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2 1 0 /2 1 # ookie R T N Bericht aus EVE


reportage mustertext Reportage :: Glamotion

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e-Event c n a D e ch -russis ch s t u e d e t Das gröSS

Unter dem Namen „Glamotion“ findet die mittlerweile größte Party für deutsche und russische Mitbürger statt. Der Erfolg gab den Veranstaltern Recht und die hohen BesucherZahlen riefen nach einer neuen und größeren Location, weshalb die „Glamotion“ letztes Jahr zum ersten Mal in den Westfalenhallen in Dortmund stattfand.

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In der Party-Landschaft Deutschlands muss man den Besuchern schon etwas Besonderes bieten, um nicht im Einheitsbrei unterzugehen. Mit 08/15-Partys oder Diskos hat man es im gesamten Bundesgebiet mittlerweile sehr schwer. In neuen Locations versuchen die Veranstalter, die Gäste mit Feuershows, Lasertechnik und leichtbekleideten Tänzerinnen zu locken. Bei Club- und Disko-Installationen hat man außerdem den Vorteil, dass die Verantwortlichen im Laufe der Zeit einige Schwachstellen nachbessern können. Bei einem Event wie „Glamotion“ muss hingegen von Anfang an alles stimmen und perfekt geplant werden. Vor vier Jahren hatten zwei geschäftstüchtige Veranstalter die Idee, eine Party auf die Beine zu stellen, die speziell für russische und deutsche Dance-Begeisterte sein sollte. Da viele Besucher aus der ganzen Republik und dem angrenzenden Ausland kommen, fiel die Location-Wahl zuerst auf die Grugahalle in Essen. Drei überaus erfolgreiche „Glamotions“ wurden dort

zelebriert, bis das Jahr 2011 kam. Die „Glamotion“ 2010 war so gut besucht, dass sich die Veranstalter einen neuen und vor allem größeren Austragungsort suchen mussten. Am Ende fiel die Wahl auf die Westfalenhallen in Dortmund. Die Heimstätte der Mayday (siehe EVENT Rookie 2/2011), dem größten Techno-Indoor-Event des Landes, war der perfekte Ort für das deutsch-russische Event. Der Meinung ist auch Jacek Krawczyk, Geschäftsführer von J|C Music Veranstaltungstechnik und seit drei Jahren für die technische Umsetzung des Events verantwortlich: „Ich habe mir von Anfang an gewünscht, die „Glamotion“ in den Westfalenhallen in Dortmund zu veranstalten. Letztes Jahr war es soweit, und ich denke, dass wir für längere Zeit in diesen Räumlichkeiten feiern werden.“

licht für 12 .00 0 Besucher Vor drei Jahren, also bei der zweiten „Glamotion“, wurde Jacek zum ers-

ten Mal als technischer Dienstleister für das Event engagiert. Seine Erfahrung in der technischen Ausstattung von Diskotheken hat den Veranstaltern damals die Entscheidung für J|C MUSIC erleichtert. Von Anfang an war „Glamotion“, wie der Name schon sagt, als ein Event der Extraklasse geplant. „Damals waren die Veranstalter auf der Suche nach ein paar ausgefallenen und extravaganten Ideen. Sie haben in einem Fachmagazin einen Bericht über J|C MUSIC und den Einsatz von Moving-Beamern gelesen. Wir haben zu dieser Zeit viel mit diesen Geräten gearbeitet und so kamen die Verantwortlichen auf mich zu“, berichtet Jacek über die Anfänge. In der Grugahalle in Essen konnte er mit seinem Team und seinem Equipment-Portfolio noch die gesamte Veranstaltung ausstatten. In Dortmund gab es dagegen gleich zwei Hallen, die mit Beschallungs-, Beleuchtungs- und Videotechnik ausgestattet werden mussten. „Allein die Halle 2 in den Westfalenhallen war fast so groß wie die gesamte Grugahalle in Essen.

