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Kinder haben Rechte

Pfarreibulletin St. Peter und Paul

Dezember 2012 – Februar 2013


Editorial

Liebe Leserin Lieber Leser Pfarreibulletin 109

❱ Impressum Herausgeber Pfarrei St. Peter und Paul, Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarrei Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Walter Okle |wok Stefan Staubli |sts Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon: 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein @greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter & Paul Tellstrasse 7 8400 Winterthur Telefon: 052 269 03 70 Druck und Versand Sailer Druck GmbH Technikumstrasse 12  – 14 8402 Winterthur Erscheinung viermal jährlich

Das neue Pfabü, das Sie in den Händen halten, ist den Kindern gewidmet. Advent und Weihnacht ist dazu die passende Zeit. Die Weihnachtsgeschichte erzählt von einer Geburt vor 2000 Jahren. Die Umstände waren alles andere als das, was wir heute kindergerecht nennen. Geburt im Stall unter einfachsten Verhältnissen, ohne Hebamme oder Arzt, ohne Medikamente, ohne Heizung und mit wenig Hygiene. Der Evangelist hat nicht alles ganz genau notiert. Er war ja bei der Geburt nicht anwesend und hat die Geschichte erst Jahrzehnte später aufgeschrieben. Sein Ziel war es nicht, die genauen Lebensumstände der damaligen Kinder festzuhalten. Er wollte aufzeigen, dass der Erlöser in sehr bescheidenen Verhältnissen auf die Welt kam und dort auch aufwuchs. In seiner Botschaft stellt Jesus die Kinder in die Mitte. Sie sollen unser Vorbild sein, weil sie noch ehrlich und offen sind, noch keine Vorurteile kennen und nicht immer fragen, welchen Nutzen sie bei ihrem Tun haben. Vor 150 Jahren wurde unsere Pfarrei und Kirchgemeinde gegründet. Zu dieser Zeit gab es bei uns in Winterthur noch Kinderarbeit. Kinder wurden als billige Arbeitskräfte missbraucht. Die obligatorische Schulpflicht war noch lange nicht umgesetzt. Heute kommt uns vieles als selbstverständlich vor, was es eigentlich gar nicht ist. Aus den Berichten von Brasilien, Haiti und Indien geht hervor, dass noch viel zu tun ist, um überall den Kindern zu ihrem Recht zu verhelfen. Trotz Naturkatastrophen, politischen Wirren und wirtschaftlichen Problemen – es bleibt dabei: Kinder haben Rechte. Und ihnen müssen wir helfen.

Für die Redaktion

Walter Oklé


Engagement am Rand von São Paulo für die Rechte der Kinder Beat Wehrle | Seit vielen Jahren unterstützt die Pfarrei St. Peter und Paul das Kinderrechtszentrum Interlagos in der Südzone von São Paulo, Brasilien. Doch ist Brasilien nicht ein Land mit einer sehr dynamischen Wirtschaft? Ja, brauchen die Menschen in Brasilien denn überhaupt noch unsere Unterstützung und Solidarität? Die wirtschaftliche Dynamik Brasiliens In der internationalen Wahrnehmung ist Brasilien immer weniger ein Entwicklungsland. Wirtschaftliche Analysen bezeichnen Brasilien als mächtiges Schwellenland, welches nur schwach von der globalen Finanzkrise betroffen ist. Tatsächlich erreichte Brasilien im vergangenen Jahr ein nationales Bruttosozialprodukt, welches das Land zur sechstgrössten Wirtschaftsmacht der Welt macht. Der wirtschaftliche Boom ist gerade in São Paulo sehr stark zu spüren. Modernste Glashochhäuser türmen sich nebeneinander und bestimmen die Skyline der 18-Millionen-Stadt. Verstärkt wird diese wirtschaftliche Dynamik durch die anstehende Fussballweltmeisterschaft von 2014, und auch die Olympischen Sommerspiele von 2016 in Rio de Janeiro erweitern den Horizont der wirtschaftlichen Perspektiven. Nicht alles, was glänzt, ist Gold Doch die Herausforderungen sind weiter enorm. Obwohl sich die Mittel-

werte der sozialen Statistik Brasiliens sukzessive verbessern, verstecken sich gerade hinter diesen Mittelwerten die perversen Farben der brasilianischen Ungleichheit. Allein in der Metropole São Paulo wird ein ganzes Burkina Faso (eines der ärmsten Länder Afrikas mit einer Bevölkerung von knapp dreizehn Millionen Einwohnern) in den Statistiken unsichtbar gemacht. Denn etwa dreizehn Millionen Menschen leben in São Paulo bis heute in unmenschlichen Verhältnissen, in Favelas, auf der Strasse, kämpfen um ihr Überleben und sind permanent durch die Ungerechtigkeit der sozialen Ungleichheit gezeichnet. Die Lebenschancen breiter Teile der brasilianischen Bevölkerung werden dauerhaft eingeschränkt.

Kinder haben Rechte

«Allianz des Südens»: Brasilien

Gegensätze der Metropole

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Kinder haben Rechte ❱

Favela in São Paulo

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Die soziale Ungleichheit: das wesentliche Problem Brasiliens Diese Ungleichheitsproduktion mit ihren spezifischen Exklusionsmechanismen ist aber nicht einfach ein gesichtloses System. Die Ungleichheit an Lebenschancen und Entwicklungsmöglichkeiten, welche wenige mächtige und eine Mehrheit scheinbar ohnmächtiger Menschen produziert, spiegelt sich in allen Formen gesellschaftlicher Beziehungen. Auf der einen Seite die allzu Reichen, welche sich in einer eigenen Welt aus Angst und Vorurteilen abschotten. Auf der anderen Seite, die endlos scheinenden Favelas, der Rand der Stadt, die Hütten, Baracken und improvisierten Unterkünfte. Oder ganz einfach nur die Strasse, eine Brücke, ein Loch in einem Abflussrohr... Und beide Seiten meist nur getrennt durch immer höher werdende Mauern, durch Stacheldraht oder elektrische Zäune. Die soziale Ungleichheit Brasiliens zeigt sich jedoch nicht nur in der Spannung zwischen Arm und Reich, zwischen Elend und Überfluss. Die vertikalen Beziehungen der Ausbeutung machen auch vor den Türen der brasilianischen Familien keinen Halt. Im Gegenteil: Ausbeutung spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern zerstört oft auch die familiären Beziehungen. Frauen und Kinder sind meist die ersten Opfer der Gewalt. Deshalb erstaunt es nicht, dass in Brasilien die Zahlen häuslicher Gewalt enorm hoch sind. Das Kinderrechtszentrum Interlagos: den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen Das Kinderrechtszentrum Interlagos ist genau in diesem Kontext aktiv.

Einerseits geht es darum, bei den lokalen Regierungsstellen die Verantwortung für die Umsetzung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen einzufordern. Andererseits steht die immer sehr komplexe Arbeit im Mittelpunkt, bei den Opfern der Gewalt – vor allem Frauen und Kinder – den Fatalismus und die Unterwerfung zu überwinden: damit sie Mut fassen, gegen die Gewalt aufzustehen, die Gewalt zu denunzieren und auszubrechen aus den Schlingen der Ausbeutung und der Unterdrückung. Die Familie von Fabiana und Raimundo: ein sehr brasilianisches Beispiel Die Geschichte von Fabiana und Raimundo ist ein Beispiel vom Schicksal tausender Familien. Jung verheiratet kamen die beiden nach São Paulo. Im Nordosten Brasiliens sahen sie für sich keine Zukunft und versuchten deshalb ihr Glück im Zentrum der brasilianischen Industrialisierung. Arbeitsmöglichkeiten fanden sie eigentlich immer. Doch selbst das gemeinsame Einkommen war stets zu klein, um eine Wohnung zu mieten. Lange fanden sie Unterschlupf im Haus der


wandelten sich in rohe Gewalt: zuerst gegen Fabiana, dann auch gegen die vier Kinder. Der Älteste hielt es aus, bis er vierzehn Jahe alt war. Dann zog er los und suchte sein Glück auf der Strasse. Er verlor die Beziehung zur Familie und niemand weiss, wo er heute steckt. Die Illusion der Strasse Sicher hat er auf der Strasse nicht die illusionäre Freiheit gefunden. Er floh vor der Gewalt in der Familie, suchte Zuflucht auf der Strasse, arbeitete an den Ampeln der riesigen «Avenidas», welche breiter als Autobahnen die Stadt in alle Richtungen durchqueren. Von der Gewalt seines Vaters hat er sich sicher befreit. Doch gewiss fiel er in die Arme einer Wirklichkeit, die noch viel gewaltiger die Menschen zerstört: die rohe Gewalt der Militärpolizei, die für «Recht und Ordnung» sorgt und diese Aufgabe meist im Sinne einer «sozialen Säuberung» interpretiert, die Todesschwadrone, welche systematisch gegen Strassenverkäufer vorgehen oder der Drogenhandel, der die Strassenkinder zwingt, für sie zu arbeiten. Der lange Weg der Veränderung Zurück blieb Fabiana mit den drei kleinen Kindern. Eine Freundin gab Fabiana die Adresse des Kinderrechtszentrums und endlich fand sie den Mut, Hilfe zu suchen. Sofort begann das Zentrum, Fabiana und die Kinder zu begleiten. Fabiana war verzweifelt. Sie wollte Raimundo nicht verlassen, doch konnte sie auch nicht weiter mitten in dieser ewig sich wiederholenden Gewalt leben. Zuerst musste ein sicherer Ort für Fabiana und die Kinder gefunden werden. Dann begann das

