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Das Alumni-Magazin der Universität St.Gallen

«Was erwartet uns an der HSG?»: Studienanfänger(innen) mit Mentor

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EDITORIAL

Peter Hogenkamp, Geschäftsführer Alumni-Büro

Nach gut zwei Jahren als Geschäftsführer des Alumni-Büros übergebe ich den Stab in einigen Wochen an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger (die oder der leider namentlich noch nicht bekannt ist, vgl. das Stelleninserat auf S. 16).

Am Anfang, ich gebe es zu, stand etwas Naivität:

zu machen: wieso soll man es nicht versuchen? Denn sobald eine kritische Masse erreicht ist, spielt ein hochwillkommener Schneeballeffekt, bei dem die Mitglieder sich gegenseitig auffordern, ihre Daten zu aktualisieren. Im Vergleich mit anderen Alumni-Organisationen konnten wir beobachten, dass dies an der HSG besonders gut funktioniert. Mit dem zweimal veröffentlichten Who’s Who, den neu lancierten alma (1998) und Who’s New (1999) und den in aller Welt entstandenen Alumni-Clubs konnten wir das Zusammengehörigkeitsgefühl noch verstärken.

«Eine Adressdatenbank aufbauen, das kann doch nicht so schwierig sein. Alle Ehemaligen haben eine Privat- und eine Geschäftsadresse und sie können sagen, ob sie im Who’s Who verzeichnet sein wollen. Dann stellt man das Ganze noch ins Internet, natürlich passwortgeschützt, und fertig. Dauert ein halbes Jahr, danach können wir wei- n den letzten beiden Jahren ist es uns wohl tere Projekte angehen.» gelungen, unseren Verein aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken und ihn in die europäieider hielt diese Illusion nicht lange; die klei- sche Spitzengruppe zu führen, zumindest was die nen Gemeinheiten des Datenbankalltags holten Infrastruktur angeht. Sehr gefreut hat uns dabei uns schnell ein: Ehemalige wollen Mitglieder Ihr grosser Zuspruch, liebe Ehemalige, und dasein oder nicht (aber die Nicht-Mitglieder wol- mit meine ich nicht nur die Hunderte von len wir nicht ausschliessen), sie wollen die Zuschriften, Mails und Anrufen, sondern auch Korrespondenz an die Privat- oder an die Ge- den schweigenden Zuspruch Tausender, die ihre schäftsadresse, per Post oder per E-Mail, wollen Fragebögen retourniert, sich ins AlumniWeb einim Who’s Who verzeichnet sein, aber nicht im geloggt und nicht zuletzt ihren Mitgliedsbeitrag Internet (oder umgekehrt), wollen die alma bezahlt haben.Vielen Dank! nicht, weil der Ehemann oder die Ehefrau schon eine bekommt, aber doch gern zwei Exemplare ir haben gemeinsam ein gutes Stück zurückdes Who’s Who - die Liste liesse sich fortsetzen, gelegt, aber eigentlich sollte es jetzt erst richtig entsprechend erweiterten wir unsere Datenbank, losgehen. Es bleibt viel zu tun. Ich wünsche und die Anzahl Felder wuchs auf über 70. meinen Nachfolgern alles Gute!

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Zu viele Umtriebe für ein paar Adressen? Das mag sein, aber solange die Informatik uns mit vertretbarem Aufwand helfen kann, es (fast) jedem recht alma 2/2000

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INHALT

Hochschulverein sucht neuen Namen 4

Originalton

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Florian Schweitzer

UniReport

5 Start-Up

Wintersemester 1999/2000

30

mythos.de

Impressum

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Würdigung

11

Rolf Dubs

NDU

33

Publikationen

35

Direkte Demokratie und Ökonomie

Würdigung

12

Theodor Leuenberger

Nachhaltige Blasen an der Börse

13

Jahrgangssponsoring

18

Institute im Porträt

20

AC-Ball

36

HSG-Alumni Boston

37

HSG-Alumni Paris

38

Aus dem Alumni-Büro

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Forschungsinstitut für Absatz und Handel

Vereine im Porträt

22

START

Ehemalige im Porträt

25

Walter Kielholz

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HSG AKTUELL

St.Galler Hochschulverein sucht neuen Namen Von Wolfram Martel

Vorgeschichte: Unsere Alma Mater wurde Universität - aber wir haben noch an der letzten Hauptversammlung 1999 mit den neuen Statuten beschlossen, beim konservativen Namen «St.Galler Hochschulverein» zu bleiben. Selbst die Ehemaligen der Universität Zürich sind noch in ihrem «Hochschulverein» zusammengeschlossen! Nun hat sich aber unsere Universität nicht nur einen neuen Namen gegeben. Auch Vision und Leitbild wurden angepasst, die Lehre wird grundlegend neu ausgerichtet. Und uns betrifft jetzt, dass am Dies 2000 der Rektor zudem ein völlig neues Erscheinungsbild vorstellen wird, obligatorisch für alle Institutionen. Fest steht: Alle Namen werden zusammen mit einem neuen, noch vertraulichen Logo und dem Oberbegriff Universität St.Gallen dargestellt. Aber dazu passt unser Name nicht mehr - meint der Vorstand des HSV:

St. Galler Hochschulverein

Neues Logo

Universität St. Gallen

Wir bitten sehr prompt um eure Vorschläge. Bereits gefallen sind zum Beispiel:

Alumni Association Alumni HSG (so «retten» wir das HSG noch ein wenig in die Zukunft) Hochschulverein (ohne «St.Galler») ... gesucht sind also weitere Ideen! Der Vorstand wird an seiner Sitzung vom 11. April 2000 eure Ideen sichten und an der Hauptversammlung Antrag stellen. Herzlichen Dank für all eure Anregungen, die bitte ans Alumni-Büro direkt einzureichen sind, per E-Mail an alumni@unisg.ch oder per Fax an +41 71 2243011 4 alma 2/2000


Unireport Wintersemester 1999/2000 Das Wintersemester 1999/2000 war an der Universität St. Gallen von wichtigen strategischen Entscheiden von Senat und Universitätsrat geprägt: Verabschiedung von Vision 2005 und Leitbild sowie grundsätzliche Zustimmung zur «Neukonzeption Lehre» (vgl. Bericht in der Nummer 1/2000 von «alma»). Von Roger Tinner Rund 140 Personen – so viele wie noch nie – nahmen am diesjährigen Dozierendenseminar der Universität St. Gallen zum Thema «Neukonzeption der Lehre» in Wildhaus teil. Dabei ging es darum, ein gemeinsames Problemverständnis für die Neukonzeption zu entwickeln und erste inhaltliche Skizzen für deren einzelne Gefässe zu entwerfen. «Wir haben die Ziele dieses Seminars erreicht, in unserem gemeinsamen Verständnis der Neukonzeption einen grossen Schritt vorwärts zu kommen und gleichzeitig durch geselliges Zusammensein den HSG-Geist zu stärken», fasste Rektor Professor Dr. Peter Gomez am Sonntagmittag das anderthalbtägige Seminar zusammen. Als «Marktplatz der Möglichkeiten» war das Seminar angekündigt: Am gewohnten Ort (Hotel Acker in Wildhaus) und zur gewohnten Zeit (zweites Januar-Wochenende) traf sich eine ungewöhnlich grosse Zahl von Dozierenden, ergänzt um Vertreter des Universitätsrats und der Studentenschaft, zur Diskussion der Neukonzeption. Trotz Freiwilligkeit des Besuchs orientierten sich die HSG-Dozentinnen und -Dozenten an der Leitlinie des Reformprozesses: «Alle tragen Verantwortung, alma 2/2000

alle gestalten mit, alle finden ihren Platz.» In seiner Einleitung strukturierte der Rektor das Seminar anhand von fünf Fragen: Warum wollen wir die HSG-Lehre grundlegend neu gestalten? Wohin wollen wir – wie schaffen wir uns ein eigenständiges Profil? Wie gestalten wir iterativ Struktur und Inhalt der neuen Lehre? Wie bleiben wir zielstrebig und doch lernfähig? Wie verankern wir das Erreichte? Die Wichtigkeit des Prozesses unterstrich in Wildhaus die Anwesenheit eines externen Coaches. Professor Dr. Paul Innerhofer, nach einer Universitätslaufbahn heute als selbständiger Prozessberater tätig, übernahm diese Aufgabe und stellte der Dozentenschaft in seinem Fazit ein sehr gutes Zeugnis aus: «Es zeigt sich der Wille für eine Weiterentwicklung.» Gleichzeitig mache die sorgfältige Führung des Entwicklungsprozesses aber auch wachsamer für damit verbundene Risiken: «Mit der Reform bekommen wir ein innovatives Ausbildungskonzept, wir bezahlen dafür aber auch mit einigem, Gruppendiskussion zur «Neukonzeption Lehre» am Dozierendenseminar

was uns lieb geworden ist.» Ein attraktives Programm für die Begleitpersonen, die gemeinsame Besinnung mit den Universitätsseelsorgern Pater Walther Gaemperle und Dr. Frank Jehle (musikalisch umrahmt von drei Mitgliedern des Universitätsorchesters) sowie das lockere Ambiente eines Hotels im Wintersport-Ort Wildhaus sorgten für eine ausserordentlich kollegiale Stimmung.

Wichtige Grundsatz-Entscheide zur Neukonzeption der Lehre Die Resultate des Seminars – die von grundsätzlichen Stellungnahmen und Anregungen bis hin zu schon relativ konkreten Skizzen von einzelne Masterprogrammen reichten – flossen in die Beratungen des Senats ein, der an zwei Sitzungen folgende Grundsatzentscheide fällte, an denen sich die weiteren Arbeiten orientieren: Das Studium an der HSG gliedert sich in drei Stufen und drei Säulen. Die erste Stufe dauert zwei Semester (Assessment-Stufe). Für alle Studierenden gelten einheitliche Regeln für das Bestehen dieser Stufe. Wer sie bestanden hat, ist zu jedem weiteren Studiengang an der HSG zugelassen. Für die zweite Stufe gilt eine Regelstudienzeit von vier Semestern. Sie wird mit einem Bachelor abgeschlossen. Die dritte Stufe hat eine Regelstudienzeit von drei Semestern. Besondere Masterprogramme, z.B. solche, die zu zwei Abschlüssen führen, können eine längere Studienzeit (vier Semester) vorsehen. Sie wird mit einem Master abgeschlossen, der dem Li-

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Das Wintersemester 1999/2000 ist das bisherige Rekordsemester, was die Zahl der immatrikulierten Studierenden betrifft.

zentiat entspricht. Die für die Stufen zwei und drei vorgesehene Regelstudienzeit ist nicht die für entsprechende Prüfungen vorausgesetzte minimale Studienzeit. Das Studium gliedert sich in die drei Säulen Kontaktstudium, Selbststudium sowie «Reflexion und Training». In der nächsten «alma»Augabe werden wir noch ausführlicher über diese Entscheide informieren.

Höchste Studierendenzahl, rund 1100 Frauen an der HSG

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Im Wintersemester 1999/2000 waren an der Universität St. Gallen 4553 Studierende immatrikuliert: Das sind 8 mehr als im Vorjahr (4545), womit sich die Zahl nach dem starken Zuwachs im Vorjahr (über 300 Immatrikulierte mehr als 1998) auf dem hohen Niveau zumindest für diesmal stabilisiert hat. Die Zahl der Erstsemestrigen beträgt 788 (Vorjahr 893), der Frauenanteil insgesamt rund 24,1 Prozent (Vorjahr 23 Prozent). Die neue Zahl bedeutet wiederum einen Höchstwert von Immatrikulierten, der in der Grundstufe weiterhin Video-Übertragungen von Vorlesungen in andere Hörsäle nötig macht. In der Grundstufe (1. bis 4. Semester) sind nun 1957 Studentinnen und Studenten eingeschrieben (Vorjahr 2044), auf der Lizentiatsstufe (5. bis 8. Semester) sind

es 1772 (Vorjahr 1661).Auf der Doktorandenstufe sind 824 Studierende (Vorjahr 840) zu verzeichnen. Die kontinuierliche Zunahme des Frauenanteils während der letzten Jahre hat sich erneut fortgesetzt: Von den derzeit eingeschriebenen 4553 Personen sind 1097 (Vorjahr 1047) oder 24 Prozent Frauen (Vorjahr: 23 Prozent). Auf der Grundstufe (bis zur zweiten Vordiplom-Prüfung) beträgt der Anteil 27,3 Prozent (vorher 25,2), auf der Lizentiatsstufe rund 23,9 Prozent (Vorjahr 23,7) und in der Doktorandenstufe rund 16,9 Prozent (Vorjahr 16,4 Prozent). Am höchsten ist der Frauenanteil bei den Jus-Studierenden auf der Lizentiatsstufe, wo er 33,9 Prozent beträgt. Bei den Erstsemestrigen liegt der Anteil an Frauen bei 28,3 Prozent. In der Statistik der Herkunftskantone der Studierenden liegt Zürich (553) knapp vor dem Standort- und Trägerschaftskanton St. Gallen (552). Ebenfalls jeweils über 100 Studierende stammen aus den Kantonen Bern (394), Aargau (258), Luzern (229), Thurgau (168), Graubünden (147), Basel-Stadt (120) und Solothurn (114). Die grössten Gruppen bei den ausländischen Studierenden, deren Anteil gesetzlich auf 25 Prozent aller Immatrikulierten beschränkt ist, stellen weiterhin die deutschsprachigen Nachbarländer der Schweiz (Deutschland 744, Österreich 75, Fürstentum Liechtenstein 36); insgesamt sind Studentinnen und Studenten aus 56 Nationen an der HSG immatrikuliert.

Nur marginale Verschiebungen sind gegenüber den Vorjahren in den Anteilen der Lehrgänge und Studienrichtungen zu verzeichnen: Von den insgesamt 4553 HSG-Studierenden befinden sich 43 Prozent in der Grundstufe, 38,9 Prozent in der Lizentiatsstufe und 18,1 Prozent sind Doktorandinnen und Doktoranden. Von den Studierenden der Lizentiatsstufe haben über 67 Prozent den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrgang gewählt. Innerhalb des Lehrgangs Wirtschaftswissenschaften belegen zwei Drittel der Student(inn)en Betriebswirtschaft, rund 17 Prozent Volkswirtschaft und gut 14 Prozent Informations- und Technologiemanagement. Rund 20 Prozent der Studierenden auf der Lizentiatsstufe streben den juristischen Abschluss an; die Lehrgänge Wirtschaftspädagogik und Staatswissenschaften belegen 2 bzw. gut 5 Prozent der Studierenden.

Promotionsfeier: «Abschied von der Loyalität?» 67 Doktor(inn)en und 263 Diplomand(inn)en erhielten zum Semesterauftakt an der Promotionsfeier ihre Urkunden. Rektor Professor Dr. Peter Gomez sprach in seiner Promotionsrede zum Thema «Abschied von der Loyalität?». Er fragte die Absolvent(inn)en zu Beginn seiner Ansprache, wie oft sie wohl in den ersten zehn Jahren nach ihrem Abschluss die Stelle wechseln würden. «Job Hopping» gelte heute als Nachweis eigener Dynamik und Flexibilität. Welchen Platz hat da noch die Loyalität zum Arbeitgeber? Ausgehend von einer Begriffsdefinition («Achtung vor den Interessen anderer, Vertragstreue», aber auch «Anständigkeit und Redlichkeit»), ging er auf verschiedene Arten von Loyalität ein und zeigte an aktuellen Beispielen neue Formen auf: die Loyalität zu einer Berufsgruppe oder gegenüber sich selber als «Professional»: «So versteht sich mancher Investmentbanker der ‹Champions League› seinem Berufsstande zugehörig, und es spielt ihm keine Rolle, ob er bei der Credit Suisse oder bei Goldman Sachs arbeitet.» Zwar scheine es, dass im Zeitalter alma 2/2000


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eines ausgeprägten Shareholder-ValueDenkens Loyalität nicht mehr gefragt sei. Für Unternehmen sind Mitarbeiter oft «Manövriermasse», diese wiederum setzen sich ab, sobald sie etwas Attraktiveres in Aussicht haben. Es gebe aber auch ermutigende Entwicklungen, hielt Professor Gomez vor den HSGAbgängerinnen und -Abgängern fest: «Verschiedenste Untersuchungen beweisen, dass diejenigen Unternehmen den höchsten Shareholder Value erzielen, die sich nicht nur am Aktionär, sondern an allen Anspruchsgruppen und besonders an den Mitarbeitern orientieren.» Natürlich könne heute keine Garantie mehr für eine lebenslange Anstellung abgegeben werden, aber: «Die erfolgreichsten Unternehmen demonstrieren ihre Loyalität durch eine konsequente Förderung ihrer Mitarbeiter. Dann sind diese auch bereit», so der HSG-Rektor, «selber Risiken einzugehen, und dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für Innovation und Weiterentwicklung des Unternehmens.» Die Loyalität des Mitarbeiters - der in Anlehnung an Kennedy nicht nur fragen solle, was das Unternehmen für ihn tue, sondern was er für sein Unternehmen tun könne - bedeute Verantwortung zu suchen, zu antizipieren, eigene Ideen zu entwickeln, Verbesserungsvorschläge einzubringen, lernen zu wollen und sich als Teammitglied zu verstehen. Diese Loyalität habe aber dort ihre Grenzen, wo sich Geben und Nehmen nicht mehr entsprächen. Bleibe die Gegenleistung des Unternehmens aus, so sei es durchaus nicht illoyal, die Konsequenzen zu ziehen und die Firma zu wechseln. Der Rektor, der die Absolvent(inn)en als loyale Alumni auch in Zukunft mit der Universität verbunden sieht, gab abschliessend zu bedenken: «Häufiger Stellenwechsel ist nicht nur ein Zeichen von Dynamik, sondern auch dafür, dass man eigentlich nie richtig beweisen muss, dass man eine Aufgabe auch wirklich zu Ende führen kann.»

Abschlüsse in Zahlen An der von der HSG-Big Band musikalisch umrahmten Promotionsfeier wurden 58 Lizentiat(inn)en zu Dokalma 2/2000

Professor Dr. Peter Glotz, ständiger Gastprofessor für Medien und Gesellschaft

tor(inn)en der Wirtschaftswissenschaften (Dr.oec.), 3 Lizentiat(inn)en zu Doktor(inn)en der Staatswissenschaften (Dr.rer.publ.) und 6 Lizentiaten zu Doktoren der Rechtswissenschaft (Dr. iur.) promoviert. Den Peter-Werhahn Preis erhielt Dr. Christoph Lechner, den Walther-Hug-Preis erhielten Dr. Maja Domenica Jösler und Dr. Daniel Schär. Von den insgesamt 263 Lizentiaten sind 202 wirtschaftswissenschaftliche Diplome (158 Betriebswirtschaft, 20 Volkswirtschaft, 24 Informations- und Technologiemanagement), 11 staatswissenschaftliche Diplome, 9 Handelslehrer-Diplome und 41 juristische Diplome.

