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+ Glaubens-Kompass - Die Krankensalbung 25.07.12 11:44 Seite 2

Eines der sieben Sakramente Es gibt unter den sieben Sakramenten solche, die man nur einmal im Leben empfangen kann: die Taufe, die Firmung und die Weihen. Auch das Sakrament der Ehe spendet und empfängt man nur einmal im Leben (es sei denn, man heiratet erneut nach dem Tod des Partners oder nachdem die Kirche die frühere Ehe für ungültig erklärt hat). Zwei der Sakramente kann und sollte man regelmäßig empfangen: das Sakrament der Buße und Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie. Schließlich gibt es ein Sakrament, das man - bei Bedarf - öfter empfangen kann: die Krankensalbung.

Biblische Grundlagen Das Sakrament der Krankensalbung gründet sich auf Aussagen im Neuen Testament.

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt [Urtext: geheilt1] werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« (Jak 5,14-16) Drei Teilgeschehnisse sind hier genannt: das Salben mit Öl, das Gebet um Heilung und das Sündenbekenntnis (mit Sündenvergebung). Diese drei Komponenten gehören auch zum Sakrament der Krankensalbung.

Das Sakrament in der Kirche In der Katholischen Kirche darf seit Jahrhunderten nur ein Priester dieses Sakrament der Krankensalbung spenden. Als Salböl verwendet der Priester geweihtes Öl, so genanntes Krankenöl, das aus Olivenöl oder notfalls einem anderen Pflanzenöl besteht. Das Krankenöl wird meist vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweiht, es kann aber auch durch einen Priester geweiht werden.

Das Markusevangelium berichtet, dass Jesus während seines öffentlichen Wirkens seine zwölf Jünger in Zweiergruppen aussandte und ihnen die Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben.

Geschichtliche Entwicklung

»Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.« (Mk 6,12-13)

Das Sakrament der Krankensalbung wurde erst vor wenigen Jahrzehnten von der Engführung auf die Sterbevorbereitung weg- und wieder in seine ursprüngliche Weite zurückgeholt. Im 9. Jahrhundert war man nämlich dazu übergegangen, es ausschließlich Sterbenden zu spenden - daher der Name »Letzte Ölung«.

Einen Beleg für die Praxis in frühchristlichen Gemeinden finden wir im Brief des Jakobus:

1 Das hier verwendete griechische Wort bedeutet körperlich heilen, geistlich heilen, retten. In anderen katholischen Bibelübersetzungen als die oben zitierte Einheitsübersetzung heißt es deshalb an dieser Stelle »damit ihr geheilt werdet.«

Neue kirchliche Praxis Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt die Neuregelung so: »Die Apostolische Konstitution ›Sacram unctionem infirmorum‹ vom 30. November 1972 hat im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, dass von nun an im römischen Ritus folgendes gilt: ›Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist, indem man sie auf der Stirn und auf den Händen mit ordnungsgemäß geweihtem Olivenöl oder, den Umständen entsprechend, mit einem anderen ordnungsgemäß geweihten Pflanzenöl salbt und dabei einmal folgende Worte spricht: ›Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf‹‹« (KKK 1513).

Wer kann also das Sakrament empfangen? Jeder, der an Leib, Seele oder Geist ernstlich krank ist, kann das Sakrament empfangen. Ebenso wer vor einer schweren Operation steht oder an Altersschwäche leidet. Es muss keine akute Lebensgefahr bestehen (Vgl. KKK 1499 ff.). Der Fall, bei dem das Sakrament angezeigt ist, ist bei der großen Bandbreite von Krankheiten und Schweregraden schwierig zu bestimmen. Auf der einen Seite sollte man es nicht unbedacht »mitnehmen«, weil es gerade angeboten wird. Auf der anderen Seite muss man keine tödliche Krankheit haben, um das Sakrament empfangen zu können. Im Bereich von Segnungs- und Heilungsgottes-

diensten gehen Priester mit den Indikationen tendenziell weitgefasster um. Gott kann dadurch mehr Kranken in diesem Sakrament Gnaden schenken und tut das auch. Solange das Sakrament gut erklärt und nicht wie automatisch gespendet wird, kann man wohl kaum von einem Sakramentsmissbrauch sprechen. Die Bischöfe in den USA hätten »geistliche Trockenheit« zum Beispiel offiziell als Indikation aufgenommen, schreibt der Benediktinerpater Benedict Heron und begrüßt dies (Heron, Benedict, 2005, »Praying for Healing - The Challenge«, Kapitel 3). Heron ist in England im Heilungsdienst tätig und wirbt dafür, das persönliche Gebet für Kranke in den Pfarrgemeinden wieder mehr zu praktizieren, wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt: »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Im Matthäusevangelium drückt er das noch deutlicher aus: »Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben« (Matthäus 6,14-15). Wenn meine Beziehung zu bestimmten Mitmenschen blockiert ist aufgrund von Groll, kann meine Beziehung zu Gott nicht gleichzeitig frei sein. Gerade in Bezug auf Gebet um Heilung ist es wichtig, dass ich zuvor allen vergebe, die mir Leid zugefügt haben. Denn Unvergebenheit wirkt sich immer auch körperlich aus und kann sogar eine Heilung blockieren.

Vorbereitung auf den Empfang der Krankensalbung Soweit dem Kranken das Sprechen noch möglich ist, rät die Kirche ihm dazu, zuvor zu beichten. Ist Sprechen nicht mehr möglich, erteilt der Priester bei der Krankensalbung die Absolution. Wozu die Beichte an dieser Stelle? Es ist wichtig, mich mit Gott zu versöhnen. Bildlich gesprochen: »Meine Beziehung zu Gott muss unbelastet sein, damit Gottes Heilung fließen kann«. Zur Beichte gehört auch, dass ich die Wunden, die mir andere zugefügt haben, ausspreche, meinen Zorn, Ärger, Groll und Hass zugebe und dass ich ihnen vergebe.

Es kann sein, dass mir von anderen Menschen tiefe Wunden zugefügt wurden und dass ich denke, ich könne nicht wirklich vergeben, solange die Gefühle noch brodeln, solange es noch weh tut. Im Heiligen Geist habe ich aber einen Helfer. Für ihn reicht es, wenn ich mich bewusst entscheide: »Ich will vergeben«. Dann spreche ich die Vergebung aus (egal, welche Gefühle ich noch habe) – etwa: »___, ich vergebe dir ___!« Dann bitte ich den Heiligen Geist, dass er in mir die Vergebung umsetzt. Wenn ich Gott da hineingebeten habe, dann ist es wie bei einer Wunde, die der Arzt gereinigt und verbunden hat. Sie tut zwar noch weh, aber sie ist unumkehrbar auf dem Weg der Heilung und braucht mich nicht mehr zu kümmern. Jedes Mal, wenn sich die negativen Gefühle wieder zeigen, kann ich erneut die Vergebung aussprechen. Irgendwann merke ich, dass Gott meine Wunde und die damit verbundenen Gefühle geheilt hat, manchmal erst nach Jahren.


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Eines der sieben Sakramente Es gibt unter den sieben Sakramenten solche, die man nur einmal im Leben empfangen kann: die Taufe, die Firmung und die Weihen. Auch das Sakrament der Ehe spendet und empfängt man nur einmal im Leben (es sei denn, man heiratet erneut nach dem Tod des Partners oder nachdem die Kirche die frühere Ehe für ungültig erklärt hat). Zwei der Sakramente kann und sollte man regelmäßig empfangen: das Sakrament der Buße und Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie. Schließlich gibt es ein Sakrament, das man - bei Bedarf - öfter empfangen kann: die Krankensalbung.

