K L A R
•
S T E I R I S C H
•
U N A B H Ä N G I G
2E uro
Ver l P.b. agspo s b. G Z tam Jul i/A 02Z0 t 802 ugu 0 st 2 33225 Graz, 013 M ,
Sommer
2014 x i r P Gran d
e l l u b r e b O r De t f f a h c s e g hat’s n h i r ü f n e n o i l l i M d n a L s r und fü
Foto: VOTAVA
Ring-Highlight im Rückblick: Laudas umjubelter Heimsieg 1984
GAKStaatsanwalt muss vor Gericht Ex-Präsident Svetits klagt die Republik klipp_titel_2.indd 28
04.08.13 11:00
Liebe Leserin, lieber Leser!
U
rlaub – das ist das Wort, das man in diesen Wochen wohl am öftesten hört; meistens blickt man dabei auf erwartungsvolle oder zufriedene, schon gebräunte Gesichter. Auch KLIPP nimmt Urlaub und reduziert seinen üblichen Inhalt mit viel Politik, Wirtschaft, Hintergrund-Reportagen, Gesundheit usw. Unser Hauptthema in diesem Sommer-KLIPP ist die „schönste Zeit des Jahres“. Zum einen geht es
Inhalt
Spots 4
Die Trierenbergs ... ... mit Weingut von der Oberliga in die Spitzenklasse
Chronik 9
Männerfreundschaft Zwischen die beiden passt kein Blatt
Coverstory 11 Formel 1 in Spielberg
Seite 11 Der Oberbulle hat’s geschafft
Hintergrund 14 Beim letzten Rennen fuhr der Tod mit Bergrallye-Ass Hanspeter Laber Auto&Motor/Umwelt
Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Isabella Hasewend, Helmut Dietl, Sonja Mayerhofer, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Karin Klug, Ute Held, Fritz Malek, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Christian Wallner Fritz Malek Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg
Illustration: Milan Ilic Foto: Heimo Ruschitz Foto: Caritas/ Pierre Payer
Medieninhaber und Herausgeber: Klipp Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at
Cover-Illustration: Milan Ilic
Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro Zweijahresabo: 35 Euro
Foto: Krug
Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at
29 Lust auf Natur, Bewegung und Genuss? … dann kommen Sie ins Joglland zur Familie Fasching
Seite 9
32 Und täglich grüßt der Sunny Bunny In der Familientherme Lutzmannsburg ist er der große Star
Männerfreundschaft Zwischen die beiden passt kein Blatt
Seite 38
30 Therme Blumau: Es war einmal …
34 Kleiner Steinmetz, große Wirkung Eine Genussreise auf den Spuren eines Genies 36 „Da wird’s uns nie fad“ Plantschen, Plätschern und Spielen in Istrien
New York Zum ersten Mal in der Stadt, die niemals schläft
38 Ich hab noch einen Koffer in New York Zum ersten Mal in der Stadt, die niemals schläft
Seite 44
43 Ob am Campingplatz, im Privatzimmer oder im Hotel: Die Ungarn mögen ihre Gäste
Seite 28
Vertrieb: Hurtig & Flink
28 „Auffi auf die Alm“ Der Pierer – einstmals ein Gasthof, heute allerdings einer auf gehobenem 4-Sterne-Niveau
GAK-Staatsanwalt muss vor Gericht Ex-Präsident Svetits klagt die Republik
He blows! Segeln und Whalewatching in Norwegen über dem Polarkreis
Druck: Dorrong, Graz
Nächster Erscheinungstermin: 38. Woche
Urlaub/Kultur/Kulinarik
Seite 6
Foto: Heimo Ruschitz
um den Urlaub ums Eck – da besuchten KLIPPMitarbeiter einige nette, unverwechselbare Platzerl und Adressen. Sie stehen stellvertretend für viele andere, die nicht weniger attraktiv sind. Zum anderen gibt’s Reportagen zu Fernreisezielen, für die man meist auch fliegen muss – zum Beispiel in die Stadt der Städte, nach New York oder in den hohen Norden Europas, zum Segeln und Whalewatching. Viel Vergnügen beim Lesen dieser Ausgabe und einen schönen Sommer wünscht Ihnen Ihr KLIPP-Team! Jürgen Lehner
18 Nicht nur sexy, sondern auch schnell Der Rimac Concept One aus Kroatien ist das schnellste E-Auto der Welt
Auffi auf die Alm Der Pierer – einstmals ein Gasthof, heute allerdings einer auf 4-Sterne-Niveau
44 He blows! Segeln und Whalewatching in Norwegen über dem Polarkreis Standards 20 22 25 42 50
Lilly Urlaubstipps Genuss-Kolumne Golf Bücher
Gernot Fraydl mit seinen Fußballkollegen von der UEFA-Cup-Mannschaft 1983 und Moderator Harry Prünster.
Im Jahr 1969 wurde das Kapuzinerkloster im Herzen der Marktgemeinde Schwanberg mangels Ordensnachwuchses aufgehoben. Die Familien Fraydl, Rucker und Rosa de Pauli kauften das Klostergebäude, um in den beeindruckenden Klostermauern ihre Vision eines Moorbades zu verwirklichen. Nach dem Totalumbau eröffnete das „Moorbad Schwanberg“ im Jahr 1973 und konnte innerhalb
Gernot Fraydl, 73, war legendärer Tormann im österreichischen Nationalteam und als Trainer mit Sturm Graz im Jahr 1983 im UEFA-Cup erfolgreich. Eine Delegation der erfolgreichen Cup-Mannschaft von Sturm Graz gratulierte ihm bei dem 40-Jahr-Fest des Heilmoorbades Schwanberg. Offensichtlich war er schon damals ein Teamplayer und blieb das auch als Leiter des Heilmoorbades über 30 Jahre.
Schwierige Phase für Sturm Graz
KLIPP Juli/August 2013
Foto: Heimo Ruschitz
Der Einstieg in die Qualifikationsphase der Europaleague war glücklich. Man erinnere sich: Nur weil die Wolfsberger in der letzten viertel Stunde einen sicher geglaubten Sieg verschenkten, rutschte Sturm trotz der 0:3-Heimniederlage im letzten Spiel gegen Wiener Neustadt quasi im letzten Abdruck in die Quali-Runde der Euro-League – aus Sicht vieler Fans gleichsam unverdient. Deren Kommentar nach der Niederlage gegen die Amateure vom isländischen Verein Breidablik: „Verdient ausgeschieden.“ Also ein total verpatzter Start auch für den neuen Trainer Darko Milanic. Gegen Innsbruck nur ein glückliches Unentschieden, in Island ein 0:0, dann daheim die 0:1-Niederlage und der Abschied aus der Euro-League und im nächsten Heimspiel das 0:2 gegen den
Christian Jauk (li.) und Gerhard Goldbrich haben zur Zeit eher wenig zum Lachen.
Dorfklub Grödig aus Salzburg. Die Partie gegen den Erzrivalen Rapid in der UPC Arena war so was wie ein Schlüsselspiel für die kommende Saison. Doch die Grazer verloren – obwohl Rapid nach einer Roten ab der 2. Min. in Unterzahl war – mit 2:4. Nach dieser neuerlichen Niederlage haben Generalmanager Gerhard Goldbrich, aber auch Präsident Christian Jauk alle Hände voll zu tun, um den Unmut und die miese Stimmung zu beseitigen.
Heilmoorbad-Testimonial Harry Prünster gratuliert mit Geschäftsführer Josef Bischof (re.) langjährigem Stammgast.
Bekannt für ihre trockenen Pointen, die sitzen: Jazz Gitti
triebes der Region: „Wir beschäftigen über 80 motivierte Mitarbeiter, die zum Großteil aus der Region kommen. Sie sind die Basis dafür, dass wir uns auch in den nächsten Jahren ständig weiterentwickeln und verbessern werden.“
„Arche 38“ wieder flottgemacht
Sogar mit Ausblick über Graz
Foto: Heimo Ruschitz
Unverdient eingestiegen, verdient ausgeschieden
weniger Jahre zahlreiche Stammgäste gewinnen. Seit damals hat sich vieles verändert: In den Jahren 2010 und 2011 erfolgte dann eine groß angelegte Erweiterung und Modernisierung des Betriebes. Heute verfügt das Heilmoorbad Schwanberg über 144 Betten, zwei Penthäuser, ein modernes Therapiezentrum und ein Hallenbad mit Saunalandschaft und zählt somit zu den führenden Gesundheitshotels der Steiermark. Im Zentrum steht aber damals wie heute die pure Naturkraft des Hochmoors aus der Koralm, welches dem Heilmoorbad Schwanberg exklusiv zur Verfügung steht und als wohltuendes Heilmittel Linderung für alle Beschwerden des Bewegungsapparates bietet. Das erfreuliche Jubiläum wurde am 21. Juni gebührend gefeiert. Josef Bischof, seit 2005 Geschäftsführer, zeigte sich stolz über die Entwicklung des führenden Gesundheitsbe-
Die dort Zuflucht finden, leben am Rande der Gesellschaft, ohne „Blitzlicht“. Nur zu dieser Feierstunde mit Prominenz war es einmal anders. „Hier fehlt’s mir an gar nichts. Für 110 Euro im Monat kann ich in der am Eggenberger Gürtel zentral gelegenen ,Arche 38‘ wohnen und allmählich meine in jungen Jahren angehäuften Schulden begleichen“, freut sich Josef Prem, der seit eineinhalb Jahren in einer der beiden Wohngemeinschaften zu je sieben Bewohnern lebt. „Auf der neu gebauten Dachterrasse der Obdachlosenunterkunft für Männer genieße ich jetzt
Michael Lintner (Arche-Leiter), Vizebürgermeisterin Martina Schröck, Barbara Lamminger (Sozialamt Graz), Franz Küberl (Caritas-Präsident)
den Ausblick über Graz, welcher auch Balsam für die Seele ist.“ Das 1,7 Millionen Euro schwere Generalsanierungs- und Aufstockungsprojekt wurde von der Stadt Graz und der Caritas in Auftrag gegeben. Neben den beiden Wohngemeinschaften gibt es auch noch 30 Notschlafstellen. Allein im Vorjahr nahmen 951 Personen aus 59 Nationen mit knapp 12.800 Übernachtungen das Angebot der „Arche 38“ in Anspruch, weiß Arche-Leiter Michael Lintner. „Zusätzlich wurde rund 9.100 Mal bei uns geduscht, was für die Notwendigkeit dieser Institution spricht.“ 3
SL PE OB TE SN & L E U T E
Er war stets ein Teamplayer
Fotos: Pixelmaker.at (2), Michaela Vretscher (1)
Heilmoorbad Schwanberg feiert mit Gernot Fraydl 40 Jahre
Von der Oberliga in die Spitzenklasse
Die Familie im zünftigen Steirerlook (v.l.): Nora, Stephanie und Christian Trierenberg
die Trierenbergs den Wunsch vom eigenen Weingut nach ihren Vorstellungen: „Wir wollen von der Oberliga in die Spitzenklasse aufsteigen.“ Der dafür gegebene finan-
Eine Seltenheit
Bei InterSky ist eine Frau die Airline-Gründerin Journalisten fliegen meist besonders gern. Daher folgen sie dem Einladungsruf von Airlinern ganz eifrig – ganz egal, ob „klein oder groß“, hinauf bis zu den Chefredakteuren der wichtigen Medien. In der Hoffnung, doch bei einem der nächsten „Presseflüge“ dabei zu sein, oder zumindest in der Erwartung, damit einen Inserenten bei Laune zu halten. Noch dazu, wenn es ein sympathischer, weiblicher ist, wie Renate Moser, die Geschäftsführerin und Gründerin der InterSky mit Sitz am Bodensee in Bregenz und dem Heimatflughafen in Friedrichshafen (Deutschland). Sie ließ die Journalisten am Flughafen Graz wissen, dass die Strecke von Graz nach Zürich, auch die Verbindungen von Zürich nach Salzburg und von Karlsruhe nach Hamburg gut angelaufen seien. 2002 war das ein mutiger Schritt: Renate Moser gründete mit ihrem Mann die InterSky mit einem Flugzeug. „Luftfahrterfahrung“ hatte sie sich als Pressesprecherin des Flughafens Schwechat und später auch bei der Rheintalflug ihres späteren
4
zielle Background macht das möglich, ist doch Ehemann Christian Miteigentümer der TrierenbergHolding. Diese ist Weltmarktführer bei Zigarettenfilterpapier. Dem
Vulcano-Schinken, einer oststeirischen Spezialität, von der die Gäste nicht genug bekommen konnten, tut das Engagement der Trierenbergs gut. Gleichsam zum Tupfen auf dem i soll die Eröffnung des Önologiums Ende August werden: Ein Sinnesraum zum Thema Wein, der den Besuchern den entsprechenden Gusto auf den Traubensaft machen soll. Für Gäste, die mit dem Hubschrauber „anreisen“ – es werden nicht zu viele sein, möglicherweise darunter der Hausherr selbst –, gibt’s sogar einen entsprechenden Landeplatz. Wer in der Spitzenliga mitspielen will, der muss offensichtlich auch diese Annehmlichkeit bieten.
Haben schon Tradition –
die Rudi-Roth-Stipendien an ungarische Studenten
Kürzlich gab es die 13. Vergabe. Rudi Roth (3.v.l.): „Insgesamt sind bisher über 200.000 Euro an mehr als 100 Stipendien zum Themenkreis Osteuropa vergeben worden.“ Klarerweise auch erfreut darüber: Rektorin Christa Neuper (3.v.r.).
InterSky-GF Renate Moser, Marketing-Leiter Roger Hohl (li.) und Flughafen-Direktor Gerhard Widmann.
Ehemannes Rolf Seewald geholt, der diese 2001 an die AUA verkaufte. Weil man im Fluggeschäft viel Kapital braucht: Seit Anfang 2012 halten Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken die Mehrheit und brachten InterSky auf Expansionskurs. Beide besaßen und sanierten mehrere Regionalfluggesellschaften in Deutschland und wissen daher, wie das Geschäft läuft. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Mitarbeiter von 100 auf 160, hat die InterSky sechs Flieger in der Luft.
Cirque du Soleil mit Quidam in Graz Quidam stellt die Imagination des Menschen in den Mittelpunkt der Produktion, die seit 1996 Millionen von Zuschauern auf fünf Kontinenten begeistert. Cirque du Soleil hat die ursprüngliche Zeltshow mit 52 WeltklasseAkrobaten, Schauspielern, Musikern und Sängern jetzt perfekt für große Arenen adaptiert. Vom 5. bis 8. September macht das Ensemble in der Grazer Stadthalle Station. Im Gegensatz zu anderen Cirque-du-Soleil-Shows geht es bei Quidam nicht um Märchenfiguren, sondern um normale Menschen, deren Sorgen und Wünsche. Der jungen Zoé ist es langweilig. Ihre Eltern vernachlässigen sie und ihr Leben scheint ohne Bedeutung. Aus dieser Leere entflieht sie in eine Traumwelt, wo sie auf Charaktere trifft, die sie ermutigen und inspirieren …
Foto: Matt Beard
„Music was my first love“ von John Miles und ein Riesenfeuerwerk waren für die 500 geladenen Gäste Höhepunkt bei der Eröffnung des völlig neu gestalteten Weinguts Georgiberg in Berghausen bei Spielfeld. Der Wein hingegen ist eine „späte Liebe“ von Nora Trierenberg, die mit Ehemann Christian das Weingut erst vor sechs Jahren erwarb, dessen Wurzeln allerdings bis ins Jahr 1777 zurückgehen. Keinesfalls „klassisch“ aufgewachsen – Nora Trierenberg kommt aus keiner Weinbaufamilie – absolvierte sie 2008 bis 2009 eine Ausbildung zur Winzerin. „Ich war sogar älter als manche Lehrer.“ Mit dem millionenteuren Umbau erfüllten sich
Foto: © A. Witek/Flughafen Graz
SL PE OB TE SN & L E U T E
Weingut Georgiberg ist völlig neu – sogar mit Hubschrauberlandeplatz
KLIPP Juli/August 2013
Die heutige Jugend tut mir echt leid. Sie
tor, darauf angesprochen, meinte, er
ist von übermotivierten Eltern, Pädago-
halte nichts von Psychologen.
gen, Supernannys und Ordnungshütern
Der Sohn darf an keinen weiteren
umzingelt und bekommt kaum Luft. Zu
Schulausflügen teilnehmen, auch nicht
meiner Zeit standen dem jugendlichen
an der Italienwoche im nächsten, letz-
Blödsinn noch Tür und Angel offen.
ten Schuljahr. Nun, er wird dies vermut-
Man wurde selten erwischt, weil die Er-
lich ohne größeren Schaden überste-
wachsenen mit dem Wirtschaftswunder
hen. Dennoch frage ich mich: Hat er
v.l.: Peter Tschikof (RLB-Steiermark), Angelika Kresch (Remus), blind climber Andy Holzer mit Gattin Sabine, Direktor des Odilien-Instituts Peter Haberer, Rotarier Gerhard Moser, Obmann des Odilien-Instituts Christoph Binder, Josef Herk (WK Steiermark).
beschäftigt waren. Wir rauchten und
seine Strafe mit den Sozialstunden
tranken Alkohol im Siedlungsrohbau,
nicht abgebüßt? Jeder erwachsene
herzten uns mit Boxhieben und fochten
Straftäter wird resozialisiert, warum
Ein Blinder, der 400 Meter über dem Abgrund eine Seilschaft durch eine Felswand führt – was nach Fantasy-Roman klingt, ist Andy Holzers Leben. Die Felswand ertasten, riechen, hören – so schafft er den Gipfel. Alles innerhalb einer Reichweite von 1,2 Metern kann Andy Holzer in der Bergwand mit seinen Fingern ertasten. „Meine zehn Finger sind meine Augen“, gestikuliert er. Bevor es losgeht zu einer Tour, bereitet sich Andy Holzer akribisch auf die neue Route vor. Von seinen Berg-Kollegen lässt er sich Details beschreiben. „Ich rieche zum Beispiel auch verschiedene Felsformationen – je nachdem, ob sie eisen- oder schwefel-
Sträuße aus mit der „Gang“ der Nach-
nicht ein Sechzehnjähriger, der sich re-
barsiedlung. Kleine sadistische Ge-
gelwidrig verhalten hat (und wobei nie-
meinheiten inklusive. Wir waren viel-
mand zu Schaden gekommen ist)? Es
haltig sind. Wenn ich ein bestimmtes Gewächs, einen abgestorbenen Baum, ein Schneckenhaus ertaste, weiß ich: Aha, jetzt bin ich in der Höhe.“ Bei seinen Vorträgen kommen die Zuhörer aus dem Staunen nicht heraus, schütteln immer wieder ungläubig den Kopf. So auch anlässlich der Charity-Gala für das Odilien-(Blinden-)Institut auf der Kanonenbastei am Grazer Schlossberg. Einen Transportbus braucht’s. Direktor Peter Haberer: „Weil der alte nicht mehr wirklich verkehrstauglich ist.“ Sollte jemand spenden wollen: Spendenkonto 8.762.502, Raiffeisenlandesbank Stmk., BLZ: 38000. Weitere Infos: www.odilien.at
Sogar in der Hundehaltung ist man von Strafe abgekommen leicht vierzehn, da habe ich mit einem
herrschen anscheinend immer noch
Freund einen Jüngeren mit Heu gefüt-
Reste von Altem Testament in der
tert und ihm anschließend Schnaps ein-
Schule, ein Auge-um-Auge-Denken.
geflößt. Heute würde man da wahr-
Der Direktor begründete seine Ent-
scheinlich im Erziehungsheim landen.
scheidung mit erzieherischer Konse-
Eine Art alttestamentarische Härte
quenz. Besonders erbost hat ihn, dass
gab es damals im Gymnasium, zumin-
der Sohn meines Bekannten andere
dest am katholischen Marieninstitut,
Beteiligte nicht verraten wollte. Für
das ich besuchte und wo die „g’sunde
mich spricht das eher für seine Moral.
Watsch’n“, Kopfnüsse und auf das
Ein anderer Bekannter (ein Uni-Lehrer)
Schülerhaupt gedonnerte Atlanten
hat mir erzählt, dass er mit seinen zwei
erzieherischer Standard waren. Es
Söhnen in ihrer Pubertät mehrmals bei
herrschte die schwarze Pädagogik, ich
der Polizei war. Wegen diverser Blöd-
kenne Internatsschüler, die noch zehn
heiten. Wir waren uns einig, nichts von
Jahre nach der Matura Alpträume von
Strafen zu halten (sofern es sich nicht
Woher kommen die Brezelchips?
der Schule hatten. Vielleicht war die
um schwere Vergehen handelt). Sogar
Heu-und-Schnaps-Geschichte
in der Hundeerziehung ist man vom
„Natürlich aus Feldbach“, wird der gelernte Steirer prompt antworten. Weiß er doch, dass dort bereits vor Jahrzehnten die Familie Zach aus einer alten Bäckerei hervorgehend die Soletti-Produktion aufbaute. Heute gehört die Produktion in Feldbach zum amerikanischen Konzern Kelly. Und die Feldbacher sind im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde, denn die neuen Brezel-Chips kommen dort aus dem Backofen, wie sich eine Journalistengruppe selbst überzeugen konnte. Derartige Einblicke lassen die Verantwortlichen nur selten zu. Mit Herbert Prohaska hat man als Testimonial einen guten Griff getan. Ihm schmecken die Brezelchips offensichtlich auch, wie er im TV-Spot glaubwürdig kundtut.
Abreaktion.
Strafen abgekommen. Man muss mit
Körperliche Züchtigungen und Strafen
den Jugendlichen reden, die Einsicht in
wurden abgeschafft, indessen gibt es
ihr Fehlverhalten muss von ihnen kom-
heute subtilere Formen. Zum Beispiel
men. Inzwischen sind die Söhne meines
die sogenannte Sozialarbeit, mit der
Bekannten erwachsen und haben einen
SchülerInnen nach begangenen Ver-
guten Platz im Leben.
fehlungen diese bereuen und „wieder
Ich glaube, wir waren früher „schlim-
gutmachen“ sollen. Man kehrt den
mer“ als die heutigen, eher angepass-
Schulhof, leert und säubert Mistkübel
ten Jugendlichen. Das Gymnasium war
oder erledigt andere ähnlich sinnvolle
manchmal ein Härtetest, insgesamt
Aufgaben. Zu seinem Pech wird der
aber gab es weniger Möchtegern-
Sohn eines Bekannten zumeist er-
Erzieher und keine „Erziehung“ durch
wischt, wenn er das Leben abseits der
Internet, Fernsehen und Kommerz. Wir
tolerierten Grenzen erforscht. Er hat
hatten unsere eigenen Ideen und Träu-
gerade 24 Sozialstunden an seiner
me. Wir brauchten auch keine Schule
Schule absolviert. Der Vater fand das
für eine Italienfahrt – wir sind mit ein
anfangs in Ordnung, bis ihm ein nam-
paar Schilling in der Tasche einfach
hafter Psychologe sagte, er fände das
allein hingefahren. Reinhard Schuch
KLIPP Juli/August 2013
Foto: Kelly/ Marcel Gonzalez-Ortiz
Herbert Prohaska stellt nicht die Frage nach Soletti, sondern:
Brezel-Botschafter Herbert Prohaska (re.) mit Kelly-Geschäftsführer Wolfgang Hötschl: „Unsere Brezel sind hauchdünn und knusprig wie Chips.“
„Schneckerl“ himself – seine jetzige Haarpracht lässt davon nichts mehr ahnen – war in Feldbach leider nicht beim Verkosten dabei. Und daher gab’s auch sein „Also ich sag einmal so …“ nur im vorgeführten Fernsehspot zu hören.
eine
gar nicht gut. Hof putzen erniedrige und stelle an den Pranger. Man sollte
PS: „Erdbeeren und mein Hund gehen zur
Jugendlichen sinnvolle Aufgaben in der
Wahl“, Sammlung von KLIPPern und ande-
Gemeinschaft geben. Der Schuldirek-
ren Texten, Leykam Verlag 5
SL PE OB TE SN & L E U T E
Foto: © Paul Stajan
Charity zugunsten des OdilienInstituts mit blind climber Andy Holzer
CHRONIK
CHRONIK Expräsident Peter Svetits klagt die Republik auf 70.000 Euro Schadenersatz wegen U-Haft
GAK-Staatsanwalt muss vor Gericht gung der Untersuchungshaft habe es keine konkreten Ermittlungen gegeben, wären keine entscheidenden Aussagen mehr ausständig gewesen, betont das Oberlandesgericht. Vom Juristendeutsch ins verständliche Deutsch übersetzt sagt das Gericht, dass eben aus der allgemeinen Erfahrungstatsache heraus schon keine Verdunkelungsgefahr mehr gegeben war. Könnte daher die Verhaftung wider besseres Wissen erfolgt sein? Foto: Heimo Ruschitz
„Verfahren Peter Svetits gegen die Republik“, wird am 11. September um 14:30 Uhr der Richter die Streitparteien am Zivilgericht in Graz in den Verhandlungssaal L bitten. Der Auslöser: Mit Anordnung vom 10. November 2011 hatte Staatsanwalt Mag. Johannes Winklhofer die unverzügliche Festnahme von Peter Svetits und der ehemaligen GAKGeschäftsträgerin wegen Verdunkelungsgefahr angeordnet. Die beiden wurden daraufhin von Polizeibeamten bei einem observierten Treffen festgenommen und danach wurde über beide die U-Haft festgesetzt. Peter Svetits hat nun die Republik Österreich für die seiner Meinung nach ungerechtfertigte verhängte U-Haft auf Schadenersatz geklagt. Die Höhe: 70.000 Euro.
Zeugin belastet Staatsanwalt in abgehörten Telefonaten
Als Zeuge zur Wahrheit verpflichtet: Johannes Winklhofer betreibt seit acht Jahren den Fall GAK.
Verdunkelungsgefahr – gab es keine
Foto: Jugend am Werk
In seiner Klage führt Peter Svetits – vertreten durch den Wiener Experten Andreas Öhler – an, dass er durch das Fehlverhalten eines Organes der Republik Österreich – nämlich durch Staatsanwalt Mag. Johannes Winklhofer – im Zusammenwirken mit Chefinspektor Werner Hubmann in der Vollziehung der Gesetze einen beträchtlichen Schaden erlitten hat. Svetits ist im Ermittlungsverfahren gegen den GAK – da gibt es insgesamt 30 Beschuldigte – einer davon. Winklhofer begründete den Haftgrund der Verdunkelungsgefahr damit, dass Svetits auf die ehemalige Geschäftsträgerin des GAK Druck ausüben könnte bzw. ihr Geldzahlungen anbieten könnte, damit diese ihre massiv belastenden Angaben zurückzieht bzw. keine ergänzenden Angaben mehr macht, um so die Ermittlung der Wahrheit zu erschweren.
Frühstück mit Herz und Sinn: Initiative von „Jugend am Werk“ im Grazer Volksgarten.
6
Peter Svetits (li.): Frank Stronach hat ihn und seine Karriere kräftig gefördert.
Warum sich Svetits Chancen ausrechnet, in diesem Prozess zu siegen: Das Oberlandesgericht Graz hat einer Beschwerde der ehemaligen Geschäftsträgerin gegen die Haft Recht gegeben und diese als gesetzeswidrig bezeichnet. Es habe keine Haftgründe gegeben, betont das Oberlandesgericht Graz in seinem Beschluss. Zum Zeitpunkt der Entscheidung über den Antrag auf Verhän-
Auftakt gelungen
dort die Chance erhalten, erste Schritte
Einen perfekten Auftakt lieferte Mitte
in Richtung Arbeitswelt zu machen und
Juli der erste Pavillon-Brunch im Gra-
gleichzeitig eigenes Geld zu verdienen.
zer Volksgarten. Ermöglicht wurde die-
Für das Service waren erstmals die Ar-
ser durch eine neue Initiative von Ju-
beitsweltneulinge Ines und Matilda zu-
gend am Werk Steiermark. Zu den ers-
ständig – unterstützt von Gastroexper-
ten Gästen zählte unter anderem die
ten Mario Grlic. Ab sofort kann im
Grazer Vizebürgermeisterin Martina
Volksgarten jeden Samstag zwischen 9
Schröck, die in Kooperation mit Jugend
und 13 Uhr in gemütlicher Atmosphäre
am Werk dafür sorgt, dass Jugendliche
gebruncht werden.