Peter Glotz ständiger Gastprofessor Professor Dr. Peter Glotz, vorher Rektor der Universität Erfurt, übernimmt an der Universität St. Gallen als ständiger Gastprofessor den neuen Lehrstuhl für Medien und Gesellschaft im Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement (MCM-HSG). Der Senat hat ihn auf den 1. Januar 2000 in diese Funktion gewählt. Professor Peter Glotz, geboren in Eger, studierte Zeitungswissenschaften, Philosophie, Germanistik und Soziologie in München und Wien und promovierte 1968 an der Universität München zum Dr.phil. Zwischen 1964 und 1970 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Zeitungswissenschaft an der Universität München, von 1970 bis

1972 als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für Kommunikationsforschung in München. Gleichzeitig war er Mitglied des Bayerischen Landtages. Von 1972 bis 1977 und von 1983 bis 1996 war er Mitglied des Deutschen Bundestags, von 1974 bis 1977 zudem Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Bildung und Wissenschaft.Von 1977 bis 1981 war er Senator für Wissenschaft und Forschung in Berlin, von 1981 bis 1987 Bundesgeschäftsführer der SPD und ab 1995 bildungs- und forschungspolitischer Sprecher der SPD: 1996 schied er aus allen politischen Ämtern aus und nahm die Berufung zum Rektor und Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt an. Bereits 1991 hatte er eine Gastprofessur an der Marquette University in Milwaukee (Wisconsin, USA) inne, 1993 wurde er Honorarprofessor für Medienökologie und Kommunikationskultur an der Universität München. Professor Glotz war während seiner Laufbahn in massgeblichen Funktionen in der Medienbranche tätig, unter anderem als Mitglied der Rundfunkräte des Bayerischen Rundfunks und des Deutschlandfunks, Vorsitzender der Medienkommission der SPD, Mitherausgeber des Mediendienstes Funkreport, Kommentator des Südwestfunks Baden Baden und Chefredaktor der Zeitschrift Neue Gesellschaft (seit 1983). Seine Publikationsliste umfasst über 150 Titel, er ist Mitglied zahlreicher renommierter Gesellschaften und Kommissionen. An der Universität St. Gallen betreut Professor Glotz innerhalb des 1998 neu gegründeten Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement (MCMHSG) den Lehrstuhlbereich Medien und Gesellschaft, der unter anderem einen englischsprachigen NachdiplomStudiengang in Kommunikationsmanagement (voraussichtlich ab dem Jahr 2001) anbieten wird. Mit der Wahl des hervorragend qualifizierten Medienfachmanns Professor Glotz hat die HSG die Direktion des MCM-Instituts nun vervollständigt und die Fachkompetenz dieses bedeutenden Kompetenzzentrums im Bereich Medien- und Kommunikationsmanagement nochmals verstärkt.

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Neuer Titularprofessor

Dr.-Kausch-Preis verliehen

Der Senat hat Dr. Peter H. Athanas auf den 1. März 2000 zum Titularprofessor ernannt. Peter H. Athanas, neuer Titularprofessor für Steuerrecht, schloss sein wirtschaftsjuristisches Studium an der HSG 1979 mit dem Lizentiat ab und promovierte 1988 mit der Arbeit «Die Steuerausscheidung bei interkantonalen Fabrikationsunternehmungen» zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften. Neben seiner Haupttätigkeit im Beratungsunternehmen Arthur Andersen, wo er heute Partner und Mitglied des Verwaltungsrates ist, ist er immer wissenschaftlich tätig geblieben. So ist er Autor zahlreicher Publikationen und unter anderem Mitherausgeber des Kommentars zum Schweizerischen Steuerrecht. Er erfüllt Lehraufträge an der Universität Zürich und an der Universität St. Gallen (seit 1990), wo er auch dem Geschäftsleitenden Ausschuss des Instituts für Finanzwirtschaft und Finanzrecht (IFF-HSG) angehört.

«Für seine Verdienste um die Verbesserung der Rechnungslegung, besonders der Konzernrechnungslegung, und die Kommentierung des Bilanzrechtes» erhielt am Dienstag, 11. Januar 2000, Professor Dr. Karlheinz Küting, Saarbrücken, den Dr.-Kausch-Preis 1999 an der Universität St. Gallen. Zweck des mit 75 000 Franken dotierten Preises ist die Förderung der Forschung und Praxis auf dem Gebiet des finanziellen und betrieblichen Rechnungswesens der Unternehmungen. «Karlheinz Küting hat sich grosse Verdienste um die sachgemässe Einführung der Bilanzreform in Deutschland und die Umsetzung der EU-Richtlinien erworben», erklärte Professor Dr. Carl Helbling, Präsident der Jury und des Kuratoriums, in seiner Laudatio. Karlheinz Küting, 1944 geboren, absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Industriekaufmann, bevor er die Höhere Wirtschaftsfachschule in Dortmund und anschliessend das Studium der Wirtschaftswissenschaften in Bochum 1970 mit dem Titel eines DiplomÖkonomen abschloss. 1973 promovierte er zum Dr.rer.oec. an der RuhrUniversität Bochum. Von 1973 bis 1981 war er wissenschaftlicher Assistent in Duisburg, wo er sich 1979 habilitierte. 1981 übernahm er eine Professur in Kaiserslautern und 1983 wurde er zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsprüfung, an der Universität des Saarlandes, ernannt.

Drei neue Privatdozenten

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Aufgrund ihrer Habilitationen wurden ebenfalls auf diesen Zeitpunkt vom Senat der Universität St. Gallen Dr. Andreas Grüner, Dr. Norbert Klingebiel und Dr. Steffen Spies zu Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre ernannt. Dr. Andreas Grüner, an der HSG tätig als ständiger Dozent, wurde vom Senat der Universität St. Gallen zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Finanz- und Rechnungswesens ernannt. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel «Zur Theorie der Unternehmenssteuerung – Die Entwicklung eines prozessorientierten ControllingKonzeptes zur Steuerung von Unternehmen der auftragsbezogenen Einzelfertigung, dargestellt am Beispiel der Schiffbauindustrie». Dr. Norbert Klingebiel, tätig als Professor an der Fachhochschule Gelsenkirchen, wurde zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Controlling/Rechnungswesens ernannt. Er widmete seine Habilitationsschrift dem

Professor Dr. Peter Athanas,Titularprofessor für Steuerrecht

Thema «Integriertes Performance Measurement». Dr. Steffen Spies, beruflich tätig in der Automobilindustrie, wurde zum Privatdozenten für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Marketing ernannt. Seine Habiliationsschrift trägt den Titel «Variantenoptimale Gestaltung des Leistungsangebots – Differenziertes Leistungsmanagement am Beispiel der Automobilindustrie».

Der Preisträger, Professor Dr. Karlheinz Küting (links), zusammen mit Professor Dr. Carl Helbling (rechts), Präsident der Jury und HSG-Rektor Professor Dr. Peter Gomez (Mitte).

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Seit 1992 leitet er das Institut für Wirtschaftsprüfung an derselben Universität. Karlheinz Kütings wissenschaftliches Werk umfasst gegen 400 Publikationen, davon 33 selbständige Titel, in denen er sich insbesondere mit folgenden Themen befasst: Konzernrechnungslegung, Einzelabschluss, Bilanzund Erfolgsanalyse, internationale Rechnungslegung, Bilanzreform und Bilanzpolitik. Hervorzuheben sind insbesondere die umfangreichen Werke «Handbuch der Rechnungslegung» und das «Handbuch der Konzernrechnungslegung» (beide gemeinsam mit Claus-Peter Weber), die in kurzer Zeit zu Standardwerken in Deutschland geworden sind. In seiner Festrede sprach Professor Küting zum Thema «Perspektiven der externen Rechnungslegung – auf dem Wege zu einem umfassenden BusinessReporting» und er vertrat die Ansicht, dass sich bis zum Jahr 2010 – neben weiteren Einzelprognosen (etwa jener, dass die finanzielle Berichterstattung zulasten einer nicht finanziellen Berichterstattung an Bedeutung verlieren werde) folgende Haupttrends im Rechnungswesen zeigen werden: 1. Der Bedeutungsverlust nationaler Normengeber zur Rechnungslegung wird sich fortsetzen. 2. Die international anerkannten Normensysteme zur Rechnungslegung werden mittelfristig das Erscheinungsbild der externen Rechnungslegung prägen. Einzelabschluss und Steuerbilanz werden vom Gesetzgeber nicht dauerhaft immunisiert werden können. 3. Die externe Rechnungslegung wird zukünftig verstärkt auch im Internet bzw. in digitalisierter Form stattfinden. 4. Das externe Rechnungswesen wird vollständig in ein umfassendes Management-Informations-System integriert sein und hierin eine bedeutende Rolle, insbesondere auch für interne Zwecke, spielen. 5. Die Erkenntnis, dass den Möglichkeiten zu einer Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen enge Grenzen gesetzt sind, wird Bestand haben. 6. Der «Konzerngedanke» und der Konzernabschluss haben bereits in alma 2/2000

den vergangenen Jahren den Einzelabschluss in den Hintergrund gedrängt. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen und vielleicht auch die Besteuerung erfassen. 7. Es wird zu einer Annäherung des Rechnungswesens von öffentlichen und privaten Unternehmen kommen.

Nobelpreisträger an der HSG Mehrere Wochen weilte Professor James M. Buchanan, Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, an der Universität St. Gallen und er nahm den Friedrich-August-von-Hayek-Gastlehrstuhl ein, den die St. Galler Stiftung für Internationale Studien,Trägerin des ISC-Management-Symposiums, gestiftet hatte. Er hielt Seminare und auch zwei öffentliche Vorträge. James M. Buchanan ist seit 1969 Direktor des von ihm gegründeten Center for Study of Public Choice, zuerst am Virginia Polytechnic Institute und seit 1983 an der George Mason University. James M. Buchanan hat eine grosse Zahl von Ehrungen erhalten. Im Vordergrund steht der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, den er 1986 erhielt. Professor James M. Buchanan ist der wichtigste Vertreter der ökonomischen Theorie der Verfassung (Constitutional Economics) und Mitbegründer der Public-Choice-Theorie. Mit seinen Arbeiten hat er wesentlich zur Fundierung einer liberalen marktwirtschaftlichen Ordnungstheorie beigetragen. Ebenfalls im Wintersemester weilten der deutsche Bundespräsident Johannes Rau (im Rahmen von «Start», vgl. separaten Bericht) und Dr. Hans Meyer, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank, für Vorträge an der HSG. Ihre Antrittsvorlesungen hielten PD Dr. Mathias Binswanger, PD Dr. Dirk Solte und PD Dr. Bernhard Katzy, ihre Abschiedsvorlesungen Professor Dr. Dres h.c. Rolf Dubs und Professor Dr. Theodor Leuenberger (vgl.Würdigungen).

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alma Das Alumni-Magazin der Universität St. Gallen (bis 1997: «St.Galler Hochschulnachrichten») ISSN 1422-5980 3. Jahrgang, Nr. 2/2000 Auflage: 15 000 Exemplare Erscheinungsweise: alle 3 Monate Herausgeber: St. Galler Hochschulverein und Rektorat der Universität St. Gallen Verlagsleitung: Peter Hogenkamp Chefredaktion: Roger Tinner Beiträge in dieser Ausgabe: Markus Felber, Philipp Hagen, Peter Hogenkamp, Pascal Koller, Nicole Schiessl, Heidi Steiger, Roger Tinner Titelbild: Regina Kühne Fotos: Regina Kühne Gestaltung: Norbert Völkle Druck: Zollikofer AG, St.Gallen Redaktion: alma, c/o Universität St. Gallen Dufourstrasse 50 9000 St. Gallen Telefon +41 71 224 22 26 Telefax +4171 224 28 15 e-mail: alma@alumni.unisg.ch Vertrieb/Anzeigen/Adressänderungen: Alumni-Büro HSG Dufourstrasse 50 9000 St.Gallen Telefon +41 71 224 30 10 Telefax +41 71 224 30 11 E-Mail: alumni@unisg.ch Anzeigenpreise: auf Anfrage Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung der Herausgeber bzw. der Redaktion gestattet. Für unverlangt zugestellte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen.

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RUHESTAND

Professor Dr. Dres. h.c. Rolf Dubs tritt in den Ruhestand Die HSG 30 Jahre mitgeprägt

Professor Dr. Dres. h.c. Rolf Dubs, alt Rektor und Ordinarius für Wirtschaftspädagogik, trat nach 30-jähriger Tätigkeit an der HSG in den Ruhestand. Rektor Professor Dr. Peter Gomez würdigt sein Werk und Wirken. Rolf Dubs, am 2. Februar 1935 als Bürger von Affoltern am Albis geboren, absolvierte nach der Maturität ab 1954 das Studium an der damaligen Handelshochschule St. Gallen, das er 1960 als diplomierter Handelslehrer (mag. oec.) abschloss. Zwischen 1962 und 1972 unterrichtete er als Hauptlehrer für Wirtschaftsfächer an der Kantonsschule St. Gallen und er widmete sich gleichzeitig der Forschung: 1965 doktorierte er an der HSG, 1967 habilitierte er sich für das Fach Wirtschaftspädagogik mit einer Arbeit zum Thema «Das Wirtschaftsgymnasium». Ab 1969 wirkte er als Professor für Wirtschaftspädagogik an der HSG, zunächst als Extraordinarius, ab 1971 als Ordinarius. Seit 1972 ist er Direktor des von ihm gegründeten Instituts für Wirtschaftspädagogik (IWP-HSG), von 1980 bis 1982 führte er als Vorstand die Betriebswirtschaftliche Abteilung; 1986 gründete er das Nachdiplom-Studium für Unternehmungsführung (NDUHSG), dem er bis 1990 – und später noch einmal interimistisch – als Direktor vorstand. Ebenfalls zwischen 1986 und 1990 war er Prorektor der HSG, ehe er von 1990 bis 1993 das Amt des Rektorsausübte. Bis heute präsidiert er mehrere Geschäftsleitende Ausschüsse von HSG-Instituten. In der schweizerischen Hochschulpolitik nahm er ebenfalls wichtige Funktionen wahr, etwa als Präsident der Weiterbildungskommission der Schweizerischen Hochschulkonferenz oder als Delegierter des Bundesrates für die neu geschaffenen Fachhochschulen. Überhaupt war sein Rat in bildungspolitischen Fragen im In- und Ausland sehr gefragt, sodass ihm zahlreiche Beratungsmandate übertragen wurden. Als Wisalma 2/2000

Professor Dr. Dres. h.c. Rolf Dubs

senschafter entwickelte er eine überaus rege Publikationstätigkeit, deren Bogen von der Pädagogik über Betriebswirtschaft bis hin zu allgemeinen politischen und gesellschaftlichen Themen reicht. Mit zahlreichen Lehrbüchern hat er die inhaltliche Ausbildung an Mittel- und Hochschulen mitgeprägt und die Lehrerinnen und Lehrer nahmen seine breite Vortrags- und Weiterbildungstätigkeit dankbar in Anspruch. Seine Verdienste als Wissenschafter fanden ihre verdiente Ehrung in zwei Ehrendoktoraten der Wirtschaftsuniversität Wien (1992) und Wirtschaftsuniversität Budapest (1993). Rolf Dubs ist aber trotz seiner wissenschaftlichen Reputation kein Pädagogik-Theoretiker, sondern ein Hochschullehrer und Pädagoge, wie es ihn – jedenfalls an Universitäten – viel zu selten gibt: Aus einer breiten praktischen Erfahrung schöpfend, wissenschaftlich fundiert und dennoch in verständlicher Sprache hat er unzähligen Generationen von Studierenden der HSG, Seminarteilnehmern und Nachdiplom-Absolvent(inn)en die verschiedensten betriebswirtschaftlichen Themen nahe gebracht. Dass er auch als bestandener und international anerkannter Professor immer in den unteren Semestern unterrichtete, war für

die Universität St. Gallen und ihre Studierenden ein Glücksfall. Auch als Rektor hat er seine Lehrtätigkeit nie unterbrochen, obwohl er wichtige Vorhaben wie die Studienreform zu Beginn der 90er-Jahre mit viel Elan umsetzte, eine Reform des Doktorandenstudiums einleitete und die Einbindung der Universität in internationale Programme – insbesondere die Community of European Management Schools (CEMS) – vorantrieb. Im Mittelpunkt seines Rektorats aber standen die Studierenden, denen er mit einer «Politik der offenen Tür» immer zugänglich war und deren Ausbildung sein ganzes Engagement galt. Als ihr unermüdlicher «erster Botschafter» hat er die HSG in der Region wie im Inund Ausland aktiv und wirkungsvoll vertreten. «Sein» Institut für Wirtschaftspädagogik machte er gemeinsam mit einem treuen Mitarbeiterstab zu einer ersten Adresse (wirtschafts-) pädagogischer Forschung und Bildung. Trotz dieser zahlreichen verantwortungsvollen Funktionen übernahm Rolf Dubs immer auch in der Wirtschaftspraxis, in Politik und Militär wichtige Aufgaben: als Mitglied und Präsident zahlreicher Verwaltungsräte, als Mitglied des st. gallischen Grossen Rates (1972 bis 1988) und als Offizier der Schweizer Armee, zuletzt im höchsten «Miliz»-Grad eines Brigadiers und Kommandanten einer Festungsbrigade. Rolf Dubs war – und ist! – eine aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit, die weit über die HSG hinaus Spuren hinterlassen und in allen seinen Ämtern und Funktionen prägend gewirkt hat. Seine natürliche Autorität und seine fachliche wie menschliche Kompetenz liessen (und lassen) ihn dabei dem «Normalbürger» genauso gerecht werden wie Führungskräften in Politik oder Wirtschaft. Die Universität St. Gallen verdankt Rolf Dubs ausserordentlich viel und lässt ihn nur ungern in den Ruhestand «ziehen».