Über der Bühne hingen drei unterschiedlich große flexible LED-Vorhänge

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Reportage : Glamotion Ich war also bei beiden Hallen auf die Mithilfe von anderen Dienstleistern angewiesen“, erzählt Jacek. Dabei spielten sowohl das geforderte Equipment als auch die zeitliche Komponente eine große Rolle. Für den gesamten Aufbau hatte das Team nur einen Tag Zeit und nach der Veranstaltung auch nur ein paar Stunden für den Abbau. Für das Rigging, die Bühne in Halle 1 und einen Teil des Licht-Equipments engagierte Jacek die POOLgroup aus Emsdetten. Der ausschlaggebende Grund, dieses Event mit der POOLgroup zu realisieren, war vor allem die Bühnenkonstruktion . Jacek wollte bei der „Glamotion“ unbedingt eine Centerstage, und das Emsdettener Unternehmen hat eine solche Konstruktion im Lager. Diese Bühne hat ein erhöhtes Podest in der Mitte, von dem zwei kreisförmige Catwalks abgehen. Somit konnten die einzelnen DJs ihre Plattenteller drehen, während sich Show-Acts oder professionelle Tänzerinnen den Besuchern präsentierten. Über der Bühne hing eine flexible LED-Wand, die leicht gebogen

David Ludz & Sören Nyhuis

war. Darüber wurden in erster Linie Visuals eingespielt und zu jeder vollen Stunde der Motto-Trailer der „Glamotion“ abgefahren. Zur Beleuchtung des Main-Floors wurden in der gesamten Westfalenhalle 1 Movinglights verteilt. Über der Centerstage befand sich ein Rigg,

an dem die LED-Wand installiert wurde. Darüber hinaus befanden sich dort zwölf impressions von GLP und zehn Alpha Spots 1200 von Clay Paky. Entlang der beiden Catwalks baute die POOLgroup in Zusammenarbeit mit J|C MUSIC außerdem 32 weitere impressions und 22 Alpha Beam 700 von Clay Paky auf. Darüber hinaus kamen zwanzig Alpha

Das ausgedachte Lichtkonzept beschränkte sich nicht nur auf die Bühne. In der gesamten Westfalenhalle 1 waren Scheinwerfer aufgebaut

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Spots 1200 im oberen Rang zum Einsatz. Dort dienten sie vor allem zur Unterstützung des Showlichts, das hauptsächlich von den Scheinwerfern auf der Bühne stammte. Allerdings wirkten die zwanzig Spot-Lights an dieser Position etwas verloren und es wäre wohl auch keinem aufgefallen, wenn sie nicht dort eingesetzt worden wären. Immer beliebter wird auch der Einsatz der Showguns von High-End-Systems, die vor allem mit ihrem LED-Kranz einen ganz eigenen Beleuchtungs-Charakter haben. Auch bei der „Glamotion“ fanden sie mit zwanzig Stück ihr Einsatzgebiet. Diese Movinglights waren sowohl im oberen Rang als auch an zwei Traversen über dem Dancefloor installiert. An diesen Traversen, die sich an den Längsseiten der Westfalenhalle 1 befanden, waren darüber hinaus zwölf impressions und fünf Alpha Spot 1200 pro Seite aufgebaut.

disko mit high -end beschallung Doch was nützt einem Party-Besucher eine fantastische Lichtshow, wenn der passende Bass dazu nicht durch Mark und Bein geht? Für Jacek stand sehr schnell fest, dass er mit einem Beschallungs-System wie in der Grugahalle gar nicht erst anfangen musste. In der Westfalenhalle 1 haben abzüglich der Bühnenkonstruktion rund 8.000 bis 10.000 tanz- und feierwütige Besucher Platz. Und wie man es aus seinem Stamm-Club kennt, möchte man natürlich auch bei

Satter Sound dank Sequenza und Nomos XLC von Kling & Freitag


Reportage : Glamotion einem Event wie „Glamotion“ mit harten Bässen und feinstem Sound an jeder Stelle versorgt werden. Jacek ist schon seit langer Zeit im Besitz einiger Systeme von Kling & Freitag. Da er darüber hinaus mit dem Gedanken spielt, in das Sequenza zu investieren, lag der Gedanke nahe, das System bei einer so großen Veranstaltung wie „Glamotion“ auf Herz und Nieren zu testen. Kling & Freitag war im Gegenzug gerne bereit, die Sequenza-Experten David Ludz und Sören Nyhuis nach Dortmund zu schicken, um das System perfekt einzustellen. Bei einer Centerstage ist es vor allem wegen der Schallverteilung und -ortung ratsam, die PA auch in einer Center-Formation zu installieren. Leider war das bei der „Glamotion“ aber nicht möglich, was auch David sehr schade fand: „Wie so oft bei Veranstaltungen, stören sich Licht-, Ton- und Videotechnik gegenseitig. Da bei dieser Veranstaltung die LED-Wand direkt über der Bühne hängt, war es nicht möglich, dort noch eine PA zu hängen.“

