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Das Alumni-Magazin der Universit채t St.Gallen

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EDITORIAL

Peter Gomez, Rektor der Universität St. Gallen

Es freut mich ausserordentlich, sehr geehrte Ehemalige, mich erstmals in einem Editorial der «alma» an Sie zu wenden. Das neue Rektorat hat im letzten halben Jahr mehrere wichtige Projekte lanciert, dessen bedeutendstes – eine Neukonzeption des HSG-Studiums – in diesem Heft thematisiert wird.

Vor kurzem konnte ich am Treffen eines Zürcher Alumni-Clubs diese geplante Neukonzeption vorstellen. Dass unsere grundlegenden Ideen (die Sie auf Seite 4 und 5 dieser «alma» nachlesen können) dabei nicht nur auf grosses Interesse, sondern auch auf viel Zustimmung stiessen, hat mich sehr gefreut. Die Alumni können offensichtlich aufgrund ihrer Erfahrungen aus der Wirtschaftspraxis leicht nachvollziehen, dass auch eine Universität den Anforderungen eines globalisierten und verschärften Wettbewerbs nur mit der Bereitschaft zum Wandel begegnen kann – und dass der Wandel aus einer Position der Stärke (die die HSG nach wie vor hat, wie insbesondere die «Nachfrage» nach unseren Absolventinnen und Absolventen zeigt) besser bewältigt werden kann.

Tatsächlich ist diese Neukonzeption, die in Umsetzung der von Senat und Universitätsrat verabschiedeten Vision und des entsprechenden Leitbildes (vgl. Seite 6 und 7) entwickelt wird, keineswegs nur ein «internes Projekt», das allein die zukünftigen Studierenden betrifft. Nein, Sie alle sind als Ehemalige ebenfalls betroffen von dem, was die Lehre als Kerngebiet oder – wenn Sie so alma 1/2000

wollen - als Strategisches Geschäftsfeld prägt. Genauso wie das, was Sie in der Praxis als HSG-Abgänger(innen) leisten, sich positiv auf den Ruf und das Image der Universität auswirkt, genauso erhöht die Qualität des heutigen und zukünftigen HSG-Studiums den Wert Ihres Abschlusses – auch wenn Sie ihn bereits vor Jahren erworben haben. Aber auch die Qualität des Wirtschaftsstandortes Schweiz wird zumindest stark mitgeprägt durch die Art der Ausbildung an der grössten wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät des Landes. International ausgerichtet und regional verankert, hat die Universität St. Gallen hier auch eine nationale Verantwortung und Aufgabe.

Die geplante Neukonzeption des Studiums ist ein ambitiöses Projekt, bei dem die Universität auf den Einsatz und die Unterstützung aller Anspruchsgruppen angewiesen ist. Und es ist sehr wichtig, dass bei strategisch wichtigen Entscheiden der Universität die (Praxis-)Erfahrungen unserer Ehemaligen miteinfliessen. Die von Hochschulverein und HSG-Leitung gemeinsam eingeleitete Professionalisierung der Alumni-Betreuung ist dafür eine gute Basis. Es ist mein fester Wille, diese Beziehung zu Ihnen, geschätzte Ehemalige, in Zukunft noch mehr zu pflegen. Und ich lade Sie alle ein, möglichst aktiv an der Zukunft Ihrer Universität mitzuarbeiten und mitzugestalten!

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INHALT

Grünes Licht für die Neuausrichtung des HSG-Studiums 4

Start-up

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promove TM GmbH

Normativer Rahmen für die Zukunft 6 Vision und Leitbild verabschiedet

Publikationen der Forschungsgespräche des Jubiläumsjahrs

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Abkommen über Doppelabschluss mit Nanyang University 10

1/2000 Originalton

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Prof. Dr.Thomas Bieger

In Memoriam

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NDU

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M.B.L.-HSG at Harvard

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connexHR

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Alumni von Führung und Personalmanagement gründen neuen Verein

Willi Geiger verstorben

Who’s Who 2000 erschienen

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Aus dem Hochschulverein

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Ehemalige im Porträt: Erich Walser

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Neues aus St. Galler Hochschulverein und Alumni-Büro

Impressum

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Institute im Porträt

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Institut für Wirtschaft und Ökologie

Vereine im Porträt

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International Student’s Committee («isc»)

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Grünes Licht für die Neuausrichtung des HSG-Studiums red. Der Senat der Universität St. Gallen hat an seiner letzten Sitzung

feld heisst es handeln, und die Universität St. Gallen geht deshalb in die Offensive.

beschlossen, eine grundlegende Vision 2005 als Leitstern Neuausrichtung der Lehre auf der Basis von Vision und Leitbild der HSG und des von einer internen Expertenkommission erarbeiteten Berichts in Angriff zu nehmen. Rektor Professor Dr. Peter Gomez skizziert im folgenden die grundlegenden Ideen. Von Peter Gomez

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Die Bildungslandschaft steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Gesellschaft, Wirtschaft und Staat wandeln sich in immer höherem Tempo und stellen die Universität vor neue Herausforderungen. Die Studierenden sollen nicht nur über Fachwissen, sondern auch über umfassende Sozial- und Handlungskompetenz verfügen. Dieses Ausbildungsziel müssen die Universitäten bei einer rasant steigenden Zahl von Studierenden erreichen, ohne dass die staatlichen Mittel zur Sicherstellung eines guten Betreuungsverhältnisses in ausreichendem Masse bereitgestellt werden. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck auf die Universitäten. Ausländische Institutionen und Privatuniversitäten decken gezielt interessante Segmente ab, virtuelle Universitäten ermöglichen ein Studium zuhause, Fachhochschulen buhlen um Forschungsmittel, «Corporate Universities» bedrängen das Weiterbildungsangebot. Und alle diese Konkurrenten bedienen sich der neuen «Medien», die die universitären Vorlesungen antiquiert erscheinen lassen. In einem solchen Um-

An seiner letzten Sitzung hat der Universitätsrat auf Antrag des Senats die Vision 2005 der HSG verabschiedet. Ihr Kernsatz lautet: «Wir wollen als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas in Wissenschaft und Praxis international anerkannt sein. Uns verbindet dabei die integrative Sicht von Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften.» Die vollständige Vision und das dazugehörige Kernleitbild finden sich auf Seite 6 dieser «alma». Diese sind aber lediglich der erste Schritt in Richtung eines proaktiven Annehmens der oben geschilderten Herausforderungen. Sie müssen übersetzt werden in Massnahmenpakete für unsere vier zentralen Tätigkeitsbereiche: Lehre, Forschung, Weiterbildung und Dienstleistungen. Dabei gilt es wiederum, Prioritäten zu setzen. Der Ruf der HSG ist in besonderem Masse durch ihre Lehre geprägt. Als «Schaufenster» hat sie die grösste Breitenwirkung und trägt zu ihrer Reputation am meisten bei. Hier müssen unsere Massnahmen zuerst einsetzen, nach dem Motto «Stärken stärken». Das bedeutet nicht, dass in den anderen Tätigkeitsbereichen kein Verbesserungspotential bestünde. Eine gute Lehre wird aber auch auf die Forschung, die Weiterbildung und die Dienstleistungen ausstrahlen, und ihre Neuausrichtung wird alle unsere Kraft erfordern. Im Frühling dieses Jahres habe ich eine Expertengruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aller Abteilungen, des Mittelbaus und der Studentenschaft unter Leitung von Prorektor Professor Dr. Ernst Mohr beauftragt, bis zu Beginn des Wintersemesters 1999/2000 ein Neukonzept für unsere Lehre zu

entwickeln. Dank dem ausserordentlichen Einsatz und der hohen Kreativität der Gruppe konnte der Senat an seiner letzten Sitzung die Eintretensdebatte zur neuen Architektur des Studiums in Angriff nehmen. Und an dieser Sitzung hat der Senat mit überwältigender Mehrheit beschlossen, eine grundlegende Neuausrichtung der Lehre auf der Basis des vorliegenden Berichtes in Angriff zu nehmen. Dabei soll es um eine tiefgreifende, grundsätzliche und umfassende Neukonzeption gehen, also nicht nur um eine Reform des Bestehenden in kleinen Schritten. Und der Prozess der Neuausrichtung soll zügig vorangetrieben werden mit dem Ziel des Beginns der neuen Studienordnung im Wintersemester 2001/ 2002.

Eine neue Architektur entsteht Den Prozess der Neukonzeption der Lehre leiteten vier Prinzipien: • Die HSG als Universität – Wir haben ein unverwechselbares wissenschaftliches Profil. • Students first – Wir stellen die Studierenden als Adressaten in den Mittelpunkt der Lehre. • Mehrdimensionale Entwicklung – Wir fördern unsere Studierenden im Fach- wie im Kontextwissen. • Internationale Ausrichtung – Wir messen uns an internationalen Standards. Die tragenden Säulen der Neukonzeption lassen sich in zwei Dimensionen darstellen (vgl. Kasten). In der ersten Dimension wird die Lehre nach Form und Inhalt neu strukturiert, in der zweiten Dimension entsteht eine international kompatible Studienarchitektur. Das Studium wird in drei Bereiche alma 1/2000


HSG AKTUELL

unterteilt, das Kontaktstudium, das Selbststudium und den Bereich Reflexion und Training. Das Kontaktstudium beansprucht 50% der Zeit und beinhaltet Vorlesungen und Übungen. Diese werden gegenüber heute zeitlich reduziert und nach neuesten Erkenntnissen zum Lernen und Lehren neu konzipiert. Das geleitete Selbststudium soll die Studierenden sowohl auf das lebenslange Lernen vorbereiten wie auch ihnen den intensiven Gebrauch der neuen Medien nahebringen. Im Gefäss «Reflexion und Training», das wie das Selbststudium ein Viertel der Zeit beansprucht, soll der Vermittlung von Sozial- und Handlungskompetenz dienen. Hier wird die Reflexionsfähigkeit der Studierenden gefördert, und das Fachstudium um seinen wissenschaftlichen Kontext erweitert. Weiter sollen die Studierenden zum Handeln angeleitet werden, was auch den intensiven Einbezug studentischer Initiativen beinhaltet. Die heutigen Studienstufen der HSG sollen durch eine international kompatible Architektur abgelöst werden. Konkret bedeutet dies die Unterscheidung einer Assessment-, einer Bachelor- und einer Masterstufe. In der Architektur des neuen HSG-Studiums gemäss Vorschlag der Expertenkommission.

Assessmentstufe von zwei Semestern geht es darum, mit einem umfassenden System von Anforderungen und Prüfungen jene Studierenden herauszufinden, die zum HSG-Studium Eignung und Neigung haben. Die anschliessende Bachelor-Stufe soll nach insgesamt sechs Semestern zu einem Zwischenabschluss führen, der international kompatibel ist und den weltweiten Übertritt in andere Programme ermöglicht. Darauf aufbauend werden auf der Masterstufe acht international anerkannte, integrierte Programme angeboten, die zu einem profilierten Abschluss führen. Die Masterprogramme sind forschungsnah gestaltet und beinhalten die Diplomarbeit wie auch Praxisprojekte. Der Leitsatz der Entwicklung dieser Neukonzeption der Lehre lautet wie folgt: «Überlegen in der Verantwortung: Wir entwickeln Persönlichkeiten».

Der Weg zum »Studium 2001» Mit dem »grünen Licht» des Senats hat der komplexe Prozess der Umsetzung der Neukonzeption der Lehre begonnen. Dabei sollen alle Anspruchsgruppen der Universität – Dozentenschaft, Studierende, Verwaltung, Gesellschaft, Wirtschaft und Staat – bestmöglich miteinbezogen werden. Als nächste

Schritte werden verschiedene Gruppierungen die Thematik inhaltlich vertiefen. Der Senat wird zuerst am Dozentenseminar in Wildhaus anfangs Januar sowie anschliessend in zwei Senatssitzungen die Architektur besprechen und verabschieden. Die Studierenden führen verschiedene Workshops zu sie betreffenden inhaltlichen Aspekten durch. Bereits ist auch der Startschuss erfolgt für ein Projekt zur künftigen räumlichen Bewältigung der vielfältigen Anforderungen aus der Neukonzeption. Und schliesslich finden Gespräche mit dem Kanton wie auch mit Sponsoren aus der Wirtschaft zur Finanzierung dieses anspruchsvollen Unterfangens statt. Ziel aller dieser Aktivitäten ist es, im Herbst 2001 die neue Studienordnung zu starten. Die Erreichung dieses anspruchsvollen Ziels setzt aber den entschlossenen Einsatz aller Beteiligten voraus. Unsere Maxime lautet dabei: «Alle tragen Verantwortung, alle gestalten mit, alle finden ihren Platz».

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Vision und Leitbild: Normativer Rahmen für die Zukunft (HSG) Mit Vision und Leitbild gibt sich die Universität St. Gallen einen normativen Rahmen auf dem Weg in die Zukunft. Sie sollen Orientierungshilfe für ein zielführendes Verhalten sein, die Tätig-

keit der Universität St. Gallen im gesellschaftlichen Umfeld begründen und eine verstärkte Identifikation der Anspruchsgruppen erlauben. Vision und Leitbild wollen zur Konzentration der Kräfte auf gesetzte Ziele und gelebte Werte anleiten. Unser Ziel ist es deshalb, Schwachstellen aufzuspüren und ihnen mit konkreten Massnahmen zu begegnen. Vision und Leit-

bild sollen Schwerpunkte setzen und verlangen nach Konkretisierung und Vertiefung. Mit ihrer Verabschiedung verpflichten wir uns darauf, sie mit Leben zu füllen. Natürlich dürfen Vision und Leitbild nicht Dogma sein. Sie müssen die Spannungsfelder der heutigen Zeit akzeptieren und neue Ideen im Geiste der steten Weiterentwicklung aktiv aufgreifen.