Biblische Grundlagen Das Sakrament der Krankensalbung gründet sich auf Aussagen im Neuen Testament.

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt [Urtext: geheilt1] werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« (Jak 5,14-16) Drei Teilgeschehnisse sind hier genannt: das Salben mit Öl, das Gebet um Heilung und das Sündenbekenntnis (mit Sündenvergebung). Diese drei Komponenten gehören auch zum Sakrament der Krankensalbung.

Das Sakrament in der Kirche In der Katholischen Kirche darf seit Jahrhunderten nur ein Priester dieses Sakrament der Krankensalbung spenden. Als Salböl verwendet der Priester geweihtes Öl, so genanntes Krankenöl, das aus Olivenöl oder notfalls einem anderen Pflanzenöl besteht. Das Krankenöl wird meist vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweiht, es kann aber auch durch einen Priester geweiht werden.

Das Markusevangelium berichtet, dass Jesus während seines öffentlichen Wirkens seine zwölf Jünger in Zweiergruppen aussandte und ihnen die Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben.

Geschichtliche Entwicklung

»Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.« (Mk 6,12-13)

Das Sakrament der Krankensalbung wurde erst vor wenigen Jahrzehnten von der Engführung auf die Sterbevorbereitung weg- und wieder in seine ursprüngliche Weite zurückgeholt. Im 9. Jahrhundert war man nämlich dazu übergegangen, es ausschließlich Sterbenden zu spenden - daher der Name »Letzte Ölung«.

Einen Beleg für die Praxis in frühchristlichen Gemeinden finden wir im Brief des Jakobus:

1 Das hier verwendete griechische Wort bedeutet körperlich heilen, geistlich heilen, retten. In anderen katholischen Bibelübersetzungen als die oben zitierte Einheitsübersetzung heißt es deshalb an dieser Stelle »damit ihr geheilt werdet.«

Neue kirchliche Praxis Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt die Neuregelung so: »Die Apostolische Konstitution ›Sacram unctionem infirmorum‹ vom 30. November 1972 hat im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, dass von nun an im römischen Ritus folgendes gilt: ›Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist, indem man sie auf der Stirn und auf den Händen mit ordnungsgemäß geweihtem Olivenöl oder, den Umständen entsprechend, mit einem anderen ordnungsgemäß geweihten Pflanzenöl salbt und dabei einmal folgende Worte spricht: ›Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf‹‹« (KKK 1513).

Wer kann also das Sakrament empfangen? Jeder, der an Leib, Seele oder Geist ernstlich krank ist, kann das Sakrament empfangen. Ebenso wer vor einer schweren Operation steht oder an Altersschwäche leidet. Es muss keine akute Lebensgefahr bestehen (Vgl. KKK 1499 ff.). Der Fall, bei dem das Sakrament angezeigt ist, ist bei der großen Bandbreite von Krankheiten und Schweregraden schwierig zu bestimmen. Auf der einen Seite sollte man es nicht unbedacht »mitnehmen«, weil es gerade angeboten wird. Auf der anderen Seite muss man keine tödliche Krankheit haben, um das Sakrament empfangen zu können. Im Bereich von Segnungs- und Heilungsgottes-

diensten gehen Priester mit den Indikationen tendenziell weitgefasster um. Gott kann dadurch mehr Kranken in diesem Sakrament Gnaden schenken und tut das auch. Solange das Sakrament gut erklärt und nicht wie automatisch gespendet wird, kann man wohl kaum von einem Sakramentsmissbrauch sprechen. Die Bischöfe in den USA hätten »geistliche Trockenheit« zum Beispiel offiziell als Indikation aufgenommen, schreibt der Benediktinerpater Benedict Heron und begrüßt dies (Heron, Benedict, 2005, »Praying for Healing - The Challenge«, Kapitel 3). Heron ist in England im Heilungsdienst tätig und wirbt dafür, das persönliche Gebet für Kranke in den Pfarrgemeinden wieder mehr zu praktizieren, wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt: »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Im Matthäusevangelium drückt er das noch deutlicher aus: »Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben« (Matthäus 6,14-15). Wenn meine Beziehung zu bestimmten Mitmenschen blockiert ist aufgrund von Groll, kann meine Beziehung zu Gott nicht gleichzeitig frei sein. Gerade in Bezug auf Gebet um Heilung ist es wichtig, dass ich zuvor allen vergebe, die mir Leid zugefügt haben. Denn Unvergebenheit wirkt sich immer auch körperlich aus und kann sogar eine Heilung blockieren.

Vorbereitung auf den Empfang der Krankensalbung Soweit dem Kranken das Sprechen noch möglich ist, rät die Kirche ihm dazu, zuvor zu beichten. Ist Sprechen nicht mehr möglich, erteilt der Priester bei der Krankensalbung die Absolution. Wozu die Beichte an dieser Stelle? Es ist wichtig, mich mit Gott zu versöhnen. Bildlich gesprochen: »Meine Beziehung zu Gott muss unbelastet sein, damit Gottes Heilung fließen kann«. Zur Beichte gehört auch, dass ich die Wunden, die mir andere zugefügt haben, ausspreche, meinen Zorn, Ärger, Groll und Hass zugebe und dass ich ihnen vergebe.

Es kann sein, dass mir von anderen Menschen tiefe Wunden zugefügt wurden und dass ich denke, ich könne nicht wirklich vergeben, solange die Gefühle noch brodeln, solange es noch weh tut. Im Heiligen Geist habe ich aber einen Helfer. Für ihn reicht es, wenn ich mich bewusst entscheide: »Ich will vergeben«. Dann spreche ich die Vergebung aus (egal, welche Gefühle ich noch habe) – etwa: »___, ich vergebe dir ___!« Dann bitte ich den Heiligen Geist, dass er in mir die Vergebung umsetzt. Wenn ich Gott da hineingebeten habe, dann ist es wie bei einer Wunde, die der Arzt gereinigt und verbunden hat. Sie tut zwar noch weh, aber sie ist unumkehrbar auf dem Weg der Heilung und braucht mich nicht mehr zu kümmern. Jedes Mal, wenn sich die negativen Gefühle wieder zeigen, kann ich erneut die Vergebung aussprechen. Irgendwann merke ich, dass Gott meine Wunde und die damit verbundenen Gefühle geheilt hat, manchmal erst nach Jahren.


+ Glaubens-Kompass - Die Krankensalbung 25.07.12 11:44 Seite 2

Eines der sieben Sakramente Es gibt unter den sieben Sakramenten solche, die man nur einmal im Leben empfangen kann: die Taufe, die Firmung und die Weihen. Auch das Sakrament der Ehe spendet und empfängt man nur einmal im Leben (es sei denn, man heiratet erneut nach dem Tod des Partners oder nachdem die Kirche die frühere Ehe für ungültig erklärt hat). Zwei der Sakramente kann und sollte man regelmäßig empfangen: das Sakrament der Buße und Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie. Schließlich gibt es ein Sakrament, das man - bei Bedarf - öfter empfangen kann: die Krankensalbung.

Biblische Grundlagen Das Sakrament der Krankensalbung gründet sich auf Aussagen im Neuen Testament.

