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+++JUSO.CH+++

JUSO Schweiz, Postfach 8208, 3001 Bern Nr. 208, Oktober 2013

AZB 3900 BRIG


Die 1:12-Initiative schreibt Geschichte

Unsere Volksinitiative wird ihrem Namen gerecht: Alles begann mit einer spontanen Besetzung des Paradeplatzes als Protest gegen die milliardenschwere UBS-Rettung. Dann kamen 3000 junge UnterschriftensammlerInnen hinzu, die sich gegen eine frevelhafte wirtschaftliche Entwicklung in diesem Land einsetzten. Diese 3000 überzeugten 120’000 weitere Bürgerinnen und Bürger von ihrer Idee, als erstes Land der Welt Unternehmen zu gerechten Löhnen zu verpflichten.

Von Samira Marty «Unterschriften nützen doch nichts. Aber ich gebe dir Kalaschnikows Panzergranaten  –  wir beschiessen das Bundeshaus von den Alpen her!», raunte der alte Mann vor mir. «Danke für Ihr Angebot», antwortete ich, «aber wir versuchen es erstmal mit der Demokratie.» Das war beim Sammelstart der 1:12-Initiative, 2009, auf dem Fronwagplatz in Schaffhausen. Damals, als wir mit unserer Idee von einer gesetzlich festgeschriebenen Lohnbandbreite noch als junge Utopisten belacht wurden. Die bestehende Ungerechtigkeit, die wir kritisieren, ist seither unablässig vorangetrieben worden: Namhafte Manager machen ihre exorbitanten Gehälter an

ihren angeblich ausserordentlichen Leistungen fest. Dabei handelt es sich aber um eine Ausserordentlichkeit, die weder mit Verantwortungsbewusstsein noch mit Superheroismus, sondern viel mehr mit der Verschuldung einer weltweiten Finanzkrise verbunden werden muss. Die 1:12-Initiative aber, und mit ihr alle Menschen, die sich für sie einsetzen, greift nicht nur eine wirtschaftliche Missentwicklung an. Sie spannt den Bogen von der unverschämten Bereicherung einiger weniger seit den 1980er Jahren über die Finanzkrise 2008 bis weit in die Zukunft hinaus. Mit der klaren Forderung, bestehende Machtverhältnisse in der Schweiz kritisch zu hinterfragen.

1:12 schreibt Geschichte | 2

Und diejenigen, die uns zu Beginn am lautesten als Utopisten belacht haben, sind mittlerweile verstummt. Denn das, was die JUSOs, ausgerechnet diese Jungen, albernen, in den vergangenen Monaten und Jahren geleistet haben, das ist direkte Demokratie. Und das haben wohl einige Persönlichkeiten an der Kruste in diesem Land unterschätzt. Unser Ziel hört aber mit dem 24. November nicht auf: Die öffentliche Debatte, die mit «1:12 – für faire Löhne» begonnen hat, und die Vision einer gerechteren Schweiz gehen weiter: Vom Paradeplatz bis in die Geschichtsbücher der Zukunft.

Nachmittag, 15.00 in der Fischer Precise AG in Uetenberg. Lehrmeister geht von seinem Büro zur Überprüfstation für Produkte. Lehrling fertigt gerade einen Bolzen an.

Lehrmeister spricht ihn an: Lucas, nicht trödeln! Lehrling: Keinesfalls, ich bin gleich mit dem sechsten Bolzen heute Nachmittag fertig. Lehrmeister: Das ist recht. Nicht lockerlassen, da kannst du nochmals sechs machen bis zur Pause. Schon in die Zeitung geschaut heute? Die schreiben schon wieder über diese JUSO-Initiative… In Zürich überlegen sich grosse Firmen, aus der Schweiz wegzuziehen, wenn die Initiative angenommen wird. Damit gefährdet die Initiative unser Schweizer Erfolgsmodell! Lehrling: Davon habe ich auch gelesen. Die feinen Millionenmanager drohen mal wieder. Wir krüppeln hier jeden Tag an den Maschinen, haben nicht gerade einen fürstlichen Lohn und die Wirtschaftsbosse fürchten um ihren Luxus. Das ist sicher nicht das vielbeschworene Erfolgsmodell! Diese Schlipsträger aus der Teppichetage sollten lieber mal einen Tag hier arbeiten, um zu sehen, was wir für unseren Lohn leisten! Lehrmeister: Findest du etwa gut, was die JUSOs mit unserer Wirtschaft anstellen wollen? Lehrling: Diese Wirtschaftsbosse haben doch eh zu viel Geld, denen muss man sicher nicht noch mehr einschieben. Die drohen wie bei jeder Abstimmung mal wieder damit, auszuwandern. Damit haben sie ja schon bei der Minder-Initative gedroht, passiert ist aber nichts. Wollen die uns für dumm verkaufen? Das ist nur heisse Luft. Und selbst wenn nicht – sollen sie doch gehen, wenn sie mit fairen Regeln nicht leben können! Lehrmeister: Jetzt mal langsam, da gibt es ja noch massenweise andere Gründe gegen die Initiative. Umgesetzt werden