Vision 2005 Wir wollen als eine der führenden Wirtschaftsuniversitäten Europas in Wissenschaft und Praxis international anerkannt sein. Uns verbindet dabei die integrative Sicht von Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften. Zu diesem Zweck: – bieten wir ein ganzheitliches, hohen wissenschaftlichen und praktischen Ansprüchen genügendes Studium an. – wollen wir in ausgewählten thematischen Schwerpunkten zu den international besten Forschungsstätten gehören. – streben wir in der Weiterbildung im deutschsprachigen Raum die führende Stellung an. – wollen wir ein akzeptierter Partner in Gesellschaft und Wirtschaft sein und verantwortungsbewusst und kreativ zur Bewältigung ihrer Herausforderungen beitragen. – pflegen wir die Interdisziplinarität zwischen den Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften. Bei der Umsetzung dieser Vision bauen wir auf eine starke regionale Verankerung, wollen wir unseren Selbstfinanzierungsgrad massgeblich erhöhen und setzen wir alle Möglichkeiten eines innovativen Universitätsmanagements ein. 6 alma 1/2000


HSG AKTUELL

Kernleitbild I. Lernen und lehren Wir wollen unseren Studierenden eine erstklassige und ganzheitliche Ausbildung bieten. Sie soll den Studierenden wissenschaftliche, praktische und soziale Kompetenz vermitteln und sie zur Übernahme von Verantwortung bei der Wahrnehmung späterer Fach- und Führungsaufgaben in Gesellschaft,Wirtschaft und Staat befähigen. II. Forschen Wir wollen in ausgewählten Forschungsschwerpunkten einen internationalen Spitzenplatz einnehmen. Damit erhöhen wir die Anziehungskraft für exzellente Forscher und Forscherinnen und schaffen die Voraussetzungen für eine qualitativ hochstehende Lehre sowie für unsere forschungsnahen Weiterbildungs- und Dienstleistungsangebote. III. Weiterbilden und beraten Wir wollen unser Weiterbildungs- und Dienstleistungsangebot systematisch und universitätsintern abgestimmt ausbauen und so einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung und zur lebenslangen Weiterbildung von Führungskräften in Wirtschaft und Öffentlichkeit leisten. In der öffentlichen Meinungsbildung wollen wir prominent vertreten sein. IV. Grenzen überschreiten Wir wollen uns in Lehre und Forschung bewusst international ausrichten und so den Austausch mit den führenden ausländischen Universitäten, mit der Scientific Community, mit der Praxis und mit den Studierenden fördern. Als Fundament soll dazu eine starke Verankerung im Kanton St. Gallen und im benachbarten In- und Ausland dienen. Die Nutzung der kulturellen Vielfalt soll uns helfen, neue Einsichten und Lösungsansätze zu generieren. V. Effektiv und effizient führen und finanzieren Wir wollen durch flexible Handhabung der Globalbudgets und Zielvorgaben unseren gesamtuniversitären Freiraum vergrössern und unsere Institute als autonome Leistungsträger im Rahmen der übergeordneten Universitätsstrategie führen. VI. Innovation und Qualitätsbewusstsein fördern Wir wollen innovative und überzeugende Lösungen für die Probleme unserer Zeit entwickeln. Unsere Leistungen richten wir auf internationale Standards aus und messen uns an diesen. VII. Unsere spezifische Kultur stärken Wir wollen unsere vielfältige Kultur, welche durch eine föderalistische Struktur und durch viele interdisziplinäre, kollegiale und partnerschaftliche Beziehungen gekennzeichnet ist, pflegen und stärken. 7 alma 1/2000


Jubiläumsjahr: Publikationen der Forschungsgespräche red. Der wissenschaftliche Höhepunkt im Jubiläumsjahr «100 Jahre HSG», das 1998 mit einer Vielzahl von Aktivitäten begangen wurde, waren die St. Galler Forschungsgespräche (ermöglicht von der St. Galler Stiftung für Internationale Studien und von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften), die in allen vier Abteilungen gleichzeitig stattfanden. Nun liegen die Publikation von allen vier Forschungsgesprächen vor. Die Resultate des Forschungsgesprächs der Volkswirtschaftlichen Abteilung sind unter dem Titel «The Transfer of Economic Knowledge», herausgegeben

von Ernst Mohr (Edward Elgar Verlag, Cheltenham UK, 1999, 214 Seiten) erschienen. Wie jede andere Branche produziert die volkswirtschaftliche wissenschaftliche Disziplin mit Hilfe einer Produktionsfunktion. Der Input in diese Produktionsfunktion sind wissenschaftliche Journalartikel, Fach- und Lehrbücher, Fachgutachten und Ratschläge für Nichtmitglieder dieser Zunft. Ihr Output ist das ökonomische Verständnis, welches in Unternehmen, Regierungen und ihren Administrationen, durch Absolventen volkswirtschaftlicher Ausbildungsgänge und Angehörige anderer wissenschaftlichen Disziplinen zur Anwendung kommt. Das volkswirtschaftliche Wissen wird in diesem Prozess transformiert. Der Wissensoutput dieses Prozesses ist verschieden von seinem Wissensinput. Wie wird dieses Wissen transformiert? Warum und wie viel? Dieses sind die Fragen, mit denen sich die Beiträge in diesem Tagungsband befassen; Fragen, welche die volkswirtschaftliche Zunft sonst selten beschäftigen. Die Autoren, unter ihnen James Buchanan, Bob Coates, Bruno Frey, Heinz König, Anne Krueger und Charles Wyplosz, untersuchen diesen Transformationsprozess aus der Sicht des Public Choice, der politischen Ökonomie sowie institutionellen, soziologischen, psychologischen und kulturellen Aspekten der Wirtschaftsberatung. Ausserdem wird der Transformationsprozess in der universitären Lehre, in Zusammenhang mit dem Einsatz neuer Medien sowie in der Kommunikation über Fachdisziplinen hinweg untersucht.

Komplexität und Integration

Volkswirtschaftliche Abteilung: «The Transfer of Economic Knowledge».

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Es ist heute an der Tagesordnung, wachsende Komplexität zu beschwören und verstärkte Integration zu fordern, sei es in Politik, Wirtschaft oder Wissenschaft. Auffallend dabei ist, wie un-

Betriebswirtschaftliche Abteilung: «Entwicklungsperspektiven einer integrierten Managementlehre».

bestimmt diese anscheinend so zeitgemässen Begriffe in der Diskussion bleiben. Der Band der Betriebswirtschaftlichen Abteilung, herausgegeben von Peter Gomez, Günther MüllerStewens und Johannes Rüegg-Stürm, befasst sich unter dem Titel «Entwicklungsperspektiven einer integrierten Managementlehre» (Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart,Wien, 1999, 441 Seiten) mit der Frage, wie sich eine wachsende Komplexität in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft äussert und was Integration im allgemeinen und in der Wissenschaft bedeutet. Der Bogen der Diskussion zwischen Vertretern der Unternehmenspraxis mit Wissenschaftlern wurde bewusst weit gespannt, haben sich doch die wissenschaftliche Erkenntnis als auch die unternehmerische Praxis in den letzten Jahren derart weiterentwickelt, dass eine Hinterfragung der Prämissen eines integrierten Ansatzes immer wieder notwendig wird. Die Beiträge im Buch, unter anderem von alma 1/2000


HSG AKTUELL

Christian von Weizsäcker, Alex Krauer, Heribert Meffert und Stephan Schmidheiny, bewegen sich denn auch zwischen den Polen der uneingeschränkten Bejahung solcher Ansätze und der kategorischen Ablehnung.

Zukunft des Rechts «Die Zukunft des Rechts» heisst der Band der Rechtswissenschaftlichen Abteilung, den Christian Meier-Schatz herausgegeben hat (Verlag Helbing & Lichtenhahn, Basel, 1999, Bibliothek zur Zeitschrift für Schweizerisches

und Internationalisierung der juristischen Methode; Rainer J. Schweizer, Gesetzgebung als knappes Gut – Perspektiven aus der Gesetzgebungspraxis; Werner F. Ebke, Die Zukunft der Rechtsetzung in multijurisdiktionalen Rechtsordnungen: Wettbewerb der Rechtsordnungen oder zentrale Regelvorgabe – am Beispiel des Gesellschafts- und Unternehmensrechts; Gunther Teubner, Nach der Privatisierung? – Diskurskonflikte im Privatrecht; Philippe Mastronardi, Funktionales Recht – Zur Nutzung von Recht als Steuerungsmedium; Klaus Adomeit, Partielle Regulierung – Dezentrales Recht; Erich Schanze, Entwicklung von Institutionen; Peter Häberle, Der Verfassungsstaat und seine Reformbedürfnisse; Jean Nicolas Druey, Der juristische Lehrplan im Jahre 2050.

Perspektiven der Kulturwissenschaften Herausgegeben von Johannes Anderegg und Edith Kunz, stellt die Publikation der Kulturwissenschaftlichen Abteilung ihr Forschungsgespräch unter der Überschrift «Kulturwissenschaften. Positionen und Perspektiven» vor (Aisthesis-Verlag, Bielefeld, 1999, 205 Seiten). Ausgehend vom Begriff «Kulturwissenschaften», der neuerdings in aller Munde ist und seine Aktualität der gegenRechtswissenschaftliche Abteilung: «Die Zukunft des Rechts».

Recht, Beiheft 28, 238 Seiten). Der Band enthält die Beiträge der teilnehmenden Referenten, die das Gesprächsthema im Rahmen der folgenden Themenfelder beleuchten: Das Recht als System; Entwicklungsperspektiven des Rechts; Partielle Regulierung; das Recht im Jahre 2050. Folgende Beiträge sind enthalten: Bernhard Grossfeld, Europäisches Erbe als europäische Zukunft – Von der Pandektistik bis heute (System als – inhaltlicher – Anspruch); Karl-Heinz Ladeur, Der «Eigenwert» des Rechts – Die Selbstorganisationsfähigkeit der Gesellschaft und die relationale Rationalität des Rechts; Daniel Brühlmeier, System und Gerechtigkeit: Eine neoanalytische Skizze; Ernst A. Kramer, Konvergenz alma 1/2000

Kulturwissenschaftliche Abteilung: «Kulturwissenschaften. Positionen und Perspektiven».

Zwar nicht als Forschungsgespräch einer Abteilung konzipiert, aber dennoch ein wichtiges wissenschaftliches, interdisziplinäres Symposium war die Tagung «Entwicklung und Krisen der Arbeit in der Schweiz des 20. Jahrhunderts», das im Jubiläumsjahr vom Forschungsinstitut für Arbeit und Arbeitsrecht (FAA) organisiert wurde. Der daraus entstandene Band «Arbeit in der Schweiz des 20. Jahrhunderts», herausgegeben von Thomas Geiser, Hans Schmid und Emil Walter-Busch (Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart,Wien, 1998), versammelt die überarbeiteten wissenschaftlichen Beiträge zum Symposium. Die Autoren sind Wirtschaftswissenschafter, Soziologen und Juristen.

wärtigen Umbruchsituation in den Geisteswissenschaften verdankt, stellen sich Fragen wie:Wie sieht die Zukunft der Geisteswissenchaften aus? Sollen die traditionellen geisteswissenschaftlichen Disziplinen künftig von den Kulturwissenschaften abgelöst werden? An welchen Konzepten von Kultur sollen sich die Kulturwissenschaften orientieren? Und welches sind ihre Gegenstände und Fragestellungen? Sollen – und können – die Kulturwissenschaften traditionelle Fächergrenzen und nationalsprachliche Grenzen sprengen? Welche Bedeutung haben die Kulturwissenschaften für die Gesellschaft, und wie legitimieren sie sich in der Öffentlichkeit? Eine international zusammengesetzte Gruppe von Wissenschaftlern aus den Bereichen Germanistik, Romanistik, Anglistik, Philosophie und Ethnologie versucht, Antworten auf diese Fragen zu finden und nach Positionen und Perspektiven der Kulturwissenschaften zu fragen. n

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Doppelabschluss zwischen HSG und Nanyang University

Professor Dr. Cham Tao Soon, Präsident der Nanyang Technological University (links), und HSG-Rektor Professor Dr. Peter Gomez tauschen die unterzeichneten Verträge zum «Dual Degree»-Abkommen zwischen den beiden Universitäten aus.

Studierende der Nanyang Technological University und der Universität St. Gallen können neu einen Doppelabschluss dieser beiden Universitäten erwerben. 10

Von Heinz Hauser

Kurz vor Beginn des Wintersemesters unterzeichneten HSG-Rektor Professor Dr. Peter Gomez und Professor Dr. Cham Tao Soon, Präsident der Nanyang Technological University, in Singapore ein Abkommen, das Studierenden beider Universitäten die Möglichkeit gibt, parallel die Anforderungen der Diplomabschlüsse beider Schulen zu erfüllen und damit den Master of International Management (MIM) der Univesität St. Gallen und den MBA der Nanyang Business School zu erwerben. Das Abkommen legt die Basis für eine globale Ausrichtung des neuen Studienganges «Master of Science in Inter-

national Management (MIM-HSG)». Studierende mit einer europäischen Konzentration können parallel zum HSG-Abschluss das CEMS-Diplom («Community of European Management Schools») erwerben; Studierenden, die sich nach Asien orientieren wollen, eröffnet sich die Möglichkeit eines zusätzlichen MBA der Nanyang Technological University, ein analoges Angebot wird für Nordamerika und eventuell Lateinamerika gesucht. Das MIM-Programm der Universität St. Gallen wird damit ein wirklich internationales Programm mit entsprechender Ausstrahlung.

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HSG AKTUELL

Singapore als Schwerpunkt Singapore wurde bewusst als Schwerpunkt für die Asienstrategie der HSG gewählt. Erstens bietet es mit der Business School der Nanyang Technological University und der Business School der National University of Singapore zwei Managementausbildungsprogramme von hoher internationaler Reputation. Zweitens dient Singapore hinsichtlich der Universitätsausbildung als regionaler Stützpunkt auch für Studierende aus umliegenden Ländern. Schliesslich fördert die Regierung von Singapore die Präsenz ausländischer Universitäten. Die University of Chicago und INSEAD planen je einen eigenen Campus in Singapore, und australische und englische Universitäten sind mit Diplomprogrammen auf der Basis von Fernstudien stark vertreten. Singapore ist ein international wettbewerblicher Markt für universitäre Ausbildungsgänge in Management. Für die HSG ist es eine grosse Herausforderung, dort vertreten zu sein.

Empfang beim Erziehungsminister Dem Abkommen wird auch von Seiten des Partners aus Singapore hohe Bedeutung zugemessen. Bestes Zeichen dafür ist die Tatsache, dass die HSGDelegation unter Führung von Rektor Professor Dr. Peter Gomez von Erziehungsminister Teo Chee Hean empfangen wurde. Im Gespräch mit dem Minister wurden vor allem Fragen der Internationalisierung der Universitätsausbildung angesprochen, was eine sehr gute Gelegenheit bot, die Strategie der HSG darzulegen. Die Unterstützung äusserte sich auch in der starken Medienpräsenz. Sowohl Presse wie Fernsehen waren an der Unterzeichnungszeremonie vertreten und haben durch sehr konkrete Fragen zum HSG-Programm ihr Interesse ausgedrückt. Besonders hervorgehoben sei auch die wertvolle Unterstützung, die die HSGVertretung durch Botschafter Raymond Loretan von der Schweizerischen Botschaft in Singapore erfahren durfte. Ein Empfang am 11.Oktober in der Residenz des Botschafters bot Gelegenheit, mit Vertretern von schweizerischen Firmen in Singapore Kontakt alma 1/2000

aufzunehmen. Die Unterstützung durch die Wirtschaft ist zentral, um Studierenden aus Singapore überzeugend darzulegen, dass das Studium in St. Gallen eine Alternative zu einem MBA Programm in den USA sein kann. Diese Einbindung wird auch durch den Business Council des Doppeldiplomprogrammes sichtbar, in dem seitens der HSG Botschafter Loretan sowie die Raul Weil, Leiter Private Banking Asien der UBS, und Michael Garrett, Executive Vice President Nestle, vertreten sind.

