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,was raus kommt

Die hohe Kunst der Kalligrafie Gerne wird sie in eine Nische gedrängt, von Liebhaberei und brotloser Kunst ist da die Rede. Sicherlich gehört eine gehörige Portion Leidenschaft zur Kalligrafie, aber dann kann sie in ihrer schönsten Form gedeihen und erfolgreich in Corporate Design und Werbung eingesetzt werden.

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Nach ihrer Ausbildung zur Werbetechnikerin studierte Claudia Bärbel Kirsamer bei keinem geringeren als Professor Kurt Weidemann. Wissenschaftliche Dozentin für Schrift ist sie seit 2002 an der Hochschule Mannheim. Sie bietet außerdem Aktionen und Vorträge an, berät Theater und Film bei Schreibszenen, recherchiert und testet Schreibgeräte, rekonstruiert alte Schriften und entwickelt neue Alphabete. Unter ihrem Ateliernamen »CBK« kreiert und bereichert sie mit großem Erfolg unter anderem Werbestrategien, Logos, Prospekte, Champagneretiketten oder Reisebusse mit ihren schwungvollen Schriftideen. Frau Kirsamer, Sie unterrichten seit 2002 Kalligraphie an der Hochschule Mannheim. Wie sind Sie dazu gekommen? Im August 2002 klingelte bei mir das Telefon und am anderen Ende war Professor Armin Lindauer. Es war Sonntag und ich dachte zunächst an einen Scherz. Ich kannte weder Professor Lindauer, noch die Hochschule in Mannheim, denn mein Wohnort liegt über 200 Kilometer entfernt auf der Schwäbischen Alb. Auf mich aufmerksam wurde Herr Lindauer durch das Buch »Who’s Who in German Design«.

Wie gestalten Sie Ihren Unterricht an der Hochschule Mannheim und welche Ziele verfolgen Sie damit? Es ist heute sehr wichtig, einen Weg durch den »Buchstaben-Dschungel« zu finden. Dazu ist ein fundiertes Fachwissen über Schrift dringend notwendig, um immer die richtige Auswahl treffen zu können. Im Unterbewusstsein nimmt selbst jeder Laie wahr, ob die Schrift passt oder nicht. Um eine Sensibilisierung für Schriften, ein Formgefühl zu entwickeln, um die Spreu vom Weizen trennen zu können, um einen klaren Über- und Einblick in die verschiedensten Schriftformen zu bekommen, muss zunächst mal die Ursprungsform unserer Buchstaben kennen gelernt und eine Beziehung hergestellt werden, zwischen unseren Kleinund Großbuchstaben, zwischen klassischen Antiquaformen und konstruierten serifenlosen Schriften.

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komma ist das Magazin der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Mannheim. Jedes Semester werden die Highlights studentischer Arbeiten der F...

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