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MAGAZIN

Grosseltern

# 03 März 2018

# 03 / März 2018

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GR O S . Agenda zum SEL AM 11 TERNTAG .3 ab Sei . 2018 te 2

www.grosseltern-magazin.ch

Grosseltern 2

Das Magazin über das Leben mit Enkelkindern

Ignazio Cassis

Zwei Sprachen im Kopf

Der Bundesrat erinnert sich an die gemeinsame Zeit mit seinen Grosseltern. (S.12)

Dossier Spracherwerb: Wie das Kind zwei Sprachen auf einmal lernen kann. (S.48)

Stiefgrossväter Von engagiert bis zum Opa-Verweigerer, vier Patchwork-Grossväter erzählen. (S.42)

Grosseltern MAGAZIN CHF 9.50 EUR 8.50


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~ Magazin ~ EDITORIAL

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Digital und altbewährt K

ürzlich fiel mir ein Facebook-Eintrag auf: «Es gibt immer weniger Z-Wörter, die im Idiotikon noch nicht beschrieben sind – das 225. Heft ist erschienen!» Das Mundart-Wörterbuch Idiotikon war mir aus Studienzeiten am Deutschen Seminar natürlich bestens bekannt. Wer sich wohl sonst noch für dieses Nachschlagewerk interessiert? Einen Kommentar hatte der Facebook-Eintrag. Gian-Enrico Rossi schrieb: «Nachdem bereits mein Urgrossvater (1883–1959) mit der Anschaffung des Idiotikons begonnen hat, bin ich stolz, dass ich (*1971), wenn vielleicht auch nicht den Abschluss des Unternehmens, so doch den Buchstaben Z erleben darf!» Eine tolle Generationengeschichte, dachte ich und begann zu organisieren. Die sozialen Medien nehmen im Journalismus einen immer höheren Stellenwert ein. Aber nicht bloss wir Journalisten nutzen die Weiten des Internets, auch Grosseltern sind zuweilen froh um eine digitale Reise um die Welt. So zum

MELANIE BORTER Chefredaktorin melanie.borter@grosseltern-magazin.ch

Beispiel unsere Museumstesterin Eli Wilhelm, als sie letzten Monat mit den kranken Enkelkindern nicht ins Museum konnte. Sie versuchte deshalb ein Museum virtuell zu den Enkeln nach Hause zu holen. Was ihr tatsächlich gelang. Ihre Erfahrungen lesen Sie auf Seite 11. Der digitalen Datenflut skeptisch gegenüber steht hingegen unser Hausarzt Edy Riesen (ab Seite 57). Er befürchtet, dass die Doktoren heute vor lauter Zahlen und Daten den Menschen nicht mehr sehen. Hoffnung setzt er einzig in eine neue Generation von Ärztinnen und Ärzten, die so leichtfingerig mit dem PC umgehen, dass wieder mehr Zeit für das Gespräch bleibt. # 03 ~ 2018

Aber auch unsere jüngste Schreiberin, die 14-jährige Aline, betrachtet ihren digitalen Alltag und die Digitalisierung in der Schule kritisch und stellt auf Seite 15 fest, dass nicht alles einfacher geworden ist. Die Kunst besteht wohl darin, die vielen technischen und digitalen Möglichkeiten so zu nutzen, dass daraus Altbewährtes entstehen kann. Wie zum Beispiel das Grosseltern-Magazin, das Sie Monat für Monat in den Händen halten. Herrn Rossi mit seiner Gesamtausgabe des Idiotikons habe ich übrigens nicht persönlich kennengelernt. Aber unser freier Mitarbeiter Hans Abplanalp besuchte ihn. Das interessante Interview können Sie ab Seite 38 lesen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim Lesen dieser handfesten Ausgabe. Digital treffen Sie uns übrigens auch auf Facebook an. •

www.facebook.com/grosselternmagazin


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INHALT # 03 / 2018

Grosselterntag 2018

Am Grosselterntag haben über 30 Ausflugsziele spezille Angebote. Wir zeigen, was am Sonntag, 11. März 2018, alles läuft. (S.22)

Schweizerdeutsches Wörterbuch

Das Idiotikon dokumentiert die deutsche Sprache in der Schweiz seit dem Spätmittelalter bis heute. Gian-Enrico Rossi erzählt, wie er zur kompletten Sammlung kam. (S.38)

«Lueg, min Gatto isch es Tigerli»

Viele Kinder wachsen zweisprachig auf. Wir fragen bei Raphael Berthele, Professor für Mehrsprachigkeitsforschung, nach, wie das funktioniert. (S.48)

# 03 ~ 2018


~ Magazin ~ INHALTSVERZEICHNIS Digita

Entdeckt im

le

MUSE r Museumsbes uch UMST Seite ESTER 11

ÜR MUSEUM FSSILIEN O GSF BEZIEHUN ite 15

Magazin 6

DOSSIE R Seite 48

Se

Editorial Inhaltsverzeichnis

Hintergrund 3 4

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Grosselterntag Am Sonntag, 11. März ist Grosselterntag und alle machen mit. Wir zeigen die 30 schönsten Ausflugsziele.

30

Grosseltern im Zoo Unsere Fotoreportage aus dem

Sammelsurium

12

Zoo Zürich zeigt, welche Tiere in Familienverbänden leben. Meine Grosseltern Bundesrat Ignazio Cassis erinnert sich an die italienischen Lieder und den leckeren Blutkuchen seiner Grosseltern.

16

18

Kurz und gut Fünf Tipps von Spitzenköchen für den Alltag in der Küche.

38

20

Leserbriefe

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Meine Enkel – meine Kinder Fasnacht

S

) erk lä rt

ihren

Familiensache Idiotikon Dank seinem Urgrossvater und Grossvater besitzt GianEnrico Rossi alle bis jetzt erschienenen Bände des Mundart Wörterbuches.

Service 56

Aus der Praxis NEU: Judith Hürbi ist Mütter- und Väterberaterin, sie ergänzt unser Praxisteam.

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Unterwegs Wir zeigen, wo sich viele Vögel beobachten lassen und die schönsten Orte in Davos.

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Basteln Federschmuck für Winnetou und Nscho-tschi.

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42 Stricken Rippenjacke für Prinzessinnen.

Anderswo: Ruanda In Ruanda besetzen viele Frauen wichtige Ämter. Trotzdem ist der Grossvater das Fundament der Familie.

A line (14

5

Stiefgrossväter Patchwork bedeutet auch mehr Grosseltern. Vier Stiefgrossväter erzählen.

47

GrossmütterRevolution Ruth Fries über die Logistikfähigkeiten einer Grossmutter.

48

Dossier: Zweisprachigkeit Im zweiten Teil zum Thema Spracherwerb fragen wir: Wie lernt das Kind zwei Sprachen auf einmal?

EN DIGITAL LTAG CHUL A L Seite 15

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68

Spiele Knetmasse selber machen

71

Lieblingsrezept Bananen im Schinkenmantel

74

Bildgeschichte Zu «Kastanienbäume in Louveciennes» von Camille Pissarro

Büchertipps Wettbewerb Rätsel Cartoon Impressum & Vorschau NEU: François Höpflingers Schlusswort

72 76 78 80 81 82


6

~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

WIE VIELE

FREUNDE

KANN MAN

HABEN

?

Was haben die drei ???, TKKG und fünf Freunde gemeinsam? Sie sind eine Handvoll von Freunden, die gemeinsam Abenteuer erleben. Eine Handvoll. Es gibt keine Geschichten von 30 Detektiven, 400 Bandenmitgliedern oder 5000 Freunden. Auch Harry Potter, Hermine und Ron sind zu dritt und nicht mit ganz Hogwarts befreundet. Warum ist da so? Weil zu wahrer Freundschaft gehört, dass man sein Leben miteinander teilt. Das zumindest meinte Aristoteles, einer der grossen Philosophen aus dem alten Griechenland vor über 2000 Jahren. Ich bin überzeugt, dass er Recht hat. Genauso wenig wie ich mit beliebig vielen Menschen mein Leben teilen kann, kann ich mit beliebig vielen Menschen befreundet sein. Zum Teilen gehört, dass wir unseren Freunden Geheimnisse anvertrauen, mit ihnen mitfiebern, wenn sie einen grossen Auftritt haben, und bei ihnen die Tränen nicht unterdrücken, wenn es uns einmal schlecht geht. Dafür kommen nicht viele Menschen infrage. Schliesslich posaune ich meine Geheimnisse nicht in die Welt hinaus und stelle mich nicht mitten auf den Bahnhofplatz, wenn ich weinen muss. Zum Teilen gehört es zudem auch, Zeit zu teilen. Da ich aber nicht unendlich viel Zeit habe, kann ich nicht mit jedem gleich viel Zeit verbringen. Nur mit einigen Wenigen kann ich einen geheimen Club gründen oder die beste Waldhütte bauen. Darum: Richtige Freunde kann man vielleicht nur zwei, drei oder vier haben. Mit diesen erlebt man dafür die besten Abenteuer. Urs Siegfried, Initiator und Leiter des Zürcher Philosophie Festivals, hat erst Geschichte und Betriebswirtschaft studiert, bevor er die Philosophie für sich entdeckte. Fürs Grosseltern-Magazin beantwortet er neu jeden Monat eine philosophische Kinderfrage.

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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

Foto: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv / Fotograf: Comet Photo AG (Zürich)

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~ Bildarchiv ~

«VELOGEMEL» Dieses Foto stammt von einer Reportage aus dem Jahre 1991. Den «Velogemel» gibt es aber schon viel länger: Christian Bühlmann (1872–1953), ein gehbehinderter Gindelwandner Wagner und Schreiner, dem es zu mühsam war, im Winter durch den Schnee zu stapfen, gilt als Erfinder. «Gemel» ist übrigens der Grindelwalder Ausdruck für Schlitten, daher der Name. Seither fahren also nicht nur die Grindelwaldner mit dem «Velogemel», sondern auch Touristen. ~MB

~ Kindermund ~

«Ich bi doch keis Büsi!» Meine kleine Enkelin heisst Alina-Sophie und ist 2½ Jahre alt. Wir beide waren wieder einmal unterwegs in einen kleinen Zoo. Bei einem Zvierihalt auf einem Bänkli hat sich meine Enkelin auf dem Bauch auf das Bänkli gelegt. Ganz selbstverständlich habe ich ihr den Rücken gestreichelt. Nach kurzer Zeit meinte sie zu mir: «Muäsch mich nid streichlä, Omi, ich bin doch ä keis Büsi!» Ich musste ab ihrer süssen Antwort herzhaft lachen. GABRIELA VON ARB, VIA E-MAIL

Hat Ihr Enkelkind etwas Lustiges gesagt? Schicken Sie Ihren Kindermund-Text an redaktion@grosseltern-magazin.ch

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~ Gelesen ~

«Mütter denken schon an das Heiraten der Söhne, wenn sie ihnen zum erstenmal die Brust reichen, halten Musterung unter den Töchtern des Landes, ob wohl eine würdig des Glückes sei, bei ihr Söhniswyb zu werden. Hat eine eine Sohnsfrau, so kann sie möglicherweise Grossmutter werden, und dies betrachten Weiber in einem gewissen Alter als ein Avancement, welches mit gewissen Berechtigungen verbunden ist.» Aus: «Michels Brautschau» Kapitel 2, (1849). Albert Bitzius nannte sich als Schriftsteller Jeremias Gotthelf. Gotthelf formulierte in all seinen Werken harte Zeitkritik aus wertkonservativer religiöser Sicht. Seine Erzählungen und Romane spielen fast ausschliesslich in der Bauernwelt und sind sprachlich stark mundartlich geprägt.


~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

8 Uschi

~ Elternsprüche ~

«DO BRUCHTS DIE BESCHTE»

Hartmut und Peter

Kurze Sätze, die unser Leben begleiten. Gesammelt von Beat Gloor.

~ Schnabelwetzer ~

HERR VON HAGEN, DARF ICH’S WAGEN, SIE ZU FRAGEN, WIE VIEL KRAGEN SIE GETRAGEN, SEIT SIE LAGEN KRANK AM MAGEN IM SPITAL ZU KOPENHAGEN. Gesammelt von Susanne-Stöcklin Meier

~ Im Netz ~

NEIN HEISST NEIN

Melita

Evelyn

~ Youtube Stars ~

ZOCKER SENIOREN

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s ist nie zu spät, ein Youtube-Star zu werden. Das beweisen Uschi, Melita, Evelyn, Hartmut und Peter aus Deutschland eindrücklich. Sie sind die Stars des erfolgreichen Youtube-Kanals «Senioren Zocken». Den Kanal gibt es seit zwei Jahren, über 280 000 Personen haben ihn abonniert. Einzelne Videos sind über eine Million Mal angeschaut worden. Die Idee ist simpel: Die Seniorinnen werden dabei gefilmt, wie sie ComputerSpiele spielen, die normalerweise nur Jugendliche beschäftigen. «Es ist so lustig, weil man sofort sieht, dass die Seniorin dieses Spiel noch nie gespielt hat», sagt Gian-Andrea (11) und hält sich den Bauch vor Lachen, weil die alte Dame grad fürchterlich erschrak, als sie mit ihrem virtuellen Auto gegen eine Wand prallte. Es lohnt sich, mit den Enkelkindern einmal ein solches Video anzusehen oder noch besser: Selbst einmal ein Computer-Spiel ihres Enkelkindes zu spielen. Lacher sind garantiert. ~MB

«Komm, gib dem Grosi doch ein Abschiedsküsschen. Schau, sonst ist es ganz traurig», sagt die Mutter und zeigt auf das Grosi, das theatralisch die Mundwinkel hängen lässt. Selten hat ein Verweis von uns auf einen Artikel auf Facebook so viele Reaktionen ausgelöst – und dies, obwohl scheinbar alle gleicher Meinung sind: Kinder dürfen selber entscheiden, wann sie wem ein «Müntschi» geben. Dass das Thema offensichtlich einen Nerv getroffen hat, ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass sich viele Facebook-Nutzer ertappt haben, wie sie selber enttäuscht waren, als die gewünschte Nähe zu den Enkelkindern nicht erwidert wurde. Zudem sind viele absolut zu Recht seit der im letzten Herbst in den sozialen Medien lancierten Sexismus-Debatte unter dem Hashtag #MeToo auf das Thema Selbstbestimmung, Grenzen setzen und Grenzen akzeptieren sensibilisiert. Das Müntschi-Problem löste eine Freundin der Autorin übrigens so: Das Grosi bekam zwar immer das gewünschte Küsschen. Aber je nachdem nur eines, welches das Kind sich auf die eigene Handfläche drückte und dann per Luftweg übermittelte. Den Artikel von Nadia Meier finden Sie unter facebook. om/grosselternmagazin oder direkt beim Mamablog des Tagesanzeigers unter blog.tagesanzeiger.ch/mamablog ~DA facebook.com/grosselternmagazin # 03 ~ 2018


SCHWEIZER GROSSELTERNTAG IM FIFA WORLD FOOTBALL MUSEUM

SCHWEIZER GROSSELTERNTAG AM SONNTAG 11.MÄRZ 2018

Wir bieten den perfekten Tag für mehrere Generationen. Gemeinsam können sie durch die Geschichte des Fussballs reisen. Enkelkinder in Begleitung eines Grosselternteils erhalten Gratiseintritt. Zudem laden wir Sie zu kostenlosen Sonderführungen ein. Wir begleiten Sie durch unsere faszinierende Ausstellung und richten dabei den Fokus auf Geschichten, Entwicklungen und Gegensätze von gestern bis heute. www.fifamuseum.com

Seestrasse 27, 8002 Zürich


~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

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~ Trennungen ~

REIS EVA GAB UND Wortspiele von Beat Gloor. www.uns-ich-er.ch

~ Brief an mein Enkelkind ~

MEIN LIEBES, UNGEBORENES ENKELKIND

~ Schokolade ~

DEINE FREUNDE In Deutschland kennt sie nicht nur jedes Kind, sondern auch die meisten Erwachsenen, und in manches Schweizer Kinderzimmer sind sie bereits eingezogen: «Deine Freunde» aus Hamburg machen Pop und Hip-Hop für Kinder, mit ihren Liedtexten nehmen sie locker-flockig Werte und Verhaltensweisen von Erwachsenen aufs Korn. Letzten November haben sie ihr viertes Album veröffentlicht: «keine Märchen». Bekannt wurden die drei Musiker Florian Sump, Markus Pauli und Lukas Nimscheck 2010 mit dem Rap-Ohrwurm «Schokolade», einer Hymne auf die Oma, die sich um alle Regeln der elterlichen Ernährungsvernunft schert und den Enkel zuverlässig mit Schokolade versorgt. Wie die Oma im Viedeo vor der dunkelbraunen Wohnwand wacker lächelnd mit den «Freunden» mitwippt, das muss man gesehen haben (zu finden auf YouTube). ~MF www.deinefreunde.de

Welch eine Überraschung und welch eine grosse Freude ist die Nachricht von dir! Ich musste weinen vor Rührung und wusste nicht wieso. Weil es nach meiner Tochter weitergeht? Weil du neues Leben und Zukunft bedeutest? Du bist noch nicht geboren und hast bereits die Welt verändert: Mich zurückgeführt in die Zeit, als ich mit deiner Mama schwanger war. Du lässt mich das unglaubliche Wunder der Entstehung eines neuen Menschen noch einmal erleben. Du erinnerst mich an den wunderbaren Moment des ersten federleichten Streichelns in meinem Bauch. An die Freude darüber und die gleichzeitige Sorge, es möge dem Kindlein gut gehen auf dieser Welt. Du hast meine Tochter verändert, die ganz stolz ist vor Glück. Sie ist weicher geworden und baut emsig am Nestlein für dich: Kinderwagen anschaffen, Bettchen, Kleider, Versicherungen überprüfen, Krippe organisieren usw. usw. Du bewegst die ganze Familie, hast freudige Erwartung ausgelöst bei Tanten, Onkeln, Schwestern, Cousins und Cousinen. Du und deine Mama werden mit Wohlwollen und den besten Wünschen überhäuft. Deiner Mama tut dieses Mittragen sichtbar gut. Du hast für uns noch kein Geschlecht und keinen Namen. Deine Eltern wollen sich selber und uns überraschen. Welche eine Wohltat in einer Welt, in der sonst alle Geheimnisse bis in den hintersten Winkel ausgeleuchtet werden. Es spielt ja auch keine Rolle, wer und was du bist: Bist einfach herzlich willkommen. Bringst Licht und Freude in unser Leben, und wir sind bereit, uns auf dich einzulassen. Wir freuen uns auf dich, Kindlein: deine Spontaneität, deine putzigen Bewegungen, dein Vertrauen in diese Welt. Wir tun alles dafür, damit du dich wohlfühlst und dich nach deinen Bedürfnissen entwickeln kannst. Deine Nana Schreiben auch Sie einen Brief an ihr Enkelkind. redaktion@grosseltern-magazin.ch

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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

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MUSEUDigital Smiths MSTES onia n In T stit ut ER ion

Das Museum für zu Hause

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ie Enkelkinder sind richtig krank. Alle! Deshalb sucht die Grossmutter zu den Kindern transportable Angebote von Museen. Dabei stösst sie auf eine deutsche Bloggerin, die mit ihren Töchtern Museen besucht (kindamtellerrand.de). Diese empfiehlt das Computerspiel NEVER ALONE, an dem Inuit aus Alaska mitgewirkt haben. Deren Geschichten kann man im Verlauf des Spiels öffnen. Also «gamed» die Grossmutter. Und mit klopfendem Herzen hört sie sofort wieder auf – sie konnte das Inuit-Mädchen nicht vor dem Eisbären retten! Der schleuderte es, obwohl gezeichnet, ziemlich realistisch herum. Zugegeben, die Grossmutter hat es dann doch noch geschafft, dem Eisbären zu entkommen und nicht im Eismeer zu ertrinken. Aber solche Lebensrealitäten kann sie den Enkelinnen noch nicht zumuten.

