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Jahresbericht

2016 Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur

«Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen»


Inhaltsverzeichnis «Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen» Der Verein VIWO begleitet Flüchtlinge im Schweizer Alltag

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Editorial des Präsidenten Urs W. Rechsteiner Flucht als weltweites Phänomen Syrien – Winterthur und die Tücken des Schweizer Alltags Immer öfter springt die kirchliche Entwicklungshilfe ein Unterstützte Projekte in der Schweiz und in Winterthur Unterstützte Projekte weltweit Interview mit Stadtrat Nicolas Galladé: «Die grösste Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg» Breites Angebot – gesamtgesellschaftlicher Nutzen: Erhebung beider Landeskirchen Jahr der Barmherzigkeit: Impressionen

Finanzen

Die Kirchliche Entwicklungshilfe unterstützt weltweit 75 Projekte

19 Laufende Rechnung (nach Arten) 21 Bestandesrechnung 21 Investitionen im Verwaltungsvermögen (nach Dienstbereichen) 22 Laufende Rechnung (nach Dienstbereichen) 22 Abschied der Rechnungsprüfungskommission 23 Sonderrechnung Jahrzeitfonds 24 Zusammenfassung Rechnung 2016 (nach Arten in CHF)

Tätigkeitsberichte der Ressorts und Kommissionen

Die Katholische Kirche in Winterthur erbringt pro Jahr 2180 Angebote

25 Kirchenpflege und Verwaltung 28 Kommissionen 28 • Bau- und Liegenschaftskommission 28 • Personalkommission 30 • Seelsorgekommission 30 • Jugendkommission 31 • Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit 32 • Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe 34 Die Katholische Kirche in Winterthur auf einen Blick

Namen und Kontakte Impressum

Das Jahr der Barmherzigkeit wird in Winterthur gefeiert

Jahresbericht 2016 Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur www.kath-winterthur.ch Gestaltung/Druck: Mattenbach AG Titelbilder: Daniel Lienhard, Thomas Suter


Präsident Urs W. Rechsteiner

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Editorial

«Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen» – diese Stelle aus Matthäus 25,31– 41 wurde zu Beginn des nun schon zurückliegenden Jahres 2016 für viele von uns, die wir im Wohlstand Westeuropas wohnen, zur Aufforderung, uns zu engagieren. Die Fernsehbilder von Flüchtlingen, Familien, Einzelpersonen, Kinder auf dem Arm, frierend und hungrig, haben uns bewegt. Unter widrigsten Umständen kämpfen sich diese Menschen nach Europa durch, auf dem beschwerlichen Landweg oder auf der lebensgefährlichen Mittelmeerroute.

man auf die Kirchen zählen – und auf die Kirchenmitglieder, die das gemeinnützige und soziale Engagement der Katholischen Kirche in Winterthur mit ihren Beiträgen erst möglich machen.

Flüchtlinge gelangen aber nicht erst zu uns, seit der Fokus der Medienöffentlichkeit auf diesem Thema liegt. In Winterthur leben selbst anerkannte Flüchtlinge seit Jahren in Asylunterkünften, nicht obdachlos, aber oft sprachlos, am Rand der Gesellschaft. Diese Isolation kann der Nährboden für verschiedenste Formen der Radikalisierung sein – derer, die ausgeschlossen sind, und derer, die keinen Zugang zu den Ausgeschlossenen haben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Katholischen Kirche in Winterthur sowie Freiwillige engagieren sich seit Jahren für diese Flüchtlinge: Deutschkurse, Begegnungsangebote, Gottesdienste der fremdsprachigen Missionen, Aktivitäten in den offenen Jugendtreffs und die Unterstützung durch die pfarreilichen Sozialarbeiterinnen in allen acht Pfarreien haben hier schon vor dem «Flüchtlingsjahr 2016» im Kleinen Brückenschläge ermöglicht. Vielleicht keine grossartig inszenierte «Willkommenskultur», aber ein Netz von pragmatischen und verlässlichen Angeboten für Menschen, die fremd und obdachlos zu uns kamen.

Ich danke deshalb allen Mitgliedern unserer Kirche, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Freiwilligen, die sich täglich für die Kirche und damit auch für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft einsetzen. Ich danke zudem meinen Kolleginnen und Kollegen der Kirchenpflege und der Rechnungsprüfungskommission sowie der Verwaltung für ihre aktive Mitarbeit und die grosse Unterstützung.

Auf diesem Boden konnten viele Freiwillige aus kirchlichen Kreisen im Jahr 2016 beeindruckende neue Angebote aufbauen: den Verein VIWO, der Flüchtlinge wie die Familie Abdulkarim bei der Wohnungssuche unterstützt und begleitet (lesen Sie dazu den Beitrag auf der Seite 6), weitere Sprachkurse, weitere Begegnungsangebote. Dass vieles zusammen mit nicht kirchlichen Organisationen realisiert wurde und wird, zeigt für mich, wie wichtig die Rolle der Kirchen ist: Sie bewahren und kultivieren das Engagement für den Schwachen, den Bedürftigen, weil dies das zentrale Anliegen Jesu war. Im Ernstfall kann

Wie umfangreich die Leistungen mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung der Katholischen Kirche in Winterthur sind, zeigt auch eine Studie, die im ganzen Kanton Zürich erstellt wurde und aus der wir auf Seite 17 Ergebnisse präsentieren.

Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre dieses Berichts, auf Papier oder auf www.kath-winterthur.ch. Urs W. Rechsteiner, Präsident der Kirchenpflege


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Flucht als weltweites Phänomen «Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen» Zahlreiche Menschen haben aufgrund von Krieg, Terror, Gewalt und politischer oder religiöser Verfolgung im vergangenen Jahr ihre Heimat verlassen und von dort unter grossen Gefahren in eine ungewisse Zukunft fliehen müssen. Viele Monate waren sie unterwegs, bis sie bei uns ankamen und Aufnahme fanden. In ihrer Heimat und auch auf der Flucht haben sie oft Schlimmstes durchgemacht. Viele von ihnen sind noch immer traumatisiert von dem, was sie an Gewalt und Entbehrungen erlebt haben. Einmal in der Schweiz angekommen, bekommen sie zwar ein Dach über dem Kopf und werden mit dem Nötigsten versorgt, aber es fehlt ihnen nach wie vor an vielem, vor allem an Normalität.

Geschichten der Flucht Die ganze Bibel erzählt immer wieder Geschichten von Menschen, die in ihrer Not, in ihrer Bedrängnis, in Situationen von Sklaverei, Krieg, Hunger und Flucht das rettende Eingreifen Gottes erlebt haben. Das Alte Testament verweist vehement darauf, dass sich die Liebe zu Gott an der Liebe zum Nächsten, an der Liebe zu den Leidenden und Bedrängten erweist. Die Propheten warnen wiederholt, dass sich der wahre Gottesdienst erst daran zeigt, dass eine Gesellschaft mit Gesetzen und Strukturen der Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Liebe geschaffen wird. Wenn wir als Christen Weihnachten feiern, erinnern wir uns daran, dass sich Gott uns in Jesus Christus als verletzliches und bedürftiges Kind geschenkt hat. Weil Gott selbst arm geworden ist, ist Gott auch in den Armen, den Leidenden und den Flüchtenden zu finden. In Jesus identifiziert sich Gott mit den Hilfesuchenden, den Flüchtlingen, den Armen auch heute noch. Wer sein Jünger oder seine Jüngerin sein kann, unterscheidet er danach, was jemand für den Schwachen und Bedürftigen, den Hungernden und Fremden getan – oder nicht getan – hat. Denn: «Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen» (Mt 25,35). Geschichten der Gastfreundschaft Das Neue Testament erzählt uns wunderbare Geschichten der Gastfreundschaft. Lukas erzählt von den Emmausjüngern. Sie laden den fremden Mann, der sich ihnen auf dem Weg anschliesst, ein, bei ihnen zu bleiben. Und auf einmal erkennen sie ihn beim Brotbrechen als den Auferstandenen. Sie werden durch den Gast beschenkt. Maria und Martha nehmen Jesus und seine Jünger auf. Dabei mahnt Jesus Martha, die gastfreundlich für Jesus und seine Jünger sorgt, wie Maria zuerst auf das zu hören, was der Fremde sagen möchte. Gastfreundschaft heisst nicht, eine Pflicht gewissenhaft zu erfüllen und für den Fremden zu sorgen, sondern zuerst

einmal offen zu sein für das, was der Fremde in mein Haus bringt, was er mir zu sagen hat. Der Fremde stellt mein eigenes Lebensgebäude infrage. Er zeigt mir neue Weisen, wie ich leben könnte. Ich soll ihn nicht nur aus Mitleid aufnehmen, sondern immer auch im Glauben, dass im Fremden Christus selbst mir begegnet. Der Hebräerbrief mahnt die Christen: «Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.» (Hebr 13,2) Die Engel lassen immer ein Gastgeschenk da, wenn sie aufgenommen werden. Jesus – ein Fremdling Matthäus lässt uns verstehen, warum Jesus sich selbst mit dem Fremden identifiziert: «Ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich aufgenommen.» (Mt 25,35) Jesus muss schon als Kind nach Ägypten fliehen, weil ihm Herodes nachstellt und ihn töten möchte. So wird Jesus ein Fremdling. Wie Israel in Ägypten als Fremder gelebt hat, so auch Jesus. Er muss etwa drei Jahre in Ägypten bleiben, bis Herodes stirbt. Matthäus sieht in dieser Fremdlingschaft Jesu die Erfüllung prophetischer Verheissung: «Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.» (Mt 2,15) Weil Jesus selbst als Fremder in Ägypten gelebt hat und darin das Schicksal des Volkes Israel auf sich genommen hat, begegnen wir in jedem Fremden Christus. Jesus hat eine besondere Nähe zu den Fremden. Wenn wir daher einen Fremden aufnehmen, nehmen wir letztlich Christus selbst auf. Benediktinische Gastfreundschaft Die Griechen haben das gleiche Wort für Fremder und Feind. Doch damit der Fremde nicht zum Feind wird, sondern zum Freund, war die Gastfreundschaft etwas Heiliges. Das galt für die ganze Antike, für Griechen, Römer und Juden. Benedikt von Nursia ermahnt seine Brüder zur Gastfreundschaft. Er hat in der Ordensregel ein eigenes Kapi-


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tel über die Aufnahme der Gäste geschrieben. Auch wenn die Mönche Benedikts Weisung nicht immer angemessen befolgt haben, so ist ihre Gastfreundschaft dennoch sprichwörtlich geworden. Noch heute ist es so wie zur Zeit Benedikts, dass nicht nur Gläubige kommen, sondern viele, denen die Kirche fremd ist. Auch sie finden Aufnahme. Ein Stachel Fremde aufzunehmen, hat heute eine politische Dimen­ sion bekommen. Zahlreiche Fremde kommen in unser Land, weil sie dort, wo sie wohnen, keine Lebensmöglichkeit finden. Wir sind längst eine multikulturelle Gesellschaft geworden. Natürlich gibt es da auch Probleme in der Verständigung und Integration der Ausländer. Und es gibt Grenzen in der Aufnahmekapazität einer Gesellschaft für Fremde. Dennoch müssen wir uns als Christinnen und Christen in diesem Land fragen, wieweit wir die Forderung Jesu nach Gastfreundschaft heute erfüllen und was uns Jesus heute sagen würde. Viele Pfarreien unterstützen Menschen, die geflohen sind, und erfüllen so konkret das Wort Jesu. Das Wort Jesu ist eine ständige Herausforderung an uns. Es ist ein Stachel, der bei all unseren Diskussionen über die Integration und Aufnahme von Ausländern in unserer Gesellschaft präsent sein muss.

Papst Franziskus erinnerte am Weltflüchtlingstag am 18. Januar 2014: Dem Gesicht eines jeden Menschen ist das Angesicht Christi eingeprägt! Hier liegt die tiefste Wurzel der Würde des Menschen, die immer zu achten und zu schützen ist. Nicht die Kriterien der Leistung, der Produktivität, des sozialen Stands, der ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit begründen die Würde des Menschen, sondern die Tatsache, dass er als Gottes Abbild und ihm ähnlich erschaffen ist (vgl. Gen 1,26–27), und mehr noch, dass er Kind Gottes ist; jeder Mensch ist Kind Gottes! Ihm ist das Bild Christi eingeprägt! Es geht also darum, dass wir als Erste und dann mit unserer Hilfe auch die anderen im Migranten und im Flüchtling nicht nur ein Problem sehen, das bewältigt werden muss, sondern einen Bruder und eine Schwester, die aufgenommen, geachtet und geliebt werden müssen – eine Gelegenheit, welche die Vorsehung uns bietet, um zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft, einer vollkommeneren Demokratie, eines solidarischeren Landes, einer brüderlicheren Welt und einer offeneren christlichen Gemeinschaft entsprechend dem Evangelium beizutragen. Die Migrationen können Möglichkeiten zu neuer Evangelisierung entstehen lassen und Räume öffnen für das Wachsen einer neuen Menschheit, wie sie im Ostergeheimnis angekündigt ist: eine Menschheit, für die jede Fremde Heimat und jede Heimat Fremde ist.

Klaus Meyer, Pfarrer im Seelsorgeraum Herz Jesu – St. Urban

Ein zersägter Tisch stand im Mittelpunkt der Veranstaltung «Jahr der Barmherzigkeit: Wie gehen wir in Winterthur mit Fremden um?», die am 21. Mai 2016 im Pfarreizentrum St. Josef in Töss stattgefunden hat: Der Auftritt des Flüchtlingstheaters Malaika, die Voten der zu einer Podiums­ diskussion eingeladenen Gäste sowie der anschliessende Gottesdienst drehten sich um das Thema Fremdsein.

So fanden sich gut 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die zum Auftakt den Auftritt des Flüchtlingstheaters «Malaika» anschauten: Die aus Flüchtlingen und Einheimischen zusammengesetzte Theatertruppe nahm das Publikum mit auf eine Weltreise der anderen Art, zu den Herkunftsorten vieler Flüchtender. Irritationen, Missverständnisse und Konflikte zwischen Menschen verschiedener Kulturen, aber auch Momente der Verständigung ereigneten sich und sorgten für Gesprächsstoff an der Podiumsdiskussion. Einig waren sich die Teilnehmenden, dass Konflikte nicht zwischen Kulturen, sondern zwischen Menschen entstehen. Begegnungen zwischen Menschen könnten das Verständnis fördern. «Barmherzigkeit», wie sie Papst Franziskus propagiert, im Sinne von Offenheit und Zuwendung, ist gemäss den muslimischen und den christlichen Podiumsgästen ein Weg, wie wir mit Fremden umgehen können. Der zersägte Tisch, beklebt mit Schweizerkreuzen und Flaggen aller Nationen, der im Gottesdienst zusammengefügt und als Altar verwendet wurde, ist Sinnbild dafür. Impressionen des Anlasses zum Jahr der Barmherzigkeit finden Sie auf Seite 18. Claudia Sedioli


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Syrien – Winterthur und die Tücken des Schweizer Alltags Integrationshilfe des Vereins VIWO: Wohnungssuche mit Flüchtlingen Der Verein VIWO hilft anerkannten und vorläufig aufgenommenen Flüchtlingen, in Winterthur eine eigene Wohnung zu finden. 25 Freiwillige haben seit der Vereinsgründung von Oktober 2015 bis Ende 2016 17 Wohnungen an Familien, Paare und Einzelpersonen vermitteln können. Die Freiwilligen unterstützen die Flüchtlinge zudem während der ersten Monate in der eigenen Wohnung, sich im fremden Alltag zurechtzufinden, und vermitteln bei Bedarf zwischen Flüchtlingen, Vermietern und Nachbarn.