Kontakte auch in Hong Kong Die Mission in Singapore wurde abgerundet durch einen vorgängigen Besuch in Hong Kong. Dort wurden einmal die besehenden Kontakte zur Chinese University of Hong Kong gestärkt. Besonders aufschlussreich war aber auch eine Gesprächsrunde mit Vertretern Schweizer Firmen in Hong Kong, darunter drei Ehemaligen der Universität St. Gallen, in der ebenfalls die Frage im Vordergrund stand, wie die HSG-Präsenz in diesem Raum gestärkt werden könne. Asiatische Länder wünschen einen besseren Kontakt zu Europa, nicht zuletzt auch, um die bislang dominierenden US amerikanischen Beziehungen zu diversifizieren. Dies ist eine Chance, die die Universität St. Gallen im Interesse einer breit abgestützten Internationalisierung nützen muss.

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A career investment you can bank on tr.Als einzige Universität aus dem deutschsprachigen Raum fand St. Gallen Erwähnung in einem Artikel in der Rubrik «Money Report» der «International Herald Tribune», der sich unter dem Titel «MBA as a Career Investment You Can Bank On» insbesondere mit den Anfangsgehältern der Absolventinnen und Absolventen von Business Schools befasste. Neben einer ganzen Reihe von amerikanischen Business Schools fanden gerade mal zehn Institutionen aus der «übrigen Welt» – darunter auch mehrere Partneruniversitäten der HSG – Erwähnung als Top Business Schools: Cambridge, Ecole des Hautes Etudes Commerciales (HEC), Insead, IESE/University of Navarra, London Business School, Oxford, Rotterdam School of Management, St. Gallen, University of Western Ontario und University of Toronto. In ihrem Kommentar schreibt die Autorin Aline Sullivan unter anderem: «In the United States, the top recruiters focus on about 20 schools and compete fiercely for their graduates. They have strong relationships with the career center, alumni and student organizations and professors. In Europe, the pool of top graduate programs is even smaller and the relationships between the institutions and employers is even more intense.» Und die Auflistung – die bei allen Vorbehalten gegenüber Rankings und deren Entstehung aus HSGSicht doch sehr positiv zu werten ist – wird von der folgenden Legende begleitet: «The biggest and best recruiting companies knock only on the doors of a select handful of schools. But on these, they knock hard.»

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IN MEMORIAM

Alt Rektor, alt Regierungsrat Willi Geiger verstorben

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Am 12. Oktober 1999 verstarb in seinem 76. Lebensjahr in St. Gallen nach schwerer Krankheit alt Rektor Professor Dr.Willi Geiger, von 1955 bis 1972 Professor für Öffentliches Recht und von 1970 bis 1972 Rektor der Hochschule. Auch nach seiner Wahl zum Regierungsrat und Vorsteher des Baudepartements blieb er der HSG als Honorarprofessor eng verbunden. «Ich bin stolz und glücklich, der Hochschule St. Gallen, der ich mich seit meiner Immatrikulation als 18jähriger Student der Verwaltungswissenschaften im Wintersemester 1942/43 eng verbunden fühle, vorstehen zu dürfen»: Diese enge Verbundenheit mit der HSG, die Professor Dr. Willi Geiger bei seiner Antrittsrede als Rektor am Hochschultag 1970 zum Ausdruck brachte, prägte seine akademische Laufbahn, blieb aber auch nach dem Wechsel in die Politik eine wichtige Konstante. Nach Lizentiat (1947) und Doktorat (1950, mit einer Dissertation zum Thema «Die Gemeindeautonomie und ihr Schutz nach schweizerischem Recht») an der damaligen Handelshochschule habilitierte sich Willi Geiger 1953 mit einer Schrift zum Thema «Die Selbstverwaltung auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet als Rechtsproblem, Allgemeiner Teil». In den «St. Galler Hochschulnachrichten» hiess es dazu, diese Habilitation sei «für die Entwicklung unserer Hochschule besonders bemerkenswert, weil er als erster Privatdozent ganz aus unserer Hochschule hervorgegangen ist.» 1955 folgte – in der Nachfolge von Professor Dr. Hans Nawiasky – die Wahl zum Extraordinarius für Öffentliches Recht (Staatsrecht, Verwaltungsrecht,Völkerrecht), 1965 zum Ordinarius. Bereits 1961 übernahm Professor Geiger die Leitung des Schweizerischen Instituts für Verwaltungskurse. 1966 wurde er zum Prorektor der HSG gewählt, und 1970 übernahm von Francesco Kneschaurek das Amt

des Rektors. 1972 bereits für eine zweite Amtsdauer als Rektor bestätigt, wählte in das St. Galler Volk in einer denkwürdigen Wahl mit dem besten Resultat in die St. Galler Regierung, wo er anschliessend als Vorsteher des Baudepartements – und dreimal auch als Landammann – während zwanzig Jahren wirkte. «Selbstverwaltung» war für Professor Geiger nicht nur wissenschaftliches Thema, sondern prägte seine berufliche Laufbahn in Hochschule und Politik. So war er erster Rektoratssekretär der HSG, übernahm er doch dieses Amt unmittelbar, nachdem es im neuen Hochschulgesetz 1954 geschaffen worden war. Neben der Finanzverwaltung gehörte zu seinen Aufgaben auch die Führung der Kanzlei und die Sekretariatsgeschäfte des Hochschulrates. Bei seinem R��cktritt 1958 würdigte der damalige Rektor, Professor Dr. Walter Adolf Jöhr, seine Verdienste: «Die Präzision seiner Arbeitsweise und sein ausgeprägtes Pflichtgefühl bildeten das Rückgrat der Hochschulverwaltung.» Seine in dieser Zeit und in seinem Wirken als Leiter des Instituts für Verwaltungskurse aufgebauten BezieProfessor Dr.Willi Geiger

hungen zu allen Angehörigen der Hochschule, aber auch zu den Behörden von Bund, Kanton und Stadt liessen ihn die Ämter als Prorektor und Rektor wohlvorbereitet antreten. Seine Rektoratszeit war – ähnlich der heutigen Situation – geprägt von rasch wachsenden Studierendenzahlen und der sich daraus ergebenden Raumknappheit, die er in seiner Abschiedsrede 1972 denn auch als «unsere Hauptsorge» bezeichnete. Mit vorbildlichem, kompromisslosem persönlichem Einsatz hat er als objektiver und kritischer Rektor die HSG in hervorragender Weise mitgeformt. An seiner Wirkungsstätte, aber auch in den hochschulpolitischen Gremien (Hochschulrektoren-Konferenz, Hochschulkonferenz und Wissenschaftsrat), aber auch in breiten Bervölkerungskreisen hat er sich ein hohes Ansehen erworben. Als st. gallischer Bauchef konnte er die Eröffnung des Bibliotheksgebäudes (1989) und den Spatenstich zum Weiterbildungszentrum (1993) miterleben. So konnte er in seiner politischen Funktion ebenfalls prägend für die Zukunft der Universität St. Gallen wirken. Dies dürfte für ihn eine besondere Genugtuung gewesen sein, nahm er doch am Leben weiterhin lebhaften Anteil. So behielt er als Honorarprofessor auch lange einen festen Lehrauftrag und wirkte engagiert und erfolgreich als Präsident und Mitglied des Geschäftsleitenden Ausschusses des Instituts für Finanzwirtschaft und Finanzrecht, als Mitglied der Kommission der Schweizerischen Verwaltungskurse und des Stiftungsrates der St. Galler Stiftung für internationale Studien,Trägerin des Internationalen Management Symposiums ISC. Die HSG verliert in Willi Geiger einen hochgeschätzten Kollegen, der sich in allen Funktionen ausserordentlich engagiert eingesetzt hat. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. (HSG) alma 1/2000


EHEMALIGE IM PORTRÄT

Ein geschätzter Nachbar Erich Walser,Vorsitzender der Helvetia Patria Gruppe

Erich Walser: seit 1991 Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der Helvetia (seit 1996 Helvetia Patria). (Foto pd)

Von Erich Deschwanden Ab und zu – wenn es sein anspruchsvolles Arbeitspensum zulässt – hört sich Erich Walser einen Abendvortrag an der Uni St. Gallen an. Für dieses Vergnügen braucht er nur gerade mal 50 bis 100 Meter unter seine Füsse zu nehmen. So kurz ist die Distanz zwischen dem Hauptsitz der Helvetia Patria Gruppe und den HSG-Horsälen. Studienanfänger, die zum ersten Mal an den oberen Hängen des Rosenbergs herumstapfen und das eher bescheidene Firmenschild «Helvetia Patria» vor dem Eingang übersehen, könnten versucht sein zu glauben, das Gebäude des Versicherungsunternehmens sei Teil ihrer künftigen Ausbildungsstätte. Das Haus ist im selben Beton-und-Glas-Stil der späten 60er und frühen 70er Jahre errichtet, bettet sich genauso grosszügig in die Landschaft ein wie der Uni-Campus und setzt diesen architektonisch auf harmonische Weise fort. Das Büro von Erich Walser befindet sich im dritten Stock an der Südostecke. Durch das Fenster geniessen Besucher einen stupenden Ausblick auf die Hügelkante von St.Georgen. Von diesem Platz aus leitet Erich Walser als Vorsitzender der alma 1/2000

Geschäftsleitung das Versicherungsunternehmen Helvetia Patria. Als der heutige Konzernchef die HSG 1972 mit einem Abschluss als lic.oec. in der Tasche verliess, stellte er sich nicht vor, dass er dereinst so nahe an den Ort seiner ersten Hochschulausbildung zurückkehren würde. Aufgewachsen in Rehetobel, Kanton Appenzell-Ausserrhoden, hatte er sich zwar schon während seiner Gymnasialzeit an der Kantonsschule Trogen dafür entschieden, «in die Wirtschaft zu gehen». Während des Grundstudiums entstand der Wunsch, später einmal auf einer Bank zu arbeiten; im Aufbaustudium wandte sich Walser der Fachrichtung «Bankwirtschaft» zu. So früh und klar er sein Berufsziel ins Auge gefasst hatte, so sehr sträubte er sich, seinen intellektuellen Blickwinkel allzu rasch zu verengen. Erich Walser mag die geistige Breite. Der junge HSG-Absolvent lehnte das Angebot von Professor Schuster, eine Assistentenstelle zu besetzen und sich gleichzeitig in ein Dissertationsthema zu vertiefen, dankend ab. Stattdessen kreisten seine Gedanken um die Frage, ob er seine Ausbildung lieber mit einem Ingenieurstudium oder mit Jura abrunden wollte.

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EHEMALIGE IM PORTRÄT

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Schliesslich schrieb sich der Ökonom an der Uni Bern ein. Daneben arbeitete er halbtags als Betriebswirtschafter bei der Generaldirektion PTT. Da die juristische Fakultät das Erststudium an der HSG grosszügig anrechnete, erwarb er sich innerhalb von fünf Semestern mit dem lic.iur. seinen zweiten akademischen Grad. Erich Walser ist ein Zeitzeuge, der sich erinnert, wie stark sich Anfang der 70er Jahre die auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaften spezialisierte Handelshochschule und die wissenschaftlich breit abgestützte Berner Universität unterschieden. «An der Uni herrschte eine andere Atmosphäre als an der HSG», meint der Doppelabsolvent. «Obwohl ich in Bern sehr zielgerichtet studierte und die Vorlesungen, die ich besuchen musste, sorgfältig aussuchte, bemerkte ich doch, dass der damalige Studienbetrieb sehr traditionell lief. Das Studium war weniger geregelt, und den Studenten blieb die Initiative für ihr Tun weitgehend selbst überlassen. Sie wurden von den Lehrkräften auch viel weniger unterstützt als an der HSG.» Walser empfand die sogenannte akademische Freiheit als Nachteil. Aber er konnte seinem Aufenthalt an der altehrwürdigen Alma mater bernensis auch Positives abgewinnen: «Ich erlebte sehr konkret, dass es noch andere Dinge gibt auf der Welt als die Wirtschaft. Wenn ich zum Beispiel Sport betrieb, lernte ich Mediziner, Naturwissenschafter und Philologen kennen.» Gegenüber St. Gallen sei das ein Vorteil gewesen, den die Handelshochschule auch durch die Kulturfächer nicht hätte aufwiegen können. Obwohl mit zwei Abschlüssen akademisch überdurchschnittlich gebildet, ist Erich Walser ein Mann der Praxis. Nach dem Jurastudium drängte es ihn, seine Kenntnisse umzusetzen. Er fand eine Anstellung bei der Generaldirektion der Schweizerischen Volksbank. Das damals grösste Berner Finanzinstitut ist mittlerweile in der CS Group aufgegangen. Zunächst arbeitete der Ökonom und Jurist in einer Abteilung, die Pensionskassenlösungen für Bankkunden anbot. Dort allerdings fühlte er sich zu wenig gefordert, und so trat er nach kurzer Zeit in den Rechtsdienst über.