Allianz des Südens Brasilien

Tante von Fabiana. Erst viel später gelang es den beiden, in einer Favela der Südzone von São Paulo eine kleine Hütte zu improvisieren. Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer war alles zusammen im einzigen, mit Eternit bedeckten Raum: im Winter sehr feucht und frostig, im Sommer eine permanente Sauna. Als dann die Kinder zur Welt kamen, wurde es immer enger. Mit Leintüchern versuchte Fabiana die Hütte zu unterteilen, doch immer waren alle auf kleinstem Raum beieinander. Fabiana arbeitet bis heute als Köchin bei einer wohlhabenden Familie. Zugang zu Sozialversicherungen hat sie keine. Doch ihr Lohn sichert wenigstens Reis und Bohnen für die ganze Familie. Schwierig wurde es für Raimundo. Ob der immer nur temporären Arbeit wurde er stetig frustrierter. Die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu absolvieren, fand er nie. Und mit wachsender Frustration begann er, wenigstens einige «Lichtmomente» im Alkohol zu suchen. Natürlich eine Sackgasse mit fatalen Folgen. Denn immer wenn Raimundo betrunken nach Hause kam, brach der Teufel los. All seine Frustrationen ver-

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Kinder auf der Strasse

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Kinderrechtszentrum, auch den Dialog mit dem Vater zu suchen. Doch weder Verständnis noch Einsicht waren spürbar. Deshalb suchte das Kinderrechtszentrum die Intervention der Justiz. Die Kinder fanden Unterschlupf in einem Kinderheim, Fabiana blieb bei einer Verwandten. Alle vier wurden psychologisch begleitet und die Sozialarbeiter des Kinderrechtszentrums versuchten, mit ihnen neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Endlich begann auch Raimundo einzusehen, dass es so nicht weitergehen konnte. Er suchte wieder Arbeit, fand auf dem Bau eine provisorisches Einkommen und benutzte die Gelegenheit, das Zuhause der Familie zu vergrössern. Jetzt hatte er plötzlich ein klares Ziel vor Augen: Er wollte die Familie erneut zusammenbringen. Doch dazu musste er sich vom Alkohol lösen, um den Richter von seiner Veränderung zu überzeugen. Seit fünf Monaten trinkt er nicht mehr. Fabiana ist bereits wieder zurück, und gemeinsam versuchen sie, die Rückkehr der Kinder zu bewirken. Letzte Woche war die entscheidende Audienz. Der Richter hat die Möglichkeit einer langsamen Rückkehr der Kinder bestätigt: zuerst am Wochenende, dann während den Schulferien am Jahresende. Die Begleitung durch das Kinderrechtszentrum wird eine zentrale Rolle spielen. Fortschritte hat Raimundo sicher gemacht. Doch ob der Neubeginn der Familie auf Anhieb

gelingen wird, weiss niemand. Auf alle Fälle freuen sich alle, wieder nach Hause zu gehen und einen Neuanfang zu wagen... Die gemeinsame Arbeit bestätigt die Hoffnungen So versucht das Kinderrechtszentrum permanent, den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen. Oft gelingt es, die Menschen zu diesem Schritt zu ermutigen. Doch was kommt danach? Zwar ist die brasilianische Sozialhilfe mitten in einem konsequenten Entwicklungsprozess, doch nur finanzielle Hilfe genügt nicht. Es braucht soziale und psychologische Begleitung, Stärkung des lokalen Gemeinwesens in den Favelas am riesigen Rand der Stadt. Die Kinder und Jugendlichen brauchen eine qualitative Verbesserung der Schulen und eine quantitative Erweiterung der Ausbildungsmöglichkeiten. Sie brauchen Platz, um spielen und um Sport treiben zu können. Die professionelle Begleitung von Jugendlichen und Erwachsenen, die im Bann von Drogen aller Art stehen, ist zentral. All das kann ein Kinderrechtszentrum alleine nicht erreichen. Deshalb sucht das Zentrum von Interlagos, das lokale und regionale Netz aller Organisationen zu stärken und durch permanente Weiterbildungsmöglichkeiten für die MitarbeiterInnen in Kinderprojekten zu fördern. Gemeinsam können wir mehr... und erste Schritte, welche die Hoffnungen bestätigen, sind verwirklicht. Also gehen wir weiter auf diesem Weg und versuchen, im Jetzt und Heute eine menschlichere Zukunft vorwegzunehmen. Wir bleiben auf dem Weg und zählen auf eure Begleitung.


«Allianz des Südens»: Haiti

Naturkatastrophen treffen Familien und Kinder hart Paula Iten | Wenn ein Wirbelsturm über Haiti hinwegfegt, trifft es meistens die Ärmsten der Erde. Mit den Wirbelstürmen müssen die HaitianerInnen schon immer leben, denn jedes Jahr zwischen Juni und November ist Wirbelsturmzeit: Starker Wind und Regen führen zu Überschwemmungen. Die grösste Naturkatastrophe, an die sich alle Betroffenen für immer erinnern werden, ist jedoch das Erdbeben vom 12. Januar 2010 mit einer Stärke von 7,3 auf der Richterskala. Nach Katastrophen werden Zahlen aufgeführt, die über die Grösse des Elends Aufschluss geben sollen – Zahlen, die wir bald wieder vergessen haben; Zahlen, die die Grösse des Elends nicht auszudrücken vermögen, das die betroffenen Menschen, vor allem die Kinder, erleiden. Und, wie weit stimmen diese Zahlen? Beim Erdbeben sollen zwischen 70 000 und 350 000 Menschen umgekommen sein! Wer liegt mit den Schätzungen näher an der richtigen Zahl? Wir alle sind ganz einfach überfordert: überfordert vom riesigen Ausmass der Katastrophe und von der Hilflosigkeit der Menschen angesichts der Naturgewalten. Überfordert aber auch beim Versuch, Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen oder, noch elementarer, das Recht auf Nahrung zu erfüllen. Auswirkungen auf die Familien Ein Familienvater kann das Geschrei seiner Kinder nicht mehr ertragen,

weil er nicht weiss, wo Nahrung zu beschaffen ist, um die Schar ruhig zu stellen. Was tut ein solcher Vater? In der Stadt ist er den ganzen Tag unterwegs, er läuft ziellos durch Strassen und Menschenmassen, die wie er das Leben suchen. Auf dem Land durchschreitet er alle möglichen Gärten und Landschaften, um etwas Essbares zu finden. Es ist jedoch auch möglich, dass er die Familie und das Land verlässt und sein Glück zum Beispiel in der Dominikanischen Republik sucht oder als «Boat People» nach Amerika zu gelangen versucht. Dabei kann es lange dauern, bis die Familie ein Lebenszeichen von ihm erhält – wenn überhaupt. So wird die Familie entzweit, wo doch die Losung Haitis heisst: «Einheit macht stark». Die Mutter, Mittelpunkt der Familie, versucht derweil, sich mit den Kindern irgendwie durchzuschlagen, das wenige zu teilen, das für keinen wirklich reicht.