Nächster Versuch: «Kinder Museum online», die Entstehung der Erde. Weggeklickt nach 5 Sekunden, dieser Satz ist für Kinder definitiv unverständlich: «Entstehung der Welt: Alles immer noch klein in der Ära der grossen Vereinheitlichung.» Wie bitte? Und dann, endlich: «Fun Stuff for Kids Online» vom Smithsonian Learning Lab – die Grossmutter hockt immer noch tüftelnd am Computer … pssst, bitte nicht stören, sorry! • Die Smithsonian Institution ist eine bedeutende US-amerikanische Forschungs- und Bildungseinrichtung mit Sitz in Washington D.C., die zahlreiche Museen betreibt. www.si.edu/kids Eli Wilhelm, 56, testet mit Enkelinnen, befreundeten Kindern und Jugendlichen regelmässig Museen. www.museumstester.ch

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«Sie wussten, was Armut bedeutet» Bundesrat Ignazio Cassis lebte mit seinen Grosseltern unter einem Dach. Er erinnert sich an sauren Wein, italienische Lieder und einen leckeren Blutkuchen.

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ein Grossvater väterlicherseits war ein grosser, muskulöser Mann. Als Pächter eines Bauernbetriebs arbeitete er viel draussen auf dem Feld oder im Weinberg. Dabei sang er italienische Lieder, die mir bis heute im Kopf geblieben sind. Seinen morgendlichen Kaffee trank er mit einem Gutsch Wein. Das war für ihn normal. Im Tessin hat man den Wein damals eigentlich immer gemischt, häufig mit Gazzosa. Das war die einzige Möglichkeit, nicht krank zu werden. Der «vino nostrano» war nämlich oft sehr sauer, für die Magenschleimhaut kaum erträglich. Wenn ich heute Touristen in den Grotti sehe, die


~ Magazin ~ MEINE GROSSELTERN

IGNAZIO CASSIS (56) ist seit Anfang November 2017 Bundesrat. Er hat die Nachfolge von Didier Burkhalter angetreten. Er leitet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Davor amtete er als Fraktionschef der FDP im Parlament. Cassis ist verheiratet und lebt in Montagnola.

unseren ausgezeichneten Merlot mit Gazzosa mischen, tut mir das im Herzen weh. Grossvaters Reserve ging jeweils schon Ende Frühling zur Neige. Betrunken war er allerdings nie. Seine Frau nannte er Padrona (Hausherrin). Das hat mich fasziniert, durfte sie doch nicht einmal abstimmen. Wir lebten in Sessa im gleichen Haus. Dadurch hatten wir einen sehr engen Kontakt. Die Grosseltern mütterlicherseits sah ich dagegen nur während der Ferien. Sie lebten in Bergamo, in Norditalien. DER BLUTKUCHEN SCHMECKTE In Sessa hatten wir oft Besuch. Bei einer Tasse Tee wurden sonntags Geschichten erzählt, und niemand wusste, wie viel davon der Wahrheit entsprach. Meine Nonna führte im Dorf drei Jahrzehnte lang das Restaurant Unione. Wenn im November jeweils das Schwein geschlachtet wurde, kochte sie einen Blutkuchen. Das war ihre Spezialität, die mir sehr schmeckte. Meine drei Schwestern ekelten sich hingegen davor. Meine Grosseltern lebten noch in einer total anderen Welt. Sie wussten, was Armut bedeutet. Als Primarschüler hätte ich mit ihnen gerne über historische Ereignisse wie die Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre gesprochen. Sie konnten mir aber nichts darüber erzählen. Sie hatten damals genug Probleme damit gehabt, ausreichend Brot zum Essen und Holz zum Heizen zu bekommen. Meine Grossmutter kritisierte mich später einmal, als ich als Jugendlicher einige Schallplatten kaufte. «Du könntest krank

1. Ignazio Cassis als Medizinstudent an der Uni Zürich mit Grossmutter Giacomina, 1983. 2. Das 60-Jahre-Ehe-Jubiläum der Grosseltern vor Cassis' Haus in Sessa, 1969. 3. Auf dem Land in Sessa, mit den eigenen Schafen, 1929.

werden und das Geld brauchen», sagte sie und lehrte mich Eigenverantwortung. Das ist mir geblieben wie auch das Bodenständige und das Pragmatische. Mein Grossvater starb, als ich acht Jahre alt war. Meine Grossmutter war viele Jahre verwitwet. Sie wohnte zu Hause, bis sie 90 Jahre alt war. Dann lebte sie noch zwei Jahre im Pflegeheim von Castelrotto, wo ich sie oft besuchte. ~ER •

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Jung & Jung

Seit 1968 auf gutem Weg

Vor fünfzig Jahren machte sich der Wanderreisen-Pionier Werner Imbach selbständig und gründete die Imbach Reisen AG. Noch heute ist seine Firma ein erfolgreicher Anbieter für weltweite Wanderreisen. Auf ausgewählten Routen abseits der Touristenströme wandern Imbach-Gäste auf wenig begangenen Küstenwegen und einsamen Hirtenpfaden durch Wanderregionen, die sich auf eigene Faust nur schwer entdecken lassen - auf Augenhöhe mit der Natur und der einheimischen Bevölkerung und dem Ziel einer versteckten Badebucht oder einer typischen Taverne vor Augen.

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~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

15 Im Mus

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Abonnement für «Frieda» Von URS HECK (Text und Foto)

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~ Aline (14) erklärt ~

SCHULALLTAG OHNE COMPI? UNVORSTELLBAR. Aline (14) erzählt von ihrem digitalisierten Schulalltag und gesteht, nicht alles wurde einfacher. Mein Handy ist nie weiter als «einen Griff in den Hosensack» entfernt. Meine Grossmutter vergleichsweise musste für einen Anruf in den Flur gehen und das Wandtelefon benutzen. Also kann man sagen, die moderne Technik erleichtert einem den Alltag, oder? Mein Schulalltag wäre zum Beispiel unvorstellbar ohne moderne Medien oder Technik: In der Pause löse ich schnell noch online auf meinem Handy die Matheaufgaben, schreibe den Deutschaufsatz auf einem der vielen, schuleigenen Laptops und in der Biolektion spielen wir ein Quiz auf dem iPad. Erst kürzlich hat sich meine Grossmutter über mein Verhalten gewundert. Ich musste für die Schule eine Pflanze beobachten und meine Beobachtungen ausführlich protokollieren. Das Protokoll erstellte ich auf dem Computer und wollte es anschliessend per Mail meiner Lehrerin senden. Leider hat dies nicht reibungslos funktioniert und die WordDatei konnte vom Empfänger nicht geöffnet werden. Also hat meine Lehrerin die Hausaufgabe erst nach mehreren Anläufen erhalten. Dazu der Kommentar meiner Grossmutter: «Zu Beginn der Stunde das Heft dem Lehrer abgeben, wäre doch viel einfacher als drei Mal eine Mail zu senden und dann funktioniert es am Schluss ja doch nicht!» Kurz gesagt: Die Schiefertafel aus der Generation meiner Grosseltern wurde vollständig ersetzt. Vieles wurde dadurch einfacher, dafür sind neue Schwierigkeiten entstanden … doch für diese gibt es sicher eine Lösung, ich google mal kurz. •

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D

as Monatsabonnement für die Forchbahn, «Frieda» genannt, weckt Erinnerungen. Es stammt aus dem Jahre 1967 und war für die Strecke Zumikon–Stadelhofen gültig. Das Abonnement ist aus gelbem Karton und hat die Masse 10,5 x 5,7 cm. Im «museum für beziehungsfossilien» ist es als Beziehungsfossil Nr. 142 abgelegt. ERINNERUNG Jahrelang bin ich in sie eingestiegen. Zuerst schüchtern einen Platz suchend. Dann zunehmend selbstsicherer, die Schulkollegen waren ja auch da und wir gehörten bald nicht mehr zu den Kleinen. Eine Gruppe SteinerSchul-Kinder wurde jeden Morgen von einem Mann mit weissen Haaren zur «Frieda» begleitet, manchmal auch bis zum Kreuzplatz. Aufgaben machen auf den Knien, Voci und Geschichtsdaten auswendig lernend. Gespräche mit Heiri und Ueli. Und immer die Wahl, soll ich in Waltikon einsteigen oder in Zumikon? Unser Haus lag genau zwischen diesen Stationen. RITUAL Das Billett wurde in wesentlichen Teilen noch von Hand gemacht: Die Monatszahlen und das Jahr waren gestempelt mithilfe des Stempelsetzkastens, die Prozente, weil auch meine Geschwister mit der «Frieda» fuhren, von Hand ergänzt. • In der Rubrik «Entdeckt» stellen wir jeden Monat Trouvaillen aus Schweizer Museen vor – diesmal aus dem «museum für beziehungsfossilien». Wo auch das Spiel «Memoriri», das Bilder von Gegenständen aus dem Museum zeigt, erhältlich ist. www.mfbf.ch


16 ~ Kurz und gut ~

FÜNF TRICKS VON SPITZENKÖCHEN, DIE DAS LEBEN IN DER KÜCHE LEICHTER MACHEN

1

Teigwaren verbinden sich besser mit der Sauce, wenn man sie nicht in ein Löcherbecken abschüttet, sondern direkt aus dem kochenden Wasser in die Sauce gibt. Beim Abschütten geht Stärke verloren. Ebendiese Stärke aber braucht es, damit Sauce und Pasta eins werden können.

3

Wer Holunderblüten vor dem Weiterverarbeiten wäscht, spült das Aroma den Abfluss runter. Der ganze grossartige Geschmack befindet sich im Blütenstaub!

2

Tiefgekühltes Fleisch taut schneller auf, wenn es in Aluminiumschalen liegt. Das Metall zieht die Umgebungstemperatur an und leitet sie an das Fleisch ab.

4

Es ist ein gutes Zeichen, wenn man Zeit und Nerven braucht, Gräten mit der Pinzette aus einem Fischfilet zu zupfen. Je mühsamer

das von der Hand geht, desto frischer ist der Fisch.

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Vorname

PLZ/Ort

Nachname

Telefon

Adresse

E-Mail# 03 ~ 2018

Geburtsdatum


~ Magazin ~ SAMMELSURIUM

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Würste wie die wunderbare Waadtländer Saucisson und ihre Artverwandten sollte man löchern, bevor man sie im heissen Wasser sanft Hitze aufsaugen lässt. Tut man das mit einer Gabel, verliert die Wurst aber viel Flüssigkeit und damit viel Geschmack. Profis nehmen einen Zahnstocher und stecken einen halben in jedes Ende der Wurst. ~FS

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~ Wie mich meine Enkel nennen ~

Oya Unsere erste Enkeltochter Lara konnte Omi nicht sagen und hat mich Oya genannt. Sie ist jetzt 8 Jahre alt und nennt mich immer noch so. Auch die anderen Enkel Milo und Lias haben diesen für mich sehr speziellen Namen übernommen. Im Türkischen bedeutet Oya Veilchen, es ist auch ein türkischer Mädchenname. Im Japanischen bezeichnet Oya das Prinzip der Elternschaft. Im Glauben der nigerianischen Yoruba ist Oya die Göttin der Transformation. Im Singhalesischen bedeutet Oya Wasserlauf. Im Norwegischen heisst Oya Insel. – Ich freue mich, für meine Grosskinder eine Insel zu sein! CHRISTA ROHNER, VIA E-MAIL

Wie werden Sie von Ihren Enkeln genannt? redaktion@grosseltern-magazin.ch

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~ Magazin ~ ANDERSWO

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Nah und doch so fern Der Grossvater ist das Fundament der ruandischen Familie, eine Respektsperson. So auch Leoben, er hat sieben Kinder und 15 Enkelkinder. Von CAROLINE DOKA (Text und Foto)

Tutsi. «Wir sind Ruander», sagt Leoben. «Das vermittle ich auch meinen Enkeln.» Das Leben ist nicht einfach. Es gibt weder

Delphine, Samuel, Grossvater Leoben, Valance, Valantin.

S

teil schlängelt sich der Weg vom Kivu-See durch Bananenplantagen die Hänge hinauf. Kinder laufen herbei, rufen ausgelassen «Muzungu!» – Weisse. Vor einer Hütte ist eine Familie mit Bauarbeiten beschäftigt. Die Erwachsenen schauen prüfend herüber. Sind wir Investoren auf Landsuche, um Hotels zu bauen? Noch gibt es hier kaum Tourismus. Wir beginnen zu plaudern, setzen uns vor die Hütte, und Leoben Mukundabantu, 60, erklärt sich spontan

Strom noch fliessend Wasser. Die Leute würden ihr Land gerne an Investoren veräussern. In der Siedlung Boneza leben 2000 Menschen. Leoben und seine Enkel mit ihren Eltern Samuel und Delphine sind Nachbarn. Die Familie besitzt eine kleine Bananen- und Kaffeeplantage, eine Kuh und wilde Bienen. «Ist der Ertrag zu klein, wird gefischt», erzählt Leoben. Abends rudern die Männer in ihren Holzbooten singend auf den See hinaus und kehren morgens mit dem Fang zurück. Die singenden Fischer vom Kivu-See: für Touristen pure Romantik, für die Locals ein Akt des Überlebens. «Ich bin zum Fischen zu alt», sagt Leoben. «Mein Sohn fischt. Und meine Enkel können es kaum erwarten, endlich mit auf den See zu dürfen und richtige Männer zu sein.» ARZT ODER GROSSVATER

bereit, von seinem Leben als Grossvater zu erzählen. Seine Enkel Valantin, 7, und Valance, 5, setzen sich zu Sogokuru. So heisst Grossvater auf Kinyarwanda. Bald umringt uns das halbe Dorf. Ein idyllischer Flecken Erde. Doch auch hier wütete 1994 der Völkermord der Hutu an den Tutsi. Kaum jemand, der nicht beteiligt war, als Opfer oder als Täter. Seither ist viel passiert. Die Menschen schauen gemeinsam nach vorn und nennen sich nicht mehr Hutu oder # 03 ~ 2018

Valantin und Valance besuchen vormittags die Schule. In Schuluniform und grünen Plastikschlappen. Nachmittags helfen sie zu Hause, holen Wasser im gelben Kanister, den sie auf dem Kopf heimtragen, oder sammeln Steine für den Hausbau. Der Grossvater baut kräftig mit, hilft aber auch anderswo als Bauarbeiter aus. Mit dem Lohn kauft er den Enkeln Schulbücher. Er wünscht sich für sie eine gute Ausbildung. Was sie denn werden wollen, fragen wir. «Arzt in der Armee»,


19 KIVU-SEE

sagt der eine. «Grossvater» der andere. In Ruanda ist der Grossvater das Fundament der Familie, eine Respektsperson. Er un-

WIE DAMALS Valantin und Valance lieben ihren Sogokuru. Sie besuchen ihn oft in seiner Hütte, geniessen seine ungeteilte Aufmerksamkeit und bekommen auch mal etwas geschenkt. Eine Banane zum Beispiel. Die Grossvaterrolle sei seit seiner Kindheit unverändert, sagt Leoben. Damals jedoch habe die Familie unten am See gelebt und sich vom Fischen ernährt. Hier oben in den Hügeln als Bauern zu leben, sei ein Fortschritt. «Kommt!», sagt er, obwohl wir keine potenziellen Landkäufer sind. Im Schuppen taucht er einen Löffel in einen Kessel und reicht ihn uns. «Honig von den wilden Bienen! Probiert!» Er schmeckt fantastisch. «Wir haben längst nicht alles, aber wir haben doch wunderbare Dinge. Die Dankbarkeit dafür will ich meinen Enkeln vermitteln.» Es sind – von sieben Söhnen und Töchtern – 15 an der Zahl. Valantin und Valance mag er besonders gern. Es seien gute Jungs. «Der Kleine ist aktiv und schnell. Der Grosse besonnen und weiss viel.» Er lächelt: «Ich bin sehr stolz auf die beiden.» •

RUANDA Einwohner: 12 988 423 Hauptstadt: Kigali Fläche: 26 338km² Ruanda wird auch «Land der tausend Hügel» genannt. Demografische Entwicklung: Eine Frau bringt im Durchschnitt 5–6 Kinder zur Welt. Die Lebenserwartung stieg von 50,6 im Jahr 2000 auf 65,2 Jahre im Jahr 2015. Auch dies widerspiegelt die enorm positive Entwicklung des gesamten Landes seit dem Genozid 1994. Ruanda gilt als Vorzeigeland Afrikas. Kinderhaushalte: Aber besonders die Kinder leiden unter den Nachwirkungen des Völkermordes. Circa 600 000 Kinder wachsen ohne oder mit nur einem Elternteil und in extremer Armut auf. Nach Schätzungen gibt es rund 28 000 sogenannte Kinderhaushalte. Übrigens: Einmal im Monat ist in Ruanda ein nationaler gemeinsamer Aufräumtag «Umuganda Day». Da trifft man sich und alle putzen gemeinsam, lesen Müll auf, fegen die Strassenborde. Ruanda ist sauberer als vielerorts die Schweiz, da liegt nichts rum. Auch Plastiksäcke sind strikt verboten. Stattdessen benutzt man in Ruanda nur Papiersäcke.

# 03 ~ 2018

Anzeige

terstützt die Eltern bei der Erziehung. Die Familien kommen oft zusammen, sei es zum Feiern oder – bei Problemen – zum Diskutieren. «Nur selten greife ich zum Stock. Etwa wenn die Kinder nicht zur Schule gehen wollen.»


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~ Magazin ~ LESERBRIEFE

Dossier

KINDLICHER SPRACHERWE RB

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2018

Grosseltern

# 02 Februar

MAGAZIN

magazin. www.grosseltern-

Das Magaz

n 46 Jahre Grosi miterzählt, wie es ist,

(S.22) Marisa Meroni tter zu werden.

in über das

Enkelk Leben mit

Basteltipp

um ein tolles nicht viel, (S.64) Es braucht zu basteln. ielzeug selbst

ab Seite 48

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Enkelin reist mit ihrer hre. (S.38) Barbara Gurtner Jugendja ihre bewegten

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Kindersp

jung Grossmu

Grosseltern MAGAZIN CHF 9.50 EUR 8.50

Die Meinung der Leserinnen und Leser

«ERHEITERNDE KOLUMNE» Zur Rubrik «Aline erklärt»

Herzlichen Dank für die, so fand ich, erheiternde Kolumne zum steilen Zahn. Ich selbst bin zwar erst 52 Jahre alt, kenne die Bedeutung dieses Ausdruckes aber noch aus meiner Kinderund Jugendzeit. Markus-Andreas Bamert, per E-Mail

«WUNDERVOLLER ARTIKEL» Zum Artikel «Ein Brot für die Ewigkeit»

Vielen Dank für diesen wundervollen Artikel, der sich auf so schöne Art einem der grundlegendsten Nahrungsmittel überhaupt widmet: dem Brot. Es tut gut zu lesen, dass es in Zeiten von Fertigprodukten mit Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und Feuchthaltemitteln noch Menschen gibt, die sich für die traditionelle Kunst der Brotherstellung interessieren. Da für mich als ehemalige Bäckerin/Kon-

ditorin Zusätze aller Art ein absolutes Tabu sind, backe ich mein Brot praktisch nur noch selbst. Und falls das sonst noch jemand tun möchte: Meine besten Rezepte veröffentliche ich jeweils unter www.streusel.ch – mal reinschauen lohnt sich vielleicht. Judith Erdin, per E-Mail

RÄDEBÄNG UND CHARIVARI Zur Agenda

Art Auffrischungskurs für werdende Grosseltern geschrieben haben und auch erwähnten, wo und wann solche «WKs» durchgeführt werden. Ich bin zwar Mutter von vier erwachsenen Kindern, möchte aber gerne wissen, was sich in den letzten 30 Jahren geändert hat. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten. Emma Nick-Lämmlin, per E-Mail

Liebe Grosseltern-Redaktion, leider ist Ihnen in der Agenda ein Fehler unterlaufen. Vom 19.–21.2.2018 findet in Basel die «Basler Fasnacht» statt. Rädebäng und Charivari sind Vorfasnachtsveranstaltungen, die dann nicht mehr stattfinden. Suzanne Stocker, per E-Mail Redaktion: Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

Redaktion: Uns bekannt sind folgende Adressen: Das Rote Kreuz bietet Kurse an verschiedenen Orten an: www.srk-zuerich. ch. Die Hirslanden-Kliniken in Aarau, Luzern, St.Gallen und Zürich: www.hirslanden.ch, oder das Triemlispital in Zürich: www.stadt-Zuerich.ch/triemli. In Zürich, Bern und Zug werden solche Kurse bei geburtsvorbereitungskurs.ch angeboten. Was wir Ihnen natürlich empfehlen können, ist unsere Ausgabe 3/17 mit einem Dossier zum Thema «Das erste Jahr Grosseltern».