In der Folge übernahm er immer mehr die Funktion als Assistent des Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Der Nachwuchsbanker betrachtete seinen Job von Anfang an als zeitlich begrenzt. «Assistent des Vorsitzenden der Geschäftsleitung ist ein guter Einstieg», meint er, «ich hatte eine sehr vielseitige Tätigkeit und klärte nicht nur Rechtsfragen ab, sondern erhielt einen guten Überblick über alle Aspekte des Bankgeschäfts. Ich war auch öfters bei Entscheidungsprozessen dabei. Doch man kann in dieser Position nicht allzu lange bleiben. Nach drei bis vier Jahren muss man eine andere Aufgabe übernehmen.» Es kam anders als gedacht; die Bankkarriere endete 1979 abrupt. Just als die Verantwortlichen der Volksbank begonnen hatten, mit Walser konkrete Gespräche über die Übernahme einer Niederlassung zu führen, begann ein Beziehungsnetz zu spielen, das für die Schweizer Wirtschaft während Jahrzehnten von hoher Bedeutung war: das Militär. Erich Walser war zu jenem Zeitpunkt Kompaniekommandant in einem Regiment, das von Heinz Lanz geführt wurde, einem Mitglied der Geschäftsleitung der Helvetia in St. Gallen. Er zog für die Versicherungsgesellschaft den Finanzfachmann als Leiter der Abteilung «Liegenschaften» an Land, mit der Perspektive, dass er zum Leiter des übergeordneten Bereichs «Kapitalanlagen» aufsteigen werde. Es folgte eine steile Karriere;Walsers Aufgabenbereich weitete sich in den folgenden 12 Jahren schrittweise aus. Mit der Zeit übernahm er neben den Kapitalanlagen auch das Finanz- und Rechnungswesen, die strategische Planung und die Betreuung der Geschäftsaktivitäten in Österreich. 1991 nahm er in der Geschäftsleitung Einsitz. Im gleichen Jahr wurde er deren Vorsitzender. Die schweizerische Assekuranz horchte auf. Der neue Geschäftsleitungsvorsitzende war erst 44 Jahre alt und galt in Branchenkreisen als enorm junger Chef. Mittlerweile hat sich der Trend zur Verjüngung der Führungskräfte auch in den Versicherungsunternehmen breitgemacht. Erich Walser erhielt schon bald Gelegenheit, sein Meisterstück abzuliefern. Noch im Dezember 1991 began-

Helvetia Patria Die 1996 gegründete Helvetia Patria Holding besitzt (direkt oder indirekt zu 100 Prozent) zwei Tochtergesellschaften: die Patria Leben AG Basel und die Helvetia Versicherungen St.Gallen. Die Namenaktien der Dachgesellschaft sind an der Schweizer Börse kotiert. Grösste Aktionärin der Gruppe ist die Patria Genossenschaft mit einem Anteil von rund 39 Prozent. Weitere wichtige Aktionäre sind die Alte Leipziger und die Münchener Rück sowie die Swiss Re. Der Verwaltungsrat der Holding umfasst acht Mitglieder und ist identisch mit den Verwaltungsräten der beiden Tochtergesellschaften. Die Helvetia Patria Gruppe gehört zu den mittelgrossen international tätigen Schweizer Versicherungen. 1998 nahm sie ein Prämienvolumen von rund 4 Milliarden Franken ein. Davon entfielen auf das Lebensversicherungsgeschäft 2,2 Milliarden und auf den Nicht-Lebensversicherungsbereich 1,8 Milliarden.Auch in geografischer Hinsicht verfügt die Helvetia Patria Gruppe über eine solide Geschäftsstruktur. Das lässt sich allein schon an der Aufgabenteilung innerhalb der fünfköpfigen Geschäftsleitung ablesen. Unter dem Vorsitz von Erich Walser trägt Paul Müller die Ergebnisverantwortung für den Ländermarkt Schweiz,Wolfram Wrabetz ist verantwortlich für Deutschland,Tjarko Ullings für die übrigen europäischen Märkte und Roland Geissmann kümmert sich um die Finanzen. Im vergangenen Jahr erzielte die Helvetia Patria Gruppe rund 58 Prozent ihrer Prämieneinnahmen in der Schweiz, in Deutschland erwirtschaftete sie gut 15 Prozent der Bruttoprämien und in Österreich deutlich mehr als 7 Prozent. Die Wachstumsmärkte befinden sich hauptsächlich in Südeuropa: Italien trug 1998 etwas mehr als 8 Prozent zum Bruttoprämienaufkommen bei, Spanien fügte beinahe 4 Prozent hinzu. alma 1/2000


EHEMALIGE IM PORTRÄT

nen er und Hans-Ulrich Baumberger, damals Präsident der Basler Versicherungsgenossenschaft Patria, die Idee einer strategischen Allianz zu diskutieren. Die beiden Appenzeller kannten sich schon seit langem. In kurzer Zeit arbeiteten sie die Grundlagen eines Kooperationsmodelles aus. Diesem gaben die Verwaltungsräte der beiden Gesellschaften bereits vier Monate später ihre Zustimmung, und Anfang 1993 wurde die Zusammenarbeit in Kraft gesetzt. Die strategische Allianz entwickelte sich 1996 zur Helvetia Patria Holding. Erich Walser übernahm den Vorsitz der Geschäftsleitung, Hans-Ulrich Baumberger wurde Präsident des Verwaltungsrates. Im nachhinein führt der operative Chef der neuen Gruppe den Erfolg des Zusammenschlusses auf die damals herrschende Ergänzung der Strategien zurück: «Wir befanden uns in einer Win-win-Situation.» Aber auch die glückliche personelle Konstellation auf der obersten Führungsebene habe eine wichtige Rolle gespielt: «Hans-Ulrich Baumberger und ich mussten nicht zuerst um das Vertrauen des anderen ringen. Keiner brauchte Angst zu haben, dass ihn der andere über den Tisch zieht. Das hat die Sache ungemein erleichtert», erklärt Erich Walser. Die menschlichen Aspekte einer Fusion treten um so stärker in den Vordergrund, je mehr sie sich vollzieht. «Das Schwierigste ist es, die Führungskräfte und Mitarbeiter zu gewinnen. Fast alle müssen auf liebgewordene Gewohnheiten verzichten.» Walser reiste in den vergangenen Jahren viel herum, versuchte überall die Meinungsmacher ausfindig zu machen und leistete pausenlos Überzeugungsarbeit. Er sprach mit möglichst vielen Leuten und wiederholte immer wieder dieselben Grundbotschaften zum neuen Firmenkonzept. Sein Fazit: «Die Bedeutung der Unternehmenskultur kann in einem solchen Prozess nicht hoch genug eingeschätzt werden.» Obwohl die Integration der beiden Firmen – zumindest auf der obersten Führungsebene – abgeschlossen ist, beschäftigt sich Erich Walser weiterhin intensiv mit dem Management von Veränderungen. Dabei orientiert er sich mehr an den Erfahrungen anderer alma 1/2000

Praktiker als an theoretischen Abhandlungen. Zur Zeit liest er das Buch «Business Change als neue Managementdisziplin», verfasst vom Unternehmensberater und HSG-Absolventen Leonhard Fopp. Der oberste Chef von annähernd 4800 Mitarbeitern weiss, dass die Helvetia Patria innerhalb der Versicherungsbranche nur ein mittelgrosses Unternehmen ist. Im Wettkampf mit den Global Players wird sie nur dann überleben können, wenn es ihr weiterhin gelingt, genauso gute, wenn nicht bessere Dienstleistungen als die Grossen anzubieten. Der Schlüssel dazu liegt in der Qualifikation der Mitarbeiter. Diese müssen in der Lage sein, die Kunden kompetent zu beraten. Erich Walser betrachtet es als seine wichtigste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Helvetia Patria auch in Zukunft genügend fähige Mitarbeiter gewinnt. So gesehen, ist die geographische Nähe des Firmensitzes zur Uni zweifellos ein Glücksfall. «Wir haben es sicher leichter als andere Unternehmen, in Kontakt mit den Studenten zu kommen», räumt Erich Walser unumwunden ein. Sichtlich befriedigt zeigt er sich über den Umstand, dass schon mancher Absolvent, der aus privaten Gründen in St. Gallen bleiben wollte, bei der Helvetia Patria einen herausfordernden Arbeitsplatz fand. Allerdings wäre es verfehlt, die Vorteilhaftigkeit der Beziehung nur einseitig zu würdigen. Erich Walser vermutet, dass die HSG-Institute das in der Nachbarschaft gelegene Unternehmen überproportional oft für Beratungsaufträge und Sponsoringbeiträge anfragen. Die Helvetia Patria wiederum zeigt sich an nützlichen Forschungsergebnissen durchaus interessiert und in den vergangenen Jahren hat sie an diverse Institute eine ganze Reihe von attraktiven Arbeiten vergeben.Trocken meint Erich Walser: «Unser Verhältnis zur Uni ist ein wechselseitiges Geben und Nehmen.»

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alma Das Alumni-Magazin der Universität St. Gallen (bis 1997: «St.Galler Hochschulnachrichten») ISSN 1422-5980 3. Jahrgang, Nr. 1/2000 Auflage: 15'000 Exemplare Erscheinungsweise: alle 3 Monate Herausgeber: St.Galler Hochschulverein und Rektorat der Universität St.Gallen Verlagsleitung: Peter Hogenkamp Chefredaktion: Roger Tinner Beiträge in dieser Ausgabe: Erich Deschwanden, Peter Gomez, Heinz Hauser, Peter Hogenkamp, Gion-André Pallecchi,Nicole Schiessl, Christian Stambach, Heidi Steiger, Roger Tinner Titelbild: Jacob Detennis Fotos: Regina Kühne Gestaltung: Norbert Völkle Druck: Zollikofer AG, St. Gallen Vertrieb/Anzeigen/Adressänderungen und Zuschriften an: Alumni-Büro HSG Dufourstrasse 50 9000 St.Gallen Telefon +41 71 224 30 10 Telefax +41 71 224 30 11 E-Mail: alumni@unisg.ch Anzeigenleitung: Sonja Vögtle Anzeigenpreise: auf Anfrage Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung der Herausgeber bzw. der Redaktion gestattet. Für unverlangt zugestellte Manuskripte wird keine Gewähr übernommen.

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IWÖ-HSG: Ökologie und Wirtschaft in allen Facetten Die Universität St. Gallen hat sich auch

So kam es dazu...

im Bereich Ökologie ein Standbein ge-

Die Studenteninitiative oikos war es, welche Ende der 80er Jahre mehrmals mit Vorstössen kam, eine interdisziplinäre «Forschungsstelle für Ökologie und Wirtschaft» einzurichten. An der oikos-Konferenz 1989 stellte sie eine Gruppe von Unternehmen vor, die sich bereiterklärt hatte, einen Lehrstuhl zu sponsern; diese Firmen hatten ein Bedürfnis nach wirtschaftlich ausgebildeten Leuten mit Ausrichtung auf ökologische Fragen. Das Anliegen ging an den Hochschulrat, wurde aber abgelehnt; gerade für das heikle Thema Ökologie wollte man nicht ein gesponsertes und damit abhängiges Institut, und doch wollte man dem Bedürfnis der Wirtschaft gerecht werden. Das Rektorat setzte also im Mai 1990 eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des damaligen Prorektors Georges Fischer ein; sie hatte die Aufgaben

setzt. Seit sieben Jahren beschäftigt sich das Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ) disziplinenübergreifend mit ökologischen Fragen in sämtlichen Facetten. Von Heidi Steiger Dass den Leuten an diesem Institut an einem guten Arbeitsklima etwas gelegen ist, bemerkt man schon bei einem Besuch auf der Homepage. Dort wird der Surfer bereits mit den Kaffeepausen-Ritualen der Bürogemeinschaft vertraut gemacht. Der Eindruck bestätigt sich, wenn man die Räumlichkeiten betritt. Und schliesslich wird dieser Punkt auch von Direktor Ernst Mohr noch einmal betont. Es gebe ganz unterschiedliche Ausrichtungen und Persönlichkeiten hier; aber so unterschiedlich sie alle seien, so gross sei auch die Toleranz zwischen ihnen. Das IWÖ ist in fünf eigenständige Geschäftsfelder mit entsprechender Forschungstätigkeit aufgegliedert. Unter der Leitung von Professor Dr.Thomas Dyllick steht der Bereich Umweltmanagement. Professor Ernst Mohr Ph. D., der 1995 den emeritierten Hans Christoph Binswanger als Direktor ablöste, untersteht das Forschungsfeld Umweltökonomie. Das Forschungsfeld Nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft ist Dr. Jürg Minsch unterstellt. Professor Dr. Ruedi Müller Wenk beschäftigt sich mit ökologischen Bewertungsmethoden für Ökobilanzen, Professor Dr. Hans Christoph Binswanger mit ökologischer Marktwirtschaft. 16

eines zu gründenden Instituts für Wirtschaft und Ökologie zu definieren. Aufgrund des Konzeptes «Ökologie an der HSG» dieser Arbeitsgruppe wurde am 1. Oktober 1992 das Institut für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ-HSG) gegründet und als Direktoren die beiden Professoren Dr. Hans Christoph Binswanger (Umweltökonomie) und Dr. Thomas Dyllick (Umweltmanagement) ernannt. Der Jurist Professor Dr. Klaus Vallender wurde Präsident des Geschäftsleitenden Ausschusses. Starthilfe für das neue Institut gab die damals neu gegründete oikos-Stiftung, die von namhaften Industrieunternehmen getragen wird (Baer AG, Gallus Ferdinand Rüesch AG, Hilti AG, Lista AG, Unilever AG). Sie finanzierte anfangs Gastprofessuren und unterstützt heute spezielle Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekte. Ihr heutiger Geschäftsführer ist IWÖ-Mitarbeiter Dr. Frank Belz.

Lehre auf allen Stufen integriert

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teckbrief des Instituts für Wirtschaft und Ökologie (IWÖ-HSG):

Tätigkeit/Geschäftsbereiche: Theorie der Marktwirtschaft (HansChristoph Binswanger); Umweltmanagement (Thomas Dyllick), Wirtschaftspolitik und nachhaltige Entwicklung (Jürg Minsch); Umweltökonomie (Ernst Mohr); Berwertungsmethodik für Ökobilanzierung (Ruedi Müller-Wenk) Gründungsjahr: 1992 Präsident: Prof. Dr. Klaus Vallender Direktion: Prof. Ernst Mohr, Ph.D., Prof. Dr.Thomas Dyllick Mitarbeiter(innen): 23 Adresse: Tigerbergstrasse 2, 9000 St. Gallen Telefon 071 224 2584 Telefax 071 224 2722 Internet: www.iwoe.unisg.ch

Die Aufgabenbereiche des IWÖ können grob in drei Gruppen aufgeteilt werden: Lehre, Forschung und Dienstleistungen/Weiterbildung. Es sind grundsätzlich alle Disziplinen der Universität auch in diesem Institut verankert; es gibt sowohl volkswirtschaftlich wie auch betriebswirtschaftlich ausgerichtete Tätigkeitsfelder, und mit dem Präsidenten Klaus Vallender ist auch die juristische Seite vertreten. Im Bereich Lehre wurde das Fach Ökologie in sämtliche Stufen integriert. Im Grundstudium gehören die Veranstaltungen «Natürliche Grundlagen des Wirtschaftens» (1. Semester) sowie «Die Unternehmung in der sozialen und ökologischen Umwelt» (4. Semester) zum Pflichtprogramm für alle Studierenden der Wirtschaftswissenschaften.Auf der Lizentiatsstufe bot das IWÖ-HSG bis vergangenes Jahr eine abteilungsübergreifende Vertiefungsalma 1/2000


AUS DEN INSTITUTEN

richtung «Ökonomie und Ökologie» an. Für das Doktorandenstudium wird ebenfalls ein eigenes Fachprogramm angeboten. Zur Zeit werden am IWÖ ungefähr 35 Dissertationen sowie 2 Habilitationen betreut.

noch gezeigt, dass sie auf dem Arbeitsmarkt mit diesem Abschluss problemlos eine Stelle gefunden haben; vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung noch schwerer.