Berivan Abdulkarim strahlt. Die 29-Jährige wohnt mit ihren drei kleinen Kindern seit einem Monat in einer eigenen Wohnung in der Nähe der Kirche Rosenberg, der Asylunterkunft, in der die vier «ein Jahr und zehn Tage» in einer «Holzbox» gelebt haben. Die Kurdin aus Damaskus, die drei Jahre auf der Flucht* war, bevor sie Ende 2015 mit ihren Kindern in die Schweiz gelangte und Asyl beantragte, ist glücklich: «Endlich kann ich den Alltag wieder alleine bestimmen», sagt sie. So etwas wie ein «normales» Familienleben wird möglich, nachdem sie auf der langen Flucht via den Irak, die Türkei, Griechenland, die Balkanstaaten und Österreich erst in Wohnungen, dann in Flüchtlingscamps immer mit vielen anderen Familien auf engem Raum zusammengelebt hatten. Nach der Ankunft in der Schweiz waren sie eine Woche im Empfangszentrum Kreuzlingen untergebracht, dann zwei Monate in der alten Kaserne in Sarnen, anschliessend vierzig Tage in Oberembrach, bis sie in die Asylunterkunft in der Kirche Rosenberg kamen.

Berivan Abdulkarims grössere Kinder besuchen die Primarschule, der Kleinste lernt Deutsch in der Kinderhüte. Gespielt wird aber auf Kurdisch. (Bilder: Oliver Sittel)

Ja nicht auffallen wollen Die beiden älteren Kinder, Abbas (7) und Julie (5), gehen seit ihrer Ankunft im Rosenberg in den Kindergarten Schachen, in den sie nun auch von der neuen Wohnung aus laufen können. Marcello (3) ist noch zu Hause, aber er darf in die Kinderhüte, während seine Mutter an vier Vormittagen in der Woche jeweils drei Stunden lang im Deutschkurs ist. Zwölf Jahre hatte sie in Damaskus die Schule besucht und mit einem unserer Matura ähnlichen Diplom abgeschlossen. Sie spricht Kurdisch und Arabisch und nun übt sie sich in Deutsch. Ihre Wünsche für die Zukunft: Sie möchte rasch gut Deutsch lernen, hofft auf eine Arbeitsstelle in einer Bäckerei – sie bringe zwei Jahre Erfahrung in einer Bäckerei mit –, hofft auf den Aufenthaltsstatus B (anerkannte Flüchtlinge) und dass sie mit ihren Kindern in der aktuellen Wohnung bleiben kann. Der Mietvertrag ist vorläufig auf sechs Monate befristet, was ihr Sorgen bereitet. Sie gibt sich Mühe, im Mehrfamilienhaus nichts falsch zu machen und nicht aufzufallen. Mit den Kindern geht sie so oft wie möglich raus, auf den Spielplatz, damit sie in der Wohnung nicht herumtoben und eventuell jemanden stören. «In der Schweiz ist es so ruhig», ist ihr aufgefallen. Mit der Unterstützung von hilfsbereiten Nachbarn und Freiwilligen, wie Jakob Elmer vom Verein VIWO, versucht sie, so rasch und unauffällig wie möglich mit dem Schweizer Alltag zurechtzukommen. Es gilt, Abfalltrennung, Waschplan und Hausregeln kennen und verstehen zu lernen: Glas, Papier und Kompost wird separat in den entsprechenden Containern entsorgt, kein Lärm über die Mittagszeit und nach 22 Uhr, sonntags nicht staubsaugen oder die Waschmaschine benützen, ausreichend lüften, aber die Fenster nicht stundenlang gekippt lassen, für einen Induktionsherd braucht es andere Pfannen als für einen Gasherd usw.


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«Wohnkompetent» werden Ungewohnt ist aber auch die Bürokratie für sie. «Immer so viele Papiere, so viele Dokumente», staunt sie. Und diese sollten geordnet und aufbewahrt werden, erklärt ihr Jakob Elmer, VIWO-Vorstandsmitglied. Ein weiterer VIWO-Freiwilliger, Lou Jreiche, der Arabisch spricht und ihr beim Übersetzen hilft, hat ihr einen Ordner samt Register gebracht, hilft ihr beim Ablegen und erklärt, was wohin gehört und warum wichtig ist. Ihre Mietkaution hat der Verein VIWO übernommen. Da die Kaution auf ihren Namen läuft, das Geld aber vom Verein vorgeschossen wurde, musste sie bei der Bank eine Verzichtserklärung unterschreiben, damit bei Rückgabe der Kaution das Geld an den richtigen Besitzer zurückkommt. «Auch für mich Neuland», gibt Elmer, ein pensionierter Unternehmensberater, zu. Oft reicht das bislang erlernte Deutsch für das Verstehen des Schweizer Verwaltungsdschungels nicht aus. Elmer erklärt Unterlagen und Verträge, Rechte und Pflichten von Mietern in der Schweiz anhand von Zeichnungen, mithilfe der Zeichensprache oder mit Übersetzungshilfen auf dem Internet. Im Idealfall helfen auch Übersetzer. Ziel des Vereins VIWO ist es, seine Schützlinge «in der Schweiz wohnkompetent» zu machen. Turbulente Zeiten «Das erste Jahr war etwas turbulent», blickt Jakob Elmer auf sein Engagement im jungen Verein zurück. Er hatte sich auf einen Aufruf im Gottesdienst von Dekan Hugo Gehring hin gemeldet. Für «Integrationsbegleitung» suche der neugegründete Verein VIWO Freiwillige, hatte Elmer verstanden. Doch als er sich bei Vereinspräsidentin Zita Haselbach meldete, eröffnete sie ihm, dass als Erstes

dringend Wohnungen gesucht werden müssen. «Oh je», dachte Elmer, der in seinem Leben selber erst drei Mal eine Wohnung für sich und seine Familie gesucht hatte, «nicht gerade meine Kernkompetenz». Sein erster Einsatz bald darauf war dann aber handfesterer Art: «Ich habe mit Zita einen Komponentenschrank zusammengebaut für eine Frau mit einem behinderten Sohn. Schrauben ist eher meine Kernkompetenz», sagt er lachend. Als er Ende Dezember 2015 für eine Familie eine Wohnung suchen sollte, musste er wegen einer unvorhergesehenen Operation absagen. Zita Haselbach konnte die Familie in eine Wohnung in der Giesserei in Hegi vermitteln und Elmer übernahm später die Nachbetreuung dieser Familie. Wenn Freiwillige ausbrennen Wenige Monate nach seinem Einstieg in den Verein wurde er angefragt, ob er als Vertreter der Freiwilligen im Vorstand mitwirken würde. Er sagte zu und organisierte einen Informations- und Austauschabend für Freiwillige. Der Anlass wurde von den Freiwilligen sehr geschätzt und Elmer machte sich daran, ein Konzept für regelmässige Austauschplattformen zu erarbeiten. Im Sommer reduzierte die Vereinspräsidentin ihren Einsatz und Elmer sprang ein, übernahm interimistisch auch noch die Geschäftsstelle. Er, Sohn eines reformierten Pfarrers, wollte helfen, war überzeugt vom Ziel und bisherigen Erfolg des noch jungen Vereins VIWO. Doch es wurde ihm zu viel: Wohnungen suchen, Klienten begleiten und betreuen, im Vorstand mitwirken, für die Freiwilligen Ansprechperson sein und gleichzeitig die Geschäftsstelle führen sprengten das Mass seiner persönlichen Ressourcen. Das Vereinshandy klingelte zu jeder Tages- und Nachtzeit, oftmals verstand er

VIW0-Vorstandsmitglied Jakob Elmer unterstützt die syrische Mutter Berivan Abdulkarim bei der Administration.


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kaum die Namen der Anrufenden und zum Teil betrafen die Anliegen auch nicht die Wohnsituation, sondern andere Probleme. Hinzu kam, dass die vom Verein erstellten Formularvorlagen von den wohnungssuchenden Flüchtlingen oft unvollständig ausgefüllt waren. «Ich musste die Notbremse ziehen.» Elmer führte Bürozeiten ein: Telefonisch war er an drei Tagen für zwei Stunden erreichbar. Für Rückrufe musste man eine SMS schicken mit Vor- und Nachnamen und Adresse. Die Formulare mussten künftig von den betreuenden Sozialarbeitern ausgefüllt werden, damit alle benötigen Eckdaten vorhanden waren. Weiter wurde Elmer klar, dass der Verein ein professionelles Sekretariat brauchte. Per 1. Januar 2017 wurde eine Zwanzig-Prozent-Sekretariatsstelle geschaffen. Inzwischen war auch die Präsidentin wieder mehr verfügbar. «Zita und ich haben eine gute Form der Zusammenarbeit gefunden», sagt Elmer. «Sie leitet den Verein, hält Kontakt zu den Flüchtlingen und findet über ihr weit verzweigtes Netzwerk und ihr hartnäckiges Dranbleiben Wohnungen.» Elmer wird

künftig keine Wohnungen mehr vermitteln. «Ich arbeite im Hintergrund, betreue die Freiwilligen, kümmere mich um die personellen Belange und arbeite an den Strukturen des Vereins.» Wichtig ist ihm, den Freiwilligen aus seiner Erfahrung heraus mit auf den Weg zu geben: «Leistet nicht mehr, als es eure persönlichen Kräfte erlauben.» Der Verein VIWO, der in kurzer Zeit aus der akuten Bedarfslage heraus gegründet worden war, musste in der Pionierphase lernen, sich auf seinen Vereinszweck zu beschränken: Wohnungen suchen und Klienten bei der Integration ins Wohnumfeld begleiten. Für Probleme, die nicht die Wohnsituation betreffen, werden die Ratsuchenden an ihre betreuenden Sozialarbeiter oder Sozialstellen der Kirche und an andere Institutionen verwiesen. *Berivan Abdulkarims Flucht ist in einem eindrücklichen Portrait in der Märzausgabe der Quartierzeitung «Gallispitz» beschrieben.

Regina Speiser

Verein VIWO: Wohnungssuche mit Flüchtlingen Die Hälfte der in Winterthur ansässigen Flüchtlinge lebt in den drei kollektiven Unterkünften Rosenberg, Busdepot Deutweg und Klostermühle Töss (das Durchgangszentrum Töss wird Ende 2017 aufgelöst. Die 85 Plätze werden voraussichtlich in den Deutweg verlegt). Die andere Hälfte der vom Kanton zugeteilten Asylsuchenden lebt in privaten Wohnungen. Staatliche Strukturen können die Unterbringung sowie die Integra­ tionsarbeit kaum alleine leisten. Kirchliche Beratungs- und Begleitungsangebote wie Deutschkurse, Begegnungscafés, Mittagstische und vieles mehr ergänzen schon seit Jahren, wo städtischen Stellen Zeit und Mittel fehlen. Im Januar 2015 beschloss die Seelsorgekommission der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur, ein Unterstützungsprojekt für asylsuchende und flüchtende Menschen anzubieten. Ende Oktober 2015 initiierte die pensionierte katholische Gemeindeleiterin Zita Haselbach die Gründung des Vereins VIWO. Die Abkürzung VIWO steht für «Vinzenz Wohnen». «Vinzenz» zeigt die Verbindung zu den pfarreilichen Vinzenzkommissionen, die caritative Arbeit leisten. Ziel des Vereins VIWO ist es, vorläufig aufgenommene (Status F) oder anerkannte (Status B) Flüchtlinge in Winterthur bei der Wohnungssuche und der anschliessenden Integration in ihr neues Wohnumfeld zu unterstützen. Obwohl es Flüchtlingen mit Aufenthaltsstatus F oder B erlaubt ist, eine Arbeit und eine Wohnung zu suchen, finden sie oft weder das eine noch das andere. «Wohnraum zu finden ist aber ein entscheidender Schritt, um in unserer Gesellschaft Fuss zu fassen», betont VIWO-Präsidentin Zita Haselbach. Und so helfen Freiwillige den Asylsuchenden beim Schreiben von Bewerbungen, besichtigen mit ihnen Wohnungen und stehen auch nach Bezug der Wohnung als Ansprechperson für Mieter, Vermieter und Nachbarn zur Verfügung. Der Verein übernimmt Solidarhaf-

tungen und gewährt Asylsuchenden bei Bedarf Mietzinskautionen. Freiwillige und Flüchtlinge verpflichten sich, nach dem Einzug in eine Wohnung mindestens sechs Monate ein bis zwei Mal pro Monat miteinander anstehende Fragen und Probleme zu klären. So sollen Konflikte mit Nachbarn und Vermietern verhindert werden und eine «stabile», langfristige Wohnsituation erreicht werden. Der Verein VIWO steht unter dem Patronat der Römischkatholischen Kirchgemeinde Winterthur und wird von Privatpersonen, kirchlichen Vereinen, der Katholischen Kirche in Winterthur und durch Kirchenopfererträge finanziert. Eine Ausweitung des Patronats ist im Gang.

Sekretariat Verein VIWO VIWO-Präsidentin Zita Haselbach Tel.: 079 15 200 51 Tel.: 079 486 48 09 viwo@kath-winterthur.ch

Konto Verein VIWO 90-99200-4 IBAN CH47 8148 5000 0079 3580 1 Raiffeisenbank Winterthur

Freiwillige, Wohnungen und Spenden gesucht • Im ersten Jahr konnte VIWO 17 Wohnungen an 41 Personen aus Libyen, Syrien, Äthiopien, Eritrea, Tschetschenien, dem Balkan und anderen Ländern vermitteln. Einige Wohnungen hat der Verein selbst gemietet, bei andern ist VIWO Solidarhafterin. Weitere Wohnungen verschiedener Grös­ sen werden gesucht. • Bislang engagieren sich rund 25 Freiwillige im Alter zwischen 35 bis 72 Jahren. Weitere Freiwillige, die sich für mindestens sechs Monate verpflichten können, eine Flüchtlingsfamilie oder eine Einzelperson zu begleiten, werden gesucht. • Der Verein hat bis Ende 2016 insgesamt 41 000 Franken an Spenden von Privatpersonen und aus Kirchenopfern erhalten. Für Kautionen und Genossenschaftsanteile bekam der Verein 28 000 Franken als Darlehen von Privatpersonen und pfarreilichen Vinzenzkommissionen. Jeder Betrag ist willkommen!


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Immer öfter springt die kirchliche Entwicklungshilfe ein

Seit elf Jahren bestimmt Marlis Gisler mit, welche Entwicklungshilfeprojekte mit Geldern aus Winterthur unterstützt werden – dazu passt das diesjährige Motto der Pfarrei St. Peter und Paul gut. (Bild: Thomas Suter)

Marlis Gisler ist seit elf Jahren Mitglied der Katholischen Kirchenpflege Winterthur und Pfarreipflegerin von Herz Jesu. Während vier Jahren war sie Mitglied in der Kommission Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH), seit bald sieben Jahren trägt sie dafür die Ressortverantwortung. Bereits vor ihrem Amt als Kirchenpflegerin engagierte sich Marlis Gisler während vieler Jahre in der Freiwilligenarbeit.

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Christsein bedeutet für mich, sozial zu sein.

