Jahresdokumentation 2018

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#vrbrgns Kabawil 2018









6 Vorwort 10 Kabawil und Flingern 12 #vrbrgns

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Kinder und Jugendliche

16 22 34 40 42 46

Schulworkshops In Transition KunstRaumStationen Fotoworkshop Fotoworkshop Ghana Jugendarrest

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Workshops und Veranstaltungen

50 54 56 62 64 66

Inner Voice Salon Mysteriös Unseen Fotoworkshop Instant Composition Kabawiler Runde Essen und Trinken

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Fortbildungen und Qualifizierungen

70 72 74

Die Kabawil-Methode Fortbildung Transkulturelle Lesesessions, Train the Trainer

76 78 86

Family Band und Hidden Treasures Elli und Inanna

100

Internationale Projekte

102 106 114

Framewalk Framewalk in Namibia Framewalk Ghana, Rückbesuch in Düsseldorf

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[wa:|wa:] Festival

132 134 136 138 142 144

Aktionen für Nachbarn Masterclasses Flingern Walk Ap-Art Rooms Präsentationen Familientag

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Das Team Impressum und Kooperationspartner #Luft Jahresthema 2019

Inhaltsverzeichnis

Projekte

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Kabawil — Weil Ich Will. Die Sommersonne strahlt durch die kleinen Fenster, bricht die Stille in der Trainingshalle. Rund 30 jugendliche Augenpaare richten sich auf mich. Ich sitze auf einem Klappstuhl vor ihnen, links von mir die Projektleiterin Petra. „Habt ihr noch Fragen?“, sie wirkt bestimmt, aber herzlich. Ein etwa 16-jähriger schwarzer Junge mit sympathischen Grübchen hebt die Hand: „Wo kommst du her?“

Die Erinnerung an meinen ersten Studiobesuch bei Kabawil in 2007 ist für mich so lebendig wie das Schmunzeln, das sie bei mir auslöst. Ich bin damals aktiv in der Antirassismus-Arbeit und soll einen kritischen Blick auf die Kabawil-Produktion „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ werfen. Und da sitzt nun dieser junge Mann und stellt mir die Frage, die schon damals niemand wagte zu fragen. „Das darfst du nicht fragen“, höre ich eine Mädchenstimme. Oder darf er? Alle warten auf meine Antwort…

Vorwort

Ich bin eine der ersten Juniortrainerinnen bei Kabawil. Geht es zunächst darum, das Stück gegenzulesen, schreibe ich plötzlich Passagen um, helfe sensible Stellen zu inszenieren und bringe mich zum Ende auch organisatorisch mit ein. Klar ist, von Petra als Person und Leitung und durch die Arbeit bei Kabawil kann ich vieles lernen, was ich andernorts niemals lernen würde.

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Rückblickend hat Kabawil mir eine Orientierungshilfe geboten; im Irgendwo zwischen Studienabschluss, Studentenjob, ehrenamtlichem Engagement und der Suche nach meinem Platz in der Gesellschaft. Ich blieb – für das gute Gefühl, mich einbringen zu können, wertgeschätzt und belohnt zu werden genauso wie für das Kribbeln, mich ausprobieren zu dürfen und in für mich neuen Situationen herausgefordert zu werden. „Angela, hast du Lust, das Stück für die neue Produktion zu schreiben?“, „Angela, willst du ein eigenes Schreibprojekt machen?“ oder: „Angela, schreibst du den Kabawil-Text für die Dokumentation?“ Einmal mehr sitze ich an meinem


Ich blieb – für das Kribbeln, mich ausprobieren zu dürfen und in für mich neuen Situationen herausgefordert zu werden.

Denn letztlich ist es immer die Angst, die lähmt – die fiese Fliege, die einem um den Kopf schwirrt und alles dafür tut, um die Aufmerksamkeit mit lästigen Fliegen-Fragen auf sich zu ziehen: Was, wenn…? Was, wenn…? Was, wenn…? Nun, voraussichtlich wird niemand verletzt und für alles andere gibt es eine Lösung. Hinfort mit dir, du Fliege! Ich will... „Deine Klarheit ist die Klarheit der Jugendlichen“, hat Petra in meinen KabawilAnfängen zu mir gesagt. Ich habe erst später verstanden, dass damit der Sinn des eigenen Tuns gemeint ist. Wenn ich nicht weiß, warum ich in einem Projekt

Vorwort

Schreibtisch und verfluche, trotz der Dankbarkeit für das in mich gesetzte Vertrauen und dem daraus resultierenden Verantwortungsgefühl, den Moment, an dem ich „Ja“ zu Petra sagte. Aber ich schreibe gerne. Ich schreibe diesen Text, weil ich ihn schreiben will. Ich weiß, am Ende werde ich entweder einen Text gefunden haben, den ich teilen möchte. Oder aber ich werde aufgeben, beziehungsweise schnell etwas schreiben, was bestimmt „gut geschrieben“ ist, aber nicht meiner Kabawil-Erfahrung entspricht. Beides ist in Ordnung und ein Erfolg. Denn ich werde einmal mehr geschrieben und damit etwas getan haben, was ich tun wollte. Selbst, wenn die Erkenntnis ist, dass ich mich überfordert habe, habe ich meine Schreibe zumindest um den Grad weiterentwickelt, um den ich mich herausgefordert habe. Und solange ich bewusst entscheide, ob ich den Text zu Ende bringe, wie ich es will, ob ich die bequem-pragmatische Variante wähle oder es ganz sein lasse, übernehme ich gleichermaßen die Verantwortung für ebendiese Entscheidung und, ganz wichtig, habe keine Angst mehr vor den Konsequenzen.

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arbeite, es nur für das Geld tue oder Leistung aus Angst vor einem schlechten Ergebnis einfordere, wie will ich meinem Gegenüber, den Teilnehmenden, den Jugendlichen und Kindern einen Sinn vermitteln? Dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren, den inneren Schweinehund zu boxen und vor allem, dass „Fehler“ genauso dazu gehören wie das vermeintliche „Scheitern“.

Vorwort

Kabawil ist für mich ein Ort, an dem du fallen darfst und wo dir, wenn du es willst, immer aufgeholfen wird. Nicht, weil es wichtig für das Ergebnis des Projektes ist, sondern weil das Ergebnis nur gut werden kann, wenn du für dich herausfindest, dass dein persönlicher Beitrag sowohl für das Projekt als auch für dich selbst einen Sinn hat. Und weil es nicht anders funktionieren kann, lebt Kabawil einen Sinn vor; den übergeordneten Sinn, „einen positiven Beitrag“ zu leisten genauso wie beispielsweise den pragmatischen Sinn, die Komfortzone der Jahresproduktion zu verlassen und mit einem Festival neue Wege einzuschlagen. Natürlich ist da immer die Möglichkeit des Scheiterns – doch unter Garantie wird niemand verletzt, die fiese Fliege ist nur eine Fliege, weiter geht es immer irgendwie und dann ist da noch… „die Möglichkeit einer Insel“.

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Kabawil ist für mich ein Ort, an dem du fallen darfst und wo dir, wenn du es willst, immer aufgeholfen wird.

„Wo kommst du her?“ Auch wenn es nicht die Antwort von damals ist, möchte ich eine Antwort auf die eingangs gestellte Frage geben: Ich komme von einem Ort ohne Sinn und Verstand. Doch ich fand eine Insel, wo ich verstand, dass nur ich meinem Leben einen Sinn geben kann. Danke Kabawil. Angela Kamara



Stadtteil und Kulturarbeit – von Orten und Linien. Der Stadtteil, unser Quartier, unser Kiez, unser Veedel – vielzählig sind die Namen, die die Menschen ihrem konkreten Wohn- und Lebensumfeld geben.

Stadtteil und Kulturarbeit

Doch was zeichnet solch ein Umfeld aus? Das von den Bewohner*Innen benannte Quartier orientiert sich eher selten an amtlichen Vorgaben, Plänen oder Grenzen. Quartiere sind überschaubare Orte und das Wohnen dort umfasst Lebenssituationen und Bekanntschaften, Alltäglichkeiten und Vertrautheiten. Wohnen meint hier weit mehr als nur eine feste Bleibe innerhalb der eigenen vier Wände, denn im besten Falle „wohnt“ man nicht nur in seiner Wohnung, sondern auch draußen in seinem Stadtteil, seinem Quartier. Man schafft Lebensorte, geht Lebenswege. Das Quartier als der alltägliche Lebensraum der Menschen, als eine „lokale Mikrowelt“, wie es der Stadtplaner Andreas Feldtkeller bezeichnete.

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Bei der Entwicklung einer lebendigen und solidarischen Nachbarschaft kommt im weitesten Sinne des Wortes der Kultur eine besondere Bedeutung zu. Dies beruht einerseits auf dem Umgang mit der kulturellen Vielfalt vor Ort und andererseits auf stadtteilbezogenen kulturellen Aktivitäten. Stadtteilkulturprojekte sollen für ein gutes Gelingen folgendes beinhalten: Beteiligungs- und Gestaltungsmöglichkeiten durch niedrig-schwellige Angebote, die auf die Bewohner*Innen und ihre Lebenssituationen abgestimmt sind. Ein hohes Identifikationspotenzial durch das Anknüpfen an die Lebenswelt der Bewohner*Innen in Kooperation und mit Einbindung unterschiedlicher Akteure im Stadtteil. Dadurch entsteht eine positive Auswirkung auf das Zusammenleben der Bewohner*Innen.


Quartiere sind überschaubare Orte. Das Wohnen dort umfasst Lebenssituationen und Bekanntschaften, Alltäglichkeiten und Vertrautheiten.

Künstler*Innen und Dozent*Innen von Kabawil arbeiten sowohl in Schulen als auch in den Räumlichkeiten des Zentrums. Durch die verschiedenen Projektorte (auch in Kooperation mit anderen Einrichtungen und Orten des Stadtteils) werden neue und wichtige sozial-räumliche Verknüpfungen im Stadtteil geschaffen. Oder anders: Verbindende „Luftlinien“ werden in dem Stadtteil angelegt, die eine neue, besondere Art der Stadtteil-Kartographie schaffen. Einer Kartographie von den Bewohner*Innen und Akteur*Innen des Stadtteils für die Bewohner*Innen und Akteur*Innen des Stadtteils. Und diese Luftlinien können als das gesehen werden, was sie sind: sicht- und spürbare Zeichen einer erfolgreichen Verbindung von Stadtteil und Kulturarbeit. Alexander Flohé, lehrt an der Hochschule Düsseldorf Stadtforschung und Stadtsoziologie.

Stadtteil und Kulturarbeit

Kabawil e.V. ist eine der Initiativen in Düsseldorfer Flingern, die kulturelle Projekte entwickeln und organisieren. Ausgangspunkt für ihre Aktivitäten ist das in einem Hinterhof gelegene Zentrum. In diesen Räumlichkeiten, aber auch im öffentlichen Raum sowie an Schulen und Einrichtungen im Stadtteil arbeitet Kabawil mit Angeboten in Tanz, Musik, Theater, Kunst und Literatur mit Menschen des Stadtteils, vor allem mit Kindern und Jugendlichen und öffnet ihnen neue Wege in die Kultur.

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#vrbrgns.

Lorempisumn sdflj

In 2018 erforschten wir künstlerisch das Thema Verborgenes. Verborgenes ist nicht sichtbar, nicht ohne weiteres als vorhanden feststellbar oder erkennbar. Aus dieser Perspektive entstanden bei Kabawil verschiedene künstlerische Positionen und Produktionen. Wir entdeckten die verborgenen Sprachen der verschiedenen Sparten und laden Sie ein, diese mit uns zu genießen.

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secret  societies Gefühle  Verlo re n e s  A t l a n t i s  Z e i t  S p i o n a g e B u n k e r  Ta l e n t e  Z e i t r e i s e  s c h warzes Loch  Universum  Wind k a n ä l e  E c h o  B e r m u d a  D r e i e c k    H i d d e n   I d e n t i t y   U n a u s g e s p ro c h e n e s   M a s k e n   K o s t ü m e H o h l r ä u m e  Tro j a n e r  z w i s ch e n  d e n   Z e i l e n  G e h e i m n i s  Tu n n e l M a s k e    D e t a i l s  S u b k u l t u r e n A m e i s e n  Ta b u s  C o d e s  Te l e p a t h i e  A l i e n s  G e h e i m s p ra c h e n S ch m i n k e  A n o ny m  P s e u d o ny m E a s t e r  E g g   Ta r n u n g  S c h a t z s u c h e  P h a n t a s i e n  S t i l l e - P o s t L a b y r i n t h  S c h l e i c h w e g e  P r i v a t e s  U n s i c h t b a r e s   c o n c e p t s o f  o w n e rs h i p  K a u d e r we l s ch …



Kinder und Jugendliche


Immer mit allen fünf Sinnen arbeiten. Projekt: Schulworkshops

Kinder und Jugendliche: Schulworkshops

in Tanz/Musik/Theater/Gestaltung mit: Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße; Montessori Gesamtschule Hermannplatz, Rudolf Hildebrand Schule/Förderschule für Sprache Gotenstraße; Franz-jürgens-Berufskolleg, Berufsfachschule 1, Klassen für Geflüchtete

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In den Schauspiel/Theater Workshops für Kabawil e.V. habe ich mit Kindern und Jugendlichen sowohl aus der Grundschule als auch aus der Sek. I und Sek. II gearbeitet. Je nach Alter war der Zugang eher spielerischer oder intellektueller angelegt – immer aber mit den fünf Sinnen arbeitend. Ziele der Arbeit waren eine gesteigerte Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst, den inneren Vorgängen, den Bewegungen des Körpers und die Wahrnehmung der Umgebung und des Partners. Den Schritt vom Lernen an der Schulbank hin zum Lernen im leeren Raum, wurde von allen Schülern als herausfordernd, aber auch befreiend wahrgenommen. Dem freiwilligen Lernen mit dem Körper ebenso ernsthaft zu begegnen, wie dem Lernen für Noten mit dem Kopf, war eine neue Erfahrung. Dass Disziplin und Konzentration auf der einen Seite und Spaß und „sich gehen lassen“ auf der anderen Seite sich nicht ausschließen, war im Laufe der Projekte für viele der Teilnehmer spürbar. Über diese Grundfähigkeiten für das darstellende Spiel sind wir in die jeweiligen Themen der Workshopwochen eingestiegen und zu den Berührungspunkten mit der Lebenswirklichkeit der Teilnehmer gelangt. Auch hier war zu beobachten wie es einigen leichter fiel, anderen schwerer, Zutrauen zu den eigenen Ideen und Phantasien zu entwickeln. Klare Zeitvorgaben gaben den Rahmen vor und halfen den Gruppen, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Mit viel gegenseitigem Respekt voreinander haben die Gruppen sich immer wieder gegenseitig ihre Zwischenergebnisse präsentiert, galt es beschreibend, nicht wertendes Feedback zu geben. Das in diesen Arbeitsblöcken entstandene Material diente uns als Ausgangspunkt für die szenische Arbeit, welche dann Teil der gemeinsamen Aufführungen mit den Arbeitsergebnissen aus den Workshops Tanz und Musik wurde. Dies brachte die Teilnehmer erneut näher zusammen und hinterließ bei allen das Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Oliver El-Fayoumi



Schulworkshops mit der Maria-Montessori-Gesamtschule.