Marktfrauen im Zeltlager

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Kinder haben Rechte ❱

Küche im Zeltlager

…und die Kinder So kommt bei jeder Naturkatastrophe das Familienleben durcheinander und verbaut den Kindern die Zukunft. Sie haben keine Wahl: Entweder reicht es fürs Essen oder die Schule oder aber für beides nicht. Dann verbringen die Kinder den Tag gelangweilt zuhause oder streunen durch die Gegend. Auf dem Land verweilen sie vielleicht am Ufer eines Baches und versuchen dort, Kummer und Sorgen zu vergessen oder sie legen sich irgendwo nieder und träumen, wie es wäre, in die Schule gehen zu können. Die Familien werden bei jeder Naturkatastrophe hart geprüft: Eltern in der Stadt schicken oft ihre Kinder zu fernen Verwandten aufs Land. Kinder vom Land werden manchmal zu reicheren Familien in die Hauptstadt verdingt, in der Hoffnung, dass sie dort zur Schule gehen können. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus: Vor allem die Mädchen werden oft missbraucht. Sie müssen von morgens bis abends arbeiten und finden kaum Zeit, die Schule zu besuchen. In

Bezug auf die Schule sind Mädchen noch immer benachteiligt: Zuerst dürfen die Knaben zur Schule gehen, und nur wenn das Geld ausreicht, erhalten auch Mädchen eine Schulbildung. Die Sorgen der Mütter Vor allem für die Mütter ist es hart, ihre Kinder weggeben zu müssen. Solange eine Familie in einer Zeltstadt lebt, ist es für die Frau nicht einfach, ihren Kindern Schutz zu gewähren. So kommt es, dass viele Mädchen viel zu früh schwanger werden und sich der Teufelskreis der Armut weiter dreht. Aus dem Elend herauszufinden, ist schwierig. Natürlich gibt es Institutionen, die versuchen, mit ein wenig Geld die grösste Not zu lindern. Vielleicht kann eine Frau mit dem Verkaufen irgendwelcher Dinge einen Erlös erwirtschaften. Doch der Betrag, der bleibt, ist immer zu klein. So können die Menschen der Spirale der Armut nicht entkommen. Ausgewanderte HaitianerInnen unterstützen ihre Familien in Haiti Die zwei Millionen ausgewanderter HaitianerInnen zeigen ihre Solidarität mit ihren Familien in Haiti trotz Wirtschaftskrise mit grosszügigen Unterstützungsbeiträgen. So haben sich die Beiträge, die sie nach Hause schicken, um das Überleben ihrer Familien zu sichern, in den letzten zwei Jahren, von 1.2 Milliarden US-Dollar auf 2 Milliarden pro Jahr gesteigert. Umgang mit traumatisierten Menschen Ein weiteres schwieriges Kapitel ist das Umgehen mit traumatisierten Menschen. Wie über das Trauma hin-


wegkommen? Wie und wo sollen Kinder in dieser schwierigen Situation zu einer guten Erziehung kommen? Welche Werte werden vermittelt und welche Traditionen weiter gegeben? Wie viele HaitianerInnen erinnern sich an ihre Jugend, als sie bei Vollmond (da ist es beinahe taghell) einander Geschichten erzählten oder Rätsel lösten? Dieses unbeschwerte Leben kennen die Kinder von heute nicht mehr. Von klein auf heisst es, sich durchzubeissen, sich durchzukämpfen, um die Kraft zum Leben zu finden. In den Zeltlagern entwickelt sich eine Angst vor der Welt. Die eigene Welt ist so klein geworden. Man traut sich kaum aus der Zeltstadt hinaus. Im letzten Sommer durften 150 Kinder eines Zeltlagers je einen Tag in einem andern Stadtteil spielen gehen. Auszubrechen aus der bekannten Welt war ein Freudentag. Die Kinder merkten, dass auch in anderen Gegenden die Kinder und Jugendlichen die gleichen Probleme kennen wie sie selber.

Allianz des Südens Haiti

Frauen mit ihren Kindern in einem Zeltlager

Was tut die Stiftung Hand in Hand für Kinder? Die Stiftung Hand in Hand versucht heute, für 3500 Kinder täglich einen «Znüni» zu organisieren, denn ein leerer Bauch studiert weder gut noch gern. Dieser «Znüni» wird zu Zeiten von Nahrungsknappheit die einzige Mahlzeit für den ganzen Tag sein. Es ist aber im Interesse der Kinder und der Eltern, dass die Kinder geschult werden, lesen und schreiben lernen, um so später das Leben besser meistern zu können. Jedoch: ist das auch im Interesse der Regierenden? Ein gebildetes Volk ist weniger leicht zu übertölpeln... Die dringend notwendigen Schritte für eine gelingende Ausbildung sind: Bereitstellen von Büchern, Heften und Bleistiften und vor allem Essen, damit die Kinder gesund sind und lernen können. Wie viele Millionen Kinder warten in ihren Familien darauf, dass das nötige Geld zusammenkommt, damit sie in Brasilien, Haiti und Indien in die Schule gehen können! Wo sind da Gottes Spuren zu finden, die das Überleben der Kinder und Familien garantieren?

Zahlen zu Haiti EinwohnerInnen: 10 Millionen Alter der Bevölkerung: 5 % über 65 Jahre, über 50 % unter 21 Jahren Arbeitslose: 70 % der Bevölkerung Analphabetismus: 50 % der Bevölkerung Präsident: Michel Martelly ist für fünf Jahre gewählt 350 000 Menschen leben heute noch in ca. 600 Zeltlagern (kurz nach dem grossen Erdbeben waren es 1500 Zeltlager mit 1½ Millionen Menschen)

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Konzentrierte Mädchen beim Lernen

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«Allianz des Südens»: Indien

SFS Schule Basar hat Zukunft Kathrin Joye, Markus Hogenschurz| Im abgelegenen indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh, am Fuss des Ost-Himalayas, umgeben von dichtem Regenwald, leben die eingeborenen Stämme und Völker noch sehr ursprünglich. Der indische Staat versucht deren vielfältige Kultur, ihre Eigenheit und die vielen lokalen Sprachen durch strikte Einreisebestimmungen zu bewahren und vor fremden Einflüssen zu schützen, bis sich der Entwicklungsstand erhöht hat. Englisch ist in diesem multikulturellen Umfeld die offizielle Sprache. Basar ist die Heimat der Galos, eine Untergruppe des Adi-Stammes. Sie bauen Reis an, halten Tiere und leben meistens noch in traditionellen Bambus/Holzhäusern auf Stelzen. Es gibt keine Industrie und kein Gewerbe ausser ein paar einfachen Strassenständen. Die wenigen Jobs, die es gibt, werden von Regierungsangestellten besetzt, die nach Schul-, Lehr- und Wanderjahren ausserhalb ihres Staates, zurückgekommen sind. In vielen Orten haben die Eltern keine Schule besucht und es ist ein neues Phänomen, – leider noch keine Selbstverständlichkeit – dass die Kinder die Schule besuchen können. So ist es die heranwachsende Generation, die den Entwicklungssprung mittragen muss.

Die Schule in Basar In der SFS Schule in Basar, die seit 2007 heranwächst, besuchen 260 Kinder den Kindergarten oder die erste bis fünfte Klasse. So können schon kleine Kinder neben ihrer Muttersprache Englisch und Hindi. Es reicht aber nicht, den SchülerInnen schreiben, lesen und etwas rechnen zu lehren. Auch Fächer wie Geographie, Naturkunde oder Computerkenntnisse gehören zur Ausbildung. Schlussendlich müssen die Kinder sich auf dem nationalen Arbeitsmarkt bewähren können, da sie nach ihrem Schulabschluss Arbeit im Nachbarstaat Assam oder noch weiter entfernt finden oder sich auswärts aus- und weiterbilden müssen. Der offizielle indische Lehrplan wird daher auch in dieser Gegend angewandt und die Kinder tragen das Spannungsfeld zwischen ihrer traditionellen Herkunft und der modernen Zukunft mit einer bewegenden Leichtigkeit, Freude und Begeisterung. Der Schulstoff muss gelernt werden, das Schulmaterial ist (meistens) vorhanden, aber die Räume sind im Winter nicht geheizt, im Sommer nicht gekühlt und wenn der Strom ausfällt, fallen auch die Hausaufgaben weg, da es um sechs Uhr bereits dunkel ist. Der Verein «Punarjanma» Pater Sunny hat uns immer wieder einiges über die SFS Schule erzählt und mit Bildern erste Eindrücke vermittelt. Dadurch entstand für uns schnell die


