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KLIPP Dezember 2018

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Mythen und Wirklichkeit. Auf den Spuren der Friedensbotschaft. 2,5 Milliarden Menschen singen unsterblichen Welthit

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Ho rro au r-E f K rl fah reu ebn rt z- is ismus

Foto: Salzbur gerLand Tour

feiert Jubiläum

Foto: Peter Manninger

Ewiger Zauber

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Da s ab Be er st e o f ft ü an r h ge ell fe e in Kö d pf et e ,


Inhalt

SPOTS 04 Staunen mit offenem Mund

Palazzo in Graz: Standing Ovations für die fulminante Show

POLITIK

04 Mit einem Schuss „Wienerisch“ Opernredoute in Graz

Günter Nebel, Honorarkonsul Kasachstans, trägt dazu bei

26 Horror-Erlebnis auf Kreuzfahrt

15 Neuauflage der Airpower

28 Drei Mal am Mount Everest

Nicht alle sind damit glücklich

CHRONIK

COVERSTORY

32 Viel G‘spür für das Feine

Lokalaugenschein in Bozen beim kältesten „Coldcase“

HINTERGRUND

14 Bleibt heißes Thema

Der 12-Stunden-Tag

06 Die Kunst macht Menschen

FREIZEIT

TIERE 34 Unbändige Liebe

Grazer hatte Schutzengel

Wundersame Geschichten zwischen „Hund und Katz“

Der Grazer Robert Schauer ist ein Phänomen

STANDARDS 21 Lilly 35 Mediathek

16 Kein Signal des Vertrauens

08 Es berührt die Herzen

... bei Jubiläumsfeier in Moschee

200 Jahre „Stille Nacht, heilige Nacht – auf den Spuren dieses unsterblichen Liedes

17 Offene Kritik

Medieninhaber und Herausgeber: Waagner-Biro-Straße 100, 8020 Graz, Fiedhofgasse 20, Tel. 0316/426080-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at

„Genaugenommen ist Graz nicht lebenswert“

WIRTSCHAFT 22 Styrian Products vor den Vorhang 23 Fachkräftemangel

WIFI-Chef erklärt das Warum

SONDERTHEMA 24 Holz als Baustoff fasziniert

GESUNDHEIT 30 Dolce vita – süßes Leben

Doppelt „bitter“ für den Körper

30 Viel Bewegung schafft Balance

Apotheker Bernd Milenkovics und sein Erfolgsrezept

Nächster Erscheinungstermin: Februar 2019 www.klippmagazin.at

Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

Foto: SalzburgerLand Tourismus

Die „versteckten Champions“

Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion/Autoren: Jürgen Lehner, Isabella Hasewend, Damijan Kranc, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Martina Tosch, Karin Klug, Marguerita Fuller, Elisabeth Hewson Produktionsleitung: Isabella Hasewend Fotos (wenn nicht anders angegeben): Heimo Ruschitz Produktion: Christian Wallner Druck: Dorrong, Graz Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro, Zweijahresabo: 35 Euro Vertrieb: Postversand Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt 8020 Graz, P.b.b.

Regional produziert, weltweit exportiert und wohlstandsbringend für die Steiermark. ¾ der steirischen Industrie-Produkte sorgen für eine hohe Exportquote und diese sichert Wohlstand und Arbeitsplätze in der Steiermark. steiermark.iv.at

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Einer nachhal g guten Qualität des Lebens verpflichtet.

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Geschenke bei

VÖRÖSMARTY Sackstraße 21, 8010 Graz

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s ist ein vertrautes Gefühl – man betritt ein Geschäft und ist über-

zeugt, das Passende zu finden. Die Boutique Vörösmarty ist ein Beispiel dafür. Von Accessoires, wie Gürteln, Geldbörsen, über Reisetaschen, bis hin zu Schuhen, Stiefeln, „Bags“ für alle Anlässe – in den aktuellen Formen und Farben dieses Winters – wird alles gezeigt. Bordeaux-Rot ist in diesem Modewinter stark vertreten. Brauntöne - sind von Café Latte bis zum kleinen Schwarzen - gefragt. Grau und Schwarz sind nie abzuschreiben. Die Schuhe sind vom Erzeuger Handmacher und praktisch in jedem Leder, auch Velours, und in jeder Farbe

Es muss nicht immer Paris oder Mailand sein Wir sind in Ihrer Nähe!

erhältlich. Was sich der Kunde wünscht, bekommt er. „Unsere Devise sind qualitätsvolle, aber leistbare Produkte namhafter internationaler Designer“, legt die Familie Prassl großen Wert auf individuelle Beratung.

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SPOTS „Global Players“ – Global Singers

Originelle Präsentation und Erklärung des Menüs ... hier die Suppe. Finger-Akrobatik mit dem Publikum

Staunen mit offenem

Standing Ovations im Palazzo für die fulm E

Der neue kulinarische Palazzo-Gastgeber und damit Nachfolger von Eckart Witzigmann, der in den ersten zwei Saisonen die Besucher verwöhnte, ist Toni Mörwald. Und

Mit einem Schuss „Wiener Schmäh“

Grazer Opernredoute geht am 26. Jänner 2019 über die Bühne

Foto: Marija Kanizaj

Christoph WagnerTrenkwitz soll‘s richten

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ie beiden Moderatoren Karl Hohenlohe und sein Kollege Christoph Wagner-Trenkwitz werden von den Fernsehzusehern bei der Live-Übertragung des Wiener Opernballs ob ihres trockenen Humors verehrt. In ein „Besenkammerl“ der Wiener Staatsoper „verbannt“, plaudern sie – natürlich im Frack – unterhaltsam über die internationale Prominenz und bringen diese den Zusehern in den

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heimischen Wohnzimmern näher. Apropos Nähe: Erstmals kommt Christoph Wagner-Trenkwitz auch zur Opernredoute nach Graz. Er wird aber nicht in ein „Besenkammerl“ verbannt, sondern als Moderator auf der Bühne des Opernhauses eine Hauptrolle haben. „Die Freude wurde diesmal zum Motto für die schönste Ballnacht der Saison auserkoren und mit einem freudvollen Programm werden wir

die Gäste eine Nacht lang bezaubern, verwöhnen, miteinander ins Gespräch bringen und auf die Tanzflächen einladen“, so Organisator Bernd Pürcher. Und weiter in fehlerlosem Bühnendeutsch formuliert er: „Wo sonst können Sie in einer einzigen Nacht zu den Klängen der Grazer Philharmoniker tanzen, Ihre kulinarischen Träume wahr werden lassen, in mondäner Beach-Club-Atmosphäre chillen, und, und.“

der Haubenkoch lässt ein von ihm kreiertes Vier-Gänge-Menü servieren: Ein Tatar von Avocado und Limetten, der gebeizte Saibling in Pfeffercreme mit Endiviensalat und Walnussöl als Vorspeise oder eine weiße Zwiebelsuppe mit Spinatknödel, Ringelblumen, Malven und Bergkräutern als Zwischengang oder einen Rinderrücken mit Sauce béarnaise, glacierten Karotten, Zuckererbsen und Stampferdäpfel à la „Café de Paris“ als Hauptspeise. Nicht zu vergessen natürlich das Dessert: Luftiges Schokola-

In eigener Sache W

ir sind vor wenigen Wochen in die Waagner-Biro-Straße, in den Science Tower, dem Herzstück der Smart City, übersiedelt. Der Science Tower der SFL technologies in unmittelbarer Nachbarschaft zur Helmut-List-Halle ist in mehrfacher Hinsicht der „Leuchtturm“ der Smart City Graz, die als „Smart City“ Österreichs im Klima- und Energiefond als Leitprojekt gefördert wird. Geplant vom Architekten Markus Pernthaler hat das städtebauliche Wahrzeichen eine doppelschalige Fassade, die außen als Mantel um die Grundform eines auf der Spitze stehenden Kegelstumpfes geworfen ist, und zum Teil aus transparenten Energie-Gläsern besteht, die Licht in elektrische Energie umwandeln. Erbauer ist Hans Höllwart, 59, Eigentümer und Geschäftsführer der SFL-Gruppe. Im 60 Meter hohen Gebäude hat KLIPP prominente

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Foto: Fischer

s gibt viel zu lachen und ein gutes „Papperl“. Herz, was willst du mehr? Diesen doppelten Genuss gibt‘s noch bis 2. März 2019 im Palazzo-Spiegelpalast auf der Grazer Messe. 45.000 Besucher bei den letzten beiden Gastspielen und in den letzten Wochen sind der beste Beweis dafür.


SPOTS Tischtennis der etwas anderen Art ...

... witzig und viele Pointen

Wir sind G lücksschwe ine

Neulich s treifte i ch mein ma fuhr mit d ßgeschnei er Bim zu dertes Sa einer Ver Schneider kko anstaltun s aus dem g. Stolz i über und tiefsten mein einz m Sakko ei kroatisch iges Maßg nes en Hinter eschneide dachte ic land, dem rtes verd h in der S ich anke. Ich traßenbah bin n, und füh Meine Fra lte mich g multikulti, u ist eine ut. waschecht kroatisch e Kroatin , englisc , meine Sö h, italie erste Fra hne sprec nisch und u kam aus hen natürlich Mün Flame. Me deutsch. in Vater w chen, ihre Mutter M eine Schwäbin, urd Mürzzusch ihr Vater lag. Ein T e in Sarajewo gebo ren, mein eil meine Sarajewo. e Mutter i r Familie Zu meinen n lebte jah schönsten turellen. rzehntela Erlebniss Auf Kreta n g in en zählen habe ich m los disku die multi it Einhei tiert und k u mischen ü leinen geb erzählten ber Papad ratenen H mir bei Sc opouasen vers h a E s r c d h ö peist. Ku lick von i l sprudel denparfait im Baumkuchen mit rden t. In der hrem Land gebackene , aus dem Baranja d Mandarine, grünem Apfel und n Karpfen i ü s b k erall u t i e rte ich be und Zande ich mit it Erdnuss. Passend zum diesjährigen i vorzügl r über Tud alienisch ich j m an. In Nea en Freund schmeckte Motto „Global Players“ kommen en herrli pel kocht n mir und Auch dem „oststeirischen Trio“ gefiel c e h e Spaghet meiner Li Durch Pra die Künstler aus allen „Ecken der ti, in Pra ebschaft es sichtlich: Rudi Roth, Norbert Ertler, g und noch g a u s Ostrava d weiter du Figuren m Welt“ – von Australien, über BrasiWalter Schiefer mit Gastgeber und ie Knödel rch den Os eines Lie . ten strei blingssch mit dem un Haubenkoch Toni Mörwald. lien, China, Portugal bis Österreich. fe ich mit riftstell glücklich e d r en s , en Anselm des Juden Leibusch Staunen und Standing Ovations Eibenschü Joseph Ro Jadlowker t th: z , dem gewa und dem ve es auch he gibt es unter anderem für den echt witzigen Comedian Kotini lttätigen rträumten ute übera S a ll gibt. meschkin. Ballkünstler und Jongleur AndJunior. Der Österreich-Beitrag Figuren, Multikult die urell war reas Wessels, das Duo Destiny mit in Graz: die „Funkaholics“ – eine die Donau globalisi m o narchie v erte Gese seiner Hand-auf-Hand-Akrobatik, Live-Band aus Absolventen der on Roth, d llschaft Wiener Sc ist es noc ie heutig hnitzel i Elke Uhl am Trapez, den Gesang Grazer Musikhochschule, die e h mehr. Al n einer Pf Himalayas s o a brate ich n n a e aus deut lz und unt von Miamh O‘Reilly, den Stepphoffentlich gutes Geld damit die schem Sta erhalte m tisch. Ic hl, würze ic h trinke B tanz der Shuffle Brothers oder den verdienen. mit ier mit zw h dabei mit Freund ist Bosni en auf kro ei meiner er, der an abe dere Syre schönen s r. Vor Jah sten Freunde: der teirische e r ine en bestie n Berge mi Mombasa m g ich unse t serbisc it einem E hen Freun r e inheimisc Kroaten z den, tauc hen u den Inse hte in ln der Kor zu Korallenriffen Osjek mit , segelte naten und Schweineb mi trank in d auern Sch er Pampa b t naps. Was ich sa e i gen will: Ich habe n aber wenn icht viel man nur ei vo nige Länd kann man u er und Men n dieser Welt gese nmöglich hen, schen ken ein Natio Defätist nengelern nalist un oder Pess t hat, d Rassist imist. We Welt ist, sein, auc r sieht, w kann das u h kein ie bunt un nmöglich steckt ei d vielfälti s ein. Die f nen nämli g di ch ganz ra a Art Glück sch mit de rbenprächtige Welt e sschwein m Virus Gl gibt man d Schweine ück an. Wi ann das Gl sind klüg e eine ück an and ere Tiere von ihnen e re weiter a l s man denk abschauen . t, wir kön , z.B. hab Soziales. nen uns ei en Eine Vari niges ante des G sie einen ausgeprä sie ist di g l te ü cksschwei e gesamte ns ist die n Sinn für Welt eine samtkunst Bühne und Bühnensau wer . Für sie genie auch das T k in vollen Zügen. ß t d Geradeso rüffelsch wie die Bü ieses Gewein, das hat, ein V hnensau i die Nase b erwandter st ei den Gen des Glück aufgeweck üssen der sschweins te Tiere, E . Sie sind rde und es ist dass wir d alle schl „Leuchtturm“ der Smart City Graz: Der Science Tower mit eigenem Obstein Kompl ie Fähigk aue, i m e e i n t t h f a ür uns Men ben, Glüc und Gemüsegarten im 13. Stock. Einmalig für Graz und die Steiermark! ksschwein schen, zu sein.

nem Mund

Foto: Fischer

die fulminante Show

Büro-Nachbarn: Green Tech Cluster, Joanneum Research, AVL. Außerdem haben dort auch Start-Ups und Engineering-Unternehmen ihren Sitz. Rund um den Science Tower entsteht in den nächsten Jahren ein völlig neuer Stadtteil mit Schulen, Hotels, Geschäften, Büros und Wohnungen. Wie vielfältig und kreativ die Impulse sind, die auch vom Science Tower ausgehen werden: Im 13. Stock gibt es das so genannte „Urban Farming“ – ein riesiger Gemüse-, Obst- und Pflanzengarten. Schon jetzt werden dort die ersten Früchte geerntet. Einmalig für Graz und die Steiermark! Unsere Hoffnung: Dass der „energiegeladene“ Tower auch unsere Energie und Kreativität befeuert.

Reinhard Schuch

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SPOTS

„Die Kunst macht Menschen“

Primar Günter Nebel, Honorarkonsul Kasachstans, trägt dazu bei

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ieses weise Wort – „die Kunst macht Menschen“ – kam aus dem Munde des Kasachischen Botschafters in Österreich Kairat Sarybay beim Empfang anlässlich des Tages der Unabhängigkeit. Gefeiert wird dieser stets knapp vor Weihnachten. Gastgeber war Primar Günter Nebel, Honorarkonsul. Dieser hatte in die Villa Hartenau in Graz eingeladen – einem Gebäude aus der Gründerzeit mit großem Park, das zu seiner Sanlas Holding

gehört, die im Gesundheits- und Pflegebereich zu den Großen in der Steiermark zählt. Weil uns Steirern Kasachstan genauso vertraut ist wie Wien-Floridsdorf: Das Land hat 18 Millionen Einwohner, ist mit einer Fläche von 2,7 Millionen km2 acht Mal so groß wie Deutschland, lebt vom Öl sehr gut, seine Hauptstadt heißt Astana. Diese wurde vom Langzeitpräsidenten Nursultan Nasarbajew, der seit 1991 sein Land eisern regiert, gleichsam „in die

Primar Günter Nebel, Jutta und Gert Maria Hofmann und Botschafter Kairat Sarybay mit seiner Frau

Welt gesetzt“. Doch die Politik war an diesem Abend kein Programmpunkt, sondern die Musik. Zwei junge Musikerinnen – die eine an der Geige, die andere am Klavier – spielten mit viel Gefühl und Können Stücke aus ihrer Heimat. Musikalischer Höhepunkt mit Zugabe-Rufen war der Auftritt von Natalija Usakova. Die geborene Russin ist als Sopranistin international gefragt und eine enge Freundin von Anna Netrebko. Usakova, die ausgezeich-

... kasachische Musik – mit viel Gefühl vorgetragen, beim Empfang anlässlich des Nationalfeiertages

net Deutsch spricht, ist begeisterte Österreicherin. „Hier gibt es so viele talentierte Menschen“, streut sie ohne Koketterie ihrer zweiten Heimat Blumen. Das Weihnachtsgeschenk von Günter Nebel für seine Gäste – ein Kunst-Kalender des Grazer Malers Gert Maria Hofmann. Er signiert jedes Exemplar persönlich mit einer netten Widmung. Seine launige Selbstbeschreibung: „Einen Picasso hat man, auf einen Hofmann spart man.“

Natalija Usakova, begeisterte Österreicherin (mit Pass): „Es gibt hier so viele talentierte Menschen.“

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annes Zischka in Graz ist der eine, Heinz Wagner in Deutschfreistritz der andere. Durch ihre Tenniscamps haben im Laufe der Jahre viele tausende Tennis-Fans auch die gute Küche – gegrillter Fisch, Cevapcici, usw. – kennengelernt und in ihrer Nase behalten. Heinz Wagner hat sich nun für’s ganze Jahr „istrisches Flair“ in sein Tenniszentrum mit angeschlossenem Sportshop und Reisebüro nach Deutschfreistritz geholt. In seinem kürzlich eröffneten Café-Bistro „Timeout“ bieten er und sein Team istrische Küche – natürlich mit Original-Besetzung

Heinz Wagner (Mitte) bei der Eröffnung von „Timeout“ in Deutschfeistritz. – an. Gorans Fischabende und Marias Grill- oder Wildtage sind fix im Programm. Bei der Eröffnung lieferte die Küche bereits einen Beweis für ihr Können. Täglich wird auch ein Menü gekocht, gibt’s hausgemachte Mehlspeisen, und, und. Es besteht die „Gefahr“, dass die Zahl der Sitzenbleiber nach einer Tennis-Partie oder nach dem Training stark ansteigen wird, weil auch darüber diskutiert wird, welches Camp oder welches Turnier man frühzeitig buchen sollte.

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n kreativen Ideen mangelt es im Saubermacher-Team nie und Hans Roth ist daher viel unterwegs. Gemeinsam mit der Grazer Winterwelt unterstützt Saubermacher heuer im Rahmen der jährlichen Weihnachts-Charity-Aktion wieder „Licht ins Dunkel“. Für Kinder, die nichts unter dem Christbaum liegen haben, werden in der Saubermacher Christkindl Box Second-Hand-Geschenke gesammelt. Zudem macht Saubermacher auf die enormen Abfallmengen zu Weihnachten aufmerksam und schafft Bewusstsein für richtiges Mülltrennen.

Fotos: Saubermacher

Istrisches Flair das ganze Jahr Hans Roth „in vielen Gassen“

Ein zweites Mal Freude schenken mit der Saubermacher Christkindl Box: Wolfgang Mally (Grazer Winterwelt), Silke Strasser (Caritas), Hans Roth (Saubermacher) und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner. Um „Bewusstsein“ für die Kunst geht es auch beim von Roth gestifteten „rotahorn“-Literaturpreis – erstmals mit zwei Hauptpreisen: Marie Gamillscheg und Miroslava Svolikova wurden aus einer Shortlist talentierter Lyrik- und Prosa-Autoren ermittelt. Sie dürfen sich über je 3.000 Euro freuen. LR Christopher Drexler, Miroslava Svolikova, Stadtrat Günter Riegler, Alfred Kolleritsch (Jury-Vorsitz), Marie Gamillscheg.

Die Torte war groß genug, der Champagner ausreichend für eine lange Nacht.

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SPOTS

Fußball-Lady des Jahres

Hartberg-Präsidentin Brigitte Annerl: Trotz der 6:1-Schlappe in Vorarlberg ist ihr Team die Überraschung der Liga Bull Salzburg eine Klasse für sich, das Maß der Dinge. Da gibt’s eine volle Vereinskasse. Ein kleines Fußball-Wunder erleben wir seit Monaten im oststeirischen Hartberg. Dort schießt – im Vergleich zu den traditionellen österreichischen Großklubs wie Rapid, Sturm Graz, Austria

„Bösen Menschen ist das Bier zuwider“

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seinem Abgang von den Bullen in Leipzig nun bekanntlich als Trainer in Southampton Station. Das Team dort rangiert im Tabellen-Keller der Premiere League und verlor sein erstes Spiel unter dem neuen Trainer. Schlechter kann es nicht mehr laufen. Gerade deshalb muss der Steirer mit seinem Team in absehbarer Zeit Punkte liefern. Sonst ist auch er bald Geschichte. Ein Misserfolg auf der Insel würde am Image des Erfolgstrainers kratzen und ihm wahrscheinlich die Chance nehmen, später einmal einen der Top-Klubs auf der Insel trainieren zu dürfen. Er selbst sagte schon mehrmals: „Du bist schnell weg, wenn der Erfolg nicht da ist.“ Keiner wünscht das dem sympathischen Grazer.