Tänzerinnen mit exklusiv geschneiderten Kleidern heizten der Masse ein

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Darüber hinaus spielt auch das Thema Dachlasten immer eine besondere Rolle. Natürlich ist die Westfalenhalle 1 für Events ausgelegt, aber auch ein solches Dach kommt irgendwann an seine Grenzen. Vor allem über der Bühne war die Dachlast mit der gesamten Licht- und Videoinstallation bereits ausgereizt. David hatte sich daraufhin mit Jacek auf zwei mögliche Beschallungsvarianten geeinigt. Es stand auf jeden Fall schon fest, dass es eine Vier-Punkt-Beschallung werden sollte, nur die Signalverteilung galt es zu diskutieren. „Ich hatte zwei Varianten berechnet. Zum einen gab es die Möglichkeit, mit den vier einzelnen Beschallungs-Systemen die einzelnen Hallensektoren zu beschallen. Darüber hinaus gab es aber auch noch die Variante, die Signale über Kreuz durch die Westfalenhalle zu senden“, erklärt David die beiden Möglichkeiten. Am Ende haben sich David und Jacek auf die Kreuz-Variante geeinigt, die beide auch im Nachhinein für optimal hielten. David Ludz ist ein wahrer Sequenza-Experte


und musste trotzdem zugeben, dass er das System in dieser Beschallungs-Variante und mit dieser hohen Stückzahl an Elementen vorher auch noch nicht im Einsatz hatte. Pro Cluster wurden bei „Glamotion“ fünf Sequenza10-Topteile in der breitstreuenden Ausfertigung und fünf Sequenza10-Topteile der engstreuenden Variante geflogen. Darüber hinaus wurden jeweils sechs Sequenza10B-Cardioid-Bässe hinter den Tops geflogen und sechs Nomos XLC pro Ecke befanden sich am Boden. Mit Sören Nyhuis hatte David Ludz einen Kollegen an der Seite, mit dem er oft und gerne auf Produktionen zusammenarbeitet. „Wir sind ein eingespieltes Team und schaffen es in kurzer Zeit, ein Beschallungs-System richtig zu fliegen und einzustellen. Vor allem beim Einsatz des Sequenzas ist es gut, wenn man zu zweit ist, aber mehr Personal wird nicht gebraucht“, berichtet Sören. Davon konnte sich auch Jacek überzeugen, der begeistert von den vielen kleinen Details des Großbeschallungs-

Mit ihren engen Abstrahlwinkeln überzeugten die Alpha Beam 700 von Clay Paky bei der Glamotion

Systems von Kling & Freitag war: „Der Sound des Systems ist Klasse und man muss sich vor keinem namhaften Konkurrenten verstecken. Was das Line-Array aber vor allem ausmacht, ist seine optimale Praxistauglichkeit. Es hat LKW Maß, das Handling ist kinderleicht

und das Rigging/Flying-System erspart einem enorm viel Zeit. Aus meiner Sicht ist das System in dieser Hinsicht einfach genial. Und man kann es mit zwei Mitarbeitern ohne Probleme aufbauen.“ Andere Problemchen gab es aber bei der Beschallung der DJs. Für die DJs


Reportage : Glamotion

Neben einer fantastischen Lasershow gab es viel Pyrotechnik, die von lunatX geliefert wurde

ist eine Vier-Punkt-Beschallung nicht die optimale Lösung, vor allem, wenn sie so weit weg von der PA stehen, wie es bei diesem Event der Fall war. Von den einzelnen Beschallungskomponenten zum DJ wurden Laufzeiten von rund 80 Millisekunden gemessen. Allerdings

wurden auch Monitorboxen von Kling & Freitag eingesetzt, um diesen Effekt zu unterdrücken, was nach Aussage von David super funktioniert hat. Bei der „Glamotion“ hatte David Ludz die Aufgabe eines klassischen