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RUHESTAND

Professor Dr. Theodor Leuenberger tritt in den Ruhestand Blick für Ostasien geöffnet

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Auf Ende des Wintersemesters 1999/2000 tritt Professor Dr. Theodor Leuenberger, Ordinarius für Wirtschaftsgeschichte und Technologiepolitik, nach dreissigjähriger Tätigkeit an der HSG in den Ruhestand. Im Folgenden würdigt Professor Dr. Gebhard Kirchgässner, Vorstand der Volkswirtschaftlichen Abteilung, sein Werk und Wirken an der Universität St. Gallen. Theodor Leuenberger wurde am 22. Januar 1935 geboren und studierte ab 1954 an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ökonomie. Er schloss diese Studien im Jahr 1960 mit dem Doktorat ab. Thema seiner Dissertation war «Johannes von Müller und das Christentum». Ab 1962 arbeitete er an der Evangelischen Akademie Bad Boll, bevor er 1965 ein Jahr als Visiting Scholar am Ostasien-Institut der Harvard Universität verbrachte.Von 1966 bis 1969 war er Assistenzprofessor an der Internationalen Universität in Tokio und anschliessend Gastprofessor an der ETH Zürich. Er erhielt dann den Ruf an die HSG, wo er im Jahr 1970 seine Lehrtätigkeit aufnahm und der er bis heute treu blieb. Hier war er unter anderem von 1991 bis 1993 Vorstand der Volkswirtschaftlichen Abteilung. Neben seiner Lehrtätigkeit an der HSG hatte Theodor Leuenberger von 1972 bis 1975 einen Lehrauftrag an der Universität Zürich und er war im Jahr 1977 Gastprofessor an der Universität Bochum. Seit einiger Zeit lehrt er auch an der Stockholm School of Economics. Diese Tätigkeit wird er auch nach seiner Emeritierung an der HSG weiterführen und er wird zudem ab dem Jahr 2001 eine längerfristige Gastprofessur an der Universität in Tokio wahrnehmen. Die Forschungs- und Lehrinteressen von Theodor Leuenberger gingen schon bald über den Bereich einer eng verstandenen und vor allem zurückblickenden Wirtschaftsgeschichte hin-

Professor Dr.Theodor Leuenberger

aus. Es war ihm immer ein Anliegen, sein historisches Wissen für heutige Probleme und für die Gestaltung der Zukunft nutzbar zu machen. Dementsprechend schliesst die Denomination seines Lehrstuhls auch die Technologiepolitik ein. So war es nur konsequent, dass er von 1979 bis 1982 ein Forschungsprojekt des Club of Rome zum Thema «World Disorder and the Future of Enterprise» leitete, dass er von 1989 bis 1991 Direktor des Instituts für Technologiemanagement unserer Universität war und dass er eine gemeinsame Vorlesung über «Innovation, Venture Capital und Arbeitsplätze» an der ETH Zürich und der Universität St. Gallen initiierte.Vor allem aber faszinierte ihn schon sehr früh Ostasien mit seinem enormen wirtschaftlichen und technologischen Potenzial. Dies zeigt sich zum einen im Aufbau eines eigenen Kulturfachs «Ostasienkunde» an unserer Universität, welches bei den Studierenden grossen Anklang fand. Zum anderen hat er in den Jahren 1984 bis 1989 mehrere China-Missionen für das Entwicklungs-Programm der Vereinten Nationen (UNDP) durchgeführt, war er von 1986 bis 1989 Chief Consultant am Asia Pacific Center in Köln und wirkte an der Gründung der Swiss Asia Foundation mit.

Durch seine Engagements erschloss er sich ein Netz internationaler Beziehungen. So war er im Auftrag der Evangelischen Kirche Deutschland Mitglied des Weltkirchenrats und er nahm im Herbst 1999 in Tokio gemeinsam mit dem deutschen Altbundeskanzler Helmut Schmidt an einem Symposium zum Thema «The New Global Financial Challenge: Euro, Yen and Dollar» teil. Diese Beziehungen machte er auch für die HSG nutzbar, indem er nicht nur viele Asienexperten regelmässig nach St.Gallen zum Vortrag einlud, sondern durch seinen Kontakt zu Professor Yawata z.B. auch die Zusammenarbeit unserer Universität mit der Sophia-Universität in Tokio förderte. Die drei wesentlichen Säulen seines wissenschaftlichen Wirkens, die Berücksichtigung der historischen Perspektive, in die Zukunft weisende technologische Entwicklungen sowie die Dynamik des ostasiatischen Raumes schlagen sich auch in seinem Schrifttum nieder. So schrieb er nicht nur über «Chinas Durchbruch in das zwanzigste Jahrhundert» (1971), sondern zum Beispiel auch über «Bürokratisierung und Modernisierung der Gesellschaft» (1975), den «Innovationswettbewerb zwischen Europa, den USA und Japan, dargestellt am Beispiel der Halbleiter- und Pharmaindustrie» (1985) und er verfasste ein «Plädoyer für ein grösseres Europa: Perspektiven für eine wirtschaftliche und politische Integration von Ost- und Westeuropa» (1992). Professor Theodor Leuenberger darf in der Gewissheit in den Ruhestand treten, der HSG den Blick für Ostasien geöffnet zu haben. Damit hat er Wesentliches für sie geleistet. Er hat unserer Universität ein Feld erschlossen, dessen Bedeutung in Zukunft noch zunehmen wird. Die Universität St. Gallen dankt ihm dafür von Herzen und wünscht ihm weiterhin eine erfolgreiche Lehr- und Forschungstätigkeit. alma 2/2000


Von Mathias Binswanger Seit Beginn der 80er-Jahre boomen die Börsen in den USA, aber auch in den meisten westeuropäischen Ländern. Kurzzeitige Kurseinbrüche wie der Mini-Crash 1987 oder der als dramatisch empfundene Rückgang im Herbst 1998 haben diesem schon mehr als 15 Jahre dauernden Trend bis heute keinen Abbruch getan.Trotzdem taucht immer wieder die bange Frage auf, ob die Börsenkurse eigentlich noch etwas mit der realen Wirtschaft zu tun haben. Einer, der regelmässig in der Öffentlichkeit über dieses Thema nachdenkt, ist der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan. Letztmals tat er das am 14. Januar dieses Jahres und er kam dabei zu folgender Schlussfolgerung: Die gegenwärtige Situation ist vielleicht nur eine der vielen euphorischen Spekulationsblasen in der Menschheitsgeschichte. Und die endeten bekanntlich alle mit einem Crash. Müssen wir also bald mit dem Platzen einer Blase an den Börsen rechnen und werden sich die mit harter Spekulationsarbeit verdienten Vermögen wieder in nichts auflösen? Zunächst gilt es einmal abzuklären, ob die heutigen Börsenkurse tatsächlich durch spekulative Blasen in die Höhe katapultiert wurden. Von einer spekulativen Blase spricht man, wenn sich die Höhe des Börsenkurses nicht mehr mit Gewinnerwartungen in den Unternehmen begründen lässt. In diesem Fall lassen sich die Börsenkurse gedanklich in zwei Komponenten zergliedern: erstens den Fundamentalwert und zweitens die spekulative Blase. Im Gegensatz zum Fundamentalwert ist die Entwicklung der spekulativen Blase nicht von den Gewinnerwartungen und damit der realwirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Die Blase lebt einzig und allein vom Glauben der Investoren, die Aktien stets zu einem noch höheren Kurs wieder verkaufen zu können. Und wenn alle das glauben, dann finden sich auch stets neue Investoren, welche bereit sind, die Aktien zu einem noch höheren Kurs zu erwerben, was der Blase ein stetiges Wachstum beschert. Verlieren die Investoren allerdings ihren Glauben, dann kommt es zum Crash und die Börsenkurse schrumpfen wieder auf alma 2/2000

Nachhaltige Blasen an der Börse? ihre Fundamentalwerte. In der Praxis ist es allerdings nicht leicht zu entscheiden, ob die heute beobachteten Börsenkurse tatsächlich eine Blase enthalten. Betrachten wir einmal die amerikanische Börse, wo fast die Hälfte des gesamten Aktienkapitals der Welt investiert ist, dann stellen sich etwa folgende Fragen: Haben sich die Gewinnaussichten der grossen Konzerne in den 90er-Jahren dermassen verbessert, dass sich damit eine Vervierfachung des Dow Jones Industrial Index seit 1989 begründen lässt? Hat die technologische Entwicklung so rasante Fortschritte gemacht, dass damit die Verzehnfachung des technologielastigen Nasdaq Composite Index im gleichen Zeitraum erklärt werden kann? Und befinden sich traditionelle Börsenkennziffern wie Kurs-/GewinnVerhältnisse und Kurs-/DividendenVerhältnisse auf historischen Höchstständen, weil die zukünftigen Gewinne, die sich im gegenwärtigen Kurs widerspiegeln, viel höher sein werden als die gegenwärtigen Gewinne? Wenn solche Fragen vorbehaltlos mit Ja beantwortet werden könnten, dann gäbe es zurzeit keine spekulative Blase und die Börsenkurse wären fundamental gerechtfertigt. Insbesondere bei Banken und anderen Finanzdienstleistern finden sich optimistische Finanzexperten, welche davon ausgehen, dass die heutigen Kurse tatsächlich fundamental gerechtfertigt sind. Das erstaunt nicht weiter, denn ein erwarteter zukünftiger Kursanstieg aufgrund wirtschaftlicher Stärke kommt als Verkaufsargument für Aktienfonds einfach besser an als eine spekulative Blase. Denn die könnte ja platzen, und das wirkt sich auf potenzielle Anleger abschreckend aus. Im Wesentlichen führen die Optimisten drei Argumente ins Feld, weshalb die heutigen Kurse nicht überhöht seien: Erstens, und das ist das wichtigste Argument, zeichne sich der Übergang zu ei-

ner «New Economy» ab, in der die Produktivität der Wirtschaft in bisher nie gekanntem Mass zunehme. Ursache seien die neuen Informationstechnologien und das Internet, die uns Dinge wie E-Commerce, E-Banking, EBooks und zuletzt auch virtuelle Unternehmen bescherten. Der Anstieg der Börsenkurse seit den 80er-Jahren, insbesondere bei den Technologiewerten, wäre dann nur eine Vorwegnahme der grossartigen wirtschaftlichen Zukunft, die uns erwartet. Als Zweites argumentieren die Blasenverneiner auch mit den Risikoprämien an der Börse. Anleger erkennen zunehmend, so lautet die Argumentation, dass bei langfristiger Betrachtung Aktienanlagen gar nicht viel riskanter sind als Anlagen in staatliche Obligationen (in den USA:Treasury Bonds). Die Anlieger hätten demnach bisher das Risiko an der Börse «irrational» überschätzt, was dazu führte, dass die Kurse in der Vergangenheit zu tief waren. Denn die Höhe der Risikoprämie entscheidet, wie stark die zukünftigen erwarteten Gewinne abdiskontiert werden, und damit über die Höhe des Börsenkurses. So erzielte man in den USA im Zeitraum von 1946 bis 1997 an der Börse im Durchschnitt eine reale Rendite von 7.5 Prozent während Bonds lächerliche 1.1 Prozent abwarfen, obwohl sich die Risiken der Anlagen kaum unterschieden. Seit den 80er-Jahren seien die Anleger jedoch zunehmend vernünftiger geworden und sie hätten die Risikoprämien der Realität angepasst, so dass die Börsenkurse jetzt endlich den «richtigen» Fundamentalwerten entsprächen. Und schliesslich gibt es noch ein drittes Argument, welches insbesondere die Rekordhöhe des Kurs-/Dividenden-Verhältnisses erklären soll. Unternehmen würden es vermehrt vorziehen, so heisst es, die Aktionäre nicht über die Auszahlung von Dividenden, sondern durch den Rückkauf eigener

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ANTRITTSVORLESUNG

Aktien am erwirtschafteten Gewinn partizipieren zu lassen. Der Grund dafür sei in erster Linie bei der relativ starken Besteuerung von Dividenden zu suchen, was Aktienrückkäufe vorteilhafter machte. Und als angenehmer Nebeneffekt würden die Börsenkurse durch Aktienrückkäufe noch zusätzlich in die Höhe getrieben. Was ist von diesen Argumenten zu halten? Das zuletzt erwähnte Argument reicht als Erklärung sicher nicht aus, denn selbst wenn man die veränderte Auszahlungspolitik der Unternehmen mit einbezieht, bleibt das Kurs-/Dividenden-Verhältnis auf Rekordhöhe. Das erste und das zweite Argument hingegen lassen sich unmittelbar weder beweisen noch widerlegen. Fundamentalwerte lassen sich nicht beobachten, sondern hängen von den Erwartungen der Investoren über die wirtschaftliche Zukunft ab. Für Technofreaks, die an ein zukünftiges Informationstechnologie-Paradies glauben, sind die gegenwärtigen Aktienkurse keineswegs überhöht, während kritischere Geister diese Meinung als eine reine Illusion abtun. Die gegenwärtig zur Verfügung stehenden Informationen über die zukünftige Wirtschaftsentwicklung lassen sich eben ganz unterschiedlich interpretieren und so ergeben sich für «Bullen» andere Fundamentalwerte als für «Bären». Das gilt auch für die Risikoprämien, da das zukünftige Risiko von Aktienanlagen nicht von allen Anlegern gleich eingeschätzt wird, obwohl sie alle dieselben Informationen zur Verfügung haben. Preis-/Dividenden-Verhältnis in den USA

Müssen wir also die Frage, ob wir es gegenwärtig mit einer spekulativen Blase zu tun haben, offen lassen? Nicht ganz. Denn wenn ein Aktienkurs seinem Fundamentalwert entspricht, müsste er in einem bestimmten Zusammenhang zur realwirtschaftlichen Entwicklung stehen, der sich empirisch überprüfen lässt. Das lässt sich an folgendem Beispiel verdeutlichen: Wird bekannt, dass Novartis (es könnte auch Roche sein) die Entwicklung eines neuen, erfolg–versprechenden Medikaments plant und dass die bisherigen Tests zu Optimismus Anlass geben, dann wirkt sich das unmittelbar nach Bekanntwerden der Nachricht positiv auf den Aktienkurs der Novartis AG aus. Es wird aber ziemlich Zeit vergehen, bis das Medikament tatsächlich produziert, auf den Markt gebracht und verkauft worden ist so wie die Produktions- und Verkaufszahlen bzw. die Gewinne bei Novartis effektiv steigen. Der sofort gestiegene Aktienkurs von Novartis läuft dann der «realwirtschaftlichen Entwicklung» des NovartisKonzerns voraus. Das gilt aber nicht nur für Novartis, sondern für alle Aktiengesellschaften eines Landes, weshalb auf gesamtwirtschaftlicher Ebene die Börsenkurse (ausgedrückt durch einen Aktienindex) ein der realwirtschaftlichen Entwicklung vorauslaufender Indikator sein sollten, solange die Börsenkurse durch die Fundamentalwerte der Aktiengesellschaften bestimmt sind. Oder genauer ausgedrückt: Schwankungen der Wachstumsraten des Bruttoinlandprodukts oder der industriellen Produktion müssen mit vergangenen

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Schwankungen der Aktienrenditen korrelieren. Und tatsächlich haben sie das bis vor kurzem auch getan. So haben langfristige Analysen bestätigt, dass die Börse in den USA im Zeitraum von 1889 bis 1980 der realwirtschaftlichen Entwicklung stets vorausgelaufen ist. Wie eigene Untersuchungen zu diesem Thema vermuten lassen, ist damit aber seit den frühen 80er-Jahren Schluss.* Seither können weder die Schwankungen der Wachstumsrate des Bruttoinlandprodukts noch die Schwankungen der Wachstumsrate der industriellen Produktion mit der Börsenentwicklung in Zusammenhang gebracht werden. Dieses Ergebnis gibt uns einen Hinweis darauf, dass die heutigen Börsenkurse wohl von spekulativen Blasen dominiert werden und tatsächlich ihren Fundamentalwert übersteigen. Was bedeutet das nun für die Zukunft der Börse? Schauen wir zunächst einmal, ob wir etwas aus der Geschichte lernen können, und werfen wir einen Blick zurück auf einige historische Blasenepisoden. Und tatsächlich lässt sich eine grosse Gemeinsamkeit erkennen: Alle früheren Blasen sind spätestens nach einigen Jahren geplatzt. Eine bittere Erfahrung, die viele Spekulanten über mehrere Jahrhunderte hinweg machen mussten. Pioniere auf diesem Gebiet waren die Holländer im Amsterdam der 40er-Jahre des 17. Jahrhunderts. Dort entzündete sich das SpekuVerhältnis des Werts der an den amerikanischen Börsen kotierten Aktien zum BIP der USA

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lationsfieber an einigen neu aus dem Vorderen Orient importierten seltenen Tulpenzwiebeln, die innerhalb kurzer Zeit zu reinen Spekulationsobjekten wurden. Zwiebeln, die bis anhin kaum einen Wert besassen, waren im Jahre 1636 plötzlich so viel wert wie «ein neuer Wagen, zwei Pferde und noch das Geschirr dazu». Bereits ein Jahr später endete die «Tulpenmanie» in einem Crash, denn die Tulpenzwiebelinvestoren hatten ihren Glauben an stets steigende Tulpenzwiebelpreise verloren. Die Blase war geplatzt und der Preis der Tulpenzwiebeln entsprach wieder ihrem Fundamentalwert, der bekanntlich nicht allzu hoch ist.An der holländischen Wirtschaft ging der Crash auch nicht spurlos vorbei, denn viele Spekulanten hatten die Zwiebeln auf Kredit gekauft und konnten diesen anschliessend nicht mehr zurückzahlen, da sie bankrott waren. Alles Phänomene, wie man sie auch aus späteren Blasenepisoden kennt. Erwähnt seien hier nur die berühmtesten Beispiele: das Platzen des Mississippi-Bubble in Paris im Jahre 1720, das Auffliegen des «Südseeschwindels» in London im Jahre 1720, bei dem Sir Isaac Newton den grössten Teil seines Vermögens verlor, der Börsencrash in New York im Jahre 1929, der Zusammenbruch der japanischen Börsenkurse im Jahre 1990 and last, but not least der Einbruch der Börsenkurse in den südostasiatischen Ländern Ende 1997. Im Vergleich zu den erwähnten Blasen ist die heutigen Blase in den USA und in Westeuropa jedoch auffällig langlebig. Aufgrund der historischen Erfahrung müsste sie nämlich längst geplatzt sein. Doch darauf haben wir bis jetzt (zum Glück) vergeblich gewartet. Die gegenwärtige Blase entwickelte sich Mitte der 80er-Jahre, als einige amerikanische Firmen darauf kamen, dass es profitabler sei, bereits bestehende Firmen aufzukaufen, statt in neue Anlagen und Maschinen zu investieren. Das führte zu der grossen «Mergers & Acquisitions-Welle» der 80er-Jahre, welche die Börsenkurse zu neuen Höhenflügen veranlasste. Bereits im Oktober 1987 schien jedoch alles vorbei zu sein. Ein Mini-Crash erschütterte das Vertrauen der Anleger, doch nicht für lange. Seit den 90er-Jahren geht der alma 2/2000