Forschung mit Kooperation Vertiefungsrichtung ersetzt Die Vertiefungsrichtung «Ökonomie und Ökologie» sucht man aber seit diesem Jahr vergeblich im Studienführer der Lizentiatsstufe. Trotz anfänglich grossem Interesse und zahlreichen Informationsveranstaltungen war in den letzten Jahren die Zahl der Studierenden auf fünf bis sieben pro Jahrgang gesunken. Aufgrund dieses mangelnden Interesses entschloss sich das IWÖ schliesslich schweren Herzens dazu, diese Vertiefungsrichtung aufzugeben und durch das Angebot von zwei BWL-Wahlblöcken zum Thema Ökologie und Umweltmanagement zu ersetzen. Der erste ist in diesem Wintersemester angelaufen. Eine Umfrage bei ehemaligen Absolventinnen und Absolventen der Vertiefungsrichtung hatte Die beiden Direktoren Ernst Mohr (ganz rechts) und Thomas Dyllick (Fünfter von rechts) zusammen mit Mitarbeitern des IWÖ und ehemaligen Studierenden der Vertiefungsrichtung Ökonomie und Ökologie. (Foto: IWÖ)

Die Schwerpunkte der Forschung am IWÖ liegen thematisch in Bereichen wie ökologische Marktentwicklungsstrategien, Umweltmanagementsysteme, ökologische Lernprozesse in Unternehmen, Bewertungsmethoden für Ökobilanzen, marktwirtschaftliche Instrumente und Joint Implementation in der Klimapolitik, Kultur als ökonomische Institution, nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft sowie ökologische Steuerreform. Den Schwerpunkt bilden die Ausgangsdisziplinen BWL,VWL und Recht. Es fliessen aber weitere sozialwissenschaftliche Ansätze aus angrenzenden Bereichen wie Politologie, Soziologie und Psychologie in die Forschung ein. Projektspezifisch ergeben sich auch immer wieder Kooperationen mit anderen Universitäten. Eine solche Zusammenarbeit besteht zum Beispiel mit unterschiedlichen Bereichen der ETH Zürich; es gibt aber auch eine intensive Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) sowie mit

Behörden im In- und Ausland. Die Kooperationen beziehen sich sowohl auf die Lehre wie auch auf die Forschung; es werden gemeinsame Tagungen und Seminare durchgeführt. Die Akzente dieser Zusammenarbeit sind eine starke Praxisorientierung und Interdisziplinarität; im Rahmen der Kooperationsprojekte wird ingenieurwissenschaftliches, wirtschaftsgeographisches oder humanökologisches Know-how einbezogen. Es laufen auch mehrere gemeinsam betreute Dissertationen zwischen der HSG und den Partner-Universitäten.

Service und Weiterbildung Das IWÖ bietet jedes Jahr zahlreiche und vielfältige Weiterbildungsprogramme, Tagungen und Seminare an. Gemeinsam mit der EMPA werden dreiwöchige Lehrgänge für Umweltbeauftragte und Umweltauditoren durchgeführt. Sie wenden sich an Praktiker und vermitteln Wissen im Hinblick auf Aufbau und Betrieb von Umweltmanagementsystemen gemäss der Internationalen Norm ISO 14001. Anfang November hat das St. Galler Umweltmanagement-Forum stattgefunden; es präsentierte praktische Beispiele eines integrierten Ressourcenmanagements und gab einen Überblick über existierende Methoden und Softwareinstrumente. In intensiven Workshops erhielten die Teilnehmer die Gelegenheit, konkrete Umsetzungen in Unternehmen zu studieren und zu diskutieren. Weiterbildungsmöglichkeiten bietet auch die volkswirtschaftliche Seite des IWÖ an. Kürzlich fanden zwei Seminare zum Thema Kyoto Mechanismen statt; es wurde von Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen fünf Kontinenten besucht. Diskutiert wurden finanzielle Aspekte und finanzieller Wert von Joint-Implementation- und CleanDevelopment-Mechanism-Projekten.

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ISC: 30 Jahre erfolgreiche studentische Organisation Im Mai des kommenden Jahres findet das Internationale Management Symposium St. Gallen bereits zum 30. Mal statt. Zum Jubiläum hat sich das studentische Organisationskomitee einen neuen Symposiumsrhythmus überlegt. Von Nicole Schiessl

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Das jährliche Treffen von Wirtschaft und Politik gehört zu den wichtigsten Gelegenheiten, anlässlich derer in der gesamten Schweiz und auch in vielen ausländischen Staaten über die Universität St. Gallen geredet wird. Die HSG profitiert damit von einem Anlass, mit dem sie eigentlich gar nicht so viel zu tun hat, ausser dass sie die Räumlichkeiten stellt. Das Internationale Management Symposium, oder eben das ISC, wie es kurz heisst, ist fest in studentischer Hand. Ein Team von 24 jungen Leuten, die alle noch mitten in ihrem HSG-Studium stecken, organisieren diesen Grossanlass jeweils während rund eines Jahres. Während des dreitägigen Symposiums selber sind dann mehrere hundert Studierende involviert, sei es als Helfer oder auch als Gastgeber für die am Symposium teilnehmenden ausländischen Studierenden. «Wir sind voll und ganz auf das freiwillige und unentgeltliche Engagement der Studentinnen und Studenten angewiesen», betont denn auch Bettina Wild. Die 22jährige BWL-Studentin aus dem appenzellischen Teufen bildet in diesem Jahr zusammen mit Philipp Starke, einem gleichaltrigen BWL-Studenten aus Mainz in Deutschland die studentische ISC-Teamleitung. Beide haben am Symposium von 1999 bereits

Das ganze Jahr über mit der Vorbereitung der «drei Tage im Mai» beschäftigt: das studentische ISC-Team (hier jenes vom 29. Symposium 1999). (Fotos pd)

als Teammitglieder mitorganisiert; vorher haben sie als Helfer erste Kontakte zum Symposium geknüpft. Was motiviert eine 22jährige junge Frau, ein ganzes Jahr lang sich voll und ganz für einen dreitägigen Anlass einzusetzen, dabei das Studium nur mit viel Durchhaltevermögen und Aufarbeiten fortzusetzen und das alles auch noch ohne Verdienst? «Es macht einfach irrsinnig viel Spass, hier mitzuar-

beiten», erklärt sie. Bei der Arbeit im ISC-Team habe sie viele Leute kennengelernt und persönlich viel lernen können. Bei der Organisation eines solchen Grossanlasses sei es von immenser Bedeutung, dass man effizient arbeite und dass ein Team auch wirklich als Team agiere. Jetzt, als Teamleiterin, habe sie die Möglichkeit, in alle Gebiete des ISC einen Blick hineinzuwerfen und merke eigentlich erst jetzt so richtig, wie viel dazugehört, damit das ISC jedes Jahr zu einem erfolgreiches Symposium werden kann. Hat sie sich diesen verantwortungsvollen Job sofort zugetraut? «Nein», lacht sie, «ich wurde alma 1/2000


STUDENTISCHE VEREINE IM PORTRÄT

angefragt und musste mir dann erst mal über diese Möglichkeit, an die ich vorher niemals gedacht hatte, ein paar Gedanken machen.» Ihre Eltern hätten sie in ihrem Vorhaben bestärkt, und bis heute habe sie es noch nie bereut, diesen Schritt gemacht zu haben. Bettina empfiehlt ihren Job beim ISC-Team als willkommenen Ausgleich zum Studium, vor allem könne sie so viel Praxiserfahrung sammeln. Hat sie den Eindruck, dass die Lehrpersonen an der HSG grundsätzlich ein ausserstudienmässiges Engagement befürworten? Das sei sehr verschieden, doch im Grossen und Ganzen könne sie sagen, dass man immer wieder auf Professoren treffe, die vor allem bezüglich PräsenzVorschriften ein Auge zudrücken würden. Indes muss natürlich auch ein ISC-Teammitglied wie jeder andere Studierende an der HSG alle Testate und Prüfungen schreiben.

Spezielle Atmosphäre des ISC Hinter dem ISC steht die Idee, den konstruktiven Dialog zu fördern unter dem Motto «Entscheidungsträger von heute treffen potentielle Entscheidungsträger von morgen». Im Gegensatz etwa zum World Economic Forum in Davos, wo die bekannten und erfolgreichen Leute unter sich sind, nehmen Die professionelle Symposiums-Organisation geht bis in die Details: Der Boden der Aula wird mit «ISC-Blau» ausgelegt.

am Symposium in St. Gallen auch immer 250 Studentinnen und Studenten aus den verschiedensten Ländern teil. Was motiviert Polit- und Wirtschaftsgrössen aus der ganzen Welt dazu, sich im Mai drei Tage für diesen Anlass zu reservieren? Es sind sicher nicht nur die interessanten Referate von Politikern, Wirtschaftsfachleuten, Wissenschaftern und eben auch Studierenden, sondern bestimmt auch die aussergewöhnliche Atmosphäre, die es einem erlaubt, interssante Kontakte zu knüpfen. Diese Atmosphäre ist geprägt durch die studentische Organisation, Mitarbeit und Symposiums-Teilnahme. Es zeigt sich immer wieder, dass erfolgreiche Geschäftsleute es geniessen, sich einmal in einem ungezwungenen Rahmen mit jungen Studierenden zu unterhalten. Mit den organisierenden Teammitgliedern findet diese Unterhaltung bereits auch vor den drei eigentlichen ISCSymposiumstagen statt. Die Studentinnen und Studenten reisen zu den eingeladenen Persönlichkeiten, um mit ihnen alle notwendigen Dinge zu besprechen. Die einzelnen Teammitglieder nehmen innerhalb weniger Wochen bis zu 70 Termine wahr, und sie reisen dabei quer durch die Schweiz oder zum Teil bis nach Asien. Das bringt natürlich einen enormen Stress mit sich, aber auch ungeahnte Möglichkeiten, die Welt kennenzulernen. Diese Reisen gehören daher sicherlich zu den Highlights der ISCTeamarbeit.

as ISC-Team erreicht man unter folgender Adresse:

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ISC Dufourstrasse 83 Postfach 1045 9001 St. Gallen Telefon 071 227 20 20 Fax 071 227 20 30 E-Mail ISC@unisg.ch Internet www.isc.unisg.ch

Neue Symposiumsstruktur Dieses Jahr findet das ISC bereits zum 30. Mal statt. Das Organisationsteam entschied, dass man für diesen Jubiläumsanlass eine neue Symposiumsstruktur einführen wolle. Neu wird das Symposium nicht mehr von Montag bis Mittwoch durchgeführt, sondern von Donnerstag bis Samstag, nämlich vom 25. bis am 27. Mai. Was möchte man damit bezwecken? «Wir hoffen, dass dann das anschliessende Wochenende noch für diverse Begegnungen unter den Teilnehmenden dazugenutzt wird», erklärt Bettina Wild. Vor allem den studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll die Gelegenheit geboten werden, noch ein paar Tage länger in St. Gallen zu verbringen und einen Austausch mit den Schweizer Studierenden zu pflegen. Mit der grossen Neuerung bezüglich der Symposiumstage hat das diesjährige ISC-Team auch einen eindrücklichen Beweis dafür erbracht, dass es für die Teammitglieder trotz der inzwischen hochprofessionellen Organisation des Anlasses möglich ist, eigene Ideen einzubringen und langjährige Gewohnheiten über den Haufen zu werfen. «Das Arbeiten im ISC-Team ist ein tolles Abenteuer und einfach ein Riesen-Plausch», fasst Bettina Wild ihr ausserordentlich grosses Engagement für sich persönlich zusammen. Nur darum gehe es ihr – und nicht etwa darum, ihr Curriculum Vitae effektvoll zu ergänzen. «Denn dafür wäre die Arbeit wirklich viel zu hart!»

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START UP

«Knowledge Management» als Gründermotivation Die HSG-Absolventen Matthias Maier und Michael Kres und ihr Unternehmen «promoveTM GmbH»

Das Wissen gerade von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern effizient einsetzen wollen Matthias Maier (links) und Michael Kres.

Von Roger Tinner

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Der Firmenname «promoveTM GmbH» lässt keine spontanen Rückschlüsse auf die Tätigkeit dieses noch jungen Kleinunternehmens mit dreo Mitarbeitern zu, und wenn das «TM» mit «Time Management» aufgeschlüsselt wird, geht die Vermutung wohl in die falsche Richtung: Hier werden weder Papier- noch elektronische Agenden oder Planungssysteme verkauft, die dem Einzelnen ein besseres «time management» erlauben. Matthias Maier und Michael Kres sind mit ihrem «start up» im Personalbereich tätig und verstehen sich als Kompetenzcenter zwischen staatlichen und privaten Arbeitsvermittlern und Arbeitnehmenden. In einem Verbund mit Partnern haben sie sich dem Knowhow-Transfer zwischen Unternehmen mit Über- oder Unterkapazitäten (im Personalbereich), selbständigen Fachkräften und Mitarbeiter(inne)n bzw. Stellensuchenden verschrieben. Dabei vertreten die 32- bzw. 31-jährigen Firmengründer eine Generation, der sie selbst (noch) gar nicht angehören: «Wir vertreten die Interessen von qualifizierten Fach- undFührungskräften ab 45 Jahren in einem gesamtschweizerischen Netzwerk. Ob Projektmitarbeit, Mandate oder fixe Engagements: Unser

Ziel ist es, Unternehmen kostengünstig Erfahrungswissen zur Verfügung zu stellen.» Zusätzlich bietet «promove TM» sogenanntes «Newplacement» an. Die Gründer dazu: « Wir integrieren Mitarbeiter, die aus Unternehmen ausscheiden müssen, auf der genannten Basis in Poolunternehmen.» Konkret umgesetzt hat die «promove» die Geschäftsidee «Know How-Transfer» in drei Geschäftsfeldern: «T-experts» vermittelt erfahrene Mitarbeiter(innen) an Unternehmen, «T-sharing» vermittelt Mitarbeitende eines Unternehmens in Zeiten einer Unterauslastung an ein Poolunternehmen, und «Tpooling»eine Plattform für selbständige Berater, die durch promove TM GmbH Mandate akquirieren..

