu schaffen: die Schweiz. Er übersät das Land mit Bäumen und Kühen, bis schliesslich Adam geboren wird. Nachdem er sein Paradies erkundet hat, schafft Adam aus einer seiner Rippen Eva. Der Mann erscheint als erigierter Penis, die Frau als arm- und beinloser Rumpf. An animated cartoon about the creation of the world, reviewed and corrected by two women. God the magician has decided to create a paradise: Switzerland. He covers it with trees and cows, until one day, Adam is born. After exploring his paradise, Adam creates Eve from one of his ribs. Man is shown as an erect penis, woman as a limbless trunk. Jacqueline Veuve (1930–2013) was a filmmaker and anthropologist born in Payerne. In 1955, she collaborated with Jean Rouch at the Musée de l’Homme in Paris and with Richard Leacock at MIT. Her first short, «The Meat Basket» (1966), coproduced with Yves Yersin, launched her career as a filmmaker. She produced about 60 films that were shown at many international festivals. Monique Renault is an independent animation filmmaker. Her technique involves coloured pencil applied directly to paper. She started out making films about social themes (feminism, anti-religion, and anti-militarism) mixed with humour. In her later work, she has focussed on cultural themes, such as dance, celebrities, cultural periods, and genres.

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Die Entjungferung ist ein Ereignis, dem grosse Bedeutung beigemessen wird. Diese Bedeutung ist aber menschgemacht: Sie wird verbreitet durch Kulturen und Religionen und als patriarchales Machtinstrument missbraucht. Der Animationsfilm von Sophie Laskar-Haller erzählt die Geschichte der Jungfräulichkeit mit viel Humor und Fingerspitzengefühl. The loss of one’s virginity is considered an important, once-in-a-lifetime event. But the significance of virginity is entirely manmade. Its meaning has been propagated through our cultures, religions, and legal institutions, which have used it as a tool of patriarchal power. This animated film recounts the history of virginity with humour and sensitivity. Sophie Laskar-Haller was born in Geneva in 1985 and received her BA in animation from the Lucerne School of Art and Design in 2013. She is the founder of the production company Punched Paper Films.


New York 2007

Blutclip

Je suis une bombe

Switzerland 2008, 3'00", colour, French with English subtitles, Exp

Switzerland 1994, 4'00", colour, no dialogue, Exp

Switzerland 2006, 7', colour, French with English subtitles, Exp

Director/Script/Photography/Editor/Sound/Cast/ Producer: Angela Marzullo, Renaud Marchand Production/Distribution: Angela Marzullo, makita@angelamarzullo.ch, angelamarzullo.ch

Diese Parodie von John Carpenters «Escape from New York» hinterfragt den zeitgenössischen Feminismus, der scheinbar keine Alternativen zu medienunwirksamem Aktivismus oder ausweglosem Extremismus mehr bietet. Zunehmend für ihre moralistischen, positivistischen und puritanischen Tendenzen kritisiert, gelingt es der feministischen Bewegung nicht, ihre frühere Kampflust wiederzugewinnen. In einem Kontext, wo nur noch Extremismus ein Medienecho auslöst, ist Märtyrertum vielleicht die einzige Option. A parody of John Carpenter’s «Escape from New York», this video questions a contemporary feminism that seems to offer no alternatives to media-unfriendly activism and dead-end extremism. Increasingly criticized for its moralistic, positivist, and puritanical tendencies, the feminist movement fails to reclaim its past pugnacity. In a context where only extremism provokes media attention, is martyrdom the only option left? Angela Marzullo (*1971 in Zurich) lives and works in Geneva. Her work combines photography, video, and performance to explore feminist issues, which are at the heart of her artistic preoccupations. With her alter ego, Makita, the artist takes on the role of the feminist intellectual, the witch, or the politically active mother of a woman.

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Director/Script/Photography/Editor/Sound/Cast/ Producer: Pipilotti Rist Production/Distribution: Büro für Videokunstangelegenheiten, office@videoart.ch, videoart.ch

Pipilotti Rists Körper ist der Schauplatz dieser surrealen Montage. Das Menstruationsblut der Künstlerin selbst wird Bildern von Edelsteinen gegenübergestellt, auf Grossaufnahmen ihrer Arme und Beine folgen Archivbilder von Mondflügen. Der Film zeigt auf, mit welcher Leichtigkeit die visuelle Kultur den weiblichen Körper zu einem schönen, aber fremden Naturphänomen abstrahiert hat. Pipilotti Rist’s body is the canvas in this surreal montage. Unflinching displays of the artist’s own menstrual blood are juxtaposed with images of gemstones, and close-ups of Rist’s arms and legs are followed by archival footage of lunar fly-by missions, suggesting the ease with which visual culture has abstracted the female body into a beautiful but alien natural phenomenon. Pipilotti Rist (*1962) studied art business, photography, and illustration at the University of Applied Arts in Vienna and audiovisual communication at the Basel School of Design. She was a member of the experimental post-punk group Les Reines Prochaines, for whom she made her first videos. Rist explores the various voices of the feminine and the body in representations linked to pop culture, among them her famous single channel videos «I’m Not the Girl Who Misses Much» (1986) and «Pickelporno» (1992). Through large video projections and digital manipulation, she has developed immersive installations using vivid colours.

Director/Script: Elodie Pong Photography: Simon Jaquemet Editor: Rafael Sommerhalder Cast: Carine Charaire Production/Distribution: Venus Riot Productions, info@elodiepong.net, +41 433669585

Ein Pandabär, der Poledancing betreibt, verwandelt sich in eine junge Frau. Sie behauptet, eine Bombe zu sein. A giant panda performing a pole dance turns into a young girl. She claims to be a bomb. Elodie Pong lives and works in Zurich. She graduated in sociology and anthropology from the University of Lausanne in 1989. After two years in Paris, she spent a year in San Francisco, where her sculptures were noticed in several galleries and contemporary art venues. In 1995, the artist destroyed most of her work to take a new direction. She returned to the art scene in 2001 with her first videos, as well as the first part of her filmed installation and performance work «ADN / ARN» (Any Deal Now / Any Reality Now, 2001). Elodie is known for her subtle, analytic works, often conceived as cycles or series, which focus on human relationships, cultural codes, and their impacts on contemporary society.


In Your Room Switzerland 2008, 4'00", colour, no dialogue, Exp Director/Script/Photography/Editor/Sound/ Producer: Sonja Feldmeier Cast: Pia Vonarburg Production/Distribution: Sonja Feldmeier, post@sonjafeldmeier.com, sonjafeldmeier.com

Eine Frau mit einem Schlagzeug unter ihrer Burka spielt sich trotz der voluminösen Stoffe, in die sie eingehüllt ist, in dramatische Höhen. Sie beginnt mit subtilen Rhythmen, die allmählich zu einem ohrenbetäubenden und wilden, aber präzisen Trommeln anschwellen. Zuerst sind nur ihre Augen sichtbar, aber langsam kommt ihre ganze Figur ins Blickfeld, bis die Kamera schliesslich zum Publikum schwenkt. A woman with a drum set under her burka plays her instruments, reaching dramatic heights despite the voluminous folds of material that envelop her. She begins with subtle rhythms that gradually swell into ear-piercing and fierce but precise drumming. Only her eyes are visible in the beginning, then slowly her entire figure comes into view, and finally, the camera pans towards the audience. Multimedia artist Sonja Feldmeier (*1965 in Zurich) received a degree in painting from the Basel School of Design in 1990 and an MFA from the Zurich University of the Arts in 2015. Her objects, paintings, and installations have been shown in numerous solo and group exhibitions across Europe and in India. The short film «In Your Room» received the Basel Film Award in 2008.

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If It’s Invisible It Doesn’t Exist, I Guess Egypt/Switzerland 2019, 19'15", colour, English, Doc/Exp Director/Script/Photography/Editor/Sound/Producer: Alizé Rose-May Monod Production/Distribution: Atelier Monod, alize.monod@gmail.com

Das experimentelle Video verwendet Texte von Nora Amin, Carolin Emcke und der Künstlerin selbst, um über die Anwesenheit der Filmemacherin – einer weissen Frau in einer lesbischen Beziehung – im postkolonialen Kairo zu reflektieren. Sie blickt auf ihre Abwesenheit vom Schweizer Frauenstreik von 2019 zurück und verbindet ihre Erfahrungen mit der Unsichtbarkeit von Minderheiten in der Schweizer Frauenbewegung und im weissen Mainstream-Feminismus allgemein. The experimental video uses the writings of Nora Amin, Carolin Emcke, and the artist’s own narration to reflect on the presence of the artist – a white woman living in a lesbian relationship – in the postcolonial context of Cairo. She looks back on her absence from the Swiss women’s strike in 2019 – due to her six-month stay in Cairo – and links her experience to the invisibility of minorities in the Swiss feminist movement but also in mainstream white feminism in general. Alizé Rose-May Monod (*1990) lives in Bern and Lausanne. Her work reflects a queer-feminist, decolonizing, anti-capitalist perspective. She questions relationships of power and is interested in memory, especially the ideas of collective memory and transgenerational memory. Various female figures accompany her in her research: grandmothers, witches, and the forgotten women of history.


Vo dinnä nüsä – eine Reise durch die Schweiz Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland Curated by Senta van de Weetering

Running time 90' Friday, 12 November 2021, 22:00, Kino Cameo Saturday, 13 November 2021, 20:00, Casino 2

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Vo dinnä nüsä – eine Reise durch die Schweiz Die Schweiz ist flach. Und sie ist hügelig und bergig. Sie hat Städte und Landschaft, und vor allem hat sie ganz viel Dazwischen und Weder-Noch. Was bedeutet dies für die Menschen, die hier leben, zwischen den Bergen, im Flachland, in den Hügeln, den Vorstädten und der Agglomeration? Die Berge haben sich in der Filmgeschichte – nicht nur der Schweiz – ihre Rolle erobert. Mal werden sie mystifiziert als Ort der Freiheit und des trotzigen Widerstands gegen Einflüsse und Ansprüche von aussen, mal als Ort der Enge und Kleingeistigkeit misstrauisch beäugt. Auch der Stadtfilm hat sich zum filmischen Genre entwickelt, zu dessen wesentlichen Charakteristika Menschenmengen und Dichte gehören. An den Rändern jedoch tendieren die Städte dazu, gesichtslos zu werden. Und die Agglomeration, die das Schweizer Mittelland so stark prägt? Auch sie ist keine filmische Leerstelle, doch bleibt sie, ihrem Wesen getreu, undefiniert. Sie scheint weniger genretauglich als Berg und Stadt. Die Filme dieses Programms werfen Schlaglichter auf die verschiedenen Landschaften. Sie greifen unsere genregeprägten Erwartungen zwar auf, spielen jedoch mit ihnen und hinterfragen sie. Vor allem aber werfen sie einen ganz eigenen Blick auf das Land und die Menschen, die darin leben. In MarieCatherine Theilers «Trinkler» spielt die Kuhglocke die Hauptrolle, ein traditioneller, bäuerlicher Gegenstand. Doch erklingt ihr mächtiges Geläute hier nicht auf der Alp, sondern in der Garage, der Arztpraxis und im Schulzimmer. Der Film von 2010 bringt nicht nur bestehende Bilder durcheinander; seine eigene Bildwelt wurde durch die jüngste Geschichte ungewollt mit einer neuen Bedeutung überlagert, haben die Trycheln doch mittlerweile einen festen Platz an Demonstrationen gegen staatliche Corona-Massnahmen. Claude Piguet und Annelore Schneider werfen in «A Land Fit for Heroes» einen langen Blick auf die Agglomeration. Gefilmt wurde die Plansequenz von einem Standort in Sion aus, doch der Blick aus der Stadt heraus lässt den Ort undefiniert erscheinen. Häuser, Autos, Vorgärten, Strassen, dazwischen Büsche und Bäume – eine Terra incognita. Was geschieht dort eigentlich? So recht sicher wird man sich nicht. Schüsse sind zu hören, Aufregung entsteht, an der die Kamera jedoch unaufgeregt vorbeizieht. Heldentaten, die diese Landschaft füllen könnten, finden in unserem Kopf statt.

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«Fedor» von Hugo Radi führt von einer weiteren undefinierten Ortschaft zurück in die Berge. Hier entspinnen sich in der Einsamkeit der nächtlichen Berge wundersame Beziehungen zwischen zwei Männern auf der Flucht und einer Frau, die sich ihnen anschliesst. Der Morgen jedoch zeigt: Sie sind weder so allein noch so losgelöst von der Welt, wie die nächtliche Landschaft suggeriert hat. Germinal Roauxs «Icebergs» führt in eine lieb- und gesichtslose städtische Gegend, durch die sich Rosa und ihre Freundin selbstsicher, aber auch gelangweilt bewegen. Als Rosas Natel geklaut wird, ist für sie klar, dass sie sich das nicht einfach bieten lässt. In «Sortie de route» von Tristan Aymon und David Maye findet der 14-jährige Paul Freiheit auf seinem Töffli, mit dem er durch die Landschaft fährt. Nicht dass diese umwerfend wäre. Aber sich darin auf zwei Rädern zu bewegen, bedeutet auch, dass man hier nicht für immer bleiben muss. So ist er auch bereit, viel zu unternehmen, um sein Töffli zurückzubekommen. «Vo dinnä nüsä» – von drinnen heraus – so beschreiben UrnerInnen ihre Reise, wenn sie sich von ihrem Heimatort wegbewegen. So zielgerichtet, wie der Titel suggeriert, ist diese filmische Reise durch die Schweiz nicht. Sie führt im Zickzack-Kurs durch das Land, hält mal hier an, blickt mal dort genauer hin und fragt: Was macht die Topografie mit den Menschen? Senta van de Weetering

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Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland Switzerland is flat. And it’s hilly and mountainous. It contains cities and rural areas, and most of all, it contains a lot of in-between and neither-nor. What does it mean for people to live here, between the mountains, in the lowlands, in the hills and the suburbs? The mountains have long secured their place in film history (not just in Switzerland). Sometimes, they are mythologized as a place of freedom and defiant resistance against outside influences and demands. Other times, they are eyed suspiciously as a space of confinement and small-mindedness. City films have also established themselves as a genre, featuring crowds and density as key characteristics. On the outskirts, however, cities tend to become faceless. And what about the suburbs that are so central to the Swiss Plateau? They are by no means absent from the screen. But – true to their essence – they remain undefined. The suburbs are therefore much less suited to specific genres than cities or mountains. The films in this programme spotlight Switzerland’s various landscapes. They draw on our generic expectations but also play with and question them. Above all, they take their very own idiosyncratic look at the country and the people who live here. In Marie-Catherine Theiler’s «Trinkler», the cowbell plays the lead role – a traditional, rural object. But rather than in the Alps, the bell’s mighty sound rings in a garage, a doctor’s office, or a classroom here. The film from 2010 doesn’t just unsettle existing notions. In addition, recent events have superimposed new meanings on the film’s unique imagery, because cowbells have become a central prop in protests against the government’s Covid mitigation measures. In «A Land Fit for Heroes», Claude Piguet and Annelore Schneider take a long look at suburbia. Their sequence shot was filmed from a location in Sion, but the place looks non-specific. Buildings, cars, front yards, streets, with bushes and trees in between – it’s a terra incognita. What is going on here? It remains unclear. Shots are heard, and there’s some commotion, but the camera is not impressed and keeps drifting past. The heroic deeds that might fill this landscape only happen in our minds. Hugo Radi’s «Fedor» takes us from yet another non-specific place back to the mountains. In nocturnal solitude, wondrous relationships develop between

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two men on the run and a woman who joins them. But in the morning, they realize that they’re not as alone and isolated from the world as the alpine landscape at night suggested. In Germinal Roaux’s «Icebergs», Rosa and her friend wander through a dismal, faceless urban area. They are confident but also bored. When Rosa’s mobile phone is stolen, she knows right away that she has to do something about it. 14-year-old Paul in Tristan Aymon and David Maye’s «Off the Road» finds freedom riding his moped through the scenery. Which is not exactly spectacular. But being able to move through it on two wheels means you don’t have to stay there forever. Which is why Paul will go to great lengths to get his moped back. «Vo dinnä nüsä» – from the inside out: that’s how people from Uri describe leaving their native place. But this cinematic journey through Switzerland follows no straight trajectory. Rather, it is a zig-zagging trip through the country, with a stop here, a closer look there, exploring the question of how the nation’s topography affects its people. Senta van de Weetering

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Trinkler

A Land Fit for Heroes

Fedor

Switzerland 2010, 9'40", colour, no dialogue, Doc/Exp

Switzerland 2014, 13'30", colour, no dialogue, Exp

Switzerland 2016, 25'02", colour, French with English subtitles, Fic

Director/Script/Editor/Producer: Marie-Catherine Theiler Photography: Marie-Catherine Theiler/Vania Aillon Sound: Jan Peters Production/Distribution: Theiler Produktion, mc@24fs.org, +41 416605268

Director/Script/Photography/Editor/Sound/Producer: Claude Piguet/Annelore Schneider Production/Distribution: collectif_fact, Info@Collectif-Fact.ch

Mannen und Frauen, Arzt, Metzger, Verkäuferin, Lehrer verzaubern ihren Arbeitsplatz mit urschweizerischem Glockengeläut, bevor es sich wieder auflöst und sie alle an die Arbeit zurückkehren. Men and women, doctors, butchers, salespeople, and teachers cast a spell over their workplaces with the ancient Swiss sound of bells, before it fades away, and they all return to work. Filmmaker Marie-Catherine Theiler lives and works in Switzerland and Berlin. Her films include «Stop It!» (2003), «Il Barbiere» (2005), «Le Temps suspendu» (2007), «Time’s Up» (with Jan Peters, 2010), and «Hundekopftee» (2014).

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Eine lange Plansequenz, eine Agglomerationslandschaft, entfernte Schüsse, Aufregung aus der Distanz. Der Ton stimmt nicht mit dem Bild überein. Und die Kamera zieht unbeeindruckt weiter. Was ist geschehen? Was haben wir gehört? Was gesehen? Was uns eingebildet? A long sequence shot, a suburban landscape, the distant sound of gun shots, commotion in the distance. The sound doesn’t match the image. And the camera moves on, unimpressed. What happened? What did we hear? What did we see? What did we imagine? The collectif_fact consists of Annelore Schneider (*1979) and Claude Piguet (*1977). Their projects, which are mostly video-based, often deconstruct the cinematic codes within our visual culture. They are fascinated by everyday reality and the stereotypes, clichés, and mindless repetitions that suffuse popular culture. They work and live in Geneva and London.

Director/Script: Hugo Radi Photography: Augustin Losserand Editor: Louis Richard Sound: Timothée Zurbüchen Cast: Fedor Ugnivenko/Noé Borin/Caroline Ventura Producer: Lionel Baier/Kaspar Schiltknecht Production/Distribution: ECAL - Ecole cantonale d'art de Lausanne, ecal@ecal.ch, +41 213169933

Zwei junge Männer flüchten nach einem Diebstahl mit einer Frau aus der Stadt in die Berge. Kein Mensch folgt ihnen, und in der Naturlandschaft spielen sich wundersame Dinge ab. Aber unbeobachtet ist das Trio dennoch nicht. Two young boys have stolen some expensive scarves and are being pursued. To get out of town, they hijack a young woman’s vehicle, but she follows them as they flee into the mountains, where strange things happen. Hugo Radi lives in Lausanne and Geneva. He studied film at ECAL.


Icebergs Switzerland 2007, 14'00", black & white, French with English subtitles, Fic Director/Script: Germinal Roaux Photography: Denis Jutzeler Editor: Christine Hoffet Sound: Jürg Lempen Cast: Marie Bucheler/Xila De Blasi/Leandro Silva Producer: Jean-Louis Porchet/Gérard Ruey Production/Distribution: CAB Productions SA, administration@cabproductions.ch, +41 216410480

In der U-Bahn wird Rosas Handy geklaut. Das lassen sie und ihre Freundin sich nicht bieten. Rosa’s mobile phone is stolen on the subway. She is convinced that the thief is nearby and wants to catch him. Germinal Roaux (*1975 in Lausanne) is a selftaught photographer and filmmaker. In 2014, he won the Swiss Film Award (Special Award of the Academy) for «Left Foot Right Foot». He was also the 2016 recipient of the Filmmaker Award at the Zurich Film Festival with the project «Fortuna».

Sortie de route / Off the Road Switzerland 2013, 28'11", colour, French with English subtitles, Fic Director: Tristan Aymon/David Maye Script: Tristan Aymon/Marianne Brun Photography: Joachim Chardonnens Editor: Lilian Corbeille Sound: Blaise Pitteloud/Simon Cesar Forclaz Cast: Benjamin Eggenberger/Samir Melly/ Allan Gapani/Stéfanie Günter/Eric Chappot/ Bruno Joly/Olivier Voccat Production: Terrain Vague, me.hildbrand@gmail.com, +41 786019692 Distribution: Terrain Vague, me.hildbrand@gmail.com, +41 786019692, Salaud Morisset Distribution, festival@salaudmorisset.com, +49 15225192336

Der 14-jährige Paul vernachlässigt die Schule und verbringt seine ganze Zeit auf dem Töffli, sehr zur Besorgnis seiner Eltern. Als sein geliebtes Moped verschwindet, scheint niemand in seinem Umfeld zu verstehen, wieviel es ihm bedeutet. Doch da lernt Paul den Mechanikerlehrling Karim kennen – den Dieb seines Gefährts. 14-year-old Paul is neglecting school, spending all his time on his moped – much to the dismay of his parents. When his beloved vehicle disappears, no one seems to understand how much it means to him. But then Paul meets the motorcycle mechanic apprentice Karim – the thief of his moped. Tristan Aymon graduated from the Lausanne University of Art and Design with the short film «Ultima Donna». His shorts «Off the Road» (2013, co-directed with David Maye) and «The Lesson» (2016) were screened at the Locarno Film Festival. David Maye (*1984) received his BA in film from the Lausanne University of Art and Design in 2010. His films include «La Petite Chambre» (2009), «Maye et fils» (2010), and «Angela» (2010).

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Bild folgt Ton: Variationen des Musikund Geräuschfilms Bild folgt Ton: Variations of Music and Noise Films Curated by Thomas Schärer, Fred Truniger

Running time 59' Saturday, 13 November 2021, 22:00, Kino Cameo

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Bild folgt Ton: Variationen des Musik- und Geräuschfilms In der neu entstandenen urbanen Jugendbewegung der 1960er Jahre war die Musik ein bestimmendes identitätsstiftendes Element: Viele junge, unabhängige Filmschaffende, die erstmals im Schweizer Film in Erscheinung traten, beschäftigten sich vor dem Hintergrund einer neuen Clubkultur in ihren Werken mit der Tonspur und der Musik. Das Programm startet mit drei Filmen aus dieser Zeit, in der klassische Korrektheit – Musiker trugen noch Krawatten – mit der ironischen Haltung oder den psychedelischen Zuständen der neuen Generation koexistierte. Daraufhin führt es über wilde Ausschweifungen und schnell geschnittene Versatzstücke der Konsum- und Gegenkultur zu Beispielen von visueller Musik, in denen das Verhältnis von Bild und Ton oftmals die geläufigen Produktionsabläufe umkehrt: Statt Bilder zu vertonen werden Töne «verbildert» – die Grenzen zwischen Filmkunst und bildender Kunst verwischen sich. Die letzten drei Werke des Programmes sind Videoarbeiten und machen diese Verwischung komplett. Sie zeigen aber auch, dass in der Verbindung von Musik und Film der Körper zentral ist, der die beiden Künste tanzend oder performend mühelos verbindet. Das Springen durch die Jahrzehnte, das dieses Programm vorschlägt, soll einige der Themen deutlich machen, die in der Verbindung von Ton und Bild wiederholt verhandelt werden: Inhaltlich ist dies beispielsweise die gegenkulturelle Beschäftigung mit der Konsumkultur. Sie nimmt in den 1960er Jahren ihren Anfang, aber auch im Punk der 80er und in der elektronischen Musik der 2010er Jahre ist sie noch immer aktuell. Formal ziehen sich unter anderem schnelle und präzise Schnitte durch die Jahrzehnte hindurch und die jeweils vom technischen Stand des Mediums abhängigen Versuche, mit abstrakten Bildern eine adäquate visuelle Entsprechung für die Formvielfalt von Musik zu finden. Die künstlerische Arbeit mit Bild und Ton, so zeigt dieses Programm, ist auf unterschiedliche Arten ein Dialog über die Kunstsparten hinweg. Fred Truniger Dieses Programm entstand anlässlich der Publikation des ersten umfassenden Werks zum experimentellen Filmschaffen in der Schweiz: Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland, François Bovier, Adeena Mey, Thomas Schärer, Fred Truniger (Hg.), JRP Editions, Genf 2020. blog.zhdk.ch/sfex

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Bild folgt Ton: Variations of Music and Noise Films In the newly emerging urban youth movements of the 1960s, music was a key element in shaping artistic identities. Against the background of a new club culture, many young, independent filmmakers, who were making their first appearance on the Swiss film scene, explored the potentials of sound and music in their works. The programme opens with three films from this era when conventional etiquette – musicians still wore ties – coexisted with the ironic attitudes and psychedelic states of the new generation. Next, we see wild excesses and fast-paced clichés of consumerism and counterculture, as well as examples of visual music, where the relationship between image and sound is reversed with respect to the usual production process: instead of adding a soundtrack to images, the images serve to illustrate pre-existing sounds – the boundaries between cinema and visual arts become blurred. This blurring is completed in the three videos that conclude the programme. These works also show that the dancing or performing body is a central element in this connection of music and film, as it effortlessly links the two art forms. Jumping back and forth through the decades, this programme aims to highlight some of the themes that are repeatedly negotiated at the intersection of sound and image. At the content level, this includes countercultural approaches to consumer culture, a trend that begins in the 1960s but remains relevant in the context of 1980s punk and the electronic music of the 2010s. In formal terms, enduring elements include a fast and precise editing style, as well as attempts to find an adequate visual equivalent for the formal variety of music – attempts that are always dependent on the latest technical developments. As this programme shows, artistic works involving image and sound in many ways function as a dialogue across genres and styles. Fred Truniger This programme was created to mark the publication of the first comprehensive work on experimental filmmaking in Switzerland: Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland, François Bovier, Adeena Mey, Thomas Schärer, Fred Truniger (eds.), JRP Editions, Geneva 2020. blog.zhdk.ch/sfex

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Status Symbol

Inclinations

Switzerland 1972, 2'26", 16mm, colour, no dialogue, Exp

Switzerland 1962, 5'35", 16mm, black & white, no dialogue, Exp

Director/Script/Photography/Editor: Sebastian Schroeder Production: Sebastian Schroeder Distribution: Lichtspiel / Kinemathek Bern, david.landolf@lichtspiel.ch, +41 313811505

Director: Guido Haas/Eva Haas Production: Guido Haas, Eva Haas Distribution: Lichtspiel / Kinemathek Bern, david.landolf@lichtspiel.ch, +41 313811505

Die Autowaschanlage als ästhetisches Spektakel, das dem Automobil einen Moment der Unwirklichkeit verleiht. Eine Anmerkung zu einem geschmähten Statussymbol. The car wash as an aesthetic spectacle, lending the automobile a moment of unreality. A comment about a reviled status symbol. Sebastian C. Schroeder (*1939 in Berlin) moved to Zurich in 1959, where he studied architecture at ETH. As a filmmaker, he was self-taught, producing a variety of short pieces for Swiss television from 1974 to 1977. He has also worked as a cinematographer for June Kovach and others. Schroeder lives near Zurich.

«Inclinations» ist das Ergebnis einer mehrjährigen Zusammenarbeit des Künstlerpaars Eva und Guido Haas. Direkt in Schwarzfilm gekratzt und gedruckt wurden die Filmkader bildgenau mit «Take Five» von Dave Brubeck synchronisiert. Die Arbeitskopie des Filmes wies die kürzestmöglichen Schnitte von nur vier bis fünf Bildern Länge auf. Wo nötig wurden daraufhin drei der vier Kader wieder schwarz übermalt, um einzelbildgenau montieren zu können. This film is the result of a multiyear collaboration between the artist couple Eva and Guido Haas. Scratched directly onto black film, the individual frames were meticulously synchronized with Dave Brubeck’s «Take Five». The work print of the film was edited at the highest possible speed, with only four or five frames between cuts. Three of the four frames were then painted over in black, in order to allow for accurate frame-by-frame editing. After attending the art schools of Biel and Zurich, Guido Haas spent a year studying with Fernand Léger in Paris in 1951. Starting in 1958, he made experimental films, often in collaboration with his wife Eva Haas, who passed away in 1998. Guido lived in Kaltacker near Bremgarten until his death in 2020.

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23/69 Underground Explosion Switzerland/Austria 1969, 5'18", 16mm, colour, no dialogue, Exp Director: Kurt Kren Cast: Amon Düül II/Paul Fuchs/Limpe Fuchs/ Valie Export/Peter Weibel Production: Kurt Kren Distribution: Sixpackfilm, office@sixpackfilm.com, sixpackfilm.com

Der Film sollte eine Reportage über ein Underground-Festival werden, das durch Deutschland und die Schweiz auf Tournee ging. Kren erzählte, dass er zu der Zeit mit einer Mischung aus Alkohol und Amphetamin «experimentierte» und zeitweise gar nicht wusste, was er tat. Er schoss den Film «aus der Hüfte», wodurch die Bilder zusammen mit der Musik einen sehr authentischen Eindruck des Ereignisses liefern. This film was supposed to be a report on an underground festival that was on tour in Germany and Switzerland. Kren said that he was «experimenting» with a mixture containing amphetamines and alcohol at the time, and that he sometimes didn’t know what he was doing. He shot the film «from the hip», and the resulting images – in combination with the music – present a very authentic impression of the festival. Kurt Kren was born in Vienna in 1929 to a German mother and an Austrian father of Jewish decent. In 1939, the ten-year-old was sent to Rotterdam via «Kindertransport», a British effort to save children from the Nazis. Having returned to Vienna in 1947, Kren joined an amateur filmmakers’ club in the 1950s. In 1957, Kren created his first 16 mm film, and in 1960, his first of many serial montage films. It is due to these early serial works that Kren is considered one of the most influential pioneers of structural filmmaking. After some years in Cologne and Munich, he emigrated to California in 1978. Kren returned to his homeland in 1989 and died in 1998.


Pêche de nuit

Irrlichter

Senkrecht/Waagrecht

Switzerland/Belgium/France 1963, 11'14", black & white, no dialogue, Exp

Switzerland 2006, 8'46", colour, no dialogue, Exp

Switzerland 1985, 4'45", colour, no dialogue, Doc/Exp

Director: Benny Jaberg/Christoph Brünggel Production/Distribution: Benny Jaberg, benny.jaberg@gmail.com, bennyjaberg.com

Director: Peter Liechti Production/Distribution: Liechti Filmproduktion GmbH, +41 442426109

Director: Tjerk Wicky/Luc Peire/Henri Chopin Production: Tjerk Wicky, Luc Peire, Henri Chopin Distribution: private archive

Eine der ersten Kompositionen von Henri Chopin aus dem Jahr 1957, als Chopin auf der Île de Ré lebte und eine primitive Form der Reusenfischerei praktizierte. Fünf Jahre später entstand aus dem Audio-Gedicht ein «rückwärts gemachter» Film, bei dem der Ton das Bild kontrolliert anstatt umgekehrt. Der Schweizer Filmemacher Tjerk Wicky animierte dazu Arbeiten des belgischen Malers Luc Peire in Schwarz-Weiss. One of Henri Chopin’s earliest compositions, «Pêche de nuit» dates from 1957, when Chopin was living on the Île de Ré and practicing a primitive form of trap fishing. Five years later, this audiopoem led to a film «created backwards», that is, one where the sound controls the image rather than the other way around. Swiss filmmaker Tjerk Wicky animated works by Belgian painter Luc Peire in black and white to accompany the music. Tjerk Wicky (*1935 in Lausanne) studied graphic design in Lausanne and later moved to Basel, where he taught himself film and photography. After some years in Paris, he returned to Switzerland in 1969 and quit filmmaking soon afterwards. Luc Peire (1916–1994) was a well-known constructivist artist from Belgium. Dedicating his early years to representational art, he turned fully to abstraction after World War II. His works have been exhibited around the world. Henri Chopin (1922–2008) was a pioneer of visual and acoustic poetry, concrete poetry, and sound poetry. His oeuvre includes sound works, images, sculptures, stage plays, and experimental films.

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Nachts, den Fokus der Kamera auf eine zu kurze Distanz gestellt, werden Verkehrslichter zu Geistern. Sie tauchen auf mit sonoren, schwingenden Schichtungen von Sinustönen, irrlichtern durch das Bild und vergehen mit den Klängen wieder. Ein Film wie ein Gedicht, das die ZuschauerInnen allein lässt mit den Bildern in ihrem Kopf. Ursprünglich als elektroakustisches Stück für zehn Lautsprecher und Single-Screen-Projektion komponiert, wird «Irrlichter» nun als Kino-Adaption mit Stereoton gezeigt. At night, due to the camera’s focal length being too short, traffic lights turn into ghosts. They appear along with sonorous layers of sound, wander across the image, and vanish again with the sounds. A film like a poem, leaving spectators alone with the images in their minds. Originally composed as an electro-acoustic piece for ten speakers and single-screen projection, the work is now shown in a cinematic adaptation with stereo sound. Benny Jaberg studied at the Zurich University of the Arts and received his MA in film directing in 2010. He lives and works in Zurich. His films innclude «Daniel Schmid – Le chat qui pense» (2010), «Unfall» (2008), and «Wintersong: A Film on Dakota Suite» (2006). Musician and visual artist Christoph Brünggel (*1980) studied sound arts as well as fine arts at the University of Arts Bern. His work has been exhibited in many group and solo shows, and he participates in audiovisual performances with the project Still und Dunkel, a collaboration with filmmaker Benny Jaberg and media artist Pascal Arnold.

Die Aktionen Roman Signers verstehen sich in ihren Bewegungs- und Handlungsabläufen als Raum/Zeitplastiken. Die Bewegungsrichtungen verlaufen ausgesprochen gegensätzlich, und so heisst der Film auch ganz einfach «Senkrecht/Waagrecht». Unterstrichen wird diese Gegensätzlichkeit durch die Handlungsorte: Winter, Eis, Wasser, Sommer, Wolken, Luft. «Kommentiert» wird die Geschichte mit den abstrakten Zeichen der Gebärdensprache und vor allem mit der Musik von Möslang/Guhl. The movements and plots in Roman Signer’s action art pieces can be viewed as sculptures of space and time. The movements proceed in markedly opposite directions. Hence, the film is titled «Vertical/Horizontal». This contrast is underscored by the settings: winter, ice, water, summer, clouds, air. The «commentary» is provided by the abstract signs of sign language and especially by music from Möslang/Guhl. Peter Liechti (*1951 in St. Gallen) studied art history at the University of Zurich. He has been a freelance author, director, and cinematographer since the 1980s. His many films include «Senkrecht/Waagrecht» (1985), «Signers Koffer» (1996), and «Hans im Glück» (2003).


Night

Punkmachine

Duett

Switzerland 1976, 5'49", colour, no dialogue, Exp

Switzerland 2011, 3', black & white, no dialogue, Ani/Clip

Switzerland 1993, 3'00", colour, no dialogue, Exp

Director/Script/Photography/Animation/Editor: René Uhlmann Sound: Patrick Böhler Production/Distribution: René Uhlmann, ruhlmann@mac.com

Ein Teil des Projekts «Punk-Cocktail». Zürich, 1976–80: Punk, Underground. Super-8-Filmer René Uhlmann dreht aus der Hand und ohne Leuchten wenige Bilder pro Sekunde: Zeitraffung als Stilmittel. 2006 digitalisiert er die Originalfilme und arrangiert sie mit den Songs von damals. Erinnerungen werden in eine neue Dimension katapultiert. Part of the «Punk-Cocktail» project. Zurich, 1976–80: punk, underground. Super 8 filmmaker René Uhlmann uses a handheld camera and no lighting, shooting just a few images per second. Time-lapse as a stylistic device. In 2006, he digitizes the original films and arranges them with songs from the era. Memories are catapulted to a new dimension. René Uhlmann was born in Zurich in 1949. He has made animations and experimental films since 1972 and also worked as a photographer and graphic designer.

Director/Script/Animation/Editor: Ingo Giezendanner Sound: Moritz Wettstein Production/Distribution: Simon Koenig, simon.koenig@filmzentralschweiz.ch, filmzentralschweiz.ch

Eine Linie verdreht MoRitZ die Gehirnwindungen ... A line is playing with MoRitZ’s brain ... Ingo Giezendanner (*1975 in Basel) is also known as GRRRR. He has been drawing his surroundings since 1998 and making animated films since 2003.

Director: Max Philipp Schmid Production: Max Philipp Schmid, pschmid@vtxmail.ch, freihaendler.ch Distribution: Freihändler, freihaendler.ch

Ein Mann und eine Frau singen das Duett «Papageno, Papagena» aus Mozarts Zauberflöte. Es sind aber nicht sie zwei, die die schwierige Partitur meistern, sondern die Person am Schnitt. Die Töne und Bilder wurden Note für Note zusammengesetzt. Was wir sehen, ist immer auch das, was wir hören. Jeder Ton gehört zum entsprechenden, gleichzeitig sichtbaren Bild. Die Komposition überlebt diesen Eingriff, Sänger und Sängerin behalten ihren Charme trotz der unzähligen Schnitte: Technik und Natürlichkeit kommen in verspielter Harmonie zusammen. A man and a woman sing the «Papageno, Papagena» duet from Mozart’s Magic Flute. The mastery of the difficult score is not achieved by the singers but by the editor. The sounds and images have been pieced together note for note. Thus, we always also see what we hear. The sound we hear always belongs to the corresponding visible image. The composition survives this forceful interpretation, the singers retain their charm despite innumerable cuts: technique and naturalness come together in playful harmony. Max Philipp Schmid (*1962 in Basel) studied art history at the University of Basel and visual arts at the Basel Academy of Art and Design, where he has been a lecturer since 2002. He has also been a guest lecturer in Bern, Zurich, Basel, and Lucerne, and he works as an independent director and video artist.

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I’m Not the Girl Who Misses Much Switzerland 1986, 5', colour, English, Exp Director/Script/Photography/Editor/Sound/Cast: Pipilotti Rist Production: Pipilotti Rist, water@pipilottirist.net Distribution: Büro für Videokunstangelegenheiten, office@videoart.ch, videoart.ch

Ein exorzistisches Überlebensband, um die positive Hysterie zu beschwören. An exorcistic survival guide that conjures a positive image of hysteria. Pipilotti Rist (*1962) studied art business, photography, and illustration at the University of Applied Arts in Vienna and audiovisual communication at the Basel School of Design. She was a member of the experimental post-punk group Les Reines Prochaines, for whom she made her first videos. Rist explores the various voices of the feminine and the body in representations linked to pop culture, among them her famous single channel videos «I’m Not the Girl Who Misses Much» (1986) and «Pickelporno» (1992). Through large video projections and digital manipulation, she has developed immersive installations using vivid colours.

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Basic Music (Ausschnitt) / Basic Music (Excerpt) Switzerland 1974, 4'26", colour, no dialogue, Exp Director: Muriel Olesen Production: Muriel Olesen Distribution: Fonds d’art contemporain de la Ville de Genève (FMAC), fmac@ville-ge.ch, +41 224184530

In diesem dreiteiligen Video – die Originalaufnahmen wurden mit U-matic gemacht – setzt Muriel Olesen ihr Gesicht, ihre Stimme und ihre Hände ein, um Klänge zu erzeugen. In this three-part video – originally recorded with U-matic – Muriel Olesen uses her face, her voice, and her hands to produce sounds. With her first personal works from 1973, Muriel Olesen (1948–2020) quickly established herself as a pioneer of Swiss video art, along with Jean Otth, René Bauermeister, Janos Urban, and her husband Gérald Minkoff, with whom she often collaborated. Her installations and video sculptures proved to be highly influential for what was still a young medium at the time.


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Zu Diensten? Innovative Gebrauchsfilme der 1930er bis 60er Jahre Innovative Commissioned Films from the 1930s to the 60s Curated by Thomas Schärer, Fred Truniger

Running time 69' Sunday, 14 November 2021, 14:00, Casino 2

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Zu Diensten? Innovative Gebrauchsfilme der 1930er bis 60er Jahre Filme im Auftrag: Das war lange Zeit die einzige Möglichkeit, nichtfiktionale Filme zu realisieren – nicht nur in der Schweiz. Ab 1963 legte das Filmgesetz hierzulande die Grundlage für eine (vorerst bescheidene) Förderung eines unabhängigen dokumentarischen Filmschaffens. Aber schon zuvor erhielten und nahmen sich kreative Köpfe auch in Auftragsverhältnissen Freiheiten. Sie schufen Kurzfilme, die mehr oder weniger diskret werbend als Teil des Vorprogramms vor den Hauptfilmen in den Kinos liefen. Das Programm macht erstaunliche Traditionslinien sichtbar: Nicht erst der vielbeachtete, in Cannes preisgekrönte Kurzfilm «In wechselndem Gefälle» (Alexander J. Seiler und Rob Gnant, 1962) im Auftrag der Verkehrszentrale (heute Schweiz Tourismus) besticht durch eine sowohl bildlich wie akustisch konsequent abstrahierende Form. Ähnliche Wege, auf Sprache verzichtend, wählten zuvor Filmschaffende wie Julius Pinschewer, der in «Das Spiel der Wellen» (1939) mit rhythmisch sich ständig neu formierenden Farblinien für den Schweizer Rundspruch warb, wie das Radio damals hiess. Der Bau des Zürcher Flughafens geriet 1948 in einer (anonymen) Gloria-Film-Produktion zu einer «Symphonie der Arbeit», wohl auf Walter Ruttmanns «Symphonie der Grossstadt» (1927) anspielend. Den Beton als Symbol des – noch nicht hinterfragten – technischen Fortschritts feierte auch Jean-Luc Godard in seiner ersten Regiearbeit, «Opération ‹Béton›» (1955), die den Bau der bis dahin weltweit höchsten Staumauer Grand Dixence dokumentiert. Bar jeder didaktischen Absicht entdeckt der Fotograf und Filmemacher Kurt Blum faszinierende Formen, Strukturen, Farben und Menschen in einem Genueser Stahlwerk in «L’uomo il fuoco il ferro» (1960). Zusammen mit Alexander J. Seiler zeigt Blum für die Schweizer Verkehrszentrale in «Auf weissem Grund» (1962) winterliche Landschaften und Sportaktivitäten in oft fragmentarischen Bildern. Diese Form entwickelte Seiler zusammen mit Rob Gnant nach dem erwähnten (nicht im Programm gezeigten) «In wechselndem Gefälle» weiter und kombiniert schliesslich in «Via Zurich» (1967) oft abstrahierende Aufnahmen voller Spiegelungen und Unschärfen mit einer raffinierten Collage reiner Originaltöne und -geräusche. Griffen die Schöpfer der Filme bis 1955 auf klassisch symphonische Musik zurück (Pinschewer auf eine Originalkomposition für den Film, Gloria auf Bedřich Smetanas Moldau, Godard auf Johann Sebastian Bachs Pastorale),

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reduzierte Blum seine Tonspur 1960 auf Soloklavier (Sergei Prokovjew) und verwendete 1961 eine minimalistische elektronische Komposition von Oskar Sala. Die «Voice of God» (Bill Nichols), die viele Auftragsfilme der 1940er bis 60er Jahre beherrschende allwissende und belehrende Kommentarstimme, die heute historisch – um nicht zu sagen überholt – wirkt, fehlt im Programm, mit einer Ausnahme: Ironischerweise wirkt gerade der Film von Jean-Luc Godard, diesem stetigen Erneuerer des Kinos, aus heutiger Sicht am konventionellsten. Dies vor allem wegen des Kommentars, der zwar informiert, aber nicht ohne Pathos auskommt. Auch die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Kameramann und Auftragsfilmer Adrien Porchet und dessen Produktionsfirma (Actua) war wohl prägend. Godard zeigt in seinem Erstling auch, dass sogenannte Aufträge durchaus Folgen eigener Initiative sein können: Eigentlich als Telefonist auf der Grand-Dixence-Baustelle tätig, drehte er «Opération ‹Béton›» und konnte den Film der Bauherrin des Staudamms verkaufen. Die meist subtile Nennung der Auftraggebenden – erst im Nachspann oder zuweilen gar nicht – verstärkt die oft autonome Erscheinung von Gebrauchsfilmen. Sie ist auch ein Indiz dafür, dass viele dieser Filme nicht nur einem Zweck und einem Gebrauch dienstbar waren, sondern in Innovation begünstigender Freiheit entstehen konnten. Thomas Schärer

Das Programm entstand anlässlich der Publikation des ersten umfassenden Werks zum experimentellen Filmschaffen in der Schweiz: Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland, François Bovier, Adeena Mey, Thomas Schärer, Fred Truniger (Hg.), JRP Editions, Genf 2020. blog.zhdk.ch/sfex

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Innovative Commissioned Films from the 1930s to the 60s For a long time, commissioned works were the only way for filmmakers to make nonfiction films – not just in Switzerland. In this country, the 1963 film law created a basis for the (initially modest) funding of independent documentary filmmaking. But even before that, creative heads sometimes had or took certain liberties, even when working on commissions. They made short films that – more or less subtly – functioned as advertising, screened in cinemas as part of the supporting programme before feature films. This programme reveals striking lines of tradition: the much-noted, awardwinning short film «In wechselndem Gefälle» (Alexander J. Seiler and Rob Gnant, 1962), commissioned by Switzerland’s tourism marketing agency, was not the first to employ abstraction visually and acoustically. Much earlier, filmmakers like Julius Pinschewer chose similar approaches, foregoing language in «Das Spiel der Wellen» (1939), where coloured lines are rhythmically rearranged to promote the Swiss radio. The construction of Zurich’s airport in 1948 yielded an anonymous production by Gloria Film titled «Symphonie der Arbeit» («Symphony of Work»), likely as an allusion to Walter Ruttmann’s «Symphony of a Great City» (1927). Jean-Luc Godard also celebrates concrete as a symbol of technological progress – not yet questioned at the time – in his directorial debut, «Opération ‹Béton›» (1955), which documents the construction of Grand Dixence, then the world’s tallest dam. Without any didactic intent, photographer and filmmaker Kurt Blum discovers fascinating shapes, structures, colours, and people in an Italian steelworks in «L’uomo il fuoco il ferro» (1960). In «Auf weissem Grund», Blum collaborated with Alexander J. Seiler on another commission for the tourism agency, showing winter landscapes and sports in often fragmentary images. Together with Rob Gnant, Seiler continued to develop this aesthetic in the aforementioned «In wechselndem Gefälle» (not part of this programme). Eventually, in «Via Zurich» (1967), they combine abstracted close-ups full of mirrored images and blurry takes with an artful collage of original sounds. Until 1955, the filmmakers relied on classic symphonic music (Pinschewer on an original composition for his film, Gloria Film on Bedřich Smetana’s Moldau, and Godard on Johann Sebastian Bach’s Pastorale). But in 1960, Blum used only solo piano (Sergei Prokofiev), and in 1961, a minimalist, electronic composition by Oskar Sala.