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt [Urtext: geheilt1] werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« (Jak 5,14-16) Drei Teilgeschehnisse sind hier genannt: das Salben mit Öl, das Gebet um Heilung und das Sündenbekenntnis (mit Sündenvergebung). Diese drei Komponenten gehören auch zum Sakrament der Krankensalbung.

Das Sakrament in der Kirche In der Katholischen Kirche darf seit Jahrhunderten nur ein Priester dieses Sakrament der Krankensalbung spenden. Als Salböl verwendet der Priester geweihtes Öl, so genanntes Krankenöl, das aus Olivenöl oder notfalls einem anderen Pflanzenöl besteht. Das Krankenöl wird meist vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweiht, es kann aber auch durch einen Priester geweiht werden.

Das Markusevangelium berichtet, dass Jesus während seines öffentlichen Wirkens seine zwölf Jünger in Zweiergruppen aussandte und ihnen die Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben.

Geschichtliche Entwicklung

»Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.« (Mk 6,12-13)

Das Sakrament der Krankensalbung wurde erst vor wenigen Jahrzehnten von der Engführung auf die Sterbevorbereitung weg- und wieder in seine ursprüngliche Weite zurückgeholt. Im 9. Jahrhundert war man nämlich dazu übergegangen, es ausschließlich Sterbenden zu spenden - daher der Name »Letzte Ölung«.

Einen Beleg für die Praxis in frühchristlichen Gemeinden finden wir im Brief des Jakobus:

1 Das hier verwendete griechische Wort bedeutet körperlich heilen, geistlich heilen, retten. In anderen katholischen Bibelübersetzungen als die oben zitierte Einheitsübersetzung heißt es deshalb an dieser Stelle »damit ihr geheilt werdet.«

Neue kirchliche Praxis Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt die Neuregelung so: »Die Apostolische Konstitution ›Sacram unctionem infirmorum‹ vom 30. November 1972 hat im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, dass von nun an im römischen Ritus folgendes gilt: ›Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist, indem man sie auf der Stirn und auf den Händen mit ordnungsgemäß geweihtem Olivenöl oder, den Umständen entsprechend, mit einem anderen ordnungsgemäß geweihten Pflanzenöl salbt und dabei einmal folgende Worte spricht: ›Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf‹‹« (KKK 1513).

Wer kann also das Sakrament empfangen? Jeder, der an Leib, Seele oder Geist ernstlich krank ist, kann das Sakrament empfangen. Ebenso wer vor einer schweren Operation steht oder an Altersschwäche leidet. Es muss keine akute Lebensgefahr bestehen (Vgl. KKK 1499 ff.). Der Fall, bei dem das Sakrament angezeigt ist, ist bei der großen Bandbreite von Krankheiten und Schweregraden schwierig zu bestimmen. Auf der einen Seite sollte man es nicht unbedacht »mitnehmen«, weil es gerade angeboten wird. Auf der anderen Seite muss man keine tödliche Krankheit haben, um das Sakrament empfangen zu können. Im Bereich von Segnungs- und Heilungsgottes-

diensten gehen Priester mit den Indikationen tendenziell weitgefasster um. Gott kann dadurch mehr Kranken in diesem Sakrament Gnaden schenken und tut das auch. Solange das Sakrament gut erklärt und nicht wie automatisch gespendet wird, kann man wohl kaum von einem Sakramentsmissbrauch sprechen. Die Bischöfe in den USA hätten »geistliche Trockenheit« zum Beispiel offiziell als Indikation aufgenommen, schreibt der Benediktinerpater Benedict Heron und begrüßt dies (Heron, Benedict, 2005, »Praying for Healing - The Challenge«, Kapitel 3). Heron ist in England im Heilungsdienst tätig und wirbt dafür, das persönliche Gebet für Kranke in den Pfarrgemeinden wieder mehr zu praktizieren, wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt: »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Im Matthäusevangelium drückt er das noch deutlicher aus: »Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben« (Matthäus 6,14-15). Wenn meine Beziehung zu bestimmten Mitmenschen blockiert ist aufgrund von Groll, kann meine Beziehung zu Gott nicht gleichzeitig frei sein. Gerade in Bezug auf Gebet um Heilung ist es wichtig, dass ich zuvor allen vergebe, die mir Leid zugefügt haben. Denn Unvergebenheit wirkt sich immer auch körperlich aus und kann sogar eine Heilung blockieren.

Vorbereitung auf den Empfang der Krankensalbung Soweit dem Kranken das Sprechen noch möglich ist, rät die Kirche ihm dazu, zuvor zu beichten. Ist Sprechen nicht mehr möglich, erteilt der Priester bei der Krankensalbung die Absolution. Wozu die Beichte an dieser Stelle? Es ist wichtig, mich mit Gott zu versöhnen. Bildlich gesprochen: »Meine Beziehung zu Gott muss unbelastet sein, damit Gottes Heilung fließen kann«. Zur Beichte gehört auch, dass ich die Wunden, die mir andere zugefügt haben, ausspreche, meinen Zorn, Ärger, Groll und Hass zugebe und dass ich ihnen vergebe.

Es kann sein, dass mir von anderen Menschen tiefe Wunden zugefügt wurden und dass ich denke, ich könne nicht wirklich vergeben, solange die Gefühle noch brodeln, solange es noch weh tut. Im Heiligen Geist habe ich aber einen Helfer. Für ihn reicht es, wenn ich mich bewusst entscheide: »Ich will vergeben«. Dann spreche ich die Vergebung aus (egal, welche Gefühle ich noch habe) – etwa: »___, ich vergebe dir ___!« Dann bitte ich den Heiligen Geist, dass er in mir die Vergebung umsetzt. Wenn ich Gott da hineingebeten habe, dann ist es wie bei einer Wunde, die der Arzt gereinigt und verbunden hat. Sie tut zwar noch weh, aber sie ist unumkehrbar auf dem Weg der Heilung und braucht mich nicht mehr zu kümmern. Jedes Mal, wenn sich die negativen Gefühle wieder zeigen, kann ich erneut die Vergebung aussprechen. Irgendwann merke ich, dass Gott meine Wunde und die damit verbundenen Gefühle geheilt hat, manchmal erst nach Jahren.


+ Glaubens-Kompass - Die Krankensalbung 25.07.12 11:44 Seite 2

Eines der sieben Sakramente Es gibt unter den sieben Sakramenten solche, die man nur einmal im Leben empfangen kann: die Taufe, die Firmung und die Weihen. Auch das Sakrament der Ehe spendet und empfängt man nur einmal im Leben (es sei denn, man heiratet erneut nach dem Tod des Partners oder nachdem die Kirche die frühere Ehe für ungültig erklärt hat). Zwei der Sakramente kann und sollte man regelmäßig empfangen: das Sakrament der Buße und Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie. Schließlich gibt es ein Sakrament, das man - bei Bedarf - öfter empfangen kann: die Krankensalbung.

Biblische Grundlagen Das Sakrament der Krankensalbung gründet sich auf Aussagen im Neuen Testament.

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt [Urtext: geheilt1] werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« (Jak 5,14-16) Drei Teilgeschehnisse sind hier genannt: das Salben mit Öl, das Gebet um Heilung und das Sündenbekenntnis (mit Sündenvergebung). Diese drei Komponenten gehören auch zum Sakrament der Krankensalbung.