ZUM ERSTEN MAL GROSI Ich werde dieses Jahr Grossmutter, und da erinnerte ich mich, dass Sie in einer früheren Ausgabe über eine Anzeige

# 11 ~ 2017

Frühere Ausgaben des Grosseltern-Magazins können nachbestellt werden: Redaktion Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden, oder redaktion@grosseltern-magazin.ch


~ Kolumne ~ MEINE ENKEL – MEINE KINDER

Die fünfte Jahreszeit

E

ndlich ist sie wieder vorbei, die Fastnacht. Für die einen ist es die schönste Zeit im Jahr, für

mich die schlimmste … Von jeher waren mir Masken ein Gräuel. Als Kind hatte ich regelrecht Angst vor ihnen, sogar wenn ich wusste, wer dahintersteckt. Ich weiss, so ein zünftiger Fasnächtler kann das wohl nicht verstehen. Als junge Mutter wollte ich unbedingt, dass meine Kinder vorbehaltlos an diese Tradition herangehen. Sie durften sich wie alle andern an Kinderumzügen beteiligen. Einmal gewannen wir sogar einen Preis. Aus alten Leintüchern schnitten wir den Hals aus, sodass Ponchos entstanden, die wir über und über mit farbigen Stoffstreifen verzierten. Nun hiess es für die Kinder, auf und ab zu hüpfen, damit die Streifen auch schön zitterten und flatterten. Trotz all meinen Bemühungen befürchte ich, dass ich sie trotzdem nicht vorbehaltlos an diese Tradition heranführen konnte. Denn keines meiner Kinder hat heute wirklich etwas für die Fasnacht übrig. Was lernen wir daraus? Wir können uns die Zunge fusselig reden, die wahre, innere Haltung ist es, die wirklich bei unseren Kindern ankommt. Ich glaube, das macht die Pubertät so schwierig. Die Jungen hören uns reden, merken, was wir denken, und spüren die feinste Diskrepanz. Aber die Pubertät ist nochmals eine andere Jahreszeit und eine eigene Kolumne wert. •

DIE MUTTER Marlis Friedrich Baumgartner (64) ist achtfache Grossmutter und arbeitet als Web-Publisher. Sie hütet regelmässig die Kinder ihrer beiden Töchter und unregelmässig die Kinder ihres Sohnes.

M

eine Eltern machten das richtig. Fasnacht hiess für mich: basteln, schneidern und

dann der Kinderumzug mit anschliessendem Kinderball (einmal gewannen wir sogar einen Preis). Das war irgendwie genau das richtige Mass. So hatte ich später ein paar schöne fasnächtliche Erinnerungen und die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob ich angefressene Fasnächtlerin werden wollte oder nicht. Ich wurde es nicht. Für mich stand jedoch fest: Meinen Kindern möchte ich ebenfalls diese Wahl lassen. Als mein Erstgeborener etwa drei war, setzte ich mich also hin und nähte ihm aus einem alten blauen Bettanzug ein Gewand. Daran nähte ich viele blaue Tropfen aus alten Klarsichtmäppchen. Kurz vor dem Kinderumzug malte ich ihm das Gesicht blau an und erklärte: «Du gehst als Regen an die Fasnacht.» Er war sehr glücklich und passte obendrein hervorragend zum Wetter. Dann sah ich die anderen Kinder. Die waren als richtige Bären, Giraffen, Prinzessinnen und Cowboys verkleidet. Nicht so selbst gebastelt, sondern richtig schön gekauft. Ich war sehr froh, dass mein Sohn noch zu klein war, um zu realisieren, wie sehr er sich von den anderen abhob. Das hätte ihn bestimmt betrübt. Mir war es jedenfalls unangenehm. Ich entschied, künftig dem Fasnachtstrubel aus dem Weg zu gehen und den Kindern offen und ehrlich zu sagen: Ich mag Fasnacht nicht. •

DIE TOCHTER Melanie Borter (38) arbeitet in einem 70-Prozent-Pensum für dieses Magazin. Sie hat drei Kinder, der erste Sohn ist bereits ein Teenager, der zweite ist zehnjährig, die Tochter ist zwei Jahre alt.

# 03~ 2018

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– g a t n r e t l e s s o Gr t f u ä l s da

KULTURAMA ZÜRICH Urzeit, gegen Zeit, mit der Zeit

Am Schweizer Grosselterntag am Sonntag, 11. März, bieten viele Ausflugsorte Vergünstigungen und besondere Programme für Grosseltern und Enkel an. Wir zeigen hier eine Auswahl an besonders lohnenswerten Angeboten.

Seit wann sprechen wir Menschen? Kannst du die Erdgeschichte am Arm entdecken und die Urzeit in dir? Was kennen deine Grosseltern, das du nicht mehr kennst? Welche Spuren hinterlassen wir für künftigen Generationen? Zusammen tauchen wir in verschiedene Zeitalter ab und wieder auf, hören

Der Schweizer Grosselterntag wird dieses Jahr zum dritten Mal gefeiert. Er findet jeweils am zweiten Sonntag im März statt und wurde auf Initiative des Grosseltern-Magazins eingeführt. Wir freuen uns, dass auch dieses Jahr so viele Institutionen mitmachen. www.grosselterntag.ch

spannende Geschichten und treten gemeinsam gegen die Zeit an. Auf die Plätze – fertig – los! 14–16 Uhr. www.kulturama.ch

KUNSTHALLE ZIEGELHÜTTE, APPENZELL MATTERHON MUSEUM ZERMATT Gratiseintritt und Multimedia

Im unterirdischen Matterhorn Museum Zermatlantis ist das Dorf Zermatt mit Originalhäusern aus vergangenen Zeiten nachgebaut. Multimedia-Räume zeigen zudem Triumph und Tragödie der Erstbesteigung des Matterhorns sowie die Art und Weise, wie die Einwohner von Zermatt im 19. Jahrhundert lebten. Grosseltern und Enkelkinder, die am 11. März 2018 zusammen ins Matterhorn Museum Zermatlantis kommen, erhalten kostenlosen Eintritt. www.zermatt.ch/museum # 03 ~ 2018

Cüpli und Spiel

Am Grosseltern-Tag stehen die Omas und Opas, Grosis und Grosspapis, Nanis und Nenis im Zentrum und sollen gefeiert werden. Eine tolle Ausstellung erwartet Sie in der Kunsthalle Ziegelhütte. Für die Kleinen gibt es Raum für «Fangis und Versteckis» und eine kleine Überraschung. Um 14 Uhr findet eine kostenlose Führung statt. In unserem Museumsbistro schenken wir den Grosseltern ein Gläschen Schaumwein ein, für die Kleinen gibt es einen Sirup, zudem bietet das Bistro, wie gewohnt, Kaffee und Kuchen. Für alle ist der Eintritt in die Kunsthalle Ziegelhütte frei. www.kunsthalleziegelhuette.ch


~ Hintergrund ~ GROSSELTERNTAG

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LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM, VADUZ

DORFMUSEUM SEON Alte Filme

Führung «Von Mais und Popcorn»

Grosse Fotoausstellung von diversen Gebäuden einst und heute. Vorführung alter Filme im Dorfmuseum, allgemeine Museumsbesichtigung. 12–17 Uhr. http://dorfmuseumseon.anydns.info

Anlässlich des Grosselterntags begeben wir uns auf die Suche nach den Essgewohnheiten von Mensch und Tier. Ob jung oder alt, Mensch oder Tier, essen müssen alle. Doch nicht alle essen gleich. Unter dem Titel «Von Mais und Popcorn – Essgewohnheiten bei Tier und Mensch» begeben wir uns unter fachkundiger Führung auf eine Tour durch das Liechtensteinische Landesmuseum und begegnen dabei vielen spannenden Objekten. Beginn der Führung: 14 Uhr, offen 10–17 Uhr. www.landesmuseum.li

KULTUR-HISTORISCHES MUSEUM GRENCHEN Mit Marionette «Gschwindli» in die Kindheit der Grosseltern

Entdeckt mit Marionette «Gschwindli», wie sich der Alltag eurer Grosseltern von eurem Alltag unterscheidet. Wie war die Schule? Welche Spiele wurden gespielt? Was ass und trank man? – Spielerische Führung für Kinder ab 4 Jahren in Begleitung ihrer Grosseltern. 15–16 Uhr. Kosten: Kinder und Erwachsene 5 Franken. www.museumgrenchen.ch

HISTORISCHES MUSEUM LUZERN Familienplausch «Zeitdetektive auf Spurensuche»

MUSEUM.BL, LIESTAL Stempelspass

Aus Kork, Radiergummi oder Kartonrollen, Fadenspulen, Noppenfolie oder Legos: Mit deinen selbst gemachten Stempeln gestaltest du Schmuckstücke. Du verzierst Karten, Schlüsselanhänger und Wäscheklammern – für dich oder als Geschenk. Grosi, Opa oder deine Eltern unterstützen dich dabei. 11–16 Uhr. www.museum.bl.ch

# 03 ~ 2018

In diesem Familienplausch verfolgst du den Zeitdieb und lernst dabei, Spuren zu lesen wie die Profis der Kriminalpolizei. Wenn der Zeitdieb gefasst ist, kriegst du als Belohnung deinen Fingerabdruck und einen GeheimschriftSchreiber mit UV-Lampe. Start: 13.45, 14.45 und 15.45 Uhr, Altersempfehlung: ab 7 Jahren, Eintritt ins Museum inkl. aller Angebote: 10 Franken Erwachsene, 3 Franken Kinder 6–16 Jahre, unter 6 Jahren gratis. www.historischesmuseum.lu.ch


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ZOO ZÜRICH

Führung «Grosseltern im Tierreich»

SPIELZEUGMUSEUM RIEHEN Spielzeuggeschichten

Am dritten Schweizer Grosselterntag öffnet unser Büro für Dorfgeschichten seinen Schalter und sucht nach Erzählungen. Thema: Altes und gegenwärtiges Spielen und früheres und heutiges Spielzeug. Vielleicht erzählen die Enkel zur Dampfmaschine und die Grosseltern zum Videospiel? Oder es entsteht eine gemeinsame Geschichte? Wir sammeln alle Geschichten! Damit das Ausprobieren nicht zu kurz kommt, holen wir auch Spielzeug aus dem Museum ans Tageslicht. Oder ihr bringt euer eigenes Spielzeug mit. Für Kinder und Erwachsene im Dialog-Tandem ab 6 Jahren. Für Grosseltern und Grosskinder ist der Museumseintritt umsonst. 14–16.30 Uhr. www.spielzeugmuseumriehen.ch

KUNSTHAUS ZÜRICH

Speziell zum Grosselterntag bietet der Zoo Zürich am 11. und 13. März 2018 eine Führung zum Thema «Grosseltern im Tierreich» an. Auf der einstündigen Führung lernen die Grosseltern mit ihren Enkeln die Familienstrukturen bei den Elefanten und Dscheladas kennen. Jetzt buchen: zoo.ch/grosseltern. www.zoo.ch/grosseltern

Geschichtenwald: Erzählungen von einst und jetzt

Zusammen durchs Kunsthaus streifen, Lieblingsbilder finden, Geschichten erzählen und hören, verschiedene Ansichten erleben und anschliessend im Atelier die eigene Geschichte zusammen malen. Mit Eveline Schüep. 14–16 Uhr, 25 Franken pro GrosselternEnkel-Paar. Eine Anmeldung ist erforderlich: kunstvermittlung@kunsthaus.ch oder 044 253 84 84. www.kunsthaus.ch

NATUR-MUSEUM LUZERN

STADTMUSEUM AARAU

«Tour de Wald» mit Entdeckerkiste

Camera obscura

Im Museum zwitschert und grünt es. Entdecken Sie mit Ihren Enkelkindern die Dauerausstellung im Natur-Museum neu. Leihen Sie sich dazu unsere neue Entdeckerkiste mit Rätseln und Objekten zum Thema Wald aus. Entdeckerkisten können den ganzen Tag über ausgeliehen werden. Kurze Einführungen zur Entdeckerkiste mit der Museumspädagogin: 12, 13, 14 und 15 Uhr. www.naturmuseum.ch

Knipsen kann jeder – wir probieren die älteste Technik der Fotografie aus. Mit dem Blechkübel als Camera obscura fangen wir draussen Bilder ein und tragen sie ins Fotolabor. Und wir experimentieren mit unseren Schatten im begehbaren Fotoapparat des Museums. Grosseltern-Enkel-Paare geniessen freien Eintritt. 14–16 Uhr, Anmeldung erwünscht: museum@aarau.ch. www.stadtmuseum.ch. # 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ GROSSELTERNTAG

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ZOOLOGISCHES MUSEUM DER UNIVERSITÄT ZÜRICH

UMWELT ARENA SCHWEIZ, SPREITENBACH

Kurzführung «Einheimische Tiere» und Tierspuren stempeln

Spasstrail & Upcycling

Im Zoologischen Museum der Universität Zürich lernen Grosseltern und Grosskinder in einer Kurzführung einheimische Tiere kennen. Anschliessend können sie gemeinsam eine Tierspur stempeln, die sie nachher nach Hause mitnehmen dürfen. Das Angebot ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung.

Die Umwelt Arena ist das Ausflugsziel für Familien mit 45 interaktiven Ausstellungen. Sie bietet den Besuchern eine Fülle an Inspiration und Eindrücken sowie den Indoor-Parcours für Testfahrten von Zwei-, Drei- und VierradFahrzeugen. Kostenloses Angebot zum Grosselterntag: Spasstrail für

11.45 bis ca. 12.45 Uhr. www.zm.uzh.ch

Gross und Klein mit Kinderführung und Werkstattbasteln zum Thema Upcycling. 11 Uhr, Dauer ca. 45 Minuten. www.umweltarena.ch

DETEKTIV-TRAILS, IN 18 SCHWEIZER STÄDTEN 30 Prozent Grosseltern-Rabatt auf Schatzsuche im Freien

NATURAMA AARGAU, AARAU Biberburg & Bienenschwirren

Mit Grossmami durch den Wiesenraum schwirren wie ein Insekt, mit Grosspapa eine Biberburg bauen und mit den eigenen Fingerkuppen Blumen und Bienen zeichnen. Der Grosselterntag im Naturama Aargau ist ein Erlebnis, das Jung und Alt verbindet und für die Natur begeistert. 14–17 Uhr, Einstieg jederzeit möglich. Für Kinder ab 4 Jahren in Begleitung eines Grosselternteils. Museumseintritt. Anmeldung erwünscht: naturama.ch > Agenda > spezielle Events. www.naturama.ch

Löse die Rätsel und finde den Schatz. Ausgerüstet mit einem Bleistift und einer Schatzkarte oder einem Smartphone (App) begleitest du Detektiv Dachs in freier Natur, um Rätsel zu lösen. Du absolvierst einen Rundkurs und kommst an 12 bis 16 verschiedenen Spiel- und/oder Rätselposten vorbei, an welchen du Fragen beantwortest, die dir helfen, den Code für die Schatztruhe zu knacken. In dieser wartet ein Sofortpreis auf dich. Während des ganzen Trails erfährst du viel Wissenswertes und Überraschendes zur entsprechenden Region. Die Schatzkarte ist online zu kaufen. Ab dem 1. März 2018 kannst du den Gutscheincode «grosseltern30» im Warenkorb eingeben, damit du von unserem Grosselternangebot am 11. März 2018 profitieren kannst. www.detektiv-trails.ch # 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ GROSSELTERNTAG

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ALPAMARE PFÄFFIKON

AQUABASILEA, PRATTELN

20 Prozent Rabatt

Grosseltern-Rabatt und Glücksrad

Am Grosselterntag erhalten Sie 20 Prozent Rabatt im Alpamare Pfäffikon in Begleitung Ihrer Enkelkinder. www.alpamare.ch

Am Grosselterntag erhalten alle Omis und Opis, die mit ihrem Enkelkind ins aquabasilea kommen, jeweils 50 Prozent Nachlass auf ihren Eintritt und den Eintritt der Enkelkinder

SPRINGDING REICHENBURG Eintritt frei

Wir schenken allen Grosseltern den Eintritt für Erwachsene. Das Springding ist der höchste Indoorspielplatz der Schweiz. Familienfreundlich und bunt, ein Ort zum Wohlfühlen und Spasshaben für alle. www.springding.ch

(max. drei Kinder pro Omi/Opi, nicht kombinierbar mit anderen Rabatten, nur anwendbar auf Einzeleintritte und ausschliesslich gültig am 11. März 2018). An diesem Tag bieten wir Gross und Klein die Chance, tolle Preise an unserem Glücksrad zu gewinnen. www.aquabasilea.ch

BERNAQUA, BERN Grosskinder kommen gratis mit

Am 11. März 2018 bezahlen die Grosseltern und die Grosskinder können gratis mit. Nicht kumulierbar mit andern Aktionen oder Angeboten. Keine Barauszahlung. Pro voll bezahlten Tageseintritt Erwachsener ist ein Kind gratis. www.bernaqua.ch

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STADTTHEATER BERN Durchs Theater auf der Suche nach Mias Spitzenschuhen

PARADISIMO PFÄFFIKON SZ

Gratiseintritt, Gratisgetränk und Erinnerungsfoto

Am Grosselterntag sind alle Grosseltern mit ihren Enkelkindern im Paradisimo Indoor-Spielplatz eingeladen und geniessen einen kostenlosen Grosseltern-Eintritt und einen Prosecco oder ein Getränk nach Wahl. Verbringen Sie unvergessliche Momente mit Ihren Enkelkindern und halten Sie diese auf einem besonderen Foto mit unserem Maskottchen Bibi fest. www.paradisimo.ch

Haben Sie sich auch schon gefragt, wo eigentlich all die prächtigen Kostüme einer Oper gelagert werden? Oder interessiert es Sie, was auf einer Bühne passiert, wenn kein Publikum da ist? Tauchen Sie mit Ihren Enkelinnen und Enkeln ein in die Theaterwelt und begeben Sie sich mit Hanna und Lukas auf die Suche nach Mias Spitzenschuhen und lernen das Theater so von einer anderen Seite kennen. Die kostenlosen Führungen dauern jeweils eine Stunde und finden um 14, 15 und 16 Uhr statt. Treffpunkt: Kassenhalle des Stadttheaters. Anmeldungen werden bis zum 9. März 2018 unter fuehrungen@konzerttheaterbern.ch entgegengenommen. www.konzerttheaterbern.ch

TONHALLE ZÜRICH

Kammermusik für Kinder und Erwachsene

ERLEBNISWELT TOGGENBURG LICHTENSTEIG Oldtimer, Puppen & Kägi-Fret

Meine Zeit als Kind – Grosseltern zeigen ihren Enkelkindern im Museum ihre Zeit als Kind: Europas grösste Hobby-Eisenbahnanlage in Spur 0 (1940–1950), Puppensammlung Elsa Walz (500 Puppen, 1700–1950), Oldtimer-Motorräder und Landmaschinen, 888 Krippendarstellungen aus 88 Ländern – und mehr … Jedes Grosskind erhält bei einem Besuch am Grosselterntag ein Kägi-Fret aus Lichtensteig und natürlich Gratiseinlass. www.erlebniswelttoggenburg.ch

10 Uhr GZ Loogarten: Brunch, 11.30 Uhr: «Achtung, fertig, Trompete im GZ Loogarten»: Eine heitere musikalische Geschichte für Kinder ab 5 Jahren. Es gibt wieder ein spannendes Abenteuer mit dem Hausmeister Toni und den Musikern des Tonhalle-Orchesters Zürich zu erleben. Diesmal: Parcours durch die Geschichte der Trompete. 17 Uhr Johanneskirche am Limmatplatz: Kammermusik um 5: Sternstunden mit Mitgliedern des Tonhalle-Orchesters Zürich. Ludwig van Beethoven, Septett Es-Dur op. 20. Während die Erwachsenen dieser kammermusikalischen Perle lauschen, tauchen die Kinder der Konzertbesucher als Musikdetektive in die Welt Ludwig van Beethovens ein. www.tonhalle-orchester.ch

# 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ GROSSELTERNTAG

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HISTORISCHES UND VÖLKERKUNDE­ MUSEUM ST. GALLEN Familienführung: Im Tipi ist was los!