Logischerweise ist in diesem Prozess GAK-Staatsanwalt Johannes Winklhofer ein sehr wichtiger Zeuge. Als solcher steht er unter Wahrheitspflicht. Die Klage richtet sich direkt gegen die Republik, aber indirekt ist auch er davon betroffen. Er hätte, so der Vorwurf, die entlastenden Aspekte nicht berücksichtigt, obwohl er laut Strafprozessordnung zur Objektivität verpflichtet ist. Was dem Prozess zusätzliche Brisanz verleihen wird, ist auch der Auftritt der ehemaligen GAKGeschäftsträgerin. Sie ist ebenfalls als Zeugin geladen. In der von Staatsanwalt Johannes Winklhofer angeordneten Überwachung ihrer Telefongespräche belastet sie diesen in mehreren Aussagen. Sie sei – sinngemäß und wörtlich an mehreren Passagen – von der Staatsanwaltschaft und von Winklhofer stark unter Druck gesetzt worden. Dazu muss man wissen, dass die Exgeschäftsträgerin im Frühjahr 2011 wegen schweren Betrugs in der Höhe von 250.000 Euro – unterschlagen bei ihrem späteren Arbeitgeber – angeklagt war. Der zuständige Staatsanwalt damals: Johannes Winklhofer. Üblicherweise gibt es dafür eine unbedingte Haftstrafe, also Gefängnis. In den abgehörten Telefonaten spricht sie davon, dass die Staatsanwaltschaft über ihren Anwalt erkennen ließ, dass sie bei „voller Kooperation“ in Sachen GAK nur mit einer bedingten mehrjährigen Strafe rechnen könne. So war es dann auch aufgrund eines für die Angeklagte positiven, aber „abenteuerlichen“ psychiatrischen Gutachtens. Ein solcher Deal („Rechtstheater“) wäre aber nach österreichischem Gesetz strengstens untersagt.
KLIPP Juli/August 2013
sie am angenehmsten Brasilien erleben können?
Ein KLIPP-Gespräch mit Roland Goblirsch-Urban. Er ist in Österreich geboren, heute Honorarkonsul der Republik in Minas Gerais und Präsident der dortigen Industriellenvereinigung. Auch für die steirische Exportwirtschaft wird Brasilien zur Fokus-Region 2014. Als Dreijähriger wanderte der in Linz geborene Roland Goblirsch-Urban nach dem Krieg mit seinen Eltern nach Brasilien aus. Seine Familie ist heute in der Gummi-Industrie und in der Kfz-Antriebstechnik mit eigenen Produktionen verankert. Seit wann leben Sie in Brasilien? Goblirsch-Urban: Das sind jetzt 61 Jahre, und 25 Jahre davon war ich auch Präsident des Industrieverbandes. Die Fußball-WM in Brasilien ist logischerweise für Ihr Land was ganz Spezielles. Sollte man nicht Weltmeister werden – was dann? Goblirsch-Urban: Wenn Brasilien verliert, dann gibt es landesweit Trauer. Sind die Fußballer tatsächlich die größten und beliebtesten Stars, noch vor allen anderen?
Goblirsch-Urban: Zu allererst: Nicht wie ein Tourist aussehen, wenig Geld in der Tasche haben, einfache Kleidung, nicht den teuersten Fotoapparat zeigen, und wenn man schon in die Favelas gehen will, dann ohne Schmuck und teure Uhren. Das sind Vorsichtsmaßnahmen, die man als Tourist nicht nur in Brasilien trifft, sondern auch in anderen Ländern.
Goblirsch-Urban: Der Fußball nicht, aber die Politiker ja. Es gibt sicher Regionen, die von der WM gar nicht profitieren? Goblirsch-Urban: Ja und nein, die meisten Bundesländer Brasiliens werden Profit machen und die benachbarten Länder auch. Das Volk begleitet alle Spiele per Fernsehen, und damit alle daran teilnehmen können, haben alle Restaurants und Kneipen einen Fernseher und sind dann immer voll. Auch in den Bundesstaaten, wo es keine Spiele gibt, gibt’s Public Viewing auf riesigen Leinwänden. Und jeder Tag, an dem Brasilien spielt, wird ein Feiertag sein. Brasilien hat 26 Bundesländer. WMSpiele gibt es in jenen zehn Hauptstädten, wo auch der größte Teil der Bevölkerung wohnt und arbeitet. Sind die Brasilianer – wie die Kanadier im Eishockey – davon
Fakten: Brasilien hat 193 Millionen Einwohner, Fläche: 8,5 Mio. km2 (im Vergleich: Europa 10 Mio.), Amtssprache: Portugiesisch, Hauptstadt: Brasilia, Währung: Real, Wirtschaftsleistung: 2.492 Mrd. Dollar (EU: 18.394 Mrd. Dollar).
Goblirsch-Urban: Ja, wie immer: Fußball, Fußball und noch mal Fußball.
Was lieben Sie an Ihrem Land so sehr? Goblirsch-Urban: Die Lockerheit der Brasilianer, das Wetter, die schönen Landschaften, die große Weite, das Klima, die schönen Strände und auch Samba. Der Brasilianer ist sympathisch und freundlich. Außerdem hat jedes Bundesland seine eigene gute Küche – Spezialitäten, wie Churrasco.
Was macht Brasilien als Reiseund Urlaubsziel so interessant? Bei uns gibt’s ja das Vorurteil: Man muss dort sehr, sehr Acht geben, damit man nicht bestohlen, beraubt und, und wird. Was empfehlen Sie Freunden, wie
Was ärgert Sie? Was macht Sie traurig? Goblirsch-Urban: Hauptsächlich die große Korruption und die Bürokratie.
überzeugt, dass bei ihnen der beste Fußball gespielt wird?
Goblirsch-Urban: Ja, natürlich.
Goblirsch-Urban: Die Frage, was den sozialen Aufstieg betrifft, gilt ja nicht nur für Brasilien, sondern für die ganze Welt. Meine Familie hat klarerweise auch eine Mannschaft, von der sie begeistert ist. Wenn man über die Demonstrationen und die Korruption bei den Bauten liest – darf der Fußball alles in Brasilien?
KLIPP Juli/August 2013
Rasche Hilfe und Reparatur
Computer Service Center Streikt der Computer, dann versucht man als Nutzer so rasch wie möglich herauszufinden, warum. Und da bietet der Gösta Computershop am Grazer Griesplatz schnelle Hilfe an. „Unsere Fehler-Diagnose dauert maximal zwei bis drei Tage“, erläutert Erwin Sbaschnigg den
Fotos: Heimo Ruschitz
Mit Fußball kann man Millionär werden, ohne dass man vorher einen anderen Beruf erlernt hat. Fußball ist daher eine große Chance für den sozialen Aufstieg. Ist auch Ihre Familie vom Fußball fasziniert?
Kunden-Service des Hauses. Für die Überprüfung wird eine Pauschale von 45 Euro verrechnet. Sollte es in der Folge auch zur Re-
paratur kommen, dann wird die Pauschale zum Teil in die spätere Arbeit eingerechnet.
www.goesta.at
7
CHRONIK
Brasilien rückt durch Fußball-WM näher
CHRONIK
CHRONIK
Die Internetbetrüger: Sie sind 24 Stunden aktiv, kein User ist vor ihrer Masche sicher
„Teure Gratisangebote“ Die Zahl der Fälle, in denen Internetnutzer vermeintliche Gratisangebote aus dem Internet in Anspruch genommen haben und danach mit hohen Geldforderungen konfrontiert wurden, explodiert förmlich. Internetrechtsexperte Dr. Gunther Ledolter klärt auf*, mit welchen Tricks die Internetbetrüger agieren und wie man rechtlich darauf reagieren sollte. Ledolter: Die Masche der Internetbetrüger ist in aller Regel dieselbe. Auf attraktiv gestalteten Websites werden vermeintlich kostenlos Rezepte, Gedichte, Horoskope oder auch Hausaufgaben angeboten. Es wird der Eindruck erweckt, dass man lediglich für die kostenlose Registrierung seine Daten angeben muss. Der Hinweis auf die zu bezahlenden Kosten und sehr oft auch das damit abgeschlossene Abo ist zumeist sehr versteckt, allenfalls sogar in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten. Aufgrund dessen fällt den Nutzern der Kostenhinweis nicht auf und folgt dann meistens 1–2 Wochen später die böse Überraschung, wenn ein Betrag in Höhe von € 100,– bis € 200,– in Rechnung gestellt wird. Relativ hartnäckig wird in weiterer Folge die Bezahlung der Rechnung gefordert und bei Ablehnung der Zahlung nicht nur mit Inkassobüros und Rechtsanwälten, sondern oft auch mit Betrugsanzeigen gedroht. Viele Nutzer lassen sich davon einschüchtern und bezahlen den in Rechnung gestellten Betrag, ohne dass es dafür eine rechtliche Verpflichtung gäbe. Was ist also zu tun, wenn man eine derartige Rechnung zugestellt erhält? 8
Dr. Gunther Ledolter: „Die Masche der Internetbetrüger ist in aller Regel dieselbe.“
Ledolter: Das Wichtigste vorab ist, sich von den massiven Drohungen nicht einschüchtern zu lassen, zumal zwar schwerwiegende und weitreichende Schritte angekündigt, diese allerdings nach meiner Erfahrung bis dato niemals tatsächlich in die Tat umgesetzt wurden. Trotzdem sollte man unbedingt von seinem – nach dem Konsumentenschutzgesetz eingeräumten – Widerrufsrecht Gebrauch machen, wofür einem eine Frist von 7 Tagen ab Abschluss des Vertrags zur Verfügung steht. Die Frist von 7 Tagen wird allerdings auf 3 Monate verlängert, sofern dem Nutzer nicht sämtliche Bedingungen über die Ausübungen des Rücktrittsrechts oder die geografische Anschrift des Vertragspartners bekannt gegeben wurden. Aber selbst wenn im Einzelfall diese Frist versäumt wurde, kann der allenfalls geschlossene Vertrag dennoch aufgrund der Irrtumsregeln angefochten werden. Zusammengefasst kann man davon ausgehen, dass in aller Regel kein
rechtswirksamer Vertrag mit Websitebetreibern zustande kommt, die ein tatsächlich kostenpflichtiges Angebot als kostenloses darstellen. Es sollten daher auch grundsätzlich die in Rechnung gestellten Kosten nicht beglichen werden, wobei natürlich, um sicherzugehen, die genaue Prüfung durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu empfehlen ist. Oft kommt es auch vor, dass Betrüger zusichern, beim Lotto gewonnen oder eine Erbschaft gemacht zu haben … Ledolter: Auch bei dieser Art der Abzocke erkennt man immer dasselbe Schema. Zuerst wird ein hoher Geldbetrag aus einer Erbschaft oder einem Gewinn versprochen und zur Untermauerung des Wahrheitsgehaltes als Absender ein Notar oder Rechtsanwalt genannt. Wenn der Empfänger auf dieses Mail reagiert, wird im nächsten Schritt behauptet, dass Vorauszahlungen für Spesen, Flugticket oder Sonstiges notwendig sind. Erst
Friedhofgasse 20, 8020 Graz, Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at, www.rath-partner.at
nach der Überweisung dieser Spesen könne eine Auszahlung des Gewinns oder der Erbschaft erfolgen. Oft werden auch Unterschriften und die Kontodaten zur Überweisung verlangt, die in der Folge missbräuchlich verwendet werden. Fakt ist, dass sich weder Notare noch Rechtsanwälte per Mail an Erben oder Gewinner eines Gewinnspieles wenden und daher bei Erhalt derartiger Versprechen die Alarmglocken läuten sollten. Auf alle Fälle sollten keine Überweisungen durchgeführt oder persönliche Daten weitergegeben werden. Was versteht man unter Phishing? Ledolter: Phishing kommt von Password fishing und bezeichnet den Trick, wie Betrüger über nachgemachte Websites zu geheimen Zugangs- oder Kreditkartendaten gelangen. Dabei werden Mails ausgesendet, in denen aufgefordert wird, die Passwort-, Kreditkartenoder Kontodaten zu bestätigen oder zu aktualisieren. Klickt man den Link im Mail an, gelangt man zu einer Website, die der echten täuschend ähnlich sieht. Sobald der Nutzer seine Daten dort eingegeben hat, verfügen die Betrüger darüber und können sie missbräuchlich verwenden. Auch hier sei wieder angemerkt, dass Banken und seriöse Unternehmen niemals per Mail nach Daten fragen. Folgen Sie daher niemals Links von derartigen Mails! *Dieses Interview gibt’s bereits auf www.echtzeit-tv.at zum Anschauen. KLIPP Juli/August 2013
CHRONIK
Zwischen die beiden passt kein Blatt D
KPÖ, FPÖ und Grüne politisch angenehm überleben werden. Ihre gegenseitige Blockade und Lizitationspolitik in den Jahren 2003 bis 2010 schadete der Steiermark und kostete die Steiermark zigmillionen Euro. Gewachsen ist diese späte Einsicht bei etlichen Glaserln Wein. Offiziell wurde daraus die Reformpartnerschaft. So wird es künftig einen verkleinerten Landtag und eine kleinere Regierung
geben, auch keinen Proporz mehr. Also genau jener Zwang zur politischen Kooperation wird fehlen, der sie zu Freunden gemacht hat. Voves und Schützenhöfer haben diese Reform in Bewegung gesetzt, nicht um zu sparen, sondern um die kleineren Mitbewerber zu schwächen. Am 29. September – also in wenigen Wochen – gibt’s die Nationalratswahl und da wird ihnen wieder die entscheidende Frage gestellt,
ob sie 2015 noch einmal zur Landtagswahl antreten. Beide werden wieder ausweichend und kryptisch antworten. Dabei ist ein Wiederantritt keine wirkliche Option für beide. Denn mit dem Team Stronach wird’s einen zusätzlichen lästigen Mitbewerber auf der politischen Bühne geben und die innigen Umarmungen in aller Öffentlichkeit sind dann vorbei, gibt es dann nur noch privat.
Foto: Caritas/ Pierre Payer
ie innige Umarmung, mit der Franz Voves und Hermann Schützenhöfer ihre Männerfreundschaft auf dem Foto demonstrieren, ist nicht gespielt und nicht unsympathisch. Diese Verbundenheit entstand nicht durch eine gemeinsame Jugend, den Sport, das Militär, den Krieg, sondern durch „politische Not“. Das Wahlergebnis des Jahres 2010 brachte die Einsicht, dass sie nur miteinander gegen
… als ob beide in einem Anzug stecken. Bei der Eröffnung des Caritas-Sozialzentrums.
KLIPP Juli/August 2013
9
CHRONIK
Männerfreundschaft: Dagegen sind alle Kritiker machtlos
CHRONIK
ECHO
Foto: Bundesfeuerwehrverband
für er monatlich 5.450 Euro bezieht. Möchte nicht wissen, wie viele Feuerwehrleute diesen Zeitaufwand wirklich ehrenamtlich absolvieren.
I
n sehr pointierter Form haben Sie die Feuerwehren der Steiermark in einem wunden Punkt getroffen. Während sich nämlich viele tausend ehrenamtlich Tätige für das Allgemeinwohl einsetzen, nimmt es sich der oberste Funktionär heraus und belohnt sich seine 1500 bis 2000 Stunden Feuerwehrtätigkeit mit einem Salär von 4.250 Euro monatlich vom Landesfeuerwehrverband und 1.200 Euro monatlich als Präsident des ÖBFV. Nach einer Information sollte Herr Kern bei seiner Dienststelle BH Leibnitz für seine Tätigkeit ausreichend freigestellt werden (man munkelt von 20 Wochenstunden bei voller Bezahlung) – dies würde bei einer vollen Arbeitsverpflichtung (40 Stunden in der Woche) eine bezahlte Freizeit von 45 Wochen mal 20 Stunden = 900 Stunden bedeuten. Bleiben ihm noch 600 bis 1.100 Stunden, wo-
Diese obigen Zahlen sind ja schon schlimm genug, aber es kommt vermutlich noch dicker! Herr Kern erhält ja zusätzlich einen Aufwandsersatz in Form von Fahrzeugen und Gerätschaften, welche er gratis benutzen darf. Ihm steht ein Dienstfahrzeug zur Verfügung, welches auch oft genug im Nahbereich der BH Leibnitz abgestellt ist (fährt er damit zum Dienstort?), er hat ein Telefon, welches ihm finanziert wird, Pokalspenden werden vom LFV getragen, seine Uniform zahlt er sicher auch nicht selbst und er hat selbstverständlich auch ein ausreichendes Budget für Bewirtungsspesen und Repräsentationsaufwendungen. Ich habe noch nie gehört, dass der Landesbranddirektor für seine Rechnungen als Ehrengast zum Zahlen aufgefordert wurde. Angeblich gibt es für unsere obersten Funktionäre auch einen Reisekostenersatz, welchen diese natürlich beanspruchen und sich auszahlen lassen. Wenn Herr Kern nun in seiner Information an alle Funktionäre und Kom-
Gedankenlos und falsch Die Tageszeitung „Österreich“ ist bekannt dafür, dass sie kaum ein Fettnäpfchen auslässt. „Alle lieben diesen Sommer“ titelte sie (siehe Bild) am Sonntag. Wie gedankenlos, fahrlässig – um nicht zu sagen „schwach …“ – müssen die Verantwortlichen sein, die so etwas in der Formulierung zulassen? Wo es doch Tag für Tag eine Alarmmeldung nach der anderen gibt: Die Böden in der Landwirt10
schaft sind völlig ausgetrocknet, Obst, Gemüse und Getreide verdorrt. Viele Bauern kämpfen damit ums Überleben. Bei Interviews kommen ihnen die Tränen wegen der Katastrophe. Auch die Wasserreserven gehen zurück. Und „Österreich“ meint zu wissen: „Alle lieben diesen Sommer.“ Wo wir doch schon im Herbst mit höheren Lebensmittelpreisen die Zeche dafür zahlen müssen.
mandanten schreibt, dass alles an die Finanzbehörde gemeldet und ordnungsgemäß versteuert wird, ist dies angesichts der oben angeführten Zahlen zu hinterfragen. Werden tatsächlich sämtliche Auszahlungen gemeldet oder werden nur die Funktionärsgebühren gemeldet. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund zu hinterfragen, dass Feuerwehrfunktionäre 30 Prozent Funktionärsgebühr pauschal ohne Nachweis von Aufwendungen als Ausgabe geltend machen können. Gespart wird natürlich bei den anderen für den Feuerwehrbereich Tätigen und auch in anderen Bereichen – wobei zu sagen ist, dass diese den Spargedanken auch gerne mittragen. Zum Beispiel den jahrelang ausbezahlten Reisekostenersatz der Bewerter hat man grundsätzlich gestrichen, weil diese ja am Einsatzort verköstigt werden. Diese sind einen oder zwei gesamte Tage tätig, erhalten das Essen und sind zufrieden. Eigenartig ist es nur dann, wenn unsere obersten Repräsentanten zur Veranstaltung kommen, als Ehrengäste natürlich auch verköstigt werden, aber trotzdem zusätzlich zur Funktionärsgebühr Reisekosten abrechnen. Herr Kern hat generell ein sehr gespreiztes Verhältnis zwischen dem, was
Mit Grüßen von jemandem, der Angst hat, mit seinem Namen öffentlich dafür einzustehen. Weil man vernimmt, dass der Kommandant sich mit jenen Personen, die ihn kritisieren, sehr „intensiv auseinandersetzt“. Aber in der Hoffnung, dass das Feuerwehrwesen sich wieder zu einer Organisation entwickelt, die sich der Nächstenliebe verschreibt und nicht eine Plattform für … ist.
Wie von Zauberhand … Foto: Heimo Ruschitz
CHRONIK
„Bezügekaiser Kern“: Wunder Punkt getroffen
er fordert (als ehemaliger Bediensteter der Landesfeuerwehrschule gefordert hat), und dem, was er seinen Mitarbeitern gönnt und wie er mit diesen umgeht. Nicht unbegründet wird es sein, dass er in den letzten Jahren eine Vielzahl von Mitarbeitern der Schule verabschiedet hat und diese freiwillig (?) diesen Ort verlassen haben.
Klaus Rainer von AL-KO: „Ein Robolinho Mähroboter mäht selbstständig, leise und ist von bester Qualität.“
Der Wunsch nach mehr Freizeit wird immer größer. Dafür, dass dieser Wunsch nicht mit Rasenmähen verschwendet werden muss, sorgen die vollautomatischen Robolinho Mähroboter von AL-KO. Mit den Modellen Robolinho 100 (ideal für Rasenflächen bis zu 700 m2), dem Robolinho 3000 (für bis zu 1.200 m2) sowie dem ab der Saison 2014 verfügbaren Robolinho 4000 (bis zu 2.000 m2) bietet AL-KO für jede Fläche das passende Modell. „Die Mähroboter fahren kreuz und quer, wobei die abgemähten Grashalme so klein gehäckselt werden, dass sie als Biodünger dienen“, so AL-KO-GF Klaus Rainer. Außerdem arbeiten die kleinen Gartenhelfer bei jedem Wetter und so leise, dass sie sogar an Sonn- und Feiertagen oder nachts eingesetzt werden können – in puncto Sicherheit sind sie unschlagbar. KLIPP Juli/August 2013
COVERSTORY
e l l u B r e D t f f a h c s e hat’s g
Neuauflage des Formel 1 Grand Prix
Montage von Klipp, Foto: Philip Platzer
Millionen für ihn und das Land Aus altem Wasserturm wurde Café mit Red Bull Skybar in Zeltweg.
A
nfang Juli 2014 wird es Hochbetrieb auf den Flughäfen in Salzburg und in Zeltweg geben. Da werden die VIPs mit ihren Privatmaschinen und Hubschraubern für den Grand Prix in Österreich landen. Dann kann Red-Bull-Chef Didi Mateschitz der gesamten Motor- und Sportwelt zeigen, welches Freizeit-Imperium er im Red-BullLand, vor seiner Haustüre aufgebaut hat. Einige Experten sehen KLIPP Juli/August 2013
darin schon Vorzeichen, dass Red Bull in naher Zukunft noch mehr in der Formel 1 zu sagen haben wird. Bernie Ecclestone ist 83, hat ein Gerichtsverfahren in Deutschland wegen Bestechung am Hals – Red Bull wäre als finanzstarker Medienkonzern ein idealer Partner. Es hat Symbolcharakter – das neue Wasserturm-Café in Zeltweg, mit seiner fast frei schwebenden Skybar in luftiger Höhe. Man erwartet
sich das in Melbourne oder sonstwo. Allein wenn man sich die Whiskey-Galerie auf der Getränkekarte durchliest – da werden rund 80 (!) verschiedene Sorten höchster Qualität angeboten. Und auch die Cocktails und Longdrinks lassen erkennen, dass man damit auch internationale Gäste bedienen wird. Die Botschaft des Wasserturms ist klar und einfach: „Wir wollen hoch hinaus.“ Und mit dem Blick über
das gesamte Murtal ist das auch Realität.“ Für die Rückkehr der Formel 1 nach Österreich und den „Red Bull Grand Prix“ am 4. Juli 2014 hat Didi Mateschitz die Region gut vorbereitet. Allein in seinem Konzern gibt es mit dem G’schlössl, dem Steirerschlössl, dem Schönberghof, dem Dorfwirt Top-Locations, sodass die VIPs nicht mehr unbedingt an den Wörthersee oder nach Graz ausweichen müssen. 11
COVERSTORY
Foto: Philip Platzer
Formel-1-Fans werden Skybar stürmen: Whiskey, Cocktails aus aller Welt und Weitblick …
Der Grand Prix wird der Region einen gewaltigen Schub an Bekanntheit geben und damit das Selbstbewusstsein der Murtaler stärken. „Das ist nicht nur für die Region, sondern die gesamte Steiermark wie ein Lotto-Sechser“, so der in Knittelfeld beheimatete steirische Wirtschaftskammer-Präsident Josef Herk. Nach seiner Ansicht wird dadurch eine enorm hohe Perspek-
tive für die Bevölkerung und vor allem die Wirtschaft geschaffen. Einer aktuellen Umfrage des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) zufolge profitieren schon jetzt 45 Prozent der Murtaler Unternehmer direkt vom Ringgeschehen. „Mit der F1 im Rücken sind aber sicher noch weitere Impulse möglich“, so Herk. Auch bei der Initiative „Kraft. Das Murtal“,
Und was ihm zusätzlich „Pluspunkte“ beim gelernten Österreicher bringt: Er verschiebt die Milliardengewinne des Konzerns und sein Privatvermögen nicht nach Liechtenstein oder in ein anderes Steuerparadies – siehe Grasser, Meischberger und Co –, sondern liefert seine Steuern in Österreich ab.
Das kommende Formel-1-Spektakel am Red-Bull-Ring wird Schlossbesitzer Karl Arbesser sicherlich nicht ohne Reaktion hinnehmen. Er wird penibel darauf achten, dass die gesetzlichen Auflagen für den Rennbetrieb des Red-Bull-Rings eingehalten werden. Von Landesseite her gibt es allerdings ganz klare Anzeichen, dass der Grand Prix in jedem Fall als Ausnahme-Event betrachtet wird. Damit werden Arbesser und mögliche Anhänger, aber auch die sich kämpferisch gebende steirische Umweltanwältin Ute Pöllinger es sehr schwer haben, Red Bull mit Didi Mateschitz sowie dem Land Steiermark und auch der Region die „Formel-1-Suppe“ neuerlich zu versalzen.
Doch hinter dem breiten Lächeln des Bullen steckt auch eine sehr klare Haltung, wenn’s um die Imagebildung seiner Marke geht. Er wird brüsk, wenn sich Journalisten mit seiner Person beschäftigen und unabgesprochen und ohne sein Okay berichten. Die werden
Mateschitz ist Absolvent der Hochschule für Welthandel in Wien. Danach war er unter anderem für Jacobs Kaffee und den ZahnpastaHersteller Blendax im Marketing tätig. 1984 gründete er zusammen mit seinen thailändischen Partnern Chaleo und Chalerm Yoovidhya
12
folgreichste Steirer und schuf mit dem Energy-Drink Red Bull eine Weltmarke, die heute auf einer Ebene mit Coca Cola steht.
geld für den Ring eine private Nachfrage von 22 Euro nach sich zieht. Mateschitz hat mit seinem Engagement in den vergangenen Jahren das Gebiet bereits erheblich aufgewertet und mit Ecclestone nun etwas Überragendes vereinbart – quasi aus Patriotismus und aus eigener Tasche. Die positiven Auswirkungen werden weit über die Landesgrenzen spürbar sein, sind die Regionalpolitiker in ihrer Begeisterung gar nicht mehr einzubremsen. Der Hangar 7: das Flaggschiff von Mateschitz in Salzburg
dann gerne zur unerwünschten Person bei Red-Bull-Events oder werden eben nicht mehr zu Großveranstaltungen eingeladen. Jeder, der die Flügelschwünge von Red Bull stört, wird höflich, aber knallhart sanktioniert. Fast erinnert ein solches Verhalten an jenes von „Sekten“. Seine Medienscheu steigert natürlich das Interesse an seiner außergewöhnlichen Persönlichkeit.
Widersacher und Didi Mateschitz kommt aus St. Marein im Mürztal, wurde Schlossbesitzer dort am 20. Mai 1944 geboren. Er Karl Arbesser ist sicher weltweit gesehen der er-
Wie wird er reagieren?
bei der sich verschiedene Branchen um Wirtschaftswachstum sowie Image des Murtals bemühen, herrscht Freude. Freuen dürfen sich insbesondere die Touristiker: Schließlich steht die Grüne Mark damit einmal mehr im internationalen Scheinwerferlicht. Und nicht nur das: Die Rückkehr der Formel 1 zeigt auch, dass öffentliche Förderungen auf fruchtbaren Boden fallen. Das International Central European Institute Vienna (ICEI) hat berechnet, dass jeder Euro Förder-
die Red Bull GmbH. Nach einer Abwandlung der Rezeptur des thailändischen Krating Daeng und der Entwicklung eines Marketingkonzepts wurde Red Bull 1987 im Markt eingeführt. In der Folgezeit wurde das Erfrischungsgetränk zum Weltmarktführer bei EnergyDrinks. Red Bull ist die bekannteste österreichische Weltmarke. Über das Privatleben von Dietrich Mateschitz ist wenig bekannt. Er war und ist unverheiratet, hat einen 1993 geborenen Sohn. Mateschitz’ Leidenschaft gehört den Flugzeugen, die er auch sammelt. Seine Flying Bulls setzt er auch als Werbeträger ein. Laut dem Magazin Forbes wird das Vermögen von Mateschitz auf um die fünf Milliarden Euro geschätzt.