Motivation, beim Aufbau dieser Schule zu helfen. Die Idee wurde geboren, den Verein «Punarjanma» (das heisst «Wiedergeburt» in Hindi) zu gründen, um Spenden gezielt für diese Schule zu sammeln. Inzwischen hat der Verein, zusammen mit Pater Sunny, vier Mitglieder und setzt sich tatkräftig für den Aufbau der Schule ein. Es war für uns immer schwierig, sich genau vorzustellen, was vor Ort benötigt wird oder was es heisst, immer wieder ohne Strom zu lernen und zu leben. So kam letztes Jahr die Idee auf, sich selber ein Bild vor Ort zu machen und eine Reise nach Basar zu organisieren. Wir mussten uns nur um den Flug von Zürich nach Guwahati (dem am nächsten zu Basar liegendem Flughafen) kümmern und Pater Sunny organisierte den Transport weiter nach Basar und die entsprechenden Unterkünfte durch seinen Orden MSFS (Missionare des Heiligen Franz von Sales). Vor Ort in Basar Während der Autofahrt von Guwahati nach Basar erhielten wir die ersten Eindrücke von diesem gewaltig grossen und beeindruckendem Land. Für

die Reiseetappe von Guwahati nach Silapathar benötigten wir für über 500 Kilometer mehr als 15 Stunden. Man muss immer mit Hindernissen, wie zum Beispiel auf der Strasse liegenden Tieren, rechnen. Auch sind nicht alle Strassenabschnitte asphaltiert und durch die jüngsten starken Überschwemmungen teils ganz verschwunden. So waren wir froh, als wir am vierten Tag nach unserem Abflug von Zürich gesund in Basar ankamen und herzlich von Pater Thomas, dem dortigen Schulleiter, empfangen wurden. Wir waren überwältigt, was Pater Thomas, die Lehrpersonen und alle SchülerInnen vorbereitet hatten! Am zweiten Tag durften wir an einer über zwei Stunden dauernden Feier teilnehmen. Alle festlich gekleideten Schulkinder und die Lehrpersonen waren anwesend. Selbst der staatliche Distriktvorsteher gab sich die Ehre! In dieser Feier führten die Klassen Gesänge, lokale Tänze und Geschichten auf. Wir bedankten uns für die grosse Gastfreundschaft und erzählten von den Gründen unserer Reise nach Basar.

Allianz des Südens Indien

Die Klasse der InternatsschülerInnen

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❱ Blick auf die

ganze SFS Schule und ihre SchülerInnen und Lehrpersonen

Neben dem Besichtigen des Schulgebäudes, war es uns ein wichtiges Anliegen, die Schulkinder und Lehrpersonen kennen zu lernen. Nach der Feier hatten wir Gelegenheit dazu. In vielen eindrücklichen Gesprächen mit Kindern und Lehrpersonen bekamen wir Einblick in den Schulalltag. Die Kontakte vertieften wir, als wir am dritten Tag in jeder Klasse für einige Zeit den Unterricht verfolgten. Sowohl wir stellten Fragen, als auch die Schulkinder zeigten sich interessiert, einiges von uns zu erfahren.

❱ Pater Sunny

beim Besuch einer Schulklasse

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Einfache alltägliche Bedingungen Die Freude, Spontaneität und Offenheit der Kinder kontrastiert stark mit den bescheidenen Lebensumständen. Die Platzverhältnisse sind prekär. Von den 260 Schulkindern sind etwa 50 Kinder im Internat, da die Schule zu weit weg von zuhause oder das Internat den schlechten Familienverhältnissen vorzuziehen ist. Jeweils 20 Internatskinder schlafen in einem Raum, der eigentlich als Klassezimmer benützt werden sollte. Es gibt wenig Platz für persönliche Gegenstände oder Kleider und kein individuelles Spielzeug. Die

Bekleidung ist einfach (mit Ausnahme der gepflegten und täglich gewaschenen Uniformen), aber immer sauber und würdig. Die Schuhe sind dem nassen und rutschigen Boden angepasst (Sandalen, Flipflops etc.). Die Kinder haben einen persönlichen Wascheimer für ihre Körperpflege und das Waschen ihre Kleider in der einfachen Waschanlage hinter dem Haus. Die Dusche und das WC sind sehr einfach, doch gibt es genug Wasser und so wird die Dusche in der warmen Jahreszeit oft ein herrlicher Spielplatz für die Kinder. Die Freizeit, zwischen drei und fünf Uhr, verbringen die etwa 50 Internatskinder draussen, auf dem Spielplatz. Die Jungs spielen Fussball mit den Lehrern, die Mädchen spielen mit dem Seil, rennen herum oder machen Rollenspiele. Zwischen halb sechs und sechs Uhr wird es dunkel, Zeit für die Hausaufgaben, sowie das Waschen. Danach gibt es das Abendessen und einen Gottesdienst zum Abschluss des Tages. Dann ist es Zeit, ins Bett zu gehen, es sei denn, der Schuldirektor erlaubt den Kindern, noch einen kurzen Film zu schauen – in der Schule hat es nämlich ein Videogerät und einen alten Fernseher.


unser Besuch unsere Verbundenheit mit ihrer Schule. Diese Freundschaft mit der fernen Welt ist für die Kinder und Lehrpersonen eine Freude und sie fühlen sich getragen. Ihre Herzlichkeit und Dankbarkeit, besonders auch für die Zuwendung und unser Interesse, ist berührend und unvergesslich. Unser Projekt Wir wollen in einem nächsten Schritt den Ausbau der Schule mit der Ergänzung zweier weiterer Stockwerke und der Installation eines Stromgenerators fördern. Dazu sind beachtliche Gelder notwendig. Es ist das Ziel, den geplanten Ausbau bis zum Start des nächsten Schuljahres im Juni 2013 fertigzustellen. Wir hoffen natürlich, dass uns viele grosszügige Spenden dabei helfen, unsere ehrgeizigen Pläne umzusetzen.

Kinder haben Rechte

Platznot und Stromausfall Beim Rundgang durch die Schule zeigt sich besonders, warum es wichtig ist, dieser Schule weiterzuhelfen. Platznot herrscht überall: Die InternatsschülerInnen schlafen und leben in Klassenzimmern. Das Schulpersonal (einige Lehrpersonen, das Küchenpersonal und die Fahrer der beiden Schulbusse) leben in Behelfsunterkünften. Ein weiteres grosses Problem, mit dem die Schule zu kämpfen hat, ist der immer wieder auftretende Stromausfall. Vor unserer Ankunft war für etwa zwei Wochen kein Strom verfügbar. Für uns nicht vorstellbar! Diese drei Tage, die wir mit den Schulkindern und Lehrpersonen verbringen durften, zeigten uns, wie dringend die weitere Unterstützung dieses Projektes ist. Über die finanzielle Unterstützung hinaus zeigte

Projekte der kirchlichen Entwicklungshilfe (KEH)

Grundrechte sind umzusetzen – die Kirche hilft mit Marlis Gisler| Haben alle Kinder auf der ganzen Welt gleiche Rechte? Wenn wir die vielen Unterstützungsanfragen sehen, welche die Kommission für kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) jährlich erreichen, und wenn wir die Anliegen der Projekte betrachten, dann lautet die Antwort: «Nein». Anhand einiger Artikel der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 möchte ich aufzeigen, in welchen Bereichen die kirchliche Entwicklungshilfe (KEH), gemäss ihren finanziellen Möglichkei-

ten, Kinder- und Jugendprojekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen unterstützt. Recht auf eine bestmögliche Gesundheit Gesundheitliche Grundversorgung und Prävention werden in folgenden Projekten geleistet:   Die Stiftung St. Martin «Wasser ist Leben» setzt sich mit ihrem Brunnenprojekt in Kamerun für sauberes Wasser ein. Dadurch wird unter ande-

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UN-Kinderrechtskonvention

Die 10 Grundrechte der Kinder Kinder haben ein Recht darauf, angemessen versorgt, gefördert und geschützt zu werden und sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen. Für diese Grundrechte der Kinder gibt es seit 1989 ein weltweites Grundgesetz: die UN-Konvention über die Rechte des Kindes.