Was ist der Auftrag der Kirchlichen Entwicklungshilfe in Winterthur und seit wann gibt es die KEH? Marlis Gisler: Gemäss ihrem diakonischen Auftrag engagiert sich die Katholische Kirche in Winterthur für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, insbesondere auch für weltweite Solidarität. Wir setzen uns ein für die ganz konkrete Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen im In- und Ausland. Die Kirchgemeinde Winterthur leistet seit 1969 Beiträge an die Kirchliche Entwicklungshilfe. Die ersten zwei Jahre

gingen die Gelder nur ins Ausland, seit 1971 werden Projekte im In- und Ausland unterstützt. Wie setzt sich die Kommission zusammen? Daniela Amolini und Madeleine Brunner vertreten zusammen mit mir die Kirchenpflege. Pfarrer Jacek Jeru­ zalski von der Tössemer Pfarrei St. Josef vertritt die Seelsorgekommission und Thomas Suter die Verwaltung. Gabriella Burkart und Claudia Vogel sitzen als Mitglieder der Kirchgemeinde in der Kommission. Woher stammen die finanziellen Mittel der KEH? Die Gelder kommen einerseits aus den Kirchenopfereinnahmen, die unter dem Titel KEH laufen, andererseits aus Steuergeldern. Das Total der vom Kirchenvolk gespendeten KEH-Opfergelder wird aus den Steuergeldern verdoppelt. Das wurde von der Kirchgemeinde 1971 beschlossen. Welches sind die Auswahlkriterien für Projekte im In- und Ausland? Bei der Auswahl der Projekte im Ausland wird darauf geachtet, dass diese den Menschen an der Basis zugute kommen. Dabei soll auch die lokale Bevölkerung ihren Beitrag leisten, indem sie einen Teil der Kosten oder der Arbeit


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übernimmt, wenn immer das möglich ist. Die Projekte sollen vor allem Hilfe zur Selbsthilfe sein. Weitere Auswahlkriterien für Auslandprojekte sind Nachhaltigkeit, die Förderung der Gemeinschaft sowie Gendergerechtigkeit. Im Gegensatz zum Ausland, wo auch Projekte einzelner Missionarinnen oder Missionare unterstützt werden, leistet die KEH im Inland nur Beiträge an Organisationen und nicht an Einzelpersonen. Bei der Inlandhilfe liegt das Schwergewicht auf Projekten mit sozialem Charakter aus der Region Winterthur oder solchen, die einen engen Bezug zu unserer Kirchgemeinde haben. Daneben berücksichtigen wir auch Projekte mit kirchlichem Charakter aus der übrigen Schweiz, wobei ich den Begriff «kirchlich» umfassend verstehe. Christsein bedeutet für mich, sozial zu sein, und zwar im Sinne des Evangeliums, das uns zeigt, wie wir anderen Menschen begegnen und wie wir uns ihnen gegenüber verhalten sollen. Wer prüft die Gesuche? Die Gesuche, die entweder direkt an mich adressiert oder mir von der Verwaltung der Kirchgemeinde weitergeleitet werden, unterliegen einer dreifachen Prüfung. Als Erstes prüfe ich, ob das Gesuch unseren Auswahlkriterien entspricht und ob es alle benötigten Angaben enthält. So verlangen wir unter anderem einen genauen Projektbeschrieb, wenn möglich mit Plänen und Fotos dokumentiert, sowie Angaben zum Träger hier und zu Gewährspersonen vor Ort. Wir stellen Fragen zur Finanzierung, zum Beispiel zu Gesamtprojektkosten, zu bereits erhaltenen oder zugesicherten Beiträgen und ob Eigenleistungen erbracht werden. Wenn nötig hole ich beim Gesuchsteller weitere Informationen ein. Bei grösseren Organisationen verlangen wir auch einen Jahresbericht mit Jahresrechnung. Sind diese Kriterien erfüllt, formuliere ich ein entsprechendes Gesuch zuhanden der KEH-Kommission. Diese behandelt an ihren Sitzungen jedes einzelne, eingegangene Gesuch. Tritt die Kommission auf das Gesuch ein, wird es zur Bewilligung an die Kirchenpflege weitergeleitet, die ihrerseits an ihren Sitzungen darüber befindet. Wie stellen Sie sicher, dass die Hilfe am richtigen Ort ankommt? Oft stehen hinter den eingereichten Gesuchen Bezugspersonen aus unserer Kirchgemeinde. Dies schafft bereits ein erstes Vertrauensverhältnis. Bei den Inlandprojekten werden wir zu Jahresversammlungen oder anderen Veranstaltungen eingeladen. Wenn immer möglich versuchen wir in der Kommission, solchen Einladungen in der Region Winterthur Folge zu leisten. Doch stellt sich häufig die Frage, wer gehen kann. Die Zeitressourcen sind bei allen Kommissionsmitgliedern knapp. Besuche vor Ort sind bei den Auslandprojekten selbstverständlich

nicht möglich. Hier sind unsere Gewährspersonen aus der Kirchgemeinde, die in der Regel in direktem Kontakt mit den Bezugspersonen vor Ort stehen, Garanten für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Bei Beiträgen über 3000 Franken verlangen wir ja bereits bei der Gesuch­ stellung Jahresbericht und detaillierte Jahresrechnung. So prüfen wir, wer hinter der Organisation steht, welche Zwecke sie verfolgt und wie die finanziellen Mittel eingesetzt werden. Eine 100-prozentige Sicherheit hat man dennoch nie. Unserer Beurteilung geht aber eine intensive Beschäftigung mit dem einzelnen Projekt voraus. Dabei spielen die Erfahrung und der Gesamtblick auf die Entwicklungshilfe eine grosse Rolle. Ich bin dankbar, dass ich dabei auf die Unterstützung meiner Kolleginnen und Kollegen in der Kommission zählen darf. Namentlich Gabriella Burkart und Claudia Vogel bringen durch ihre beruflichen Tätigkeiten grosses Know-how in den Bereichen Entwicklungshilfe und soziale Arbeit mit. Bei Finanzierungsfragen ist auch Thomas Suter mit seinem Wissen eine grosse Unterstützung. Welches sind die Herausforderungen, denen sich die KEH in Zukunft stellen muss? Welche Themen werden in naher Zukunft besonders wichtig? Die Zahl der Gottesdienstteilnehmenden verringert sich zusehends. Das bedeutet auch, dass die Kirchenopfer weiter zurückgehen werden. Wenn weniger Geldmittel zur Verfügung stehen und gleichzeitig die Unterstützungsgesuche zunehmen, muss sich die KEH die Frage stellen, welche Schwerpunkte sie in der Entwicklungshilfe setzen möchte und wie diese Hilfe in Zukunft aussehen soll. Wenn die staatlichen Stellen aus Spargründen ihre Unterstützungsbeiträge an soziale Einrichtungen streichen, so ist das Handeln der Kirche notwendiger denn je. In Krisen- und Kriegsgebieten muss vermehrt Hilfe vor Ort geleistet werden, damit die Menschen erst gar nicht gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Wir werden noch mehr Wert legen müssen auf Nachhaltigkeit, Eigenverantwortung und die Stärkung der Stimmen der Armen und der von Gewalt betroffenen Menschen. Eine Herausforderung auf ganz anderer Ebene ist die Frage der personellen Ressourcen innerhalb der Kommission. Es ist zunehmend schwierig, Leute zu finden, die ihre Zeit und Energie für ein solches Amt zur Verfügung stellen können. Damit die KEH weiterhin benachteiligten Menschen im In- und Ausland helfen kann, müssen wir die Mitglieder unserer Kirchgemeinde für unsere Arbeit vermehrt sensibilisieren und an ihre Solidarität appellieren – ganz im Sinne von Papst Franziskus, der in seiner Enzyklika «Laudato si» eine neue universale Solidarität fordert.

Interview: Daniela Jucker-Todesco


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Unterstützte Projekte in der Schweiz und in Winterthur Luzern, Schweizerischer Katholischer Frauenbund, Solidaritätsfonds SOFO für Mutter und Kind 6 Winterthur-Andelfingen, Verein Palliative Care Zürich, FIZ Fraueninformationszentrum, Projekt gewaltbetroffene 16 Migrantinnen 17 Zürich, Sans-Papiers-Anlaufstelle

1 Chur, Bischöfliche Kanzlei, Jugendkollekte für die verbandliche Jugendarbeit

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2 Broc, Verein Friedensdorf 3 Fribourg, Justinuswerk, Studenten aus Entwicklungsländern 4 Fribourg, Universität

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Winterthur 7 Dachlade, Jugendwohnraum Winterthur Jugendsekretariat Winterthur, Frühförderung von Kindern aus sozial 8 benachteiligten Familien 9 Trägerverein Pro Dimensione, Bistro Dimensione 10 Unterstützungsverein Vogelsang, Treffpunkt Vogelsang 11 Verein FamilienStärken, Velokurs für Erwachsene 12 Verein Midnight-Basketball Töss 13 Verein Strassensozialarbeit, Projekt SUBITA-Streetwork 14 Verein Vinzenz Wohnen, VIWO

Foto: © Winterthur Tourismus

15 Vereinigung insieme Cerebral, Freizeittreff Hilfdi-Club


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Unterstützte Projekte weltweit

Ägypten 1 Kirche in Not – Ostpriesterhilfe, Projekt von Bischof Kyrillos Samaan

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Äthiopien 2 Sozialwerke Stiftung Peter Bachmann, Bildungsarbeit (Stipendien) Bolivien

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3 Hilfe für Menschen in Bolivien, Missionsschule in Fatima de los Tsimanes

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Bosnien und Herzegowina 4 Stadler Kinderhaus Egipat in Sarajevo Brasilien

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5 Suore Ancelle di Gesù Bambino, Arbeit mit Kindern in Lagoa della Paixao 6 Stiftung Interkonfessionelle Aktion, Gemeinschaftszentrum in Simões Filho 7 Novo Movimento, Missionsarbeit von Beat Wehrle in São Paulo

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8 Steyler Missionsprokur, Soverdi Social REHA-Zentrum in São Paulo

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Bulgarien

7

9 Förderverein Roma Visionen – konkret, Selbsthilfeprojekt in Krichim Deutschland 10 Franziskanische Suppenküche in Berlin 11 Malteser Hilfsdienst Berlin Ecuador 12 Caritas Schweiz, Erdbebenopfer 13 Freundeskreis Pater Edwin Wirth, Missionsarbeit von Pater Othmar Stäheli Elfenbeinküste 14 Suore Ancelle di Gesù Bambino, Zentrum für Frauen in Grand-Lahou Guatemala 15 Stiftung Vivamos Mejor, Ertragreiche Gärten für starke Frauen Haiti 16 Stiftung SOCAH, Ambulante Krankenstation in Grand Hatte 17 Caritas Schweiz, Hurrikanopfer 18 Hand in Hand, Missionsarbeit von Paula Iten Indien 19 St. Teresa’s Generalate, Schulbesuch von Kindern in Gedallahalli 20 Stiftung Jesuiten weltweit, Projekt von Pater Saju in Kalkutta 21 Bethany Ashram Generalate, Projekte von Pater Puthemparampil

Kambodscha 27 Stiftung Kinderspital Kantha Bopha Kolumbien 28 Peace Watch Switzerland Kongo 29 ACAT Schweiz, Missbrauch in Untersuchungshaft 30 Stiftung Kimongo-Hilfe, Pro jekt von Pfarrer Willy Mayunda Libanon und Jordanien 31 Caritas Schweiz, syrische Flüchtlinge Madagaskar 32 Verein ADES, Herstellung abgasarmer Kochgeräte 33 Missionsprokur, Missionsarbeit von Pater Stefan Kissling 34 Missionsprokur, Wiederaufbau nach Wirbelsturm Marokko 35 Christlicher Friedensdienst cfd, Einkommen dank Bildung in Essaouira Nepal und Indien

22 Sneha Jyothi Charitable Organisation, Kerala 23 Verein Punarjanma von Sunny Thomas in Arunachal Pradesh

36 Stiftung Usthi, Bildungsprojekte Nicaragua

Israel 24 Bischöfliche Kanzlei Chur, Christen im Heiligen Land Italien 25 Segreteria Coordinazione MCLI, Erdbebenopfer in Accumoli 26 Caritas Schweiz, Erdbebenopfer

37 Interteam Luzern, Interteam-Fachpersonen in Ocotal 38

Interteam Luzern, Projekt für Kleinbäuerinnen/-bauern und Jugendliche im Norden des Landes

39

Verein Partnerschaft mit Santa Teresa, Schulprojekt San Francisco in Santa Teresa

8

6


13

10 11 41 42 44 25

49

4 43 26

9

24

50

35

31 36

1

23 20

21 19 22

48 2

14

29

30

27 40

45

47

32 33 34

51

46 Philippinen 40 Comundo Luzern, Bildungsangebote in Luzon

Zimbabwe 51 SolidarMed, Musiso-Spital

Polen 41 Beitrag für die pastoralen Werke von Pater Jaworski

Für mehrere Länder

42 Stiftung Passion for Live, Therapiezentrum in Legionowo

Zürich, Brücken zum Süden Le Pont

Serbien 43 Kirche in Not – Ostpriesterhilfe, Projekt von Bischof Ladislav Nehmet Slowakei 44

Schweizer Kolpingwerk, Ausbildung und Integration von Roma-Frauen in Spišské Podhradie Somaliland

45 Hadia Medical Swiss, Somalia, Regionalspital in Gabiley

Zürich, Stiftung offene Hand/Swisshand Zürich, Mikrokredit-Programm, Afrika Luzern, Caritas Schweiz, Flüchtlingshilfe Luzern, Kirche in Not – Ostpriesterhilfe Luzern, SKF, Frauen der Dritten Welt Immensee, Fidei Donum, Missionsarbeit Freiburg, MISSIO, Ausgleichsfonds der Weltkirche

Südafrika 46 Terre des hommes Schweiz, Hilfe für Opfer von sexuellem Missbrauch Tansania 47 Schweizer MIVA, Transport von Strassenkindern in Daressalam

Ukraine 49 Bischöfliche Kanzlei Chur, Gläubige in der Ukraine Westjordanland 50 Kinderhilfe Bethlehem Luzern, Kinderspital

Foto: © Winterthur Tourismus

Tschad 48 Kath. Schule in Coqville, Schulerweiterung


14

«Die grösste Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg»

Interview mit Stadtrat und Sozialvorstand Nicolas Galladé Würden Sie 2016 als «Flüchtlingsjahr» für Winter­thur bezeichnen? Stadtrat Nicolas Galladé: Schon seit Jahrzehnten oder noch länger, wenn man bis zu den Internierten zurückgeht, wo wir in Winterthur auch eine Tradition haben, leben hier Flüchtlinge. Weltweit war aber das Jahr 2015 sozusagen das Schlüsseljahr mit den ganz grossen Bewegungen über die Balkanroute. Das hat Ende 2015 dazu geführt, dass wir in sehr kurzer Zeit verpflichtet wurden, 200 Flüchtlinge mehr aufzunehmen. Gemäss dem Kontingent musste Winterthur statt der Richtzahl 530 im Jahr 2016 750 Flüchtlinge aufnehmen. Schon Ende 2015 haben wir dafür erste Weichen gestellt, die Umsetzung ist dann in Winterthur 2016 erfolgt. Wer sagt der Stadt, wie viele Flüchtlinge sie aufnehmen muss? G: Wir haben schweizweit ein System, dass alle Flüchtlinge, die in die Schweiz kommen, zuerst auf Bundesebene erfasst und dann nach dem Zufallsprinzip auf die Kantone verteilt werden, sodass alle Kantone gleich viele tragen müssen. Diese Verteilung ist etwas, in dem wir Deutschland, aber auch dem übrigen Europa voraus sind. Im Kanton Zürich wird dann ein sogenanntes Kontingent angewendet. Das war für alle Gemeinden lange 0,5 Prozent der Bevölkerung. Ab 1. Januar 2016 ist es auf 0,7 Prozent erhöht worden. Das hat dazu geführt, dass wir in Winterthur kurzfristig die Zivilschutzanlage Mattenbach als Unterkunft öffneten. Die Zivilschutzanlage Mattenbach wurde inzwischen wieder geschlossen. In der Kirche Rosenberg wohnen weiter Flüchtlinge. Warum ist das so? G: Beim Zivilschutzzentrum Mattenbach ist es wirklich darum gegangen, ganz kurzfristig dem Kanton zu helfen. Dazu sind wir natürlich gerne bereit. Letztlich muss unser eigentlich gut funktionierendes Asylsystem in der Schweiz weiterhin funktionieren, da müssen alle Ebenen ihre Aufgabe übernehmen. Der Kanton hatte das Zivilschutzzentrum für sechs Monate gemietet, konnte es dann