Dosen-Genie: Rekordjahr auf Rekordjahr
Laut einer aktuellen Studie des European Brand Institute wird der Markenwert von Red Bull mit 12 Milliarden Euro bewertet, was Platz 12 in der Liste der europäischen Top-Marken bedeutet. Im Juli 2005 betrug der Wert der Marke noch 7,96 Milliarden Euro und konnte gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 21,6 Prozent verbuchen. Auf der jährlich vom Unternehmen Millward Brown veröffentlichten Liste der wertvollsten Marken liegt Red Bull im Jahr 2012 auf Platz 80 der 100 wertvollsten Marken weltweit mit einem Wert von 9,984 Milliarden US-Dollar. 2012 wurden 5,226 Milliarden Dosen verkauft. Der Gewinn aus dem Formel-1-Rennzirkus erreicht Milliardenhöhe. Red Bull beschäftigte per Ende 2011 in 170 Ländern 8294 Mitarbeiter.
KLIPP Juli/August 2013
Lauda bei seinem Heimsieg im Jahr 1994. Mit einem halben Punkt Vorsprung wurde er auch Weltmeister.
Die Geschichte der Rennstrecke im obersteirischen Aichfeld beginnt 1957 bis 1964 mit den Flugplatzrennen von Zeltweg. Der Österreichring in Spielberg wird 1969 eröffnet, das erste Formel-1-Rennen geht am 16. August 1970 in Szene.
Projekt „Spielberg neu“
Umweltsenat bestätigt Bescheid
3. Dezember 2004: Der Umweltse-
Jänner 2008: Der Umweltsenat be-
nat durchkreuzt die Pläne. Mate-
stätigt den positiven UVP-Bescheid,
schitz zieht sich zurück. Mit großem
der im September von der ersten In-
landespolitischem Anschub wird das
stanz erlassen wurde. Davor ist es zu
Rennstrecke wird zum A1-Ring
nahme des Motodroms und den Um-
Projekt – wieder mit Mateschitz – als
einer überraschenden Einigung mit
Zwischen 1987 und 1997 gibt es
und Ausbau gewälzt, die sich in ei-
„Spielberg neu“ reanimiert. Mit In-
Initiativbürgern und der Umweltan-
zehn Jahre Pause, ehe der F-1-Zirkus
nem 700-Millionen-Euro-Projekt ei-
dustriepartnern soll eine Prüf-, Test-
wältin gekommen.
auf die um 400 Mio. Schilling (29,1
ner „Motorsport & Aviation Acade-
und Incentive-Strecke um 100 bis
Mio. Euro) umgebaute und in A1-
my“ mit Unterstützung des Landes
150 Mio. Euro gebaut werden.
Ring umbenannte Rennstrecke zu-
konkretisieren. Um den Weg freizu-
rückkehrt. Zwischendurch wird das
machen, müssen die langfristigen
Mächtige Investoren
Steiermark für ein kleineres Projekt
Gelände für Open-Air-Konzerte ge-
Verträge mit dem Pächter ÖAMTC
September 2005: Red Bull, KTM, Ma-
nochmals in die Tasche und be-
nutzt, der ÖAMTC baut 1995 ein
abgelöst werden.
gna und VW unterzeichnen eine Ab-
schloss mit Red-Bull-Chef Mate-
Fahrtechnikzentrum und fungiert
Investition in kleineres Projekt Im Sommer 2008 griff das Land
sichtserklärung für Finanzierung,
schitz – dieser diesmal als Privat-
als Betreiber. Immer wieder ist das
Einleitung des UVP-Verfahrens
Durchführung und Inbetriebnahme.
investor – die Errichtung einer Test-
Engagement der öffentlichen Hand
Oktober 2003: Mit der Einleitung des
Mai 2006: Alle Grundstücke sind
und Rennstrecke.
umstritten und Gegenstand politi-
UVP-Verfahrens für den Ring-Um-
mittels Optionen gesichert.
scher Auseinandersetzung.
bau formiert sich der Widerstand un-
Überraschungscoup:
ter den Anrainern vor allem gegen
VW gibt Ausstieg bekannt
Rückkehr der Formel 1
Formel 1 verabschiedet sich
die geplante Offroad-Strecke. Juni
Sommer 2007: VW gibt seinen Aus-
Die Eröffnung gab es Mitte April
18. Mai 2003: Nach 25 Bewerben
2004: Die erste Instanz genehmigt
stieg bekannt, von den anderen
2011. Im vorigen Jahr und heuer gab
verabschiedet sich die Formel 1.
das Projekt auf dem Areal des A1-
Partnern und Mateschitz selbst
es die publikumswirksamen DTM-
Schon davor hat Red-Bull-Chef Diet-
Rings, auf dem im Frühjahr die Ab-
kommen Zweifel an der Realisier-
Rennen, und am 4. Juli 2014 kehrt
rich Mateschitz Pläne für die Über-
brucharbeiten begonnen haben.
barkeit.
die Formel 1 nach Spielberg zurück.
Highlight und Horrorcrash am Ring
D
er Höhepunkt war sicherlich der Heimsieg von Niki Lauda am 19. August 1984. Nelson Piquet hatte einen Tag zuvor mit einem Schnitt von 248,235 km/h die schnellste je in einem Formel1-Training gefahrene Zeit geschafft. Niki Lauda stand im Rennen nur in der zweiten Startreihe. Sein großer McLaren-Stallgefährte und Rivale Alain Prost führte zu diesem Zeitpunkt in der Weltmeisterschaft mit 44,5 zu 39 Punkten vor Lauda. Piquet führte in Zeltweg und Prost drehte sich auf einem Ölfleck, verlor damit jede Chance, vorne mitzufahren.
rollen zu müssen, weil das Getriebe passé war, konnte dann aber doch noch das Rennen fortsetzen. Allerdings fuhr er um drei Sekunden langsamer als Piquet. Dieser dachte jedoch, Lauda wollte mit ihm „spielen“ und attackierte nicht. Ein fataler Irrtum, durch den Lauda als bis heute einziger Österreicher seinen HeimGrand-Prix gewann. Wenige Wochen später wurde er mit einem halben Punkt Vorsprung auf Alain Prost zum dritten Mal Weltmeister. So knapp war es bis heute nie mehr.
Lauda schnappte sich dann in der 39. Runde von 51 unter dem Jubel der 100.000 Fans auch Piquet und ging in Führung. Nur eine Runde später machte es im Turbomotor des McLaren einen „mörderischen Klescher“. Der vierte Gang war gebrochen. Lauda meinte bereits, aus-
Das hat der Formel-1-Zirkus in seiner langjährigen Geschichte noch nie erlebt. Nachdem es am 16. August 1987 schon wenige Meter nach dem ersten Start gekracht hatte, klappte es auch beim zweiten Versuch nicht. Wieder gab es ein totales Chaos, Schrott in Millionenhöhe und
KLIPP Juli/August 2013
Millionen-Schrott im totalen Start-Chaos
zwei leicht verletzte Streckenposten. Dieser Horrorcrash war nicht zuletzt ein Grund, dass sich die Formel 1 aus Zeltweg verabschiedete, weil die Strecke nicht mehr Ecclestones Vorstellungen entsprach. Einen weiteren Tiefpunkt gab es am 12. Mai 2002. Da kam es zu einem klaren Betrug aus sportlicher Sicht und für die Quoten in den Wettbüros. Die vorderen Startplätze wurden von Rubens Barrichello, Ralf Schumacher und Michael Schumacher
belegt. Barrichello konnte seine Pole-Position in eine souveräne Führung umsetzen und dominierte das Rennen. In der letzten Runde ließ er auf Geheiß seines Teams kurz vor der Ziellinie seinen Teamkollegen Schumacher passieren. Die Zuschauer reagierten verärgert und pfiffen den aus ihrer Sicht falschen Rennsieger aus. Schumacher selbst überließ daraufhin bei der Siegerehrung Barrichello das oberste Podest. 13
COVERSTORY
Die Geschichte des Rings
h i n t er g r u n d
Bergrallye-Ass Hanspeter Laber
Foto: Foto Purkart
Beim letzten fuhr der Tod Von Isabella Hasewend
Foto: Heimo Ruschitz
„Dass Rennfahren sicher keine un gefährliche Geschichte ist, haben wir immer alle gewusst“, ist Nor bert Laber betroffen vom Unfalltod seines Bruders Hanspeter. Es war heuer am 26. Mai im italienischen Örtchen Verzegnis, als der steiri sche Bergrallyefahrer eine Stunde nach dem eigentlichen Rennen tödlich verunglückte. Besonders tragisch: Nach rund 30 Jahren wollte er ohnehin aufhören mit dem Motorsport.
mehr bei internationalen Rennen Gas. „For Sale“ stand daher schon seit einiger Zeit auf seinem Auto. „In Italien hat es mehrere Interes senten gegeben“, erzählt sein Bru der. „Er wollte das Auto vorher noch einmal fahren, um es den möglichen Käufern zu präsentie ren. Hätte sich ein Monat vorher schon ein Käufer gefunden …“
Vom Beruf her war der Gleinstätt ner gelernter Uhrmachermeister und Juwelier und – was die wenigs Seit rund fünf Jahren, seitdem der ten wissen – Friseurgeselle. Sein 52-Jährige Opa geworden war, gab unverwechselbarer gezwiebelter der routinierte Bergrallyepilot nur Oberlippenbart bedurfte profes sioneller Pflege. „Seinerzeit hatten unsere Großel tern ein Friseurund Uhrmacher geschäft, wo ne Hanspeter benbei auch als Friseur gearbeitet hat. Als die Groß eltern dann ge storben sind, ha ben wir das Fri Hanspeter Laber in seinem Ford Escort beim Rechbergrennen. 14
Der Bruder: „Es haben ihn alle Schutzengel verlassen, die er jahrelang gehabt hat“ seurgeschäft aufgelassen“, erzählt Norbert Laber, der auch selbst 27 Jahre als Uhrmachermeister tätig war. Die beiden Juweliergeschäfte in Gleinstätten und Leibnitz von Hanspeter werden nun von dessen beiden Töchtern weiter betrieben. Gerade für Hanspeters Frau Ulli – sie ist Lehrerin – war das Hobby ihres Mannes eine Belastung. Wie wohl sie den Rennsport von Anfang an voll akzeptiert hat, war sie bei den Rennen selbst nie dabei. Hans peters Zwillingstöchter Lisa und Vera (29) reisten sehr wohl hin und wieder zu Rennen mit. Und bei „sei nem Rennen“ in St. Andrä/Kitzeck unterstützten sie ihn bei der Orga nisation.
Racing war seine Leidenschaft Im Laufe seiner Karriere stand er unzählige Male am Siegerpodest. Norbert Laber: „Am Anfang bin ich noch oft dabei gewesen bei den
Rennen. Aber später, als ich dann selbst Familie gehabt habe, ist es sich zeitlich nicht mehr so oft aus gegangen.“ Und so war Norbert Laber auch beim letzten Rennen in Verzegnis nicht dabei. „Donnerstag fuhr mein Bruder weg und wollte am Sonntag retour sein. Ich konnte wegen meiner Arbeit aber nicht mit.“ Zwei Tage nach der Todes fahrt seines Bruders musste Nor bert Laber mit seinem Vater doch nach Verzegnis fahren, um die Rückführung und die nötigen be hördlichen Schritte zu veranlassen. „Von den italienischen Behörden gibt es noch keinen offiziellen Un fallbericht. Das könnte noch einige Wochen bis Monate dauern.“
Niemand weiß, warum Das Zeremoniell ist stets das glei che. Nach Rennende fahren die Au tos gemeinsam und gemächlich auf der Strecke talwärts zum Start. Dabei ist Hanspeter Laber mit dem rechten Vorderreifen unerklärli KLIPP Juli/August 2013
Hochwertige Wasserversorgung
gleisdorf zeigt’s vor
Rennen mit cherweise schräg in die Böschung und Leitplanke gerutscht. Diese ist in die Seitenscheibe des Ford Escort eingedrungen und hat ihn im Halsbereich tödlich verletzt. Mit welcher Geschwindigkeit das wirk lich geschah, ist unklar. Es gäbe zwar Zeugen, aber – wie erwähnt – noch keinen offiziellen Unfallbe richt. Eine Ohnmacht infolge eines gesundheitlichen Problems, ein Herzinfarkt oder dergleichen seien aufgrund der Obduktion auszu schließen, so Norbert Laber. Mög lich sei auch ein technischer Defekt am Auto. Doch dieses steht abge sperrt in Italien und wird erst unter sucht. Wie gehen eigentlich Rennfahr Kollegen mit der Situation um? „Ich war ja in Italien selbst dabei, diese Bilder werde ich mein ganzes Le ben nicht aus dem Kopf bekom men. Ich habe das Rennen eine Woche später nicht bestritten, da wäre ich noch nicht so weit gewe sen. Aber der Motorsport ist meine Leidenschaft, so wie es Hanspeters KLIPP Juli/August 2013
war. Ans Aufhören habe ich daher nicht gedacht.“
Ausgetrocknete Böden, verdorrte Pflanzen, Ernteausfälle rücken ins Bewusstsein, welch kostbarer Schatz Wasser ist, dass der sorg same Umgang auch im eigenen Haushalt sparen helfen kann. „Wir haben ein ganz modernes Ma nagement beim Wasser, wo wir genau wissen, wer wo wie viel gerade zu dieser Zeit verbraucht. Das macht unser umfassender Energieatlas möglich, den es so in keiner anderen Stadt gibt. Wir er kennen mit unserem System auch ganz genau, wo eine Leitung schadhaft ist und können dann so fort reagieren und sanieren. Für den Verbrauch in der Stadt rei chen unsere eigenen Brunnen und für die Industrie kaufen wir zu“, so Direktor Walter Schiefer. Wie gewaltig der Wasserdurst ist: Im Juni verbrauchten die Gleis dorfer 6.637 m3, im Juli stieg der Verbrauch auf 36.216 m3 (also fast sechs Mal so viel). Rund 14.000 m3 kommen da aus eigenen Brunnen. Das bedeutet einen Deckungs grad von 42 Prozent. Worauf Gleisdorf stolz ist: Die Energie information der Bevölkerung leicht
zugänglich und verständlich zu gestalten und diese regelmäßig zu aktualisieren. Als erste Stadt zeigt Gleisdorf öffentlich im Internet online die Energieerzeugung und den Energieverbrauch der gesam ten Stadt im Haushaltsbereich – für Wärme, Wasser, Strom, Abfall und Mobilität. Die Stadtwerke Gleis dorf liefern hochwertiges Trink wasser aus Tiefbrunnen des Raab tales und aus den Quellen des Weizer Berglandes an die Bevöl kerung der Stadt. Qualität und Sicherheit haben höchste Priorität. Die Qualität ist durch das Tiefen und Quellwas ser gegeben. Sicherheit gibt es durch einen großen Hochbehälter, eigene Tiefbrunnen und durch eine Wassertransportleitung zwi schen den Wasserverbänden Weiz und Grenzland Südost, die durch das Gleisdorfer Stadtgebiet führt. Nähere Informationen: www.stadtwerke-gleisdorf.at Energieatlas/Energieinformation Gleisdorf/Gleisdorf Energieübersicht Wasser
Allerorts beliebt Mit seinem markanten Schnau zer als „persönlichem Marken zeichen“ war Hanspeter Laber in der Region und in der Motor sportSzene bekannt, aber auch beliebt. Das zeigt auch die Tatsa che, dass rund 5.000 zahlende Zuschauer im vergangenen Juli zum Bergrennen nach St. Andrä/ Kitzeck gekommen sind – in me moriam Hanspeter Laber. Kurz fristig auf die Beine gestellt von seinen Freunden. Der Reinerlös des Rennens ging an die Familie. Erstmals war er als Organisator nicht dabei und doch „anwe send“: In den Köpfen der Zu schauer und seiner Fans.
WASSERduRSt im Juli war aufgrund der Hitze riesig: Sechs Mal so viel wie im Monat davor! 15
HintERgRund
Leitplanke bohrte sich in die Fahrerzelle …
50
Jahre Fernwärme – 50 Jahre höchst möglicher Komfort für Graz. Im Jubiläumsjahr hat die Energie Graz für ihre Kun dinnen und Kunden attraktive Angebote im Programm und bietet gleichzeitig mit dem Ener giemodell Reininghaus einen spannenden Blick in die Zukunft der Wärme- und Energieversor gung. Wir sprechen darüber mit den beiden Geschäftsführern der Energie Graz, Dr. Gert Heigl und MMag. Werner Ressi sowie dem Geschäftsführer der Marienhütte, Dr. Markus Ritter. Das Stadtentwicklungskonzept Graz Reininghaus ist untrennbar mit dem Begriff der Innovation verbunden. Welchen innovativen Beitrag wird die Energie Graz dabei leisten? Heigl: Wir von der Energie Graz sind überzeugt, dass Graz Reininghaus weit über unsere Stadtgrenzen hinaus Beachtung finden wird. Unser Beitrag wird sein, dass das Projekt nicht nur städtebaulich, sondern auch ener getisch ein Vorzeigeprojekt wird. Ein Kernelement des von der Energie Graz entwickelten Modells ist die Nutzung der Ab wärme des Traditionsbetriebes „Marienhütte“ für die komplette Wärme- und Kälteversorgung. Im Zentrum steht dabei der Po wer Tower: Sein Äußeres wird für
16
die Stromproduktion aus Photo voltaik und Wind genützt, sein Inneres dient der Energiespei cherung. Herr Mag. Ressi, was sind die weiteren Highlights des Energiemodells Reininghaus? Ressi: Ergänzend zur Wärmeund Kälteversorgung beinhal tet das Energiemodell spezielle Solar-Anleger-Modelle für die Bewohnerinnen und Bewohner, Integration der Elektromobilität in das Mobilitätskonzept, um welt- und ressourcenschonende Beleuchtungskonzepte sowie Smart Technologies erstmals für einen breiten Kundenkreis.
v.l.: Werner Ressi (Energie Graz), Bgm. Siegfried Nagl, Gert Heigl (Energie Graz) und Markus Ritter (Marienhütte) präsentieren neue Pläne in Sachen Fernwärme und innovative Energiekonzepte.
Die Marienhütte als Energieversorger der Zukunft? Ritter: Vorab – für Fernwär me aus industrieller Abwärme braucht keine einzige Kilowatt stunde zusätzlich erzeugt zu werden, d. h.: keine zusätzlichen Emissionen, kein zusätzliches CO2. Die Wärmeauskopplung für die Fernwärmeversorgung ist da her volkswirtschaftlich und öko logisch mehr als sinnvoll und hat in unserem Betrieb schon Tra dition. Seit 1993 arbeiten wir in
Energiemodell Gra Tradition und Inn diesem Bereich mit der Energie Graz zusammen. Nun sind wir aber an einem Punkt angelangt,
an dem eine weitere Wärmeent nahme mit konventionellen Maß nahmen nicht mehr möglich ist,
KLIPP Juli/August 2013
lte mit Fe sha rn
u ha
5b0ilä% ums-
Ju ung Förder
Pri va t
Foto: Living Culture, Philip Bogner
o
t.
Was erwartet Ihre Kunden noch im Jubiläumsjahr? Ressi: Als Dankeschön für 50 Jahre Treue hat die Energie Graz für alle Kundinnen und Kunden sowie für alle Interessenten ein Jubiläumsgewinnspiel gestartet. Hauptpreis ist der trendige Re naultTwizy, ein Stadtflitzer mit EAntrieb, inklusive der Batterie miete für zwei Jahre. Als weitere Preise winken GratisEChecks sowie 50EuroEinkaufsgutschei ne für den OnlineShop der Ener gie Graz.
in
or dem Ob jek
So viel zur Innovation – nun zur Tradition: Mit der Fernwärme blicken Sie heuer auf eine 50-jährige Geschichte zurück. Wie werden Sie dieses Jubiläum begehen? Heigl: Im Jubiläumsjahr gibt es ein ganz besonderes Zuckerl für FernwärmeInteressenten. Die Energie Graz bietet tausenden Haushalten an, ihre Fernwärme heizung mit einer 50Prozent JubiläumsFörderung zu errich
ten. Ein Kunde kann sich mit diesem Angebot durchschnittlich zwischen 1.500 und rund 3.000 Euro ersparen. Das Angebot richtet sich an alle Privathaus halte mit einem Fernwärme anschluss im Gebäude oder vor der Tür und gilt bis 31. Oktober 2013.
anschluss
rv
d. h., wir müssen nun das für uns neue Feld der Niedertemperatur wärme erschließen. Energieversorgung wird aber auch zukünftig nicht unser Kern geschäft sein. Mit der Energie Graz haben wir glücklicherweise einen professionellen Partner ge funden, mit dem wir dieses – aus meiner Sicht spektakuläre – Pro jekt umsetzen können.
50.000 Kundinnen und Kunden.
me
de
raz Reininghaus – novation
50 Jahre Fernwärme.
w
är
5.000.000 Tonnen CO2-Einsparung. An dieser Erfolgsgeschichte wollen wir unsere Neukunden im Jubiläumsjahr gerne teilhaben lassen.
Jetzt 50% sparen! Wärme-KomplettBASIC 50% Jubiläums-Förderung für folgende Leistungen: Fernwärmeanschluss für das Objekt Errichtung der Heizzentrale bzw. Hausanlage
Wärme-KomplettPLUS 50% Jubiläums-Förderung für folgende Leistungen: Errichtung des Wohnungsanschlusses Installationsarbeiten für die Fernwärmeheizung in Ihrer Wohnung Kostenbeitrag für bestehende Hausanlage Teilnahmebedingungen und Informationen unter www.energie-graz.at oder Tel +43 316 8057-1857. Diese Förder-Aktion gilt bis 31.10.2013.
KLIPP Juli/August 2013
Werbung
Grafik: Funktionsprinzip des Energiekonzeptes „Graz Reininghaus“
17
aUtO & mOtOR
Der Rimac Concept One aus Kroatien ist das schnellste E-Auto der Welt
Nicht nur sexy, sondern auch schnell Bereits mit 17 hat er während seiner Mechatroniker-Lehre sein erstes Patent angemeldet. Mit 25 Jahren ist Mate Rimac, gebürtiger Kroate, Chef seines eigenen Unternehmens Rimac Automobili und Entwickler des schnellsten Elektroautos der Welt. Im Zuge der abta Business Travel Lounge (austrian business travel association) hat er seinen Concept One am Grazer Flughafen präsentiert.
S
eine insgesamt vier Elektromotoren bringen eine Leistung von rund 800 kW auf die Straße, was 1.088 PS entspricht. Damit „schießt“ das rund 1,65 Tonnen schwere Geschoß in 2,8 Sekunden vom Stand auf 100 km/h. Das Höchsttempo liegt bei 305! Ad Reichweite: Die Batterien im Rimac-Flitzer haben eine Kapazität von 92 kWh. Dieser „Saft“ reicht für bis zu 600 Kilometer! Nicht zuletzt aufgrund dieser Batterien kostet der
Der Mazda6 2.0 Revolution im Test
Elektroflitzer 750.000 Euro. Begonnen hat Mate Rimac mit einem alten BMW M3, den er zu einem Sportwagen mit Elektroantrieb umbaute. „Ich bin mit ihm Rennen gefahren und nach jedem Rennen haben wir weiter am Wagen gebastelt, Komponenten geändert. Dann kamen die ersten Siege und die Leute sind dann nur mehr wegen unserem Auto zu den Rennen gekommen“, blickt der Entwickler zurück. Damals fällte er die Entscheidung, ein eigenes E-Auto von null aufzubauen. „Ein E-Motor ist von der Technologie her um so vieles besser,
Bis ins Detail gut überlegt Es wirkt vertrauensbildend, wenn dich dein Auto quasi begrüßt, indem sich beim Öffnen die Außenspiegel einladend ausklappen. Und wenn dann im Cockpit sich dem Fahrer ein komfortables Platzangebot eröffnet – noch einmal ein Plus. Hinter dem Konzept vom neuen Mazda6 verbirgt sich ein breites Spektrum von intelligenten und aktiven Sicherheitseinrichtungen, was im heutigen dichten Stadt-, aber auch Autobahnverkehr das Fahren entsprechend angenehmer macht. Manches davon funktio-
Peugeot 4008: Kompakter Allrad-SUV
niert fast wie von Heinzelmännchen überwacht. Da ist der City-Notbremsassistent, der uns mit seiner Fähigkeit überzeugte: Mehrmals bremste er, weil wir dem vorausfahrenden Fahrzeug zu nahe kamen, sprich zu dicht auffuhren. Und auch die Spurhaltekontrolle im Mazda6 2.0 Revolution ist kein verliebtes Detail, sondern kann Verhängnisvolles verhindern. KLIPP testete das in der Praxis. Da sie die Fahrbahnmarkierungen erkennt, warnt die Spurhaltekontrolle, wenn man von der Spur abkommt. Der
Multitalent mit guter Aussicht „Ich finde das angenehm, weil ich so beim Fahren eine viel bessere Übersicht habe“, sagt die eher klein gewachsene Kollegin, als sie zum ersten Mal mit dem 4008er von Peugeot unterwegs ist. Und es geht nicht nur ihr so, denn jeder, der von einem „traditionellen PKW“ auf einen SUV umsteigt, der empfindet die „gute Aussicht“ als sehr komfortabel. Besonders beim Einparken und Reversieren in den Abendstunden, weil gerade da die Sicht nach hinten ganz, ganz wichtig ist. So gesehen als zusätzliche „Absicherung“ zum gut ausgeleuchteten Bild der Rückfahrkamera. „Den 4008er gibt’s in Österreich ausschließlich mit Diesel-Motorisierung
18
von Isabella Hasewend
mit wählbarem elektronisch gesteuerten Allradantrieb und der besonders hochwertigen und edlen Ausstattungslinie ,Allure‘ angeboten“, werden wir bei der Übergabe des Testfahrzeuges im Grazer Autohaus Edelsbrunner über die Feinheiten des 4008er aufgeklärt. Er rangiert damit über dem Fronttriebler Peugeot 3008 und ist das Paradebeispiel eines kompakten Allrounders mit besonderem Charme. Es ist kein sonniger Tag, sondern regnerisch, und da macht das Panoramaglasdach im Peugeot 4008 das Autofahren und den Tag gleich viel freundlicher. Und ich komme noch einmal auf den Regen zurück, von dem es ja in letzter Zeit extrem KLIPP Juli/August 2013
thema
Auch Flughafen-Direktor Gerhard Widmann (Mitte) und abta-Präsident Hanno Kirsch (rechts) zeigten sich beeindruckt von der Leistung des jungen Kroaten.
um ein Auto anzutreiben.“ Insgesamt 20 Ingenieure und Designer entwickelten den Concept One im Werk westlich von Zagreb. „Die Produktionszeit beträgt vier Monate – drei, um die Teile herzustellen, und einen Monat, um das Fahrzeug zusammenzubauen“, führt Mate Rimac aus. Im Jänner wurde übrigens das erste Auto an einen Kunden ausgeliefert – eine spanische Firma. Aber: „Wir benötigen Investoren und Sponsoren, um
die Produktion wirklich beginnen zu können, zumal die nötigen Crashtests sehr teuer sind.“ Daher „lebt“ Rimac Automobili auch von einer breiten Palette an Engineering- und Produktionsdienstleistungen für die Industrie. Und was bringt die Zukunft? Mate Rimac: „Selbst fahrende Autos, die nach Bedarf über Apps auf Smartphones gerufen werden, dich irgendwohin fahren, dann wieder parken, sich waschen lassen …“
adar-Tempomat (adaptiver TempoR mat) ist im Verbund der Sicherheitseinrichtungen ein wirklicher Helfer. Er tut dies, indem er mit einem RadarSensor das voranfahrende Fahrzeug beobachtet und den Sicherheitsabstand wahrt. Wir setzten unser Testfahrzeug auch häufig in den Nachtstunden ein. Nicht selten geschieht es, dass einem Scheinwerfer da förmlich in die Augen leuchten. Der Mazda6 ist da weitaus höflicher. Das System schaltet automatisch von Fernlicht auf Abblendlicht um, wenn andere
Fahrzeuge erkannt werden. Ich persönlich habe auch ein Faible für das adaptive Kurvenlicht, das einfach mehr Sicherheit gibt. Dass der Mazda6 auch eine Start-Stopp-Automatik hat, soll nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Auffälliger ist da schon die „Rückgewinnung von Bremsenergie“ mit dem i-ELOOP. Wenn das Fahrzeug abbremst, wird die Bewegungsenergie in elektrische Energie umgewandelt. Sie kennen das ja sicher noch aus dem Physik-Unterricht – oder …?
viel gab und der ja für nicht alltägliche Straßenverhältnisse sorgt: Gerade da vermittelt der Allradantrieb stets ein hohes Gefühl von Fahrsicherheit. Und überdies tun die serienmäßig verbaublockier ten Assistenzsysteme Anti system ABS, Stabilitätsprogramm ESP und Berganfahrhilfe Hill Assist ein Übriges. Über einen Drehschalter stehen die drei Antriebsmodi 4WD, 2WD und Lock zur Auswahl. Das manuelle 6-Gang-Getriebe mit dem seri-
enmäßigen Stopp-und-Start-System sorgt dafür, dass auch die Innen geräusche sehr gedämpft sind.