kann sie ja eh nicht, dann machen die eben zwei Firmen, eine für die tiefen, und eine für die hohen Löhne. Zack, dann wirkt die Initiative nicht mehr. Lehrling: Ach woher. Im Initiativtext heisst es klar: Innerhalb eines Unternehmens darf der höchste Lohn nicht zwölfmal höher sein als der tiefste. Ein Unternehmen ist eine wirtschaftlich tätige Organisation, dabei spielt es keine Rolle, wie sehr das verästelt oder in Scheinfirmen unterteilt ist, es untersteht noch immer dem Gesetz. Wer dagegen verstösst, macht sich straf bar. Und nur weil jemand gegen ein Gesetz verstossen kann, heisst es nicht, dass das Gesetz sinnlos ist. Dieser umgekehrten Logik zufolge dürfte man Diebstahl nicht mehr verbieten, nur weil es immer noch Einbrüche gibt. Lehrmeister: Gesetze hier, Gesetze da, mit dieser Regelwut erreichst du doch nichts! Das gibt wieder tonnenweise Bürokrieg für jedes kleine Unternehmen! Da müssten wir ja gleich noch einmal eine Sekretärin anstellen! Lehrling: Das stimmt doch überhaupt nicht. Das Personalbüro hat sowieso eine Liste von den Löhnen, die es bezahlt und zur Kontrolle an die AHV schicken muss. Die wird dann einfach einmal weiter an den Bund geschickt. Diese eine EMail pro Jahr macht sicher keinen grossen Aufwand. Sowieso: Im Grunde sind das doch nur scheinheilige Ausreden um den heissen Brei herum zu reden. Die Frage ist vielmehr: Was ist ein fairer Lohn? Sicher nicht ein zweistelliger Millionenbetrag! Die Zeit zu handeln, ist jetzt. Wenn wir das nicht tun, dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Lohnschere bis ins Unendliche aufgeht.

Der Lehrling hat’s verstanden | 3


Christian Levrat, 43, ist Präsident der SP Schweiz und Ständerat für den Kanton Fribourg. Zuvor arbeitete er bei der Gewerkschaft Kommunikation und der Schweizerischen Flüchtlingshilfe.

Zum Schluss: Wenn du dei–‐‐ nem Nachbarn am Bahnhof begegnest und nur drei Sät–‐ ze Zeit hast, um ihn von der 1:12– Initiative zu überzeugen – was sagst du ihm?

Kein noch so guter Manager ist 200 oder 300-Mal mehr wert als ein anderer Mitarbeiter.

Wenn der oben in einem Monat gleich viel verdient, wie der unten in einem Jahr, ist das immer noch genug und hat rein gar nichts mit Planwirtschaft zu tun.

1:12 ist nicht radikal, sondern ganz einfach vernünftig. Interview Stefan Rüegger

Christian, über 400’000 Menschen in der Schweiz verdie–‐ nen weniger als 4’000 Franken pro Monat, während andere Millionen abkassieren – was läuft schief in unserem Land? Während oben ein paar wenige absahnen, stagnieren die Löhne im mittleren und unteren Bereich seit zehn Jahren. Die Bürgerlichen senken auf Teufel komm raus die Steuern für ein paar wenige Reiche, schnüren in der Folge ein Sparpaket nach dem anderen, und ziehen damit dem überwältigenden Teil der Bevölkerung das Geld aus der Tasche. Das ist Umverteilung von unten nach oben. Wie erklärst du dir diese Entwicklung? In den Chefetagen gibt es zum Teil Machtkartelle. Man schanzt sich gegenseitig absurde Boni und Boni-Boni zu. Einige wenige profitieren von diesem System und verteidigen es vehement. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf unsere Wirtschaft? Sie destabilisiert unsere Wirtschaft. Es werden falsche Anreize gesetzt: Belohnt wird, wer möglichst kurzfristig denkt und Gewinn bolzt. Ohne Rücksicht auf Verluste. Oft werden die absurd hohen Löhne mit der grossen Verantwortung gerechtfertigt, die ein Topmanager angeblich trage. Das ist ein Märchen! Wie sieht diese sogenannte Verantwortung aus? Der Manager steuert die Firma an den Rand des Abgrundes, begeht quasi Fahrerf lucht, und zum Abschied bekommt er noch ein paar Millionen extra. Der Fall Ospel lässt grüssen. Welche Auswirkungen siehst du auf die Gesellschaft als Ganzes? Die Selbstbedienungsmentalität einiger weniger zerstört den sozialen Frieden in unserem Land. Dagegen müssen wir ankämpfen. Das ist kein sozialromantisches Geplauder. Denn genau dieser soziale Friede hat die Schweiz in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich gemacht – nicht unverschämte Managerlöhne, wie uns Economiesuisse weismachen will. Wie korrigieren wir diese Fehlentwicklungen? In den kommenden Monaten steht eine ganze Reihe von Volksabstimmungen an, bei denen es um Verteilungsgerechtigkeit geht: 1:12-, Mindestlohn- und Erbschaftssteuer-