Das Sakrament in der Kirche In der Katholischen Kirche darf seit Jahrhunderten nur ein Priester dieses Sakrament der Krankensalbung spenden. Als Salböl verwendet der Priester geweihtes Öl, so genanntes Krankenöl, das aus Olivenöl oder notfalls einem anderen Pflanzenöl besteht. Das Krankenöl wird meist vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweiht, es kann aber auch durch einen Priester geweiht werden.

Das Markusevangelium berichtet, dass Jesus während seines öffentlichen Wirkens seine zwölf Jünger in Zweiergruppen aussandte und ihnen die Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben.

Geschichtliche Entwicklung

»Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.« (Mk 6,12-13)

Das Sakrament der Krankensalbung wurde erst vor wenigen Jahrzehnten von der Engführung auf die Sterbevorbereitung weg- und wieder in seine ursprüngliche Weite zurückgeholt. Im 9. Jahrhundert war man nämlich dazu übergegangen, es ausschließlich Sterbenden zu spenden - daher der Name »Letzte Ölung«.

Einen Beleg für die Praxis in frühchristlichen Gemeinden finden wir im Brief des Jakobus:

1 Das hier verwendete griechische Wort bedeutet körperlich heilen, geistlich heilen, retten. In anderen katholischen Bibelübersetzungen als die oben zitierte Einheitsübersetzung heißt es deshalb an dieser Stelle »damit ihr geheilt werdet.«

Neue kirchliche Praxis Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt die Neuregelung so: »Die Apostolische Konstitution ›Sacram unctionem infirmorum‹ vom 30. November 1972 hat im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, dass von nun an im römischen Ritus folgendes gilt: ›Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist, indem man sie auf der Stirn und auf den Händen mit ordnungsgemäß geweihtem Olivenöl oder, den Umständen entsprechend, mit einem anderen ordnungsgemäß geweihten Pflanzenöl salbt und dabei einmal folgende Worte spricht: ›Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf‹‹« (KKK 1513).

Wer kann also das Sakrament empfangen? Jeder, der an Leib, Seele oder Geist ernstlich krank ist, kann das Sakrament empfangen. Ebenso wer vor einer schweren Operation steht oder an Altersschwäche leidet. Es muss keine akute Lebensgefahr bestehen (Vgl. KKK 1499 ff.). Der Fall, bei dem das Sakrament angezeigt ist, ist bei der großen Bandbreite von Krankheiten und Schweregraden schwierig zu bestimmen. Auf der einen Seite sollte man es nicht unbedacht »mitnehmen«, weil es gerade angeboten wird. Auf der anderen Seite muss man keine tödliche Krankheit haben, um das Sakrament empfangen zu können. Im Bereich von Segnungs- und Heilungsgottes-

diensten gehen Priester mit den Indikationen tendenziell weitgefasster um. Gott kann dadurch mehr Kranken in diesem Sakrament Gnaden schenken und tut das auch. Solange das Sakrament gut erklärt und nicht wie automatisch gespendet wird, kann man wohl kaum von einem Sakramentsmissbrauch sprechen. Die Bischöfe in den USA hätten »geistliche Trockenheit« zum Beispiel offiziell als Indikation aufgenommen, schreibt der Benediktinerpater Benedict Heron und begrüßt dies (Heron, Benedict, 2005, »Praying for Healing - The Challenge«, Kapitel 3). Heron ist in England im Heilungsdienst tätig und wirbt dafür, das persönliche Gebet für Kranke in den Pfarrgemeinden wieder mehr zu praktizieren, wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt: »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Im Matthäusevangelium drückt er das noch deutlicher aus: »Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben« (Matthäus 6,14-15). Wenn meine Beziehung zu bestimmten Mitmenschen blockiert ist aufgrund von Groll, kann meine Beziehung zu Gott nicht gleichzeitig frei sein. Gerade in Bezug auf Gebet um Heilung ist es wichtig, dass ich zuvor allen vergebe, die mir Leid zugefügt haben. Denn Unvergebenheit wirkt sich immer auch körperlich aus und kann sogar eine Heilung blockieren.

Vorbereitung auf den Empfang der Krankensalbung Soweit dem Kranken das Sprechen noch möglich ist, rät die Kirche ihm dazu, zuvor zu beichten. Ist Sprechen nicht mehr möglich, erteilt der Priester bei der Krankensalbung die Absolution. Wozu die Beichte an dieser Stelle? Es ist wichtig, mich mit Gott zu versöhnen. Bildlich gesprochen: »Meine Beziehung zu Gott muss unbelastet sein, damit Gottes Heilung fließen kann«. Zur Beichte gehört auch, dass ich die Wunden, die mir andere zugefügt haben, ausspreche, meinen Zorn, Ärger, Groll und Hass zugebe und dass ich ihnen vergebe.

Es kann sein, dass mir von anderen Menschen tiefe Wunden zugefügt wurden und dass ich denke, ich könne nicht wirklich vergeben, solange die Gefühle noch brodeln, solange es noch weh tut. Im Heiligen Geist habe ich aber einen Helfer. Für ihn reicht es, wenn ich mich bewusst entscheide: »Ich will vergeben«. Dann spreche ich die Vergebung aus (egal, welche Gefühle ich noch habe) – etwa: »___, ich vergebe dir ___!« Dann bitte ich den Heiligen Geist, dass er in mir die Vergebung umsetzt. Wenn ich Gott da hineingebeten habe, dann ist es wie bei einer Wunde, die der Arzt gereinigt und verbunden hat. Sie tut zwar noch weh, aber sie ist unumkehrbar auf dem Weg der Heilung und braucht mich nicht mehr zu kümmern. Jedes Mal, wenn sich die negativen Gefühle wieder zeigen, kann ich erneut die Vergebung aussprechen. Irgendwann merke ich, dass Gott meine Wunde und die damit verbundenen Gefühle geheilt hat, manchmal erst nach Jahren.


+ Glaubens-Kompass - Die Krankensalbung 25.07.12 11:44 Seite 2

Eines der sieben Sakramente Es gibt unter den sieben Sakramenten solche, die man nur einmal im Leben empfangen kann: die Taufe, die Firmung und die Weihen. Auch das Sakrament der Ehe spendet und empfängt man nur einmal im Leben (es sei denn, man heiratet erneut nach dem Tod des Partners oder nachdem die Kirche die frühere Ehe für ungültig erklärt hat). Zwei der Sakramente kann und sollte man regelmäßig empfangen: das Sakrament der Buße und Versöhnung und das Sakrament der Eucharistie. Schließlich gibt es ein Sakrament, das man - bei Bedarf - öfter empfangen kann: die Krankensalbung.

Biblische Grundlagen Das Sakrament der Krankensalbung gründet sich auf Aussagen im Neuen Testament.

»Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie sollen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben. Darum bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit ihr geheiligt [Urtext: geheilt1] werdet. Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.« (Jak 5,14-16) Drei Teilgeschehnisse sind hier genannt: das Salben mit Öl, das Gebet um Heilung und das Sündenbekenntnis (mit Sündenvergebung). Diese drei Komponenten gehören auch zum Sakrament der Krankensalbung.

Das Sakrament in der Kirche In der Katholischen Kirche darf seit Jahrhunderten nur ein Priester dieses Sakrament der Krankensalbung spenden. Als Salböl verwendet der Priester geweihtes Öl, so genanntes Krankenöl, das aus Olivenöl oder notfalls einem anderen Pflanzenöl besteht. Das Krankenöl wird meist vom Bischof in der Chrisammesse am Gründonnerstag geweiht, es kann aber auch durch einen Priester geweiht werden.