In Bestform. Die neue E-Klasse als Cabriolet und Coupé. Jetzt bei Ihrem Mercedes-Benz Partner. Kraftstoffverbrauch (NEFZ) 4,5–9,1 l /100 km, CO2-Emission 118–213 g/km. www.pappas.at/e-klasse
Die „harten Fakten“: Mit der Motorisierung 1.6 HDi 115 FAP (84 kW/115 PS) verbraucht dieser Kompakt-SUV im Normzyklus lediglich 4,9 l/100 km. Der 4008er zählt bei einem Startpreis von 31.090 Euro auch zu den sparsamsten und schadstoffärmsten Modellen seiner Klasse. J.L.
Wittwar KLIPP August 2013
Pappas Gruppe. Das Beste erfahren. www.pappas.at
Konrad Wittwar Ges.m.b.H. Autorisierter Mercedes-Benz Vertriebs- und Servicepartner, 8051 Graz, Schippingerstr. 8, Tel. 0316/60 76-0; Zweigbetriebe: Fohnsdorf, Niklasdorf, 37 Weißenbach/Liezen und alle Vertragspartner
LILLY LOTTERBLUME
Hallo, meine Lieben!
• Formel 1 Grand Prix wird durchgezogen • Der Landeshauptmann heißt ab 2015 Siegfried Nagl • Nationalratswahl am 29. September: Kein Sieges-Tag für ÖVP und SPÖ
Die politische Sensation des Som* den Plakatwänden und auch in den kaum noch als solcher erkennbar ist, so sehr dieeinst Maskenbildner mers ist die Meldung, dass Didi Ma Die Befürchtung, dass die steiriMediensoscheinen uns, den Bürgern, Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was gute Freunde hat. Die Frieda hat imder Hubert. Dem klarerweise Koishaben in der skandalgebeutelsein Aussehen beim Fotoshooting teschitz die Formel 1 ohne Fördesche Umweltanwältin Ute Pöllin nur so etwas von wurscht wie selten ich machen soll und mein Allerlieb- mer wieder gehört, und sie geht ja in noch immer leid tut, dass die „Che- ten Estag gelungen sei, so der Herr verändert. austrokanadische rung und im nächsten ger oder Ring-Widersacher Karl zu sein,fin“ interpretiert Ute ausund dem ster Steuergelder ist mir da überhaupt keine Hilfe der ÖVP aus und ein, dass Grillitsch damals die so sangklanglos Biro,Dersuche seinesgleichen. Wer Milliardär hatangesichts in der Steiermark in E heuJahr nach auf den Arbesser Formel-1-Spektakel Landhaus das politischen Geschehen.Bühne Wederabtreten dabei.Österreich Er sagt nur: „Du Red wirst das gute das Chancen gehabt hätte, dem von der denke des Grünen den letzten 15 Jahren mit seinen InBull Ring zurückholt. Er hätte bei eiverhindern können und werden, der in den Verteidigungshimmel geschon richtig machen …“ Unsere Hermann Schützenhöfer zu folgen, musste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr te noch an die schmutzigen Schlagvestitionen Arbeitsplätze ner Wette sein war ganzes Geld verloren, wischthätte der Christian aus der Büro-Nunlobte Geraldnach Klugder – erWahl ist logiJüngste so schwer verliebt und er das im Auge gehabt. ist Minister zwei Wochen zeilentausende von früher? Und die Estag sei gesichert, nicht wenige geschaf- Millioschockte mich mein Allerliebster Umgebung von Hermann Schützender Spitzenkandidat der steirischen jetzt ist es auf einmal über Nacht es klarerweise vorbei damit. Schon scherweise viele Mitarbeiter gratu- auch profitabel.neu Zweistellige fen. Das ist vor allem jenen bewusst, beim Frühstück, weil er dies nicht für höfer vom Tisch. Nochmals werde SPÖ im Wahlkreis – kann da was änaus. Sie tut mir so leid, weil sie sich einmal war Fritz Grillitsch knapp lierten, kam aber keine Stimmung nenbeträge dürfe das Land Jahr für die in den möglich habe.Kindheit Mir bliebbei fastmir anes so vor einen wie dern, noch diewar Justizministerin Be- wichtifastgehalten wie in ihrer demkapitalen Sprung inFehler die LandesregieJahrMagna-Werken kassieren, undbeschäfdass der steiriauf. Da die Trauerarbeit tigt sind und seinen keinen politischen das Kipferl im Hals stecken, doch er in der Ära von Waltraud Klasnic atrix Karl, Frontfrau der steirischen lehnt und Schutz sucht. Das tut gut, rung, damals noch zu Zeiten von ger. sche Stromriese Atomstrom ÖVP. Auch wenn ÖVP und SPÖ Botschaften und einspeist, seiner Kritik daher beruhigte dass erja, „hätte“ ManKlasnic werde alle aber mich, sie wissen man gekann nicht da geben. Waltraud . Ergesetzhabe damals ins Netz stehe ebenfalls in der Öffentlichkeit Glaubenaufschenken. Auf Derartiges sagt hatte nicht „hat“. lichen bereits, Voraussetzungen schaffen, nichtund wirklich helfen, sondern kann so erzählt die Frieda, pflichtgemäß die der Kois’schen Erfolgsliste, immer wieder betonen, überzeugt kann weder ein Herr Motorenspektakel nur versuchen, zu trösten. Bei unsum in das Zusage der damals abzuwiallmächtigen schreibt BiroSpindelegger in der Steirerkrone. zu sein, am 29. September in der noch ein Herr Faymann verweisen, ckeln. Für völlig daneben hält er die der Nachbarschaft gibt’s auch einisteirischen VP-Chefin gehabt, die Gerhard Letzteres stimme in keinem Fall, In der Steiermark durfte * Steiermark von den Stimmen her zeigte sich der Franz bei der letzten Bedenken, es könnte zu einer nachge türkische Zuwandererfamilien. dann allerdings im Parteivorstand Draxler seinerzeit nicht ORF-Lan- hört die Ute aus der Energie-SteierTarock-Runde überzeugt. Und das die Nummer 1 zu werden, müssen DieseUnd Rückkehr der Formel 1 haltigen Gesundheitsgefährdung der da haben wir gehört, dass die einen anderen vorschlug, ohne Gril- desdirektor werden, weil er für mark-Zentrale von jemandem, der zieht bei den Leuten doch. sie bis dahin passende Antworten habe mit auchihrer politische Konsequenz, Bevölkerung kommen. Da müssten Tochter kürzlich in die litsch darüber zu informieren. Ver- ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud mit Stromhandel zu tun hat. darauf Klasnic finden, warum Strozu viel meintTürkei er, denn damitsind, ist garantiert, ja die Anrainer Montedas Carlo, gereist weil sie dort den ständlich,in sollte so Bustimmen, zu vielFrank rot und nach, Heinz Christian Strache dass Franz Voves und Hermann dapest, in Silverstone, Hockenheim * Bräutigam ausgesucht haben. Und dass der Grillitsch sich zu Klasnics schwarz war. In Kärnten wurde er und die Grünen die Stimmenund Schützenhöfer zu diesem Zeitoder auch die im Murtal – da gibt’s deren Tochter findet nichts dabei, Verdiensten kaum noch äußerte. ORF-Landesdirektor unter Jörg punkt weil nochsie in Amt Würden sind. ja alle zwei Jahre die Airpower mit Mandatsgewinner werden. Ein mäßiges der bei- per 31. Haider von sein ja in und dieser Welt aufgewachder FPÖ. In Wien wurde WarumAbschneiden gehe Kois überhaupt Beidesen werden als Gastgeber der Renoch mehr Zusehern und noch den größeren Parteien – ist. Die war ganz freudig aufge er Informationsdirektor unter Wolf- März, trauert Biro.nämlich Franz Voves gion –regt, Hausherr am Ring ist ja Didi mehr Treibstoffausstoß – bereits alle * der Voves-SPÖ undda dersicher Schützen gang Schüssel obwohl sie ihren Bräutigam gar von der ÖVP. Und könnte ihm die passende Mateschitz halten. Der 4.hat. Juli Wenn schwerstkrank höfer-ÖVP – wird ein weiteres Monicht –jeHof vorher gesehen Weil diedarniederliegen. Frieda gerade von Klasnic nun wurde er wieder steirischer Antwort geben, rät die Ute dem Steiist noch dazu als Termin gut gewählt, Der eine oder andere politische Besaiksteinchen dafür sein, dass ich dann daran denke, wie niederge- geredet hat. Herwig Hösele war ei- Landesdirektor unter dem roten rerkrone-Chefredakteur. die Im Übridenn da ist Schulschluss und Ferien* obachter zweifelt daran. Frank Stro- Voves beiden im Jahr nicht mehrKois die Handschlagen unsere Jüngste jetzt ist, ner ihrer engsten Mitarbeiter und Landeshauptmann Franz . gen habe2015 dieser Oswin beginn, und so werden vom Kanzler nach werde in der Steiermark mit Spitzenkandidaten für die Landtagsdann denke ich mir: Solche Sorgen ist, so der Hubert, sicher ein belese- Was damit zum Ausdruck kommt, schlagqualität – ein Charakterzug, abwärts bis hin Arnold Der superheiße trägtdass das er viel seinemhat Team überdurchschnittwahl sein Bei der SPÖseltener ist haben diezuEltern derSchwar jungen Türkin ner Mann. Sommer Kein Wunder, mirein kürzlich der Josef erzählt. derwerden. heutzutage immer zu Seine dazu bei, dass überhaupt keine liches Ergebnis schaffen, plaudert noch nicht klar, wer da die Nachfolge zenegger, Frank Stronach – und nicht. über die Vorzüge und Nachteile der Dass Gerhard Draxler von seinem finden ist, will das Biro-Lob kein die Franziska der SPÖ-Zentrale von Franz antreten darf. damit Da aber wie die Prominenten da alle heißen Wahlkampfstimmung Demokratie, dasaufkommen passende WahlJob alsausJournalist was verstehen EndeVoves nehmen. Er meint die nicht unwichtige Naüber eine noch vertrauliche Umfrage ist zum einen der in den letzten Momögen – sicher alle zur Neuauflage will, obwohl recht philosophiert. Doch mit einem muss und alle jene eines Besseren hoffentlich nicht den Sack voller schon für 29. SeptemderinPromenaten hoch gelobte Minister Gerald und der Formel 1 am Red Bull Ring an- tionalratswahl scheint er ein Problem zu haben, beim mit letzten belehrtTreffen hat, dieinihn der jeweiligen Energie-Steiermark-Inserate ber am Kalender steht, also in wenad. Da spiele es keine Rolle, dass Klug, dann die Bettina Vollath und welche tanzen. Das letzte Mal hat mir ja Frieda er- dem innerparteilichen demokrati- Phase jener politischen Gruppie- die zigtausenden Euro dafür, nigen Wochen. Die Botschaften an der Frank auf seinen Wahlplakaten auch der aufstrebende Landesrat zählt, dass der Jochen Pildner- schen Umgang. Der Hubert denkt da rung zugeordnet haben, die gerade die Krone im Laufe der letzten zweiSteinburg, Präsident der Steiri- an die Zeit zurück, als Klasnic we- dort an der Macht war oder ist. einhalb Jahre einsackeln konnte, schen Industrie, nach Wien gehen gen der Energie Steiermark gewaltig ätzt die Ute weiter. Aber wer weiß, so soll und dort als Nachfolger von In- Zoff mit Gerhard Hirschmann und die Ute, vielleicht hat der Nachfoldustriellen-Präsident Veit Sorger Herbert Paierl hatte. Hösele spielger von Kois eine ähnlich lockere vorgesehen ist. Und die Frieda te in dieser Auseinandersetzung Christoph Biro, Chefredakteur der Hand beim Geldausgeben, wenn’s meinte noch, damit wäre er neben eine wichtige Rolle. Heute bezeich- Steirerkrone, zeigt immer wieder, so darum geht, vor allem für sich als dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, net er sich selber als „Wut-Bürger“, habe ich der Ute bei der letzten Ta- Person guten Wind zu machen. dem Bauernbundpräsidenten, der wegen der stärker werdenden Poli- rock-Runde beim Diskutieren am Denn viel will der Tarock-Runde ranghöchste steirische Vertreter auf tikverdrossenheit in Österreich, und Nebentisch zugehört, dass er von nicht einfallen, als die Ute danach dem Wiener Parkett. In der steiri- schließt sich dem Kreis jener an, die der Steiermark noch immer wirklich fragt, was dem Kois so alles gelunschen ÖVP, so erzählt die Frieda, dagegen sogar ein und gen sei. Da fielen von 53 bis 160m2 Volksbegehren wenig weiß. Er kommt aus Wienvon 54 bis 136m2 dann Begriffe wie waren die Funktionäre arg ge- überlegen. Schon pikant. Oder per- ist ein Bürgerlicher im alten Sinn Murkraftwerk und Photovoltaik-Anschockt, als sie nun lesen mussten, mitvers. Oder Terrasse auch zum Schmunzeln. des Wortes, tut sich schwer mit neulage auf der Firmenzentrale. Doch Garten, mit Garten, Terrasse dass der Grillitsch sich von einer Hösele äußerte sich in den Medien en Entwicklungen. Daher gefallen diese Projekte sollen schon die Vorund Tiefgarage Stunde auf die andere total aus der und imTiefgarage Sinne wie: „Irgendwann werden ihm auch Typen, die ihm schmeigänger auf Schiene gebracht haben. Politik zurückzieht. Es waren auch die Regierungsparteien von uns cheln und ihn als einen der Großen für ihn die Aufregungen so arg, dass hören.“ Aber er selbst hat nicht gut und Wichtigen im Lande darstellen. Bis zum nächsten Mal, er in Graz bekanntlich wegen Herz- zugehört und die Dinge richtig ana- Mit Oswin Kois verlasse der vielproblemen ins Krankenhaus mus- lysiert, als er im Regierungsbüro in leicht kompetenteste Manager die ste. Alle, mit denen die Frieda über der Grazer Burg die Fäden gezogen große Bühne, streut Biro dem NochGrillitsch gesprochen hat, waren hat. Denn sonst wäre die Landtags- Energie-Steiermark-Chef Rosen. KLIPP Juli/August 2013 fast traurig, weil der Obersteirer wahl 2005 für Waltraud Klasnic Das zeugt schon von wirklicher 20 auch in den anderen Parteien viele nicht zu einem Desaster geworden, Sachkenntnis, lästert die Ute. Was
Eure Lilly
Michael Schickhofer. Alle drei haben Chancen. In der ÖVP ist die Sache klar und nur er selbst könnte sich verhindern: Alles läuft auf Siegfried Nagl zu, den Grazer Bürgermeister. Ihn muss die ÖVP in keinem aufwändigen Wahlkampf bekanntmachen oder gar anpreisen. Auf diese Weise schafft sie es, den Landeshauptmann zu stellen und damit das Land für Schwarz zurückzuerobern. Die SPÖ wird sich mit der Rolle des Zweiten begnügen müssen, und auf diese Weise werden die Genossen die Ära Voves noch glorreicher empfinden, als sie es jetzt schon tun.
rung habe walten lassen. In einem Zeitungsinterview wirft Kogler dann den Reformpartnern auch völlig verfehlte Wirtschaftspolitik vor. Von den 200 Millionen Euro würde ein großer Teil den Großen zugeschanzt werden, kritisiert er. So ganz genau nimmt es Kogler im Wahlkampf mit den Zahlen nicht. Denn das gesamte Budget des Wirtschaftsressorts beträgt rund 60 Millionen Euro. Dort würde man wahrscheinlich Kogler die Hände und die Zehen küssen und ihn umarmen, würde er nur die Hälfte der nicht vorhandenen 140 Millionen beim Bund lockermachen können.
* *
Für die Grünen kommt der Konflikt um den Bau eines Kleinwasserkraftwerkes an der Schwarzen Sulm äußerst gelegen. Sie bekommen damit ein öffentlichkeitswirksames Wahlkampfthema auf den Teller serviert. Bei Auftritten sprechen sie daher bereits vom schwarz-roten Sumpf in der Sulm. Grüne-Landessprecher Werner Kogler ortet sogar den Verdacht des Amtsmissbrauchs von LH Franz Voves, weil dieser bei den Genehmigungsschritten nicht die nötige Sorgfalt in der Landesregie-
Und weil schon von Steuergeld die Rede ist: Der Grazer Anwalt Rein hard Hohenberg hat die Verantwortlichen des Landes darüber informiert, dass sie praktisch auf mehr als 4,5 Millionen Euro verzichten, ohne dass es dafür einen echten Grund gibt. Im Firmengeflecht der Therme Gleichenberg ist von den Gesellschaftern eine Firma in Konkurs geschickt worden, die aus der Sicht des Grazer Anwalts – er ist dort Minderheitsgesellschafter – nicht
konkursreif war. Die Mehrheit haben dort STRABAG-Miteigentümer Ha selsteiner und sein Freund, der Gesundheitsökonom Köck. Er ist bei mehreren Gesellschaften auch Geschäftsführer. Im Zuge des laufenden Insolvenzverfahrens hätte das Land seine Forderung von 5 Millionen Euro – das ist ein Teil der Förderung für den Ausbau von Gleichenberg – als Gläubiger geltend machen können. Das Land hat das bisher aus für Hohenberg unerklärlichen Gründen nicht getan. Den Verzicht auf die Förderung hätte der Landtag beschließen müssen – ein Regierungsbeschluss genüge laut Landesverfassung dazu nicht. Mit den mehr als 4 Millionen Euro könnte das Land drohende weitere Einsparungen – zum Beispiel im Sozial- oder auch im Wirtschaftsressort – verhindern, so der Franz, der in einem der Landtagsklubs arbeitet. *
Der Polizist Werner Miedl galt Anfang der 2000er-Jahre als präsumtiver Nachfolger von Siegfried Nagl als Bürgermeister in Graz. Miedl hatte es bis zu diesem Zeitpunkt zum Stadtrat in der Grazer
Stadtregierung gebracht und hatte vorher bereits als Gemeinderat und dann auch als Nationalrat sowie als ÖAAB-Obmann politische Erfahrung gesammelt. Nagl entließ ihn dann aus der Stadtregierung, weil er Miedl ein Meldevergehen vorwarf. Dieser habe nur formal einen Wohnsitz in Graz gehabt, was nach dem Stadtstatut verboten war. Den Rauswurf und Abstieg in die Bedeutungslosigkeit hat Miedl nie verkraftet. So ist er unter anderem nun auch Organisator einer Bürgerinitiative, die mit der Erweiterung der Shopping City Seiersberg nicht einverstanden ist. Sie nennen sich die „Die Gelben“ und kämpfen gegen vermeintliche unrechtmäßige Entscheidungen an. Die Folge seien dann Staus und ein gewaltiges Verkehrsaufkommen. Da derartige Initiativen auch viel Geld kosten, vermuten die Seiersberger und damit die dortige SPÖ, dass Miedl praktisch nur der Vorposten für Konzerne ist, die ebenfalls in Seiersberg Fuß fassen möchten, weil der Platz als Einkaufsmeile hohe Gewinne verspricht. Also tschüss, bis zum nächsten Mal, Eure Lilly
Storychannel
Foto: CTP Chemisch Thermische Prozesstechnik GmbH
641*
Auf dem Weg zum Global Player Ob in der Wüste oder im Norden Finnlands, Teams der steirischen Chemisch Thermische Prozesstechnik GmbH (CTP) sind weltweit im Einsatz. Das Grazer Unternehmen ist Experte für Abgasreinigungssysteme und will 2013 den großen Schritt vom Gründerunternehmen zur internationalen Gruppe tun.
* Zur Story finden: http://sfg.at/storychannel KLIPP Juli/August 2013
21
Mit brennenden Wadln am Pitztaltrail
28 Seiten
Foto: Hotel Jerzner Hof
Ur laubs
… um die Ecke und w
kostet ab 508 Euro (4 Ü) und ab 772 Euro pro Person (7 Ü). Infos: Tel.: 05414/ 85 100 www.jerznerhof.at
Steirische Ausflugsziele
Nicht alle sind „hitzefrei“, aber cool sind sie allemal
Im Stoiser: Nur Bademantel und Flip-Flops entspannen. Nicht zu vergessen die große Auswahl an Massagen. Zuerst einige Längen im Pool, eine Runde im Kneippbach und danach auf der Sonnenterrasse einen Cocktail genießen … so lässt es sich leben.
www.derdachstein.at www.riesneralm.at www.haus.at www.groebming.at www.wasserspielpark.at www.abenteuer-erzberg.at www.katerloch.at www.lurgrotte.at
Einer von zwei urlaubt kostenlos Dieses interessante Angebot bieten wir unseren Lesern im Landhotel Schlickwirt in St. Michael im Lungau. „Mit unserer exquisiten Kulinarik im Haus und dem kleinen, aber feinen Wellness-Bereich sind wir heute stolz auf einen großen Stammgäste-Anteil“, so das Wirtsleute-Ehepaar Gruber. Ob bei einer Wanderung auf die Alm mit Stärkung bei selbstgemachtem Bauernbrot und Butter oder beim Kräutersammeln – überall spürt man die Verbundenheit mit dem Ur22
www.salzstiegl.at www.grebenzen.at www.sommerrodelbahn-koglhof.at www.holding-graz.at/freizeit/schoeckl www.turracherhoehe.at www.rittisberg.at www.almenland-stollenkaese.at
sprung, sprich der Natur. Das konkrete Angebot für Klipp-Leser „2 für 1“ – gültig den gesamten Sommer und Herbst 2013: Egal, wie lange und welche Kategorie Sie buchen, die zweite Person nächtigt kostenlos. Der Aufpreis für die Halbpension beträgt nur 15 Euro (für die zweite Person). Buchbar mit Kennwort „2 für 1 + Steiermarkmagazin Klipp“. Infos: Tel.: 06477/ 8915 urlaub@schlickwirt.at
Foto: TV Rab
Infos: Tel.: 03382/ 8212 www.stoiser.com
Foto: Ferienregion Lungau
Mehr braucht der Gast im Thermenhotel Stoiser eigentlich auch nicht. Das vielfach ausgezeichnete 4-Sterne-Superior-Haus bietet als einziges Haus an der Therme Loipersdorf ein hauseigenes exklusives Gesundheitsreich. Dorf finden die Gäste auf über 2.000 Quadratmetern eine exklusive Umgebung, um zu relaxen und sich zu
Foto: © Steiermark Tourismus/Harry Schiffer
Naturgenuss in Panoramalage und Bergerlebnisse für Aktivurlauber, dafür steht das 4-Sterne-Wellness- und Aktivhotel Jerzner Hof im Tiroler Pitztal. An die 380 km Radwege gibt es in der abwechslungsreichen Naturlandschaft zu erkunden, entsprechend variantenreich sind die Strecken. Von Montag bis Freitag finden fünf geführte MTB-Touren statt, einmal pro Woche begleitet Hausherr Joachim Eiter seine Gäste. Das Paket
Kvarner – Urlaub unter der Blauen Flagge Sommer, Sonne, Strand. Das sind auch an der kroatischen Adria die drei Zutaten für den perfekten Sommerurlaub. Die Kvarner Region kann in ihren malerischen Buchten und auf ihren Inselschönheiten auf ganze 31 Strände und 3 Marinas mit Blauen Flaggen verweisen. Dabei müssen neben der herausragenden Wasserqualität auch die Sicherheit der Badegäste, barrierefreie Zugangsmöglichkeiten zum Strand und der ökolo-
gisch verträgliche Umgang mit Abfall und Abwasser gewährleistet sein. Zahlreiche Campingplätze und Ferienanlagen setzen bereits jetzt auf Solarenergie und Photovoltaik. Strenge Auflagen für ungetrübten Badespaß – jedes Jahr neu. Denn die Blaue Flagge will jedes Jahr aufs Neue verdient sein, ein nachhaltiger Garant für Umweltschützer und Gäste gleichermaßen, ihre naturbelassene Urlaubsidylle auch in der nächsten Feriensaison wiederzufinden. Infos: Tel. +385 (0)51 / 272 988 www.kvarner.hr KLIPP Juli/August 2013
Foto: Tourismusverband Ramsau am Dachstein/Raffalt
Für unvergessliche Aus- und Tiefblicke sorgen die Dachstein-Hängebrücke, die höchstgelegene Hängebrücke Österreichs, und die „Treppe ins Nichts“, eine Aussichtsplattform aus
Foto: © Dachstein
Dachstein: Aussichtsberg und Klettereldorado Glas, welche die Gäste über den Felsen „schweben“ lässt. Den Durchblick haben die Gäste bei der Auffahrt mit der Panorama-Gondel, welche rundum aus Glas gefertigt wurde. 17 wunderschöne Klettersteige und Touren machen den Dachstein aber auch zum Klettereldorado Nummer 1 in Österreich. War doch der Klettersteig zum Gipfel der erste der Alpen. Dieser feiert heuer sein 170-jähriges Bestehen. Infos: Tel.: 03687/ 22 042 810 www.derdachstein.at
Foto: Golf Club Zell am See – Kaprun
Foto: TV Rab
Foto: © Steiermark Tourismus/Harry Schiffer
d weit weg
Golf-Herausforderung zwischen Gletscher und See Das Auge golft mit – wenn auf dem makellosen Green sich der Blick an hell schimmernden Dreitausendern ringsum nicht sattsehen kann, dann ist das der Aperitif auf ein ganz besonderes Golferlebnis. Vom 3. bis 6. Oktober bitten das 5-Sterne-Hotel Salzburgerhof sowie das historische Grand Hotel Zell am See ambitioKLIPP Juli/August 2013
nierte Golfer zu einer genussvollen Herausforderung zwischen Gletscher und See. Die Golf Trophy Zell am See-Kaprun gehört zu den Golf-Highlights im Salzburger Land. In beiden Häusern werden attraktive Packages für die Golfer angeboten. Infos: www.salzburgerhof.at www.grandhotel-zellamsee.at
Im Nationalpark Hohe Tauern zählt Wasser zu den besonderen Schätzen. In Krimml stürzen die höchsten Wasserfälle Europas über Hunderte Meter tosend in die Tiefe. Am kilometerlangen Wasserfallweg können die Fälle aus nächster Nähe bestaunt werden. Das Herzstück der neuen Ausstellung WasserWunderWelten bildet ein modernes Wasserfallzentrum, in dem experimental das Naturheilmittel „Krimmler Wasserfälle“ dargestellt wird. Neu ist auch der Dorfpark mit direktem Blick zu den tosenden Wasserfällen. Rund um eine Wasserorgel können Besucher das Element Wasser mit allen Sinnen
Foto: Tourismusverband Krimml
Foto: © Steiermark Tourismus/Harry Schiffer
s tipps
Wasser-Erlebnisse in Krimml
wahrnehmen, sich vom Plätschern berieseln lassen und sie erleben das faszinierende Zusammenspiel von Wasser und Licht. Dazu bietet die Nationalparkgemeinde ihren Gästen spritzige Packages rund um Wasser und Gesundheit, für Allergiker und Asthmatiker. Infos: Tel.: 06564/ 7239-13 www.krimml.at
Computerfreie Kinderalm Auf einem gut 1.900 qm großen Gelände beim Alpinresort Übergossene Alm im Salzburger Ferienort Dienten am Hochkönig befindet sich die komplett computerfreie „Kinderalm“. Dort finden die jungen Gäste ab 4 Jahren unter dem Motto „Urlaub vom Kindergarten“ betreute und unbetreute sehr naturnahe Spielmöglichkeiten. Der „Almspielplatz“ bietet etwa einen Gletscherbach, Spiel- und Klettergeräte und einen Almspielteich. Im „Knusperhaus“, dem Selbstbedienungsrestaurant, wird täglich ein Buffet aufgebaut. Die Kinder werden bis 21 Uhr beaufsichtigt, sodass die Eltern im Hauptrestaurant der Übergossenen Alm in Ruhe speisen können. Höhepunkt des Kinderareals ist ein drei Stockwerke hoher Spielturm, der unter an-
derem Bergwerk, Jump-Raum, Labyrinth, Riesenrutsche sowie seitlich davon eine Turnhalle beherbergt. Infos: Tel.: 06461/ 2300 www.UebergosseneAlm.at
Leonardo da Vinci in Leoben Die Bedeutung des menschlichen Kopfes ist in unserer Sprache verankert, ohne dass es uns ständig bewusst wird: Man riskiert Kopf und Kragen, man handelt kopflos oder hat einen Brummschädel; der eine hat Köpfchen, der andere stürzt sich kopfüber ins Verderben. Als Sitz des Denkens und Fühlens übt der Schädel seit jeher eine große Faszination auf uns Menschen aus. Überzeugen Sie sich selbst. Infos: Tel.: 03842/ 4062-442 www.faszination-schaedel.at 23
Extrem unterwegs Der Admonter Christian Stangl ist nicht mit normalem Maßstab zu messen Wenn unsereiner mit dem Fahrrad 50 Kilometer oder gar 100 fährt, dann ist man stolz darauf, weil das ja nicht so ohne ist. Für den Admonter Christian Stangl: „Da, wenn unsereiner mit dem Fahrrad 50 Kilometer oder gar 100 fährt, dann ist man stolz darauf, weil das ja nicht so ohne ist. Für den Admonter Christian Stangl gelten ganz andere Maßstäbe. Egal, ob in seinem „Beruf“ als Profibergsteiger und Bezwinger der drei höchsten Berge aller sieben Kontinente – bis auf einen – oder auch als „Radler“. Er radelte 3.500 Kilometer von Admont nach Asien – und auch wieder zurück. „Meine Spitzenleistung waren 230 Kilometer am Tag, sonst
waren es im Schnitt 150 Kilometer.“ Leider klappte seine Gipfelbesteigung des höchsten Berges dort, des Shkhara, nicht. Aber bald will er es wieder versuchen. Wenn Otto Normalverbraucher mit dem Rad unterwegs ist, dann hat er maximal eine kleine Tasche oder einen Rucksack mit. Ganz anders Christian Stangl: Er führte Zelt, Proviant, Ausrüstung, Ski und was sonst noch dazugehört auf seinem Rad mit – rund 45 Kilogramm. Seine Eindrücke auf den Punkt gebracht: „Du erlebst mit dem Rad unglaubliche Sachen. Da wäre zum Beispiel die Durchfahrt durch Istanbul – das war Harakiri. Nach zwei Tagen dachte ich, ich wäre schon fast durch, bin aber erst am Rand der Stadt gewesen“, blickt er zurück. „Mein Smartphone mit dem GPS hat mir dann weitergeholfen.“ Genächtigt hat Christian Stangl entweder in kleinen Pensionen
Mit Stahlrad und 45 kg Gepäck …
Mit der Eisenbahnfähre als „Häftling“ im Schwarzen Meer unterwegs.