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Mostly missing from the programme is the «voice of God» (Bill Nichols), the omniscient, instructive commentary that was so common in commissioned films from the 1940s through the 60s, and which seems historic – no to say outdated – today. Ironically, the one exception here is the film by Jean-Luc Godard, cinema’s constant innovator, which is the most conventional from today’s perspective. This is partly due to the commentary, which is informative but not without pathos. The collaboration with experienced cinematographer Adrien Porchet, who made many commissioned films with his production company (Actua), likely had an impact too. Godard’s debut also shows that even commissions can be the result of one’s own initiative: the director shot «Opération ‹Béton›» while working as a phone operator at the Grand Dixence construction site and managed to sell the film to the builder of the dam. The organizations that commissioned these works were often only mentioned in the end credits – and sometimes not at all. This reinforces the autonomy of the films, suggesting that many of them didn’t simply serve a purpose but were created with the kind of freedom that was favourable to innovation. Thomas Schärer

This programme was created to mark the publication of the first comprehensive work on experimental filmmaking in Switzerland: Minor Cinema: Experimental Film in Switzerland, François Bovier, Adeena Mey, Thomas Schärer, Fred Truniger (eds.), JRP Editions, Geneva 2020. blog.zhdk.ch/sfex

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Spiel der Wellen

Symphonie der Arbeit

Opération «Béton»

Germany 1939, 4'36", colour, no dialogue, Ani

Switzerland 1948, 12', black & white, no dialogue, Doc

Switzerland 1955, 16'34", black & white, French with English subtitles, Doc

Director: Julius Pinschewer Production: Julius Pinschewer Distribution: private archive

Director: unknown Production: Gloria Film Distribution: Praesens-Film AG, info@praesens.com, praesens.com

Farbige Wellen verwandeln sich in Balletttänzerinnen, Eishockeyspieler oder Soldaten. Der Film entstand anlässlich der Schweizerischen Landesausstellung 1939 in Zürich und wirbt für den Schweizer Rundspruch, wie das Radio damals hiess. Colourful waves turn into ballet dancers, hockey players, or soldiers. The film was created for the 1939 Swiss national expo to promote the Swiss radio. From 1910 on, Swiss film pioneer Julius Pinschewer (1883–1961) was a key figure in German-language advertising film for half a century. He was the founder and director of close to a dozen companies and produced around 700 entertaining commercials.

Flughafen Zürich-Kloten: Betonierung einer Piste. Das Tagewerk der Bauarbeiter. Eine Werbesymphonie ohne Worte für Zement als Grundstoff des modernen Bauens. Zurich Airport: concrete is being poured on a runway. A wordless advertising symphony for cement as the primary material in modern construction.

Director/Editor: Jean-Luc Godard Script: Jean-Luc Godard/Jean-Pierre Laubscher Photography: Adrien Porchet Production: Pointprod, helene.faget@pointprod.ch, +41 225964555 Distribution: Pointprod, david.rihs@pointprod.ch, +41 225964555

Der erste Film von Jean-Luc Godard. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz war Godard als Arbeiter auf einer Staudamm-Baustelle tätig. Von dem verdienten Geld kaufte er sich eine Kamera und drehte einen kurzen Dokumentarfilm über den Bau des Grand-Dixence-Staudamms. Jean-Luc Godard’s first film. After returning to Switzerland, Godard went to work as a labourer on a dam construction site. With the money he earned, he bought a camera and made a short documentary about the construction of the Grand Dixence Dam. Swiss-French director and screenwriter Jean-Luc Godard is considered one of the most influential filmmakers of all time. As a key figure of the French New Wave, he broke with traditional modes of narrative and expanded film’s expressive range, making cinema part of a postmodern aesthetic.

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Auf weissem Grund

L’uomo il fuoco il ferro

Via Zurich

Switzerland 1962, 10'35", 35mm, colour, no dialogue, Doc/Exp

Switzerland/Italy 1960, 10'09", 35mm, colour, no dialogue, Doc

Switzerland 1967, 11'28", 35mm, colour, English, Doc

Director/Script: Alexander J. Seiler, Kurt Blum Script: Alexander J. Seiler Photography: Fritz Maeder Editor: Fritz Maeder/June Kovach Producer: Kurt Blum Production: Alexander J. Seiler, ajseiler@bluewin.ch, +41 444514544 Distribution: Lichtspiel / Kinemathek Bern, david.landolf@lichtspiel.ch, +41 313811505

Director/Photography: Kurt Blum/Fritz E. Maeder (alias Eric Delamare) Script/Editor/Production: Kurt Blum Distribution: Lichtspiel / Kinemathek Bern, david.landolf@lichtspiel.ch, +41 313811505

Der Film zeigt die verschiedenen Aspekte des Winters in den Bergen, ausgehend vom Schnee als «Rohstoff», der in Entstehung und Auflösung zu sehen ist. Elektronische Musik begleitet und ergänzt die bildliche Aussage synchron durch die verschiedenen Phasen. The film shows the various aspects of winter in the mountains. The «raw material» of snow is shown as it appears and dissolves, with electronic music accompanying and supplementing the visual message throughout the different phases. Alexander J. Seiler (1928–2018) studied in Basel, Zurich, Paris, and Munich, and obtained a PhD in Vienna. Initially working as a journalist, he turned to film in 1960. His filmography includes about 20 works, among them several documentaries made in collaboration with musician June Kovach and cinematographer Rob Gnant. Seiler was also a co-founder of the Solothurn Film Festival and of the Swiss Film Centre, the precursor to SWISS FILMS. Kurt Blum (1922–2005) trained as a photographer before studying graphic design, painting, and photography at the art school in Bern. He worked as a photographer for the Swiss National Library in Bern and as a freelance industrial photographer and documentary filmmaker. His best-known works are portraits of famous artists, among them Pablo Picasso.

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Ein eindrücklicher und mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm über die Stahlproduktion in den norditalienischen Stahlwerken von Italsider und FIAT. Lediglich vom Stampfen der Maschinen und Prokofievs Musik begleitet, dokumentiert Blum in dieser Industrie-Symphonie mit überraschenden Bildern das Aufeinandertreffen von Mensch, Feuer und Eisen. An impressive, multi-award-winning documentary about steel production in the steelworks of Italsider and FIAT in Northern Italy. With a soundtrack consisting of the stomping of the machines and music by Sergei Prokofiev, Kurt Blum finds surprising images to document the encounter between humans, fire, and iron. Kurt Blum (1922–2005) trained as a photographer before studying graphic design, painting, and photography at the art school in Bern. He worked as a photographer for the Swiss National Library in Bern and as a freelance industrial photographer and documentary filmmaker. His best-known works are portraits of famous artists, among them Pablo Picasso. Fritz E. Maeder (1936–2018) trained as a photographer (with Kurt Blum) and cameraman. As a cinematographer, he shot numerous documentaries and feature films internationally from the 1950s onwards. He was vice-president of the Swiss Cinematographer’s Society (S.C.S.) and a guest lecturer at the Munich Film Academy.

Director: Alexander J. Seiler/Rob Gnant/June Kovach Production/Distribution: Katharina Bürgi, katharina.buergi@bluewin.ch

Der Film versucht ein konventionelles Thema – Zürich und seinen Flughafen – in einer modernen filmischen Form darzustellen. Er verzichtet auf die üblichen Ansichten von Strassen, Plätzen und Gebäuden und zeigt die Stadt Zürich gleichsam als dynamischen Organismus in Bewegung. The film attempts to address a conventional topic – Zurich and its airport – using a modern cinematic form. Instead of the usual views of streets, squares, and buildings, it shows the city of Zurich as a dynamic organism in motion. Alexander J. Seiler (1928–2018) studied in Basel, Zurich, Paris, and Munich, and obtained a PhD in Vienna. Initially working as a journalist, he turned to film in 1960. His filmography includes about 20 works, among them several documentaries made in collaboration with musician June Kovach and cinematographer Rob Gnant. Seiler was also a co-founder of the Solothurn Film Festival and of the Swiss Film Centre, the precursor to SWISS FILMS. Rob Gnant (1932–2019), who had initially trained as a photographer, primarily worked as a cinematographer on about 30 films, several of them made in collaboration with Alexander J. Seiler and June Kovach. June Kovach (1932–2010) was an American-born Swiss filmmaker and concert pianist. Born in Chicago, she performed all over Europe as a pianist in the 1950s. In 1961, she gave up her musical career in favour of filmmaking. As a director, editor, sound engineer, and co-author, she often collaborated with her husband, Alexander J. Seiler.


ZAP! Switzerland 1969, 4'26", colour, no dialogue, Doc/Exp Director: Uli Zulauf Sound: George Gruntz Production: Kunstgewerbeschule Zürich Distribution: Cinémathèque Suisse, info@cinematheque.ch, cinematheque.ch

Eine Art Musikclip: Szenen von der Käse- und Joghurt-Verarbeitung wechseln sich ab mit bunt bemalten Menschen, die sich auf einer winterlichen Zürcher Dachterrasse in Trance tanzen und Joghurt essen. Unterstützt vom Zentralverband der Schweizer Milchproduzenten. A kind of music clip: scenes of cheese and yogurt production alternate with brightly painted people on a Zurich rooftop dancing themselves into a trance and eating yogurt. The film was supported by the association of Swiss milk producers. In 1969, Ueli Zulauf attended the third film course at what would later become the Zurich University of the Arts and produced a few commercials. His essay film «Ihr Menschen liebet euch» screened at the Solothurn Film Festival in 1968.

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Clemens Klopfenstein Curated by John Canciani

Running time 71' Sunday, 14 November 2021, 16:30, Casino 2

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Clemens Klopfenstein 1979 war ein prägendes Jahr für den Schweizer Film. «Les petites fugues» von Yves Yersin und «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy – beides Filme, die bis heute nichts an Bedeutung und Charme verloren haben – feierten an den Solothurner Filmtagen ihre Premiere. Ein weiterer Film, der auffiel, weil er ästhetisch und inhaltlich so schwierig einzuordnen war, und der in seiner Eigenwilligkeit geradezu unschweizerisch schien, war Clemens Klopfensteins «Geschichte der Nacht»: Eine essayistische Studie über die Nachtlandschaften diverser europäischer Städte; eine träumerische und ästhetische Stimmungsanalyse; ein Film, der eine Leichtigkeit versprüht, von der man sich mitreissen lässt. Clemens Klopfenstein hatte einen Meilenstein des Experimentalkinos kreiert. Was das Publikum 1979 sah, hatte seinen Ursprung in Arbeiten, die Klopfenstein 1975 in Rom im Istituto Svizzero begonnen hatte. Er beschäftigte sich malend mit Licht- und Farbstudien, was dann in seinem experimentellen «La luce romana vista da Ferraniacolor» mündete. Mit den daraus gewonnenen Erfahrungen und Erkenntnissen zog es Klopfenstein mit seiner Kamera in die römische Nacht, um seinen Entdeckungsdrang zu stillen und das begonnene Experiment weiterzuentwickeln. Es fällt oft schwer, in präzise Worte zu fassen, was uns an Klopfensteins Filmen so fasziniert. Am Ende ist es wohl das Gesamterlebnis, bei dem die scheinbar widersprüchlichen Ideen, aus denen seine Filme gebaut sind, zu einem unberechenbaren Ganzen zusammenkommen. In der Vergangenheit soll Klopfenstein bei seinen Filmpremieren oft gesagt haben, dass er eigentlich Maler sei. Umgekehrt habe er bei Vernissagen oft erwähnt, dass er Filmregisseur sei. So verwirrend diese Aussagen auf den ersten Blick scheinen, präziser hätte der Künstler seine Arbeit kaum erklären können. Klopfenstein begann bereits als sehr junger Mann, sich mit dem Filmemachen zu beschäftigen. Schon damals waren seine Spontaneität und Furchtlosigkeit zu erkennen. Mit vollem Herzblut gab er sich seinen Projekten hin, ohne sich um Konventionen zu kümmern. Als Mitglied des Kollektivs AKS (Urs Aebersold, Clemens Klopfenstein, Philip Schaad) kreierte er eigenwillige Werke, die oft vom amerikanischen Film Noir und der französischen Nouvelle Vague inspiriert waren. Er gehörte damit bald zu den «jungen Wilden», die den neuen Schweizer Film prägen würden, mit Regisseuren wie Fredi M. Murer, Xavier Koller, Rolf Lyssy und Markus Imhoof. Er absolvierte die erste

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Filmausbildung, die es in der Schweiz gab, die Filmarbeitskurse der Kunstgewerbeschule Zürich unter der Leitung von Kurt Früh. Auf «Geschichte der Nacht» folgten 1981 «Transes, Reiter auf dem toten Pferd» und «E nachtlang Füürland». Anschliessend kehrte Clemens Klopfenstein für «Das Schlesische Tor» wieder zum Kurzfilmformat zurück. Diese Filme sind wegweisend für Klopfensteins Schaffen. «E nachtlang Füürland», sozusagen ein Road Movie zu Fuss, vereint die Elemente, die für seine Ästhetik prägend sind, in einem einzigen Film: die freie Kameraführung, die nächtlichen Landschaften, die Vermischung von Fiktion und Dokumentation sowie das Wechselspiel von Kontrolle und Spontaneität auf allen Ebenen. Mit «Transes» und «Das Schlesische Tor» widmet er sich jener Poesie, mit der seine Karriere in Rom ihren Anfang nahm, und beschliesst mit diesen beiden Werken die mit «Geschichte der Nacht» begonnene Trilogie der Nachtfilme. Nach «E nachtlang Füürland» widmete sich Clemens Klopfenstein vermehrt der Arbeit mit SchauspielerInnen. Sein freies Denken und essayistischer Arbeitsstil blieben gleich. Klopfenstein machte Dogma-Filme, lange bevor es diese Genrebezeichnung gab. Insgesamt entstanden fast 30 Filme, darunter auch der schon fast vergessene «Die Gemmi – ein Übergang», der wegweisend war für seine Spielfilme: ein unterhaltsamer Film voller Spontaneität und Swissness, mit Max Rüdlinger und Polo Hofer als Duo infernal, eingefangen von Klopfensteins typischem Blick. Denn unverkennbar ist und bleibt, wie Klopfenstein mit der Kamera umzugehen weiss: Sie ist gleichzeitig Beobachterin und Protagonistin. Manchmal – wenn auch selten – streng geführt, oft aber frei und schwebend. Man stellt sich den Regisseur wie einen Jäger vor, der den richtigen Moment zu nutzen weiss, um das richtige Bild, die Stimmung und Situation einzufangen. Kompromiss- und furchtlos, immer offen, alles zuzulassen und immer das Unerwartete erwartend. John Canciani

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Clemens Klopfenstein 1979 was a defining year for Swiss cinema. «Les petites fugues» by Yves Yersin and «Die Schweizermacher» by Rolf Lyssy – both of which have retained their significance and charm to this day – premiered at the Solothurn Film Festival. Another film that stood out because it was so hard to categorize – both aesthetically and in terms of content – was Clemens Klopfenstein’s «Geschichte der Nacht», which is so idiosyncratic that it seems rather un-Swiss: an essayistic study of the nocturnal landscapes of various European cities; a dreamy and aesthetical mood piece; a film that exudes a contagious kind of lightness. Clemens Klopfenstein had created a milestone of experimental cinema. What the audience saw in 1979 had its origins in works that Klopfenstein began at the Istituto Svizzero in Rome in 1975. As a painter, he created studies of light and colour, which eventually resulted in the experimental film «La luce romana vista da Ferraniacolor». With the experiences and insights gained from this work, Klopfenstein and his camera continued to explore nocturnal Rome, satisfying his urge for discovery and refining his experiment. It is difficult to find precise words for what makes Klopfenstein’s films so fascinating. Ultimately, it is the totality of the experience, when the seemingly contradictory ideas that make up his films come together in an unpredictable whole. Supposedly, at film premieres, Klopfenstein would say that he was really a painter. Conversely, he allegedly often mentioned being a filmmaker at art shows. As confusing as these statements may seem, it’s hard to think of a better explanation of his work. Klopfenstein was interested in filmmaking from a very young age, and his spontaneity and fearlessness are evident in his earliest works. He put his heart and soul into his projects, unconcerned about conventions. As a member of the AKS collective (Urs Aebersold, Clemens Klopfenstein, Philip Schaad), he created highly individual works inspired by American film noir and the French New Wave. Soon, he joined the ranks of the «wild youngsters» who would shape the new Swiss cinema, with directors like Fredi M. Murer, Xavier Koller, Rolf Lyssy, and Markus Imhoof. Klopfenstein also attended Switzerland’s very first filmmaking course, taught by Kurt Früh at what is now the Zurich University of the Arts.

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«Geschichte der Nacht» was followed by «Transes, Reiter auf dem toten Pferd» and «E nachtlang Füürland». Afterwards, Clemens Klopfenstein returned to short films with «Das Schlesische Tor». «E nachtlang Füürland», a road movie on foot, so to speak, features all the elements that are characteristic of his aesthetic in a single film: the freestyle camera movement, nocturnal landscapes, the blending of fiction and documentary, and the interplay of control and spontaneity on all levels. In «Transes» and «Das Schlesische Tor», he returns to the poetic style from his early years in Rome, and the two films conclude his trilogy of night films begun with «Geschichte der Nacht». After «E nachtlang Füürland», Klopfenstein increasingly worked with actors, but his free-thinking approach and essayistic style remained the same. He made Dogma films long before that genre term existed. Overall, he has made almost 30 films, among them the all-but-forgotten «Die Gemmi – ein Übergang», which pointed the way to his later feature films: an entertaining and funny movie bursting with spontaneity and «Swissness», with Max Rüdlinger and Polo Hofer as an infernal duo, captured by Klopfenstein’s signature style. The way he uses the camera remains unique: it functions as an observer and protagonist at the same time. Sometimes (though rarely) rigorous, but more often, it is free-floating. It’s easy to picture the director like a hunter who knows how to use the moment to capture the right image, the mood, the situation. Uncompromising and fearless, always willing to let anything happen, expecting the unexpected. John Canciani

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La luce romana vista da Ferraniacolor Switzerland 2021, 16'02", colour, no dialogue, Doc/Exp Director/Photography/Producer: Clemens Klopfenstein Editor: Mehdi Sahebi Sound: Gerhard Grumbach Production/Distribution: Ombra Films, clemens@klopfenstein.net, klopfenstein.net

Eine Studie über das römische Licht auf Ferraniacolor-Zelluloid. Klopfensteins Aufnahmen aus den 1970er Jahren wurden mit Found-Footage neu geschnitten und vertont. Die Kurzfilmtage zeigen den Film als Weltpremiere. A study of light in the city of Rome, shot on Ferraniacolor film stock. Klopfenstein’s footage from the 1970s was re-edited with found footage, and a new soundtrack was added. Kurzfilmtage is screening the film as a world premiere.

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Das Schlesische Tor Switzerland 1982, 22', 16mm, black & white, no dialogue, Doc Director/Script/Photography/Producer: Clemens Klopfenstein Editor: Clemens Klopfenstein/Verena Kiefer Sound: Verena Kiefer/Hugo Sigrist Production/Distribution: Ombra Films, clemens@klopfenstein.net, klopfenstein.net

«Bilder und Töne aus Berlin, Tokyo und aus Hongkong, dazu Licht- und Schattenstudien meines Zimmers in Berlin sollen durcheinandergemischt und durcheinander geblendet und, von verwestlichter chinesischer Musik unterstützt, das Gefühl von Heimweh und Fernweh, von Sehnsucht, von irgendwo und nirgendwo evozieren.» – Clemens Klopfenstein Images and sounds from Berlin, Tokyo, and Hong Kong, mixed together and fading into each other, accompanied by westernized Chinese music, generate a feeling of homesickness and wanderlust. Of the yearning to be somewhere and nowhere ...

Die Gemmi – ein Übergang Switzerland 1995, 33'10", colour, Swiss German with German/English subtitles, Fic Director/Photography/Producer: Clemens Klopfenstein Script: Clemens Klopfenstein/Polo Hofer/ Max Rüdlinger Editor/Sound: Remo Legnazzi Cast: Polo Hofer/Max Rüdlinger Production/Distribution: Ombra Films, clemens@klopfenstein.net, klopfenstein.net

Max Rüdlinger und Polo Hofer wandern über die Gemmi, einen Pass vom Kanton Bern ins Wallis, und reflektieren über Gott und die Welt, aber vor allem über die Frauen. Max Rüdlinger and Polo Hofer are hiking over the Gemmi pass from the canton of Bern to Valais, discussing just about everything – but especially women.


Screenwriter, director, and cinematographer Clemens Klopfenstein (*1944) studied art in Basel and Zurich and received several prizes for his work as a painter. He showed an interest in filmmaking from a young age and attended Switzerland’s very first filmmaking class at what would later become the Zurich University of the Arts. Never one to care about conventions, he was always open to experimentation. With his highly individual works, he quickly joined the ranks of auteurs of the new Swiss cinema in the 1970s. His extensive oeuvre encompasses a wide variety of forms and styles, ranging from essayistic documentaries to feature-length fiction. Throughout his career, he often returned to short films.

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Panorama Schweiz Panorama of Switzerland In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Online 28 October 2021 to 6 November 2022

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Panorama Schweiz

Wir sind uns bewusst, dass wir im Grossen Fokus noch weitere oder auch ganz andere Themen und Aspekte der Schweiz hätten beleuchten können. Durch die kuratorische Praxis der Kurzfilmtage ist die Auswahl immer an einen inhaltlichen Kontext gebunden: Oftmals fallen somit Filme weg, die uns am Herzen liegen und die auch für den Kurzfilm im Allgemeinen relevant sind. Aus diesem Grund werden in diesem Jahr weitere 25 Schweizer Kurzfilme auf der Onlineplattform Play Suisse der SRG SSR zur Verfügung stehen – auch über die Festivaltage hinaus.

Abseits der Autobahn / Off the Highway

Rhona Mühlebach, Switzerland 2014, 21'20", colour, Swiss German with Italian/French/German subtitles, Fic

All Inclusive

Corina Schwingruber Ilić, Switzerland 2018, 9'59", colour, no dialogue, Doc

Swiss Panorama

We are well aware that we could have included many other themes and aspects relating to Switzerland in our Main Focus. Due to Kurzfilmtage’s curatorial practice, the film selection is always tied to a thematic context. Consequently, films that are dear to us – and which are also significant for short film in general – are often omitted. For this reason, we are presenting an additional 25 Swiss shorts on the online platform Play Suisse by SRG SSR, which will be available beyond the festival dates.

Kurt und der Sessellift / The Meadow Jela Hasler, Switzerland 2015, 8'57", colour, Kurt and the Chairlift no dialogue, Doc Thaïs Odermatt, Switzerland 2012, 19'48", colour, Swiss German with Italian/French/German subtitles, Doc

playsuisse.ch

Das Spiel / The Game

Roman Hodel, Switzerland 2020, 17'09", colour, Swiss German with Italian/French/German subtitles, Doc

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Stick Climbing

Daniel Zimmermann, Switzerland/Austria 2010, 13'41", colour, no dialogue, Doc/Exp


En août

Jenna Hasse, Switzerland 2014, 9'00", colour, French with Italian/French/German subtitles, Fic

Average Happiness

Maja Gehrig, Switzerland 2019, 7'00", colour, no dialogue, Ani/Exp

Ligne noire

Mark Olexa/Francesca Scalisi, Switzerland 2017, 10'28", colour, Bengali with French/Italian/German subtitles, Doc

Os vivos tambem cho- Facing Mecca Nachts sind alle Katzen Mack, Switzerland 2017, 27'06", colour, ram / The Living Also Cry Jan-Eric grau / All Cats Are Grey Swiss German/Arabic/English with German/French/ Basil Da Cunha, Switzerland 2012, 30'00", colour, Italian subtitles, Fic in the Dark Portuguese with German/French/Italian subtitles, Fic Lasse Linder, Switzerland 2019, 18'16", colour, German with Italian/French/German subtitles, Doc

In a Nutshell

Fabio Friedli, Switzerland 2017, 5'34", colour, no dialogue, Ani

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Soeurs Jarariju / The Sisters Jarariju

Jorge Cadena, Switzerland 2018, 21'37", colour, Wayuunaiki with French/Italian/German subtitles, Fic

The Green Serpent – Of Vodka, Men and Distilled Dreams

Benny Jaberg, Switzerland/Russia 2013, 20'33", colour, Russian with German/French/Italian subtitles, Doc/Exp


Hausarrest

Matthias Sahli, Switzerland 2015, 13'32", colour, Swiss German with German/French/Italian subtitles, Fic

Valet noir / Blackjack

Lora Mure-Ravaud, Switzerland 2017, 22'32", colour, French with Italian/French/German subtitles, Fic

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Ich bin’s Helmut

Nicolas Steiner, Germany/Switzerland 2009, 11', colour, German/Swiss German with German/French/ Italian subtitles, Fic

Tous à table

Ursula Meier, Switzerland/Belgium/France 2001, 30'00", black & white, French with French/Italian/ German subtitles, Fic

Fast alles / Almost Everything

Lisa Gertsch, Switzerland 2017, 24'39", colour, Swiss German/Italian with Italian/French/German subtitles, Fic

En la Boca

Matteo Gariglio, Switzerland/Argentina 2016, 25'39", colour, Spanish with Italian/French/German subtitles, Doc


Ivan’s Need

Lukas Suter/Veronica L. Montaño/Manuela Leuenberger, Switzerland 2015, 6'20", colour, no dialogue, Ani

L’homme jetée

Loïc Hobi, France/Switzerland 2019, 20'52", colour, French with Italian/French/German subtitles, Fic

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Suspendu

Elie Grappe, Switzerland 2015, 15'00", colour, French with Italian/French/German subtitles, Fic

Red Ants Bite

Elene Naveriani, Switzerland 2019, 22'44", colour, Georgian/English with French/Italian/German subtitles, Fic


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Person im Fokus Person in Focus

Marie Losier Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

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A Musical with Some Friends Curated by Delphine Jeanneret

Running time 82' Thursday, 11 November 2021, 16:30, Kino Cameo

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A Musical with Some Friends Wenn die französische Filmemacherin und Künstlerin Marie Losier mit ihrer 16-mm-Bolex-Kamera dreht, transzendiert sie die Realität und die Konventionen des Dokumentarfilms und offenbart die verspielte Seele ihrer Subjekte – und ihrer selbst. Die Porträts von MusikerInnen, Film- und Kunstschaffenden in diesem Programm umspannen rund 15 Jahre in Losiers Werk. Marie Losier studiert zunächst Literatur an der Universität Nanterre (Frankreich), dann Kunst in New York, wo sie 1994 ankommt und schnell in die Underground- und Experimentalkunstszene der Stadt eintaucht. Sie arbeitet als Requisiteurin mit Richard Foreman, lernt den Umgang mit der 16-mmKamera im Millennium Film Workshop von Mike Kuchar und kuratiert Filmscreenings, bevor sie für die Alliance française Filme programmiert. Ihre Beziehungen zu den Leuten, die sie später filmt, basieren auf gegenseitigem Vertrauen und erlauben es ihr, viel von ihren Subjekten zu verlangen, aber auch viel von sich selbst zu geben. Losier dreht zahlreiche verspielte, intime und poetische Porträts aussergewöhnlicher Persönlichkeiten, darunter «The Ontological Cowboy» (2005), «Eat My Makeup!» (2005), «Slap the Gondola!» (2010) und «Byun, objet trouvé» (2012). Über das Dokumentieren und Porträtieren hinaus sind ihre Filme Performances und Momente im Freundeskreis. Ihr erster Langfilm, «The Ballad of Genesis and Lady Jaye» (2011), erzählt die Geschichte von Untergrund-Künstler Genesis Breyer P-Orridge und seiner Frau und künstlerischen Partnerin Lady Jaye, die aus Liebe miteinander verschmelzen wollen. Nach 23 Jahren in New York kehrt Marie Losier nach Europa zurück. 2014 gewinnt sie den renommierten DAAD Residency Award in Berlin und arbeitet mit Musikerin Peaches zusammen. Der Kurzfilm «Peaches and Jesper Fell from a Boat, Who Remains Afloat?» dreht sich um die Kameradschaft der beiden Frauen, die in einer Gondel in Venedig improvisieren. Losier reist auch nach Mexiko, wo sie die Wrestler-Subkultur kennenlernt, so etwa die MorenoDynastie, die in «Bim Bam Boom, las Luchas Morenas» zu sehen ist. Sie freundet sich zudem mit Cassandro an, einem Star der mexikanischen Transvestiten-Wrestling-Szene, dem ihr zweiter Langfilm, «Cassandro the Exotico!» (2018), gewidmet ist. Das Programm schliesst mit «‹Electric Storm› 100 Years of Theremin» zum 100-jährigen Jubiläum der Erfindung des Theremins. Der Film wurde im Teilchenbeschleuniger des CERN gedreht, einen Tag nach Beginn des ersten Covid-Lockdowns in der Schweiz. Kunstvoll kombiniert

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Marie Losier die futuristische Welt der Teilchenphysik-Anlage mit den mystischen Klängen des Theremins. Die acht Filme geben Einblick in Marie Losiers magische Welt, in der sich die Realität zu handgemachter, im Freundeskreis geschaffener Kunst veredelt. Delphine Jeanneret

Am Samstag, 13. November 2021 um 11:00 findet eine Masterclass mit Marie Losier in der Festivalbar statt. Der Eintritt ist frei.

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A Musical with Some Friends When French filmmaker and artist Marie Losier takes her 16 mm Bolex camera and starts shooting, she transcends reality and documentary conventions to unveil the playful souls of her subjects, as well as her own. The films in this programme cover about 15 years of her work, presenting portraits of musicians, filmmakers, and artists. Marie Losier first studies literature at the University of Nanterre (France), then fine arts in New York, where she arrives in 1994 and where she quickly meets the city’s underground and experimental art scene. She collaborates with Richard Foreman as a props designer, learns to shoot with a 16 mm camera with Mike Kuchar at the Millennium Film Workshop, and begins to curate screenings around town, before programming films for the Alliance française. Her connections with the people she would later film are rooted in a mutual trust that allows her to ask a lot from her subjects, as well as to give a lot of herself. She directs many playful, intimate, and poetic portraits of personalities out of the ordinary, with titles such as «The Ontological Cowboy» (2005), «Eat My Makeup!» (2005), «Slap the Gondola!» (2010), and «Byun, objet trouvé» (2012). Beyond documentaries and portraits, her films are performances and shared moments with friends. Her first feature film, «The Ballad of Genesis and Lady Jaye» (2011), tells the story of the New York underground artist Genesis Breyer P-Orridge and his wife and artistic partner, Lady Jaye, who decided to merge into one entity for love. After 23 years in New York, Marie Losier returns to Europe. In 2014, she wins the prestigious DAAD Residency Award in Berlin and connects with the musician Peaches. The short film «Peaches and Jesper Fell from a Boat, Who Remains Afloat?» shows the complicity of the two women who improvise in a gondola in Venice. She also travels to Mexico, where she meets the underground world of wrestlers, among them the Dynasty Moreno, who are captured in «Bim Bam Boom, las Luchas Morenas». She befriends Cassandro, the star of the gender-bending, cross-dressing Mexican wrestlers, to whom she dedicates her second feature film, «Cassandro the Exotico!» (2018). The programme ends with «‹Electric Storm› 100 Years of Theremin», celebrating the 100th anniversary of the invention of the theremin. The film was shot in the particle collider at CERN the day after the first Covid lockdown was announced in Switzerland. Marie Losier artfully captures the futuristic world of the particle physics facility together with the mystical sound of the theremin.

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The eight films take the spectators on a journey into Marie Losier’s magical world where the real is sublimated into handmade compositions as she creates art with her friends. Delphine Jeanneret

There will be a Master Class with Marie Losier on Saturday, 13 November 2021 at 11:00 in the festival bar. Admission is free.

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The Ontological Cowboy Eat My Makeup!

Slap the Gondola!

France/USA 2005, 15'32", colour/black & white, English without subtitles, Exp

USA/France 2005, 6'00", colour, English with English subtitles, Exp

USA 2009, 15'00", colour, English without subtitles, Exp

Director/Script/Editor/Sound/Producer: Marie Losier Photography: Marie Losier/Brian Frye Cast: Richard Foreman/Juliana Francis/ Tom Ryder Smith/Jay Smith Production: Marie Losier Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Director/Script/Photography/Editor/Sound/ Producer: Marie Losier Cast: George Kuchar/Marie Losier/Jason Livingston/ Paul Shepard Production: Marie Losier Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

«Im Theater geht es um Sex.» Dies behauptet zumindest Richard Foreman, der Vater des Ontological-Hysteric Theater. Der Film dokumentiert, wie Foreman das angebliche Schicksal des Avantgarde-Theaters beschwört. Foreman spielt sich selbst, die SchauspielerInnen stellen sein Anliegen pantomimisch dar. Wenn «Cast und Crew gleichermassen leiden», dann für eine gute Sache: die brutale Wiedergeburt des amerikanischen Theaters, mit Foreman als Hebamme.

Fünf Frauen picknicken auf dem Dach eines Lagergebäudes in Long Island City. Auf der anderen Seite des Flusses erhebt sich ein Wald von schimmernden Wolkenkratzern. Doch als ein Fliegenschwarm das Gelage stört, bricht das Chaos aus.

Director/Script/Photography/Editor/Sound: Marie Losier Cast: Genesis Breyer P-Orridge/April March/ Tony Conrad Producer: Heloise Darcq Production: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org Distribution: French Insitute Alliance Française NY, hdarcq@fiaf.org, +1 9176400890, Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

«The theatre is about sex» – at least according to Richard Foreman, the father of the Ontological-Hysteric Theater. «The Ontological Cowboy» documents Foreman’s invocation of the «manifest destiny» of avantgarde theatre, with King Cowboy Rufus strolling down San Juan Hill with a sigh, waving his handkerchief. Foreman plays himself, and the cast pantomimes his preoccupation. If «the cast and crew suffer alike», it’s all for a good cause: the violent rebirth of the American theatre, with Foreman as its midwife.

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Five women are having a picnic on the roof of a warehouse in charming Long Island City, a forest of skyscrapers gleaming across the river. But when a swarm of flies interrupts their feast of chocolate-covered pretzels and cream pies, bedlam ensues.

Auf einer riesigen Fähre spielen zwei Wassernixen Violine, um die Fische aus dem Meer anzulocken, bis plötzlich ein gigantischer Fisch an Bord landet, zusammen mit einer 30-köpfigen Tanztruppe und einer grossartigen Sängerin. Es folgt ein Fischkampf. On a giant ferry, two mermaids play violins to attract the fish from the sea, when suddenly a giant fish lands on board, joined by 30 dancers and a great singer. A fish fight ensues. «What a brilliant explosion of brilliance! Brilliant colors! Brilliant music! Brilliant costumes! Brilliant casting! I shall cherish this masterpiece forever!» – Guy Maddin, 2009


Byun, objet trouvé USA 2012, 7'44", colour, English without subtitles, Doc/Exp Director/Script/Photography/Editor/Sound/Producer: Marie Losier Cast: Chong Gon Byun Production: Marie Losier Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Der gefeierte Mixed-Media-Künstler Chong Gon Byun verwendet weggeworfene und gefundene Gegenstände für seine surrealistischen Skulpturen, die sich um die post-industrielle Zivilisation und die Konsumgesellschaft der Gegenwart drehen. In his surrealist oeuvre, acclaimed mixed-media artist Chong Gon Byun uses found and discarded objects to create intricate sculptures that explore the clash between postindustrial civilization and the present consumerist culture.

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Peaches and Jesper Fell from a Boat, Who Remains Afloat? USA/France 2013, 3'19", colour, English without subtitles, Exp Director/Script/Photography/Editor/Sound/Producer: Marie Losier Cast: Peaches Production: Marie Losier Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Die Biennale von Venedig, Gondeln, unglückliche Paare, zu viel Kunst. Peaches kreischt eine italienische Oper, die ihre Begleitung herzlich wenig interessiert, während seltsame Menschen mit schwarzem Bart auftauchen ... Wer hält sich über Wasser? The Venice Biennale, gondolas, unhappy couples, too much art. Peaches screaming an Italian opera to her sweet uninterested companion, while strange people with black beards appear ... Who stays afloat?

Alan Vega: Just a Million Dreams France/USA 2013, 16'09", colour, English without subtitles, Doc Director/Script/Editor/Producer: Marie Losier Photography: Marie Losier/Valérie Massadian Sound: Clément Chassaing Cast: Alan Vega Production: Marie Losier Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Ein intimes und ungewöhnliches Porträt des Künstlers und Musikers Alan Vega, Sänger und Songwriter des Punk-/Postpunk-Duos Suicide in den 1970er und 80er Jahren und Pionier minimalistischer elektronischer Musik. This intimate portrait reveals uncommon stories about the groundbreaking visual artist and pioneer of minimalist electronic rock Alan Vega, vocalist and composer for the 1970s/80s punk/ post-punk duo Suicide.


Bim Bam Boom, las Luchas Morenas

«Electric Storm» 100 Years of Theremin

Denmark/Mexico/USA 2014, 13', colour, English without subtitles, Doc

France 2020, 6'00", colour, English without subtitles, Exp

Director/Script/Photography: Marie Losier Editor: Marie Losier/Valerie Massadian Sound: Clément Chassaing Cast: Rossy Moreno/Esther Moreno/Cynthia Moreno/ Maria del Rocio/Morena Leon Producer: Marie Losier/Patricia Drati Ronde/Tine Fisher Production: CPH:DOX, info@cphdox.dk, cphdox.dk, Cine Tonala, contacto.cinetonala@gmail.com, cinetonala.mx Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Director/Script/Photography/Editor/Sound: Marie Losier Cast: Dorit Chrysler/Clara Alloing Producer: Carole Chassaing Production: Tamara Films, carole@tamarafilms.com Distribution: Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Die Schwestern Rossy, Esther und Cynthia sind professionelle luchadores – Wrestlerinnen – aus der MorenoDynastie in Mexiko. Nebst dem Wettkampf im Ring bringen sie ihren Sport auch ins tägliche Leben, wenn sie mit Messern, Schweineköpfen, Blumen und Federn hantieren! Rossy, Esther, and Cynthia, three sisters and professional luchadoras from the Dynasty Moreno, are competitive wrestlers in the ring. But they also bring lucha libre into daily life, wrestling with knives, pig heads, flowers, and feathers!

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Der im Teilchenbeschleuniger des CERN gedrehte Film feiert die Anfänge der elektronischen Musik zum 100-jährigen Jubiläum des Theremins, eines Musikinstruments, das berührungslos gespielt wird. Eine auf dem neuen Claravox Centennial Theremin gespielte Originalkomposition von Dorit Chrysler begleitet Marie Losiers kunstvolle Bilder von der futuristischen Welt der berühmten Teilchenphysik-Anlage. Filmed in the particle collider at CERN, «Electric Storm» celebrates the beginning of electronic music marked by the 100th birthday of the Theremin, a mystifying musical instrument that is played without physical contact. Set to an original composition that Dorit Chrysler crafts throughout the piece using the new Claravox Centennial theremin, Marie Losier artfully captures the futuristic world of the worldrenowned particle physics facility.

Marie Losier (*1972 in France) is a French filmmaker and curator who lived and worked in New York City for over 20 years. She has shown her film and video work at many museums, galleries, festivals, and biennials internationally. Marie studied literature at the University of Nanterre (France) and fine arts at Hunter College in New York City. She has made numerous film portraits of directors, musicians, and composers, including George Kuchar, Guy Maddin, Richard Foreman, Tony Conrad, Genesis P-Orridge, and Alan Vega. A retrospective of her work took place in 2018 at MoMA, featuring works made over the past 15 years. Currently, Marie is working on several film projects, and she also teaches at HEAD in Geneva.


Creatures of the Night Curated by Delphine Jeanneret

Running time 84' Saturday, 13 November 2021, 14:00, Kino Cameo

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Creatures of the Night Zwischen Film, Traum und Performance bewegen sich Marie Losiers formale Experimente mit ihrem Bolex-Auge in dieser neueren Reihe von Porträts legendärer Underground-Figuren. In «O pássaro da noite» (2016) nimmt uns die Filmemacherin mit in die Welt von Fernando, aka Deborah Krystal, eine schillernde und poetische Gestalt, die im berühmten Club Finalmente in Lissabon auftritt. Seit über 30 Jahren steht Fernando jeden Abend auf der Bühne, in glänzenden, bunten Gewändern. Mit einer grossen Besetzung aus Losiers portugiesischem und französischem Freundeskreis – darunter die Filmschaffenden João Pedro Rodrigues, João Rui Guerra da Mata, Carlos Conceição und Antoine Barraud – offenbart der Film Fernandos zahlreiche Identitäten und erweckt die Legenden von Lissabon zum Leben. Fernando erscheint als Nixe, als Vogel und als Löwe, und verwandelt sich zwischen den Schauplätzen, vom funkelnden Sonnenlicht eines bunten Strands zu den verstörenden Schatten eines Museums in der Nacht. In ihrem neusten Film «Taxidermisez-moi» (2021), einer Auftragsarbeit für das Musée de la Chasse et de la Nature, erweckt Marie Losier die in der Dunkelheit des Museums gefangenen Tiere zum Leben. Einmal mehr demonstriert der Film den Spass am Basteln von Kostümen, Licht, Ton und Magie: Fell, Federn, Schnäbel und Klauen werden gestrickt und den getarnten und bemalten Körpern aufgesetzt für eine ganz besondere Nacht im Museum. Wie lebende Bilder fungieren die einzelnen Szenen als poetische Gemälde, während die Klänge imaginäre Räume heraufbeschwören. Enge FreundInnen von Losier – darunter Tänzer und Choreograph François Chaignaud, Schauspieler und Filmemacher Simon Fravega sowie Künstlerin und Taxidermistin Florencia Grisanti – spielen die Kreaturen, die das nächtliche Museum bevölkern. Im Musikfilm «Which Is Witch?» (2020) tritt Marie Losier mit einer anderen Gruppe von FreundInnen auf: mit dem deutschen Musiker Felix Kubin sowie den Französinnen Claire Doyon (Filmemacherin), Elina Löwensohn (Filmemacherin und Schauspielerin) und Joana Preiss (Filmemacherin). Als eisige, weisse Hexen wollen die Frauen die Leiche von Ludwig II von Bayern, gespielt von Felix Kubin, auftauen.