Im Originaltext braucht es dazu 54 Artikel in sehr komplizierter und sicher nicht kindgerechter Sprache. Die Unicef, die Kinderrechtsorganisation der Uno, fasst den 20 Seiten langen Text in zehn Grundrechte zusammen (Die Nummerierung entspricht nicht jener der Artikel!):

❱ Kinder im Kinderrechtszentrum Interlagos, Brasilien


1 Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht 2 Recht auf einen Namen und eine Staatszugehörigkeit 3 Recht auf Gesundheit 4 Recht auf Bildung und Ausbildung 5 Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung 6 Das Recht, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln 7 Recht auf eine Privatsphäre und eine gewaltfreie Erziehung im Sinne der Gleichberechtigung und des Friedens 8 Recht auf sofortige Hilfe in Katastrophen und Notlagen und auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung 9 Recht auf eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause 10 Recht auf Betreuung bei Behinderung


Kinder haben Rechte ❱

Banat: Die Kolpingjugend setzt sich ein

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Fortsetzung von Seite 13

rem auch die Kindersterblichkeitsrate verringert.   «Kolping» unterstützt am Stadtrand von Santa Cruz, Bolivien, in einer geburtenreichen Region, ein medizinisches Zentrum.   Die «Kimongo-Hilfe» baut eine Entbindungsstation in Kimongo, Demokratische Republik Kongo.   In den abgelegenen Bergdörfern von Lesotho, im Süden Afrikas, unterstützt «SolidarMed» mobile Spitalteams in der Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind.   Die «Lisanga Schule» in Kinshasa, Demokratische Republik Kongo, unterhält eine kleine Krankenstation. Das medizinische Labor sollte erweitert und erneuert werden.   «Vivamos mejor» setzt sich mit dem Projekt «Gesunde Ernährung in Palacagüina» (Nicaragua), wo viele Kinder an Unter- und Fehlernährung leiden, für die Verbesserung der Gesundheitssituation ein. Kinder haben das Recht auf Bildung Die KEH unterstützt folgende Schulprojekte:   Die Schule «St. Teresas Generalate», Bangalore, Indien, damit 150 Kinder regelmässig zur Schule gehen können.   Die Schule der «Suore Ancelle di Gesù Bambino», in einer Baracken-

Bolivien: Mutter-Kind-Haus in Cochabama

siedlung in Salvador-Bahia, Brasilien, für die Vorbereitung älterer Kinder auf den Besuch der öffentlichen Schule.   Die «Schule Santa Teresa», Nicaragua, damit sozial benachteiligte Kinder mit Lernschwierigkeiten die Schule und den Kindergarten besuchen, einen Pausenbrei und ein einfaches Mittagessen erhalten können.   Die Primarschule «Wahat al-Salam» im Friedensdorf Neve Shalom, Israel. Jeweils zwei Lehrkräfte, eine arabische und eine jüdische, unterrichten gemeinsam in einer Klasse, d.h. beide Kulturen und Sprachen werden vermittelt. Neben den ausländischen Bildungsprojekten werden auch inländische unterstützt:   Die «Sans-Papiers-Anlaufstelle», Zürich, setzt sich unter anderem für die Einschulung von Kindern ein.   Die «Fachstelle für Frühförderung», Winterthur, ermöglicht Kindern aus sozial benachteiligten Familien, den Besuch einer Spiel- und Krabbelgruppe. Kinder haben das Recht auf Schutz vor Gewalt   «Terre des Hommes» hat das Projekt «Kinderschutz im Kosovo» lanciert. Schulkinder sollen vor Gewalt,


Ausbeutung, Kriminalität, und Menschenhandel geschützt werden.   Das «Frauenhaus Winterthur» engagiert sich im Bereich der häuslichen Gewalt, welcher Kinder oft schutzlos ausgeliefert sind. Es leistete mit der interaktiven Ausstellung «Rosenstrasse 76» eine wichtige Öffentlichkeitsarbeit. Behinderte Kinder haben das Recht auf besondere Fürsorge und Förderung   Im Rehabilitationszentrum «Agua Cristalina» von Soverdi Social, São Paulo, Brasilien, werden geistig und körperlich behinderte Kinder aus so-

zial schwachen Familien mit verschiedenen Wassertherapien gefördert.   «Kolping» richtet in Caransebes, Rumänien, einen Gärtnerei-Lehrbetrieb mit geschützten Arbeitsplätzen für behinderte Jugendliche ein.   Im Zentrum «Manos Unidas» in Tisaleo, Ecuador, erhalten behinderte Kinder verschiedene Therapien sowie Unterstützung in Ernährung und Medizin.

Agua Cristalina: Wassertherapie für behinderte Kinder

Dies ist eine Auswahl von Projekten, bei denen die KEH hilft, Grundrechte für die Kinder umzusetzen. Vieles ist noch zu tun für eine Chancengleichheit aller Kinder.

Budgetauszug der Kirchgemeinde Winterthur 2013

Direkt zuweisbare Auslagen für Kinder und Jugendliche Thomas Suter| Die römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur wird nächstes Jahr rund 1,2 Millionen Franken ausgeben, um ihre Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen zu ermöglichen.

Erstkommunion 5 000 Firmung 14 000 Erinnerungsgaben Erstkommunion und Firmung 14 000 MinistrantInnen 14 000 Projekte pfarreiliche Jugendseelsorge 53 000 Projekte regionale Jugendseelsorge 24 000 Schulmaterial 51 000 4 000 Beiträge Blauring Beiträge Firmreisen 15 000 Beiträge Kinder-/Jungendchor 2 000 Beiträge Jugendreisen 5 000 Beiträge offene Jugendtreffs 30 000 Beiträge Pfadi SUSO 6 000 Beiträge Freie Katholische Schule Zürich 21 000 Personalkosten Jugendarbeit 450 000 Personalkosten Katechese/HGU 525 000 17 Total für Kinder und Jugendliche 1 233 000   


Adventsaktion das Programm

Programm zur Adventsaktion der Pfarrei St. Peter und Paul

1./2. Dezember 2012: «Allianz des Südens» Unsere Gäste: «Allianz des Südens» Paula Iten, Haiti; Beat Wehrle, Brasilien; Pater Sunny, Nordost-Indien Projekt: Kinder haben Rechte

Samstag 10.15 – 10.45 Uhr und 11.00 – 11.30 Uhr

Sponsorenlauf für Sportbegeisterte und Ihre Freunde auf der Finnenbahn der Schützenwiese Veloparcours rund um die Eulach Anmeldezettel liegen in der Kirche auf oder sind im Pfarramt erhältlich

18.00 Uhr

Abendmesse in der Kirche mit VertreterInnen des Südens

19.00 Uhr

Offenes Adventssingen in der Kirche unter der Leitung von Hansueli Bamert, anschliessend Glühwein- und Glühmostverkauf vor der Kirche

19.30 Uhr

Kaffee und Kuchen im Pfarreiheim Die Verkaufsstände sind offen

Sonntag 9.30 | 11.15 | 19.30 Uhr

Gottesdienste in der Kirche mit VertreterInnen des Südens

10.30 Uhr

Verkaufsstände im Pfarreiheim Adventskränze, Eigenprodukte, Produkte des «fairen Handels», Geschenkartikel

ab 12.00 Uhr

Brasilianisches Mittagessen im Pfarreiheim, Kuchenbuffet und Kaffee Darbietungen der «Allianz des Südens»

15.00 Uhr

Ende der Adventaktion

Mittagessen, Kuchen und viele Verkaufsartikel sind gespendet. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich ausgeführt. Alle Einnahmen sind für die «Allianz des Südens» bestimmt.

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Oftmals lange Spitalaufenthalte Alberto Dietrich, Spitalseelsorger am KSW| Das medizinische Angebot des Departements Kinder- und Jugendmedizin im Kantonsspital umfasst neben der Kinder- und Jugendmedizin die Neonatologie (Früh- und Neugeborene), das Sozialpädiatrische Zentrum, sowie die Fachstelle für Kinderschutz und Opferhilfe «OKey». Die stationären PatientInnen sind auf dem dritten (Schulkinder und Jugendlichen) und vierten (Säuglinge und Kleinkinder) Stock des Hochhauses untergebracht. Sehr viele Kinder werden ambulant behandelt (7400 im letzten Jahr). Erschreckend ist die Anzahl der Misshandlungsfälle (585 Betroffene). Die Seelsorge auf dem dritten und vierten Stock der Kinderklinik wird von uns überkonfessionell wahrgenommen. Wir gehen einmal pro Woche durch alle Zimmer und bieten insbesondere den Eltern der PatientInnen eine Gesprächsmöglichkeit an. Wenn sich ein Spitalaufenthalt eines Kindes über mehrere Tage hinzieht, belastet dies das Familiensystem sehr. Oftmals übernachten Mütter und manchmal auch Väter auf einem Klappbett in unmittelbarer Nähe ihres Kleinkindes oder Säuglings, damit es in der fremden Umgebung, eventuellen somatischen und/ oder psychischen Beschwerden nicht auch noch unter dem Getrenntsein von seinen wichtigsten Bezugspersonen leidet. Die Mütter finden im Spi-