Systemtechnikers inne. Das bedeutet, er war ausschließlich dafür zuständig, dass das Beschallungs-System optimal aufgebaut und eingestellt wird. Um ein guter Systemtechniker zu werden, gibt es einige Grundlagen, die man mitbringen sollte: „Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass man sich mit Musik und mit Rhythmus auskennt. Darüber hinaus sollte man auf jeden Fall wissen, wie ein Lautsprecher physikalisch funktioniert. Ich musste auch erst lernen, dass es wichtig ist, was die Veranstaltung erreichen will und nicht, was ich gerne erreichen möchte. Was aber das Allerwichtigste ist und ist leider viel zu oft vergessen wird, sind die richtigen Einstellungen für jedes System. Es muss einfach in Phase und Zeit richtig spielen und eingestellt sein“, erklärt David und gibt gleichzeitig Tipps für angehende Systemtechniker. Wie am Anfang schon beschrieben, müssen sich Veranstalter heutzutage immer neuere Attraktionen ausdenken, um das Publikum zu be-

Rund 12.000 Besucher erlebten bei der Glamotion einen besonderen Abend mit lauter Musik, hellen Scheinwerfern und einem abwechslungsreichen Programm

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geistern. Da reichen ein fantastisches Lichtdesign und ein großes Beschallungs-System bei weitem nicht mehr aus. Die Veranstalter der „Glamotion“ haben ihre Hausaufgaben auf jeden Fall gemeistert und überraschten die Besucher zu jeder vollen Stunde mit einem Show-Highlight.

programm von früh bis spät Pünktlich um 24 Uhr gab es das große Opening von „Glamotion“ und dazu wurde eine Pyroshow timecode-synchron abgefeuert. Für diesen Part wurden die Spezialisten von lunatX mit ins Boot geholt, die Raketen, Feuersäulen und Glitzerfontänen abfeuerten. Auf den beiden Catwalks der Main-Stage wurden die Gerätschaften am Vormittag aufgebaut und begeisterten die rund 12.000 Besucher am Abend. Passend dazu gab es eine Lasershow und natürlich viel nackte Haut, als etwa ein Dutzend Models in extra angefertigten Kostümen auf den Catwalks tanz-

ten. Ein absolutes Highlight durften die VIP-Gäste dann gegen zwei Uhr morgens bestaunen, als eine hübsche blonde Dame das VIP-Podest betrat. Sie ließ sich an den Beinen in eine Art Kronleuchter ziehen, an dem Champagner-Flaschen hingen. Nach ein paar artistischen Einlagen, die sie passend zum Takt der Musik und Laser zum Besten gab, nahm sie sich die erste Champagner-Flasche, öffnete sie und goss kopfüber den Gästen das prickelnde Getränk ein. Mit dem Licht-, Ton- und VideoEquipment von J|C MUSIC, POOLgroup und Kling & Freitag wurde dieser glamouröse Abend zum Jahres-Highlight von 12.000 Besuchern. Diese Veranstaltung ist nicht einfach nur eine Party, sondern ein wahres Event.  Text+Fotos: Simon Kropp

Material (Auszug) Tontechnik: 40 x K&F Sequenza 10W/N 24 x K&F Sequenza 10B 24 x K&F Nomos XLC 12 x K&F C-Line 212  8 x K&F Gravis 12 W/N 2 x K&F Nomos LS 6 x K&F Scena 15 Monitor 31 x K&F AmpRack 1 x ILive 112 Allen & Heath 4 x shure U4D 

Material (Auszug) LICHTtechnik: 72 x GLP impression 24x Clay Paky Alpha Beam 700 20 x HES Showgun 40 x Clay Paky Alpha Spot 1200 16 x Atomic mit Farbwechsler 12 x Blinder mit Farbwechsler 2 x grandMA2 light 2x RGB-Laser mit je 10 Watt 196qm LED-Flexible-Curtain


Event Rookie