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Mit «Felix in Wonderland» (2019) setzt Losier ihre Reihe von Porträts überlebensgrosser Figuren fort. Bereits mit 14 Jahren gab Felix Kubin Konzerte mit Stefan Mohr und formte die Egozentrischen Zwei. 35 Jahre später tanzt der Elektromusiker hektisch mit Losiers 16-mm-Kamera zu einer seiner älteren Kompositionen, als ob er sich altersmässig rückwärts entwickeln würde. Humor und Kameradschaft vermischen sich in diesem formal freien Dokumentarfilm. Alles ist erlaubt: Felix füttert Hunde mit Mikrofonen, er nimmt das Geräusch einer Lüftung in einer Industriezone auf, er singt unter Wasser oder friert sein Mobiltelefon ein. Zwischen Film, Tagtraum und Performance schaffen Kubin und Losier ein Werk, das die Grenzen zwischen Dokumentarfilm, Performance, Oper, Radio und Tonexperiment ständig verwischt. Marie Losier hat ihren Spass daran, Felix in grotesken, blutigen oder träumerischen Darbietungen zu inszenieren, wo der Künstler sich selbst operiert, um herauszufinden, woraus er wirklich gemacht ist. In diesem Kunstlabor schaffen Filmemacherin und Musiker ein metaphysisches Werk. Delphine Jeanneret

Am Samstag, 13. November 2021 um 11:00 findet eine Masterclass mit Marie Losier in der Festivalbar statt. Der Eintritt ist frei.

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Creatures of the Night Between film, dream, and performance, Marie Losier continues to formally experiment with her Bolex eye in this recent series of portraits of legendary underground performers. In «O pássaro da noite» (2016), the filmmaker takes us into the world of Fernando, aka Deborah Krystal, a glittering and poetic performer at the famous club Finalmente in Lisbon. For more than 30 years, Fernando has been performing every night, dressed in gleaming and colourful fabrics. With a large cast of Portuguese and French friends – including filmmakers such as João Pedro Rodrigues, João Rui Guerra da Mata, Carlos Conceição, and Antoine Barraud – the film reveals Fernando’s many identities and brings Lisbon’s legends to life. Fernando is seen as a mermaid, a bird, and a lion, transforming between locations, from the scintillating sunlight of a colourful beach to the disturbing shadows of a museum at night. In her latest film, «Taxidermize Me » (2021), commissioned by the Museum of Hunting and Nature, Marie Losier brings to life all the animals stuck in the darkness of the museum. The joy of fabricating costumes, light, sound, and magic is once again at work in this film: fur, feathers, beaks, and claws are knitted and put on camouflaged and painted bodies to create a very special night at the museum. Like living pictures, each scene is a small poetic painting, in which sounds evoke imaginary spaces. The creatures that populate the museum at night are played by close friends of Marie Losier, among them dancer and choreographer François Chaignaud, actor and filmmaker Simon Fravega, and artist and taxidermist Florencia Grisanti. In the music piece «Which Is Witch?» (2020), Losier performs with another group of friends: German musician Felix Kubin, French filmmaker Claire Doyon, French actress Elina Löwensohn, and French actress and filmmaker Joana Preiss. Together the women form a group of white icy witches who defrost the body of Louis II of Bavaria, played by Felix Kubin. In «Felix in Wonderland» (2019), Marie Losier continues her series of portraits of characters larger than life. At the age of 14, Felix Kubin was already giving concerts with Stefan Mohr and created Die Egozentrischen Zwei. Thirty-five years later, the German electro musician dances frantically with Marie Losier’s 16 mm camera to one of his compositions from the past, as

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if his age were regressing with time. Humour and complicity blend in this deeply touching free-form documentary about the musician. In their world, everything is allowed: Felix feeds dogs with microphones, he records the sound of an air vent from an industrial zone, he sings underwater, or freezes his mobile phone. Between film, daydream, and performance, the piece constantly blurs the boundaries between documentary, performance, opera, radio, and sound experiment. Marie Losier has fun making Kubin act out grotesque, gory, or dreamlike performances, in which the artist self-operates to discover what he is really made of. In this art laboratory, the filmmaker and the musician create a metaphysical work. Delphine Jeanneret

There will be a Master Class with Marie Losier on Saturday, 13 November 2021 at 11:00 in the festival bar. Admission is free.

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O pássaro da noite / L’Oiseau de la nuit

Taxidermisez-moi / Taxidermize Me

Which Is Witch?

Portugal/France 2015, 20'00", colour, Portuguese with English subtitles, Exp

France 2021, 10'00", colour, French with English subtitles, Exp

Director/Script: Marie Losier Photography: Rui Xavier Editor: Marie Losier/Catherine Libert Libert Sound: Miguel Cabral Cast: Fernando Santos/Cindy Scrash/Alda Cabrita/ João Pedro Rodrigues/João Rui Guerra daMata/ Simon Darmour/Carlos Conceição/Bernardo Lacerda/ Antoine Barraud/Didier D'Abreu/Deborah Krystal Producer: Miguel Valverde/Marie Losier Production: IndieLisboa - Associação Cultural, prod@indielisboa.com, +351 213466172 Distribution: PortugalFilm, dir.portugalfilm@indielisboa.com, +351 213466172, Collectif Jeune Cinéma, admin@cjcinema.org, cjcinema.org

Director/Photography/Editor/Sound/Producer: Marie Losier Script: Marie Losier/David Legrand Cast: Éloise Decazes/Simon Fravega/ David Legrand/Anne Barraud/François Chaignaud/ Carole Chassaing/Elise Cribier-Delande/ Charlène Dinhut/Raquel Garcia/Théophile Gay-Mazas/ Victor Gresard/Florencia Grisanti/Manon Haize/ Séverine Hubard/François Leloup-Collet/ Alice Maitre/Jean-Pierre Petit/Paula Rodriguez/ Chloé Touvenin Production/Distribution: Marie Losier

Director/Script: Marie Losier Photography: Pascale Granel Editor: Ael Dallier Vega/Marie Losier Sound: Eléonore Mallo/Lucas Héberlé/ Simon Apostolou Cast: Felix Kubin/Claire Doyon/Elina Löwensohn/ Joana Preiss Producer: Mathilde Delaunay/Emmanuel Chaumet Production/Distribution: Ecce Films, contact@eccefilms.fr, +33 142583714

Ein rätselhaftes Porträt von Fernando, aka Deborah Krystal, der seit 30 Jahren jeden Abend in schimmernden Kleidern im Lissaboner Club Finalmente auftritt. Unter den bunten Stoffen der Kostüme entdecken wir die vielen Gesichter und Gestalten Fernandos und die Legenden von Lissabon auf einer Reise durch Sehnsüchte und Träume, Metamorphosen und Mythen. A mysterious portrait of Fernando, aka Deborah Krystal, the glittering and poetic performer of the Lisbon club Finalmente, where he has been performing in golden dresses every night for 30 years. Under the layers of his colourful fabrics, the many skins of Fernando are revealed, and Lisbon’s legends come to life on a journey through desires and dreams, metamorphosis and myths.

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Kurz vor der Wiedereröffnung des Museums ist Marie Losier als Erste eingeladen, einzutreten und ihre Entdeckungsreise durch die Räume zu filmen. Sie trifft auf seltsame Gestalten: Tiere, Kunstwerke, aber auch die Künstlerinnen und Kollegen, die sie eingeladen hat. Aus den verschiedenen Erscheinungen ergibt sich ein surrealer Film, den das Publikum in einer gigantischen Projektion auf der Fassade des Museums entdecken kann. A few days before the museum reopens, director Marie Losier is invited to be the first to re-enter and film her discovery of the place. During this night at the museum, she wanders from room to room and films the enigmatic creatures she encounters: animals, works, but also the artists and accomplices she has invited. These successive apparitions compose the scenes of a surrealist film that spectators can discover in a giant projection on the façade of the museum during an exceptional evening.

France 2020, 5'50", colour, no dialogue, Exp

Ludwig II von Bayern ist seit Ewigkeiten im Eis versteinert. Wir finden ihn in einem Wald und, siehe da, er lebt! Drei Hexenschwestern wollen ihn auftauen und das musikalische Rätsel lösen. Sie führen uns durch ein buntes und surreales Märchen. Louis II of Bavaria has been petrified in the ice since time immemorial. We find him in a forest, and luckily, he is alive! Three witch sisters try to defrost him and unravel the musical mystery. With them, we are propelled through a colourful and surreal fairy tale.


Felix in Wonderland Germany/France 2019, 49'00", colour, German with English subtitles, Doc Director/Script/Photography: Marie Losier Editor: Ael Dallier Vega Sound: Lucas Héberlé/Ael Dallier Vega/ Marie Losier/Janis Grossmann Cast: Felix Kubin Producer: Mathilde Delaunay Production/Distribution: Ecce Films, contact@eccefilms.fr, +33 142583714

Folgen Sie uns in die Welt von Felix Kubins Experimenten und Musik, und erleben Sie, wie er sein Lieblingsinstrument, den Korg MS-20, meistert. Das Porträt eines grossen Künstlers, der immer Musik im Kopf hat. Dank Felix’ unerschöpflicher Kreativität nimmt uns der Film mit in ein Universum reiner Musik – von Elektronik über Hörspiel und Pop zu Musique concrète, Oper und Mikrofon-Experimenten ... Felix ist der Little Nemo einer schlaflosen Welt aus Musik und reinem Vergnügen! Follow us into the world of Felix Kubin’s experiments and music, and his mastery of his preferred instrument, the Korg MS-20. A portrait of a great artist who never stops living with music in his head. Thanks to Felix’s creative power and endless inspiration, the film takes us into a universe of pure music, from electronic music to radio play, pop, musique concrète, opera, and microphone experiments ... Felix is the Little Nemo of a new sleepless world of music and pure joy!

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Marie Losier (*1972 in France) is a French filmmaker and curator who lived and worked in New York City for over 20 years. She has shown her film and video work at many museums, galleries, festivals, and biennials internationally. Marie studied literature at the University of Nanterre (France) and fine arts at Hunter College in New York City. She has made numerous film portraits of directors, musicians, and composers, including George Kuchar, Guy Maddin, Richard Foreman, Tony Conrad, Genesis P-Orridge, and Alan Vega. A retrospective of her work took place in 2018 at MoMA, featuring works made over the past 15 years. Currently, Marie is working on several film projects, and she also teaches at HEAD in Geneva.


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Land im Fokus Country in Focus

Kosovo Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

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Land im Fokus: Kosovo Kosovo ist ein junges Land, das jüngste in Europa, das erst 2008 unabhängig wurde. Sein Kino ist ebenfalls jung und ist erst kürzlich mit mehreren Festivalerfolgen international in Erscheinung getreten. Das gilt insbesondere für das aktuelle Jahr: Blerta Bashollis erster Spielfilm «Hive» holte drei Preise am Sundance Film Festival und Norika Sefas Debüt «Në kërkim të Venerës» gewann den Special Jury Prize am Rotterdam International Film Festival. Ilir Blakçoris animierter Kurzfilm «Clara with a Mustache» lief am Annecy International Film Festival und holte den City of Annecy Award, während Samir Karahodas Kurzfilm «Pa vend» als erster kosovarischer Film überhaupt für den Wettbewerb in Cannes ausgewählt wurde. Wenn wir noch Leart Ramas Kurzfilm «Four Pills at Night» hinzunehmen, der von den Kurzfilmtagen und DokuFest koproduziert wurde und in Locarno Premiere feierte, sowie Kaltrina Krasniqis Debüt «Vera Dreams of the Sea», der als Premiere in der Sektion Orizzonti in Venedig lief, dann ergibt das ein rundes Bild vom aktuellen Filmschaffen dieser jungen Nation namens Kosovo. Dass all diese Filmschaffenden jung sind, zeugt von ihrer Resilienz und Kreativität und zeigt, dass das erst kürzlich entstandene Label «New Kosovo Wave» wohlverdient ist. Wenn wir die Entwicklung des kosovarischen Kinos im letzten Jahrzehnt betrachten, wird schnell klar, dass ethnische Konflikte – und insbesondere der Krieg von 1998 – Genres und Geschichten dominiert haben. Das gilt für die meisten nach dem Ende des Krieges entstandenen Filme, wie Lydia Papadimitriou und Ana Grgić im Vorwort zum Buch Contemporary Balkan Cinema: Traditional Exchanges and Global Circuits feststellen: «Kosovar cinema is a cinema of war, trauma, catharsis and resilience; it mirrors the population’s need to deal with the past and the desire to move on with a better life.» Nun bewegt sich das kosovarische Kino langsam weg vom Krieg und hin zu allgemeineren sozialen Themen: Familie und Migration, Korruption und das zerrüttete Staatswesen, Hoffnungslosigkeit und Armut. Doch das Kino Kosovos ist mehr als das, und es ist auch ein Kino der Diaspora, mit Filmschaffenden, die beispielsweise in der Schweiz, Frankreich und Deutschland arbeiten, sich dabei aber oft auf ihr Ursprungsland – oder dasjenige ihrer Eltern – beziehen. Während ihre Arbeitsweise teils eher derjenigen im übrigen Europa gleichen mag, bleiben die Themen oft in ihrer Herkunft verwurzelt.

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Die hier präsentierten Kurzfilmprogramme – von den Kurzfilmtagen und DokuFest kuratiert – geben Einblick in eine Nation, die noch mit ihrer brutalen Vergangenheit hadert. Gleichzeitig bieten sie einen frischen Blick auf die grössten jungen Talente des Landes. Lediglich ein Film aus dem Jahr 1976 bildet eine Brücke zu einem anderen Kino, jenem aus der sozialistischen Zeit, während es sich bei der Mehrheit der Filme um jüngere Werke handelt. Wir danken den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur für diese Einladung, eine Auswahl kosovarischer Kurzfilme zu zeigen, und hoffen, dass die Programme dem Publikum ebenso viel Freude machen, wie wir an der Vorbereitung hatten. Veton Nurkollari, Künstlerischer Leiter, DokuFest Samir Karahoda, Kurzfilm-Kurator, DokuFest

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Country in Focus: Kosovo Kosovo is a young country, the youngest in Europe, having declared independence in 2008. Its cinema is young too, and it only recently emerged on the international scene with a number of successful appearances at major film festivals. This is especially true for this year, which saw Blerta Basholli’s first feature film, «Hive», win three prizes at Sundance and Norika Sefa’s debut feature «Looking for Venera» winning the Special Jury Prize at the Rotterdam International Film Festival. Ilir Blakçori’s animated short «Clara with a Mustache» was selected for the Annecy International Film Festival and returned with a City of Annecy Award, and Samir Karahoda’s short «Displaced» became the first film ever from Kosovo to be in the official competition in Cannes. Add to this the short «Four Pills at Night» by Leart Rama, co-produced by Kurzfilmtage and DokuFest, which premiered at Locarno Film Festival, and Kaltrina Krasniqi’s debut, «Vera Dreams of the Sea», which premiered in the Venice Film Festival’s Orizzonti strand, and you’ll have a better picture of what is going on with the cinema of this young country called Kosovo. That all these filmmakers are young is a testament to their resilience and creativity and proof that the recently coined phrase «New Kosovo Wave» is well deserved. When we look at the history and evolution of Kosovar cinema in the last decade, we can see clearly that the themes of ethnic conflict, and specifically the 1998 war, have dominated genres and narratives. This is true for most of the films produced after the end of the war, as Lydia Papadimitriou and Ana Grgić rightly note in the preface to the book Contemporary Balkan Cinema: Traditional Exchanges and Global Circuits: «Kosovar cinema is a cinema of war, trauma, catharsis and resilience; it mirrors the population’s need to deal with the past and the desire to move on with a better life.» Now, contemporary Kosovar cinema is slowly moving away from these themes and towards more general social issues, such as family and migration, corruption and the dysfunctional state, hopelessness and poverty. But Kosovar cinema is more than that, and it is also a cinema of diaspora, with some filmmakers originally from Kosovo working in countries such as Switzerland, France, and Germany, producing works that often deal with their – or their parent’s – country of origin. Whilst their working methods might be different and closer to those of their European counterparts, the themes they choose are often rooted in their place of origin.

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The film programmes presented here – curated by Kurzfilmtage and DokuFest – offer a glimpse into a country still trying to come to terms with its violent past. At the same time, they bring a fresh look at some of the country’s best and brightest new talents. Of all the films, only one from 1976 builds a bridge to a different cinema that existed in socialist times, whereas the majority are recent productions. We would like to extend our gratitude to Internationale Kurzfilmtage Winterthur for the invitation to present this selection of Kosovar short films, and we hope that the audience will enjoy these programmes as much as we enjoyed preparing them. Veton Nurkollari, Artistic Director of DokuFest Samir Karahoda, Short Film Programmer at DokuFest

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Rebuilding Identity Curated by John Canciani, Samir Karahoda, Anita Magni, Veton Nurkollari, Senta van de Weetering

Running time 71' Wednesday, 10 November 2021, 15:00, Kino Cameo Sunday, 14 November 2021, 14:00, Casino 1

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Rebuilding Identity Ein Land braucht eine Fahne – ein symbolträchtiges Stück Stoff, das bedeutungsvoll von der Identität der Nation kündet und im besten Fall sogar hilft, sie aufzubauen. Eine Fahne ist jedoch auch ein tückisches Stück Stoff – gemacht, um im Wind zu wehen, gemacht, um von beiden Seiten gesehen zu werden. Kosovos Umrisse auf der Fahne, so bemerkt jemand in «I kujt është flamuri?» von Baris Karamuço, stimmen mal, mal stimmen sie nicht – je nachdem, wie der Wind weht. So sind auch die Meinungen zur Fahne sehr unterschiedlich, je nach Standpunkt der Befragten. Der Film, vier Jahre nach Kosovos Unabhängigkeit gedreht, stellt gegensätzliche Meinungen lustvoll nebeneinander und lässt doch die Hoffnung offen, dass in der Auseinandersetzung so etwas wie Identität entstehen kann. Wie der Film so sucht auch das Programm Rebuilding Identity nach Stimmen, die sich gemeinsam zu einer Art nationaler Identität zusammenfügen. Wenn es also nicht die Fahne ist, die Identität ausmacht, vielleicht ist es die Antwort auf eine einfache Frage: Woher kommst du? In «She Asked Me Where I Was From» von Aulona Fetahaj ist die Antwort der Protagonistin von Anfang an uneindeutig: von weit weg. Aus Brügge. Und dann spricht sie mit Hilfe von Google Street View und Familienfotos lange, lange vom Kosovo, von wo sie als Kind mit ihrer Familie nach Belgien gekommen ist. Auch hier also: Vielstimmigkeit. Bilden Traditionen Identität? In «Nusja jonë» zeigen Yll Çitaku und Nita Deda in nur vier Minuten eine alte goranische Tradition, die viel Geduld, Zeit und Handwerk erfordert: das Schmücken der Braut am Hochzeitstag, bei dem das ganze Gesicht mit feinen Verzierungen bemalt wird und unzählige Details dafür sorgen, dass alle Bräute am Hochzeitstag gleich schön sind. Es ist berückend anzuschauen – aber die Tradition ist am Aussterben. Eine einzelne, schwächer werdende Stimme im Konzert der Identitäten also. Wie wäre es mit Gemeinsamkeiten? Die ProtagonistInnen von Redon Kikas «I Have Never Been on an Airplane» haben, wie der Titel sagt, eines gemeinsam: Sie waren noch nie in einem Flugzeug. Hier geht es nicht um Klimaerwärmung und Flugscham – im Gegenteil, alle empfinden sie es als Mangel, der ihnen unangenehm ist. Vielleicht auch nicht die beste Voraussetzung, um Identität zu bilden. Aber ebenfalls Stimmen, die dazu beitragen.

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Ein letzter Versuch: Wie fühlt es sich denn an, ohne Kosovo, «Sans le Kosovo», zu leben? Die Regisseurin Dea Gjinovci bewegt ihren Vater dazu, gemeinsam mit ihr in seine Heimat zurückzukehren, auf dem gleichen Weg, den er nach seiner Flucht 1968 genommen hat. Dabei lernt sie diesen ihr bisher unbekannten Teil ihrer eigenen Familiengeschichte kennen. Ein bunter Strauss von Stimmen, so vielfältig wie die filmischen Zugänge zum Thema, die kein einheitliches Bild ergeben, aber von den Auseinandersetzungen zeugen, die es braucht, um ein Gefühl von Identität zu schaffen. Senta van de Weetering

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Rebuilding Identity A country needs a flag – a highly symbolic piece of fabric that proudly proclaims the nation’s identity, and ideally, even helps to build it. But a flag is also a tricky piece of fabric – made to blow in the wind, made to be seen from both sides. Kosovo’s contours on the flag are sometimes correct, sometimes not, depending on which way the winds blows, as someone in «Whose Flag Is It?» by Baris Karamuço observes. People’s opinions about the flag also vary, depending on their points of view. The film, made four years after Kosovo’s independence, playfully juxtaposes opposing views, but it also leaves some hope that something like an identity might emerge from all the controversy. Like the film, the programme Rebuilding Identity is a search for individual voices that add up to some sort of national identity. If it’s not the flag that constitutes this identity, perhaps it’s the answer to a simple question: where are you from? In «She Asked Me Where I Was From» by Aulona Fetahaj, the protagonist’s response is ambiguous from the start: from far away. From Bruges. And then she uses Google Street View and family photos to spend a long, long time talking about Kosovo, which she left with her family as a child. Here, too, we have a diversity of voices. Do traditions create identity? In just four minutes, «Our Bride» by Yll Çitaku and Nita Deda portrays an old Gorani tradition that requires a lot of patience, time, and skill: decorating the bride on her wedding day by painting her entire face with delicate, highly ornate patterns that make all brides look equally beautiful on their big day. It’s a mesmerizing process to watch – but the tradition is disappearing. A single, weakening voice in the concert of identities. What about commonalities? The protagonists in Redon Kika’s «I Have Never Been on an Airplane» have one thing in common, as the title suggests: they have never flown before. Climate change and flight-shaming are not the issue here – quite the contrary, everyone feels embarrassed about their lack of travel experience. Maybe not the best premise to build identity either. But nevertheless, voices that contribute something. One final attempt: how does it feel to live without Kosovo, «Sans le Kosovo»? Director Dea Gjinovci persuades her father to return to his homeland with her, along the same route he took after fleeing the country in 1968. On their journey, she learns about a part of her family history hitherto unknown to her.

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A colourful bouquet of voices, as diverse as the cinematic approaches. They don’t paint a uniform picture but instead show the controversies that are needed to build a sense of identity. Senta van de Weetering

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She Asked Me Where I Was From

I kujt është flamuri? / Whose Flag Is It?

Nusja jonë / Our Bride

Belgium/Kosovo 2020, 24'42", colour, no dialogue, Doc

Kosovo 2012, 14', colour, Albanian/Turkish with English subtitles, Doc

Director: Nita Deda/Yll Çitaku Photography/Editor: Yll Çitaku Production/Distribution: Nita Deda, nita.deda@gmail.com

Director/Script/Photography/Editor/Sound/Producer: Aulona Fetahaj Production: Aulona Fetahaj, Aulona_fetahaj@hotmail.com, +32 471422584, Luca School of Arts, mirazoematthew@gmail.com, +32 498011337 Distribution: Aulona Fetahaj, Aulona_fetahaj@hotmail.com, +32 471422584

Als Kind von kosovarischen Flüchtlingen erlebt Aulona ihre doppelte Identität mittels digitaler Erinnerungen. She asked me where I was from. So I told her about a place far away from here. And about how we had to leave. A personal film about being (the child of) refugees in the digital age. Aulona Fetahaj was born in Kosovo in 1997 and moved to Bruges at a young age. She now lives in Brussels, where she finished her master’s in filmmaking at LUCA School of Arts. From a young age, she was obsessed with technology and digital media, as well as with storytelling, and in cinema, she has now found a medium to combine and further explore these interests.

Director/Script: Baris Karamuço Photography: Baris Karamuço/Bayram Hamolar Editor: Baris Karamuço/Iris Elezi Sound: Fatih Kovaç/Hakan Karamuço Production/Distribution: IDSHFF-DokuFest Prizren, info@dokufest.com, dokufest.com

Regisseur Baris Karamuço ermittelt, welche Vorstellung von nationaler Identität die frierenden KosovarInnen haben, die in der klirrenden Kälte ihre Meinung zur neuen kontroversen Flagge des Landes kundtun. Eine Lehrerin, die ihrer Kindergartenklasse die blau-weiss-goldene Flagge erklärt, liefert den roten Faden, der durch die Interviews führt. Director Baris Karamuço ponders the notion of national identity as freezing Kosovars, filmed during a cold snap, share their widely differing opinions about their country’s new controversial blue, white, and gold flag. Funny and telling, the film interweaves the interviews with a sequence of a teacher explaining the flag to her wide-eyed kindergartners. Baris Karamuço (*1985 in Prizren) received his BA in photography from Mimar Sinan Fine Arts University in Istanbul in 2009, followed by an MA in film from the same school, graduating in 2011 with «The Black Wave in Yugoslavian Cinema». The same year, he began his PhD studies in sociology at Mimar Sinan.

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Kosovo 2010, 3'00", colour, no dialogue, Doc

Die Goranen in Lubinje, einem abgelegenen Dorf am Fusse der Sharri-Berge in Kosovo, kleiden und schmücken die Braut an ihrem Hochzeitstag nach ihrer ganz eigenen Tradition. Der Brauch soll den bösen Blick fernhalten und Tratsch und Spekulation verhindern. The Gorani people of Kosovo who live in Lubinje, a remote village at the foot of the Sharri mountains, have a tradition of dressing and making up the bride for her wedding day. It is done to ward off the evil eye and to discourage gossip and speculation. Nita Deda (*1987) lives and works in Kosovo. She was the director of the International Documentary and Short Film Festival DokuFest, the largest cultural event in Kosovo. Deda draws on a background of leadership in film production, the arts (international project coordinator at the National Gallery of Kosovo), PR (communications coordinator of Kosovo’s pavilion at the 55th Venice Biennale), and management (festival manager SURF 2011). Born in 1979, Yll Çitaku graduated as a film director from the Academy of Arts at the University of Prishtina, Kosovo. His film «Should I Stay or Should I Go» (2001) won best film at the first edition of DokuFest in Prizren. His films as a director also include «Tatita» (2005), «Move with Me» (2007), «Blue Wall Red Door» (2009), and «Beyond the Road» (2009).


I Have Never Been on an Airplane Kosovo 2020, 8'00", colour, Albanian with English subtitles, Doc Director/Script: Redon Kika Photography: Redon Kika/Valmira Rashiti Editor: Leart Rama Cast: Tringa Sefedini/Atdhe Behluli Producer: Alush Gashi/Eljesa Beka/Ilir Hasanaj/ Berat Safciu/Vigan Nimani Production: Kino Armata, info@kinoarmata.org, kinoarmata.org/ Distribution: Redon Kika, redonkika123@gmail.com

Drei junge Menschen aus Kosovo diskutieren darüber, was es für sie bedeutet, dass sie allgemein nicht reisen und noch nie geflogen sind. Three young people from Kosovo discuss what never travelling and not having been on an airplane means for them. Redon Kika is an actor from Prishtina. He was involved in theatre and film from a very early age. His passion for acting led him to explore directing as well, and his first film, «I Have Never Been on an Airplane», focuses on issues regarding the visa liberalization situation in Kosovo.

Sans le Kosovo Kosovo/United Kingdom/Switzerland 2016, 22'15", colour, French with English subtitles, Doc Director/Script/Photography/Editor: Dea Gjinovci Sound: Ben Golotta Producer: Vikram Jayanti Production/Distribution: Dea Gjinovci, dea.gjinovci@gmail.com

1968: Asllan Gjinovci ist Physikstudent an der Uni von Prishtina. Nachdem er an Protesten für die Autonomie von Kosovo in Jugoslawien beteiligt war, sieht er sich gezwungen, das Land zu verlassen. Er landet schliesslich in der Schweiz und bleibt seiner Familie und Heimat über 30 Jahre lang fern – bis ihn seine Tochter mitnimmt auf eine Reise: zurück vom Flüchtlingslager in Italien zu seinem Geburtsort in Kosovo, um dem Einfluss des Exils auf sein Leben – und auf ihres – auf die Spur zu kommen. In 1968, Asllan Gjinovci is a physics student at the University of Prishtina. Following his involvement in student protests for the autonomy of Kosovo in Yugoslavia, he is forced to flee the country and eventually ends up in Switzerland. He stays away from his family and homeland for more than 30 years – until his daughter takes him on a trip: they retrace his journey from the last refugee camp in Italy where he stayed to his birthplace in Kosovo, seeking to explore the impact of this exile on his life – and on hers. Dea Gjinovci (*1993) is a Swiss-Kosovar documentary filmmaker. She received her MA in ethnographic and documentary film from University College London in 2017. Dea also works as a freelance journalist for Swiss and international media (Le Temps, AJ+).

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Colliding Worlds

Curated by John Canciani, Samir Karahoda, Anita Magni, Veton Nurkollari, Senta van de Weetering

Running time 79' Thursday, 11 November 2021, 14:00, Kino Cameo Friday, 12 November 2021, 22:30, Casino 2

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Colliding Worlds Wenn Welten kollidieren, kann es schon mal sein, dass Menschen beim Zusammenprall zerrieben werden. Die ProtagonistInnen dieses Programms erleben, wie Träume sich an Realitäten stossen, Liebe auf ein feindliches Umfeld trifft oder der Krieg ihre Stadt zerstört. Und sie bestehen darauf, trotzdem ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Die Widerstände, die sich den Figuren entgegenstellen, erwachsen aus dem Land selbst, vor allem aus zwei prägenden Widersprüchen. Erstens ist da der Staat, der selber jung und gleichzeitig die Heimat einer jungen Bevölkerung ist: Über 40 Prozent der KosovarInnen sind unter 25 Jahre alt. Demgegenüber stehen alte Traditionen, Werte und Erwartungen. Das führt in mehr als einem Film zum Zusammenstoss. Zweitens wurde der Staat als Heimat für KosovarInnen gegründet, doch gleichzeitig gab und gibt es in ganz Europa eine beachtliche Diaspora von Menschen, die in ihrem Land aus den unterschiedlichsten Gründen keine Zukunft für sich sehen. So sprechen viele der Filme denn auch vom Weggehen, vom Bleiben und vom Zurückkommen. Nora in «Zgjedhe një emër» musste gehen, weil ihr uneheliches Kind für ihre Familie inakzeptabel ist – so sehr, dass sie sich im Land nicht mehr sicher fühlt. Homophobie baut sich in «Four Pills at Night» bedrohlich um einen aus dem Ausland zurückgekehrten Protagonisten auf, als dieser sich für einen Moment vergisst und seine Liebe im öffentlichen Raum offen zeigt. In «Shukria» verzweifelt eine Frau an den patriarchalen Strukturen und hat doch keine Möglichkeit, zu gehen. Anders die ProtagonistInnen des Animationsfilms «Kush mytet kapet për shkume». Sie sehen keinen anderen Ausweg, als ihre Stadt zu verlassen, um dem Bombenhagel zu entkommen. Einzig in Samir Karahodas Dokumentarfilm «Pa vend» fühlen sich zwei begeisterte Pingpong-Spieler am rechten Ort. Sie versuchen engagiert, ihren Sport im Land lebendig zu erhalten. Ihrer Begeisterung stellt sich allerdings ein Problem in den Weg: Sie haben keinen Raum, in dem sie trainieren können. So folgt die Kamera ihnen und ihren beiden Pingpong-Tischen, die sie von Schulhaus zu Garage zu Festsaal zügeln. Ihren Enthusiasmus verlieren sie dabei nicht. Senta van de Weetering

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Colliding Worlds When worlds collide, humans are sometimes crushed in the clash. For the protagonists of this programme, dreams run up against realities, love faces hostile environments, and war destroys their city. And yet, they insist on finding and going their own way. The obstacles confronting the characters arise from the country itself, especially from two defining contradictions. The first has to do with the state, which is both young itself and home to a young population – over 40 percent of Kosovars are under 25 years old. Yet they are confronted with old traditions, values, and expectations, which leads to conflicts in several of the films. Second, there is the fact that the nation was founded as the Kosovars’ homeland, but across Europe, there is a considerable diaspora of people who, for a variety of reasons, see no future for themselves in their country. Unsurprisingly, then, many films talk about going away, staying behind, and coming back. Nora in «Pick a Name» had to leave, because her child born out of wedlock is so unacceptable to her family that she no longer feels safe in her home country. In «Four Pills at Night», the protagonist faces an increasingly menacing homophobia, when he is momentarily carried away and openly shows his love in public. In «Shukria», a woman is desperately struggling against patriarchal structures, yet leaving is not an option for her. By contrast, the characters in the animation «Those Who Drown Cling to Foam» see no alternative but to leave their city behind in order to escape the hail of bombs. Only Samir Karahoda’s documentary «Displaced» features protagonists who feel like they’re in the right place: two enthusiastic ping-pong players who are determined to keep their beloved sport alive in the country. The problem, however, is that they have no room where they can train. Thus, the camera follows them and their two ping-pong tables, as they move from a school to a garage to a party venue. They never lose their enthusiasm along the way. Senta van de Weetering

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Zgjedhe një emër / Pick a Name Czech Republic 2019, 26', colour, Albanian with English subtitles, Fic Director: Dritëro Mehmetaj Script: Dori Basha/Dritëro Mehmetaj Photography: Bargav Sridhar Sound: Pëllumb Ballata/Nok Selmani Cast: Doresa Rexha/Fiorela Shala/Mensur Safçiu/ May-Linda Kosumoviç/Baronka Oboženko/ Jaroslav Mendl/Nataša Prenka/Željko Prenka Producer: Dritëro Mehmetaj/Lulzim Luigj Bejta Production: FAMU - Film and TV School of the Academy of Performing Arts in Prague, alexandra.hroncova@famu.cz, famu.cz Distribution: Dritëro Mehmetaj, driteroi@gmail.com

Nora (20), eine alleinerziehende Mutter mit Migrationshintergrund, sucht nach Alternativen, um eine Abschiebung aus der Tschechischen Republik zu vermeiden, nachdem ihr Asylantrag abgelehnt wurde. Nora (20), an immigrant single mother, is exploring alternatives to avoid deportation from the Czech Republic after her request for asylum is rejected. Dritëro Mehmetaj studied film in Prishtina and Prague. He shot his first documentary in 2005, and since then, has directed fiction, documentaries, music videos, and commercials.

Kush mytet kapet për shkume / Those Who Drown Cling to Foam Kosovo 2020, 4'20", black & white, Albanian with English subtitles, Doc Director: Urtina Hoxha Script: OHI/Urtina Hoxha Animation: Edvin Susuri/Urtina Hoxha Editor: Edvin Susuri Sound: Veton Bytygi Production: Cultural Heritage Without Borders Kosovo, kosovo@chwb.org, chwb.org Distribution: Urtina Hoxha, urtinahoxha@gmail.com, instagram.com/_urtinahoxha/?hl=en

Der Animationsfilm zeigt auf, dass Krieg ein einsames Erlebnis sein kann. Inmitten von Bombenschlägen kämpft eine Frau tagtäglich um Nahrung und ums Überleben. Sie zieht durch die leere Stadtlandschaft, von der mit jeder neuen Bombe weniger übrigbleibt. The animation «Those Who Drown Cling to Foam» shows how war can be a solitary experience. Amidst bomb strikes, a woman fights her daily battles for food and survival. She roams the empty cityscapes that are disappearing more and more with each bomb that falls. Urtina Hoxha (*1995) is an illustrator and designer based in Prishtina. She graduated in graphic design from the Faculty of Arts at the University of Prishtina, where she is currently continuing her master’s studies. Her work experience as a designer and illustrator dates to her first year of studies, when she began working for design studios. She received the Musli Mulliqi award for best student of the year in her department twice. Urtina’s interest in animation started in 2016, when she was part of the Anibar Animation Festival’s student jury.

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Pa vend / Displaced Kosovo 2021, 15'00", colour, Turkish/ Albanian with English subtitles, Doc/Fic Director/Script/Photography: Samir Karahoda Editor: Enis Saraçi Sound: Memli Kelmendi Cast: Jeton Mazreku/Ermegan Kazazi Producer: Eroll Bilibani Production: Sk Pictures, eroll.bilibani@gmail.com, Distribution: Radiator IP Sales, ben@radiatorsales.eu, radiatorsales.eu

Kosovo, nach dem Krieg. Im Bestreben, ihren geliebten Sport am Leben zu erhalten, ziehen zwei Spieler von einer abgelegenen Ortschaft zur anderen. Mit dabei: ihre Pingpong-Tische. In post-war Kosovo, driven by the ambition of keeping their beloved sport alive, two local players wander from one obscure location to another, carrying with them their club’s only possession: their ping-pong tables. Samir Karahoda began working as a photographer in 1992. In 2003, he completed his photography studies at Mimar Sinan Fine Art University in Istanbul. In addition, he is also a cinematographer, tutor, and curator. «Displaced» is his second short film, which premiered in the official competition at Cannes in 2021 and was nominated for the European Film Awards 2021.


Shukria

Four Pills at Night

Kosovo 2018, 8'50", colour, Albanian/ English with English subtitles, Fic

Switzerland/Kosovo 2021, 25'04", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Director/Script: Visar Jusufi Photography: Rron Ismajli Editor: Yll Çitaku Sound: Pëllumb Ballata/Nok Selmani Cast: Hajat Togilla/May-Linda Kosumovic/ Kumrije Hoxha/Safete Rogova/Aurita Agushi Producer: Lulzim Luigii Bejta/Visar Jusufi Production/Distribution: Visar Jusufi, v.j_mali@hotmail.com

Director/Script/Editor: Leart Rama Photography: Petrit Ukëhajdaraj Sound: Pellumb Ballata Cast: Redon Kika/Florist Bajgora/Edon Shileku/ Gjeni Basha/Don Shala/Dardan Bytyqi/Nita Kaja/ Blin Syleimani Producer: Nita Deda Production: IDSHFF- DokuFest Prizren, info@dokufest.com, dokufest.com, Internationale Kurzfilmtage Winterthur, info@kurzfilmtage.ch, kurzfilmtage.ch, Katarzë Films, Degjenerata Distribution: Nita Deda, nita.deda@gmail.com

Durch die Augen eines heranwachsenden Kindes sehen wir die patriarchale Gesellschaft eines kleinen Dorfes in Kosovo und die Rolle, die Frauen dort spielen. Through the eyes of a growing child, we see the patriarchal society of a small village in Kosovo and the role that women play there. Visar Jusufi was born in Prishtina in 1978 and moved to Switzerland from 1991 to 1993 and then to Germany from 1993 to 1999. Back in his native country, he showed his personal art exhibition «Sorry, Speak!» in 2001. The short films he made during his studies in film (2012–2014) – among them «It Is Easy for You», «The Golden Days», and «Agim and Liria» – focus on the country’s postwar transition. In 2015, Visar founded the film company Filum.

Die Dreharbeiten zu einem Film stehen unmittelbar bevor, als ein Regisseur eine mehr als nur professionelle Bindung zu seinem Schauspieler entwickelt. Als sie gemeinsam auf einen Rave gehen, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung. Wahn oder Wahrheit, am Ende stehen die beiden ohne Antworten da. With a film to shoot in the near future, a director develops more than just a professional bond with his actor. When they go to a rave together, things take an unexpected turn. Delusion or truth, the two end up without answers. Leart Rama was born in 1997 in Rahovec, Kosovo, where he finished elementary and high school. Currently, he is studying film directing at the Academy of Arts in Tirana, Albania. Leart has directed several shorts and documentary films that were selected for various film festivals.

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Thicker than Blood Curated by John Canciani, Samir Karahoda, Anita Magni, Veton Nurkollari, Senta van de Weetering

Running time 91' Thursday, 11 November 2021, 16:30, Casino 1 Sunday, 14 November 2021, 16:30, Casino 1

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Thicker than Blood Manchmal sind es dieselben Dinge, die Familien zusammenhalten und auseinanderreissen. Manche Menschen leben in der Nähe ihrer Familien, andere sind weit weggezogen, aber fühlen sich ihnen nahe. Manchmal bringen Liebe und Tradition die Wiedervereinigung, manchmal sind sie nur Last und Schmerz. Familien waren schon immer eine Inspirationsquelle für Filmschaffende. Dieses Programm gibt Einblick in kosovarische Familien aus den sehr unterschiedlichen Perspektiven von fünf aussergewöhnlichen Filmschaffenden aus Kosovo. Die Familie ist wichtig im Leben der KosovarInnen; manche würden sogar sagen, sie ist heilig. Krieg, Diaspora, wirtschaftliche Probleme und eine scheinbar hoffnungslose Zukunft prägen die Familienstrukturen und -dynamiken, vor allem in ländlichen Gegenden. Das vielfältige Programm beinhaltet einen ethnografischen Dokumentarfilm aus den 1970ern nebst einer neuen Dokumentation mit ausdrucksstarken Bildern und ohne Dialog, ein klassisches Drama, einen Spielfilm im Mumblecore-Stil und eine Tragikomödie in einer einzigen Einstellung. Das Drama «A Month» folgt der 40-jährigen blinden Ana, die jeden Monat umzieht und abwechselnd bei einer ihrer vier Schwestern wohnt. Jedes Mal muss sich Ana erneut an den jeweiligen Haushalt gewöhnen, während ihre Schwestern Sozialhilfe für ihre Unterstützung beziehen. «Kthimi» – der erste Kurzfilm aus Kosovo der am Sundance Film Festival lief, wo er 2011 den Jurypreis gewann – verlässt sich auf die eindrückliche Schauspielleistung der beiden Hauptdarsteller. Die emotionale Story dreht sich um einen Mann, der nach vier Jahren in einem serbischen Gefängnis nach Hause zurückkehrt. Nach anfänglichem Glück über das Wiedersehen mit Frau und Sohn merkt er schnell, dass sich während seiner Abwesenheit einiges verändert hat. Der ethnografische Film «117» aus den 1970er Jahren markiert einen interessanten stilistischen Bruch. Der preisgekrönte Dokumentarfilm (Dokumentar- und Kurzfilmfestival Belgrad 1978) porträtiert eine 117-köpfige Familie, die in einem kleinen Dorf unter einem Dach lebt und arbeitet. Ein einzigartiger und exklusiver Einblick in eine traditionelle Lebensweise. Im Gegensatz dazu zeigt die zeitgenössische, visuell starke Dokumentation «Në Mes», wie sich eine Familie über Distanzen hinweg im übertragenen Sinne nahestehen kann. In ländlichen Gebieten bauen Väter identische Häuser für ihre Söhne, die alle im Ausland leben und nur für Familienfeiern heimkehren. In «Ghardi», albanisch für «Zaun», lässt die Plansequenz das Publikum fast in die Handlung eintauchen. Der kleine Genti wünscht sich

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nichts mehr als einen Hund, wie ihn der Roma-Junge auf der anderen Seite des Zauns hat. Krampfhaft ringt er um die Aufmerksamkeit seiner Mutter, doch diese ist komplett absorbiert von den unschönen Auseinandersetzungen mit ihren Schwestern und Cousinen im Haus. Das Programm zeigt uns fünf verschiedene kosovarische Familien und befasst sich mit Themen wie Behinderung, Krieg, Entfremdung, Diaspora und Arbeit. Ob dokumentarische Aufnahmen oder Fiktion, Thicker than Blood wirft uns direkt vor und in die Häuser der ProtagonistInnen, sodass es schwierig ist, diesen Familien gegenüber gleichgültig zu bleiben. Kommen Sie mit auf eine emotionale Reise! Anita Magni

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Thicker than Blood Sometimes, the things that tie families together also pull them apart. Some people live close to their family, others have moved far away but feel close. In some cases, love and tradition are what reunites them, in other cases, they’re a burden or pain. Family has always been an inspiration to filmmakers. This programme offers glimpses of Kosovar families from a variety of perspectives in works from five distinctive Kosovar filmmakers. Family is an important part of Kosovars’ lives, some might even say it is sacred. War, diaspora, economic conditions, and a seemingly hopeless future strongly affect the structure and dynamics of families, especially in rural areas. The eclectic selection of films presented here comprises an ethnographic documentary from the 1970s as well as a recent documentary, which relies on very strong visuals, with no dialogue; a classical drama, a mumblecore-style drama, and a one-take comedy-drama. The drama «A Month» follows Ana, a 40-year-old blind woman, who moves every month, alternating between her four sisters’ homes. Ana has to readjust to each household every time, while her sisters collect government assistance for her care. «The Return», which was the first short film from Kosovo shown at Sundance, where it won the Jury Prize in 2011, relies on the extraordinary acting of its two main performers. The emotional story features a man returning home after four years spent in a Serbian prison. After the initial joy of seeing his wife and son again, he quickly comes to realize that things have changed in his absence. The ethnographic film «117» from the 1970s marks an interesting disruption in style. The awardwinning documentary (1978 Belgrade Documentary and Short Film Festival) portrays a family of 117, who live and work together under the same roof in a rural Kosovar village. The film provides a unique and exclusive look into their traditional lifestyle. By contrast, the contemporary and visually strong documentary that follows, «In Between», shows how a family is figuratively close while being distant. In rural areas, fathers build identical houses for their sons, who all live abroad and only return for family celebrations and gatherings. In «Fence», the one-take approach permits the viewer to almost be part of the action. Genti is a little boy whose only wish is to have a dog, like the one owned by the Romani boy on the other side of the fence. He desperately tries to get his mother’s attention, but she is too invested in the unpleasant discussions and dynamics that are happening inside the house with her sisters and cousins.