Kinder und Jugendliche: Schulworkshops

Die Maria-Montessori-Gesamtschule versteht sich als eine Schule für jedes Kind. Wir ermöglichen unseren Schülerinnen und Schülern durch unsere enge Kooperation mit Kabawil e.V. eine fundierte kulturelle Teilhabe. Die Schulworkshops von Kabawil ergänzen unsere pädagogische Arbeit und durch das intensive Tun als Klassengemeinschaft entsteht Selbst- und Gruppenbewusstheit, innerhalb der bestehenden Klassengefüge. Durch die veränderte soziale Situation der Schülerinnen und Schüler außerhalb des schulischen Kontextes, ist es eine unvergleichliche Chance für sie, sich selbst und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler verändert wahrzunehmen. Kabawil plant immer eine Aufführungssituation nach den Workshops und richtet so auch ein „gesehen werden“ von außen ein. Die veränderte Wahrnehmung der Mitschüler, der Lehrerinnen und Lehrer und die veränderte Selbstwahrnehmung ist das, was nach Kabawil bleibt. Ayescha Kroll/Lehrerin der Montessori Gesamtschule

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Emotionen und Gedanken visuell, durch Bewegung und Sprache darstellen. Projekt: In Transition — Workshops zur positiven Gestaltung des Übergangs von der Grundschule in die weiterführende Schule

In unseren InTransition Workshops kamen Kinder der 4. Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße mit Künstler*innen und Pädagog*innen zusammen, um ihren Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule künstlerisch zu reflektieren. Es ging darum, den Prozess des Übergangs mit Themen wie Gehen und Bleiben, Abschied, Loslassen, Freude, Unsicherheit oder Angst mit den Kindern kreativ zu bearbeiten. In Zusammenarbeit mit den Künstler*innen von Kabawil fanden sie eigene Ausdrucksformen in kurzen Sequenzen, in denen sie ihre Emotionen und Gedanken visuell, durch Bewegung und Sprache darstellten. Ziel war es, die Schüler*innen zur Reflexion ihrer mit dem Übergang verbundenen Gefühle zu inspirieren und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, mit Übergangssituationen im allgemeinen umzugehen. Durch gemeinsames Suchen und die kreativen Prozesse wurde eine Öffnung erreicht, die aktive Beteiligung und Auseinandersetzung mit der eigenen Situation ermöglichte und forderte. Dies gewährte den Teilnehmer*innen einen Zugang, eine veränderte Wahrnehmung und neue Perspektiven für diese besondere Lebenssituation, die sie/alle Kinder der 4. Klassen, gemeinsam erlebten.

Kinder und Jugendliche: In Transition

Künstler*innen: Ulrike Heydenreich (Graphik/Zeichnen) Othello Johns (Tanz, Bewegung), Oliver El-Fayoumy (Theater, Improvisation) Pädagogische Begleitung: Angelina Anthony, Melanie Klofat, Petra Kron Konzept: Melanie Klofat, Petra Kron

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Entstanden sind neben einem persönlichen Erinnerungsbuch für jedes Kind, kurze individuelle Sequenzen in Tanz/Bewegung und Schauspiel/Wort, die die Kinder als kleine Rituale mit in ihren Alltag nehmen konnten. Der künstlerische Ausdruck war das verbindende Kommunikationsmedium aller. Die Kinder nahmen sich und ihre Gefühle bewusst wahr, akzeptierten diese und hörten einander zu.

Kinder und Jugendliche: In Transition

Aufgrund der positiven Resonanz von Seiten der teilnehmenden Kinder sowie der Gemeinschaftsgrundschule Flurstraße sind die In Transition Workshops auch für 2019 wieder geplant. Wieder mit den 4. Klässler*innen der GGS Flurstraße. Zusätzlich aber auch mit Schüler*innen der 10. Klassen der Maria-MontessoriGesamtschule, die – auf dem Weg ins Ausbildungs-und Berufsleben – ebenfalls mit dem Thema Übergang zu tun haben.

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Darüber hinaus möchten wir das Thema Übergang 2019 auf der inhaltlichen Ebene vertiefen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen und daraus weitere Schwerpunkte, Formate und Perspektiven für unsere praktische Arbeit abzuleiten. Dafür sind neben den Schulworkshops regelmäßige, zweitägige Think Tanks mit Expert*innen verschiedener Fachrichtungen geplant, um neue Impulse zu geben sowie unsere Arbeit mit dem Thema Übergang weiterzuentwickeln. Melanie Klofat

Den Schülerinnen und Schülern Werkzeuge an die Hand zu geben, mit Übergangssituationen im allgemeinen umzugehen.











Geheimnisvolle Wesen, unentdeckte Räume, versteckte Formen. Projekt: KunstRaumStationen Sommer und Herbst

Kinder und Jugendliche: KunstRaumStationen

Tanz: Miracle Laackmann, Zena Sakata, Tamara Rahil Musik: Dariya Maminova, Henrique Almeida, Arturo Castro Nogueras, Clara Krum Theater: Faraz Baghaei, Justina Adwoa Adu Fotografie: Katharina Ley, Majd Assassa, Francesca Magistro Gestalten/Bauen: Taka Kagitomi, Yuni Hwang, Feng Li Pädagogische Begleitung: Angelina Anthony Küche: Heribert Münch, Percy Boateng

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KunstRaumStationen ist das Ferienprogramm von Kabawil für Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Jeweils 60 Kinder arbeiten hier in den Sommer- und Herbstferien je eine Woche lang in Workshops in darstellenden und visuellen Künsten – Tanz/Musik/Theater, Bauen/Gestalten sowie Fotografie. Die Workshops werden von den Kabawil Juniortrainer*innen geleitet (junge Künstler*innen, die sich noch in der Ausbildung befinden). Sie werden von den Kabawil-Profis im Rahmen von Feedback- und Reflektionsrunden begleitet und gecoacht. Analog zum Kabawil Jahresthema erforschten die Kinder das Thema Verborgenes. Sie suchten verborgene, geheime Räume und Formen, Neues und Fremdes. Sie fanden überraschende Töne, neue Rollen und lustige Moves und kreierten neue Gestalten, Figuren und Bilder. Die wunderbaren Fundstücke der gemeinsamen kreativen Reise präsentierten die Teilnehmer abschließend ihren Eltern und Freunden. Fotografie und Gestalten zeigten ihre Ergebnisse in Ausstellungen, Tanz, Musik und Theater auf der Bühne im Kabawil Studio.







Einen bewussten Blick entwickeln.

Kinder und Jugendliche: Fotoworkshop

Fotoworkshop

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Bin ich aus meinem fotostudentischen Alltag in erster Linie an langes Betrachten von Bildern und fototheoretische Diskussionen gewöhnt, ging es bei unserem Workshop vor allen Dingen um eines: machen! Ausgestattet mit einer analogen Einwegkamera hatte jedes Kind eine Woche Zeit diese mit Bildern zu füllen. Dabei musste schon gut überlegt werden, was genau fotografiert werden wollte. Anders als aus unserem digitalisierten Alltag bekannt, passen auf so einen analogen Film doch nur eine begrenzte Anzahl an Aufnahmen. So ging es zunächst auch erst einmal darum, einen bewussten Blick zu entwickeln. Mit selbst gebastelten Suchern erkundeten wir das Gelände von Kabawil und die nähere Umgebung – immer mit den Fragen im Hinterkopf: Was sehe ich im Sucher? Wie möchte ich mein Bild gestalten? Nach diesen „Trockenübungen“ wurden ab dem zweiten Workshoptag die ersten Bilder geschossen. Diese entstanden nicht nur auf dem Gelände von Kabawil, sondern auch bei gemeinsamen Stadterkundungen oder im privaten Umfeld der Kinder. Machten mein Assistent Majd und ich den Kindern zu Beginn noch Mut, Leute anzusprechen, die sie gerne fotografieren wollten oder halfen ihnen, Bildideen zu entwickeln, ergriffen sie schnell selbstständig die Initiative. So kam es, dass eines unserer Fotokinder von sich aus der versammelten Gruppe die Funktion eines Stativs erläuterte, wir in einem Baumhaus posierten, eine kurze Kirchenführung bekamen und uns in einer Pause mit Erdbeeren, Feigen und Weintrauben, die wir in einem Obst- und Gemüseladen geschenkt bekommen hatten, die Bäuche vollschlugen. Diese ungeplanten Momente sind es auch, die ich für mich als äußerst bereichernd in Erinnerung behalte: Es ist gut und wichtig ein Konzept zu haben, an dem man sich orientieren kann, wichtiger ist es jedoch, individuell auf Situationen und die einzelnen Kinder eingehen zu können. Die besten Dinge entstehen aus Situationen heraus, die man so nie hätte planen können. Davon zeugen nicht zuletzt auch die Bilder, die die Kinder im Laufe der Woche eingefangen haben. Katharina Ley



A visual barrier developing another perspective.

Kinder und Jugendliche: Fotoworkshop in Accra

Fotoworkshop in Accra

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A photo exhibition of kids that followed workshops in Düsseldorf, Germany and Accra, Ghana that showcase similarities in creativity by kids in both cities is closing at the James Town Café in Accra. The workshops, which were moderated by photographers Teresa Meka (Ghana) and Katharina Ley (Germany), was a transcultural exchange that applied the same concepts in both cities while enabling participants to learn from each others daily lives. The project encompassed the use of paper bags as masks that take on diverse functions through the creativity of the kids while learning basic photography techniques, which they applied in a rather dramatic manner. The masks were installed in a way that allowed a visual barrier thereby enabling the onlooker or subject to be photographed while creating and developing another perspective – indeed a more distanced approach to day-to-day activities that regularly engage these kids and others. These rather inviting photos tend to navigate the ties that bind kids all over the world – undeniably some of the works bear striking similarities although created thousands of kilometers apart. Indeed, the images cross-examine the dynamics, thought patterns, triumphs and challenges that occur across cultural, social, economic and political differences while showing apparent similarities. The children were handed one-way analogue (27 exposure) cameras. Being products of the digital age, this presented a slight challenge to them. Having unlimited options of taking millions of photos with their cellphones, the 27 exposures had to be used diligently. Kabawil e.V, Germany organized the project in collaboration with Haduwa Arts and Cultural project, Ghana with Petron Kron as Artistic Director and Yibor Kojo Yibor as Project Manager. John Owoo




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Die Geschichte hier ist wahr, Bruder Ich komm nicht mehr klar. Projekt: Jugendarrest

Kinder und Jugendliche: Jugendarrest

Team: Angela Kamara, Abiodun Odukoya, Othello Johns

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„Ich les nicht vor!”, Nabils (Name geändert) Unterlippe zittert leicht. Die Wanduhr im Kabawil Studio zeigt kurz nach Vier. Abschlusspräsentation der Texte. „Komm schon, Bruder!“, „Wir tragen alle vor“, die neun anderen Jungs sprechen Nabil zu. Dieser nimmt seinen Mut zusammen, liest … Einen Tag lang erarbeiten junge Männer zwischen 14 und 21 Jahren aus der Jugendarrestanstalt Düsseldorf unter professioneller Anleitung eigene Tanzchoreographien und Texte im Kabawil Studio. Für die meisten von ihnen ist es eine bislang unbekannte Erfahrung, die nachhaltig prägt. Denn wir vertrauen und trauen ihnen zu, dass sie etwas hinkriegen, wenn sie es angehen. Wir helfen dabei, einen Satz umzustellen oder eine ungewohnte Bewegung zu machen und zu entdecken, wie eine andere Perspektive klingen und sich anfühlen kann. Das Zutrauen löst Verantwortung aus, plötzlich geben sie ihr bestes, für sich und die Gruppe. … Stille, dann tosender Applaus und Ausrufe des Respekts. Nabil lacht.


Es tut mir leid // doch die Zeit ist jetzt

Meine Herkunft ist Polen // Wir kamen

vorbei // Nicht mehr Tag und Nacht

hier her mit drei // Ich und meine Mut-

// Mit den Jungs // Ich bleib lieber bei

ter // Die Reise nur zu zweit // Es war

Vernunft

ne schwere Zeit // Der Alltag wurde grau // Wir

Allein bin ich nicht frei // Ich seh dich

wussten nicht wohin

jeden Morgen // Und hör dich jeden

Denn das Leben war zu rau //

Abend // Ich liebe dich // Ich schwöre

Wir zogen wieder weg // Von

es // Bei Gott

Dreck wieder zu Dreck

Mama ich will dich // in sha allah

Die Geschichte hier ist wahr,

Wieder lächeln sehen, // Ich bete jeden

Bruder // Ich komm nicht mehr klar //

Abend // um Vergebung // Bitte, lieber

Die Wahrheit kommt aufs Blatt // Die

Gott // Beschütze die Menschen // Die

Geschichte macht euch satt // Würde

ich liebe.

ich alles auspacken, Diggi // Wärt ihr alle platt //

Ich liebe dich mehr // Als mich selbst

Mit 10 beschloss ich mit den Jungs, //

// Du bist so ein guter Mensch // Mein

klauen zu gehen // Ein typischer Fehler

bester Freund

// Aus Freunden wurden Gegner // Ich

Und mein größtes Vorbild // ist mein

verspüre meinen

Bruderherz.

Fehler // Ich sitz grad im Arrest // Aber gute Seiten hat es auch //

Jeder zeigt Stärke // Doch innerlich sind

Ich schreib grad diesen Text

wir alle weich // Sag mir… // Wann hast du zuletzt geweint?

Hält man zur Familie // Hält sie zu dir // Ist man allein // Kommt sie zu dir

Du bist der Mensch, // der mir essen macht um drei // Ich hab dir verspo-

Falsche Freunde // brachten mich rein

chen // Ich werde nicht

// Doch ich schwöre // bei Gott, Mama

weinen // Doch wer schreit, ist feige //

// Ich komme wieder Heim.

meine Tränen fließen leise



Workshops und Veranstaltungen


…things started to seem much less tragic. Projekt: Inner Voice Team: Angela Kamara, Fiona Leonard

Workshops & Veranstaltungen: Inner Voice

Inner Voice war eine Workshopreihe in Kreativem Schreiben, individueller Erzählkunst und Spoken Word (engl/dt) für alle zwischen 16 und 30 Jahren, die Spaß am Schreiben/Texten und Lust auf einen spielerischen Umgang mit Sprache hatten. Die Ergebnisse des Workshops wurden, neben weiteren Beiträgen, im Rahmen des Poetry und Open Mic Abends in einer Kooperation mit dem zakk Düsseldorf auf dem [wa:|wa:] Festival präsentiert.

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the letters were not really properly written but I was eager enough to read the word “grief” “grief”, she writes in her diary was the time after her parents did not show up at the wedding “grief” was the time when she had to ask for more bananas in her first pregnancy “grief” was the time when she could not get to choose her own son’s name she thought that marriage was the key to her freedom but it just opened the door of another house where she boils milk for children.

Busra Koken, Projektteilnehmerin


“My mother’s steps were so soft I barely heard her leave” – John Green

The Stepmother. I look at Tommy and declare my victory: “I won this this match 10 to 6.” Begrudgingly he concedes defeat and shakes my hand. We sit down on the cool grass in the garden. I think my father’s girlfriend just moved in, I tell him. Really? he asks. Yeah. She spent some nights over previously too, but never two in a row. I hink she moved in. I say. Soo… how is it? asks Tommy. Well, it feels weird to have a stranger in our house. At that moment, Julia comes out to the balcony, waters the plants, waves hi to us. She’s wearing a light blue dress. She looks hot! says Tommy. It’s my father’s girlfriend, asshat. I’d say you should shut up! Okay, okay, sorry. I have to leave now

Workshops & Veranstaltungen: Inner Voice

anyway! Tommy leaves, but I sit there in the cold grass alone a little

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longer, then I notice that my knees are green from the grass, so I go inside. I walk into the dark living room, lit only by the TV. “The TV is on, but no one is watching. Father would be angry to see this.” I think to myself pedantically. I take a look at the screen, some towers are on fire in New York. I go upstairs to take a shower, and wash off the grass and the dirt. Then I dress up and I see the sun is already went down.