Das Markusevangelium berichtet, dass Jesus während seines öffentlichen Wirkens seine zwölf Jünger in Zweiergruppen aussandte und ihnen die Vollmacht gab, die unreinen Geister auszutreiben.

Geschichtliche Entwicklung

»Die Zwölf machten sich auf den Weg und riefen die Menschen zur Umkehr auf. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie.« (Mk 6,12-13)

Das Sakrament der Krankensalbung wurde erst vor wenigen Jahrzehnten von der Engführung auf die Sterbevorbereitung weg- und wieder in seine ursprüngliche Weite zurückgeholt. Im 9. Jahrhundert war man nämlich dazu übergegangen, es ausschließlich Sterbenden zu spenden - daher der Name »Letzte Ölung«.

Einen Beleg für die Praxis in frühchristlichen Gemeinden finden wir im Brief des Jakobus:

1 Das hier verwendete griechische Wort bedeutet körperlich heilen, geistlich heilen, retten. In anderen katholischen Bibelübersetzungen als die oben zitierte Einheitsübersetzung heißt es deshalb an dieser Stelle »damit ihr geheilt werdet.«

Neue kirchliche Praxis Erst mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-65) änderte sich das. Der Katechismus der Katholischen Kirche beschreibt die Neuregelung so: »Die Apostolische Konstitution ›Sacram unctionem infirmorum‹ vom 30. November 1972 hat im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil bestimmt, dass von nun an im römischen Ritus folgendes gilt: ›Das Sakrament der Krankensalbung wird jenen gespendet, deren Gesundheitszustand bedrohlich angegriffen ist, indem man sie auf der Stirn und auf den Händen mit ordnungsgemäß geweihtem Olivenöl oder, den Umständen entsprechend, mit einem anderen ordnungsgemäß geweihten Pflanzenöl salbt und dabei einmal folgende Worte spricht: ›Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes: Der Herr, der dich von Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf‹‹« (KKK 1513).

Wer kann also das Sakrament empfangen? Jeder, der an Leib, Seele oder Geist ernstlich krank ist, kann das Sakrament empfangen. Ebenso wer vor einer schweren Operation steht oder an Altersschwäche leidet. Es muss keine akute Lebensgefahr bestehen (Vgl. KKK 1499 ff.). Der Fall, bei dem das Sakrament angezeigt ist, ist bei der großen Bandbreite von Krankheiten und Schweregraden schwierig zu bestimmen. Auf der einen Seite sollte man es nicht unbedacht »mitnehmen«, weil es gerade angeboten wird. Auf der anderen Seite muss man keine tödliche Krankheit haben, um das Sakrament empfangen zu können. Im Bereich von Segnungs- und Heilungsgottes-

diensten gehen Priester mit den Indikationen tendenziell weitgefasster um. Gott kann dadurch mehr Kranken in diesem Sakrament Gnaden schenken und tut das auch. Solange das Sakrament gut erklärt und nicht wie automatisch gespendet wird, kann man wohl kaum von einem Sakramentsmissbrauch sprechen. Die Bischöfe in den USA hätten »geistliche Trockenheit« zum Beispiel offiziell als Indikation aufgenommen, schreibt der Benediktinerpater Benedict Heron und begrüßt dies (Heron, Benedict, 2005, »Praying for Healing - The Challenge«, Kapitel 3). Heron ist in England im Heilungsdienst tätig und wirbt dafür, das persönliche Gebet für Kranke in den Pfarrgemeinden wieder mehr zu praktizieren, wie es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit üblich war.

Jesus hat uns im Vaterunser gelehrt: »Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern«. Im Matthäusevangelium drückt er das noch deutlicher aus: »Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben« (Matthäus 6,14-15). Wenn meine Beziehung zu bestimmten Mitmenschen blockiert ist aufgrund von Groll, kann meine Beziehung zu Gott nicht gleichzeitig frei sein. Gerade in Bezug auf Gebet um Heilung ist es wichtig, dass ich zuvor allen vergebe, die mir Leid zugefügt haben. Denn Unvergebenheit wirkt sich immer auch körperlich aus und kann sogar eine Heilung blockieren.

Vorbereitung auf den Empfang der Krankensalbung Soweit dem Kranken das Sprechen noch möglich ist, rät die Kirche ihm dazu, zuvor zu beichten. Ist Sprechen nicht mehr möglich, erteilt der Priester bei der Krankensalbung die Absolution. Wozu die Beichte an dieser Stelle? Es ist wichtig, mich mit Gott zu versöhnen. Bildlich gesprochen: »Meine Beziehung zu Gott muss unbelastet sein, damit Gottes Heilung fließen kann«. Zur Beichte gehört auch, dass ich die Wunden, die mir andere zugefügt haben, ausspreche, meinen Zorn, Ärger, Groll und Hass zugebe und dass ich ihnen vergebe.

Es kann sein, dass mir von anderen Menschen tiefe Wunden zugefügt wurden und dass ich denke, ich könne nicht wirklich vergeben, solange die Gefühle noch brodeln, solange es noch weh tut. Im Heiligen Geist habe ich aber einen Helfer. Für ihn reicht es, wenn ich mich bewusst entscheide: »Ich will vergeben«. Dann spreche ich die Vergebung aus (egal, welche Gefühle ich noch habe) – etwa: »___, ich vergebe dir ___!« Dann bitte ich den Heiligen Geist, dass er in mir die Vergebung umsetzt. Wenn ich Gott da hineingebeten habe, dann ist es wie bei einer Wunde, die der Arzt gereinigt und verbunden hat. Sie tut zwar noch weh, aber sie ist unumkehrbar auf dem Weg der Heilung und braucht mich nicht mehr zu kümmern. Jedes Mal, wenn sich die negativen Gefühle wieder zeigen, kann ich erneut die Vergebung aussprechen. Irgendwann merke ich, dass Gott meine Wunde und die damit verbundenen Gefühle geheilt hat, manchmal erst nach Jahren.


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Wirkung der Krankensalbung Eindeutige und vollständige Heilungen (Heilungswunder) sind de facto relativ selten. Dennoch dürfen und sollen wir uns im Glauben beständig nach Heilung ausstrecken. Öfters bezeugte, unmittelbare Wirkungen des Sakraments sind Entspannung, wohlige Müdigkeit und ein guter Schlaf in der Nacht nach der Salbung.

Heilungsgebet außerhalb des Sakraments Auch außerhalb des Sakraments bin ich als Christ immer dazu aufgerufen, um Heilung zu beten, für andere und für mich selbst. Ausführlich und empfehlenswert zum Thema Heilungsgebet ist das Buch von Benedict Heron OSB, »Gebet um Heilung: Die Herausforderung«, erschienen im Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach.