Überraschendes Ende

Foto: Brau Union Österreich / Josef Pail

„Alt“ nur Nagl, sonst vieles neu beim Bieranstich in Puntigam.

Ralph Hasenhüttl: schwierige Mission

it neuem Namen, aber unveränderter Rezeptur, startete Puntigamer in den Winter. Der Puntigamer Winterkönig löst erstmals das Puntigamer Winterbier ab. Tatkräftige Unterstützung beim traditionellen Bieranstich erhielt Magne Setnes, Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich, von Braumeister Gerald Zanker und Verkaufsdirektor Gastronomie Region Süd Ronald Zentner. „Dies ist mein erster offizieller Bieranstich als Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich in der Brauerei Puntigam und da freut es mich natürlich besonders, dass ich den Puntigamer Winterkönig in einer so besonderen Runde genießen darf“, erklärte Magne Setnes. Auch folgte er der Tradition seines Vorgängers Markus Liebl mit einem Spruch des Abends: „Wo man trinkt, da lass dich ruhig nieder, bösen Menschen ist das Bier zuwider.“

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orn To Dare“, zu Deutsch „geboren, um zu wagen“, war das Motto, und Anne Marie und Hans Schullin ließen es an Mut tatsächlich nicht fehlen: Knapp vor Ende des Vortrags des bekannten deutschen Uhrenautors Gisbert L. Brunner brachte ein Bagger die Fenster-Wand neben dem Podium zum Einstürzen. Eine junge Frau reagierte ganz entsetzt, wollte nicht glauben, dass das zur Inszenierung gehört: „Die hätten damit schon noch ein bisserl warten können.“ Anne Marie und Hans Schullin hatten für ihr Tudor-Event eine „einmalige“ Location gewählt, denn die ausgesuchte Örtlichkeit auf den Reininghaus-Gründen in Graz ist mittlerweile bereits Geschichte. Die Kultmarke Tudor mit Markenbotschafterin Lady Gaga ist die „kleine Schwester“ von Rolex.

Foto: Carnival Cinema

eld schießt Tore“, heißt es im Fußball und die Top-Klubs in Spanien, Italien, Großbritannien, Deutschland sind ja der Beweis dafür. Mit ihren Millionen Euro teuren Stars dominieren sie die internationalen Bewerbe. Auch im kleinen Fußball-Österreich ist Red

Foto: GEOPHO – Jorj Konstantinov Photography

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Wien – auch wenig Geld viele Tore. In der Tabelle haben die Oststeirer sogar Sturm überholt und damit eine Chance auf das obere Play-Off. Präsidentin Brigitte Annerl darf also jubeln über so viel Glück in einem Jahr. Zuerst Aufstieg ja, dann Aufstieg nein, letztendlich aber doch ja. Und jetzt auch noch die Erfolge über die Großklubs. Annerls Team von Nobodys hat mit Trainer Markus Schopp – eine Legende bei Sturm – den Schwarzweißen die Show gestohlen. Weil es im Herbst gar nicht gelaufen ist, soll nun Roman Mählich – auch ein Ex-Sturm-Spieler und Kollege von Markus Schopp – als Trainer Sturm aus der Krise führen. Die Erwartungshaltung bei den Sturm-Fans ist groß, seit einmal zu Kartnigs Zeiten auch in der Champions League gespielt wurde. Und dieser Erfolg wird sich – realistisch gesehen – nicht wiederholen. Zum Erfolg „verdammt“ ist auch Ralph Hasenhüttl. Er macht nach

CIRQUE NOËL in Graz

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er Neue Zirkus erlebt gegenwärtig eine wahre Hochblüte und bringt weltweit großartige Produktionen auf die renommiertesten Bühnen. Hier verschmelzen Artistik, Tanz, Musik und Videokunst. „Spektakuläres Amusement wird ersetzt durch das Erzählen von Geschichten, die Nummernrevue durch ein dramaturgisches Konzept“, heißt es von Seiten der Organisatoren. Der Cirque Noël 2018 präsentiert drei dieser herausragenden Stücke, die einiges vereint: virtuose Artistik, unvergessliche Bilder und jede Menge Musik und Leidenschaft. Die australische Gruppe Gravity & Other Myths (bekannt aus dem Vorjahr) kommt zurück ins Orpheum. Den Auftakt in der Helmut List Halle macht „Air Play“, eine zauberhafte Produktion des amerikanischen Artistenduos Acrobuffos. Und für einen schwungvollen Start ins Neue Jahr sorgt im Anschluss die Produktion „Scotch and Soda“ der Company 2.

Traut euch so zu sein, wie ihr wollt!

Im Herbst 1989 hat AIDS viele Opfer gefordert und mit Homosexualität beschäftigte sich damals noch das Strafrecht. Man sieht Freunde viel zu früh sterben und wird von der Gesellschaft stigmatisiert. Eine Gruppe schwuler Männer will diese Isolation durchbrechen und plant ein Fest von Schwulen für Schwule und deren Freunde. Dieses Fest soll aber nicht, wie bisher, versteckt in einem Keller stattfinden, sondern als klares Statement für Gleichberechtigung öffentlich wahrnehmbar sein, einen öffentlichen Raum besetzen.

Congress Graz, 23. Februar 2019: Tuntenball feiert unter dem Motto „Scandal“ sein 30-jähriges Jubiläum

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COVERSTORY

Es berührt die Herzen

Nur die Welt weiß nicht, dass es aus Salzburg kommt.

Foto: SalzburgerLand Tourismus

2,5 Milliarden singen die Friedensbotschaft, die 1914 sogar den Krieg unterbrach.

200 Jahre „Stille Nacht“

nsere Sitznachbarin wischt sich die Tränen unter der Brille von der Wange, als die letzten Töne der Gitarre in der Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg ausklingen. Rund 40 Besucher füllen die Kapelle und haben andächtig zugehört. Die Adventzeit hat begonnen. Ein Sänger-Duo – wie Joseph Mohr auf

„Ich weiß nicht warum, aber es geht mir jedes Mal, wenn ich ,Stille Nacht‘ höre, so unter die Haut. Es erinnert mich an meine Kindheit und dann wird mir irgendwie warm ums Herz“, entschuldigt sich die Sitznachbarin für den Gefühlsausbruch bei uns*

Das sind Besucher, die die Stille-Nacht-Kapelle zum ersten Mal sehen: Liegt sie doch nicht in der Idylle eines mit Schnee gesegneten Bergtales, sondern an einer Biegung des Flusses Salzach, rund 20 Kilometer nördlich der Stadt Salzburg, in der Gemeinde Oberndorf. Gegenüber am anderen Ufer liegt Laufen, schon in Bayern. Die Kapelle wurde in den 1930er-Jah-

Der heurige Weihnachtsstern für die Geburt Christi, fürs Christkind, leuchtet besonders hell. Die Melodie „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde vor genau 200 Jahren das erste Mal in Oberndorf bei Salzburg

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Stille-Nacht-Kapelle in Oberndorf bei Salzburg: Stilisiertes Wunschbild (oben) und Wirklichkeit (unten). Die Kapelle liegt nicht in einem verschneiten Bergtal, sondern an einer Biegung des Flusses Salzach. Foto: TVB Oberndorf

gesungen. Es ist längst zu einer Welt-Hymne geworden – mit vielen Mythen und Geschichten. Zweieinhalb Milliarden Menschen singen die Friedensbotschaft Jahr für Jahr am 24. Dezember – in hundert Sprachen – und lassen sich von der Melodie verzaubern. Eine junge Brasilianerin zu Missionsbischof Erwin Kräutler beim Singen: „Kennst du unser Weihnachtslied?“ In den meisten Regionen hält man es für eine Volksweise aus dem eigenen Land.

Enttäuscht Foto: Stadt Laufen/Schröck

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der Gitarre und Franz-Xaver Gruber am Heiligen Abend 1818 – hat das Lied im Rahmen einer Führung in der Originalfassung gesungen. Am 24. Dezember werden mehrere tausend Menschen das Gelände um die Kapelle säumen, weil sie diesen „magischen Moment“ erleben wollen. Genauso wie Millionen von aufgeregten Kindern, die im Kreis ihrer Familie und Lieben vor dem Christbaum warten, dass das Christkind kommt. Mit dem Erklingen von „Stille Nacht, heilige Nacht“ – ob aus dem Radio, dem Fernseher oder selbst gesungen und gespielt – heißen sie das Christkind willkommen.

ren an jener Stelle erbaut, wo früher die St. Nikola Kirche stand. 1818 erklang dort erstmals die „Stille-Nacht“-Melodie. Weil die Kirche häufig vom Hochwasser der Salzach

* Eine Gruppe von internationalen Medienleuten aus 13 Ländern, wie Deutschland, Russland, Italien, Spanien, Frankreich, den USA, Ungarn, Dänemark usw., wandelte auf Einladung von SalzburgerLand Tourismus auf den historischen Spuren.

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Joseph Mohr: ganz arm verstorben

Franz Xaver Gruber (als Wachsfigur) mit Mohrs Gitarre

Foto: TVB Arnsdorf

Foto: TVB Hallein

Foto: SalzburgerLand Tourismus

COVERSTORY

Älteste Schule Österreichs: Grubers Wirkungsstätte in Arnsdorf

Foto: SalzburgerLand Tourismus

singe oft nicht erbauliche Lieder, er scherze auch mit Personen anderen Geschlechts, benehme sich wenig, nur nicht geistlich und fahre mit Mädchen und Schiffsbuben nächtens aus. Er vernachlässige die Seelsorge, das Studium und opfere alle seine Vorlieben nur seiner Musik und der musikalischen Unterhaltung. Er sei auch einer, der sich nicht unterordnen will, schwärzt ihn Pfarrer Georg Heinrich Joseph Nössler am 30. Juli 1819 in einem Schreiben bei der Obrigkeit, bei der bischöflichen Behörde, an. Joseph Mohr, 1792 am 11. Dezember in Salzburg geboren, war als uneheliches Kind in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen und kam so in die Obhut der Kirche.

Foto: SalzburgerLand Tourismus

Foto: TVB Oberndorf

Freund gefunden

Eine spätere Niederschrift von „Stille Nacht“. Das Original wurde bis heute nicht gefunden. in Mitleidenschaft gezogen wurde, erbauten sie die Oberndorfer an einem sicheren Platz in der Gemeinde wieder neu. Und wie uns Rudi, ein Führerim Stille-Nacht-Museum in Oberndorf, erklärt, durften Franz Xaver Gruber und Joseph Mohr ihr „Stille Nacht, heilige Nacht“ nicht zum Abschluss der Messe in der St. Nikola Kirche singen. Das Lied war in der Messe-Liturgie nicht vorgesehen. Damit stimmt auch die nette Geschichte nicht, dass eine Maus den Blasebalg der Orgel angeknabbert hatte und deshalb der Lehrer Franz Xaver Gruber und der Hilfspriester Joseph Mohr aus der Not heraus sich mit der Gitarre begleiten mussten.

Erst viel später wurde das Lied zum emotionalen Höhepunkt jeder Christmette. Die beiden Freunde sollen die Melodie erstmals im Kirchenraum vor der Krippe angestimmt haben und später dann in den umliegenden Kneipen und Gasthäusern in Oberndorf/Laufen. Das an der Salzach-Schlinge liegende schneearme Oberndorf/Laufen war zu jener Zeit ein wichtiger Handelsplatz. Das auf der Salzach transportierte Salz musste an der Flussschlinge in Oberndorf umgeschifft werden. Stromschnellen und Felsbrocken machten die Flussschlinge zu einer Herausforderung für die Schiffer. Über Jahrhunderte

hinweg war die Salzach der einzige leistungsfähige Transportweg für das aus Hallein kommende Salz. Dieses wurde dann über Passau an die Donau geliefert und von dort bis zum Schwarzen Meer geschifft.

Ein Revoluzzer Der damals 26-jährige Joseph Mohr ist in der Zeit von 1817 bis 1819 als Hilfspriester und Seelsorger für die Schiffergemeinde eingesetzt. Sein Vorgesetzter, der Pfarrer, beschwert sich schriftlich bei der bischöflichen Behörde über ihn und seinen Lebensstil: Dieser gehe mit einer langen Tabakpfeife, burschenmäßig gekleidet, über die Gassen. Er

In Oberndorf hatte sich Mohr mit dem Organisten der Kirche, Franz Xaver Gruber angefreundet. Dieser war Lehrer im benachbarten Arnsdorf und versah in der Kirche in Oberndorf den Orgeldienst. Mohr bat Gruber im Dezember 1818, für sein Gedicht „Stille Nacht, heilige Nacht“ eine Melodie zu komponieren, das er bereits zwei Jahre zuvor während seiner Seelsorger-Tätigkeit in Mariapfarr, einem Wallfahrtsort, geschrieben hatte. Am 24. Dezember 1818 erklingt „Stille Nacht, heilige Nacht“ dann zum ersten Mal – von beiden gemeinsam gesungen. Mitte 1819 wurde Joseph Mohr als Hilfspriester bereits nach Kuchl versetzt. Niemand weiß, wo die Original-Niederschrift des Liedes geblieben ist, die Franz Xaver Gruber Joseph Mohr gegeben haben soll. Text und Melodie waren in einer Epoche entstanden, in der sich ganz Europa im Umbruch befand – fast wie heute. Die Menschen waren den Umständen hilflos ausgeliefert. Napoleon hatte ganze Landstriche mit Krieg und

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Verwüstung überzogen, zeichnete die Grenzen im alten Europa neu. Zudem kam im Jahr 1816 eine Naturkatastrophe mit verheerenden Auswirkungen auf Europa. Ernteausfälle, Schulden und ein Jahr „ohne Sommer“ führten zu Hunger und noch mehr Not. Vielleicht war es diese dramatisierte Situation, welche die Menschen für ein neues Lied empfänglich machte, weil es einen Funken von Hoffnung und Wärme verbreitet.

Die persönliche Tragik Die beiden Freunde erfuhren nichts davon, dass ihr Lied in den nächsten Jahrzehnten einen Siegeszug um die Welt angetreten hatte. Joseph Mohr starb 1848 nach vielen Stationen in verschiedenen Pfarren als Vikar am 4. Dezember in Wagrain. Er war zeitlebens für die Ärmsten da. Seine einzige materielle Hinterlassenschaft war eine Gitarre, die später in den Besitz der Familie des Komponisten Franz Xaver Gruber kam. Dieser verstarb 1863 in Hallein, also 15 Jahre später. Er war dort Chor-Regent, hatte gleichsam eine Lebensstellung gehabt. Die Anfänge der Popularität seiner Weihnachtsmelodie hatte Gruber noch erlebt. Im Stift St. Peter in Salzburg war 1854, also neun Jahre vor seinem Tod, ein Schreiben der königlich-preußischen Hofkapelle in Berlin eingelangt. Man bat um Auskunft über Johann Michael Haydn, der für den Urheber des Liedes gehalten wurde. Preußen-König Friedrich Wilhelm IV wollte eine Abschrift der Noten für seine Hofkapelle haben. Ein Sohn Franz Xaver Grubers war als Sängerknabe im Konvikt, sodass die Urheberschaft geklärt werden konnte. Franz Xaver Gruber verfasste daraufhin die „Authentische Veranlassung zur Komposition des Weihnachtsliedes“. Erst ab diesem Zeitpunkt erfuhrt also die Welt, wer dieses unsterbliche Lied geschaffen hatte. Bis dahin galt es als Tiroler Volkslied.

„Stille Nacht, heilige Nacht“ kennen. Mauracher war ein musikalisch gebildeter Mensch und brachte so von seinen Arbeitsreisen das Lied mit ins heimatliche Zillertal. Dort verbreitete es sich und wurde recht schnell zu feierlichen Anlässen gesungen. Aber auch im übrigen Österreich fand das Lied um 1830 Aufnahme in Liederbücher – wie, bleibt ungeklärt. Da im Winter die Bauern wenig Arbeit hatten, verkauften die Zillertaler Bauernfamilien als fahrende Händler auf Märkten und Messen selbstgemachte Waren. Sehr bald erkannten sie, dass der Verkauf besser lief, wenn an den Ständen Tiroler Lieder gesungen wurden. Zu diesen fahrenden Händlern zählte auch die Familie Strasser. Zu Weihnachten 1831 hatten sie einen Stand am Leipziger Weihnachtsmarkt. Dort wurden sie eingeladen, das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ auch bei der Weihnachtsmette zu singen. Der Verleger August Robert Friese soll dort als Zuhörer dabei gewesen sein und publizierte wenig später vier „aechte Tiroler Lieder“. Darunter war auch „Stille Nacht, heilige Nacht“. Es galt also als Tiroler Volkslied. Eine weitere Sänger-Familie waren die Rainers, ebenfalls aus Fügen. Ludwig Rainer machte „Stille Nacht, heilige Nacht“ weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Mit nur 18 Jahren reist er gemeinsam mit seinen Geschwistern und Eltern in einer Kutsche nach Hamburg und von dort mit dem Schiff nach Amerika. Die Familie absolvierte dort eine mehrjährige „Tournee“. Am Weihnachtsabend 1839 soll „Stille Nacht, heilige Nacht“ zum ersten Mal öffentlich in der Neuen Welt in der Trinity Church nahe der New Yorker Wall Street

Von Tirol aus in die Welt Überlieferungen zufolge war der Tiroler Orgelbauer Carl Mauracher aus Fügen im Zillertal in den Jahren 1824, 1825 in der St. Nikola Kirche in Oberndorf mit dem Neubau der Orgel beschäftigt. Dort lernte er den Messner und Organisten Franz Xaver Gruber und das Lied

Die Strassers: Erfolg mit „Stille Nacht“ bei Auftritten in Leipzig.

Foto: SalzburgerLand Tourismus

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erklungen sein. Nach der Rückkehr gründete Ludwig Rainer die „Tiroler Nationalsänger“ mit mehreren Formationen und Gruppen, die dann nahezu an allen Herrscher-Häusern in Europa auftraten. So auch am Zarenhof in Moskau und Petersburg, wo die Rainers mehr als zehn Jahre lang blieben. Mehrere Mitglieder

Gibt es ein Christkind? Die 8-jährige Virgina O’Hanlon aus New York wollte es ganz genau wissen. Darum schrieb sie an die Tageszeitung „Sun“ einen Brief:

Einige von Ich bin acht Jahre alt. es gibt meinen Freunden sagen, sagt, kein Christkind. Papa ist was in der „Sun“ steht, n immer wahr. Bitte sage istkind? Sie mir: Gibt es ein Chr „Virgina, deine kleinen Freunde haben nicht Recht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschen Geist ist klein – ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Virgina, es gibt ein Christkind. Es gibt es so gewiss, wie Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Es gäbe dann auch keine Virgina, keinen Glauben, keine Poesie – gar nichts, was das Leben erst erträglich machte … Es gibt ein Christkind, sonst könntest du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, du könntest deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken,

der Sängergruppen verstarben auch in der Fremde. Die Familienschicksale und das Geschehen sind im „Stille-Nacht-Museum“ in Fügen im Zillertal mit vielen interessanten Details bestens dokumentiert. Das Museum verfügt über eine Sammlung von mehr als 1.000

das Christkind zu fangen, und keiner von ihnen bekäme das Christkind zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. All die Wunder zu denken – geschweige denn, sie zu sehen – das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was du auch siehst, du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt – einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lichten. Dann wird die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. ,Ist das denn auch wahr?‘, kannst du fragen. Virgina, nichts auf der ganzen Welt ist wahrer und nichts beständiger. Das Christkind lebt, und ewig wird es leben. Sogar in zehn mal zehntausend Jahren wird es da sein, um Kinder wie dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnachten, Virgina, dein Francis P. Curch“ PS: Der Briefwechsel (gekürzt) zwischen Virgina und Francis P. Curch stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert – bis zur Einstellung der „Sun“ 1950 – alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit auf der Titelseite der Zeitung abgedruckt.

Bauern-Familie Rainer aus dem Zillertal sorgte für Verbreitung in Amerika und Russland. 10 Dezember 2018 08-11_Coverstory.indd 10

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Tonträgern mit „Stille-Nacht“-Versionen in mehr als 300 Sprachen und Dialekten. In den USA war es Bing Crosby, dessen Version von „White Christmas“ allein 37 Millionen Mal verkauft wurde. 1941 haben US-Präsident Roosevelt und der britische Premier Winston Churchill „Stille Nacht“ gemeinsam im Garten des Weißen Hauses gesungen.