Christian Levrat zur 1:12-Initiative | 4

Initiative sowie Abschaffung der Pauschalbesteuerung stehen auf der politischen Traktandenliste. Dabei reden wir nicht von Um-, sondern von Rückverteilung. Wenn ein Manager in einem Jahr 70 Millionen bekommt, hat er die nicht verdient. Er hat das Geld denen weggenommen, die es erarbeitet haben. Am 24. November kommt die 1:12– Initiative vors Volk. Wie wichtig ist diese Abstimmung für die Schweiz? Sie ist deshalb sehr wichtig, weil den Menschen in den letzten Monaten und Jahren immer mehr bewusst geworden ist, dass wir ein Problem mit der sozialen Gerechtigkeit haben. Die Abzocker-Initiative, aber vor allem die anstehende Abstimmung über die 1:12-Initiative zeigen, dass es ein Bedürfnis gibt, darüber zu diskutieren. Wir sind die Einzigen, die dieses Thema von Anfang an aufgenommen haben. Und wir sind die Einzigen, die konkrete Vorschläge präsentieren. Das Ja zur Minder-Initiative war ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung, aber nur 1:12 schiebt der Abzockerei endlich wirksam den Riegel vor. Die 1:12–Kampagne ist eine Basiskampagne, die vom Einsatz Tausender AktivistInnen lebt – im Gegensatz zur millio –‐‐ nenschweren Gegenkampagne. Was können wir aus dieser Kampagne für die Zukunft mitnehmen? Sehr vieles, davon bin ich überzeugt. Das ist ja gerade das Tolle an 1:12! Die anderen mögen Millionen verfügen, wir haben Menschen. Das war während den letzten 125 Jahren unserer Geschichte immer unsere Stärke und wird es immer sein. Insofern ist das nichts Neues. Neu ist, dass wir uns ganz bewusst auf diese Stärke besinnen und gemeinsam mit den Menschen in der ganzen Schweiz Kampagne machen. Wir sind eine Bewegung. Wenn ich mit bürgerlichen spreche, merke ich, dass ihnen das eine Heidenangst einjagt. Was ist deine Prognose für den 24. November? Dafür gibt es Politologen. Klar ist: Uns wird in den letzten Wochen der Kampagne ein steifer Wind um die Ohren pfeifen! Die Gegner werden Verwirrung stiften und verunsichern. Sie können finanziell aus dem Vollen schöpfen und sich Aufmerksamkeit kaufen. Das zeigt aber auch, dass sie uns sehr ernst nehmen – und das ist doch schon mal ein gutes Zeichen. Wenn wir so weitermachen, können wir nur gewinnen.

Christian Levrat zur 1:12-Initiative | 5


Das ist eine kampagne der basis! Woher kommen eigentlich die Kleber, die wir überall verteilen? Und wieso starten wir erst im Oktober mit öffentlichen Aktionen? Wer hinter der 1:12-Abstimmungskampagne der JUSO steckt und was sie alles zu tun haben.