Vereiste Bremsen und kalte Nächte führten zu Zwangspausen.
Christian Stangl bei einem Abstecher: Gipfelsieg auf dem 5.000 m hohen Kazbek (rechts) 24
KLIPP Juli/August 2013
G e nu s svo l l
betrachtet
v o n A n g e l i k a Ko h n h au s e r - T e c h t
... eine 7.000-Kilometer-Strampel-Tour.
oder im Zelt. „Das Essen in der Türkei ist super und billig.“ Und natürlich war er maßlos enttäuscht, als sein Kletterfreund sich verletzte und damit aus der Besteigung des Shkhara nichts wurde. „Also musste ich zurück, ging vorher noch auf den Kazbek – das ist ein 5.000er. Dann nahm ich eine georgische Eisenbahnfähre, weil ich nicht auf dem gleichen Weg zurückradeln wollte. Die zwei Tage an Bord waren wie im Gefängnis. Wir haben nur 20 Minuten Zeit in der Kantine zum Essen gehabt, durften uns aus der Kabine heraus nur auf einem kleinen Fleck bewegen, es gab kein Radio, noch weniger ein Fernsehen. Ich hab die Zeit mit meinem Smartphone und Kompassmessungen totgeschlagen.“ Ursprünglich wollte Christian Stangl an der Donau entlang zurück in die Heimat, doch dann nahm er den Weg durch die Karpaten. Ein absolutes No-Go: in der Dunkelheit fahren. „Da räumt dich bald ein LKW weg.“ 7.000 Kilometer im Sattel seines alten Stahlrades – das bringt jede Menge Kraft und Kondition. „Ja, aber nicht fürs Bergsteigen. Da musst du wieder ganz andere Muskeln trainieren.“
Sommer, Sonne, Sommergetränk
E
ndlich schaut es so aus, als wäre es Sommer, und sogar die in den letzten Wochen sehr gequälten Wetterfrösche wagen den Schritt auf die obersten Sprossen – zaghaft, aber zielstrebig. Denn so wankelmütig wie manch menschliche Laune ist auch das Wetter. Das Positive dabei – man hat eine wunderbare Ausrede beim „Nichtwohlbefinden“ – das Wetter ist (immer) schuld. Kein Wunder, wenn da die Prognosen schwanken – bei so viel Schuldgefühlen leidet nun einmal die Leistung!
KLIPP Juli/August 2013
Der Hugo muss her, und kritisch beäuge ich das vor mir stehende
Ich habe mich an einem wirklich sommerlichen Sommertag per pedes in die Grazer Innenstadt begeben und wollte in den Genuss des so hoch- und vielgerühmten mediterranen Lebensgefühls eintauchen. Unsere liebenswürdige Altstadt mit ihren vielen Lokalen und Gastgärten hat wirklich etwas vom südlichen Flair. Unter unzähligen Schirmchen und Schirmen tummeln sich (teilweise) braungebrannte Wesen in lockerem Gewand, leicht beschuht mit lässiger Brille auf der Nase, und schlürfen aus Rotweingläsern grüne, orange und andere farbenfrohe Flüssigkeiten. Das müssen ein Hugo, ein Aperol Spritz und … – was noch sein? Alles für den Hugo mit dem Hugo? Er hat offenbar Konkurrenz bekommen und ich will natürlich mehr wissen und schmecken. In einer kleinen Ecke mit gutem Rundumblick nehme ich Platz und schmökere in der Getränkekarte. Tatsächlich hat sich die Reihe der In-Sommergetränke um ein paar Köstlichkeiten erweitert.
… ein noch nie da gewesener Anblick
mit einem knackigen Baguette und dazu „meinen“ Klassiker, den Aperol Spritz – zum Anfangen. Im farbenfrohen Orange des Glases tanzen die Eiswürfel und es prickelt erfrischend. Schmeckt wohlbekannt und unverändert gut. Aber heute bin ich in geheimer Mission als „Sommer-ErfrischungsgetränkTesterin“ unterwegs und deshalb auf zur nächsten Runde.
Ich rüste mich für eine Verkostung und bestelle quasi als Grundlage einen erfrischenden Sommersalat
Hugo – das beliebte Sommergetränk aus Prosecco, Sprudelwasser und Holunderblütensirup.
Glas. Da kenne ich mich aus. Dieses fantastische Getränk ist der Favorit bei unseren Mädelsabenden und ich habe ihn schon gefühlte tausend Mal zubereitet (und getrunken!). Ein wenig Limette und Minze zart im Glas zerquetscht, Limetten- und Holundersaft dazugeben und dann (nicht zu knapp!) mit Soda oder Prosecco aufgießen – hm, an heißen Sommertagen ein Hochgenuss. Lange braucht es nicht und schon wieder ist mein
Glas leer. Ein Sommergetränk probiere ich noch. Soda heißt das Zauberwort auf der Getränkekarte – zubereitet in unzähligen Varianten. Ein Gurkensoda klingt spannend und so schmeckt es auch: erfrischend gesund. Mir persönlich ist mehr Alkohol lieber und ich hätte es noch mit Ingwer verfeinert – dann ist der gewünschte FrischeKick (für mich) garantiert. Egal. Ich bummle weiter durch das sommerliche – mittlerweile abendliche – Graz und stelle erstaunt fest, dass beinahe alle Gastgärten voll sind. Ein fröhliches Stimmengewirr durchbrochen von chilliger Musik und Gelächter dringen an mein Ohr und verführerische Düfte steigen in meine Nase. Ein Blick auf die Uhr und ein Gedanke an meine Waage ermahnen mich, heute meine Nahrungsaufnahme auf Flüssiges zu beschränken. Kein Problem – etwas wollte ich sowieso schon längstens kosten – die berühmten und überall angepriesenen Smoothies! Die kommen aus Amerika, sind Ganzfruchtgetränke (heißt: mit Butz und Stingel gepresst) und sie sollen sehr gesund sein. Ob des hohen Fruchtzuckergehalts bin ich mir bei den Kalorien zwar nicht so sicher, aber man kann ja nicht alles haben. So etwas mag ich jetzt – doch zu späterer Stunde haben die Grazer Saftbars schon geschlossen – wie es scheint, stehen die Smoothies als Abendgetränk nicht so hoch im Kurs. Morgen ist auch noch Zeit für Obst und Gemüse! Tja – dann bleibt mir nichts anderes übrig und ich „muss“ mich noch weiter durch die Hitliste der Sommergetränke kosten! Herr Ober – die Karte! Es gibt noch sehr viel zu tun – als „Sommer-Erfrischungsgetränk-Testerin“ in geheimer Mission! 25
Mehr
Mariazeller Hausberg: Livekonzerte
blick
Durch
in der neuen
PANORAMA GONDEL
Dachstein-Seilbahn, 8972 Ramsau am Dachstein Telefon: +43 3687 22042-800, E-Mail: dachstein@planai.at
www.dachsteingletscher.at
WELTERBE
Betriebszeiten Dachstein-Seilbahn: täglich von 8 bis 17:30 Uhr
TAUCHEN Faszination und Wagnis noch bis 27. Oktober 2013 Die Geschichte des Tauchens erzählt von den spannenden Anfängen unter Wasser mit Taucherglocke oder Helmtauchgerät und führt zu den extremen Ausformungen des heutigen Tauchsports Apnoe-, Eis-, Wrack-, Kristall- oder Höhlentauchen, die zu den beliebtesten Freizeitabenteuern zählen. Bereiche, für die auch die Rettungsorganisationen vorbereitet sein müssen. Moderne ABCAusrüstung und technisch hoch
entwickelte Drucklufttauchgeräte ermöglichen es heute dem Menschen, sich den besonderen Gegebenheiten unter Wasser anzupassen. Die Anforderungen und gefahrvollen Aufgaben der Feuerwehrtaucher und Taucher der Wasserrettung in ihrem Einsatz bei der Personensuche und Bergung sind nur durch harte Ausbildung und Schulung zu bewältigen. Die Entwicklung der Unterwasserfotografie sowie eindrucks-
Im Wallfahrtsort Mariazell herrscht tagein, tagaus reges Treiben (über 1 Mio. Besucher jährlich). Wenn man seine Aufmerksamkeit dort nicht ausschließlich der Basilika schenkt, tun sich freilich noch andere Möglichkeiten auf, die Gegend zu erleben. Eine davon ist die sogenannte Bergwelle. Während Pilgerscharen tagsüber der Kirchenorgel lauschen, pilgern andere auf den Mariazeller Hausberg –
dort oben werden abends ganz andere Töne angeschlagen. Auf der höchstgelegenen Seebühne Österreichs, bzw. dem Beschneiungsteich der Bürgeralm, sorgen im Rahmen der Bergwelle jedes Wochenende fetzige Melodien für Stimmung pur. Unter freiem Himmel präsentieren Stars aus Schlager, Austropop, Operette und Musical ihre spektakulären LiveShows – im Anschluss an jedes Konzert
volle Unterwasserkunst runden die Ausstellung ab. Die breit angelegte Schau im Steirischen Feuerwehrmuseum führt noch bis 27. Oktober 2013 in die faszinierende Welt unter Wasser.
Tauchen Sie ein – das Abenteuer beginnt! Sonderveranstaltung: „Faszinierende Unterwasserwelt im Sucher“ – ein Multimediavortrag von Heinz Toperczer. Freitag, 13. September 2013, um 19 Uhr im Steirischen Feuerwehrmuseum Eintritt: freiwillige Spende
Steirisches Feuerwehrmuseum Marktstraße 1 8522 Groß St. Florian www.feuerwehrmuseum.at Tel.: 03464/8820 office@feuerwehrmuseum.at Öffnungszeiten: Di–So: 10.00–17.00 Uhr, letzter Einlass: 16.30 Uhr 26
KLIPP Juli/August 2013
250.000 pro Jahr naschen seine Schokoladen in Bergl Foto: www.mariazellerland-blog.at, Bwag / Wikimedia or © Bwag / Commons
Gierig danach
rte auf höchstgelegener Seebühne tanzen dann bis zu 40 Meter hohe beleuchtete Wasserfontänen im Takt der Musik. Schwebend, via Gondelbahn, geht’s zum Veranstaltungsgelände und retour. 9. August 2013: Tribute to Elton John 16. August 2013: Love is in the Air 23. August 2013: ABBA/The Real 24. August 2013: Von Mellau bis Schoppenau
30. August 2013: Hansi Hinterseer & Steirerbluat 7. September 2013: Edlseer & Nockalm Quintett Infos: www.bergwelle.at
Dieses Foto von Michael Jungwirth – in einem übermütigen Augenblick geschossen – hat Josef Zotter populär gemacht. Er ist einer der besten Schokoladenhersteller der Welt. Hier sein Rezepttipp für einen eisigen Genuss. Für den Sonntag im Sommer und alle Garten- und Balkonfeste ein cooles Dessert, das den Gaumen kühlt und mit Beerenfrüchten verzaubert. Nougatparfait Zutaten: 200 g Mandelnougat, 30 ml Wasser, 70 g Kristallzucker, 2 Dotter, 1 mittleres Ei, 2 EL Mandellikör, 250 ml Schlagobers. Garnitur: 200 g Erdbeeren, 1 EL Kristallzu cker, 200 g gemischte Beeren. Zubereitung: Förmchen kalt ausspülen und kalt stellen. Mandelnougat in kleine Stücke schneiden und über Wasserdampf schmelzen. Wasser mit Kristallzucker aufkochen und ca. 2 Minuten köcheln. Dotter und Ei mit dem Mixer schaumig aufschlagen, Zuckersirup unter Rühren zugießen. Masse im kalten Wasserbad kalt schlagen. Mandel-
Josef Zotter, einer der Weltbesten nougat und Likör einrühren. Obers cremig schlagen und unterheben. Masse in Förmchen füllen, mit Frischhaltefolie zudecken und ca. 4 Stunden tiefkühlen. Für die Garnitur Beeren putzen, Erdbeeren mit Zucker mischen und mit dem Mixer fein pürieren. Förmchen kurz in kaltes Wasser tauchen, Parfaits herausstürzen und mit Beeren und Erdbeerpüree garnieren.
GER 2013 er PETER ROSEG angetan von sein r ein Dichter so
en wa tionen, die einhundert Jahr den vielen Inspira it m Schon vor über es er ss da dieses großen Steiermark, 170. Geburtstag n De schönen Heimat e. ht ac br en Kulturevents, , zu Weltruhm hr 2013 mit viel Ja im sie ihm schenkte ir w rn ie . Rosegger – fe bte Waldheimat Steirers – Peter en in seine gelie üg sfl Au ch rli tü Lesungen und na
www.rosegger.steiermark.at
KLIPP Juli/August 2013
27
„Auffi auf die Alm“ Der Pierer – einstmals ein Gasthof, heute allerdings einer auf gehobenem 4-Sterne-Niveau
F
„Schön, dass ihr zu uns auffa komman seid“, schütteln dem Ankömmling drei Generationen Pierer bei der Begrüßung die Hand. Unsere Zeit neigt zu Übertreibungen und damit erhöht sich die Gefahr, dass Ursprüngliches nicht mehr ursprünglich bleibt. Nicht so bei den Pierers auf der Teichalm. Sie haben im Laufe der letzten zehn Jahre ihren Familiengasthof zu einem schmucken Hotel ausgebaut, das jenen Entspannung und Erholung bietet, die es einfach leid sind, stundenlang im Auto zu sitzen, um eine Urlaubsoase anzufahren, sondern möglichst rasch in eine andere Welt eintauchen wollen. Beim Pierer geht das – egal, ob man zum Relaxen oder zu einem Seminar mit viel Arbeit will. Die Umgebung dort gibt allen eine Chance. Die Romantik-Bleibe Pierer auf der Teichalm bietet praktisch alles, was der Gast auch in Kitzbühel, am Arlberg oder sonst wo angeboten bekommt: einen zeitgemäßen Sauna-, Spa- und Ruhebereich mit Beauty-Behandlungen, mit SaunaAufgüssen, mit Animateuren, die einem den Tag verkürzen, mit Möglichkeiten zum Wandern, zum Fischen, zum Beobachten der Tierwelt in der Umgebung und, und. Die „Hardware“ im 4-Sterne-Standard lässt in den meisten Fällen ja kaum Raum für Meckern und echte Kritik. Es ist fast wie bei den luxuriöseren Autos. Doch die Frage ist nur: Wie steht’s mit der persönli28
Fotos: Almwellness Pierer / Krug
rüher, da hätten die Nachbarn beim Erzählen über einen Urlaub auf der Teichalm gleich getuschelt: „Muss es denen schlecht gehen, können sich gar nichts mehr leisten.“ Heute ist auf der Teichalm alles anders – bis auf die Almluft und den unkomplizierten Umgang mit den Gästen.
chen Note? Beim Pierer ist es nicht zuletzt auch die „Verpflegung“. Da geht die Familie einen eigenen Weg. „Wer macht unser Essen? Wie kommt unser Essen ins Haus?“ – die Küchenphilosophie ist das berühmte Extra. Denn im Pierer legt man Wert darauf, dass alles, was der Gast zum „Futtern“ bekommt, nicht nur einen Namen hat, son-
schauen auch immer darauf, dass das, was wir mit unseren Lieferanten ausmachen, eingehalten wird“, so Franz Pierer. Man kennt seine Produzenten und so will man wissen, wer was wie macht. Nur dann wird eingekauft. „Wir lehnen Dinge ab, die mit einem Flieger um die halbe Welt gebracht werden, nur, um dann auf dem Tisch des Hauses serviert zu werden. Egal, ob das Kiwis sind, Salzwasserfische – solche Dinge sind kein Thema. Unseren Tieren soll es im Lauf ihres Lebens gut gehen, und von einem gesunden Vieh beZur Begrüßung der Gäste: drei Generationen Pierer kommst du auch ein dern man genau weiß, woher es gesundes Produkt.“ Für die Limokommt. Das meiste versucht man naden züchtet man im eigenen von den Bauern und Landwirten in Garten die Kräuter, ein Großteil der der Umgebung zu kaufen. „Wir Weine kommt aus dem eigenen
Weingarten in der Südsteiermark. Eine „Rarität“ sind die von der „Oma“ zubereiteten Desserts und Mehlspeisen.
”
Die Mehlspeisen macht die Oma
“
Auch beim Frühstück kommt das meiste aus dem Haus oder von den Bauern in der Umgebung. Zu Mittag gibt’s dann die Alm-GenussPause mit einfachen, aber geschmackvollen Snacks und dem einen oder anderen guten Gulasch oder einem anderen Produkt. Dazu natürlich entsprechende Kuchen und, und. Das Ganze wird dann am Abend von einem sechsgängigen Menü gekrönt. Nicht zufällig hat das Hotel Pierer seit zwei Jahren eine Haube. „Die ist für uns insofern wichtig, weil wir damit wissen, wo wir stehen, aber sollte sie einmal nicht mehr gegeben sein, lassen wir uns nicht beirren. Denn wir wissen, was wir können. Unsere Gäste spüren einfach, dass wir ehrlich mit ihnen umgehen und dass wir nachhaltig in unserer Arbeit ti cken“, so die Familie Pierer unisono. „Behaglich und bequem – das ist für uns die größte Herausforderung, die wir unseren Gästen bieten wollen.“ Infos: Tel.: 03179/ 71 72 www.hotel-pierer.at KLIPP Juli/August 2013
Lust auf Natur, Bewegung und Genuss? Dann besuchen Sie doch die Familie Fasching in ihrer Waldheimat Joglland Von Ute Held
Wie alles begann Gemeinsam mit ihrem Ehegatten Ernst (80) hat sie vor genau 33 Jahren das Dorfhotel Fasching eröffnet. Seitdem ist es im Familienbesitz. 1993 haben Sohn Peter und seine Frau Karola das Hotel übernommen. „Unsere Eltern haben schon seit den 60er Jahren Gäste im Privathaus beherbergt und ein Bus unternehmen gegründet, um die Gäste von Wien abzuholen“, erzählt Peter Fasching. Die Pension wurde 1978 ganz neu gebaut, nach zwei Jahren Bauzeit 1980 fertig gestellt und neu eröffnet. Der immer da gewesene Wunsch dahinter: Viele
KLIPP Juli/August 2013
Es folgten weitere Umbauten 2006 wurde die Gaststube neu gestaltet. Heuer hoben die Faschings binnen eines halben Jahres einen wahrlich großartigen Wellness- und Spa-Bereich aus der Taufe. Investi tionsvolumen: 3,5 Millionen Euro. Der Neubau umfasst 1.300 m² Wellnessfläche und bietet neben Infrarotkabine, beheiztem Außenpool, Finnischer Sauna, Kräutersauna, Blocksauna und Kneipp-Becken auch einen Frisörladen, ein HeuWasserbett, Massageliegen und Ruheräume, in denen man nur die Vögel in den Bäumen zwitschern hört. Wem das nicht genügt, der kann im angrenzenden Naturbad in der Sonne liegen oder am Minigolfplatz seinen Spaß haben. Langweilig wird es einem hier nicht. Und wer gar nichts tun möchte, der kann sich auch einfach nur in einem von acht neuen Panoramazimmern auf die Terrasse setzen und sich von der Landschaft berieseln lassen. Köstlichkeiten aus dem Joglland Was die Kulinarik anbelangt, so dürfen die Gäste essen, was sie lieben. Der Hoteleigentümer Peter Fasching achtet dabei besonders auf regionale und hochwertige Produkte. Neuerdings wird seine Küche mit Milch, Topfen, Joghurt, Schlagobers und Butter von heimischen Bauern aus dem Joglland ganz frisch beliefert. Sein ältester Sohn David kocht derweil wie Gott in Frankreich. Nur halt in Fischbach.
Wanderregion Waldheimat Doch was wäre ein Hotelaufenthalt ohne Ausflüge? Fischbach hat vieles zu bieten. Seit Februar 2003 ist Fischbach als Höhenluftkurort anerkannt und mit 1.050 Metern Seehöhe der höchstgelegene Ort der Oststeiermark. Wer gerne wandert, kann sich hier wie im Paradies fühlen. Ob Märchenwiese, Teufelstein, der Sonnenweg nach St. Kathrein a. H. oder die Stanglalm – für den Naturliebhaber ist für jeden Schwierigkeitsgrad etwas dabei. Das Alpl, wo Peter Rosegger geboren wurde, ist drei Gehstunden entfernt. Es geht durch moosbewachsene Wälder in luftige Höhen. Wer es nicht so anstrengend mag, kann auf einem Bankerl in der nah gelegenen Märchenwiese vor sich hin träumen oder am Gmoa-Wanderweg den Kühen ein herzliches „Grüß Gott“ sagen. Idylle pur „Jeder hat bei uns seine Nische und kann seinen Aufenthalt genießen“, verspricht Peter Fasching. Das glaubt man ihm und seiner Familie aufs Wort. „Es gibt Gäste, die kommen seit 20 Jahren regelmäßig zu uns“, sagt er. Wer also einen unvergesslichen Urlaub sucht, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, dem sei dieses liebevoll geführte Wellnesshotel nahegelegt. 43 charmante Zimmer und 3 Suiten stehen zur Auswahl. Sie sind alle nach heimischen Hölzern und Blumen benannt. Helles Zirbenholz zieht sich durch die gesamte Anlage. Noch ein Grund mehr, das Hotel einmal zu besuchen.
Den Gästen schmeckt’s: Süß, süßer, am süßesten: Lorenz, Florian und Peter Fasching stellen selbst Eis her.
Fotos: M.A.S.
D
en Mitmenschen Freude machen ist doch das Bes te, was man auf der Welt tun kann“, schrieb seinerzeit Peter Rosegger. Diesen Grundsatz machen sich die Hotelbetreiber Peter und Karola Fasching zu eigen. Ihr Familienhotel in Fischbach mit einem kleinen Spa-Bereich, geräumigen Zimmern, gutem Essen und wunderschöner Natur liegt auf 1.000 Meter Höhe. „Wir lieben unsere Gäste und bewirten sie gerne“, beteuert Karola Fasching, die fünf Kinder zur Welt gebracht hat. David, Florian, Anna und Martin helfen alle im Betrieb mit. Der Jüngste, Lorenz, mäht den Rasen. Manchmal zum Leid seiner Großmutter Berta (74), die von allen „Mutti“ genannt wird und das Kräuterbeet und den Garten betreut: „Er mäht mir alle Gänseblümchen ab“, sagt die Seele des Hauses mit einem Augenzwinkern.
Gäs te zu beherbergen und diese auch entsprechend zu verwöhnen.
30 Grad warmes Außenschwimmbecken auch für kühlere Tage
Natur pur! Zirbenholz aus regionalen Wäldern charakterisiert alle Zimmer.
Infos: www.dorfhotel-fasching.at
29
Fotos: Ute Held, Rogner Bad Blumau (1), Tom Rohm (1)
Es waren einmal … … ein außergewöhnlicher Wiener Künstler und Querkopf mit dem selbst gewählten Namen Friedensreich Hundertwasser sowie ein aufgeschlossener Kärntner Bauunternehmer, Robert Rogner genannt. Die beiden taten sich einst zusammen und heraus kam ein Märchenwunderland. Von Karin Klug
F
reitagnachmittag. Ich stecke im Stau. Bin angespannt, müde, verschwitzt. Allmählich lasse ich den gröbsten Verkehr hinter mir, lande auf einer schlichten, staubigen Landstraße, gesäumt von grünen Wiesen und Feldern, Bäumen und Wäldchen, kleinen Ortschaften. Der Himmel zeigt
sich in allen Schattierungen von Blau, die Sonne lacht zwischen vorbeiziehenden Wölkchen durch. Ganz allmählich verblasst mein arbeitsintensiver Alltag, leichte Vorfreude macht sich breit. Blumau, ich komme! Ohne Plan und Navi finde ich auf Anhieb zur einladenden Hoteleinfahrt. Dort hüpft ein Mann in blauem Mäntelchen am Platz herum
Nach der Ankunft werden dem Gast die Hände gewaschen . . .
30
und lacht mir entgegen. Mit einem etwas genervten Nicken will ich vorbeifahren, ich hab’s schließlich eilig, will endlich einchecken, meine Füße hochlegen, mich entspannen. Doch der freundliche Narr lädt mich ein zum Stehenbleiben. Also Tempo drosseln. Die erste Überraschung. Der „Hofnarr“, der heute Morgen seinen offiziellen Dienstbeginn angetreten hat, heißt mich willkommen. Erklärt mir, wie ich zum Parkplatz komme und dann weiter zur Rezeption. Und irgendwie fühle ich mich schon ein wenig mehr „da“.
„Alles ist so unendlich einfach, so unendlich schön.“ (Friedensreich Hundertwasser) Einfach die Wellen über sich hinweg fließen lassen.
meiner aufgedrehten Turborädchen beruhigen. Die erste Anspannung hat sich gelegt. Ich nehme Zimmerchip und den druckfrischen Reiseführer „Das Rogner Bad Blumau“ in Empfang und schlendere zu meinem Zimmer. Hier liegen Badetasche, Bademantel und Handtücher bereit. Ich verstaue meine Habseligkeiten, schnappe die Badetasche und wandere in den Thermalbereich ins Freie. Der erste Schritt ins kühle, klare Wasser – endlich, das Wellenbad wiegt sich und sprudelt aufgeregt, fast erwarte ich, dass es nach Salz schmeckt.
Staub des Alltags abwaschen Ich parke ein, folge dem roten Teppich zum Empfang. Dort wartet die nächste Überraschung. Ich werde nämlich zum Händewaschen verwiesen. Nix also mit eilig und schnell aufs Zimmer. Erst einmal ritual. Handgedas Begrüßungs schöpfte Bioseife zum Runterhobeln, Wasser aus dem Krug, Duft auf der Haut. Dann darf ich mir ein Plätzchen im „Wohnzimmer“ (so wird die Rezeption mittlerweile genannt) suchen, bekomme ein Getränk serviert und werde in aller Ruhe und Gemütlichkeit über die wichtigsten Gepflogenheiten des Hauses aufgeklärt. Und wieder spüre ich, wie sich in mir ein paar mehr
Wie in der Natur: in der Hundertwassertherme gibt‘s k
KLIPP Juli/August 2013
Vater und Sohn: Die Rogners basteln weiterhin an der Märchenwunderwelt Blumau.