aber schon früher herunterfahren, weil er die Flüchtlinge auf die Gemeinden verteilen konnte. Das war die sogenannte Erste Phase, in welcher der Kanton für die Betreuung zuständig ist. Wenn es dann in die Zweite Phase, in die Gemeinden, geht, ist eine unterirdische Unterbringung suboptimal. Wir brauchten also Nachfolgelösungen, unter anderem die Kirche Rosenberg oder auch das Busdepot Deutweg, in das man die gleichen Modelle von Häusern platziert hat. Ebenfalls dieses Jahr konnten wir die Wohnsiedlung im Grüzefeld eröffnen, die ja zum Teil Ersatz für das infolge Sanierung zwischenzeitlich geschlossene Wohnheim Hegifeld ist. Wie haben Sie die Winterthurer Bevölkerung in dieser Zeit erlebt? Bereits im Herbst 2015, als man die Bilder von uns vertrauten Destinationen wie zum Beispiel Budapest, Wien oder München sah, spürte man eine sehr grosse Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und auch aus kirchlichen Kreisen. Wir mussten dort sagen: Wir nehmen das sehr gerne entgegen und wahr, aber diese Flüchtlinge sind noch nicht hier, die seht ihr jetzt im Fernsehen, die sind in eurem Wohnzimmer, aber die sind noch nicht da. Die Flüchtlinge sind dann auch tatsächlich in einem geringeren Mass in die Schweiz gekommen, das hat dann zu der vorher erwähnten Erhöhung geführt. Auch dann haben wir sehr viel Wohlwollen und Unterstützung wahrgenommen. Wie haben Sie die Bevölkerung vorbereitet auf die Aufnahme? Ich denke, wir haben das als Stadt auch mit den Partnern gut aufgegleist: Wir haben Schlüsselpersonen in den Quartieren kontaktiert, auch bestehende Strukturen wie Kirchgemeinden, Schulen und Genossenschaften, zum Teil Quartiervereine, je nach Struktur im einzelnen Stadtkreis. Und wir haben auch sehr gut kommuniziert, der Bevölkerung den grösseren Rahmen erklärt, dass man da vor einer grösseren Fluchtbewegung steht – der grössten seit dem Zweiten Weltkrieg. Dass viele Länder im arabischen Raum, in Asien und in Afrika den Grossteil der Lasten tragen und wir nur einen verhältnismässig kleinen. Auch die Notwendigkeit im ganzen System, dass wir unseren Teil übernehmen müssen, damit auch das Schweizer Asylsystem gut funktionieren kann, haben wir dargelegt. Wichtig war auch, Begleitgruppen einzurichten, in


15

denen Hilfe kanalisiert werden konnte und Themen besprochen werden konnten, wenn es Probleme gab. So haben wir die Unsicherheiten immer ernst genommen und auch eine Haltung gehabt, dass es nicht einfach ganz ohne Probleme gehen wird, aber dass man auf sie eingeht und sie lösen kann. Welche Probleme wer­d en an Sie als Sozialvorstand herangetragen? Es sind diffuse Ängste. Es ist halt so, dass bei den Leuten ganz unterschiedliche Grundhaltungen da sind. Ich habe zum Beispiel gerade nach den Ereignissen von Köln [sexuelle Übergriffe auf Frauen; Anmerkung der Redaktion] ein E-Mail bekommen, wie vorgegangen werde, damit die Sicherheit im Rosenberg gewährt bleibe. Wir haben für die Beantwortung einige Tage gebraucht, und nach rund einer Woche schrieb die gleiche Person, sie habe noch immer keine Antwort bekommen, mittlerweile habe sie bereits den ersten Flüchtling beim Joggen gesehen, das sei aber «gut gegangen». Das war allerdings, bevor diese Flüchtlinge überhaupt da waren. An vielen Orten zeigt sich, dass man lernt, mit der neuen Situation zu leben. Wenn die Flüchtlinge da sind, werden sie fast ein Teil des Quartiers. Klar, es gibt immer auch Probleme: zum Beispiel bei der unterirdischen Zivilschutzanlage, wo diese Leute auch ans Tageslicht gingen, unter anderem zum Telefonieren – der Kontakt zu Menschen in der Heimat oder unterwegs ist eigentlich das Wichtigste für Flüchtlinge. Da hatten Anwohner zum Teil das Gefühl, dass «die» in der Nacht laut reden draussen. Aber im Grossen und Ganzen sind es dann doch real sehr kleine Probleme gewesen, die man auch immer irgendwie angehen und lösen oder zumindest aus dem Kontext heraus erklären konnte.

Stadtrat Nicolas Galladé (ganz links) eröffnet mit der Jugendbeauftragten der Stadt, Mireille Stauffer, und Dave Mischler vom städtischen Sportamt den temporären Pumptrack neben der Flüchtlingsunterkunft im Busdepot Deutweg: Kinder aus der Unterkunft und aus dem Quartier können den Track gemeinsam benutzen. Betreut werden sie auch von Freiwilligen, zum Beispiel aus dem Kreis des Jugendtreffs Gutschick. (Bild: zVg)

Welche infrastrukturellen Herausforderungen sind auf die Stadt zugekommen? Man muss hier zwei Dinge unterscheiden: Das eine ist das Infrastrukturelle, bei dem man immer das Gefühl hat, ui, das ist jetzt aber ein Hoselupf! Dass wir tatsächlich in so kurzer Zeit gerade im Rosenberg und danach auch im Busdepot Deutweg so viele Plätze bereitstellen konnten, verlangte viel Engagement und viele Sonderleistungen. Ich sagte immer, das sei eine Herausforderung, aber die viel grössere Herausforderung würde es sein, dass diese Leute auch ankommen, gut integriert sind und letztlich ein gutes Zusammenleben möglich ist. Hier stellt sich die zweite infrastrukturelle Herausforderung. Nehmen wir Kinder und Jugendliche: Für sie hat die Regelstruktur, also namentlich die Schule, eine ganz grosse Integrationskraft. Direkt in den Kindergarten oder in die erste Klasse der Regelschule zu kommen, ist eine grosse Chance, aber auch eine Herausforderung. Da leistet die Schule sehr viel. Wir haben sie auch immer an Bord gehabt in einem sehr guten Austausch. Für ältere Kinder und Jugendliche gibt es die sogenannten Aufnahme- oder Einschulungsklassen, bei denen man ganze Klassen macht. Hier muss man Räume zur Verfügung stellen. Am Schwierigsten ist es sicher bei Jugendlichen, die zu alt sind für die Schule. Die Schwelle in die Erwerbstätigkeit ist sehr gross. Hier sind wir froh über die vielen Angebote, die vor Ort entstanden sind, wo sich also private, kirchliche Kreise engagieren. Das sind Treffpunkte wie die gut etablierten Cafés international, freiwillige Sprachkurse usw. Die Stadt kann leider aus finanziellen Gründen diesen Auftrag nicht übernehmen, aber die zivile Gesellschaft hat sehr viele Angebote ermöglicht. Gerade Erwerbstätigkeit hat auch eine integrative Funktion. In anderen Gemeinden macht man mehr, damit Asylsuchende arbeiten können. Warum nicht in Winterthur? Schweizweit und kantonal gibt es eine klare Abgrenzung, dass bei Asylsuchenden im Verfahren, also mit Status N, die Integration, ich sage mal explizit, nicht erwünscht ist. Da ist man in einem Spannungsfeld: Eigentlich wollen wir die Leute gut integrieren in der Schweiz, auf der anderen Seite will man aber nicht allzu attraktiv sein. Das ist eine politische Vorgabe und eigentlich eine strategische Unklarheit. Hier wäre ich sehr dankbar, wenn es Klarheit gäbe. Auch die Finanzierung ist entsprechend geregelt: Für Flüchtlinge, die im laufenden Verfahren sind, bekommt man als Gemeinde pauschal Abgeltungen, die für diese Art von Integrationsverfahren nicht kostendeckend sind. Da muss sich auch die Stadt Winterthur überlegen, wollen wir und vor allem können wir uns das finanziell leisten?


16

Braucht denn ein Arbeitsprogramm, zum Beispiel Flüchtlinge als Lotsen für die Strassenüberquerung oder in der Strassenreinigung einzusetzen, mehr Ressourcen von der Stadt, als die geleistete Arbeit Entlastung bietet? Das muss man ganz realistisch sehen: Ein solcher Einsatz braucht mehr Ressourcen, als er entlastet. Oft ist es ein regulärer Job, den man nicht einfach durch Asylsuchende ausüben lassen kann. Man hört immer: Es wäre gut, wenn ihr etwas machen würdet für die Arbeitsintegration von Flüchtlingen, auf der anderen Seite heisst es zu Recht, dass man bestehenden, bezahlten Jobs nicht Konkurrenz machen darf. Zudem müssen die eingesetzten Personen gewissen minimalen Anforderungen entsprechen. Man stelle sich vor, wir würden einen Lotsendienst machen und es gäbe einen Unfall auf dieser Strecke! Wir über­ legen aber schon auch, da und dort niederschwellige An­ gebote, die teilweise bereits bestehen, zu nutzen. Das wird aber aufgrund dieser mangelnden Refinanzierungen nicht flächendeckend sein. Für die Wohnintegration engagiert sich zum Beispiel neu auch der Verein VIWO, der aus kirchlichen Kreisen heraus entstanden ist. Wie können sich die zivile Gesellschaft oder auch kirchliche Kreise und staatliche Stellen sinnvoll ergänzen? Zuerst muss man einmal sagen, dass sich die zivile Gesellschaft und auch kirchliche Kreise bereits an vielen Orten engagieren: Sprachkurse, Begegnungsorte, Möglichkeiten, Wohnraum zu finden – da ist auf eine gute Art vieles im Gang. Das begrüssen wir auch sehr, wobei wir teilweise, vor allem am Anfang, auch etwas überfordert waren mit all dieser freiwilligen Hilfsbereitschaft, wir hatten nicht genügend Ressourcen. Da haben wir aufgerufen, dass alle zusammensitzen, und Benevol hat eine koordinierende Rolle übernommen. Diese Vernetzung ist wirklich zentral. Man darf aber auch nicht vergessen, dass das private Engagement alleine nicht genügen kann. Was ich gefährlich fände, ist, wenn man das Gefühl hätte, Private übernähmen die Aufgaben des Staates. Der Staat hat staatliche Aufgaben und diese kann bis zu einem gewissen Grad nur der Staat machen. Es kann nie genug Privatengagement geben, das begrüssen wir auch, aber es kann nicht sein, dass man meint, eine staatlich-hoheit­ liche Aufgabe wie Sozialhilfe könne privatisiert werden.

Interview: Claudia Sedioli


17

Breites Angebot – gesamtgesellschaftlicher Nutzen

Erhebung der kirchlichen Angebote – Übersicht über Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung Während zwölf Monaten, vom 1. Oktober 2015 bis am 30. September 2016, haben die Mitarbeitenden der Katholischen Kirche in Winterthur alle Angebote ihrer Pfarrei oder anderer Organisationseinheiten systematisch in einem Onlinefragebogen festgehalten. Unter «Angebot» fielen dabei grundsätzlich alle kirchlichen Tätigkeiten: Gottesdienste, Kasualhandlungen, Religionsunterricht, Kollekten, Bildungsveranstaltungen, Foren, Chorgruppen, Sozialberatungen, Integrationsprojekte, Treffpunkte, Ausflüge, Basare, Werkstätten, Beiträge an gemeinnützige Organisationen, Seelsorgegespräche, Besuchs­­ dienste, Konzerte, Ausstellungen, Raumvermietung, Archivbetrieb usw. Mit den Studienergebnissen können nun die finanziellen Aufwendungen der Kirchen für Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung aufgezeigt und deren Wert für die Gesellschaft bestimmt werden. Mehr als 88 000 Stunden Freiwilligenarbeit Die Erhebung listet nicht nur die 2180 verschiedenen Angebote auf, die die Katholische Kirche in Winterthur während der zwölf erfassten Monate machte. Die Daten zeigen auch, dass 56 439 Arbeitsstunden der angestellten Mitarbeitenden und 315 Stunden der Behördenmitglieder zusammen mit 88 811 Stunden Freiwilligenarbeit für die Angebote aufgewendet wurden. Beeindruckend ist auch die Zahl der Menschen, die mit den Angeboten erreicht werden: 322 206-mal haben Kirchenmitglieder Angebote genutzt, 94 743-mal Personen, die nicht Mitglied der Katholischen Kirche sind. «Diese hohen Werte ergeben sich auch daraus, dass Angebote wie Jugendtreffs, Sozialdienste, aber auch öffentliche Veranstaltungen wie Referate oder andere Anlässe auch

315

Arbeitsstunden Behördenmitglieder

322 206

von vielen Menschen besucht werden, die nicht Mitglied der Katholischen Kirche sind», erklärt Thomas Suter, der als Leiter Administration der Kirchgemeinde die Studien­ erhebung koordiniert hat. Daten liefern Grundlage für Finanzierung Der Kanton Zürich unterstützt die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich und die Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich für Tätigkeiten mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung jährlich mit insgesamt knapp 50 Millionen Schweizer Franken. Grundlage dafür ist das Kirchengesetz (KiG) 2010, das vorsieht, dass Kostenbeiträge an die kantonalen kirchlichen Körperschaften für «ihre Tätigkeiten mit Bedeutung für die ganze Gesellschaft, insbesondere in den Bereichen Bildung, Soziales und Kultur» (§ 19 Abs. 2 KiG) ausgerichtet werden. Für die sechsjährige Bezugsperiode (2014 –2019) haben die Kirchen Tätigkeitsprogramme erstellt. Im Hinblick auf die nächste Beitragsperiode 2020–2025 sollen mit den nun vorliegenden Studienergebnissen systematische Grundlagen vorhanden sein, die von den Kirchen als Leitlinien für die Erstellung und vom Kanton (Regierungsrat und Kantonsrat) für die Beurteilung der zukünftigen Tätigkeitsprogramme (für 2020–2025, aber auch darüber hinaus) genutzt werden können. Zu diesem Zweck hat der Kanton Zürich, vertreten durch die Direktion der Justiz und des Innern, die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich und die Römisch-katholische Körperschaft des Kantons Zürich sowie das Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich (IPZ) beauftragt, die Studie durchzuführen.

88 811 Freiwilligenstunden

94 743

Teilnahmen von Mitgliedern

2180 Teilnahmen von Nichtmitgliedern

56 439

Angebote

Arbeitsstunden angestellte Mitarbeitende


Zersägt liegt der «Tisch der Welt» in der Kirche St. Josef.

Das Flüchtlingstheater Malaika begeistert das Publikum.

Wie gehen wir in Winterthur mit Fremden um? Der Tisch wird zusammengefügt und ...

... dient Pfarrer Jacek Jeruzalski als Altar.

Eucharistiefeier am «Tisch der Welt».

Impressionen des Anlasses zum Jahr der Barmherzigkeit Papst Franziskus hat das Jahr 2016 zum Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Was bedeutet der sperrige Begriff für den Umgang mit Fremden in Winterthur? Dieser Frage ist eine Gruppe von Freiwilligen und Mitarbeitenden der einzelnen Pfarreien an einer bewegenden Veranstaltung am 21. Mai 2016 in der Pfarrei St. Josef in Töss nachgegangen: Den Auftritt des Flüchtlings­ theaters Malaika, die Podiumsdiskussion, die Workshops, den Gottesdienst und den anschlies­ senden Apéro riche haben gut 100 Teilnehmende besucht. Bilder: Giovanni Schäfli. Gut 100 Interessierte haben sich in St. Josef in Töss eingefunden.

Engagierte Podiumsdiskussion zum Thema Flüchtlinge.