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The programme shows us five very different Kosovar families, addressing topics such as disability, war, alienation, diaspora, and work. Whether documentary footage or narrative fiction, Thicker than Blood takes us on a journey, throwing us into or in front of the protagonists’ houses. This will make it hard to stay indifferent about these families. Prepare for an emotional ride! Anita Magni

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A Month

Kthimi / The Return

117

Kosovo 2017, 26'20", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Kosovo 2011, 20'00", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Yugoslavia 1976, 17', colour, Albanian with English subtitles, Doc

Director/Script: Zgjim Terziqi Photography: Dubravka Kurobasa Editor: Enis Saraçi Sound: Labinot Sponca Cast: Irena Cahani/Makfire Miftari/Rinesa Qeriqi/ Luan Jaha/Shengyl Ismajli/Era Balaj/ May-Linda Kosumovic/Fatmir Spahiu Production/Distribution: Zgjim Terziqi, zgjim.t@gmail.com

Director: Blerta Zeqiri Photography: Sevdije Kastrati Editor: Kreshnik Berisha Sound: Pellumb Ballata Cast: Bojken Matoshi/Adriana Matoshi/ Lulzim Bucollo/Nina Govori Producer: Blerim Gjoci Production: SCA Group, bgjoci@gmail.com, myscagroup.com Distribution: The Group, bgjoci@gmail.com, +381 38226644, SCA Group, bgjoci@gmail.com, myscagroup.com

Director: Besim Sahatçiu Production/Distribution: Besim Sahatçiu

Die 40-jährige Ana, unverheiratet und blind, lebt abwechselnd bei ihren vier Schwestern. Diese haben nämlich eine Vereinbarung getroffen, dass sie sich jeweils für einen Monat um Ana kümmern werden. Die Regierung zahlt pro Monat 120 Euro Sozialhilfe an Menschen mit Behinderung. Ein Familienmitglied, das die Person betreut, hat Anrecht auf das Geld. Ana is a 40-year-old unmarried blind woman with no home who lives according to an agreement between her four sisters. Their pact states that the four of them will take turns caring for Ana at their respective homes for a month at a time. The government pays 120 euros in assistance per month to the handicapped. A family member who looks after that disabled person is entitled to the money. Zgjim Terziqi (*1990 in Mitrovica) had to flee Kosovo with his family when he was eight years old, because their house burned down during the war. After the war, his mother and father, a plastic surgeon and electrical engineer, respectively, worked day and night until they had raised the necessary funds for a new home. Holding a BA and MA from the University of Prishtina in film and TV directing, Zgjim is also a prolific screenwriter. In addition, he writes film reviews for online platforms and teaches film and drama at the American School of Kosova.

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Ein junger Mann, der während des Krieges im Kosovo von den Serben gefangen genommen und zu Hause für tot gehalten wurde, kommt nach vier Jahren zurück. Er sucht einen Weg zurück in sein altes Leben, aber der Krieg hat mehr zerbrochen als er ahnen kann. A young man, captured during the war in Kosovo and considered dead by his family, returns home from a Serbian prison, looking for a way back into his earlier life. But the war has changed more then he knows, and explanations are hard to come by. Blerta Zeqiri (*1979) is an award-winning Kosovar director and scriptwriter. She has worked on a number of shorts and feature films that have participated in many international festivals, including Sundance, Oberhausen International Short Film Festival, and Bradford Film Festival, winning several prizes. She works and lives in Prishtina, Kosovo.

Der Gewinner des Grand Prix auf dem Dokumentar- und Kurzfilmfestival Belgrad von 1978 ist eines der schönsten Beispiele ethnografischer Filme aus dieser Region. Im kosovarischen Dorf Nevokaze gedreht, zeigt er die traditionelle Lebensweise einer albanischen Familie, die 117 Mitglieder zählt – alle unter einem Dach und in Harmonie lebend. Von der Kritik als das «spirituelle Porträt einer Nation» gepriesen, markierte der Film einen Wendepunkt im dokumentarischen Kino Kosovos. Winner of the Grand Prix at the 1978 Belgrade Documentary and Short Film Festival, this is one of the best examples of ethnographic film from the region. Shot in the Kosovar village Nevokaze, it portrays the traditional life of an Albanian family with 117 members, who all live in harmony under the same roof. Praised by critics as the «spiritual portrait of a nation», the film marks a turning point in documentary filmmaking from Kosovo. Behim Sahatçiu studied literature at the University of Belgrade and later enrolled at the Academy of Dramatic Art in Zagreb, Croatia. His ethnographic film «117» won the Grand Prix at the Belgrade Documentary and Short Film Festival in 1978.


Në Mes / In Between

Gardhi / Fence

Kosovo 2019, 13'36", colour, Albanian with English subtitles, Doc

Kosovo/Croatia/France 2018, 14'45", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Director/Script/Photography: Samir Karahoda Editor: Enis Saraçi Production: Sk Pictures, eroll.bilibani@gmail.com, Distribution: Radiator IP Sales, ben@radiatorsales.eu, radiatorsales.eu

Director/Script: Lendita Zeqiraj Photography: Sebastien Goepfert Sound: Jean-Barthelemy Velay Cast: Edita Dula/Arti Lokaj/Rozafa Celaj/ Kumrije Hoxha/Xhejlane Godanci/Melihate Qena/ Ilire Vinca/Nina/Norik Xhemajli/Adriana Matoshi/ Timur Urcan/Arta Selimi/Alketa Sylaj Production: bujar.kabashi@gmail.com, N'ART, +383 49200408 Distribution: Bujar Kabashi, bujar.kabashi@gmail.com, +377 44200408

Brüder und Söhne, die im Ausland leben, bauen in ihrer Heimat identische Häuser, um die Gleichwertigkeit und Einheit innerhalb ihrer Familie auszudrücken. Ein empathisches Porträt von Familien, die aus wirtschaftlichen Gründen einen Grossteil ihres Lebens voneinander getrennt und in fremden Kulturen leben müssen. Brothers and sons who live abroad build identical houses in their home country to express the equality and unity in their family. An empathetic portrait of families who – due to economic necessity – live much of their lives separated and in cultures not their own. Samir Karahoda began working as a photographer in 1992. In 2003, he completed his photography studies at Mimar Sinan Fine Art University in Istanbul. In addition, he is also a cinematographer, tutor, and curator. His second short film, «Displaced», premiered in the official competition at Cannes in 2021 and was nominated for the European Film Awards 2021.

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Mehrere Generationen von Frauen aus derselben Familie konfrontieren einander lautstark mit ihren unschiedlichen Ansichten über Leben, Liebe, Lust und das Patriarchat. Das Familientreffen wird immer chaotischer, während das jüngste Mitglied – der einzige Junge – auf eine Fluchtgelegenheit wartet. Several women from different generations of the same family loudly confront each other with their views on life, love, desire, and the patriarchy. The family gathering turns into chaos while the youngest one – the only boy – is looking for an escape. Lendita Zeqiraj is an award-winning director who was named National Filmmaker of the Year 2014 and received the Annual Film Excellence Award for Cinematic Achievements from Kosovo’s Ministry of Culture. She has worked on a number of shorts and documentary films that have screened at over 300 international festivals, including Venice, Telluride, AFI Fest, Palm Springs, Warsaw, and Oberhausen, winning more than 40 prizes.


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New Voices Curated by John Canciani, Samir Karahoda, Anita Magni, Veton Nurkollari, Senta van de Weetering

Running time 82' Thursday, 11 November 2021, 21:30, Casino 2 Saturday, 13 November 2021, 19:30, Kino Cameo

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New Voices Was für ein Jahr für das kosovarische Kino! Im Februar feierte Norika Sefa mit ihrem ersten Langfilm «Në kërkim të Venerës» Weltpremiere am International Film Festival Rotterdam und gewann den Tiger Award. Kurz darauf folgten zwei Preise am Hong Kong International Film Festival. Diesen Sommer setzte sich die Erfolgsgeschichte fort: Samir Karahoda feierte die Premiere seines Kurzfilms «Pa vend» in Cannes und Leart Ramas «Four Pills at Night» startete seine Festivalreise in Locarno. Ramas Film entstand im Rahmen einer Koproduktion zwischen den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur und dem DokuFest Prizren. Kosovo ist nicht nur ein sehr junger Staat, sondern auch ein kleiner, mit weniger als 2 Millionen EinwohnerInnen. Umso beeindruckender ist die Leistung, die solche Erfolge möglich macht. 2021 ist ein aussergewöhnliches Jahr, aber diese Triumphe sind nicht aus dem Nichts erschienen. Der letzte Kurzfilm von Samir Karahoda, «Në Mes» (2019), legte nach der Premiere an der Berlinale eine beachtliche Festivaltour hin. Aber vermutlich war bereits 2011 eines der wichtigsten Jahre für das zeitgenössische Filmschaffen aus dem Kosovo. Blerta Zeqiri gewann mit «Kthimi» beim Sundance Film Festival, und seither gab es weitere bemerkenswerte Filme aus dem Kosovo, etwa «Balkoni» und «Ghardi» von Lendita Zeqiraj. Die meisten der genannten Filmschaffenden haben in unseren thematisch kuratierten Programmen ihren verdienten Platz gefunden. Doch gibt es unserer Meinung nach weitere vielversprechende RegisseurInnen, die wir dem Publikum nicht vorenthalten möchten. Nebst den schon erwähnten Shootingstars Norika Sefa und Leart Rama gilt es auch Noar Sahiti, More Raça und Fisnik Maxville auf dem Radar zu haben. Maxville, gebürtiger Kosovare, ist 1993 in die Schweiz emigriert und einer von vielen Kosovaren in der Diaspora. Heute arbeitet er zwischen dem Kosovo und der Schweiz. Sein neuster Langfilm, «Nostromo», hat am Visions du Réel in Nyon den Preis für den besten Schweizer Film gewonnen. Der Kosovo ist nicht nur politisch mit der Schweiz als wichtigem Zentrum der Diaspora verbunden, sondern auch über das kulturelle, insbesondere das filmische Schaffen. Umso wichtiger und richtiger ist es, dass die neuen Stimmen aus dem Kino Kosovos im diesjährigen Land im Fokus vertreten sind. John Canciani

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New Voices What a year for Kosovo’s cinema! In February, Norika Sefa’s first feature film, «Looking for Venera», had its world premiere at the International Film Festival Rotterdam, where it won the Tiger Award. Two more awards at the Hong Kong International Film Festival followed. The success story continued in summer: Samir Karahoda premiered his short «Displaced» in Cannes, and Leart Rama’s «Four Pills at Night» began its journey in Locarno. Rama’s film was co-produced by Internationale Kurzfilmtage Winterthur and DokuFest Prizren. Kosovo is not just a very young nation but also a small one, with a population of less than 2 million. The successes mentioned above are all the more impressive. While 2021 has been an extraordinary year for Kosovo’s cinema, these triumphs did not come out of the blue. Samir Karahoda’s previous short, «In Between» (2019), had a remarkable festival tour after its Berlin premiere. But 2011 was already an important year for contemporary filmmaking from Kosovo. Blerta Zeqiri won at Sundance with «The Return», and a number of remarkable films from Kosovo have followed since, among them «Balcony» and «Fence» by Lendita Zeqiraj. Most of the filmmakers mentioned here are represented in our thematically curated programmes. But we believe that there are several more promising directors we would like to introduce to our audience. In addition to shooting stars Norika Sefa and Leart Rama, those who should be on our radar include Noar Sahiti, More Raça, and Fisnik Maxville. Maxville was born in Kosovo and emigrated to Switzerland in 1993, joining the many Kosovars of the diaspora. Today, he works between Kosovo and Switzerland. His latest feature film, «Nostromo», won the award for the best Swiss film at Visions du Réel in Nyon. Kosovo is not just politically connected to Switzerland as a key centre of the diaspora but also culturally, especially when it comes to filmmaking. It is all the more important that the New Voices of Kosovo’s cinema are represented here in this year’s Country in Focus. John Canciani

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Anesthesia

Stacioni / The Station

Lost Exile

Kosovo 2016, 23'01", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Albania/Kosovo 2017, 11'55", colour, Albanian with English subtitles, Doc

Kosovo/Switzerland 2016, 29'17", colour, Serbian/ Albanian/English with English subtitles, Fic

Director/Script: Noar Sahiti Photography: Gunnar Auðunn Jóhannsson Editor: Dritëro Mehmetaj Sound: Petar Stojicic Cast: Fatmire Sahiti/Blerta Ismaili Production/Distribution: Noar Sahiti, noarsahiti@gmail.com, +37 744103386

Director/Photography/Editor: Leart Rama Sound: Laured Isufaj Production/Distribution: Leart Rama, leartrama@icloud.com, +383 49436244

Director/Script: Fisnik Maxville Photography: Léo Lefèvre Editor: Kostas Makrinos Sound: Charles Menger Cast: May-Linda Kosumovic/Arben Bajraktaraj Production: ECAL - Ecole cantonale d’art de Lausanne, jean_guillaume.sonnier@ecal.ch, +41 213169933, Alva Film, britta@alvafilm.ch, +41 223217038 Distribution: Britta Rindelaub, britta@alvafilm.ch, +41 223217038

Am Ende ihrer Schicht spricht Krankenpflegerin Ajkuna mit einem Kollegen. Er hat die Information beschafft, die sie braucht: einen Kontakt zu einem Organhandelsring. Während Ajkuna Fremden und Bekannten begegnet und sich auf den Schulabschluss ihrer Tochter vorbereitet, sieht sie sich langsam zusammenbrechen. The end of the shift finds nurse Ajkuna talking to a colleague. He has acquired the information she was looking for: a link to an organ trafficking ring. As she goes through various encounters with strangers and acquaintances and wrestles with her daughter’s impending graduation, Ajkuna begins to see herself imploding. Noar Sahiti is a young filmmaker from Prishtina, Kosovo. «Anesthesia» is his debut film.

Hohe Berge auf beiden Seiten, dazwischen ein kleines Boot, das die Stille in diesem kleinen Teil der Welt durchbricht. Einige Bewegungen sind sichtbar. High mountains on both sides, and in between, a small boat that disturbs the silence of this small part of the world. Some moves are visible. Leart Rama was born in 1997 in Rahovec, Kosovo, where he finished elementary and high school. Currently, he is studying film directing at the Academy of Arts in Tirana, Albania. Leart has directed several shorts and documentary films that were selected for various film festivals.

Familienmann Emir arbeitet für eine Gruppe von Schmugglern, die Menschen von Serbien nach Ungarn bringen. Die junge Hana aus Kosovo will ihrem Land und einer arrangierten Heirat entfliehen. Unterwegs befehlen Emirs skrupellose Kollegen ihm, in einem Motel nahe der Grenze anzuhalten. Sie sehen in Hana eine Gelegenheit Geld zu machen und wollen sie einem Prostitutionsring ausliefern. Emir steht vor einem moralischen Dilemma ... Family man Emir smuggles people from Serbia to Hungary. Hana, a young woman from Kosovo, wants to flee her country and an arranged marriage. On the way, Emir’s unscrupulous colleagues order him to stop at a motel near the border. They see an opportunity to make money by delivering Hana to a prostitution ring. Emir faces a moral dilemma ... Born in Kosovo during the Yugoslav era, Fisnik Maxville grew up in Switzerland, where he obtained a BA in political science and history. He then spent a year in Japan, working on audiovisual projects in the Tokyo area. After graduating from King’s College London with an MA in geopolitics (2012) and shooting several films, he obtained an MA in film directing from ECAL/HEAD in Lausanne and Geneva. He is the founder of Visceral Films in Lausanne.

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Ajo / She

Kiss Me, Now

Kosovo 2018, 12'28", colour, Albanian with English subtitles, Fic

Kosovo 2020, 6'00", colour, Albanian with English subtitles, Doc/Exp

Director/Script/: More Raça Photography: Latif Hasolli Editor: Don Raça Cast: Diella Valla/Sunaj Raça/Bekim Mulaj/ Florist Bajgora/Aurita Agushi Production: Arena, moreraca.director@gmail.com, +383 45587900 Distribution: More Raça, moreraca.director@gmail.com, londonflairpr.com

Director/Script/Editor: Norika Sefa Production/Distribution: Norika Sefa, norika.sefa@gmail.com, +420 774632290

Um einer frühen, von ihrem Vater arrangierten Heirat zu entgehen, muss Zana eine mutige Entscheidung treffen. To escape an early marriage arranged by her father, Zana has to make a courageous decision. More Raça is a Kosovar writer and director. She has realized three short films and won numerous international awards. Her works focus on social and economic issues, especially the challenges facing women. Outside of her profession, More is actively engaged in promoting and protecting the rights of women and minorities in Kosovo.

Grossaufnahmen von Menschen, die sich küssen. Verschiedene Versionen des Küssens. Wie fühlt sich der Küssende, und wie die Empfängerin des Wangenkusses. Ich weiss nicht, ob es der Pandemie-Lockdown war, der das Küssen und Umarmen in einem seltsamen Licht erscheinen liess. Wie etwas aus der Vergangenheit. Sich berühren. Das Gefühl ist wehmütig und abstossend zugleich. Close-ups of people kissing. Versions of kissing and of being involved in a kiss. Does the kisser feel the same as the one who offers the cheek? I don’t know if it is because of the pandemic lockdown that the kisses and hugs gave me a very strange feeling. As if it was a thing from the past. To touch each other. The feeling is nostalgic and repulsive at the same time. Norika Sefa is a filmmaker based in Prague. She was a graduate of the prestigious European Film College in Denmark and later obtained an MFA from FAMU in Prague. Her short films are fragmentary, oneiric pieces, photographic in the way they distil atmosphere into a single frame, still very heterogeneous in style, blending fiction and documentary. Her latest short is supervised by one of the most influential film makers alive today, Werner Herzog. Norika recently finished her first feature, «Looking for Venera».

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Spezialprogramme Special Programmes

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Hygienic Modernity Curated by Xin Zhou

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Running time 76' Thursday, 11 November 2021, 22:00, Kino Cameo

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Hygienic Modernity Dieses Programm entstand aus dem Bedürfnis, das Thema der Hygiene während der globalen Pandemie-Krise anzusprechen. Das Konzept wird hier im modernen chinesischen Kontext betrachtet, wobei das Programm einen wissenschaftlichen Lehrfilm über Lepra mit zwei jüngeren Künstlervideos paart. «Leprosy» ist eine Produktion des Shanghai Science Educational Film Studio, 1986 unter der Regie von Yin Peilong entstanden. Der Film erzählt die Geschichte der weltweiten Verbreitung der Krankheit, präsentiert neue Behandlungsmethoden und versucht auch, Vorurteilen gegenüber PatientInnen im modernen China entgegenzuwirken. Wie viele medizinische Filme will auch dieser Lehrfilm Fachwissen mithilfe audiovisueller Medien für die breite Masse zusammenfassen. Gleichzeitig zeugt der Film von der internationalen Solidarität mit den Internationalisten der Dritten Welt im sozialistischen Staat der 1980er Jahre, die im heutigen politischen Klima weniger sichtbar sind. Auf den Lehrfilm folgt «Tree Planters», das erste Kapitel im Projekt «Realm of Reverberations» von Chen Chieh-Jen aus Taiwan. Darin dokumentiert der Künstler seine Reflexionen zu den Nachwirkungen des Losheng Preservation Movement. Dieses protestierte gegen einen gemeinsamen Plan des taiwanesischen Staates und lokaler politischer Kräfte, die 1994 vorschlugen, das Metrodepot von Xinzhuang an den Standort des Losheng Sanatoriums zu verlegen, wo Lepra-PatientInnen untergebracht waren. Den Schlusspunkt des Programms bildet das Archivprojekt «The Narrow Road to the Deep Sea» von Künstler Lee Kai Chung aus Hongkong. Der Film dreht sich um ein berüchtigtes historisches Ereignis während Hongkongs Besetzung durch die Kaiserlich Japanische Armee 1941–1945: Damals wurde eine Reihe von Menschenversuchen und bakteriologischen Tests an rund 100'000 aus Hongkong und Südchina geflüchteten Menschen durchgeführt. Die Vorführung eines politischen und/oder didaktischen Films vor dem Langspielfilm gehörte für viele chinesische ZuschauerInnen in der sozialistischen Ära zum kollektiven Kinoerlebnis. Der regelmässige Programmplatz für solche Werke lässt sich mit demjenigen für Werbung im heutigen Kino-Vorprogramm vergleichen. Beide belegen einen Platz, den das Publikum gezielt auslassen kann, um sich der Didaktik der politischen Propaganda oder der Aufmerksamkeitsökonomie des Konsumkapitalismus zu entziehen. Die hier präsentierte Kombination von sozialistischer Didaktik und Künstlervideos verleiht ersterer

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besonderes Gewicht, da der Lehrfilm das Programm eröffnet und somit konzeptuell rahmt. Xin Zhou

Der historische Film in diesem Programm wird in Zusammenarbeit mit Künstler und Film-/Videosammler Qin Dao aus Guangzhou gezeigt.

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Hygienic Modernity This programme comes out of a sense of urgency to address the issue of hygiene during the global pandemic crisis. It revisits this singular concept in the modern Chinese context by uncovering a scientific educational film about Hansen’s disease (also known as leprosy) and combining it with two recent artists’ video works. Produced by the Shanghai Science Educational Film Studio in 1986 and directed by Yin Peilong, «Leprosy» introduces the history of the global spread of the disease, presents new developments in the fight against it, and also tries to correct the social bias towards patients in modern China. Like many medical films, it aims to summarize modern scientific and medical knowledge for the masses with the help of audiovisual media. At the same time, it demonstrates a sense of international solidarity with the third-world internationalists in the socialist state of the 1980s, who are not as visible in the current political climate. The educational documentary is followed by «Tree Planters», the first chapter of Taiwanese artist Chen Chieh-Jen’s «Realm of Reverberations» project. It documents his reflection on the aftermath of the Losheng Preservation Movement, which protested a joint proposal made in 1994 by the Taiwanese state and local political forces to relocate the Xinzhuang metro depot to the Losheng Sanatorium site, which housed patients with Hansen’s disease. The programme ends with Hong Kong artist Lee Kai Chung’s archival project «The Narrow Road to the Deep Sea», which centres on a notorious historical event during the Imperial Japanese Army’s occupation of Hong Kong from 1941 to 1945, when a series of human experiments and bacteriological tests were conducted on approximately 100,000 refugees from Hong Kong and South China. Hygienic Modernity echoes the shared cinematic experience of Chinese viewers during the socialist era, when a political and/or educational film would often be screened before a narrative feature. The regular slots reserved for these short films are comparable to the role of today’s commercials before the narrative feature, as both occupy the time that viewers can deliberately skip, either to avoid the didacticism of the political propaganda or the attention economy of consumerist capitalism. In this pairing of socialist documentary with artists’ film and video, the former is given a weightier position, as it opens and conceptually frames the programme. Xin Zhou

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The historic film in this programme is presented in collaboration with Guangzhou-based artist and film/video collector Qin Dao.

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Leprosy China 1986, 27'00", colour, Chinese with English subtitles, Doc Director/Script: Yin Peilong Photography: Zhu Yonggao Editor: Ji Wu Sound: Shao Xinsheng Producer: Liu Longgen Production: Shanghai Science and Education Film Studio Distribution: Xin Zhou, xin.zhou66@gmail.com

Dieser Lehrfilm erzählt die Geschichte der globalen Verbreitung von Lepra und erklärt Ursachen, Symptome und Prävention sowie die wirksamsten Methoden der medikamentösen Frühbehandlung. Zudem wird dargelegt, weshalb die Gesellschaft Lepra-PatientInnen nicht diskriminieren sollte. Produced by the Shanghai Science and Education Film Studio, this film tells the history of the global spread of leprosy and explains causes, symptoms, and preventive measures, as well as the most effective methods of early drug treatment to kill leprosy bacteria. It also discusses why society should not discriminate against leprosy patients. Born 1932 in China’s Jiangsu Province, Yin Peilong worked as a trainee at the Shanghai Asian Commercial Bank. He graduated from the Beijing Film Academy with a major in production management in 1957 and began to work as a scriptwriter and director at the Shanghai Science and Education Film Studio in 1958.

Realm of Reverberations – Tree Planters Taiwan 2014, 28'05", black & white, Chinese with English subtitles, Exp Director/Script/Photography: Chen Chieh-Jen Editor: Lee Chun-yi/Chan Hsiao-pei Sound: Wang Ming-hui/Ho Hsiang-ling/ Chien Feng-shu/Chan Hsiao-pei/Chen Chieh-yi Cast: Chou Fu-tzu/Li Tien-pei/Chen Tsai-tien/ Lan Tsai-yun/Chang Wen-pin/Huang Wen-chang Producer: Chen Chieh-yi/Chen Mao-jung Production/Distribution: Chen Chieh-Jen Studio, studio2.chen@gmail.com

Das Losheng Sanatorium im Norden Taiwans ist eine Einrichtung für PatientInnen, die an der Hansen-Krankheit (Lepra) leiden. Ursprünglich in den 1930er Jahren, während der japanischen Kolonialära, gebaut, waren bis 2014 über 70 Prozent der Anlage abgebrochen worden. Die verbleibenden Gebäude und die Baustelle des Metrodepots sahen wie zwei enorme Wunden aus – oder wie eine Wunde und ein wehmütiges Symbol des Fortschritts. Losheng Sanatorium is a facility for patients with Hansen’s disease in the northern part of Taiwan. The buildings were originally constructed in the 1930s during the Japanese colonial period. In 2014, after more than 70 percent of the Losheng Sanatorium had been demolished, the remaining buildings and the construction site of the metro depot looked like two enormous wounds – or perhaps like a wound and a wistful symbol of progress. Born in 1960 in Taoyuan, Taiwan, Chen Chieh-Jen currently lives and works in Taipei. In order to visualize contemporary reality and a people’s history that has been obscured by neo-liberalism, Chen embarked on a series of video projects in which he used strategies he calls «re-imagining, re-narrating, re-writing, and re-connecting».

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The Narrow Road to the Deep Sea, Part V: The Remains of the Night Hong Kong 2019, 21'35", colour, Chinese with English subtitles, Doc Director/Script/Photography/Editor/Sound/ Producer: Lee Kai Chung Cast: Roland Ip Ho-lun/Bubu Liu Jiawen Production/Distribution: Lee Kai Chung, archiveofthepeople@gmail.com

Der Film befasst sich mit der Vertreibung von Menschen. Im Zentrum steht ein berüchtigtes historisches Ereignis: das Massaker von Nanshitou. Von 1942 bis 1945 wurden rund 100'000 Menschen aus Hongkong von der Kaiserlich Japanischen Militärregierung zwangsumgesiedelt und im Flüchtlingslager von Nanshitou (Guangzhou) gefangen gehalten. Dort wurden sie einer Reihe von Menschenversuchen und bakteriologischen Tests unterzogen. The film examines the notion of human displacement, centring on a notorious historical event, namely the Nanshitou Massacre. Approximately 100,000 Hong Kong refugees were being expatriated and repatriated by the Imperial Japanese military government from 1942 to 1945. The refugees were then detained at the Nanshitou refugee camp (Guangzhou) and forcibly subjected to a series of human experiments and bacteriological tests. Lee Kai Chung performs artistic research on historical events, political systems, and ideology. He started his artistic career by addressing the lack of proper governance over historical records, developing his archival practice as a key methodology to explore forms of historiography. Lee graduated with an MFA from the School of Creative Media, City University of Hong Kong in 2014.


On Foreignness Curated by Xin Zhou

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Running time 62' Sunday, 14 November 2021, 12:00, Casino 1

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On Foreignness On Foreignness mischt die Perspektiven «einheimischer Informanten» und «ausländischer Beobachterinnen» in einer Reihe von historischen und neueren Reisefilmen aus der filmischen Kontaktzone der chinesischen Landschaft. Zwei didaktische Image-Filme, in der Inneren Mongolei und der Provinz Jiangsu gedreht, richten sich spezifisch an ein ausländisches Publikum. Die Filme wurden Mitte der 1980er Jahre als Teil der «China Tourism» Serie vom Central Newsreel and Documentary Film Studio of China produziert, mit Unterstützung der staatlichen Tourismusbehörde der Volksrepublik. Ziel dieser Dokumentarfilme im Lonely-Planet-Stil war es, nach der Öffnung und wirtschaftlichen Reform des Landes 1978 ausländische Reisende anzulocken. Mittlerweile haben diese staatlichen Auftragsfilme ihre ursprüngliche Funktion verloren und operieren als Doppelagenten innerhalb der Dualität von Heimat und Fremde. Jahre nachdem sich die chinesische Landschaft dem globalen Bilderkonsum geöffnet hat, reiste die amerikanische Künstlerin und Experimentalfilmerin Leslie Thornton nach Dunhuang, einem Paradies für buddhistische Statuen und Fresken in Nordwestchina, und erfüllte sich damit den Kindheitstraum von einer Reise ans andere Ende der Welt. Die (Archiv-)Künstlerin Xiaofei Mo aus New York arbeitet mit dem KI-Algorithmus POND, um den Reisebericht eines russischen Anthropologen, der im 19. Jahrhundert die Innere Mongolei erkundete, kreativ neu zu interpretieren. Das Programm schliesst mit Experimentalfilmer Simon Lius Blick auf das zeitgenössische Hongkong, wo sich Spuren des alltäglichen Unterhalts in Gedenkstätten verwandeln. Der Künstler ist keineswegs ein Hongkong-Aussenseiter, doch diese gespenstische und auch laute Reise ist der perfekte Schluss für ein Programm über das Kosmopolitisch-Fremde, wo sich Aussen und Innen begegnen. Xin Zhou

Die historischen Filme in diesem Programm werden in Zusammenarbeit mit Künstler und Film-/Videosammler Qin Dao aus Guangzhou gezeigt.

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On Foreignness This programme consists of a mix of perspectives, combining historical and recent travel films made by both «native informants» and «foreign observers» situated in the cinematic contact zones of the Chinese landscape. Two educational films shot in Inner Mongolia and Jiangsu Province, respectively, were made specifically with a foreign audience in mind. Part of the «China Tourism» series, the two films were produced by the Central Newsreel and Documentary Film Studio of China with the support of the China National Tourism Administration in the mid-1980s. This series of Lonely Planet-style urban documentaries were purposely made to attract foreign tourists to China after the nation’s opening and economic reform in 1978. Having lost their original purpose, these state-commissioned travel films now function as double agents within the binary of the native and the foreign. Many years after the reopening of the Chinese landscape to global image consumption, American artist and experimental filmmaker Leslie Thornton made her trip to Dunhuang, a heaven of Buddhist statuary and frescos in Northwest China, to realize a childhood dream of seeing the opposite side of the globe. New York-based artist and archivist Xiaofei Mo worked with POND, an artificial intelligence algorithm, to visualize, annotate, and re-imagine a Russian anthropologist’s 19th-century travelogue from Inner Mongolia. The programme ends with experimental filmmaker Simon Liu’s take on the contemporary Hong Kong landscape, where traces of civic upkeep morph into sites of remembrance. He is not an outsider of Hong Kong in any sense, but this eerie and even noisy travelogue is the perfect ending for a programme about the cosmopolitan foreign, where the outside meets the inside. Xin Zhou

The historic films in this programme are presented in collaboration with Guangzhou-based artist and film/video collector Qin Dao.

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Inner Mongolia Prairie

Wài

China 1983, 11'00", colour, English without subtitles, Doc

China/USA 2019, 14', colour, Chinese/English with English subtitles, Doc

Director/Editor: Zhuang Wei Photography: Zhuang Wei/Yao Guofa Production: The Central Newsreel and Documentary Film Studio of China with the National Tourism Administration of People’s Republic of China Distribution: Zhuang Wei

Director/Photography/Editor/Sound: Xiaofei Mo Script: POND Production: Beijing22, contact@beijing22.org, beijing22.org, Goethe-Institut China, vsp-peking@goethe.de, goethe.de/ins/cn/de/sta/pek Distribution: Xiaofei Mo

Der Film ist Teil einer Reihe von Auftragsarbeiten, die in den 1980er Jahren von der Tourismusbehörde der Volksrepublik China produziert wurden. Er zeigt die Lieder, die Graslandschaften und die Nomaden der Autonomen Region Innere Mongolei, der Grenzregion zwischen China und der Mongolei. Ausserdem ist zu sehen, wie ausländische Touristen herzlich willkommen geheissen werden. Ziel ist, mehr Reisende anzulocken, denn das Land braucht dringend westliches Kapital.

Was bedeutet Fremdheit? Im 19. Jahrhundert bereist der russische Orientalist Aleksei Matveevich Pozdneev ein Jahr lang China und die Mongolei, zu einer Zeit, als das Konzept des Fremden heftig diskutiert wird. Filmemacherin Xiaofei Mo hat die verschiedenen Orte auf der Route studiert, die Pozdneev beschreibt. Das Resultat ist ein neuer Reisebericht, koproduziert von der Künstlerin und von POND, einem KI-Algorithmus, der Bilder untertiteln und kommentieren kann. Ziel ist einen Blick von aussen zu schaffen.

Part of a series of commissions made by the Ministry of Tourism of the P.R.C. in the early 1980s, «Inner Mongolia Prairie» introduces the songs, grassland, and nomads of the Inner Mongolia Autonomous Region, the border region between modern-day China and Mongolia. It also shows how a group of foreign tourists are warmly welcomed in the region. The aim is to attract more foreign visitors during a period when the country is in need of western capital. Zhuang Wei was born in 1929. In 1947, he enrolled at the Dongbei Military and Political University and began working at the Dongbei Film Studio the same year. After a few years at the Beijing Film Studio (1949–1953), he was transferred to the Central News and Documentary Film Studio as a camera assistant, later promoted to photographer, and eventually to scriptwriter and director.

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Jiangsu, A Land of Enchanting Beauty China 1983, 10'00", colour, English without subtitles, Doc Director/Editor: Zhuang Wei Photography: Zhuang Wei/Yao Guofa Production: The Central Newsreel and Documentary Film Studio of China with the National Tourism Administration of People’s Republic of China Distribution: Xin Zhan

Eine weitere von der Tourismusbehörde der Volksrepublik China in den 1980ern produzierte Auftragsarbeit. Der Film stellt die Landschaft, das traditionelle Handwerk, die Küche, sowie religiöse Bräuche und historische Sehenswürdigkeiten in einigen Städten (Nanjing, Yangzhou, Suzhou) der Küsten-Provinz Jiangsu nördlich von Shanghai vor. Orientalistische Musik und ein englisches Voiceover sollen ausländischen Reisenden den Besuch der Region schmackhaft machen.

What is foreignness? In the 19th century, Russian orientalist Aleksei Matveevich Pozdneev led a year-long expedition to China and Mongolia, arriving at a moment when the notion of foreignness was intensely debated. Xiaofei Mo studied the many sites along the route that Pozdneev describes. The outcome is a new travelogue co-produced by the artist and POND, an AI algorithm capable of captioning and annotating images. The goal is to generate a way of seeing from the outside.

Another part of a series of commissions made by the Ministry of Tourism of the P.R.C. in the early 1980s, this film introduces the landscape, traditional crafts and cuisines, religious practices, and historical sites of a few stand-out cities (Nanjing, Yangzhou, Suzhou) in the Jiangsu Province, a coastal province north of Shanghai. An orientalist music score is accompanied by an English voiceover to teach the foreign visitors how to have fun in the region.

Xiaofei Mo is a filmmaker and archivist based in New York. Through a series of human-machine collaborations, she works with an AI algorithm named POND to explore the porous nature of image and language, memory and feeling, friction and movement. POND has no mother tongue, it learns from and in translation and grows organs without a body.

Zhuang Wei was born in 1929. In 1947, he enrolled at the Dongbei Military and Political University and began working at the Dongbei Film Studio the same year. After a few years at the Beijing Film Studio (1949–1953), he was transferred to the Central News and Documentary Film Studio as a camera assistant, later promoted to photographer, and eventually to scriptwriter and director.


SONGS One Two Three

Signal 8

USA/China 2014, 13'42", colour, English/Chinese with English subtitles, Doc/Exp

Hong Kong/USA/United Kingdom 2019, 14'14", colour, no dialogue, Doc/Exp

Director/Photography/Editor/Sound/Producer: Leslie Thornton Production/Distribution: Leslie Thornton, Leslie_Thornton@brown.edu, +1 7184220508

Director/Photography: Simon Liu Editor: Simon Liu/Rachael Lawe Sound: Julia Bloop Producer: Rachael Lawe/Michelle Miles Production/Distribution: Simon Liu, liufilmsliu@gmail.com, +1 3474033794

Orientalismus, Fotografie und Unwissenheit sind die wiederkehrenden Obsessionen im Werk von Leslie Thornton. In «SONGS One Two Three» über eine seltsame Touristenattraktion bei den riesigen Sanddünen in der Nähe von Dunhuang kommen alle drei zusammen. Orientalism, photography, and «unknowing» are recurrent obsessions in Leslie Thornton’s work. «SONGS One Two Three» embodies all three in what seems at first a cinéma vérité-style toss-off of a strange touristic site in Western China, at the massive sand dunes near Dunhuang. Leslie Thornton is considered a pioneer of contemporary media aesthetics, working at the borders and limits of cinema, video, and digital forms. She has exhibited widely at events and venues such as documenta, MoMA, Centre Pompidou, Vienna Secession, the Whitney Biennial, and at the New York, Rotterdam, and Flaherty film festivals. Her work has focused on the effects of technology as it marks the passing of time and shapes the imaginary space of the spectator.

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Es hiess, es werde ein Sturm kommen, aber wir warten immer noch. Das Leben geht weiter in Hongkong, während sich Spuren des täglichen Unterhalts in Gedenkstätten verwandeln. Dekorative Strukturen ahmen die Natur nach und versagen ab und zu – normale Spektakel werden zu Warnsignalen. Das Licht will uns etwas sagen, aber die Botschaft bleibt undeutlich. They said a storm is coming this way, but we’re still waiting. Lives carry on in Hong Kong as traces of civic upkeep morph into sites of remembrance. Decorative structures mimic nature, then occasionally malfunction – transforming common spectacles into warning signs. The light wants to tell us something but can’t quite get its point across. Simon Liu is a film artist whose work centres on building a lyrical catalogue of the rapidly evolving inner and outer landscapes of his place of origin in Hong Kong through alternative documentary forms, abstract diary films, multi-channel video installations, and 16 mm projection performances. Liu’s work has been presented at film festivals and institutions globally.


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Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned Curated by Matthias Sahli Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Running time 84' Friday, 12 November 2021, 17:00, Casino 2

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Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned «Die menschengemachte weltweite topografische Transformation ist grösser als die natürliche, namentlich durch Wasser und Wind verursachte Erosion. Vielleicht wollen wir es nicht wissen, da wir dem Boden, auf dem wir stehen, dann nicht mehr trauen würden.» Günther Vogt, Landschaftsarchitekt Industriell genutzte Landschaften versetzen uns ins Staunen und gleichzeitig auch ins Schaudern. Das Ausmass und die Geschwindigkeit, mit der das Land umgeformt wird, ist beeindruckend. Abraumhalden erheben sich innert kürzester Zeit wie Berge – ein Prozess, für den die Natur Millionen von Jahren benötigt. Die Filme nähern sich der Landschaft auf eine beschreibende Weise und rücken die Ästhetik in den Mittelpunkt der Betrachtung. Das Programm lädt ein auf eine sinnliche Reise durch die von Menschen kultivierten Landschaften. Die Agrarwirtschaft hat eine Homogenisierung der Landschaft in Gange gesetzt, die mittlerweile globale Proportionen angenommen hat. Der Film «Imperial Valley (Cultivated Run-Off)» von Lukas Marxt macht dies mit einem rasanten Drohnenflug deutlich. Endlos erscheinende Monokulturen zeichnen ein Muster in den staubigen Wüstenboden Kaliforniens. Die Ausmasse und das Repetitive der Anlage werden durch den weiten Blick von oben verstärkt. Florian Fischer und Johannes Krell weisen in «Kaltes Tal» auf einen anderen absurden Kreislauf zwischen Mensch und Natur hin. In einem Tagebau in Deutschland wird Kalkstein gefördert, der später als Mittel gegen die Versauerung der Waldböden eingesetzt wird. Es sind aber unter anderem die Emissionen der Schwerindustrie, die den sauren Regen erst verursachen. Die Lösung für die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts ist gleichzeitig auch Mitverursacher des Problems. In einem Steinbruch in der Region Carrara in Italien wiederum werden gigantische Marmorblöcke aus den Felsen der Apuanischen Alpen gerissen. Yuri Ancarani fokussiert seinen Blick auf den «capo» – den braungebrannten Chef, der mit feinen Handbewegungen die Baggerfahrer dirigiert, die mit ihren Schaufeln den Stein bearbeiten. In der Werbung wird unberührte Natur immer wieder als Sehnsuchtsort beschrieben. Auch an den Schweizer Alpen haftet das Image einer unberührten Natur, obwohl beinahe jeder Gipfel über Seilbahnanlagen zugänglich ist und

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die Flächen für Tierhaltung genutzt werden. Selbst im höchsten Gebirge der Welt, dem Himalaya, sieht es nicht anders aus. Inmitten des unwirtlichen Geländes hat sich eine bunte Zeltlandschaft aufgerichtet. Im Film «E.B.C. 5300m» von Léonard Kohli besteigen wir gemeinsam mit unzähligen Touristen das Basislager des Mount Everest. Abwärts in den Stollen geht es hingegen in «Ore». Aus den repetitiven Gebirgs- und Bergbautexturen hat Claudia Larcher eine riesige Collage montiert. Wie in einem Bild von M.C. Escher finden verschiedene Perspektiven in einem Bild zusammen und machen die langsame Kamerafahrt zu einem surrealen Erlebnis. André Corboz, emeritierter Professor für Geschichte und Theorie des Städtebaus an der ETH Zürich, beschreibt die Landschaft als ein Palimpsest. «Palin» bedeutet «wieder» und «psaein» bedeutet «abschaben». Der Begriff kommt aus der Antike und beschreibt, wie früher auf Pergamentrollen Texte ausradiert und überschrieben wurden. Auch die Landschaft wird durch die verschiedenen Arten ihrer Nutzung stetig umgeformt. So werden stillgelegte Opalminen zu Kulissen von Science-Fiction-Filmen. Pia Borg erzählt in «Silica» die Reise einer als Locationscout tätigen Frau, die in einer stillgelegten Opalminenstadt im Süden Australiens nach Mars-ähnlichen Drehorten sucht. Unzählige Hollywood-Filme wurden in dieser Gegend bereits gedreht und fanden ihren Weg in unsere Kinos – und somit in unsere Wahrnehmung solcher Landschaften. Matthias Sahli

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Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned «The manmade topographic transformations around the world are far greater than the natural ones, namely, erosion caused by water and wind. Maybe we don’t want to know because we would no longer trust the ground we stand on.» Günther Vogt, landscape architect Landscapes that are used industrially make us marvel and shudder. The land is being reshaped to a striking extent and with impressive speed. Mine dumps are rising like mountains in no time – a process that takes millions of years in nature. With a descriptive approach that foregrounds aesthetics, the films in this programme take us on a sensual journey through humanmade landscapes. Agriculture has set in motion a homogenization of landscapes that has taken on global proportions. The film «Imperial Valley (Cultivated Run-Off)» by Lukas Marxt shows this by means of a speedy drone flight. Seemingly endless monocultures create patterns in California’s dusty deserts. The panoramic view from above reinforces the scope and the repetitiveness of the fields. In «Kaltes Tal», Florian Fischer and Johannes Krell point to another absurd cycle between humanity and nature. In a German strip mine, limestone is mined and later used as an antidote to the acidification of forests. But the emissions of heavy industries are the cause of acid rain in the first place. The solution for restoring the natural balance is simultaneously one of the causes of the problem. Meanwhile, in a quarry in Italy’s Carrara region, gigantic blocks of marble are torn from the rocks of the Apuan Alps. Yuri Ancarani focuses his gaze on the «capo» – the boss, whose subtle gestures direct the workers scooping up the rocks with their excavators. In advertising, pristine nature is often portrayed as a place of longing. The Swiss Alps, too, are associated with untouched nature, even though virtually every peak can be reached by funiculars, and the land is used for animal farming. Even the world’s tallest mountain range isn’t spared: in Léonard Kohli’s «E.B.C. 5300m», we follow countless tourists to the Everest base camp in the Himalayas. «Ore», by contrast, takes us deep down into the ground. Claudia Larcher creates an enormous collage from the repetitive textures of mountains and quarries. Various perspectives come together like in a picture by M.C. Escher, with the camera’s slow movement resulting in a surreal experience.