Börsenboom mit noch grösserer Dynamik weiter und die Aktienkurse eilen von Rekord zu Rekord. Wir erleben zurzeit eine «nachhaltige Blase» - die erste der Wirtschaftsgeschichte -, die in Bezug auf ihre Dauer längst alle historischen Blasen in den Schatten gestellt hat. Was unterscheidet aber die nachhaltige Blase von heute von den kurzlebigen Blasen von früher? Eine genauere Analyse der verschiedenen Blasenepisoden führt zu folgenden Schlussfolgerungen: Erstens platzen alle Blasen, die zu schnell wachsen. Börsenkurse, die sich in nur einem Jahr vervielfachen, wirken schnell unglaubwürdig, wie etwa die Entwicklung der Börse Ende der 20er-Jahre in New York und in Japan Ende der 80er-Jahre aufzeigte.Verglichen damit wächst die heutige Blase langsam und ohne allzu grosse Aufmerksamkeit zu erregen. Zweitens darf die Höhe des Fundamentalwerts eines Spekulationsobjekts nicht zu offensichtlich sein. So ist der Fundamentalwert von Tulpenzwiebeln leicht abschätzbar, was dazu führte, dass die Preise im Jahre 1637 relativ rasch als «überhöht» erkannt wurden. In solchen Situationen verlieren die Investoren ihr Vertrauen und die Blasen platzen nach relativ kurzer Zeit. Ganz anders ist das bei den heutigen Börsenkursen. Wie schon erwähnt, gibt es genügend Experten, welche die Existenz einer Blase bezweifeln, und niemand weiss, wie hoch der Fundamentalwert der Aktien tatsächlich ist. Und Blasen, die nicht unmittelbar als solche erkennbar sind, gedeihen immer besonders gut. Drittens tragen die Unternehmen selbst zum Platzen der Blase bei, wenn sie versuchen, von den hohen Aktienpreisen zu profitieren, indem sie sich durch die Herausgabe zusätzlicher Aktien billig Kapital beschaffen. Die Preise eines Gutes (in diesem Fall Aktien), dessen Angebot ständig erhöht wird, beginnen nämlich schnell zu sinken und das verkraftet selbst die stärkste Blase nicht. Sowohl amerikanische Unternehmen Ende der 20er-Jahre als auch japanische Unternehmen Ende der 80er-Jahre begingen diese «Sünde» und leisteten damit ihren eigenen Beitrag zum Börsencrash.Während des gegenwärtigen Aktienbooms verhielten sich die amerikanischen Unternehmen

hingegen bis jetzt sehr blasenfreundlich, indem sie tendenziell sogar das Angebot an Aktien durch Aktienrückkäufe verringerten. Viertens führen mangelndes Risikomanagement bei den Banken, Vetternwirtschaft und Korruption zum schnellen Tod einer Blase, wie die südostasiatischen Länder Ende 1997 schmerzlich erfahren mussten. Blasen können nur in hoch entwickelten Finanzsystemen überleben, in denen das Vertrauen in die Banken gross ist, bzw. die Märkte liquid und Risikodiversifikationsmöglichkeiten zahlreich sind. Fünftens können Blasen nicht nachhaltig gedeihen, wenn im Hintergrund kein potenter «Lender of last Resort» das Vertrauen in das Finanzsystem eines Landes stützt. Als Lender of last Resort agiert die Zentralbank eines Landes, wenn sie bereit ist, den Banken notfalls unbeschränkt zusätzliches Geld zur Verfügung zu stellen, sobald der Zusammenbruch des Finanzsystems droht. Im Jahre 1987 hat die amerikanische Zentralbank erfolgreich demonstriert, wie schnell das Vertrauen durch eine solche Massnahme wieder hergestellt werden kann. Im Jahr 1929 hatte sie sich hingegen geweigert, ihre Lender-of-last-Resort-Funktion wahrzunehmen und damit der Blase jede weitere Lebenschance genommen. Einen potenten Lender of last Resort besitzen allerdings nur Industrieländer, denn eine Zentralbank, die notfalls zusätzliche Baht oder Ringgit drucken kann, nützt überhaupt nichts. In solchen Situationen sind harte Devisen gefragt, die ausschliesslich die Zentralbanken in den Industrieländern schaffen können. Seien sie also beruhigt! Obwohl wir es gegenwärtig mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit einer spekulativen Blase zu tun haben, muss diese in nächster Zeit nicht platzen. Zwar kann es immer wieder mal abwärts gehen wie etwa 1987 oder Ende 1998, aber der grosse Crash wird nicht kommen, solange die skizzierten Grundlagen für ein «nachhaltiges Blasenmanagement» von Politik und Wirtschaft weiterhin beachtet werden.

* Stock Markets, Speculative Bubbles and Economic Growth, erschienen 1999 bei Edward Elgar

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Jahrgangssponsoring – made by Studentenschaft Hochschulpolitik und Dienstleistungen sind die zentralen Säulen der Vorstandsarbeit. Das Jahrgangssponsoring ist als besonderer Service für die Studierenden ein wichtiger Teil davon. Nur ganz wenige von Ihnen sind zu Ihrer Studienzeit hier an der HSG in den Genuss des Jahrgangssponsoring gekommen, denn gerade erst letztes Jahr schloss der von PricewaterhouseCoopers gesponserte Jahrgang der «Class of 1998» ab. Was haben Sie verpasst?

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Das Sponsoring eines gesamten Studienjahrgangs, welches seit fünf Jahren praktiziert wird, hat sich zu einer Partnerschaft zwischen Studentenschaft und den Unternehmungen entwickelt. Gegenwärtig werden die Studierenden durch Swiss Re, PricewaterhouseCoopers, Novartis, Merrill Lynch und Roland Berger unterstützt. Das Konzept «Jahrgangssponsoring» basiert auf dem Gedanken, dass eine Unternehmung die Studierenden eines Jahrgangs durch ihr gesamtes Studium begleitet, d.h. jeder Jahrgang steht vom ersten Semester bis zum Studienabschluss nach vier Jahren unter dem Patronat derselben Unternehmung. Die Unternehmung tritt nicht nur als Sponsorin mit materiellen Dingen auf, sondern auch als persönliche Partnerin der Studierenden. Gerade diese «persönliche Partnerschaft» wird gegenwärtig ausgebaut und der Vorstand der Studentenschaft arbeitet gemeinsam mit den Firmen an einem Mentorenprogramm, in dem

Mitarbeiter aus der Praxis als Coaches von Studierenden auftreten werden Grundsätzlich durchläuft das Jahrgangssponsoring immer wieder bestimmte Phasen. Es beginnt im ersten Jahr mit einer Förderung des «Socialising» der neuen Studierenden und des gegenseitigen Sich-kennen-Lernens. Im zweiten Jahr beginnt dann eine verstärkte inhaltliche Zusammenarbeit. Es finden Gastvorträge statt oder es wird eine Unterstützung bei der Auswahl von Praktikumsstellen angeboten. Im Hauptstudium schliesslich wird diese intensiviert, kann man doch bei den anstehenden Diplomarbeiten, Workshops oder «case studies» gemeinsam an Problemstellungen arbeiten. Im letzten Jahr, in der Endphase des Sponsorship, findet zu Beginn eine «Woche des Jahrgangssponsors» statt. Hier beginnt für die Studierenden der eigentliche Recruiting-Prozess. Geplant ist eine Woche, während der sich das Unternehmen in Plenarveranstaltungen präsentiert und den Studierenden die Möglichkeit gibt, zu diskutieren und Probleme zu bearbeiten, um dabei Arbeit und Mitarbeiter der Unternehmung kennen zu lernen. Damit Sie einen Eindruck von den zahlreichen Aktivitäten bekommen, zeichnen wir ein Bild der aktuellen Tätigkeiten. Beginnen wir mit dem jetzigen ersten Semester, der

«Class of 2003» Was haben heute die Studierenden von diesem Projekt? Schon im Sommer hatten wir unsere zukünftigen Kommilitonen angeschrieben und sie mit ersten Informationen versorgt. Dieses Mailing wurde begleitet von einem Brief des Alumnus Walter B. Kielholz, CEO Swiss Re. Dann, am ersten Tag des neuen Semesters, startete das Mentorenprogramm. Dieses sechs Jahre alte Programm wird durch den Jahrgangssponsor finanziell und ideell un-

terstützt. Sechs Studierende werden von einem Studierenden aus den oberen Semestern betreut. Er führt in die Infra- sowie die informelle Struktur der HSG ein, zeigt seinen Mentees St. Gallen und zusammen geht man beispielsweise auf Beizentour oder man geniesst gemeinsam ein selbst zubereitetes Dinner. Darüber hinaus ist der Mentor ein ständiger Ansprechpartner, auf den die Studierenden auch noch einmal zur Prüfungszeit zukommen können. Zum ersten Mal wurde dieses Jahr das Mentorenprogramm mit einem besonderen Abend für die Mentorinnen und Mentoren abgerundet: Alle Mentoren wurden zu einer Theateraufführung und einem anschliessenden Essen eingeladen. Noch bevor man seine Mentoren findet, hat man gewöhnlich sein Erstsemesterpackage abgeholt. Dieser Rucksack, der ebenfalls vom Jahrgangssponsor gestellt wird, ist gefühlt mit vielem Nützlichen - Prüfungsadäquatem Taschenrechner, TShirt, Schreibutensilien, Fertigmahlzeiten... 28. Oktober 1999,Vereinsinformationsbörse. Seit einigen Jahren organisiert der Vorstand im Foyer des Bibliotheksgebäudes eine Messe, an der sich die Initiativen und Vereine den neuen Studierenden vorstellen und um neue Mitglieder werben, teilweise konkurrieren. Dieses Jahr präsentierten sich über 40 Vereine der Universität und erstmals auch der Jahrgangssponsor des ersten Semesters. Sie fand in der Diskothek Palace in St. Gallen statt. Sie war stimmungsvoll und gefüllt mit Erstsemestrigen und Mentoren, die ausgelassen feierten. Es war die Party der «Class of 2003», organisiert von der Studentenschaft und dem Jahrgangssponsor. Der CEO dieses Jahrgangssponsors, Walter B. Kielholz, kam im November persönlich an die Universität, um «seinen» Jahrgang zu begrüssen und Einblicke in das Rückversicherungsgealma 2/2000


JAHRGANGSSPONSORING

schäft zu geben. Aber er vermittelte noch viel mehr:Walter B. Kielholz demonstrierte in persona, dass man als HSG-Absolvent in verantwortungsvolle Positionen kommen und, das vor allem, menschlich bleiben kann. Im Anschluss an die Rede verloste Swiss Re noch eine Aktie der Unternehmung; gefragt war der Aktienkurs vom 11.11.1999 um 11.00 Uhr, die Kursschätzung musste spätestens sieben Tage zuvor abgegeben worden sein. Zwei Studierende schätzten den richtigen Kurs; Stichentscheid. Ein Gewinner und doch zwei Sieger: Swiss Re vergab spontan zwei Aktien.

«Class of 2002» Zum ersten Mal im vergangenen Sommer hat die «Class of 2002» erlebt, was es heisst, in St. Gallen für ein Vordiplom zu lernen. Um die zehnwöchige Bewährungsprobe mit Optimismus in Angriff zu nehmen, schenkte der Jahrgangssponsor PricewaterhouseCoopers (PwC) seiner «Class of 2002» zum Durchhalten je eine Kaffeetasse und den dazugehörenden Kaffe. Kurz vor den Prüfungen bekamen die Studierenden eine Ermutigungskarte zugesandt. An diesem Beispiel wird die Idee des Jahrgangssponsoring deutlich: Zum einen werden die Studierenden materiell unterstützt - viel wichtiger aber ist der Aufbau einer persönlichen Beziehung zwischen dem Jahrgang und seinem Jahrgangssponsor. Begünstigt wird diese persönliche Beziehung durch HSG-Alumni, die «ihrer» Universität etwas von dem zurückgeben wollen, was sie bekommen haben. So ist das persönliche Engagement von Urs Landolf, Partner von PwC in Zürich, ein wesentlicher Motor des ganzen Projektes «Jahrgangssponsoring». Durch ihn ermöglicht worden sind Social Events wie beispielsweise die PwC-Party oder zahlreiche Formen der inhaltlichen Zusammenarbeit in den verschiedensten Projekten der Studentenschaft. Neben START, dem Buddy System, ist dieser Jahrgangssponsor bei der «EduAction - team challenge 2000» Corporate Partner. Im Laufe der Partnerschaft hat sich Urs Landolf nie gescheut, neue Wege gemeinsam mit der Studentenschaft einalma 2/2000

zuschlagen, um an der Qualität und dem Renommee unserer Universität zu arbeiten. Für ein solches Engagement sind wir Studierenden, Ihnen, den HSG-Alumni und unseren Jahrgangssponsoren in Dank verbunden.

«Class of 2001» Am 18. November 1999 lud der Jahrgangssponsor der «Class of 2001» rund 50 Studierende nach Basel zum Novartis Day ein. Die neugierigen Teilnehmenden erhielten die Gelegenheit, Fakten über das Umfeld von Novartis und die Tätigkeitsbereiche dieses global tätigen Konzerns kennen zu lernen. Wie wichtig es ist, Einblicke in ein Unternehmen zu ermöglichen, zeigte sich in der Diskussion über den Wandel von der chemischen Industrie zu Life Sciences und zurSpezialitätenchemie, der sich in der Realität schneller vollzog, als sich das Bild änderte, das die Studierenden von Novartis haben. Doch auch die Teilnehmenden wurden an diesem Tag gefordert. In mehreren Gruppenarbeiten, unter anderem zusammen mit Spitzenmanagern der Unternehmung, wurden Fragen zur Positionierung von Novartis, zu deren Stärken und Schwächen sowie zu den aktuellen Herausforderungen diskutiert. Dass die Neugier der Studierenden noch nicht gestillt ist, zeigten die vielen offen gebliebenen Fragen am Ende der Entdeckungsreise in die Praxis.Aus den Ergebnissen des Workshop wurden die «key topics» abgeleitet, welche im sechsten Semester an einem zweiten Novartis Day weiterverfolgt werden. Ein Life-Sciences-Konzept, der Zusammenhang zwischen Produktenamen und Firmennamen, die externe Kommunikation, Customer Focus und Synergien sind Themen, welche Novartis auch in der Zukunft mit neugierigen Studierenden der «Class of 2001» bearbeiten wird.

dinierte hierfür exklusive Firmenpräsentationen, Möglichkeiten zur Durchführung von Interviews und Social Events im Vorfeld der breit angelegten Recruiting-Messe Forum-HSG, welche alljährlich professionell von AIESEC St. Gallen organisiert wird. Im Verlauf der Partnerschaft hat Merrill Lynch mehrfach gezeigt, dass nicht nur das «return on investment» die Idee des Jahrgangssponsoring vorantreibt. So hat Merrill Lynch beispielsweise sein damaliges drittes und viertes Semester direkt in der Qualität der Lehre unterstützt.Aufgrund der steigenden Studierendenzahlen werden insbesondere Übungsgruppen zu gross, um eine angemessene Interaktion unter den vielen Studierenden zu ermöglichen.Aus diesem Grund hat Merrill Lynch seinem Jahrgang Dozenten und zusätzliche Englischkurse finanziert, sodass in kleinen Gruppen auf dieses Pflichtfach hin gelernt werden konnte. Dies macht mehrfach Sinn: Die Studierenden geniessen eine bessere Ausbildung, die angespannte Finanzsituation der Universität wird ansatzweise entschärft und «English as corporate language at Merrill Lynch» ist das verbindende Element zwischen Jahrgangssponsor und Studierenden. Wir hoffen, Sie haben uns gerne auf dieser Tour d’Horizon durch das Projekt «Jahrgangssponsoring» begleitet. Es ist gegenwärtig vieles an unserer Universität in Bewegung geraten. Wir leisten unseren Beitrag zur Neuorientierung der Universität St. Gallen und werden Sie als Alumni unserer Universität demnächst ebenfalls hierzu einladen. Jahrgangssponsoring, Coachingprogramme und der intensive Einbezug der HSG-Alumni sind Bausteine einer neuen Universität St. Gallen. Martin Karow, VP Sozial des Vorstandes 99/00 Florian Schweitzer, Präsident des Vorstandes 99/00

«Class of 2000» Die «Class of 2000» wird im Herbst 2000 zur Lic.-Prüfung antreten. In dieser letzten Phase des Studiums geniesst gegenwärtig der Jahrgangssponsor Merrill Lynch Privilegien im CampusRecruiting. Die Studentenschaft koor-

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FAH-HSG: Immer aus der Sicht des Kunden

Professoren Dr. Christian Belz (links) und Dr.Torsten Tomczak (Mitte) am letzten Fachdialog für Marketing, an welchem die Institutsmitarbeiter jährlich mit Führungskräften die neuen Herausforderungen der Marketingpraxis und Forschungsergebnisse diskutieren.

Ob Höchsttechnologien oder Konsumgüter – das Forschungsinstitut für Absatz und Handel (FAH) stellt marktbezogene Fragen und sucht die Antworten darauf. Von Heidi Steiger

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Wer glaubt, an einem alteingesessenen Institut der HSG, welches 1967 von Prof. Dr. Heinz Weinhold-Stünzi gegründet wurde, könne man sich auf

seinen Pfründen ausruhen, wird am FAH jäh eines Besseren belehrt. Das Forschungsinstitut für Absatz und Handel finanziert sich zum allergrössten Teil selber, und dies mit rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Geld fliesst via Seminare für Führungskräfte und Kooperationsprojekte mit Unternehmungen herein. Und aus der gleichen Quelle holt man sich gleich auch Inputs für die Forschung. Den Umsatz will man dort erzielen, wo die inhaltliche Arbeit geleistet wird. Und diese wiederum findet in den fünf Kompetenzzentren des Instituts statt: Industriegütermarketing, Nanomarketing, Internationale Handelsdynamik, Distribution und Kooperation, Marketingplanung und -controlling. Die zwei bestehenden Lehrstühle am FAH von Prof. Dr. Christian Belz und Prof. Dr.Torsten Tomczak werden auf Anfang April ergänzt durch den von der Migros gestifteten Gottlieb-Duttweiler-Lehrstuhl für Internationales

Handelsmanagement (s. alma 2/1999) unter Prof. Dr.Thomas Rudolph.

Marketing für Kleinststrukturen Das neueste Forschungsfeld des FAH lässt sich im Bereich «Höchsttechnologie-Marketing» ansiedeln. Die sogenannte Nanotechnologie befasst sich mit Kleinststrukturen, welche tausendfach kleiner sind als die heute bereits beherrschten Mikrostrukturen. Mit solchen nanoskaligen Strukturen im Grössenbereich von Molekülen und Atomen schätzt man irgendwann in der Lage zu sein, ganz neue Produkteigenschaften und Fertigungsqualitäten zu erschliessen. Man stelle sich beispielsweise Oberflächen vor, welche nicht mehr gereinigt werden müssen, weil aufgrund der Oberflächenbeschaffenheit kein Schmutz darauf haften bleibt. Das FAH leistet im Bereich dieser neuen Schrittmachertechnologie einen Beitrag für deren marktbezogene alma 2/2000


AUS DEN INSTITUTEN

Beurteilung. Unter der Leitung von Dr. Michael Reinhold wird ein neues Kompetenzzentrum Nanomarketing aufgebaut. Die Zusammenarbeit mit Forschern der ETH und dem KTI des Bundes spielt dabei eine wichtige Rolle. Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen Forschungstätigkeit des FAH fällt unter das Stichwort Globalisierung. Das «Global Account Management» befasst sich damit, wie globale Anbieter mit globalen Kunden zusammenarbeiten. Interessant sind beispielweise Fragen zur internationalen Preisharmonisierung, denn globale Kunden orientieren sich oft an den international günstigsten Angeboten. Für Anbieter schlagen preisliche Anpassungen sehr rasch auf Erträge und Umsätze durch. Natürlich gehört ein wesentliches Augenmerk der Marketing-Forschung auch dem E-Commerce. Man beschäftigt sich hier weniger mit der technologischen als vielmehr mit der Kundensichtweise. Im E-Commerce bestimmt das Kundenverhalten die Geschwindigkeit. Nur was die Kundin oder der Kunde auch wirklich annimmt, kann sich durchsetzen. Für das Unternehmen selber stellt sich die Frage, wie diese neue Vertriebsform optimal in das bestehende Distributionssystem integriert werden kann. Es besteht die Gefahr von Abgrenzungsproblemen und Konflikten aufgrund von Sortimentsunterschieden.