Motivation: «Effizientes Wissensmanagement» Die Motivation zur Unternehmensgründung kam bei Maier und Kres – ähnlich wie in vielen anderen Fällen – aus den (schlechten) Erfahrungen in der früheren Arbeit: «Ausgangslage war die Erkenntnis, dass wir die Werte, mit denen wir uns unternehmerisch identifizieren, in den uns bekannten Unternehmen nur sehr selten vorfanden. Konkret ging es darum, dass wir Wissensmanagement – trotz vieler gegenteialma 1/2000


START UP

liger Aussagen von Unternehmern – in der Praxis nur selten erfahren konnten. Vor allem ältere Leute werden aufgrund von Fusionen, Frühpensionierungen etc. entlassen, ohne dass man sich um die Erfahrungen dieser Menschen kümmert. Im Gegenzug holt man sich teure Berater ins Haus, die dann die fehlenden Kompetenzen wieder aufbauen sollten. Die heutige Selbständigkeit erlaube es dagegen, «Wissen effizient ‹anzuzapfen› und unbürokratisch und neutral im Sinne der Auftraggeber zu nutzen.» Als hinderlich erweise sich in der Schweiz aber der zögerliche Umgang mit Wissen: «Jemandem etwas mitzuteilen und miteinander zu kommunizieren, kommt vielerorts immer noch einem gewissen Machtverlust gleich. Entsprechend reagieren Manager oft skeptisch auf den Ansatz.»

Von der HSG her gekannt Matthias Maier, im deutschen Waiblingen aufgewachsener Auslandschweizer, und Michael Kres, in Laufen (Baselland) aufgewachsener Österreicher, kannten sich von ihrem Studium in St. Gallen her. Während Maier nach seinem Lizentiat (Vertiefungsrichtung Finanz- und Rechnungswesen) 1994 als Projektmanager bei einer Grossbank und später als Assistant Financial Manager bei Reuters in Zürich arbeitete, schloss Kres an sein Liz (1993,Vertiefung Tourismus und Verkehr) das Doktorandenstudium an. Mit der Dissertation «Ausgestaltung und Entwicklung einer touristischen Marke Europa – Auswirkungen aus Schweizer Sicht» promovierte er 1997 zum Dr.oec., war allerdings schon vorher in der Praxis tätig, zunächste in der Geschäftsleitung einer Management School, anschliessend als Marketingleiter bei Swisscontrol, Bern und Genf. Zum Studium nach St. Gallen kam der Auslandschweizer Maier wegen der «guten Ausbildung» und weil er seine zweite Heimat näher kennenlernen wollte. Für Michael Kres waren neben der «systematischen Einführung in moderne Managementkultur» (auf die er an einer Informationstagung aufmerksam wurde) die Kriterien «weit weg und ein See» mitentscheidend für die alma 1/2000

Wahl des Studienortes, zählt er doch Tauchen zu seinen Hobbies. Das Studium beurteilt er in der Rückblende als «sehr gut», hätte sich aus heutiger Sicht aber mehr Einführung in moderne Führungsmethoden wie Coaching oder Teamführung gewünscht. Matthias Maier hat das Studium als «herausfordernd» empfunden, als manchmal ziemlich «schulisch», aber mit dem Vorteil des effizienten Studierens. Die Erinnerungen der beiden an die gemeinsame Studienzeit gehen vom «internationalen Flair bei den Studierenden» bis zur damaligen Stammkneipe «Alt St. Gallen». Und was von dem, was sie an der HSG gelernt hatten, konnten sie bisher vor allem brauchen? Für Matthias Maier ist die «Fähigkeit zu konzeptionellem Denken sehr nützlich», für Michael Kres helfen der systemische Ansatz der Managementausbildung und die zahlreichen Einblicke in Unternehmen bis heute, «Projekte zu strukturieren und uns in verschiedenen unternehmerischen Kontexten rasch zurechzufinden.» Dass derzeit – die Gründungsphase ist ja nach einem Jahr keineswegs abgeschlossen – den beiden Jungunternehmern wenig Zeit für ihre Hobbies bleibt, ist verständlich. Wenn doch hin und wieder Zeit oder Wochenenden dafür bleiben, dann widmet sich Maier dem Skifahren, dem Reisen oder der Kultur, während Michael Kress mit seiner Partnerin die sonnige Wohnung am Genfersee geniesst oder sich dem Reisen, der Musik, dem Tauchen, dem Fotografieren oder der Literatur widmet. Was die Zukunftsaussichten von «promveTM» angeht, so sind beide sehr optimistisch gestimmt. Die beiden HSG-Absolventen beurteilen die Marktaussichten - bei einem sich zusehends verknappenden Arbeitsmarkt nämlich als ausgezeichnet, zumal der Standort Zürich Zentrum eines grossen Wirtschaftsraumes ist. Diskutiert wird – ein gutes Jahr nach der Gründung - bereits eine Ausdehnung des Konzepts auf Franchisebasis nach Lausanne, Bern und St. Gallen.

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«START» sucht Unternehmer «Jeder ist Unternehmer. Jede Tätigkeit ist Unternehmen. START steht für die Selbstverständlichkeit des Unternehmens.» Sie haben es getan? Sie haben an der HSG studiert und dann Ihr eigenes Unternehmen gegründet? Oder gekauft, übernommen? Sie sind an Kontakten zu Gleichgesinnten und aktiven Studierenden interessiert? Sie wollen Ihr Knowhow weitergeben? Die studentische Initiative START hat es sich zum Ziel gesetzt, Unternehmer und solche, die es werden wollen, zusammenzubringen.Wir schaffen Plattformen, auf denen Sie Wissen und Erfahrungen mit anderen unternehmerischen Alumni und Studenten austauschen können. Das beste Beispiel dafür ist das jährlich stattfindende STARTforum, auf dem Studierende, Unternehmer und Experten drei Tage lang zusammen an Ideen und konkreten Herausforderungen arbeiten. Direkt anschliessend organisieren wir dieses Jahr erstmals DYNAMICventures, eine RecruitingMesse für junge und stark wachsende Unternehmen.Ausserdem sind wir ganzjährig mit unseren Workshops und Vorträgen von STARTkick an der Universität präsent, um Begeisterung für berufliche Selbständigkeit zu wecken. Wir haben auf unserer Homepage einen separaten ALUMNIcorner eingerichtet, auf dem sich Unternehmer von der HSG in die interne Datenbank von START eintragen können. Dort können Sie auch vermerken, ob Sie an einem persönlichen Engagement im Rahmen unserer Aktivitäten interessiert sind. Weitere Informationen: www.start.ch/alumni E-mail: start@unisg.ch Telefon: +41 71 224 21 95 21


ORIGINALTON

Thomas Bieger, Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung der Tourismuswirtschaft, Delegierter für CEMS

Bremsfaktoren des Wandels – Was kann das Bildungswesen vom Tourismus lernen?

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us dem Studium des Tourismus können verschiedene Erkenntnisse gewonnen werden, die auch auf andere Bereiche und Forschungsfelder übertragen werden, beispielsweise vom Management von Destinationen als jahrzehntealtes Übungsfeld für die Steuerung virtueller Unternehmen und Netzwerke oder vom Management persönlicher Dienstleistungen auf andere Dienstleistungsbereiche wie Gesundheitswesen. Wie überall können jedoch auch Negativ-Erfahrungen im Sinne von «don’t»s abgeleitet werden. Zu diesen gehört bestimmt auch der Wandel im Bereich der Geschäftsmodelle von Destinationen traditioneller Tourismusregionen. Diese weisen im Gegensatz zu integrierten Geschäftsmodellen neuer Destinationen wie Themenparks, amerikanische Ski Resorts oder Kreuzfahrtschiffe eine verminderte Fähigkeit zur Bewältigung des strategischen Wandels und damit heute eine ungenügende Wettbewerbsfähigkeit auf. Traditionelle Destinationen mit ihrer verpolitisierten KMU-Struktur orientierten sich über lange Zeit an den absoluten Nachfragezahlen und waren stolz auf den hohen Anteil von Stammgästen aus dem Heimmarkt Schweiz. Es wurde übersehen, dass dieser konservative Nachfragermarkt mit grosser Qualitätstoleranz keine Impulse für die Weiterentwicklung des Angebotes brachte. Als weiterer Vorteil wurde der tiefe Hypothekarzins gelobt. Übersehen wurde, dass dieser tiefe Zins zu wenig Anreize in Richtung sparsamen Kapitaleinsatzes setzte, der Tourismus ist heute in der Folge überinvestiert und «immobilisiert».

Lange Zeit finanzierten sich touristische Investitionen über

die Steigerung des Wertes der Immobilien und die Inflation quasi von selbst. Zu spät wurde die Gefahr dieser hoch geschraubten Werte erkannt, die bei ihrer Korrektur Mitte der neunziger Jahre in riesige Überschuldungen führten. Auch wurden einseitig Vorteile der kleinen und mittleren Unternehmen wie lokale Verankerung und Kultur gepriesen. Zu wenig wurde beachtet, dass nur kleine und mittlere Unternehmen, die wachsen, die ihre Kompetenzen entwickeln und alma 1/2000

multiplizieren, zu einer dynamischen Wettbewerbsfähigkeit von Standorten beitragen. Zu spät wurde die Tendenz erkannt, dass diese Unternehmen sich zu wenig innovativ an reinen (lokalen oder nationalen) Branchenstandards orientierten. Zu wenig Gegenkraft baut sich auf, wenn jetzt diese Unternehmen wie kleinere Bergbahnen von den Gemeinden und Kantonen eine finanzielle Überlebenshilfe verlangen.

Die Gefahren einer zu starken Orientierung an einem un-

kritischen (weil unerfahrenen) Heimmarkt, von Fehlinvestitionen in Produktionsfaktoren wegen verzerrter Marktsignale, die Orientierung an Werten, die auf falschen, internen Standards beruhen und des Rufes nach dem Staat als Unterstützung unter Inkaufnahme einer Verpolitisierung lassen sich auch auf den Wandel im Bildungsbereich übertragen. Von den Schweizer Kunden dürfte erst zu spät ein Signal in Form von Abwanderung und Ausweichen auf z. B. ausländische Angebote ausgehen. Erst zu spät dürfte erkennbar sein, dass für die staatlichen Bildungsinstitute die Arbeitskraft zu billig (d.h. für den Schulleiter oft nichts kostet) ist und dass entsprechend zu wenig kapitalintensiv zum Beispiel über neue Lerntechnologien produziert wird. Ebenfalls werden die eigenen Standards und Werte wie das eigene Titelsystem erst zu spät auf internationalem Marktstandard hinterfragt werden. Die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen den gegenseitig abhängigen, im internationalen Standard kleinen und mittleren Bildungsinstitutionen und der Politik wird zu spät den Wettbewerb, der für Innovationen nötig ist, eröffnen.

In diesem Sinne freue ich mich über jede Initiative der Öff-

nung der Systeme und Internationalisierung. Ich bin überzeugt, dass ein wesentlicher Erfolgsfaktor einer Bildungsinstitution ein hoher Anteil leistungsbereiter, kritischer Studierender darstellt, dass es sich lohnt, neue Standards zu prüfen und sich auf einen konstruktiven Wettbewerb einzulassen. 23


NDU-ALUMNI

NDU Alumni bei HSG-Alumni integriert Anfang 1998 wurde der St. Galler Hochschulverein durch die Einsetzung des Alumni-Büro zu neuem Leben erweckt. Mit einem professionellen Management ist es dem Büro in kurzer Zeit gelungen, ein attraktives Angebot für alle HSG-Absolventinnen und -Absolventen zu entwickeln, dazu zählt unter anderem auch das Magazin «alma». Wir im NDU haben uns damals sofort bereit erklärt, unseren Mitgliedern den Beitritt zum Hochschulverein zu empfehlen, damals ursprünglich in der Absicht, die beiden Organisationen als getrennte Institutionen nebeneinander existieren zu lassen. Inzwischen haben wir erkannt, dass das auf lange Sicht wenig zweckmässig ist. Erreicht unsere NDU-Ehemaligen ein Brief von der HSG oder meldet jemand eine Adressänderung, interessiert ihn wohl nicht, dass wir intern sehr dezentral organisiert sind (unabhängige Adressdatenbanken etc.), so dass wir es nicht einmal schaffen, eine Meldung HSG-weit zu kommunizieren. Genau dort wollen wir nun ansetzen: Die neue Strategie der NDU-Alumni sieht die vollständige Integration der Administration in diejenige des St. Galler Hochschulvereins vor. Dadurch werden Doppelspurigkeiten in der Adresshaltung vermieden und gleichzeitig bisherige Schwachstellen der NDU-Alumni – wie zum Beispiel unser Internetauftritt – beseitigt. Und was bringt das der NDU-Asolventin oder dem NDU-Absolventen? Der Fundus der zur Verfügung stehenden Adressen erweitert sich auf alle HSG-Absolventinnen und Absolventen und überschreitet daher die 10‘000er Marke. Dieser Fundus kann im Adressverzeichnis, dem «Who's Who» des Hochschulvereins, eingesehen, aber auch elektronisch durchsucht werden, was das Auffinden eines Gesprächspartners wesentlich erleichtert. Dem Grundgedanken jeder Alumni-Vereinigung, dem Networking, wird damit umfassend entsprochen. Gleichzeitig können Sie auch Adresskorrekturen in Zukunft über das Internet selbständig erledigen. Und das beste: Sie zahlen nur noch einen Mitgliedsbeitrag für die Mitgliedschaft in beiden Organisatioalma 1/2000

NDU- und HSG-Alumni – alles klar? nen. Dabei haben Sie weiterhin in allen Belangen mit Gret Graf eine Ansprechpartnerin, die umfassend über das Gesamtangebot der HSG- und NDU-Alumni informieren kann. Insgesamt legen wir grossen Wert auf die Feststellung, dass die Vereinigung NDU-Alumni keineswegs aufgelöst wird. Sie wird nur administrativ in die «Dachorganisation» Hochschulverein integriert; nicht anders, als es bei über 50 Vereinen,Verbindungen und Initiativen an der HSG der Fall ist, die Alumni-Aktivitäten haben und dabei ihre Adresspflege dem Hochschulverein überlassen. In diesem Sinne werden auch die Weiterbildungsveranstaltungen der NDU-Alumni in Zukunft weiterhin exklusiv für NDU-Absolventinnen und -Absolventen angeboten, denn auf dieses Begegnungsforum wollen wir nicht verzichten. Wie sieht der Zeitplan aus? Peter Hogenkamp, Geschäftsführer des HSGAlumni-Büros und Gret Graf, Geschäftsführerin der NDU-Alumni, planen die Datenmigration für das erste Quartal 2000 und werden somit die NDU-Alumni-Daten in die AlumniDatenbank der HSG integrieren. Alle NDU-Alumni, von denen zahlreiche schon jetzt Mitglied im Hochschulverein sind, werden schriftlich von uns informiert. Ich bin fest davon überzeugt, dass alle von dieser Integration profitieren werden und dass das Alumni-Netzwerk des Hochschulvereins allen neue, zukunftsorientierte Kontakte innerhalb der weiten HSG-Gemeinschaft ermöglichen wird. Erste kleine Früchte der Integrationsbemühungen zeigen sich bereits im Relaunch des Zürcher-Stammes, der seine Informationen in Zukunft im «AlumniWeb», der Homepage der HSG-Alumni, veröffentlichen wird. Weiteres dazu entnehmen Sie bitte dem nachfolgenden Bericht von Mar-

tin Wyler. Seit einigen Ausgaben der alma, haben wir immer über unser NDU geschwärmt und unsere Sicht der Dinge wiedergegeben. Dies ist jedoch immer eine Innensicht und ich bin Andreas Hauri sehr dankbar, dass er wieder einmal aus der Sicht eines Absolventen den Kurs kritisch reflektiert und sich in seinem Artikel damit auseinandersetzt, wovon er in seinem Studium – NDU 12 mit Abschluss 1999 – profitieren konnte. Ich möchte denn auch die Gelegenheit nicht verpassen, alle NDUAbsolventinnen und –Absolventen aufzufordern, hier in der alma Stellung zu interessanten Themen zu nehmen. Nutzen Sie das Forum der alma für Ihre Anliegen! Gion-André Pallecchi Studienleiter NDU-HSG