I hear noises from the other room. I hope I didn’t step on anything with dirty feet. Father would be very angry. I walk into the kitchen, and it is like something I’ve never seen before. It is somewhat dark and I see candles flickering. I hear a murmuring noise. And... the smell of a warm dinner? Julia made some paninis, says someone. Who said this? I ask while looking around. My father? Smooth and organized? What a soft voiced stranger. He is dressed not in sport clothes, but beige pullover and fashonable blue jeans. And I can smell the panini cooking, the smell of golden bread and the cheese melting. My sister arrives, and sits down too. Then Julia sets the table in front of us. I can smell her flowery. Something so strange to smell at home, a woman’s smell. And I look around, and I see the kitchen so differently now. All the appliances I didn’t know we had, I guess they were needed for the cooking. And cut flowers and tablec? Things my father doesn’t have the time for (or the sensitivity) for the past years. I look at him, and he smiles back, this stern and overworked man now smiles softly. And then I feel nervous, worried to my stomach, because this might pass again. But the panini was warm, and as I was eating it silently, things started to seem much less tragic.

Barnabas Kutassy, Projektteilnehmer

Workshops & Veranstaltungen: Inner Voice

perfume, sweet and

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From Russia to the USA, Ghana to Syria, Germany to Georgia. Projekt: Salon Mysteriös

Workshops & Veranstaltungen: Salon Mysteriös

Team: Fiona Leonard, Petra Kron

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In the fine tradition of Salons of old, throughout 2018 we brought together a diverse collection of storytellers under the banner of Salon Mysterios. Throughout the year we enjoyed artists who took us on journeys from one end of the globe to the other. From piano to sass, voice – both song and spoken word, to double bass, photography and dance. From Russia to the USA, Ghana to Syria, Germany to Georgia. This was a chance to build a community around the story tellers who are at the heart of Kabawil. Fiona Leonard Salon Mysteriös#1 Musik: mit dem Musiker Ziad Ali und traditionelle kurdische Musik Salon Mysteriös#2 mit dem Fotografen Nyani Quarmyne Salon Mysteriös #3 Daylight Saving Konzert mit der Kompinistin: Dariya Maminova Salon Mysteriös #4 Open-Air Ausstellung mit einem Kabawil Künstler Kollektiv Salon Mysteriös#5 Theater: mit der Autorin Fiona Leonard Salon Mysteriös#6 mit Sir Black (Spoken Word) und Gregor Kerkmann (Kontrabass)



Kann man Verborgenes fotografieren? Projekt: Unseen – Fotoworkshop und Ausstellung

Workshops & Veranstaltungen: Unseen – Fotoworkshop und Ausstellung

Team: Katja Stuke, Oliver Sieber

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Was verbergen wir? Was verbergen andere? Geheimnisse, Lieblingsdinge, Orte, Unorte… Was ist in der Stadt verborgen? Was sehen wir – was nicht? Und was bedeutet »verborgen« oder »verbergen« darüber hinaus? Kann man Verborgenes überhaupt fotografieren und darstellen? Das sollten die Teilnehmer*innen in diesem Workshop herausfinden. Die Teilnehmer*innen brachten ihre eigenen Kameras oder Smartphones mit. Im Zentrum stand die Auseinandersetzung mit dem Thema »Verborgenes«, die Entwicklung von Ideen und Bildern, die inhaltliche Auseinandersetzung und Produktion. Aus den Fotografien, die im Laufe eines Workshop-Tags entstanden kleine Zines, kleine Magazine, in denen die entstandenen Fotos veröffentlicht wurden. In einem weiteren Schritt wurden Strategien entwickelt, wie diese Zines verbreitet werden können. Auch dabei sollte das Thema »Verborgenes« eine wesentliche Rolle spielen. Eine Auswahl der entstandenen Fotos wurden in einer Ausstellung im Rahmen des [wa:|wa:] Festivals ausgestellt.







Tu, was dir gut tut! Projekt: Instant Composition

Workshops & Veranstaltungen: Instant Composition

Team: Louisa Rachedi, Daniel Rademacher

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Allein schon die Idee bringt wohl so manchen ins Schwitzen: ein Tanzworkshop bei mehr als 30 Grad. Dazu eine Lehrerin, deren muntere Aufforderung wie Hohn klingt: „Tu, was dir gut tut!“ So gehört und erlebt im tropischen Flingern, in einer Hinterhof-Idylle an der Flurstraße. Dort wacht der Kabawil über allerhand kulturellem Geschehen. Der zweiköpfige Vogel aus der Maya-Mythologie ist Namensgeber eines 2003 gegründeten Vereins, der Menschen „neue Perspektiven für ihr Leben“ vermitteln will. Hierzu gehört auch ein dreitägiges Bewegungs-Seminar mit dem Titel „Instant Composing“. Zehn Teilnehmer trauen sich die schweißtreibende Tortur in der Sommerhitze zu. Nicht alle sind mit konkreten Zielvorstellungen gekommen. „Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich hier bin“, sagt eine junge Frau lachend bei der Vorstellungsrunde. Sie sei derzeit zu Besuch bei einer Freundin, und die habe sie einfach mitgeschleppt. Andere haben bereits längere Tanzerfahrung, sind dann aber durch Empfehlung auf die besonderen Kabawil-Methoden aufmerksam geworden. Die zwei männlichen Teilnehmer stammen aus dem Iran und sind einfach neugierig auf ungewöhnliche Gruppenerlebnisse. Soll man auf Deutsch oder Englisch weitermachen, fragen die beiden Leiter. Gewünscht wird Deutsch. Der Kulturwissenschaftler Daniel Rademacher lehrt unter anderem an der Heine-Universität. Er erklärt der neuen Gruppe, wie der Begriff „Instant Compo-

»Ich weiß eigentlich gar nicht, warum ich hier bin«, sagt eine junge Frau lachend bei der Vorstellungsrunde.


sing“ zu verstehen ist. Seine Ausführungen klingen für den Augenblick noch etwas schwammig. Die Körper sollen sich den Raum gefügig machen oder so. Reine Intuition soll zu momenthaften Entscheidungen führen. „Instant Composition ist wie Instant Coffee“, versucht Rademacher den zweifelnden Gesichtern zu vermitteln. „Man schüttet kochendes Wasser über Pulver, und schon hat man ein fertiges Produkt.“ So richtig kommt das noch nicht rüber bei den Teilnehmern, aber jetzt tritt Louisa Rachedi in die Mitte. Die aus Frankreich stammende Tänzerin wird allein mit ihrer ganz besonderen Ausstrahlung diesen Workshop zum Erfolg führen. Rachedi hat im kanadischen Toronto eine klassische Ballettausbildung absolviert und kam vor elf Jahren als Solistin an die Deutsche Oper am Rhein. Seit kurzem arbeitet sie freiberuflich als Choreographin. Weder die Sommerhitze noch die Theorielastigkeit des Begriffs „Instant Composition“ können dieser wunderbaren Lehrerin ihre Stimmung verderben. Mit strahlendem Lächeln bringt sie die Teilnehmer innerhalb kurzer Zeit zu ungeahnter Dynamik. „Ganz geschmeidig sein, so wie Butter“, lockt sie mit leichtem Akzent. Man beginnt zu verstehen: Amateure reden über Tanz, Profis tun es einfach. Nach einer guten Stunde ist der Raum tatsächlich ein anderer geworden. Bis dahin lief im Hintergrund Musik: die „Late Night Tales“ des deutschen Komponisten Nils Frahm. Sehr schön, die über 20 wechselnden Stimmungen dieses Albums. Nach kurzer Erfrischungspause geht es am ersten Abend ohne Musik weiter mit dem Thema „Positionen, Räume, Gänge“. An den folgenden Tagen stehen „dramatische Räume“ und „Raum-Übersetzungen“ auf der Agenda. Ob die Teilnehmer sich nicht wünschten, am Ende ein Ergebnis zu erzielen, werden Rademacher und Rachedi gefragt. Also eine getanzte Szenenfolge oder eine kleine Geschichte. Die beiden reagieren ablehnend: „Hier ist der Weg das Ziel. Das Endprodukt dieses Workshops bleibt dem Zufall überlassen. Unser Workshop ist ein Spiel zwischen Instinkt und Intellekt.“ Zumindest der erste Abend unter den vier wachsamen Augen des magischen Kabawil entlässt zehn glückliche Menschen in deren Alltagswelt. In der Maya-Welt galt der Vogel als Symbol für die Gegenwart und die Zukunft, aber auch für das Bündnis zwischen Mensch und Natur oder zwischen Mann und Frau. Im tropischen Flingern weht jetzt ein herrlich kühlender Abendwind. Klaus Clemens, Rheinische Post

Workshops & Veranstaltungen: Instant Composition

Man beginnt zu verstehen: Amateure reden über Tanz, Profis tun es einfach. Nach einer guten Stunde ist der Raum tatsächlich ein anderer geworden.

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Panel-Diskussionen zu Themen unserer Zeit. Projekt: Kabawiler Runde

Workshops & Veranstaltungen: Kabawiler Runde

Kabawil möchte sich noch stärker in Flingern, unserem Stadtteil und mit anderen Kulturschaffenden und kulturinteressierten Menschen in der Stadt vernetzen. So entstand das Format der Kabawiler Runden, Paneldiskussionen zu Inhalten, die direkt und unmittelbar aus unserer Praxis der kulturellen Arbeit in den verschiedenen Projekten und Produktionen resultieren.

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Kabawiler Runde #1, Kunst und Kultur im Raum Moderation: Billie Marie Wempe Panel: Prof. Dr. Reinhold Knopp, Mischa Kuball, Katja Stuke, Lars Terlinden, Thomas Klein, Lilly Friedeberg und Deniz Weber Kabawiler Runde #2, Neue Soziokultur Moderation: Prof. Dr. Reinhold Knopp Panel: Christine Brinkmann, Oliver Gather, Verena Meis, Carsten Nolte Kabawiler Runde #3, Kunst=Aktivismus? Moderation: Verena Meis Panel: Betty Schiel, Guy Dermosessian, Klaus Klinger Kabawiler Runde #4, Sichtbarkeit und Nicht-Sichtbarkeit von Frauen Moderation: Petra Welz Panel: Mirjam Bensch, Ingeborg Nödinger, Prof. Dr. Swantje Lichtenstein




Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.

… also entschloss sich der Verein, an ganztägigen Probeeinheiten eine warme Mahlzeit anzubieten. Das ist bis heute so geblieben, bei aller Veränderung und Erweiterung der Aktivitäten Kabawils. Allerdings wurde auch das ‚kulinarische‘ Angebot dem aktuellen Trend angeglichen. Reichte früher ein warmes, schmackhaftes Essen für alle, wirdheute neben einem karnivoren Gericht auch eine vegetarische bzw. vegane Variante offeriert. Ein altes Sprichwort besagt, dass ‚Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält‘ und meint einen wichtigen Beitrag zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden. Zudem bedeutet ein gemeinsam eingenommenes Mahl auch ein geselliges Beisammen-Sein und stärkt so auch das soziale Miteinander. Schon Sokrates wusste: ‚Ein gutes Essen bringt gute Leute zusammen.‘ So verkörpert auch das Kochen die Kultur Kabawils meint Smutje.

Kochen uns Essen bei Kabawil

Wer arbeitet muß essen, wer trainiert auch…

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Fortbildung und Qualifizierung

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Die Kabawil-Methode von Art  & Belonging. Fortbildung und Qualifizierung

Fortbildung und Qualifizierung

Der Grundgedanke von Kabawil e.V. ist seit 16 Jahren die beziehungsorientierte Kulturarbeit: das Konzept von art+belonging, sich über gemeinsame aktive, künstlerische Arbeit und Präsentation physisch und emotional zu verorten und heimisch zu werden.

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I nterne und externe Fortbildungen und Qualifizierungen sind ein fester Bestandteil der Arbeit von Kabawil. Neben der Informationsvermittlung bieten die Fortbildungen eine gute Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmer*innen. Wir versuchen mit unserem Fortbildungsangebot die besonderen Interessen sowohl unseres Teams als auch unserer Kooperationspartner abzubilden. In der Tradition von Cultural Studies verbinden wir künstlerische Praxis mit wissenschaftlicher Theoriebildung.



Kabawil- Fortbildung#1 für städtische Mitarbeiter*innen der Jugendarbeit Wie initiiere, organisiere und begleite ich Projekte in Tanz, Musik und Theater für Kinder und Jugendliche? Mit dem handlungsorientierten Ansatz Learning by Doing, probieren und erfahren die Teilnehmer*innen selbst, was es heißt, darstellerisch tätig zu sein. Sie reflektieren den beziehungsorientierten Ansatz der Kulturvermittlung von Kabawil gemeinsam mit den Dozent*innen und Profi Künstler*innen und besprechen wie sie mit dieser Methode von art + belonging zukünftig mit Jugendlichen gemeinsam Projekte initiieren und organisieren können. Impulsvorträge zu kultureller Bildung in der Jugendarbeit erläutern und vertiefen das Thema.

Fortbildung und Qualifizierung

Ziele: Die Fortbildung gibt Fachkräften Anregungen, Tanz, Musik und Theater als handlungsorientierten Ansatz für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen kennenzulernen. Das Kabawil-Team aus Künstler*innen, Pädagog*innen und Cultural Managern vermittelt künstlerische Techniken, um kreative Arbeitsprozesse zu begleiten.

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Theorie Inputs: Petra Kron Einführung in das Konzept der beziehungs-orientierten Kulturarbeit von Kabawil Dr. Reinhold Knopp Impulsvortrag: Veränderung der Situation von Jugend.

Kabawil Fortbildung#2 Ins Leben leben — Wie entsteht weibliche Identität in ihrer Vielfalt? Wir wollen Entwicklungsphasen und Gesetzmäßigkeiten der menschlichen Biographie gemeinsam betrachten und besprechen und dabei die Entstehung von individuellen und genderspezifischen Verhaltensmustern ergründen, die hilfreich oder hinderlich in der individuellen Lebensgestaltung sein können. Dozentin: Andrea Kron-Petrovic



Train the trainer Die Kabawil Junior Trainer*innen werden regelmäßig sowie speziell für einzelne Projekte von erfahrenen internen und externen Profis der verschiedenen künstlerischen Sparten und Bereiche begleitet und gecoacht. In persönlichen Gesprächen reflektieren und evaluieren Profis und Juniortrainer*innen gemeinsam die eigene Arbeit und das künstlerische Konzept.

Transkulturelle Lese-Sessions

Fortbildung und Qualifizierung

In den transkulturellen Lese-Sessions ging es um die theoretische Auseinandersetzung sowie um theoretische Inputs zu den relevanten Themen der künstlerischen Arbeit von Kabawil. Gemeinsam lasen und diskutierten wir kulturwissenschaftliche Schriften zu Transkulturalität, zu post-kolonialen Studien, zu Anerkennung und kultureller Appropriation.