Das Morden gestoppt Im Ersten Weltkrieg, zu Weihnachten 1914, verstummten in der Heiligen Nacht sogar die Waffen. An der Westfront waren schon mehr als eine Million Soldaten gefallen oder verwundet worden. Am 24. Dezember, dem Heiligen Abend, kehrte Ruhe ein in den Schützengräben und es ereignete sich ein einmaliges pazifistisches Wunder der Verbrüderung unter tausenden Soldaten verschiedener Nationen. Einige Soldaten stellen kleine beleuchtete Weihnachtsbäumchen auf den oberen Rand des Schützengrabens – wie ein Zeichen des Friedens. Auf beiden Seiten der rund 50 Kilometer langen Front in Flandern legen die Kämpfer ihre Waffen und Helme ab, steigen aus den Schützengräben heraus und singen heimatliche Weihnachtslieder. Auch „Stille Nacht, heilige Nacht“ erklingt in verschiedenen Muttersprachen. Die solidarische Kriegsweihnacht war mit einem Ausnahmezustand zu vergleichen. In der Folge wurde die Verbrüderung bei Todesstrafe verboten, ging das gegenseitige Niedermetzeln weiter.

Foto: Franz Neumayr

Foto: SalzburgerLand Tourismus

Eine coole „Stille-Nacht“Version zum Reinhören:

Hollywood lässt grüßen Musical-Weltpremiere

Die Weltpremiere der opulenten Musical-Aufführung „Meine Stille Nacht“ im Salzburger Landestheater mit zwei Jahren Vorbereitung und 120 Mitwirkenden füllte am 24.11. die Felsenreitschule. „Hollywood und berühmte Namen wurden zu Hilfe geholt, die Produktion mit Grammy- und Emmy-Awardträgern und Broadway-Erfahrung geschmückt, um ein ,anderes‘ Stille Nacht auf die Bühne zu bringen. Und so klingt und singt es jetzt vom Musical -Fließband: Man lauscht Disney-Film-Sequenzen und simplen Songs und folgt der Handlung mit erwartbarem Happy End; mit Staunen darüber, was alles an Betroffenheit und Gesellschaftskritik in einem einzigen Musical Platz hat“, schreibt die Journalistin Elisabeth Hewson. „Jugendprobleme, Bettlerdasein, verständnislose Konservativgesellschaft, Transvestiten und Asylanten, minderjährige Schwangere, verkannte Musiker ... Wie man das alles mit ,Stille Nacht‘ in Verbindung bringt? Und dazwischen noch ein paar Produktplatzierungen hinein flickt? Die redlich bemühten Darsteller, Sänger und Tänzer zeigen es dem applausbereiten Publikum – Hollywood zieht immer, auch und vor allem bei österreichischen Kritikern.“

Kinderweihnachtstraum An das Christkind wird geschrieben eine ganze Litanei: Komm vom Himmel doch hernieder, schau‘ auf jeden Fall vorbei! Eine Puppe, eine Wiege, einen Gameboy und ein Spiel, wenn ich auch nicht alles kriege, bitte, bringe möglichst viel! Auch ein Christbaum soll nicht fehlen, eine Krippe darunter stehen. Wie sie schon die Tage zählen, was wird in Erfüllung gehen? Endlich wird es Heilig Abend, und ein Licht erhellt die Welt, voller Hoffnung lange wartend und der Tisch ist reich bestellt. Kinderaugen fest sich saugen an des Christbaums hellem Glanz. Da steht sie nun, die große Tanne, geschmückt wie eine schöne Braut, alle stehen in ihrem Banne, ist uns plötzlich so vertraut. Singen, beten, jubilieren ob der Gaben unterm Baum – alles muss man nun probieren, erfüllt der Kinder Weihnachtstraum. 1994, Max Taucher

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POLITIK

Kostet 3,6 Millionen Euro

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ie Airpower ist Österreichs größte Airshow und wird nächstes Jahr bereits zum achten Mal von 6. bis 7. September 2019 am Fliegerhorst Hinterstoisser in der Steiermark stattfinden. Die Großveranstaltung wird vom Österreichischen Bundesheer gemeinsam mit den Partnern Land Steiermark und Red Bull organisiert. Was die Touristiker freut, manche Anrainer weniger: Es werden bis zu 300.000 Besucher erwartet. An beiden Veranstaltungstagen im September 2019 können wiederum an die 240 Fluggeräte, nationaler und internationaler Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von Jets über Kunstflugstaffeln, Kampfflugzeugen und Helikoptern sowohl zu Land als

auch in der Luft bestaunt werden und das bei freiem Eintritt. „Wir sind stolz, dass die größte Flugshow Europas auch 2019 im Grünen Herz Österreichs stattfindet. Die Bilder von der Airpower werden wieder um die ganze Welt gehen und den Menschen Lust auf Urlaub in der Steiermark machen. Neben dem unschätzbaren Werbewert für den Tourismus lenkt die Airpower den Blick auch auf die erfolgreiche steirische Luftfahrtindustrie“, so LH Hermann Schützenhöfer, der den Partnern Bundesheer und Red Bull für die Zusammenarbeit dankt. 3,6 Millionen Euro kostet die aufwändige Show. Land, Bund und Red Bull teilen sich die Kosten zu je einem Drittel. LH-Stellvertreter

Michael Schickhofer bei der Präsentation im AUA-Hangar des Grazer Flughafens: „Als Katastrophenschutzreferent ist mir die Sicherheit in unserem Land wichtig. Die Airpower ist beispielhaft für die Zuversicht in der Obersteiermark mit all ihren positiven EntLH-Stv. Michael Schickhofer, LH Hermann Schützenhöfer, wicklungen der letzten Verteidigungsminister Mario Kunasek, Chefpilot Flying Bulls Raimund Riedmann bei der Präsentation. Jahre und in Zukunft.“ Verteidigungsminister Mario Kunasek betont aus seiner Sicht den Charakterder zeigen, wie bei klassischen KatastFlugshow und des Programms am ropheneinsätzen wie zuletzt in der Boden als Leistungsschau: „Es geht Steiermark und in Kärnten. Ohne auch darum, die Leistungen des Hubschrauber hätten wir dort nicht Heeres und der Luftstreitkräfte zu so rasch eingreifen können.“

Foto: steiermark.at/Streibl

Airpower 2019: Land, Bund und Red Bull zahlen

„Die sollen arbeiten!“ A

utofahrern und Passanten in Graz bietet sich ein ungewohntes Bild: Straßenkehrer in kleinen Gruppen, mit auffälligen Signalwesten und Besen in der Hand, reinigen Straßen und Gehwege in der Innenstadt. Es handelt sich um Asylwerber. Der Gedanke oder Ausspruch so mancher Einheimischen „Sollen sie doch wenigstens die Straßen kehren, bevor sie gar nichts machen!“ ist offenbar in die

Walter Ferk, GF von Jugend am Werk: „Unser Projekt kommt gut an.“

Realität umgesetzt worden und „belebt“ auf diese Weise das Straßenbild. „Ursprünglich wollten wir jugendlichen Asylwerbern, die wir betreuen, die Möglichkeit geben, ein kleines Taschengeld hinzuzuverdienen“, erzählt Walter Ferk, GF von Jugend am Werk Steiermark, die das Projekt initiiert hat. Partner dabei ist die Holding Graz. „Mittlerweile können auch erwachsene Asylwerber dort mitarbeiten, die beispielsweise von der Diakonie oder der Caritas betreut werden. Alle Seiten haben unsere Initiative positiv aufgenommen. Die Arbeit hebt das Selbstwertgefühl des Asylwerbers und die Grazer Bürger freuen sich über sauberere Gehwege. Wir setzen pro Turnus etwa 25 Personen ein. Pro Monat dürfen maximal 21 Stunden geleistet werden. Der Verdienst ist auf 120 Euro pro Monat begrenzt. Das

Foto: beigestellt

Forderung des „kleinen Mannes“ erfüllt: Asylwerber als Straßenreiniger in Graz eingesetzt

Projekt wird zu einem kleinen Teil von der Stadt Graz gefördert und läuft vorerst bis Ende dieses Jahr.“ Aus Sicht von Jugend am Werk würde die Weiterführung Sinn machen. Nicht zuletzt, weil es weit mehr Bewerber gibt, als man für die Straßenreinigung einsetzen kann.

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Bleibt heißes Polit-Thema Der 12-Stunden-Arbeitstag Das rote Trio Muchitsch, Pesserl und Schachner beim Kampagnen-Auftakt im Sommer

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ie gesetzliche Einführung des 12-Stunden-Arbeitstages durch die türkisblaue Koalition ist das beherrschende Thema der Innenpolitik im zweiten halben Jahr gewesen. Sie löste eine heiße Debatte zwischen Unternehmen und Arbeitnehmer-Vertretern, sprich Gewerkschaft und Arbeiterkammern, aus – die andauert. Erst vor wenigen Tagen beschloss das Parlament mehrheitlich auch die Zusammenlegung der Krankenkassen in Österreich von 21 auf 5 Kassen. Die Bilanz für Horst Schachner, dem obersten steirischen Gewerkschafter: „Wir bewerten jede Regierung nur nach ihren Leistungen und aus Arbeitnehmersicht lautet die Note für 2018: Nicht Genügend.“ Entscheidend für die schlechte Bewertung der Regierungsarbeit ist laut ÖGB der 12-Stunden-Arbeitstag: „Täglich werden neue Missbrauchsfälle bekannt.“ Gerade die so genannte „Freiwilligkeit“ der Überstunden-Arbeit sei ein Hohn für jeden lohnabhängigen Menschen und habe mit der realen Arbeitswelt nichts zu tun. AK-Präsident Josef Pesserl über seine Erfahrung bei Betriebsbesuchen in den letzten Monaten: Es gäbe Arbeitgeber, die den 12-Stunden-Arbeitstag positiv sehen und meinen, endlich so vorgehen zu können, wie sie das wollen. Auf der anderen Seite gäbe es aber auch viele kleine und mittlere Unternehmer, die sich aus Wettbewerbsgründen indirekt praktisch gezwungen sehen. Deren Argument sei: „Wenn das der Mit-

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bewerber macht, dann müssen wir das auch tun, denn sonst haben wir einen Nachteil am Markt.“ Es entwickle sich da eine Eigendynamik, die für die Arbeitnehmer in keinem Fall positiv sei. Das verschärfte Klima zwischen den Sozialpartnern zeige sich auch bei den Kollektivverhandlungen in diesem Herbst. Besonders scharf ins Gericht geht der ÖGB mit Sozialministerin Beate Hartinger-Klein: „Eine Ministerin, die die Allgemeine Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA) nur zerstören will, weil sie selbst mit ihrer Bewerbung als Generaldirektorin abgeblitzt ist, so etwas sollte es in einer entwickelten Demokratie nicht geben.“ Beate Hartinger-Klein hatte ja vor ihrem Eintritt in die Regierung in einem langwierigen Verfahren mit dem Argument, sie sei nicht gleich behandelt worden, ihre Bewerbung auf gerichtlichem Weg versucht durchzusetzen. Wie die vier Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen die Reformpakete und Maßnahmen der türkisblauen Koalition bewerten, wird sich bei den Arbeiterkammer-Wahlen im kommenden Jahr zeigen. In der Steiermark sind sie vom 28. März bis 10. April 2019 angesetzt. Die Konflikte in der Sozialpartnerschaft dürften zu einer Mobilisierung der Wählerschaft führen, hoffen die sozialistischen Gewerkschafter. Die Wahlbeteiligung lag bei der letzten Wahl um die 40 Prozent. Die SPÖ hat in der Arbeiterkammer eine absolute Mehrheit zu verteidigen.

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Signal des Vertrauens blieb aus Moschee-Gemeinde Graz und Islamisches Kulturzentrum feiern 25-jähriges Bestehen Das Buch zum Jubiläum.

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ein Mitglied der Grazer Stadtregierung, auch keines der Steirischen Landesregierung, kein Klubobmann, aber auch kein ÖVP-, SPÖ- oder FPÖ-Abgeordneter folgte der Einladung zur Feierstunde anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Islamischen Kulturzentrums in Graz. Gekommen und gesprochen haben als Offizielle nur Politiker und Funktionäre aus der dritten Reihe. Bei der Grundsteinlegung am 12. Mai 2012 saßen Nagl und Kollegen in der ersten Reihe und applaudierten. Alles in allem kein Signal des Vertrauens für einen offenen, interreligiösen Dialog. Diese Situation sprach auch Obmann Mahdi Mekić offen an. „Sind wir da, um diese Stadt, um dieses Land zu islamisieren, um den so genann-

Offene Kritik

Foto: Paar

Seit Jahrzehnten dürfen sich die VinziWerke immer wieder auf das Zutun und die Unterstützung der Familie Santner und ihrer Firma Anton Paar freuen. Ob beim VinziBus, dem VinziDorf-Hospiz der Elisabethinen oder jetzt beim Benefiz zugunsten 25 Jahre VinziDorf. Maria Santner haben wir gebeten, uns als langjährige Netzwerkpartnerin ein paar Fragen zu beantworten.

Allah ist der Allergrößte. Allah ist der Allergrößte. Allah ist der Allergrößte. Allah ist der Allergrößte. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah. Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah. Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs Gesandter ist. Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs Gesandter ist. Eilt zum Gebet! Eilt zum Gebet! Eilt zum Erfolg! Eilt zum Erfolg! Allah ist der Allergrößte! Allah ist der Allergrößte! Es gibt keinen Gott außer Allah. Kalligrafie auf dem Minarett, die den Wortlaut des Gebetsrufes verschriftlicht – reichlich Diskussionsstoff für den Interreligiösen Dialog. ten politischen Islam zu verbreiten oder sind wir treue Staatsbürger, die die Gesetze des Landes nie in Frage stellen? Sind wir Islamisten oder Hoffnungsträger? Dass wir uns wohlfühlen können hier. Wir wehren uns gegen die Unterstellungen“, sagte Mahdi Mekić in seiner Grußbotschaft.

„Als Gemeinde sind wir gegenüber der Gesellschaft offen, transparent, hilfsbereit, respektvoll und vieles mehr.“ Und dann seine rhetorische Frage: „Warum machen wir das? Nicht weil das der Staat oder die Medien verlangen, sondern weil uns das unsere Religion gelehrt hat. Wir sind keine trojanischen Pferde, wie uns so oft unterstellt wird.“ Sein Satz zum politischen Islam: „Der hat keinen Platz bei uns.“ Obmann Mekić dann weiter: „Wir lieben unser Österreich, wie es ist. Weil wir hier nach den Grundprinzipien des Islam leben. Das sind Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichbehandlung, Toleranz – und von diesen Werten findet man in Österreich deutlich mehr als in vielen Ländern, wo die Muslime die Mehrheit der Gesellschaft darstellen. Deshalb fühlen wir uns gesegnet, in so einem Land wie Österreich zu leben.“ Gleichzeitig werde man aber nicht

einfach zusehen, wenn Muslime in ihrer Religionsausübung eingeschränkt werden. Und dies alles unter dem Deckmantel des Kampfes gegen den politischen Islam. „Wir werden uns mit allen gesetzlichen Mitteln dafür einsetzen, dass unsere Kinder Arabisch lesen und den Koran auswendig lernen dürfen. Religiosität heißt ja nicht automatisch Integrationsunwilligkeit. Unsere Moscheen und Gemeinden sind der hartnäckigste Gegner der Radikalisierung. Aus diesem Grunde müssen die muslimischen Gemeinden als Partner und nicht als Gefahr angesehen werden.“ Mekić: „Wir sind mäßig, gut integriert, den Gesetzen des Staates treu und doch fehlt uns aber die Unterstützung auf allen Ebenen und bei allen Stellen. Uns von der Lösung der Probleme auszuschließen, ist falsch. Hass können wir nur mit gebundenen (vereinten) Kräften entgegentreten und so mehr Toleranz schaffen.“ PS: Fotos für den Bericht wollte das IKZ nur unter der Bedingung zusenden, wenn der Text vorher gelesen werden kann. KLIPP lehnte das natürlich ab. Das Reden über unsere demokratischen Werte, unsere Freiheiten ist das Eine. Das tatsächliche Handeln, die Realität, der Alltag das Andere.

„Genaugenommen ist Graz nicht lebenswert“ Sie unterstützen die VinziWerke schon sehr lange. Wie kam es dazu? Man vergisst zu leicht, wie schnell es gehen kann, dass man aus einem geregelten Alltag geworfen wird und in einer prekären, schwierigen Situation landet. Wir leben in einer Gesellschaft der Extreme. Auf der einen Seite entsteht immer mehr Überfluss und Reichtum und auf der anderen wächst die Armut. Uns ist es ein Anliegen, mit Initiativen zu helfen, die sich benachteiligter Menschen annehmen. Die VinziWerke sind da vorbildhaft.

Was verbinden Sie mit den VinziWerken bzw. dem VinziDorf? Das ist eine wunderbare und wichtige Einrichtung und dringend notwendig in unserer Gesellschaft als Unterstützung für jene, die vom Schicksal getroffen wurden und am Rande der Gesellschaft stehen. Getragen werden sie von tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit konkreter Hilfe unterstützend zur Hand gehen. Was fällt Ihnen in Bezug auf ein lebenswertes Graz gegenüber vorhandener Obdachlosigkeit ein?

Genau genommen ist Graz nicht lebenswert, wenn es Obdachlosigkeit gibt. Lebenswert und Obdachlosigkeit schließen sich aus. In einer lebenswerten Stadt muss jede und jeder in Würde und mit einem gewissen Standard leben können, ohne existenzielle Sorgen haben zu müssen Wenn wir das schaffen, dann ist unsere Stadt lebenswert. „Armendienst“ (Dezember 2018)/Lara Wulz

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Bodenständiger Visionär

Hans Höllwart mit seiner Familie auf der TU Graz bei der Ehrensenator-Verleihung.

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ls Student an der Technischen Gewinnung und der Vertrieb von Universität für MaschinenLebensmittel.“ bau war Hans Höllwart, 59, einer von Tausenden – auch, weil er als „Systemverändernde InnovatioStudienabbrecher die Uni früher nen werden jedoch ohne Berückverließ als gedacht. Den aus einer sichtigung dieser GrundbedürfBauernfamilie stammenden Hans nisse und der daraus resultierende Höllwart – „Ich habe jeden Tag Probleme, keinen nachhaltigen vor der Schule die Kühe melken Erfolg aufweisen. Regionalität ist müssen“ – drängte es früher in die gefordert, weil Produkte lokal entArbeitswelt als andere. Als Ehrenwickelt, produziert und vertrieben, senator, zu dem ihn nun kürzlich die Fehlverhalten begrenzbar macht.“ Technische Universität Graz ernannt hat, gehört er als Nicht-Akademi„Regionalität bedeutet auch Mitker einer exklusiven Runde von bestimmung durch den Konsument Persönlichkeiten an. und nicht Entmündigung „Wenn wir uns der Sein Zukunftsbild über wie durch GlobalisieZukunft verweigern, rung. Die Erkenntnis aus die Menschheit, seine ist unsere Demokra- der Globalisierung, das Geisteshaltung skizziertie in Gefahr.“ te er bei der Eröffnung wir letztendlich kleinere seines Science Tower in geschlossene Kreisläufe der Smart City Graz im September brauchen, ist wahrscheinlich das 2017. einzig vernünftige daraus.“

„Die Digitalisierung, der Klimawandel, findet statt, ob wir es wollen oder nicht. Damit aber auch die Änderung der Arbeit, der sozialen Strukturen, so wie wir es gewohnt sind. Der nächste logische Schritt muss sein, Zusammenführung der Kompetenzen zu Exzellenz, unter Einbeziehung aller Menschen in eine ökosoziale Kreislaufwirtschaft. Eben Innovation durch Kooperation.“ „Menschen wollen nicht über von Eliten konstruierte Strukturen kontrolliert werden, welche letztendlich alle Macht in den Händen haben. Die Bewahrung unseres Wohlstandes wird nicht wie vielfach beschwört, hauptsächlich von den Herausforderungen der Cyberwelt, wie flächendeckendes 5G-Standard erfüllendes Netzwerk abhängen.“ „Am wichtigsten für den Menschen, vereinfacht ausgedrückt, sind Wasser, Brot und Gesundheit. Doch der größte Eingriff in die Natur ist nach wie vor die Produktion, die

„Konzentration in der Natur, in der Arbeit, im Verkehr, in der Energieproduktion ist immer schlecht, sie macht anfälliger, sie schließt das Gleichgewicht in der Natur aus und führt letztendlich zur Zerstörung. Die Herstellung dieses Gleichgewichtes kann nur über die Zusammenführung und besseren Vernetzung der Land-, der Energie-, der Produzierenden und Dienstleistungswirtschaft erfolgen.“

Wir halten Österreich am Laufen. So viel Einsatz von Österreichs Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern verdient gerechte Bedingungen und volle Anerkennung. Gerechtigkeit muss sein.

„Die Zeit ist reif für eine ökosoziale Gesamtkreislaufwirtschaft, unter Einbindung aller Menschen, egal mit welchen Fähigkeiten ausgestattet. Das bedeutet, sofortiger Stopp mit der leidigen Forderung und Suche nach nur den besten Köpfen, wer oder was das immer sein soll. „Denn eines muss uns klar sein, wir werden in Zukunft nur dann zu den Besten gehören, wenn wir die Schwächsten in diese Entwicklung einbinden.“

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v.l.: Studien-Co-Autor Thomas Krautzer (Professor für wirtschaftliche Standortfragen und Standortentwicklung), IV-Steiermark-Präsident und Vorsitzender innoregio styria Georg Knill und IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger.

