unabhängig & weltoffen
„Ich liebe das Essen“
2024/Nummer 24
Botschafter Herbert: „Wir sind Nachbarn“
Seite 2
Miss Côte d'Ivoire Seite 3
Acht Kreditgeber hören genau zu
IHK-Präsident Ulrich Caspar: Steigende Gründungsdynamik ist wichtig 1. Reihe sitzend (v.l.): Jerome Mäleke (Naspa), Markus Linke (Frankfurter Sparkasse), Siegfried Goy (Commerzbank), Nadine Knapp (Frankfurter Sparkasse), Sven Volkert (Bürgschaftsbank Hessen), Ralf Siefkens (Frankfurter Volksbank). 2. Reihe stehend (v.l.): Nadja Herbert (Deutsche Bank), Marcel Steudtner (Deutsche Bank), Andreas Hammer (Gesellschaft für Existenzgründungsberatung), Matthias Gräßle (Hauptgeschäftsführer IHK Ffm.). Auf dem Bildschirm der IHK sind zu sehen: Anja Althans (Naspa), Rouven Henrich (Taunus-Sparkasse).
Es war wohl vor knapp fünf Jahren. Damals, Mitte 2019, hatte der Frankfurter Gründungsspezialist Andreas Hammer die Idee, die Kreditsuche von Gründern zu vereinfachen. Er nannte das Spektakulum „Pitch-Arena“. Dass es noch eine Zeit dauern sollte, bis dieses bundesweit einmalige Verfahren bei der Frankfurter Industrie- und Handelskammer Wirklichkeit werden sollte ist, lediglich einem Virus zu verdanken, der damals noch irgendwo in China schlummerte und der später einiges heftig durcheinander wirbelte. Auch Experte Hammer musste darunter leiden, doch er verfolgte das Ziel konsequent. Bei den Kammerwahlen war die „PitchArena“ sein „Wahlkampfpferd“, ein siegreiches, wie sich her ausstellte. Und er wurde bei der Frankfurter Kammer Vorsitzender des Arbeitskreises „Startups & Existenzgründung“. Den Gründungsspezialisten hatten die bürokratischen Hürden geärgert, sein Ziel war die „Beschleunigung der Finanzierungszugänge“. Er wollte die Kredittüren weit öffnen, er hat es geschafft und er will auch in der neuen Legislaturperiode der Kammer dies weiter verfolgen und noch verfeinern. Zuerst hatte Hammer mit dem IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle gepitcht. Dieser gab grünes Licht und organisierte zugleich die Pilotveranstaltung, die coronabedingt
unternehmer in Angesicht zu Angesicht mit den Kapital-Vertretern. Und dabei wird auch der Name verständlich. Das Wort „Pitch“ kommt aus der Werbebranche und bedeutet, einen Kunden in wenigen Minuten zu überzeugen und damit den Auftrag zu erhalten.
elektronisch stattfand, also mit zugeschalteten Bank- und Sparkassenvertretern. Es war ein Erfolg, wie auch IHK-Präsident Ulrich Caspar feststellte. Für ihn ist eine steigende Gründungsdynamik wichtig, denn je stärker Innovation und Strukturwandel vorangetrieben werden, desto besser entwickelt sich auch ein Wirtschaftsraum. Und so wurde nach dem Absinken der CoronaGefahr die „Pitch-Arena“ eine niederschwellige Plattform für Gründer, Start-ups und Jung-
„Erfinder“ Andreas Hammer, der auch ein wenig stolz auf seine Idee sein kann, bringt es auf einen Punkt: „Mit diesem Novum in der deutschen Wirtschaftsförderung wird die Gründungsfinanzierung leichter gemacht.“ Und das Ganze läuft so einfach ab: Die Gründer im IHK-Bezirk Frankfurt stellen Geschäftsidee, Kurzbeschreibung und Lebenslauf zusammen und schicken das Paket an die Kammer.
Dort, wo .. der BAr Lauscht
Von links: Dr. David Klebs, Dr. Andreas Michael Pfaffernoschke und Andreas Hammer
Der Treffpunkt war gut gewählt in dem Plaza-Gebäude in Manila, in dem auch die deutsche Botschaft ihren „Unterschlupf“ gefunden hat: beim zwei Meter hohen und 50 Kilogramm schweren Bär aus Kunststoff. Er steht seit 2016 dort als Freund, als Werber für ein tolerantes, freies und demokratisches Deutschland. Auch Dr. Andreas Michael Pfaffernoschke (Mitte) hat sich im August 2023, als er die Auslandsvertretung der Bundesrepublik auf den Philippinen übernahm, über den
€
„Buddy Bär“ gefreut. Es war ein heimatlicher Aspekt. Und so war es selbstverständlich, dass sich Botschafter Pfaffernoschke mit dem Gründerfachmann und Herausgeber des „Gründer-Journals“, Andreas Hammer (re) aus Frankfurt, dort traf, um in positiver Atmosphäre über wirtschaftliche Fragen und Wirtschaftsförderung deutscher Unternehmen locker zu plaudern. Mit dabei war auch Dr. David Klebs (li) von der Botschaft, Economic Counsellor, mit speziellen fachlichen Ergänzungen.
Zur Person: Dr. Andreas Michael Pfaffernoschke, seit August 2023 deutscher Botschafter in Manila. Der Berliner Volkswirtschaftler, Jahrgang 1962, begann seine Laufbahn nach der Promotion 1990 beim Auswärtigen Amt. Im Laufe der Jahre durchlief er zahlreiche Stationen im In- und Ausland und war unter anderem in Dakar, Moskau, New York und Paris tätig. Von 2020 bis 2023 war Pfaffernoschke Botschafter in Burkina Faso (Westafrika). Er ist verheiratet und hat vier Kinder. In seiner Ansprache zur Eröffnung des „Mabuhay Germany“ wies er auf die langjährige und fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Deutschland und den Philippinen hin und erwähnte, dass 2024 das 70-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen gefeiert werde. Deutschland sei zudem der wichtigste Handelspartner der Philippinen in der Europäischen Union und eine der wichtigsten Quellen für ausländische Direktinvestitionen, Tourismus und Entwicklungszusammenarbeit. Der Gesamthandelswert im Jahre 2022 habe über vier Milliarden Euro betragen. Besonders eng sei die Zusammenarbeit in den letzten Jahren auf dem Bildungssektor geworden, wobei die duale Ausbildung im Vordergrund stehe. „Als deutsche Botschaft wollen wir deutsche Unternehmen in den Philippinen und philippinische Unternehmen in Deutschland unterstützen“, sagte der Botschafter, der darauf verwies, dass derzeit mehr als 30.000 Filippinos in Deutschland leben würden.
Fortsetzung Seite 2
Seite 1