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André Corboz, professor emeritus of the history and theory of urban design at ETH Zurich, describes landscapes as palimpsests. «Palin» means «again» and «psaein» means «to scrape». The term originated in antiquity, and it referred to the practice of erasing and overwriting text on parchment scrolls. Similarly, landscapes are constantly being reshaped by their various uses. Abandoned opal mines become science fiction film sets: in «Silica», Pia Borg tells the story of a location scout looking for Mars-like locations in an abandoned opal mining town in South Australia. Numerous Hollywood movies have been shot here, finding their way into our cinemas and our minds, shaping our views of these types of landscapes. Matthias Sahli

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Imperial Valley (Cultivated Run-Off) Austria/Germany 2018, 14'00", DCP, colour, no dialogue, Exp Director/Photography/Editor: Lukas Marxt Sound: Jung an Tagen Production: Lukas Marxt Distribution: Sixpackfilm, office@sixpackfilm.com, sixpackfilm.com

Ein rasanter Drohnenflug über das Imperial Valley in Kalifornien, begleitet von unheilvollen, alarmierenden, pfeifenden, dröhnenden Electro-Klängen (Jung an Tagen), wird zur Reise in eine ausgestorbene, abstrakte, unheimliche, feindselige Landschaft. Ein ScienceFiction-Szenario, das in der gegenwärtigen Realität verankert ist. Accompanied by baleful, alarming, whistling, booming electro sounds (Jung an Tagen), a speedy drone flight over California’s Imperial Valley becomes a journey into a desolate, abstract, uncanny, hostile landscape: a dystopian science fiction scenario, anchored in the reality of the present. Lukas Marxt studied at the University of Art and Design Linz from 2004 to 2009 and completed a post-graduate programme at the Academy of Media Arts Cologne in 2012. In his work, he always searches for traces of human impact upon nature. In the early stages of his projects, he tries to find places that are hard for mankind to settle and then observe them from a perspective of «deep time».

Kaltes Tal

Il Capo

Germany 2016, 12'00", DCP, colour, no dialogue, Doc/Exp

Italy 2010, 15'00", DCP, colour, no dialogue, Doc

Director: Johannes Krell/Florian Fischer Production/Distribution: ROSENPICTURES Filmproduktion GbR, info@rosenpictures.com, rosenpictures.com

Director/Editor: Yuri Ancarani Photography: Ugo Carlevaro Sound: Alessandro Romano Cast: Franco Barattini Production/Distribution: Studio Ancarani, info@yuriancarani.com, yuriancarani.com

«Kaltes Tal» beschreibt die Arbeitsabläufe in einem Tagebau, wo Kalkstein gefördert und in Form einer Waldkalkung in die Natur zurückgeführt wird. Die Handlung konstruiert einen absurden, aber authentischen Kreislauf, der den irreversiblen Konsequenzen entgegenwirken will, die der Abbau von Rohstoffen verursacht. Was beschreibend beginnt, endet in einer Gegenwelt, die unser ambivalentes Verhältnis zur Natur hinterfragt.

Monte Bettogli, Carrara: Im Marmorbruch tragen Männer und Maschinen den Berg ab. «Il capo» (der Chef) koordiniert und führt die Arbeiter und Fahrzeuge mit einer Sprache, die ausschliesslich aus Gesten und Signalen besteht. Vor der Kulisse der Apuanischen Alpen dirigiert er sein gefährliches und erhabenes Orchester im totalen Lärm, der eine paradoxe Stille erzeugt.

«Cold Valley» describes the work processes in a strip mine where lime is mined and returned to nature in the form of forest liming. The plot constructs an absurd but authentic cycle that aims to counteract the irreversible consequences caused by the harvesting of raw materials. What starts with a descriptive approach ends in an alternative world that questions our ambivalent relationship to nature.

Monte Bettogli, Carrara: in the marble quarries, men and machines are digging in the mountain. «Il capo» (the chief) manages, coordinates, and guides quarrymen and heavy-duty machines using a language that consists solely of gestures and signals. Conducting his dangerous and sublime orchestra against the backdrop of the slopes and peaks of the Apuan Alps, the chief works in total noise, which creates a paradoxical silence.

Johannes Krell (*1982 in Halle/Saale) graduated from the Academy of Media Arts Cologne in 2018. He has worked as a freelance cinematographer, editor, and sound designer since 2008. His films include «Umbra» (2019), «Cold Valley» (2016), and «Still Life» (2014). Florian Fischer (*1981 in Tübingen) received his MA from the Danube University Krems in 2016 and was a participant of Berlinale Talents in 2018. He has been a freelance photographer and filmmaker since 2009 and was also a lecturer in photography (2011–2016).

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Yuri Ancarani is an Italian video artist and filmmaker. His works mingle documentary cinema and contemporary art, and they are the result of research aimed at exploring regions that are not very visible in daily life – realities into which the artist immerses himself.


E.B.C. 5300m

Ore

Silica

Switzerland 2015, 15'00", DCP, colour, English without subtitles, Doc

Austria 2019, 6', DCP, colour, no dialogue, Exp

United Kingdom/Australia 2017, 22', DCP, colour, English without subtitles, Doc

Director: Léonard Kohli Distribution: Emily Kessler, kesslemily@gmail.com

Ein Dokumentarfilm über das Everest Base Camp, das jedes Jahr für zwei Monate aufgebaut wird. Es beherbergt rund 1000 Bergführer, Köche, Regierungsbeamte und Gäste. Der Film zeigt das Leben und die Organisation im Lager und beleuchtet den Kontrast zwischen dieser ephemeren Mikrostadt und ihrem mystisch-wilden Umfeld. A documentary about the Everest Base Camp, which is set up for two months each year, housing about 1000 guides, cooks, government officials, and guests. The film shows the life and organization in the camp and highlights the contrast between this ephemeral micro-city and its wild and mystical environment Léonard Kohli (1992–2017) was born in La Chaux-de-Fonds, Switzerland. He received his BA in photography from the École Cantonale d’Arts de Lausanne (ECAL) in 2016.

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Director: Claudia Larcher Production: Lukas Marxt Distribution: Sixpackfilm, office@sixpackfilm.com, sixpackfilm.com

In einer ausgeklügelten Collagetechnik komponiert die Künstlerin aus Fotos und Videoaufnahmen verschiedener Minen ein riesiges, zusammenhängendes Tableau. Mit ihrem künstlerischen Vokabular dokumentiert sie eindrucksvoll, wie stark der Mensch in die alpine Landschaft eingegriffen hat. Larchers Arbeit ist dokumentarisch und gleichzeitig hochästhetisch und künstlich. Using a sophisticated collage technique, the artist composes a huge, coherent tableau from photos and video recordings of different mines. With her artistic vocabulary, she impressively documents how much humans have intervened in the Alpine landscape. A documentary work that is simultaneously highly aesthetical and artificial. Claudia Larcher (*1979) lives and works in Vienna. Her artistic focus is on video (animation), collage, and installations. She studied transmedia arts at the University of Applied Arts Vienna. Her works have been shown at numerous festivals and exhibitions, including Vienna IFF, steirischer Herbst (Graz), Tokyo Wonder Site, Slought Foundation (Philadelphia), Kunstfest Weimar, and Centre Pompidou (Paris).

Director: Pia Borg Photography: Helder K Sun/John Angus Stewart Sound: Philippe Ciompi Producer: Pia Borg/Jeanette Bonds Production/Distribution: Ritual Pictures, info@ritualpictures.net, +1 3238612733

Teils Science-Fiction, teils Essay, erörtert «Silica» territoriale Konstrukte und die Grenze zwischen dem Realen und dem Vermittelten in einer zunehmend verlassenen Opalminen-Stadt in der südaustralischen Wüste. Part science fiction, part essay, «Silica» explores territorial constructs and the boundaries between the real and the mediated in an increasingly abandoned opal mining town in the South Australian desert. Pia Borg (*1977) is an Australian filmmaker based in Los Angeles. Working with archival footage, CGI animation, and re-enactments, Borg’s films portray historical and cultural events, chronicling psychological phenomena like false memory syndrome, collective hysteria, and the opal fever surrounding extractive industries. She is the recipient of numerous prizes, including the Golden Leopard for best international short (Locarno Film Festival 2014) for «Abandoned Goods». In 2015, she was named one of 25 New Faces of Independent Film in Filmmaker magazine.


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Le Corbusier Curated by Laura Walde, Jacqueline Maurer Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

I: Ville radieuse? Running time 76' Saturday, 13 November 2021, 14:30, Casino 2 II: Soyez les bienvenu(e)s! Running time 67' Sunday, 14 November 2021, 11:00, Casino 2

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Le Corbusier – «Le Picasso de l’architecture» Bis vor Kurzem war er in der Schweiz in allen Händen – die 10-Franken-Note der letzten Banknotenserie zeigt sein Porträt und den städtebaulichen Entwurf für die indische Planstadt Chandigarh als Finale seiner Karriere. Wer ist dieser produktive Kopf mit zahlreichen Ehrungen – darunter Ehrendoktorate der ETH und Universität Zürich sowie das Grosskreuz der französischen Ehrenlegion –, dessen Name mit dem Asteroiden lecorbusier gar ins Universum einging? Le Corbusier – so nannte sich ab 1920 der 1887 in der Uhren-Hauptstadt La Chaux-de-Fonds geborene Charles-Édouard Jeanneret-Gris, der sich mit 20 Jahren definitiv in Paris niederliess. Ursprünglich wollte er Maler werden und widmete sich dieser Kunst künftig halbtags; hunderte von Werken entstanden. In seiner Heimat, wo er das Handwerk des Graveurs und Ziseleurs erlernt hatte, konnte er schon frühzeitig dank der Ausbildung an der Kunstschule Villen entwerfen sowie Interieurs gestalten. Dieses Frühwerk kann in Sam Smiths «The Horizontal Window» (2016) neben der Villa Le Lac (1923) in Vevey betrachtet werden. Studienreisen nach Italien, in den Orient und nach Deutschland sowie Praktika bei den namhaften Architekten Auguste Perret in Paris und Peter Behrens in Berlin zeichneten seinen weiteren Weg vor. Dass er nie einen akademischen Abschluss erlangte, ermöglichte ihm, seine künstlerische Vielseitigkeit frei auszuleben und seine Theorien zu entwickeln. Dies tat er in Architektur, Innenarchitektur und Möbeldesign, Malerei, Zeichnung, Lithografie, Skulptur, Wandteppichen und -malerei, Architektur- und Städtebautheorie, Publizistik, Konferenzen und Ausstellungen und schliesslich in der Planung und Realisierung der besagten indischen Stadt. Der Kunst- und Architekturhistoriker Nikolaus Pevsner verglich Le Corbusier mit dem weitaus bekannteren Pablo Picasso, wobei ersterer wohl in weit mehr Feldern und Netzwerken die Moderne geprägt hat. Rund 70 Gebäude auf fünf Kontinenten schuf er; zahlreiche weitere Projekte und Wettbewerbsteilnahmen blieben ohne Erfolg. Zu seinen realisierten Bauwerken zählen Villen und ein Kino, (Wochenend-)Häuser und Wohnungen, Künstlerateliers und ArbeiterInnensiedlungen, Ausstellungspavillons und Modellhäuser, Obdachlosen- und Studierendenheime sowie Wohnblöcke, ein Bürohaus und eine Fabrik, Kirchen und ein Kloster, Verwaltungs- und Hochschulgebäude, Stadien und Museen sowie eine Staumauer und Stadtzentren. Dies an Orten wie La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Paris, Vevey, Pessac, Antwer-

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pen, Garches, Stuttgart, Karthago, Poissy, Moskau, Genf, Marseille, Saint-Dié, Ronchamp, Ahmedabad, Chandigarh, Roquebrune-Cap-Martin, Éveux, Tokio, Firminy, Bagdad, Berlin, Brüssel, Cambridge (USA) und Zürich. Le Corbusier war 1928 Co-Gründer der bedeutenden Congrès Internationaux d’Architecture Moderne (CIAM) und publizierte frühzeitig und danach stetig in rund 40 Schriften seine theoretischen Überlegungen. Bis heute prägend für die Architektur und Konstruktion sind die Struktur Maison Dom-Ino (1914) (ein industriell gefertigtes Konstruktionsprinzip reduziert auf Stützen, Decken, Böden und Treppenanlage) und seine Cinq points de l’architecture moderne (1927) (Fünf Punkte zu einer neuen Architektur: Stützen, Dachterrasse, freier Grundriss, Langfenster und freie, also nicht tragende Fassade), auf denen die Villa Savoye (1928–31), die Ikone der modernen Architektur, basiert. Sein utopisches Projekt der Ville radieuse, das er in der Krise der 1930er nicht realisieren, indes publizieren konnte, schlug die Verbindung zwischen Mensch und wohlgeordneter Umwelt vor. Eine durch Hochhäuser verdichtete Stadt mit grosszügiger Verkehrsinfrastruktur und viel Begrünung präsentierte er bereits 1922 im Projekt Ville contemporaine de trois millions d’habitants. Teilweise ging diese utopische Doktrin in die ebenfalls weltbekannten Wohnhäuser Unités d’habitation ein, wovon er fünf realisieren konnte: Riesige Wohnmaschinen in städtischem Massstab mit Maisonettewohnungen, öffentlichen Geschossen für Einkauf, Schule und Hotel sowie Dachterrasse für Frischluft, Kindergarten und Sport. Die erste Unité bzw. Cité Radieuse entstand 1945–53 in Marseille im Auftrag des französischen Ministers für Rekonstruktion und Städtebau, Raoul Dautry. Meryll Hardt zeichnet in «Une vie radieuse» (2013) ein kritisches Porträt über das Leben in der Unité. Le Corbusier, dem das Wohnen während 50 Jahren angeblich das Hauptanliegen war, welches er von der Zelle aus konzipierte, dachte und arbeitete in allen Massstäben. In der Nachkriegszeit führte er mit dem sogenannten Modulor gar ein auf dem Goldenen Schnitt und menschlichen Massstab basierendes Proportionssystem ein, das in die Unités einging – auch mit dem Relief in den Stützen aus Eisenbeton, einem seiner bevorzugten Materialien. Neben den Publikationen wusste er frühzeitig seine Ideen, Theorien und Werke zu verbreiten mit Pavillons und Ausstellungen, Konferenzen und ebenso kreativen MitarbeiterInnen wie Charlotte Perriand und seinem Cousin Pierre Jeanneret.

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Aber auch für zahlreiche Kontroversen sorgte der kühne, praktizierende Architektur- und Städtebautheoretiker. Angefangen mit dem an der Exposition des Arts Décoratifs von 1925 präsentierten radikalen städtebaulichen Plan Voisin, der eine Teilzerstörung des historischen Zentrums von Paris forderte. Weiter war er mitverantwortlich für die 1943 veröffentlichte Charta von Athen, die aus dem IV. CIAM-Kongress von 1933 zur funktionalen Stadt hervorging und eine strikte städtebauliche Trennung in lediglich vier Funktionen, namentlich Wohnen, Freizeit, Arbeit und Verkehr vornahm. Diese retrospektiv betrachtet reduktiven Prinzipien der Charta kamen in der unmittelbaren Nachkriegszeit durchaus zur Anwendung. Zeitgleich wurden sie aber bereits in den 1950ern von ArchitekInnen heftig in Frage gestellt und mit Gegenentwürfen erwidert. Ebenfalls wiederholt für Kritik sorgten Le Corbusiers Bewerbungen bei faschistischen Regimen in der Bestrebung, seine Projekte umsetzen zu können. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte er neben Projekten in Frankreich zahlreiche Entwürfe im Ausland umsetzen, darunter Grossprojekte in Indien. Zürich fungierte zeitlebens als wichtige Station für den Globetrotter: Hier verantwortete er bereits in jungen Jahren den Umbau und das Interieur für seine Cousine am Zeltweg, das Kunsthaus Zürich präsentierte 1938 und 1957 seine Gemälde in Sonderausstellungen, Stanislaus von Moos publizierte 1968, drei Jahre nach dem Tod des Meisters, die erste umfassende Darstellung, und Max Bill, Willy Boesiger, Hans Girsberger und Oscar Stonorov gaben das achtbändige Œuvre complète von Le Corbusier und Pierre Jeanneret heraus. Zürich sollte zudem die letzte Station des seit 1930 auch französischen Staatsbürgers sein, der 1965 bei einem Badeausflug ertrank. Ohne ihn erfolgte denn 1967 die Eröffnung des Pavillon Le Corbusier, «Modell und Prototyp eines idealen Ausstellungsraums» (Catherine Dumont d’Ayot/Tim Benton 2013), der dank der Innenarchitektin, Galeristin und Möbelhändlerin Heidi Weber entstand. Fredi M. Murers und Jörg Gassers «Centre Le Corbusier. Das letzte Bauwerk von Le Corbusier» (1967), dessen Montageprinzip jenem des Modulor folgt, bildet ein gleichermassen informatives und sehenswertes Dokument über den Bau und den Zeitgeist kurz vor 1968. Auch die 2020 erfolgte Wiedereröffnung des unter Arthur Rüegg und Silvio Schmed renovierten Züricher Pavillons gibt Anlass, Le Corbusier an den diesjährigen Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur in zwei Filmprogrammen zu würdigen. Sie erkunden das theoretische Werk durchaus auch kritisch und bieten filmische Einblicke in, um und durch ausgewählte Bauten im

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Inland sowie im nahen bis fernen Ausland. Schliesslich prägt der vielseitige Architekt, Städtebauer, Theoretiker, Künstler und Poet die heutige Architekturwelt nicht nur durch seine Bauten und Theorien für den modernen Menschen in einer fortschrittlichen, technisierten Welt. Wohl ebenso vorbildlich ist weiterhin, wie er zu Lebzeiten die Verbreitung seiner Visionen und Theorien, Pläne und Zeichnungen, Entwürfe und Bauten vorangetrieben hat durch den weisen Einsatz von Schriften und den fortschrittlichen Bildmedien Fotografie und Film, wie etwa Pierre Chenals «L’Architecture d’aujourd’hui» (1931). Jacqueline Maurer

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Le Corbusier – «Le Picasso de l’architecture» Until recently, he was omnipresent in Switzerland – the 10-frank bill of the last banknote series depicted his portrait and his urban design for the planned city of Chandigarh in India, the finale of his career. Who is this productive head with numerous honours – including honorary doctorates from ETH and the University of Zurich and the Grand Cross of the French Legion of Honour – whose name was even sent out into the universe with the asteroid lecorbusier? Le Corbusier was the name Charles-Édouard Jeanneret-Gris, born 1887 in La Chaux-de-Fonds, gave himself in 1920. At the age of 20, he settled in Paris for good. He initially wanted to become a painter and henceforth dedicated half of his days to that art form, creating hundreds of works. In his hometown, where he had learned the trade of engraving and chasing, he attended the local art school and was soon able to design his first mansions and interiors. This early work can be seen in Sam Smith’s «The Horizontal Window» (2016) next to the Villa Le Lac (1923) in Vevey. Study trips to Italy, the Orient, and Germany, as well as internships with renowned architects Auguste Perret in Paris and Peter Behrens in Berlin paved the way for his future. The fact that he never obtained an academic degree allowed him to freely express his artistic versatility and develop his theories – which he did in architecture, interior and furniture design, painting, drawing, lithography, sculpture, tapestry and murals, theories of architecture and urban design, writings, at conferences and exhibitions, and finally in the planning and construction of the Indian city mentioned above. The art and architectural historian Nikolaus Pevsner compared Le Corbusier with the much more famous Pablo Picasso, though the former has likely shaped modernism in many more fields and networks. Corbusier created about 70 buildings on five continents; many additional projects and competition entries were unsuccessful. His completed projects include mansions and a cinema, weekend homes and apartments, art studios and workers’ housing estates, exhibition pavilions and model buildings, homeless shelters, student housing, and apartment buildings, an office building and a factory, churches and a monastery, administrative and academic buildings, stadiums and museums, a dam, and city centres. These projects were realized in places such as La Chaux-de-Fonds, Le Locle, Paris, Vevey, Pessac, Antwerp, Garches, Stuttgart, Carthage, Poissy, Moscow, Geneva, Marseille, Saint-Dié, Ronchamp, Ahmedabad, Chandigarh, Roque-

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brune-Cap-Martin, Éveux, Tokyo, Firminy, Baghdad, Berlin, Brussels, Cambridge (USA), and Zurich. In 1928, he co-founded the influential International Congresses of Modern Architecture (CIAM), and he published his theoretical reflections in roughly 40 writings throughout his career. Among his works with a lasting influence on architecture and construction are the Dom-Ino House from 1914 (an industrially produced construction principle consisting merely of studs, ceilings, floors, and stairs) and his Five Points of Architecture (1927): support, roof terrace, free floorplan, long windows, and a free-standing, that is, nonsupporting façade. The Villa Savoye (1928–31) – the most iconic piece of modern architecture – is based on this principle. His utopian project of the Ville radieuse, which he published but was unable to realize during the crisis of the 1930s, proposed to integrate humans into a highly structured built environment. He had already presented a highdensity city with high-rise buildings, generous traffic infrastructure, and a lot of green space in his 1922 project Ville contemporaine de trois millions d’habitants. This utopian doctrine partially entered the famous Unités d’habitation residential buildings, five of which he was able to realize: gigantic housing machines with maisonette apartments, public stories for shopping, schools, and hotels, and a roof terrace for fresh air, kindergarten, and sports. The first Unité was built in Marseille 1945–53 for the French Minister of Reconstruction and Urban Development, Raoul Dautry. In «Une vie radieuse» (2013), Meryll Hardt draws a critical picture of life in the Unité. Allegedly, residential living was Le Corbusier’s main concern for 50 years, and he conceived of his buildings as living cells. His thinking and work encompassed all scales. In the postwar era, he introduced the so-called Modulor, a system of proportions based on the golden ratio and the human scale, which became part of the Unités, for instance with the relief in the supports made from ferro-concrete, one of his favourite materials. Le Corbusier was apt at disseminating his ideas, theories, and works, not just in publications, but also through pavilions, exhibitions, and conferences, and with the help of equally creative collaborators, such as Charlotte Perriand and his cousin Pierre Jeanneret. But the bold architecture and urban design theorist and practitioner also caused numerous controversies, beginning with the radical urban planning

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project Plan Voisin presented at the 1925 Exhibition of Modern Decorative and Industrial Arts, which demanded the partial demolition of the historic centre of Paris. He was also partially responsible for the Charta of Athens published in 1943, which grew out of the fourth CIAM congress on the functional city in 1933 and divided urban spaces into only four functions – namely, living, leisure, work, and traffic. These principles of the Charta, which appear reductionist in retrospect, were sometimes applied in the immediate postwar era. At the same time, however, they were already fiercely questioned and countered by architects in the 1950s. Another cause of recurring critique was the fact that Le Corbusier promoted his projects to fascist regimes in hopes of being able to realize his ideas. After World War II, he realized projects in France as well as abroad, including large-scale projects in India. Zurich was a lifelong destination for the globetrotter: in his early years, he remodelled his cousin’s residence at Zeltweg; in 1938 and 1957, Kunsthaus dedicated special exhibitions to his paintings; in 1968, three years after the master’s death, Stanislaus von Moos published the first comprehensive overview of his career; and Max Bill, Willy Boesiger, Hans Girsberger, and Oscar Stonorov published the eight-volume Œuvre complète of Le Corbusier and Pierre Jeanneret. Zurich would also be the last stop for Le Corbusier (who had also become a French citizen in 1930): he drowned on a swimming excursion in 1965. The Pavillon Le Corbusier, «model and prototype of an ideal exhibition space» (Catherine Dumont d’Ayot/Tim Benton 2013), was opened without him in 1967, created thanks to interior designer, gallery owner, and furniture dealer Heidi Weber. Fredi M. Murer and Jörg Gasser’s film «Centre Le Corbusier. Das letzte Bauwerk von Le Corbusier» (1967) follows the montage principle of the Modulor, offering an informative and worthwhile document of the construction and the spirit of the time just before 1968. The 2020 reopening of the Zurich pavilion, which was renovated by Arthur Rüegg and Silvio Schmed, presents a welcome occasion to pay tribute to Le Corbusier at this year’s Kurzfilmtage. The two film programmes explore his theoretical work from a critical perspective and offer cinematic glimpses of some of his buildings from around the globe. After all, the versatile architect, urban planner, theorist, artist, and poet has not only shaped today’s world of architecture with his buildings and theories for modern humans in a progressive, technologized world. In an equally exemplary manner, he promoted the dissemination of his visions and theories, plans and drawings,

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drafts and buildings by wisely employing written works and the modern visual media of film and photography, as in Pierre Chenal’s «L’Architecture d’aujourd’hui» (1931). Jacqueline Maurer

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In Memoriam Le Corbusier Switzerland 1965, 1', black & white, Swiss German without subtitles, Doc Production: Schweizer Filmwochenschau Distribution: Cinémathèque suisse / Schweizerisches Bundesarchiv

Die Schweizer Filmwochenschau hat anlässlich des Todes von CharlesÉdouard Jeanneret, bekannt als Le Corbusier (6.10.1887–27.8.1965), eine Retrospektive aus Material der PathéWochenschau und der Schweizer Filmwochenschau zusammengestellt, die Einblick gibt in die bedeutendsten Bauwerke des in La Chaux-de-Fonds geborenen Schweizer Architekten. A retrospective compiled from Swiss newsreels and Pathé newsreels made in honour of Charles-Édouard Jeanneret – known as Le Corbusier (6/10/1887–27/8/1965) – on the occasion of his death. The compilation showcases the most significant buildings designed by the Swiss architect.

Le Corbusier als Maler Switzerland 1968, 1', black & white, Swiss German without subtitles, Doc Production: Schweizer Filmwochenschau Distribution: Cinémathèque suisse / Schweizerisches Bundesarchiv

Aus der Schweizer Filmwochenschau: «Für den grossen Schweizer Architekten war auch die Malerei stets eine wichtige Ausdrucksform. Einige seiner markantesten Bilder sind im CorbusierZentrum in Zürich zu sehen.» A Swiss newsreel piece highlighting the fact that the Swiss architect was also a painter, whose most distinctive paintings can be seen at the Corbusier House in Zurich.

L’architecture d’aujourdhui France 1930, 18'05", 35mm, black & white, no sound with English intertitles, Doc Director/Photography: Pierre Chenal Script: Pierre Chenal/Le Corbusier Cast: Le Corbusier Distribution: EYE Filmmuseum, marleenlabijt@eyefilm.nl, eyefilm.nl/en

1930 wurde die renommierte Architekturzeitschrift L’Architecture d’aujourd’hui gegründet, zu deren Lancierung Pierre Chenal drei Kurzfilme über moderne Architektur gedreht hat. Der Film über Le Corbusier thematisiert dessen Vision von Wolkenkratzern, Licht, Luft und Grünflächen anstelle von dunklen und engen Platzverhältnissen. The renowned architecture magazine L’Architecture d’aujourd’hui was founded in 1930, and for its launch, Pierre Chenal made three short films about modern architecture. The film about Le Corbusier addresses his vision of skyscrapers, light, air, and green spaces instead of dark and crowded conditions. Pierre Chenal (1904–1990) was a French director and screenwriter best known for film noir thrillers, who also made commissioned works early in his career.

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Le Corbusier, l’architecte du bonheur

Une vie radieuse / A Radiant Life

France 1957, 20'20", black & white, French with English subtitles, Doc

France 2013, 17'14", colour/black & white, French with English subtitles, Fic/Exp

Director/Script: Pierre Kast Photography: Philippe Agostini Editor: Claude Nicole/Ginette Roudet Cast: Charles-Édouard Jeanneret-Gris (Le Corbusier)/France Roche Producer: Roger Leenhardt Production: Films de Saint-Germain des prés Distribution: FRL Productions, antoine.jezequel@frl.fr, frl.fr

Director/Script/Editor: Meryll Hardt Photography: Delphine Menoret/Julien Guillery Sound: Jérôme Noirot/Felix Kubin Cast: Meryll Hardt/Patrick Blauwart/ Jean-Jacques Brabant/Daniel Dobbels Producer: François Bonenfant Production/Distribution: Le Fresnoy Studio national des arts contemporains, ntrebik@lefresnoy.net, lefresnoy.net

«Wie können wir den Architekten, seine Arbeit und seine Projekte porträtieren? Dieser klassische Dokumentarfilm bedient sich verschiedener Mittel. Pierre Kast verteidigt und illustriert die Theorien und Errungenschaften Le Corbusiers mit Hilfe des Architekten selbst.» – Stéphane Audeguy

1952: Die Cité Radieuse in Marseille empfängt die ersten BewohnerInnen. Einige wurden von Le Corbusiers Idealen angelockt. Ein Paar experimentiert mit dem Ort, den Einrichtungen und dem zugeteilten Platz. Die Leute reagieren auf ihren neuen Lebensraum, und ihre Körper stellen die utopische Vision des Architekten infrage.

A documentary about one of the pioneers of modern architecture, who believed it was more important to design functional buildings that large numbers of citizens could use than to squander his energy creating elaborate houses for private individuals. Pierre Kast (1920–1984) was a French director and screenwriter. He regularly wrote for Cahiers du cinéma and closely collaborated with Henri Langlois at the Cinémathèque française.

1952, the Radiant City of Marseille welcomes its first occupants. Some are lured by the promise of Le Corbusier’s ideals. Upon arrival, a couple experiments with the location, the facilities, and the space allotted to them. They each respond to their new habitat, their bodies questioning the architect’s utopian vision. Meryll Hardt studied performing arts in Metz, Nancy, and Strasbourg. She is a visual artist, director, performer, and electronic musician.

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City of Tomorrow New Zealand/India 2017, 11'05", colour/black & white, English, Exp Director/Photography/Editor/Producer: Gavin Hipkins Script: the film quotes Le Corbusier’s «The City of Tomorrow and Its Planning», published in 1929 Editor: Gavin Hipkins Production/Distribution: Gavin Hipkins, gavinhipkins@yahoo.co.uk, circuit.org.nz/artist/gavin-hipkins

Die moderne Architektur der indischen Stadt Chandigarh wird hier mit Le Corbusiers frühen Schriften über Repetition und Ordnung kombiniert. Dabei kontrastieren die hochtrabenden Ideale des Architekten aus seinem Text «The City of Tomorrow and Its Planning» (1929) allerdings stark mit den Bildern von einigen seiner überwucherten und heruntergekommenen Bauten in Chandigarh. The modern architecture of the Indian city of Chandigarh is explored through Le Corbusier’s early writings on repetition and order. The architect’s zealous ideals taken from his 1929 «The City of Tomorrow and Its Planning» are revisited, but his texts contrast sharply with the images of some of his overgrown and dilapidated buildings in Chandigarh. Gavin Hipkins is a New Zealand artist and an Associate Professor in fine arts at the University of Auckland. His films explore ideas of the nation state, particularly in colonized countries in an era of re-imagined communities and ideas of social and political utopia.

I


Poème électronique

The Horizontal Window

Dear Adviser

1958, 8', colour, no dialogue, Exp

Switzerland/United Kingdom 2016, 13'45", colour, English/French/Swedish with English subtitles, Doc/Exp

Belgium 2009, 8'00", colour, English without subtitles, Exp

Director: Le Corbusier/Yannis Xenakis/Edgar Varèse Production: Le Corbusier, Yannis Xenakis, Edgar Varèse Distribution: EYE Filmmuseum, marleenlabijt@eyefilm.nl, eyefilm.nl/en

Das Filmmaterial für die Bild- und Musikinstallation, die Le Corbusier, Yannis Xenakis und Edgar Varèse für den Philips-Pavillon auf der Expo 1958 in Brüssel zusammengestellt haben – eine visuelle Collage zum Thema Mensch, Gott und Kultur. The film footage for an audiovisual installation by Le Corbusier, Yannis Xenakis, and Edgar Varèse, created for the Philips Pavilion at the 1958 Expo in Brussels – a visual collage about humanity, god, and culture. Yannis Xenakis (1922–2001) was a Greek-French composer, music theorist, architect, performance director, and engineer. Edgar Varèse (1883–1965) was a French-American composer and conductor. He emigrated to the US in 1915 and is considered a pioneer of electronic music.

Director/Editor/Sound/Producer: Sam Smith Photography: Mario Krause Cast: Nicole Beuchat/Samuel Clémentin/ Patrick Moser/John Norman Production/Distribution: Sam Smith, studio@samsmith.film

Glas nimmt eine Position zwischen Flüssigkeit und Stasis ein. Die amorphe Substanz ist zentral für die Herstellung von bewegten Bildern und in der Architektur. Der in einer Glasbläserei und in Le Corbusiers Villa Le Lac gedrehte Film wechselt zwischen zwei verschiedenen Bildformaten hin und her, die den wichtigsten Öffnungen der Villa entsprechen: einem 11 Meter langen Fensterband, das auf den Genfersee blickt, und einer kleineren Öffnung in der Gartenmauer. Glass occupies a position between fluidity and stasis – an amorphous substance, integral in the production of moving images and architectural vistas. Filmed in a glass blowing factory and the interiors of Le Corbusier’s 1923 Villa Le Lac, the film intercuts two contrasting aspect ratios that parallel the primary apertures of the villa: an 11-meter ribbon window facing Lake Geneva and a smaller frame cut into the exterior garden wall. Sam Smith is an artist and filmmaker from Sydney, Australia, living and working in the UK. His films, video installations, and performances have been shown worldwide.

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I

Director/Script/Photography/Producer: Vincent Meessen Editor: John Pirard Sound: Marc Lacroix Cast: Shailabh Gupta/Vijay Krishan/DR Dogra Production: Normal, vincent@normal.be, +32 23782188 Distribution: Argos, distribution@argosarts.org, +32 22290003

Chandigarh ist der Inbegriff der modernen Stadt, von Le Corbusier in den 1950ern geplant als Symbol einer fortschrittlichen Nation, die sich gerade erst von ihrer kolonialen Vergangenheit befreit hat. Die Geister der Moderne lassen genügend Raum für Silhouetten, Stimmen und Klänge, die sich zur vom Architekten geschätzten Fabel vom Raben und vom Adler verweben. Chandigarh is the paragon of the modernist city, planned by Le Corbusier in the 1950s as a symbol of the progressive nation of India that had just emerged from its colonial past. Haunted by the ghosts of modernism, it leaves plenty of room for silhouettes, voices, and sounds weaving together a fable cherished by the architect about the raven that wants to imitate the eagle. Vincent Meessen (*1971 in Baltimore) studied journalism and cultural policies. He was active as a social worker and photographer and completed his postgraduate studies at the HISK (Higher Institute for Fine Arts) in Antwerp. His work centres mainly on the idea of «disputed spaces», dealing with territory as a political issue. Once preferring photography as a medium, he now explores a multitude of media, including video.


A Visit to the «Petite Maison» Switzerland 2015, 11'25", colour, no dialogue, Doc Director/Photography/Editor/Sound: Severin Kuhn Idea: Annette Gigon/Mike Guyer Producer: Annette Gigon/Mike Guyer Production: Dipl. Architekten ETH/BSA/SIA AG Distribution: Severin Kuhn Cinematography, mail@severinkuhn.ch, severinkuhn.ch

Der Film wurde für die Ausstellung «A Tribute to Le Corbusier» in der Villa Le Lac in Corseaux gemacht. Er ist geduldig, ruhig und neugierig: ein Versuch, Corbusiers Diktum, die Architektur sei «das meisterhafte, korrekte und grossartige Spiel der im Licht zusammengeführten Massen» zu illustrieren. This film was made for the exhibition «A Tribute to Le Corbusier» at the Villa Le Lac in Corseaux. It is patient, calm, and curious. It is an attempt to illuminate and elucidate Le Corbusier’s dictum that architecture is «the masterly, correct, and magnificent play of volumes brought together in light». Severin Kuhn (*1983 in Aarau) studied visual communication and video at the Lucerne School of Art and Design. He is a freelance cinematographer, filmmaker, and motion designer, and has been teaching at the Basel School of Design since 2014. He lives in Zurich.

Hitchcock Presents

Centre Le Corbusier

Switzerland 2010, 6'17", black & white, English with German subtitles, Exp

Switzerland 1967, 28'04", colour/black & white, German with English subtitles, Doc

Director/Script/Photography/Editor/Sound: collectif_fact Production/Distribution: collectif_fact, Info@Collectif-Fact.ch

Director/Photography/Editor: Fredi M. Murer Assistant director: Jürg Gasser Script: Fredi M. Murer/Jürg Gasser Cast: Le Corbusier/Heidi Weber Producer: Heidi Weber Production/Distribution: Sophia Murer, sophia@peakfein.ch

Der Soundtrack eines Trailers für Alfred Hitchcocks «Psycho» (1960) wird mit einer Videotour durch Le Corbusiers Maison blanche in La Chaux-deFonds synchronisiert. Während der «master of suspense» den Besuch kommentiert, übernimmt das Gebäude die Hauptrolle und wird zum Schauplatz eines Thrillers. Das Video bringt die Strenge von Corbusiers minimalistischem Haus und dessen verstecktes HorrorPotenzial zum Vorschein. «Hitchcock Presents» features a soundtrack from a trailer for Alfred Hitchcock’s «Psycho» (1960) synched to a roaming video tour of Le Corbusier’s Maison blanche in La Chaux-deFonds, Switzerland. As the master of suspense details the visit, the building takes the lead role and becomes the setting for a thriller. The video brings to the fore the psychological austerity of Le Corbursier’s proto-minimal home and its hidden gothic potential. The collectif_fact consists of Annelore Schneider (*1979) and Claude Piguet (*1977). Their projects, which are mostly video-based, often deconstruct the cinematic codes within our visual culture. They are fascinated by everyday reality and the stereotypes, clichés, and mindless repetitions that suffuse popular culture. They work and live in Geneva and London.

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Eigentlich sollte der Film über Le Corbusiers erstes Bauwerk in Zürich zusammen mit dem Architekten realisiert werden, doch dieser starb kurz vor Drehbeginn. Zwei Jahre lang haben Fredi M. Murer und Jürg Gasser die Bauarbeiten verfolgt. Das Resultat ist ein Film, der auch etwas von der Eigenart Le Corbusiers in Bild und Ton umsetzt. The plan was to collaborate with Le Corbusier on a film about his first building in Zurich, but the architect died shortly before shooting began. For two years, Fredi M. Murer and Jürg Gasser recorded the construction process with their camera. The result is a film that translates some of Le Corbusier’s idiosyncrasy into image and sound. Fredi M. Murer (*1940) first trained as a photographer before turning to filmmaking in 1965. After directing several short films early in his career, he came to attention with his mountain trilogy, and especially with «Höhenfeuer», which is considered a seminal work of Swiss film history, winning the Golden Leopard at the 1985 Locarno Film Festival. «Vitus» featuring Bruno Ganz screened at countless festivals and won several awards.

II


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Semaine de la Critique: Breaking Glass Curated by Léo Soesanto In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Running time 87' Friday, 12 November 2021, 16:30, Kino Cameo

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Semaine de la Critique: Breaking Glass Seit 60 Jahren entdeckt die Semaine de la Critique, eine Parallelsektion des Filmfestivals von Cannes, junge Filmschaffende durch ihre kurzen oder langen Filme. Zu den hier entdeckten Namen gehören etwa Wong Kar-Wai, François Ozon, Ken Loach, Alejandro González Iñarritu, Rebecca Zlotowski, Katell Quilévéré, David R. Mitchell und Jeff Nichols. In Zusammenarbeit mit den Internationalen Kurzfilmtagen Winterthur haben wir beschlossen, unsere Erfolge mit einem Blick auf Regisseurinnen der letzten zehn Jahre zu feiern, denn über die Jahre sind die weiblichen Filmschaffenden in der Semaine de la Critique zahlreicher geworden – ohne dass wir auf ein Quotensystem zurückgreifen müssten. Julia Ducournau wurde mit ihrem Kurzfilm «Junior» (2011) und ihrem ersten abendfüllenden Werk «Grave» (2016) für die Semaine ausgewählt und durchbrach in der Folge alle Schranken, als sie mit dem wunderbaren «Titane» (2021) die Palme d’Or in Cannes holte. Diese Porträts von jungen Mädchen und Frauen passen gut zu den übrigen Titeln in der hier präsentierten Auswahl: Es sind schwungvolle und aufregende Filme, die mit Normen und Konventionen brechen. In Charline Bourgeois-Tacquets Screwball-Comedy «Pauline asservie» ist die Sprache viel ausdrucksstarker und erotischer als die Körper. Die Jugendliche in Valentina Maurels «Lucia en el Limbo» dreht das Spiel des Verlangens – begehren und begehrt werden – auf ihre eigene Weise um. Die seltsame Kreatur in «Menarca» von Lillah Halla stellt im Dorf, wo sie ankommt, Männlichkeitsbilder infrage. Und wenn Wildfang Alex die Qualen der Pubertät durchleidet, nimmt ihre radikale Metamorphose Züge von Body Horror an. All diese Filme sind ein bisschen Punk, jeder mit seiner eigenen filmischen Sprache, und sie alle zeugen vom Drang, alles zerschlagen zu wollen. Die Idee vom Wandel, der die Regisseurinnen motiviert, ist auch das, was wir in der Filmindustrie erwarten und zunehmend beobachten: mehr Gleichheit, Diversität und Inklusivität. Léo Soesanto

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Semaine de la Critique: Breaking Glass La Semaine de la Critique, a parallel section of the Cannes Film Festival, is celebrating 60 years of discovering young filmmakers through their features and shorts. Wong Kar-Wai, François Ozon, Ken Loach, Alejandro González Iñarritu, Rebecca Zlotowski, Katell Quilévéré, David R. Mitchell, and Jeff Nichols were all names discovered here. In collaboration with Internationale Kurzfilmtage Winterthur, we have chosen to celebrate our successes by highlighting female directors of the last ten years. After all, women directors have become more and more numerous in the Semaine de la Critique over time, without us having to resort to a quota policy. In 2021, after being selected for the Semaine de la Critique with her short film «Junior» (2011) and her first feature film, «Grave» (2016), filmmaker Julia Ducournau was able to break all glass ceilings by winning the Palme d’Or at Cannes with the tremendous «Titane». These portraits of young girls and women resonate with the other titles in this selection: energetic, agitated films that break with norms and conventions. In Charline BourgeoisTacquet’s screwball comedy «Pauline Enslaved», the words are far more powerful and erotic than the bodies. The teenager in Valentina Maurel’s «Lucia en el Limbo» reverses the game of desire – of wanting and being wanted – in her own way. The strange creature in Lillah Halla’s «Menarca» challenges the toxic masculinity of the village where it arrives. And when tomboy Alex goes through the torments of puberty in «Junior», her radical metamorphosis turns into body horror. All of these films are a little bit punk, each with its own cinematic language, and they all evidence a desire to break everything. The idea of change that motivates them is also one we anticipate and see happening in the film industry: more equality, diversity, and inclusiveness. Léo Soesanto

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Pauline asservie / Pauline Enslaved France 2018, 24'00", colour, French with English subtitles, Fic Director/Script: Charline Bourgeois-Tacquet Photography: Noé Bach Editor: Nobuo Coste Sound: Vincent Brunier Cast: Sigrid Bouaziz/Anaïs Demoustier/Coline Béal Production: Année zéro, judith@shortcuts.pro, + 33 143668029 Distribution: Judith Abitbol, judith@shortcuts.pro

Pauline hat nichts von Bruce gehört, dem verheirateten Mann, mit dem sie eine Affäre hat. Während einem Ausflug aufs Land mit ihrer Freundin Violette wartet sie die ganze Zeit auf ... eine SMS. Ein Experiment mit den unzähligen Phasen obsessiver Liebe. Pauline has received no news from Bruce, the married man she’s been having an affair with. During her trip to the countryside with her friend Violette, she will spend the whole stay waiting for ... a text message. An experiment with the thousand stages of obsessive love. After studying literature and taking acting classes, Charline Bourgeois-Tacquet worked in publishing for a while. In 2016, she directed her first short film that she produced herself. She got the industry’s attention in 2018 with her second short film, «Pauline Enslaved», which was selected by La Semaine de la Critique and later by the Clermont-Ferrand Short Film Festival, where it won the Special Jury Prize and the Télérama Press Prize. It was also shortlisted for the 2020 César Awards and won awards at various international festivals.