Von Felix Graf

Ob die 1:12-Initiative im November vom Volk angenommen wird oder nicht, erscheint angesichts eines anderen Punktes plötzlich als nebensächlich: Dass es die JUSO geschafft hat, ein solches Riesenprojekt zu stemmen, ist die wahre grosse Leistung unserer Jugendbewegung. Und dass wir über lange Zeit in den Medien unsere Debatten so erfolgreich platziert haben, dass wir also die Deutungshoheit innehatten, verdient ebenso Respekt. Um solche Erfolge feiern zu können, braucht es Organisation und Struktur. Für die 1:12-Kampagne der JUSO Schweiz übernimmt das Kampagnen-Team (allseits «Campa-Team» genannt) diese Aufgabe. Im SP-JUSO Sekretariat in Bern laufen die Fäden zusammen, unter anderem bei Simeon Marty. Der 20-jährige Schaffhauser arbeitet seit Februar im Campa-Team. «Die ganze 1:12-Kampagne läuft wirklich super. Die Sektionen arbeiten toll mit und die Basis ist sehr aktiv», erzählt er, «Wir vom Campa-Team sind zwar wichtig für die Koordination – aber die ist nichts wert ohne aktive JUSOs!».

Gr

ohne aktive basis bringt die beste kampagne nichts!� Weiter erklärt er die Struktur der Kampagne. Im Februar bildeten er und Savino Caruso das Campa-Team. Ab Mai wurden sie durch Franziska Bender verstärkt und Charlotte Gabriel aus der GL übernahm die Leitung der Kampagne in der Romandie. Jede und Jeder hat im Campa Team verschiedene Aufgaben: Simeon und Franzi sind Ansprechpartner für die Basiskampagne, dabei ist Franzi z. B. verantwortlich für die Schulpodien. Savino regelt die grafischen Dinge, Charlotte betreut die Romandie. Trotzdem arbeiten alle an allen Fronten mit, die Grenzen sind fliessend. Ebenfalls noch im Februar und März 2013 wurde das Grundkonzept der Kampagne erstellt. Es stellt den 1:12-Fahrplan bis zum Abstimmungssonntag am 24. November dar. An ihm orientiert man sich, passt ihn aber gegebenenfalls auch an – was nach der Verschiebung des Abstimmungsdatums auch nötig wurde. aus Der verborGenheIt In DIe öFFentLIChkeIt «Man kann die ganze 1:12-Kampagne in zwei Phasen unterteilen», erklärt Simeon, «In der Vorbereitungszeit wird die Kampagne aufgegleist. Verantwortlichkeiten und Aufgaben werden verteilt, Termine für Aktionen, Podien und Medienmitteilungen gesetzt, Ideen für Aktionen gesammelt.» Das Aufgleisen der Kampagne ist unspektakulär – medial könne man in dieser Zeit eigentlich nicht mit Resonanz rechnen. Dafür sei dann auch Phase 2 da: «Hier werden alle vorbereiteten Dinge in die Tat umgesetzt. Wir treten in die Öffentlichkeit mit unserer Kampagne und versuchen so, die Menschen zu mobilisieren und den Economiesuisse Paroli zu bieten.» Ziel sei eine systematische Steigerung der Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit für die 1:12-Initiative. Im August fiel der Startschuss zur Phase 2: Mit der «10’000-Fahnen»-Aktion wurden erstmals tausende Menschen mobilisiert, um der 1:12-Initiative ein Gesicht in der Öffentlichkeit zu geben. Ab September laufen dann in den Sektionen all die Sachen an, die man in den Monaten zuvor vorbereitet hat: Kleber werden geklebt, Plakate gehängt. Flyer werden in Briefkästen geschoben, Postkarten geschrieben, erste Aktionen im öffentlichen Raum inszeniert. Wir sind nun mittendrin im Abstimmungskampf – wie er ausgeht, liegt in unseren Händen!

Die Basis macht Kampagne | 6

eI s Statement | 7

GreIs GrÉGoIre vuILLeuMIer: 1:12 ist für mich: 12-mal länger studieren oder ausbilden, 12–mal mehr essen, 12-mal besser seinen Job machen – ich kann nicht verstehen, wie der Wert der Arbeit einer Person mehr als 12–mal mehr vergütet sein soll.


was kannst

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie du dich einfach und effektiv für die 1:12-Kampagne engagieren kannst: Arbeite in der Basiskampagne in deiner JUSO-Sektion mit! Es gibt Arbeitsgruppen zu den Kampagnenelementen Plakate, Fahnen, Flyer, Kleber, Medienund alternative Aktionen und Schlussmobiliserung. Dort kannst du:

einen nachmittag lang plakate aufstellen Mit dem velo 100 Flyer verteilen

du tun? Was du tun kannst | 8

Deine Freunde und Familie überzeugen, Ja für 1:12 zu stimmen

Deine bushaltestelle flächendeckend mit 1:12 – klebern zukleistern Dir eine kreative 1:12 – aktion ausdenken eine Fahne aus deinem Fenster hängen

Was du tun kannst | 9


peDro Lenz, 48, sChrIFtsteLLer Eine Gesellschaft, in der viele vom Lohn ihrer Arbeit nicht leben können – während andere immer mehr verdienen, hat den Namen «Gesellschaft» nicht verdient. Deshalb unterstütze ich die 1:12 Initiative.

tanJa waLLIser, 27, GewerksChaFtssekretärIn unIa Täglich spreche ich mit Verkäuferinnen, die in Zürich mit 3000 Franken im Monat leben müssen. Auf der anderen Seite streichen Abzocker wie Vasella schamlos Millionen ein. Diese Ungerechtigkeit schadet der Schweiz und wir bekämpfen sie gemeinsam mit 1:12.