Partnerschaftskonzept für Studierende Im Bereich der Lehre ist das Fach Marketing in alle Stufen integriert. Auf der Lizentiatsstufe wird eine Vertiefungsrichtung Marketing angeboten, welche derzeit von ungefähr 55 Studierenden belegt wird. Auf Praxisbezug wird dabei grosses Gewicht gelegt. Es hat sich gezeigt, dass von bisherigen Absolventinnen und Absolventen der grösste Teil nach dem Studium dem marktbezogenen Bereich treu geblieben ist. Seit zwei Jahren besteht ein Partnerschaftskonzept zwischen Studierenden und Unternehmen: Teams aus jeweils drei bis fünf Studierenden werden während des zwei Jahre dauernden Lizentiatsstudiums von einem Partnerunternehmen begleitet. Zu diesen Partalma 2/2000

Stoffes im Vordergrund. Dazu werden überwiegend Referate mit Fallstudien und begleitenden Workshops eingesetzt. Ergänzend werden Diskussionsabende und Kamingespräche angeboten. In der letzten Phase, der Nachbereitung, wird der Stoff anhand eines Fachkompendiums mit Vortragsunterlagen vertieft und gezielt für das eigene Unternehmen umgesetzt.

Publikationstätigkeit

Prof. Dr.Thomas Rudolph, Inhaber des neuen Gottlieb-Duttweiler-Lehrstuhls für Internationales Handelsmanagement

nern gehören unter anderen Compaq, Zürich, Unilever und Swisscom. Mit diesem Konzept können verschiedene Ziele gemeinsam verfolgt werden: Erstens ergibt sich die dauernde Verknüpfung zwischen der Theorie und ihrer Anwendung in einem konkreten Fall und die Studierenden haben die Möglichkeit, über längere Zeit mit Führungskräften zusammenzuarbeiten. Zweitens soll Sozialkompetenz gefördert werden durch die Verpflichtung und Verantwortlichkeit der Studierenden gegenüber einem dauernden Partner. Für Praxisleute bietet das FAH ein reichhaltiges Weiterbildungsangebot. Dieses ist eher an längerfristigen und ausführlicheren Seminaren orientiert und richtet sich an marktbezogene Führungskräfte. Inhaltliche Themen sind Verkaufsmanagement, Kommunikationsmanagement, Einkaufsmanagement, System-Marketing oder ECommerce. In den Seminaren wird ein dreiphasiges Lernkonzept verfolgt. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer initiiert auch in der eigenen Unternehmung ein Projekt, welches während des ganzen Seminars betreut wird. Die erste Phase, die Vorbereitung, dient der Einstimmung auf die jeweilige Seminarwoche.Vorbereitungsunterlagen helfen, sich auf den Stoff einzustellen und eigene Interessen zu definieren. In der Seminarphase steht die Vermittlung des

Ungewöhnlich ist der hohe Stellenwert der Publikationstätigkeit des FAH. Mit dem Verlag THEXIS verfügt das Institut über einen eigenen Verlag für Fachpublikationen im Marketing. Dazu gehört insbesondere die gleichnamige Fachzeitschrift, welche bereits im 17. Jahrgang erscheint. Die THEXIS widmet sich in jeder Ausgabe einem bestimmten Thema aus dem Bereich des Marketing; die neuesten beiden Hefte tragen die Titel «Direct Marketing im Handel» und «Product Life Cycle Management».Weiter werden im Verlag Fachbücher und Fachberichte herausgegeben. Diese Publikationen sollen den Transfer von Ergebnissen in Forschung und Anwendung fördern, um Herausforderungen in Marketing- und Handelsmanagement erfolgreich zu bewältigen. Das gesamte Publikationsangebot des FAH kann über verschiedene Leistungspakete abonniert werden.

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teckbrief des Forschungsinstituts für Absatz und Handel (FAH-HSG)

Tätigkeit/Kompetenzzentren: Industriegütermarketing, Nanomarketing, Internationale Handelsdynamik, Distribution und Kooperation, Marketingplanung und -controlling Gründungsjahr: 1967 Präsident: Prof. Dr. Heinz Hauser Direktion: Prof. Dr. Christian Belz, Prof. Dr.Torsten Tomczak MitarbeiterInnen: 45 Adresse: Bodanstrasse 8, 9000 St. Gallen, Telefon 072 224 28 20, Fax 071 224 28 57, Internet: www.fah.unisg.ch

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START – the spirit of venture START – das Wort steht für studentischen Unternehmergeist an der HSG. Am jährlich stattfindenden Forum treffen sich jeweils rund 100 studentische Teilnehmer und ebenso viele erfolgreiche Unternehmer zum Gedankenaustausch, wobei START die Aktivitäten im letzten Jahr darüber hinaus ausgebaut hat.

Von Nicole Schiessl An dieser Stelle sind in den vorangegangenen alma-Ausgaben jeweils Vereine an der HSG vorgestellt worden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim abendlichen «STARTgeflüster»

START gehört streng genommen nicht dazu, da es sich um ein Projekt von Studentenschaft und AIESEC St. Gallen handelt. START ist seit der Gründung im Sommer 1996 aber so eigenständig und erfolgreich geworden, dass es innerhalb der Studentenschaft vereinsähnliche Strukturen angenommen hat und daher auch wie ein Verein vorgestellt werden soll. START - das ist zum einen das jährlich stattfindende Unternehmensgründungsforum. Rund 100 studentische Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Universitäten der Schweiz, Deutschlands und Österreichs versammeln sich auf Schloss Wolfsberg in Ermatingen am Bodensee, um Vorträge zu hören, an Workshops mitzuarbeiten und das Gespräch mit anderen UnternehmerGeistern zu pflegen. Gelehrt und gelernt wird an diesen Tagen das Unternehmertum, ein Thema, das im klassischen BWL-Lehrplan der Schweizer Universitäten (noch) kaum Platz findet.

Dass die Herausforderung «Selbstständigkeit» offenbar reizt, zeigen die stets zahlreichen Bewerbungen für eine Teilnahme am START-Forum. Erfolgreiche und prominente Referenten bürgen um qualitativ hoch stehendes Wissen, welches an die Teilnehmer weitergegeben wird. Der ehemalige Geschäftsführer von RTL, Helmut Thoma, der Gründer und Inhaber von «Otto’s Warenposten», Otto Ineichen, Ulrich Geilinger von der Bank Vontobel, der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth und Helmut Haussmann, Bundeswirtschaftsminister a.D., das sind nur einige der prominenten Namen auf den Referentenlisten der bisherigen vier START-Foren. Gekrönt wird diese Liste der prominenten START-Redner vom amtierenden deutschen Bundespräsidenten Johannes Rau, der dem diesjährigen Forum einen Besuch abstattete und sich vor rund 1000 anwesenden Studierenden mit dem Fern-

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STUDENTISCHE VEREINE IM PORTÄT

sehjournalisten Otto C. Honegger über das Unternehmertum unterhielt. Rau bestärkte die jungen Zuhörer, sich auf ihrem Lebensweg für die unternehmerische Selbstständigkeit zu entscheiden. Die spezielle Atmosphäre der START-Foren macht indes bei weitem nicht nur die Liste der Prominenten aus, sondern vor allem auch diejenige der vielen erfolgreichen Unternehmer, welche den Forumsteilnehmern von ihren Anfängen und Erfahrungen erzählen und so für viele ein Vorbild darstellen.

as START-Team erreicht man unter folgender Adresse:

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Studentenschaft St. Gallen Varnbüelstrasse 19 9000 St. Gallen Tel. 071 224 21 95 Fax 071 224 25 13 E-Mail START@unisg.ch Weitere Informationen finden Sie unter www.start.ch oder auch unter www.dynamicventures.ch

Ein Jahr intensive Vorbereitung Die Vorbereitung des Forums läuft mittlerweile über das ganze Jahr. Rund 20 Studierende der HSG und der ETH in Zürich, mit welcher eine immer enger werdende Zusammenarbeit gepflegt wird, kümmern sich darum, dass die Veranstaltungen erfolgreich ablaufen. Alles ehrenamtlich, versteht sich. Was motiviert einen HSG-Studierenden, sich derart intensiv um ein Projekt zu kümmern? Mit Worten ist dies wohl kaum zu erklären, und man versteht es eigentlich nur, wenn man im Büro der STARTler weilt und miterlebt, wie da in einem Team gearbeitet wird. Hermann Arnold, Mitbegründer von START, erklärt sich die Motivation vor allem durch die sehr spannende und abwechslungsreiche Arbeit, welche bei START geleistet werde. Man lerne interessante Leute kennen und könne aufgrund der flachen «Hierarchie» im START-Team viele eigene Ideen einbringen und so selber den Unternehmergeist pflegen.

START breitet sich aus Zahlreiche namhafte Sponsoren haben sich in den vergangenen Jahren bereit erklärt, die Idee des Gründungsforums zu unterstützen. So kommt es, dass das Non-Profit-Unternehmen jedes Jahr einen Gewinn verzeichnen kann, der in neue Projekte reinvestiert wird. So wurde beispielsweise anlässlich des Forums 2000 zum ersten Mal die Messe DYNAMICventures durchgeführt. Zahlreiche junge Unternehmen nutzten den Anlass, sich zu präsentieren und wichtige Kontakte zu knüpfen; die alma 2/2000

Forumsteilnehmer und weitere interessierte Studierende hatten Gelegenheit, sich bei den Unternehmen um ein Praktikum oder einen Job zu bewerben. START breitet sich aber auch mehr und mehr in der Lehre an der HSG aus. Mittlerweile gibt es an der HSG einen eigenen Wahlblock «Unternehmertum», in den START Ideen einbringt. «STARTkick» sorgt dafür, dass die Unternehmer-Idee immer wieder in den Alltag der Studierenden eingebracht wird. Kreative Köpfe sollen begeistert werden für die Idee der Selbstständigkeit und von Vorbildern lernen können. Im November letzten Jahres haben beispielsweise bereits Erstsemestrige Businesspläne erstellt, welche von professionellen Venture-Capital-Experten beurteilt worden sind. Ausserdem finden Vorträge und Workshops zu Themen statt, die für potenzielle studentische Gründer relevant sind. Wer ein Unternehmen gründet, bekommt von START zahlreiche Hilfestellungen. Mit «STARTkit» kann sich der Jungunternehmer beispielsweise bei der Gründungsfinanzierung, beim Aufbau der betriebswirtschaftlichen Software oder beim Lösen der Kommunikationsprobleme helfen lassen. Ziel von START sei es, dass an der HSG und auch an anderen Universitäten Unternehmer ausgebildet würden, erklärt Hermann Arnold. Er betont aber, dass dann nicht unbedingt jeder Unternehmer auch ein eigenes Unternehmen gründen solle und wolle, denn auch Grossunternehmen bräuchten Unternehmergeist.

START – an der HSG, an der ETH und bald an jeder Universität? Die immer enger werdende Zusammenarbeit zwischen der HSG und der ETH Zürich hat in diesem Jahr dazu geführt, dass unmittelbar im Anschluss an das HSG-Forum in Zürich die Tagung STARTbiotech stattgefunden hat, an der sich die Teilnehmer über die Unternehmensgründung im biologisch-technologischen Bereich Gedanken gemacht haben. Demnächst sollen Veranstaltungen unter dem Dach von START St. Gallen auch an der EPFL in Lausanne und an der Universität in München durchgeführt werden. Das nächste HSG-START-Forum findet vom 14. bis 16. Januar 2001 wieder auf Schloss Wolfsberg in Ermatingen am Bodensee statt.

Wissensmanagement Am Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement (mcm institute) betreibt das Kompetenzzentrum Enterprise Knowledge Meduum (EKM) seit fünf Jahren Forschung im Bereich Wissensmanagement. Als kostenfreien Dienst für die Knowledge Management Community und für interessierte HSG-Absolventen bietet es nun auf der NetAcedemy (www.netacademy.org oder direkt unter www.knowledgemedia.org) ein Expertenverzeichnis für diesen Bereich an. Das EKM hat ausserdem vor kurzem die führenden Software-Lösungen für den Bereich Knowledge Management evaluiert und stellt die Resultate dieser Vergleichstests nun in einer Studie zur Verfügung Kontakt: Dr. Martin J. Eppler Leiter des Kompetenzzentrums Enterprise Knowledge Medium (CC EKM), mcm institute, Müller-Friedberg-Strasse 8 9000 St.Gallen Martin.Eppler@unisg.ch

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

Die Kunst, mit Risiken umzugehen Walter B. Kielholz, CEO der Swiss Re

Walter B. Kielholz, lic.oec.HSG H’1975

Von Beat Felber «Die Sicherheitsbesessenheit ist gerade in der Schweiz gesellschaftlich sehr verbreitet. Der Eindruck, sich gegen alles und jedes Risiko versichern zu können, ist wahnsinnig und fördert eine Versicherungsmentalität, die schlimm ist, weil sie suggeriert, dass einem überhaupt nichts mehr passieren kann: Man geht im beruflichen wie im privaten Leben überhaupt keine Risiken mehr ein und dann kommen die grossen Unzufriedenheiten. Im Leben muss man Risiken eingehen.» Punkt. Schluss. Stille. Walter B. Kielholz lehnt sich in seinen schwarzen Ledersessel zurück, lächelt, studiert genüsslich und mit typisch verschmitztem Blick die Wirkung seiner provokativen Worte auf sein Gegenüber, wartet ein paar Sekunden und fügt dann bei: «Ich hingegen will das Risiko nicht vermeiden, sondern nur kalkulierbar machen. Deswegen arbeite ich auch hier.» Wenn beim CEO des weltweit zweitgrössten Rückversicherers das Stichwort Risiko fällt, muss dieser selbstverständlich nicht lange nachdenken. Der Mann weiss, wovon er alma 2/2000

spricht. Zu lange arbeitet er in der Branche, zu leidenschaftlich befasst er sich tagtäglich mit Risiken rund um den Erdball, zu erfolgreich managt er «seinen» Betrieb, dessen Kunden jährlich immerhin über 18 Milliarden Bruttoprämieneinnahmen einzahlen, um Risiken abzudecken: sei dies für die Haftpflicht von pharmazeutischen Produkten, für Risiken von Atomindustrieanlagen, Satellitengeschäften oder Umweltkatastrophen. Und bei ihm ganz persönlich? Ist Walter B. Kielholz ein risikofreudiger Mensch? «Eigentlich bin ich eher risikoscheu. Ich würde zum Beispiel nie Bungee-Jumpen. Ich erhalte keine Kicks aus diesen neuen, trendigen Adventure-Sportarten. Hingegen habe ich, wie erwähnt, das kalkulierte Risiko sehr gerne», sagt der 49-jährige Stadtzürcher.Tatsächlich zieht sich dieses kalkulierte Risiko bei näherer Betrachtung mindestens seit seinem Studium an der HSG wie ein roter Faden durch sein Leben. Denn schon damals, während seiner Studienzeit in St. Gallen, ging er durchaus Risiken ein, indem er nämlich «oft und gerne», wie er sagt, abwesend war: «Ich war kein eifriger Student, war viel unterwegs.»

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

«Doktorieren? Das hätte gerade noch gefehlt!» Im Winter zog es ihn in die Alpen zum Skifahren, im Sommer auf das Wasser, wo er wettkampfmässig Regatten segelte und gar eine Zeit lang der Schweizer Segel-Nationalmannschaft angehörte. Daneben arbeitete er als Assistent des Direktors des Schweizerischen Studentenreisedienstes (SSR), und schliesslich «verlor» er auch noch ein Jahr im Militär, wo er es bis zum Hauptmann brachte. «Deshalb», sagt Walter B. Kielholz heute rückblickend und schmunzelnd, «war ich nur teilzeitlich in St.Gallen...». Was allerdings nicht heisst, dass er sein Studium hinauszögerte oder weniger engagiert gewesen wäre. Als Mitglied des Vorstands der Studentenschaft und im Vorstand des ISC setzte er sich aktiv für studentische Anliegen ein. In dieser Entourage fand er, was er auch heute noch am meisten an seiner Studienzeit schätzt: «Natürlich wurden wir fachlich sehr gut ausgebilWalter Kielholz: «Ich möchte, dass unser Unternehmen das innovativste der Branche bleibt.»

det. Fast wichtiger als die eigentliche Wissensvermittlung ist jedoch, dass ich in St.Gallen das soziale Rüstzeug mitkriegte, die Horizonterweiterung, dieses Neugierig machen für Problemlösungen oder Entwicklungen, dieses Klima der Internationalität, den spannenden Mix in der Studentenschaft Menschen mit verschiedensten Hintergründen, ehrgeizige, verschrobene, interessante Menschen - dies alles finde ich noch heute eigentlich fast das Wertvollste an meiner Studienzeit.» Im Frühling 1976, nach sechs Jahren Betriebswirtschaftslehre, schloss Walter B. Kielholz sein Studium in Finanz- und Rechnungswesen mit dem Lizentiat ab. «Ein guter Abschluss», findet er, «für so wenig, wie ich präsent war. Ich hätte sogar doktorieren können.» Und warum, bitte, tat er es nicht? «Ja, das hätte gerade noch gefehlt!», lacht Walter B. Kielholz in seiner geraden und offenen Art heraus, auf Grund deren ihm einst sein Vater eine Diplomatische Karriere aus dem Kopf schlug. «Nein, nein, ich hatte es satt, wollte nicht mehr studieren und hatte genügend Zeit in Schulund Studierzimmern verbracht.» Machen hiess also die Devise und nicht philosophieren. Das ist eine Ei-

genschaft, die ihn auch heute noch prägt. So heuerte er denn nach einem Abendessen mit seinem künftigen Schwiegervater eher zufällig bei der General Reinsurance Corporation an, für die er in den folgenden Jahr in den USA, in Grossbritannien und Italien tätig war, bevor er Marketingaufgaben im Bereich Europa betreute. 1986 wechselte er zur Schweizerischen Kreditanstalt, wo er in der Abteilung Multinational Services die Gesamtkundenbetreuung im Geschäft mit grossen Versicherungskonzernen übernahm. Dazwischen baute er zusammen mit seiner Gattin eine Galerie für moderne Druckgrafiken auf.