19

Finanzen

Laufende Rechnung (nach Arten) Rechnung

Voranschlag

2016

2016

15 093 236.48

14 823 270

8 602 945.73 143 850.90

Löhne des Verwaltungs- und Betriebspersonals Sozialversicherungsbeiträge

in CHF

Aufwand Personalaufwand Personalaufwand der Behörden und Kommissionen

Konto

Rechnung 2015

3

14 627 481.40

8 364 100

30

8 313 698.09

141 800

300

148 765.65

7 114 893.60

6 764 600

301

6 827 651.11 1 210 267.88

1 249 667.78

1 246 800

303

Budgetierter Teuerungsausgleich/Stufenanstieg

0

100 900

305

0

Rentenleistungen

0

0

307

1 500.00

94 533.45

110 000

309

125 513.45

Übriger Personalaufwand Sachaufwand

2 168 148.10

2 354 420

31

2 188 086.98

Büro- und Schulmaterialien, Drucksachen

297 612.50

325 570

310

272 083.77

Anschaffung Mobilien, Maschinen, Fahrzeuge

161 647.65

195 600

311

200 199.71

Wasser, Energie, Heizmaterialien

353 147.08

325 100

312

332 139.62

96 797.14

111 450

313

97 881.90

Dienstleistungen Dritter für den baulichen Unterhalt

460 132.26

478 010

314

487 644.39

Dienstleistungen Dritter für den übrigen Unterhalt

100 031.35

79 700

315

88 112.75

43 952.40

44 000

316

44 682.55

Spesenentschädigungen, Pfarreianlässe

313 614.29

381 480

317

316 842.47

Dienstleistungen und Honorare, allg. Verwaltungsaufwand

265 895.16

304 950

318

286 235.37

75 318.27

108 560

319

62 264.45

200 885.75

203 200

32

180 243.25

0

1 000

321

0

103 246.05

120 000

322

112 856.00

Verbrauchsmaterialien

Mieten, Pachten, Benützungskosten

Übriger Sachaufwand Passivzinsen Kurzfristige Schulden Mittel- und langfristige Schulden Sonderrechnungen

2 027.00

2 200

323

2 136.00

Übrige Passivzinsen

95 612.70

80 000

329

65 251.25

1 792 118.50

1 847 000

33

1 986 167.15

46 168.15

120 000

330

57 305.70

1 745 950.35

1 727 000

331

1 928 861.45

Entschädigungen an andere Gemeinwesen

224 127.00

224 000

35

222 345.00

Stadt Winterthur: Bezugskosten für Kirchensteuern

224 127.00

224 000

352

222 345.00

Eigene Beiträge

1 703 159.40

1 801 750

36

1 708 130.93

Synodalrat

1 255 414.00

1 242 300

361

1 253 100.00

Kirchliche Gruppen/Vereine

206 980.20

271 450

365

195 905.88

KEH, Institutionen Inland

135 436.15

173 000

366

157 407.90

KEH, Institutionen Ausland

105 329.05

115 000

367

101 717.15

Durchlaufende Beträge

373 042.00

0

37

0

Einlage in Eigenkapital

373 042.00

0

370

0

Interne Verrechnungen

28 810.00

28 800

39

28 810.00

Verrechnete Passivzinsen

28 810.00

28 800

392

28 810.00

16 130 635.52

14 743 470

4

14 773 810.45

Steuern

14 215 033.44

13 449 000

40

13 187 224.37

Einkommens-, Vermögens-, Ertrags- und Kapitalsteuern

14 215 033.44

13 449 000

400

13 187 224.37

641 938.48

639 670

42

626 871.80

5.08

1 000

420

101.8

86 447.95

90 000

421

85 576.15

Abschreibungen Abschreibungen und Erlasse von Steuern Ordentliche Abschreibungen Hochbauten der KG

Ertrag

Vermögenserträge Kontokorrent Postcheck-/Bankguthaben Zinsertrag Steuern Anlagen des Finanzvermögens/Jahrzeitfonds

2 027.95

2 300

422

2 137.15

Liegenschaftserträge des Finanzvermögens

158 128.00

157 170

423

153 582.70

Liegenschaftserträge des Verwaltungsvermögens

395 329.50

389 200

427

385 474.00


20

Laufende Rechnung (nach Arten) Rechnung

Voranschlag

2016

2016

142 734.50

88 200

43

2 855.00

2 000

435

2 738.55

136 721.75

84 700

436

136 942.85

3 157.75

1 500

439

851.4

Anteile und Beiträge ohne Zweckbindung

623 255.00

378 000

44

652 485.00

Normaufwandausgleich

623 255.00

378 000

445

652 485.00

Beiträge für eigene Rechnung

105 822.10

159 800

46

137 886.48

Beiträge des Synodalrates

105 822.10

116 800

461

106 123.73

Gemeinden: Rückvergütung MCLI und Oberstufenunterricht

0

0

462

14 123.75

Beiträge übrige

0

43 000

465

0

Übrige Beiträge für eigene Rechnung

0

0

469

17 639.00

Durchlaufende Beträge

373 042.00

0

47

0

Bewertungsgewinne

373 042.00

0

470

0

Interne Verrechnungen

28 810.00

28 800

49

28 810.00

Verrechnete Aktivzinsen

28 810.00

28 800

492

28 810.00

Total Aufwand

15 093 236.48

14 823 270

14 627 481.40

Total Ertrag

16 130 635.52

14 743 470

14 773 810.45

in CHF

Entgelte Übrige Verkaufserlöse Rückerstattungen: Pfarrer an Besoldung Haushälterin, FAK Übrige Entgelte

Aufwandüberschuss Ertragsüberschuss

Konto

Rechnung 2015 140 532.80

79 800 1 037 399.04

146 329.05


21

Bestandesrechnung in CHF

Bestand am

Bestand am

Veränderungen

Konto

1.1.2016

Zuwachs

Abgang

31.12.2016

23 435 972.09

7 706 914.22

7 201 237.88

23 941 648.43

6 151 972.09

7 591 963.87

5 455 287.53

8 288 648.43

10

604 021.61

3 065 287.56

2 143 417.20

1 525 891.97

100

Guthaben

2 596 014.86

4 076 017.71

3 223 850.66

3 448 181.91

101

Anlagen

2 886 203.50

395 150.33

22 103.25

3 259 250.58

102

65 732.12

55 508.27

65 916.42

55 323.97

103

Verwaltungsvermögen

17 284 000.00

114 950.35

1 745 950.35

15 653 000.00

11

Sachgüter

17 284 000.00

114 950.35

1 745 950.35

15 653 000.00

114

23 435 972.09

31 536 831.62

31 031 155.28

23 941 648.43

2

16 443 510.24

30 054 641.93

30 924 472.38

15 573 679.79

20

302 349.79

15 102 050.21

15 070 396.26

334 003.74

200

Kurzfristige Schulden

0

14 761 759.82

14 761 759.82

0

201

Langfristige Schulden

15 700 000.00

1 000 000.00

14 700 000.00

202

10 900.00

194 116.00

203

179 000.00

204 205

Aktiven Finanzvermögen Flüssige Mittel

Transitorische Aktiven

Passiven Fremdkapital Laufende Verpflichtungen

1

Verpflichtungen für Sonderrechnungen

202 716.00

2 300.00

Rückstellungen

157 200.00

21 800.00

Transitorische Passiven

81 244.45

166 731.90

81 416.30

166 560.05

Verrechnungskonten

80 372.65

71 748.65

106 682.90

45 438.40

21

Quellensteuern

80 372.65

71 748.65

106 682.90

45 438.40

210

Kapital

6 912 089.20

1 410 441.04

8 322 530.24

23

Eigenkapital

6 912 089.20

1 410 441.04

8 322 530.24

239

Investitionen im Verwaltungsvermögen (nach Dienstbereichen) in CHF

Kirchliche Liegenschaften

Rechnung 2016

Voranschlag 2016

Ausgaben

Einnahmen

Ausgaben

114 950.35

Rechnung 2015

Einnahmen

Konto

Ausgaben

Einnahmen

– 1 160 827.20

587 965.75

1 160 827.20

5044

114 950.35

5046

396

Umbau- und Sanierungs­ massnahmen Pfarreizentrum St. Urban Umbau- und Sanierungs­ massnahmen Kirche Herz Jesu Beitrag des Synodalrates an Investitionsausgaben Total Investitionsausgaben Total Investitions­einnahmen

Nettoinvestition

– 114 950.35

– –

587 965.75 1 160 827.20

587 965.75

114 950.35

-

572 861.45

6614


22

Laufende Rechnung (nach Dienstbereichen) in CHF

Rechnung 2016

Voranschlag 2016

Rechnung 2015

Aufwand

Ertrag

Aufwand

11 172 296.21

645 913.10

11 216 960

Kirchgemeinde, Pfarrei

2 293 013.48

94 805.38

2 319 880

76 500

Gottesdienst

1 835 125.70

53 422.30

1 830 110

44 600

Diakonie

3 006 614.78

65 569.67

3 182 180

911 838.18

6 301.90

Kultur

1 187 884.97

Kirchliche Liegenschaften

1 937 819.10

Kirchenwesen

Ertrag

Konto

Aufwand

Ertrag

639 400 10 857 617.96

666 029.28

3

2 210 109.95

87 708.08

390

1 754 285.76

62 521.45

391

101 400

3 025 582.42

82 667.00

392

879 550

6 000

869 831.23

6 051.40

393

9 683.06

1 069 040

7 300

1 104 777.58

5 276.30

394

416 130.79

1 936 200

403 600

1 893 031.02

421 805.05

396

3 920 940.27 15 484 722.42

Behörden, Verwaltung,

Bildung

Finanzen und Steuern

3 606 310

14 104 070

365 907.85

14 301 481.39

424 000

13 539 000

344 901.95

13 272 800.52

900

1 255 414.00

623 255.00

1 242 300

378 000

1 253 100.00

652 485.00

920

105 949.03

28 816.03

124 200

29 900

115 415.75

28 912.95

940

Finanzvermögen

74 677.04

158 128.00

88 810

157 170

127 584.29

153 582.70

942

Abschreibungen

1 745 950.35

0

1 727 000

0

1 928 861.45

0

990

373 042.00

373 042.00

0

0

0

0

996

Gemeindesteuern

3 769 863.44 14 107 781.17

9

Finanzierung der Kantonalkirche und Normaufwandausgleich Kapitaldienst Liegenschaften

Neubewertung Liegen­ schaften Finanzvermögen

Total Aufwand

15 093 236.48

Total Ertrag

14 823 270 16 130 635.52

Aufwandüberschuss Ertragsüberschuss

14 627 481.40 14 743 470

14 773 810.45

79 800 1 037 399.04

146 329.05

Abschied der Rechnungsprüfungskommission 1.

Die Rechnungsprüfungskommission hat die Jahresrechnung 2016 samt Sonderrechnung «Jahrzeitfonds» der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winter­ thur geprüft und dabei festgestellt, dass: • Aufbau und Darstellung der Jahresrechnung den gesetzlichen Vorschriften entsprechen, • die geprüfte Jahresrechnung und die Sonderrechnung «Jahrzeitfonds» mit der Buchhaltung übereinstimmen, • die Buchhaltung ordnungsgemäss geführt ist. Die laufende Rechnung schliesst bei CHF 15 093 236.48 Aufwand und CHF 16 130 635.52 Ertrag (inkl. CHF 623 255.00 Beitrag aus dem Normaufwand­ ausgleich der Römisch-katholischen Körperschaft des Kantons Zürich) mit einem Ertragsüberschuss von CHF 1 037 399.04 ab. Die Investitionsrechnung Verwaltungsvermögen weist bei Ausgaben von CHF 114 950.35 und Einnahmen von CHF 0.00 Nettoinvestitionen von CHF 114 950.35 aus. Die Investitionsrechnung Finanzvermögen weist bei Ausgaben von CHF 0.00 und Einnahmen von CHF 0.00 Nettoinvestitionen von CHF 0.00 aus. Die Schlussbilanz per 31. Dezember 2016 weist Aktiven und Passiven von je CHF 23 941 648.43 aus. Das Eigenkapital steigt infolge des Ertragsüberschusses von CHF 1 037 399.04 sowie des Überschusses aus der Neubewertung der Liegenschaften im Finanzvermögen von CHF 373 042.00 von bisher CHF 6 912 089.20 auf CHF 8 322 530.24.

2.

Die Rechnungsprüfungskommission beantragt der Kirchgemeindeversammlung, die Jahresrechnung 2016 samt Sonderrechnung «Jahrzeitfonds» zu genehmigen.

Winterthur, 14. März 2017

Rechnungsprüfungskommission der Römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur

Der Präsident: Werner Gabriel

Der Aktuar: Josef Heeb


23

Sonderrechnung Jahrzeitfonds Einnahmen Zuwachs durch Stiftungen im Jahr 2016

Herz Jesu

1 500.00

St. Marien

500.00

St. Laurentius Total Kapitalertrag

300.00 2 300.00 2 136.00

4 436.00

Ausgaben Abgang an Stiftungen im Jahr 2016

St. Peter und Paul

3 750.00

Herz Jesu

1 750.00

St. Marien

1 000.00

St. Laurentius

2 900.00

St. Ulrich

500.00

St. Urban

1 000.00

Total Überweisung an Kirchengut gemäss Sonderrechnungsbestimmung Ausgaben-Überschuss 2016

10 900.00 2 136.00

13 036.00 8 600.00

Bestand am Ende des Vorjahres

202 716.00

Bestand am Ende des Rechnungsjahres

194 116.00

Davon: Anteil St. Peter und Paul

71 250.00

Anteil Herz Jesu, Mattenbach

29 373.00

Anteil St. Josef, Töss

35 615.00

Anteil St. Marien, Oberwinterthur

23 325.00

Anteil St. Laurentius, Wülflingen

21 350.00

Anteil St. Ulrich, Rosenberg

6 880.00

Anteil St. Urban, Seen

6 323.00 194 116.00

Winterthur, 3. April 2017

Römisch-katholische Kirchenpflege Winterthur

Der Ressortverantwortliche: Anton Sutter


24

Zusammenfassung Rechnung 2016 (nach Arten in CHF) Die Jahresrechnung 2016 der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 1 037 399.04 ab. Budgetiert wurde ein Aufwandüberschuss von 79 800. Die wichtigsten Abweichungen zum Budget setzen sich wie folgt zusammen: • Personalaufwand Die Personalkosten sind knapp 240 000 über Budget. 120 000 infolge Mehrkosten bei der Kirchenmusik sowie 80 000 bei der Katechese und den Liegenschaften. Zudem resultierten höhere Kosten bei den Dienstaltersgeschenken und Kinderzulagen. • Sachaufwand Insgesamt sind beim Sachaufwand rund 190 000 weniger Kosten angefallen als budgetiert. Die grössten Abweichungen betreffen dabei die Pfarreianlässe und sonstigen Spesenvergütungen mit –70 000. • Passivzinsen Die langfristigen Darlehen der Kirchgemeinde wurden mit einem Zinssatz von 0.75 % budgetiert. Effektiv konnten die Darlehen im Durchschnitt nochmals um 0.1% tiefer verlängert werden. • Abschreibungen Im Berichtsjahr sind die Abschreibungen um 55 000 unter Budget, hauptsächlich durch tiefere Abschreibungen des Steueramtes Winterthur. • Eigene Beiträge Von den budgetierten Beiträgen für die kirchlichen Gruppierungen und Vereine sind 62 000 nicht benutzt worden. Die Ausgaben für die KEH und die Paarberatung fielen ebenfalls um knapp 47 000 tiefer aus als budgetiert. ­Gesamthaft sind die eigenen Beiträge um rund 96 000 unter Budget ausgefallen. • Steuern Die gesamten Steuereinnahmen sind deutlich höher ausgefallen als uns vom Steueramt für das Budget gemeldet. Die Abweichung von 766 000 betrifft hauptsächlich offene Steuereinnahmen der Jahre 1993–2015. • Entgelte Die Entgelte fielen um knapp 55 000 höher aus, da verschiedene Rückerstattungen über den budgetierten Werten angefallen sind. • Beiträge ohne Zweckbindung Die Berechnung des Normaufwandausgleiches basiert immer auf den effektiven Werten des Vorjahres. Zum Zeitpunkt der Budgetierung stehen jedoch lediglich hochgerechnete Werte zur Verfügung. Im 2016 haben wir entgegen dem mit 378 000 budgetierten Beitrag 623 255 erhalten. • Beiträge für eigene Rechnung Infolge tieferer Sachkosten der MCLI sind uns vom Synodalrat 11 000 weniger als budgetiert rückerstattet worden. Die Lohnrückerstattung des Vereins Jugendtreff Gutschick ist direkt im Personalbereich Jugend gebucht worden. • Durchlaufende Beträge Die Kirchgemeinde ist angehalten, alle 10 Jahre ihre Liegenschaften im Finanzvermögen neu zu bewerten. Durch diese Neubewertung ergab sich ein Bewertungsgewinn (Bereich 470) von 373 042. Dieser wurde gemäss der Weisung des Synodalrates direkt dem Eigenkapital (Bereich 370) gutgeschrieben und erscheint deshalb nicht mehr im Gesamtergebnis der Jahresrechnung. Winterthur, 2. März 2017 Anton Sutter, Ressortverantwortlicher Finanzen