Was tun, wenn ich nicht geheilt wurde? Fragen Sie sich kurz: Haben Sie Stigmata wie der heilige Pater Pio bei gleichzeitiger seelischer Gesundheit oder wurden Sie wie der heilige Paulus in den Himmel entrückt und haben anschließend einen »Pfahl für das Fleisch« bekommen, damit Sie sich nicht überheben? Nein? Dann gilt für Sie: Erstens: Weiterbeten! Gehen Sie davon aus, dass Gott Ihre Krankheit nicht will. Denn Gott hat Krankheit und Tod in seiner Schöpfung ursprünglich nicht vorgesehen. Weil Adam sich von Gott abwandte, kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde Krankheit und Tod (vgl. Römer 5,12). Zweitens: Nicht nach Erklärungen suchen! Das einzige, was Sie selbst dazu tun können, ist beichten und vergeben. Lassen Sie sich

nicht einreden, Sie hätten zu wenig Glauben, Sie hätten vergessen, Ihre Heilung in Anspruch zu nehmen, Sie seien dazu auserwählt, dass andere durch Ihr Leiden gesegnet würden, Ihre Heilung werde in Gestalt des Todes kommen oder ähnliches. Stattdessen: Die Spannung zwischen den alltäglichen Heilungswundern Jesu in der Zeit seines öffentlichen Wirkens und der heutigen Situation aushalten. Nicht versuchen, diese Spannung durch Erklärungen irgendwie aufzulösen. Dabei kommen meist Ideen heraus (siehe oben), die mit dem Neuen Testament nicht so viel zu tun haben. Drittens: Den Arzt und das Heilungsgebet nicht gegeneinander ausspielen. Die Bibel rät uns, zum Arzt zu gehen und zugleich Gott um Heilung zu bitten. Gott ist es immer, der letztlich heilt. Viertens: Kein Gebet ist sinnlos! Gebet hilft immer dazu, dass das Reich Gottes in diesem Punkt, um den gebetet wird, zum Durchbruch kommen kann! Deshalb fünftens: Weiterbeten! Es gibt keine Garantie dafür, dass Gott Sie heilen wird. Aber es ist gut, immer weiter dafür offen zu bleiben und etwas von ihm zu erwarten.

Laien können das Freudenöl verwenden, um andere oder sich selbst zu salben und um Heilung zu beten. Es kann nach Belieben wiederkehrend, also auch täglich, angewendet werden. Wo dies in Gemeinschaft geschieht, muss deutlich gesagt werden, dass diese Salbung nicht das Sakrament der Krankensalbung ist, damit es nicht zu Verwirrung kommt.

Anregung für Ihr persönliches Gebet um Heilung »Ich finde, dass es mir hilft, mich auf den Tag vorzubereiten, wenn ich jeden Morgen den Geist Jesu bitte, mich mit seiner heilenden Liebe zu erfüllen, in Geist, Seele und Leib. Ich stelle mir vor, dass seine heilende Liebe durch mich fließt, auch in meinen Körper, vor allem in die Teile davon, die schwach oder krank sind. Während ich bete, lege ich meine Hände auf die schwächeren Körperteile, mal in Sprachen betend2, mal weise ich die Krankheit dort im Namen Jesu zurück. Ich stelle mir vor, dass das heilende Licht Jesu mein ganzes Sein, meinen ganzen Leib erfüllt. Wenn ich zu meinem Herzen komme, denke ich vor allem an geistliche Heilung, die geistliche Verwandlung meines Herzens. [...] Abends vor dem Schlafengehen salbe ich die kranken Teile meines Körpers mit Freudenöl. [...] Wenn ich zur Kommunion gehe, bitte ich Jesus, mich zu heilen.« (Heron 2005, Teil 1, Vorwort)

Ausgaben dieser Reihe: Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

• Eucharistische Anbetung • Marienverehrung • Der Segen

• Die Engel

• Die Krankensalbung

• Islam

• Familie

• Fasten

• Weihwasser

• Der heilige Josef

• Ökumene

• Märtyrer

• Pastorale Hilfe zur Selbsthilfe

www.kircheinnot.at KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das im Geist des Gebetes, der tätigen Liebe und der Evangelisierung überall dort hilft, wo die Kirche verfolgt oder bedrängt wird oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat. Als pastorales Werk setzt sich KIRCHE IN NOT im Dienst der Neuevangelisierung für die Vertiefung und Stärkung des christlichen Glaubens ein, vor allem dort, wo dieser zu erlöschen droht.

Die Krankensalbung

Geweihtes Öl zur Salbung durch Laien Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

Es gibt auch für Laien die Möglichkeit, das Heilungsgebet für Kranke mit einer Salbung zu verbinden. Dazu können sie von einem Priester Olivenöl oder ein anderes Pflanzenöl weihen lassen. Es gibt im Rituale Romanum ein Weihegebet für Öl, das einen Exorzismus beinhaltet. Das geweihte Öl, ein Sakramentale, wird auch Freudenöl genannt, um es vom Krankenöl für das Sakrament zu unterscheiden.

Hernalser Hauptstr. 55/1/8, 1172 Wien Tel.: 01/405 25 53 Fax: 01/405 54 62 - 75 Mail: kin@kircheinnot.at www.kircheinnot.at 2

Eine Geistesgabe, die Paulus mehrfach erwähnt.

Spendenkonto: Kontonr. 92.065.338, BLZ 60 000, PSK ltd. auf Kirche in Not IBAN: AT726000000092065338 BIC: OPSKATWW

Glaubens-Kompass


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Wirkung der Krankensalbung Eindeutige und vollständige Heilungen (Heilungswunder) sind de facto relativ selten. Dennoch dürfen und sollen wir uns im Glauben beständig nach Heilung ausstrecken. Öfters bezeugte, unmittelbare Wirkungen des Sakraments sind Entspannung, wohlige Müdigkeit und ein guter Schlaf in der Nacht nach der Salbung.

Heilungsgebet außerhalb des Sakraments Auch außerhalb des Sakraments bin ich als Christ immer dazu aufgerufen, um Heilung zu beten, für andere und für mich selbst. Ausführlich und empfehlenswert zum Thema Heilungsgebet ist das Buch von Benedict Heron OSB, »Gebet um Heilung: Die Herausforderung«, erschienen im Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach.

Was tun, wenn ich nicht geheilt wurde? Fragen Sie sich kurz: Haben Sie Stigmata wie der heilige Pater Pio bei gleichzeitiger seelischer Gesundheit oder wurden Sie wie der heilige Paulus in den Himmel entrückt und haben anschließend einen »Pfahl für das Fleisch« bekommen, damit Sie sich nicht überheben? Nein? Dann gilt für Sie: Erstens: Weiterbeten! Gehen Sie davon aus, dass Gott Ihre Krankheit nicht will. Denn Gott hat Krankheit und Tod in seiner Schöpfung ursprünglich nicht vorgesehen. Weil Adam sich von Gott abwandte, kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde Krankheit und Tod (vgl. Römer 5,12). Zweitens: Nicht nach Erklärungen suchen! Das einzige, was Sie selbst dazu tun können, ist beichten und vergeben. Lassen Sie sich

nicht einreden, Sie hätten zu wenig Glauben, Sie hätten vergessen, Ihre Heilung in Anspruch zu nehmen, Sie seien dazu auserwählt, dass andere durch Ihr Leiden gesegnet würden, Ihre Heilung werde in Gestalt des Todes kommen oder ähnliches. Stattdessen: Die Spannung zwischen den alltäglichen Heilungswundern Jesu in der Zeit seines öffentlichen Wirkens und der heutigen Situation aushalten. Nicht versuchen, diese Spannung durch Erklärungen irgendwie aufzulösen. Dabei kommen meist Ideen heraus (siehe oben), die mit dem Neuen Testament nicht so viel zu tun haben. Drittens: Den Arzt und das Heilungsgebet nicht gegeneinander ausspielen. Die Bibel rät uns, zum Arzt zu gehen und zugleich Gott um Heilung zu bitten. Gott ist es immer, der letztlich heilt. Viertens: Kein Gebet ist sinnlos! Gebet hilft immer dazu, dass das Reich Gottes in diesem Punkt, um den gebetet wird, zum Durchbruch kommen kann! Deshalb fünftens: Weiterbeten! Es gibt keine Garantie dafür, dass Gott Sie heilen wird. Aber es ist gut, immer weiter dafür offen zu bleiben und etwas von ihm zu erwarten.