Der NDU-Stamm Zürich ist wieder zum Leben erwacht! Nachdem Markus Egli bis im Frühjahr 98 den Zürcher Stamm organisiert hatte, fand sich leider kein unmittelbarer Nachfolger mehr. Im Sommer 98 formierte sich dann aber eine Gruppe von NDU 11 Absolventen, mit dem Ziel den Stamm Zürich wieder zum Leben zu erwecken und ihm ein neues Gesicht zu verpassen. Anlässlich diverser Treffen, die vor allem dem leiblichen Wohl und dem regen Gedankenaustausch gewidmet waren, entwickelte sich ein neues Konzept: – Regelmässige Treffen: immer am 2. Montag im Monat – Stammlokal: Caveau Mövenpick Seefeld – Keine aufwendige Administration wegen der mittlerweile bald 200 Mitglieder: alles auf Internet / EMail basierend;

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NDU-ALUMNI

–Möglichkeit künftiger Events. Josef Bösze hat in zukunftsweisender Art, in Zusammenarbeit mit dem St. Galler Hochschulverein, die Möglichkeiten moderner Technologie optimal genutzt. Informationen zum Stamm Zürich findet man nun unter www. alumni.unisg.ch. Einladungen zu später vielleicht einmal stattfindenden Events, werden nur noch per E-Mail verschickt. Wer diese Infos wünscht, beschafft sich eine E-Mail-Adresse, meldet sich beim Hochschulverein und kreuzt bei seinen persönlichen Daten auf der Alumni Web Page – den Stamm Zürich an. Alle Ehemaligen sind herzlich eingeladen sich am Zürcher Stamm zu beteiligen oder einfach mal reinzuschauen. Ein herzliches Dankeschön geht an die ‚Promoter‘ des neuen Konzeptes: Josef Bösze, Madeleine Bardola und Martin Rüetschi. Martin Wyler Swissair Captain Absolvent NDU 11

Weiterbildung: Neues Programm

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Dieser Tage ist bereits zum sechsten Mal die ausführliche Übersicht über die Weiterbildungsveranstaltungen der Universität St. Gallen und ihrer Institute erschienen. Die im A4-Format gehaltene Broschüre ist kostenlos erhältlich bei der Presse- und Informationsstelle der HSG (Telefon 071 224 22 25, Telefax 071 224 28 15, e-mail: unihsg@unisg.ch). Die Weiterbildung hat an der Universität St. Gallen, neben der Aufgabe der Ausbildung von Studierenden, schon seit jeher einen hohen Stellenwert. Dem Überblick über das vielfältige HSG-Weiterbildungsangebot dient auch die Ausgabe 2000 des Gesamtprogramms. Allen Interessierten soll es ermöglichen, im grossen Angebot die individuell passende Veranstaltung schnell zu finden.

«Erlebnisbericht» eines NDU-Absolventen «Das Gelernte nicht in den Ordnern verstauben lassen, sondern nachhaltig in die tägliche Arbeit übernehmen»: Wahrlich kein leichtes Unterfangen, sich in der Flut von Angeboten zur Management-Ausbildung zu orientieren! Hat man sich einmal für eine Ausbildung von grösserer Tiefe entschieden, stösst man bei der Evaluation unweigerlich auch auf das NDU. Warum habe ich mich gerade für das NDU entschieden? Ein wichtiges Kriterium war für mich der blockweise Aufbau. Er bietet die optimale Kombination zwischen Berufstätigkeit einerseits und konzentriertem Lernen andererseits. Ein weiterer Pluspunkt ist der gute Name der Universität St. Gallen: Schliesslich soll die Ausbildung neben dem Erweitern der eigenen Kompetenzen auch einen gewissen Marktwert mit sich bringen. Mich überzeugte auch die Ausrichtung auf ein Zielpublikum, das schon einiges an Berufs- und Managementerfahrung mit sich bringt. Wie haben sich meine Erwartungen erfüllt? Dank dem klugen Blocksystem habe ich es geschafft, die Interessen von Familie und Beruf mit den Anforderungen der Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Die Intervalle zwischen den Blöcken unterstützen darüber hinaus einen direkten Transfer des Gelernten in die Praxis. Ein sehr positiver Aspekt war auch das breite Feld von Referenten. Jedes Thema wurde dadurch aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Beiträge von hochkarätigen Gastreferenten aus der Wirtschaft bereicherten das Meinungsspektrum. Klar, dass es unmöglich ist, beim insgesamt sehr hohen Standard alle Blöcke auf einem ähnlichen Niveau zu halten. Das Feedback der Teilnehmer wird dazu beitragen, allfällige

Schwachstellen in den nächsten Lehrgängen zu verbessern. Im Lauf der Ausbildung habe ich eine gewaltige Portion aktuelles Grundwissen gelernt, habe unzählige Management-Tools kennengelernt und ausprobiert und konnte diese jeweils in der Praxis weiter vertiefen.Als sehr praxisnah habe ich empfunden, dass neben den handfesten Grundlagen auch den soft factors viel Aufmerksamkeit geschenkt wurde; gerade diese stellen im Management-Alltag die grösste Herausforderung dar. Ein wichtiger Gewinn für mich waren die Begegnungen mit Kollegen aus verschiedenen Wirtschaftszweigen. Zwei Jahre gemeinsam die Schulbank drücken schafft enge Kontakte, die über das NDU hinaus bestehen bleiben. Das so entstandene Netzwerk wird mir in Zukunft sehr wertvoll sein. Rückblickend war das NDU insgesamt schon eine knackige Sache. Besonders die Zeit der Diplomarbeit stellte einige Anforderung an mein Durchhaltevermögen (und das meiner Familie...). Umso grösser war nach bestandener Ausbildung die Genugtuung, das Lern- und Aufnahmevermögen einmal mehr bewiesen zu haben. Bleibt noch die grösste Herausforderung: Das Gelernte nicht in den Ordnern verstauben zu lassen, sondern nachhaltig in die tägliche Arbeit zu übernehmen! Mein Rat an das NDU? Die Qualität und den Ruf der Ausbildung auch in Zukunft hoch halten, Schwachstellen kontinuierlich verbessern, die Lerninhalte laufend aktualisieren und allenfalls das NDU im Reigen der europäischen MBA-Programme noch etwas selbstbewusster positionieren. Andreas Hauri Leiter Regionalsitz Bern/Mittelland der Zürich Schweiz, SGE Business Partner Absolvent NDU 12

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M.B.L.-HSG

M.B.L.-HSG at Harvard Innerhalb des Nachdiplom-Studiums «Master of European and International Business Law (M.B.L.)» wird ein Studienblock in den USA an der Harvard Law School absolviert. Von Christian Stambach Der Name Harvard Law School alleine übt eine Faszination aus.Die älteste Law School der Vereinigten Staaten wird mit einer ganzen Reihe der berühmtesten Rechtsprofessoren und brillantesten Absolventen in Verbindung gebracht. Nicht zuletzt waren es amerikanische Filme, die auch bei uns das Image einer Law School der Superlative geprägt haben. Es vermag daher nicht zu erstaunen, dass die Studierenden des Nachdiplomstudiums der Universität St.Gallen im Europäischen und Internationalen Wirtschaftsrecht M.B.L.-HSG mit einer grossen Erwartungshaltung nach Cambridge, Mass., gereist sind. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die hohen Erwartungen wurden rundum erfüllt. Der siebte Studienblock des M.B.L.HSG wird in den USA durchgeführt.Er trägt die Überschrift «Negotiation», was als Verhandlungsführung im weitesten Sinn umschrieben werden könnte. Es versteht sich von selbst, dass eine geschickte Verhandlungsführung nicht nur vom juristischen Grundlagenwissen abhängt, sondern ganz wesentlich auch eine Frage der taktischen und sprachlichen Fähigkeiten der beteiligten Personen ist. Der Verhandlungserfahrung kommt damit ein entscheidender Stellenwert zu. Solche Erfahrungen und Fähigkeiten können trainiert und erworben werden. In einem viertägigen Seminar wurden die St. Galler M.B.L. Studierenden von der Conflict Management Group CMG intensiv darin ausgebildet, Verhandlungen über internationale Geschäftsbeziehungen zu führen. Dabei legte CMG zahlreiche Stimulationen, alma 1/2000

Einen Block absolvierten die M.B.L.Studierenden in Harvard.

die auf realistischen Problemen internationaler Geschäftsbeziehungen fussten, zugrunde. So hatten die Studierenden unter anderem Preisverhandlungen,Vergleichsverhandlungen und Verhandlungen mit mehreren Parteien zu führen. Beinahe legendär war der sogenannte «Oil Pricing»-Fall, den die Teilnehmer mit einem Engagement führten als ginge es dabei um ihr letztes Hemd. Dass das Seminar in Englisch durchgeführt wurde, hatte nicht nur zur Folge, dass die Teilnehmer ihre individuellen sprachlichen Fähigkeiten verbessern konnten, sondern brachte auch die spezielle US-amerikanische Verhandlungsart näher. Die Conflict Management Group, die vom Harvard-Professor Roger Fisher gegründet wurde, verfügt über eine enorme Erfahrung in Bereich politischer und geschäftlicher Verhandlungen und Konfliktsituationen auf höchster Ebene. Ihr methodischer Ansatz geht auf das bekannte Buch «Getting to Yes» zurück,wonach die Analyse der ge-

genseitigen Interessenlagen und die Suche nach alternativen LösungenVorrang vor dem Beharren auf kontroversen Positionen hat. Inhaltlich ging der Studienblock aber weit über das Thema Verhandlungsführung hinaus und umfasste auch verschiedene Formen der Konfliktbewältigung in internationalen wirtschaftsrechtlichen Auseinandersetzungen.Ein ganzer Tag,der dem CMGSeminar voranging, war dem Thema «Dispute Resolution in International Business Transactions» gewidmet.Unter der Leitung von Professor Peter Murray referierten die renommierten HarvardProfessoren Arthur von Mehren, Frank Sander und DetlefVagts. Die Diskussion mit diesen weltbekannten Lehrern war faszinierend. Beeindruckend waren auch die Örtlichkeiten. Die imposanten Vorlesungssäle der Harvard Law School, der ehrwürdige Faculty Club am Rande des Campus und die weltgrösste rechtswissenschaftliche Bibliothek gaben einer gelungenen Studienwoche den richtigen Rahmen. n

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STRATEGIE DER HSG

«connexHR» – The Human Resources Alumni of HSG Beim gemütlichen Abendessen von sieben Alumni der Vertiefungsrichtung Führung und Personalmanagement entstand im Sommer 1999 die Idee, ein soziales und fachliches Netzwerk aufzubauen für die Ehemaligen ihrer Vertiefungsrichtung sowie HSG’lern mit heutiger Tätigkeit im Human Resource Management. Um jedermann zu jeder Zeit den Zugang zu diesem Netzwerk zu ermöglichen, wurde eine «connexHR»-Homepage eingerichtet. Von Verena von Atzigen «connexHR» wurde am 20. Oktober 1999 von Absolventinnen und Absolventen der Universität St. Gallen mit der Vertiefungsrichtung Führung und Personalmanagement gegründet. Die Zielsetzungen des Vereins sind folgende: - ein soziales Netzwerk zu schaffen und den Kontakt zu «Gleichgesinnten» zu ermöglichen; – den fachlichen und praktischen Austausch zu unterstützen und zu fördern; – eine Zusammenarbeit aufzubauen zwischen den Mitgliedern des Vereins, dem Institut für Führung und Personalmanagement (I.FPM) bzw. der Universität St. Gallen (HSG) sowie Studierenden mit Interesse an Human Resource Fragen.

Auftritt und Austauschplattform

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Für eine möglichst weitläufige Kommunikation haben die Gründungsmit-

Kommunikationsplattform von connexHR: die Homepage www.connexhr.ch

glieder eine vereinseigene Homepage erstellt. Diese ist unter der Adresse www.connexhr.ch zu finden. Die Homepage ist das Kommunikationszentrum des Vereins. Sie wird belebt durch die Informationen, die den Vereinsmitgliedern von zentraler Stelle aufgearbeitet zur Verfügung gestellt werden sowie den Beiträgen und Ideen, die von den Mitgliedern via Diskussionsdatenbank quasi live veröffentlicht werden. Diese Datenbank ermöglicht es allen Mitgliedern, sich direkt an aktuellen Diskussionen zu beteiligen. Zusätzlich zur virtuellen Kommunikation werden vom Verein Anlässe rund um die Themen Führung und Personalmanagement organisiert, an denen interessierte Mitglieder und Studierende der Universität St. Gallen herzlich willkommen sind.

Aufbau der Homepage Die Homepage bietet eine Auswahl von acht Themengebieten (vgl. Abbildung):Agenda, Diskussion (Zugang nur für Mitglieder mit Passwort), Kontakt, Gründer, Ziel (Idee und Statuten), Literatur, Gästebuch und Links.

Mitgliedschaft Zielgruppe von connexHR sind alle Alumni der Universität St. Gallen, die die Vertiefungsrichtung Führung und Personalmanagement absolviert haben oder heute im Human Resource Bereich tätig sind. In einem ersten Schritt wurden im November 1999 die rund 250 Alumni der Vertiefungsrichtung Führung und Personalmanagement per E-Mail oder Brief angeschrieben und über das Vorgehen informiert. Da die zweite Zielgruppe relativ schwer ausfindig zu machen ist, lädt der Verein alle ein, sich via Homepage oder E-Mail zu melden.