Stärkefeldmatrix Steiermark 2018 präsentiert „D

er Weg zu mehr Wohlstand führt nur über höhere Qualifikation – so die vereinfachte Formel, um die Steiermark weiter auf Kurs zu halten bzw. einen besseren Kurs zu führen “, fasst IV-Steiermark-Präsident und Vorsitzender von innoregio styria Georg Knill zusammen. Gemeinsam mit IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger und Thomas Krautzer, Leiter des Instituts für Wirtschafts-, Sozialund Unternehmensgeschichte an der Uni Graz, präsentierte er kürzlich die Studie „Stärkefeldmatrix Steiermark 2018 – Wie können wir unsere Potenziale nützen?“

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Beauftragt wurde die Studie von innoregio styria gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV-Steiermark). Durchgeführt haben sie Joanneum Research (JR Policies) und Universität Graz (Zentrum für Entrepreneurship und angewandte BWL, Institut für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte). „Ziel der Studie ist es, Grundlagen für Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes zu schaffen, genau zu analysieren, wo die Steiermark heute steht und wie sie sich erfolgreich weiterentwickeln kann“, erklärt IV-Steiermark-Geschäftsführer Gernot Pagger. Diese belegt, dass die Steiermark den Weg von einer effizienz- zu einer innovationsgetriebenen Ökonomie erfolgreich beschritten hat. Es gelte, Standortfaktoren, die über Innovationskraft und Exzellenz entscheiden, zu stärken, so Georg Knill. „Um den Vorsprung zu halten, ist die Landespolitik gefordert, forschungs- und technologieorientierte Leitbetriebe in der Steiermark zu unterstützen.“ Laut Studie bildet der produzierende Sektor mit einer ausgeprägten Technologie- und Innovationsorientierung, gepaart mit einer wachsenden Gruppe unternehmensnaher, wissensorientierter Dienstleister,

das starke Zentrum der steirischen Wirtschaft. Die stärksten Branchen kommen dabei aus den klassischen Bereichen: Metallerzeugung und -verarbeitung, Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektrotechnik und Elektronik sowie Nahrungsmittel und der Bausektor. Die Unternehmen sind auf die Digitalisierung und die großen Zukunftstechnologien – Stichworte Automatisierung, Sensorik und Regelungstechnik, Elektronik, Software-Technologie oder neue Werkstoffe – vorbereitet. Österreichweit liegt der Anteil des produzierenden Sektors an der gesamten Wertschöpfung bei 28,3 Prozent. Im Schnitt der EU-28 rangiert er bei 25 Prozent, Großbritannien erreicht 20,9 Prozent, die USA 20 Prozent. Die Steiermark ist mit einem Industrie-Wertschöpfungsanteil von 33,2 Prozent eine der industrie-intensivsten Regionen Europas. Inklusive der industrienahen Dienstleistungen (8,8 Prozent der steirischen Wertschöpfung), steigt der Anteil auf 42 Prozent. Im Bundesländervergleich teilt sich die Steiermark die Österreichspitze mit Oberösterreich und Vorarlberg, gefolgt von Kärnten, Niederösterreich und Tirol. Eine besondere Herausforderung stelle in diesem Zusammenhang die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dar – gelingt es nicht, das vielschichtige Problem zu lösen, wird es zum massiven Hemmschuh für die Zukunft des Standortes. Eine noch so ambitionierte Technologie-, Forschungs- und Innovationspolitik ohne begleitende Bildung- und Qualifizierungsstrategie gehe ins Leere, warnt Knill. „Zeitgemäße Berufsorientierungs-, Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind als Instrument moderner Standort- und Sozialpolitik zu verstehen und einzusetzen.“

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Kostenexplosion bei Wohnen Alarmierende AK-Studie: Existenzsorgen nehmen zu etroffen sind vor allem Familien mit Alleinverdienern und Single-Haushalte. Die Brutto-Mieten sind in den Jahren von 2008 bis 2017 um 30,4 Prozent gestiegen, heißt es in einer Studie der steirischen Arbeiterkammer. Die Inflation im Vergleichszeitraum dazu stieg um 16 Prozent, die Löhne stiegen um 22 Prozent. Und die Entwick-

lung hält an. Damit nehmen auch die Existenzsorgen in den Familien zu. So heißt es in der Studie der Arbeiterkammer. Für eine erhöhte Nachfrage und damit indirekt steigende Preise sei auch die Zunahme der Single-Haushalte verantwortlich. Auf längere Sicht mehr als 40 Prozent des Einkommens in einer Familie oder in einem Haushalt fürs Wohnen auszugeben, sei nicht leistbar. Immer wieder gab es von der Politik in der Vergangenheit Versprechen, mit entsprechenden gesetzlichen Regelungen die Voraussetzungen für leistbaren Wohnraum zu schaffen. Diese wurden leider nicht gehalten, also kein Ruhmesblatt auch für die Republik. Wohin derartige Entwicklungen führen können, zeigen ja jetzt die Proteste in Frankreich. Von den rund 541.000 Wohnungen in der Steiermark sind etwa mehr

als ein Drittel Mietwohnungen. In Ballungsräumen ist der Anteil der Mietwohnungen größer, in Graz etwa beträgt er rund die Hälfte aller Wohnungen. Von den gesamten 184.000 Mietwohnungen gehört die Hälfte privaten Vermietern – das sind Besitzer von Vorsorgewohnungen, bis hin zu großen gewerblichen Immobilienfirmen. 41 Prozent stellen Genossenschaften zur Verfügung, 9 Prozent Gemeinden. Im Durchschnitt waren im Vorjahr 7,2 Euro pro Quadratmeter für Miete und Betriebskosten (Bruttomieten ohne Heizung) zu bezahlen. Am günstigsten sind Gemeindewohnungen mit 6,1 Euro pro Quadratmeter und Genossenschaftswohnungen mit 6,3 Euro pro Quadratmeter. Für private Mietwohnungen sind im Schnitt 8 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen. Richtig teuer werden kann es, wenn man in eine Privatwohnung mit befristetem Mietvertrag zieht. Die Kosten dort belaufen sich im Schnitt auf 9 Euro pro Quadratmeter. Das sind um 2,4 Euro mehr als in unbefristet vergebenen Wohnungen. Ein Ausweg aus diesem Dilemma wäre eine verstärkte Förderung von sozialem und genossenschaftlichem Wohnbau durch Maßnahmen, wie Grundstücksvorsorge durch die öffentliche Hand, eine Zweckbindung des Wohnbauförderungsbeitrages, weiters eine Wohnbauoffensive und vor allem ein neues Mietrecht mit klaren Regeln. Diese sollten das undurchschaubare Flickwerk, das jetzt Gültigkeit hat, ersetzen.

Bestes Ergebnis der Geschichte

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as ist für mich wirklich ein ganz besonderer Tag“, freut sich Flughafen-Graz-GF Gerhard Widmann. „Wir waren die letzten Jahre, trotz der vielen Auf und Abs, immer wirtschaftlich erfolgreich. Es ist für mich auch persönlich ein Holding-Graz-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Malik (li.) und Flughafen-Graz-GF Gerhard Widmann mit Benjamin wunderschönes Weihnachtsgeschenk, für das Krause, der mit KLM aus Amsterdam in Graz gelandet ist. ich mich bei den Mitarbeitern des Flughafen Graz bedanken möchte!“ Im Jahr 2008 wurde am Flughafen Graz das bisher erste und einzige Mal die Millionen-Grenze überschritten. Kürzlich war es eben wieder so weit und es kann daher davon ausgegangen werden, dass am Ende des Jahres das beste Ergebnis in der Geschichte des Flughafen Graz gefeiert werden kann.

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WIRTSCHAFT

Da lachen auch die Hühner Was aus Langeweile alles werden kann. „Wir machen einfach g‘scheite Nudeln“, so das Ehepaar Schrenk ten. Robert Schrenk begrüßt uns freundlich und entschuldigt, dass seine Frau heute nicht im Geschäft ist. „Die Petra macht die Nudeln und ich schaue nach den Rindern und Hühnern“, erzählt Schrenk. „Milchvieh haben wir nicht mehr, aber noch 50 ALMO-Almochsen. Seit 2001 haben wir etwa 2.500 Freilandhühner, weil es in Passail keinen Eierproduzenten gab.“

Alles „made im Almenland“: Zimtnudeln, Bandnudeln, Spinatnudeln, Kürbiskernnudeln, ...

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mgeben von grünen Hügeln gelangen wir zum Bauernhof Moarhofhechtl in Passail. Wir werden von Hühnern, Katzen und Rindern begrüßt. Urkundlich 1383 das erste Mal erwähnt, befindet sich das Anwesen seit 1792 (!) im Besitz der Familie Schrenk. Ursprünglich gab es hier Milchviehhaltung, doch

sind wir nicht hier, um uns über Milch- oder Fleischproduktion oder Hühnerhaltung zu informieren. Nein, es geht um Nudelproduktion. Nudeln aus dem Almenland? Über ein Nebengebäude gelangen wir in den Hofladen. Und tatsächlich, die Regale sind voll mit verschiedenen Nudelsor-

Wirtschaftsbarometer:

Steirische Konjunktur-Dynamik verlangsamt sich

Foto: Fischer

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b Umsatz, Auftragslage, Preisniveau, Investitionen oder Beschäftigung – sämtliche Konjunkturdaten liegen im aktuellen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark deutlich im positiven Saldobereich, haben allerdings an Dynamik verloren. Und zwar sowohl was die Einschätzung der bisherigen Entwicklung als auch was die künfPräsident Josef Herk (r.) und Direktor Karl- tigen GeHeinz Dernoscheg schäftserwartungen betrifft. Ein Trend, der sich auch bei der Frage nach dem allgemeinen Wirtschaftsklima widerspiegelt: 51,4 Prozent der befragten Unternehmer melden eine Verbesserung, 9,5 Prozent eine Verschlechterung. Unterm Strich ergibt das zwar einen deutlichen Positivsaldo von +41,9 Prozentpunkten, dieser liegt aber um 10,8 Prozentpunkte unter jenem der letzten Umfrage! Dazu WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk: „Die wirtschaftliche Dynamik hat sich verlangsamt. Damit es zu keiner konjunkturellen Vollbremsung kommt, gilt es die Unternehmer im Zuge der ge-

Auf die Frage, wie die Schrenks auf die Idee kamen, Nudeln zu produzieren: „Meiner Frau Petra ist in der Karenz im Jahr 2001 bei unserem ersten Kind langweilig geworden. So fing Sie an, mit einer kleinen Maschine Nudeln zu machen. Als wir merkten, dass es ganz gut funktioniert, investierten wir in eine größere Maschine und verkauften die Nudeln zunächst auf dem Bauernmarkt in Passail.“ Die Nachfrage stieg. Über 30 verschiedene Nudeln gibt es jetzt im Angebot

planten Steuerreform 2020 spürbar zu entlasten. Weiters braucht es rasche Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel, dieser bremst die Konjunktur in vielen Branchen nachhaltig.“ Insgesamt 768 steirische Unternehmerinnen und Unternehmer haben an dieser großen Konjunkturumfrage teilgenommen. „Sie spiegelt sämtliche Branchen, Regionen und Betriebsgrößen wider und lässt darüber hinaus auch einen Vergleich mit bundesweiten Daten zu“, erklärt KarlHeinz Dernoscheg, Direktor der WKO Steiermark.

Prognose für Geschäftsentwicklung UMSATZ. Im aktuellen Wirtschaftsbarometer melden 58,9% der steirischen Unternehmer einen Anstieg und 12,2% einen Rückgang ihres bisherigen Gesamtumsatzes. AUFTRAGSLAGE. Ein ähnliches Bild zeigen die Umfragewerte im Bereich der Auftragslage: Der Positivsaldo beträgt hier aktuell +46,8 Prozentpunkte, damit wird der Spitzenwert der letzten Umfrage (+52,2 Prozentpunkte) nicht ganz erreicht. PREISE. Einen leichten Abwärtstrend gibt es auch beim Preisniveau: Der Saldo des bisherigen Preisniveaus sinkt von+38,5 auf +31,4 Prozentpunkte. INVESTITIONEN. Der konjunkturelle Aufwärtstrend beflügelte zuletzt die Investitionsbereitschaft der steirischen Unternehmen, nun setzte es allerdings einen Dämpfer. Gegenüber der letzten Umfrage sinkt der positive Saldo von +37,9 auf +23,9 Prozentpunkte und auch bei

– darunter Bandnudeln, Gnocchi, Spinatnudeln, Kürbiskernnudeln, Buchweizen- und Maisnudeln, Spaghetti,Suppennudeln oder auch Zimtnudeln für Süßspeisen. Schrenk zeigt uns zwei moderne hochwertige Nudelmaschinen im Nebenraum. „Wir verwenden österreichischen Hartweizengrieß und 32 Prozent Eianteil von freilaufenden Hühnern. Wir machen zwei bis drei Mal pro Woche mit jeweils 1400 Eiern etwa 200 kg Nudeln. Die Nudeln müssen je nach Sorte 22 bis 28 Stunden getrocknet werden.“ Verkauft werden die Nudeln im Hofladen, an Wirte, in regionalen Läden, online und in steirischen Merkur-Filialen. „Mir ist wichtig, dass ein Produkt sinnvoll produziert wird und alles aus der Region kommt, damit auch das Geld in der Region bleibt und Arbeitsplätze gesichert werden. Wir produzieren einfach g´scheite Nudeln.“ Von Damijan Kranc

den Investitionserwartungen zeigt der Trendpfeil nach unten, bleibt aber im positiven Bereich. BESCHÄFTIGUNG. Trotz einer geringeren Wachstumsdynamik dürfte die Beschäftigungsentwicklung in der Steiermark positiv bleiben, im Bereich der Fachkräfte ist mit weiterhin akutem Mangel zu rechnen. Bisher haben 41,8% die Zahl ihrer Mitarbeiter aufgestockt, künftig gehen immerhin noch 28,5% von einer Steigerung aus. EXPORT. In den vergangenen Monaten profitierte der heimische Außenhandel stark von einer dynamischen Entwicklung der Weltwirtschaft. Durch zunehmende Risikofaktoren, wie den handelspolitischen Kurs der USA oder den Brexit, kommt es allerdings auch hier zu einer konjunkturellen Eintrübung: Aktuell verzeichnen 43,9% der steirischen Exporteure einen Anstieg ihrer Außenhandelsumsätze, künftig dürften es jedoch nur mehr 28,8% sein.

„Nächste Steuerreform muss Unternehmer entlasten“ Damit aus dieser Verlangsamung mittel- und langfristig keine konjunkturelle Vollbremsung wird, brauche es Entlastung und Reformen, stellt Josef Herk klar: „Die Regierung hat für 2020 eine Steuerreform angekündigt. Diese muss zu einer deutlichen Senkung der Unternehmensbesteuerung führen, etwa was Abschreibungen oder Steuer-Pauschalierungen von Kleinbetrieben, aber auch die Einkommens- und Körperschaftssteuer betrifft. Hier erwarten wir uns eine Reduktion.“