Laien können das Freudenöl verwenden, um andere oder sich selbst zu salben und um Heilung zu beten. Es kann nach Belieben wiederkehrend, also auch täglich, angewendet werden. Wo dies in Gemeinschaft geschieht, muss deutlich gesagt werden, dass diese Salbung nicht das Sakrament der Krankensalbung ist, damit es nicht zu Verwirrung kommt.

Anregung für Ihr persönliches Gebet um Heilung »Ich finde, dass es mir hilft, mich auf den Tag vorzubereiten, wenn ich jeden Morgen den Geist Jesu bitte, mich mit seiner heilenden Liebe zu erfüllen, in Geist, Seele und Leib. Ich stelle mir vor, dass seine heilende Liebe durch mich fließt, auch in meinen Körper, vor allem in die Teile davon, die schwach oder krank sind. Während ich bete, lege ich meine Hände auf die schwächeren Körperteile, mal in Sprachen betend2, mal weise ich die Krankheit dort im Namen Jesu zurück. Ich stelle mir vor, dass das heilende Licht Jesu mein ganzes Sein, meinen ganzen Leib erfüllt. Wenn ich zu meinem Herzen komme, denke ich vor allem an geistliche Heilung, die geistliche Verwandlung meines Herzens. [...] Abends vor dem Schlafengehen salbe ich die kranken Teile meines Körpers mit Freudenöl. [...] Wenn ich zur Kommunion gehe, bitte ich Jesus, mich zu heilen.« (Heron 2005, Teil 1, Vorwort)

Ausgaben dieser Reihe: Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

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Die Krankensalbung

Geweihtes Öl zur Salbung durch Laien Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

Es gibt auch für Laien die Möglichkeit, das Heilungsgebet für Kranke mit einer Salbung zu verbinden. Dazu können sie von einem Priester Olivenöl oder ein anderes Pflanzenöl weihen lassen. Es gibt im Rituale Romanum ein Weihegebet für Öl, das einen Exorzismus beinhaltet. Das geweihte Öl, ein Sakramentale, wird auch Freudenöl genannt, um es vom Krankenöl für das Sakrament zu unterscheiden.

Hernalser Hauptstr. 55/1/8, 1172 Wien Tel.: 01/405 25 53 Fax: 01/405 54 62 - 75 Mail: kin@kircheinnot.at www.kircheinnot.at 2

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Wirkung der Krankensalbung Eindeutige und vollständige Heilungen (Heilungswunder) sind de facto relativ selten. Dennoch dürfen und sollen wir uns im Glauben beständig nach Heilung ausstrecken. Öfters bezeugte, unmittelbare Wirkungen des Sakraments sind Entspannung, wohlige Müdigkeit und ein guter Schlaf in der Nacht nach der Salbung.

Heilungsgebet außerhalb des Sakraments Auch außerhalb des Sakraments bin ich als Christ immer dazu aufgerufen, um Heilung zu beten, für andere und für mich selbst. Ausführlich und empfehlenswert zum Thema Heilungsgebet ist das Buch von Benedict Heron OSB, »Gebet um Heilung: Die Herausforderung«, erschienen im Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach.

Was tun, wenn ich nicht geheilt wurde? Fragen Sie sich kurz: Haben Sie Stigmata wie der heilige Pater Pio bei gleichzeitiger seelischer Gesundheit oder wurden Sie wie der heilige Paulus in den Himmel entrückt und haben anschließend einen »Pfahl für das Fleisch« bekommen, damit Sie sich nicht überheben? Nein? Dann gilt für Sie: Erstens: Weiterbeten! Gehen Sie davon aus, dass Gott Ihre Krankheit nicht will. Denn Gott hat Krankheit und Tod in seiner Schöpfung ursprünglich nicht vorgesehen. Weil Adam sich von Gott abwandte, kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde Krankheit und Tod (vgl. Römer 5,12). Zweitens: Nicht nach Erklärungen suchen! Das einzige, was Sie selbst dazu tun können, ist beichten und vergeben. Lassen Sie sich

nicht einreden, Sie hätten zu wenig Glauben, Sie hätten vergessen, Ihre Heilung in Anspruch zu nehmen, Sie seien dazu auserwählt, dass andere durch Ihr Leiden gesegnet würden, Ihre Heilung werde in Gestalt des Todes kommen oder ähnliches. Stattdessen: Die Spannung zwischen den alltäglichen Heilungswundern Jesu in der Zeit seines öffentlichen Wirkens und der heutigen Situation aushalten. Nicht versuchen, diese Spannung durch Erklärungen irgendwie aufzulösen. Dabei kommen meist Ideen heraus (siehe oben), die mit dem Neuen Testament nicht so viel zu tun haben. Drittens: Den Arzt und das Heilungsgebet nicht gegeneinander ausspielen. Die Bibel rät uns, zum Arzt zu gehen und zugleich Gott um Heilung zu bitten. Gott ist es immer, der letztlich heilt. Viertens: Kein Gebet ist sinnlos! Gebet hilft immer dazu, dass das Reich Gottes in diesem Punkt, um den gebetet wird, zum Durchbruch kommen kann! Deshalb fünftens: Weiterbeten! Es gibt keine Garantie dafür, dass Gott Sie heilen wird. Aber es ist gut, immer weiter dafür offen zu bleiben und etwas von ihm zu erwarten.

Laien können das Freudenöl verwenden, um andere oder sich selbst zu salben und um Heilung zu beten. Es kann nach Belieben wiederkehrend, also auch täglich, angewendet werden. Wo dies in Gemeinschaft geschieht, muss deutlich gesagt werden, dass diese Salbung nicht das Sakrament der Krankensalbung ist, damit es nicht zu Verwirrung kommt.

Anregung für Ihr persönliches Gebet um Heilung »Ich finde, dass es mir hilft, mich auf den Tag vorzubereiten, wenn ich jeden Morgen den Geist Jesu bitte, mich mit seiner heilenden Liebe zu erfüllen, in Geist, Seele und Leib. Ich stelle mir vor, dass seine heilende Liebe durch mich fließt, auch in meinen Körper, vor allem in die Teile davon, die schwach oder krank sind. Während ich bete, lege ich meine Hände auf die schwächeren Körperteile, mal in Sprachen betend2, mal weise ich die Krankheit dort im Namen Jesu zurück. Ich stelle mir vor, dass das heilende Licht Jesu mein ganzes Sein, meinen ganzen Leib erfüllt. Wenn ich zu meinem Herzen komme, denke ich vor allem an geistliche Heilung, die geistliche Verwandlung meines Herzens. [...] Abends vor dem Schlafengehen salbe ich die kranken Teile meines Körpers mit Freudenöl. [...] Wenn ich zur Kommunion gehe, bitte ich Jesus, mich zu heilen.« (Heron 2005, Teil 1, Vorwort)

Ausgaben dieser Reihe: Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

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www.kircheinnot.at KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das im Geist des Gebetes, der tätigen Liebe und der Evangelisierung überall dort hilft, wo die Kirche verfolgt oder bedrängt wird oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat. Als pastorales Werk setzt sich KIRCHE IN NOT im Dienst der Neuevangelisierung für die Vertiefung und Stärkung des christlichen Glaubens ein, vor allem dort, wo dieser zu erlöschen droht.