Gegenwind als Herausforderung Anfang 1989 schliesslich nahm Walter B. Kielholz’ Karriere bei der Schweizer Rück unaufhaltsam ihren Anfang. Die Übernahme von Grossrisiken, die Internationalität und die globale Dimension des Geschäfts behagt ihm sichtlich. Begonnen hatte er als Leiter des Länderbereichs Japan und Ferner Osten auf, wo er zuständig war für die Marketing-Koordination in diesen Märkten sowie für die Zeichnung

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

des Property-Casualty-Geschäfts. Anfang 1992 wurde ihm zusätzlich die Verantwortung für das Rückversicherungs-Geschäft des Stammhauses in den USA und in Grossbritannien übertragen. Im Januar 1993 wurde er Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizer Rück in Zürich. Seit April 1995 ist er Mitglied des Geschäftsleitungs-Ausschusses und Leiter des Bereichs Alternative Risk Transfer. Seit 1997 ist er Präsident der Geschäftsleitung der Schweizer Rück und er führt das Unternehmen mit seinen beinahe 9000 Mitarbeitern als CEO. Und an der Generalversammlung vom 26. Juni 1998 haben ihn schliesslich die Aktionäre in den Verwaltungsrat der Swiss Re gewählt, welcher ihn gleichentags zum Delegierten des Verwaltungsrates ernannte. Klar, dass es dabei an risikoreichen Herausforderungen nicht fehlt. «Die grösste Herausforderung besteht wohl in der wahnsinnig schnellen Veränderung, in der Beschleunigung im politischen, aber vor allem auch im wirtschaftlichen Leben», räsoniert Walter B. Kielholz. Epochale Veränderungen gingen früher viel langsamer vor sich. Heute gehe das innert Monaten: «Trends kommen und gehen mit äusserst rasanter Geschwindigkeit und ebenso rasch gilt es zu entscheiden.Wer beispielsweise das E-Business verpasst oder wer nicht ständig überall aufpasst, ist schnell einmal weg vom Fenster.» Deshalb auch sieht Walter B. Kielholz seine Aufgabe weniger in einer chefzentrierten Führung als vielmehr darin, Leute um sich zu scharen, die einer Fussballelf gleich - eine gute Equipe formen. Darin brauche es Stürmer genauso wie Liberos, Goalies und Verteidiger, eine Elf, meint er, die einem erlaubt, ein Spielfeld und viele der möglichen Situationen darauf abzudecken. Dass er dabei auch mal Gegenwind in Kauf nehmen muss, wie beispielsweise während der vergangenen zwei Jahre, als er mit grossem Engagement die manchmal harzende Expansion der Swiss Re in den USA vorantrieb, ist sich Walter B. Kielholz nicht zuletzt durch seine langjährige Erfahrung als erfolgreicher Regatten-Segler bewusst und er ist es auch gewohnt. Und wie auf der Segeljacht, einem alma 2/2000

Hobby, dem er auch heute noch regelmässig frönt, fühlt er sich durch die Herausforderung eher angestachelt als behindert. «Natürlich geht es nicht immer, wie man will, aber Änderungen und das Eingreifen bergen halt tatsächlich immer Risiken in sich, deren Verantwortung übernommen werden muss, und das mache ich auch gerne», sagt Walter B. Kielholz, der fast eine Woche im Monat das überaus wichtige USA-Geschäft am amerikanischen Swiss Re-Sitz, eine Autostunde von New York entfernt, betreut.

Innovationsfördernde Zusammenarbeit mit «Class of 2003» Was seine zukünftige Karriere betrifft, gibt er sich wie immer pragmatisch: «25 Jahre werde ich sicher nicht mehr hier sein - so lange einem Unternehmen vorzustehen ist ungesund. Zehn Jahre sind da schon realistischer. Ich möchte, dass unser Unternehmen ganz einfach das innovativste der Branche bleibt, ob als weltweite Nummer eins oder zwei, spielt dabei eigentlich keine Rolle.» Genau diese Innovationskraft ist es denn auch, die ihn und seine Firma vergangenes Jahr wieder zurück an die HSG führte. Die Motivation für das Engagement der Swiss Re beim Jahrgangssponsoring (siehe entsprechender Artikel in dieser Ausgabe) für die «Class of 2003» sieht er nämlich unter anderem in eben dieser innovationsfördernden Zusammenarbeit zwischen Studenten und Unternehmen: «Ein grosser Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Hochschulabsolventen und ich will Zugang zu den besten. Durch das Jahrgangssponsoring ist dies gewährleistet. Zudem wollen wir aber mit verschiedensten Massnahmen ganz einfach an den Hochschulen präsent sein: Da herrscht ein Klima der Inspiration, der Internationalität, der Innovation.» Genau diejenigen Faktoren also, die Walter B. Kielholz einst wie heute von einem HSG-Studium überzeugen. Und genau deswegen findet er auch die Ansätze der Studienreform spannend. «Eigentlich nichts Revolutionäres», sagt Walter B. Kielholz , «denn sie beinhaltet genau diese Neugier auf das Neue, auf Probleme, dieses weltoffene

Swiss Re Die Schweizerische Rückversicherungs-Gesellschaft wurde 1863 in Zürich gegründet. Heute gehört die Swiss Re-Gruppe mit Bruttoprämieneinnahmen von rund 18 Milliarden Franken und rund 9000 Mitarbeitern zu den weltweit führenden und finanzstärksten Rückversicherern. Swiss Re ist an über 70 Stützpunkten in mehr als 30 Ländern präsent. Swiss Re ist ein an der Schweizer Börse kotiertes Unternehmen. Kunden-, Shareholder-Orientierung und Ökologie sind wesentliche Elemente der Unternehmensstrategie. Ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und den Kunden nimmt Swiss Re wahr, indem sie die Erkenntnisse aus ihrer vielfältigen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit weitergibt. Dies geschieht durch Markt- und Schadenanalysen, Publikationen, Mitwirkung im Risikodialog sowie durch das Engagement in Fragen des Umwelt- und Klimaschutzes, zum Beispiel mit der Unterzeichnung der Erklärung der Versicherungswirtschaft zum Einsatz für die Umwelt im Rahmen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP).

Milieu, die ich nach wie vor am wichtigsten finde, jedenfalls viel wichtiger, als eindimensionale Fachspezialisten auszubilden.»

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ORIGINALTON

Florian Schweitzer, Präsident der Studentenschaft 1999/2000

Ein Campus – wofür?

Education is EduAction» lautet die vor zwei Jahren von der Studentenschaft der Universität St. Gallen formulierte Vision. Heute befindet sich unsere HSG im Wandel – ein günstiger Augenblick für gute Ideen.

Welche Merkmale sollen die Absolventinnen und Absolventen von morgen auszeichnen? Auf diese Frage hin haben uns zahlreiche Alumni eine klare Antwort gegeben: Sozialkompetenz! Abgesehen davon, dass nun offensichtlich wissenschaftliche Fähigkeiten und Internationalität in der Wirtschaftswelt gar kein Thema mehr sind – sie sind vielmehr Voraussetzung – stellt sich die Frage, wie der weite Begriff «Sozialkompetenz» an einer Universität «erlernt» werden kann. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass das Selbststudium mit Blick auf die neuen Medien zunehmen wird.

Heute schon finden wir an der HSG mindestens zwei Welten vor: Während in den Vorlesungssälen Passivität vorherrscht, engagiert sich etwa ein Zehntel der Studierenden in studentischen Initiativen. Einen eigenen Bedarf decken diese Studierenden damit selbst – sie üben sich in der Wirtschaft.Wie in Laboratorien organisieren sie Konferenzen, Messen und dergleichen mehr. Was hier stattfindet, wird durch keine – durch das Internet global tätige – amerikanische Top-Universität ersetzt werden können:

Es ist die Übung in und an der Realität sowie das Spannen von aktiven Netzwerken.

Während ich dies schreibe, erfahre ich, dass mein Kommilitone Marius Klauser sich vor knapp drei Wochen selbständig gemacht hat. Kennengelernt habe ich ihn als Präsidenten des Rhetorik-Centers.Aus dieser «Labor-Erfahrung» hat er nun mit zwei weiteren Kollegen die Ecom Effective Communications GmbH gegründet, welche die an der Universität erprobten Kommunikationstrainings «draussen in der Praxis» mit weiteren Dienstleistungen anbietet.

Ist das Gründen einer Unternehmung nicht eine BWL-Übung par excellence? Könnte nicht eine von Marius Klauser geleitete Sitzung mit Alumni und Dozenten als Verwaltungsräte eine Prüfung sein? Die inhaltliche Zusammenarbeit, welche die Studentenschaft Stück für Stück mit den vier Jahrgangssponsoren vorantreibt, soll in Zukunft allen interessierten Ehemaligen die Möglichkeit bieten, mit den Studierenden an Praxisobjekten zu arbeiten. Alumni und Dozierende werden für Studierende zu Coaches. Uns Studierenden ist dabei bewusst, dass die Interaktion mit Ihnen keine Selbstverständlichkeit ist, denn sie nagt am wertvollen Gut Zeit. Ist die Zeit für eine unternehmerische HSG wieder gekommen?

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START UP

Lizentiat, Doktorat, McKinsey – Spielzeugladen HSG-Absolvent Dr. Oliver Lederle gründet Online-Kaufhaus myToys.de

Das Management-Team von myToys.de: Die drei Gründer um Oliver Lederle (oben links) haben sich Verstärkung geholt.

Von Philipp Hagen

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Auf den ersten Blick scheint es wie die Story vom Berater, der, egal womit, endlich selbst viel Geld verdienen will, wenn Oliver Lederle sagt: «Die Entscheidung, ein e-commerce-Business zu gründen,kam zuerst.Wir haben dann 20 bis 30 mögliche Konzepte evaluiert und daraus am Ende eines ausgewählt.» Doch ein zweiter Blick lohnt sich,denn ausser Berater war Lederle schon lange auch Unternehmer – und Spielzeugliebhaber. Oliver Lederle, in «soliden Verhältnissen» («Ich bin nicht im Rolls Royce zur Aufnahmeprüfung gefahren worden») in Ulm aufgewachsen, begann sein HSG-Studium 1988. In Wirtschaftsmagazinen wie Capital oder Handelsblatt, die er seit seinem fünfzehnten Lebensjahr studierte, weil er sich mit Aktien beschäftigte, hatte er regelmässig von der Hochschule gelesen. Seine erste Firmengründung hatte er damals auch schon hinter sich: Mit 18 Jahren gründete er eine Werbeagentur,die sich bald auf Prospektverteilung spezialisierte und heute, mehr als zehn Jahre später und längst verkauft, rund eine Million Kunden beliefert.

Die Studienzeit verlief zumindest typisch,was die bei den Studierenden hoch im Kurs stehenden Praktika angeht: Seit der ersten Station bei McKinsey im Zwischenjahr kehrte er immer wieder dorthin zurück, sodass er schon über zwei Jahre für die Unternehmensberatung gearbeitet hatte, bevor er später voll einstieg. Nach dem Lizentiat im Herbst 1993 kam die erste etwas ungewöhnliche Wendung: Lederle übernahm zusammen mit seiner Frau Daniela den kleinen, in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Teddybärenhersteller Grisly Spielwaren GmbH. Sie machte damit ihr Hobby zum Beruf. Er übte, was er bereits gelernt hatte:Turn-around-Management. Die Firma wird nach wie vor von seiner Frau geführt und ist heute wieder «klein, aber fein» (www.grisly.de). Mit Lederles Doktorat zum Thema «Kapazitätsmanagement in Bankfilialen» hatte das Teddy-Projekt dennoch wenig zu tun. Nach daher etwas verspätetem Abschluss der Dissertation im Frühling 1997 stand vollamtlich McKinsey auf dem Programm, auch wenn die Teddyfirma weiterlief.«So war ich während der Woche Berater und am Wochenende Unternehmer. Die Nähe zur Spielzeugindustrie mit den regelmässigen Besuchen zum alma 2/2000


START UP

Beispiel der Spielwarenmesse kommt mir heute zugute», sagt Oliver Lederle.

An der HSG Teamarbeit gelernt Auf die Frage nach dem entscheidenden Vorteil der St. Galler Ausbildung zögert er nicht lange: «Teamarbeit. Ich habe dort gelernt, im Team zu arbeiten, bei Seminararbeiten,für Präsentationen,sogar beim Lernen für Prüfungen, was ja eigentlich eine typische Einzelkämpfersache ist.» Auch, sich intensiv in ein Thema einzuarbeiten und es dann vor allem gut verkaufen zu können, sei gut gelehrt worden. Über die HSG fällt er daher ein ähnliches Urteil wie viele Kommilitonen: «Sicher deutlich besser als anderswo, aber es wird auch nur mit Wasser gekocht. Je nachdem, mit welchen Erwartungen man – gerade nach der Ausländerzulassungsprüfung – herkomme, könne man von «begeistert» bis «enttäuscht» alles sein. Letzteres war er wohl nicht,denn:«Auch wenn die Konkurrenz heute grösser ist, würde ich jederzeit wieder nach St. Gallen gehen.» Am schönsten scheint ihm die viele Zeit in Erinnerung geblieben zu sein, die er damals hatte, vor allem wohl im Vergleich zu heute. In seiner Studienzeit wurde die HSG in einer studentischen Publikation einmal als «Freizeitcamp mit Uni-Anschluss» bezeichnet, erinnert er sich. Dass das wenigstens zeitweise so ist, kann er bestätigen: «Während der Studienzeit habe ich segeln gelernt; danach bin ich nie wieder dazu gekommen.»

«Schwierigkeit, den goldenen Käfig McKinsey zu verlassen...» Was waren die Gründe, sich nach Jahren der «Wochenend-Selbsrständigkeit» endgültig für diesen Weg zu entscheiden? Bei McKinsey war Oliver Lederle zwei Jahre im bereich e-commerce tätig, wobei er betont, dass nicht etwa nur Konzepte geschmiedetwurden,sondern auch viel «schlüsselfertig» umgesetzt wurde. «Insofern war es gar nicht viel anders,als wenn man es selbst gemacht hätte. Da wächst natürlich der Reiz, es wirklich zu probieren. Zudem ist die Situation heute günstig wie nie:Einerseits kommt man sehr einfach an Kapital,andererseits alma 2/2000

Zwischen Tigerente und Tinky Winky machen «intelligente, schnell lernende Mitarbeiter» die myToys-Kunden

hat man zwar schon gewisse Risiken zu tragen, man fällt aber nicht sehr tief, wenn es nicht klappt.» Auf die Frage nach dem grössten Hindernis hat er schnell eine Antwort: «Den goldenen Käfig McKinsey zu verlassen...» Nachdem, wie eingangs erwähnt, zunächst diverse Konzepte zur Disposition gestanden hatten, entschieden sich Lederle und seine damals zwei Partner Oliver Beste (ebenfalls Ex-McKinsey) und Florian Forstmann (bis dahin Booz, Allen & Hamilton) schliesslich für den Online-Spielzeughandel. «Das lag sicherlich an meiner Vergangenheit, aber auch am sympathischen Produkt. Schlussendlich gibt es aber bei einer solchen Entscheidung am Ende sowieso keine ‹Hard Facts› mehr.» Und vor allem sei das Tempo entscheidend: «Wenn heute 100 Leute eine Idee haben, dann fangen zehn an, sehr ernsthaft darüber nachzudenken, und drei legen schliesslich los – daher muss man schnell sein. Lieber die drittbeste Idee nehmen, aber schneller sein als die beiden anderen.»

Stürmisches Wachstum vor Weihnachten Die Gründung der myToys.de GmbH fand schliesslich am 26. August 1999 statt und das Postulat der Schnelligkeit wurde erfüllt: Bereits nach sieben Wochen ging man am 14. Oktober 1999 «online». Und es ging gleich richtig los:

In den ersten sechs Wochen wurde der geplante Umsatz bereits um mehr als das Doppelte übertroffen. Zu diesem auch für die Gründer überraschenden Anschnellen der Bestellzahlen hat wohl nicht unerheblich die Beteiligung der Pro-Sieben-Gruppe im Austausch mit Medialeistungen beigetragen. Deren Tochterunternehmen Media-Gruppe Schweiz hält 10 Prozent an der Firma, dafür liefen Werbespots auf Pro Sieben und Kabel 1. Die Bestellungen haben sich dadurch verfünffacht. Ist diese Fernsehwerbung also das Geheimnis des Erfolgs? Auf diese Frage antwortet Lederle wieder ganz als Berater: «Es braucht drei Dinge: erstens ‹Customer Attraction› – die haben wir durch ein gutes Marketing und tatsächlich auch durch unseren Deal mit Pro Sieben. Wenn die Surfer dann bei uns angekommen sind, kommt es auf eine hohe ‹Conversion Rate› an, d.h. einen hohen Anteil an Surfern, aus denen Besteller werden. Das schaffen wir vor allem durch eine gute Technik, vor allem durch einfache Bedienung der Webseiten. Und schliesslich gilt es, eine hohe ‹Retention Rate› zu erreichen,das heisst, überzeugte Käufer sollen wieder zu uns kommen.» Das scheint bisher gut zu funktionieren. Vor Weihnachten gingen plötzlich fünfmal so viele Bestellungen ein wie geplant (2000 Päckchen am Tag statt 400). Angesichts solcher Zahlen packte jeder in der Einpacknachtschicht mit an,auch die Gründer. Für jemanden aus seiner Zunft etwas überraschend plädiert Le-

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START UP

Die Informatik-Abteilung von myToys.de in der «geräumten» Nachbarwohnung.

derle nämlich gegen Outsourcing beispielsweise des Versands: «Ein Kontraktlogistiker hört beim Faktor drei auf und sagt: ‹Sorry, laut Vertrag garantieren wir nur die Abwicklung bis 300%.› Wir dagegen sind auf die Strasse gegangen und haben Leute angesprochen, ob sie nicht einpacken helfen wollen.» Dazu passt eine andere Geschichte: Im stürmischen Wachstum des Weihnachtsgeschäfts wurden auch schnell die Räumlichkeiten knapp. Die Informatikabteilung zog aus dem Büro zunächst ins Lager, dort wurde es aber auch schnell zu klein. Also sprach man die Mieter einer Nachbarwohnung an, von denen man wusste, dass sie sowieso irgendwann ausziehen wollten, ob sie das nicht vorziehen wollten. Ergebnis: Nach drei Tagen konnte die Informatik in die Wohnung einziehen. «Alles eine Frage des Incentive», kommentiert Lederle diesen Vorgang trocken.

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Wer heute online shoppen geht, trifft in vielen Bereichen – Bücher, CDs, Auktionen, Meinungen – auf Websites, die

sich kaum voneinander unterscheiden. Und natürlich haben die Gründer von myToys.de gewusst, dass sie bei dieser nahe liegenden Idee,die zudem in Amerika als eToys bereits sehr erfolgreich ist, mit Konkurrenz rechnen müssen.

stellen.Auch hier sei es wichtig, «schnell lernende, intelligente Menschen – wir haben fast nur Studenten» zu beschäftigen, die wiederum nah an der Technik sind, um ein ständiges Feedback zu gewährleisten.

Wer ist unter Gleichen gleicher?