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WIRTSCHAFT

LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Weil wir immer von der besinn* Gondelbahn. Bürgermeister Sieglichen Adventzeit hören, der Zeit fried Nagl und sein Vize Mario EU-Wahl gibt’s aber auch zum Innehalten. Ich schaue regelEustacchio werden Fall gute Freunde hat.auf Diejeden Frieda hat im- Vorsoderder Hubert. Dem klarerweise Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was noch eine lokale Wahl, wenn man mäßigich „ORF Steiermark heute“ alles daran setzen, dass ihr Projekt „Chemachen soll und mein Allerlieb- mer wieder gehört, und sie geht ja in noch immer leid tut, dass die so will – nämlich die Arbeiterkam– diesester regionale Fernsehsendung. bis 2025 gebaut wird und sie dann ist mir da überhaupt keine Hilfe der ÖVP aus und ein, dass Grillitsch fin“ damals so sang- und klanglos 28. März bis 10. April Und mich nervt, Mal am auchgute nochChancen die Eröffnung mitfeiern gehabt hätte, dem merwahl von dervom politischen Bühne abtreten dabei. Er weil sagt jedes nur: „Du wirst das 2019. Auch dort erhofft sich die ersten schon Samstag im Advent eine können. richtig machen …“ Unsere Hermann Schützenhöfer zu folgen, musste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr österreichweit einder PlusWahl bei den der Topmeldungen, nicht Jüngste war sowenn schwer verliebt und hätte er das im Auge gehabt. Nun ist SPÖ zwei Wochen nach logi* Stimmen. Sie verfügt ja jetzt schon sogar DIE, lautet: „Der Handel war jetzt ist es auf einmal über Nacht es klarerweise vorbei damit. Schon scherweise viele Mitarbeiter gratudie absolute Mehrheit und will mit dem Einkauf aus. Sie tutzufrieden.“ mir so leid,Als weilob sie sich einmal war Fritz Grillitsch knapp über lierten, kam aber keine Stimmung Zum Feiern haben ja die Grünen diese noch weiter ausbauen. Gedas das Wichtigste wäre. Denen fast wie in ihrer Kindheit bei mir an- vor dem Sprung in die Landesregie- auf. Da war die Trauerarbeit wichtiderzeit nicht viel Grund. Im Frühfällt nichts Besseres ein. Genauso lehnt und Schutz sucht. Das tut gut, rung, damals noch zu Zeiten von winnt ger.sie dazu, dann sieht sie sich jahr gibt es die EU-Wahlen und das bestätigt in ihrer Politik, dass der könnten sie melden, dass die Graaber sie wissen ja, man kann da Waltraud Klasnic. Er habe damals grüne Urgestein Werner Kogler 12-Stunden-Arbeitstag bei den zer Verkehrsbetriebe sich darüber nicht wirklich helfen, sondern kann bereits, so erzählt die Frieda, die wird der Spitzenkandidat sein. Der österreichischen Arbeitnehmern freuten, dass viele tausende gratis nur versuchen, zu trösten. Bei uns in Zusage der damals allmächtigen und Arbeitnehmerinnen nicht gut mit der Bim oder dem Bus gefahren Steirer ist der einzige, der aus der der Nachbarschaft gibt’s auch eini- steirischen VP-Chefin gehabt, die In der Steiermark durfte Gerhard alten grünen Garde noch übrig ankommt. In der Steiermark stellt sind. Alles dreht sich nur um Geld ge türkische Zuwandererfamiliengeblieben . dann allerdings im Parteivorstand sichDraxler seinerzeit nicht ORF-Lanist. Sollte er mit seinen Josef Pesserl wieder der Wahl. und Konsum. 430 Euro und noch Und da haben wir gehört, dass die einen anderen vorschlug, ohne Grildesdirektor werden, weil er für Grünen bei der Wahl ein Mandat Während Politiker oder Funktionäein paar Zerquetschte sollen die mit ihrer Tochter kürzlich in die litsch darüber zu informieren. VerÖVP-Landeshauptfrau Waltraud schaffen – und die Ute meint, die re sonst erst wenige Wochen vor Österreicher laut Handelsstatistik Klasnic Türkei gereist sind, weil sie dort den ständlich, sollte das so stimmen, zu viel rot und zu viel Chancen dafür stünden gut –, Wahlen verstärkt zu Betriebsbesuim Schnitt für Geschenke ausBräutigam ausgesucht haben. Und dass der Grillitsch sich zu Klasnics schwarz war. In Kärnten wurde dann heißt es für ihn: Immer Koffer chen aufbrechen, hält AK-Präsident er geben. Ich kann nur dazu sagen: Tochter findet nichts Verdiensten noch äußerte. Josef ORF-Landesdirektor unter packen und nachkaum Brüssel und Pesserl davon nichts. Er istJörg Meinederen Familie trägt nicht dazu bei,dabei, Haider von Jahren der FPÖ. In Wien wurde weilSchnitt sie ja in dieserwird, Weltweil aufgewachStraßburg unterwegs sein. Das wird in den letzten regelmäßig dass der erhöht er Informationsdirektor sen ist. Die war ganz freudig aufge schwieriger und zeitaufwändiger, in Betrieben gewesen undunter wird Wolfin wir sparen müssen. Schüssel der ÖVP. Und regt, obwohl sie ihren Bräutigam gar als seine Pendlertätigkeit zwischen dergang Endphase des von AK-Wahlkampfes nun Betrieb wurde besuchen, er wieder so steirischer nicht je vorher gesehen hat. Wenn Frieda gerade von Klasnic keinen * WienWeil unddie Graz mit den ÖBB. Doch sein war ei- Freund Landesdirektor ich dann daran denke, wie niedergegeredet Kogler hat. Herwig ein Werner lässt Hösele sich nicht Walter beimunter Kaffee.dem Weilroten ner aus ihrerder engsten Mitarbeiter Franz nicht Voves. unsere jetzt ist, Da fälltschlagen mir ein, dass ich Jüngste knapp vor so rasch Ruhe bringen und und dieLandeshauptmann Mitarbeiter in den Firmen Weihnachten bei einem Plausch wird ist, auch schaffen. sagen: jetzt komso das der Hubert, sicher ein belese- zu Unrecht Was damit zum „Ah, Ausdruck kommt, dann denke ich mir: Solche Sorgen in der haben Promenade von der Ute er- Türkin ner Mann. Kein Wunder, dass er viel men Politiker und Funktionäre hatdie mir kürzlich der Josef erzählt. die Eltern der jungen * und Nachteile der wieder fahrennicht. habe, dass der Plan mit der uns, weil es Wahlen gibt. über die Vorzüge Dasszu Gerhard Draxler von seinem Gondel auf den Plabutsch und von sie sich ja was nichtverstehen sehen.“ Demokratie, das passende Wahl- Sonst Joblassen als Journalist Die Europa-Wahlen, so meinte dort nach Thal an den Thalersee recht philosophiert. Doch mit einem muss und alle jene eines Besseren der Herwig, werden aber die auch intern im Rathaus ziemlich scheint er ein Problemfür zu haben, mit belehrt hat, die *ihn in der jeweiligen ÖVP, FPÖ und die SPÖ zu einem umstritten ist. Sie hält von dem Das letzte Mal hat mir ja Frieda er- dem innerparteilichen demokrati- Phase jener politischen GruppiePersonalien geht, wirklichen Test, ob in den Augen Gondelbahn-Projekt viel. PildnerJochen schen Umgang. Der Hubert denkt da Wenn’s rung um zugeordnet haben, diedann gerade zählt, dass der nicht ist er ganz sicher falsch am der Österreicher die schwarzblaue Mir wiederum gefällt es, weil ich ja Steinburg, Präsident der Steiri- an die Zeit zurück, als Klasnic we- dort an der Macht war oderPlatz, ist. Koalition gute ArbeitSteiermark leistet. Diegewaltig fällt der Herwig beim letzten Taroohne Auto und da ist es dann schenbin Industrie, nach Wien gehen gen der Energie SPÖ macht sich österreichweit für mich ein Leichtes, einmal – wenn soll und dort als Nachfolger von In- Zoff mit Gerhard Hirschmann und ckieren ein wenig schmeichelhaftes doch große Hoffnungen, bei den ich ein bisschen Zeit habe – einfach dustriellen-Präsident Veit Sorger Herbert Paierl hatte. Hösele spiel- Urteil über seinen Namenskollegen Hösele. Wobei er das Wort Wählern zu punkten. Möglichermit der Straßenbahn zur Gonvorgesehen ist. Und die Frieda te in dieser Auseinandersetzung Herwig Christoph Biro, Chefredakteur der weise ein Grund dafür, dass Bettina „intrigieren“ mit „integrieren“ verdel-Talstation zu fahren und dann meinte noch, damit wäre er neben eine wichtige Rolle. Heute bezeich- Steirerkrone, zeigt immer wieder, so wechselte. Aber soll sein. Hösele Vollath sich aus der Landespolitik auf den Plabutsch hinauf. Ich muss dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, net er sich selber als „Wut-Bürger“, habe ich der Ute bei der letzten Taist bekanntlich Vorsitzender im zurückziehen möchte und eben als gar nicht zum Thalersee hinunter, dem Bauernbundpräsidenten, der wegen der stärker werdenden Poli- rock-Runde beim Diskutieren am Beirat der Musikhochschule. Über Spitzenkandidatin für die SPÖ in sondern mache es mir dann oben ranghöchste steirische Vertreter auf tikverdrossenheit in Österreich, und Nebentisch zugehört, dass er von diesen Vorsitz entscheidet immer Brüssel künftig politisch aktiv sein am Plabutsch gemütlich. Von dort schließt sich dem Kreis jener an, die dieder Steiermark noch immer wirklich dem Wiener Parkett. In der steirijeweilige Regierung, weil dort wird. Sie ist ja jetzt die Erste Landhat man eine schöne und ruhige dagegen sogar ein Volksbegehren wenig Er kommt aus Wien und schen ÖVP, so erzählt die Frieda, noch derweiß. alte Proporz zelebriert tagspräsidentin, aber vieles deutet Aussicht über ganz Graz. Doch jetzt überlegen. Schon pikant. Oder perist ein Bürgerlicher im alten Sinn waren die Funktionäre arg gewird. Kurz und Co. schickten Herwig darauf hin, dass die steirische SPÖ habe ich gelesen, dass sich schon vers. Oder auch zum Schmunzeln. des Wortes, tut sich schwer mit schockt, als sie nun lesen mussten, bei der nächsten Wahl nur noch die Hösele, Professor honoris causa, neueine Bürgerinitiative gebildet Hösele äußerte sich in und den der Medien an en gefallen dass der Grillitsch sich von einer die Entwicklungen. MusikuniversitätDaher nach Graz. Nummer 3 hinter der ÖVP hat und auch KPÖ-Stadträtin Elke Sinne werden Dieihm auch Typen, dieElisabeth ihm schmeiStunde auf total aus der derzeitige Rektorin FPÖ im sein wird.wie: Und„Irgendwann dann hätte BetKahr dagegen ist.die Es andere gibt heute die Regierungsparteien von uns Freismuth cheln und alsjaeinen der Großen zurückzieht. Es waren hatihn sich wieder tina Vollath ohnehin keine Chance nichts,Politik wogegen es nicht auch eine auch er selbst hat nicht gut beworben, und Wichtigen Lande darstellen. für ihn diegibt. Aufregungen arg, dass erhieltim aber im fünfmehr,hören.“ wiederAber zur Ersten LandtagsBürgerinitiative Ich findeso das zugehörtgewählt und diezu Dinge richtig Mit Oswin er inschön Graz bekanntlich verlasse der vielBeiratKois keine Mehrheit. präsidentin werden. Soana- köpfigen alles ganz übertrieben.wegen Und Herzlysiert, er im Regierungsbüro problemen ins werde Krankenhaus kompetenteste Manager die fühlt sich ungerecht behandelt gesehen einals rechtzeitiger Schritt in in Sieleicht der Otto meint, man sehen, musder Grazer Burg die Fäden gezogen undgroße ste. Alle, denen die alle Frieda über Bühne, streut Biro dem Nochhat nun Einspruch gegen die richtige Richtung. dass nach zehn mit Jahren dann Grillitsch Energie-Steiermark-Chef Rosen. Entscheidung eingebracht. Leute happy seingesprochen werden überhat, die waren hat. Denn sonst wäre die Landtags- diese

fast traurig, weil der Obersteirer auch in den anderen Parteien viele

wahl 2005 für Waltraud Klasnic nicht zu einem Desaster geworden,

Das zeugt schon von wirklicher Sachkenntnis, lästert die Ute. Was

Ihr Argument: Sie weise die gleich gute Qualifikationsbeschreibung wie ihrin Mitbewerber auf und fühle Kois der einst skandalgebeutelsich als weibliche Kandidatin ten Estag gelungen sei, so derbeHerr nachteiligt. Dieseinesgleichen. Zuordnung, wasWer Biro, suche die Parteifarbe betrifft, ist natürlich denke angesichts des Grünen E heunicht notariell dokumentiert. Doch te noch an die schmutzigen Schlagsoll dervon Sieger aus Und demdie Hearing Estag sei zeilen früher? der FPÖ nahe stehen und auch auch profitabel. Zweistellige Milliodie stellvertretende Vorsitzende nenbeträge dürfe das Land Jahr für im Unirat soll Sympathien für die Jahr kassieren, und dass der steiriFPÖ zeigen. Offensichtlich gibt’s sche Stromriese keinen Atomstrom dort hinter verschlossenen Türen ins Netz einspeist, stehe ebenfalls eine Koalitionsabsprache, wer denn auf der Kois’schen Erfolgsliste, dann am Ende als Sieger vom Platz schreibt Biro in der Steirerkrone. gehen soll.

Letzteres stimme in keinem Fall, hört die Ute aus der Energie-Steier* mark-Zentrale von jemandem, der mit Stromhandel zu tundie hat.Leut‘ zu„Beim Reden kommen

sammen“, heißt es in einem Sprich wort. Aber nicht immer kommt was G’scheites raus. Das soll und Kois überhaupt per 31. Warum gehevor wird in dem wenigen Monaten März, trauert Biro. Franz Voves gebildeten Verein Denkwerkstatt könnte ihm da sicher die Initiatopassende nicht passieren. Einer der Antwort geben,Pildner-Steinburg, rät die Ute dem Steiren ist Jochen rerkrone-Chefredakteur. Im Übrider frühere Präsident der Industgen habe dieser Oswin Kois Handriellenvereinigung Steiermark und Gesellschafter Grazer Armatuschlagqualitätder – ein Charakterzug, renwerke (GAW).immer Mit dabei ist mitzu der heutzutage seltener Franz auchdas derBiro-Lob frühere LanfindenVoves ist, will kein deshauptmann Freund vonaber JoEnde nehmen. –Erein meint damit chen Pildner-Steinburg aus Zeiten, hoffentlich nicht den Sack voller als beide noch Eishockey spielten. Energie-Steiermark-Inserate und Beide Vereine gibtEuro es noch, die zigtausenden dafür,aber welche die Eishockey sind längst dieSektionen Krone im Laufe der letzten zweiaufgelassen. Mit der Denkwerkstatt einhalb Jahre einsackeln konnte, wollen Impulse undso ätzt diedie UteInitiatoren weiter. Aber wer weiß, Papiere in die Welt setzen, die es die Ute, vielleicht hat der Nachfolder Steiermark ermöglichen, künfger von Kois eine ähnlich lockere tig als Wirtschafts- und BildungsHand beim Geldausgeben, wenn’s standort in unserer globalisierten darum geht, vor allem für sich als Welt besser zu überleben. Sie sei Person guten Wind zu machen. schon gespannt, wie Schützenhöfer Denn viel will der Tarock-Runde und Co. auf die zu Papier gebrachnicht einfallen, als die Ute danach ten Ideen der durch junge Denker fragt, was dem Kois so alles gelunaufgefrischten Altherrenrunde gen sei. Dasofielen dann Begriffe wie reagieren, die Ute. Hoffentlich Murkraftwerk und Photovoltaik-Anreagieren die nicht so allergisch, lageichauf Doch wie aufder dieFirmenzentrale. nervtötenden, überdiese Projekte sollen schon die flüssigen Dialekt-Sprechblasen Vorgänger auf Schiene gebracht haben. der ORF-Hobby-Reporter Knauss, Meissnitzer, Hosp, Raich ...

Bis zum nächsten Mal,

Das wär‘s, bis zum nächsten Mal. Ruhige Tage und ein gesundes 2019 wünscht, Eure Lilly

Eure Lilly

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WIRTSCHAFT Cserni-Handarbeit in der spektakulären Elbphilharmonie in Hamburg – aber:

Fotos: CSERNI

„So ein Projekt rechnet sich nie ...“

Die Garderobenanlage: schwierige und aufwändige Montage

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as ist die nüchterne Bilanz des Traditionsbetriebs Cserni mit Stammsitz in Fehring. Aber nicht nur für die Cserni-Gruppe, auch für andere rechnete sich das Mitwirken an der Elbphilharmonie in Hamburg nicht. Der Baubeginn war bereits im Jahr 2007. Ursprüngliche Kosten: 400 Millionen Euro. Tatsächliche Kosten für den Steuerzahler: 789 Millionen Euro. Die Kostenexplosion ist vergessen. Heute schwärmen die Hamburger und zigtausende Besucher vom neuen Wahrzeichen der Hansestadt. Der steirische Traditionsbetrieb fertigte und montierte diese essentiellen Bereiche des Interieurs exakt nach den anspruchsvollen Entwürfen der Designer und Architekten Herzog & de Meuron. Die Martin Cserni (li.) und Andreas Dornik: „Sind stolz, es geschafft zu haben.“

acht Bar-Tresen bestehen etwa aus edlem schwarzen Corian, das über drei Monate hinweg in Handarbeit zu Hochglanz poliert wurde. Der kürzeste Tresen ist gut 3 Meter lang, der längste misst 21 Meter. Dass Herzog & de Meuron das Material nicht nur außen, sondern auch innen maximal ausgereizt haben, zeigt auch der geschwungene Abschluss der Tresen – zur Umsetzung dieser Entwürfe müssen die Möbel auf 180 Grad erhitzt und exakt gebogen werden. „Neben der Fertigung des enorm anspruchsvollen Interieurs war in diesem Fall auch die Montage und Logistik eine Herausforderung, schließlich mussten die edlen Stücke über 16 verschiedene Geschoße verteilt und montiert werden“,

berichtet Martin Cserni, Eigentümer der Cserni Group. Schon beim Betreten des Empfangs- und Ticketing-Bereichs wird das unvergleichbare Flair der Hamburger Elbphilharmonie für jedermann spürbar. Bei der Innenraumgestaltung der öffentlichen Plaza, des Cafés und der Garderoben kamen nur hochwertigste Werkstoffe zum Einsatz. Bei der Produktion der hochglänzenden Corian-Außenhüllen setzte Cserni auf die ausgeprägte Handwerkserfahrung des deutschen Partners Hasenkopf. Ein solches Projekt sei sehr widersprüchlich, so heißt es bei Cserni. „Auf der einen Seite sind wir natürlich stolz, das geschafft zu haben“, so der Projektleiter Andreas Dornik.

„Aber schon allein unsere Haftungen, die wir während der Bauphase eingehen mussten und auch die Vorleistungen, was die Finanzierung betrifft, waren gewaltig.“ Dazu komme auch die komplizierte Abrechnung. Natürlich habe es Teilzahlungen gegeben, aber der Arbeitsaufwand sei enorm gewesen – rein von den Abläufen her. Bei Cserni sieht man daher dieses Projekt auch als Werbung für die handwerkliche Leistungsstärke. „Doch davon könnten wir allein nicht leben. Wir benötigen klarerweise auch Aufträge, wo wir etwas verdienen“, so Andreas Dornik. „Die Rückmeldungen und das Echo auf unsere Arbeit sind aber international und schon gewaltig.“

Die Elbphilharmonie

Imposanter Ausblick von der Bar auf Hamburg. 22 Dezember 2018 22-23_Wirtschaft.indd 22

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KOMMENTAR

Vor den Vorhang geholt

Das Wifi Steiermark ist eine der größten Ausbildungsstätten. Sein Leiter Martin Neubauer und dessen Team beschäftigen sich täglich damit, was, wer, wann und welche Ausbildung die Menschen in der Arbeitswelt benötigen, wollen sie „dort“ überleben. Mehr als 40.000 Ausbildungswillige zählt das WIFI pro Jahr. Martin Neubauers Befund als Ausbildungsexperte ist nüchtern, glasklar und ohne die übliche Schuldzuweisung an andere Bildungsinstitutionen. Es gäbe gegenwärtig pro Jahr rund 11.000 Schulanfänger. Im Jahr 1984 – also vor 34 Jahren – waren es noch 22.000! Also doppelt so viele. Darin liege eine der Hauptursachen für den Mangel. Diese natürliche Lücke lasse sich auch bei noch so viel Ausbildungswilligen nicht rasch schließen. Noch dazu folgen nun weitere geburtenschwache Jahrgänge. „Die Babyboomer-Generation bricht weg“, so Neubauer. „Hinzu kommt, dass die Ausbildung, die ein Mensch heute mit 20 Jahren erhält, nicht mehr reicht für sein Berufsleben.“ Und man stehe vor der großen Herausforderung, Lösungen für Menschen zu finden, damit

diese sich ab 45 weiterbilden, was schwierig genug ist. „Die Themen sind nicht sexy“, so Neubauer, „und leider so komplex, dass es keine einfachen Antworten darauf gibt.“ Außerdem ändere die Digitalisierung die Ausbildungsbedürfnisse grundlegend. „Wir müssen unsere Schulungsinhalte hinterfragen und wie wir die Menschen zum Tun bringen können.“ Da gelte es, neue methodische und didaktische Ansätze zu finden. „Es soll die Ausund Weiterbildung so gestaltet werden, dass sie jedem Spaß und was im jeweiligen Job Sinn macht. Denn Digitalisierung heißt auch Individualisierung. Welche digitalen Kompetenzen muss ich also wem anbieten. Da wir Menschen alle älter werden“, so Neubauer, „gilt noch mehr die alte Weisheit: Ausgelernt habe ich nie.“

Daten bis zu 100 Mal schneller Bildung und Ausbildung für einen bestimmten Bereich, eine Tätigkeit, wird künftig nur erfolgreich eingesetzt werden können, wenn sie auf einem digitalen Fundament aufbaut, digitales Handwerk berücksichtigt – und – an das mobile Internet der Zukunft angebunden ist. Bis jetzt lief Ausbildung auf der einen Schiene, Digitalisierung auf der anderen. Nun werden sie zum Yin und Yang der Zukunft, untrennbar miteinander verbunden. Ob es um eine einfache Bestellung für Speisen in einem Restaurant geht, die Eingabe von persönlichen Gesundheitsdaten im Spital oder die Abwicklung von Geldgeschäften von zu Hause aus – digital ist überall. Damit das aber alles funktionieren kann, braucht es entsprechende, leistungsfähige Datennetzwerke, über welche diese gigantischen Mengen entsprechend rasch weitergeleitet werden

Ein weiteres Problem ist, dass die Reichweite der digitalen Signale der neuen Generation relativ kurz sein werden. Und weil man in der Steiermark immer vom autonomen Fahren spricht: Dafür bräuchte es dann an den Autobahnen weit mehr Sendemasten, um autonomes Fahren auch in die Realität zu bringen. Für die meisten Bedürfnisse gewöhnlicher Nutzer wäre ein herkömmliches LTE-Netz derzeit völlig ausreichend. Aber niemand weiß, was die Zukunft erfordert und wie rasch. Die weißen Flecken auf der Mobilfunkkarte mit schnellem Internet in der Steiermark sind längst ein Symbol für die Spaltung zwischen Land und Stadt geworden und für die Geschwindigkeit, mit der sich die einzelnen Regionen entwickeln werden.

SFG-GF Burghard Kaltenbeck mit der Initiative „Take Tech“ bei Knapp in Hart/ Graz: Schüler durften dort schnuppern

Foto: Fischer

aum ein Politiker oder Manager, der in einem Statement nicht den Begriff „Fachkräftemangel“ in seinem Vokabular hat. So als wäre dieser Begriff vom Himmel gefallen. Dieser müsste rasch beseitigt werden, will man weiter wachsen. Eine Forderung, wie man z.B. die Produktion von Nespresso-Maschinen erhöht, wenn es zu wenig gibt.

Neues Ausstellungsformat: Stefan Windisch (GF XTEC), LR Barbara Eibinger-Miedl und CIS-GF Eberhard Schrempf bei der Premiere in St. Margarethen/Raab.

LR Barbara Eibinger-Miedl (2.v.r.) mit den Preisträgern der Forschungspreise 2018: Michael Kahr (l.), Svea Mayer (2.v.l.) und Christian Oliver Kappe (r.).

Sitz in Bad Aussee: Gewinner bei Austria‘s Leading Companies – Kategorie international tätige Unternehmen (Umsatz bis 10 Mio. Euro)

Foto: Mathias Kniepeiss

Foto: WIFI Steiermark / Robert Frankl (Runder Tisch mit Eva Sigl, Roland Kalb, Josef Mooshammer, Martin Neubauer)

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können. Diese entscheiden über die wirtschaftlichen Chancen eines Landes in unserer digitalen Zukunft. Und da sieht es in der Steiermark nicht besonders rosig aus. Darüber darf man sich nicht hinwegtäuschen, auch wenn gebetsmühlenartig verkündet wird, dass die Steiermark mit 5,16 oder 5,14 Prozent Forschungsanteil zu den innovativsten Regionen Europas zählt. Was die Verfügbarkeit von schnellen Datenhighways betrifft, rangieren wir weltweit unter ferner liefen. Selbst im gelobten Nachbarland Deutschland macht man sich darüber großer Sorgen. Die großen Netzbetreiber – Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica – warnen vor einem großen „Desaster“. Es geht um die Versteigerung neuer Mobilfunklizenzen. Diese sind für eine neue Mobilfunktechnik geeignet, mit der sich Daten bis zu 100 Mal schneller übertragen lassen, als im bisher schnellsten Standard, der auf Handydisplays als LTE erscheint. Der neue Standard trägt den Namen 5G. Die dafür geeigneten Sendemasten sollen einmal das ganze Land versorgen. So muss es auch in Österreich kommen. Doch der Haken dabei: Es braucht mehr Sendemasten und diese sind teuer. Die Frage wird sein: Wer wird sie finanzieren? Auch in jenen steirischen Regionen, wo sie keinen Gewinn bringen werden. Aber vom Handel, der Landwirtschaft, dem Tourismus, der Autoindustrie, der Bahn gefordert werden, damit die Steirer vom Dachstein bis nach Radkersburg diese digitale Wunderwelt dann auch im Alltag konsumieren können.