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Projekte




Die Kabawil Family Band. Band und Hidden Treasures

Projekte: Kabawil Family Band & Hidden Treasures

Team: Thomas Klein, Schlagzeug, Band Leader; Steffen Hommel, Bass und Gitarre; Michael Streuff, Bass und Gitarre; Frank Buscher, Gitarre; Rawan Hasan, Gitarre; Azad Ali, Saz und Gesang; Shaho, Geige; Ivan Ali, Djembé; Melih Celik, Gesang und Rap; Teya Leonard Quarmyne, Vocals; Assistenz: Majd Assassa, Anas Antifa

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Seit 2016 gibt es die Kabawil Family Band als Open Source Kollektiv einer musikalischen Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Düsseldorfer Musiker*innen. Sie entstand aus dem Kabawil Projekt al-ailatu für geflüchtete Menschen. Westeuropäische Musik trifft bei der Family Band auf westafrikanische, kurdische, arabische und weitere außereuropäische Musik. Aus verschiedenen Ideen und Stilen entstehen Songs, die im gemeinschaftlichen Prozess entwickelt, geschrieben, komponiert und arrangiert werden. Für die geflüchteten Bandmitglieder ist die family band ein starker Halt in einer oft unsicheren persönlichen Situation. Die kreativen Prozesse, in denen die Musik entsteht, lassen sie Selbstwirksamkeit erfahren, die Auftritte, der Applaus und der Zuspruch von außen bestärken dieses Gefühl. In den Songtexten thematisieren sie ihre Sorgen, Ä̈ngste und Hoffnungen, sie zeichnen ein Bild von kulturellem Mit- und Nebeneinander auf Augenhöhe, ohne den Versuch zu unternehmen, die kulturellen Identitäten zu vermischen. Im Rahmen des Projekts Hidden Treasures veranstaltete die Family Band 2018 an mehreren Wochenenden Coaching- und Songwriting-Workshops zum Teil auch mit externen Gästen. Bandmitglieder und Gäste haben im Rahmen der Workshops und im Sinne des Open Source Gedankens gemeinsam an Songideen und Perfomance gearbeitet. Es entstanden 3 neue Songs, die auch Teil des Live Repertoires der Band wurden. Die Songs wurden wie auch die älteren Stücke, auf Soundcloud veröffentlicht. Auftritte 2018: 2.3.: Cafe Eden; 6.6.: Jahresempfang der Bezirksregierung 24.6.: Tonhalle; 13.7: Malkasten Sommerfest; 25.8: Büdchentag; 2.9.: Zakk Straßenfest; 29.6.: Kabawil [wa:|wa:] Festival; 09.12.: Fortuna Weihnachtsmarkt


I can see all your tears and they haven’t left your eyes yet // I want to hear you scream, show me how loud your cry gets // Your ship is burning you better jump, like a pirat // to survive this you ’ll need the luck of the irish // See the irony is, you are fighting against an element // you are not native to these lands, you are an immigrant // you want to win this battle but you are only giving ten percent // find you inner energy to take it all and put it in // Chorus: I ’ll show you who you ’re supposed to be you will spend your time in agony don ’t pretend you’re tired get ready to aim and fire!

Sunday morning in my good-time-machine // Eating crayfish, That’smy-Mama was so mean // She won, laissez les Bon Temps Rouler // That’s all that I can say // Take it easy // until we meet again next Friday //



Projekte: Kabawil Family Band & Hidden Treasures


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Projekte: Kabawil Family Band & Hidden Treasures


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Über Sichtbarkeit und Nicht-Sichtbarkeit von Frauen. Projekt: Elli und Inanna

Es gibt zahlreiche Gründe, warum Frauen nicht sichtbar sind. Weil sie alt sind zum Beispiel. Oder arm. Weil sie Kinder haben, eine Uniform tragen oder weil ihr Körper nicht den herkömmlichen Schönheitsidealen entspricht. Elli und Inanna thematisierte künstlerisch die Nicht-Sichtbarkeit von Frauen in der heutigen Gesellschaft. An der Entwicklung beteiligt waren 20 Frauen aus Düsseldorf im Alter zwischen 24 und 70 Jahren, darunter auch Migrantinnen aus Brasilien, Korea, dem Jemen, dem Iran, Russland, Bosnien, dem Irak und Deutschland. Um einige Länder zu nennen. Unter der Anleitung der Künstlerinnen Sônia Mota und Louisa Rachedi (Tanz und Choreographie), Dariya Maminova und Thomas Klein (Musik), Angela Kamara (Creative Writing) und Petra Kron (künstlerische Leitung) erforschte die Gruppe die Gründe für das Nicht-sichtbar-Sein und arbeitete dabei auch die Unterschiede zwischen den Kulturen heraus. Im Rahmen des achtmonatigen Entstehungsprozesses untersuchten die Teilnehmerinnen die gesellschaftliche Rolle der Frau in den verschiedenen Herkunftskulturen in Bewegung, Wort und Sprache, wie aber auch in der individuellen, inneren und äußeren Haltung. Es ging um die offene Auseinandersetzung und Begegnung mit einem erweiterten Frauenbegriff. Für manche Frauen aber auch darum, zu verstehen, was Frau-sein heute in Deutschland bedeutet und funktioniert.

Projekte: Elli und Inanna

Tanz/Choreographie: Sônia Mota, Louisa Rachedi; Tanz Assistenz: Aaron Samuel Davis Musik: Thomas Klein, Dorothea Gädeke, Dariya Maminova Schreibwerkstätten: Angela Kamara Kostüm: Isabell Ziegler, Licht: Madjid Ansari; Seminar: Andrea Kron-Petrovic Assistenz: Melanie Klofat, Heribert Münch Konzept und Inszenierung: Petra Kron

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Projekte: Elli und Inanna

übersehen // zu schlau, zu dumm, zu groß, zu klein // Mit der Produktion warfen wir ein Licht auf die vergessenen Frauen. Das kein Platz für die, Thema ist leider immer noch aktuell. die anders sind // Benannt wurde das Bühnenstück unanderem nach Elvira Nagel, Spitzjede Frau verdient ter name Elli, einer 48-jährigen obdachlosen Frau, die im Winter 2017 vor dem nen Blick //

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Düsseldorfer Kom(m)ödchen erfror. Wir luden Mirjam Bensch, eine ehemals Wohnungslose zu den Endproben von Elli und Inanna ein. Sie gab der Gruppe ein sehr persönliches Feedback. Sie kannte Elli. Frau Bensch saß bei der Kabawiler Runde#4 im Podium, neben Ingeborg Nödinger und Professorin Swantje Lichtenstein. Auch hier ging es wieder um Sichtbarkeit und Nicht-Sichtbarkeit von Frauen in der heutigen Zeit. Die Teilnehmerinnen des Projektes hörten aufmerksam zu und diskutierten mit, diese Form der Auseinandersetzung bereicherte letztlich die abschließende Bühnenperformance. Wie auch der Vortrag/Workshop Ins Leben leben von Andrea Kron-Petrovic, die die Frauen in die persönliche Biografie Arbeit mit besonderem Fokus auf Frauen einführte. Eine der Teilnehmerinnen schrieb einen sehr persönlichen Projektbericht, der mit folgenden Worten endete: Es tut uns gut, wenn wir teil einer Gemeinschaft sind, wenn wir uns verbinden in gemeinsamem Tun. Wir begegnen einander in Freude und auch Ernsthaftigkeit, erkennen einander und uns selbst in dem, was uns verbindet und unterscheidet. Wir lernen als Teilnehmende des Projektes, dass unsere Ideen, Gedanken und Vorstellungen wertvoll sind. Und welche Frau benötigte nicht eine solche Ermutigung! Du und ich sind wichtig, unsere Stimmen, unsere Körpersprache verleihen unserem Tanz eine Farbe, die nicht fehlen darf. Auch diese Erfahrung heilt. Kultur heilt. Begegnung heilt.


So eine unglaubliche Freude, wieder tanzen zu gehen! Eigentlich hatte ich ja nur tanzen wollen. Das hatte ich immer gerne gemacht. Aber dann, wohin geht man, wenn man über 50 ist und nicht als alte Schildkröte zwischen 20-jährigen Elfen herumhüpfen möchte? Würde das überhaupt noch gehen mit dem Tanzen nach so langer Zeit und gab es einen Ort, wo man hin passte und die Musik die inneren Türen öffnen würde zu Freude und Lebendigkeit? Ich zweifelte. Eine Freundin hatte mir von dem Frauenprojekt bei Kabawil erzählt, aber ich konnte nicht glauben, was ich da gehört hatte: jede Frau konnte mitmachen, egal welchen Alters? Und es war egal, dass man bereits ein paar Trainingsmonate verpasst hatte? Egal, dass man keine förderungswürdige Migrantin war? Das konnte nicht sein!

Nach und nach erfuhr ich mehr über das Projekt, in das ich nun unerwartet hineingerutscht war. Um das Bild der Frau in unserer Gesellschaft sollte es gehen, aufgerollt an zwei Frauenfiguren, die gegensätzlicher kaum sein konnten. Es ging um Elli, eine Wohnungslose, die in einer Winternacht in der Düsseldorfer Altstadt erfroren war, und Inanna, eine mesopotamische Göttin, das Urbild einer selbstbestimmten Frau, die nahm, wonach ihr der Sinn stand. Nicht unbedingt mein Thema! Ich achte die wichtige Arbeit der Frauenbewegung, aber sie hält mich auf Abstand durch ihren polarisierenden Blickwinkel: wir – und die anderen, Frauen und Männer. Das waren nicht die Fragen, die ich mir stellte! Aber egal! Es würde sich schon irgendetwas aus dem Thema ergeben. Und erst einmal galt es zu TANZEN! Die Sommermonate hindurch bemühte ich mich, alle Probentermin wahrzunehmen – trotz großer Hitze und Badeseewetter. So eine unglaubliche Freude, wieder tanzen zu gehen! So ein mitreißender Unterricht! Die Vielfältigkeit

Projekte: Elli und Inanna

Aber so war‘s! Ein Hinterhof, eine offene Tür, ein behaglicher Ort, erfahrene und engagierte Lehrerinnen und eine Gruppe, die so bunt war, dass man sich nicht fremd fühlen musste. Ein Wunder! Und das Tanzen ging leicht und erfüllte mich mit Begeisterung! Beim Abschied nach dem ersten Besuch kamen mir die Tränen. Ich hatte gar nicht gewusst, wie sehr ich das Tanzen vermisst hatte.

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Projekte: Elli und Inanna

Das Projekt verband uns trotz unterschiedlicher kultureller Wurzeln, verschiedener Lebensalter und vielfältiger Lebensgeschichten.

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unserer Gruppe! Plötzlich fiel mir auf, wie selten Begegnungen so vielschichtiger Art waren. Das Projekt verband uns trotz unterschiedlicher kultureller Wurzeln, verschiedener Lebensalter und vielfältiger Lebensgeschichten. Und wie leicht diese Begegnung möglich war, wenn man beim gemeinsamen Tanzen lachte. Zum Ende des Sommers hin änderte sich unser Training. Spätestens bei der Vorbereitung auf das [wa:|wa:] Festival wurde deutlich, dass es nicht nur darum ging, beim Tanzen Spaß zu haben, sondern dass wir – tatsächlich – einer Idee Gestalt verleihen wollten. Mir schien, die erste Hürde der Werkprobe nahmen viele von uns leichtherzig und nur mir klopfte das Herz bis zum Hals. Aber dann nach unserer kleinen Aufführung die Freude darüber, mich überwunden zu haben, mich nicht verloren zu haben vor den Augen der anderen. Ich sehe mich auf dem Hof stehen, der Abend schon kühl, doch in goldenes Septemberlicht getaucht und staune über die Vielfältigkeit und den Reichtum der bunten Kabawil-Familie, die ich bis dahin noch gar nicht kennengelernt hatte. Mit den dunkleren Tagen im Herbst rückte unser Aufführungstermin tatsächlich näher. Die Probentage häuften sich und wurden lang und intensiv. Aber was durften wir nicht alles lernen! Neben Tanz mit Sonia und Louisa gab es Schreib- und Sprechworkshops mit Angela und Dorothea. Die Freude daran, Neues ausprobieren und entdecken zu können! In der gemeinsamen Arbeit schärfte sich die Form unseres Projektes aus. Und ich staunte: durch die Vielfältigkeit der gelebten Erfahrungen der teilnehmenden Frauen wurde das entstehende Bild bunt und einzigartig. Keine Diskussion über Frauenfragen, die man so schon 100 mal gehört hatte, an ihrer Stelle Erfahrungssplitter, die sich zu einer Collage zusammensetzten, die vom Leben erzählte, von Frauenleben. Tanzend und schreibend lernten wir einander kennen, aber auch beim gemeinsamen Essen! Wie schön, zusammen am langen Tisch zu sitzen und sich vom reichhaltigen Buffet zu bedienen, zu dem jede von uns beigetragen hatte! Welch wohlige, verbindende Form der interkulturellen Begegnung! Manchmal kam auch Herbert und kochte für uns etwas Leckeres, auf das man sich freuen konnte.


Diese Form des Umsorgtseins rührte mich. 15 Frauen um einen Tisch, sonst Sorgende und Versorgende, dürfen sich einfach verwöhnen lassen. Für uns war gesorgt, damit wir Raum hatten für Tanz und Spiel und persönliches Wachstum. Wie viele Frauen auf der Welt dürfen diese Erfahrung machen? Trotzdem ging natürlich nicht alles glatt. Es gab Ärger und Streit und nicht alles konnte bis zum Ende des Projektes behoben werden. Verschiedene Kulturen und Temperamente treffen aufeinander, alte Wunden und Empfindlichkeiten liegen verborgen, brechen auf, unerwartet. Aber auch im Streit ist eine Begegnung wertvoll! Wir erkennen einander und wir erkennen uns selbst. Die verlängerten Probezeiten verdichteten sich noch einmal im Dezember. Dinge hatten keine Zeit mehr, konnten nicht aufgeschoben werden, mussten zu einer Form gebracht werden, Kostüme wurden benötigt, letzte Texte festgelegt, letzte Bewegungen. Und dann, endlich, die Aufführung! Wie ein viel beschworenes Phantom, an dessen Existenz man kaum glauben kann. Da ist es, unser Tanz beginnt, und ist im nächsten Moment schon vorbei. Aber er gelingt auch, dank der liebevollen Fürsorge, die uns auf diesen Tag vorbereitet hat. Wir erzählen unsere Geschichte von Elli und Inanna, aber wir erzählen auch unsere eigenen Geschichten, krönen uns dafür, die zu sein, die wir sind. Es bleibt nicht viel Zeit, sich zu freuen. Nach vollgestopften Tagen und Wochen bin ich müde, habe manchmal Zeit verschenkt, die ich gar nicht hatte. Aber ich bin froh und dankbar für all die Erfahrungen, die ich im Laufe des Projektes machen durfte. Es tut uns gut, wenn wir teil einer Gemeinschaft sind, wenn wir uns verbinden in gemeinsamem Tun. Wir begegnen einander in Freude und auch Ernsthaftigkeit, erkennen einander und uns selbst in dem, was uns verbindet und unterscheidet. Wir lernen als Teilnehmende des Projektes, dass unsere Ideen, Gedanken und Vorstellungen wertvoll sind. Und welche Frau benötigte nicht eine solche Ermutigung! Du und ich sind wichtig, unsere Stimmen, unsere Körpersprache verleihen unserem Tanz eine Farbe, die nicht fehlen darf. Auch diese Erfahrung heilt. Kultur heilt. Begegnung heilt. Die Welt wäre ein friedvollerer Ort, dürften mehr Menschen teilhaben an kulturellen Projekten wie „Elli und Inanna“. Dass Kabawil uns diese Erfahrung tatsächlich schenkt – ein Wunder! Ute Stalpers




Die Frauen selber haben die künstlerische Leitung bei „Elli und Inanna“ übernommen. Auszug aus dem RP Interview mit Petra Kron von Sema Kouschkerian, RP 12.12.2018

Projekte: Elli und Inanna

In dem Tanztheaterstück „Elli und Inanna“ geht es um die Nicht-Sichtbarkeit von Frauen. Was hat Sie an dem Thema gereizt? Frau-sein definiert und orientiert sich in unserer immer noch patriarchalischen Gesellschaftstruktur an dem binären Konzept Mann/Frau, Frau sieht man häufig als Objekt. Fällt Frau aus dem gängigen, unzeitgemäßen Rollenbild heraus, passiert etwas. Frau ist nicht mehr sichtbar. Sie wird übersehen. Es ging mir darum, eine Sichtbarkeit zu schaffen, die sich frei von dem existierenden, männlich vorgegebenen Verständnis der Idealfrau entwickelt und präsentiert und sich die Vielfalt von Frauen unabhängig von Alter, Herkunft, Kultur und Nationalität materialisiert.