MarCo GeIssbühLer, 30, reDaktor work Die Abzocker-Manager und ihre Handlanger in den Verwaltungsräten betrachten Schweizer Firmen als Selbstbedienungsläden. Nur mit einem JA zu 1:12 können wir sie stoppen!

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Ments anna GraFF, 14, sChüLerIn Die 1:12 Initiative lässt den Abzockern und Konsorten das Blut in den Adern gefrieren. Gleichzeitig stellen wir mit vereinten Kräften eine Kampagne mit Menschen statt Millionen auf die Beine. Wir JUSOs werden, auch wenn von manchen kopfschüttelnd wahrgenommen, gefeiert und gefürchtet wie nie zuvor. Das beeindruckt mich bei der 1:12-Initiative am meisten.

Statement | 10

pasCaL LInarD waGner, 14, sChüLer Die Bevölkerung fängt durch die Initiative an, darüber nachzudenken, ob es fair ist, dass die Manager im Vergleich zum «Büezer» dermassen viel verdienen. An das Märchen von der grossen Verantwortung glaubt im Zeitalter der goldenen Fallschirme niemand mehr und so könnte es sein, dass die Schweiz am 24. November zum Vorbild eines fortschrittlichen Europas wird.

Statement | 11


ES REICHT! Ihr nehmt euch immer mehr Und für uns bleibt immer weniger!

« Wa s, d uh no ch ast kei n1 T -S :1 2 hir Jet t?» zt bes tel a uf len 1-1 2 .ch

Gemeinsam ändern wir was uns stört! Die 1:12-Initiative stoppt die Abzocker. Sie verhindert, dass sich ein paar wenige Manager auf Kosten aller anderen immer mehr bereichern. Die 1:12-Initiative schafft gerechte Löhne. Niemand soll in einem Monat mehr verdienen, als die ArbeitskollegInnen in einem ganzen Jahr. Wir Menschen bestimmen mit. Nicht die Manager sollen ihre Abzockerlöhne festlegen, sondern wir legen demokratisch die Spielregeln für die Wirtschaft fest.

Der durchschnittliche Spitzenlohn in grösseren Schweizer Unternehmen im Verhältnis zum mittleren Lohn in der Schweiz. Quelle: SGB.

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Was heisst 1:12 konkret? Drei Argumente für die 1:12-Initiative:

- Trotz der Krise zocken die Manager weiterhin unverschämt ab. - Der Grossteil der Arbeitnehmenden musste sich mit bescheidenen Lohnerhöhungen zufrieden geben. Das muss sich ändern! - Die 1:12-Initiative gibt dem Volk wieder das letzte Wort, um für faire Spielregeln zu sorgen.

Abzocker sind nicht nur Einzelfälle

1997 gab es 3’000 Arbeitnehmende, welche über eine halbe Million eingesteckt haben. 2010 waren es bereits rund 12’000 Abzocker

Tieflöhne

Rund 400’000 Arbeitnehmende (oder jede_r Zehnte) verdienen weniger als 4’000 Franken

Impressum Herausgeber: Infrarot – Infrarouge – Infrarosso – Infracotschen · Spitalgasse 34, PF 8208, 3001 Bern,

www.juso.ch, www.jss.ch · Kontakt: infrarot@juso.ch, 031 329 69 99 · Redaktion: Felix Graf, Fabio Höhener, Samira Marty, Kristina Schüpbach, Angelo Zehr, Myriam Scherly, Stefan Rüegger · Design & Layout: Alexandra Koveos, art.I.schock GmbH, Zürich, www.artischock.net · Fotografien: Savino Caruso, baracken-design.ch · Druck: S & Z Print, 3902 Brig-Glis · Abo: Fr. 20.- / Jahr – Infrarot erscheint 6 Mal pro Jahr.

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Infrarot Nr. 208  

Das Infrarot ist das offizielle Publikationsorgan der JUSO Schweiz.

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