25

Tätigkeitsberichte Kirchenpflege und Verwaltung Die Kirchenpflege startete mit 16 von 17 Sitzen ins Berichtsjahr 2016. Neu nahm im Januar die Juristin Marianne Schurter als Pfarreipflegerin für St. Laurentius Einsitz in das Gremium. Mit der Wahl von Loredana Lima-Moretti als Vertreterin der italienischsprachigen Pfarrei San Francesco war die Katholische Kirchenpflege nach der Kirchgemeindeversammlung vom 31. Mai 2016 wieder komplett. Auch in ihrer neuen Zusammensetzung führte sie die bisherige, bewährte Kommissionsarbeit weiter. Dank der sorgfältigen Vorbereitungen in den verschiedenen Ressorts konnte die Kirchenpflege an acht ordentlichen Sitzungen die anstehenden Geschäfte wie Jahresrechnung und Budget, Bauabrechnungen und Personalgeschäfte zügig behandeln und verabschieden. An ihrer Versammlung vom 31. Mai 2016 stimmte die Kirchgemeinde der Jahresrechnung 2015 klar zu. Auch die Jahresrechnung der Kirchlichen Entwicklungshilfe wurde von den knapp hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmern eindeutig abgenommen. Wie Unterstützung für die Schwächsten konkret aussieht, zeigte zudem der Vortrag des Gemeindeleiters der Pfarrei St. Laurentius in Wülf­ lingen: Diakon Zeljko Calusic war zum Jahreswechsel 2015/2016 selbst an die serbische Grenze gefahren und hatte dort Sach- und Geldspenden aus seiner Pfarrei verteilt. An der Versammlung vom 29. November 2016 stimmten rund 80 Stimmberechtigte der Kirchgemeinde Winterthur der Innensanierung der Kirche Herz Jesu mit grossem Mehr zu. Eine klare Mehrheit hiess auch das Budget 2017 der Kirchgemeinde gut. Ebenso eindeutig fielen die ­Wahlen aus: In der Pfarrei St. Ulrich, Rosenberg, wurde ­Marcus Scholten zum Pfarreibeauftragten gewählt. In der Oberwinterthurer Pfarrei St. Marien wurde Michael Weisshar als Pfarreibeauftragter bestätigt.

Zum guten Gelingen der Behördenarbeit sowie der Kirchgemeindeversammlungen trägt auch die Arbeit der Verwaltung der Kirchgemeinde bei. Sie bereitet die G ­ eschäfte von Kirchenpflege und Kirchgemeinde vor, setzt die dort gefassten Beschlüsse um und kommuniziert diese. Ebenso erhalten die Pfarreien die notwendige Unterstützung. Ob Renovation eines Kirchengebäudes, Öffentlichkeitsarbeit, Aktualisierung der Adressen aller Mitglieder, Budgetierung von aufwendigen Bauarbeiten, Anstellung neuer Mitarbeitenden oder Lohnabrechnung der über 130 Festangestellten und Aushilfen: Die Verwaltung entlastet die Pfarreien von administrativen und organisatorischen Aufgaben. Neu durfte das Team unter der Leitung von Thomas Suter Manuela Zuber begrüssen, welche Ruth Furrer im Bereich der Personaladministration ablöst und Ansprechperson für sämtliche Belange des Personals ist.

Daniela Jucker-Todesco

Katholikenzählung per 31.12.2016 Veränderungen PP

HJ

TS

OW

WL

RB

SE

Total

gegenüber Ende 2015

Schweizer Niedergelassene

3 160

1 792

1 762

3 461

2 847

782

3 952

17 756

–39

Ausländer und Aufenthalter

1 246

654

1 119

1 789

1 542

250

1 650

8 250

–8

492

254

571

742

738

88

900

3785

–13

Total

4 406

2 446

2 881

5 250

4 389

1 032

5 602

26 006

–47

Stand 31.12.2015

4 382

2 449

2 941

5 229

4 331

1 061

5 660

26 053

24

–3

–60

21

58

–29

–58

–47

0.5%

–0.1%

–2.0%

0.4%

1.3%

–2.7%

–1.0%

–0.2%

Davon Italiener MCLI

Legende PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco


26

Einwohnerinnen und Einwohner Stadt Winterthur nach Konfessionen per 31.12.2016 Ev.-reformiert

34 743

Christkatholisch270

Ev.-reformiert CH

32 633

Christkatholisch CH

147

Christkatholisch Ausländer

123

Ev.-reformiert Ausländer

2 110

Röm.-katholisch

26 614

Übrige

50 494

Röm.-katholisch CH

17 765

Übrige CH

32 992

Übrige Ausländer

17 502

Röm.-katholisch Ausländer

8 849

Konstituierung der Kirchenpflege Legislatur 2014 –  2018 Kommissionen gemäss Art. 28 Ziffer 1 Kirchgemeindeordnung Finanzkommission RV Stv. Mitglied  / Abgeordneter Geldverkehrs­prüfungskommission Beratend ohne Stimmrecht

Anton Sutter Matthias Gamper Kurt Henggeler Thomas Suter

Personalkommission RV Stv. Mitglied

Dr. Fritz Lang Hansruedi Frey Antonella Mastrogiuseppe

Bau- und Liegenschaftskommission RV Stv. Mitglied

Cornel Widmer Kurt Henggeler Anton Sutter

Kommissionen gemäss Art. 28 Ziffer 2 Kirchgemeindeordnung Seelsorgekommission PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien – Vorsitz WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco

Pfr. Dr. Hugo Gehring Pfr. Klaus Meyer Pfr. Jacek Jeruzalski Michael Weisshar Zeljko Calusic Marcus Scholten Peter Koller Don Carlo de Stasio

Jugendkommission im Pastoralkreis Winterthur Co-RV Rita Neff Co-RV Daniela Amolini Mitglied Heike Bausch Mitglied / Vertreter Seelsorgekommission Pfr. Klaus Meyer Mitglied / Vertreter kant. Jugendseelsorge Frank Ortolf Mitglied / Vertreter reg. Jugendseelsorge Oliver Sittel Mitglied / Vertreterin Jugendseelsorge in den Pfarreien Monika Bosshard

Büro der Kirchenpflege Präsident:

Urs W. Rechsteiner

Vizepräsident und Ressortverantwortlicher Personal:

Dr. Fritz Lang

Ressortverantwortlicher Finanzen:

Anton Sutter

Ressortverantwortlicher Bau und Liegenschaften:

Cornel Widmer

Beratend ohne Stimmrecht: Juristin

Marianne Schurter

Beratend ohne Stimmrecht:

Thomas Suter

Leiter Finanzen und Administration Beratend ohne Stimmrecht: Verantwortliche

Claudia Sedioli

Kommunikation

Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) RV Stv. Mitglied Mitglied / Vertreter der Seelsorgekommission Mitglied / Pfarreivertreterin Mitglied / Pfarreivertreterin Mitglied / Vertreter Kirchgemeinde

Marlis Gisler Madeleine Brunner Daniela Amolini Pfr. Jacek Jeruzalski Claudia Vogel Gabriella Burkart Thomas Suter

Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit (KoSoFA) RV Daniel Frei Stv. Heike Bausch Mitglied Daniela Amolini Mitglied / Vertreter der Seelsorgekommission Marcus Scholten Mitglied / Vertreterin Sozialdienste Dajana Herzig-Marjanovic bis 31.10.16 Mitglied / Leiterin Koordinationsstelle für Soziale Arbeit Susanne Horak Subkommission Freiwilligenarbeit (SuFA) RV Heike Bausch


27

Pfarreipfleger/-innen PP – St. Peter und Paul HJ – Herz Jesu TS – St. Josef OW – St. Marien

Madeleine Brunner Marlis Gisler Heike Bausch Rita Neff

WL – St. Laurentius RB – St. Ulrich SE – St. Urban MCLI – Parrocchia San Francesco

Marianne Schurter Kurt Henggeler Daniela Amolini Antonella Mastrogiuseppe

Delegationen AGJP Arbeitsgemeinschaft für Jugendprojekte

Delegierter

Oliver Sittel

Altersforum Winterthur

Delegierte mit Stimmrecht

Marlis Gisler

Vorstandsmitglied

Pia Keller

Ausländer-Beirat

Delegierter

Diakon Zeljko Calusic

CARITAS Zürich

Delegierte mit Stimmrecht

Marlis Gisler

Datenschutzkommission Synodalrat

Delegierter

Marianne Schurter

Interkonfessionelle Aktion

Delegierte mit Stimmrecht

Marlis Gisler

Interkulturelles Forum Winterthur

Beisitzer im Vorstand mit Stimmrecht

Bernard Ruckstuhl

Kirchlicher Arbeitskreis für Radio Top

Delegierte mit Stimmrecht

Claudia Sedioli

Kirchliche Fachstelle bei Arbeitslosigkeit (DFA)

Mitglied der Trägergruppe mit Stimmrecht

Madeleine Brunner

MCLI-Stiftung

Delegierter mit Stimmrecht

Urs W. Rechsteiner

Paarberatung und Mediation, Winterthur und Andelfingen

Vorstand

Dr. Fritz Lang

Radio- und Fernsehgenossenschaft Zürich

Delegierter mit Stimmrecht

Claudia Sedioli

Spitalseelsorge

Vorstand mit Stimmrecht

Heike Bausch

Stiftung Altersheim St. Urban Winterthur-Seen

Delegierter (Präsident)

Gerhard Abgottspon

Delegierter (Vizepräsident)

Beat Debrunner

Telefonseelsorge «Die dargebotene Hand»

Vorstand mit Stimmrecht

Madeleine Brunner

Treffpunkt Vogelsang

Delegierte

Marlis Gisler

Verein Kath. Spitex Winterthur (Gemeindekrankenpflege)

Vorstand mit Stimmrecht

Madeleine Brunner

Verein für Kinder- und Jugendarbeit im «Gutschick»

Delegierter

Pfr. Klaus Meyer

Delegierte

Heike Bausch

Verein Paulus-Akademie Zürich

Delegierter mit Stimmrecht

Hansruedi Frey

Verein Shalom

Mitglied

Daniela Amolini

Wochenendstube

Vorstand mit Stimmrecht

Pfr. Hugo Gehring

«Solidarität Dritte Welt»


28

Kommissionen

Bau- und Liegenschaftskommission Nach den intensiven Bautätigkeiten der vergangenen Jahre mit den Kirchenrenovationen in St. Ulrich, Peter und Paul und St. Urban wurde im Berichtsjahr das Augenmerk auf den Unterhalt und die Werterhaltung von Gebäuden und Umgebungen gelegt. Nebst dem ordentlichen Unterhalt wurde die Planung der Kirchensanierung Herz Jesu vorangetrieben. Innensanierung der Kirche Herz Jesu: Die Kirche Herz Jesu ist seit längerer Zeit ein Sanierungskandidat. Schon seit Jahren beschäftigt sich die Kirchenpflege mit möglichen Sanierungsmassnahmen. Augenfällig sind vor allem die Verschwärzungen auf der Innenseite der Kirche. Die veraltete Gebäudetechnik und die negative Energiebilanz verursachen hohe Betriebskosten, die im Rahmen einer Sanierung optimiert werden sollen. Die Kirche Herz Jesu ist kein kommunales Schutzobjekt. Eingriffe haben in Abstimmung mit der städtischen Denkmalpflege zu erfolgen. An der Sitzung der Kirchenpflege vom 11. Juli 2016 hat deswegen die Kirchenpflege dem Projektierungskredit Herz Jesu über CHF 150 000 zugestimmt. In der Folge wurde nach einer Ausschreibung das Architekturbüro Fässler + Partner AG, ein auf Kirchenrenovationen spe-

zialisiertes Büro, mit der Planung und Erstellung eines Kostenvoranschlages beauftragt. Die Kirchenpflege und die Kirchgemeindeversammlung stimmten am 31.10. bzw. am 30.11.2016 dem Baukredit über CHF 2 175 000 für die Innensanierung der Kirche Herz Jesu zu. Die Kirche Herz Jesu wird innen saniert. Dazu gehören die energetische Verbesserung der an die Aussenseite angrenzenden Bauteile, die Erneuerung der Technik, die Anpassung des Brandschutzes und die Erneuerung der Beleuchtung. Ebenso werden kleinere nutzerseitige Bedürfnisse wie Beschallung, Kinderecke und die Auffrischung der Kirchenbänke in den Sanierungsumfang aufgenommen. Für die Ausführung ist ein Zeitfenster zwischen Juli 2017 und März 2018 vorgesehen. Finanzliegenschaften: Die Finanzliegenschaften befinden sich in einem baulich guten bis sehr guten Zustand. Auftretende Reparaturen werden sofort erledigt. Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten werden fortwährend ausgeführt. Alle Wohnungen und Garagenplätze sind vermietet. Im Berichtsjahr gab es einen Wohnungswechsel.