Expansion geplant, HSGler willkommen

Und tatsächlich:Die Niedrigpreisgarantie, den versandkostenfreien Versand, den «Keine-Fragen-Umtausch» – Dinge, die myToys.de als erster anbot, wie Lederle betont,die aber aus anderen Bereichen durchaus schon bekannt waren – findet man überall. Wie will sich myToys.de differenzieren und das jetzige Momentum in Zukunft beibehalten? Oliver Lederle ist überzeugt, dass es gilt, die Kunden nicht nur zufrieden zu stellen,sondern zu begeistern:«Wer bei uns zum ersten Mal bestellt und die Ware schon am nächsten Tag bekommt,der ist hellauf begeistert – viele schreiben uns gleich eine E-Mail.Wieso sollten sie danach wechseln? Und wenn wir das zweimal schaffen, haben wir eine Kundenbeziehung fürs Leben.» Weiterhin sei eine gute telefonische Beratung sehr wichtig, wenn Kunden anrufen und Fragen zu Produkten oder zur Website

Wie sieht die Zukunft von myToys.de aus? Fast muss man die Punkte gar nicht einzeln wiedergeben: Natürlich erwartet man im Heimmarkt in den nächsten Jahren ein exponentielles Wachstum, natürlich will man aber auch ins europäische Ausland expandieren. Natürlich will man selbstständig bleiben, auch wenn der grosse amerikanische Konkurrent eToys demnächst nach Deutschland kommen dürfte. Und natürlich ist ein Börsengang geplant. Und schliesslich gilt auch für myToys, was alle erfolgreichen Start-ups berichten:Wie schnell man in Zukunft wachsen kann, wird am ehesten dadurch bestimmt,wie viele gute Leute man finden wird. Insofern würde Oliver Lederle sich freuen, wenn dieser Artikel von einigen Studierenden auch als Stelleninserat verstanden würde. Die Expansion wartet. alma 2/2000


NDU-ALUMNI

Erfolgreicher Studienabschluss des NDU 13 Am 21. Januar wurde der Kurs NDU 13 mit einer festlichen Diplomfeier im von Santiago Calatrava neu gestalteten Pfalzkeller der St.Galler Regierung abgeschlossen. 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihre Diplome Executive MBA HSG von Herrn Rektor Peter Gomez und Herrn Professor Jürg Manella entgegennehmen. Wir gratulieren auch in der alma allen Absolventinnen und Absolventen herzlich und freuen uns, wenn wir Sie auch nach Abschluss Ihres Nach-Diplomstudiums in Ihrer beruflichen Weiterentwicklung mit unserem breiten Angebot an Management-Weiterbildung unterstützen können. Der Abschluss des Kurses NDU 13 ist für das NDU insofern ein besonderer Meilenstein, als mit diesem Kurs auch der erste Zyklus mit zwei Kursen pro Jahr abgeschlossen worden ist. Im Vorfeld der Ausdehnung des Kursangebotes des NDU von einem auf zwei Kurse jährlich waren nicht nur positive Stimmen zu vernehmen. Einerseits bedeutet die Doppelführung immer eine Zusatzbelastung für unsere bewährten NDU-Dozenten. Andererseits wurden Regierungsrat Hans-Ulrich Stöckling bei seiner Festansprache im Pfalzkeller

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unter anderem von Seiten der Absolventinnen und Absolventen Befürchtungen geäussert, dass eine Doppelführung der Kurse zu einer «Verwässerung» des Diploms «Executive MBA HSG» führen könne. Mit dem Kurs NDU 13 konnte nun aber endgültig der Beweis erbracht werden, dass die Doppelführung zu keiner Qualitätsreduktion der einzelnen Module geführt hat. Es muss heute sogar anerkannt werden, dass durch die Erhöhung der Frequenz sehr viel schneller und gezielter auf Veränderungen hingearbeitet worden ist, da das nächste Modul nicht erst in einem Jahr wieder zur Durchführung gelangt. Die Qualität wurde durch die intensive Auseinandersetzung der Dozenten mit ihren Kursmodulen eindeutig noch einmal gesteigert. Zudem ist vom Markt her eine enormer Druck entstanden, mehr als nur die bescheidenen 45 Studienplätze pro Kalenderjahr zuzulassen. Eine rigorose Selektion der Kursteilnehmer ist sicherlich eine unabdingbare Voraussetzung für die Sicherstellung qualitativ hochstehender Diskussionen und Problemlösungen im Kurs. Wir sind aber als Universität auch verpflichtet, als fairer Partner der Wirtschaft im Bereich der Nach-Diplomstudiengänge aufzutreten, und fairer Partner heisst

auch, bei einer immer noch zunehmenden Nachfrage eine adäquate Anzahl Studienplätze zur Verfügung zu stellen. Dieser Forderung sind wir durch die Doppelführung sicherlich gerecht worden. Gion-André Pallecchi Studienleiter NDU-HSG

Reisebericht: Ein NDU-Kurs in Südafrika Nach einer zweijährigen Studienzeit und einem nicht einfachen Entscheidungsprozess bezüglich des StudienReiseziels war es so weit: die EMBAs des Kurses 13 trafen sich am Montag morgen, den 10. Januar, gut gelaunt in Kloten, um in Richtung Südafrika aufzubrechen. Die erste Station der Reise stand ganz im Zeichen der wirtschaftlichen und politischen Situation Südafrikas. Durch die guten Kontakte von Bob Oehler, Präsident der Wirtschaftskammer Schweiz-Südafrika und unser Reisebegleiter vor Ort, erwarteten uns hochrangige Referenten aus Wirtschaft und Politik. Der Vorstand der Südafrikanisch-Schweizerischen Industrie- und Handelskammer, Hans Georg Bosch, hielt ein Referat über die Probleme beim Ausbau des Telekommunikationsnetzes in Südafrika. Der nächste Referent war Fredy Ruest,Vorsitzender des «Swiss Business Council» und Direktor der IMS (Industrial Machinery Supplies) Ltd., eines Baukonzerns für mechanische und chemische Industrie. Der im Anschluss referierende Auslandskorrespondent der NZZ, Werner Vogt, sprach zum Genuss aller Zuhörer höchst eloquent über seine Aufgabenbereiche und Funktionen. Abschliessend ging Pio Eggstein, Direktor und Verwaltungsrat diverser Unternehmungen, auf die Chancen und Risiken

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NDU-ALUMNI

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Schweizer Unternehmungen unter der britischen, «Afrikaaner»- und ANCHerrschafts-Macht ein, wobei er durch seinen grossen Erfahrungsschatz die wirtschaftlichen Entwicklungen Südafrikas während der letzten 50 Jahre nachzeichnete. In allen Referaten und in den anschliessenden Diskussionen wurde deutlich, wie gross die Differenzen zwischen den unterschiedlich entwickelten Teilen Südafrikas sind. Zum einen operieren die Unternehmungen mit den modernsten Technologien und Methoden, zum anderen haben die meisten Einwohner nicht einmal das Nötigste zum Leben. Die Probleme, die Südafrika beim Aufeinanderprallen der ersten und der dritten Welt zu bewältigen hat, wurden am Nachmittag noch deutlicher: Nach einem Referat zum Thema «Aufbau, Aufgaben und Schwierigkeiten von städtischen Agglomerationen am Beispiel von Sandton» von Bürgermeister Justice Ngidi unternahmen wir unter seiner Leitung eine Besichtigung eines Krankenhauses und Bildungszentrums in Alexandra, das durch die schwere Überschwemmungskatastrophe in den letzten Wochen auch in unseren Medien eine traurige Bekanntheit erlangt hat. Das aus einfachsten Blechhütten bestehende Township Alexandra liegt zwei Kilometer von Sandton entfernt, ebenfalls im Regierungsbezirk von Justice. Für unsere Denk- und Problemlösungskategorien scheint der Spagat, den der wie die vorhergehenden Referenten gut gelaunte Bürgermeister beim Nivellieren dieser Extreme machen muss, eine schier unlösbare Aufgabe. Am nächsten Tag stand der Besuch des BMW-Werks South Africa auf dem Programm. Nach der Einführung durch den Managing Director Ian Robinson und den Technischen Leiter Thomas Blumel in die Besonderheiten des Standortes Südafrika für einen international orientierten Automobilkonzern legten wir weisse Kittel an und besichtigten das Werk. Hier konnte man sich gleich von einer Besonderheit dieses Werkes überzeugen: Trotz modernsten Produktionstechnologien hält sich hier der an anderen Standorten voranschreitende Ersatz der Arbeiter

Campus der Universität Stellenbosch in wunderschöner Umgebung

durch Roboter aufgrund des niedrigen Lohnniveaus in Grenzen. Hier bemerkt man umgehend, dass die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen im Regierungsprogramm von Präsident Mbeki höchste Priorität hat. Das nächste Reiseziel war Kapstadt. Von dort fuhren wir zur zweitältesten, von Europäern gegründeten Ortschaft in Südafrika:, nach Stellenbosch, zu einem Besuch der Universität, die aus dem 1866 gegründeten Stellenbosch Gymnasium hervorgegangen ist und heute 150 Fachbereiche, 12 Fakultäten, 40 Forschungseinrichtungen und 19 000 Studenten zählt. Prof. Wille Esterhuyse hielt einen äusserst fundierten Vortrag über die politische Landschaft, Kolonialisierung und Unabhängigkeit Afrikas. Nach der Gegenüberstellung von Südafrikas Liabilities (Inkompetenzen, Verbrechen, Arbeitslosigkeit, Aids, politische Unterdrückung der Weissen [!] seit 1994 und sozioökonomische Ungleichheiten) und Assets (Versöhnungsbestrebungen in der Bevölkerung, internationaler Goodwill, «black empowerment», Infrastruktur, Gewerkschaften, «women power») räumte er der Zukunft Südafrikas eine 70 bis 75%ige Erfolgschance ein, aus dem momentanen Transformationsprozess gestärkt herauszukommen. Am vorletzten Tag fuhren wir zum Bürokomplex der Mediengruppe Naspers, die mit 32 Regionalzeitungen, diversen Magazinen, Sonntagszeitungen, Fernsehen und eigener Druckerei die

grösste Südafrikas ist. CEO Toon Vosloo berichtete von den neuesten Projekten, unter anderen von einer Internetinitiative und einer Schulbuchaktion, bei der der Verlag den Schulen kostenlos Bücher zur Verfügung stellen will. Einen fulminanten Abschluss bildeten der Vortrag und die anschliessende Diskussion mit Niel van Heerden, CEO der South Africa Foundation. Wie Prof. Esterhuyse sieht auch er die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen des Landes eher positiv: Der Rassismus nehme ab, die Wirtschaft orientiere sich mehr an marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten und der ANC entwickle sich in der Regierung mit den Kommunisten und den Gewerkschaften zu einer Mitte-Partei. Insgesamt bekamen wir einen sehr fundierten, vielseitig ausgerichteten Einblick in ein Land, das von extremen Gegensätzen wie erste Welt - dritte Welt, Reich - Arm, Freiheit - Gleichheit, Gemeinschaft - Kompetenz sowie Schwarz - Weiss geprägt ist und darum kämpfen muss, von diesen zentrifugalen Kräften nicht auseinandergerissen zu werden. Allein von der positiven Einstellung, mit der die meisten Betroffenen, seien es Politiker,Wirtschaftsleute oder die Bevölkerung, an diese Aufgabe herangehen, konnten wir enorm profitieren. Falls Südafrika in einem Punkt der europäischen Mentalität um Jahrzehnte voraus ist, dann in der sachlichen und adäquaten Wertung ökonomischer und politischer Probleme. Anna-Katharina Kloeckner, Kursleiterin NDU 13 alma 2/2000


PUBLIKATIONEN

Direkte Demokratie und Ökonomie Die direkte Demokratie führt im Durchschnitt zu ökonomisch wie politisch effizienteren Lösungen: Dieses Fazit zieht die neue Publikation «Die direkte Demokratie: modern, erfolgreich, entwicklungs- und exportfähig» von drei Wirtschaftswissenschaftlern der Universität St. Gallen. Das im Verlag Helbing & Lichtenhahn erschienene Buch* ist ein Gemeinschaftswerk von drei Ökonomen, die an der Universität St. Gallen lehren: Professor Dr. Gebhard Kirchgässner ist Ordinarius für Volkswirtschaftslehre und Ökonometrie sowie Direktor des Instituts für Aussenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung (SIAWHSG), Dr. Lars P. Feld ist Nachwuchsdozent für Volkswirtschaftslehre und Dr. Marcel R. Savioz wirkt als Lehrbeauftragter für Ökonometrie.

Ausbau oder Einschränkung der direkten Demokratie? Soll die direkte Demokratie in der Schweiz ausgebaut oder eingeschränkt werden? Die vorliegende Arbeit versucht auf diese Frage eine Antwort zu geben, indem die heute in der Schweiz vorgebrachten Reformvorschläge vor dem Hintergrund der Erfahrungen in der Schweiz und den Vereinigten Staaten, aber auch der Weimarer Republik diskutiert werden. Es wird gezeigt, dass die vorliegende empirische Evidenz eher für als gegen die direkte Demokratie spricht; im Vergleich zu rein repräsentativen Systemen führt sie im Durchschnitt zu ökonomisch wie politisch effizienteren Lösungen. Daher alma 2/2000

sollte man bei der anstehenden Reform der Volksrechte eher an eine Ausweitung dieser Rechte denken, z.B. durch Einführung des Finanzreferendums auf Bundesebene, als an eine Einschränkung. Das positive Urteil über die direkte Demokratie ergibt sich aus der systematischen Auswertung einer ganzen Reihe von Untersuchungen, die in den vergangenen Jahrzehnten, insbesondere in jüngster Zeit durchgeführt wurden und in denen am Beispiel der Kantone und Gemeinden der Schweiz, aber auch der amerikanischen Bundesstaaten systematische Vergleiche zwischen den Ergebnissen der direkten und jenen der (rein) repräsentativen Demokratie angestellt wurden. Dabei schnitt die direkte Demokratie in aller Regel besser ab. Aufgrund der Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen sind daher die Rufe nach Einschränkung oder gar Abschaffung der Volksrechte kaum gerechtfertigt.Alt Bundesrat Koller schreibt dazu in seinem Geleitwort: «Es ist erfreulich, dass sich jetzt auch eine vertiefte wissenschaftliche Diskussion der direkten Demokratie in der Schweiz und anderswo entwickelt. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur politisch notwendigen Reform der Volksrechte mit dem Ziel, diese auch im nächsten Jahrhundert funktionsfähig, wertvoll und erfolgreich zu erhalten.» * Gebhard Kirchgässner / Lars P. Feld / Marcel R. Savioz: Die direkte Demokratie: modern, erfolgreich, entwicklungs- und exportfähig. Mit einem Geleitwort von alt Bundesrat Prof. Dr. Arnold Koller. Bern/München: Helbing & Lichtenhahn/Vahlen, 1999, 238 + XIV Seiten, Preis: 39 Franken / 47 DM.

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Walter Adolf Jöhr: Ausgewählte Schriften Walter Adolf Jöhr, als Rektor (1957 bis 1963) wie als Wissenschafter (Professor für Volkswirtschaftslehre ab 1944) eine prägende Figur in der über hundertjährigen Geschichte der HSG, steht für eine wertorientierte Ökonomie, die nicht nur technokratische Probleme lösen will, sondern «im Licht einer politischen Ethik» ihre Verantwortung wahrnimmt. Unter dem Titel «Ökonomie im Lichte der politischen Ethik» legen Hans Christoph Binswanger, Gerhard Schwarz und Klaus Schweinsberg als Herausgeber ausgewählte Schriften Jöhrs im Verlag Mohr Siebeck vor. In diesem Band sind Walter Adolf Jöhrs ordnungspolitische Positionen versammelt. Jöhr bekennt sich eindeutig zur Marktwirtschaft, aber mit Einschränkungen, die hinsichtlich der Akzeptanz der marktwirtschaftlichen Ordnung notwendig sind. Durch den «Sieg» der Marktwirtschaft nach dem Fall der Mauer und die dadurch nötig gewordene Neuorientierung der Marktwirtschaft in Bezug auf die Globalisierung haben seine Überlegungen neue und besondere Aktualität gewonnen. In diesem Zusammenhang sind Jöhrs Ausführungen zur Konzentration in der Wirtschaft, zur Notwendigkeit einer Stärkung der Konkurrenz sowie zur sozialen und ökologischen Einbettung der Marktwirtschaft von besonders weit reichender Bedeutung. Für Alumni und Studierende der Universität St. Gallen bietet der Verlag eine Sonderausgabe (solides Paperback) an, die zum Preis von 67 Franken im Alumni-Büro (Telefon +41 71 224 30 10, e-mail: alumni@unisg.ch) bestellt werden kann. Nur im Buchhandel dagegen ist die Leinenausgabe zum Preis von 126 Franken erhältlich (vgl. auch Beilage in der Mitte dieses Heftes).

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Erfolg für das zweite AC-Alumni-Ball-Wochenende

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Nach dem Riesenerfolg des ersten ACAlumni-Balls im Januar 1998 hatte sich der Vorstand des Ausländer - Clubs an der Universität St. Gallen (AC) entschieden, diesen Event fest in den Veranstaltungskalender des derzeit mitgliederstärksten Vereins aufzunehmen. Alle zwei Jahre soll nun Studierenden und vor allem Ehemaligen die Möglichkeit gegeben werden, an einem Wochenende im Frühjahr an schöne Studentenund AC-Abende anzuknüpfen. Da sich die Adressdatei der AC-Alumni seit dem ersten Ball kontinuierlich vergrössert hatte - mehr als 800 Ehemalige ACler konnten bis dato mit Hilfe des Alumni-Büros der HSG in die Ehemaligen-Datenbank aufgenommen werden -, war sich der Vorstand des AC mit seinem Präsidenten Donald Brenninkmeijer von Beginn an bewusst, dass die Teilnehmerzahl des ersten Balls in diesem Jahr übertroffen werden würde. Nachdem im Oktober Anmeldungen in die ganze Welt und an Ehemalige, deren Abschluss an der HSG zwischen einem und fünfundvierzig Jahren zurücklag, versandt worden waren, trafen bereits unmittelbar danach erste Anmeldungen in St. Gallen ein. Das Programm sah neben dem Höhepunkt des Wochenendes, dem Ball am Samstagabend, auch noch einen gemeinsamen Ausflug ins Appenzell und einen gemütlichen Brunch am Sonntagmorgen vor. Für den Tag der Ankunft der meisten Teilnehmer war durch den AC für Freitag die für alle ehemaligen und aktiven St. Galler wohl bekannte Seeger-Bar reserviert worden. Dieser Abend stimmte die ca. 60 anwesenden Gäste bereits auf ein lustiges und geselliges Wochenende ein und so manch anwesender Student konnte sich schon hier von der besonderen Stimmung, die ein solches Wiedertreffen ehemaliger Studienfreunde schafft, anstecken lassen. Der Rektor, Prof. Dr. Peter Gomez, informierte die Anwesenden in einer kurzen Ansprache über die aktuelle Si-

Strahlende Gesichter am AC-Alumni-Ball-Wochenende

tuation der Universität und nutzte er daraufhin selbst die Gelegenheit, sich mit Kollegen seiner eigenen Studentenzeit über vergangene Tage in St. Gallen zu unterhalten. Am Samstag hiess es für ca. 65 Ehemalige ACler, festes Schuhwerk und einen warmen Mantel anzuziehen, um für den Ausflug zum Restaurant Hoher Hirschberg im Appenzell mit anschliessenden Schlitteln gerüstet zu sein. Zwar hätte sich der eine oder andere während des Hinund Rückwegs statt heftigem Sturm und zwischenzeitlichem Schneeregen ein wenig mehr Sonne gewünscht, aber so war es allen Teilnehmern zumindest möglich, für den abendlichen Ball genügend Sauerstoff aufzunehmen. Nachdem der Aufenthalt im «Hohen Hirschberg» bei Suppe und Glühwein durch ein Trio original Appenzeller Musikanten begleitet worden war, konnte der Rückweg von einigen mit Schlitten in Rekordzeit zurückgelegt werden. Auf diese Weise war sichergestellt, dass alle Ausflügler pünktlich in ihr jeweiliges Hotel zurückkehren konnten, um sich auf den Ballabend vorzubereiten. Um 19.30 Uhr war es schliesslich so weit: Die ersten Ballgäste wurden im Hotel Ekkehard durch den AC-Vorstand begrüsst und bereits nach wenigen Minuten war ein Grossteil der

230 angemeldeten Gäste, darunter 60 Studenten, im Ballsaal eingetroffen. Der weite Verlauf des Abends war geprägt von gutem Essen und Wein, häufigen unerwarteten Wiedertreffen und viel Tanz. Dabei blieb der rege Kontakt und Austausch zwischen Ehemaligen und Studenten nicht aus, und so war es kein seltenes Bild, Studenten und Ehemalige gemeinsam tanzend beobachten zu können. Polizeistunde und die Mahnung zweier Ordnungshüter in Kauf nehmend, blieben viele Alumni und Studenten bis zur letzten Minute und sie konnten so nach einem letzten Tanz um ca. 4 Uhr erschöpft, aber glücklich auf einen gelungenen zweiten AC-Alumni-Ball zurückblicken. Am nächsten Morgen hatte der Vorstand abschliessend zu einem Brunch - von einigen auch Katerfrühstück genannt - in einer Studentenwohnung im «Gattergetto» eingeladen, wo bei Kaffee, Spiegelei und Bürli die Ereignisse des vorigen Abends ausgetauscht werden konnten. Nachdem sich nachmittags auch die letzten noch verbliebenen Gäste verabschiedet hatten, konnten sich schliesslich die zurückgebliebenen ACler von den Strapazen erholen und in froher Erwartung auf das nächste Ballwochenende im Januar 2002 in die neue Woche starten. Philipp Strepp AC-Vorstand Alumni alma 2/2000


ALUMNI-CLUBS

HSG Alumni-Club in Boston gegründet In den letzten Monaten formierte sich in Boston ein weiterer Alumni-Club. In diesem Beitrag weise werden dessen Zielsetzungen und

formiert) und mit anderen HSG-Absolventen auf. Da diese Treffen nicht nur mit viel Spass, sondern auch mit sehr viel Nützlichem verbunden waren, beschlossen wir schliesslich die Gründung des HSG-Alumni-Club. Dabei bleiben wir folgenden Zielsetzungen verbunden:

Ergebnisse einer kurzen Umfrage unter den ca. 20 Gründungsmitgliedern

a) Drehscheibe für HSGler, die entweder temporär oder fix in Boston oder in Neuengland sind.

bezüglich Boston und ihren Überraschungen vorgestellt.