Wie die Indianer und Inuit lebten und wohnten, Führung in der Ausstellung Indianer & Inuit mit Jolanda Schärli, Kulturvermittlerin. Anlässlich des Grosselterntags kann anschliessend ein indianisches Fangspiel gebastelt werden. 11 Uhr. www.hvmsg.ch

CHOCOLAT FREY AG BUCHS AG SCHWEIZER KINDER­ MUSEUM BADEN Enkelkinder rangieren alte Züge

Einsteigen bitte! Ab in die Spielzeugwelt der Grosseltern. Am Grosselterntag drehen im Kindermuseum Spielzeugeisenbahnen aus Blech ihre Runden. Die Tin Platers zeigen Raritäten auf verschiedenen Ebenen und Spuren. Während die Enkelkinder am Steuerpult die Züge rangieren, schwelgen die Grosseltern in Kindheitserinnerungen. www.kindermuseum.ch

EISENBERGWERK GONZEN SARGANS Ausflug «Untertag»

Am Grosselterntag haben Besucher die Möglichkeit, mit ihren Enkelinnen und Enkeln auf einem Ausflug «Untertag» in die spannende Welt der Knappen einzutauchen. Führung 14–16.15 Uhr. Ausrüstung: gute, feste Schuhe, Jacke oder Pullover (für 13 Grad). Kinder bringen am besten ihren Velohelm mit. Kosten: 15 Franken für Erwachsene, Kinder kostenlos. Anmeldung erforderlich: info@bergwerk-gonzen.ch oder 081 723 12 17. bergwerk-gonzen.ch

Lieblingsschoggi kreieren

Den Grosselterntag versüssen wir euch im Besucherzentrum Chocolat Frey: Begleitet uns auf eine wundervolle Reise, bei der die Welt der Schokolade lebendig wird. Ihr begegnet verschiedenen Mitarbeitenden, macht einen Abstecher ins Duftlabor, fühlt euch wie eine feine Praline. Erlebt Faszination pur in unserer Degustation. Und als i-Tüpfelchen könnt ihr im Schokoladen-Studio mit euren Enkeln eure persönliche Lieblingsschoggi kreieren. Kommt mit euren Enkelkindern am Grosselterntag im Besucherzentrum Chocolat Frey vorbei, und ihr erhaltet ein persönliches süsses Geschenk! Zusätzlich gewähren wir allen Grosseltern an diesem Tag 10 Prozent Rabatt in unserer Boutique Frey (auch für jene, die ohne Enkel kommen). www.chocolatfrey.ch

FIFA WELT FUSSBALL MUSEUM ZÜRICH Sonderführungen und Gratiseintritt für die Enkelkinder

Wir bieten den perfekten Tag für mehrere Generationen. Gemeinsam können sie durch die Geschichte des Fussballs reisen. Enkelkinder in Begleitung eines Grosselternteils erhalten Gratiseintritt. Zudem laden wir Sie zu kostenlosen Sonderführungen ein. Wir begleiten Sie durch unsere faszinierende Ausstellung und richten dabei den Fokus auf Geschichten, Entwicklungen und Gegensätze von gestern bis heute. www.fifamuseum.com

# 03 ~ 2018


borowski.ch

2. - 4. März 2018 BERNEXPO | Halle 4 Fr 12 - 21 Uhr Sa 10 - 19 Uhr | So 10 - 19 Uhr

Trä Ideeller

ger und

www.slowfoodmarketbern.ch Presenting Sponsor:

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~ Hintergrund ~ FAMILIEN IM TIERREICH

GENERATIONEN IM ZOO # 03 ~ 2018


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MÜTTER UND TÖCHTER BLEIBEN ZUAMMEN Die Dscheladas oder Blutbrustpaviane sind im Hochland Äthiopiens zu Hause. Die Männchen sind deutlich grösser als die Weibchen und tragen eine wallende Schultermähne. Sozial sind die Dscheladas in Haremsgruppen organisiert: Ein Männchen führt einen festen Trupp von Weibchen und deren Jungen. Verschiedene Haremsgruppen sammeln sich zu Herden von bis zu zweihundert Tieren. Überzählige Männchen bilden Junggesellengruppen und versuchen stets, selber eine Haremsgruppe zu übernehmen. Während die Männchen ihre Position etwa fünf Jahre halten können, bleiben Mütter und Töchter meist in der gleichen Gruppe zusammen.

Im Tierreich spielen Generationenverbände oft keine Rolle. Es gibt allerdings Ausnahmen. Der Zoo Zürich bietet neu eine Führung an, bei der jene Tiere besucht werden, bei denen Grossmütter und Enkel zusammenleben. Von ROBERT ZINGG (Text) und ZOO ZÜRICH, ENZO FRANCHINI (Fotos)

# 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ FAMILIEN IM TIERREICH

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DIE GROSSMUTTER ÜBERNIMMT DIE FÜHRUNG Mit einer Lebenserwartung von fünfzig bis sechzig Jahren sind Asiatische Elefanten langlebige Organismen. Da kommt viel Erfahrung zusammen, und die wird zum Wohle der Familie eingesetzt. Elefanten haben ein matrilineares Sozialsystem. Töchter bleiben bei ihren Müttern, Männchen verlassen die Gruppe mit etwa zehn Jahren und kehren erst als erwachse, einzelgängerisch lebende Bullen zur Paarung zu den Weibchengruppen zurück. Die Betreuung der Jungtiere ist eine Aufgabe, an welcher sich die ganze Familie beteiligt. Die Führung dieser Familien übernehmen die ältesten Weibchen. Im Zoo Zürich ist das Grossmutter Ceyla-Himali.

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Die Grossmutter Ceyla-Himali geht voraus, Enkeltochter Ruwani und Mutter Farha folgen ihr.

Ceyla-Himali hilft der Enkelin Ruwani beim Treppensteigen. Mutter Farha steht hinten.

# 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ FAMILIEN IM TIERREICH

34 DREI GENERATIONEN IN EINEM GEHEGE Der Anden- oder Brillenbär ist der einzige Grossbär, der in Südamerika heimisch ist. Als Einzelgänger streift er durch die Bergnebelwälder auf der Suche nach seiner überwiegend pflanzlichen Nahrung. Wenn die Jungtiere mit etwa zwei Monaten ihr Versteck verlassen, klettern sie zu ihrem Schutz bei der kleinsten Störung sogleich auf den nächsten Baum. In dieser Zeit ist die Mutter auf Artgenossen nicht gut zu sprechen. Auch im Zoo müssen die Jungen ein gewisses Alter haben, bis sie mit weiteren Bären vergesellschaftet werden können. So ist es dann möglich, dass drei Generationen miteinander das Gehege teilen.

Bild oben: Grossmutter Sisa mit ihrer Tochter Cocha. Bild unten: Cocha mit ihren beiden Jungen Rica (links) und Rasu (rechts).

# 03 ~ 2018


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NUR DIE MÄNNCHEN WERDEN VERTRIEBEN Gibbons leben paarweise mit ihren noch nicht erwachsenen Jungtieren zusammen. Mit Gesängen, die die Paarpartner duettartig vortragen, markieren sie akustisch ihr Territorium. Bei den Kappengibbons unterscheiden sich die Geschlechter in der Fellfärbung deutlich. Die Männchen sind fast ganz schwarz. Bei den Weibchen sind Gesicht sowie Brust- und Bauchpartie schwarz, das übrige Fell ist silbrig. Jungtiere starten mit einem gelblichweissen und wechseln dann zu einem silbrigen Fell. Männliche Jungtiere wechseln ihre Fellfarbe erst mit dem Einsetzen der Geschlechtsreife, was dann auch zur Vertreibung aus der Familie führt.

# 03 ~ 2018


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DIE WEIBCHEN LEBEN FRIEDLICH ZUSAMMEN Timor ist die Grossmutter von Hadiah, Malou, Pandai und Riang.

Sumatra Orang-Utans sind die grössten im Kronendach von Regenwäldern lebenden Säu-

Djarius ist der Vater von Malou, Riang, Pandai und Hadiah.

getiere. Das Nahrungsangebot schwankt hier erheblich und zwingt diese Tiere, sich über weite Strecken als Einzelgänger auf Futtersuche zu begeben. Jungtiere müssen sich bis zur Selbstständigkeit viel ökologisches Wissen aneignen, und so sind bei diesen Menschenaffen die Geburtsintervalle mit Malou

Hadiah

sechs bis neun Jahren sehr gross. Bei einer reichen Nahrungsquelle können temporär auch mehrere Weibchen friedlich zusammentreffen – eine Riang

Situation, die bei der Haltung dieser Tiere in Menschenobhut

Pandai

genutzt wird. Ausgewachsene Männchen, meist erkennbar an ihren Backenwülsten, einem Kehlsack und fast meterlangen Haaren, sind untereinander unverträglich.

Xira ist die Mutter von Hadiah und Pandai.

Cahaya ist die Mutter von Malou und Riang. # 03 ~ 2018


~ Hintergrund ~ FAMILIEN IM TIERREICH

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ESSEN UND TRINKEN Es hat vier Restaurants, sechs Verpflegungsstände sowie diverse Picknick-Plätze. Auch in allen Tierhäusern darf gegessen werden, einzig in den Restaurants sind mitgebrachte Esswaren nicht erwünscht. Im Masoala Regenwald ist das Essen auch nicht erlaubt. Aus Sicherheitsgründen hat es im Zoo keine Feuerstellen. Im direkt angrenzenden Zürichberg-Wald hat es jedoch mehrere Feuerstellen, die frei genutzt werden können. DIE GANZE GRUPPE SCHAUT AUF DIE JUNGEN Der Rote Vari, ein Lemur, ist in seiner Verbreitung auf die Masoala-Halbinsel im Nordosten Madagaskars beschränkt. Das Sozialsystem dieser Vari ist komplex: Die Tiere eines Territoriums teilen sich in kleinere, gemischtgeschlechtliche Gruppen auf, deren individuelle Zusammensetzung täglich ändern kann. So streifen sie durch den Regenwald auf der Suche nach reifen Früchten und Blüten. Das Weibchen bringt ein bis drei Junge zur Welt, die ihre erste Lebenswoche in einem Nest verbringen. Für Ortswechsel trägt die Mutter sie im Maul herum. Mit etwa drei bis vier Wochen beginnen die Jungen, selbstständig herumzuklettern. Die ganze Gruppe hält ein wachsames Auge auf die Jungtiere.

SPIELPLÄTZE

INFO ZOO ZÜRICH Zürichbergstrasse 221, 8044 Zürich 044 254 25 00, www.zoo.ch Öffnungszeiten 365 Tage im Jahr geöffnet. November bis Februar: 9–17 Uhr, Masoala Regenwald 10–17 Uhr. März bis Oktober: 9–18 Uhr, Masoala Regenwald 10–17 Uhr.

Allein der Spielplätze wegen lohnt sich ein Besuch im Zoo Zürich. Folgende Orte sollten Sie also grossräumig umgehen, wenn Sie die Kinder noch dazu ermuntern wollen, die Tiere zu besuchen: • beim Zoolino • unterhalb der Löwenanlage • auf der Terrasse des Restaurants • Pantanal • bei der Seehund-Anlage

DIE ZOO-APP Die Gratis-App zeigt Ihnen, welche Tiere wo zu Hause sind, wann es Tierpräsentationen und Fütterungen gibt und wo sich Restaurants, Spielplätze und Toiletten befinden.

ANREISE Am besten reisen Sie mit dem öffentlichen Verkehr an. Der Zoo ist mit Tram und Bus einfach vom Stadtzentrum Zürich und vom Bahnhof Stettbach her zu erreichen. PREISE Erwachsene (ab 21 Jahren) 26 Franken, Jugendliche (16–20 Jahre) 21 Franken, Kinder (6–15 Jahre) 13 Franken, Kinder unter 6 Jahren gratis. # 03 ~ 2018

FÜHRUNG «GROSSELTERN IM TIERREICH» Speziell zum Grosselterntag bietet der Zoo Zürich am 11. und 13. März 2018 eine Führung zum Thema «Grosseltern im Tierreich» an. Auf der einstündigen Führung lernen die Grosseltern mit ihren Enkeln die Familienstrukturen bei den Elefanten und Dscheladas kennen. Jetzt buchen: zoo.ch/grosseltern


~ Hintergrund ~ MUNDART WÖRTERBUCH

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«Das Idiotikon war ein Heiligtum» Zu Besuch bei Gian-Enrico Rossi, der die Leidenschaft seines Urgrossvaters und seines Grossvaters teilt und weiterführt. Er sammelt alle Bände des Mundart-Wörterbuchs «Idiotikon». Von HANS ABPLANALP (Interviewfragen) und MANUEL STETTLER (Fotos)

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farrer Gian-Enrico Rossi wirkt seit zehn Jahren in der Berner Gemeinde Wynigen und teilt sich diese Stelle mit seiner Ehefrau Felicitas. Vorher war er vier Jahre in Langnau im Emmental tätig. Das ehrwürdige Pfarrhaus ist voller Bücher, die meisten geerbt von Verwandten. Besonders stolz ist Herr Rossi auf die vollständige Sammlung des Schweizerischen Idiotikons, des bekanntesten Mundart-Wörterbuchs unseres Landes. Im Gespräch mit dem Grosseltern-Magazin spricht der äusserst belesene 46 Jahre alte Pfarrer über dieses einmalige Werk, aber auch über Bücher und vor allem über Mundart.

Grosseltern: Herr Rossi, wie beginnt Ihre Geschichte in Bezug auf das Schweizerische Idiotikon? Gian-Enrico Rossi: In Obersteckholz bei Langenthal besassen meine Urgrosseltern ein kleines Bauernhaus, dessen 1. Stock sie als Ferienwohnung benutzten. Da sich mein Urgrossvater Moritz Javet, den ich persönlich nie gekannt habe, für Historisches und für die Mundart interessierte, erwarb er unter anderem die Hefte des Schweizerischen Idiotikons, welche seit 1881 fortlaufend herausgegeben wurden, beginnend mit dem Buchstaben A. Meine Grosseltern lebten zwar in Bümpliz, erbten aber dieses Haus, welches voller Bücher war und wo wir als Kinder Ferien verbrachten. In einem Fauteuil sitzend, versenkte ich mich tagelang in diesen Bücherschatz: Kinderbücher, Jugendbücher, Erwachsenenbücher. Die Grossmutter sprach stets mit grossem Respekt vom «Idiotikon», welches im Ferienhaus aufbewahrt wurde. Als an Mundart interessierte Frau war ihr dies wichtig, auch wenn uns Kindern der Name natürlich seltsam lustig vorkam.

Was für ein Verhältnis hatten Sie zu Ihren Grosseltern? Ich hatte eine enge Beziehung zu ihnen. Einmal pro Woche waren wir bei ihnen in Bümpliz, dann verbrachten wir Geschwister mit ihnen Ferien in Obersteckholz – bei den Büchern – oder zum Beispiel im Wallis oder im Berner Oberland. Und sie organisierten für uns Schweizer Reisen: so etwa aufs Rütli, auf die Schlachtfelder von Morgarten und Sempach. Solches begeisterte meine von der 68er-Zeit beeinflussten Eltern nicht besonders. Aber manchmal ist es ja interessanter, was Grosseltern wichtig ist. Bei mir war das jedenfalls so. Trotz der Pflege von Traditionen war meine Grossmutter nicht etwa eine Konservative, im Gegenteil, sie unterstützte linke Organisationen und setzte sich für die «kleinen Leute» ein. Sie erzählte mir auch viele Geschichten oder las aus einem uralten Märchenbuch vor, das stets auf ihrem Nachttisch lag. Wie ging es in Ihrem Leben weiter mit dem Idiotikon? Das Idiotikon war einfach ein Heiligtum, welches ich in den Ferien ab und zu in die Hände nahm. Etwas anfangen damit konnte ich kaum, und wegen seines komplizierten Aufbaus nicht einmal ein Wort nachschlagen. Dafür interessierten mich andere Bücher umso mehr. Man brachte mich fast nicht weg aus meiner Bücherwelt. Nachdem meine Grosseltern gestorben waren, fühlte ich mich einer gewissen Familientradition verpflichtet, das Schweizerische Idiotikon aufzubewahren und die weiteren Hefte zu kaufen, bis heute, bis zum Buchstaben Z. Meine Vorfahren und auch ich liessen die einzelnen Hefte wie vorgesehen zu dicken Büchern binden, wodurch die bisher 16 Bände zu einer eindrücklichen Reihe herangewachsen sind. ~

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~ Hintergrund ~ MUNDART WÖRTERBUCH

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Gian-Enrico Rossi blättert gerne im «Idiotikon».


~ Hintergrund ~ MUNDART WÖRTERBUCH

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Somit hat diese Familientradition eine Generation übersprungen, nämlich Ihre Eltern.

Ja, das ist so. Ich erbte innerhalb meiner Verwandtschaft sowieso viele Bücher oder rettete sie vor dem Entsorgen. «Bücher schlitzen» ist für mich ein Gräuel. Zudem hatten alle

«Die Generation der 68er hatte andere Vorlieben, als sich mit Mundarten auseinanderzusetzen.» immer das Gefühl, in einem Pfarrhaus habe es sowieso viel Platz für Bücher, die eigentlich niemand mehr wollte. Ich merke, dass Ihre Faszination für Mundart, für Sprache,

Interessant finde ich, dass sich der Berner Schriftsteller Rudolf von Tavel (1866–1934) bereits über die Verluderung des Berndeutschen beklagte. Das ist ein Phänomen, mit welchem sich wohl jede Generation mehr oder weniger auseinandersetzen muss. Heute kommt natürlich noch der Einfluss des Englischen dazu, vor allem bei der heranwachsenden Jugend. Ich kommuniziere mit meinen Jugendlichen des Konfirmationsunterrichts auf Whatsapp. Die schreiben in ihrer Mundart, ohne gross auf die Rechtschreibung zu achten. Da frage ich mich ab und zu, ob sie meine traditionelle Schreibweise des Berndeutschen wohl verstehen. Aber das ist ja spannend. Und wie geht es weiter mit dem Idiotikon? Ich weiss es nicht. Die Verantwortlichen sind jetzt auch auf Facebook aktiv, wo sie den Sprachgebrauch heutiger Menschen untersuchen. Früher waren die Dialekte natürlich weniger vermischt als in unserer von Mobilität geprägten

für Historisches ebenso aus einer Familientradition entstanden ist wie das Aufbewahren des Idiotikons.