Die Krankensalbung

Geweihtes Öl zur Salbung durch Laien Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

Es gibt auch für Laien die Möglichkeit, das Heilungsgebet für Kranke mit einer Salbung zu verbinden. Dazu können sie von einem Priester Olivenöl oder ein anderes Pflanzenöl weihen lassen. Es gibt im Rituale Romanum ein Weihegebet für Öl, das einen Exorzismus beinhaltet. Das geweihte Öl, ein Sakramentale, wird auch Freudenöl genannt, um es vom Krankenöl für das Sakrament zu unterscheiden.

Hernalser Hauptstr. 55/1/8, 1172 Wien Tel.: 01/405 25 53 Fax: 01/405 54 62 - 75 Mail: kin@kircheinnot.at www.kircheinnot.at 2

Eine Geistesgabe, die Paulus mehrfach erwähnt.

Spendenkonto: Kontonr. 92.065.338, BLZ 60 000, PSK ltd. auf Kirche in Not IBAN: AT726000000092065338 BIC: OPSKATWW

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Wirkung der Krankensalbung Eindeutige und vollständige Heilungen (Heilungswunder) sind de facto relativ selten. Dennoch dürfen und sollen wir uns im Glauben beständig nach Heilung ausstrecken. Öfters bezeugte, unmittelbare Wirkungen des Sakraments sind Entspannung, wohlige Müdigkeit und ein guter Schlaf in der Nacht nach der Salbung.

Heilungsgebet außerhalb des Sakraments Auch außerhalb des Sakraments bin ich als Christ immer dazu aufgerufen, um Heilung zu beten, für andere und für mich selbst. Ausführlich und empfehlenswert zum Thema Heilungsgebet ist das Buch von Benedict Heron OSB, »Gebet um Heilung: Die Herausforderung«, erschienen im Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach.

Was tun, wenn ich nicht geheilt wurde? Fragen Sie sich kurz: Haben Sie Stigmata wie der heilige Pater Pio bei gleichzeitiger seelischer Gesundheit oder wurden Sie wie der heilige Paulus in den Himmel entrückt und haben anschließend einen »Pfahl für das Fleisch« bekommen, damit Sie sich nicht überheben? Nein? Dann gilt für Sie: Erstens: Weiterbeten! Gehen Sie davon aus, dass Gott Ihre Krankheit nicht will. Denn Gott hat Krankheit und Tod in seiner Schöpfung ursprünglich nicht vorgesehen. Weil Adam sich von Gott abwandte, kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde Krankheit und Tod (vgl. Römer 5,12). Zweitens: Nicht nach Erklärungen suchen! Das einzige, was Sie selbst dazu tun können, ist beichten und vergeben. Lassen Sie sich

nicht einreden, Sie hätten zu wenig Glauben, Sie hätten vergessen, Ihre Heilung in Anspruch zu nehmen, Sie seien dazu auserwählt, dass andere durch Ihr Leiden gesegnet würden, Ihre Heilung werde in Gestalt des Todes kommen oder ähnliches. Stattdessen: Die Spannung zwischen den alltäglichen Heilungswundern Jesu in der Zeit seines öffentlichen Wirkens und der heutigen Situation aushalten. Nicht versuchen, diese Spannung durch Erklärungen irgendwie aufzulösen. Dabei kommen meist Ideen heraus (siehe oben), die mit dem Neuen Testament nicht so viel zu tun haben. Drittens: Den Arzt und das Heilungsgebet nicht gegeneinander ausspielen. Die Bibel rät uns, zum Arzt zu gehen und zugleich Gott um Heilung zu bitten. Gott ist es immer, der letztlich heilt. Viertens: Kein Gebet ist sinnlos! Gebet hilft immer dazu, dass das Reich Gottes in diesem Punkt, um den gebetet wird, zum Durchbruch kommen kann! Deshalb fünftens: Weiterbeten! Es gibt keine Garantie dafür, dass Gott Sie heilen wird. Aber es ist gut, immer weiter dafür offen zu bleiben und etwas von ihm zu erwarten.

Laien können das Freudenöl verwenden, um andere oder sich selbst zu salben und um Heilung zu beten. Es kann nach Belieben wiederkehrend, also auch täglich, angewendet werden. Wo dies in Gemeinschaft geschieht, muss deutlich gesagt werden, dass diese Salbung nicht das Sakrament der Krankensalbung ist, damit es nicht zu Verwirrung kommt.

Anregung für Ihr persönliches Gebet um Heilung »Ich finde, dass es mir hilft, mich auf den Tag vorzubereiten, wenn ich jeden Morgen den Geist Jesu bitte, mich mit seiner heilenden Liebe zu erfüllen, in Geist, Seele und Leib. Ich stelle mir vor, dass seine heilende Liebe durch mich fließt, auch in meinen Körper, vor allem in die Teile davon, die schwach oder krank sind. Während ich bete, lege ich meine Hände auf die schwächeren Körperteile, mal in Sprachen betend2, mal weise ich die Krankheit dort im Namen Jesu zurück. Ich stelle mir vor, dass das heilende Licht Jesu mein ganzes Sein, meinen ganzen Leib erfüllt. Wenn ich zu meinem Herzen komme, denke ich vor allem an geistliche Heilung, die geistliche Verwandlung meines Herzens. [...] Abends vor dem Schlafengehen salbe ich die kranken Teile meines Körpers mit Freudenöl. [...] Wenn ich zur Kommunion gehe, bitte ich Jesus, mich zu heilen.« (Heron 2005, Teil 1, Vorwort)

Ausgaben dieser Reihe: Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

• Eucharistische Anbetung • Marienverehrung • Der Segen

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• Islam

• Familie

• Fasten

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www.kircheinnot.at KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk päpstlichen Rechts, das im Geist des Gebetes, der tätigen Liebe und der Evangelisierung überall dort hilft, wo die Kirche verfolgt oder bedrängt wird oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat. Als pastorales Werk setzt sich KIRCHE IN NOT im Dienst der Neuevangelisierung für die Vertiefung und Stärkung des christlichen Glaubens ein, vor allem dort, wo dieser zu erlöschen droht.

Die Krankensalbung

Geweihtes Öl zur Salbung durch Laien Hilfe für verfolgte und bedrohte Christen

Es gibt auch für Laien die Möglichkeit, das Heilungsgebet für Kranke mit einer Salbung zu verbinden. Dazu können sie von einem Priester Olivenöl oder ein anderes Pflanzenöl weihen lassen. Es gibt im Rituale Romanum ein Weihegebet für Öl, das einen Exorzismus beinhaltet. Das geweihte Öl, ein Sakramentale, wird auch Freudenöl genannt, um es vom Krankenöl für das Sakrament zu unterscheiden.

Hernalser Hauptstr. 55/1/8, 1172 Wien Tel.: 01/405 25 53 Fax: 01/405 54 62 - 75 Mail: kin@kircheinnot.at www.kircheinnot.at 2

Eine Geistesgabe, die Paulus mehrfach erwähnt.

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Glaubens-Kompass: Krankensalbung  

Die Krankensalbung ist eines der sieben Sakramente. Gerade in Krisen des Lebens wird in der Krankensalbung die besondere Zuwendung Gottes sp...

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