Von (Dr.) Maxi von Zedtwitz unter Mithilfe von HSG-Alumni in Boston Längst überfällig erscheint die Gründung des Alumni-Club in Boston, wenn man bedenkt, dass sich Boston als «the Hub of the Universe» sieht – wie man sich unschwer anhand der Plakette vor Filene’s Basement in Downtown Crossing überzeugen kann. Obwohl die eine oder andere Institution in Boston tatsächlich Weltruf geniesst, war dieses eher narzisstische Weltbild allerdings nicht der Auslöser für die ersten Treffen unter HSGlern in Boston. Der HSG-Alumni-Club ist das Verdienst von Patrick Härtsch, der im Rahmen seiner Dissertation den grösseren Teil des Jahres 1999 in Boston verbrachte. Er erkannte, dass die meisten HSGler recht unkoordiniert nach Boston entlassen werden. Er wollte den Gedankenaustausch zum einen unter diesen HSGlern und zum anderen zwischen HSGlern und anderen SNF-Stipendianten fördern. So traf man sich zuerst im kleinen, privaten Kreis, der sich aber schnell vergrösserte. Diese Tradition wurde weitergeführt, auch nachdem Patrick zurück in die Schweiz gegangen war. Wir nahmen auch vermehrt Kontakte mit ExETHlern auf (hier durch den ASFIT alma 2/2000

b) Förderung des Wissens- und Erfahrungsaustauschs zwischen HSGlern und anderen (in erster Linie akademischen) Expatriates aus der Schweiz. c) Anlaufstation und Einlebungshilfe für neue Aufenthalter von der HSG. Ich habe eine kleine Umfrage unter den Bostoner Alumni durchgeführt, deren Ergebnisse ich hier wiedergeben möchte. Sie betrifft die wesentlichen Überraschungen, die den Neuankömmling in Boston erwarten, sowie einige Einsichten, die einige Alumni im Laufe ihres Aufenthaltes hier gesammelt haben und an ihre Kollegen in der Schweiz bzw. in Europa weiterleiten möchten. • Die meisten HSG-Alumni planen einen Aufenthalt von einem bis zwei zu Jahren. Damit hören die Gemeinsamkeiten auf: Ein Drittel forscht an Hochschulen und ein weiteres Drittel arbeitet in der Industrie. Das letzte Drittel studiert am MIT, an der HBS oder an der Kennedy School of Government und überholt damit beispielsweise Bill Gates, der Harvard vorzeitig verlassen hat. Die Studenten unter uns wandeln aber auch in den Fussstapfen von Lukas Mühlemann, der ebenfalls hier studiert hat. • Die erste Überraschung erfolgt

wohl bei der Wohnungssuche: Zum einen sind die Mietpreise aussergewöhnlich hoch – zweitausend Franken für eine Ein-Zimmer-Wohnung sind Standard – zum andern ist der Wohnungsmarkt sehr effizient und man findet innerhalb weniger Tage etwas Passendes und zieht auch praktisch sofort ein. Wer heimisches Mobiliar sucht, muss bis nach New York ins nächste Ikea Geschäft fahren, weniger Anspruchsvolle gehen zum MIT Exchange und kaufen für wenig Geld ausgeleierte Studentenmöbel. • Die nächste Überraschung betrifft die Verköstigung und Kulinarisches. (ob diese Prävalenz auch auf andere Alumni-Clubs zutrifft?) Es fällt den Bostoner Alumni unangenehm auf, dass Bars und Clubs abends schon recht früh schliessen. An diese Einschränkung muss man sich wohl oder übel gewöhnen – ich hoffe aber, dass man die kürzere Verweildauer nicht mit erhöhtem Konsum zu kompensieren versucht! Durch die Umstellung auf neue Essgewohnheiten (z.B. fettarme Lobster) besteht die Gefahr einer Gewichtszunahme, deren Prägnanz mir in Einzelfällen bestätigt worden ist. Auch sind Milchbehälter und Wasserflaschen in Vier-Liter-Containern gewöhnungsbedürftig. (Der Müll wird übrigens vorbildlich getrennt gesammelt.) • Das Autofahren in Boston wird momentan stark durch den «Big Dig» (www.bigdig.com) geprägt. Damit bezeichnet die Stadtregierung ein Unterfangen, ganz Boston bis auf eine Tiefe von 30 Metern komplett umzugraben. Bei der Gelegenheit wird natürlich der Verkehr etwas beeinträchtigt, und dies führt angesichts der sprichwörtlichen Rüpelhaftigkeit der

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ALUMNI-CLUBS

Bostoner Autofahrer zu Drive-orlet-die-Verhältnissen. • Das Einleben in die amerikanische Arbeitskultur erfordert auch eine gewisse Anpassung: Einerseits sind die Mitarbeiter sehr offen, initiativ und erfolgsorientiert, andererseits legen sie häufig mehr Wert auf Freizeit als wir in der Schweiz! «Da muss man manchmal schon einen Gang zurückschalten», so sagt ein Alumnus. Einen anderen Alumnus überrascht die geringe ServiceOrientierung, ganz im Gegensatz zu dem Bild, das man sich von den USA in der Schweiz macht. • Ein Schlusswort an die HSG: Unsere Alumni schätzen zwar die qualitativ hochwertige Ausbildung an der HSG, wünschen sich dort aber im Nachhinein einen praxisbezogeneren oder wenigstens stärker auf den Case-Study-Ansatz ausgerichteten Unterricht. Gelobt werden ausserdem die hervorragende RAS-Ferneinwahl und die LotusNotes-Infrastruktur. Boston liegt auf halbem Weg zwischen Europa und den USA: sowohl geografisch als auch kulturell. Boston ist nicht in Kalifornien! Ein Flug nach England dauert etwas gleich lang wie nach Los Angeles. Boston ist sicherlich die europäischste Grossstadt in den USA, ein ideales Sprungbrett für HSGler nach Amerika, und dafür will sich unser Alumni-Club hier auch einsetzen. Kontaktadresse Dr.oec. Maxi von Zedtwitz boston@alumni.unisg.ch +1 617 4415557 / +1 617 2908255

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Erstes Alumni Treffen in Paris Von Barbara Runser Am 21. 10. 1999 fand das erste Treffen der Pariser Alumni im Restaurant Tante Marguerite hinter der Nationalversammlung statt. Dank elektronischem Auszug aus dem Who’s who, der mir vom Alumni-Büro zugestellt wurde, konnten rund 30 Adressen ausfindig gemacht werden, wovon sich auch 20 Ehemalige zurückmeldeten und sich schlussendlich trotz Pariser Hektik und «Grèves» 11 Leute trafen. Eine vielfältige Gruppe jeden Alters in den verschiedensten Branchen tätig, stellte sich gegenseitig vor und es kristallisierte sich heraus, dass die jüngeren AlumniGenerationen eher im Finanz- und Dienstleistungssektor sich betätigen, während der Industriesektor eher das Steckenpferd der reiferen Generationen war. Auch schien die deutsche Sprache (alle waren entweder zweisprachig oder Doppelbürger) als entscheidendes Kriterium der Standortwahl und als Erfolgsfaktor im Vordergrund zu stehen, um so mehr, als der Name HSG erst sich zu etablieren anfängt inmitten der noch überragenden Mehrheit der «Grandes Ecoles». Sehr viel Beachtung und Wert wurde im Gespräch den kulturellen Eigenheiten (Frankreichs oder Paris’) beigemessen, sowohl im Geschäftsleben wie auch im Alltag: Hervorgehoben wurde insbesondere die lockere und feinfühlendere Art mit den Menschen umzugehen. Und natürlich kam immer wieder die Faszination der Stadt auf, die trotz Hektik und Verkehrschaos eine unverwechselbare Lebensqualität bietet. Ein kleiner «Questionnaire» über mögliche Tätigkeiten und Interessengebiete, den ich zum Abschluss verteilte, ergab, dass die pariser Alumni das Bedürfnis äusserten, sich regelmässig einem Stamm alle zwei bis drei Monate sowie zu treffen an Vorträgen über berufs-, branchen- oder kulturspezifi-

schen Themen teilzunehmen: Die Mehrheit der Anwesenden erklärte sich auch bereit beim organisieren zu helfen. Da ich selbst vor kurzem in die Schweiz zurückkehrte, möchte ich die Alumni die ich damals getroffenen habe, aufrufen, doch bald ein zweites Meeting zu organisieren, um auch diejenigen zu treffen, die an diesem ersten Abend absagen mussten. Ein Update der Adressen jener Leute, die sich bei mir meldeten, liegt im Alumni-Büro vor. Weiterhin viel Spass und Erfolg in der «Capitale» wünscht euch Barbara Runser.

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HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Aus Hochschulverein und Alumni-Büro Erstes Alumni-Treffen in Hamburg Über 45 Hamburger Ex-HSGler trafen sich am 25.1.00 am Fischmarkt im Kreuzfahrtcenter. Raetke Müller sponserte die Einführungscocktails und hielt einen spannenden Vortrag, der tiefen Einblick in die Weltmeere und das internationale Containergeschäft erlaubte. Ein fröhliches und anregendes Dinner (natürlich Fisch und Rösti!) brachte HSG-Jahrgänge der letzten 30 Jahre zusammen: Karriere, Business-Themen, Systemansatz und Gatterstrasse haben gezeigt, dass unsere gemeinsame OstSchweizer Vergangenheit ein wertvolles Sprungbrett am HamburgerTor zur Welt

bleibt! – Wer für dieses Treffen nicht angeschrieben wurde und das nächste Springen (Ende 2000) an der Waterkant nicht missen will:bitte E-Mail an Nicky Peters,nikolaus.peters@alumni.unisg.ch

UniBall 2000 – Diamants d'une nuit Am 3. Juni ab 20 Uhr ist es wieder so weit: Der UniBall mit dem diesjährigen Motto «Diamants d'une nuit» findet wiederum in den Olma-Hallen statt. Die erwarteten über tausend Besucherinnen und Besucher werden wieder eine unvergessliche Nacht erleben. Natürlich ist auch dieses Jahr wieder für

Ehemaligen-Forum am Freitag, 2. Juni 2000, im WBZ Holzweid

e-Business – eine Herausforderung für Wirtschaft und Verwaltung Präsentationen und Gruppendiskussionen zu Themen wie:

- e-Business-Strategien - e-Commerce Start-up - Running an e-Business - Von der e-Information zum e-Commerce - e-Commerce und Logistik - Marketing für das e-Business - e-Procurement - e-Roadmapping - e-Learning-Projekte - Internetgestütztes Personalmanagement - e-Commerce in der Bank- und Versicherungswirtschaft - e-Government etc. Auskünfte und Detailprogramme erhalten Sie bei Weiterbildungsseminare HSG Holzweid, 9010 St. Gallen Tel. 071 224 25 70, Fax 071 224 25 69 Internet: www.wbs.unisg.ch; e-mail: wbshsg@unisg.ch

die Ehemaligen ein Platz in der Alumni-Lounge reserviert. Lassen Sie sich kulinarisch verwöhnen, entweder im Hauptballsaal bei französischer Küche, im orientalischen Restaurant bei asiatischen Gerichten oder im Café Veneziano bei Dolce und Kaffee. Seien Sie dabei, wenn der Rohdiamant Universität St. Gallen geschliffen wird. Machen Sie den UniBall zum krönenden Abschluss des Dies academicus. Und wer weiss, vielleicht können Sie als glücklicher Gewinner des Tombola-Hauptpreises in einem Audi TT nach Hause fahren! Alle Ehemaligen werden schriftlich eingeladen – Informationen unter +41 71 224 21 72 oder www.uniball.ch.


HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Fotodatenbank online Die angekündigte Fotodatenbank der Alumni und Alumnae ist ab sofort online.Über 1200 Ehemalige haben bereits ihr Foto eingesandt; zusammen mit den Absolventinnen und Absolventen aus dreimal «Who's New» starten wir also mit über 2000 Fotos. Fotos können weiterhin eingesandt werden, konventionell oder elektronisch (an alumni@unisg.ch). Durch das seit einem Jahr vom Verein zusammen mit der Studentenschaft herausgegebene Who's New der Absolventinnen und Absolventen ist sichergestellt, dass wir die Fotos der neuen Ehemaligen jeweils geliefert bekommen – darüber hinaus sollte sich die Datenbank sukzessive füllen. Wir werden Nachfassaktionen jeweils mit dem Versand der Einladung Who's Who im Oktober durchführen.

Vorstandswahlen des St. Galler Hochschulvereins Die Generalversammlung am 2. Juni 2000 (18.30 Uhr, Weiterbildungszentrum Holzweid) wird ein neues Präsidium und einen neuen Vorstand für die Wahlperiode von 2000 bis 2003 wählen. Die Nominierung der Kandidatinnen und Kandidaten zuhanden der GV erfolgt in der Vorstandssitzung vom 11.April 2000. Wer sich für ein Vorstandsamt interessiert, wende sich bitte an das AlumniBüro oder direkt an den Vizepräsidenten,Wolfram Martel. Ende Juni werden wir in alma 3/2000 über die neu- und wieder gewählten Vorstandsmitglieder informieren.

Kalender 2. Quartal 2000 10. April 2000 Beginn Sommersemester Promotionsfeiern, «Lizball» NDU-Stamm Zürich: ab 18.30 Uhr im Caveau, Seefeldstrasse 40, Zürich 19. April 2000 HSG Alumni Club Zug: StammMeeting ab 19.00 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben. 25. April 2000 HSG Alumni Club Zürich:Vortrag und Nachtessen. Ferry Brühwiler, Feuerwerker, wird uns in die Geheimnisse der farbenfrohen und knalligen Kunst einweihen. Einladungen und Details folgen. 3. Mai 2000 Alumni-Club HSG Frankfurt am Main: Mittagstisch, Restaurant Mövenpick, Am Opernplatz 2, Frankfurt am Main, 12.00 Uhr. Anmeldungen an peter.jacubowsky @alumni.unisg.ch, Tel. +49 6051 17966. 8. Mai 2000 NDU-Stamm Zürich: ab 18.30 Uhr im Caveau, Seefeldstrasse 40, Zürich 18. Mai 2000 HSG Alumni Club Zug: LunchMeeting im Parkhotel in Zug, 12.00–14.00 Uhr. Anmeldung bis 16.Mai an AlumniClubZug@alumni.unisg.ch oder Fax 041 728 31 44

Clubmanagement vereinfacht

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Die Leiter der Alumni-Clubs,denen wir die vielen Termine verdanken, die jeweils auf dieser Seite angekündigt werden, unterstützen wir jeweils durch Lieferung «tagesaktueller» Adressen, Mailadressen, Etiketten etc. aus der Alumni-Datenbank. In Zukunft können diese Daten vom autorisierten «Club- manager» in einem Online-Formular beantragt und kurze Zeit später komfortabel heruntergeladen werden.

26. Mai 2000 3. Ostschweizerischer Stawi-Treff: Gemütlicher Abend im Restaurant Schäflisegg ob Teufen AR. Apéro 18.00 Uhr, Nachtessen 19.30 Uhr. HSG Alumni Basel: Lunch mit Gastreferat von Dr.Rolf W.Schweizer (CEO Clariant) zum Thema «Erfolgsfaktoren zum Zustandekommen eines Mergers». 12-14 Uhr, Hotel Basel.Anmeldungen an

christian.moser@alumni.unisg.ch, da beschränkte Platzzahl. 27. Mai 2000 the auditors: Generalversammlung. Einladungen werden versandt. 30. Mai 2000 HSG Alumni Club Zürich:Vortrag und Nachtessen. Harry Hofmann, Bijoutier, spricht über edle Steine. Einladungen und Details folgen. 2. Juni 2000 tagsüber: Ehemaligenforum zum Thema «e-Business» (s. Seite 39) abends: ab 18.30 Uhr Generalversammlung des St. Galler Hochschulvereins, anschliessend Nachtessen 3. Juni 2000 tagsüber: Dies academicus mit Festakt und Bankett (HSG, Olma) abends: UniBall «Diamants d’une nuit»

bis 4. 4. Juni Juni 2000 2000 2. bis Alumni-Wochenende «25 «25 Jahre Alumni-Wochenende Jahre Liz». Schriftliche Einladungen Liz.Schriftliche Einladungen an die an alle «Jubilare» folgen. «Jubilare» folgen Ende März.

12. Juni 2000 NDU-Stamm Zürich: ab 18.30 Uhr im Caveau, Seefeldstrasse 40, Zürich 21. Juni 2000 HSG Alumni Club Zug: StammMeeting ab 19.00 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben 30. Juni 2000 Alumni-Club HSG Frankfurt am Main:Vortrag mit anschliessendem Umtrunk. Es referiert alt Rektor Prof. Hans Siegwart. Details folgen. peter.jacubowsky@alumni.unisg.ch, Telefon +49 6051 17966.

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