Zukünftige Aktivitäten Da der Verein auch ein soziales Netzwerk aufbauen will, werden ungezwungene Treffen veranstaltet, so z.B. im Januar/Februar 2000 in Form eines gemütlichen Essens, weitere Aktivitäten sind geplant, u.a. ein Human Resource Tag in Genf. Die Informationen zu allen Veranstaltungen finden Sie auf der Homepage unter Agenda. Haben Sie Interesse oder Fragen? Besuchen Sie unsere Homepage unter www.connexhr.ch oder senden Sie ein E-Mail an connexhr@alumni.unisg.ch. alma 1/2000


WHO’S WHO

In diesen Tagen erscheint das «Who’s Who 2000» mit 10’172 verzeichneten Personen, was einem Zuwachs von rund 30% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die nun vorliegende Datenqualität ermöglicht interessante Statistiken. Von Peter Hogenkamp Angesichts des grossen Aufwands,der vor eineinhalb Jahren mit den über 8’000 Fragebögen für das «Who’s Who 1998» entstanden war, sowie aufgrund der Tatsache, dass die Datenbank seit einem Jahr auch im Internet verfügbar ist, war die Marschrichtung klar: Wir wollen die Adressen permanent aktualisieren und nicht jeweils in einem «Kraftakt» vor Erscheinen des Who’s Who.

Ganzjährige Aktualisierung funktioniert Erreichen wollten wir dies mit dem Korrekturbogen, der jeweils der «alma» beilag, oder dadurch, dass man seit März 1999 Änderungen auch jederzeit online anbringen kann. Dieses Vorhaben scheint gelungen zu sein, denn uns erreichten nicht nur das ganze Jahr hindurch zahlreiche Mutationsmeldungen, Die zwanzig grössten Arbeitgeber: Anzahl Personen pro Firma

«Who’s Who 2000» erschienen sondern auf die im Oktober versandte «Einladung Who’s Who» auch «nur» rund 3’000 Änderungsmeldungen, was lediglich ein Drittel der über 10’000 verzeichneten Personen ausmacht. Wir können also davon ausgehen,dass die meisten Adressen noch gültig sind. Diese permanente Aktualisierung der Daten bringt nicht nur Vorteile für die OnlineVersion, sondern auch für das Buch: Wenn eine Änderung mitten im Jahr eingeht,hat jeder und jede auf dem Korrekturbogen noch mehrere Male Gelegenheit, die eigene Adresse anzuschauen und zu kontrollieren, bevor das nächste Who’s Who Ende Jahr in Druck geht.

UBS AG grösster Arbeitgeber Durch die neuen Felder, die in den letzten beiden Jahren in der AlumniDatenbank eingeführt wurden, ergeben

sich interessante Möglichkeiten, neue Statistiken zu erstellen, zum Beispiel, was die grössten Arbeitgeber der Alumnae und Alumni angeht.

Verzeichnete Personen im Who’s Who

Nicht überraschend ist dabei sicher die Tatsache, dass die ersten beiden Plätze die Schweizer Grossbanken mit 342 (UBS) und 235 (CS-Group) belegen, dass sich unter den grössten diverse Beratungsfirmen befinden, und dass sich nur wenige Industrieunternehmen unter die Dienstleister verirrt haben Schon eher unerwartet kommt dagegen das Abschneiden der Universität St.

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WHO’S WHO

Gallen selbst, die als Arbeitgeber auf Platz 3 landet. Natürlich könnte man hier bereinigen, denn unter den HSGAngestellten sind rund ein Drittel Assistenten/Doktoranden, von denen der Grossteil die HSG nach Abschluss der Arbeit wohl verlassen wird (um allerdings wieder durch neue HSGler ersetzt zu werden) – doch dies liesse sie lediglich einen Platz einbüssen.

Öffentliche Hand stark vertreten Generell beeindruckt der hohe Anteil an Angestellten der öffentlichen Hand. Unter den grössten zwanzig Arbeitgebern plaziert sich der Staat mit der Schweizerischen Bundesverwaltung (107 Personen), dem Kanton St. Gallen (96) und dem Kanton Zürich (37) immerhin dreimal, wobei die anderen Kantone,Städte und Gemeinden in dieser Liste der grössten zwanzig natürlich nicht einmal erscheinen. Demnächst wird es möglich sein,solche Statistiken auch mittels des neu eingeführten Branchencodes aufzubereiten.Bisher haben 3’800 Ehemalige ihre Branche gemeldet; wir werden diese Statistik daher erst im nächsten Who’s

Who veröffentlichen. Die Liste aller Personen nach Branche ist zusammen mit drei anderen (nachVereinen,Kantonen und Ballungsräumen) bereits jetzt unter www.alumni.unisg.ch/whoswho abrufbar.

Anzahl Daten insgesamt versiebenfacht Das Wachstum der Alumni-Datenbank in den letzten beiden Jahren in bezug auf die erfassten Personen betrug rund 40% (von 9’700 auf 13’400). Viel eindrücklicher wird der Zuwachs jedoch

Anzahl Daten in der Alumni-Datenbank

dokumentiert durch die Gesamtzahl aller Daten, indem man also beispielsweise Anrede,Vorname,Name,Strasse,PLZ, Ort, Land als sieben Datenwerte zählt (insgesamt kann die Alumni-Datenbank mit Adress- und Kommunikationsdaten, Studienabschlüssen, Vereinszugehörigkeiten, Kontaktprotokoll etc. pro Person rund 70 Einzeldaten verwalten). Diese Datenmenge hat sich von Anfang 1998 bis heute von 87’000 auf 615’000 Datenwerte versiebenfacht.


HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Aus Hochschulverein und Alumni-Büro Personelle Wechsel im Alumni-Büro Im Dezember verlassen das AlumniBüro zwei – gemessen an der erst relativ kurzen Gesamtzeit – «langgediente» Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Caroline Rusch-Allen hat am 8.Dezember, ihre Tochter Noemi zur Welt gebracht, und Christian Rahders widmet sich nun voll und ganz seiner Dissertation. Caroline Rusch-Allen, vorher schon an der HSG am Institut für Betriebswirtschaft tätig, trat ihre Stelle als Teilzeitsekretärin im Alumni-Büro im Februar 1998 an. Sie war verantwortlich für die Leitung des Sekretariats und insbesondere für die Mitgliederadministration. Trotz der nicht unerheblichen Doppelbelastung durch die Zweitwegmatura war sie stets mit grossem Einsatz dabei.Wir danken ihr für ihre wertvolle Tätigkeit und wünschen alles Gute für ihr neues «Projekt».

Hochschulvereins.Wir wünschen Christian Rahders eine befruchtende wissenschaftliche Forschungsarbeit und ein gutes Gelingen der Dissertation,die sich übrigens mit dem Thema «Weiterbildung für Ehemalige» beschäftigt.

Alumni-Wochenende «25 Jahre Lic.» vom 2. bis 4. Juni 2000 Nach dem grossen Zuspruch zur Idee, jährlich eine Zusammenkunft «25 Jahre Lic.» zu organisieren (und der gleichzeitigen Kritik in diesem Jahr, wir hätten zu spät eingeladen), machen wir es im zweiten Anlauf nun besser. Im Juni 2000, wieder am Wochenende des Dies Academicus, feiern wir wiederum dieses «Silberne» Jubiläum. Eingeladen sind selbstverständlich die Lizentiatinnen und Lizentiaten des Jahrgang 1975, wobei wir den Jahrgang 1974 noch dazunehmen. Alle Mitglieder dieses Abschlussjahrgangs erhalten noch im Dezember einen Brief von uns, um sich den Tag gleich rot im Kalender anstreichen zu können.

alma-Nummer übersprungen

Christian Rahders

Das Sekretariat des Hochschulvereins wird Anfang Januar neu besetzt von Frau Sonja Vögtle. Unterstützend zur Seite steht ihr wie bisher Flavia Fischbacher.

Die vorliegende Ausgabe der alma trägt bereits die Nummer 1/2000 und nicht die 4/1999, die eigentlich an der Reihe wäre.Wir passen uns damit der üblichen Zählweise an, dass ein Periodikum in der Regel zu Anfang des Zeitraums erscheint, den seine Nummer bezeichnet, und nicht zu dessen Ende. Somit erscheint heute die Nummer 1/2000; Ende März die 2/2000 und so weiter.

Fotodatenbank Für den Aufbau der Fotodatenbank, die Anfang des neuen Jahres realisiert wird, haben uns bereits rund 1’000 Fotos erreicht, die wir ergänzen werden mit den Bildern aus den Lizjahrbüchern und Who’s-New-Ausgaben der letzten Jahre. Wenn Sie Ihr Foto noch nicht eingesandt haben, können Sie das jederzeit nachholen, auch ohne das entsprechende Formular (bitte Name oder Mitgliedsnummer nicht vergessen). Natürlich können Sie das Foto auch per E-Mail an alumni@unisg.ch einsenden.

Caroline Rusch-Allen

Christian Rahders trat nach seinem Lizentiat im April 1998 seine Stelle als Assistent im Alumni-Büro an. Er betreute die neuen Publikationen, baute dafür ein professionelles Inseratemarketing auf und führte die Buchhaltung des Sonja Vögtle alma 1/2000

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HOCHSCHULVEREIN / ALUMNI-BÜRO

Ehemalige in den neugewählten Eidgenössischen Räten Bei den Wahlen zu den Eidgenössischen Räten vom Oktober 1999 (und den Stichwahlen vom November) konnten sich acht Ehemalige unserer Universität durchsetzen. Arthur Loepfe, CVP, lic.oec. H’74, Dr.oec. H’77, bisher Landammann und Volkswirtschaftsdirektor von Appenzell Innerrhoden, vertritt seinen Kanton neu im Nationalrat, während im Ausserrhodischen wie bisher Dorle Vallender, FDP, lic.oec. H’67, Dr.oec. F’74, ein Nationalratsmandat innehat. Auch der Ständerat aus AR ist ein HSGler: HansRudolf Merz, CVP, Dr. rer.publ. F’71, wurde wiedergewählt. Hansueli Raggenbass, CVP, lic.oec. H’72, Dr.oec. H’77, vertritt weiterhin den Kanton Thurgau im Nationalrat. Erich Müller, FDP lic.oec. F’65, zieht wiederum für den Kanton Zürich in den Nationalrat ein. Neu im Rat ist Felix Walker, CVP, lic.oec. F’61, für den Kanton St. Gallen. Für die SVP im Kanton Schwyz zieht Toni Dettling, lic.rer.publ. F’66, Nationalrat seit 1991, in den Ständerat ein. Weiterhin sitzt dort auch Christoffel Brändli, mag.oec. F’71, für die SVP des Kantons Graubünden.

Erste Treffen in Hamburg und Stuttgart Nikolaus Peters, lic.oec. F’78, Dr.oec. F’81, organisiert am 25. Januar das erste Alumni-Treffen in Hamburg (Details s. rechts). Eingeladen werden alle Personen mit den Postleitzahlen «21...» bis «25...», willkommen sind aber auch alle anderen, die zu diesem Zeitpunkt in Hamburg sind. – Ebenfalls zu einem ersten Treffen der HSG-Ehemaligen lädt im Raum Stuttgart Thilo Wiedmann, lic.oec. H’88, ein. Eingeladen werden Alumni mit der Postleitzahl «7....». Informationen und Anmeldung bei thilo.wiedmann@alumni.unisg.ch.

Anciens de Saint Gall Das Programm für das Jahr 2000 des Alumni Clubs «ASG – Anciens de Saint-Gall» (Westschweizer Kantone) wird demnächst an die Mitglieder versandt.Kontakt:Bernard de Riedmatten, lic.oec. H’86,Tel. 022 710 74 00

Kalender 1. Quartal 2000 4. Januar 2000 Alumni Club New York: Stamm, ab 18.30 Uhr (6.30 p.m.), Hotel Roosevelt, Bar, Madison Avenue at 45th Street (near Grand Central Terminal), New York, NY 10017 20. Januar 2000 HSG Alumni Club Zug: LunchMeeting im Parkhotel Zug, 12.0014.00 Uhr, Anmeldung bis 18. 01. 2000 an: alumniclubzug@alumni. unisg.ch oder Fax 041 728 31 44 25. Januar 2000 Erstes Treffen aller HSG-Absolventinnen und -Absolventen in Hamburg um 18.30 Uhr im Kreuzfahrtcenter,Van der Smissen Strasse 1 (am Fischmarkt), 5. Stock, Vortrag und Cocktail. Anmeldungen an Nikolaus Peters, Fax 040 473974,E-Mail nikolaus. peters@alumni.unisg.ch 28. Januar 2000 Alumni Lunch Basel: findet statt im Hotel Basel,Apéro:12.00 Uhr,Mittagessen: 12.30 Uhr, Anmeldungen an Christian Moser,moser@swift.ch 1. Februar 2000 Alumni Club New York: Stamm, ab 18.30 Uhr, Hotel Roosevelt, Bar, Madison Avenue at 45th Street (near Grand Central Terminal), New York, NY 10017 HSG Alumni Club Zürich:Vortrag und Nachtessen, Herr Beat Eberschweiler, «tauchender Archäologe»,wird uns durch den archäologischen Fundus in den Schweizer Seen führen. Details und Einladungen folgen. 12. Februar 2000 Ende Wintersemester 16. Februar 2000 HSG Alumni Club Zug: StammMeeting im Restaurant Schiff, Zug (Altstadt) ab 19.00 Uhr.

25. Februar 2000 Alumni Lunch Basel im Hotel Basel, Apéro: 12.00 Uhr, Mittagessen: 12.30 Uhr, Anmeldungen an Christian Moser, moser@swift.ch 7. März 2000 Alumni Club New York: Stamm, ab 18.30 Uhr, Hotel Roosevelt, Bar, Madison Avenue at 45th Street (near Grand Central Terminal), New York, NY 10017 16. März 2000 HSG Alumni Club Zug: LunchMeeting im Parkhotel Zug, 12.0014.00 Uhr, Anmeldung bis 14.03.2000 an:alumniclubzug@alumni.unisg.ch oder Fax 041 728 31 44 21. März 2000 HSG Alumni Club Zürich:Vortrag und Nachtessen, Herr Jean-Michel Hatt, Veterinär am Zürcher Zoo, wird uns erzählen, was man macht, wenn der Löwe im Zoo Zahnweh hat. Details und Einladungen folgen.

Voranzeige 2.Quartal 2000 10. April 2000 Beginn Sommersemester Promotionsfeiern und «Lizball» 2. Juni 2000 tagsüber: Ehemaligenforum abends: Generalversammlung des St. Galler Hochschulvereins 3. Juni 2000 Dies Academicus mit Festakt und Bankett abends: UniBall Wochenende 2. bis 4. Juni 2000 Alumni-Wochenende «25 Jahr Lic.» Vorankündigung an alle kommenden «Jubilare» erfolgt schriftlich.

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