Danach in den Liegestuhl, Augen zu und träumen … ... von der Märchenwunderwelt im steirischen Hügelwiesenland. Mit bunten, seltsam geformten Häusern, die sich in eine sattgrüne Landschaft schmiegten. Mit Gipfelchen und Türmchen, goldglänzenden Kuppeln. Mit Fliesen in Rot und Blau und Gelb, mit vielen bunten Säulen und Fenstern, von denen keines dem anderen glich. Groß und rund, eckig und klein, mit Rundbogen oder zu kleinen Augenschlitzen verengt. Auf den flachen Dächern wuchsen Büsche und Bäume, die ihre Zweige und saftig grünen Blätter wie ke cke
Hofnarr empfängt die Gäste.
Haarschöpfe über die Dachkanten hängen ließen. Keine Wand war wirklich gerade, jeder Winkel sah anders aus, der Boden wölbte sich sanft unter den Füßen. Überall
‘s keine geraden Linien.
KLIPP Juli/August 2013
Rundungen, Biegungen, sanft geschwungene Linien. Das Rogner Bad Blumau.
„Bad Blumauer“ Waschung Sie ist neu im Programm. Ich werde ins Vorbad geführt, ein runder Raum, eine schwarz verflieste Steinbank, eine Lampe und viel Wasserdampf. Sonst nichts. Während ich mich noch frage, was ich hier 20 Minuten tun soll, fangen meine Gedanken an sich zu verlangsamen, dahinzuschmelzen wie Eis in der Sonne. Mein Kopf bleibt angenehm leer zurück, ich fühle mich rundum gut, entspannt, wie in Trance; es könnte ewig so weitergehen. Nach einer viel zu kurzen Ewigkeit werde ich abgeholt und in einen der Waschräume geführt. Ich kriege einen aufregenden OneSize-Tanga-Slip in Blau ausgehändigt und stelle mir augenblicklich vor, wie sich hier alle Gäste dieses interessante Wäscheteil überziehen. Bevor meine Phantasie mit mir durchgeht, ruft Petra, meine „Waschfrau“, mich in die Realität zurück, und die heißt, auf einem kleinen Schemelchen Platz nehmen und abwarten. Petra schöpft mit einem Holzeimer Wasser aus dem braunen Bottich und schüttet es mir über Arme, Beine, Bauch und Kopf. Ja, auch die Frisur muss dran glauben. Da kennt Petra nichts. Was es damit genau auf sich hat, will ich wissen, während mir die Wassereimer über den Kopf geleert werden. Einatmen und ausatmen – schütt. „Zurück zu den Ursprüngen“, erklärt mir Petra kundig. Hier sollen alte Waschrituale wiederbelebt werden, aus jenen Zeiten, als es noch keine Superturboduschen und Luxusbadewannen gab. Einfach gewaschen werden, ein schönes, sehr entspannendes Ritual. Ich darf mich auf die Steinliege legen, werde weiter aus vollen Eimern mit warmem Wasser überschüttet, dann gibt’s ein Ganzkörperpeeling und anschließend versinke ich unter Schaumbergen. Mit
Kraft des Wassers lässt nur eines zu: glückseliges Lächeln.
kalt gepresstem Kokosnussöl werde ich von Kopf bis Fuß sanft eingeölt. Was gibt es Herrlicheres? Dann umdrehen, das Ganze auf der anderen Seite, und zum krönenden Abschluss – wer’s verkraftet – einen kalten Guss. Den ich nur über meine Beine lasse. Man muss schließlich nicht alles auskosten im Leben. Nach dem Waschritual – so sauber und leicht habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt – gibt es noch ein Kännchen Tee, das im separaten Ruheraum genossen werden kann. Meine Haut glänzt und fühlt sich wunderbar seidig an.
„Gefährlicher Ort“ Ich blättere im 96-seitigen Reiseführer „Das Rogner Bad Blumau“. Warum Reiseführer? Für eine Therme? Ja, es gibt tatsächlich viel zu erkunden im Rogner Bad Blumau. Ein Wochenende reicht noch lange nicht. Wie alles unterbringen in ein paar knappen Sätzen? Wann soll ich erzählen von der „Naschkammer“, die ich gleich am ersten Abend (natürlich nur zu Recherche zwecken) plündere? Statt alter Gammelschoko am Zimmer gibt’s hier nämlich ein Kämmerchen, das rund um die Uhr Naschereien aller Art bietet, Süßes und Salziges, Eis und Essiggurkerl finden sich hier, ein wahres Naschparadies und nichts für Menschen mit schwacher Beherrschung. Ein gefährlicher Ort. Jederzeit zugänglich. Dann gibt es da noch die hübschen Blautulpenbäume und die kleinen Feuerstellen im Innenhof, die abends gemütlich vor sich hin knis tern. Die fabelhafte Band Tom’s Crew, die regelmäßig in der Hotelbar „Klimbim“ Ohrenschmaus bietet. Den einsamen Oboenspieler, der über dem Wellenbad zarte Klänge in den Himmel steigen lässt.
Die Literaturhäppchen, die unerwartet zum Sonntagsfrühstück serviert werden. Die vielen einladenden Saunakammern, die Bottiche und Wasserbecken, die dem Saunagast zur Verfügung stehen. Die vielen kleinen Ecken und Nischen mit einladenden Pölstern, die Kuschelliegen. Den Vulkania-Badesee, gespeist aus der Vulkania-Heilquelle, Künstlerisch gestaltete Abfallbehälter
der heißesten Heilquelle Mitteleuropas (Austrittstemperatur 110 Grad). Apropos Speisen: Ein wahrer Gaumenschmaus sind die Mahlzeiten. Essen den ganzen Tag lang, wann einen der Hunger packt, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, ohne feste Zeiten. In einigen Lokalen in Normalkleidung, in anderen im Bademantel-Outfit. Wo man sich wohler fühlt. Unvergesslich das Frühstücksbuffet, angeblich das beste der Welt. Biobutter als Riesenrolle zum Selberrunterschneiden, Müsli und Co, hausgemachte Marmeladen, Honig, Nougatcreme, Eier in allen Variationen, heiße Suppe, frischgebackenes Brot aus dem eigenen Brotbackofen, Maisweckerl, Kürbiskernweckerl, von denen man nicht genug kriegen kann, frischer Apfelsaft, Karottensaft, Rosenblüten-Wasser, Tees in unüberschaubarer Vielfalt … Ja, es gäbe noch viel zu erzählen, der Platz reicht allemal nicht. Das Einfachste wird sein, diese Reise selbst anzutreten. Ist ja nicht weit, knappe 60 Kilometer von Graz entfernt, ins südoststeirische Hügelland. Wo alles irgendwie bunter ist und freundlicher, entspannt. Wo man das Gefühl hat, sehr weit weg zu sein, weit gereist – wie auf einem anderen Planeten gelandet, im Reich des Hofnarren von Bad Blumau … 31
Fotos: Sonnentherme Lutzmannsburg
In der Familientherme Lutzmannsburg ist er der große Star
Und täglich grüßt der Sunny Bunny Von Taymour Yanni
G
ut, ich muss zugeben, dass meine Begeisterung für Familien- und Kinderhotels bislang nur bedingt vorhanden war. Das Zusammenspiel aus tobenden Kindern auf einem Haufen und strapazierten Eltern ob des Über- oder zeitweise vielleicht auch Unterangebots an Aktivitäten hat für mich eher tumultartige Dimensionen. Nicht jedes Hotel, das auf familienfreundlich macht, ist automatisch ein Garant für unbeschwerten Urlaub mit der Familie. In Lutzmannsburg im Burgenland entkräftet auf jeden Fall eine Ausnahme meine Vorurteile. „Sunny Bunny ist eine Frau!“, offenbart mir mein 7-Jähriger am ersten Abend im Hotel Sonnenpark. Ich versuche, einen Gesichtsausdruck mit einer Mischung aus Überraschung und Bestürzung hinzubekommen. Doch es überwiegt eher momentane Ratlosigkeit. Es erinnert mich an das „Ist der Nikolaus ein verkleideter Mann?“-Thema. Mein Kind hätte ihr Gesicht durch eine kleine Öffnung in Sunny Bunny’s überdimensionalem
32
Attraktion nicht nur für Kinder: 270 Meter ist die längste „Röhre“ im Rutschenpark.
Plüschkopf gesehen. „Aber das macht nichts, dass der Hase eine verkleidete Frau ist“, sagt mein Sohn in verständnisvollem Ton. Gott sei Dank …
Er bleibt stumm „Sunny Bunny’s Home“, wie es auf einem Schild an der Wand steht, befindet sich in der Lobby, gleich neben dem Fernsehraum. Von dort kommt der liebenswerte Plüschhase mit dem orangen Pullover zwei Mal täglich zu fixen Zeiten heraus.
Das Thermen- und Hotelmaskottchen spricht nicht und gibt auch sonst keine Laute von sich. Eine Animateurin übernimmt die Moderation. Gerne lässt sich Sunny Bunny streicheln und umarmen, posiert für Fotos, nickt mit dem Kopf, wenn er etwas gefragt wird, und tanzt zu seinem eigenen Lied mit. An diesem Abend gibt es ein paar Geburtstagskinder unter den kleinen Gästen. Stolz sitzen sie mit ihren Kronen auf den Köpfen auf eigens für sie vorbereiteten Sesseln
in der Lobby und warten gespannt auf Sunny Bunny, der ihnen einen kleinen Geburtstagskuchen persönlich überreichen wird. Die Fotoapparate werden gezückt, die Blitze erhellen die strahlenden Gesichter der Kleinen oder Großen. Ein Papa hat sich unter die Geburtstagstruppe geschummelt, seinen Sohn am Schoß. Offensichtlich hat der kleine Mann noch Respekt vor dem Riesenhasen. Die Musik startet. Während der Großteil Sunny Bunny zum Abschluss gesangstechnisch unterstützt, hat mein Sohn die Spielkonsolen in Beschlag genommen. 06.29 Uhr: Der Nachwuchs kommt enttäuscht von seiner morgendlichen Erkundungstour zurück. Außer der Dame vom Housekeeping sei er niemandem begegnet – wie langweilig! Und ob wir jetzt bitteschön endlich aufstehen und frühstücken gehen könnten. Ich denke darüber nach, während ich mich noch einmal im Bett umdrehe.
Mitmachen ohne Zwang Beim Check-in am Vortag sind mir – unbewusst – Überlegungen und Ideen, wie und womit ich meinen
KLIPP Juli/August 2013
Sohn tagsüber beschäftige, abgenommen worden. Damit die kleinen Gäste die Zeit im Hotel genießen, hat Sunny Bunny für sie ein buntes Wochenprogramm parat: Bastelstunden, Schwimmkurs, Hasenfütterung, Hüpfburg, Rutsch autorennen, Babymassage, Fahrradtouren und vieles mehr. Er lädt alle zum Mitmachen ein – ohne Zwang. Jeder kann mit seiner Familie zusammen sein, ohne ständig aufeinander zu kleben. Das sei ihm auch wichtig, betont Geschäftsführer Wolfgang Stündl. Stets ist er darauf bedacht, mit seinem Team Angebote weiterzuentwickeln und bis ins Detail anzupassen. Stündl nimmt jedes Feedback ernst, ist für alle Vorschläge offen und lässt keinen Zweifel daran, durch und durch Gastgeber zu sein. 07.12 Uhr: Nahezu unberührt präsentiert sich uns das Frühstücksbuffet. Ich halte diesen Augenblick fest. Denn schon bald wird der hausgemachte Striezel angeschnitten sein, eine kleine Gästeschlange wird sich vor der Orangenpresse bilden und die Köchin wird alle Hände voll zu tun haben, Waffeln mit Erdbeeren für die vierköpfige Familie zuzubereiten. Ein paar Kinder werden sich Donuts auf ihre Teller legen; die Erwachsenen die Flasche Sekt köpfen, die sonntags im Eiskühler bereitsteht. Die Spiel inseln, die im ganzen Speisebereich in der Nähe der Esstische aufgestellt sind, werden langsam bevölkert. Kleinkinder beschäftigen sich dort, wenn Mama und Papa länger beim Frühstück sitzen.
Die Gäste brauchen nur das Gewand mitbringen, alles andere – Räder, Kinderwagen, Spielzeug – kriegen sie vor Ort.
auch, Mama!“ Nein, kann ich auch nicht. Aber lassen wir das.
Die Monsterrutsche: ein Hit Stattdessen sind Sohnemann und ich auf der XXL Monster Ride nach 8 Durchläufen noch immer damit beschäftigt, unseren Einstieg in den Tube (so wird der Doppelreifen genannt, mit dem man die 270 m hinunterrutscht) zu perfektionieren. Besondere Herausforderung: dabei auch noch eine für die Wartenden hinter uns halbwegs grazile Fi-
Zurück von der Wassererlebniswelt – der hoteleigene Thermenbereich ist zur Mittagszeit wie ausgestorben. Ein Schwimmreifen und Spielzeug treiben verwaist auf dem Wasser. Die einen halten bereits mit ihren Kleinkindern Mittagsschläfchen; jene Erwachsenen, die ohne auskommen müssen, sitzen mit dem Nachwuchs noch beim Mittagessen, an das nahtlos Kuchen und Kaffee anschließen. Letzterer ist auch für die zweite Etappe am Nachmittag ratsam. Die Sonne scheint und wir legen uns auf eine Liege in den
Ein Sackerl zur Erinnerung
Sunny Bunny is watching you Auf den Bildschirmen im Rutschenturm wird uns die Zeit, während wir uns bei der Rutsche anstellen, mit einem Angebot für ein „Sunny Bunny Kindermenü“ und Werbung von Kooperationspartnern verkürzt. Den Stapel Zeitschriften und Magazine, den ich genüsslich auf einer Kippliege im Laufe der drei Tage lesen wollte, nehme ich genauso geordnet wieder mit, wie ich ihn nach Lutzmannsburg geschleppt habe. „Lesen kannst du zuhause
KLIPP Juli/August 2013
den Smalltalk am Laufen zu halten. Zumindest nicht während der nächsten 90 Minuten, die eindeutig der Entspannung gewidmet sind. Ich halte meine Augen auf der Liege geschlossen, während eine Meeresschlammpackung meinen Rücken mit Feuchtigkeit versorgt. Der Raum ist angenehm erfüllt von einem süßlichen Duft. Routiniert öffnet Dubravka einen Tiegel und entnimmt eine Portion Creme für die bevorstehende Gesichtsmassage. Sie füge noch ein paar Tropfen Anti-Falten-Serum dazu, sagt sie mit leiser Stimme. Kann nicht schaden, denke ich mir. Behutsam trägt sie die Mischung auf meinem Gesicht auf. Der Genuss kann beginnen. Vor dem Abendessen drehen wir noch eine Runde mit der Fahrrad-Rikscha. Ein größerer Fuhrpark mit Fahrrädern unterschiedlicher Größe und Rikschas steht vor dem Hotel. Jederzeit kann man sich ein Gefährt ausborgen und die nähere Umgebung erkunden.
Sunny Bunny ist der schweigende Liebling. Animateure sprechen für ihn.
gur zu machen. Ich sitze hinten im Doppelreifen, mein Kleiner vorne. Die Ampel leuchtet grün, gekonnt stoßen wir uns von den Haltegriffen in den orangen Tunnel hinein. Mein Sohn jauchzt vor Freude. Ich auch! Hoffentlich spült mich das Wasser im Rutschenauslauf wieder aus dem Reifen, schießt es mir durch den Kopf, während ich mich in die Kurven lege. Alleine komme ich da nie mehr heraus.
Garten. Mein Kind kurvt mit einem Traktor auf den Gehwegen herum, zwei Mädchen hüpfen in der Hüpfburg und eine Familie beobachtet die Hasen im Gehege. Zwei Köche wandeln im hoteleigenen Kräutergarten umher und besorgen Kräuter für das Abendessen. Ich genieße diesen unbeschwerten Moment. 14.17 Uhr: Dubravka von der Kosmetik versteht, dass ich nicht sehr gesprächig bin. Sie versucht erst gar nicht,
07.50 Uhr: Der wiederholte Aufstieg zur XXL Monster Ride am Vortag fordert nun seinen Tribut. Die Begegnung mit der Dame vom Housekeeping beim morgendlichen Rundgang fällt heute aus. Unser Kind schläft noch immer wie ein Stein. In der lichtdurchfluteten Lobby wünscht Sunny Bunny bei „Sunny wake up“ einer Handvoll Kinder einen guten Morgen. Heute nehmen wir Abschied von Sunny Bunny und seiner zuvorkommenden Mannschaft. Der Hase hat dafür ein Sackerl mit Malbuch, Süßem und einem Getränk für die Heimreise vorbereitet. Wer von Sunny Bunny noch immer nicht genug hat, der besorgt sich für die Autofahrt noch schnell die CD im Fanshop. Und das klingt dann so: „… oh ohoh. Das ist echt fantastico … Hier im Sonnenthermenland ist Langeweile unbekannt …“ Wie richtig Sunny Bunny doch damit liegt! Mehr Infos: www.sonnenpark.at
33
Eine Genussreise auf den Spuren eines Genies
Kleiner Steinmetz, große Wirkung
von Elisabeth Hewson
W
enn man durch das Veneto mäandert, kommt einem auf Schritt und Tritt, über Flüsse und auf Hügeln, als Palazzo oder Theater ein Mann namens Andrea di Pietro della Gondola entgegen, genannt Palladio. Zum Beispiel in Bassano, auf halber Strecke zwischen Venedig und Verona. Dort sollte man den in einer kleinen Schnapsschenke an der Brenta ganz besonders heimischen Grappa zelebrieren. Am besten in der Abendsonne, wenn der Fluss den Ort spiegelt. Und die Brücke, die darüber führt, die Ponte Vecchio, ein echtes Palla-
dio-Kunstwerk. Diese zu überschreiten versuchten in den 500 Jahren, seit sie besteht, viele – vergeblich. Denn sie war als Teil einer Handelsstraße zwischen Aquilea und Genua strategisch wichtig, zuletzt im Zweiten Weltkrieg, als man hier ganz besonders erbittert kämpfte. Heute nippt man am Grappa, bewundert das Brückenkunstwerk und lässt sich von einem kleinen Steinmetz erzählen, der nicht nur diese ungewöhnliche Brücke entworfen und erbaut hat, die vielen (nicht allen) Hochwassern trotzte: Das Wunder von Vicenza. Der Sohn einer armen Familie aus
Padua, ohne höhere Schulbildung, ohne einflussreiche Familie, veränderte das Aussehen, den Geschmack der westlichen Welt und beeinflusst ihn seit fast 500 Jahren bis heute: Palladio, das Architekturgenie, schaffte es, unseren wichtigen Imponierbauten der letzten Jahrhunderte seinen Geschmack aufzuprägen. Wovon der Louvre in Paris zeugt, das Weiße Haus in Washington, Buckingham Palace und unzählige Rathäuser, Museen und Galerien, Spitäler, Schulen, Parlamentsgebäude und Banken. Und unser Parlament in Wien. Nicht zu vergessen die vielen Villen, die mit Säulen und Vorbauten Luxus und Kultur darstellen wollen, dereinst als Krönung von Hügeln und Anwesen, heute oft erbärmlich neureich – sie sind alle dem Herrn aus dem Veneto geschuldet.
das in der Nähe der Brücke im Grappamuseum tun oder die Destillerie direkt in Schiavon besuchen. Dort erfährt man auch, was einen echten Grappa ausmacht: ausschließlich italienischer Traubentrester, 18 Monate Reifung und ein Alkoholgehalt von 37–81%. Doch zuerst weiter-
Von heimischen Scherben und norwegischen Gerüchen
Die Vielfalt italienischer Spezialitäten heißt immer auch: die Qual der Wahl. 34
Und dann trinkt man vielleicht noch einen zweiten Grappa, der von der berühmten Destillerie Poli vom groben Traubenmaischeverwerter zum Edelgetränk hochdestilliert wurde und wird. Barriquegereift, rebsortenrein, aromatisiert, ganz nach Gaumenlust. Wer sich vor Ort von der Vielfalt der Grappe überzeugen will, kann
Die 500 Jahre alte Ponte Vecchio in Bassano, eine ungewöhnliche Brücke, die vielen Unwassern trotzte.
geschlendert, durch die hübschen Gässchen mit hübschen Lädchen. Viel Töpferei gibt es hier zu sehen (nahe Bassano findet man bekanntlich gute Tonerde) und einen ganz besonderen Papierladen, heute „Carteria Tassotti“, früher als „Remondini“ bekannt, dem im Palazzo Sturm auch ein Museum gewidmet ist und der für Jahrhunderte das MoKLIPP Juli/August 2013
Palladios letztes Werk steht in Vicenza – dem kleinen Rom.
nopol für Heiligenbildchen in ganz Europa besaß. Etwas seltsam, auch für die Geschmacks- und vor allem Geruchsnerven, ist die Bottega dal Baccalà, wo weißliche Trockenfischfetzen die Auslage schmücken und drinnen der beinhart getrocknete Stockfisch in einer eigenen Mangel weichgerumpelt und essbar gemacht wird (wozu auch noch drei Tage Einweichen nötig sind). Diese Fischbretter kommen aus Norwegen, einst karges Arme-Leute-Essen, heute eine regionale Spezialität, als Baccalà alla Vicentina mit weicher Polenta in vornehmen Lokalen serviert. Entdeckt hatte man ihn, als ein venezianisches
Schiff 1432 in Norwegen strandete und man den Stockfisch als Notration mitbrachte. Doch es gibt ja kaum etwas, was ein guter Grappa nicht verbessern könnte. Ein Fürstentum für eine Dame
Die romantische Geschichte stammt aus dem 15. Jahrhundert, als das unblutige Duell zweier Anwärter um KLIPP Juii/August 2013
die fürstliche Tochter Lionora mit einem öffentlichen Spiel ausgetragen wurde. Sie bekam übrigens den erwünschten Gatten, er war wohl auch der bessere Schachspieler. Und der Verlierer wurde mit ihrer Schwester vermählt, die das angeblich nicht diskriminierend, sondern erfreulich fand. Mit Musikbegleitung und lebenden Figuren spielt man publikumswirksam seit bald 90 Jahren die „Unsterbliche Partie“ Anderssen/ Kiseritsky nach, sogar mit echten Pferden, die dazu zwei Stunden ruhig stehen müssen! Das kleine Rom
So nennt man Vicenza, die Stadt Palladios, von Goethe der „Höhepunkt der Architektur“ genannt; das „kleine Rom“, Vorbild aller Klassizisten und Neoklassizisten. Schon im 16. Jahrhundert war sie eine reiche Stadt, die sich gegen Venedig zu behaupten, es zu übertreffen versuchte. Und so beauftragten die Stadthonoratioren auf Rat eines Patriziers dessen Schützling, einen blutjungen Steinmetz aus Padua, mit der Planung unzähliger Palazzi und Villen, von denen nicht alle gebaut oder fertig gebaut werden konnten, so enorm war der Fleiß des bald berühmt gewordenen Palladio. Der Patrizier war Gian Giorgio Trissino, der das Talent des 16-jährigen einfachen Handwerkers erkannte, ihn nach Rom mitnahm, in die feine Gesellschaft
In derRotonda Bottega dal Baccalà: Getrockneter Villa Stockfisch, früher ein Arme-Leute-Essen, heute eine Spezialität
Die Villa Rotonda, bei Vicenza gelegen: Eine Kopie davon ließ sich US-Präsident Thomas Jefferson im Wilden Westen nachbauen.
einführte und ihm damit eine beispiellose Karriere ermöglichte: Als Architekt mit einem griechischen Kopf und einer römischen Seele, wie man über Palladio schrieb, der auch seinen Künstlernamen (nach Pallas Athene, der griechischen Göttin der Weisheit) seinem Gönner verdankt. Palladios letztes Werk, das Olympische Theater, das älteste Theater der Welt (wie die Vicentiner behaupten), wurde erst nach seinem Tod 1580 fertig gestellt; ein Kuriosum mit 400 Sitzplätzen, einer bemerkenswerten Akustik und einer perspektivischen Bühne, wo noch heute Theater-, Ballett- und Konzertaufführungen stattfinden, überwacht von der Accade-
mia Olympica, einer Versammlung der Gelehrten der Stadt. Doch nicht nur Vicenza, auch die Umgebung bietet den einen um den anderen Palladio. Wie die Villa Rotonda, die der US-Präsident Thomas Jefferson im Wilden Westen nachzubauen versuchte. Oder die Villa Valmarana, von Tiepolo und seinem Sohn mit Fresken der griechischen Mythologie ausgeschmückt und dank der wunderbaren Parkanlagen auch gerne für Hochzeiten und Bankette gemietet. Ein genialer Platz in einer genialen Landschaft.
Infos Wer besonders köstliche Mitbringsel entdecken möchte, der dränge sich in das meist volle Delikatessengeschäft am Corso Palladio mit verborgenem, unterirdischem Weinkeller, dessen Besichtigung man unbedingt einfordern sollte. Dort gibt es den grandiosen Vézzena Käse, möglichst 24 Monate gereift, Soppressa Salami und die dicken, wunderbaren Bigoli-Nudeln: Gastronomia Salumeria Il Ceppo, Corso Andrea Palladio, 196, www.gastronomiailceppo.com. Wer exzellent verpflegt und beherbergt werden möchte, sollte sich das „Sweet Hotel“ überle-
gen, etwas außerhalb von Vicenza, das trotz seltsamem Namen (vielleicht dem nahen US-Stützpunkt geschuldet) ein Design-Hotel ist, mit exzellentem Koch und sehr vernünftigen Preisen (Doppelzimmer, also für zwei Personen, mit Frühstück 85 Euro). www.sweethotel.it www.poligrappa.com www.marosticascacchi.it www.vicenza.org www.hotelcampomarzio.com (ein Hotel mitten in Vicenza, nicht das Gelbe vom Ei, aber sehr gut gelegen)
35
Istrien-Profi Heinz Wagner zum Kroatienboom:
Alles wird organisiert Wagner Tennis veranstaltet seit 31 Jah ren Tenniscamps in Kroatien. Zischka Reisen ist der eine steirische Anbieter, Wagner Tennis der zweite große – beide sorgen sie für zigtausende Nächtigun gen in Istrien. Warum ist das so? Wagner: Wir haben dort die ideale Verbindung zwischen dem klassischen Urlaub und einem mit vielen Aktivitäten, sprich zum Beispiel Tennis, geschaffen. Also Urlaub unter gleich Gesinnten und Freunden. Großzügige Anlagen mit vielen hunderten Tenniscourts, Hotels und Appartements in unterschiedlichen Kategorien und ein hervorragendes Umfeld garantieren Freude und Spaß am Tennis, aber auch am Radfahren, Beachvolleyball, Wassersport, und, und. Porec, Pula, Umag, Rovinj, Vrsar und Medulin – diese Orte haben vieles gemeinsam. Alle liegen direkt am Meer, alle Orte haben wunderbares, mediterranes Flair, sehenswerte Altstädte, angenehmes Klima und sind umgeben von wunderbarer Natur. Und wie sieht’s mit individuellen Gästewünschen aus? Wagner: Es ist alles organisiert. Aber nur dann, wenn es der Gast auch möchte – vom Tennispartner über Ausflüge, Lokalbesuche bis hin zu Wein-, Olivenölverkostungen. Der Gast ist von der ersten Minute an bis zur Abreise im Urlaub. Auch immer mehr (Sport-)Vereine nützen unsere Angebote. Im alten Jugoslawien gab es an den Hotels, aber vor allem am Gäste service starke Kritik. Wagner: Es wurde stark investiert. Die großen Ketten wie Valamar in
Porec, Arena Turist in Pula, Sol Melia in Umag sind oft in ausländischen oder wie Maistra in sehr professionellen Tourismus-Händen. Viele kleinere und größere Maßnahmen haben zu höherem Engagement des Personals wesentlich beigetragen. Was steht bei den Rückmeldungen der Gäste an vorderster Stelle? Wagner: Für unsere Gäste besonders attraktiv sind die großen Hotels und die großen Tennisanlagen, die alle direkt am Meer liegen. Für die Hochsaison, die für uns nur am Rande Bedeutung hat, gelten noch immer die gleichen Grundsätze: Meer, Sonne, gute Erreichbarkeit, saubere Strände, gutes Preis-Leis tungs-Verhältnis und – was gerade in diesen Zeiten zählt: keine Unruhen, keine Demonstrationen und kein Land, das von Krisen gebeutelt wird. Kommen mit der EU höhere Preise? Wagner: Die Preisgestaltung ist in diesem Jahr noch nach „Nicht-EULand“ ausgerichtet. Die 4-Sterneund 5-Sterne-Hotellerie hat aber in der Hochsaison durchaus schon „EU-Preise“. Ich persönlich rechne auch in „Kunazeiten“ mit weiteren Preiserhöhungen, vor allem in der Hauptsaison. Was geschehen wird, wenn der Euro Kroatien in Aussicht gestellt wird, dafür gibt es ja im gesamten Europa mehr als genug Vorbilder.