Diese Hobbys pflege ich mit gleicher Begeisterung wie meine Urgrosseltern und meine Grosseltern. Das hat mich stark beeinflusst, zumal meine Ehefrau vor dem Theologiestudium einige Jahre Sprachwissenschaften studierte. So etwas färbt natürlich ab, bestimmt oft unsere Gespräche am Esstisch. Da bekommen auch unsere beiden Knaben schon einiges mit. Ich schreibe und halte meine Predigten zum Beispiel immer in Mundart. Heute ist das ja stets eine Gratwanderung, welche Wörter ich verwende, welche Ausdrücke von den Predigtbesuchern noch verstanden werden, welche sprachlichen Begriffe mir wichtig sind. Zwischen «bluemetem Trögli» und englisch durchsetzter Jugendsprache existiert eine grosse Vielfalt von Wörtern, die in unserer Gesellschaft verwendet werden. Und die sich natürlich auch immer wieder ändern. Das darf und muss ja auch so sein. Das erfahren Sie ja sicher auch in Ihrer Arbeit mit Konfirmandinnen und Konfirmanden.

Natürlich. Beispiel: «I ha di gärn.» Die Jugendlichen sagen heutzutage: «I liebe di.» Wollte ich ihnen dies «austreiben», würden sie sich wehren, zu Recht. Dieses «I liebe di» ist ans Hochdeutsche angelehnt. Gemäss Idiotikon wurde früher in jeder Schweizer Mundart «I ha di gärn» verwendet. Dieses Annähern der Mundart ans Hochdeutsche ist ja bei den Kindern generell bemerkbar, auch bei unsern Knaben.

«Ob unsere Söhne die Sammlung weiter betreuen oder einmal verkaufen, bleibt offen.» Zeit, etwas, was sich in der ländlichen Bevölkerung stärker erhalten hat als in städtischen Gebieten. Die Bände stehen jetzt einfach zuoberst in einem Büchergestell. Übrigens gibt es noch einen höchst interessanten Bezug zwischen meinem Beruf als Pfarrer und dem Idiotikon, welcher an den Ursprung dieses Begriffs führt. Pfarrer Franz Josef Stalder wirkte von 1792 bis 1822 in Eschholzmatt im Entlebuch. Etliche Kollegen aus der ganzen Schweiz liess er die biblische Geschichte vom verlorenen Sohn in deren Mundart übersetzen und veröffentlichte die 73 Variationen in einem Buch. Zudem verfasste er eine zweibändige Wörtersammlung unter dem Titel «Versuch eines schweizerischen Idiotikon». Damit war dieser seltsame Name geboren, welcher sich bis heute erhalten hat. •

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~ Hintergrund ~ MUNDART WÖRTERBUCH

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DAS SCHWEIZERISCHE IDIOTIKON ist ein Lexikon, das die deutsche Sprache in der Schweiz vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart dokumentiert. Es ist seit 1881 in Arbeit und noch immer nicht abgeschlossen. Doch das Ende naht: Von den geplanten 17 Bänden sind 16 schon publiziert, der letzte ist noch in Arbeit und soll etwa 2025 erscheinen. Über 150 000 Stichwörter sind bis jetzt verzeichnet worden. Mit dem neu erschienenen vierten Heft aus Band 17 ist das Idiotikon nun beim Z angelangt. Schweizerisches Idiotikon. Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache. Bände I–XVI, Verlag Huber, Frauenfeld 1881–2012, Band XVII Schwabe Verlag Basel, Basel 2015 ff. Das gesamte bisher gedruckte Werk ist online frei abrufbar, kann aber auch bandweise über den Buchhandel bezogen werden. www.idiotikon.ch

Lisme (stricken) ist wie Anke ein Wort, das im deutschen Sprachraum einzig und allein im Alemannischen vorkommt. Restlos klar ist die Wortbildung von lisme nicht, aber es gehört nach Auskunft der verschiedenen Herkunftswörterbücher zweifellos zum Wortstamm von lesen. Dieses bedeutete ursprünglich «sammeln», wie das auch jetzt noch in «auflesen», «zusammenlesen», «Trauben lesen» oder «Linsen verlesen» erkennbar ist. Die heute übliche Bedeutung – «den Sinn von Schriftzeichen erfassen» – hat lesen erst unter dem Einfluss von lateinisch legere erhalten, das ursprünglich «auflesen», dann «einer Spur folgen» und schliesslich «den Schriftzeichen folgen, lesen» bedeutete. Lisme scheint damit ursprünglich «Fäden zusammenlesen, Fäden versammeln» zu meinen, wogegen stricke, das gegenwärtig lisme verdrängt und ursprünglich «binden, heften, flechten» bedeutete. Diese alte Bedeutung von stricke sieht man noch heute im Fachwortschatz des Holzbaus, wo «e gstrickts Huus» ein in Blockbauweise – mit der hierfür typischen Eckverkämmung der Balken – erbautes Haus bezeichnet.

«VERGALSCHTERE» «(v)ergalschtere» oder «(v)ergelschtere» kommt in vielen Bedeutungsnuancen vor, zum Beispiel bedeutet «sich ergelschtere» sich ereifern, sich aufregen, oder «vergelschteret» meint verblüfft, fassungslos, verwirrt. Die älteste Bedeutung aber ist «verzaubern, verhexen». Im mittelalterlichen Deutsch gab es ein Wort «galster», das «(Zauber-)Gesang» bedeutete und zu einem Verb «galan» mit der Bedeutung «singen» (besonders «Zauberformeln singen») gehörte. «Nachtigall» heisst übrigens wörtlich «Nachtsängerin».

«GÄNTERLI»

Hans Abplanalp (rechts) im Gespräch mit Gian-Enrico Rossi.

Dieses vornehmlich innerschweizerische Wort für Küchenschrank ist eigentlich die Verkleinerungsform von «Gänter», was Gitter bedeutet. Das «Gänterli» war also ursprünglich ein mit Gitterwerk versehener Kasten. «Gänter» seinerseits geht zurück auf lateinisch «cantherius», ein Wort für Dachsparren oder Sparren als Fassunterlage. Ursprünglich als Begleitung zur Ausstellung Sapperlot! Mundarten der Schweiz in der Berner Nationalbibliothek konzipiert, werden seither auf www.idiotikon.ch kleine Wortgeschichten präsentiert, von denen wir hier freundlicherweise einige abdrucken durften.

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~ Hintergrund ~ STIEFGROSSVÄTER

Nicht nur im Hintergrund Patchwork bedeutet mehr Grosseltern, mehr Möglichkeiten – und mehr Probleme. Vor allem für Stiefgrossväter gilt: Wenn sie die Enkel früh kennenlernen, steigen die Chancen für eine gute Beziehung. Wenn die Eltern sich im Streit trennen, erhöhen sich die Hürden. Von PETER STEIGER (Text) und MATTHIAS LUGGEN (Fotos)

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~ Hintergrund ~ STIEFGROSSVÄTER

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I

n vielen Märchen sind Stiefmütter wichtig – und böse. Stiefväter oder gar -grossväter kommen nicht vor. Anders in der Realität: Immer mehr Enkel und Enkelinnen haben Patchwork-Grosseltern. Das geht meistens gut. Hindernisse türmen sich am ehesten bei Stiefgrossvätern auf. Wir sprachen mit vier Männern und lernten fürsorgliche Mitverantwortliche, distanzierte Begleiter, aber auch einen Verweigerer kennen. Daniel Baumgartner aus Berikon AG darf man als engagierten Patchwork-Grossvater bezeichnen. Der 62-Jährige hat acht Enkelkinder, drei Mädchen und fünf Buben. Sie sind zwischen 1- und 16-jährig und stammen aus drei Familien. In einem Fall haben sich Vater und Mutter getrennt und leben nun in neuen Partnerschaften. Daniel Baumgartner und seine Ehefrau betreuen die Kinder in Abständen von einer bis zwei Wochen. «Ich glaube nicht, dass die Patchwork-Situation unser Verhalten verändert», erklärt Baumgartner. Dazu beigetragen habe, dass er die Enkel von Geburt an mitbetreute. ER VERPASSTE DIE BABY-PHASE

Windeln wechseln verbindet. Das hat Daniel Baumgartner erlebt. Der Soziologe und Altersforscher François Höpflinger bestätigt das: «Die Chancen für ein gutes Gelingen steigen, wenn die Verbindung bereits mit der Geburt beginnt.» Oft sind die Kinder allerdings schon älter, wenn das neue Set entsteht. «Die Grosseltern verpassen damit die für alle Betroffenen wichtige Baby- und Kleinkindphase», so Höpflinger. Hans Wälti aus Bern ist ein Beispiel dafür. Er hat seine Stiefenkelin Sandra erst kennengelernt, als sie bereits 10 war. Vor drei Jahren war das, als Wältis Sohn der neue Lebenspartner von Sandras Mutter wurde. «Ich bin vorsichtig eingestiegen», erinnert sich der 50-Jährige. Behutsam startete er, weil die Trennung von Sandras Eltern ziemlich heftig verlief und die Grosseltern mütterlicherseits Sandras Vater nie ganz akzeptiert hatten. Unterdessen ist eine zwar herzliche, aber zeitlich nicht sehr intensive Verbindung entstanden. «Wir sehen uns etwa einmal im Monat, essen zusammen, besuchen Veranstaltungen oder gehen einkaufen.» ER VERMITTELT BEI PUBERTÄTSPROBLEMEN Shopping: Damit steht auch das P-Wort im Raum, Pubertät. Wälti lacht: «Die 13-Jährige pubertiert in erträglichem Mass.» Weil er als Späteinsteiger nicht mit Haut und Haar in Sandras Familienmix drinstecke, könne er bei Problemen auch mal vermitteln. «Ich bin ein Freelance-Grossvater.»

Daniel Baumgartner

Enkelin Sandra stimmt zu: Housi, berndeutsch für Hans, sei ihr gegenüber weniger kritisch als der Grossvater mütterlicherseits. Der Knatsch bei der Trennung von Sandras Eltern belastete Wältis Start. Auch dies ist gemäss Höpflinger häufig so. «Die Spannungen der mittleren Generation übertragen sich auf die Grosseltern-Enkel-Beziehung.» In der Schweiz zerbrechen zwei von fünf Ehen. Wenn später neue Partnerschaften entstehen, vergrössert sich die Verwandtschaft. Zusammen mit unseren tiefen Geburtenraten bewirkt dies, dass es in der Schweiz mehr Gross- und Stiefgrosseltern gibt als Enkelkinder, die jünger sind als 12. In der Familie von Rolf Käppeli gibt es keinen solchen Überhang. Der frühere Kolumnist dieser Zeitschrift lebt in Uetikon am See und hat vier Patchwork-Enkel zwischen einem halben Jahr und zehn Jahren. Sie leben in zwei Familien. Die beiden Väter lernte Käppeli als sieben und zehn Jahre alte Kinder kennen, als er mit seiner jetzigen Lebenspartnerin zusammenzog. ER VERMISST DIE BLUTSVERWANDTSCHAFT Erfahrungen mit Babys hat er darum erst durch seine Patchwork-Enkel erworben. «Ja, die Blutsverwandtschaft spielt eine Rolle,» sagt der 74-Jährige. Als zugewandter Grossvater spüre er statt einer biologischen eine eher soziale Verbindung. Käppeli hat mit seiner Kolumne «Briefe an Louisa» sein inniges Verhältnis zu seiner Enkelin beschrieben. Trotzdem räumt er ein, dass er für das Mädchen vermutlich nicht die gleiche Verantwortung spüre, wie wenn er ihr leiblicher Grossvater wäre. Diese Vermutung bestätigt Höpflinger: «Genetische Verbindungen

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Rolf Käppeli

Hans Wälti

vergrössern die Verpflichtung.» Wie sehr die Gene unser Verhalten bestimmen, bleibt ein viel diskutiertes Problem. Höpflinger ergänzt dies mit einer weiteren Unschärfe: «Das Dynastische, der Fortbestand der Familie, spielt gegen aussen heute kaum mehr eine Rolle, ist aber insgeheim bei vielen dennoch wichtig.» ER VERWEIGERT SICH DEM OPA-ZWANG Schon klar: Wenn sich zwei Grossväter mit ihren Enkeln auf dem Spielplatz treffen, wird der eine wohl kaum offenbaren, dass er hier beim Sandkasten sitzt, um den Fortbestand der Familie zu sichern. Und der andere wird verschweigen, dass er eigentlich nur widerwillig Nasen putzt und quengelnde Kinder betreut. Den liebevollen Grossvater spielen manche, weil dies dem guten Ruf dient. «Enkel zu betreuen, ist ein Stück weit eine Verpflichtung», weiss Höpflinger. «In südlichen Ländern ist sie stärker, besteht aber auch bei uns.» Wer sich dem vermeintlichen Opa- und Oma-Zwang entzieht, muss mit scheelen Blicken rechnen. Immerhin hält François Höpflinger eine Erkenntnis bereit, die je nach Standpunkt als gute oder schlechte Nachricht zu werten ist: «Immer mehr Grosseltern hinterfragen die Verpflichtung, sich den Enkeln zu widmen.» Womit wir bei jenem Mann sind, der sich der Grossvaterrolle so weit wie möglich entzieht. 71-jährig, nicht biologischer Grossvater von zwei Stiefenkelkindern und Autor dieses Artikels. Ich gebe unumwunden zu: Ich mag Kinder eigentlich nur aus der Ferne. Weil ich weiss, dass ich mit dieser Haltung anecke, greife ich gerne zu Ausreden, wenn es darum geht, sich den

zwei Stiefenkeln zu widmen. Der Opa mit dem Kinderwagen geniesst einen Sympathie-Bonus. Wer sich diesen Aufgaben widersetzt, gilt als unsozial. Immerhin scheine ich mit dieser Einstellung doch nicht so ganz allein und verfemt zu sein. Höpflinger bestätigt, dass längst nicht alle Grosseltern begeistert Enkel betreuen. Gegen den Dienst auf dem Spielplatz wehren sich vor allem Männer. Insgeheim schmunzelnd habe ich aber auch einer Kollegin zugehört. Die Grossmutter: «Vor allem kleine Kinder gehen mir meist auf den Geist.» Und ganz wenig zweifle ich an den Aussagen meiner drei Gesprächspartner. Alle habe ich gefragt, ob ihnen die Stiefenkel denn nicht auch mal lästig würden. Alle haben mehr oder weniger abgewunken. Dabei weiss ich aus eigener Erfahrung als Stiefvater, wie nervig trotzende kleine und pubertierende grössere Kinder sein können. •

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~ Kolumne ~ GROSSMÜTTERREVOLUTION

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Der Ruf ist ruiniert Es begann schon vor der Geburt meines ersten Enkels. Der Kinderwagen wurde bei mir angeliefert und stand zum Abholen bereit. «Mami, es wäre uh-lieb, wenn du den Wagen ins Dorf mitnehmen könntest.» Kein Problem, ich wohne nur zehn Minuten von meiner Tochter entfernt, und beim Einkaufen komme ich an ihrem Haus vorbei. Gesagt, getan, ich bugsierte den Wagen ins Dorf. Bereits nach wenigen Schritten beugt sich eine Nachbarin über das nigelnagelneue Gefährt: «Jööh wie herzig, ist das nun

GROSIS SCHWERTRANSPORT

RUTH FRIES aus Wallisellen ist diplomierte Fundraiserin und war früher in der Taubblinden-Beratung des Zentralvereins für das Blindenwesen tätig. Sie ist Mitglied des Matronats und seit Beginn der GrossmütterRevolution dabei.

dein sehnsüchtig erwarteter Enkel?» Ihr fassungsloses Gesicht nach dem Blick in den leeren Kinderwagen vergesse ich nie. «Nein», antworte ich mit todernstem Gesicht, «ich muss erst mit leerem Wagen üben, bevor ich ihn mit Babyinhalt lenken darf!» Mein Ruf im Dorf war nach dieser Antwort sicher angeschlagen, aber ich konnte einfach nicht anders. «MERCI VILLMAL» Der Transportjob blieb mir trotzdem erhalten: liegen gebliebene Wickeltasche, vergessene Babyrassel, der unentbehrliche Nuggi, das heiss geliebte Kuscheltier – alles fand nach der Frage «Gehst du heute noch ins Dorf?» den Weg zurück. Das Transportsystem wurde nach dem zweiten Enkel vielfältiger. Jacken, Mützen, alles wurde mit einem herzlichen «Merci villmal» in Empfang genommen.

Heute, einige Jahre später, ist mein Transportsystem immer noch gefragt. Wenn der jüngere Enkel, beladen mit dem Thek und der riesigen Fussballtasche, in die Schule geht, siegt einmal mehr mein Grossmutterherz über die Pädagogik: «Lass die Tasche hier, ich nehme sie auf dem Weg ins Dorf mit und stelle sie bei euch ab.» Und wenn beim grösseren Enkel die überdimensionierte Hockey-Ausrüstung nicht auf das Trottinett passt, übernimmt Grosi den Schwertransport. LIEBEVOLLE UMARMUNG

Meinen Ruf nochmals aufs Spiel gesetzt habe ich vor wenigen Tagen. Nach dem etwas überstürzten Aufbruch blieben die beiden heiss geliebten Zauberstäbe von Harry Potter und Lord Voldemor auf dem Schuhkästchen liegen. Nach einem «Grosi-Bitte-Bitte-Anruf» marschierte ich am Nachmittag ins Dorf – in jeder Hand einen Zauberstab. Erst auf dem Heimweg wurde mir klar, warum ich nebst verwunderten Blicken auch verstohlenes Lächeln ausgelöst hatte: Eine grauhaarige alte Frau, gut sichtbar bewaffnet mit zwei Zauberstäben! Mein Ruf ist nun endgültig ruiniert! Aber was soll's, meine Enkel schätzen ihr Basislager beim Grosi, und ich geniesse • weiterhin die liebevollen Übergabe-Umarmungen.

WAS WIR UNS FÜRS HOHE ALTER WÜNSCHEN Die Manifestgruppe der GrossmütterRevolution befasst sich seit Jahren mit der Lebensqualität und der Langzeitpflege im hohen Alter. Unter dem Titel «Das hohe Alter ist uns teuer» hat sie dazu unter anderem ein Manifest verfasst. Es ist ein Anliegen der Arbeitsgruppe, der zunehmenden Ökonomisierung im Gesundheitswesen ihre Vorstellung des hohen Alters als gesamtgesellschaftliche Aufgabe entgegensetzen.

Dabei sind sich die Frauen bewusst: «Wir alle möchten im Alter so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben, wenn möglich bis ans Lebensende. Doch wird mit grosser Wahrscheinlichkeit der Moment kommen, wo wir in irgendeiner Form Unterstützung brauchen.» Dort setzt das neue Projekt an. In diesen Monaten finden verschiedene Fokusgespräche statt. Dabei werden Frauen im Alter zwischen 55 und 75 Jahren über ihre Wünsche und # 03 ~ 2018

Vorstellungen über ein gutes Leben in Abhängigkeit nachdenken. Die Ergebnisse der Gespräche werden als Ergänzung zu den bereits gemachten Studien in einem Bericht zusammengefasst. Die GrossmütterRevolution ist Plattform und Think Tank für die Frauen der heutigen Grossmütter-Generation und wird vom Migros-Kulturprozent unterstützt. www.grossmuetter.ch


Von MARTINA FIERZ (Text) und MARC LOCATELLI (Illustrationen)

Wie geht das? – Ein Dossier zu Mehrsprachigkeit und Spracherwerb

ZWEI SPRACHEN, EIN KINDERKOPF

48 ~ Dossier ~ MEHRSPRACHIG

DOSSIE R

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«WO SIND MINI TGÒLTSCHAS?»

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Seit dem letzten Dossier wissen wir etwas darüber, wie Kinder ihre Muttersprache lernen. Was ist anders daran, wenn das Kind von Anfang an nicht nur eine, sondern zwei oder mehrere Sprachen um sich hat? Oder wenn es aus seinem Erstsprache-Umfeld herausgerissen und in einen fremden Sprachkontext verpflanzt wird – zum Beispiel, weil es aus seiner Heimat flüchten muss oder weil seine Familie aus beruflichen Gründen in ein anderes Land zieht? Antworten auf diese Frage haben wir bei Raphael Berthele gefunden. Er ist Professor für Mehrsprachigkeitsforschung und Direktor sowie Gründungsmitglied des Instituts für Mehrsprachigkeit der Universität Fribourg. Er erforscht die sprachwissenschaftlichen Facetten der Mehrsprachigkeit und hat zahlreiche Studien durchgeführt. Ergänzend gibt uns Beatrice Gallmann, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache einer Primarschule im Kanton Bern, im Interview konkreten Einblick in ihren Alltag im Schulzimmer.