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Wer sind die beiden Frauen, die dem Stück ihren Namen leihen? Elli steht für Elvira Nagel, Spitzname Elli, eine 48-jährige obdachlosen Frau, die im Winter 2017 vor dem Düsseldorfer Kom(m)ödchen erfror. Sie hinterließ ein bewegendes Vermächtnis in einem Besucherbuch der Andreaskirche, das sie als ihr persönliches Tagebuch nutzte. Kabawil möchte gezielt ihrer gedenken und darauf hinweisen, wie Viele sich heute

in ihrer Situation befinden. Ein Drittel der Wohnungslosen sind Frauen und Mädchen, in Deutschland also ca. 300.000 weibliche Personen. Inanna ist eine der ältesten, mythischen Fauengestalten. Sie war eine sumerische Göttin, auch Ishtar genannt. Bekannt war sie für ihre Kriegslust und ihre ausschweifende Sexualität. Sie wurde auch die göttliche Hure bezeichnet. Inanna war mutig und nahm sich was sie brauchte, sie war kein Objekt. Die Darstellerinnen von „Elli und Inanna“ sind Frauen aus Düsseldorf, ausnahmslos Laien. Viele von Ihnen haben migrantische Wurzeln. Aus welchen Ländern stammen sie und wie ist die Altersspanne der Gruppe? Die Frauen kommen aus Brasilien, Korea, dem Iran, dem Jemen oder Deutschland und noch vielen anderen Ländern. Insgesamt haben wir mit 15 Frauen im Alter zwischen 24 und 70 Jahren gearbeitet.


Wie genau sind sie bei der Entwicklung des Stücks vorgegangen? Sie selber haben die künstlerische Leitung bei „Elli und Inanna“ übernommen. Wer hat sonst noch an dem Stück mitgearbeitet? Maßgeblich die beiden Choreographinnen Sônia Mota und Louisa Rachedi. Sie entwickelten mit ihren Trainings das körperliche und tänzerische Bewusstsein und die physische, inhaltliche Präsenz der Frauen im Raum. Parallel dazu machte Angela Kamara mit der Gruppe kreative Schreibwerkstätten zum Thema. So entstanden die Textpassagen des Stücks. Unterstützt wurden wir außerdem von Dorothea Gädeke in Stimme, Isabell Ziegler in Kostüm und die Musik fürs Stück komponieren und spielen Thomas Klein und Dariya Maminova.

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Internationale Projekte


Die Kraft der Unterschiede der Kulturen. Projekt: Framewalk

Internationale Projekte: Framewalk

Die Aufgabe von Kunst und Kultur in Zeiten globaler Entwicklung und Orientierungslosigkeit ist, neue Wege zu erörtern. Kreative Ideen gehen einher mit der permanenten Veränderung und passen sich oft spielerisch an neue Entwicklungen und Gegebenheiten an. Sie generieren innovative und inspirierende Wege der Reflektion und die Organisation neuer Zusammenhänge.

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KABAWIL arbeitet im Rahmen von Framewalk, dem cross-kulturellen Austausch, mit einer Gruppe von mindesten 20 jungen darstellenden Künstler*innen und artist instructors verschiedener Sparten (Künstler-Dozent*innen) aus NRW und dem jeweiligen Partnerland. Gemeinsam recherchiert und untersucht die Gruppe in den verschiedenen künstlerischen Disziplinen ein Thema, z.B. in Namibia: Concepts of Ownership. Die Arbeit von Framewalk basiert auf der Kraft der Unterschiede der Kulturen, der Kulturtechniken und der Traditionen, die bildnerisch, darstellerisch und musikalisch in den Abschluss-Präsentationen repräsentiert werden. Framewalk ermöglicht das Entstehen neuer Verbindungen und Netzwerke, insbesondere verschiedene, sich scheinbar fremde gesellschaftliche Systeme und Ordnungen kommen einander durch Framewalk näher. Framewalk basiert auf Begegnung, Austausch, Kommunikation und Orientierung sowie dem Schaffen gemeinsamer, neuer, kultureller Beiträge. Es ist ein Grundanliegen von Framewalk, allen Teilnehmenden • die Möglichkeiten der Wahl • das gemeinsame Machen ähnlicher Erfahrungen und • das persönliche Erleben des Alltags der jeweiligen Kulturen und Gesellschaften jetzt und in der Zukunft zu ermöglichen. Petra Kron





Framewalk Namibia.

Internationale Projekte: Framewalk in Windhoek, Namibia

Musik: Heather Dennis, Abiodun Odukoya Tanz: Louisa Rachedi, Triyie Munyama Theater: Nelago Shilongo, Oliver El Fayoumy Organisation in situ: Victoria Naholo, Benedict Kojo Quaye Konzept und Leitung: Petra Kron

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Im August 2018 fand Framewalk das erste Mal in Namibia statt. Kabawil kooperierte mit dem Windhoek College of the Arts. Unsere namibischen Partner wählten das Thema concepts of ownership/verschiedene Konzepte von Besitzverhältnissen. Dieses Thema wurde von den Framewalk Teilnehmenden in den Disziplinen Tanz, Musik, Schreiben und Theater kreativ erforscht und bearbeitet. Die sehr diverse Gruppe junger darstellender Künstler, die das breite Spektrum der urbanen Gesellschaften Namibias und Deutschlands repräsentierten, wurde von einem ebenso diversen Team von Künstler-Dozenten aus beiden Ländern begleitet, unterstützt und herausgefordert. Besonders interessant war der künstlerische Umgang der Gruppe mit dem Thema Eigentum und den inhärenten Themen Verantwortung und Rechenschaftspflicht. Zu guter letzt konzentrierten sich die Teilnehmer*innen aber auf das Eigentumsrecht in Bezug auf eine wahrgenommene Vorstellung, die Gesellschaft von Körpern und ihrem Geschlecht hat. Und wie dies Identität formt – insbesondere erzwungene, fremde Identität gegenüber einer persönlichen Identität. Wir untersuchten auch die Freiheit von Wahlmöglichkeiten und was diese für einen durchschnittlichen schwarzen oder weißen Körper bedeuten kann. In der intensiven Framewalk-Arbeit kam sich die Gruppe sehr nahe. Die deutschen Teilnehmenden luden abends die namibische Gruppe zum gemeinsamen Kochen ins Hostel ein. Sie kauften gemeinsam ein und kochten abwechselnd namibische und deutsche Gerichte. Dadurch entstand ein informelles Miteinander, enge


Framewalk in Namibia war, vor dem Hintergrund der wenig reflektierten, gemeinsamen Vergangenheit beider Länder, ein sehr besonderes und wichtiges Projekt und ein Beleg dafür, wie Vorurteile sich durch Begegnung und das (Er) Schaffen von Gemeinsamkeit auflösen. Die Wunden, die der Kolonialismus in Namibia hinterlassen hat, sind noch nicht verheilt. Deutschen wird allgemein mit Argwohn begegnet. Die allgegenwärtige Safarikultur – deutsche, meist wohlhabende Touristen, die kommen, um „die exotische Pflanzen- und Tierwelt Afrikas“ zu bestaunen – trägt das Ihrige zur Wahrnehmung Deutscher bei. Dagegen ist die Beteiligung Deutschlands am Kolonialismus in der deutschen Schule selten mehr als eine Randnotiz und die Wahrnehmung von Afrika in Europa auch heute noch stark exotisiert und/oder von Mitleid und Bedauern geprägt.

Internationale Projekte: Framewalk in Windhoek, Namibia

If ownership were a space it would be a big circle that carries all living creatures, cause on earth is space for all and everything.

Beziehungen, Gespräche über beide Länder und seine Menschen. Es wurde quasi familiär. Die Abschlusspräsentation war eine site specific performance auf einem öffentlichen Platz (vor The Kitchen, einem Restaurant in einem neu entstehenden Zentrum in Windhoek) vor eingeladenen Zuschauern (Familie, Freunde, Kollegen der namibischen Teilnehmer*innen) sowie neugierigen Passanten. Als ich die jungen Performer*innen auftreten sah, waren sie eine diverse, aber gleichzeitig sehr homogene Gruppe und die Zuschauer konnten optisch nicht wirklich unterscheiden, wer deutsch und wer namibisch war. Sie waren zusammengewachsen.

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Indem wir die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, erhalten wir die Möglichkeit, dass alle Menschen heilen und voneinander lernen.

Umso wunderbarer waren die Irritationen auf beiden Seiten, die Framewalk einmal mehr hervorrief. Von der Brot- bis hin zur Kaffeekultur gibt es in Windhoek zeitweise mehr Deutschtum zu entdecken als in Düsseldorf: deutsche Vornamen, deutsche Geschäfte und Ladenschlusszeiten um 17 Uhr, Bier nach deutschem Reinheitsgebot, deutsche Straßennamen sowie Straßenzüge, die so sauber sind, dass man sich zweimal überlegt, sein Kaugummipapier fallen zu lassen. Wer hätte das gedacht!? Jedenfalls nicht die deutschen Teilnehmer*innen. Genauso wie sich die namibischen Teilnehmer*innen wohl niemals gedacht hätten, bei diesem Projekt auf eine derart bunte, herzliche, offene Truppe Deutscher zu treffen, die Lust darauf hatten, mit ihnen gemeinsam eine tolle Performance zu entwickeln und zu präsentieren und Windhoek so zu erleben, wie es ist. Framewalk in Namibia bestätigte meine Annahme, dass Vergangenheit nicht geleugnet werden kann. Sie sollte im Besitz sein. Indem wir die Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, erhalten wir die Möglichkeit, dass alle Menschen heilen und voneinander lernen und gleichzeitig gemeinsam in eine gemeinsame Zukunft hineinwachsen können, in der ähnliche, bessere oder gleiche Chancen für alle bestehen. Petra Kron



Freedom and Ownership belong in the same Conversation.

Internationale Projekte: Framewalk in Windhoek, Namibia

Framewalk Namibia was a chance to explore the theme “ownership” and all surrounding associations and implications. Being a person of African descent, who had never traveled to Africa, I felt I was finally given an opportunity to own and embrace my African heritage.

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Be that as it may, the experience was too short. As soon as I stepped off of the plane, I felt moved by the quality and texture in the air. However, not everything was joyous and peaceful. We faced immediate hardship with one participant not having the proper documentation to enter the country, but luckily this problem was solved. As we arrived the nights were cold and the days were toasty; but the energy and power of the group was so palpable that I felt compelled to just listen and observe. I knew that I could contribute more by actively listening and sharing ownership in terms of space and energy. The best night was when we all went shopping for dinner and marched back from town towards the hostel and cooked together a huge feast. We then followed up with an intense series of games and jokes that would be remembered in our “Whatsapp Namibia group”.

The energy and power of the group was so palpable that I felt compelled to just listen and observe.


Aaron Samuel Davis

A honest heartfelt gratitude towards owning my own identity and the struggle it takes to be visible and accepted.

Internationale Projekte: Framewalk in Windhoek, Namibia

The work: The performance was challenging due to the time of day, I felt the lights were a pity and that many things were lost. During the performance, I heard a woman say, “Why is he in a dress”? At this point I realized, I may own my style, but others own their opinions and certainly their right to express confusion and even dissaproval. However, after the performance the most memorable feedback was as I was leaving back to the hotel a group of Namibian children ran after me and told me, “You are so free when you dance”. I felt honored because I did feel like freedom and ownership belong in the same conversation and I appreciated their courage and honesty. Although I answered many questions of the day, I think my biggest takeaway from this Framewalk was the honest heartfelt gratitude towards owning my own identity and the struggle it takes to be visible and accepted across borders.

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The realisation was unsettling.

Internationale Projekte: Framewalk in Windhoek, Namibia

As I was researching the overarching theme of our exchange – concepts of ownership – prior to travel, I suddenly became very aware; borderline self-conscious; of my privileged position entering this exchange. I couldn’t help but be apprehensive about the fact that in this specific context, my background, origins, nationality and subsequently the (poor) choices made by the generations before me were going to weigh in the balance just as much as my personality, know-how and willingness to embrace this experience. My body became a political body.

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The realisation was unsettling. Thankfully this feeling quickly subsided the moment we were met by the entire team with overwhelming warmth and openness. As we began to unite around the work, it became clear to all that our human exchange was indeed informed by the present moment. It was astounding for me to witness with which fervour and elegance the whole cast chose to confront our shared traumatic history, and how determined they were to write the rest of it in their own terms. The realisation that with every performative act comes an opportunity to reclaim one’s voice and one’s body; to create safe spaces to publicly affirm the validity of an idea and a culture was cathartic. The amount of courage demonstrated by the students was deeply humbling and inspiring. A potent reminder of my duty to take a stance as an artist, and of the necessity and power of intention. Louisa Rachedi



Framewalk Ghana – Rückbesuch in Düsseldorf.

Internationale Projekte: Framewalk Ghana, Rückbesuch in Düsseldorf

Musik: Eugene Ampadu (Kyekyeku), Abiodun Odukoya, Thomas Klein Tanz: Jude Kurankye, Horacio Macuacua Theater: Alfred Kunutsor, Vivien Agbovi, Morad Hassan Organsiation in Situ: Angela Kamara, Mr Black Organsiation Ghana: Benedict Kojo Quaye Assistenz: Melih Celik Konzept und Leitung: Petra Kron

114

Framewalk, der Jugendkulturaustausch fand im September statt. Eine Gruppe von 35 jungen Darsteller*Innen und Künstler-Dozent*Innen aus Ghana und Deutschland nahmen daran teil. Gemeinsam erforschten und erarbeiteten sie künstlerisch the poly-private, verschiedene Formen von Privatheit in Tanz/Musik/Theater und kreativem Schreiben. Es wurde gemeinsam gegessen und gekocht. Das Aufräumen des Studios und andere organisatorische Tätigkeiten gehören ebenso zum beziehungsorientierten Konzept des Kulturaustausches von Kabawil. Auch gehörte der Besuch von In Orbit, dem begehbaren Kunstwerk von Tomas Saraceno im Museum K21 zum gemeinsamen Erleben. In diesem Jahr hatten wir durch die zeitliche Verschiebung das Glück, das gerade das Düsseldorf Festival stattfand. Kabawil organisierte ermäßigte Eintrittskarten zu verschiedenen Veranstaltungen des Festivals. So konnten die jungen Darsteller*Innen gemeinsam internationale Perfor-

Ein Teil des beziehungsorientierten Konzepts des Kulturaustausches von Kabawil ist das gemeinsame Essen und Kochen.