Istrien ist die Nummer 1
„Da wird’s u N
un ist wieder die Zeit, in der tausende sonnen- und meerhungrige Steirer in Richtung Istrien unterwegs sind. Sind doch in diesem Teil Kroatiens die Österreicher die meistgesehenen Urlauber. Nicht Italien, Griechenland, nicht die Türkei – auch die Familie Schett aus der Ober-
steiermark hat sich diesmal für Porec entschieden – zur Freude ihrer Kinder Lisa und Lena. „Da wird’s uns nie fad. Wenn es Wellen gibt, dann ist es besonders lustig im Meer und sonst auch im Salzwasserpool“, so die 10-jährige Lisa. „Und ich kann mir am Abend beim Essen jedes Mal so viel Pizza
Special Offers für Sommer- und Herbstcamps: www.wagnertennis.at Trotz EU seit 1. Juli: Preiswertes Urlauben besonders für Familien und Gruppen.
36
KLIPP Juli/August 2013
achtzigzehn | Foto: Jasmin Schuller | Bezahlte anzeige
Porec und seine Umgebung: beliebt bei den Österreichern.
r 1 für die Meeressucher
uns nie fad“ holen, wie ich will, und zum Frühstück die guten Schoko-Muffins“, freut sich Lena. Diesmal sind auch die Großeltern mit. Für sie ist der Pinienwald am Strand ideal: „Weil im Schatten stets ein kühles Lüfterl geht.“ Das Pical ist eines jener typischen Sommer-Hotels noch aus der Tito-Zeit. Es wird aber Schritt für Schritt saniert und aufgrund seiner Lage in schattiger Umgebung und nahe am Strand ist es sehr beliebt. Weiters ist die Altstadt von Porec zu Fuß, aber auch mit dem Kinder-Bimmelzug einfach erreichbar. Freundlich bedankt sich der Rezeptionschef für die mitgebrachten Fähnchen mit den Wappen der Steiermark, der EU und Kroatiens, die ihm Lisa und Lena übergeben. Und wie wird‘s in der EU? „Werden
KLIPP Juli/August 2013
wir sehen“, zuckt er vielsagend mit den Schultern. Ein Grund für den Kroatienboom ist die einfache Anreise mit dem Auto. Denn mit der Fertigstellung des Crni-Cal-Viaduktes vor Koper und dem weiteren Ausbau der istrischen Schnellstraßen sind Staus an den Grenzübergängen (auch durch den EU-Beitritt Kroatiens) selten geworden. In Zeiten Ex-Jugoslawiens wurde vor allem der Service bemängelt. Heute, da bemühen sich die Kroaten sehr um die Gäste. Die meisten reisen ja mit dem Auto oder Bus an. „Weil es auch praktisch und bequem ist. Wir können alles mitnehmen, was immer die Kinder zum Spielen brauchen und es ist für uns als Familie auch billiger und bequemer als mit dem Flugzeug.“
familien aktiv karte eine Woche Schöckl, Schloßberg, Grazer Bäder und Bim ab € 73,– erhältlich bis 8. September 2013 www.freizeitgraz.at
37
Fotos: Heimo Ruschitz
Zum ersten Mal in der Stadt, die niemals schläft Von Isabella Hasewend
Ich hab noch einen Koffer in New York
M
it bangem Gefühl warten wir am JFK in New York. Wo bleiben denn nur unsere Koffer? Einer nach dem andern wird vom Förderband genommen und schließlich endet der „Gepäckstrom“, ohne dass unseres dabei war. Das, wovor man bei je-
38
der Flugreise insgeheim Angst hat, ist eingetroffen. In unserem Fall war diese Angst sogar noch etwas größer, zumal wir unseren Flug von Wien – ursprünglich über Madrid gedacht – aufgrund eines Luftlotsenstreiks in Frankreich umbuchen mussten und dann via Düsseldorf
geflogen sind – wir, unsere Koffer leider nicht. Nach dem ersten Schock geben wir den Gepäcksverlust bei der freundlichen Dame am Lost-andFound-Schalter bekannt, die uns versichert, die Koffer werden alsbald in unser Hotel nachgeliefert.
Na, das fängt ja gut an: Zum ersten Mal in New York – und das gleich ohne Koffer. Müde vom langen Flug, aber erwartungsvoll, den ersten Blick aufs beleuchtete Manhattan zu erhaschen, sitzen wir im Taxi, das uns ins Herz von New York bringt, wo wir nach gut einer
KLIPP Juli/August 2013
mal zu „verdauen“, setzen wir uns auf eine Treppe und beobachten das bunte Treiben.
Sonnenaufgang über der Stadt
halben Stunde in der 57. Straße in Manhattan vor dem Four Seasons Hotel aussteigen.
wir doch zum ersten Mal im berühmten Big Apple.
Jetzt sind wir wirklich da An der dortigen Rezeption wird uns mit kleinen Notwendigkeiten wie Zahnbürste, Kamm etc. ausgeholfen, zumal wir ja wirklich praktisch nichts dabeihaben. Unserer Stimmung tut das – vorerst – keinen Abbruch, hoffen wir doch, dass die Koffer bald nachgeliefert werden. Frohen Mutes spazieren wir durch die Straßen Manhattans, echt überwältigt von der riesigen Stadt und den hohen Wolkenkratzern. Sind
KLIPP Juli/August 2013
Es ist fast Mitternacht und dennoch sind die Straßen voller Menschen. Man glaubt, es sei helllichter Tag. Aus dem Fernsehen kennt man die Bilder ja, aber nun stehen wir wirklich hier – am Times Square. Mit offenen Mündern bestaunen wir die Leuchtreklame-Tafeln rings um uns an den Häuserfronten, Menschen drängeln sich am Platz, die Geschäfte haben um diese Uhrzeit noch geöffnet … um das alles erst
Unser erster Tag in New York beginnt nicht zuletzt aufgrund der Zeitverschiebung bereits um 5 Uhr früh. Doch das Aufstehen wird mit einem traumhaften Sonnenaufgang aus dem Zimmer im 49. Stock des Four Seasons Hotels belohnt, übrigens das höchste Hotel der Stadt. Ein wahrhaft toller Start in die bevorstehende Woche! Auch wenn wegen unserer fehlenden Koffer erst mal Recherche im Internet angesagt ist – Einkaufsmöglichkeiten für eine gewisse „Grundausstattung“ in Sachen Kleidung und Kosmetika. Leider geht dafür und fürs darauffolgende Shopping einige Zeit drauf. Schade, zumal wir uns ja so viel vorgenommen haben – zahlreiche typische Sehenswürdigkeiten wie Empire State, Freiheitsstatue, das 9/11 Memorial Center, wo einst die Zwillingstürme standen, und, und stehen auf unserem Programm. Jedoch müssen wir erkennen, dass wir die Ausmaße allein von Manhattan gehörig unterschätzt haben. Rund 90 Quadratkilometer (davon 28
Empire State Building: Berühmtester Büroturm der Welt saniert 1931 wurde das 443 Meter hohe Gebäude fertiggestellt. Über fünf Jahre lang wurde es nun für 550 Mio. Dollar saniert und modernisiert. Die Maßnahmen sollen als Vorbild für den Umbau alternder Wolkenkratzer dienen. Um 38 Prozent – das sind 7.000 Tonnen jährlich – konnte der CO2-Ausstoß reduziert werden. 4,4 Mio. Dollar betragen die eingesparten Energiekosten pro Jahr. 360 Dollar Miete kostet im Durchschnitt nach der Renovierung ein Quadratmeter pro Jahr (vorher: 238 Dollar). 96 Prozent der Gläser und Rahmen wurden wiederverwendet. 700 Dollar kostete die Revision eines einzigen Fensters. 6514 Fenster wurden aus dem Gemäuer demontiert und renoviert. 50 bis 75 Fenster schafften die Arbeiter pro Tag. 80 Mio. Dollar werden jährlich durch die Eintrittspreise eingenommen. 2 Art-déco-Luster für die Eingangshalle fanden sich in den Originalplänen von 1930, wurden aber erst jetzt neu geschaffen. 20.000 Leute arbeiten im Empire State Building, vor allem für Versicherungen, Agenturen, Kanzleien und Geldinstitute. Fast alle Etagen der 208.000 Quadratmeter Nutzfläche bis zum 86. Stock sind mit Büros belegt. 4 Mio. Besucher kommen jährlich zu den Aussichtsplattformen im 86. und 102. Stock. 73 Aufzüge sind im Gebäude installiert. Sie verkehren in Schächten mit einer Gesamtlänge von 11 Kilometern. Um 30 Prozent zeit- und energieeffizienter arbeiten die Fahrstühle jetzt.
39
Platz zum Runterkommen: In den kleinen und charmanten Bryant Park kommen Einheimische und Touristen gleichermaßen zum Relaxen.
Wasser) sind es, auf denen es von A nach B zu gelangen gilt. Das ist fast so groß wie ganz Graz! Insgesamt ist New York mit seinen fünf Stadtbezirken Bronx, New York County, Queens, Kings County und Richmond County rund 800 Quadratkilometer groß und hat rund 8,4 Millionen Einwohner (davon allein 1,6 Millionen in Manhattan).
Freundliche und offene New Yorker Wir brauchen einige Zeit, bis wir uns im U-Bahn- und Bussystem Manhattans zurechtfinden. „Do you need any help?“, werden wir von einer jungen Frau angesprochen, als wir den Stadtplan studierend, offensichtlich etwas verwirrt, an einer Kreuzung stehen. Dankbar nehmen wir ihr Angebot an, und
sie bleibt in dieser Woche nicht die einzige freundliche New Yorkerin, die uns hilfsbereit entgegenkommt. Die Menschen sind sehr freundlich und offen, sodass wir oft schnell ins Gespräch kommen. Wie etwa mit zwei alten Ladys in einem typisch amerikanischen Friseursalon, mit knallroten, bequemen Ledersitzen. Die beiden erzählen uns, dass sie auch schon einmal in Wien waren und das Leben hier in New York ganz anders sei. Man bekomme sein Gehalt wochenweise und nicht wie bei uns üblich monatlich, sprechen sie über die schwierigeren Arbeitsumstände in New York. Auch Gabriel, ein gebürtiger Franzose, der erst seit zwei Monaten in New York lebt, bestätigt das. Weil er in Berlin studiert hat, antwortet
Sehr beliebt bei den New Yorkern: Stände mit Hot Dogs oder Donuts gibt’s fast an jeder Ecke. 40
er in Deutsch, als wir ihn vor einem Waschsalon in Queens nach dem Weg fragen. „Den Gantry Plaza State Park müsst ihr euch unbedingt anschauen, von dort aus hat man einen atemberaubenden Blick auf Manhattan“, gibt er uns Tipps für den nächsten Tag.
„Sind die Koffer schon da?“ Abschluss jedes Tages ist der Gang zum Team am Concierge-Schalter des Hotels. „Gibt es schon was Neues wegen unserer Koffer?“ Die Herrschaften dort sind sehr hilfsbereit und fragen jeden Tag (!) mehrmals am JFK nach. Immer das gleiche Kopfschütteln. Und somit wird Klamotten kaufen fast täglich zum lästigen Fixpunkt, zumal wir ja nie wissen, wie viel wir einkaufen sol-
len und wann unser Gepäck wirklich eintreffen wird. New York und insbesondere Manhattan ist laut, hektisch und schnell, fast immer hört oder sieht man irgendwo ein Feuerwehr-, Rettungsoder Polizeiauto vorbeifahren. Die Menschen eilen durch die Straßen, zumeist einen Kaffeebecher in einer und etwas zu essen in der anderen Hand. Schließlich gibt’s die Hot Dogs, Muffins oder Donuts an den vielen Ständen in den Straßen zu kaufen. Nicht zuletzt aufgrund des Zeitmangels verpflegen auch wir uns zum größten Teil über diese Stände – Hot Dog mit Sauerkraut muss man einmal probiert haben. Auch die leckeren Burger in einem der zahlreichen Fast-Food-Lokale sind nicht zu
Auch das gehört zu New York: Brighton Beach auf Coney Island im südlichen Teil von Brooklyn.
KLIPP Juli/August 2013
besteht die Gemeinde zum größten Teil aus russischen, ukrainischen und jüdischen Immigranten. Und so finden wir in den kleinen Läden viele Schilder und Preisauszeichnungen in kyrillischer Schrift und fühlen uns daher fast wie in einer eigenen russischen Welt.
Apropos eigene Welt Strawberry Fields im Central Park: Von Yoko Ono gestaltete Gedenkstätte an John Lennon.
verachten. Einen Abend haben wir uns dann doch die Zeit genommen und einen Tisch im Hill Country Barbecue Market reserviert. Von gegrilltem Hähnchen über Lammfleisch bis hin zu wirklich riesigen Spareribs findet sich dort alles, was ein Fleischliebhaber-Herz begehrt – und es schmeckt auch wirklich ausgezeichnet.
Relaxen im Bryant Park Inmitten des ganzen Trubels von Manhattan „entdecken“ wir einen Platz zum Runterkommen und Entspannen – den Bryant Park in Midtown. Ein kleiner Park mit einer Wiese, wo Einheimische und Touristen gleichermaßen zum Relaxen herkommen. Auch wir lassen uns ins Gras fallen und ruhen uns von den Strapazen aus – den Blick in den Himmel gerichtet auf die umliegenden Wolkenkratzer. Eine Büroangestellte im dunkelbraunen Kostüm hat ihre Highheels abgestreift und sitzt neben uns im Gras, ihre Mittagspause genießend. Gleich dahinter ein Mann im grauen Anzug auf einem Stuhl, telefonierend und an seinem Kaffee nippend. Unser absolutes Lieblingsplatzerl in Manhattan, das wir öfters besuchen, wenn’s Zeit ist, sich auszuruhen. Etwas bekannter und logischerweise auch um einiges größer ist der „große Bruder“ Central Park. Zahlreiche Touristen tummeln sich dort, um die grüne Lunge der Stadt zu besichtigen. Wir haben uns „Strawberry Fields“ angeschaut, eine kleine Gedenkstätte, die Yoko Ono nach John Lennons Tod gestaltet hat. Im Zentrum des kreisrunden Mosaiks aus schwarzen und weißen Steinchen ist in Anleh-
KLIPP Juli/August 2013
nung an John Lennons vielleicht berühmtesten Titel „Imagine“ zu lesen. Jedes Jahr versammeln sich hier Menschen, um Lennons an dessen Todestag zu gedenken. Man muss schon genau selektieren, was man in New York wirklich anschauen möchte, auch wenn man eine Woche Zeit hat. Zumal es ja unzählige Möglichkeiten gibt – ob es nun um Galerien geht, Museen, Sportveranstaltungen, Musicals und, und. Wir haben uns da die Aussichtsplattformen herausgepickt – wie jene am Empire State Building oder am Rockefeller Center. Irgendwie kriegen wir nicht genug von der beeindruckenden Skyline und verbringen Stunden hoch über der Stadt.
Sind wir hier in Russland? Spannend ist auch ein Ausflug nach Brighton Beach, nahe Coney Island in Brooklyn. Von Manhattan aus sind wir gut eine Dreiviertelstunde mit der U-Bahn unterwegs, die auf dieser Strecke jedoch auch zu einem Großteil oberirdisch verläuft, sodass wir einiges von der Gegend zu sehen bekommen. Barfuß spazieren wir am heißen Sandstrand entlang und beobachten das Treiben: Klassischerweise alle paar Meter ein Rettungsschwimmer auf seinem Hochsitz, während sich die Leute in der Sonne aalen oder sich im Meer abkühlen. Brighton Beach wurde 1878 als Strand und Ferienort gegründet und nach dem berühmten englischen Seebad Brighton benannt. Heute
Das ist auch Chinatown, das Chinesen-Viertel Manhattans, mit rund 100.000 chinesischen Einwohnern eine der größten chinesischen Gemeinden in Nordamerika. Zahlreiche kleine Restaurants laden zum Verweilen ein und am Straßenrand gibt’s zahlreiche Obst- und Gemüsestände. An diesem Sonntag haben sich viele Chinesen in einem kleinen Park versammelt, wo sie zu Musik tanzen, singen, Karten spielen oder das typisch chinesische Brettspiel „Go“. Wir verlassen die Gegend und spazieren durch Little Italy, wo – no na – unsere südlichen Nachbarn, die Italiener, ihr Plätzchen haben. „Gelati, Gelati“, höre ich einen Händler rufen und fühle mich wirklich ein bisschen wie in Italien.
Koffer „lagern“ am JFK Die Zeit vergeht viel zu schnell und der Abschied fällt uns schwer. Unser Gepäck haben wir auch am letzten Tag noch nicht erhalten. Ein Telefonat mit Air Berlin in Deutschland ergibt, dass die Koffer bereits seit dem zweiten Tag am JFK „lagern“. Das kann es ja wirklich nicht sein, denke ich bei mir. „Aber wir werden Ihnen das Gepäck nach Graz heimliefern“, erklärt mir eine freundliche Stimme. Erhalten haben wir die Koffer jedoch bis heute noch nicht … Infos zu New York: www.nycgo.com
Treffpunkt für Jung und Alt: Union Square im Flatiron District
Ein KLIPP-Tipp: Wer nicht direkt in Manhattan wohnen will … Nur wenige Minuten von New York City Midtown liegt das Wyndham Garden Long Island City Manhattan View Hotel. Wie der Name schon sagt – mit imposanter Aussicht auf die Skyline von Manhattan, den East River und die Queensboro Bridge. Wenn man von Manhattan hier nach Queens herüberkommt, glaubt man fast gar nicht, dass auf der anderen Seite des Flusses so das Leben „tobt“ und hier quasi Vorstadtidylle herrscht. Long Island City versprüht seinen ganz eigenen Charme, und das Hotel liegt in perfekter Nähe zum Big Apple, ohne Aufwand und Kosten einer Manhattan-Adresse. Das neu erbaute Haus verfügt über 128 modern eingerichtete und geräumige Zimmer mit kostenlosem Wi-Fi. Außerdem gibt’s ein eigenes Restaurant und ein Fitness-Center. Von der Lage her ist das Wyndham bestens für Besichtigungstouren geeignet, zumal auch ein kostenloser Hotel-Shuttle-Bus zur nahe gelegenen U-Bahn zur Verfügung steht. In der näheren Umgebung gibt es zahlreiche kulturelle Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise das MoMA PS1, eine der ältesten und größten NonprofitInstitutionen für zeitgenössische Kunst in den USA, das Noguchi Museum, das Fisher-LandauCenter, den Socrates Sculpture Park oder die Dorsky Gallery. „Jedes Wochenende findet auch ,LIC Flea & Food‘ statt, eine Art Floh- und Lebensmittelmarkt“, erzählt Jeffrey Reich-Hale, Verkaufs- und Marketingdirektor des Hotels. „Das wird auch von unseren Gästen gerne angenommen, die dort gerne durch die Stände bummeln. Man kann Altes und Neues entdecken und sich an den Köstlichkeiten lokaler Anbieter laben.“ Laben kann man sich auch in einem der zahlreichen Restaurants, wo es sich gemütlich brunchen oder zu Abend essen lässt. Wir haben uns in einer kleinen Bar niedergelassen, um den Tag bei einem Glas Bier ausklingen zu lassen … www.wyndham.com
41
Einzigartiger Rekordversuch in 40 Tagen
GOLFTRAINING für das Kinderkrebshilfe-Projekt „Die Sonneninsel“ Einzigartiger Rekordversuch in 40 Tagen GOLFTRAINING Ein Nachfahre schottischer „Die Sonneninsel“ für das Kinderkrebshilfe-Projekt Schafhirten möglichschottischer machen Einwill’s Nachfahre Schafhirten will’s möglich machen
auch mit Genugtuung feststellen, etwa 20 Meter breit. Das heißt dass die Präzision Ihrer Annähe- nicht mehr und nicht weniger, als Von Head Pro Ali Rosker dass man etwa einen Spielraum rungsschläge zunimmt. er erste schottische Maso- Regeln ausgeschlossen ist. Um dieim Golfclub Erzherzog Johann, von 20 Metern hat, da sich die chist erfand das Baum- sen Rekordversuch erfolgreich zu Maria Lankowitz Beachten Sie gleichzeitig genau Fahne häufig etwa in der Mitte des stammwerfen. Dadurch be- beenden, muss Gardiner täglich Internet: www.golfschule-ali.at Ihren Griff und registrieren Sie, ob Grüns befindet. Von Head Pro Ali Rosker kam man erstklassige Leistendreieinhalb Plätze bespielen und erste E-Mail: office@golfschule-ali.at Sie nun zwei er oder dreischottische ZentimeterMaso- Regeln ausgeschlossen ist. Um dieim Golfclub Erzherzog Johann, brüche. Der zweite schottische Ma-erfand dabeidaslegtBaumer rund sen 21 Rekordversuch Kilometer chist erfolgreich zu tiefer greifen oder höher. Machen Maria Lankowitz sochist erfand den Kilt. Damit konn- zurück. Der Golf-Pro muss immer stammwerfen. Dadurch bebeenden, muss Gardiner täglich Sie sich kleine Markierungen auf Internet: www.golfschule-ali.at te man einander beikam den täglichen die maximale Anzahldreieinhalb an Schlägern man erstklassige LeistenPlätze bespielen und dem Schläger und mit der Zeit beE-Mail: office@golfschule-ali.at Fünf-Uhr-Stammesfehden ohne tex(insgesamt 14) bei sich haben. Gebrüche. Der zweite schottische Madabei legt er rund 21 Kilometer kommen Sie das Gefühl für den tile Behinderung insochist die Leistenstartet wurde am 27.zurück. Mai 2009 erfand Damit konnDer in Golf-Pro muss immer richtigen Griff aufden dieKilt. entspreSie haben sich bestimmt schon öf- Wie oft kommt es vor, brüche dass man treten. Der dritte schottische Graz beim Golfclub die Puntigam; dasAnzahl an Schlägern te man einander bei den täglichen maximale chende Distanz umgelegt. ters überlegt, wie Sie auf dem sich fragt: Wie viele Meter sinderfand denFünf-Uhr-Stammesfehden Masochist kreischenden Ende folgt amtex5. Juli(insgesamt in Murstätten. ohne 14) bei sich haben. GeDas Pitchen eignet sich dann desschnellsten Weg zu einem guten das bis zur Fahne? SollBeutel ich ganz aus Ziegenleder, das einzige John Gardiner sammelt während tile Behinderung in die Leistenstartet wurde am 27. Mai 2009 in wegen so gut als Übung, weil das Schwung kommen. Über das kurze durchschwingen? WieInstrument, soll ich das nochbrüche schriller klangDer dieses Rekordversuchs für Golfclub die treten. dritte schottische Graz beim Puntigam; das Gefühl für den Ball, den Boden und als die Schmerzensschreie der inerfand die den kreischenden Ende folgt am 5. Juli in Murstätten. Masochist die Wiese damit am besten eingeLeistenbrüche Getretenen. Der ausvierZiegenleder, prägt Beutel wird. Die Stellung zumdas Balleinzige John Gardiner sammelt während te schottische Masochist aber erfand Instrument, das noch schriller ist vom Gewicht her neutral und klang dieses Rekordversuchs für die Golf. als die Schmerzensschreie der in die alles andere ergibt sich durch die Damit konnte man sich bequem dieGetretenen. Der vierLeistenbrüche Entfernungen. Generell schlägt der eigenen Zehennägel abschlagen, um te schottische Masochist aber erfand Durchschnittsspieler bei vollem von den Schmerzen in den LeistenGolf. Schwung mit dem Pitching-Wedge brüchen abzulenken,Damit und auch sonstman sich bequem die konnte bis zu 90 Meter, mit dem Sandreichlich Depressionen sammeln. eigenen Zehennägel um Wedge etwa um 15 Meterabschlagen, kürzer. Der geneigte Leser möge denSchmerzen histovon den in den Leistenrischen Exkurs verzeihen, der jebrüchen abzulenken, und auch sonst Δ Von der gleichen Stelle aus: Achten Sie bei Ihrer Distanzeindoch das Verständnis für die derzeireichlich Depressionen Gleicher Schwung mit verschiedenen schätzung darauf, dass das sammeln. Grün Üben auf verschiedenen Längen – 20, 30, tigen Vorgänge in derDer Steiermark ebLeser den histo40, 50 Meter … Wedges – oder … im Schnittgeneigte 40 Meter tiefmöge ist und net: Mit der üblichen knapp 15- verzeihen, der jerischen Exkurs greifen, damit ich nicht zu weit bin Verspätung jährigen dochgegenüber das Verständnis für die derzeioder zu kurz? Alle diese offenenTrends sind weltweiten wirVorgänge nunmehrin der Steiermark ebtigen Fragen können Sie sich durch – umso rasanter – aufnet: demMit Wegder zumüblichen knapp 15Üben selbst beantworten. Folgen-mehr als 100.000 Golfland, jährigenspielen Verspätung gegenüber de Übung ist in diesem Zusam- in der Alpenrepublik. mittlerweile weltweiten Trends sind wir nunmehr menhang nützlich: Hoch vom Dachstein–an bis ans Bett – auf dem Weg zum umso rasanter Spiel und das Pitchen finden Sie der Raab folgt man eifrig demmehr Bei- als 100.000 spielen Golfland, ganz bestimmt zum gewünschten Schlagen Sie aus einer spielEntferfrüher schottischer Hirten, die mittlerweile in der Alpenrepublik. zehnmit gebogenen Ziel. Nicht nur dem Anfänger, auch nung von 30 Metern jeweils angeblich Stöcken Hoch vom Dachstein an bis ans Bett dem fortgeschrittenen Golfer ma- Bälle mit dem Pitching-Wedge, getrockneten Schafkot der und RaabSteine folgt man eifrig dem BeiBeim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig Sie die ein Gegend spiel chen auf dem Platz allzu oft jene dem Sand-Wedge, falls durch schleuderten. früher schottischer Hirten, die auf die rechte Seite verlagert. mit die- gratis war, Schläge ein Problem, wo die Fahne Lob-Wedge haben, auch Was damals braucht heuangeblich mit gebogenen Stöcken her- ein Schlägerset, noch 50 bis 80 Meter entfernt ist. sem. So finden Sie am besten te allerdings dasSchafkot Österreichische getrockneten und Steine Kinderkrebshilfe, Beim korrekten Aufdrehen des Körpers – wie eine Feder – wird das Gewicht eindeutig aus und kriegen sehr rasch die ErDaher auf ist die es rechte sinnvoll, beim Üben man schon für einige hundert Euro dabei werden ihn auch etliche produrch die Gegend schleuderten. Seite verlagert. besten derund dem nach die meiste Zeit mit diesen Entfer- fahrung, wie Sie sich am bekommt kaum minente Sportler Was oben damals gratis war, braucht heu- unterstützen. EntFahne annähern. In weiterer Folgegesetzt sind. nungen zu jonglieren. Grenzen So siehtein sprechende stehen Kinderkrebshilfe, te allerdings Schlägerset, Spendenboxen das Österreichische können Sie diese ÜbungKLIPP-Kolumnist mit MarIwan Cash für dieeinige auf hundert jedem Euro österreichischen Golf-ihn auch etliche promanT.schon dabei werden kierungspunkten (Schläger oder Golf-Welt. Beimkaum Kinderkrebshilfe-Probekommt und demplatz. nach oben minente Sportler unterstützen. EntBallkübel) bis auf 50 Meter ausEin Nachfahre der Schafhirten, der jekt es sich sprechende um ein geplanGrenzen gesetzt sind.handelt So sieht Spendenboxen stehen dehnen. Sehr rasch werden SieSchotte John gebürtige Gardiner, tes Nachsorgezentrum Wallersee KLIPP-Kolumnist Iwan T. Cash die aufamjedem österreichischen Golfwill – unterstützt vonGolf-Welt. Intersport Eybl in Salzburg, das 3,5 platz. Millionen Euro Beim Kinderkrebshilfe-Pround dem Österreichischen Golfver- derkostet, die durch Spendengelder Ein Nachfahre Schafhirten, der jekt handelt es sich um ein geplanband – es in irgendeiner Weise Schotte seiaufgebracht werden sollen. „Wir gebürtige John© mähen Gardiner, Nachsorgezentrum Die Mähroboter Robolinho nicht nurtesIhren Rasen ganz auto- am Wallersee nen Landsleuten gleichtun und bewollen dort Kinder wieder fit fürs will – unterstützt von Intersport Eybl in Salzburg, das 3,5 Millionen Euro matisch und zuverlässig – sie bestechen zudem durch ihr dynamisches reitet sich auf einenDesign Rekordversuch Leben machen“, so Steiermark-Kinund dem Österreichischen Golfverkostet, die durch Spendengelder und ihren leisen Betrieb. vor. Er möchte in band 40 Spieltagen derkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. – es in irgendeiner Weise sei- aufgebracht werden sollen. „Wir sämtliche 139 Golfplätze in Öster- gleichtun und be- wollen dort Kinder wieder fit fürs nen Landsleuten reich bewältigen. AL-KO Und ohne KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat so Steiermark-Kinreitet das sich auf GmbH einen Rekordversuch Leben machen“, KOBER Hilfsmittel, was so Hauptstraße viel dass natürlich für einen guten Zweck vor. heißt, Er möchte in 40 Spieltagen derkrebshilfe-Präsident Dr. Moser. 51 Von „reverse pivot“ spricht man, wenn man das Gewicht beim Rückschwung auf die die Nutzung eines Caddys, eines E- Golfplätze diesmal in denÖsterGroßteil „seiner Seite“ sämtliche 139 8742 Obdach linke Seite verlagert. ❖ Trolleys oder Clubcars die bereitgestellt. reichdurch bewältigen. Und das ohne KLIPP-Golf-Experte Ali Rosker hat office.obdach@al-ko.at Hilfsmittel, was so viel heißt, dass natürlich für einen guten Zweck Δ gleiche Stelle mit einem Wedge, verwww.facebook.com/al-ko.garten.at www.al-ko.at/garten Von „reverse pivot“ spricht man, wennschieden man das Gewicht beim und Rückschwung die die Nutzung eines Caddys, eines E- diesmal den Großteil „seiner Seite“ lang greifen den Griffauf marMai 2009 6 linke Seite verlagert. kieren – schon hat man die ersten Er❖ Trolleys oder Clubcars durch die KLIPP bereitgestellt.