talalltag – und im speziellen in der Nacht – in der Nähe ihrer Kinder wenig oder gar keine Ruhe oder Schlaf. Sind noch andere Kinder zuhause zu betreuen, werden neben den berufstätigen Vätern auch die Grosseltern und andere Bezugspersonen der Familie involviert. Auf der Neonatologie kann es nicht nur Tage, sondern durchaus einige Wochen dauern, bis das Neugeborene endlich nach Hause kommen kann. Diese Situation stellt für die Eltern und alle Betroffenen eine enorme Belastungssituation dar. Auch viele ältere Kinder und Jugendliche mit psychosomatischen Beschwerden müssen einen langen Spitalaufenthalt mit zahlreichen Therapien, Einzel- und Gruppengesprächen und vielem mehr auf sich nehmen. Darunter sind Jugendliche mit Magersucht, Ess-Brechsucht, massiver Prüfungsangst und somatischen Beschwerden usw. Manchmal gelingt es uns Seelsorgenden, auch zu diesen Kindern und Jugendlichen einen Kontakt aufzubauen. Da diesen jedoch ein enormes Betreuungsangebot wie Schulunterricht, Bewegungsangebote, Ausdruck über Musik, Rhythmik und Spielgelegenheiten (inklusive Töggelikasten) zur Verfügung steht, ist unsere Kontaktaufnahme ein Angebot unter vielen. Der Besuch des Spitalclowns auf der Abteilung ist für Kleinkinder jeweils ein besonderer Event!

aus der Spitalseelsorge

Kinder und Jugendliche im Spital

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Rorate Predigtthema 20

Thema der Rorate-Gottesdienste

«Drei Lieblingsnamen Gottes» hug| Auf der Pfarreireise im Sommer nach Irland haben wir prähistorische Kultstätten besucht mit einer auffallenden Steinritzung: einem Dreispiralenbild. Unsere Reiseleiterin hat uns erklärt, dass die Christianisierung Irlands unter anderem deshalb so fruchtbar gewesen ist, weil es der Bevölkerung leicht fiel, die «Dreifaltigkeit» Gottes anzunehmen. Diese Idee einer Drei-Einheit kannten sie auch schon vorchristlich. Natürlich glauben ChristInnen nicht an drei Götter, sondern sie geben dem einen Gott drei bevorzugte Namen. Wenn wir in der katholischen Tradition das Kreuzzeichen machen, sagen wir dazu: «Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes». Der Islam bekennt von Gott, er habe hundert Namen, von denen 99 den Menschen offenbart sind. Anhand ihrer Gebetsschnur preisen Muslime Gott in dreimal 33 Namensanrufungen. Viele von diesen können wir problemlos teilen: der Barmherzige, der Richter, der Schöpfer sind beispielsweise auch für uns Bezeichnungen, mit denen wir Gott verehren. Doch ChristInnen haben im Laufe der ersten vier Jahrhunderte ihrer Glaubensgeschichte drei Lieblingsnamen Gottes entwickelt: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Ihnen gelten unsere drei diesjährigen RorateGottesdienste. Mit «Vater» beten wir zu Gott «über uns», zum Schöpfungsgeheimnis, zu Gott, dem «ganz Anderen»,

der mit uns, seinen Geschöpfen, in einem Bund der Liebe steht und deshalb von uns mit einem «warmen» Beziehungswort angeredet wird. Darum geht es am 7. Dezember. «Heiliger Geist» meint die Erfahrung des göttlichen Geheimnisses in uns, seine wirksame Gegenwart in den Geschöpfen, seine unsichtbare Kraft und Dynamik, die die Schöpfung ihrem Ziel entgegen zieht. Das bedenken und feiern wir am 14. Dezember. «Sohn» benennt die Erkenntnis der göttlichen Präsenz im Menschen «neben mir», der auf seine je eigene Art das Bild Gottes widerspiegelt. Diesen Titel verleihen die ChristInnen zuerst Jesus, der ganz besonders «Gott neben uns» verkörpert. Am 21. Dezember – kurz vor Weihnachten – steht darum der «Sohn» im Mittelpunkt. Der Nachmittags-Rorate-Gottesdienst für ältere Menschen vom Mittwoch, 5. Dezember, nimmt das Thema des ersten Freitags auf.


Letzter Jubiläumsanlass im Zeichen des Advents

Minestrone, Musik und einen Moment Zeit Zum Abschluss des 150-Jahr-Jubiläums laden die römischkatholischen Pfarrgemeinden Winterthurs am Samstag, 15. Dezember ab 10.00 Uhr in den Rathausdurchgang ein. Claudia Sedioli| «Kirche findet Stadt(t)» – so wörtlich wurde die Leseart des Jubiläumsmottos in diesem Jubiläumsjahr 2012 noch nie umgesetzt: Mitten in der Winterthurer Altstadt, im Rathausdurchgang, laden alle acht katholischen Pfarreien zu «Minestrone, Musik und einem Moment Zeit» ein. Der Rathausdurchgang wird adventlich dekoriert sein und der Duft von Minestrone und Glühmost laden dazu ein, sich an den Festbänken niederzulassen. Chöre und Musikformationen aus den Winterthurer Pfarreien treten jeweils zur vollen Stunde mit einem Kurzprogramm auf und geben Einblick in die musikalische Vielfalt von Katholisch-Winterthur. Das Leben in den Pfarreien, ihre sozialen, liturgischen und gesellschaftlichen Angebote, ihre Anlässe und die Vielzahl von Mitgliedern jeden Alters werden zudem in einer Endlospräsentation dargestellt: Auf einer Grossleinwand werden FestbesucherInnen bekannte Gesichter erkennen und neue Einblicke in das vielfältige Pfarreileben gewinnen. Zuwendung schenken An diesem letzten Festanlass zum 150-Jahr-Jubiläum sind neben den Pfarreimitgliedern alle PassantInnen

in der Winterthurer Altstadt willkommen, einen Moment auszuruhen, Musik zu hören und eine warme Suppe zu essen. Wer nicht dabei sein kann, wird sich vielleicht über eine Karte mit netten Worten freuen. Pfarreiangehörige verteilen im Rathausdurchgang kostenlose Grusskarten mit vorweihnachtlichen Sujets. Die Karten sind bereits vorfrankiert, auch Schreibstifte und ein Briefeinwurf stehen bereit. Am 15. Dezember sollen adventliche Grüsse möglichst viele Menschen erreichen, die nicht am Jubiläumsanlass im Rathausdurchgang teilnehmen können.

Grusskarten, die am Adventsanlass im Rathausdurchgang verschickt werden können Fotos: www.bildreich.ch


herzliche Einladung

Während der Advents- und Weihnachtszeit

Besondere Gottesdienste hug| Wir laden Sie im Advent zur Einstimmung auf Weihnachten zu folgenden besinnlichen Veranstaltungen ein. Rorate-Gottesdienste Unsere Rorate-Gottesdienste finden auch dieses Jahr an den drei Freitagmorgen des Advents jeweils um 5.30 Uhr statt: Am 7. Dezember mit dem Kinderchor, am 14. Dezember mit Kantoren, die eine Choral-Schola bilden und am 21. Dezember mit Instrumentalbegleitung. Darüber hinaus möchten wir ältere Menschen, die nicht so gerne frühmorgens im Dunkeln unterwegs sind, an einem Nachmittag zu einem «Quasi-Rorate»-Gottesdienst Gelegenheit geben: am Mittwoch, 5. Dezember, um 14.30 Uhr im Pfarreiheim mit anschliessender Einladung zu gemütlichem Zusammensein bei Getränk und Gebäck. Bussfeiern Die Bussfeiern vor Weihnachten zur inneren Einstimmung auf die Festtage mit meditativer Geigenmusik von Annemarie Hirschi sind am Montag, 17. Dezember, um 15.00 Uhr in der Kirche St. Ulrich, Rosenberg und um 20.00 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul.