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~ Dossier ~ MEHRSPRACHIG

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ir haben gesehen, dass es beim Erstspracherwerb zwar festmachbare Lernstadien gibt, die jedes Kind früher oder später durchläuft, aber auch, dass jedes ein wenig anders lernt. Phänomene, die bei manchen Kindern zu beobachten sind, wie etwa der Vokabelspurt oder das Überdehnen komme bei andern überhaupt nicht vor. Raphael Berthele weist darauf hin, dass auch der Sprachschatz, der am (vorläufigen) Ende des Prozesses steht, von Kind zu Kind verschieden ist und dass die Umgebung, in der das Kind die Sprache erlernt, den Spracherwerb entscheidend prägt: «Schon bei einem Kind, das einsprachig aufwächst, ist im Prinzip vollkommen unklar, was das bedeutet» – weil jedes Kind unterschiedliche Verhältnisse antrifft hinsichtlich des sozialen Umfelds, des Bildungsniveaus der Eltern, der Familiengeschichte und vielem mehr. Bei Zwei- und Mehrsprachigen verdoppeln und verdreifachen sich diese Variablen. Es gibt natürlich

man sie nennt, sie bleibt dasselbe Tier. Das könne man als leichten Vorteil mehrsprachiger gegenüber einsprachig aufwachsenden Kindern deuten, meint Berthele. Häufig sei zu beobachten, dass die Kinder auch dann, wenn sie ein Ding in beiden Sprachen benennen, manchmal einfach das einsetzen, was ihnen als Erstes einfällt.

Unterschiede zwischen Ein- und Mehrsprachigen, so Berthele, aber man muss aufpassen, wozu genau man etwas sagt. Denn: «Die Lernaufgabe ist nicht dieselbe.»

Gerade in Fribourg, erklärt Raphael Berthele, lässt sich bei Kindern, die in beiden Sprachen vollkommen akzentfrei und flüssig sind, beobachten, dass sie im schweizerdeutschen Dialekt die Possessivpronomen nicht richtig hinbekommen. Sie sagen: «Das isch sis Buech», auch wenn das Buch einem Mädchen gehört, benutzen also die hier einfachere Grammatik des Französischen (nur das Objekt bestimmt das Pronomen; das Geschlecht der Person macht, anders als im Deutschen, keinen Unterschied). Deutsch-französisch-Zweisprachige merken teilweise auch nicht, dass ein deutscher Dativ im Französischen nicht unbedingt complément indirect bedeutet – für «ich helfe ihm» sage jemand dann «je vais lui aider» statt korrekt «je vais l’aider».

DUBLETTEN VERMEIDEN

Die Annahme, mehrsprachige Kinder entwickelten einen kleineren Wortschatz als einsprachige, lässt Berthele nicht gelten: Der Wortschatz pro Sprache bei Mehrsprachigen ist zwar meist kleiner als bei Einsprachigen, nimmt man aber beide Sprachen zusammen, verfügen ein- und mehrsprachige Kinder durchschnittlich über ähnlich viele Wörter. Welche davon ein Kind in welcher Sprache lernt, hängt direkt mit seiner Lebenswelt zusammen: «Ein Kind, das daheim nur Portugiesisch hört, lernt alles, was mit daheim zu tun hat, auf Portugiesisch: Gegenstände in der Wohnung, häusliche Tätigkeiten, Essen, verwandtschaftliche Beziehungen und so weiter. In der Kinderkrippe oder auf dem Spielplatz entwickelt es sein deutsches Vokabular.» Mehrsprachig aufwachsende Kinder vermeiden es zu Beginn oft, für ein Ding mehr als ein Wort zu verwenden. Hat ein Kind also zuerst von der italienischsprachigen Mutter gelernt, dass die Katze «gatto» heisst, sagt es «gatto», wenn es eine Katze benennt – auch wenn es mit dem Vater zusammen ist, der deutsch mit ihm spricht. Das Kind versteht zwar bald, dass es auch andere Wörter für den «gatto» gibt, bleibt aber vorerst bei seinem einen. Ist das Kind schliesslich bereit, die Katze auch «Katze» zu nennen, hat es schon eine Ahnung von der Arbitrarität der Sprache erworben: Es weiss, die Katze heisst «Katze» oder «gatto», aber egal, wie # 03 ~ 2018

KREATIVE GRAMMATIK Untersuchungen zum Grammatikerwerb sind schwierig, aber es ist gelungen, herauszufinden, dass gewisse grammatische Strukturen sich bei Mehrsprachigen leicht verzögert entwickeln im Vergleich zu Einsprachigen. Die Entwicklung verläuft aber im Rahmen dessen, was auch bei Einsprachigen als «normal» gilt. Manche zwei- oder mehrsprachig aufwachsende Kinder übertragen grammatikalische Regeln von einer auf die andere Sprache – besonders wenn eine Regel in einer Sprache einfacher ist als in der anderen.

DEUTSCHE STOLPERSTEINE Umgekehrt sind etwa die Wechselpräpositionen, die in verschiedenen Situationen unterschiedliche Fälle verlangen, eine Schwierigkeit im Deutschen. Auf der deutsch-französischen Sprachgrenze höre man oft von Leuten, die gut schweizerdeutsch sprechen, Sätze wie: «Er isch im Huus ggange», statt «is Huus». «Kommunikativ bereitet so etwas überhaupt keine Probleme, jeder versteht es – normativ gesehen ist es aber falsch», ordnet Berthele das Phänomen ein. Er hat viel zu Zweisprachigkeit der Rätoromanen gearbeitet und beobachtet auch bei ihnen, dass es im Deutschen bestimmte Schwierigkeiten gibt, an denen zweisprachig Aufwachsende «hängen bleiben». Ein Beispiel betrifft die Verben stellen, legen und setzen. Im Romanischen werden alle drei mit metter wiedergegeben. Das führt dazu, dass es für hauptsächlich ~


52 Valentin (7, Romanisch/Deutsch), nennt seine Trainerhose:

«Hosa vu trainer» (Romanisch/Puter: chotschas da trainer).

«Gömmo!» sagt Damjan (3, Deutsch/Serbisch) für «gömmer»/gehen wir (Serbisch: idemo). Angelina (5, Romanisch/Deutsch) erzählt: «Hoz vaina

giouva aint il Babyecka»

(Romanisch/Puter: Heute haben wir in der Babyecke gespielt). Auf die Ansage hin, sie würden sich noch andere Wohnungen anschauen, meint Lotta (3, Deutsch/Romanisch):

«Ja, gäll, eini wo ple a tgei» (Romanisch/Sutsilvan: … dir gefällt). Silvia (3, Deutsch/Romanisch) singt zur Melodie von «Roti Rösli im Garte, …»:

«Maierisli cun la stgagna …»

(maglia riisli …: Romanisch/Sutsilvan: iss «Riisli» («kleiner Reis») mit der Gabel). Mirjam (5, Deutsch/Französisch) ist gerade aus dem Welschland in die Deutschschweiz umgezogen und enttäuscht vom neuen Kindergarten:

«Die tüend da gar nid travailler …!»

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~ Dossier ~ MEHRSPRACHIG romanisch Aufwachsende schwierig sein kann, sich für das richtige Verb zu entscheiden – es entstehen Äusserungen wie: «Er legt die Tasse auf den Tisch.» Solche Kleinigkeiten sollten aber nicht davon ablenken, dass das Beherrschen von zwei Sprachen enorme Vorteile haben kann für das Lernen weiterer, vor allem verwandter Sprachen: Rätoromanen sprechen zusätzlich zum Deutschen oft auch Italienisch und lernen relativ mühelos Französisch oder Spanisch. SPRACHE – EIN TEIL DER IDENTITÄT Ein Kind ist von Haus aus zwei- oder mehrsprachig, ein anderes wächst die ersten paar Jahre mit einer Sprache auf und lernt in jungen Jahren eine zweite. Was unterscheidet die beiden? – Es gibt Experten, die eine scharfe Linie ziehen: Ab diesem oder jenem Alter ist es vorbei mit dem frühkindlichen Erwerb. Berthele sieht die Entwicklung des Kindes, auch die sprachliche, eher als Kontinuum; es gibt für ihn keinen Moment im Leben eines Kindes, in dem sich das Lernen völlig verändert. Insofern mag er keinen eindeutigen Unterschied zwischen den beiden Fällen herbeireden. Allerdings: «Je älter jemand ist, desto tiefer ist die erste Sprache schon eingesunken.» Das kann sich positiv auswirken auf den Erwerb der zweiten Sprache, besonders dann, wenn die Sprachen sich ähneln, aber es kann auch ein Hemmnis sein. Bei Erwachsenen hört man in der Regel keine Unterschiede heraus, wenn sie irgendwann im Kindesalter in einen neuen Sprachkontext hineingekommen sind: «Kinder sind praktisch dazu programmiert, sich anzupassen – in ihrer ganzen Identität, und die Sprache ist ein Teil der Identität». UNTERSCHIEDE UND IDEOLOGIEN Nicht nur vom familiären Umfeld und der Geschichte her, die jedes für sich mitbringt, unterscheiden sich Kinder in ihrem Spracherwerbsprozess. Berthele hat festgestellt, dass Kinder auch sehr unterschiedlich mit Regeln umgehen. Manche äussern einen Satz erst, wenn sie ganz sicher sind, dass er richtig ist. Dazu gehört auch, dass sie grammatikalische Strukturen umschiffen, die sie nicht beherrschen. Andere reden einfach drauflos, es ist ihnen «völlig egal, wie richtig ihre Grammatik ist; Hauptsache, sie werden verstanden». Auch in der Sprachbegabung ortet Berthele grosse Unterschiede. Schon in der Muttersprache gibt es sie, aber sie fallen im Alltag aufgrund der enormen Masse an Input und Übungsmöglichkeiten weniger auf. Die neue Sprache, die gelernt werden muss, stellt im Verhältnis viel weniger Input bereit. Man# 03 ~ 2018

53 che Kinder machen aus dem Wenigen sehr viel und lernen schnell, für andere ist es viel schwieriger. Im Gespräch mit Raphael Berthele wird klar, dass es auf viele Fragen keine allgemeingültige Antwort gibt, weil Sprachfragen sehr oft auch ideologische Fragen sind. Etwa ob Mehrsprachigkeit den Erwerb weiterer Sprachen begünstige. Berthele ist überzeugt davon, aber nur in Fällen, in denen das Kind günstige Rahmenbedingungen antrifft. Mit Pauschalurteilen ist er vorsichtig: «Es gibt Studien, die belegen, dass Zweisprachigkeit von Haus aus ein Vorteil ist – und es gibt Studien, die zeigen genau das Gegenteil.» Deshalb bezeichnet er sich selbst in dieser Sache als «agnostisch». Entscheidend ist, wie gut ein Kind seine Erstsprache beherrscht, und in welchem Umfeld es lebt: In bildungsfernen Schichten sind die Kompetenzen in den Erstsprachen oft beschränkt und wenig gefestigt. Dann ist der Erwerb einer weiteren Sprache schwierig. Dafür kann andererseits rein schon die Erfahrung förderlich wirken, dass man manchmal nicht alles versteht, man aber doch kommunizieren kann. SPRACHPROBLEME ALS SYMPTOM Es kommt also auf die individuellen Voraussetzungen an und auf Faktoren, die mit den Kategorien «Migrantenkinde», «mehrsprachig» oder «einsprachig» nicht erfasst sind – deshalb gibt es hier keine einfache Antwort. Bei Bildungskarrieren migrierter Kinder wird die Sprache oft als Schlüssel gesehen und für vieles verantwortlich gemacht. Wenn man die Problematik aber wie Berthele eher bildungssoziologisch betrachtet, sieht man, dass Dinge auf der Bühne der Sprache ausgetragen werden, die eigentlich nicht mit der Sprache zusammenhängen, sondern mehr mit Fragen des sozioökonomischen Status oder der Bildungsnähe: «Die Sprache ist einfach ein Symptom». •

RAPHAEL BERTHELE, Professor für Mehrsprachigkeitsforschung an der Universität Fribourg.


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«Ich sage lieber ‹Deutsch als Zielsprache›» Interview mit Beatrice Gallmann, Lehrerin für Deutsch als Zweitsprache (DaZ) an der Primarschule Buchsee, Köniz (BE)

Kinder, die kein oder nur sehr wenig Deutsch sprechen, werden in der Gemeinde Köniz in den ersten vier Jahren in der Regelklasse (Kindergarten und

Wie geht das, Kindern mit unterschiedlichen Muttersprachen Deutsch beibringen? Am besten klappt es handelnd, mit kon-

gesehen, habe die Haare geschnitten; das gefällt ihnen.

1./2. Klasse oder Basisstufe) unterrichtet. Kommt ein Kind erst in der dritten Klasse oder später nach Köniz, lernt es in einer gemeindeübergreifenden «Empfangsklasse» intensiv Deutsch. Hat es ein gewisses Sprachniveau erreicht, wechselt es in eine Regelklasse und besucht ergänzend eine Lektion pro Woche den DaZ-Unterricht – bis vor Kurzem bei Beatrice Gallmann, die wenige Wochen vor Erscheinen dieses Hefts pensioniert wurde.

kreten Gegenständen und mit Bildern. Als ich noch 1. und 2. Klassen unterrichtete, brachte ich Spielzeuge meiner Kinder mit – kleine Tiere, Plastikgemüse, solche Sachen. Ich hatte ein Schubladenmöbel, vorne beschriftet mit allen unseren Lauten. In den Schublädchen waren kleine Gegenstände und Bilder – zu jedem Buchstaben.

Mit unregelmässigen Vergangenheitsformen zum Beispiel; sie sagen gehte statt ging, leste statt las, läufte statt lief. Oder trennbare Verben: Er aufräumt das Pult statt Er räumt das Pult auf. Auch Präpositionen sind schwierig.

Grosseltern-Magazin: Frau Gallmann, wie viele Kinder sitzen in Ihren Klassen und welche Sprachen sprechen sie? Beatrice Gallmann: Pro Klasse sind es drei bis vier, allerhöchstens sechs Kinder. Aktuell sprechen sie daheim Tamil, Türkisch, Kurdisch, Albanisch, Serbisch, Russisch, Rumänisch und weitere Sprachen – und hier sind wir beim Problem des Begriffs «Deutsch als Zweitsprache»: Er bildet die Realität nicht angemessen ab. Für viele meiner Schülerinnen und Schüler ist Deutsch nicht Zweit-, sondern Dritt- oder gar Viertsprache, weil die Eltern unterschiedliche Sprachen sprechen oder die Familie vorher schon andernorts gelebt hat. Ich sage deshalb lieber «Deutsch als Zielsprache» – da, wo wir hinwollen.

Wie arbeiten Sie bei älteren Kindern? Da kann ich weniger handelnd arbeiten, dafür setzt das Regelbewusstsein ein. In der 3., 4. Klasse beginnen die Regeln zu greifen, in der 5., 6. kann man damit arbeiten. Ich erkläre die Regel und wir üben die Anwendung. Mein Unterricht ist zu zwei Dritteln mündlich. Die Kinder reden, ich kann sie korrigieren, aber nicht zu viel, sonst verlieren sie die Motivation. Reihensätze sind eine probate Übungsmethode, immer der gleiche Satz mit Variationen. Wie geht das konkret? Für «Dritteler» zum Beispiel sind Partizipien oft unklar. Um diese zu lernen, wiederholen wir immer denselben Satz, aber mit anderem Partizip: Gestern habe ich gezeichnet. Gestern habe ich geschlafen, gespielt, gelacht, geredet –sie dürfen dann auch fantasieren: Gestern habe ich bis Mitternacht fern# 03 ~ 2018

Womit haben die Kinder Mühe?

Wie lernt man die? Mit konkreten Situationen, handelnd kann man sie gut üben. Wir decken etwa den Tisch und reden darüber: Die Gabel liegt rechts neben dem Teller. Ah, nein: Sie liegt links! Immer konkret starten ist das Wichtigste. An den Präpositionen und Konjunktionen ist schwierig, dass sie für sich genommen ja eigentlich nichts bedeuten – mit «am» alleine kann man nichts anfangen –, erst im Kontext ergeben sie einen Sinn. Das ist ein Knackpunkt für viele Kinder. Was ist sonst noch schwierig? Laute, die in den Herkunftssprachen eines Kindes nicht vorkommen; im Tamil etwa gibt es kein f, und auch keine Umlaute, ä, ö und ü. Diese Kinder müssen die unbekannten Laute dann erst kennenlernen und die Aussprache üben; manchmal geht eines dafür auch in die Logopädie. Wenn ein Kind aus seiner Herkunftssprache eine andere Satzstellung kennt als wir im Deutschen, ist oft schon das


~ Dossier ~ MEHRSPRACHIG

Überwinden dieser Strukturen eine grosse Hürde. «Ich kaufe frisches Brot» wäre zum Beispiel auf Kurdisch falsch, da ist die Reihenfolge: «Ich Brot frisches

Bilanz zu ziehen. Aber was mir sicher bleibt, sind die bereichernden Beziehungen mit den Kindern. Im Schulalltag sind einige manchmal etwas verloren

kaufe». Dazu kommt noch die Inversion in der deutschen Fragestellung: Kaufst du frisches Brot? – Das sind enorme Anforderungen. Dass die Kinder in ihrem Alltag viel Dialekt hören, macht es noch schwieriger; gerade im Berndeutschen kommen ja andere syntaktische Strukturen vor als in der Standardsprache.

und kommen – besonders, als ich noch einen eigenen kleinen DaZ-Raum hatte – gerne in den geborgenen Rahmen. Auch ihre Sprachen sind eine Bereicherung; mit dem DaZ-Unterricht habe ich viel über andere Sprachen gelernt, die Laute, die Strukturen, wie sie funktionieren. Und ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen und «ds Füfi» gerade stehen zu lassen: Wenn ein Kind sagt: «Die Vier kommt nach die Drei», ist das besser, als wenn es sagt: «Die Vier kommt vor der Drei». Es hat die Präposition nach verstanden – den richtigen Fall kann es dann später noch lernen.

Fallen solche Umstellungen allen Kindern schwer? Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch in einer Klasse mit lauter deutschen Muttersprachlern enorme Unterschiede gibt: Manchen fällt alles leicht, für andere ist es schwierig, mitzuhalten. So haben einige Kinder, die meinen Unterricht besuchen, keine Mühe, sich an unsere Syntax zu adaptieren, für andere ist es hingegen sehr schwierig. Man darf nicht meinen, ein Kind, das ins DaZ geht, sei nachher nivelliert. Ebenso wie bei den Deutsch-Muttersprachlern gibt es bei den fremdsprachigen Kindern grosse Unterschiede in der Sprachkompetenz – und auch Kinder mit einer Sprachentwicklungsstörung oder -verzögerung. Worauf blicken Sie jetzt, kurz vor Ihrer Pensionierung, zurück? Ich stecke mitten im Abschluss und in der Übergabe, es ist noch etwas früh,

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DREI ZAHLEN •

Im Schuljahr 2015/16 machten die Kinder und Jugendlichen ausländischer Staatsangehörigkeit im schweizerischen Durchschnitt 27 Prozent aus. In rund 40 Herkunftssprachen wird in der Schweiz Unterricht in Heimatlicher Sprache und Kultur (HSK) angeboten. In 100 Prozent der Kantone werden fremdsprachige Kinder vom Kindergarten bis zur 9. Klasse in der Unterrichtssprache zusätzlich gefördert. ~QUELLEN: BFS / EDK


~ Beratung ~ AUS DER PRAXIS

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Enkelhüten nach Plan Von IRMA AREGGER (aufgezeichnet)

Judith Hürbi wird von jungen Eltern oft gefragt, ob es gut ist, wenn die Kinder fix von den Grosseltern betreut werden.