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Lucia en el Limbo

Junior

Belgium 2019, 20'00", colour, Spanish with English subtitles, Fic

France 2011, 21'24", colour, French with English subtitles, Fic

Director/Script: Valentina Maurel Photography: Julien Ramirez Editor: Bertrand Conard Sound: Nano Fernandez Cast: Ana Camila Arenas Production: Anne-Françoise Reynders, info@agenceducourt.be, +32 22417370 Distribution: Belgium Short Film Agency, info@agenceducourt.be, +32 22417370

Director/Script: Julia Ducournau Photography: Claudine Natkin Editor: Jean-Christophe Bouzy Sound: Antoine Corbin Cast: Garance Marillier/Yacine N’Diaye/Aude Briant Production: Camille L’héritier, contact@kazakproductions.fr, +33 148243057 Distribution: Agence du court métrage, info@agencecm.com, agencecm.com

Die 16-jährige Lucia will vor allem zwei Dinge loswerden: ihre Läuse und ihre Jungfräulichkeit.

Justine, aka Junior, ist ein 13-jähriger Wildfang mit Pickeln und einem ganz eigenen Sinn für Humor. Sie ist nur ein klein wenig frauenfeindlich. Als sie an einer Magen-Darm-Grippe erkrankt, macht ihr Körper eine bizarre Metamorphose durch.

Sixteen-year-old Lucia wants to get rid of two things more than anything: her lice and her virginity. Born 1988 in San José, Costa Rica, Valentina Maurel is a French and Costa Rican filmmaker. In 2016, she obtained a master’s degree in directing from INSAS in Brussels. Her graduation project, «Paul est là», won the first prize of the Cinéfondation at the 2017 Cannes Film Festival. «Lucia en el Limbo» is her second short.

Justine, aka Junior, is a 13-year-old tomboy with pimples and her own brand of humour. She’s just a tad misogynous. After being diagnosed with a stomach flu, Junior’s body undergoes a bizarre metamorphosis. Julia Ducournau is a French film director and screenwriter. She attended La Fémis and studied screenwriting. In 2011, her short film «Junior» was selected for the Semaine de la Critique and won the Petit Rail d’Or. Her first feature film, «Raw», was acclaimed internationally after its world premiere at the Semaine de la Critique.


Menarca / Menarche Brazil 2020, 21'51", colour, Portuguese with English subtitles, Fic Director: Lillah Halla Script: Libia Pérez/Lillah Halla Photography: Wilssa Esser Animation: Amir Admoni Editor: Eva Randolph Sound: Ruben Valdés Cast: Aldo Bueno/Dinho Lima Flor/ Nathally Fonseca/Micheline Lemos/ Amanda Yamamoto/Amanda Dourado Producer: Renata Miyazaki/Gustavo Aguiar Production: Ano Zero Produções, menarcafilme@gmail.com, +55 11991007810 Distribution: Gustavo Aguiar, gustavohaguiar1@gmail.com

In einem von Piranhas geplagten Dorf in Brasilien träumen die heranwachsenden Mädchen Nanã und Mel davon, wie sie sich vor scheinbar unausweichlicher Gewalt schützen können. Als eine mysteriöse, in ein Fischernetz verwickelte Gestalt auftaucht, beginnen sie zu verstehen, wo sie letztendlich Schutz finden könnten. In a Brazilian village infested with piranhas, adolescents Nanã and Mel are growing up fast as they dream of ways of protecting themselves against a seemingly inescapable violence. When a mysterious body tangled in a fishing net appears, the two girls begin to learn what might be their ultimate protection. Lillah Halla was born 1981 in Vargem Grande do Sul, Brazil. She is a director and screenwriter who graduated from EICTV in Cuba. Lillah works between São Paulo and Berlin, where she also collaborates with other directors in both cinema and theatre.

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This Film Will Haunt You Curated by John Canciani, Alexandra Götz

Running time 65' Saturday, 13 November 2021, 23:00, Kraftfeld

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This Film Will Haunt You Filmfestivals erarbeiten ihr Programm mit ExpertInnen, die das gesamte Programm verantworten: ProgrammerInnen, KuratorInnen und sogenannte Künstlerische LeiterInnen. Doch wer sind die Leute hinter diesen Titeln und warum haben sie die Macht darüber zu entscheiden, was ein guter Film ist? In einer ausgiebigen Recherche zu diesen Fragen haben wir erfahren, dass einige von ihnen auch schon den Versuch unternommen haben, eigene Filme zu drehen. Alle Filme in diesem Programm stammen von Menschen, die auch einmal jung waren, grosse Hoffnungen hegten und das erklärte Ziel hatten, mindestens eine Palme d’Or, einen Bären, einen Löwen, einen Panther oder das goldene Männchen in der Hand zu halten und sich am Mikrofon bei der Mutti zu bedanken. Die Filme, die dabei entstanden sind, waren mal mehr, mal weniger erfolgreich. Ob ihre eigenen Kurzfilme den heutigen KuratorInnen das Recht geben, andere zu beurteilen, ist trotzdem fraglich und zeigt auf, dass eben vieles subjektiv ist. Auf jeden Fall haben alle daraus gelernt und den Regiehut an den Nagel gehängt. Ganz nach dem Motto: «Those who can, film; those who can’t, curate.» Entstanden ist ein Programm von primitiven Erstversuchen, ernstgemeinten Kurzgeschichten und einer ordentlichen Ladung Trash. Ein, zwei darunter haben auch versucht, durch Selbstinszenierung ihre Schauspielkarriere voranzutreiben. Falls sich jemand nun fragt, ob diese RegisseurInnen heute denn überhaupt so wichtig sind in der Filmbranche – die Antwort lautet: Ja! Es sind VertreterInnen darunter von bekannten Veranstaltungen wie dem Kurzfilm Festival Hamburg, dem London Short Film Festival, den Filmfestspielen von Venedig und sogar den Kurzfilmtagen, mit Winterthur’s very own artistic director – John Canciani. John Canciani, Alexandra Götz

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This Film Will Haunt You Film festivals put together their programmes with the help of experts: programmers, curators, and so-called artistic directors. But who are the people behind these titles, and why do they have the authority to decide what constitutes a good film? During an extensive investigation into these matters, we found out that some of these folks have, in fact, tried to make their own films in the past. All films in this programme were made by people who were young and full of hope once, and who had the professed goal of at least once getting their hands on a Palme d’Or, a lion, a panther, or that little golden statuette, and of taking the mic to thank their mum. The resulting films were sometimes more, sometimes less successful. Whether the short films they once made themselves give today’s curators the right to judge others remains doubtful, and it reminds us just how subjective things are. In any case, all of them have learned from the experience and given up on their directing ambitions, true to the motto: «Those who can, film; those who can’t, curate.» The programme presented here consists of crude first attempts, serious short stories, and a good amount of trash. A couple of these directors also tried to boost their acting careers by appearing on screen. And in case you were wondering whether any of these former filmmakers are important people in the film industry today – the answer is: yes! They hail from wellknown events such as the Hamburg and London Short Film Festivals, the Venice Film Festival, and even Kurzfilmtage, with Winterthur’s very own artistic director – John Canciani. John Canciani, Alexandra Götz

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Making of ... Löschen. Das Perfekte liegt im Unperfekten. Germany 2009, 3'15", colour, German with English subtitles, Fic Director/Script/Editor: Philipp Weber/Insa Wiese Photography: Till Claassen Cast: Philipp Weber/Insa Wiese/Eva Gonzalez Production/Distribution: Insa Wiese, insa.wiese@kurzfilmwoche.de, kurzfilmwoche.de

Menschliches Versagen im Filmbetrieb. Human error in the film industry. Philipp Weber learned the profession of media designer at a local Bavarian TV station before moving to Berlin to study media studies at the University of Potsdam. He also worked on several short film projects and documentaries. After his studies, he worked as technical director at the International Short Film Week Regensburg, curated several programmes, and was a jury member for the German Short Film Catalogue several times. Currently, he works as a freelance cameraman, supervises livestreams and multicam projects, and occasionally shows programmes at film festivals. Insa Wiese (*1978) studied arts and German language and literature at the University of Oldenburg. After several years at the Hamburg International Short Film Festival, she became head of the International Short Film Week Regensburg in 2009. Since summer 2016, she has also worked for the UNDERDOX festival in Munich, where she programmes short films. In addition, Insa is a lecturer at the University of Regensburg and University of Television and Film Munich and is a board member of the association of Bavarian film festivals.

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Paranoia

Butterfly

Sweden 2012, 11'14", colour, Swedish with English subtitles, Fic

Italy 1992, 14'05", colour, Italian with English subtitles, Fic

Director/Script/Editor/Producer: Maria Stoianova Photography: Peter Wirén Sound: Tom Deane Cast: Mads Korsgaard/Lina Maria Bengtsson Production/Distribution: Maria Stoianova, stoianova_maria@hotmail.com, +46 700688416

Director: Enrico Vannucci Production/Distribution: Enrico Vannucci, enrico.vannucci@locarnofestival.ch, pardo.ch

An einem normalen Tag führt ein schreckliches Ereignis zu einem düsteren Geheimnis.

The love of his life? Or is it stalking?

On a normal day, a terrible event leads to a dark secret. Maria Stoianova has worked in the film industry for over 15 years in various roles of production and has been very involved with festivals in the last decade. She runs the film market at Nordisk Panorama in Sweden.

Die grosse Liebe? Oder ist es Stalking?

Enrico Vannucci is a short film advisor at the Venice Film Festival and a short film programmer at the Torino Short Film Market. He has worked in film festival programming teams since 2010 and also written essays about the short and feature film festival ecosystem. As a journalist, Enrico has been covering major film festivals since 2009.


Tokyo Rock n Roll

Heads

Your Round

Switzerland 2007, 4'32", colour, no dialogue, Exp

United Kingdom 2010, 4'30", colour, English, Ani/Exp

United Kingdom 2005, 5'33", black & white, English, Fic

Director/Photography: John Canciani Editor: Simon Bretscher Sound: Stefan Nievergelt Production/Distribution: John Canciani, john.canciani@kurzfilmtage.ch, kurzfilmtage.ch

Director/Photography: Thomas Grimshaw Script: Paul Ingram Animation/Editor/Sound: Thomas Grimshaw/ Paul Ingram Production/Distribution: Thomas Grimshaw, thomas.a.grimshaw@gmail.com, +44 7720215066

Die Passion wird zum Lebensstil. Die Rockabillys von Tokio tanzen jeden Sonntag und verwirklichen ihren Traum vom Leben. Rock on! When your passion becomes your lifestyle. Every Sunday, Tokyo’s rockabillies dance, making their dream of life a reality. Rock on! John Canciani is the artistic director of Internationale Kurzfilmtage Winterthur and a programmer at Kino Cameo in Winterthur. He has curated numerous programmes with short and feature films, including Blow-Up, der voyeuristische Blick, Tattoo im Film, Independent Cinema USA: 9/11, Who’s Afraid of the Public?, Heavy Metal, Moving Art II – O Cinema Where Are Thou?, as well as retrospectives of George Mélies, Ivan Ladislav Galeta, H.R. Giger, Christoph Girardet & Matthias Müller, Jan Soldat, Kim Ki-duk, Hans-Christian Schmidt, and others. He holds an MAS in curating.

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Vier Köpfe streiten sich in einer Landschaft. Four heads argue in a landscape. Thomas Grimshaw is a failed filmmaker.

Director: Rich Warren Production/Distribution: Rich Warren, rich@encounters-festival.org.uk, encounters-festival.org.uk

Zwei Männer in einem Pub. Two men, one pub. Rich can’t make films ... he just shows them.


It’s a Hü Schenkel Life

All In

Germany 1999, 15'04", colour, German with English subtitles, Fic

Norway 2015, 5'00", colour, English, Fic/Clip

Director: Kyros Kikos/Sunny Day Gore Production/Distribution: Kyros Kikos, kyros.kikos@kurzfilmtage.ch, kurzfilmtage.ch, Sunny Day Gore

Es ist ein verdammt harter Film (bei Gott!) über eine verdammt harte Welt: 24 Stunden im Leben der hoffnungsvollen Provinzmusiker Hü Schenkel. Der Traum von einer Bossa-Nova-Karriere in der grossen Stadt treibt sie in die Musical-Metropole Hamburg. Dort müssen sie erkennen, dass hinter den glitzernden Fassaden ein Sumpf aus Drogenexzessen und Erotik-Wahnsinn auf sie lauert. A damn tough movie (by God!) about a damn tough world: 24 hours in the life of hopeful provincial musicians Hü Schenkel. Their dream of a bossa nova career in the big city takes them to the musical metropolis of Hamburg, where they discover a swamp of excessive drug use and erotic madness behind the glittering façade. The many masterpieces of Kyros Kikos include «It’s a Hü Schenkel Life» (2000), «Magenspülung» (2001), «Klaa Quetsch» (2002), «Ungumalungu» (2003), «Alles Meins» (2004), and «Defensiver Mittelfeldmann» (2005). Sunny Day Gore is a group of short film moguls from Hamburg who are planning to take over the world.

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Director: Line Klungseth Johansen/Oystein Moe Script/Photography: Oystein Moe Editor: Hallvard Ullsund Cast: Mats Meistad Production/Distribution: Line Klungseth Johansen, line@minimalen.com, minimalen.com

Eine Hommage an Actionfilme und Computerspiele aus den 1980ern. An homage to 1980s action films and computer games. Line Klungseth Johansen and Oystein Moe also made the short films «The Extraordinary» (2009) and «Flimmer» (2011).

Skandal Extase Dortmund Germany 2018, 2'17", colour, German, Doc/Exp Director/Editor: Sven Schwarz Production/Distribution: Sven Schwarz, sven.schwarz@shortfilm.com, shortfilm.com,

Zwei ekstatische und skandalöse Minuten mit Rosie führen zum Höhepunkt in Dortmund. Two ecstatic and scandalous minutes with Rosie leading towards the climax in Dortmund. Sven Schwarz has been the managing director of the Hamburg International Short Film Festival since 2010. He hasn’t made any films, except for this one, which he only made because he wanted to win a bet with his partner. Surprisingly, the film was chosen for a competition section in Hamburg, where it came in last in the audience’s ranking. For the record, the selection committee really had no idea who was behind the film.


Familienprogramme Family Programmes

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Zauberlaterne: Kurze für Kleine Magic Lantern: Shorts for Kids

Curated by Vincent Adatte, Lorenzo Berardelli In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Running time 74' Sunday, 14 November 2021, 10:00, Casino 1

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Zauberlaterne: Kurze für Kleine Wie mit dem Lesen und Schreiben ist es auch mit der Sprache der Bilder: Sie ist leichter zu verstehen, wenn wir sie von klein auf kennenlernen und uns damit vertraut machen. Damit sich Kinder einen eigenen Geschmack und eine kritische Haltung aneignen können, brauchen sie Gelegenheit, ihre Filmkultur mit vielen unterschiedlichen Filmen zu erweitern. Vielfalt ist zentral für den Kinderfilmklub Zauberlaterne, der Filme aus allen Epochen, fast allen Genres und unterschiedlichster Techniken zeigt. Auch Kurzfilme dürfen nicht fehlen: Während Kinos kurze Filme nur noch selten zeigen, gehören sie zum festen Repertoire der Zauberlaterne, die alljährlich ein Programm für die Kurzfilmtage zusammenstellt. Unter dem Motto Auf der Suche nach ... präsentieren wir dieses Jahr neun kurze Animationsfilme aus Deutschland, Frankreich, Russland, Spanien und Südkorea. Die Filme behandeln etwa die negativen Auswirkungen eines masslosen Medienkonsums auf die Eltern-Kind-Beziehung («Fuchs für Edgar») oder sensibilisieren uns für Themen wie Auswanderung, Umwelt und Rassismus («Migrants»). Allen gemein sind Figuren, die nach etwas suchen oder auf der Suche nach sich selbst sind und zu einer Erkenntnis gelangen. Zum Beispiel erstrahlt in «Teplaya zvezda» ein schmutziger Stern in neuem Glanz am Himmel wieder, nachdem ihn Kinder auf der Erde geputzt und ihm eine grosse Portion Zuneigung geschenkt haben. Ausgerechnet ein Vogel, der wegen eines deformierten Flügels nicht davonflattern kann, lehrt in «Vuela» einen Jungvogel das Fliegen. «Umbrellas» zeigt uns Kyna, die sich auf die Suche nach ihrem weggelaufenen Hund macht und dabei ihre Angst überwindet, ohne Schirm im Regen zu stehen. In «Repetitsiya orkestra» muss ein Hornist mit seiner Tochter einige Hindernisse überwinden, um zur bereits begonnenen Orchesterprobe zu gelangen. Wie immer bei der Zauberlaterne wird die Vorstellung durch eine interaktive Moderation und szenische Einführung spielerisch in einen pädagogischen Rahmen gefasst. Zu dieser zauberhaften Kurzfilmentdeckung sind Gross und Klein herzlich eingeladen! Lorenzo Berardelli, die Zauberlaterne

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Magic Lantern: Shorts for Kids Just like with reading and writing, visual language is easier to understand if we learn it from a young age. For children to develop their own taste and critical faculties, they need opportunities to broaden their cinematic horizons through a variety of films. Diversity is central for the Magic Lantern film club for kids, which screens films from all eras, nearly all genres, and made with many different techniques. Short films are essential too: while shorts are rarely seen in cinemas today, they are part of the Magic Lantern’s core repertoire, and every year, the film club compiles a special programme for Kurzfilmtage. Under the motto In Search of ..., this year’s programme presents nine animated shorts from Germany, France, Russia, Spain, and South Korea. The films address themes like the negative effects of excessive media consumption on parent-child relationships («Fox for Edgar») or issues such as emigration, the environment, and racism («Migrants»). What they all have in common are characters who are searching for something or are in search of themselves, and who come to realize certain things. In «Warm Star», for example, a dirty star shines like new in the sky after children on earth have cleaned it and showered it with affection. Ironically, a bird that is unable to fly due to a deformed wing is the one who teaches a young bird in «Fly». In «Umbrellas», we meet Kyna, who is looking for her lost dog and conquers her fear of being left in the rain without an umbrella. And in «Orchestra Rehearsal», a horn player and his daughter have to overcome a series of obstacles to get to a rehearsal that has already started. As always with the Magic Lantern, an interactive introduction by a team of moderators offers a playful pedagogical framework for the programme. Young and old are invited to discover these enchanting shorts! Lorenzo Berardelli, the Magic Lantern

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Fuchs für Edgar / Fox for Edgar

Migrants

Germany 2021, 7'43", colour, no dialogue, Ani

Director: Zoé Devise/Antoine Dupriez/ Lucas Lermytte/Aubin Kubiak/Hugo Caby Script: Lucas Lermytte Animation: Lucas Lermytte/Aubin Kubiak Editor: Hugo Caby/Aubin Kubiak Sound: Felix Vigne/Juliette Beha Producer: Carlos De Carvalho Production: Pôle 3D, patrick2carvalho@gmail.com, pole3d.com Distribution: Je Regarde, patrick2carvalho@gmail.com, jeregarde.net

Director/Producer: Pauline Kortmann Animation: Maxi Alker/Ulf Grenzer/Milen Vitanov/ Jost Althoff/Pauline Kortmann Sound: Michał Krajczok Production/Distribution: Pauline Kortmann, pauline@talking-animals.com, paulinekortmann.de

Edgars Eltern starren auf ihre Bildschirme, anstatt den Geburtstag ihres Sohnes zu feiern. Enttäuscht läuft Edgar davon und trifft auf einen Fuchs, der ihm einen wundervollen Tag beschert. In der Zwischenzeit bemerken die Eltern, dass ihr Sohn nicht mehr bei ihnen ist. Aufgerüttelt machen sie sich auf die Suche ... Edgar is not getting a lot of attention and affection from his parents, who prefer spending time with their smartphones and laptops rather than with their son. In the forest, a fox helps lonely Edgar, until his parents suddenly receive a wake-up call. Pauline Kortmann (*1980) studied animation at the Film University Babelsberg Konrad Wolf. She is part of the Berlin-based animation collective Talking Animals and works as a freelance animator and photographer. Her shorts «Chicken Wings» and «Froschwetter» have screened at international festivals and won many awards.

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France 2020, 8'17", colour, no dialogue, Ani

Einer Eisbär-Mutter und ihrem Jungen schmilzt das Eis unter den Füssen weg. Gezwungenermassen wandern sie Richtung Süden und treffen auf Braunbären, die ihnen alles andere als wohlgesinnt sind. Two polar bears are driven into exile due to global warming. On their journey, they encounter brown bears, but living with them turns out to be more difficult than expected. The five co-directors of «Migrants» are graduates of the Pôle 3D animation school in Roubaix.

Teplaya zvezda / Warm Star Russia 2020, 4'29", colour, no dialogue, Ani Director: Anna Kuzina Production/Distribution: Soyuzmultfilm Studio, info@souzmult.ru, +7 4953080032

Kinder finden einen vom Himmel gefallenen grauen Stern und hauchen ihm neues Leben ein. A bird that keeps order in the sky accidentally drops a star while cleaning. On the earth, children find the star and breathe new life into it. Anna Kuzina graduated from the Moscow Academy of Industrial and Applied Arts (Faculty of Graphic Design). She has also worked as an illustrator at the AST and Meshcheryakov publishing houses and published comic books in Norway.


Vuela / Fly

Privet, Babulnik! / Merry Grandmas!

Pullover

Director/Photography/Editor/Sound: Carlos Gómez-Mira Sagrado Script: Rossana Giacomelli Animation: Borja Gómez-Orellana Lorenzo Producer: Rossana Giacomelli Production: Thinkwild Studio, rgiacomelli@thinkwildstudios.com Distribution: Selected Films, info@selectedfilms.com, +34 669394622

Russia 2020, 8'00", colour, Russian with English subtitles, Ani

Director: Christian Kaufmann Sound: Johann Meis Producer: Michael Bohnenstingl Production/Distribution: Christian Kaufmann, christian.kaufmann@petron.de, +49 1704554098

Verlassen von seinen Artgenossen versinkt ein Vogel mit einer Behinderung in Hoffnungslosigkeit. Doch als ein frisch geschlüpftes Waisenjunges vor ihm steht, rafft er sich auf und wächst über sich hinaus.

Während die Eltern an einer Silvesterparty Spass haben, langweilt sich ihre Tochter Masha bei der Grossmutter. Diese lädt ihre Freundinnen zu einem faden Abendessen ein. Da taucht unerwartet ein zwergiger Samichlaus auf, der so richtig Stimmung in die Bude bringt.

Spain 2020, 15'00", colour, no dialogue, Ani

«Fly» is the story of a bird with a deformed wing that prevents it from migrating. Abandoned by his flock, he sinks into despair. Everything changes the day Pio-Pio appears. The defenceless chick gives him joy and a sense of purpose in life. Carlos Gómez-Mira Sagrado founded Thinkwild Studios for audiovisual production and animation in 2009. Throughout his career, he has realized a multitude of audiovisual projects, ranging from animation and motion graphics to advertisements and video clips. «Vuela» is his second short film.

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Director/Script: Natalia Mirzoyan Animation: Elizaveta Astretsova/Daria Dementieva/ Vasiliy Efremov/Anelya Gushcha/Natalia Mirzoyan/ Aleksandra Ryazanova/Viktor Vasyukhichev Production/Distribution: Soyuzmultfilm Studio, info@souzmult.ru, +7 4953080032

Masha wants to go to the New Year’s Eve party with her parents, but they leave her with grandma instead. As Granny’s guests arrive one by one, the girl finds herself surrounded by old ladies. But when a tiny Santa Claus appears, the party really gets going. Born 1982 in Yerevan, Natalia Mirzoyan graduated from the Haykanush Danielyan Art School in Yerevan and from the Department of Philosophy and Sociology at the Yerevan State University. She also attended the Saint Petersburg State Academy of Art and Design. In 2003/04, Natalia worked as an animator for the Shoghakat and Armenfilm studios with director Naira Muradyan. She now lives in St. Petersburg, working as an animator and director.

Germany 2021, 6'00", colour, no dialogue, Ani

Eine Frau näht einen SecondhandPullover zurecht und karamboliert zufällig mit dessen altem Besitzer. Die beiden finden Gefallen aneinander. Aber den Pullover packt die Eifersucht! A forgotten pullover finally gets a chance to see the outside world. But everything that possibly could goes wrong! A tiny film about a jealous red pullover, a coffee stain, and the huge role of little coincidences. Christian Kaufmann (*1993 in Bonn) initially studied media design in Cologne. In 2016, he enrolled in the animation programme at the Film Academy Baden-Württemberg.


Matryoshka

Umbrellas

South Korea 2021, 6'40", colour, no dialogue, Ani

Spain/France 2020, 12'00", colour, no dialogue, Ani

Director: Yoo-jae Choi/Hyo-kyoung Nam Production: Ji-hye An, kaniseed@kiafa.org, kiafa.org Distribution: KIAFA AniSEED, kaniseed@kiafa.org, kiafa.org

Director/Editor: José Prats/ Álvaro Robles Script: Jesus Lopez/Alicia Canovas/ Álvaro Robles/ Jose Prats Animation: Thierry Torres Sound: Jean-Baptiste Cornier Producer: Keota Dengmanara/Ramon Alos/ Diana Hentulescu Production/Distribution: Moukda Production, contact@moukdaproduction.com, +33 651317799, Bigaro Film, ramonalos@gmail.com, +34 645483169

Die kleinste Puppe einer MatrjoschkaFamilie möchte nicht gekauft werden. Sie setzt alles daran, ihrem Schicksal zu entrinnen. Schnapp. Plötzlich steht sie im Dunkeln ... A family of matryoshka dolls has been waiting for a new owner in an artisan store, when a child and a mother visit and buy them. But the baby matryoshka doesn’t want to leave and runs away.

In einem fernen Land, wo es immer regnet, spielt die sechsjährige Kyna unbeschwert unter dem schützenden «Schirmbart» ihres Vaters. Doch eines Tages verschwindet Kynas geliebte Hündin Nana. Um sie zu finden, muss sich Kyna ihrer grössten Angst stellen – der Furcht vor dem Regen. In a faraway land where the rain never stops, six-year-old Kyna spends her carefree days playing under her father’s protective «umbrella-beard». One night, Kyna’s beloved dog Nana disappears. To find her, Kyna embarks on an adventure of self-discovery and faces her great fear, the rain. José Prats is a Spanish illustrator and filmmaker based in the UK. He works as a freelance concept artist for the award-winning studio Aardman Animations. Since graduating in fine arts in 2012, he has focused on filmmaking and scriptwriting. His personal work as a filmmaker includes both live-action and animation techniques. Álvaro Robles is a Spanish screenwriter and director. His latest work, the animation «Umbrellas» (2020), has been selected for more than 70 international festivals and won several awards. Álvaro is currently developing two feature film scripts and his next short film, «Lo siento».

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Repetitsiya orkestra / Orchestra Rehearsal Russia 2021, 6'30", colour, no dialogue, Ani Director/Script: Tatiana Okruzhnova Animation: Elena Petrova/Tatiana Smaragdova/ Tatiana Okruzhnova/Ekaterina Ovchinnikova Editor/Sound: Sergey Kapkov Producer: Boris Mashkovtsev Production/Distribution: Soyuzmultfilm Studio, info@souzmult.ru, +7 4953080032

Ein Hornist hat die Zeit völlig vergessen und schrickt auf. Zusammen mit seiner Tochter eilt er zur bereits begonnenen Orchesterprobe und muss dabei einige Hindernisse überwinden. Ein turbulentes Abenteuer! A musician is late for his rehearsal, and there is no one else to look after his daughter, so he takes her along. They have to overcome a series of obstacles on the way ... Tatiana Okruzhnova (*1979) is an artist, animator, and director. She completed courses in animation at the studio of Alexander Petrov in 2009.


Sparks Junior Curated by Vincent Adatte, Annina Canciani, Dorothea Schaffner In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Running time 77' Saturday, 13 November 2021, 10:00, Casino 1

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Sparks Junior Sparks steht für den Funken, der überspringen soll, um ein Feuer der Begeisterung für den Kurzfilm zu entfachen. Die Sparks-Programme sind ein perfekter Einstieg in die Welt des Kurzfilms mit Filmen aus den aktuellen Einreichungen, die ein breites Spektrum des gegenwärtigen Kurzfilmschaffens präsentieren. Die Kurzfilme wurden ausgewählt, um Jugendliche und Erwachsene anzusprechen: Sie sind unterhaltend, regen aber auch zum Nachdenken an, denn sie geben einen Einblick in andere Welten, vermitteln kulturelle Werte und richten ein Schlaglicht auf alternative Lebensentwürfe und Identitäten. 2021 präsentieren wir ein weiteres Sparks-Programm, Sparks Junior für Kinder von 9 bis 12 Jahren. Nun können wir Filmfans jeden Alters einladen, mit uns in die Welt der kurzen Filme einzutauchen: die Kleinen (Zauberlaterne ab 6 Jahren), die Mittleren (Sparks Junior ab 9 Jahren), die Jugendlichen (Sparks I ab 12 Jahren) und die eigentlich schon Grossen (Sparks II ab 16 Jahren). Die Programme sind so zusammengestellt, dass sie die Interessen der jeweiligen Altersgruppen aufnehmen und gleichzeitig Themen ansprechen, die für alle Generationen relevant sind. Sparks ist Teil des Bildungsengagements der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur, das zu den zentralen Anliegen des Festivals gehört. Die heutige intensive Nutzung von audiovisuellen Medien verlangt gerade bei Kindern und Jugendlichen nach einer vertieften Auseinandersetzung mit der Filmsprache. Darum haben die Kurzfilmtage ein Angebot für Lehrpersonen und Schulklassen entwickelt, das über den Festivalbesuch hinausgeht: Im Rahmen von ExpertInnenbesuchen im Unterricht bieten wir eine Einführung zum filmischen Erzählen. Dorothea Schaffner

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Sparks Junior With our Sparks programmes, we hope to spark a passion for the medium of short film. The films, selected from this year’s submissions, present a broad range of current short filmmaking. Chosen with the aim of appealing to children and adults alike, the films are entertaining, while also offering food for thought: they provide glimpses of unknown worlds, convey cultural values, and highlight alternative lifestyles and diverse identities. This year, we are introducing a new programme, Sparks Junior for children aged 9 to 12. Now we can invite film fans of all ages to explore the world of shorts, with programmes that cater to the various age groups: the Magic Lantern for ages 6+, Sparks Junior for ages 9+, Sparks I for ages 12+, and Sparks II for ages 16+. The programmes reflect the interests of the respective age groups while simultaneously addressing issues that are relevant to all generations. Sparks is part of Kurzfilmtage’s educational commitment, which has long been a central component of the festival. Today’s widespread use of audiovisual media requires in-depth knowledge about cinematic language. Thus, our programming for teachers and school groups also includes expert visits to schools that offer an introduction to cinematic storytelling. Dorothea Schaffner

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Honekami / A Bite of Bone

Hertenkoorts / Buck Fever

Inside

Indonesia 2021, 9'44", colour, Japanese with German subtitles, Ani

Belgium 2021, 16'37", colour, English with German subtitles, Doc

Director/Script/Animation/Editor: Honami Yano Sound: Masumi Takino Producer: Koji Yamamura Production: Au Praxinoscope, info@praxinoscope.jp, praxinoscope.jp Distribution: Honami Yano, beansb773.g@gmail.com, honamiyano.com

Director/Photography: Griet Goelen/ Louise Van Assche Editor: Kwinten Gernay Sound: Katie Mcgaha Producer: Wouter Sap Production: Lionheart Productions, roxanne@lionheart.be, lionheart.be Distribution: Agence belge du court métrage, mathilde@agenceducourt.be, +32 022417370

Director/Photography/Animation/Editor: Yann Chapotel Production/Distribution: Yann Chapotel, yanchap@free.fr, yannchapotel.com

An der Beerdigung des Vaters denkt ein kleines Mädchen an den letzten Sommer mit ihm. A little girl reflects on her last summer with her father at his funeral. Honami Yano was born in 1991 on a small island in Japan. During her university years in Kyoto, she went on an exchange programme to the Rhode Island School of Design, where she discovered independent animation. At Tokyo University of the Arts, Graduate School of Film and New Media, she studied under Koji Yamamura, graduating with the award-winning «Chromosome Sweetheart» (2017). Honami then worked at the school as a research assistant for another three years.

Die achtjährige Emily ist eine talentierte Cheerleaderin aus Texas. Als jüngstes Mitglied einer Familie, die seit Generationen auf die Jagd geht, bereitet sie sich auf ein wichtiges Ereignis vor: ihre erste Jagd. Eight-year-old Emily is a talented cheerleader living in Texas. As the youngest member of a family that has been hunting for generations, she is preparing for an important challenge. Soon, she will embark on her first hunt. Griet Goelen is a writer, cinematographer, and director from Belgium. Louise Van Assche is a Belgian filmmaker based in Austin, Texas. In 2012, Louise began telling stories as a reporter for a local news channel but soon realized that she wanted more. She started working as a production assistant while simultaneously attending film school. After graduating, she went to Congo to work on Renzo Martens’s documentary «White Cube» as an assistant director and cinematographer. She also worked on documentary and music projects in Belgium before moving to Austin in 2019. After several short films, Louise is now taking on her first feature-length documentary, «Eastside Perseverance».

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France 2020, 5'45", colour, no dialogue, Exp

Ein Mosaik von Fenstern: Es sind die Fenster, die der Filmemacher von seinem eigenen Fenster aus regelmässig gefilmt hat. Alltägliche Momente überschneiden sich und reagieren aufeinander in einer Choreografie simpler Gesten. «Inside» unrolls a mosaic of windows, those of the building the filmmaker regularly filmed from his own window. A multitude of moments of everyday life overlap and respond to each other, forming a choreographic fresco of simple gestures. Yann Chapotel studied cinema at the University of Saint-Denis, France. The democratization of video creation tools has led him to gradually free himself from traditional modes of production and narration, and his language has taken a path of formal experimentation, especially around the theme of time and its representation. In addition to his personal work, he edited films by artist Camille Henrot between 2007 and 2017.


Chitana

The Silent Echo

Niebla / Mist

Tunisia/Qatar/Norway 2021, 19'38", colour, Arabic with German subtitles, Fic

India/France/Bangladesh 2021, 15'00", colour, Nepali with German subtitles, Fic

Colombia 2020, 10'26", colour, Spanish with German subtitles, Ani

Director/Script: Amel Guellaty Producer: Asma Chiboub Production/Distribution: Asma Chiboub, asmachiboub@yahoo.com

Director/Script: Suman Sen Photography: Xohaer Musavvir Editor: Olivier Jahan Sound: Shrawal Raj Pandey Producer: Suman Sen/Dominique Welinski/ Bijon Imtiaz Production/Distribution: Dominique Welinski, dwelinski@gmail.com

Director: Leonardo Romero Zarza Script: Juan David Ortíz Matínez Animation: Andrés Felipe Calderón Franco/ Sara Manuela Zapata Montoya/ Juan Camilo Sepúlveda Berrío/ Jhon Darry Arias Morales/Manuela Toro Murillo/ Walter David Álvarez Pérez/Luis Felipe Urrego Parra/ Maria Fernanda Álvarez Mora Editor: David Castaño Luján Sound: Miguel Isaza Morales Cast: Óscar Rojo Gaviria/Daniela Sierra Mejía Producer: Juan David Ortíz Martínez/Julián Henao Echeverri/David Castaño Luján/ Catalina Vásquez Salazar Production/Distribution: David Castaño, davidcaslu@gmail.com, behance.net/davidcaslu

Anstatt Wasser vom Dorfbrunnen zu holen, nutzen Eya und Sofia, zehn und zwölf Jahre alt, die Gelegenheit, um den Wald zu entdecken. Dort dürfen sie eigentlich nicht hin, aber sie beschliessen zu tun, was sie wollen – genau wie die Jungs! Doch die Freiheit hat ihren Preis ...

Vier Teenager aus einem abgelegenen Bergdorf verbringen ihre Tage in einem leeren Bus, wo sie Musik machen. Als im Nachbardorf ein Band-Wettbewerb organisiert wird, sammeln sie Geld und Mut, um mitzumachen.

Instead of bringing water from the village well, Eya and Sofia, ten and twelve, seize the opportunity to discover the nearby forest, where they’re not allowed to go. They decide to do whatever they want, just like boys! In the forest, they have some beautiful encounters. But freedom always comes at a cost ...

Four teenagers from a remote mountain village spend their days in an abandoned bus, playing music. When a band competition is organized in a neighbouring town, they decide to raise money and gather courage to participate.

Amel Guellaty (*1988) is a Tunisian photographer and director. After studying law at the Sorbonne, she worked as an assistant on several feature films, among them «Après Mai» by Olivier Assayas, and directed several shorts. In 2014, she enrolled at the International Center of Photography (ICP) in New York and began working for various brands in the fashion world. Her photographs have been published in magazines, and her work has been shown in group and solo exhibitions.

Born and raised in Calcutta, Suman Sen is a writer, director, and producer based in Mumbai, India. He has studied business, design, and communication, and has worked in advertising for over a decade. He also occasionally teaches and conducts brand and advertising workshops at prestigious universities and institutes. Suman is working on his second short, «Pseudo», and on a feature film titled «Eka (Solo)», which was part of the NFDC Film Bazaar Co-Production Market 2019, Torino Film Lab Next 2020, and La Fabrique Cinéma de l’Institut français 2021.

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Nicolas ist mit seinen Eltern in einen Vorort in der Nähe eines nebligen alten Waldes gezogen. Bald hat er dort mysteriöse Begegnungen mit wilden Tieren und entdeckt einen Wald voller Leben. Nicolas has moved to the suburbs near an ancient foggy forest with his parents. The place takes on a new meaning when he starts to have mysterious encounters with wild animals. He will discover a forest full of life and understand the importance of the connection between humans and nature. Leonardo Romero Zarza has been obsessed with drawing since he was a kid, practicing almost every day. Trained as a graphic designer, he now writes, produces, and directs animated short films. He has also made animations and illustrations for an interactive museum and a visual development studio.


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Expanded Cinema Curated by Lorenz Hubacher Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

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Edona Kryeziu

Martin Hertig

Wed–Thu 16:00–20:00 Fri–Sat 16:00–22:00 Sun 12:00–18:00 oxyd – Kunsträume

Wed–Thu 16:00–20:00 Fri–Sat 16:00–22:00 Sun 12:00–18:00 oxyd – Kunsträume

Greetings from an Elsewhere

«Greetings from an Elsewhere» ist ein Kompilationsfilm aus Aufnahmen von privaten VHS-Kassetten. In den 1990er Jahren – während und nach dem Kosovo-Krieg – dienten solche Kassetten als Kommunikationsmittel zwischen Familienmitgliedern und FreundInnen: Sie wurden zwischen der Diaspora und den Daheimgebliebenen hin- und hergeschickt, um die neuen Lebensumstände zu zeigen. Das Projekt begann 2019, als die Künstlerin alte Videos ihrer Familie fand und zu einem Film zusammenstellte, der in der Nationalgalerie von Kosovo zu sehen war. In einem offenen Aufruf lud Edona daraufhin andere ein, ihr VHS-Kassetten zu leihen, die sie digitalisierte und zu einem kollektiven filmischen Archiv montierte. Edona Kryeziu (*1994 in Saarlouis) ist freischaffende Film- und Medienkünstlerin, Kuratorin und Autorin. In ihren Arbeiten nimmt sie eine postmigrantische Perspektive ein. Sie beschäftigt sich mit Fragen nach sozialer, kultureller, emotionaler sowie struktureller Teilhabe. Insbesondere interessiert sie sich für nicht erzählte oder ausgeblendete Geschichte(n) migrantischer Lebenswelten, die sie in privaten und öffentlichen Archiven aufspürt. Edona lebt und arbeitet in Berlin und Prishtina.

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Olimpia

«Greetings from an Elsewhere» is a film composed from the footage of several private VHS cassettes. In the 1990s, during and after the Kosovo War, such VHS tapes were used as a communication channel between separated families and friends: they were sent back and forth between the diaspora and those left behind to depict the new living conditions. The project began in 2019, when the artist stumbled over her family’s old VHS tapes, which she compiled into a film that was exhibited at the National Gallery of Kosovo. In an open call, Edona then invited others to lend her VHS tapes, which she digitized and edited into a collective filmic archive. Edona Kryeziu (*1994 in Saarlouis) is a freelance film and media artist, curator, and author. In her work, she takes a post-migration perspective, exploring social, cultural, emotional, and structural participation. She is especially interested in overlooked and ignored (hi)stories of migrant lives, which she researches in private and public archives. Edona lives and works in Berlin and Prishtina.

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Ein Tableau, das die Augen jener Menschen stiehlt, die es in der Vergangenheit angeschaut haben und die es in der Gegenwart anschauen. Martin Hertigs «Olimpia» ist von E.T.A. Hoffmanns Kurzgeschichte «Der Sandmann» (1816) inspiriert. Darin verliebt sich der Protagonist in die schöne Olimpia, die sich als lebensechte mechanische Puppe herausstellt, die ihn in den Wahnsinn treibt. Die Technik wird hier gleichzeitig genutzt und kritisiert: Das Werk erörtert die mit der Verwendung und Abhängigkeit von Technologie verbundenen Gefühle und hinterfragt den Akt des Sehens auf subversive Weise, denn beim Betrachten des Kunstwerks wird man unweigerlich zu einem Teil davon. Martin Hertig (*1989) ist ein Gestalter aus Bern. Seine partizipativen Installationen untersuchen soziale Effekte von Technologie. Dabei setzt er Sensoren und Code ein, um unmittelbare, unerwartete Interaktionen zu schaffen. Neben seiner künstlerischen Arbeit ist Martin in Forschungsprojekte der ECAL involviert und ist Teil der Medienwerkstatt des Sozialunternehmens Drahtesel.

oxydart.ch


Pascal Pendl

miauwz.visualz: shifting fabric Wed–Thu 16:00–20:00 Fri–Sat 16:00–22:00 Sun 12:00–18:00 oxyd – Kunsträume A tableau that steals the eyes of the people who have looked at it in the past and who look at it in the present. Martin Hertig’s «Olimpia» is inspired by E.T.A Hoffmann’s short story «The Sandman» from 1816, in which the protagonist falls in love with the beautiful Olimpia, who turns out to be a lifelike mechanical doll that drives him to madness. Technology is utilized as much as it is criticized here through the examination of feelings related to its usage and our dependency on it. It’s a subversive way of questioning the act of viewing, because by observing the artwork, one inevitably becomes a part of it. Martin Hertig (*1989) is an artist from Bern. His participatory installations examine the social effects of technology. He uses sensors and code to create immediate, unexpected interactions. Apart from his creative work, Martin is involved in research projects at ECAL and part of the media workshop at the social enterprise Drahtesel.

«shifting fabric» ist eine interaktive Videoinstallation, die das Publikum in eine perspektivische, virtuelle Erweiterung des Ausstellungsraumes eintauchen lässt. Deren mit einer Game-Engine in Echtzeit erzeugte Architektur baut sich immer wieder neu auf und bricht zusammen, um dann einmal mehr in neuer Form zu entstehen. Dabei finden sich die von Sensoren und Kameras erfassten BesucherInnen im virtuellen Raum jenseits der Projektionsfläche wieder und werden Teil der Installation. Pascal Pendl (*1990) widmet sich der Videotechnik und -kunst. Er fabriziert Musikvideos sowie Live-Visuals in 2D und 3D, real und CGI, analog und digital, mit denen er seine eigenen Installationen bespielt. Dem DIY verschrieben, sieht er das Austüfteln, Bauen und Programmieren von Technik und Software als wesentlichen Bestandteil seiner Projekte. Für die Bands .N3<ØM † . und Butchers of Lassie, in denen er selber spielt, produziert er Videos und Visuals. Daneben arbeitet er als DigitalImage-Techniker auf Film- und Werbedrehs sowie als Videotechniker in der Eventbranche.