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Eltern-Kind-Feier Am 16. Dezember um 10.00 Uhr wird in der Krypta eine adventliche Feier zum Thema der Weihnachtsgeschichte gestaltet. Familiengottesdienst Im Gottesdienst vom 9. Dezember um 9.30 Uhr eröffnen wir den Heimgruppenunterricht (HGU) für die ersten Klassen. Anschliessend sind alle ins Pfarreiheim zum «Chilekafi» eingeladen. Heiliger Abend Der Gottesdienst um 17.00 Uhr wird speziell für Familien mit Kindern unter Mitwirkung des Kinderchors St. Peter und Paul gestaltet. Die Christmette findet um 22.30 Uhr statt, es wird feierliche weihnachtliche Instrumentalmusik gespielt. Weihnachten Im Festgottesdienst um 9.30 Uhr führt der Kirchenchor St. Peter und Paul – unterstützt von SolistInnen und Orchester – das Gloria von Antonio Vivaldi auf. Jahreswechsel In den Gottesdiensten an Silvester um 17.00 Uhr und am Neujahr um 9.30 und 11.15 Uhr geniessen wir neben der Orgel eine besondere Instrumentalbegleitung.


Weihnachtsmesse am 25. Dezember um 9.30 Uhr

Antonio Vivaldis Gloria in D-Dur Hansueli Bamert| Im Weihnachtsgottesdienst vom 25. Dezember um 9.30 Uhr steht dieses Jahr keine durchkomponierte Messe auf dem Programm. Ausnahmsweise wird das Gloria in D-Dur von Antonio Vivaldi über den Gottesdienst verteilt zu hören sein. Damit bekommt die weihnachtliche Engelsbotschaft «Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden» eine ganz besondere Bedeutung. Diese festliche Musik erstrahlt mit Streichorchester, Trompeten und Oboen, SolistInnen und Chor in barockem Glanz. Jede Textstelle des Glorias deutet Vivaldi ihrem eigenen Charakter gemäss musikalisch aus. So wird der Gottesdienst auch eine Begegnung mit diesem Jubelgesang, der erst seit dem zwölften Jahrhundert fester Bestandteil der Messe ist und früher nur in der Weihnachtszeit gesungen werden durfte. (Man befürchtete, dass

die Gottesdienstbesuchenden von der Wortgewalt zu sehr berauscht würden.) Isabelle Anderfuhren (Sopran), Dorothee Labusch (Alt), Marielle Haag Studer (Orgel), Hansueli Bamert (Leitung), ein Ad-hoc-Orchester und der Kirchenchor St. Peter und Paul freuen sich, Sie mit dieser wunderbaren Musik weihnachtlich zu stimmen.

Kinderchor-Aufführung: «D'Zauberorgele» Hansueli Bamert| Wer kennt sie nicht? S‘Rägeli und de Chübelimaa, dä Fridolin, s‘Apoteggers Bitterli, d’Vogelschüüchi und dä Schneemaa. Noch immer bezaubert das Kindermusical von Jörg Schneider und Emil Moser durch seinen Charme und die so menschlich gezeichneten Charakteren das Publikum. Am 20. Januar 2013 um 17.00 Uhr ist die «Zauberorgel» auf der Bühne des Pfarreiheims, im grossen Theatersaal an der Laboratoriumstrasse 5 zu sehen und zu hören. Aufgeführt wird das Musical vom Kinderchor St. Peter und Paul.

Der Sozialdienst sammelt für Weihnachten

Ein Tisch voller Geschenke Monika Schmid-Müller, Hedi Blum| Wir sammeln Geschenke für unseren Weihnachtskorb. Diese werden wir bedürftigen Menschen in unserer Beratung und am Weihnachtsessen im Treffpunkt Vogelsang weiter geben. Wir freuen uns, wenn wir auf Ihre Unterstützung zählen können und bitten Sie, die Gaben bis am 10. Dezember beim Sozialdienst, Tellstrasse 11a

oder im Pfarreisekretariat, Tellstrasse 7 abzugeben. Herzlichen Dank! Besonders beliebte Geschenke:   Socken Grösse 38 – 48   Schokolade, Honig   Körperpflegeartikel   Spiele und Malsachen   Geldspenden, Einkaufs-, Kinooder Reisegutscheine, Cumulusbons

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Pfarreien St. Peter und Paul und St. Ulrich

Adventliches für SeniorInnen Monika Schmid-Müller, Hedi Blum| In der festlichen Advents- und Vorweihnachtszeit laden wir unsere Seniorinnen und Senioren herzlich zu folgenden Anlässen ein:

Die Kinder vom Kolibri (Kinder aus Kindergarten und Primarschule) werden Ihnen die Botschaft: «Die drei Könige und ihr Gepäck» spielerisch überbringen. Anschliessend werden Sie mit einem feinen Essen verwöhnt. Eine Anmeldung ist bis am 7. Dezember notwendig. Beachten Sie bitte auch die ausgelegten Handzettel. ,

Ein Angebot in der Fastenzeit

❱ Nehmen Sie an

den adventlichen Anlässen für SeniorInnen teil. Wir freuen uns, mit Ihnen zu feiern.

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Rorate-Gottesdienst am Nachmittag Mittwoch, 5. Dezember um 14.30 Uhr im Pfarreiheim St. Peter und Paul. Pfarrer Hugo Gehring feiert mit uns diese spezielle Advents-Lichtfeier unter dem Titel «Gott hat drei Lieblingsnamen». Anschliessend sitzen wir gemütlich zusammen bei Getränk, Gebäck und Kerzenlicht. Adventsfeier Unsere traditionelle Vor-Weihnachtsfeier mit Krippenspiel in St. Ulrich entfällt dieses Jahr wegen der Renovationsarbeiten. Wir freuen uns, dass uns die reformierte Kirche Veltheim zu einer ökumenischen Adventsfeier am Mittwoch, 12. Dezember um 16.00 Uhr ins Kirchgemeindehaus Veltheim an der Feldstrasse 6 einlädt.

Exerzitien im Alltag 2013 sts| Möchten Sie die Zeit vor Ostern zu einem persönlichen Schritt im Glauben nutzen? Fühlen Sie sich manchmal etwas allein, gerade auch auf dem Weg des Glaubens, der Glaubenssuche? Dann spricht Sie vielleicht das folgende Angebot zur Fastenzeit 2013 mit den vierwöchigen Exerzitien im Alltag an. Wenn Sie mehr dazu erfahren möchten, kommen Sie bitte zum Informationsabend am Donnerstag, 24. Januar 2013 um 19.30 Uhr ins Pfarreiheim St. Peter und Paul. Dort wird Ihnen das seit Jahren bewährte, gesamtstädtische Angebot zur Fastenzeit näher gebracht. Ansonsten gibt Ihnen Stefan Staubli per Mail oder mündlich gerne weitere Auskünfte. stefan.staubli@kath-winterthur.ch


Lichtgestalten

Aurelius Augustinus sts| «Du hast uns zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir». Beides sollte der Autor dieses denkwürdigen Satzes zu Genüge kennen lernen; das ruhelose Herz und einen tiefen Frieden in Gott. Die Rede ist vom späteren Bischof und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo, geboren am 13. November 354 in Thagaste in Karthago im heutigen Tunesien als Sohn eines heidnischen Vaters und der Christin Monika, gestorben am 28. August 430, während die Vandalen Hippo Regius belagerten. Als theologischer Denker und Schriftsteller eine überragende Persönlichkeit, bewegt er durch seine theologischen Aussagen ebenso wie durch sein Ringen als Mensch und sein unnachgiebiges Suchen nach der Wahrheit seines Lebens und des Glaubens. In den «Confessiones», in denen Augustinus in der Form eines Gebetes sein Leben bis zum Zeitpunkt der Bekehrung schildert, werden die Lesenden mitgenommen auf diesen langen Weg und selber ermutigt, auf dem eigenen Weg nicht aufzugeben. Nochmals ein Wort aus diesen «Confessiones»: «Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, nicht aber, um aufzugeben.» Nicht aufgegeben hat in erster Linie seine Mutter Monika, die am meisten unter seinem unsteten Leben und seinen Irrwegen litt: Unter seiner frühen Vaterschaft und ausserehelichen Verbindung mit einer Frau, bis

hin zu seiner ebenfalls mehrjährigen Mitgliedschaft in einer manichäischen Sekte, einer von ihrem Stifter Mani aus vielen Elementen zusammengesetzten Mischreligion aus heidnischen, christlichen, altpersischen und indischen Ideen. Erst eine berufliche Veränderung, die ihm 384 eine Professur in Mailand einbrachte und dort zur Begegnung mit Bischof Ambrosius führte, leitete eine entscheidende Wende ein. Über tiefgreifende religiöse Erfahrungen führte ihn sein Weg zum Empfang der Taufe in der Osternacht 387 bis hin zur Priesterweihe und schon fünf Jahre später zur Übernahme des Bischofamtes von Hippo Regius. Aus einem unruhig Getriebenen war ein gefragter Hirte seiner Herde geworden. An dieser Stelle sei an das Kirchenfenster ganz hinten rechts unter der Empore unserer Kirche St. Peter und Paul erinnert. Da sehen wir Augustinus als Bischof mit Mitra und Stab und einem im Sand spielenden Kind. Damit wird eine legendenhafte Begebenheit aus seinem Leben aufgegriffen: Er soll am Ufer des Meeres spazierend über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nachgedacht haben. Versunken in dieses unergründliche Glaubensgeheimnis soll ihm ein Kind begegnet sein, das ihm auf seine Weise klar machte, dass er damit an kein Ende kommen werde. Es versuchte nämlich mit einer blossen Muschel das ganze Meer auszuschöpfen – als Hinweis für den Versuch von Augustinus, die unerschöpfliche Weisheit Gottes zu ergründen.