Internationale Projekte: Framewalk Ghana, Rückbesuch in Düsseldorf

Sich selbst in der Fremde als Individuum und als Kollektiv zu erleben führt zu einer neuen, positiven Haltung beiden Kulturen gegenüber.

mances besuchen und genießen. Durch diese Aktivitäten wurden die Beziehungen untereinander noch intensiviert. Den Teilnehmenden die Lebenswelt der jeweilig anderen Kultur zu eröffnen und näher zu bringen ist essentieller Teil des Framewalk–Austauschs. Sich selbst in der Fremde als Individuum und als Kollektiv zu erleben, wie auch sich selbst in der Distanz zum eigenen Heimatland zu erfahren, führt meist zu einer neuen, häufig positiven Haltung beiden Kulturen gegenüber. Dies prägt die jungen Teilnehmer*Innen und Darsteller*Innen entscheidend in ihrer weiteren beruflichen Entwicklung, wie auch in ihrer privaten Zukunft. Mit Unterstützung der Dozenten*Innen aus Ghana und Deutschland entwickelte die Gruppe eine Abschlusspräsentation von etwa 70 Minuten auf hohem künstlerischen Niveau. Die kreativen Fundstücke zeigten sie auf der temporären Hofbühne von Kabawil. Trotz angekündigtem Regen wurden die Aufführenden mit schönem Abendsonnenschein belohnt. Der Bezirksbürgermeister von Düsseldorf Flingern eröffnete die Veranstaltung und war begeistert davon, wie umfangreich und mitreißend die Ergebnisse der gemeinsamen FramewalkWoche waren. Neben der künstlerischen Arbeit geht es bei Framewalk vor allem um den Austausch, die Interaktion miteinander, das gemeinsame Entwickeln, Suchen und Lösen mit der Hilfe von künstlerischer Grammatik und Vokabular. Das Gemeinsame finden, um dann entspannt Anders sein zu können! Petra Kron

115






Private as a concept and a metaphor that transcends the self and society even beyond sovereignty. To what extent will/can one consider anything private in this virtual globalized world? Are there a cillion concepts of private or only one? Private can be visible yet secret and hidden. Is Private in opposition to community. Or is private a prerequisite of a happy community.

Internationale Projekte: Framewalk Ghana, Rückbesuch in Düsseldorf

Framewalk was creating private, positive narratives as counter activism in a world of crisis and alienation.

120

When something is private to a person, it usually means that something is inherently special or sensitive to them. The concept of universal individual privacy is a modern construct primarily associated with Western culture, closing the door to one‘s home, Article 8 of the European Convention on Human Rights guarantees the right to respect for private and family life, one‘s home and correspondence. many languages do not have a specific word for „privacy“ when I withhold information, it is privacy; when you withhold information, it is secrecy.“ Private: belonging to/or/for the use of one particular person/ group of people only Private=Personal?


The concept of a universal individual privacy is a modern construct mostly found in Western culture, where it often leads us to close and lock the doors to our homes, to build gated communities, to cordon off whole city zones. And yet at the same time there are still cultures whose languages do not have a specific word for privacy, and who live with houses without locked doors in communities without gates and watchmen. It seems as if our (the western) concept of private/privacy dissolves and dilutes itself and is re-imagined these days in multiple ways. Where does this leave us, and our future lives on a planet co-inhabited by humans with seemingly conflicting understandings of the public and the private? I totally believe in my personal, my private persona, but when and where is this a basic human right for everybody and when is it plain selfishness corrupting life for all fellow human beings? And how far are we willing to take our quest? Against a backdrop of this globalized privacy paradox, Framewalk/ Düsseldorf – the poly-private – started to investigate these themes. The work of the artists involved culminated in a collection of personal narratives on the poly-private that were articulated through dance, music and theatre. By sharing its findings with the public Framewalk transformed the poly-private into a poly-public experience. This in itself was a powerful act resulting in a shared artistic counter-activism in a time of crisis and alienation. Framewalk fostered personal and collective artistic research, bouncing back and forth between the participants/individuals from Ghana and Germany and their various artistic grammars and languages – digging to uncover the essence of what the most private means to each and everyone. Framewalk is always in search of what brings us together, the common ground for what we mutually share. And, based on this, provides a space where we can all be free to animate our personal and private selves. Petra Kron

Internationale Projekte: Framewalk Ghana, Rückbesuch in Düsseldorf

What is private to you and why?

121







[wa:|wa] Festival


128

Lorempisumn sdflj


129

Lorempisumn sdflj




Aktionen für Nachbarn.

Das [wa:|wa:] Festival 2018 Nachbarschaftstag

Nachbarschaftstag im Rahmen des [wa:|wa:] Festivals im Kabawil Hof

132

Ziel des Nachbarschaftstages war es, die Bewohner rund um das Kabawil-Studio in Flingern als Nachbarn zur Begegnung anzuregen, gemeinsam etwas zu erleben, Kultur zu teilen und darüber ins Gespräch zu kommen. Der Tag begann mit einer öffentlichen Tai Chi Stunde von Mark Sackeyfio, Tai Chi Lehrer aus Accra, Ghana. Zum anschließenden gemeinsamen Frühstück gab es neben selbstgemachten Köstlichkeiten des Kabawil-Teams zahlreiche leckere Mitbringsel der Besucher. Wer sich bewegen wollte, hatte die Gelegenheit, mit Othello Johns unter freiem Himmel Walzer zu tanzen. Während die Besucher plauderten, aßen und tanzten, erschuf Patrick van den Heuvel von der Pleasure Gäng gemeinsam mit Helfern von Kabawil an einer der Mauern, die den Hof einfasst, ein großes gesprühtes Wandbild – es zeigt den [wa:|wa:] Baum und bleibt als Erinnerung an einen wunderschönen, friedlichen und gemeinschaftlichen Tag erhalten.



Masterclasses. Tanz: Horacio Macuacua und Jude Kurankye (im Kloster Flurstraße) Musik: mit Kyekyeku, Thomas Klein und Abiodun Odukoya (im Kabawil Studio)

Das [wa:|wa:] Festival 2018 Masterclasses

Die Masterclasses boten eine Gelegenheit, mit internationalen Künstler*innen, die Gäste des [wa:|wa:] Festivals waren, in den Sparten Tanz und Musik das eigene Repertoire zu erweitern und neue Grammatiken der Bewegung und der Musik zu erleben. Das Angebot richtete sich an junge darstellende Künstler*innen wie auch an erfahrene Akteure der beiden Sparten.

134



Flingern-Walk.

Das [wa:|wa:] Festival 2018, Flingern Walk

Team: Stefan Schneider, Flora Rüegg

136

Der Musiker und Fotokünstler Stefan Schneider und die gebürtige Flingeranerin Flora Rüegg zeigten das Veedel, das sich in den vergangenen 20 Jahren so rasant entwickelt hat, aus einem neuen, spannenden und sehr persönlichen Blickwinkel. Im Rahmen ihrer Stadtteilführung präsentierte das ungleiche Doppel (Rüegg ist 30 Jahre jünger als Schneider) die verborgenen Ecken von Flingern und macht die Teilnehmer*innen mit Menschen bekannt, deren Leben eng mit dem Viertel verbunden ist. Mit Beiträgen von Axel Ganz (Sound Collage – Güterbahnstrecke Bruchstraße), Tom Blankenberg (Film Allwetterbad Flingerbroich), Bruno Feldmann (Foto Dokumentation: Hof Flurstraße 11)



Ap-Art Rooms.

Das [wa:|wa:] Festival 2018, Ap-Art Rooms

Rossinis Katzengesang auf dem Balkon, ein Konzert im Heizungskeller und alte Küchenlieder, gesungen vom Trio Amuse Bouche in der Kabawil-Küche. Es gab fast nichts, was es nicht gibt bei den Ap-Art Rooms.

138

In Vorder- und Hinterhaus der Flurstraße 11 öffneten sich zahlreiche Türen zu ungewöhnlichen, intimen, unheimlichen oder zauberhaften Räumlichkeiten, die der Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind. Die Opernsängerinnen Clementine Jesdinsky und Carolina Rüegg machten einen Balkon im Innenhof zur ganz großen Bühne. Sônia Mota, einst Primaballerina im brasilianischen São Paulo und heute im besten Ruheständler-Alter, gab Kostproben ihres Könnens zum Besten. Shunsuke Oshio beschallte mittels E-Gitarre und jeder Menge Effektpedalen den Heizungskeller. Die Ghanaeschen Stand-Up Comedians „the two idiots“ führten die Besucher durch das kunterbunte Programm.




It was, on the surface, an exercise in enjoying performances in unusual spaces, but more so, it was about pushing everyone out of their comfort zones into spaces where they had to connect. Spaces where strangers needed to reach out a hand to help one another down a stair, to stand shoulder to shoulder in a confined space, to pass a plate of cake from hand to hand. Performances in off-spaces bring people together. They’re a contract between performer and spectator; an understanding that this will be a raw experience without the polish and sheen, and with that comes a willingness to trust – you will believe this carpark is a dance floor, this broomstick a tree. And there’s a pleasure that comes with knowing the audience is itself a part of the performance – that without their interaction, the spontaneous applause, the unintended snort of laughter, the person standing on a chair to get a better view – the experience would be somehow less. Off-space, fringe and open source performances also cross boundaries. It is easy, when one is immersed in the arts, to forget that there are people who believe they are not welcome even as spectators: that they will not understand what is going on, that it’s only for rich people, or intellectuals, or white people, or men. Here on the fringes we can gather people together, bring them shoulder to shoulder, and lead them into whole new worlds. Fiona Leonard

Das [wa:|wa:] Festival 2018, Ap-Art Rooms

During the 2018 [wa|:wa] Festival we took 50 people on a journey – down driveways, through cellars, through carparks, up and down stairs, into kitchens, the back of cars… Actors, dancers, singers and musicians climbed on rooftops, over railings, performed on bitumen and custom-laid floors.

141


Das [wa:|wa:] Festival 2018, Präsentationen

Präsentationen.

142

Im Rahmen des [wa:|wa:] Festivals wurden Ergebnisse verschiedener Workshops, die im Laufe des Jahres stattgefunden hatten, präsentiert: Werkproben aus dem Tanztheaterstück Elli und Inanna mit Düsseldorferinnen (geflüchtete und hiesige Frauen und Mädchen), welches das Nicht-Sichtbar-Sein von Frauen in unserer Gesellschaft künstlerisch thematisiert sowie Ergebnisse aus einem Zeichen- und Gestaltungsworkshop mit einer Geflüchteten-Klasse des Franz-Jürgens-Berufskollegs. Gezeigt wurde außerdem der Film Hi Zahid, this is Kristin von Kristina Trüb, der von der Begegnung zwischen dem afghanischen Flüchtling Zahid und der Autorin Kristin Trüb erzählt. Live-Musik gab es von der Kabawil Family Band und dem interkulturellen Musik Ensemble You Shall Rise.



Familientag. Tanz: Othello Johns und Teya Leonard Quarmyne T-Shirts: Carsten Johannisbauer Musik: Bumblebrass, Schlauchinstrumente Graffiti: Marcel und Jan von 40° Leglos

Das [wa:|wa:] Festival 2018, Familientag

Beim Kabawil Familientag im Rahmen des [wa:|wa:] Festivals steht weniger das Zuschauen, sondern mehr das Mitmachen im Mittelpunkt und zwar für die ganze Familie: eine tänzerische Entdeckungsreise, T-Shirt Druck und der Bau von Schlauchinstrumenten. Im Rahmen einer Ausstellung waren Fotos von Kindern aus dem ghanaischen Accra und Düsseldorf zu sehen. Und nicht zuletzt konzertierte Bumble Brass, ein vielseitiges Blechbläserensemble unter der Leitung von Jenny Heilig.

144






Das Team


Abiodun Odukoya ist Singer/Songwri-

dem Bereich Anti-Rassismus und Anti-

ter. Er fördert und produziert junge Mu-

Diskriminierung, wie z.B. Brothers Keepers.

sik-Talente in Deutschland und Nigeria.

Seit 2009 arbeitet sie regelmäßig für

Er ist einer der Pioniere der Afro- / Reg-

Kabawil, übernahm u.a. die ‚political

gae- /Soul-Szene in Deutschland und ge-

correctness’ Supervision im Rahmen der

hört zu den internationalen Vertretern

Tanz-Theater-Produktion Wer hat Angst

des Urban Roots Movements. Er ist Grün-

vorm Schwarzen Mann, war beteiligt an

dungsmitglied des Anti-Rassismus Pro-

der Stückentwicklung für Laila und Mad-

jektes Brothers Keepers und kollaborierte

schnun und Encounterstrike oder Autorin

u.a. mit Maceo Parker, UB40, Gregory

von Simulacra. Sie studierte Sozialwissen-

Isaacs und Xavier Naidoo. Er arbeitet seit

schaften in Düsseldorf und Bochum.

2008 als Lehrer für Stimme, Gesang, Rap und Spoken Word bei Kabawil.

Angelina tional

Anthony studierte Interna-

Marketing

an

der

Internatio-

Alfred Elikem Kunutsor, a physical thea-

nal Business School in Venlo, NL. Seit

tre artist, has an MA and Ba in Dramatic

2007 nimmt sie als Darstellerin an

Arts from the University of Witwater-

verschiedenen Kabawil-Projekten teil.

strand/South Africa. He taught a the

Bei den Tanztheater Produktionen food-

theatre department of the University of

4brain und Encounterstrike war sie Assis-

Ghana, lectured movement in the Wits

tentin der Produktionsleitung. Bei al-aila-

School of the Arts and performed in a

tu arbeitete sie als Junior Trainerin. Seit

wide range of works.

2016 ist sie Mitglied von Kabawil e.V. Sie begleitet die Kinder- und Jugendpro-

Alphonsine Kalala ist eine großartige

jekte und organisiert und verantwortet

Köchin mit einem Catering Service für

die Schulprojekte des Vereins.

West-afrikanische Küche. Andrea Kron-Petrovic, ist Gründungsmitglied von Kabawil und Mitglied des Vorstandes. Sie ist als Sozialtherapeutin seit etwa 25 Jahren in der sozialpsychiatrischen Nachsorge tätig, heute als Heimleiterin von „Porta e.V.” in Wuppertal. Neben dieser Tätigkeit hat sie eine zweijährige Ausbildung in Sprache und

Das Team

Schauspiel absolviert.

150

Angela Kamara Musik- und Künstlerma-

Aaron Samuel Davis is a creative human being who dances, choreographs, teaches, and designs. He holds an MFA in dance choreography and performance from NYU Tisch School of the Arts, with B.A studies in Ancient Latin & Greek / Contemporary Dance cultivated at Connecticut College and Folkwang University of the Arts. His research focuses on film and cinematography and it’s application to dance as images in motion.

nagerin von Flo Mega, Texterin und Autorin sowie Dozentin für Kreatives Schrei-

Arturo Castro-Nogueras stammt aus

ben / Performanceorientierte Poesie.

einer kubanisch-mexikanisch-puertori-

Sie betreute verschiedene NGOs aus

canischen Musikerfamilie. Er trat bei


zahlreichen Solo- und Kammermusik-

Spoleto ausgezeichnet. Aktuell arbeitet

abenden In Europa und Süd-Amerika

er an seinem szenischen Film Zweisam

auf. Sein Debüt als Gitarrist fand im Jahre

und ist bei Kabawil als Trainer im Bereich

2006 statt. Die Kommission der Jugend und

Theater tätig.

der puertoricanische Unesco-Verband erklärten ihn 2010 zum Gitarristen des Jah-

Feng Li wurde in Shi Jiazhuang, China

res. 2016 schloss er sein Konzert-Examen

geboren. Im Jahr 2008 begann sie ihr

im Exzellenzstudiengang der Robert-

Studium in Freier Kunst, vier Jahre spä-

Schumann-Hochschule in Düsseldorf mit

ter schloss sie es an der Nanjing Kunst

Auszeichnung ab. Für Kabawil arbeitete

Akademie ab. Seit 2014 studiert sie an der

er als Junior-Trainer für Musik.