Cornel Widmer und Kurt Henggeler

Personalkommission Die Personalkommission verabschiedete an 10 (10) Sitzungen 9 (14) Anträge an die Kirchenpflege. Am 1. Januar traten Diakon Zeljko Calusic und P. Johannes Oravecz ihre Ämter als interimistischer Pfarreibeauftragter beziehungsweise als Priesterlicher Mitarbeiter in St. Laurentius an. Am 11. Juli nahm die Kirchenpflege Kenntnis vom Bericht der Personalkommission betreffend die Grundsätze der Berufsbildung in der Kirchgemeinde und ermächtigte die Kommission zur Umsetzung des von ihr vorgeschlagenen Konzeptes. Seit 2011 engagiert sich die Kirchgemeinde auf vertraglicher Basis mit dem Lehrbetriebsverbund «Stiftung Chance» in der Ausbildung einer Büroassistentin bzw. eines Büroassistenten, um einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des beruflichen Nachwuchses zu leisten. Die Pfarrei St. Marien und die Verwaltung bildeten eine Lernende Büroassistenz während der zweijäh­rigen Lehre aus. Nach intensiven Gesprächen schlug die Personalkommission eine Ausweitung dieses Berufs­bildungskonzeptes vor und erklär-

ten sich die Pfarreien St. Laurentius, St. Urban und St. Marien bereit, sich künftig in einem Rotationssystem an der Lehrlingsausbildung zu beteiligen; weitere prüfen ein Engagement. Die Koordinationsaufgabe liegt beim Ressort Personal. Die Berufsbildung innerhalb der Kirchgemeinde soll breiter verankert und die angebotenen Lehren sollen auf KV- sowie handwerklich-technische Lehren ausgedehnt werden. Die Pfarreien, die in sich in der Berufsbildung engagieren, erhalten 0.2 zusätzliche Stellen im Sekretariat für diese Aufgabe zur Verfügung gestellt. Nachdem Eric Jankovski, Erwachsenenbildner im Anhaltspunkt Neuhegi (Pfarrei St. Marien), seine Stelle per 31. Oktober gekündigt hatte, beauftragten das Büro der Kirchenpflege und die Personalkommission die Pfarrei mit einer Standortbestimmung hinsichtlich des Begegnungszentrums. Aufgrund derselben wurden die Auf­ gaben etwas anders verteilt und die Kirchenpflege stellte am 29. August Martina Walser Rüegg mit Wirkung auf 1. November als Allrounderin für administrative Belange sowie für die Kommunikation und Präsenz bei Veranstal-


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tungen an. Das theologische Angebot soll auf Auftragsbasis betreut werden. Am 26. September setzte die Kirchenpflege eine Kommis­ sion ein, die sich mit einem Vorstoss aus ihren Reihen zur Sicherstellung der Präsenz und Erreichbarkeit sowie von Stellvertretungen bei Absenzen in den Pfarreien, hauptsächlich im Sekretariatsbereich, befasst. Der Ressortverantwortliche Personal nahm ebenfalls Einsitz in dieser Kommission. Auf Antrag der Personalkommission stellte die Kirchenpflege ferner an: Am 29. Februar Dr. rer. nat. Karin Reinmüller als Pastoralassistentin im Pastoraljahr in St. Ulrich auf 15. August; am 4. April Nathalie Werlen-Murmann als Pfarreisekretärin in St. Josef auf 1. Juni und Mauro Callegari als Jugendarbeiter in St. Laurentius auf 1. Mai; am 29. August Daniela Jucker-Todesco, Sekretärin der Kirchenpflege, zusätzlich als Pfarreisekretärin in St. Ulrich auf 1. Januar 2017; am 5. Dezember Margrit Fässler Aydin als Sozialarbeiterin in St. Peter und Paul und St. Ulrich auf 1. Februar 2017. Die Personalkommission befasste sich mit einer grossen Zahl weiterer Geschäfte. Der leichte Rückgang der A ­ nträge an die Gesamtbehörde ist ein nachhaltiges Resultat der D ­ elegation vermehrter Kompetenzen an das Ressort Personal seit den Änderungen der Kirchgemeindeordnung und des Organisationsreglementes 2013. Erwähnt seien: Die Vorbereitung und Organisation des Personalanlasses vom 22. April; Weiterbildungsanträge, Pensumserhöhungen, die Vergütung von Mehrstunden und Zusatzdiensten sowie Anstellungen in eigener Kompetenz; die Beratung, rechtliche Unterstützung und Abklärung in verschiedenen Fällen; die Vernehm­ lassung an den Synodalrat zu geplanten Änderungen im Lohnsystem; die Vorbereitung des Personalbudgets 2017, das aus finanzpolitischen Gründen mit dem Verzicht auf die

Anstellungen in der Kirchgemeinde

19 % Verwaltung / Pfarreisekretariat / Hausangestellte 15 % Pfarrer / Gemeindeleiter / Aushilfspfarrer 29 % Pastoralassistenz / Religionspädagogik / Jugend 11 % Katechetin / HGU-Verantwortung / HGU-Mütter 11 % Musik / Aushilfen 15 % Sakristan / Hauswartung / Reinigung / Aushilfen

Gewährung der üblichen Lohnstufe verbunden ist; die Unterstützung des 2015 gegründeten Vereins VIWO (Vinzenz Wohnen in Winterthur); die ­Mediation in Personalkonflikten. Am 31. März trat Ruth Furrer, langjährige Sekretärin des Ressorts Personal und frühere Sekretärin der Kirchenpflege, unter bester Verdankung ihrer langjährig geleisteten Dienste in den Ruhestand. Am 1. April trat Manuela Zuber, Personalsachbearbeiterin und -fachfrau, ihr Amt als Nachfolgerin an. Die Personalkommission konnte ihr zunehmend Aufgaben übertragen, so die besonders arbeitsintensive erste Stufe des Selek­tionsverfahrens, die das Milizsystem (in einem Fall mit der Bewältigung von gegen 130 Bewerbungen) gelegentlich an den Rand der Kapazitäten bringt. Das Personalressort ist in den letzten Jahren stets arbeitsintensiver geworden; der Ressortverantwortliche ist mit einem 50%-Pen­ sum tätig, und bereits im Laufe des Jahres musste das Pensum von Manuela Zuber auf 60 % aufgestockt werden; Daniela J­ ucker steht ihr mit weiteren 10 % unterstützend zur Verfügung. Im kommenden Jahr wird das Pensum von Manuela Zuber weiter erhöht werden. Mittelfristig werden sich Präsidium, Ressortleitung und Kirchenpflege grundsätzliche Gedanken über die künftige Organisation der Personal­arbeit machen müssen. Der Ressortverantwortliche nahm wiederum an den regelmässigen Treffen des Präsidiums mit dem Generalvikar sowie an den Austausch- und Informationstreffen zwischen den Präsidentinnen und Präsidenten der Kirchenpflegen unter Leitung des Synodalrats teil. Arbeitsintensiv war sodann ausserdem die Delegation in den Vorstand des Trägervereins der «Paarberatung und Mediation der Bezirke Winterthur und Andelfingen». Trotz Kantonalisierung dieser Arbeit machten Fragen des Personalwesens und der Pensionsversicherung weitere intensive rechtliche Abklärungen und Gespräche notwendig.

Dr. Fritz Lang

Mitarbeitende in der Kirchgemeinde

12 % Verwaltung / Pfarreisekretariat / Hausangestellte 13 % Pfarrer / Gemeindeleiter / Aushilfspfarrer 17 % Pastoralassistenz / Religionspädagogik / Jugend 26 % Katechetin / HGU-Verantwortung / HGU-Mütter 16 % Musik / Aushilfen 16 % Sakristan / Hauswartung / Reinigung / Aushilfen


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Seelsorgekommission Das Jahr 2015 hat uns zwei grosse Themen gebracht: Die Gründung des Vereins VIWO und das Erheben der Daten für die Studie über die Wirksamkeit der öffentlich-rechtlichen Kirchen im Kanton Zürich. Beides hat uns auch im Jahr 2016 stark beschäftigt. Aber bei beiden Themen war die Betroffenheit nicht mehr so gross wie zu Anfang. So wurde Ende September das letzte Mal ein Datenblatt zur Studie ausgefüllt und im Dezember wurde beschlossen, ein professionelles Sekretariat für den Verein VIWO einzurichten, da die Anzahl Wohnungen die Arbeitsbelastung für Freiwillige deutlich überstieg. Beide Themen werden uns auch weiterhin beschäftigen, aber mit weniger Zeitaufwand, eher im Rahmen der übrigen Themen. Dafür behandelten wir folgende Dinge mit erhöhter Aufmerksamkeit: Der Anhaltspunkt in Neuhegi und seine Verankerung in allen Pfarreien in Winterthur beschäftigte uns des Öfteren. Ebenso war die Wirksamkeit der Denkpause ein Thema. (Die Denkpause ist die halbjährliche Schrift, die die Angebote der Erwachsenenbildung für alle Pfarreien zusammenfasst.) Zur Kontrolle der Wirksamkeit wurde der neusten Ausgabe ein Fragebogen beigefügt. Und nicht zuletzt war das Thema «Palliative care»

bzw. für uns spezifischer «Spiritual care» etwas, was uns stärker beschäftigt hat. Hier wurde eine Gruppe beauftragt, die Möglichkeiten für «Spiritual care» in Winter­ thur auszuloten und der Seelsorgekommission einen Vorschlag für die Zukunft zu machen. All diese und die weiteren jährlich wiederkehrenden Themen haben wir wieder in sieben ordentlichen Sitzungen und einer kurzen an der Retraite im Januar behandelt. Zwei Dinge haben uns hauptsächlich an der Retraite beschäftigt: Neue Filme und ihre Einsatzmöglichkeiten im Religionsunterricht und in der Erwachsenenbildung (hieraus erwuchs auch eine Fortbildung für alle katechetisch Tätigen in Winterthur) und als Zweites die eigene Spiritualität der Gemeindeleitenden. Personell hat sich im Jahr 2016 nichts verändert. Nach wie vor haben wir an unseren Sitzungen ein gutes und effizientes Arbeitsklima. Auch die Sorgen und Nöte einzelner Gemeindeleitenden haben immer einen Platz an unseren Sitzungen. Wir freuen uns, in diesem Sinne weiterhin für die Katholische Kirche in Winterthur tätig zu sein.

Michael Weisshar, Präsident

Jugendkommission Das Ressort Jugend (Jugendkommission) beschäftigt sich zur Hauptsache mit pfarreiübergreifenden Aktivitäten und Projekten in den Bereichen Jugendarbeit, Jugendseelsorge und Seelsorge für junge Erwachsene. Das Ressort hat zudem das Zusammenwirken der Pfarreien in der Jugendarbeit und der Jugendseelsorge zu fördern. Diesem Ziel dienen unter anderem regelmässige Sitzungen der regionalen Jugendseelsorge mit den Jugendseelsorgerinnen und -seelsorgern der Pfarreien (Jugendseelsorgestamm). Die Jugendkommission traf sich im Berichtsjahr drei Mal und konnte Pfarreien bei ihrer Jugendarbeit beraten. Zudem sprach sich die Jugendkommission für eine grosszügige Unterstützung des Regionslagers «Eulachon» aus, das von den katholischen Pfadfindern aus Winterthur vorbereitet und durchgeführt wurde. Im Zuge der geplanten und weitgehend umgesetzten Regionalisierung der kantonalen Jugendseelsorge sucht die Jugendkommission weiterhin nach Möglichkeiten einer nachhaltigen und weitergeführten Kooperation der Regionalstelle «freiraum» mit der Kantonalstelle. Im Berichtsjahr wurden unter der operativen Leitung beziehungsweise Beteiligung des regionalen Jugendseelsorgers Oliver Sittel verschiedene Anlässe durchgeführt, wovon namentlich folgende zu erwähnen sind: Am Frei-

tagabend, 11. März, trafen sich wieder zahlreiche Firmlinge aus Winterthur zum Firmtreffen «winti-spirits». Etwa 70 junge Menschen, die sich auf ihre Firmung vorbereiteten, konnten in verschiedenen Ateliers Momente des Lebens in der katholischen Kirche kennenlernen: Caritas, Behindertenseelsorge, die Schweizergarde usw. Zum Ministrantentag am 17. September kamen ebenfalls wieder ca. 30 «Minis» aus und um Winterthur für Kennenlernen, Spiel, Spass und Gottesdienst zusammen. Am 4. November fand in Zusammenarbeit mit der reformierten Jugendkirche in der Stadtkirche Winterthur die «Nacht der Lichter» statt, ein Abendgebet im Stile von Taizé. Dieser wiederholt erfolgreiche Anlass mit rund 200 Besucherinnen und Besuchern soll weiterhin fester Bestandteil der spirituellen Angebote des «freiraums» bleiben. Für das Jahr 2017 sind bereits einige Anlässe mehr in Vorbereitung, an denen der regionale Jugendseelsorger beteiligt oder dafür verantwortlich ist: Jugendkreuzweg, Ministrantenleitungskurs in Winterthur und Ministrantenarbeit im Kanton sind hierbei nur einige der geplanten Aktivitäten. In Ergänzung zu den operativen Aufgaben ist der regionale Jugendseelsorger auch für die Kirchgemeinde in der


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Netzwerkarbeit sehr aktiv. Er vertritt die Jugendarbeit der Kirchgemeinde Winterthur in den folgenden Gre­ mien: Arbeitsgemeinschaft für Jugendprojekte (agjp), Trägerschaftskonferenz der Stadt Winterthur, Vorstand Offene Jugendarbeit Winterthur, Dekanatsgruppe «Alternative Gottesdienste» und im Dekanat Winterthur. Dazu lädt er mehrmals im Jahr zum Jugendseelsorge-

stamm ein, dem Treffen der Jugendverantwortlichen der Stadt und Region Winterthur. Diese Treffen dienen dem regen Austausch und bieten dazu auch Weiterbildungsmöglichkeiten in bestimmten Bereichen der Jugend­ arbeit.

Rita Neff und Daniela Amolini

Kommission für Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Engagements für Menschen, die geflüchtet sind Aus Sicht der Kommission wurde das letzte Jahr durch die Flucht der Menschen aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten und die darauf antwortende Welle von freiwilligem Engagement geprägt. Die Pfarreien engagierten sich auf verschiedenen Ebenen, neben der Beratung durch die Sozialdienste auch mit vielen neu entstandenen Projekten. Diese konnten nur aufgebaut und können nur durchgeführt werden, weil sie in Kooperation mit verschiedenen Partnern/Partnerinnen organisiert werden. Zu diesen gehören die reformierten Kirchgemeinden, die Stadt Winterthur, Solinetz Winterthur, Benevol Winterthur, verschiedene Freikirchen, Caritas Zürich usw. Hier eine Übersicht über die Projekte, bei denen Sozialarbeiterinnen, pfarreiliche Mitarbeitende und Freiwillige zusammenarbeiten: • Mittagstisch in Seen • Café International im Rosenberg und in St. Urban • Deutsch-Treffpunkte und -kurse im Anhaltspunkt, in Seen und das Café Lingua in Töss • Ausflüge zum Strickhof in Wülflingen • Aktion Weihnachtssterne in St. Laurentius mit Einbezug von Flüchtlingen

• Übersichtsliste Deutschkurse durch Bea Helbling, St. Urban • Mitarbeit in den Begleitgruppen Asyl Rosenberg und Matten­bach/Seen, die von der Stadt koordiniert werden. • Verein VIWO: Die Seelsorgekommission gründete den Verein, der von Zita Haselbach initiiert worden war. Durch verschiedene Massnahmen werden Flüchtlinge beim Suchen und Finden von günstigem Wohnraum und auch beim Wohnen unterstützt. Dieses Engagement ist zum grossen Teil von Freiwilligen getragen.

Zivilstand/Wohnform der Ratsuchenden

Aufenthaltsstatus der Ratsuchenden

26 % Eineltern-Familie 23 % Zweieltern-Familie 7 % Paar 23 % Mann 21 % Frau

Unterstützung des freiwilligen Engagements • Plattform WEIT-Blick Für Freiwillige, die sich für Flüchtlinge engagieren, bieten seit März 2016 Benevol Winterthur (Jeannine Stauffer) und die Katholische Kirche in Winterthur (Susanne Horak) in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen (reformierte Kirchgemeinden, Stadt Winterthur, Solinetz Winterthur und Caritas Zürich) eine Plattform für Weiterbildungen, Informationen und Austausch an. Die Weiterbildungen sind so konzipiert, dass Freiwillige teilnehmen können, die sich in unterschiedlichen Feldern,

2 % unbekannt 3 % kein 2 % anderer 10 % N / F 40 % C / B 43 % CH


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in verschiedenen Organisationen oder auch privat für Flüchtlinge engagieren. WEIT-Blick ist politisch und konfessionell neutral. Das Ziel ist die Unterstützung, Befähigung und Vernetzung der Freiwilligen, damit ihr Engagement nachhaltig und für alle Beteiligten eine Bereicherung sein kann, dies durch: • Organisation von zwei Informationsabenden und Ver­netzungstreffen für Freiwillige im Rosenberg und in Seen • Angebot von vier Weiterbildungsanlässen pro Jahr zu den Themen Asylwesen, Flüchtlinge in Winterthur, Motivation, Rolle und Grenzen des freiwilligen Engagements, Auseinandersetzung mit interkulturellen und interreligiösen Fragen usw. • Ökumenische Weiterbildungen für Freiwillige • Im März 2016 nahmen 16 Freiwillige an vier Nach­ mittagen zum Thema «Kernfähigkeiten für gute Gespräche» teil. Der Kurs wurde von Frau Margret Surdmann, dipl. Psychologin IAP, geleitet.