I

n Graubünden leben die Grossmütter und Grossväter geografisch gesehen vielleicht ein wenig näher bei ihren Enkelkindern als in anderen Kantonen der Schweiz. Auch gibt es dort weniger institutionelle Angebote wie Kitas oder Tagesfamilien als in vorwiegend städtischen Gebieten. Vielleicht deshalb wird Judith Hürbi oft gefragt, ob es gut ist, wenn die Kinder von den Grosseltern betreut werden. «Eine gute Planung ist selbst bei der Kinderbetreuung das A und O. Daher empfiehlt die Mütterberatung angehenden und jungen Eltern, sich die Kindsbetreuung bestens und gewissenhaft zu überlegen. Sind Grosseltern in der Lage, ein fixes Hütepensum zu übernehmen, ist dies eine wunderbare Lösung. Kommen mehrere Generationen zusammen, kann es für alle bereichernd sein. Wichtig dabei ist, dass die Rahmenbedingungen klar definiert werden. Wer die Erwartungshaltung des

anderen kennt, wird nicht enttäuscht. Die Grosselternrolle sollte nach eigenen Vorstellungen interpretiert und gestaltet werden. Steckt die Grossmutter mitten im Arbeitsleben, hat sie möglicherweise wenig Zeit, regelmässig die Enkel zu hüten. Das macht nichts, ein gutes Verhältnis kann sie selbst in kleinen freien Zeitfenstern zu ihren Enkeln aufbauen. BEZAHLUNG JA ODER NEIN? Die Kindseltern können allenfalls gar zum Arbeitgeber ihrer eigenen Eltern oder Schwiegereltern werden. Dann nämlich, wenn ein Vertrag zwischen den beiden Generationen abgeschlossen wird. Gegen eine Vereinbarung dieser Art ist nichts einzuwenden, wenn sie für beide Seiten stimmt. Dies ist auch eine Möglichkeit, genau zu definieren, was jeder vom anderen erwartet. Ebenso wird die Wichtigkeit dieser anspruchsvollen Tätigkeit damit unterstrichen. Richtlinien für Grosseltern-Löhne gibt es keine. Hier kann man sich an Empfehlungen von Babysittern halten oder eine eigene, interne Lohnregelung vereinbaren. Werden Grossmütter und Grossväter für ihre wertvollen Dienste bezahlt, kann # 03 ~ 2018

es gar helfen, das schlechte Gewissen der Kindseltern zu beruhigen; denn die Eltern oder Schwiegereltern werden oft für viele Betreuungsstunden beansprucht. Ob nun die Grossmama regelmässig den Enkel hütet oder nur einspringt, wenn das Kind krank ist und nicht in die Kita kann, oder ob der Grossvater auf Besuch seine Enkelin sieht – so oder so, die gemeinsame Zeit ist von unschätzbarem Wert für Gross und Klein!» •

JUDITH HÜRBI (51) Mütter- und Väterberatung Graubünden. Sie hat zwei erwachsene Kinder.


~ Beratung ~ AUS DER PRAXIS

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Vom «Sattler Fritz» zur Nr. 1285-9798.65774.156 Edy Riesen sorgt sich: Der Einfluss und die Wirkung der Persönlichkeit der Patienten gehen zunehmend in der Datenflut über die Patienten unter.

E

s war zu Beginn meiner Praxistätigkeit 1985 gewöhnungsbedürftig. In der Kleinstadt Liestal, wo ich aufgewachsen war, hatten sich Übernamen fast ganz verloren. Aber hier in Ziefen hiess der «Sattler Fritz» gar nicht nicht Sattler, sondern Waldner. Den Übernamen «Sattler» trug er, weil dessen Vorfahren eben von Beruf Sattler waren. Mit den Namensschöpfungen unterschied man die sich wiederholenden Kombinationen von Recher-Recher, Koch-Tschopp, Rudin-Furler, Hug-Koch, TschoppKoch usw. Auf den Patientenkarten meines Vorgängers aus den Fünfziger- und Sechzigerjahren prangten sie noch wie Auszeichnungen: «’s Buser Hanse» oder «d’ Fritze-Hansene» (eine Witwe) «’s Lixe» (von Felix), «’s Manewele» (von Manuel), «dr Bote-Luggi Schorsch», «d’ Förschter-Mylene» (noch eine Witwe), «dr Bändel Fredi» (Posamenter!), «’s Syrache». Eine lange Liste voll kreativer Wortschöpfungen. VON DER DORFMENTALITÄT ZUR COMMUNITY Heute öffnen wir unsere elektronische Partientendatei mit der stolzen Überzeugung, dass dies der modernste Stand der Technik sei, denken aber selten daran, wie das in dreissig Jahren aussehen könnte. Glaubt jemand im Ernst, dass alles so bleibt, wie es ist? Nein, die Ingenieure, Mathematiker, Physiker und Informatiker werden dafür sorgen, dass wir alle paar Jahre das verschrotten können, was heute als das Mass aller Dinge gilt. Und womöglich tragen Menschen bald einen implantierten Chip (ich will ja nicht gerade von einer Hundemarke reden) in sich, auf dem alles gespeichert ist. Das Witzige dabei ist, dass die früher von den Städtern belächelte

EDY RIESEN (67) ist als Hausarzt in Ziefen BL tätig. Er führt seine Praxis mit seinem Schwiegersohn und ist mehrfacher Grossvater.

Dorfmentalität, in der jede und jeder von jeder und jedem wusste, schon Einzug gehalten hat in der IT Community. Diese tauscht sich überall und immer auf dem Planeten in «real time» aus über Mückenstiche, Besäufnisse, Gipfelerlebnisse und Liebesleben. Urban und rural hebt sich zusehends auf in den sozialen Medien, wenn man einmal davon absieht, dass sich die Oberbaselbieter Landjugend mehr fürs Tractor Pulling und Trachtenmode interessiert als für Street Fashion. Wir sind, das ist nun nichts Neues, auch in der Medizin auf dem Weg ins «Medical Global Village». WENIGER DATEN, DAFÜR MEHR ZEIT Es gibt aber noch eine andere Sicht der Dinge. Das markante Gesicht des Herrn G., die Schönheit der jungen Frau L., der gebückte, schmerzgeplagte Gang von Grossvater R. und das überwältigende Lachen des mongoloiden Kindes H.: All dies versetzt die Moleküle des Hausarztes in Schwingung. Wenn ich an die Zukunft denke, sorge ich mich, dass der Einfluss und die Wirkung der Persönlichkeit der Patienten in der Datenflut untergehen könnte. Vor fünfzig Jahren hat der Arzt nicht viel gewusst über das Innenleben seines Gegenübers, abgesehen von Blutbild und -zucker, ein # 03 ~ 2018


~ Beratung ~ AUS DER PRAXIS

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paar Leberwerten und schummrigen Röntgenbildern. Dafür hatte er mehr Zeit, um den Menschen wahrzunehmen. Heute wissen wir mehr und mehr über den physischen Inhalt und die Biochemie, kurz, über die Daten des Menschen, und manchmal habe ich das Gefühl, dass uns diese Macht nicht immer gut bekommt. Die Nummern auf den Krankenkassenkarten sind für mich ein Symbol für die Technisierung der Begegnung zwischen Patient und Arzt. Mühelos spucken unsere PCs Zahlen und Wörter aus. Und manchmal stehen die seelenlosen Bildschirme wie Talsperren zwischen Arzt und Patient. DIE HOFFNUNG Dabei gilt es doch, den Sattler Fritz wahrzunehmen, der mit seinem schmerzenden Knie kommt, und nicht die Nummer auf der Versicherungskarte. Und dass er heute genau 87 Jahre und 243 Tage alt und der Arzt in der Sprechstunde 17 Minuten hintendrein ist, entspricht zwar der Tatsache, stört aber mehr, als es hilft. Die Datenmenge ist viel zu gross im Verhältnis zur «Beziehungsmenge»! Assistentinnen im Spital

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# 12~ 2017 # 03 ~ & 2018 # 01 ~ 2018

verbringen angeblich bis zu zwei Drittel ihrer Zeit vor dem Computer statt am Krankenbett. Da muss etwas ändern. Aber es gibt ja auch die Hoffnung, dass eine neue Generation von Ärztinnen und Ärzten heranwächst, die so souverän und leichtfingerig mit dem PC umgeht, dass wieder mehr Zeit für das Gespräch bleibt und die Patienten von all den elektronischen Dingern profitieren. Träumen wir also, liebe Leserinnen und Leser, von einer Medizin, in der es trotz dem Überfluss an Technik, oder vielleicht gerade wegen ihr, den Patienten noch besser geht. Wo elektronische Patientenkarten, Smartphones und Apps den Leuten wirklich helfen und sogar die Gesundheitsversorgung in armen Ländern verbessert werden kann. Ich wäre sofort bereit, meine ganze Skepsis über Bord zu werfen, und würde den hohepriesterlichen Googlianern, den strenggläubigen Microsöftlern, den Jüngern des Heiligen Äpfelchens, den Samsungmönchen, kurzum, dieser ganzen Heerschar von IT-Optimisten als Erster vor lauter Begeisterung um den Hals fallen.


~ Beratung ~ AUS DER PRAXIS

Er ist strenger mit den Enkeln als sie. Das führt zu Spannungen. GROSSELTERN (70) ERZÄHLEN: Wir sind vierfache Grosseltern, beide gegen 70, und hüten unsere Enkelkinder (3, 4, 6 und 7). Wir machen das seit vielen Jahren mit Freude. In letzter Zeit hat es vermehrt Spannungen zwischen uns beiden gegeben. Vermutlich hat es mit dem Grösserwerden der Enkel zu tun. Mein Mann findet mich zu gewährend, zu wenig Grenzen setzend. Er ist strenger geworden, verbietet vieles, vor allem, wenn er von den Enkeln zuweilen rüde behandelt oder kritisiert wird. Kürzlich meinte er, er habe keine Lust mehr zu hüten. Auch das abendliche Chaos in Küche, Bad und Wohnzimmer stört ihn sehr. Was sollen wir tun?

KATHARINA LEY (71) ist Psychoanalytikerin, Soziologin, Buchautorin mit Praxis in Biel. Grossmutter von zwei Enkeln (5 und 2 Jahre alt). Schicken Sie Ihre Fragen an: Katharina Ley, Rosenweg 17, 2555 Brügg bei Biel beratung@grosseltern-magazin.ch

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s ist nicht selbstverständlich, dass sich gemeinsam hü-

tende Grosseltern in allem einig sind. Häufig sind sie es ja früher bei den eigenen Kindern auch nicht in allem gewesen – oder der Mann war berufstätig und die Mutter hat die Regie im Haus übernommen. Ich erfahre immer wieder, wie Kinder ziemlich präzis ausdrücken können, wo und wie sich Vater und Mutter bzw. Grossmutter und Grossvater in ihrem Verhalten ihnen gegenüber unterscheiden. Sie erkennen also die unterschiedlichen Stile, bringen sie im besten Fall alle unter einen Hut oder können beispielsweise Grossmutter und Grossvater gegeneinander ausspielen. Es ist ganz wichtig, dass sich die betreuenden Personen nicht spalten lassen. Sie gehören zusammen und treten auch bei unterschiedlichen Auffassungen als Einheit auf. Das ist leichter gesagt als getan, aber es ist wichtig, dass Kinder verstehen lernen, dass man unterschiedliche Lebensweisen vertreten kann und trotzdem an einem Strick zieht. Enkelinnen und Enkel werden grösser. Und damit verändern sich ihre Bedürfnisse. Die Grosseltern haben zu lernen, dass sich die Hütesituationen mit dem Älterwerden der Enkel verändern. Hinzu kommt, dass sie nicht mehr die Jüngsten und Kräftigsten sind. Die Säuglinge waren vielleicht einfacher zu handhaben. Wenn sie grösser werden, kann man dafür diskutieren, basteln, werken, konstruieren, Ausflüge planen und machen, Museen besuchen. Und zuhause auch einmal ganz konsequent und ein bisschen streng sagen: So, das räumen wir jetzt gemeinsam auf. Mitwachsen ist ein Lebensthema, als Kinder und Jugendliche, als Lernende und Berufstätige, als Mütter und Väter und Grosseltern. Es macht uns Menschen geschmeidig und lebendig, oder aber es kann uns gelegentlich überfordern und zur Belastung werden. Denn Wachsen heisst auch Abschied nehmen von Liebgewonnenem und Bequemem. Das steht immer wieder an, solange wir leben. Das ist nun auch die Aufgabe von Ihnen. Sie werden Ihren Weg finden. •

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~ Service ~ UNTERWEGS

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Von MAREN TROMM (Text) und MARIE-ANNE SPROSS (Illustration)

DAVOS

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~ Service ~ UNTERWEGS

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In Davos prasselt es von Angeboten, die Grosseltern mit ihren Enkeln erleben können. Wer im März gern noch den Winter geniessen möchte, ist hier genauso willkommen wie Menschen, die sich bereits auf den Frühling freuen.

WAS WIE WO 1

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KINDERSPIELPLATZ IM KURPARK DAVOS Rutschbahn, Kletterturm, Brunnen, Schaukeln sowie zwei Restaurants (Time-Out und Extrablatt jeweils mit grosser Terrasse) machen

WINTERSPORTMUSEUM DAVOS Zu bewundern: Viele Objekte wie alte Skis, Schlitten, Hockey und Kleidung von den Anfängen des Wintersports bis hin zur Gegenwart. Di

BOWLING Vier Bowlingbahnen, Billard und Darts sowie das Weber Bistro bringen Abwechslung an Schlechtwettertagen. Promenade 101, 7270 Davos Platz

KAFFEEKLATSCH Spitzencafé ohne Muff und Mief, in dem man einfach sein darf. Viel Hausgemachtes, vor allem aus regionalen Produkten, tolles Frühstück und Lunch,

den Besuch des zehn Minuten vom Bahnhof entfernten Spielplatzes attraktiv. Kurpark, 7270 Davos Platz

und Do jeweils 16.30–18.30 Uhr. Promenade 43, 7270 Davos Platz

www.bowling-davos.ch

www.wintersportmuseum.ch

GWUNDERWALD DAVOS Der GWunderwald besteht aus 30 Posten, welche in verschieden langen Spaziergängen/Wanderungen entdeckt werden können. Das Herzstück des GWunderwaldes ist die Waldlichtung Heidboden (Feuerstelle). Zudem gibt es verschiedene Restaurants entlang der Wege.

Suppen, knackige Salate, vegetarische Gerichte sowie feine Kuchenwähen und Kaffeespezialitäten stehen zur Auswahl. Promenade 72, 7270 Davos Platz

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MADRISA LAND: ERSTES SKIFAHREN Mit Skibobs können die Kinder im Madrisa-Land sitzend und mit angeschnallten Fussskiern die Pisten befahren. Das auch als Snowbike bekannte Gerät eignet sich besonders für Anfänger, welche das Skifahren erlernen möchten. Ein grosser Spass! Ab Klosters Dorf mit der Gondelbahn nach Madrisa, Madrisastrasse, Klosters

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SCHATZALP Hier lässt es sich neben dem Rummer prima Ski fahren, schlitteln, beim Wandern Eichhörnchen füttern sowie im Restaurant (Winterbetrieb bis 2.4.18) Kraft für neue Abenteuer tanken. Die Schatzalp kann gut mit Bahn/Wanderung kombiniert werden. Die Bahnfahrt dauert 4 Minuten, der Spaziergang 50–60 Minuten. www.schatzalp.ch

www.madrisa.ch

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ERLEBNISBAD EAU-LÀ-LÀ Modernes und grosszügiges Hallenbad mit beheiztem Aussenbereich, Wellnessanlage, Kleinkinderplanschbecken, Panoramasicht und der grossen Rutsche «Black Hole». Promenade 90, 7270 Davos Platz

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www.gwunderwald.ch

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WANDERWEG SERTIG-CLAVADEL Ab Sertig Kurhaus führt ein leichter und malerischer Weg talabwärts durch Feld und Wald nach Clavadel. Mehrere Rast und Picknickmöglichkeiten. Von Davos fährt alle zwei Stunden ein Bus nach Sertig. Ab Sertig Restaurant Walserhuus können Trottinetts für die Rückkehr nach Davos ausgeliehen werden. Ein Weg circa 6 km.

www.eau-la-la.ch # 03 ~ 2018

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SPEZIALITÄTEN DER STADT Bündner Birnbrot, Bündner Nusstorte


~ Service ~ UNTERWEGS

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~ m-way Ratgeber ~

UNTERWEGS MIT DEM ENKEL Je früher Kinder mit dem Velofahren in Berührung kommen, desto eher entwickeln sie Freude daran. Als Einstieg – neben Laufrad & Co – ist das Mitfahren perfekt. Die sicherste Möglichkeit dazu bietet ein Kinderanhänger. Darin sind die Liebsten rundum geschützt, und sie sitzen kuschelig nebeneinander – wie in einer Kutsche. Sie können hinausspähen, Zvieri essen und Pixibücher angucken – wie es ihnen halt gefällt. Mit einem E-Bike als «Zugtier» fällt es leicht, einen solchen Anhänger zu ziehen. Beim Kauf gibt es jedoch ein paar Punkte zu beachten. Der Wagen darf maximal zwei Kinder mitführen und sollte mit Gurten und Speichenschutz, Sicherheits-Fangriemen und Reflektoren ausgerüstet sein. Damit er im Verkehr noch besser sichtbar ist, empfiehlt sich ein zwei Meter langer Wimpel. Das E-Bike, das den Anhänger zieht, braucht hydraulische Felgen- oder Scheibenbremsen. Alternativ zum Anhänger bietet sich ein Kindersitz an, oder Sie nutzen eine FollowMe-Kupplung. Daran kann ein Kindervelo befestigt werden und der Enkel kann auch mal alleine eine Runde drehen. So wird der Familienausflug zum Kinderspiel. m-way steht mit seiner Fachkompetenz für qualitativ hochwertige E-Bikes und Zubehör. In einer der 28 Filialen oder per E-Mail an «fragen@m-way.ch» werden Sie kompetent beraten. www.m-way.ch Ein Artikel in Zusammenarbeit mit

Vogelparadies Klingnauer Stausee

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gal zu welcher Jahreszeit, am Klingnauer Stausee lassen sich immer irgendwelche Vögel beobachten – er ist ein Paradies für grosse und kleine Ornithologen. Aber auch für alle anderen empfehlen wir einen Ausflug in den Norden der Schweiz. Der Weg rund um den Stausee ist asphaltiert und somit nicht nur kinderwagentauglich: Der Spassfaktor für Kinder erhöht sich massiv, wenn sie ihr Velo, Trotti oder Kickboard mitnehmen dürfen. Den kompletten, acht Kilometer langen Rundweg ohne Steigungen meistern wohl die geübten grösseren Enkelkinder auf dem Velo und die ganz kleinen im Kinderwagen. Für alle anderen empfehlen wir, den Rundgang beim Kraftwerk nach etwa vier Kilometern zu verlassen und vom Bahnhof Koblenz aus mit der Bahn zurückzureisen. ~DA

START/ZIEL

Bahnhof Döttingen

CHARAKTERISTIK

Einfacher, flacher, asphaltierter und kinderwagengängiger Weg am Ufer des Stausees entlang.

AN-/RÜCKREISE

Mit der Bahn nach Döttingen, von dort zu Fuss zur Aarebrücke, wo der Weg beginnt. Parkplätze auf der westlichen Seeseite bei der Brücke in Döttingen.

ROUTE

Ca. 8 km langer Rundweg dem Stausee entlang. Es ist möglich, bereits nach halber Strecke die Rückreise beim Bahnhof Koblenz anzutreten.

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EINKEHREN

Im traditionellen Gasthof Weisses Kreuz in Gippingen oder in einem Restaurant in der historischen Altstadt von Klingnau.