Düsseldorfer Kunst Akademie Bühnenbild. Für Kabawil arbeitet sie als Junior-

Daniel Rademacher ist promovierter

Trainerin für Gestalten.

Kulturwissenschaftler und Theaterdramaturg. Er verbindet kulturwissenschaft-

Fiona Leonard ist eine ehemalige Diplo-

liche Theorie und künstlerische Praxis in

matin und arbeitet jetzt als publizierte

freien Projekten u.a. am Tanzhaus NRW,

Autorin und Dramatikerin. Sie schreibt

bei Kabawil e.V., an der Hochschule Düs-

Prosa und Theaterstücke. Sie bereiste

seldorf und der Kunstuniversität in Graz.

26 Länder auf 5 Kontinenten. Sie wohnte und wirkte 10 Jahre in verschiedenen

Dariya Maminova arbeitet als Konzertpi-

Ländern Afrikas. Jetzt lebt sie mit ihrer

anistin und Komponistin. Sie spielt klas-

Familie in Düsseldorf. Fiona unterrich-

sische, neue und elektronische Musik,

tet Kreatives Schreiben und berät und

Pop- und Filmmusik, Jazz, Volksmusik,

coacht angehende Schriftsteller*innen.

Kammermusik und Improvisation. Mit ihrer Schwester gründete sie das Mami

Francesca Magistro wurde 1979 in Turin/

Nova Project, eine Plattform für Zeitge-

Italien geboren und schloss ihr Studi-

nössische Klassik und Instrumentales

um an der University of South Wales /

Theater. Sie studierte am Rimsky-Kor-

Großbritannien mit einem Master in Do-

sakov-Konservatorium in St. Petersburg

kumentarfotografie ab. Vom Deutschen

Klavier, Kammermusik, Klavierbeglei-

Akademischen Austauschdienst (DAAD)

tung und Komposition. Sie studiert jetzt

erhielt sie 2016 ein Stipendium für die

Jazzgesang an der Hochschule für Musik

Folkwang Universität der Künste in Es-

und Tanz in Köln. Für Kabawil arbeitet sie

sen. Seit 2014 ist sie Mitglied des Foto-

als Junior Trainerin für Musik.

raum Köln e.V., einer Projekt- und Aus-

Das Team

stellungsplattform für zeitgenössische Faraz Baghaei absolvierte sein Regiestu-

Fotografie.

dium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden Württemberg. Sein Theater-

Heribert Münch lebt und arbeitet als Ma-

stück »Moor and More« wurde mit dem

ler und Bildhauer in Neuss. Er studierte

ersten Preis des internationalen Festivals

Freie Kunst bei Partenheimer und Buthe

der Regieschulen European Young Theatre

an der Kunstakademie Düsseldorf und

151


Kunstpädagogik an der Pädagogischen

Isabell Ziegler ist ausgebildete Gold-

Hochschule in Neuss. 1986 war er zu ei-

schmiedemeisterin. Nach ihrem Design-

nem Arbeitsaufenthalt in der Villa Roma-

studium bei Anita Lüdke und Ton van

na in Florenz. Heribert nimmt an zahlrei-

der Laaken in Düsseldorf arbeitete sie für

chen Einzel- und Gruppen-Ausstellungen

Gregor Schneiders Monumentalskulptur

im In- und Ausland teil. Er unterrichtet

End, Museum Abteiberg in Mönchen-

Kunst an verschiedenen Schulen und ist

gladbach. In der Spielzeit 2010/11 leitete

als Dozent für Kunst an der Alten Post

sie das Ausstattungsatelier des Düssel-

in Neuss tätig. Er ist Gründungsmitglied

dorfer Schauspielhauses und assistierte

von Kabawil.

bei Katrin Nottrodt und Dirk Thiele. Eigene Projekte: Das Produkt Ausstattung

Gregor Kerkmann studierte in Maastricht

(Düsseldorfer Schauspielhaus), Väter und

und Arnheim Jazz- und Popularmusik. Er

Söhne Bühne und Kostüm (Rheinisches

arbeitet als professioneller Musiker. Er

Landestheater Neuss), Nicht Ohne (Klan-

ist ein gefragter Live- und Studiomusi-

ginstallation, Kestner Museum Hanno-

ker, war am Theater in Dortmund über

ver, 2005).

mehrere Spielzeiten hinweg fester Bestandteil der dortigen Band und spielte

Jude Arnold Kurankyi is born and rai-

als Kontrabassist bei den Heinrich-Hei-

sed in Ghana. He is a Bachelor of Fine

ne-Symphonikern sowie aktuell beim

Arts and a 1st Class degree holder. Jude

Projektorchester NRW. Als Komponist

is a performing artist with both na-

und Kontrabassist ist er für sein eigenes

tional

Projekt Chogori tätig, sowie als Komponist

being also a PYP (primary years program)

und Bassist für Coughing Bell.

facilitator who is trained to teach dance

and

international

experience,

to children. He worked with Kabawil for 8 Horacio

Macuacua is a dancer and

years both as a student and now as an ins-

choreographer. He is a founding member

tructor. He was working with the in France

of CulturArte, one of the first Contemporary

based Company Cie Joseph Aka, being

Dance Companies in Mozambique. He

part of the production called No Rules.

participated in performances directed

Music is also part of Jude and he is stur-

by Panaíbra Gabriel and has worked with

dily developping it. „Great men don‘t

Frans Poelstra, Cristina Moura and Tho-

know everything but they try everything.”

Das Team

mas Hauert. He is working closely with

152

David Zambrano, as a performer and in de-

Katharina Ley zog es nach einem kur-

veloping his flying-low technique. Macua-

zen Abstecher in den hohen Norden und

cua works as a dance teacher in Mozam-

die Stadtentwicklung wieder zurück in

bique, Brasil and all over Europe. In 2009

rheinische Gefilde, wo sie nun seit 2016

his piece Orobroy, Stop! won the Great Prize

Fotografie an der Folkwang Universität

PUMA Creative and the 1st prize of Dan-

der Künste in Essen studiert. Seit 2018

se L’Afrique Danse 2010 in Bamako/Mali.

bei den KunstRaumStationen mit dabei

2012 he started his project Smile, if you can,

verwirklicht sie über das Jahr eigene Aus-

which recently toured Europe.

stellungsprojekte, ist Mitglied der Ate-


liergemeinschaft Hermann im Essener

music, A lively performer whose music

Eltingviertel und kulturpädagogisch bei

and performances cut through a cross-sec-

dem Fotoprojekt Blickfeld auf Zeche Zoll-

tion of music and performance styles

verein aktiv.

heavily influenced by the acoustic guitar with a tasty Ghanaian Highlife music yet

Oft verbergen sich Katja Stuke und Oliver

exploring a mix of classical, flamenco Jazz

Sieber hinter BöhmKobayashi – und hin-

and Brazilian guitar styles and sounds.

ter dieser Identität stecken viele Figuren: FotografIn und KünstlerIn, KuratorIn und

Louisa Rachedi stammt aus Albi, Frank-

InitiatorIn von Ausstellungen, GestalterIn

reich und ist als Choreografin und Tän-

und HerausgeberIn von Künstlerbüchern.

zerin tätig. Sie war Mitglied des National

Durch ihr Werk und ihre Vermittlungs-

Ballet of Canada und des Martin Schläp-

tätigkeit sind sie jedoch längst schon zu

fer Balletts der Deutschen Oper am Rhein.

Moderatoren einer bestimmten fotogra-

Im Laufe ihrer Karriere interpretierte sie

fischen Kultur geworden. Sie haben und

u.a. klassische und moderne Werke. Au-

hatten Lehraufträge z.B. an der Folkwang

ßerdem arbeitete sie mit Choreografen

Uni, FH-Dortmund, IED Madrid oder der

wie Sharon Eyal, Michael Schumacher,

Universität Gießen. Zuletzt waren Aus-

Francesca Harper und Guy Nader. Als

stellungen von ihnen zu sehen im Muse-

selbstständige Künstlerin konzentriert

um für Kunst und Gewerbe Hamburg und

sie sich nun auf Choreografie. Ihr erstes

in der Kunsthalle Gießen.

Werk Fieldwork wurde 2016 von Tänzern des Balletts am Rhein aufgeführt. 2017

Kwame Osei aka Big Wave is one of the

gründete sie die Compagnie Limbic Shift.

pioneers of Krump in Europe and the founder of the annual European Buck Ses-

Majd Assassa is 22 years old and he was

sion (E.B.S.) in Düsseldorf. He was given

born in Damaskus, Syria. In 2014 he at-

the name Kid Tight Eyez after 4 years of

tended the Fain Arts Faculty of Damaskus

being a loyal and hard working student

University. In September 2015 he arrived

under the founder of Krump, Tight Eyez,

in Düsseldorf. Since 2017 he joined diffe-

himself. Furthermore, he is an interna-

rent Kabawil projects as an instructor as

tionally recognized teacher with crazy

well as a participant.

Krump but about dance in general. His

Maxime Xenia Maria von Koblinski ist

goals are to share his dance experiences

1998 in Düsseldorf geboren. Mit 16 Jah-

around the globe and to encourage people

ren zog sie mit einem Musikstipendium

to transform negative energy into positive.

für ein Jahr nach Schottland um dort

Das Team

amounts of knowledge, not only about

parallel zum Schulalltag zu musizieren. Kyekyeku-Eugene Oppong Ampadu has

Zur Zeit studiert sie an der Hochschule

worked on several artistic projects connec-

für Tanz&Musik am Standort Wuppertal

ted with sound and music for short mo-

klassisches Schlagwerk, hilft nebenbei

vies, theatre, poetry and performance in

in Orchestern aus und spielt in diversen

general. He writes, arranges and produces

Ensembles.

153


Melanie Klofat ist Germanistin und Me-

Kojo Benedict Quaye aka Mr Black is an

dienwissenschaftlerin. Seit 1999 ent-

African living in Ghana. He is a perfor-

wickelt sie mit ihrem Studio für elemen-

mance artist, painter, sculptor and Eha-

tare Zusammenhänge Formate zur Ins-

lakasa (spoken word poetry) instructor.

piration. Seit 2008 ermöglicht der Kin-

He is the founder of TalkFACT3, Ehalakasa

derKulturClub Kindern ab 4 Jahren und

Talkparty the only regular poetry event

ihren Freunden und Familien direkte

and the Annual Ehalakasa Festival. Sir

Begegnungen

Kultur-

Black is very much involved in organizing

schaffenden und Menschen mit span-

spoken word poetry events, workshops

nenden Arbeits-, Forschungs- oder an-

and projects in schools and communities

deren Begeisterungsfeldern. Vor allem

in collaboration with local, internatio-

im Rahmen von Workshops, bei denen

nal and cultural institutions around the

die Kinder gemeinsam mit Künstlern,

country. He is a three-time prize winner

Gestaltern,

in spoken word poetry including the 2006

mit

Künstlern,

Kulturschaffenden

oder

Wissenschaftlern intensiv zusammen-

Peace FM National Search Competition.

arbeiten. Nyani Quarmyne arbeitet weltweit als Melih Celik studiert Germanistik und

freiberuflicher Fotograf im Kontext von

Linguistik an der Universität Köln. Er

Entwicklung, Sozialer Gerechtigkeit, hu-

nahm über die Jahre an mehreren Projek-

manitären und umweltpolitischen The-

ten und Produktionen von Kabawil teil.

men. Zurzeit lebt er mit seiner Familie

Er singt und rappt in der Kabawil Family

in Düsseldorf und entdeckt sein neues

Band. Außerdem ist er mitverantwortlich

Zuhause durch die Linse seiner Kamera.

für die Social Media Arbeit für den Verein Oliver El-Fayoumy studierte Schauspiel

und die Band.

an der Folkwang Hochschule in Essen. Miracle

Laackmann

Hip-Hop,

Er arbeitet seitdem freischaffend als

House und Popping. Er tanzt seit 2009

Schauspieler und Theatermacher. Mit

und ist Mitglied der Deerocks Crew.

dem von ihm mitgegründeten Theater

Er nimmt nationale sowie internatio-

Fayoum entstanden bisher Produktionen

nale

außer-

mit der Tonhalle Düsseldorf, den Bochu-

dem Jurymitglied verschiedener Batt-

mer Symphonikern, dem Tanzhaus NRW,

le Shows. Für Kabawil arbeitet er als

dem FFT Düsseldorf und dem FITZ in

Junior-Trainer für Tanz.

Stuttgart. Seine Engagements führten

Projekte

wahr

tanzt

und

ist

Das Team

ihn an das Düsseldorfer Schauspielhaus,

154

Morad Hassan works as an actor and

Theater Biel-Solothurn und an das Alte

acting coch in Palestine, Israel, Germany

Schauspielhaus Stuttgart.

and all over the world. He studied Art History and Theatre Studies at the He-

Othello Johns ist Choreograph, Tänzer

brew Universtiy in Jerusalem and acting

und Pädagoge. Othello Johns arbeitete

Haifa University.

als Solist für Milton Myers, Rod Rogers, Isadora Duncan und Erick Hawkins und


mit dem Tanzatelier Wien. Er studierte

Konzept art & belonging an verschiede-

Tanz und Choreographie an der Martha

nen Orten dieser Welt. Ihr ist es wichtig,

Graham School of Contemporary Dance

junge Darsteller*innen und Menschen

und an der Erick Hawkins School in New

verschiedener Kulturen zusammen zu

York. Seine Ausbildung begann an der

bringen, sie zu fordern und zu fördern.

University of Louisiana. Othello Johns

Sie ist die künstlerische Leiterin von Ka-

unterrichtet Contemporary und Jazz Tanz

bawil.

weltweit. Er ist Gründungsmitglied von Kabawil.

Dr.

Reinhold

Knopp

war

langjährig

Leiter des Düsseldorfer Kulturzentrums Patrick van den Heuvel, geboren und auf-

zakk. Seit 2001 arbeitet er hauptberuf-

gewachsen 1980 in Düsseldorfs Vorstadt,

lich als Professor der Fachhochschule

verbrachte ab 1990 eine Menge Zeit in

Düsseldorf im Fachbereich Sozial- und

öffentlichen Verkehrsmitteln. Was gab es

Kulturwissenschaften. Er veröffentlichte

besseres als dem bunten Treiben an Wän-

zahlreiche Schriften zu Themen aus den

den und Zügen seine Aufmerksamkeit zu

Bereichen Kulturarbeit (Soziokultur) und

schenken? Nichts! 1995 drückte er das

Stadtentwicklung. Seine aktuellen For-

erste Mal auf eine Sprühdose – das Graf-

schungsthemen sind Stadtentwicklung

fitifieber war entfacht. 2000, direkt nach

und Sozialraumprojekte mit Älteren. Seit

dem Fachabitur für Gestaltung, eröffnete

2017 ist er Dekan des Fachbereichs Sozial-

Patrick ein Fachgeschäft für Graffitikunst.

und Kulturwissenschaften der Hochschule

2003 gründete er mit drei weiteren Mit-

Düsseldorf. Er ist Gründungsmitglied von

gliedern das Künstlerkollektiv The Pleasu-

Kabawil e.V..

re Gäng. Zahlreiche Gruppenaustellungen folgten. Im Sommer 2018 gestaltete er

Sabine Hamm, ist seit 25 Jahren als Päda-

für Kabawil eine Wand im Rahmen des

gogin in unterschiedlichen Schwerpunkt-

[wa:|wa:] Festivals. Patrick lebt und arbei-

bereichen tätig. Seit 2003 leitet sie die

tet in Düsseldorf.