«shifting fabric» is an interactive video installation that immerses the audience in a perspectival virtual expansion of the exhibition space. The architecture, created in real time with a game engine, is constantly being rebuilt, only to collapse and once again re-emerge in a new form. Visitors – captured by sensors and cameras – find themselves in a virtual space beyond the projection surface, becoming a part of the installation. Pascal Pendl (*1990) works with video technology and video art. He makes music videos as well as live visuals in 2D and 3D, with live-action and CGI imagery, both analogue and digital, to accompany his own installations. Committed to DIY, he likes to work out, build, and programme the technology and software for his projects. Pascal also makes videos and visuals for the bands he plays in, Butchers of Lassie and .N3<ØM † . In addition, he works as a digital image technician on films and commercials and as a video technician for events.

oxydart.ch In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

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In Zusammenarbeit mit / in collaboration with


Sarah Hablützel & Marko Mijatovic

Rainer Kohlberger

3–21 November 2021, 24/7 kunstkasten

Tue–Sat 17:00–23:00 Portier / Halle 53

Shared Set of Concerns

Die jüngsten Recherchen von Sarah Hablützel und Marko Mijatovic führten sie zur Winterthurer Polizei, zur Firma Yourpower für Gewaltpräventionstraining und zu weiteren ExpertInnen aus den Bereichen Körpertraining, Psychologie und Traumabehandlung. Daraus entwickelten sie in Zusammenarbeit mit vier ProtagonistInnen in der Ausbildungsarena von Yourpower im Sulzerareal eine Videoarbeit («Survival Mode»), die gleichzeitig die aktuelle Covid-19-Pandemie nicht unberücksichtigt lassen konnte: Ein Schleier aus Misstrauen und Unsicherheit, aus Gefahr und gleichzeitigem Bedürfnis nach Nähe legte sich spürbar auf ihr Vorhaben. Sarah Hablützel (*1986 in Winterthur) und Marko Mijatovic (*1987 in Vareš, Bosnien-Herzegowina) arbeiten seit 2016 als KünstlerInnenduo mit den Medien Film und Sound. In Selbstversuchen und in wechselnden Ensembles aus ExpertInnen, Laien und DarstellerInnen befragen sie Machtdynamiken und Hierarchien sowie das Verhältnis zwischen gesellschaftlichen Normen und individuellen Bedürfnissen.

There Must Be Some Kind of Way Out of Here

Sarah Hablützel and Marko Mijatovic’s research for their latest project led them to the Winterthur police, the company Yourpower for violence prevention, and to other experts in the fields of physical training, psychology, and trauma therapy. The resulting video work, «Survival Mode», was made in collaboration with four protagonists in Yourpower’s training facility at Sulzerareal. It inevitably incorporated aspects of the current Covid-19 pandemic: a veil of mistrust and insecurity, of danger and a simultaneous need for intimacy noticeably affected the project. Sarah Hablützel (*1986 in Winterthur) and Marko Mijatovic (*1987 in Vareš, Bosnia and Herzegovina) have been collaborating as an artist duo since 2016, working with film and sound. In self-experiments and with changing ensembles of experts, actors, and member of the public, they question power dynamics and hierarchies, as well as the relationship between social norms and individual needs.

www.sarahhabluetzel.ch www.kunstkasten.ch In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

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Der Film verhandelt die romantische Idee der Apokalypse mittels spektakulärer Bilder aus dem «Cinema of Attractions» mit seiner Betonung visueller Effekte. Die Faszination der Katastrophe als Sinnbild einer inadäquaten Reaktion, da abgekoppelt von der Ursache der zugrunde liegenden Probleme. Ein neuerliches Etablieren der bekannten Ordnung als Happy End wird bewusst nicht eingelöst. Rainer Kohlberger (*1982 in Linz) ist freischaffender Video- und Medienkünstler und lebt in Berlin. Er setzt Algorithmen ein, um Bilder für Rauminstallationen, Experimentalfilme und Live-Visualisierungen zu schaffen. Seine reduzierte visuelle Sprache bewegt sich zwischen einem verspielten Umgang mit konkreten Formen und Noise-Ästhetik. Für seine Werke wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.


Michael Etzensperger

Spinne Wireless headphones available from Portier: Tue–Fri 17:00–21:00 Sat 17:00–19:00 This film addresses the romantic idea of the apocalypse using spectacular images from the «cinema of attractions» with its focus on visual effects. The disaster as an emblem of an inadequate reaction, disconnected from the underlying problems. The film deliberately forgoes a happy ending that would re-establish the familiar order. Rainer Kohlberger (*1982 in Linz) is a freelance video and media artist based in Berlin. He develops algorithmically created images for spatial installations, experimental films, and live visualizations. His reductionist visual language oscillates between a playful approach to concrete shapes and noise aesthetics. His works have received multiple awards worldwide.

Tue–Sat 17:00–23:00 Skills Park across from Kraftfeld Die Kamera beobachtet eine Brückenspinne, die ihr Netz über ein leuchtendes Werbedisplay webt. Sie eignet sich das menschengemachte Objekt – geschaffen, um unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen – an und funktioniert es in eine effiziente Falle um, deren Licht ihre Beute anzieht und ins Netz lockt. Die Brückenspinne gilt als klassische Kulturfolgerin: als Lebewesen, das dem Menschen in seine Kulturlandschaft folgt und sich dieser anzupassen vermag. Als solche macht sie sich eine wichtige Kulturtechnik der Postmoderne zunutze, um an ihre Beute zu gelangen. Michael Etzensperger, 1982 in Winterthur geboren, ist bildender Künstler und lebt und arbeitet in Zürich. Ursprünglich gelernter Siebdrucker studierte er später Fotografie im BA an der Zürcher Hochschule der Künste (2013) und im MFA am Institut Kunst der FHNW in Basel (2019). Michael hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen, etwa in der Kunsthalle Winterthur, im Musée d’Elysée Lausanne, im Kunstmuseum Winterthur und am Centro Nacional de las Artes in Mexico City. Er arbeitet hauptsächlich mit Fotografie und Video.

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The camera observes a bridge spider spinning its web across an illuminated advertisement. The spider appropriates the humanmade object – created to attract our attention – repurposing it into an efficient trap, whose light attracts the spider’s prey. The bridge spider is a synanthrope, that is, a species that lives in a humanmade habitat and adapts to it. As such, it makes use of a postmodern cultural technology to obtain its prey. Michael Etzensperger (*1982 in Winterthur) initially trained as a screen printer before studying photography at the Zurich University of the Arts (2013). He went on to receive an MFA from FHNW in Basel (2019). Michael has participated in numerous exhibitions in Switzerland and abroad, at venues including Kunsthalle Winterthur, Musée d’Elysée Lausanne, Kunstmuseum Winterthur, and Centro Nacional de las Artes in Mexico City. He primarily works with photography and video.


The Cube Wed–Sat 10:00–23:00 Sun 10:00–18:00 Casinotheater, Tanzsaal Vier Filme, präsentiert in einem filmischen Kubus aus Bildschirmen: Was sie verbindet, sind Fragestellungen zur Natur, zu deren Verfremdung und zu uns Menschen als Teil einer Gesamtheit, die unsere Sinne und Vorstellungskraft bei weitem übersteigt. Wir begeben uns mit dem englischen Religionsphilosophen Alan Watts auf eine Reise und begegnen Atomen, Pflanzen, Tieren, Planeten und Galaxien. Wir tauchen ein in den Tiefschlaf eines Mädchens und erleben eine mystische Reise durch die Natur. Wir treten ein in die farbig glühende Höhle einer Insel und werden Zeugen der digitalen Orchestrierung einer grossen Glühwürmchenkolonie. Als einzige Lichtquelle im Raum wird The Cube selbst zum künstlerischen Objekt. Die Farben und Bewegungen in den Filmen strahlen in den dunklen Raum hinein und machen diese Installation zu einem atmosphärischsinnlichen Erlebnis für ein Publikum in Bewegung.

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Four films, presented in a cinematic cube consisting of screens: what connects them is the theme of nature, of its denaturalization, and of us humans as part of a whole that far surpasses our perception and understanding. We join English philosopher of religion Alan Watts on a journey, where we encounter atoms, plants, animals, planets, and galaxies. We follow a girl into her dream and on her mystical journey through nature. We enter a colourful, glowing cave on an island, and we witness the digital orchestration of a large colony of fireflies. As the only source of light in the room, The Cube itself becomes an art object: the colours and motion from the films project into the surrounding darkness, turning the installation into an atmospheric, sensual experience for an audience in motion.

Everything

David OReilly, Ireland/USA 2017, 11', colour, English without subtitles, Exp/Ani/Doc

Erpe-Mere

Noemi Osselaer, Belgium 2019, 20'44", colour, no dialogue, Exp/Doc

Look Then Below

Ben Rivers, United Kingdom 2019, 22'30", colour, English without subtitles, Fic/Exp

Synchronicity

Andre Gwerder, Robin Meier, Thailand/Switzerland 2020, 13'52", colour, no dialogue, Doc/Exp


Bit-Tuner

EXO

Running time: 45' Fri 00:00 Casino 1 Das 2020 erschienene Album «EXO» ist weitgehend während Bit-Tuners zweijährigem Aufenthalt in Athen entstanden. Die sozialen und strukturellen Umbrüche waren prägende Einflüsse auf das Werk, das einen Meilenstein im Schaffen des Künstlers darstellt. Das nahezu beatlose Album erzählt eine Geschichte von Umbruch und Neubeginn. Davon inspiriert erschuf der Filmemacher Joerg Hurschler in monatelanger Arbeit eine sonderbare visuelle 3D-Welt, die er mit ätherischen Wesen bevölkert hat. Im Geiste eines Dokumentarfilmers erkundet er diese Welt über die Länge des Konzertes immer weiter. Es entsteht eine neue Form des cineastischen Storytelling, live vertont von Bit-Tuner. Marcel Gschwend (*1978 in St. Gallen) aka BitTuner produziert seit 1999 elektronische Musik mit Computern, MPCs, Synthesizern, Bassgitarre und analogen Effektgeräten. Die Vorliebe für Samples von alten Schallplatten, Filmen und das Field Recording führen zu schweren Beats und Bässen, düsteren Atmosphären, Acid-geschwängerten Melodien und lärmenden Soundlandschaften. Die Bandbreite reicht von Hip-Hop Beats, Electronica und Techno bis Noise, Tanztheaterproduktionen, Modeschauen und Filmvertonungen. 2015 wurde er vom Bundesamt für Kultur für den Schweizer Musikpreis nominiert.

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Bit-Tuner’s 2020 album «EXO» was mostly written and recorded during the artist’s two-year stay in Athens. Influenced by the social and structural upheaval of the time, it marks a milestone in his work. The nearly beatless album tells a story of change and new beginnings. Inspired by the music, filmmaker Joerg Hurschler spent months designing a peculiar 3D world populated with ethereal beings. In the spirit of a documentary filmmaker, he explores this world throughout the duration of the concert, creating a new form of cinematic storytelling, with live music by Bit-Tuner. Marcel Gschwend (*1978 in St. Gallen) aka Bit-Tuner has been producing electronic music since 1999, using computers, MPCs, synthesizers, bass guitar, and analogue effect devices. With samples from old records and films as well as field recordings he creates heavy beats and basslines, dark atmospheres, acid-filled melodies, and noisy soundscapes. His work ranges from hip-hop beats, electronica, techno, and noise to dance theater productions, fashion shows, and film scores. In 2015, he was nominated for the Swiss Music Prize by the Federal Office of Culture.


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Residency

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Residency Kurzfilmtage @ Villa Sträuli Die Kurzfilmtage freuen sich, dieses Jahr bereits zum fünften Mal in Zusammenarbeit mit der Villa Sträuli, der DEZA und dem Locarno Film Festival ein zweimonatiges Atelierstipendium für Filmschaffende anzubieten. Bewerbungsberechtigt waren TeilnehmerInnen der Sektionen Open Doors, Filmmakers Academy und Pardi di domani des Locarno Film Festival 2021, die aus Afrika, Asien, Lateinamerika oder Osteuropa stammen. Der/ die StipendiatIn wohnt und arbeitet im Oktober und November im anregenden Umfeld des Winterthurer Kulturhauses Villa Sträuli und erhält so Gelegenheit, laufende Projekte weiter voranzutreiben sowie anlässlich der Kurzfilmtage neue Kontakte in der internationalen Filmbranche zu knüpfen. Die Bewerbungsgespräche für das Stipendium fanden während des Festivals in Locarno statt. Anlässlich der Preisverleihung der Sektion Open Doors wurde bekannt gegeben, dass das Stipendium Residency Kurzfilmtage @ Villa Sträuli dieses Jahr an den brasilianischen Filmemacher Leonardo Martinelli geht.

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Leonardo Martinelli Leonardo Martinelli ist ein Filmemacher aus Rio de Janeiro und Master-Student an der Päpstlichen Katholischen Universität von Rio de Janeiro, wo er über zeitgenössische Kurzfilme forscht. Seine Filme waren bereits an über 300 Festivals sowie in Museen weltweit zu sehen, unter anderem in Locarno, San Sebastian und am BFI London. Im Jahr 2020 wurde er von Papo de Cinema als einer der zehn wichtigsten jungen Filmschaffenden Brasiliens aufgelistet. Sein Film «Fantasma Neon» gewann 2021 den Pardino d’Oro im internationalen Kurzfilmwettbewerb in Locarno und läuft auch im Internationalen Wettbewerb der diesjährigen Kurzfilmtage.

For the fifth time, Kurzfilmtage offers a two-month residency fellowship to a filmmaker in collaboration with Villa Sträuli, the Swiss Agency for Development and Cooperation (SDC), and the Locarno Film Festival. Filmmakers from Africa, Asia, Latin America, and Eastern Europe who participated in Locarno’s Open Doors, Filmmakers Academy, or Pardi di domani sections were eligible for the residency. During October and November, the residency fellow lives and works in the inspiring environment of Winterthur’s arts centre Villa Sträuli, where they can work on existing projects as well as network with the international film scene during Kurzfilmtage. Interviews for the grant were conducted during the Locarno Film Festival 2021, and at the award ceremony of the Open Doors section, it was announced that this year’s fellowship Residency Kurzfilmtage @ Villa Sträuli goes to Brazilian filmmaker Leonardo Martinelli. villastraeuli.ch


Douwe Dijkstra @ Kurzfilmtage Leonardo Martinelli Leonardo Martinelli is a filmmaker from Rio de Janeiro and a Master’s candidate in social communication at Pontifical Catholic University of Rio de Janeiro, where he researches contemporary short films. His films as a director have been selected for more than 300 film festivals and museums worldwide, including Locarno, San Sebastian, and BFI London. In 2020, Martinelli was mentioned as one of the top 10 new Brazilian filmmakers by Papo de Cinema. His film «Fantasma Neon» won the Pardino d’oro for best international short film at the Locarno Film Festival in 2021, and it also screens in the International Competition of this year’s Kurzfilmtage.

Ein Angebot von / organized by

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

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Die Kurzfilmtage haben den Künstler Douwe Dijkstra eingeladen, während der Festivalwoche ein Werk zu schaffen. Er wird dabei mit Reenactment und einem Greenscreen arbeiten, um Videoporträts von Einheimischen zu machen, die den physischen Bezug der Menschen zu ihrer Umgebung thematisieren. Der Prozess der Inszenierung von Menschen und Landschaften findet in Zusammenarbeit mit den Porträtierten statt: Douwe wird die technischen Möglichkeiten aufzeigen und die Ideen der Teilnehmenden visualisieren. So interagiert er während dem Festival mit den Lokalitäten, der Stadt und den Leuten. Ideen können dabei spontan vor Ort entstehen und sich im Laufe der Woche verändern.

Douwe Dijkstra Douwe Dijkstra (*1984) ist Künstler und Filmemacher. Seine experimentellen Videoarbeiten zeigen die Entstehung des Bildes oft als Teil der Erzählung. Ein wiederkehrendes Thema in seiner Arbeit ist der gesellschaftliche Umgang mit und die Wahrnehmung von Medien. Seine Projekte umfassen Kurzfilme, Dokumentarfilme, Videoinstallationen und Theateraufführungen und sind gelegentlich auch in Museen/ Galerien oder im öffentlichen Raum zu sehen. Hin und wieder macht er auch Auftragsarbeiten.


Douwe Dijkstra @ Kurzfilmtage Kurzfilmtage has invited filmmaker and visual artist Douwe Dijkstra to create a work during the festival week. He will use reenactment and a green screen to make collaborative video portraits with locals that show people’s physical relationship to their surroundings. The process of posing and scaling subjects and landscapes will happen in collaboration with locals, as Douwe will share technical possibilities and visualize the participants’ ideas. During the festival, he will interact with the location, with the city, and with the people. Ideas may arise on the spot and change throughout the week.

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Douwe Dijkstra Douwe Dijkstra (*1984) is a visual artist and filmmaker. He creates video work that is experimental in nature, often showing the construction of the image as part of the narrative. A recurring topic in his work is the way society deals with media use and media perception. His projects range from short films and documentaries to video installations and theatre performances. Occasionally, he shows work in museums/galleries or public spaces, and from time to time, he does commissioned works. douwedijkstra.nl


Rahmenprogramm Special Events

Gala Events Context Talks Workshops & Other Events Music & Parties

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Gala-Events Eröffnungsprogramm Laufzeit 90' Di 20:00 Theater Winterthur Der grosse Auftakt der Kurzfilmtage! Die Selektionskomitees der Wettbewerbe und die KuratorInnen der Fokusund Spezialprogramme stellen für das Eröffnungsprogramm ihre liebsten Kurzfilme zusammen und gewähren dem Publikum einen umfassenden Einblick in die bevorstehende Festivalwoche. Mitunter sind hier Filme zu sehen, die in Winterthur in Anwesenheit der Filmschaffenden ihre Schweizer oder gar Weltpremiere feiern. CinéConcert «The Life Underground» von Loïc Hobi Laufzeit 60' Do 20:00 Theater Winterthur (Begrüssung 19:00) Anlässlich ihres 25. Jubiläums spannen die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur und das Musikkollegium Winterthur zusammen und präsentieren ein CinéConcert zum brandneuen Kurzspielfilm «The Life Underground» von Loïc Hobi. Der Film ging aus dem vom Musikkollegium Winterthur und den Kurzfilmtagen initiierten Wettbewerb als Sieger hervor. Der eigens für diesen Film komponierte Soundtrack wird nun, dank der Unterstützung des Lotteriefonds des Kantons Zürich und der Zürcher Kantonalbank, erstmals in der Öffentlichkeit präsentiert – live gespielt vom Musikkollegium Winterthur! Die Musik stammt aus der Feder von Diego Baldenweg mit Nora Baldenweg & Lionel Baldenweg. Das international erfolgreiche Trio komponierte Musik für Filme wie «La Femme et le TGV», «Zwingli» und «Die kleine Hexe». Im bildgewaltigen Kurzfilm des Westschweizer Regisseurs Loïc Hobi begleiten wir den jungen Protagonisten Noah auf der Suche nach seiner Identität – eine Reise in die bedrückende

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Welt einer U-Bahnstation, aber auch in die verwirrende Gefühlswelt eines jungen Erwachsenen. Preisverleihung & Best-of-Programm Laufzeit 150' So 19:00 Theater Winterthur Am Sonntagabend fallen die Würfel: Die Jury vergibt ihre Preise und das Publikum kürt seinen Liebling. Im Anschluss an die Preisverleihung präsentieren die Kurzfilmtage eine Auswahl aus den preisgekrönten Werken und weiteren Kurzfilmen, die in dieser Festivalausgabe besonders ins Auge gestochen sind. Der Ausklang des Festivals findet anschliessend im Foyer des Theaters Winterthur statt.

Kontext-Talks Im Anschluss an diverse Filmprogramme finden Kontext-Talks mit Filmschaffenden und ExpertInnen statt, die einen vertieften Einblick in die jeweiligen Themen bieten. Diese Gespräche sind im Eintritt der entsprechenden Screenings inbegriffen. Make It Visible (en) Do 19:30 Kino Cameo Die Filmemacherinnen Sophie LaskarHaller, Angela Marzullo, Elodie Pong, Sonja Feldmeier und Alizé Rose-May Monod unterhalten sich mit den Kuratorinnen Delphine Jeanneret und Aline Juchler über die Sichtbarkeit von Künstlerinnen und Regisseurinnen, die Evolution weiblicher Körperbilder und heutige Auffassungen von Feminismus in Kunst und Gesellschaft.

Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned (de) Fr 17:00 Casino 2 Zerstört der Mensch die vermeintlich schöne Landschaft durch deren Aneignung als Produktionsstätte? Warum werden Landschaften geschützt? Woran bemisst sich das Schutzwürdige und Ästhetische einer Landschaft und welche Rolle kommt dabei den Medien zu? Solchen Fragen geht der KontextTalk mit Franziska Grossenbacher (stv. Geschäftsleiterin, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz), Matthias Sahli (Filmemacher und Kurator des Programms) und Fred Truniger (Leiter Master Film, Hochschule Luzern) nach. Creatures of the Night (en) Sa 14:00 Kino Cameo Kuratorin Delphine Jeanneret spricht mit Filmemacherin Marie Losier über ihre formalen Experimente im Allgemeinen und ihre neuere Reihe von Porträts legendärer UndergroundFiguren im Spezifischen. Le Corbusier I: Ville radieuse? (de) Sa 14:30 Casino 2 Marcel Bächtiger ist Architekt und Filmemacher, Dozent und Redaktor des Schweizer Architekturmagazins Hochparterre. Er beschäftigt sich mit räumlichen und kulturgeschichtlichen Phänomenen an der Schnittstelle von Film und Architektur und wird über das bahnbrechende, aber auch kontroverse Werk von Le Corbusier sowie dessen Vermittlung und Darstellung im Film sprechen. Vo dinnä nüsä – eine Reise durch die Schweiz (de) Sa 20:00 Casino 2 In der Schweiz treffen verschiedene Topografien auf engem Raum zusammen: Das Dorf in den Hügeln liegt nicht weit von der Agglomeration, diese wiederum ist nahe bei den Städten.


Workshops & Weiteres Hat die Landschaft einen Einfluss auf das Wesen und auf das Denken der Menschen? Bringt die Stadt andere Leute hervor als der Berg? Spalten die Landschaften gar die Schweiz? Ein Kontext-Talk zum Programm Vo dinnä nüsä – und nochmals eine Reise durch die Schweiz. Moderation: Bettina Spoerri Zu Diensten? Innovative Gebrauchsfilme der 1930er bis 60er Jahre (de) So 14:00 Casino 2 Im Anschluss an die Vorführung unterhält sich Kurator Thomas Schärer (Filmhistoriker und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste) mit David Landolf (Leiter Lichtspiel / Kinemathek Bern) über Beschränkungen und Möglichkeiten im Auftragsfilmschaffen am Beispiel des Werks von Kurt Blum. Landolf pflegt den filmischen Nachlass des Berner Fotografen und Filmemachers Kurt Blum und realisierte mit seinem Team zahlreiche Filmrestaurierungen und -digitalisierungen. Clemens Klopfenstein (de) So 16:30 Casino 2 Wie macht man in der braven Schweiz der späten 1970er Jahre eigentlich ungestüme Filme? Kulturwissenschaftler Johannes Binotto spricht mit Filmemacher Clemens Klopfenstein über seinen Werdegang als Enfant terrible des neuen Schweizer Films, der mit begrenzten Mitteln, dafür aber mit umso mehr Fantasie, Furchtlosigkeit und Freigeist seine unverkennbare Filmsprache entwickelte.

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Gondola elvetica – Gondelfahrt zum Filmerbe Di–So Foyer Theater Winterthur Zum 25. Jubiläum des Festivals ermöglichen die Kurzfilmtage, die Zürcher Kantonalbank und Memoriav – die Kompetenzstelle für das audiovisuelle Kulturgut der Schweiz – eine atemberaubende Gondelfahrt in die Welt der Schweizer Filmwochenschau (1940–1975). Nehmen Sie in den Gondeln Platz und geniessen Sie mit den vier thematisch zusammengestellten Filmblöcken zum Frauenstimmrecht, zu Kantonsreisen, Luftseilbahn und Winterthur die Sicht auf ein einmaliges Kurzfilmerbe. Die Onlinepublikation von mehr als 6000 Beiträgen der Schweizer Filmwochenschau auf memobase.ch und recherche.bar.admin.ch ist ein Gemeinschaftsprojekt von Memoriav, der Cinémathèque suisse und dem Schweizerischen Bundesarchiv. Radio Stadtfilter Talk präsentiert von tibits (de/en) Mi–Sa 18:00–18:30 Festival-Bar im Casinotheater Das Winterthurer Kulturradio sendet täglich live aus dem Casinotheater. An den Stadtfilter Talks stehen Gäste aus dem Kurzfilm-Universum Red und Antwort und geben Hintergründe preis. Im Äther können die Talks über 96.3 MHz und über Kabel auf 107.35 MHz mitverfolgt werden. Edit-a-thon: Mehr Frauen auf Wikipedia (de) Do 17:30–19:00 Museum Schaffen Noch immer sind Biografien von Frauen auf Wikipedia massiv untervertreten. Dies gilt es zu ändern. Nach schweizweiten erfolgreichen Edit-a-thons bringen die Kurzfilmtage und das Museum Schaffen dieses Format nach Winter-

thur. In diesem Workshop wird anhand diverser Kurzfilmbeispiele aufgezeigt, wie jede Person Wikipedia mit lesenswerten Einträgen über Regisseurinnen erweitern kann. Der Eintritt ist frei, ein Laptop muss mitgebracht werden. Masterclass: Marie Losier (en) Sa 11:30–13:00 Festival-Bar im Casinotheater Die französische Künstlerin und Filmemacherin Marie Losier ist bekannt für ihre poetischen 16-mm-Filmporträts von Avantgarde-MusikerInnen, Filmschaffenden und KünstlerInnen, die über die Konventionen des Dokumentarfilms hinausgehen und ebenso viel über ihre ProtagonistInnen wie über ihre Schöpferin verraten. Marie Losier wird über ihre interdisziplinäre Praxis, die Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden unterschiedlichster Herkunft, den Einfluss ihrer 20 Jahre in New York, ihr Leben mit der 16-mm-Bolex-Kamera sowie das Unterrichten von Film sprechen. Partizipativer Stammtisch: Thema Kosovo (de) Sa 17:30–19:00 Museum Schaffen Gemeinsam mit Lirona Sadriu findet im Museum Schaffen ein partizipativer Stammtisch zum Thema Kosovo/Schweiz statt. Die junge Musikerin rückt dabei Verbindungen zwischen den beiden Ländern rund um Kunst und Kultur ins Zentrum. Sie selbst singt auf Albanisch und ist in der Schweiz auf diversen Bühnen anzutreffen. Der Stammtisch lädt zu einem lockeren Austausch in gemütlicher Atmosphäre ein. Der Eintritt ist frei. Coucou liest Film (de) Sa 19:00–19:30 Festival-Bar im Casinotheater Film ist nicht nur Bild und Ton, sondern auch Text. Das Winterthurer Kulturmagazin Coucou lässt das Drehbuch «What If I Was Wrong about What Jesus Looks Like» von Johanna Müller


Konzerte & Partys aus dem diesjährigen Programm Züri Shorts lesen. Vorgetragen von Mr. X und live vertont vom Coucou bietet diese szenische Lesung eine ganz eigene Kino-im-Kopf-Erfahrung. Familien-Workshop: Stop-Motion & Pixilation (de) So 14:00–17:30 Alte Kaserne Winterthur Der Workshop bietet Einblick in die Technik der Stop-Motion-Animation. Die ganze Familie kann mitmachen, Fantasiefiguren filmisch zum Leben erwecken, mittels Pixilation von Fotomaterial ein Autorennen simulieren oder sogar Menschen fliegen lassen. Die erfahrenen Workshop-LeiterInnen führen in die verschiedenen Techniken ein und helfen bei Fragen. Zum Schluss gibt es eine Filmvorführung. Für Kinder von 6 bis 12 Jahren in Begleitung

Mittwoch

Samstag

Rastapopoulos & Los Lobos 21:00–01:00 Festival-Bar im Casinotheater Das Traum-Duo bespielt das Publikum mit schrägen Lounge- und Bar-Beats.

Go, Shorty – It’s Your Birthday Playmob.il (Showcase) DJs Zunami, X-Mona & Pfaff Cäsi 22:00–05:00 Kraftfeld Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur feiern die 25. Festivalausgabe. Nebst vielen spannenden und unterhaltsamen Kurzfilmprogrammen, audiovisuellen Installationen und Performances gibt es deshalb dieses Jahr eine Jubiläums-Sause im Kraftfeld. Dazu haben die Kurzfilmtage Playmob.il, den wildesten Gerätebändiger der Stadt, eingeladen. Umrahmt wird das Electro-Feuerwerk von den DJs Zunami sowie dem furiosen DJ-Duo X-Mona & Pfaff Cäsi, die uns mit ihrer Tropical Discotheque zum Schwitzen bringen.

Donnerstag Awesome Arnold (Showcase) 21:30–22:30 Festival-Bar im Casinotheater Melancholischer Hochsommer trifft auf herzerwärmenden Permafrost-Pop: Awesome Arnold bedeutet Popmusik in all ihren Facetten. Ob betörend schön, mitreissend, verspielt oder wild – die vier Jungs lieben Songs mit Tiefgang und packendem Falsett-Gesang. Madame Coucou & Locke die Bossin 22:30–02:00 Festival-Bar im Casinotheater Indie-Perlen und Hits!

Freitag Verveine (Showcase) 21:30–22:30 Festival-Bar im Casinotheater Verveine ist ein Musikprojekt von Komponistin und Sängerin Joell Nicolas (CH). Mit ihrem klassischen Hintergrund (Klavier) und einer Vorliebe für Pop-, Elektronik- und Avantgarde-Kulturen hat sie mit ihren Maschinen und ihrer Stimme etwas geschaffen, was man «Pop der Extreme» nennen könnte. AICH & das Gemunkel 22:30–04:00 Festival-Bar im Casinotheater Dark Disco, Wave, Techno

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Screening: This Film Will Haunt You 23:00–00:10 Kraftfeld Wer sind eigentlich die Leute, die sich hinter Titeln wie «Künstlerische Leitung» verbergen und die Programme von Filmfestivals verantworten? Warum entscheiden gerade sie, was ein guter Film ist? Einige dieser vermeintlich wichtigen Personen haben in jungen Jahren eigene Filme gedreht – mal mehr, mal weniger erfolgreich. Wir haben diese Perlen eingesammelt und in einem Programm vereint. Entstanden ist ein Sammelsurium aus primitiven Erstversuchen, ernstgemeinten Kurzgeschichten und einer ordentlichen Ladung Trash. Siehe auch S. 267.


Screening: Dismissed 00:30–01:40 Kraftfeld Diese Filme haben es zwar nicht in den diesjährigen Wettbewerb geschafft, gehören aber trotzdem auf die grosse Leinwand – finden zumindest die unerschütterlichen KuratorInnen dieses Programmes, das an den Kurzfilmtagen mittlerweile Kultstatus erreicht hat. Dismissed zeigt, was eigentlich nicht gesehen werden sollte, und schreckt weder vor rührseligen Dramen noch vor konfusen Handlungssträngen zurück. Der Rausch der Bilder steht bereit, für den eigenen muss das Publikum selber sorgen. Siehe auch S. 93.

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Gala Events Opening Programme Running time 90' Tue 20:00 Theater Winterthur The big festival kick-off! The selection committee of the competitions and the curators of the thematic programmes have compiled some of their favourite short films for the opening programme, giving the audience a glimpse of the upcoming festival week. Every so often, you’ll see films celebrating their Swiss or even their world premiere here, with the filmmakers in attendance. CinéConcert «The Life Underground» by Loïc Hobi Running time 60' Thu 20:00 Theater Winterthur (Introduction at 19:00) In celebration of its 25th anniversary, Kurzfilmtage is collaborating with Musikkollegium Winterthur to present a CinéConcert featuring the brand new fictional short film «The Life Underground» by Loïc Hobi. The film was the winner of the competition initiated by Musikkollegium and Kurzfilmtage. Thanks to the support of the Lottery Fund of the Canton of Zurich and Zürcher Kantonalbank, the soundtrack – composed specifically for this film – will be presented to the public for the first time, performed by the symphony orchestra of Musikkollegium. The music was written by Diego Baldenweg with Nora Baldenweg and Lionel Baldenweg. The internationally successful trio has composed music for films such as «La Femme et le TGV», «Zwingli», and «Die kleine Hexe». In the visually stunning short film by director Loïc Hobi from Romandy, we follow young protagonist Noah in search of his identity – it’s a journey into the gloomy world of a subway station but also the confusing emotional world of a young adult.

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Award Ceremony & Best-of Programme Running time 150' Sun 19:00 Theater Winterthur Sunday night is when the die is cast! The juries announce the award winners, and the audience chooses its favourite short film. After the ceremony, Kurzfilmtage will screen some of the awardwinning works as well as other shorts that stood out this year. Afterwards, we celebrate the end of the festival in the lobby of Theater Winterthur.

Context Talks Many of our film programmes are followed by Context Talks with filmmakers and experts, offering additional insight into the themes addressed in the films. These talks are included in the ticket price for the respective screenings. Make It Visible (en) Thu 19:30 Kino Cameo Filmmakers Sophie Laskar-Haller, Angela Marzullo, Elodie Pong, Sonja Feldmeier, and Alizé Rose-May Monod talk to curators Delphine Jeanneret and Aline Juchler about the visibility of works by women artists and filmmakers, the evolution of female body representations, and the notion of feminism in art and society today. Cultivated Landscapes: No Stone Left Unturned Fri 17:00 Casino 2 Are humans destroying beautiful landscapes by appropriating them as production sites? Why do we protect landscapes? How do we decide what is aesthetically valuable and worthy of protection, and what role does the media play? Franziska Grossenbacher

(deputy director, Swiss Foundation for Landscape Conversation), Matthias Sahli (filmmaker and curator of the programme), and Fred Truniger (head of the master’s programme in film, Lucerne School of Art and Design) will discuss these questions. Creatures of the Night (en) Sat 14:00 Kino Cameo Curator Delphine Jeanneret talks to filmmaker Marie Losier about her formal experiments in general and her recent portraits of legendary underground artists in particular. Le Corbusier I: Ville radieuse? (de) Sat 14:30 Casino 2 Marcel Bächtiger is an architect, filmmaker, lecturer, and the editor of the Swiss architecture magazine Hochparterre. In his work, he explores spatial and cultural phenomena at the intersection of film and architecture. He will discuss Le Corbusier’s groundbreaking yet controversial oeuvre as well as his representation in film. Vo dinnä nüsä – a Journey through Switzerland (de) Sat 20:00 Casino 2 In Switzerland, diverse topographies coexist in close proximity: the village in the mountains is not far from the suburbs; the suburbs, in turn, are close to the cities. Does the landscape influence the character and attitudes of the population? Does the city produce different people than the mountains? Do the landscapes even divide the country? This talk after the programme Vo dinnä nüsä takes us on yet another journey through Switzerland. Moderated by Bettina Spoerri


Zu Diensten? Innovative Commissioned Films from the 1930s to the 60s (de) Sun 14:00 Casino 2 Curator Thomas Schärer (film historian and lecturer at the Zurich University of the Arts) will talk to David Landolf (director of Lichtspiel / Cinematheque Berne) about the limits and potentials of making commissioned films, using the works of Kurt Blum as an example. Landolf is in charge of photographer and filmmaker Kurt Blum’s archive, and his team has restored and digitized numerous films.

newsreel show on memobase.ch and recherche.bar.admin.ch is a joint project by Memoriav, the Cinémathèque suisse, and the Swiss Federal Archives.

Clemens Klopfenstein (de) Sun 16:30 Casino 2 How does one make outrageous films in the uptight climate of 1970s Switzerland? Cultural scholar Johannes Binotto talks to filmmaker Clemens Klopfenstein about his career as the enfant terrible of the new Swiss cinema, who developed his inimitable cinematic language with limited means but a lot of imagination and fearlessness.

Edit-a-thon: More Women on Wikipedia (de) Thu 17:30–19:00 Museum Schaffen Biographies of women are still massively underrepresented on Wikipedia. It’s time to change that! Following several successful Edit-a-thons across Switzerland, Kurzfilmtage and Museum Schaffen are bringing this event format to Winterthur. Using various short films as examples, the workshop will show how anybody can add interesting entries about female filmmakers to Wikipedia. Admission is free; participants must bring their own laptop.

Workshops & Other Events Gondola elvetica – a Cinematic Heritage Tour Tue–Sun Lobby at Theater Winterthur In celebration of our 25th anniversary, Kurzfilmtage has teamed with Zürcher Kantonalbank and Memoriav – a nonprofit for the preservation of Switzerland’s audiovisual heritage – to present a breathtaking gondola ride through the world of Swiss newsreels from 1940 to 1975. Take a seat in our gondolas and enjoy the four film programmes dedicated to women’s suffrage, the cantons of Switzerland, aerial tramways, and Winterthur. The online archive of more than 6000 segments from Switzerland’s weekly

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Radio Stadtfilter Talk presented by tibits (de/en) Wed–Sat 18:00–18:30 Festival bar at Casinotheater Winterthur’s cultural radio station will broadcast live from Casinotheater, talking to interesting guests from the wide world of short films. Follow the talks live at Casinotheater or over the air at 96.3 MHz / on cable at 107.35 MHz.

Master Class: Marie Losier (en) Sat 11:30–13:00 Festival bar at Casinotheater French artist and filmmaker Marie Losier is known for her poetic 16 mm film portraits of avant-garde musicians, filmmakers, and artists that transcend documentary conventions, revealing as much about their subjects as they do about their creator. Marie Losier will discuss her interdisciplinary practice, her collaboration with other artists from diverse backgrounds, the influence that 20 years in New York had on her work, her life with the 16 mm Bolex camera, and her approach to teaching film.

Participatory Roundtable: Kosovo (de) Sat 17:30–19:00 Museum Schaffen Museum Schaffen hosts a participatory roundtable dedicated to Kosovo and Switzerland with guest Lirona Sadriu. The young musician will address the cultural and artistic connections between the two countries. Lirona sings in Albanian and has performed on stages across Switzerland. The roundtable is an invitation to have a conversation in a relaxed atmosphere. Admission is free. Coucou Reads Cinema (de) Sat 19:00–19:30 Festival bar at Casinotheater Films aren’t made of sounds and images alone, but of text, too. Winterthur’s cultural magazine Coucou hosts a screenplay reading of the film «What If I Was Wrong about What Jesus Looks Like» by Johanna Müller from this year’s Züri Shorts programme. Performed by Mr. X and featuring a live soundtrack by Coucou, this dramatic reading offers a unique experience of movies in your mind. Family Workshop: Stop-Motion & Pixilation (de) Sun 14:00–17:30 Alte Kaserne Winterthur This workshop for the whole family offers an introduction to stop-motion animation. Bring imaginary characters to life, simulate an auto race through pixilation of photos, or make humans fly. Experienced instructors will demonstrate the various techniques and assist with any questions. At the end of the workshop, there will be a film screening. For children aged 6 to 12 accompanied by an adult


Music & Parties Wednesday

Saturday

Rastapopoulos & Los Lobos 21:00–01:00 Festival bar at Casinotheater This dream duo plays trippy lounge music and bar beats.

Go, Shorty – It’s Your Birthday Playmob.il (showcase) DJs Zunami, X-Mona & Pfaff Cäsi 22:00–05:00 Kraftfeld Internationale Kurzfilmtage Winterthur is celebrating its 25th anniversary. In addition to captivating and entertaining short film programmes, audiovisual installations, and performances, the festival is throwing a birthday bash at Kraftfeld. The party will feature Playmob.il, the wildest electro tinkerer in town, as well as DJ Zunami and the DJ duo X-Mona & Pfaff Cäsi, who will make us sweat with their Tropical Discotheque.

Thursday Awesome Arnold (showcase) 21:30–22:30 Festival bar at Casinotheater Melancholy summer vibes encounter heartwarming permafrost pop: Awesome Arnold showcase the whole range of pop music. Whether enchantingly beautiful, rousing, playful, or wild – these four boys love songs with depth and gripping falsetto vocals. Madame Coucou & Locke die Bossin 22:30–02:00 Festival bar at Casinotheater Indie gems and hits!

Friday Verveine (showcase) 21:30–22:30 Festival bar at Casinotheater Verveine is a music project that began with composer, songwriter, and vocalist Joell Nicolas (CH). Her classical background (piano) and a strong taste for pop, electronic, and avant-garde cultures have allowed her to build something with her machines and voice that we could call «pop of the extremes». AICH & das Gemunkel 22:30–04:00 Festival bar at Casinotheater Dark disco, wave, techno.

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Screening: This Film Will Haunt You 23:00–00:10 Kraftfeld Who, exactly, are the people behind titles like «artistic director» who put together the programmes of film festivals? Why do they get to decide what a good film is? Some of these supposedly important people made their own films when they were young – sometimes more, sometimes less successfully. We’ve collected some of these gems and compiled them in this programme. The result is a medley of crude first attempts, serious short stories, and a good amount of trash. See also p. 267. Screening: Dismissed 00:30–01:40 Kraftfeld While these films were not selected for this year’s competitions, they still belong on the big screen. At least, that is the opinion of the curators of this programme, which has achieved cult status at Kurzfilmtage. Dismissed shows what is not supposed to be seen, and it does not shy away from sentimental dramas or confused plotlines. The orgy of images is ready – we’ll leave it to the audience to provide for everything else. See also p. 93.


Industry Lab Ein Angebot von / organized by

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Friday, 12 November 2021 10:00–17:00 Alte Kaserne Winterthur

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Industry Lab 2021

Exklusiv online

Programm

Fr 10:00–17:00 Alte Kaserne Winterthur

Verfügbar vom 26.10. bis 30.11.2021

9:30 Empfang mit Kaffee und Gipfeli

Unter dem Titel «Industry Introspection / Branchenintrospektion» fokussiert das Industry Lab in diesem Jahr auf Selbstbeobachtung und -reflexion. In verschiedenen Formaten beschäftigen wir uns dabei sowohl mit Selbstmanagement und Organisation als auch mit der inneren Systematik der Kurzfilmbranche. Diskutiert werden unterschiedliche Produktions- und Auswertungsstrategien, um Prozesse transparenter zu machen und zukünftige Wege aufzuzeigen. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung unter kurzfilmtage.ch/DE/Festival/Industry Einzelne Veranstaltungen sind zusätzlich online verfügbar. Diese sind mit dem Zusatz «auch online» gekennzeichnet.