Aurelius Augustinus auf dem Kirchenfenster ganz hinten rechts unter der Empore

Augustinus blieb zeitlebens ein Suchender, der wusste, dass wir ein Leben lang auf dem Weg vom Glauben zum Schauen sind.

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Frauen St. Peter und Paul 26

Sofagespräch mit Rosmarie Zapfl

Vom Krippenfigurenkurs in den Nationalrat Gelegenheit, die Alt-Nationalrätin Rosmarie Zapfl ganz persönlich kennen zu lernen, hatten die Frauen St. Peter und Paul am 19. September. Begegnung mit einer Nimmermüden. Claudia Sedioli| Mutter von heute erwachsenen Kindern, Geschäftsfrau, Gemeinde- und Stadträtin in Dübendorf, Nationalrätin, Vorstandsmitglied verschiedener Vereine und Stiftungen, Präsidentin des Schweizerischen Frauendachverbandes Alliance F – der Lebenslauf der heute 73-jährigen Rosmarie Zapfl listet einen Erfolg nach dem anderen auf. «Sie haben alles erreicht – was wollen Sie jetzt noch?», war deshalb die provokative Einstiegsfrage, die ihr die Frauen von St. Peter und Paul am 19. September im Pfarreiheim stellten. Pfarrer Hugo Gehring vertrat als Präses des Vereins die Interessen der Männer. Politik und Krippenfiguren Denn um Männer und Frauen, respektive, welche Plätze die Gesellschaft und das Recht ihnen zuwies, ging es Rosmarie Zapfl schon immer: «Der Kampf um das Frauenstimmrecht hat mich früh geprägt», erinnert sich die 1939 Geborene. Und kaum hatten auch die Schweizer Frauen das Wahl- und Stimmrecht, begann Rosmarie Zapfls politische Karriere: «Da brauchten die Parteien plötzlich Frauen und die CVP fragte mich an: ‹Lass dich auf die Liste setzen, die Chancen, gewählt zu werden, sind

verschwindend klein!›» Dass sie trotzdem sofort in den Gemeinderat und später in den Stadtrat einzog, führt Rosmarie Zapfl auf ihre gute Verankerung an ihrem Wohnort Dübendorf zurück – und auf ihr Engagement in Frauenkreisen, zum Beispiel als Leiterin von Krippenfigurenkursen. «Sie können sich gar nicht vorstellen, wie wir in diesen Kursen jeweils diskutiert und politisiert haben!» Herausgefordert durch Einschränkungen Dabei ging es oft auch um Benachteiligungen der Frauen im täglichen Leben: «Als ich nach meiner Heirat meine eigene Berufstätigkeit aufgab, um im Geschäft meines Mannes mitzuarbeiten, händigte mir zum Beispiel der Pöstler das Geld meiner eigenen Zweiten Säule nicht aus: ‹Ich brauche die Unterschrift Ihres Mannes›, meinte er, als er an der Tür läutete», erinnert sich die Politikerin. Da ihr Ehemann Österreicher war, bekamen die gemeinsamen Kinder die österreichische Staatsbürgerschaft, verloren aber die schweizerische – auch dies empörte Rosmarie Zapfl und trieb sie zu einem Engagement an, das bis heute nicht nachgelassen hat.


Kalendarium Dezember 2012 1|2 Samstag Adventsaktion «Allianz des Südens» für Brasilien, und Sonntag Haiti und Indien, Thema: «Kinder haben Rechte» 1 Samstag FamA, Adventssingen in der Kirche im Rahmen der Adventsaktion, 19.00, anschliessend Punschverkauf vor der Kirche 5 Mittwoch  Rorate-Feier für SeniorInnen, 14.30, Pfarreiheim PP  FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim 7|14|21 Freitag Rorate-Gottesdienste, 5.30, Frühstück im Pfarreiheim 9 Sonntag HGU-Eröffnungsgottesdienst, 9.30, Chilekafi 11 Dienstag Adventsfeier der Frauen PP, 17.00, Pfarreiheim 12 Mittwoch Seniorenweihnacht mit Krippenspiel, 16.00, reformiertes Kirchgemeindehaus an der Feldstrasse 6, Veltheim 16 Sonntag Erinnerungsnachmittag der Pfarreireise nach Irland, 13.30, Pfarreiheim

Fortsetzung siehe Rückseite

Wochenendstube Wartstrasse 11

Öffnungszeiten während der Feiertage Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch

22. Dezember 23. Dezember 24. Dezember 25. Dezember 26. Dezember

Samstag 29. Dezember Sonntag 30. Dezember Montag 31. Dezember Dienstag 1. Januar Mittwoch 2. Januar

Heiligabend Weihnacht Stephanstag

16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr geschlossen

Silvester Neujahr Berchtoldstag

16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr 16.00 – 20.00 Uhr geschlossen

❱ Termine Weihnachtsferien Samstag, 22.12.2012 bis Sonntag, 6.1.2013 Sportferien Samstag, 2.2. bis Sonntag, 17.2.2013

aktuelle Termine 27 www.peterundpaul.ch


AZB

8400 Winterthur

Fortsetzung von Seite 27

Kalendarium

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❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 16.12.2012 | 20.1.2013 17.2.2013 (19.30 Uhr Kirche) Bibelteilen 1.12.2012 | 5.1.2013 | 2.2.2013 (Pfarreiheim, 9.00 –10.00) Handarbeitstreff 29.1.2013 | 26.2.2013 (Pfarreiheim, 14.00 –16.00) Jassnachmittage 10.12.2012 | 7.1.2013 21.1.2013 | 4.2.2013 (Pfarreiheim, 13.30) Exerzitien im Alltag 21.2. | 28.2. | 7.3. 14.3. | 21.3 (Krypta, 14.15 –16.00 oder 19.30 – 21.00) Zischtigzmittag jeweils 12.00 (Restaurant Bodega)

aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

17 Montag 24 Montag 25 Dienstag 30 Sonntag 31 Montag

 Bussfeier Kirche St. Ulrich, 15.00  Bussfeier Kirche St. Peter und Paul, 20.00  Familiengottesdienst, 17.00  Christmette, 22.30 Festgottesdienst, 9.30, Kirchenchor singt das Gloria in D-Dur von Antonio Vivaldi Orgelkonzert von Hansueli Bamert, 17.00, Kirche Silvestergottesdienst, 17.00, Kirche

Januar 2013 12 Samstag Mitarbeitendenessen, 19.00, Pfarreiheim 17 Donnerstag Frauen PP, Vortrag mit Pater Ursmar, Thema: «Was tut uns gut?», 19.45, Pfarreiheim 20 Sonntag  Ökumenischer Gottesdienst in St. Peter und Paul, anschliessend Apéro  Kinderchormusical: «Die Zauberorgel», 17.00, Pfarreiheim 23 Mittwoch Filmkafi, Kinobesuch mit anschliessendem Gespräch, nachmittags 24 Donnerstag  Informationsabend zu Exerzitien im Alltag, 19.30, Pfarreiheim  FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim 27 Sonntag Kolping, Spaghettiessen, 12.00, Pfarreiheim

Februar 2013 6 Mittwoch 13 Mittwoch 18 Montag 27 Mittwoch

Seniorennachmittag, 14.30, Pfarreiheim Aschermittwoch, Gottesdienste, 8.30 und 19.30 FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim FamA, Frauen PP, Besuch des Firmenmuseums vom Stadtwerk Winterthur, 19.00


Pfabü Nr. 109