Düsseldorfer Niederlassung der outback stiftung, einem freien Träger der Kinder-

Petra Kron ist Künstlerin und Kulturan-

und Jugendhilfe. Neben dieser Tätigkeit

thropologin. Sie leitet cross-kulturelle

absolvierte sie eine mehrjährige Ausbil-

und transdisziplinäre Projekte und Pro-

dung zur Tanzpädagogin. Sabine Hamm

duktionen. Sie konzipiert und realisiert

ist seit 2007 Mitglied von Kabawil e.V. und

die Formate Framewalk und Lab dc in Ko-

in der Funktion der 2. Vorsitzenden.

nen Ländern. Für Kabawil erarbeitete sie

Shunsuke Oshio was born and raised in

das Konzept der beziehungsorientierten

Osaka. From childhood on he played va-

Kulturarbeit. Sie hat ein Promotionsstu-

rious instruments such as piano, flute,

dium der Kulturanthropologie der Uni-

guitar and bass guitar. In 2008 he moved

versität Mainz und ein Staatsexamen in

to Düsseldorf (Germany) and started his

Kunst und Anglistik der Universität Düs-

musical career. Since 2011 he has been

seldorf. Sie unterrichtet und erforscht ihr

performing as a guitarist in his own band

Das Team

operation mit Künstlern aus verschiede-

155


AI and he cooperated with many artists

Sie macht Foto- und Videodokumen-

as a composer for theater, dance and

tation für klassische Musik, Kunst,

installation. In 2016 he co-founded the

Oper, Tanz, Orchester-Tourneen. Kon-

new electronic Duo WÖRC.

zeption und Produktion interdisziplinärer

und

multimedialer

Projekte

Sônia Mota begann ihre Arbeit als Tanz-

für Festivals und Ausstellungen u.a.

lehrerin 1976 nach der von ihr ent-

Reading Fringe Festival, Düsseldorf

wickelten Methode ‚Art of Presence’

Festival, Johanniskirche, Stadtkirche

nach einer 16jährigen Ausbildung in

Düsseldorf. Susanne Diesner lebt und

klassischem Ballett und Modern Dance

arbeitet in Düsseldorf.

und einer Karriere als Solotänzerin. Sie arbeitete in Europa und Brasilien für ver-

Taka Kagitomi studierte bei A.R. Penk

schiedene Tanzkompanien als Lehrerin

und bei Tal R. an der Kunstakademie

und Choreographin und erhielt Preise

Düsseldorf. In seinen Installationen und

und Auszeichnungen für verschiedene

Performances arbeitet Taka Kagitomi oft

Tanzstücke. In den letzten 25 Jahren un-

mit Fundstücken wie z.B. Möbeln vom

terrichtete sie Ausbildungsklassen und

Sperrmüll oder Dinge vom Flohmarkt,

Companies in Lissabon, Wien, Köln, Wei-

die von ihm sinn- und zweckentfremdet

mar, Leipzig, Arnheim, Belo Horizonte,

werden. So werden aus dekonstruierten

Recife, São Paulo und Düsseldorf.

Sitzmöbeln neuartige Instrumente, die zugleich Skulpturen sind. Oft werden

Stefan Schneider lebt in Düsseldorf.

die Betrachter mit in die Arbeit einbezo-

1987-93 Studium Fotografie bei Prof.

gen und dazu aufgefordert zu partizipie-

Bernd Becher, Kunstakademie Düssel-

ren und auf diese Weise Teil der künst-

dorf, Meisterschüler. Ab 1994 Zuwen-

lerischen Arbeit zu werden. Er lebt und

dung zur elektronischen Musik. Seither

arbeitet in Düsseldorf.

Das Team

international aktiv. Arbeiten für Theater

156

und Hörspiel. Ausgedehnte Tonaufnah-

Takao Baba ist einer der führenden

men in Kenya. Gründungsmitglied der

HipHop Choreographen Deutschlands.

Bands Kreidler (1994 – 99), To Rococo Rot

Nachdem er mit vielen internationalen

(1995 – 2014) sowie Soloarbeiten als map-

Künstlern, wie den Spice Girls, zusam-

station. Zusammenarbeiten mit u.a. Joa-

menarbeitete, konzentriert sich seine

chim Roedelius (Cluster), Dieter Moebius

Arbeit seit 2004 auf den zeitgenössi-

(Cluster), Bill Wells, Hauschka, Alexander

schen Tanztheater-Bereich. 2003 grün-

Balanescu, St. Etienne, Arto Lindsay, Sofia

dete er die Kompanie E-Motion wie auch

Jernberg, Katharina Grosse.

die Plattform Dance Unity zur Förderung urbaner Tanzformen. Mit dem Tanzhaus

Susanne Diesner ist Fotografin für

NRW organisierte er die HipHop-Events

Kunst und Musik u.a. für Tonhalle Düs-

Funkin’ Stylez und Juste Debout Germany.

seldorf, Robert Schumann Hochschule,

Ziel seiner Arbeit ist es, HipHop und die

Deutsche Oper am Rhein, Düsseldorf

urbanen Tanzstile als zeitgenössische

Festival, Houston Symphony Orchestra.

Kunstform zu etablieren.


Teya Leonard-Quarmyne trainiert seit

Valerie Renay ist eine französisch-ka-

10 Jahren in Tanz. Sie hat Erfahrung in

ribische Musikerin, Regisseurin, Perfor-

Ballett, zeitgenössischem Tanz und Jazz.

merin und Vocal Trainerin aus Berlin.

Seit 7 Jahren arbeitet sie in Gesang- und

Musikalisch bekannt wurde sie als ein

Schauspiel. Sie nimmt und nahm als

Teil des Duos Noblesse Oblige. Als Solo

Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin

Musikerin greift sie in ihren Arbeiten Fra-

an verschiedenen Produktionen teil. Sie

gen der Identität, der gesellschaftlichen

arbeitete in mehreren Kabawil Projekten

Verortung und des täglichen Wahnsinns

als Teilnehmerin und Tanz-Assistentin

auf. 2018 war ihr erstes Solo Release.

mit. Seit 2017 ist sie Junior Trainerin für Tanz und sie ist die Sängerin der Kabawil

Vivian Agbovi Boateng is a theatre artist.

Family Band.

She is the CEO of Vivies Dance Factory and Administrative Director at Ghana

Thomas Klein ist freischaffender Musiker

Theatre and Contemporary Dance, using

und lebt und arbeitet in Düsseldorf. Seit

theatre and dance to address societal

1994 ist er Teil der international bekann-

issues. She teaches drama at Ghana In-

ten Elektronik-Band Kreidler. Er betreibt

ternational school and directs and cho-

außerdem diverse Soloprojekte wie Sølyst,

reographs the school‘s annual musical.

Fauna und Clyne, komponiert Musik für

She has a BFA in Theatre and Dance and

Filme, Hörspiele und Theater und reali-

a MFA in Theatre-Directing from the Uni-

siert klangkünstlerische Arbeiten in Ko-

versity of Ghana. Vivian has directed a

operationen mit Künstlern wie Mischa

number of plays exploring the transfor-

Kuball und Dunja Evers. Thomas Klein ist

mation of text into movement by using

seit 2016 Mitglied von Kabawil e.V. und

elements of Physical Theatre.

hauptverantwortlich für den Bereich Musik. Er gründete und leitet die Kabawil Fa-

Youni Hwang. Nach ihrer Kindheit in

mily Band.

Südkorea und Deutschland studierte sie von 2011 bis 2014 Produktdesign an der

Ulrike Heidenreich studierte Freie Kunst

Hong-Ik Universität in Seoul. Jetzt lebt

an der Bauhaus-Universität Weimar der

sie in Düsseldorf und studiert seit 2015

School of Visual Arts in New York, wo

an der Kunstakademie, seit 2016 in der

sie 2001 mit einem Master of Fine Arts

Bühnenbildklasse. Für Kabawil arbeitet

abschloss. Themen ihrer Arbeit sind

sie als Junior Trainerin für Gestalten.

ren und die Darstellung von Landschaft

Ziad Ali ist ein syrisch-kurdischer Musi-

aus unterschiedlichen Blickrichtungen.

ker und Sänger aus Syrien. Er spielt seit

Ihre Zeichnungen, Collagen und Objekte

20 Jahren Tambur, besser bekannt als Sas.

sind in zahlreichen Galerie- und Mu-

Seit zwei Jahren ist er in Deutschland.

seumsausstellung zu sehen. Seit 2015

2015 und 2016 machte er in den Kabawil

arbeitet sie an der Umsetzungsplanung

Produktionen al-ailatu und my roots, my

für zwei umfangreichere Kunst am Bau

love, my laws, my spirit zuerst als Teilneh-

Projekte, u.a. für den Flughafen München.

mer, später als Musiker mit. Zurzeit lebt

Das Team

menschliches Navigieren und Orientie-

157


und arbeitet Ziad Ali mit seiner Familie in Düsseldorf. Er ist festes Mitglied der Kabawil Family Band. The 2 Idiots are a comedy duo made up by Benjamin Nii Amu Solomon (Docter So) and Prince Amoabeng (Jeneral Ntatia). Both are first class graduates from

Dokumentation: Texte: Petra Kron, Angela Kamara, Melanie Klofat, Alexander Flohé, Oliver El-Fayoumy, Ayescha Kroll, Katharina Ley, Busra Koken, Barnabas Kutassy, Klaus Clemens, Die Kabawil Family Band, Ute Stalpers, Aaron Samuel Davis, Louisa Rachedi, Fiona Leonard.

the University of Ghana, School of Performing Arts. They take Political and Societal issues and make funny skits out of them. They do have a great ability in concept development and have sold several products through their comedy videos. They have performed around Africa and Europe. With a background of Theatre Arts, The idiots have performed

Fotos: Nyani Quarmyne, Bruno Feldmann, Susanne Diesner, Katja Stuke, Foto Shiko, Teilnehmer*innen verschiedener Fotoprojekte,außerdem Petra Kron, Angela Kamara uvm. Redaktion: Petra Kron, Melanie Klofat, Katja Stuke Gestaltung: Katja Stuke

in a number of theatrical productions with recent being The Trial by Franz Kafka in Germany and in Ghana. Amuse Bouche, das sind die Sopranistinnen Christiane Sauer, Clementine Jesdinsky und Carolina Rüegg. Zusammen mit dem Pianisten Thomas Hinz sorgen

Ehrenamtlich für den Verein und in den Projekten waren u.a. tätig: Andrea Kron-Petrovic, Angela Kamara, Heribert Münch, Mark Mamvura, Othello Johns, Reinhold Knopp, Sabine Hamm, Thomas Klein, Ute Dübbers

sie dafür, dass einem die Spucke wegbleibt und das Wasser im Munde zusammenläuft, dass Augen tränen (sei es aus Rührung oder vor Lachen) und Ohren angenehm klingeln. Schlager, Evergreens und Klassisches zu Themen, die uns alle rund um den Globus etwas angehen: Essen, Trinken, Kleiderwahl, Leistungsdruck und Liebe.

Imressum

Bumble

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Brass

ist

ein

Blechbläser-

Ensemble für Kinder und Jugendliche. Unter der Leitung der studierten Musikpädagogin Jenny Heilig probt das Ensemble Stücke von Klassik bis Pop.

Kabawil e.V. Flurstraße 11, 40235 Düsseldorf info@kabawil.de, www.kabawil.de


Wir danken unseren Förderern, Kooperationspartner und Unterstützern. Wege in die Kultur gefördert durch: Kinder- und Jugendförderplan (Jugendkulturplan NRW), das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW, Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

[wa:|wa:] Festival gefördert durch: Jugendamt der Stadt Düsseldorf, Kulturamt der Stadt Düsseldorf, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Elli und Innana* Vergessene Frauen gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW durch die LAG Soziokultureller Zentren NW

InTransition gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW durch die LAG Soziokultureller Zentren NW

Hidden Treasures gefördert durch: Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW durch Landesmusikrat NRW

Framewalk Namibia und Framewalk Ghana gefördert durch: Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW

Jugendarbeit (Soziokultur- und Gemeinwesenarbeit) gefördert durch: Jugendamt der Landeshauptstadt Düsseldorf

IJS e.V. Individueller Jugendhilfe Service e.V., Bezirksverwaltungsstelle 2 der Landeshauptstadt Düsseldorf, Jugendarrestanstalt Düsseldorf, Bankenvereinigung Düsseldorf vermittelt durch die Stadtsparkasse Düsseldorf

Außerdem danken wir unseren privaten Spendern und Förderern, unseren Nachbarn im Hof der Flurstraße 11, den vielen Ehrenamtlern und dem Amt für Gebäudemanagement Amt 23/61

Kooperationspartner

Wir danken unseren Unterstützern und Kooperationspartnern:

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Luft in 2019.

Vorschau 2019

In verschiedenen Projekten wird Luft als ein wesentlicher, essentiell notwendiger Stoff, als Lebenselixier gesehen, reflektiert und künstlerisch erforscht. Die Luft zum Atmen wird ebenso thematisiert wie Luftballons, Luftblasen, Luftschiffe oder Luftschlösser – je nach Alter, Lebenswelt und kultureller Herkunft der Projekt-Teilnehmer*innen. In den Schreibwerkstätten untersuchen wir zum Beispiel, wie viel Luft es noch nach oben gibt, ob wir nur heiße Luft produzieren oder versuchen, die dicke Luft zu reinigen? Was liegt denn in der Luft? Droht sich etwas zu entladen oder steht uns etwas bevor? Die sprachliche Vielfalt im Umgang mit Luft – ob als Redewendung, Begrifflichkeit oder Metapher – eröffnet unzählige interessante Projektideen in vielen verschiedenen Bereichen unseres Alltags.

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Unterstützen Sie Kabawil e.V. Seit 2003 organisiert der Düsseldorfer Verein Kabawil e.V. Workshops und Kulturprojekte in unterschiedlichen Sparten, u.a. Tanz, Theater, Performance, kreatives Schreiben und Fotografie. Ein Team aus hochkarätigen Künstler*innen, Pädagog*innen und Kulturmanager*innen, viele davon mit migrantischen Wurzeln, vermittelt den Interessierten künstlerische Techniken und begleitet die kreativen Arbeitsprozesse. Auf der Basis von Differenz schafft Kabawil eine gemeinsame kulturelle Arbeits- und Ausdrucksweise. Seit 2008 ist Kabawil in Flingern zuhause. Im Hinterhof an der Flurstraße 11 stehen insgesamt 300 Quadratmeter mit Probeund Aufführungsräumen Verfügung. Seit 2017 arbeitet Kabawil verstärkt daran, die Verbindungen in den Stadtteil hinein zu intensivieren und sich sowohl mit Künstlern und Kulturschaffenden als auch mit Institutionen und Einrichtungen zu vernetzen. KABAWIL ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und anerkannter Träger der Jugendhilfe. Mehr Informationen finden Sie auf

www.kabawil.de


Als gemeinnütziger Verein finanziert sich Kabawil rein aus Spenden und projektbezogenen Zuschüssen. An dieser Stelle möchten wir Sie herzlich einladen, uns bei der Realisierung zukünftiger Projekte mit einer finanziellen Spende zur Seite zu stehen. Für Ihre Spende, die aufgrund unserer Gemeinnützigkeit für Sie absetzbar ist, stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus. Vielen Dank.

Commerzbank Düsseldorf IBAN DE94300800000341778500 BIC DRESDEFF300 Stadtsparkasse Düsseldorf IBAN DE58300501101005062730 BIC DUSSDEDDXXX Vereinsregisternummer: VR Düsseldorf 9300



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