Keynote: Kathleen McInnis on Gender Equality (en) 2020 haben die Kurzfilmtage zusammen mit der Short Film Conference und dem Festival du Court Métrage Clermont-Ferrand eine Umfrage gestartet, um handfeste Daten zur Gleichberechtigung in der Kurzfilmbranche zu sammeln. Inzwischen haben viele Festivals weltweit wertvolle Informationen geliefert. Zu Beginn der Präsentation werden diese Ergebnisse vorgestellt. Im Anschluss spricht Kathleen McInnis über die Entwicklungen in der Filmbranche, was sich in den letzten zehn Jahren verändert hat und wo sie sich für Gleichberechtigung einsetzen konnte. Referentin: Kathleen McInnis (Industry-Strategin) Einführung durch die InitiatorInnen der Umfrage: Lotte Kircher (Internationale Kurzfilmtage Winterthur), Niels Putman (Short Film Conference), Julie Rousson (Festival du CourtMétrage de Clermont-Ferrand)

10:00–11:15 Schweizer Brancheninformation: Fast & Furious Funding for Shorts? (de/en) Welche Fördermassnahmen gibt es in der Schweiz für den Kurzfilm, die eine schnelle Produktion ohne langen Vorlauf ermöglichen? Anders als der einmal jährlich stattfindende Wettbewerb «Fast Track» der Zürcher Filmstiftung ist die kurzfristige Förderung im Rahmen der «Collection Lockdown» von SRG/SSR zwar kein wiederkehrendes Format, aber beide Massnahmen sind Beispiele für einen Förderansatz, der darauf abzielt, vorhandene Ideen schnell umsetzen zu können. Wie sinnvoll und notwendig ist es aber andererseits, auf die längerfristige Planung von Kurzfilmen zu setzen? Welche Fördermöglichkeiten gibt es für die Entwicklung für das kurze Format? Wie sind diese beiden Förderansätze – «fast & furious» versus «calm & composed» – zu beurteilen und welche Implikationen und Erfahrungen spielen hier eine Rolle? ReferentInnen: Matthias Christen (BAK), Julia Krättli (Zürcher Filmstiftung), Patrizia Pesko (Ciné Forom), Nadine Adler Spiegel (Migros Kulturprozent), Sven Wälti (SRG, SSR) Moderation: Lucie Bader (Cinébulletin)

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11:30–13:00 Market Meetings Die Market Meetings bieten Filmschaffenden und internationalen BranchenvertreterInnen die Möglichkeit, erste Kontakte zu knüpfen und sich in kurzen Gesprächen auszutauschen. 12:15–14:00 Short Pitching Die Kurzfilmtage laden Schweizer Filmschaffende aus den Bereichen Spielfilm, Dokumentarfilm und Animation ein, ihre Kurzfilmidee vor Schweizer ProduzentInnen zu pitchen und erste Kontakte mit möglichen (Co-)ProduktionspartnerInnen zu knüpfen. Das Short Pitching findet am Freitag, 12. November in der Alten Kaserne Winterthur statt. Als Vorbereitung erhalten die TeilnehmerInnen am Vormittag ein professionelles PitchingTraining mit Norma Giannetta. 14:00–15:00 (auch online) Keynote Talk: Giona Nazzaro (künstlerischer Leiter, Locarno Film Festival) im Gespräch mit Eddie Bertozzi (Leiter Pardi di domani, Locarno Film Festival) (en) Mit der Sektion Pardi di domani verfügt das Locarno Film Festival über eine lange Tradition im Kurzfilmbereich. Neben dem nationalen und internationalen Wettbewerb stärkt die neue Untersektion Corti d’autore mit kurzen Werken von etablierten Filmschaffenden die Mission der Kurzfilmförderung zusätzlich. Doch wie lassen sich Kurzfilme erfolgreich so in den Kontext eines grossen A-Festivals integrieren, dass sie trotz der Dominanz abendfüllender Filme Beachtung finden?

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15:15–16:45 (auch online) Panel: Award Season (en) Preise wie die Oscars oder der European Film Award (EFA) sind in aller Munde, wenn man über den Erfolg eines Kurzfilms spricht. Aber was ist zu tun, wenn ein Kurzfilm an einem der qualifizierenden Festivals ausgewählt wird und somit nominationsberechtigt ist? Wann ist ein guter Zeitpunkt, um eine Kampagne zu lancieren? Was bringt eine Nomination für weitere Projekte der Beteiligten? Wie kann man Filmschaffende im Rennen um die Hauptpreise unterstützen und welche Investitionen lohnen sich? SWISS FILMS präsentiert ein Panel mit kampagnenerprobten Filmschaffenden und ExpertInnen.

Dabei ist diese Diskussion eigentlich gar nicht neu, denn die Position des Dokumentarfilms zwischen Fakt und Fiktion war immer ungenau und angreifbar. Nicht von ungefähr ist im künstlerischen Dokumentarfilm eine Fülle von Ausdrucksformen und Spielarten entstanden, die das Verhältnis des Dokumentarischen zur Wirklichkeit immer wieder produktiv neu ordnen. Vielleicht müssen in diesem Diskurs vor allem die Begriffe präzise gefasst werden.

ReferentInnen: Joël Jent (Produzent/ Regisseur/Drehbuchautor, Aaron Film), Catherine Lyn Scott (PR-Agentin, London Flair PR), N.N.

Moderation: Hannah Pilarczyk (Redakteurin DER SPIEGEL)

Moderation: Laura Daniel (Consultant Film, Talent & Awards, SWISS FILMS), Sylvain Vaucher (Consultant Short Films, SWISS FILMS) 15:15–16:45 Panel: Realität und Fiktion im Dokumentarfilm (de/en) Als bekannt wurde, dass der als Dokumentarfilm vielfach ausgezeichnete «Lovemobil» nachgestellte Szenen enthielt, wurde der Film umgehend aus dem Verkehr gezogen, weil die Regisseurin diese Szenen nicht als solche gekennzeichnet hatte. In der Folge löste der Fall eine intensive Debatte über dokumentarisches Arbeiten aus und über die Frage, was Dokumentarfilme «wahr» macht und wo die Grenzen zum Fiktionalen und Fiktiven liegen.

ReferentInnen: Margrit Tröhler (Professorin für Filmwissenschaft, UZH), Daniel Sponsel (Künstlerischer Leiter und Geschäftsführer DOK.fest München), Tizian Büchi (Kurator/Regisseur)

15:15–16:45 Workshop: Resilienz in der Filmbranche (en) Noch nie war das Thema mentale Gesundheit und Stressmanagement so präsent wie in diesen Zeiten. Widerstandsfähigkeit oder «Resilienz» ist längst nicht mehr nur Fachkreisen ein Begriff. Die pandemiebedingten neuen Herausforderungen und Hürden von Home Office & Co. machten zusätzlich Druck auf Filmschaffende. Zwischen Deadlines, der Koordination von Teams, dem erforderlichen hohen Mass an Flexibilität und einem knappen Budget noch die Leichtigkeit für kreatives Arbeiten bewahren? Ein echter Balanceakt! Wie Filmschaffende trotzdem gelassen bleiben und einen kühlen Kopf bewahren können, soll in diesem Workshop vermittelt werden. Workshopleitung: Bettina Grunwald (Resilienz-Trainerin)


15:15–16:45 Panel: The Future of Shorts – Film Circulation on the International Film Festival Network and the Impact on Global Film Culture (en) Das «Film Circulation»-Projekt untersucht, wie sich Filme in der Festivallandschaft bewegen. Es verfolgt die Zirkulation von mehreren tausend Filmen nach ihrer Festivalpremiere. Diese Datensammlung bildet die Grundlage für die Entwicklung einer neuen Methode zum Mapping der Festivalläufe von Filmen. Skadi Loist präsentiert die Resultate des Forschungsprojekts und zeigt erste Trends für den Kurzfilm auf. Im Anschluss an die Präsentation werden die Ergebnisse sowie potenzielle weiterführende Kooperationen gemeinsam diskutiert. Referentin: Skadi Loist (Professorin Filmuniversität Babelsberg) Moderation: John Canciani

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Industry Lab 2021

Exclusively online

Programme

Fri 10:00–17:00 Alte Kaserne Winterthur

Available from 26/10 until 30/11/2021

9:30 Welcome / coffee & pastries

This year’s Industry Lab, titled «Industry Introspection / Branchenintrospektion», focuses on introspection and self-reflection. Various events address the self-management and organization as well as the inner mechanics of the short film industry. By discussing production and distribution strategies, we aim to make these processes more transparent and to outline future paths.

Keynote: Kathleen McInnis on Gender Equality (en) In 2020, Kurzfilmtage, the Short Film Conference, and the Festival du Court Métrage Clermont-Ferrand launched a survey to collect solid data on gender equality in the short film industry. Since the start of the project, many festivals worldwide have contributed valuable information. These results will be presented at the beginning of the talk. Afterwards, Kathleen McInnis will speak about the developments in the film industry, about what has changed over the past ten years, and about her experiences advocating for equality.

10:00–11:15 Swiss Industry Information: Fast & Furious Funding for Shorts? (de/en) What funding measures exist in Switzerland that allow fast production processes for short films? Unlike the annual «Fast Track» competition by Zürcher Filmstiftung, the funding initiative «Collection Lockdown» by SRG/ SSR is not a recurring programme, but both are examples of projects that aim to realize existing ideas quickly. How important is it, in turn, to invest in long-term planning? What measures of promotion and funding exist for the sustained development of short films? What are the pros and cons of these two approaches – «fast and furious» versus «calm and composed»? And what implications and experiences need to be taken into account?

Admission is free, but space is limited. Registration at kurzfilmtage.ch/DE/ Festival/Industry Some events will also be available online (labelled «also available online» in the programme).

Speaker: Kathleen McInnis (industry strategist) Introduction by the initiators of the survey: Lotte Kircher (Internationale Kurzfilmtage Winterthur), Niels Putman (Short Film Conference), Julie Rousson (Festival du Court-Métrage de Clermont-Ferrand)

Speakers: Matthias Christen (BAK), Julia Krättli (Zürcher Filmstiftung), Patrizia Pesko (Ciné Forom), Nadine Adler Spiegel (Migros Kulturprozent), Sven Wälti (SRG, SSR) Moderator: Lucie Bader (Cinébulletin) 11:30–13:00 Market Meetings The Market Meetings offer filmmakers and international professionals an opportunity to network and discuss ideas for potential projects.

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12:15–14:00 Short Pitching Kurzfilmtage invites Swiss filmmakers to pitch their ideas for short films to Swiss producers and thus meet with potential (co-)production partners. Fiction, documentary, and animation projects are eligible. The Short Pitching takes place on Friday, 12 November at Alte Kaserne Winterthur. In preparation for the pitching sessions, participants receive professional pitching training with Norma Giannetta in the morning. 14:00–15:00 (also available online) Keynote Talk: Giona Nazzaro (Artistic Director, Locarno Film Festival) in Conversation with Eddie Bertozzi (head of the Pardi di domani selection committee, Locarno Film Festival) (en) With its Pardi di domani section, the Locarno Film Festival boasts a long tradition in the field of short films. Alongside the international and national competitions, the newborn Corti d’autore strand renews the festival’s mission of promoting the short form, showcasing short works by established filmmakers. But how can short films be successfully integrated and valued within the context of a larger, feature-oriented A-list festival? 15:15–16:45 (also available online) Panel: Award Season (en) Awards such as the Oscars or the European Film Awards (EFA) are often mentioned in connection with the success of a short film. But what is the best thing to do when a short film is selected for a qualifying festival and thus becomes eligible for nomination? When is the right time to launch a campaign? How does a nomination benefit the creators’ future projects? How can festivals support filmmakers in the awards race, and what investments are worthwhile?

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SWISS FILMS is presenting a panel with seasoned filmmakers and experts. Speakers: Joël Jent (producer/director/ screenwriter, Aaron Film), Catherine Lyn Scott (publicist, London Flair PR), N.N. Moderators: Laura Daniel (Consultant Film, Talent & Awards, SWISS FILMS), Sylvain Vaucher (Consultant Short Films, SWISS FILMS) 15:15–16:45 Panel: Reality and Fiction in Documentary Film When it came out that the multi-awardwinning documentary «Lovemobil» contained staged scenes, the film was immediately withdrawn from circulation because the director had failed to designate those scenes as such. The case fuelled an intense debate about documentary filmmaking, especially about what makes documentaries «true» and where they border on the fictional. Yet this debate is anything but new – the status of documentary film between fact and fiction has always been ambiguous, making documentaries easy targets for attack. It is not by chance, then, that artistic documentary filmmaking has brought forth numerous forms, which continue to productively redefine documentary’s relation to reality. Perhaps, what this debate needs most is a precise terminology. Speakers: Margrit Tröhler (professor of film studies, UZH), Daniel Sponsel (artistic director and general manager, DOK.fest Munich) Moderator: Hannah Pilarczyk (editor, DER SPIEGEL)

15:15–16:45 Workshop: Resilience in the Film Industry (en) The issues of mental health and stress management have never been as present as they are today. Resilience has long become a buzzword, not just in expert circles. The pandemic-induced challenges and obstacles of the home office have put additional pressure on filmmakers. Maintaining inspiration while struggling to meet tight deadlines and budgets, coordinating teams, and staying flexible has become a true balancing act! This workshop offers tips on how filmmakers can nevertheless remain relaxed and keep their cool. Workshop facilitator: Bettina Grunwald (resilience coach) 15:15–16:45 Panel: The Future of Shorts – Film Circulation on the International Film Festival Network and the Impact on Global Film Culture (en) The «Film Circulation» project examines how films move through the festival landscape, tracking the circulation of several thousand films after their festival premiere. This collection of data forms the basis for a new method of mapping the festival runs of films. Skadi Loist will present the results of the research project and reveal some of the trends for short films. After the presentation, there will be time to discuss the results, as well as potential follow-up projects and co-operations. Speaker: Skadi Loist (professor, Filmuniversität Babelsberg) Moderator: John Canciani


Writers’ Room Ein Angebot von / organized by

In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

Mit freundlicher Unterstützung von / with the kind support of

Saturday, 13 November 2021 10:00–17:00 Alte Kaserne Winterthur

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Writers’ Room 2021

Programm

Sa 10:00–17:30 Alte Kaserne Winterthur

9:30 Empfang mit Kaffee und Gipfeli

Maya Fahrni (FOCAL, Programmverantwortliche Drehbuch)

Mit dem Writers’ Room bieten die Kurzfilmtage eine Vernetzungs-Plattform für Schweizer und internationale AutorInnen.

10:00–11:15 Input-Talk: Von der Idee zum Film – wie pitche ich ein Drehbuch? (en) Am Anfang eines Filmes steht zumeist ein Drehbuch, doch wie wird dieses zum Film? Das Einführungsgespräch widmet sich der Bedeutung und dem Stellenwert des Pitchings in der Entwicklung eines Filmprojekts. In welcher Phase der Stoffentwicklung wird ein Drehbuch gepitcht, wie geht die Ausarbeitung des Stoffes gemeinsam mit Regie und Produktion vonstatten, und wie werden Drehbücher an Redaktionen und Streamingdienste herangetragen?

Moderation: Stefan Staub (Drehbuchautor)

Im Fokus des diesjährigen Writers’ Room stehen der Schreibprozess sowie die Rechte und das Selbstverständnis von DrehbuchautorInnen. Ziel der Veranstaltungen ist es, den Teilnehmenden die kreativen Mechanismen und die rechtlichen Bedingungen der Stoffentwicklung und -vermarktung zu vermitteln und über geeignete Netzwerke zu informieren. Der Eintritt ist frei, die Platzzahl ist beschränkt. Es gibt die Möglichkeit, am Writers’ Room Lunch teilzunehmen (CHF 20.–). Anmeldung unter kurzfilmtage.ch/writersroom

Referentin: Olga Lamontanara (Head of Coproduction Forum, European Short Pitch)

13:00–14:00 Writers’ Room Lunch 14:00–15:30 Werkstattgespräch: Zusammenarbeit im Writers’ Room (de/en) Wie funktioniert die Zusammenarbeit in einem Writers’ Room eigentlich? Wer ist im Lead und wie gestalten sich die Arbeitsprozesse? Wie sind die Arbeitsphasen aufgeteilt in kreativen Austausch und Umsetzung? Und wie weit können die AutorInnen ihre eigenen Ideen einbringen? In diesem Werkstattgespräch spricht Béla Batthyany, der Autor hinter der Schweizer Erfolgsserie «Wilder», über die Herausforderungen und Bereicherungen der Zusammenarbeit.

Moderation: Gabriela Seidel-Hollaender Einzelne Veranstaltungen sind zusätzlich online verfügbar. Diese sind mit dem Zusatz «auch online» gekennzeichnet. Individuell vereinbart FOCAL Script-Coaching Im Rahmen der Kurzfilmtage offeriert FOCAL ein kostenloses Coaching für ausgewählte Kurzfilmprojekte. Die Coachings dauern 60 bis 90 Minuten. Die Termine werden vorab mit den DrehbuchberaterInnen vereinbart.

11:30–13:00 (auch online) Panel: Zum Selbstverständnis von DrehbuchautorInnen (de/en) Fast kein Film kommt ohne Drehbuch aus, dennoch findet die Arbeit von AutorInnen oft weder vertraglich noch im Produktionsprozess eine angemessene Wertschätzung. In den letzten Jahren hat sich das Selbstverständnis der AutorInnen diesbezüglich geändert. So haben AutorInnen in Deutschland mit «Kontrakt 18» oder in Frankreich mit «Paroles de scénaristes» verschiedene Initiativen lanciert, um sich Gehör zu verschaffen. Im Gespräch mit Drehbuchautor Stefan Staub sprechen AutorInnen aus Deutschland und der Schweiz über diese Initiativen und mögliche Chancen für das hiesige Filmschaffen. Referentinnen: Marianne Wendt (Drehbuchautorin und Showrunnerin, Kontrakt 18), Christa Capaul (Drehbuchautorin, Vorstand ARF und Scénario),

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Referent: Béla Batthyany Moderation: Monika Schärer 15:45–17:15 (auch online) Werkstattgespräch: Wer spielt meine Heldin / meinen Helden? (de/en) Wer ein Drehbuch schreibt, entwickelt Personen, gibt ihnen Charaktereigenschaften und eine physische Erscheinung. Mitunter haben die AutorInnen dabei schon eine(n) bestimmte(n) SchauspielerIn vor Augen. Allerdings sind sie selten in das Casting für die Rollen involviert. Im letzten Werkstattgespräch des Tages sprechen DrehbuchautorInnen und eine Casterin über das Mitspracherecht bei der Auswahl der DarstellerInnen und über den Luxus, diese auswählen zu können. ReferentInnen: Béla Batthyany, Marianne Wendt, Nora Leibundgut (Casting Director, Glaus Casting) Moderation: Gabriela Seidel-Hollaender


Writers’ Room 2021

Programme

Sat 10:00–17:30 Alte Kaserne Winterthur

9:30 Welcome / coffee & pastries

Maya Fahrni (FOCAL, head of the screenplay division)

Kurzfilmtage’s annual Writers’ Room is a networking platform for Swiss and international authors.

10:00–11:15 Introductory Talk: From an Idea to a Film – How to Pitch a Screenplay (en) Most film projects start out with a script – but how does the script become a film? The introductory talk is dedicated to the significance of the pitching process in the development of a film project. In which phase of development are screenplays pitched, how are stories developed in collaboration with directors and producers, and how are scripts presented to TV programmers and streaming services?

Moderator: Stefan Staub (screenwriter)

This year’s Writers’ Room focuses on screenwriters’ writing process as well as their rights and their selfimage. The event aims to present the creative mechanisms and legal frameworks of developing and marketing stories, and to inform participants about useful networks. Admission is free, but space is limited. Lunch will be available for CHF 20.–. Registration at kurzfilmtage.ch/writersroom Some events will also be available online (labelled «also available online» in the programme).

Speaker: Olga Lamontanara (Head of Coproduction Forum, European Short Pitch)

13:00–14:00 Writers’ Room Lunch 14:00–15:30 Conversation: Collaboration in the Writers’ Room (de/en) What does collaboration in the writers’ room actually look like? Who is in charge, and what are the procedures? How are the processes structured into phases of creative exchange and implementation? And how much can authors contribute their own ideas? Béla Batthyany, author behind the successful Swiss series «Wilder», talks about the challenges and joys of collaboration.

Moderator: Gabriela Seidel-Hollaender Speaker: Béla Batthyany

Individual meetings FOCAL Script Coaching During Kurzfilmtage, FOCAL offers free coaching sessions for selected short film projects. The sessions last 60 to 90 minutes and will be scheduled in advance with the script coaches.

11:30–13:00 (also available online) Panel: The Self-Image of Screenwriters (de/en) While hardly any film lacks a screenplay, there is often a lack of appreciation for the work of the authors – both contractually and during the production process. In recent years, however, writers’ selfimage in this respect has started to change. In various countries, authors have launched initiatives to make their voices heard, among them «Kontrakt 18» in Germany and «Paroles de scénaristes» in France. Screenwriter Stefan Staub will talk to authors from Germany and Switzerland about these initiatives and about the potential opportunities they offer to the local film industry. Speakers: Marianne Wendt (screenwriter and showrunner, Kontrakt 18), Christa Capaul (screenwriter, board member of ARF and Scénario),

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Moderator: Monika Schärer 15:45–17:15 (also available online) Conversation: Who Will Play My Hero/ine? (de/en) Screenwriters develop characters and endow them with personality traits and a physical appearance. Sometimes, they already have certain actors in mind when writing their scripts, yet they are rarely involved in casting the roles. In the final conversation of the day, screenwriters and a casting agent talk about who has a say in selecting actors and about the luxury of being able to choose them. Speakers: Béla Batthyany, Marianne Wendt, Nora Leibundgut (casting director, Glaus Casting) Moderator: Gabriela Seidel-Hollaender


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Vermittlungsangebote Educational Programmes In Zusammenarbeit mit / in collaboration with

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Kurzfilme im Unterricht Filme sind in unserer Gesellschaft im privaten wie auch im öffentlichen Raum omnipräsent. Audiovisuelle Medien dienen der Information, Bildung und Unterhaltung. Ihre Bedeutung wächst in einer zunehmend digitalen und mobil vernetzten Gesellschaft weiter: Bewegtbildkommunikation ist nicht nur im Kino oder Fernsehen präsent, sondern Filme werden über verschiedenste Kanäle verbreitet und konsumiert. Diese breite und intensive Nutzung erfordert eine grundlegende Filmbildung sowie die Förderung von Kompetenzen im Umgang mit audiovisuellen Medien, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Internationalen Kurzfilmtage Winterthur präsentieren deshalb jedes Jahr ein vielfältiges Angebot für Lehrpersonen, Schulklassen und Jugendliche. Dieses ist abgestimmt auf den Bereich Medienbildung im Lehrplan 21 und ist modular aufgebaut. Das Vermittlungsangebot umfasst 2021 drei Module: die ExpertInnenbesuche, den Festivalbesuch und die Jugendjury.

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ExpertInnenbesuche Schulklassen erhalten im Vorfeld des Festivals eine halbtägige Einführung zum Film und den Besonderheiten des filmischen Erzählens anhand zahlreicher Beispiele. Der Besuch ist in zwei Doppellektionen unterteilt und vermittelt die wichtigsten Elemente der Filmsprache. Die ExpertInnenbesuche haben zum Ziel, differenziertes Wissen zu vermitteln, mit dem die Teilnehmenden bewusst Filme schauen und analysieren können. Festivalbesuch Während dem Festival zeigen die Kurzfilmtage Kinder- und Jugendprogramme für alle Schulstufen – vom ersten Primarschuljahr bis zur Sekundarstufe II – und bieten damit die Möglichkeit, das Kulturgeschehen an einem international renommierten Filmfestival hautnah mitzuerleben. Das Angebot umfasst vier altersgerechte Programme: – Zauberlaterne: Kurze für Kleine (6+ / Unterstufe) – S. 275 – Sparks Junior (9+ / Mittelstufe) – S. 281 – Sparks I (12 + / Sek. I) – S. 51 – Sparks II (16+ / Sek. II) – S. 51

Jugendjury Die Kurzfilmtage berufen in Zusammenarbeit mit dem Verein filmkids.ch eine Jugendjury ein. Diese vergibt die Preise für die besten Filme in den Programmen Sparks I & Sparks II. kurzfilmtage.ch/schule


Shorts in the Classroom In today’s society, films are ubiquitous in both public and private spaces. Audiovisual media offer information, education, and entertainment, and their significance continues to grow in our increasingly digital, mobile, and connected world: films are not just present in cinemas and on television; rather, moving images are distributed and consumed through a variety of channels. This widespread use requires a fundamental education about film and the fostering of competencies in dealing with audiovisual media, especially among children and youth. Every year, Internationale Kurzfilmtage Winterthur thus presents a diverse programme for teachers, school groups, and youth. Our modular educational offerings match Switzerland’s media education curriculum (Lehrplan 21). The 2021 educational programmes include three modules: expert visits, the festival visit, and the youth jury.

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Expert visits Prior to the festival, school groups receive an introduction to cinematic storytelling. The half-day expert visits consist of two double lessons introducing students to the central elements of cinematic language with the help of numerous examples. The aim is to enable participants to watch films critically and analytically. Festival visit During the festival, Kurzfilmtage screens short film programmes for children and teenagers at all grade levels (from first grade to secondary level II), offering students the cultural experience of visiting an internationally renowned film festival. There are four age-appropriate programmes: – Magic Lantern: Shorts for Kids (6+ / grades 1–3) – p. 275 – Sparks Junior (9+ / grades 4–6) – p. 281 – Sparks I (12 + / secondary level I) – p. 51 – Sparks II (16+ / secondary level II) – p. 51

Youth Jury In collaboration with the association filmkids.ch, Kurzfilmtage recruits a youth jury. They award the prizes for the best films in the programmes Sparks I & Sparks II. kurzfilmtage.ch/schule


Trailer 2021 Un écosystème complet A young child has fun with a geological model. An allegory of habitat and ecosystem collapse, and how it relates to modern chaos. The trailer was partially inspired by the director’s two-year-old son. He was asked to play nicely with his model farm, but everything descended into destruction. Watching the boy, his father realized that adults could really benefit from this suggestion. Crew Written, directed, and animated by Gabriel Böhmer Sound design by Jingle Jungle, Robert Buechel Postproduction by Cinegrell Thanks to: Daniela Britt, Roger Limacher, Samantha Monk, Timo Inderfurth, Daniela Apitius, Richard Grell With the support of Jingle Jungle Tonstudios Cinegrell GmbH

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Allgemeine Informationen General Information

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Veranstaltungsorte / Festival venues 1 Casinotheater Winterthur Stadthausstrasse 119 2 Theater Winterthur Theaterstrasse 4 3 Alte Kaserne Technikumstrasse 8 4 oxyd – Kunsträume Untere Vogelsangstrasse 4 5 kunstkasten Katharina-Sulzer-Platz 6 Lagerplatz Kino Cameo, Lagerplatz 19 Kraftfeld, Lagerplatz 18 Portier, Lagerplatz 3 Museum Schaffen, Lagerplatz 9 Skills Park, Lagerplatz 17

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Lageplan / Map

Festivalzentrum Für Informationen, Akkreditierungen während des Festivals, Tickets für die Vorstellungen oder für Verpflegung in unserer Festival-Bar besuchen Sie unser Festivalzentrum im Casinotheater.

Festival centre For information, accreditations, tickets, or drinks from our festival bar, visit the festival centre at Casinotheater.

Öffnungszeiten Desks: Di 18:00–20:00 Mi–So ab 10:00 +41 (0)52 212 11 66

Info Desk opening hours Tue 18:00–20:00 Wed–Sun from 10:00 +41 (0)52 212 11 66

Gastronomie 1 Festival-Bar im Casinotheater 1 Restaurant Fredi Reservation unter +41 (0)52 260 58 58 2 Bar im Theater Winterthur 4 Bar im oxyd

Food & drinks 1 Festival bar at Casinotheater Restaurant Fredi Reservations at +41 (0)52 260 58 58 2 Bar at Theater Winterthur 4 Bar at oxyd


Tickets & Informationen Einzeleintritt Tagespass Mi, Do, Fr Tagespass Sa, So Festivalpass Kinder (3)

Normal CHF 16.– CHF 40.– CHF 45.– CHF 98.– CHF 5.–

Legi, AHV (1) CHF 13.– CHF 32.– CHF 36.– CHF 78.– CHF 5.–

Zürcher Kantonalbank (2) CHF 12.– CHF 32.– CHF 36.– CHF 78.– CHF 5.–

Ermässigung mit Legi, AHV oder Tages-Anzeiger Carte Blanche. Ermässigung Carte Blanche nur für Einzeleintritte; pro Carte Blanche Bezug von max. zwei Einzeleintritten. Ermässigung nur gegen Vorweisen einer Karte der Zürcher Kantonalbank. (3) Gültig für die Programme Kurze für Kleine und Sparks Junior. Freier Eintritt für Mitglieder der Zauberlaterne. (1)

(2)

Einzeleintritt Einzeleintritte sind nur für die entsprechende Vorstellung gültig. Tagespass Der Tagespass berechtigt zum Eintritt in alle Vorstellungen am gewählten Festivaltag. Die Plätze sind nummeriert, eine Reservation ist obligatorisch! Festivalpass Der Festivalpass ermöglicht den Eintritt zu allen Vorstellungen an allen Festivaltagen. Die Plätze sind nummeriert, eine Reservation ist obligatorisch! Kinder (ab 6 Jahren) Der reduzierte Eintrittspreis gilt für Kinder für die Programme Kurze für Kleine und Sparks Junior. Erwachsene bezahlen den normalen Einzeleintritt. Mitglieder der Zauberlaterne beziehen einen Gratiseintritt online oder an den Festival-Kassen. Vorverkauf Der Vorverkauf startet am 20. Oktober 2021 und endet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Tickets sind online oder via Tourist Information Bahnhof Winterthur erhältlich.

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Ticketverkauf Einzeleintritte und Tagespässe können online auf kurzfilmtage.ch, bei der Tourist Information (Bahnhof Winterthur) oder vor Ort an den Festival-Kassen im Casinotheater, im Theater Winterthur und im Kino Cameo gekauft werden. Festivalpässe sind ausschliesslich online, bei der Tourist Information oder vor Ort am Accreditation Desk erhältlich. Im Vorverkauf erstandene Festivalpässe müssen am Accreditation Desk im Casinotheater gegen einen persönlichen Pass eingetauscht werden (das Vorverkaufsticket berechtigt nicht zum Eintritt in den Kinosaal). Öffnungszeiten Festival-Kassen: Di 18:00–20:00, Mi–So ab 10:00 Türöffnung / Eintritt: Türöffnung ist jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Die Sitzplätze sind nummeriert, ein frühzeitiges Erscheinen ist in jedem Fall zu empfehlen. Reservierte Plätze verlieren bei Vorstellungsbeginn die Gültigkeit und werden wieder zum Verkauf freigegeben. Reservation mit Tages- und Festivalpass Die Plätze sind nummeriert, für jede Vorstellung ist eine Reservation obligatorisch. Reservationen können jeweils am Vortag ab 09:00 bis

Vorstellungsbeginn getätigt werden. Reservierte Plätze verlieren bei Vorstellungsbeginn die Gültigkeit und werden wieder zum Verkauf freigegeben. ZVV-Ticket für gratis Transfer Dank der Zürcher Kantonalbank gelten alle Tickets am Veranstaltungstag auf dem gesamten ZVV-Netz für die Fahrt zum Festival und zurück als Fahrschein 2. Klasse. Untertitel Alle Filme werden in der Originalsprache gezeigt und englisch untertitelt. Ausnahmen sind im Programm entsprechend vermerkt. Die Familienprogramme verfügen über deutsche Untertitel oder werden live synchronisiert. Altersbegrenzung Die Filmprogramme sind, wenn nicht anders vermerkt, generell ab 16 Jahren freigegeben. Ausnahmen sind die Programme Sparks I (ab 12 Jahren), Sparks Junior (ab 9 Jahren) und Kurze für Kleine (ab 6 Jahren). Schutzmassnahmen / Durchführung Aktuelle Informationen zu den Schutzmassnahmen vor Ort und zur Festival-Durchführung finden Sie unter kurzfilmtage.ch/aktuell.


Tickets & Information Regular Single ticket Day pass Wed, Thu, Fri Day pass Sat, Sun Festival pass Children(3)

CHF 16.– CHF 40.– CHF 45.– CHF 98.– CHF 5.–

Students, seniors(1) CHF 13.– CHF 32.– CHF 36.– CHF 78.– CHF 5.–

Zürcher Kantonalbank(2) CHF 12.– CHF 32.– CHF 36.– CHF 78.– CHF 5.–

Discounted price for students, seniors, and Tages-Anzeiger Carte Blanche holders. Carte Blanche discount for single tickets only; max. two tickets per Carte Blanche. Only upon presentation of Zürcher Kantonalbank card. (3) For Shorts for Kids and Sparks Junior. Free admission for members of the Magic Lantern. (1)

(2)

Single tickets Single tickets are only valid for the chosen screening. Day pass A day pass provides access to all screenings on the chosen day of the festival. Seats are numbered and advance reservation is required! Festival pass A festival pass provides access to all screenings of the festival. Seats are numbered and advance reservation is required! Children (ages 6 and above) The reduced ticket price is for children who attend the Shorts for Kids and Sparks Junior screenings. Adults pay the regular price. Members of the Magic Lantern can obtain their free ticket online or at the festival box office. Pre-sales Pre-sales begin on 20 October 2021 and end one hour before the start of the screening. Tickets are available online or from the Tourist Information at Winterthur railway station. Where to buy tickets Single tickets and day passes can be purchased online at kurzfilmtage.ch, from the Tourist Information at Winter-

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thur railway station, or from the festival box office at Casinotheater, Theater Winterthur, and Kino Cameo. Festival passes are only available online, from the Tourist Information, or at the Accreditation Desk during the festival. Festival passes purchased before the festival must be exchanged for a personal pass at the Accreditation Desk at Casinotheater (festival pass vouchers do not allow access to screenings). Box office opening hours: Tue 18:00–20:00 Wed–Sun from 10:00 Doors / admission Doors open 30 minutes before the start of the screening. Seats are numbered. Early arrival is recommended. Unclaimed reservations lose their validity at the scheduled showtime and will be released for sale. Reservations for day-pass and festival-pass holders Seats are numbered and advance reservation is required for all screenings. Seats can be reserved from 09:00 on the day before the screening until the start of the screening. Unclaimed reservations lose their validity at the scheduled showtime and will be released for sale.

ZVV ticket for free public transport Thanks to Zürcher Kantonalbank, all festival tickets include free public transport to and from the festival within the ZVV network. Each ticket is valid for a second-class round trip in all ZVV zones on the day of the screening. Languages / subtitles Films are shown in their original language and subtitled in English, except where otherwise indicated in the programme. The family programmes are subtitled in German or dubbed live. Age limits Unless otherwise noted, the general lower age limit for the film screenings is 16. Exceptions: Sparks I (ages 12+), Sparks Junior (ages 9+), and Shorts for Kids (ages 6+). Protective measures / event updates For up-to-date information on our protective measures and for the latest festival updates visit kurzfilmtage.ch/aktuell.


Verein / Association

Geschäftsstelle / Head Office Staff

Kurzfilmnacht Head Office

PräsidentIn / President Bettina Spoerri

Künstlerischer Leiter / Artistic Director John Canciani

Projektleitung und Programmation Kurzfilmnacht / Project Manager and Programmer Lynn Gerlach

Vorstand / Board Marius Beerli, Eliane Jaberg, Aline Juchler, Delphine Lyner, Tiziana Pelusi

Kaufmännischer Leiter / Managing Director Stefan Dobler Projektkoordination / Project Coordinator Rudolf Gehring Kaufmännische Assistenz / Assistant Manager Rudolf Gehring Kommunikation / Communications Lea Rindlisbacher Programmkoordination / Programme Coordinators Alexandra Götz, Laura Walde Finanzen / Finances Anne Dauberschmidt Filmlogistik / Film Logistics Matthias Sahli Praktikum Festival / Festival Intern Lorenz Vollenweider Praktikum Kommunikation / Communications Intern Samir Ballotti Zivildienst / Community Service Staff Michael Karrer, Michael Müller

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Organisation und Medienarbeit Kurzfilmnacht / Organization and Press Alexandra Götz


Team Auswahl Internationaler Wettbewerb / International Competition Selection Tizian Büchi, John Canciani, Carmen Gray, Lea Heuer, Delphine Jeanneret, Kyros Kikos, Ivana Kvesic, Tiziana Pelusi Auswahl Schweizer Wettbewerb / Swiss Competition Selection Andrée Barman, John Canciani, Lynn Gerlach, Christof Hächler, Christian Stark Kuratierte Programme / Curated Programmes John Canciani, Angela Di Filippo, Alexandra Götz, Sebastian Henn, Delphine Jeanneret, Kyros Kikos, Anita Magni, Matthias Sahli, Senta van de Weetering, Laura Walde Jugendprogramme / Youth Programmes Annina Canciani, Norma Giannetta, Alexandra Götz, David Grob, Lotte Kircher, Nina Kühne, Ivana Kvesic, Dorothea Schaffner Expanded Cinema John Canciani, Lorenz Hubacher Industry Events Inken Blum, Norma Giannetta, Lotte Kircher, Anita Magni, Gabriela Seidel-Hollaender, Laura Walde Rahmenprogramm / Special Events Martin Deplazes, Julia Toggenburger Eröffnung, Preisverleihung / Opening Ceremony, Award Ceremony Yvonne Dünki, Lucy Power Festival-Produktion / Festival Production Rudolf Gehring

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Spielstellenverantwortung / Venue Managers Inken Blum, Rudolf Gehring, Bernhard Michel, Josephine Tedder Saal-Verantwortung / Venue Staff Andrée Barman, Liam Erlach, Sebastian Henn, Kyros Kikos, Pascal Kurtansky, Florian Lanz, Tiziana Pelusi, Ramon Schnider Gästebetreuung / Guest Services Andrée Barman, Annina Canciani, Christof Hächler, Sarah Hefti, Laura Walde, Senta van de Weetering Akkreditierung / Accreditation Desk Annina Canciani, Norma Giannetta, David Grob, Christof Hächler, Sarah Hefti, Anita Magni, Christian Stark, Lorenz Vollenweider, Laura Walde Gastronomie und Verpflegung / Food and Drinks Angela Di Filippo, Tony Dütschler, Jacqueline Fuhrer, Alexandra Götz, Sebastian Henn, Lea Heuer, Florian Lanz, Kilian Lilienfeld

Dekoration / Decoration Anna Berger, Rolf Breer, Alexandra Götz, Sebastian Henn, Kilian Lilienfeld, Stefan Sigrist, Christine Sima, Claudius Thür Medienarbeit / Press Relations Sol Kislig Promotion Marius Beerli, Alexandra Götz, Sol Kislig, Lucy Power, Lea Rindlisbacher, Matthias Sahli, Claudius Thür Video Andrin Fretz Fotografie / Photographers Andrin Fretz, Eduard Meltzer Filmvermittlung für Jugendliche / Youth and School Projects Rudolf Gehring, Norma Giannetta, Sebastian Henn, Dorothea Schaffner Infrastruktur und Technik / Infrastructure and Technology Bernhard Michel

HelferInnenkoordination / Volunteer Coordinator Jessica Keller

Ticketing Kevin Hold, Philipp Zavodsky

Info Desk Alexandra Götz, Eliane Jaberg, Jessica Keller, Florian Lanz

Koordination Trailer-Produktion / Coordination Trailer Production Sebastian Henn

Jurybetreuung / Jury Hosts Annina Canciani, Norma Giannetta

Untertitel / Subtitles Michael Karrer, Matthias Sahli

Kasse / Box Office Anne Dauberschmidt, Liam Erlach, Alexandra Götz, Michael Müller, Dorothea Schaffner, Senta van de Weetering

Blick hinter die Kulissen / Guided Tours Stefan Dobler


Externe Mitarbeitende / External Staff Externe KuratorInnen / External Curators Vincent Adatte, Samir Karahoda, Jacqueline Maurer, Veton Nurkollari, Thomas Schärer, Fred Truniger, Die Zauberlaterne, Xin Zhou Datenbank / Database Andrew Blackwell (Ballet Méchanique), Ewald Nater (Freelenz) Digitales Filmarchiv / Digital Film Archive Kurt Gehring, Ewald Nater Digitale Projektion (Betreuung) / Digital Projection (Support) Ernst Zimmermann, Björn Leemann Projektion / Projection Sergio Bossoni, Björn Leemann, Cora Piantoni, Stephanie Riebe, Heinz Rutschmann, Sandro Tanner, Ernst Zimmermann Filmmontage / Montage Ernst Zimmermann Filmtechnik Ernst Zimmermann Technik und IT / Tech Staff and IT Beat Flachmüller Produktion Eröffnungsfeier, Preisverleihung / Production Opening Ceremony, Award Ceremony Yvonne Dünki Grafik / Graphic Design Susanna Baer, Alex Sonderegger Trailer Gabriel Böhmer

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Impressum Übersetzungen / Translations Stéphanie Klebetsanis, Susie Trenka Programmheft- und Katalogredaktion / Editor catalogue and programme Susie Trenka Simultanübersetzungen / Simultaneous Translation ZHAW Linguistik Treuhand / Trust Consulting Consultive Treuhand AG, Nunzio Scioscia Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers AG Website Astrom / Zimmer GmbH

Herausgeberin und Kontakt / Publisher and Contact Internationale Kurzfilmtage Winterthur Postfach CH-8401 Winterthur Tel +41 52 212 11 66 Fax +41 52 212 11 72 info@kurzfilmtage.ch kurzfilmtage.ch Redaktion / Editor Susie Trenka Gestaltung / Design so+ba design, Zürich


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FEVER

by Matias Carlier

GOOD VIBES IS ALL I NEED by Saro Vallejo

ON SOLID GROUND by Jela Hasler

INTERNATIONAL COMPETITION

ARREST IN FLIGHT by Adrian Flury

CRIATURA

by María Silvia Esteve

ON SOLID GROUND by Jela Hasler

PIAZZALE D’ITALIA by Enea Zucchetti

WHITE SHADOW

by Claude Piguet, Annelore Schneider

SWISS COMPETITION

ANABASE

by Benjamin Goubet

AND THEN WE TOUCH by Benjamin Egger

ARREST IN FLIGHT by Adrian Flury

AYANA

by Anouk Meles

CAVALES

by Juliette Riccaboni

PIAZZALE D’ITALIA by Enea Zucchetti

ROIS MAGES

by Charlie Petersmannn

RUN FAST, BITE HARD by Tobias Kubli

SCREEN TIME by Dan Wenger

S T DOESN’T ADD UP SOMEHOW by Christof Nüssli

SMOKE BREAK by Alan Sahin

SOMETIMES I DON’T KNOW WHERE THE SUN by Samantha Aquillino

THE AFFRONT by Jonas Ulrich

UNDER THE ASHES OF THE MEKONG by Emeline Courcier

WHITE SHADOW

by Claude Piguet, Annelore Schneider

CRIATURA

by María Silvia Esteve

SWISS FILMS SUPPORTING SHORTS www.swissfilms.ch


Mi 3.11. 19:00

HEXENKINDER

Schweiz, 2019 CH-D/D, 96 Min.

Von Edwin Beeler

Mi 10.11. DEAR FUTURE 19:00 Von Franz Böhm

CHILDREN

Mi 17.11. THE WALL OF 19:00 Von Eliza Kubarska

SHADOWS

Mi 24.11. SILENCE RADIO 19:00 Von Juliana Fanjul Mi 1.12. 19:00

Deutschland, Österreich, Vereinigtes Königreich, 2021 E/d, 89 Min. Deutschland, Polen, Schweiz, 2020 Ghunsa/E/NE/RU/PL/d, 94 Min.

Schweiz, Mexiko, 2019 ES/d, 78 Min.

ARADA – Verbannt in eine fremde Heimat

Schweiz, 2020 CH-D/TR/d, 83 Min.

Von Jonas Schaffter

Mi 8.12. 19:00

KLEINE HEIMAT

Schweiz, 2019 CH-D/d, 95 Min.

Von Hans Haldimann

Mi 15.12. APENAS EL 19:00 Von Arami Ullón Mi 22.12. DAS NEUE 19:00 Von Milo Rau

SOL

EVANGELIUM

Dokfilme vermitteln hautnah gesellschaftspolitisch relevante Themen. Die Veranstaltungsreihe Dokfilm präsentiert anspruchsvolle Dokumentarfilme aus aller Welt. Die COALMINE zeigt neben erfolgreichen Schweizer und internationalen

DOKFILM Programm

Paraguay, Schweiz, 2020 Ayoreo/ES/d, 75 Min.

Schweiz, Italien, 2020 D/F/I/d, 107 Min.

Dokumentarfilmproduktionen auch Werke, die selten den Weg in TV und Kinos finden. Falls möglich sind die Filmschaffenden oder andere Gäste zum Thema anwesend und stellen sich der Diskussion. Eintritt: CHF 10.—

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1 JULY

— NIFFF.CH

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Lausanne Underground Film & Music Festival

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20e édition 20 – 24.10.2021 27

27TH

European Competition: Live-action Fiction | Flemish Competition | International non-competitive programmes


Call for Films We are looking for films for the official selection. International Feature Film Competition Burning Lights Competition International Medium Length and Short Film Competition Opening Scenes Grand Angle Latitudes The films in competition are screened in World, International or European Premiere. Call for Projects We are looking for projects for VdR–Industry activities. VdR–Pitching VdR–Work in Progress VdR–Rough Cut Lab Projects are presented in VdR–Industry for the first time at their current stage. Deadlines Deadline No. 1: 8 November 2021"–" for films finished by October 2021, and for projects already ready to submit Deadline No. 2: 17 December 2021 We encourage you to apply as soon as you are ready in order to have more chances of selection. Media Partner

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