Fotos : CIS/Lunghammer

Fachkräftemangel und digitale Wunderwelt

LR Barbara Eibinger-Miedl und der GF des Green Tech Cluster Bernhard Puttinger präsentieren die neue Plug & Play Innovation Box für Unternehmen. Dezember 2018 23

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Spiel- und Bewegungsparcours von Almholz im Almenland

Holz als Baustoff fasziniert as Buchenholz im Kaminofen lodert und knistert, es ist angenehm warm. Der Platz um den Kamin ist der schönste. Bei Tee und Keksen in das Kaminfeuer zu schauen, wirkt beruhigend. Vor etwa 32.000 Jahren soll der Mensch erlernt haben, selbst Feuer zu entzünden. Es gab Licht und Wärme, Schutz vor wilden Tieren und man konnte damit Nahrung zubereiten. Auch heute noch ist Holz als Brennstoff in manchen Regionen der Erde überlebenswichtig.

Darum geht es aber in folgendem Bericht nicht, sondern vielmehr um die Faszination von Holz als Baustoff. Bereits im Neuen Testament liest man vom Zimmermann Josef, dem „Vater“ von Jesus und Schutzpatron der Zimmerer. Das Zimmermanns- und Tischlerhandwerk hat eine lange Tradition – auch in der Steiermark. In den letzten Jahre ist wieder ein verstärkter Trend zu Holz erkennbar. Sein Vorteil liegt in der Nachhaltigkeit und in seiner Funktion als Klimaschützer, sprich

Mut, neue Wege zu gehen

Möbelwerkstätte Binder – Experten für Zirbenholz

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„W

ir treffen uns am Apfelholzschlössl“, schlägt Erich Binder, Geschäftsführer der Möbelwerkstätte Binder in Preding bei Weiz, am Telefon vor. Bei dem Begriff würde keiner zunächst an Möbel aus Apfelholz denken. Das idyllisch an einem Bach gelegene, von ihm geplante „Schlössl“ in „Schönbrunner Gelb“ ist 1999 eröffnet worden. Dort präsentiert Erich Binder seine Handwerksprodukte – darunter Betten, Schränke, Tische, Stühle. „Meine Eltern gründeten 1971 die Tischlerei als Einzelbetrieb für Möbelherstellung. 1976 nach dem Gymnasium habe ich begonnen, im Betrieb zu arbeiten.“ Dieser liegt nur einen Steinwurf vom so genannten

Apfelholzschlössl entfernt.

Erich Binder mit Sohn Michael, der für 3D-Planung und Vertrieb verantwortlich ist.

Apfelholzschlössl in Preding bei Weiz

Ein Zufall führte ihn zum Apfelholz. „Nach einer Rodung in der Apfelgegend in Puch begann ich Apfelholz zu sammeln. Das harte rötlich braune Holz ist eigentlich kein typisches Möbelholz, weil es drehwüchsig ist. Ich habe drei Jahre alles Mögliche versucht und schließlich mit einer Dämpfmethode einen Weg gefunden, das Holz zu verarbeiten“, zeigt Binder einen massiven Tisch mit sechs Stühlen. Die leicht rötliche Farbe vermittelt Wärme und Gemütlichkeit. Diese Phase ist heute Geschichte. Erich Binder wendete sich die letzten

In der Steiermark gibt‘s viele Beispiele dafür

CO2-Speicher. In diese Kerbe schlägt auch die aktuelle Initiative „Holz macht Schule“ von proHolz Steiermark, die der nächsten Holzgeneration Wissen über das Thema Wald und Holz vermitteln will. Dazu gehört auch die gesunde Wirkung von Holz auf den Menschen. Ein Spezialist dafür, genauer gesagt für Zirbenholz, ist Erich Binder, Geschäftsführer der Möbelwerkstätte Binder in Preding bei Weiz (siehe unten).

Jahre der Verarbeitung von Zirbenholz zu. Einer der sechs Mitarbeiter zeigt mir den Plan für ein Zirbenbett, das gerade in Arbeit ist. An der Wand steht ein großer Zirbenschrank, nur eine größere Hobelmaschine fällt als maschineller Helfer auf. „Bei uns ist noch handwerkliches Können gefragt. Wir haben insgesamt bereits 480 verschiedene Bettenmodelle gefertigt – zum Teil mit Ideen von uns und von Kunden. Die Produktion eines Zirbenbettes beträgt etwa drei Wochen, die Lieferzeit zwei Monate. Im Schnitt beläuft sich unser Verkaufspreis ab 2.700 Euro.“

Für einen völlig anderen Weg hat sich das Einrichtungshaus und Tischlerei Knittelfelder in Gleisdorf entschieden – und zwar für die Beratung und Planung von Inneneinrichtungen. Auch dort spielt Holz eine wichtige Rolle. Damit eine Inneneinrichtung zu Ende gedacht werden kann, haben Susanna Marinic-Knittelfelder und

2001 bis 2002 stellte ich im ,Schlössl` einen Schlafbereich mit und einen ohne Zirbenholz für Testpersonen zur Verfügung. Die Versuche zeigten, dass sich Zirbe durch den Wirk- und Duftstoff Pinosylvin herz- und nervenberuhigend auswirkt.“ Das Ergebnis – wissenschaftlich untermauert – hat hohe Wellen geschlagen und einen regelrechten Zirbenboom ausgelöst. Indirekt erklärte es damit auch, warum die gemütliche „Zirbenstube“ in den Alpentälern eine lange Tradition hat.

Fotos: diGitiv

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Jüngstes Wohnbauprojekt der ENW in der Max-Mell-Allee in Graz

Foto: Intouch

Raum-Akustik aus Admont

Foto: Ulli Frisch

Foto: Admonter

Foto: Daniel Zangerl

Fotos (2): Almholz

Foto: pierer.net

SONDERTHEMA

Heute wird so genanntes „gesundes Zirbenholz“ auch in Spanplatte und furniert angeboten –zum Beispiel aus Sibirien importiert. Dieses Zirbenholz, tief gewachsen, entwickelt kaum gesundheitliche Wirkung. Es fehlt die entsprechende Menge an Pinosylvin, das die Zirbe nur in einer Höhenlage ab rund 1.700 Metern entwickelt, um sich gegen die Kälte zu schützen. Hinzu kommt, dass die Gesundheitswirkung nur dann gegeben ist, wenn das Holz luftgetrocknet wird und ohne Lack oder Wachs verarbeitet wird. „Der Kunde sollte sich daher vor dem Kauf genauestens über die Herkunft des Holzes erkundigen“, rät Erich Binder, als wir beim Abschied mit einem Glaserl Zirbenschnaps anstoßen.

„Haben uns auf Zirbenholz spezialisiert. Es ist erwiesen, dass man gesund schläft.“

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Es war ein weiterer Zufall, der Binder zum Zirben-Experten machte. „Ich hörte davon, dass das Joanneum Research Räumlichkeiten bei einem interessierten Tischler für eine Zirbenholzstudie suchte.“ Erich Binder suchte daraufhin den Kontakt. „Von

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SONDERTHEMA

Erlebniswelten aus Holz, ob Rutschen, Kletterelemente oder Geschicklichkeitsparcours – das ist das erfolgreiche Arbeitsgebiet der Firma Almholz in Fladnitz an der Teichalm mit 25 Mitarbeitern. Eines der jüngsten Projekte ist ein überdimensionales hölzernes Piratenschiff für das neue JUFA-Hotel in Hamburg. „Aber auch für Senioren in Gemeindeparks, Reha- oder Kureinrichtungen, Alten- und Pflegeheimen planen wir Bewegungsparcours zur Gesundheitsförderung“, so Wolfgang Wild, CEO Almholz. Zu den Großen in der steirischen Holzwirtschaft zählt die Admonter Holzindustrie AG, die dem Stift Admont gehört. Zu den jüngsten Produkten zählt eine unkonventionelle Lösung mit edlen Akustik-Platten aus Holz. Die moderne Architektur mit ihren offenen Räumen und Glas- und Betonflächen bringt Herausforderungen für eine angenehme Raum-Akustik. Den Stellenwert der Holzbe- und verarbeitung machen folgende Zahlen klar: Es gibt in der Steiermark rund 1.200 Tischlereibetriebe mit etwa 5.000 Beschäftigten und 400 Lehr-

Noch höher hinaus mit Holz will man in Wien, genau gesagt in der Seestadt Aspern. Das HoHo-Wien („Holzhochhaus“), das bis Ende 2019 fertiggestellt werden soll, wird mit 24 Stockwerken und 84 Metern Höhe das höchste Holzhochhaus der Welt.

Kreativer Tischler „Ich beschenke meine Frau am liebsten mit etwas selbst Gemachtem“, so Tischler Josef Baumann aus Mureck.Begonnen hat alles mit einer Handtasche aus Holz – mittlerweile gibt es da (Reportage „Frau trägt Holz“, KLIPP Juli/August 2018) eine dekorative, gefragte Kollektion (www.tischlerei-baumann.co.at) mit Holz-Armreifen, Halsketten, Holz-Anhängern, Holz-Ringen, sowie Holz-Ohrsteckern und Holz-Ohrringen. „Jedes einzelne Schmuckstück ist selbst entworfen und in liebevoller Handarbeit hergestellt“, so Josef Baumann. Von Damijan Kranc Natürlich bauen, gesund wohnen – ohne Leim, ohne Chemie – Natur pur!

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Holz in seiner besten Form!

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„Seine“ Reitplatzüberdachung in Passail ist ein Beispiel dafür

„Mich begeistern Herausforderungen“ „I

ch möchte Ihnen etwas Besonderes zeigen“, kommt Baumeister Gerhard Feldgrill in seinem Büro in Passail gleich zur Sache. „Das ist ein Muster eines Wandstückes von Thoma Holz100.“ Es besteht aus mehreren Holzschichten mit einer Stärke von 17 bis 36 Zentimetern, die mit Buchenholzdübeln zusammengehalten werden. Es wird kein Leim verwendet. „Nach alter Tradition wird das Holz in der richtigen Mondphase im Winter geschlägert. Das gewährleistet den besten und natürlichsten Holzschutz, mit höchsten Brandschutzwerten, bestem Schallschutz und Wärmedämmung sowie optimalem Raumklima und Wohngesundheit. Damit erhält man die natürlichen Eigenschaften von Holz“, betont Feldgrill. „Wenn ich mir nochmals ein Haus bauen würde, baute ich mir ein Thoma-Holzhaus, weil die Lebensqualität darin sehr hoch ist“. „Mich begeistern Herausforderungen, neue Ideen und nachhaltiges Bauen“ – nach diesem Leitgedanken lebt und arbeitet Baumeister Gerhard Feldgrill. Und wie ernst es ihm damit ist, das zeigt die Reitplatzüberdachung auf der Sunhill Ranch, unweit seines Büros in Passail. Ihre Dachkonstruktion scheint förmlich in der Luft zu schweben. „Von der Statik schien es zunächst nicht machbar, aber nach Auslotung aller Möglichkeiten und viel Überzeugungsarbeit fanden wir schließlich einen Weg“, bemerkt er sichtlich stolz darauf.

Foto: Heldentheater

ihr Mann Bernd im Jahr 2008 die 1934 vom Großvater gegründete Tischlerei mit Möbelhandel erweitert. „Ein Kunde beauftragt uns beispielsweise mit der Fertigung eines Bettes und Schrankes. Es werden überwiegend heimische Edelhölzer wie Nuss, Eiche oder Kirsche verwendet“, so Susanna Marinic-Knittelfelder. „Oft ist damit aber die Einrichtung nicht komplett. Meine Aufgabe ist dann, aus unserer Angebotspalette mit dem Zusammenspiel von Farben, Materialien und Formen einen Raum in Abstimmung mit dem Kunden nach seinen Wohngewohnheiten komplett auszustatten und so eine Einrichtung zu Ende zu denken. Sonst erzielt man nur einen halben Effekt. Die Kunden schätzen, alles aus einer Hand zu bekommen.“

Foto: Harald Eisenberger

Tischlermeister Josef Baumann aus Mureck fertigt auch Schmuck aus Holz.

Mit kreativen Projekten gehen auch gemeinnützige Wohnbauträger (z.B. Wohnbaugruppe Ennstal) neue Wege. Sie errichtete mit Holzbau Kulmer, Mayr-Melnhof/ Kaufmann, Holzbau Strobl bereits mehrere Objekte – wie etwa das erste 6-geschossige Holzwohnhaus „Hummelkaserne“ in Graz-Reininghaus oder in der Max-Mell-Allee. Nur einige Tage pro Geschoß beträgt die Bauzeit. Dies ist nur durch vorgefertigte Holzmodule möglich.

Foto: Harald Eisenberger

lingen. Die Landesinnung Holzbau, darunter überwiegend Holzbaumeister – ehemals Zimmerer, hat 344 Mitgliedsbetriebe mit etwa 6.200 Beschäftigten und 220 Lehrlingen.

Baumeister Gerhard Feldgrill

„Die Grundidee war, dass die Überdachung unter Verwendung von Holz in die Landschaft passen soll.“ Es ist beeindruckend, dass eine solche Holz-Konstruktion mit derart großer Spannweite nur durch Rundholzbinder mit Spannseilen getragen wird. „Es ist Architektur pur“, freut sich Feldgrill auch über die hochwertige Handwerksarbeit, die ihm mit seinem knapp 30-köpfigen Team gelungen ist. Beim KLIPP-Lokalaugenschein dabei ist auch der Architekt Franz Windisch, Bruder des Besitzers. Dieser ist Landwirt und Pferdezüchter. „Bei uns wird Western-Reiten trainiert mit losen Zügeln, so wie es ursprünglich beim Rindertreiben praktiziert wurde“, zeigt er auf eine Reiterin, die in der beleuchteten Halle ohne Zügel ihre Runden mit ihrem Pferd dreht. Zum Reitcenter gehören auch ein Reitstall und eine Westernkneipe. Bei der Rückfahrt erzählt Gerhard Feldgrill vom Moarhof, einem 500 Jahre alten Bauernhof, den er unter Einsatz natürlicher Baustoffe in ein Niedrigenergiehaus umgewandelt hat. „Auch den Zu- und Umbau des Grubenhauses am ehemaligen Silberbergwerk in Arzberg mit seinem mittlerweile weithin bekannten Stollenkäse aus dem Almenland haben wir gemacht.“ Dezember 2018 25

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HINTERGRUND

Schlamm-Tsunami verwüstete Weltkulturerbe

Foto: Raad Adayleh/AP/dpa

Soldaten suchen nach Vermissten.

Atemberaubende Kulisse bei Schönwetter: Die Schlucht Siq

Horror-Erlebnis bei Kreuzfahrt

Grazer überlebte Schlammkatastrophe in Petra mit Glück

A

m Abend des 9. November 2018, also vor wenigen Wochen, feierte der Grazer Franz Wuthe spätabends bei einer Flasche Champagner auf der MSC Lirica, einem Kreuzfahrtschiff mit 2.000 Gästen, seinen zweiten Geburtstag. Stunden zuvor waren er und hunderte andere Touristen nur mit viel Glück einer verheerenden Schlammkatastrophe entkommen. Die Gäste des Kreuzfahrtschiffes waren mit Bussen auf einem Landausflug. „Unser Ziel war eine der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten, die die Welt zu bieten hat – nämlich die antike Felsenstadt Petra in der jordanischen Wüste“, schildert Franz Wuthe sein Erlebnis. „Ich war vorher noch nie dort.“ Diese ist vor allem für die rötlich schimmernde Farbe der Felsen bekannt, aus denen sie 312 v. Chr. von den alten Nabatäern aus massivem Fels herausgeschlagen wurde. Über ein fortschrittliches Wasserleitungssystem schafften es die intelligenten arabischen Erbauer sogar, ihre

Stadt mit Trinkwasser zu versorgen und verwandelten sie so in eine künstliche Oase. Nach einer zweistündigen Busfahrt am Ziel angekommen startete die Gruppe ihren Fußmarsch. Vereinbarter Treffpunkt nach der Führung war wieder beim Bus, der vor einem Hotel in der Ortschaft vor der Schlucht auf die Gäste wartete. „Auf dem Weg in die Schlucht hinunter – so rund 500 Meter“, erzählt Franz Wuthe, „hat es leicht zu regnen begonnen. Jeder hat sich dann dort an einem der vielen Stände mit einem Regenschutz oder Schirm eingedeckt.“ Durch Drehkreuze und über eine Brücke, die über ein ausgetrocknetes, breites Flussbett führt, gelangt Franz Wuthe zum Eingang der gigantischen natürlichen Schlucht – mit dem Namen Siq, die sich in der Folge durch himmelhohe Felswände schlängelt. „Wenn du dann aus der Schlucht heraus trittst, siehst du vor dir

eben Petra in seiner rosafarbenen Pracht“, erzählt Franz Wuthe. Nach etwa zwei Stunden hatte er genug gesehen, meldete sich ordnungsgemäß von der Gruppe ab und war allein auf dem Rückweg durch die Schlucht zum vereinbarten Treffpunkt unterwegs. „Plötzlich hat ein Mann von einer Anhöhe laut in die Schlucht herunter geschrien“, schildert er. „Ich habe gedacht, er verrichtet sein Abendgebet oder sonst was und habe das nicht zuordnen können. Dann ist alles rasend schnell gegangen. Hinter der Biegung in der Schlucht sehe ich plötzlich eine braune Masse, die sich auf mich zu wälzt. Ich habe reflexartig geschaut, wo ich dieser ausweichen kann und habe einen erhöhten Felsvorsprung erwischt, wo ich mich hinauf gezogen habe. Das hat mir das Leben gerettet, denn der Schlamm hat nur meine Knie erreicht. Ich habe mich dann langsam weiter nach oben hanteln können. Später habe ich mich dann auch daran erinnert, dass ich kurz

Franz Wuthe: „Konnte mich im letzten Augenblick auf Felsvorsprung retten.“ vor der Biegung in der Schlucht ein dumpfes Rauschen gehört habe, das ich aber auch nicht zuordnen habe können.“ Erst nach und nach bekam Franz Wuthe mit, was sich rund um ihn abgespielt hat. „Es waren ja allein von unserem Schiff rund 1.500 Besucher in der Schlucht unterwegs gewesen.“ Mehrere Stunden war er mit anderen auf einem Felsplateau eingeschlossen und sah, wie sich die Schlammlawine durch die Schlucht wälzte. Erst später konnten sie erkennen, was passiert war. Durch den

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HINTERGRUND

Foto: Raad Adayleh/AP/dpa

schlagartigen Regen hatte sich das Flussbett innerhalb von Minuten gefüllt und das Wasser nahm alles mit, was sich dort angesammelt hatte. An der Brücke zum Eingang der Schlucht staute sich dann die schlammartige Masse und suchte sich so ihren Weg in die Schlucht. „Da sind Holzstämme, Plastiksachen und alles Mögliche mitgerissen worden“, so Franz Wuthe. „Wir waren alle geschockt.“ Durchnässt und vor Kälte zitternd brachen sie dann zum vereinbarten Treffpunkt bei den Bussen auf. Die Gruppe von Franz Wuthe hatte Glück. Sie war von einem Führer aus der Gefahrenzone gebracht worden. Zu Fuß oder in Privatautos ging es dann nach einer Wartezeit von Stunden für die Gruppe wieder zurück zum Bus. „Es war chaotisch. Die Führer haben versucht abzuzählen, ob ihre Gruppen wohl vollständig waren. Im Bus ist es dann zu heftigen Debatten über die Sicherheitsstandards gekommen“, erzählt Franz Wuthe. „Was mich gestört hat war, dass dann am Schiff von den Verantwortlichen niemand da war, mit dem du hättest reden können.“ Denn er und andere Gäste hatten in der Aufregung und Panik ihre Fotoapparate, Handys und auch andere persönliche Sachen liegen gelassen oder verloren. „Es ist wiederholt versprochen worden, dass alles aufgenommen werde, aber geschehen ist nichts.“ Franz Wuthe habe mehrmals versucht, eine schriftliche Bestätigung über den Ausflug und die Probleme dort für die Versicherung zu bekommen. „Aber es ist mir nicht gelungen. Einzig auf der Endabrechnung der Kreuzfahrt ist eine Gutschrift von

Die Felsenstadt Petra ist vor allem für die rötlich schimmernde Farbe der Felsen bekannt, aus denen sie 312 v. Chr. von den alten Nabatäern aus massivem Fels heraus geschlagen wurde.

50 Euro für diesen Landausflug vermerkt – ohne Erklärung für das Warum.“ Von einem Reisepartner erfuhr Franz Wuthe später, dass es im Fernsehen einen Bericht über die Evakuierung in der Felsenstadt gegeben hat. Man sah Soldaten und Zivilisten, die mit Stangen im Schlamm herum stocherten und offensichtlich nach Vermissten gesucht haben. In der Vergangenheit kam es schon mehrmals zu Unglücken. An Bord der Lirica selbst gab es kein offizielles Statement der Verantwortlichen. Zum Abschluss des KLIPP-Gesprächs zeigt Franz Wuthe den Prospekt für den Landausflug in Petra, wo unter anderem steht: „Auf der Rückfahrt können Sie von Ihrem klimatisierten Reisebus aus die atemberaubende Landschaft bewundern und die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren lassen.“

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HINTERGRUND

Drei Mal am Mount E Der Grazer Robert Schauer – ein Phänomen: Vor 40 Jahren war er 1978 der erste Österreicher am höchsten Berg der Welt. 2004 stand er als 51-Jähriger zum dritten Mal auf 8.848 Metern.