D
Übers Pitchen zum Golfen Richtige
D
Gewichtsverlagerung Richtige Schauen wir Gewichtsverlagerung uns einmal an, worauf
es ankommt, damit Ihr Schwung Schauen wir uns einmal an, worauf konstanter wird. es ankommt, damit Ihr Schwung konstanter wird.
Zu Hause in Ihrem Garten
kenntnisse. 42
46
KLIPP Mai 2009 KLIPP Juli/August 2013
Ob am Campingplatz, im Privatzimmer oder im Hotel:
Die Ungarn mögen ihre Gäste Von Sonja Mayerhofer
G
leich am ersten Abend unseres verlängerten Wochenendes erlebten wir die sprichwörtliche ungarische Gastfreundschaft. Es war in Bad Hévíz, nahe dem Plattensee bei einem Grill abend in einer PrivatzimmerPension, mit dem klangvollen Namen Villa Kaktusz. Eingeladen hatte das Ungarische Tourismusamt.
Neben selbstgebackenem Brot, verschiedensten Fleischspeziali tä ten und gefüllten Champignons lockerte der legendäre Pálinka, die ungarische Schnaps-Spezialität, bald die Zunge und ermutigte den einen oder anderen unserer Gruppe, ein paar Worte Ungarisch zu lernen. Rita Nemecz, die Hausherrin, verriet uns auch gleich einen Insider-Trick: „Du beschwerst das Fleisch am Grill mit einem antiken Bügeleisen und es bleibt saftig.“ Ihre Villa Kaktusz ist eine von vielen privat geführten Pensionen in Hévíz und zählt zum Zimmervermieterverband der Seerose. Die 5.000-Einwohner-Stadt bietet rund 10.000 Touristenunterkünfte, und die Hälfte davon wird von den 250 privaten Häusern angeboten. Bei uns in Österreich liegen Privatzimmervermieter bei weitem nicht mehr so im Trend. Eine Nacht am Plattensee ist aber schon für 10 Euro pro Person möglich, und
Geruhsame Radtour von Héviz nach Keszthely an den Plattensee
durch Kooperationen mit vielen Restaurants, Bädern, Museen und Ausflugszielen rund um den Plattensee gibt’s dazu auch noch Ermäßigungen ab 10 Prozent. Privat oder im Hotel schlafen
Wer sich im Urlaub aber in einem Hotel wohler fühlt, für den ist Hévíz natürlich auch eine passende Adresse. Im 5-Sterne-Hoteltempel Lotus Therme fühlen sich die Golfer und Tennisfans gut versorgt, im Kolping Spa und Family Resort mit eigenem Kindergarten und Mini Disco, vielen Animateuren sind es wiederum die Familien. Wir logieren im 4-Sterne-Superior-Hotel Európa Fit mit Hallenbad, temperiertem Außenbecken, Acapulco-Bereich und Saunalandschaften sowie Massagen und mit einer Kost für gesundheitsbewusste Gäste. Für einen Teil der Urlauber ist auch der nahe gelegene Heilsee – er ist
der größte natürliche, biologisch aktive Thermalsee der Welt – ein wichtiger Wohlfühlplatz. Wir tanken dort Energie beim Qigong. Die Wassertemperatur des Sees sinkt nicht einmal im Winter unter 25 Grad. Empfohlen wird allerdings höchstens eine Badezeit von 25 Minuten. Seine wichtigsten Wirkelemente sind Schwefel, Kalzium und Magnesium. Der Torfboden wird für die berühmten Schlammpackungen verwendet, die bei Erkrankungen des Bewegungsapparats helfen. Logisch, dass bei so viel Gesundheitswirkung es auch eine Rehabilitationsklinik mit 180 Betten gibt. Dort finden Patienten mit Osteoporose, rheumatischen Erkrankungen oder auch chronischen gynäkologischen Problemen beste Betreuung. Auch die AUVA in Graz schickt Österreicher zu mehrwöchigen Kuraufenthalten nach Hévíz. Balaton-Wein lockert die Zunge
Zum Glück plagen keinen in unserer Gruppe derartige Probleme und daher ließen wir es uns bei einer „Refreshing-Massage“ im Danubius Health Spa Resort (4 Sterne Superior) gut gehen. Damit steigen wir entspannt aufs Rad zu einer Sightseeing-Tour mit mehreren Stopps. Den ersten machen wir am „Bauernmarkt“ in Hévíz, wo selbstgemachte Lebensmittel und Handwerkskunst zu guten Preisen angeboten werden. Dann geht es
weiter am Westufer des Plattensees nach Keszthely mit dem dortigen Schloss Festetics, benannt nach der in Ungarn berühmten gleichnamigen Adelsfamilie. Beeindruckend sind da die 80.000 Bücher umfassende Bibliothek, aber auch der weitläufige Weinkeller. Nach dem Abendessen
Tipp der Hausherrin: Antikes Bügeleisen sorgt für saftiges Grillfleisch.
bei Kerzenlicht versuchen wir uns als Verkoster der Weine aus dem Gebiet um den Balaton (Plattensee) und Sopron. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, doch ein 2003 abgefüllter würziger Chardonnay Kereklevel – auch als Messwein verwendet – lässt viele in unserer Gruppe mehrmals auf unsere Gesundheit anstoßen: Egészségünkre! Infos: www.heviz.hu
Schloss Festetics: in Keszthely beeindruckende Bibliothek und alter Weinkeller KLIPP Juli/August 2013
43
He blows! Segeln und Whalewatching in Norwegen über dem Polarkreis
B
ei starker Bewölkung und leichtem Regen landen wir am späten Nachmittag am Flugfeld von Harstad/Narvik. Damit sind wir unserem endgültigen Reiseziel – den Lofoten – entscheidend näher gekommen. Von dort wollen wir zu einem achttägigen Segeltörn aufbrechen. Als Höhepunkt wird es (hoffentlich) ein „Treffen“ mit Pottwalen geben. Nach einer Übernachtung in einem Selbstverpfleger-Cottage in Tjeldsundbrua geht es mit dem Postbus die Küste der Vesteralen und Lofoten hinab bis zu unserem Startpunkt Svolvär, der direkt auf den Lofoten liegt. Die Fahrt führt uns auch über die Brücke vom Raftsund, mit dem unglaublichen Ausblick in die karge Landschaft von Nordnorwegen als Fotomotiv. Erst seit dem Jahr 2007 sind die Lofoten auf dem Landweg erreichbar – und zwar durch die Brücke über den Tjeldsund. Die Inselgruppe selbst liegt am 69.
Breitengrad, ca. 170 Kilometer südwestlich von Tromsö, mit vielen Schären und wunderbaren naturbelassenen Orten. Für uns als erfahrene sechsköpfige Crew ist die Übernahme des gecharterten Segelbootes Delphia, mit dem Namen Arctic Vi sion, inklusive Sturmbesegelung, schnell erledigt und so ist an Bord sehr rasch alles geregelt und verstaut. „Leinen los!“ – heißt es am nächsten Morgen. Über den Raftsund, eine der Wasserverbindungen, nehmen wir Kurs auf den Trollfjord. Am Ende der geschlossenen Bucht schießt eine wuchtige Steinwand nahezu 1.000 Meter nach oben in den Himmel. Wir kommen ihr so nahe, dass man das Gefühl hat, sich mit seiner Unterschrift dort verewigen zu können. Danach setzen wir Segel Richtung Norden, nach Stø, unserem Zielhafen. Dieser liegt direkt am Nordatlantik, nordwestlich auf den Vesteralen. Ankommende Segelboote können in einer Bucht vor dem eigentlichen Hafen vor Anker liegen und sind durch einen Wellenbrecher geschützt. Noch weiter nördlich im Arktischen Ozean liegt Spitzbergen, die nördlichste Insel von Norwegen, nordöstlich die Beringsee mit der historisch berühmten Nord-Ost-Passage.
Angespanntes Warten Am nächsten Morgen steigen wir mit großer Erwartung von unserem Boot für einen Tagesausflug Idylle pur: die „Arctic Vision“ 44
in der sicheren Bucht von Stø.
Leben & Leute
Eine steirische Crew hatte den Riesen des Meeres am Ohr
Reportage: F. Malek Fotos: P. Margreiter, L. Reinprecht, F. Malek
00
auf ein „Whalewatchingschiff“ um, das uns zu den Pottwalen bringen wird. Zu hoher Seegang und die damit verbundenen Schaumkronen machen ein Beobachten am ersten Tag unmöglich – also zurück in den Ausgangshafen. Der hohe Seegang trägt Seines dazu bei – viele der rund 50 Passagiere sind seekrank. Es scheint so, als ob nur uns sechs Seglern bei derart hoher Dünung
Papageientaucher im Abflug und hohem Seegang die köstliche Fischsuppe mit Stockfisch schmeckt. Der zweite Versuch am nächsten Tag entschädigt uns aber voll und ganz. Gleichsam zur Einstimmung passieren wir ein Vogelreservat mit Papageientauchern, Lumen, Tordalk, Trottellummen, Shags, Dreizehenmöwen, Seeadlern und Seals mit ihren Jungen. Die Spannung steigt, als wir neu46
erlich am Bleik Canyon vor Andenes, 69° 30’ Nord, stoppen. Die Zeit vergeht. Wir beobachten das Meer. Es tut sich lange nichts. Schon sehen wir uns wieder „ohne Erfolg“ auf der Rückfahrt. Einer der Guides hat mir sein Hydrophon geborgt, das ich benutzen darf. Und plötzlich – da sind sie, die angekündigten Klickgeräusche, die uns signalisieren, dass die Wale in der Nähe sind. Und dann der Ausruf des Kapitäns fast gleichzeitig mit uns Passagieren: „There he is, he blows! – Da ist er! Er bläst!“ In kurzen Abständen wiederholt sich dieses einzigartige Schauspiel für die nächsten zwei Stunden. Das sind die Augenblicke, von denen jeder Whalewatcher geträumt hat, die Wale auch in Wirklichkeit zu erleben. Ist doch der Pottwal der Riese der Meere und einer der geheimnisvollsten und gefährlichsten Bewohner. Die Tragödie des Moby-Dick, des weißen Pottwals, und sein Kampf mit Kapitän Ahab füllt Bibliotheken und fasziniert bis heute. Die Pottwale gehören zu den Zahnwalen, stammen von den Paarhufern ab, werden bis zu 18
Bild links oben: Henningsvær auf den Lofoten – jeder Fleck genützt. Die „Arctic Vision“ im Atlantik auf Vorwindkurs. Fotos unten: Am Natur- und Vogelreservat bei Stø geht es vorbei zum großen „Treffen“ mit den Pottwalen.
47
Bei Mitternachtssonne gab’s zur Feier des Tages Rentierbraten. 1981 besteht auf den Pottwal ein Jagdverbot.
Selbst im Juni gab’s noch Schnee auf den Lofoten. Metern lang und wiegen bis zu 50 Tonnen. Wissenschaftler meinen, aufgrund von Knochenanalysen, dass die Vorgänger Flusspferde gewesen sein sollten. Als einziger Wal taucht er bis zu 3000 Meter tief. Nicht zuletzt deshalb bläst er so lange an der Oberfläche des sieben bis neun Grad kalten Was-
48
sers schwimmend und holt damit die nötigen Sauerstoffreserven. Seine bevorzugte Nahrung sind Riesenkalmare, auch Krustentiere und große Fische, wie der Heilbutt. In Nordnorwegen, wo wir ihn gesehen haben, leben nur Männchen, die Weibchen leben in wärmeren Gewässern. Seit
Zurück auf unserem Segelboot Arctic Vision setzen wir bei Nordwestwinden den Kurs über die westliche Außenseite der Vesteralen direkt Richtung Nordatlantik, zurück zu den Lofoten nach Henningsvär. Zufrieden und voller Eindrücke über das unvergessliche, einzigartige Schauspiel betrachten wir immer wieder auf unseren Kameras die Fotos des „Treffens“ mit dem Pottwal. Zur Feier des gelungenen Tages und mit der Mitternachtssonne am Horizont serviert uns um 1:30 Uhr unsere Chefköchin Roswitha einen Rentierschmorbraten und stoßen wir auf unser Erlebnis noch einmal an, Skål … Eine Spezialität: luftgetrockneter Stockfisch.
Fast zu schnell – für uns alle – erreichen wir wieder unsere Ausgangsbasis in Svolvär und gehen von dort aber gleich in die Luft. Mit einem Kleinflugzeug lassen wir uns über die Lofoten kutschieren und prägen uns so diese einmalige Landschaft mit ihren Sied-
lungen für immer in unser Gedächtnis ein. Einheitlicher Kommentar der Crew: „Hierher, wo die Natur noch Natur ist, das Land den Eindruck hinterlässt, als ob die Gletscher gerade vom Eis freigegeben
KLIPP Juli/August 2013
Ein Bilderbuchmotiv kurz nach dem Regen. Der „Troll“ – eine Kultfigur im hohen Norden (rechts).
Mehr Infos:
Segelclub Cruising Yachtclub Steiermark (www. cystmk.at) E-Mail: malek.cys@aon.at Ausbildungen für österreichische Motor- und Segelscheine bis zum FB4 (weltweite Fahrt), Gezeitentrainings usw. Zu seinen Mitgliedern zählen erfahrene Segler.
worden wären, wo das Segeln puristisch gestaltet wird, wo es nur Häfen, Fischerhütten, aber keine Marinas gibt, wollen wir wieder kommen, um das nächste Mal Orkas und das Nordlicht zu er leben.“
KLIPP Juli/August 2013
Bücher Blödsinn macht schlau – Das letzte Krokodil von Venedig Andreas Sturmlechner Edition Keiper
U
rlaub muss sein. Ordnung nicht. Weil man aber nicht ständig auf Reisen sein kann, sollte man sich von Zeit zu Zeit einen Urlaub im Kopf gönnen. Denn Blödsinn macht schlau, wie schon eine amerikanische Studie bewiesen hat. Im Buch geht es um die Erderwärmung und wie man sie stoppen kann. Um die Verteilung der Touristen auf den Inseln, damit diese nicht kippen. Um den Massentourismus und warum er so nützlich ist. Um Venedig und warum es dort selten Milch gibt. Glauben Sie nicht alles, was Sie denken. Nicht zum Unterricht in Schulen geeignet! Lachen ist immer lustig. Die Umkehr des Klimawandels. In 45 Minuten im eigenen Auto von Wien nach Salzburg – fliegend und ohne jeden CO2-Ausstoß … Göttinnensturz – Ein Salzkammergut-Krimi Anni Bürkl Gmeiner
F
rühling im Ausseerland: Dirndlflugtag. In Berenikes Teesalon herrscht Hochbetrieb. Dann gibt es eine ermordete Dirndl-Schönheit im Wolfgangsee. Was geht im idyllischen Ausseerland vor, dass ausgerechnet die traditionellen Trachten als Mordwerkzeuge gebraucht werden? Mittendrin Berenikes Liebhaber, der Kriminalpolizist Jonas Lichtenegger, bei dem ein Burnout droht. Als weitere Todesopfer auftauchen und Jonas sich immer mehr von Berenike entfremdet, ermittelt sie auf eigene Faust … Der König, der ohne Krone regiert – Eine Parabel vom Erfolg Robin S. Sharma Knaur / Menssana
B
lake ist ein geborener Verlierer, doch dann begegnet er dem unscheinbaren Tommy, der in seinem Beruf als Buchhändler wider Erwarten alle Verkaufsrekorde bricht und Blake in die Geheimnisse seines Erfolges einweiht … Eingebettet in eine Parabel vermittelt Sharma seine einfache Botschaft: Jeder kann erfolgreich sein – im Beruf und im Leben. Dazu braucht es keinen besonderen Status, keine Titel und Machtinsignien, sondern allein eine innere Haltung, die sich der eigenen Stärken bewusst ist und weiß, wo das eigene Leben seine Mitte findet. 50
Schlaue Tricks mit Physik Bernhard Weingartner Perlen-Reihe
W
arum kann eine Büroklammer schwimmen? Wie baut man einen einfachen Elektromotor? Der Physiker Bernhard Weingartner ist seit einigen Jahren in Parks, Fußgängerzonen oder Freibädern mit seinem „Physikmobil“ unterwegs und bringt einem interessierten jungen Publikum die Welt der Naturwissenschaften näher. Der große Erfolg dieses Projekts hat ihn veranlasst, einige der schönsten Experimente zum Nachlesen in einem Buch zusammenzufassen. Die Versuche sind mit Alltagsmaterialien leicht nachzumachen und führen zu oft verblüffenden Ergebnissen, die Kindern wichtige physikalische und chemische Phänomene auf spielerische Weise näherbringen. 50 einfache Dinge, die Sie tun können, um die Welt zu retten. Und wie Sie dabei Geld sparen Andreas Schlumberger Westend
D
ie Welt zu retten kostet nicht viel – meist lässt sich sogar Geld sparen! Andreas Schlumberger zeigt anhand von fünfzig Bereichen, dass es viele – oft überraschend einfache – Möglichkeiten gibt, den eigenen Alltag umweltverträglicher zu gestalten. Ob Ernährung, Haushalt oder Mobilität – überall verstecken sich Ausgabequellen, die der Umwelt schaden und das Portemonnaie belasten. Sie lassen sich clever umgehen, ohne großartigen Komfortverzicht und ohne am bisherigen Lebensstil zu rütteln. Aus dem Vorwort von Ernst Ulrich von Weizsäcker: „Ein Blick auf die teilweise verblüffend einfachen und allesamt sinnvollen Tipps zeigt, wie es gemeint ist und dass es gehen kann. Weil alle diese Vorschläge dazu taugen, den Verbrauchern das Gefühl der eigenen Ohnmacht im Angesicht der gravierenden Umweltprobleme zu nehmen.“
Warum ich mich nicht für Politik interessiere … Beatrice von Weizsäcker Bastei Lübbe
D
ie Krise hat einmal mehr gezeigt: Die Parteien regieren am Volk vorbei. Von „Alternativlosigkeit“ ist die Rede und von „Sachzwängen“. Politik wird gemacht, nicht vermittelt. Die Unzufriedenheit wächst, die Wahlbeteiligung nicht, denn die meisten sind frustriert. Beatrice von Weizsäcker spricht aus, was viele denken. Sie zeigt aber auch, dass Politik anders sein kann und macht Mut, sich zu engagieren.
Dachstein – Geschichte & Geschichten Hans Witzmann KRAL Verlag
D
urch seine jahrzehntelange Sammelleidenschaft hat Hans Witzmann unter anderem eine reichhaltige Dachstein-BücherSammlung zusammengetragen. Einen Teil der darin vorkommenden Geschichten und Berichte früherer Besucher des Dachsteingebietes möchte er den Lesern nicht vorenthalten. Um die mit Worten geschilderten Eindrücke zu vertiefen und anschaulich zu machen, hat er die Originaltexte aus dem 19. Jahrhundert mit vielen passenden Fotos und Bildern aus der gleichen Zeit illustriert. Der erste Teil des Buches beinhaltet die wichtigsten Stationen im Leben des Dachsteinforschers Friedrich Simony und die Aktivitäten der Alpinen Vereine zu seiner Zeit im gesamten Dachsteingebiet. Der zweite Teil des Buches enthält viele interessante Berichte von früheren Besteigungen der Dachsteingipfel sowie Schilderungen von Wanderungen und Skitouren vom Gosaukamm bis zum Grimming aus früheren Tagen und die wichtigsten Erschließungsfakten bis zum Bau der drei Dachsteinseilbahnen in den 1960er Jahren. Mit den zahlreichen Fotos möchte er unter anderem auf den starken Rückgang der Dachsteingletscher hinweisen. Zeit für mich und Zeit für dich Fabio Volo Diogenes
L
ieben und sich lieben lassen – Lorenzo fällt beides schwer. Doch kann man es lernen? Als die Menschen, die ihm am wichtigsten sind, sich von ihm abwenden, versucht er es … Ein Buch über die süßen und bitteren Seiten des Lebens, mit leichter Hand geschrieben. Wir arbeiten und nicht das Geld Arno Gahrmann Westend
A
lle Vorstellungen einer menschlichen und ökologischen Wirtschaft und die Erkenntnisse begrenzter Ressourcen prallen ab an den ehernen ökonomischen Gesetzen von Wachstum und gnadenlosem Wettbewerb. Gleichzeitig müssen immer mehr Menschen einer belastenden oder unwürdigen Arbeit nachgehen. Diesem katastrophalen Dilemma geht dieses Buch mit kompetenter Innen- und engagierter Außensicht auf den Grund. Wir alle, die Politik, Regionen, die einzelnen Unternehmen und Konsumenten könnten durchaus das Krebswachstum der Ökonomie herunterfahren und austrocknen. Diese Wege sind – anders als die mörderischen Rennstre KLIPP Juli/August 2013
cken der Ökonomie – zwar langsam und geschwungen, dafür aber sicher und abwechslungsreich. Und sie erlauben jedem, nicht nur den ökonomisch Fittesten, die Teilnahme an einer der menschlichsten Formen des Seins, dem Arbeiten und Wirtschaften. Wir konsumieren uns zu Tode – Warum wir unseren Lebensstil ändern müssen, wenn wir überleben wollen Armin Reller, Heike Holdinghausen Westend
N
ach uns die Sintflut? Metalle und Holz, Getreide und Fleisch, Gas und Öl schippern über die Weltmeere, fließen durch Pipelines, sausen über Autobahnen von West nach Ost, Süd nach Nord. Und machen sich als Handy, Pullover oder Tierfutter erneut auf den Weg. Der Menschheit stand noch nie so viel Energie zur Verfügung, dass sie sich selbst und Waren aller Art pausenlos in Bewegung setzen konnte, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Doch wer zahlt den Preis für unseren Wohlstand? Armin Reller und Heike Holdinghausen zeigen die verhängnisvollen ökologischen, politischen und sozialen Folgen unseres Lebensstils. Und sie sagen: Wenn wir nicht bald anfangen, verantwortungsvoll mit den Ressourcen umzugehen, konsumieren wir unsere Welt zu Tode. Finanzkrieg – Angriff auf den sozialen Frieden in Europa Wolfgang Hetzer Westend
D
ie internationalen Kapitalmärkte haben ganze Staaten ins Visier genommen und verfolgen ihre Strategien der Gewinnmaximierung mit fast kriegswissenschaftlicher Präzision. Dabei nehmen sie das Risiko in Kauf, dass sich die friedensstiftende Ordnung der Nachkriegszeit allmählich auflöst. Lässt sich diese explosive Situation wieder in den Griff bekommen? Wolfgang Hetzer klärt auf. Der Kapitalismus ist heute zu einer akuten Bedrohung der Stabilität des Weltwirtschaftssystems geworden. Der amoralische Irrwitz der Finanzmarktakteure und die Entscheidungsschwäche der Politik haben nicht nur zur flächendeckenden Vernichtung von Volksvermögen geführt. Sie haben sogar Feindseligkeiten zwischen Staaten hervorgerufen, die sich nach der Katastrophe zweier Weltkriege in Gemeinschaften und Bündnissen zusammengeschlossen hatten. Inzwischen prallen die unterschiedlichen Vorstellungen über Ziele und Methoden kapitalistischen Wirtschaftens immer härter aufeinander. Der Autor untersucht, wie es zu dieser gefährlichsten Bedrohung des Weltfriedens seit dem Ende der Ost-West-Spaltung kommen konnte.
KLIPP Juli/August 2013
FILMe Die Werkstürmer Komödie
Darsteller: Michael Ostrowski, Hilde Dalik, Oliver Rosskopf, Carola Pojer, Manuel Rubey Regie: Andreas Schmied
P
atrick Angerer hat keine Sorgen. Das charmante Schlitzohr arbeitet im örtlichen Stahlwerk und hat alles, was ihn glücklich macht: Stammtisch, Haberer und seinen Fußballverein. Nur die Freundin Babs ist abhandengekommen, sie ist jetzt Gewerkschaftsanwältin im fernen Wien. Kompliziert wird Patricks Leben erst, als Babs ins Dorf zurückkommt und die Lohnverhandlungen im Werk führen soll. Da ist nämlich gar nichts mehr in Ordnung, seit ein Investmentkonzern übernommen hat. Jetzt muss Patrick zeigen, dass auch er für das kämpfen kann, was ihm wirklich wichtig ist – also vor allem für die Babs. Fotos: © David Ruehm / Thimfilm
Die Schlümpfe 2 Animation/Zeichentrick, Komödie
Darsteller: Sofía Vergara, Neil Patrick Harris, Christina Ricci, Christopher Mintz-Plasse, Anton Yelchin Regie: Raja Gosnell Synchronsprecher: Katy Perry, George Lopez, Paul Reubens, Kenan Thompson
G
argamel hofft, dass er durch die Lümmel endlich in den Besitz der allmächtigen, magischen SchlumpfEssenz kommen kann. Doch schon bald muss er feststellen, dass nur ein echter Schlumpf ihm das geben kann, was er will. Da die Lümmel nur durch einen geheimen Zauberspruch, den nur Schlumpfine kennt, in richtige Schlümpfe verwandelt werden können, entführt Gargamel Schlumpfine nach Paris. Nun liegt es an Papa Schlumpf, Clumsy, Muffi und Beauty, in unsere Welt zurückzukehren und mit Hilfe ihrer menschlichen Freunde Patrick und Grace Winslow Schlumpfine zu retten! Fotos: © 2013 Sony Pictures Releasing GmbH
Dampfnudelblues Komödie
Darsteller: Sebastian Bezzel, Ilse Neubauer, Eisi Gulp, Simon Schwarz, Gerhard Wittmann Regie: Ed Herzog
„S
tirb, du Sau!“ hat jemand mit roter Farbe an Realschulrektor Höpfls Eigenheim geschmiert, und kurz darauf liegt dieser auch noch tot auf den Gleisen. Selbstmord? Mord? Mit der bayerischen Beschaulichkeit ist es erst mal vorbei. Stress pur für den Provinzpolizisten Franz Eberhofer. Fotos: 2013 Constantin Film Verleih GmbH
51
Copacabana BEACH • STYLE OF LIVING
Da geht der Alltag baden! • Palmenstrand • 500 zusätzliche Liegen gratis benutzbar • kristallklares Wasser • Badeinsel • Beach-Volleyball • Appartmentanlage ”style of living” • Top Gastronomie (Club Malibu, Beach Club, Rio und der Grieche) • Aussichtsplattform • Tauchschule
bana
zwanzgleitner impools
Karibikfeeling vor der haustüre am Badesee in Kalsdorf
DA BLEIB’ ICH LÄNGER! www.copacabana.at
Copacabana 240x325.indd 1
02.08.2013 10:48:29 Uhr