• Unterstützung der Pfarreien auf Anfrage • Auch 2016 nahmen Mitarbeitende aus den Pfarreien eine Unterstützung bei Fragen rund um das freiwillige Engagement in Anspruch. Personelle Veränderung Ende Oktober verliess Dajana Herzig-Marjanovic die Pfarrei St. Josef, in der sie seit 2011 als Sozialarbeiterin tätig war, da sie eine neue Stelle in einem anderen sozialen Tätigkeitsfeld antrat. Ihre Nachfolgerin ist Bea Fischer. Beiden wünschen wir viel Befriedigung mit den neuen Stellen. Gleichzeitig trat Dajana Herzig-Marjanovic auch aus der Kommission zurück, in der sie seit Ende 2015 die pfarreilichen Sozialarbeiterinnen vertrat. Unser herzlicher Dank für die gute Zusammenarbeit geht an die Mitglieder der Kommission, an die Leiterin der Koordinationsstelle und an die Sozialarbeiterinnen.

Daniel Frei

Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) Am 20. November 2016 ist das Heilige Jahr der Barmherzigkeit zu Ende gegangen. Der aufrichtige Wunsch von Papst Franziskus in diesem Jahr war, dass die Christen über die leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit nachdenken und dass sie den Blick auf arme, kranke und notleidende Menschen richten. Das Jubiläumsjahr überwinde jede Form der Verschlossenheit und Verachtung und vertreibe alle Form von Gewalt und Diskriminierung. Der Papst rief dazu auf, Barmherzigkeit auch nach dem Ende des Heiligen Jahres zu leben: «Gehen wir diesen Weg weiter – gemeinsam.» Ja, diesen Weg wollen wir in der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur weitergehen. Wenn wir im Berichtsjahr zurückschauen, so sind wir ein kleines Wegstück weitergekommen. Entsprechend unseren finanziellen Möglichkeiten haben wir uns für verbesserte Lebensbedingungen von Menschen im In- und Ausland eingesetzt. Zusammen mit den Kirchenopfern von Fr. 203 434.35, der Verdoppelung der Kirchgemeinde aus den Steuereinnahmen sowie dem Vortrag aus dem Jahr 2015 standen der KEH Fr. 430 508.90 zur Verfügung. Mit diesen Geldern konnten wir 57 Projekte im Ausland und 18 Projekte im Inland unterstützen sowie regelmässige kleinere Beiträge an inländische Institutionen leisten. Die Solidarität mit den von Krieg, Hungersnot und Naturkatastrophen hart geprüften Menschen ist nach wie vor gross. Der Verein Vinzenz Wohnen VIWO, ein von der Seelsorgekommission ausgearbeitetes Unterstützungsan-

gebot, konnte im vergangenen Jahr 17 Wohnungen an anerkannte Flüchtlinge vermitteln. Daneben wurden Projekte für syrische Flüchtlinge im Libanon und Jordanien unterstützt. Finanzielle Hilfe geleistet wurde auch für Erdbebenopfer in Haiti, Italien und Ecuador. Daneben haben wir Hilfsprojekte aus verschiedenen Bereichen unterstützt wie z.B. medizinische Grundversorgung, Bildung für Kinder und Erwachsene, nachhaltige ökologische Landwirtschafts- und Umweltprojekte, Mikrokredite, Schutz vor Gewalt und Vertreibung, Integrationsprojekte von Minderheiten usw. Im Inland unterstützten wir u. a. Projekte zugunsten von sozial benachteiligten Menschen, von Menschen mit physischer und psychischer Beeinträchtigung, von Migranten sowie Jugendlichen. Auch im vergangenen Jahr haben verschiedene Pfarreien / Gruppierungen karitative Aktionen durchgeführt und dadurch die Bevölkerung für die Probleme der Entwicklungsländer sensibilisiert. Die Kommission für Kirchliche Entwicklungshilfe, die sich aus drei Mitgliedern der Kirchenpflege, je einem Mitglied der Verwaltung und der Seelsorgekommission – neu Jacek Jeruzalski – sowie zwei Vertreterinnen aus der Kirchgemeinde (Pfarreien) zusammensetzt, dankt allen ganz herzlich, die auch im Sinne von Papst Franziskus gemeinsam auf dem Weg der Barmherzigkeit weitergehen.

Marlis Gisler


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Abrechnung über die Kirchliche Entwicklungshilfe (KEH) 2016 in CHF

2015

2016

St. Peter und Paul

89 001.80

94 643.25

Herz Jesu

22 975.85

22 764.20

Einnahmen Kirchenopfer

St. Josef, Töss

9 480.25

12 160.35

St. Marien, Oberwinterthur

10 503.40

10 345.90

St. Laurentius, Wülflingen

17 316.20

15 310.35

St. Ulrich, Rosenberg

29 990.20

33 849.90

St. Urban, Seen Total Einnahmen aus Kirchenopfern

24 166.65

21 584.15

203 434.35

210 658.10

Ausland Vortrag aus Rechnung 2015

34 841.75

Opferertrag 2016

180 823.70

Beitrag Kirchgemeinde*

105 329.05 320 994.50

verfügbar

Inland Vortrag aus Rechnung 2015 Opferertrag 2016 Beitrag Kirchgemeinde*

–25 649.05 29 834.40 105 329.05

verfügbar

109 514.40

Total pro 2015 verfügbar

430 508.90

Total 2016 verfügbar Total Ausland Total Inland Total Ausgaben

315 900.00 86 400.00 402 300.00

somit per Ende 2016 noch verfügbar Anteil Ausland

5 094.50

Anteil Inland

23 114.40

Total

28 208.90


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Die Katholische Kirche in Winterthur auf einen Blick

Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur Kirchgemeindeversammlung

Urnenabstimmung

Verwaltung (inkl. Kommunikation)

Kirchenpflege

Rechnungsprüfungskommission

17 Mitglieder (stimmberechtigt) 8 Pfarrer/Pfarreibeauftragte (beratend)

5 Mitglieder

Büro: Präsident, Vizepräsident,

Geldverkehrsprüfungskommission 3 Mitglieder

Ressortverantwortlicher (RV), Personal, RV Finanzen, RV Bau und Liegenschaften

7 Territorialpfarreien St. Peter und Paul

Herz Jesu

St. Marien Anhaltspunkt St. Ulrich

St. Josef

St. Laurentius

Personalpfarrei San Francesco MCLI

Ressorts Finanzen

Personal

Bau und Liegenschaften

Jugend

Soziale Aufgaben Freiwilligenarbeit

St. Urban Kirchliche Entwicklungshilfe

Seelsorge


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Namen und Kontakte

Kirchenpflege – Stand 31. Dezember 2016 Präsident Mitglied Büro Urs W. Rechsteiner, lic. oec. publ.

Vizepräsident Ressortverantwortlicher Personalkommission Mitglied Büro Fritz Lang, Dr. iur.

Co-Ressortverantwort­ liche Jugendkommission Mitglied Kirchliche Entwicklungshilfe Mitglied Soziale Arbeit und Freiwilligenarbeit Pfarreipflegerin St. Urban Daniela Amolini

Stv. Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Ressortverantwortliche Subkommission Freiwilligenarbeit Mitglied Jugendkommission Pfarreipflegerin St. Josef Heike Bausch

Synodale Louis Borgogno

Stv. Kirchliche Entwicklungshilfe Pfarreipflegerin St. Peter und Paul Madeleine Brunner

Ressortverantwortlicher Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit Daniel Frei

Stv. Personalkommission Hansruedi Frey

Stv. Finanzkommission Matthias Gamper

Ressortverantwortliche Kirchl. Entwicklungshilfe Pfarreipflegerin Herz Jesu Marlis Gisler

Mitglied Finanzkommission Abgeordneter Stv. Bau- und LIegen­ schaftskommission Geldverkehrsprüfungs­ kommission Pfarreipfleger St. Ulrich Kurt Henggeler

Loredana Lima-Moretti

Mitglied Personal­ kommission Pfarreipflegerin San Francesco MCLI Antonella Mastrogiuseppe

Co-Ressortverantwortliche Jugendkommission Pfarreipflegerin St. Marien Rita Neff

Mitglied Büro Pfarreipflegerin St. Laurentius Marianne Schurter, lic. iur.

Ressortverantwortlicher Finanzkommission Mitglied Bau- und Liegenschaftskommission Mitglied Büro Anton Sutter

Ressortverantwortlicher Bau- und Liegenschaftskommission Mitglied Büro Cornel Widmer

Die Mitglieder der Kirchenpflege sind zu erreichen über das Sekretariat der Kirchenpflege. Sekretärin der Kirchenpflege: Daniela Jucker Tel. 052 224 03 86 daniela.jucker@kath-winterthur.ch


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Rechnungsprüfungskommission Präsident Werner Gabriel

Vizepräsident, Aktuar Josef Heeb

Mitglied Gino Rotenbach

Mitglied Rosemarie Schürmann

Geldverkehrsprüfung Doris Artho

Pfarreiübergreifende Angebote Regionale Jugendseelsorge Oliver Sittel Oberfeldweg 15 8408 Winterthur Tel. 052 202 53 92 oliver.sittel@ kath-winterthur.ch juseso@kath-winterthur.ch

Anhaltspunkt Neuhegi Pfarrei St. Marien Dr. Barbara Winter-Werner Ida-Sträuli-Strasse 91 8404 Winterthur Tel. 052 544 17 70 barbara.winter@ kath-winterthur.ch

Spitalseelsorge (ist der Röm.-kath. Körperschaft Kanton Zürich unterstellt) Kantonsspital Winterthur Katholisches Pfarramt Postfach 834 8401 Winterthur Leiter kath. Spitalseelsorge Diakon Michael Eismann Tel. 052 266 21 32 michael.eismann@ksw.ch

Klinik Schlosstal, ipw Katholisches Pfarramt Wieshofstrasse 102 8408 Winterthur Klinikseelsorger Martin Paulus Tel. 052 224 36 01 martin.paulus@ipw.zh.ch

Koordinationsstelle Pfarreiliche Soziale Arbeit und Freiwilligenarbeit Seuzacherstrasse 1 8400 Winterthur Susanne Horak Tel. 052 269 03 87 susanne.horak@kath-winter­t hur.ch


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Pfarreiliche Stellen für Soziale Arbeit Pfarrei St. Marien Römerstrasse 105 8404 Winterthur Susanne Meier Tel. 052 245 03 77 susanne.meier@kath-winterthur.ch sozialdienst.stmarien@kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Peter und Paul Tellstrasse 11a 8400 Winterthur Jrene Meli jrene.meli@kath-winterthur.ch Monika Schmid monika.schmid@kath-winterthur.ch Tel. 052 213 16 32 sozialdienst.peterundpaul@ kath-winterthur.ch

Pfarrei Herz Jesu Unterer Deutweg 89 8400 Winterthur Karin Hagen Tel. 052 235 03 77 karin.hagen@kath-winterthur.ch sozialdienst.herzjesu@kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Josef Nägelseestrasse 46 8406 Winterthur Dajana Herzig, bis 31. Oktober 2016 Tel. 052 209 03 77 dajana.herzig@kath-winterthur.ch sozialdienst.stjosef@kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Ulrich Seuzacherstrasse 18 8400 Winterthur Monika Schmid Tel. 052 269 03 83 monika.schmid@kath-winterthur.ch sozialdienst.stulrich@kath-winterthur.ch

Pfarrei St. Urban Seenerstrasse 193 8405 Winterthur Beatrice Helbling Tel. 052 235 03 87 beatrice.helbling@kath-winterthur.ch sozialdienst.sturban@kath-winterthur.ch

Parrocchia MCLI San Francesco St. Gallerstrasse 18 8400 Winterthur Gabriella Prudenza Tel. 052 212 41 91 gabriella.prudenza@kath-winterthur.ch sozialdienst.sanfrancesco@kath-winterthur.ch

Synodalen (Synode der Röm.-kath. Körperschaft Kanton Zürich) Claudio Aquilina

Louis Borgogno

Elvira Gilg

Susanne Ruckstuhl

Pfr. Klaus Meyer

Verwaltung Römisch-katholische Kirchgemeinde Laboratoriumstrasse 5, 8400 Winterthur, Tel. 052 224 03 80, info@kath-winterthur.ch, www.kath-winterthur.ch Leiter Administration: Thomas Suter

Verantwortliche Personal­administration: Manuela Zuber

Verantwortliche Kommunikation: Claudia Sedioli

Alle Angaben zu Behördenmitgliedern und Mitarbeitenden: Stand 31. Dezember 2016. Weitere Informationen zu den Pfarreiratspräsidien, zu fremdsprachigen Missionen und Gruppierungen in Winterthur u. v. m.: www.kath-winterthur.ch


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Pfarreien mit Gemeindeleitungen/Pfarreibeauftragten

St. Peter und Paul, Winterthur Dr. Hugo Gehring, Pfarrer/Dekan Tellstrasse 7, 8400 Winterthur Tel. 052 269 03 72, Pfarramt 052 269 03 70 peterundpaul@kath-winterthur.ch hugo.gehring@kath-winterthur.ch

St. Ulrich Wülflingen

Altsta

St. Peter und Paul

St. Laurentius

Bahnhof Winterthur

St. Laurentius, Winterthur-Wülflingen Zeljko Calusic, Pfarreibeauftragter Dr. Willy Mbuinga Mayunda, Pfarrer Wülflingerstrasse 181, 8408 Winterthur Tel. 052 224 03 72, Pfarramt 052 224 03 70 stlaurentius@kath-winterthur.ch zeljko.calusic@kath-winterthur.ch

St. Josef

Herz J

Töss

St. Josef, Winterthur-Töss Jacek Jeruzalski, Pfarrer

Nägelseestrasse 46, 8406 Winterthur Tel. 052 209 03 72, Pfarramt 052 209 03 70 stjosef@kath-winterthur.ch jacek.jeruzalski@kath-winterthur.ch

Herz Jesu, Winterthur Klaus Meyer, Pfarrer Unterer Deutweg 89, 8400 Winterthur Tel. 052 235 03 72, Pfarramt 052 235 03 70 herzjesu@kath-winterthur.ch klaus.meyer@kath-winterthur.ch


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St. Ulrich, Winterthur-Rosenberg Marcus Scholten, Pfarreibeauftragter Seuzacherstrasse 1, 8400 Winterthur

Tel. 052 269 03 82, Pfarramt 052 269 03 80 stulrich@kath-winterthur.ch marcus.scholten@kath-winterthur.ch

St. Marien, Oberwinterthur Michael Weisshar, Pfarreibeauftragter RĂśmerstrasse 105, 8404 Winterthur

Tel. 052 245 03 72, Pfarramt 052 245 03 70 stmarien@kath-winterthur.ch michael.weisshar@kath-winterthur.ch

Oberwinterthur

St. Marien

adt

St. Urban, Winterthur-Seen Peter Koller, Pfarreibeauftragter Seenerstrasse 193, 8405 Winterthur

Tel. 052 235 03 82, Pfarramt 052 235 03 80 sturban@kath-winterthur.ch peter.koller@kath-winterthur.ch

Jesu St. Urban

Seen Mattenbach

MCLI – Missione Cattolica di Lingua Italiana Don Carlo de Stasio, Pfarrer St. Gallerstrasse 18, 8400 Winterthur

Tel. 052 544 52 24, Pfarramt 052 212 41 91 cpsf@kath-winterthur.ch carlo.destasio@kath-winterthur.ch Die Pfarrei MCLI San Francesco umfasst Katholikinnen und Katholiken, die in den Bezirken Winterthur und Andelfingen wohnen.


Jahresbericht 2016 der Katholischen Kirche in Winterthur  
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