1996 am Everest-Gipfel: Robert Schauer (re.) mit Expeditionsleiter David Breashears

S

ein Name ist nicht Programm. Hermann Buhl, der den Nanga Robert Schauer, im Jahr 1978 noch Und eine Erkenntnis: „Wobei ich Der Grazer Bergsteiger Robert Parbat bezwang und überhaupt keine 25 Jahre alt, galt als Ausnahdaraus gelernt habe, dass bei Schauer erzählt keine Schauer-GeBerichte aus der Bergsteiger-Welt. me-Könner aufgrund seiner kletterjedem Schritt, den du setzt, du dir schichten. Im Gegenteil, man Ich habe dann im Klettergarten in technischen Fähigkeiten – nicht überlegen musst, wie der nächste erfährt im Gespräch mit ihm – heute nur im Fels, sondern auch im Eis. Andritz-Weinzödl mit dem Klettern Schritt ausschaut oder ob es den als Gründer und Organisator des begonnen, habe mich niemandem Auch seine körperliche Fitness war überhaupt noch gibt.“ Diese logiMountain-Film-Festivals bekannt anvertraut und habe es mir weitestherausragend. Der 1953 geborene sche Konsequenz des Kletterns hat – eher nebenbei, dass er im Jahr gehend selbst beigebracht.“ Das Robert Schauer beschreibt sich als er in seinem Denken bis zum letz1978 der erste Österreicher am war in den Jahren 1967 bis 1969. Solist und Einzelgänger. Geprägt ten Detail versucht zu entwickeln. Mount Everest war und im Jahr „Ich war richtig besessen davon“, in seiner Kindheit durch einen Als 17-Jähriger war er schon zum 2004 als 51-Jähriger den Berg zum erinnert er sich. Überall, wo es mehrmaligen, monatelangen Aufersten Mal auf dem Mont Blanc und dritten Mal bezwang. Eine starke Felsen gab, wollte er hinauf. Mit enthalt auf der Stolzalpe bei Murau als 19-Jährigen akzeptierten ihn die Leistung! „Ich war für Universal erspartem Geld kaufte er sich ein wegen einer Lungenkrankheit. Dort Kameraden schon als Führender Pictures als Kameramann dort.“ 30 Meter langes Seil, mehr konnte im Heim musste er als 10-Jähriger einer Seilschaft. Wobei der „steirische Beitrag“ bei er sich nicht leisten. Mit diesem nicht nur mit dem Heimweh fertig Die erste von ihm selbst geleitete der Expedition im Jahr 1978 nicht machte er seine klettertechnischen werden, sondern auch mit den Expedition führte ihn mit einem nur „aus ihm“ bestand. Mit dabei Übungen. „Ich bin ein paar Mal Übergriffen der Älteren und der Freund in das Karakorum-Gebirge. war auch Hanns Schell (Odörfer), abgestürzt, habe auch KnochenErzieher, bis hin zu den geistlichen Das war im Jahr 1974. Mit zwei damals bereits ein bekannter Alpibrüche dadurch gehabt und schon Lehrern. Autos („Mein Vater hat mir seines nist und der Steirerkrone-Journalist mit großem Glück überlebt. Meiner geborgt.“) fuhren sie dort hin, waren Werner Kopacka (✝) tippte im BasisMutter habe ich die Dinge immer „Das hat mich geprägt. Fasziniert sechs Leute und dreieinhalb Molager auf 5.300 Metern Live-Berichharmlos dargestellt.“ haben mich auch die Bücher eines te in seine Reise-Schreibmaschine. Ein Postläufer brachte diese nach Lukla, von dort ging es per Luftpost nach Wien und Krone-Leser wurden damit über das Geschehen am Hilmar Sturm, Hanns Schell, Sigi Am Gasherbrum IV (7.925 Meter), 1978: Rückkehr zum Basecamp nach dem Berg informiert. So fing für Robert Schauer alles an – im Klettergarten Andritz-Weinzödl: „Ich war Gipfelsieg: Wolfgang Nairz, Sherpa-Führer Gimpl, fotografiert von Robert Schau- Westwand, 3.000 Meter hoch, besessen davon.“ Erst-Durchsteigung im Jahr 1985 er am Gipfel des Nanga Parbat. Die Angphu und Robert Schauer ersten Steirer auf einem 8.000er 28 Dezember 2018 28-29_Everest.indd 28

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HINTERGRUND

t Everest nate unterwegs. Ihr Ziel, den 7.500 Meter hohen Pumarichisch, erreichten sie nicht. Zu langwierig und von Gletscherspalten übersät war der Anmarsch. Die Truppe entschied sich für ein Ersatz-Ziel, das sie auch erreichten. Der 6.500 Meter hohe Gipfel Skirisz Sar trägt noch heute den von ihm gegebenen Namen „Herr der Schneehühner“.

Ein Jahr später wurde Hanns Schell auf den ehrgeizigen Robert aufmerksam und mit ihm unternahm er dann mehrere Touren in den Westalpen. Im Jahr 1975 standen dann Hanns Schell, Robert Schauer und der Schladminger Herbert Zefferer am Gipfel des 8.080 Meter hohen Gasherbrum I im Himalaya-Gebirge. „Wir waren die ersten drei Steirer auf einem 8.000er.“ Sicherlich auch ein Grund, dass er im Jahr 1978 von den bekannten Bergsteiger-Größen Reinhold Messner, Peter Habeler und Wolfgang Nairz eingeladen wurde zur Everest-Expedition. Und er erfüllte die Erwartungen. Schauer stand in der ersten Reihe, als es um das Einrichten von Leitern und Fixseilen für das Durchsteigen des überaus gefährlichen Khumbu-Eisbruchs ging.

Robert Schauer 1978 am Gipfel: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl!“ hold Messner und Peter Habeler wagten dann den ersten Gipfelsturm, mussten aber aufgrund von Schlechtwetter umkehren. Weil Robert Schauers geplanter Seilgefährte Franz Oppurg erkrankte, ging er mit Sherpa-Führer Angphu als Nächster los. Knapp dahinter die zweite Seilschaft mit Wolfgang Nairz und Horst Bergmann. Er legte für die nachfolgenden Kollegen die Spur, die etwa eine halbe Stunde hinter ihm waren. Nur aufgrund eines Vermessungsgestells, das die Chinesen wenige Jahre zuvor an der Spitze des Mount Everest fixiert hatten, konnte er trotz der schlechten Sicht erkennen, dass sie den Gipfel erreicht hatten. Eineinhalb Stunden lang verweilten sie am Gipfel. „Aber eine Besteigung ist erst dann erfolgreich, wenn du

Robert Schauer hält nicht hinter dem Berg, dass es auch Rückschläge, persönliche Niederlagen gab und er auch da und dort nur mit Glück überlebte. Es war bei der Besteigung des Makalu (8.485 Meter) in Nepal, dem fünfthöchsten Berg der Welt. „Ich war allein unterwegs“, erinnert er sich. Beim Abstieg nach Erreichen des Gipfel ist er knapp unter dem Gipfel rund 150 Meter über ein steiles Eisfeld abgestürzt – sich immer wieder überschlagend, bis ein Weichschneefeld seinen Sturz stoppte. Er hat zwei Pickel verloren, den einen wieder gefunden, weil er ein Stück weit wieder aufstieg. So musste er auf 8.200 Metern ohne Schlafsack und Zelt biwakieren. Da galt es, alle seine Fähigkeiten zu mobilisieren. „Wenn du gänzlich verängstigt reagierst, die Hosen voll hast, ist das das Schlechteste in einer solchen Lage – besonders beim Abstieg.“ Und da erinnerte er sich an seine Anfänge im Klettergarten Andritz-Weinzödl: „Dass du bei jedem Schritt, den du setzt, dir überlegen musst, wie der nächste ausschaut oder ob es den dann überhaupt noch gibt.“

Ein besonderer Schuh Alois Prutsch entstammt einer Schuhmacher-Familie. Von seinen Eltern hat er in St. Stefan/Rosental einen Produktionsbetrieb übernommen. „Stefan“-Schuhe waren bis Anfang der 1980er-Jahre ein Begriff. In den 1970er-Jahren hatte Prutsch sogar ein Angebot, dass Arnold Schwarzenegger – damals noch nicht so berühmt – für seine Schuhe Werbung machen wollte. Prutsch entschied sich jedoch für eine Anfrage von Bergsteigern, die mit einer Expedition 1978 den Mount Everest besteigen wollten. Mit dabei auch Hanns Schell und Robert Schauer aus Graz. In Abstimmung mit den Bergsteigern entstand ein damals völlig neuer Schuh. „Es war ein zwiegenähter Lederschuh mit einem gewalkten, herausnehmbaren Filzschuh“, sagt Alois Prutsch. 38 Paare produzierte er für die erfolgreiche Expedition. Nur Reinhold Messner und Peter Habeler waren mit einer anderen Marke unterwegs.

Foto: Kundigraber

„Am 1. April haben wir dann den Weg durch gefunden.“ Rein-

wieder im Basislager ankommst.“ Und das gelang.

Nanga Parbat 1976: Biwak auf 8.030 Meter, ohne Zelt und Schlafsack

Im Khumbu-Eisfall am Mount Everest. Dieser ist einer der gefährlichsten Passagen.

Drama im Jahr 1996 mit mehreren Toten. Erste Helikopter-Bergung auf 6.100 Metern von Beck Wheathers

2004: Robert Schauer als Kameramann am Everest bei Dreharbeiten auf 6.500 Metern

2018: Robert Schauer zeigt Franz Kerber seine 40 Jahre alte Sauerstoffflasche Dezember 2018 29

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GESUNDHEIT

Bei zu viel „Dolce Vita“ „W

enn das Leben zu süß war, mit zu viel dolce vita, dann können Bitterstoffe helfen“, umschreibt Naturmediziner Richard Brodnik scherzhaft die Wirkung der 9-Kräuterpulver-Mischung (Figureform aus Hartberg). Er meint damit das Wermut-Pulver. Auch in der stärksten Verdünnung schmeckt man Wermut bitter heraus. Die Bitterstoffe unterstützen stark die Magen- und Darmfunktion. Die Schafgarbe beeinflusst den Kreislauf günstig. Der Wacholder ist für Magen, Gedärme und Drüsen nützlich, er fördert auch die Magen- und Darmtätigkeit. Anis wiederum hilft als hustenlösendes Mittel bei Katarrhen, unterstützt die Herzarbeit, verstärkt die Abwehrkräfte gegen Infektionen und wirkt auch bei Gasbildung und Blähungen. „Ähnliches“, so Richard Brodnik, „leistet auch Fenchel – vor allem seine lösende Wirkung bei der Behandlung von Asthma und Keuchhusten ist bekannt, er wirkt aber auch beruhigend auf Magen und Darm.“ Der Kümmel hat nach Erfahrung der Heilpraktiker günstige Wirkung auf die Darmflora,

baut diese auf und unterdrückt dabei die Entstehung krankhafter Bakterien. Als 7. Pulver nennt Brodnik die Bibernelle. „Sie entgiftet das Blut und entfernt aus den Organen aller Art schlechte Stoffe. Sie wird auch als Mittel bei Asthma oder Heiserkeit eingesetzt, aber auch bei Erkrankungen und Reizungen im Bereich der Mund- und Rachenhöhle.

Naturmediziner Dr. Brodnik (li.) mit Patrick Wilfinger (Figureform) Die Bibernelle ist auch harn- und schweißtreibend.“ Aufgrund seiner Schärfe hat Galgant einen wärmenden Einfluss auf den Organismus. Er hilft immer – sowohl dem Kranken, als auch dem Gesunden –, weil er zur Normalisierung und Entlastung der Herzfunktion beiträgt. Als „Nervenkräutl“ wird der Lavendel bezeichnet, weil er reinigt und in vielfältiger Weise heilsam auf den Menschen wirkt.

Fotos: Nadja Fuchs

Bittere, aber gesunde Kräutermischung hilft Familie Milenkovics bei der feierlichen Eröffnung des „House of Balance“

Der Zell-Check liefert Information über die Mikronährstoff-Versorgung der Zellen

Richtige Bewegung schafft Balance

D

er langjährige Präsident des „Österreichischen Kneippbundes“ spricht nicht nur darüber, dass Bewegung gesund ist, er praktiziert das auch selbst. „Man muss in jedem Alter was tun“, so Bernd Milenkovics. „Ich mache Gymnastik, laufe, fahre mit dem Rad – im Schnitt sind es täglich 45 Minuten, die ich mir dafür Zeit nehme.“ Nach zweimonatiger Umbauphase präsentierte Milenkovics kürzlich sein neues Gesundheitszentrum „House of Balance“ am Hauptplatz in Graz. Begonnen hat er dort vor Jahren mit einem Kneippzentrum. „Wir bieten nun ganzheitliche Bewegungs- und Therapieangebote für Unternehmen und Privatpersonen an“, erklärt er. In vielen Unternehmen gibt es Angebote für Mitarbeiter, sich gesund und fit zu halten. Jedoch werden Kurse im Unternehmen selbst oft nicht wie gewünscht angenommen, weil sich die Mitarbei-

MEDIUS – erstes Primärversorgungszentrum in Graz

Die drei Allgemeinmediziner Ines Muchitsch, Elisabeth Strobl-Gobiet und Stefan Korsatko haben ihre drei Kassenstellen zusammengelegt, sich in einer Gesellschaft „verheiratet“ und ihren Traum einer teambasierten und umfassenden hausärztlichen Versorgung zur Wirklichkeit gemacht. Sie eröffneten kürzlich das erste Primärversorgungszentrum in der Schanzelgasse, in unmittelbarer Nachbarschaft zum LKH Graz. „Vereinfacht gesagt sind wir eine Hausarztpraxis im Team mit erweiterten Öffnungszeiten und dem Angebot einer Rundum-Betreuung“, so Stefan Korsatko. „Medizin wird immer komplexer. Es geht nicht nur um

Medikamente, sondern erfordert auch gute Schulung, Begleitung und Beratung z.B. in der Ernährung.“ Die drei Hausärzte arbeiten gemeinsam mit zwei diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, einer Diätologin, einem Physiotherapeuten, einem Ergotherapeuten, einer Psychotherapeutin, vier Ordinationsassistentinnen und einer Managerin. Eine wichtige Ergänzung zum klassischen Hausarzt und keine Konkurrenz sieht STGKK-Obmann Josef Harb in Primärversorgungszentren. „MEDIUS (Anmerkung: so der Name) garantiert eine niederschwellige und umfassende Erstversorgung mit einem Team aus Ärzten

Foto:: Frauwallner

Umfassende Betreuung

ter gleichsam beobachtet fühlen. Das „House of Balance“ schließt nun Kooperationen mit Firmen ab, deren Mitarbeiter nun Bewegungsund Therapieangebote nützen können. „Einige Leistungen sind gratis“, so Bernd Milenkovics, „bei anderen muss der Mitarbeiter dazu zahlen. Aber natürlich können – so wie auch in der Vergangenheit – Privatpersonen einfach die Angebote bei uns nützen.“ Von der Lage her werde man natürlich vermehrt Firmen in der Innenstadt ansprechen. Ergänzt wird das Angebot durch Vorträge und Seminare von Therapeuten und Ärzten. „Wir verbinden die Philosophie von Kneipp mit einer modernen eigenverantwortlichen Gesundheitsvorsorge“, beschreibt Bernd Milenkovics das Konzept. „Es ist interessant zu beobachten, dass immer mehr Menschen bereit sind, auch selbst Geld in ihre Gesundheitsvorsorge zu investieren.“

v.l.: Christoph Schweighofer (ÄK Steiermark), Stefan Korsatko, Josef Harb (STGKK), Elisabeth Strobl-Gobiet und Ines Muchitsch.

sowie verschiedenen Gesundheitsberufen – alles unter einem Dach. Unsere bestehenden Gesundheitszentren in Eisenerz, Mariazell, Vorau und Weiz beweisen dies bereits seit längerem sehr erfolgreich.“

Hochwurzen und Planai – für jeden etwas dabei

Gelegen im Herzen der Schladminger 4-Berge-Skischaukel, eingebettet in die Ennstaler Bergwelt mit direktem Blick auf das Dachstein-Massiv – auf der Schladminger Planai und Hochwurzen wird der Skitag für die ganze Familie zum Traumtag.

tenflitzer das Maskottchen Hopsi unter dem Motto „Hopsi´s Reise um die Welt“ auf einer Reise von der Antarktis über Europa bis hin nach Australien

NEU: Hopsi-Winterkinderland Planai Im Hopsi-Winterkinderland können die kleinen Pis-

Foto: Johannes Absenger

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Ob sportlicher Skifahrer, flotter Pistenflitzer oder Genießer – auf der Planai sind alle in ihrem Element. Legendär ist die 4,6 km lange FIS-Abfahrt vom Planai-Gipfel bis ins Tal, die im berühmten Planai-Zielhang ihren krönenden Abschluss findet. Ein Traumpanorama sowie breite und lange Abfahrten lassen die Herzen der Genusscarver höher schlagen.

begleiten. Das Winterkinderland kann nicht nur mit den Skiern, sondern auch mit dem neuen Hopsi-Express (Schrägaufzug) erreicht werden. Somit ist es ideal für die kleinen Skianfänger und ihre Familien geeignet. Puren Fahrspaß erleben Familien auch in der Funslope, im Funcross sowie auf Hopsi’s Möhrchenweg. Freestyler können sich im Superpark Planai austoben. Auf der Hochwurzen kann bei Tag und Nacht gewedelt werden. Breite, lange Abfahrten sowie Kinderangebote und leichtere Hänge sorgen für ein familienfreundliches Pistenangebot. Abends geht es weiter mit Rodeln auf der sieben Kilometer langen Naturrodelbahn oder auf Skiern auf den stets frisch präparierten Flutlichtpisten.

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Foto: Tom Lamm

FREIZEIT

„Winterspaß im Doppelpack“, lautet das Motto am Salz-

stiegl, nur eine Autostunde von Graz entfernt. Hier kann man Skifahren und Rodeln – und noch dazu mit einem guten Gewissen. Denn Windenergie und eine Hackschnitzelheizung sorgen für Strom und Wärme direkt vor Ort. Der Klimawandel macht es natürlich notwendig, dass man bei der Schneehöhe nachhelfen muss. Optimale Schnee- und Pistenbedingungen werden mit sehr motivierten Mitarbeitern und einer großzügigen Beschneiungsanlage mit 90 Schneekanonen sowie reichlich Wasser erzeugt. Besonders anziehend ist die 2 km lange, beleuchtete Rodelbahn. Sie wird täglich präpariert und ist täglich von 10:00 bis 21:00 Uhr geöffnet. Dazu buchen viele Vereine, Gruppen und Firmen ab 10 Personen für Freitag und Samstag Abend die legendäre Rodelgaudi mit Buffet in der urigen Almstube im Moasterhaus.

Der neue Hotspot War es im Vorjahr die in aller Munde traumhafte „GRAT-Piste“, so ging heuer im Tal die Qualitätsoffensive mit dem Platz’l Riesneralm weiter und dieses brachte ein neues Servicezeitalter.

Sport Scherz hat in nur drei Monaten ein zweigeschossiges modernes Sportfachgeschäft inkl. Ski Depot und computergesteuerter Servicestraße aus dem Boden gestampft und darin auch eine Lebensmittelecke mit Trafik integriert. Das bestehende Gebäude der Riesneralm wurde zu einem innovativen Dienstleistungscenter mit Indoorkassen, Tourismusbüro, Busfahrerlounge und Meeting Raum umgebaut. Dieses Projekt fügt sich nahtlos in die innovative Qualitätsphilosophie der Riesneralm ein, wo Kundenzufriedenheit an oberster Stelle rangiert.

„Platz´l“ Ski Riesneralm Bestätigt wird dies durch die vielen internationalen Auszeichnungen. Aber auch am Berg geht´s wöchtentlich mit Top-Musikgruppen hoch her, und damit wird der Skitag im wahrsten Sinne des Wortes eine Gesamtkomposition. Die Edlseer, die JUZI oder die Jungen Paldauer geben sich dabei die Klinke bzw. Gitarre und Harmonika in die Hand. Den Nimbus als „Geheimtipp“ hat man trotz dieser tollen Entwicklung nie verloren. Auf 32 Pistenkilometern, mit 4 Talabfahrten, der einzigartigen „1. österr. Kinder-Skischaukel“ oder dem weitreichenden Freeridegelände wird Wintersport hier zum Spaßfaktor auf höchster Ebene. Nicht umsonst lautet der Slogan der Riesneralm: „Mehr Skifahren – weniger Liftfahren“.

Gernot Deutsch (Heiltherme Bad Waltersdorf), Philip Borckenstein-Quirini (Therme Loipersdorf), Melanie Franke (Rogner Bad Blumau), Christian Rotter (H2O Hotel-Therme-Resort Bad Waltersdorf), Mario Gruber (Thermen- & Vulkanland Steiermark) und Stefanie Schmid (Parktherme Bad Radkersburg) mit dem mobilen Saunafass in Graz.

Beim Kurzauftritt mit ihrem dampfenden Sauna-Fass mit dazu passendem Schaffelbad aus Holz auf dem Grazer Karmeliterplatz wussten die Vertreter aus dem Thermen- und Vulkanland Steiermark noch nicht, dass sie heuer zur Thermen-Destination Nr. 1 in Österreich gewählt werden würden. Kürzlich ist das geschehen. 86.400 Teilnehmer machten bei den „thermencheck.com-Awards“ mit. Gold für Blumau, Silber für Loipersdorf, Bronze für Waltersdorf, knapp dahinter Bad Radkersburg.

Die nächsten Event-Highlights: 12.01.2019: ORF Winterzauber 2018 mit Live-Musik am Hochsitz 13.01.2019: Snow spirit – Gratis Skitest mit Sport Scherz 19.01.2019:Lederhosenparty mit „Dirndl-Schaun“ von Trachten Hiden 25.-27.01.2019: 5. Edlseer-Fan-Skiwochenende mit exklusivem Hüttenabend & Après-Skiparty www.riesneralm.at

„EchtGsund“ – Thermalwasserwochen

Eintauchen in das 34-36 Grad warme Thermalwasser der Parktherme Bad Radkersburg. Schenken Sie das Beste mit den Wohlfühlgutscheinen der Parktherme!

Thermalwasser wirkt! Parktherme Bad Radkersburg

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erade in der kalten Jahreszeit taucht man besonders gern in die heiße Thermalwasserquelle mit 36 Grad in der Parktherme Bad Radkersburg ein. Schon ein 25-minütiges Thermalbad senkt den Stresslevel und steigert das Wohlbefinden, bestätigt die

Thermalwasserstudie des Thermenland Steiermark. Eine heiße Auszeit erlebt man bei der Bad Radkersburger Sauna Zeremonie mit frischen, steirischen Kieferspänen und einer pflegenden Holunderblütencreme. Und einmal so richtig durchschnaufen bei der Spa Relax Massage – Kompressen mit Zitronen-Thymian-Öl und eine Ganzkörpermassage sorgen für ein Wellnesserlebnis im Einklang der Natur!

Von Mitte Jänner bis Mitte März 2019 stehen das besondere Thermalwasser sowie die medizinische Kompetenz mit vielen Programmhighlights im Mittelpunkt. Zudem bringt erstmals der Thermalwasser-Coach der Parktherme mehr Bewegung in den Alltag und wertvolle Tipps für einen optimalen, gesunden Thermentag. Lassen Sie sich beim Aktivund Vitalprogramm von ihm begleiten und erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Themen Gesundheit, Bewegung und Thermalwasser.

Geschenketipp: Das Beste schenken Schenken Sie zu Weihnachten jede Menge Entspannung und Wohlbefinden mit den Wohlfühlgutscheinen der Parktherme Bad Radkersburg. Jetzt bestellen unter 03476/2677 0, info@parktherme.at oder www.parktherme.at und 10% Rabatt auf Wertgutscheine und Geschenkkarten ab € 50,- sichern (gültig bis 24.12.2018).

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Foto: Parktherme Bad Radkersburg / Harald Eisenberger

Foto:: Frauwallner

Steirische Thermen sind die Nummer 1

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FREIZEIT

Viel G‘spür für das Feine

Von Martina Tosch

Lokalaugenschein beim kältesten „Coldcase“ – in Bozen

Fotos (3): Verkehrsamt Bozen

Das lebhafte Treiben am Obstmarkt. Dieser gehört seit jeher zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt. Seit über 500 Jahren werden im Herzen der Altstadt Obst, Gemüse und Lebensmittel verkauft.

Die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen strahlt für Besucher – damit also auch für uns – eine herzliche Unkompliziertheit aus: verwinkelte Gassen, barocke Häuser, bunte Marktstände - Tradition und Dolce Vita gehen hier eine ideale Verbindung ein. Wer jetzt den Bozner Christkindlmarkt besucht, taucht ein in eine Zauberwelt. Und nicht zu vergessen die Gletschermumie Ötzi: sie ist weltweit wohl der Kälteste der „Coldcases“. Ein lang zurückliegender Mordfall, über den zu wenig bekannt ist.

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as Bozen noch so besonders macht: Alpiner Charme mischt sich mit mediterranem Flair, dem man sich nicht entziehen kann. Knapp 100.000 Einwohner zählt die Stadt. Nirgendwo in Südtirol sind das Italienische und das Deutsche so nah beieinander. Für rund ¾ ist Italienisch die Muttersprache, für rund ¼ Deutsch und ein kleiner Teil Ladinisch. Das Verhältnis ist genau umgekehrt wie im Rest Südtirols. Die Stadt, strategisch an einer wichtigen Nord-Süd-Route gelegen, war immer eine Handelsmetropole, ein Treffpunkt. Davon zeugen die berühmten Lauben im historischen Zentrum. Noch heute kann man in den Arkadengängen mit den vielen kleinen Boutiquen wetterunabhängig gemütlich flanieren.

Nun ist Bozen nicht gerade ein Ortfür Schnäppchenjäger - aber perfekt für jeden mit Sinn für das Feine. Zum Beispiel der Obstmarkt. An den Standln´türmen sich glänzend polierte Äpfel, saftige Tomaten, hausgemachte Marmeladen, Speck, Schüttelbrot und alles, was das Feinschmeckerherz begehrt.Viele Geschäfte sind seit Generationen in Familienbesitz. Niederlassungen von internationalen Ladenketten, die andere Orte so verwechselbar machen, gibt es in der Altstadt nur sehr wenige. In jeder Gasse laden kleine Cafés, Bars und Restaurants zum Pausemachen ein. Aber im „Città“ im Stadthotel muss man einmal gesessen haben. Denn hier trifft man

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ch

Klänge und Farben der Weihnachtszeit prägen das Stadtbild, der Waltherplatz beherbergt die traditionellen Holzhütten des Christkindlmarkts. Man taucht ein in eine Zauberwelt. 80 Standbetreiber bieten typischen Weihnachtsschmuck, handgefertigte Produkte aus Holz, Glas, Keramik, neben Geschenkideen aus dem lokalen Kunsthandwerk. Die Abenddämmerung in der Vorweihnachtszeit, mit Blick auf die Dolomitenwelt, schafft eine besondere Stimmung in der Altstadt.

Wer ermordete Ötzi?

der Mann aus dem Eis, ist die am besten erhaltene Mumie der Welt. Ein Mann aus der Kupferzeit, der in einem Gletscher entlang der norditalienischen Grenze zu Österreich eingefroren wurde, bis die globalen Temperaturen das Eis schmelzen ließen und er 1991 von zwei Wanderern entdeckt wurde. Die Todesursache blieb lange ungewiss, bis eine Röntgenaufnahme der Mumie eine Pfeilspitze zeigte, die sich direkt unter Ötzis Schulter in seinem Rücken befand. Der 5.300 Jahre alte Mann aus dem Eis wurde vermutlich hinterrücks ermordet. Mit einer Fülle neuer wissenschaftlicher Informationen, die die Forscher zusammengetragen haben, ist es ihnen nun gelungen, ein bemerkenswert detailliertes Bild davon zu erstellen, was dem Mann an diesem schicksalhaften Tag auf dem Tisenjoch widerfahren ist. Der Gletscher konservierte Ötzi nicht nur an jenem Ort, wo er gestorben

war; die hohe Luftfeuchtigkeit des Eises hielt auch seine Organe und Haut weitgehend intakt. Stellen Sie sich vor: die Forscher kennen den Mageninhalt einer Person vor 5000 Jahren! Diese Inhalte waren, wie sich später herausstellte, entscheidend dafür, was mit Ötzi geschah, und sie halfen sogar, das mögliche Motiv seines Mörders besser zu erklären. Polizeiermittler vermuten ein persönliches Motiv

oder Rache – aber man könnte wohl endlos darüber spekulieren, was es im Endeffekt war. Neben dem Blick auf Ötzi werden u.a. auch noch Original-Pfeile und Ötzis Kupferbeil sowie mühevoll zusammengesetzte Kleidungsstücke gezeigt. Ein unglaublich faszinierender Blick in die Welt vor 5.300 Jahren! Das zeigt auch der tägliche Besucheransturm.

Shoppen und Schlemmen: Die Lauben, überdachte Gänge in der Altstadt, sind das Herz von Bozen. Sie bildeten als Straßenmarktanlage im Mittelalter das Zentrum Bozens.

Foto: Verkehrsamt Bozen/Buono

Das Südtiroler Archäologiemuseum mit dem wohl weltweit berühmtesten Mordopfer – noch dazu aus der Eiszeit – liegt inmitten der Altstadt. Die Gletschermumie ruht in einer Kühlkammer bei konstant minus sechs Grad Celsius hinter dicken Panzerglasscheiben. Ötzi,

Bild: © Südtiroler Archäologiemuseum/Ochsenreiter

sie alle: die Damenrunde aus der Bozner Gesellschaft beim Champagner, den Geschäftsmann bei einem schnellen Espresso, und uns, die wir einfach nur den Blick auf den Waltherplatz umherschweifen lassen und uns noch ein Stück Südtiroler Apfelstrudel mit Mürbteig bestellen.

Bozen für Feinschmecker: Speck, Schüttelbrot und Wein sind die klassischen Südtiroler Spezialitäten. Die kulinarische Vielfalt spiegelt den Mix aus alpiner Bodenstätndigkeit und mediterraner Leichtigkeit wider.

Foto: Verkehrsamt Bozen

Exil Lounge Café am Kornplatz: Gute Gründe, hier zur Nachmittagsjause einzukehren.

Das Stadthotel Cittá mit dem Stadtcafé im Erdgeschoß schaut direkt auf den Waltherplatz und den Bozner Christkindlmarkt.

Bars und Cafés, die bei jedem Wetter dazu einladen, den Espresso im Freien zu genießen.

Bozen liegt an drei Flüssen: Eisack, Etsch und Talfer. An der Südseite des Museion (Museum für moderne und zeitgenössische Kunst): Brücke über die Talfer. Dezember 2018 33

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TIERE Angesichts all des Streits und Unfriedens in der Welt scheinen Geschichten von Tieren, die fürsorglich zueinander sind, ein Bedürfnis nach Freude und Hoffnung zu erfüllen. Aber kann man denn, wenn gar kein menschliches Wesen im Spiel ist, überhaupt von Liebe reden? – fragt Autorin Jennifer Holland. Einige Verhaltensforscher zucken wegen des Buchtitels zusammen. Ungleiche Paare in der Tierwelt zeigen aber, dass Zuneigung und Vertrautheit wundersame Wege nehmen können. Ihre Geschichten sind so warmherzig wie verblüffend.

Foto: Ross Parry Agency

Der Terrier und das Entchen

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ird eine Ente, die sich im Wald verirrt, wohl einen Laut von sich geben? Und falls ja, kommt dann jemand, um nachzusehen, was all das Gequake soll? Die Antwort in dieser Geschichte lautet: ja und nochmals ja. Zum Glück für die kleine Fifty Pence, die auf einem Waldpfad drauflos quietschte und deren Leben mit Sicherheit ein rasches Ende gefunden hätte, hätten Fremde sich nicht ihrer erbarmt. Außerdem gehört zu unserer Geschichte Skip, die Terrierhündin, die als Sprössling von Arbeitshunden (daher ihr „Biss“- und Killerinstinkt) eigentlich zum Jagen abgerichtet war. Dennoch brachte die Hündin dem gefiederten Häppchen, das ebenso hübsch in ihr Maul gepasst hätte, wie an ihre Seite gekuschelt, nichts als Zuneigung entgegen. Trotzdem würde man wohl kaum erwarten, dass eine Terrierhündin zur Ersatzmama und besten Freundin einer Ente wird. Das Stockentenküken war erst einen Tag alt, als ein Paar, das in einem Wäldchen nahe Eggborough (Yorkshire) mit seinen Hunden spazieren ging, es allein auf dem Waldboden kauernd entdeckte. Auf ihrem Rückweg bemerkten sie, dass der winzige Federball immer noch

da hockte – und diesmal bereits Gefahr lief, von einem Fuchs zum Mittagessen verspeist zu werden. Das Paar wollte der kleinen Ente das Leben retten, verscheuchte den Räuber und nahm sie mit zu einer Dorfbewohnerin, die verlassene Wildtiere aufzog. Weil das Vögelchen klein war wie eine Münze, taufte die Tierschützerin Annette Pyrah es Fifty Pence. „Damit es sich bei mir wohlfühlte, verwendete ich einen Staubwedel und einen Mopp. Mit dem ich in meinem Gewächshaus ein Nest herrichtete und es so warmhielt, wie es eine Entenmutter getan hätte“, erzählte sie. „Ein Trick, den ich bei verlassenen Vögeln häufig anwende.“ Unterdessen hatte ihr Hund Skip bereits ein wachsames Auge auf das Waisenkind geworfen. Schon bald nach dem Schlüpfen beginnen Entenküken dem größeren Tier, welches sie als Erstes erblicken, zu folgen und von ihm zu lernen. Fifty Pence hatte nur Augen für Skip, genau wie umgekehrt der Hund für das Küken. Die Faszination war offenbar gegenseitig. Das Küken begann Skip herumzujagen, nach dem Schwanz zu schnap-

pen. Und als es ein wenig größer wurde, „versuchte es sogar Dinge zu fangen“, erzählt Annette. „Ich warf einen Ball in die Höhe, und es startete eine Art Flatterlauf, schlug so mit den Flügeln, dass es den Ball vor Skip erreichte. Natürlich konnte es ihn mit seinem Schnabel nicht aufheben.“ Auch an Skips Bett fand das Küken Gefallen: Die beiden teilten es miteinander und kuschelten sich gemeinsam hinein, während Fifty Pence dem Hund vorsichtig schnäbelnd und pickend das Fell pflegte. Skip schien diese Aufmerksamkeit zu genießen und blieb seinerseits behutsam, obwohl ihm das Picken offenbar allmählich etwas lästig wurde, meint Annette. „Was mich am meisten berührte, war das Vertrauen, das dieses kleine Entchen an den Tag legte“, erzählte sie. „Da ist dieses winzige verletzliche Ding, und es setzt sein ganzes Vertrauen in ein Tier, das durchaus sein Feind hätte sein können – das ist ein bisschen, als suche man Liebe bei einem Löwen! Und aus irgendeinem Grund beschloss die Hündin, trotz ihres angeborenen Angriffsinstinkts , nicht anzugreifen und stattdessen liebevoll zu sein.“ Ihr Plan, erzählt Annette, sei es letztendlich gewesen, Fifty Pence zu einem nahe gelegenen Weiher, einem Sammelplatz anderer Stockenten, zu bringen, in der Hoffnung, die Ente werde ihre eigene Spezies

erkennen, sich ihr anschließen und, ja, vielleicht sogar einen Gefährten finden. Annette hatte der Ente Teichalgen zum Fressen mitgebracht, damit sie sich an natürliches Futter gewöhnen konnte. Doch dann, etwa drei Monate nach der Ankunft des Entchens, kam ein Tag, der alle ihr Pläne zunichte machte. „Ich war einkaufen gegangen und hatte die Tiere ballspielend im Hof zurückgelassen“, erinnert sich Annette. „Als ich wieder zurückkam, war Fifty Pence verschwunden. Später erfuhr ich, dass ein paar halbwüchsige Jungs bei uns gewesen sind, die sie aufgescheucht und erschreckt hatten, so dass sie davongeflogen war. Sowohl sie als auch Skip machten sich sofort auf die Suche nach ihrer Ente. „Es ist sehr verstörend, nicht zu wissen, ob es ihr gut geht, aber wir hoffen, dass alles in Ordnung ist und sie im Frühling zurückkehrt. Ich habe hier ja einen großen Teich, also wird sie vielleicht zurückkommen.“ Bis dahin werden Annette und ganz sicher auch Skip – letzterer mit gespitzten Ohren und emporgereckter Schnauze – zum Himmel blicken und Ausschau halten; nach einem vertrauten Umriss und einem zärtlichen Quaken, wenn Fifty Pence zu ihrer geliebten Familie heimkehrt.

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RUBRIK

BUCHTIPPS Thilo Sarrazin Feindliche Übernahme FBV

Der kleine Drache Kokosnuss – Auf in den Dschungel Animation Regie: Anthony Power Darsteller: Max von der Groeben, Carolin Kebekus, Dustin Semmelrogge

Maja Lunde Illustriert von Lisa Aisato Die Schneeschwester – Eine Weihnachtsgeschichte btb Bald ist Heiligabend. Für Julian ist das der schönste Tag des Jahres. Lebkuchen und Klementinen, das Knistern und Knacken im Kamin, das flackernde Licht der Kerzen. Außerdem wird er an Heiligabend zehn Jahre alt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Ein tiefer Schatten liegt über der Familie. Und Julian hat eigentlich nur ein Gefühl: Weihnachten ist abgesagt. Bis Julian Hedvig begegnet …

Fotos: 2018 Universum Film GmbH

Das Zurückbleiben der islamischen Welt, die Integrationsdefizite der Muslime in Deutschland und Europa sowie die Unterdrückung der muslimischen Frauen sind eine Folge der kulturellen Prägung durch den Islam. Das zeigt der Autor in seinem neuen Bestseller. Alle Tendenzen, den Islam zu reformieren und ihn historisch-kritisch zu interpretieren, sind bisher weitgehend gescheitert. Thilo Sarrazin hat den Koran selbst komplett gelesen und zeigt, dass die Reformhemmnisse im Koran selber angelegt sind.

In seinem dritten Novellenband zeigt Gerhard Gaedke, wie der Lauf des Lebens oft durch kleine, unscheinbare Ereignisse bestimmt wird, so z.B. in der Titelgeschichte „Hochzeitsreise nach Riva“ durch eine Visitenkarte, die jemand offensichtlich als Lesezeichen in ein Buch gesteckt und dann wohl vergessen hat …

Fotos: Polyfilmverleih

Gerhard Gaedke Hochzeitsreise nach Riva – Geschichten Leykam

Gegen den Strom Drama Regie: Benedikt Erlingsson Darsteller: Halldóra Geirharðsdóttir, Jóhann Sigurðarson, Juan Camillo Halla ist fünfzig und eine unabhängige Frau. Doch hinter der Fassade einer gemächlichen Routine führt sie ein Doppelleben als leidenschaftliche Umweltaktivistin. Bekannt unter dem Decknamen „Die Frau der Berge“ führt sie heimlich einen Ein-Frau-Krieg gegen die lokale Aluminiumindustrie. Mit ihren Aktionen gelingt es ihr, die Verhandlungen zwischen der isländischen Regierung und einem internationalen Investor zu stoppen. Doch dann erfährt sie, dass ihr Antrag für die Adoption eines Kindes endlich angenommen wurde. Sie plant ihre letzte und kühnste Operation als Retterin der Highlands … Trouble Tragikomödie Regie: Theresa Rebeck Darsteller: Anjelica Huston, Bill Pullman, David Morse

Fotos: Kinostar Filmverleih GmbH

Andreas Linhart Mein RETTER für zu Hause Styria Verlag Ulli und Hermann Retter haben mit ihrem Seminarhotel und Bio-Restaurant im wunderschönen Naturpark Pöllauer Tal eine Oase des Wohlfühlens und der Inspiration geschaffen. Wer einmal in dem Vier-SterneHaus zu Gast war, kommt immer wieder gerne. Das Buch taucht ein ins Retter-Universum. In sechs Kapiteln wird verraten, wie sich das spezielle Retter-Feeling zu Hause genießen lässt. Mit Tipps und Tricks, Anekdoten und Anregungen: von köstlichen (Bio-) Kochrezepten und gut gehüteten Gartengeheimnissen bis hin zu besonderen Menschen und Begegnungen.

Der kleine Drache Kokosnuss ist in Aufbruchsstimmung: Die Abfahrt ins Ferienlager steht kurz bevor! Junge Feuerdrachen und Fressdrachen treten gemeinsam eine Schifffahrt zu den Dschungelinseln an, um so den Teamgeist unter den beiden Drachenspezies zu stärken. Doch die Reise wird nicht nur zur Bewährungsprobe für unsere Helden, sondern für alle Teilnehmer …

Als Maggies Bruder Ben, das schwarze Schaf der Familie, ins Dorf zurückkehrt, kochen alte Spannungen und Emotionen so schnell hoch, dass Maggie auf Ben schießt. Doch er wird nur am Arm getroffen – und er hat´s verdient. Der alte Kindheitsfreund der beiden Geschwister, Gerry, macht es sich zur Aufgabe, wieder Frieden herzustellen. Als Bens Motivation für sein Auftauchen klar wird – nämlich Maggie ihr Land zu nehmen – wird auch der Sheriff Logan in den emotionalen Sog gezogen … Dezember 2018 35

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