TIPP

Der asphaltierte Weg auf beiden Seiten des Sees ist ideal für ein kleines Fahrrad oder Kickboard.

INFOS

www.klingnauerstausee.ch


~ Service ~ UNTERWEGS

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~ Fridolinstag ~

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LICHTERSCHWEMME IN ERMENSEE Jeweils am 6. März beim Eindunkeln trifft sich das ganze Dorf Ermensee zur traditionellen Lichterschwemme. Die Lichter werden «bachab» geschickt, um den Bach und den Winter zu besänftigen, und das geht so: Kinder setzen selbst gefertigte Lichterkonstruktionen aus Holz und Kerzen auf das Wasser des Aabachs. Diese Kerzenschiffchen treiben wie funkelnde Bäumchen hinunter bis zur unteren Brücke und werden dort wieder abgefangen. Ein stimmungsvoller Brauch, der bei den Einheimischen etabliert ist – ansonsten aber ein Geheimtipp. ~MF Fridolinstag, 6. März 2018, ca. 18.30–20.30 Uhr am Aabach in Ermensee (LU). Unterhaltung: Männerchor, Musikgesellschaft und Jodelchörli, der Sportverein grillt Würste und schenkt Kafi «Bachab» aus.

Liebe Grüsse… oder Wohin das Leben fällt Junges Schauspielhaus Zürich

Studio Geissbühler

Liebe Grüsse… oder Wohin das Leben fällt Junges Schauspielhaus Zürich

Studio Geissbühler

www. seetal-plus.ch / www.ermensee.ch

~ Agenda ~

DATEN UND TERMINE ZUM MERKEN 02.-04.03.18 – St. Gallen

TROUVAILLEN À GOGO Am St. Galler Brocante findet sich für jeden etwas: Kommoden, Tische und Sofas, Glas, Schmuck und Porzellan aus allen Epochen. Antike Puppen, Kochherdli und Teddybären. Alte Postkarten, Briefmarken und Münzen. 10–12 Uhr, Olma Halle 3. www.brocante-event.ch

03.03.18 – Basel

JIM, LUKAS & EMMA Ein Klassiker, diesmal auf Mundart: In «Jim Knopf und Lukas dr Loggifüehrer» mit Frau Maas das wundersame Päckchen auspacken und Abenteuer rund um Lummerland miterleben. Ab 4 Jahren. 14.30–16 Uhr, Theater Arlecchino. Tickets: Kinder 15, Erwachsene 20 Franken. Weitere Vorstellungen bis 16. 05.18

www.theater-arlecchino.ch 03.03.18 – Andermatt

«ALLES FAHRT SCHII»

~ Junges Theater ~

«LIEBE GRÜSSE ... ODER WOHIN DAS LEBEN FÄLLT» Das Junge Schauspielhaus führt ein Stück Leben auf: Welche Spuren hinterlasse ich? Wie soll man über mich reden, wenn ich nicht mehr da bin? Welche Spielregeln gibt es im Leben? – Solchen Fragen geht das Ensemble auf der Bühne auf den Grund, und zwar aus den Perspektiven verschiedener Lebensabschnitte heraus. Input für das Stück kam von Zuschauern, Schulkindern und Ensemblemitgliedern. Damit liess der Regisseur Theo Fransz improvisieren, spielen und musizieren, bis sein neues Stück entstanden war. ~MF S0, 04.03.18, 18 Uhr: Premiere. Weitere Spieldaten bis 23. 04.18. Matchbox im Schiffbau, Zürich. Ab 8 Jahren. Tickets 10 (bis 12 Jahre), 15 (mit Legi) und 20 Franken. www.schauspielhaus.ch

Pistengaudi mit Livemusik von Grüüveli Tüüfeli, geheimnisvollem Eisschloss, das am Schluss mit Knall und Rauch zusammenbricht, und weiteren Attraktionen. Für die ganze Familie, mit Ski, Snowboard, Schlitten oder zu Fuss. Start: 10 Uhr auf dem Nätschen, Ende 15.30 Uhr. Kosten: nur Bergbahnticket.

www.allesfahrtschii.ch 07. 03.18 – Bern

FÜR «GOLDEN AGERS» Erica Binder stellt ihr kürzlich erschienenes Buch vor: «Lebensqualität und Sinn im Golden Age». Im Anschluss darf diskutiert werden. 17–19 Uhr, Berner Generationenhaus. Eintritt frei, Kollekte.

www.begh.ch 11.03.18 – Zug MUSIK, ABER «NOMOZART» Die «Young Performance»-Produktion des Lucerne Festival ist eine bunte und bewegte Bühnenshow, bei der die Musiker

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alles sind – ausser Mozart. Ab 9 Jahren. 14 Uhr, Theater Casino. Tickets: Kinder 10, Erwachsene 20 Franken.

www.theatercasino.ch 11. 03.18 – Zürich BUCHBINDEREI PATUMBAH Mit der Familie knifflige Rätsel lösen, in der Buchbinderei bunte Büchlein binden und bedrucken. Ab 5 Jahren in Begleitung Erwachsener. 14–16.30 Uhr, Heimatschutzzentrum in der Villa Patumbah. Kosten: Kinder 8 Franken plus Eintritt, Erwachsene nur Eintritt. www.heimatschutzzentrum.ch

12.03.18 – Aarau

KUNST FÜR KLEINE Austausch über Kunst zwischen den Generationen, spielerisch und kreativ. Für Erwachsene mit Kindern von 0–4 Jahren. 14–16.30 Uhr – immer montags während der Schulzeit. Aargauer Kunsthaus, Atelier. Eintritt: 10 Franken pro Familie.

www.aargauerkunsthaus.ch 18.03.18 – Mels

«ANDERSCHT» Das Thater Dampf lässt «De Anderscht vo Anderschtwo» mitten ins Freundschaftsjubiläum von Mäus und Chümel hineinplatzen. Eine Fremd- und Freundschaftsgeschichte für Leute ab 5 Jahren von Ueli Bichsel. 16 Uhr, Altes Kino Mels. Tickets: Kinder 14, Erwachsene 16 Franken. Weitere Spieldaten und -orte.

www.theaterdampf.ch 21.03.18 – Zug

LIVING LIBRARY Die Living Library ist eine Bibliothek, deren Bücher Menschen sind. Die «lebendigen Bücher» erzählen Ihnen für 30 Minuten aus ihrem Leben und von ihren Erfahrungen. 14.30–16.30 Uhr, Museum Burg Zug. Eintritt frei.

www.burgzug.ch


FEDERSCHMUCK

Es braucht nicht viel, um sich wie ein Indianer zu fühlen. Dieser Federschmuck ist dank dem Filz zudem bequem zu tragen. So steht dem stundenlangen Rollenspiel nichts mehr im Weg. Von MARIE-ANNE SPROSS (Idee, Zeichungen) und NICOLAS PETIT (Foto)

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edern können nun in esteppten Teile gesteckt

~ Service ~ BASTELN

DAS BRAUCHT’S • Filz • Nähmaschine • Klettstreifen • Federn • Zierband • Stoffleim

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1. Einen ca. 6 cm hohen und je nach Kopfgrösse unterschiedlich langen Streifen aus Filz zuschneiden. Einen zweiten etwas weniger hohen Streifen ausschneiden. Diese zwei mit der Maschine zusammennähen. Achtung: oben offenlassen für die Federn. Dafür ein paar Längsstreifen abnähen, damit man später die Federn hineinstecken kann. An den Enden wird der Klettverschluss aufgenäht.

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aufgenäht.

Museum für Flirts

Man kann jetzt zusätzlich ein Zierband 2.2. Man kann jetzt zusätzlich ein Zierband 2. Man kann jetzt zusätzlich ein Zierband aufnähen oder Bänder einem Stoffleim oder Bänder mit mit einem Stoffleim aufnähenaufnähen oder Bänder mit einem Stoffleim aufkleben. aufkleben. aufkleben.

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2. Man kann jetzt zusätzlich ein Zierband aufnähen oder Bänder mit einem Stoffleim aufkleben.

ca. 6 cm und je nach 1. Einen ca.1.6Einen cm hohen undhohen je nach unterschiedlich 1. Kopfgrösse Einen ca. 6 cm hohen undStreifen je langen nach Streifen Kopfgrösse unterschiedlich langen aus Filz zuschneiden. Einen zweiten etwas Kopfgrösse unterschiedlich langen Streifen aus Filz zuschneiden. Einen zweiten etwas aus Filz zuschneiden. Einen zweiten etwas Diese weniger hohen Streifen ausschneiden. weniger hohen Streifen ausschneiden. Diese hohen Streifen ausschneiden. Diese zwei mit der zusammennähen. Maschine zusammennähen. zwei mit weniger der Maschine zwei mit der oben Maschine zusammennähen. Achtung: für die Federn. Achtung: oben offenlassenoffenlassen für die Federn. Achtung: oben offenlassen für die Federn. DafürLängsstreifen ein paar Längsstreifen abnähen, damit Dafür ein paar abnähen, damit Dafür ein paar die Längsstreifen abnähen, damit man später Federn hineinstecken man später die Federn kann. kann.kann. man später die hineinstecken Federn hineinstecken An den Enden wird der Klettverschluss An den Enden derwird Klettverschluss An denwird Enden der Klettverschluss aufgenäht.aufgenäht.

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3. Die Federn können nun in

3.die Die Federn können in abgesteppten gesteckt 3. Die Federn können nun in Teilenun die abgesteppten Teile gesteckt werden. die abgesteppten Teile gesteckt werden. werden.

SO GEHT’S Einen ca. 6 cm hohen und je nach Kopfgrösse unterschiedlich langen Streifen aus Filz zuschneiden. Einen zweiten etwas weniger hohen Streifen ausschneiden. Diese zwei mit - Filz der Maschine zusammennähen. Achtung: - Nähmaschine oben offenlassen für die Federn. Dafür ein - Klettstreifen - Filz - Federn - Filz - Nähmaschine paar Längsstreifen abnähen, damit man - Zierband - Filz - Nähmaschine - Klettstreifen - Stoffleim - Nähmaschine - Klettstreifen später die Federn hineinstecken kann. An- den Federn - Klettstreifen - Federn - Federn - Zierband - Zierband Enden Klettverschluss aufnähen. - Zierband - Stoffleim Stoffleim Stoffleim 2 Man kann jetzt zusätzlich ein Zierband aufnähen oder Bänder mit einem Stoffleim aufkleben. 3 Die Federn können nun in die abgesteppten Teile gesteckt werden. 1

Neu seit August 2017 Museum für Kommunikation, Helvetiastrasse 16, 3000 Bern 6 Dienstag – Sonntag, 10 – 17 Uhr, www.mfk.ch Eine Stiftung von:

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~ Service ~ STRICKEN

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Von ILONA HERZOG (Gestricktes), NICOLAS PETIT (Foto) und MARTINA FIERZ (Text)

Märchenjäckchen Dem bösen Wolf ein Schnippchen schlagen? In diesem Jäckchen gelingt’s. Der Rippenmuster-Retrolook ist heute voll im Trend – und erst die Farbe ...

Jäckli im Rippenmuster

Kapuze hat dieses Jäckchen zwar keine, aber seine Farbe und sein Stil reichen fast aus, um die Enkelin in ein Rotkäpp-

STRICKMUSTER

chen zu verwandeln. Mit seinem Rippenmuster ist es einfach zu stricken, schnell fertig und hat doch das Potenzial, zum Lieblingsstück zu werden. Das Warten aufs Jäckchen verkürzt eine Märchen-CD – die kann man mit den Kindern beim Stricken hören.

Grösse: 98 Masse: Oberweite 64 cm, ganze Länge ca. 37 cm

MATERIAL Lang Merino 120 (100% Merino, 120 m/50 g), 350 g = 7 Kn Farbe 160 feuerrot, 1 Paar Nd 4.5, 1 Satinband ca. 130 cm lang

beids 90 M abk, die restl 40 M stilllegen. Für den Ärmelvorderteil des linken Vorderteils 70 M anschl, die 40 M des linken Vorderteils dazustr. In gleicher Höhe wie beim rechten Vorderteil 90 M abk.KragenMit den 20 M des re Vorderteils, den 40 M des Rückenteils und den 20 M des linken Vorderteils ca. 8 cm im Rippenmuster str., M abk.

Rippen, Vorder- und Rückseite re str

FERTIGSTELLUNG AUSFÜHRUNG Vorder- und Rückenteil bis Armausschnitt: Anschlag 160 M, im Rippenmuster str. Bei ca. 23 cm ab Anschl auf der Vorderseite eine Lochtour wie folgt arb: Rdm, 2 M re *1 U, 1 überz Abn, 4 M re*, von * bis * stets wdh. Bei 24 cm ab Anschl die Arb teilen. Für das re Vorderteil und den vorderen Ärmelteil 40 M str, 70 M dazu anschlagen = 110 M und weiter im Rippenmuster str. Bei ca. 11 cm Ärmelhöhe 90 M abk (70 M Ärmel, 20 M Achsel), die restl 20 M stilllegen. Für den hinteren Ärmelteil (rechtes Vorderteil), Rücken und hinteren Ärmelteil (linkes Vorderteil) 70 M anschlagen, 80 M für das Rückenteil dazustr, 70 M für den hinteren Ärmelteil dazu anschlagen. In Rippen weiterstr, In gleicher Höhe wie beim Ärmelvorderteil

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IT-Support und Unterstützung Haben Sie Probleme mit Computer, Hard- oder Software oder der Installation eines neuen Druckers? Benötigen Sie individuelle Unterstützung bei der Anwendung Ihres Smartphones oder in anderen Bereichen? Unser Fachteam hilft Ihen gerne weiter. Über Details wie Kosten und Ort informieren wir Sie gerne. Pro Senectute Aargau, Telefon 062 837 50 70, info@ag.prosenectute.ch, www.ag.prosenectute.ch

Die Ärmelnähte schliessen, dabei die unteren 8 cm auf der Rücks zus nähen = Umschlag. Satinband einziehen.


~ Service ~ SPIELEN

von PETER GRAF (Text) und PAULA TROXLER (Illustration)

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~ Spieltipp von Franz Carl Weber ~

SPEED COLORS

~ Aus alten Zeiten ~

Le jeu de la cloche

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e jeu de la cloche kommt aus dem Val des Bagnes, aber sicher war es auch anderswo bekannt. Zwei Spieler stellen sich Rücken an Rücken auf. Sie verschränken die Arme und Hände so, dass die Hände ineinandergreifen. Dann werden die Hände festgebunden. Nun geht es darum, seinen Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Berührt einer der beiden den Boden zuerst mit einem andern Körperteil als seinen Füssen, hat er verloren. •

Was schwarz-weiss ist, soll bunt werden, und zwar schnell. Dazu nimmt sich jeder Spieler eine Bildkarte, die schwarz-weisse Seite nach oben. Auf Kommando drehen alle gleichzeitig ihre Karte um und merken sich die entsprechenden Farben. Zum Beispiel die Rakete: Spitze orange, linker Flügel grün, rechter Flügel gelb, Corpus blau, der Punkt darin lila, Antriebsflamme rot. Jetzt umdrehen und ausmalen. Aber Achtung: Nicht über den Rand malen! Als Erster fertig? «Stopp!». Dann dürfen alle noch die gerade angefangene Fläche ausmalen, bevor ausgewertet wird. Alles richtig? Volle zwei Punkte! Ist irgendetwas farblos geblieben oder wurde über den Rand gepinselt? Sorry, keine Punkte. Fläche schön ausgemalt, aber in der falschen Farbe? Wenigstens ein Pünktchen. Für die nächste Runde werden die Karten mit dem Schwämmchen am Stift saubergewischt. Und weil es unterschiedliche Maltalente gibt, gibt es eine Regelvariante für kleine Picassos. Ein Spiel für 2–5 Personen ab 5 Jahren. Spieldauer ca. 15 Minuten. Verlag: Game Factory

Ein Artikel in Zusammenarbeit mit

Aus: «Tumme, Böckli, Stigeligumpe: 50 Schweizer Spiele aus alter Zeit», Applaus Verlag, 144 Seiten, 48 Franken.

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~ Service ~ SPIELEN

r e b l e s e t e n K machen Von MELANIE BORT

) ER (Text und Foto

neten ücken, mischen: K dr en m m sa zu n, lle Ausro e genug Knete im ni an m nn ka lb ha macht Spass. Des selbst zu machen. e es di , ch si t hn lo Haus haben. Es «Darf ich die Schüssel auslecken?» Nein, dieses Mal nicht. Denn heute backen wir keinen Kuchen, sondern stellen Knete her. Das ist nämlich ganz einfach. SO WIRD’S GEMACHT: Das Mehl mit dem Salz in eine grosse Schüssel geben, Öl, Zitronensaft und kochendes Wasser dazu, mit dem Mixer gut verrühren und anschliessend von Hand durchkneten. Jetzt die fertige Knete nach Belieben teilen und mit verschiedenen Lebensmittelfarben einfärben. Fertig. Die Knete sollte nach dem Gebrauch luftdicht verschlossen und am besten im Kühlschrank aufbe-

wahrt werden. Wird sie einmal zu feucht, kann man einfach wieder etwas Mehl dazugeben. So ist sie etwa ein halbes Jahr haltbar. • ES BRAUCHT DAZU: • 600 g Mehl • 210 g Salz • 7 EL ÖL • 3 EL Zitronensaft • 430 –450 ml kochendes Wasser • Lebensmittelfarbe

Haben Sie auch eine Spielidee? Schreiben Sie uns, am liebsten mit Foto, an redaktion@grosseltern-magazin.ch oder Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden.

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~ Marktplatz ~ EMPFEHLUNGEN UNSERER KUNDEN & PARTNER

~ Stöcklin Reisen AG ~

~ Audika ~

KNAPP VIER STUNDEN AB HAUSTÜR IN DIE «SÜDSEE»

MIT HÖRGERÄT LEBT ES SICH EINFACH BESSER

Das Reiseunternehmen Stöcklin aus Wettingen bietet ein Südseeerlebnis der besonderen Art an: Kundinnen und Kunden werden an der Haustür abgeholt und im Kleinbus in den weltbekannten Kur- und Ferienort Bad Wörishofen im Allgäu gefahren. Die Wirkungsstätte des berühmten Wasserpfarrers Kneipp hat über das Kneippen hinaus viel mehr zu bieten. Etwa die Südseetherme, eine attraktive Flaniermeile, zahllose Wellnessangebote, hervorragende Restaurants, gemütliche Cafés, tägliche Konzerte und Ausflüge in die Umgebung. Stöcklin bietet in Bad Wörishofen eine Auswahl von 11 ausgewählten 3- und 4-Sterne-Hotels an. Dank flexiblem Fahrplan sind Aufenthalte von 4, 5, 8, 11, 12, 15 oder mehr Tagen möglich. Und am Ende der Ferien werden StöcklinGäste wieder sicher an der Haustür abgeliefert – das Koffertragen übernimmt dabei gerne der Stöcklin-Chauffeur. Der Kur-, Bade- und Wellnessferienspezialist mit über 30 Jahren Erfahrung hat weitere attraktive Destinationen wie Abano-Montegrotto, Montecatini und Ischia im Angebot.

Katalog verlangen bei Stöcklin Reisen AG, Dorfstrasse 49, 5430 Wettingen, Telefon 056 437 29 29, über die Homepage www.stoecklin.ch oder mit einer Mail an info@stoecklin.ch

Der Hörgerätespezialist Audika hat Hörgeräteträger zu einem Workshop eingeladen, um über deren Erfahrungen mit Hörgeräten zu diskutieren. Alle Teilnehmer waren übereinstimmend der Meinung, dass es sich mit Hörgerät einfach besser lebt. Die teilweise lange Wartezeit zwischen den ersten Anzeichen eines Hörverlustes und dem Gang zu einem Spezialisten konnten die meisten Teilnehmer im Nachhinein nicht mehr verstehen. Hörsysteme werden immer leistungsfähiger. Beispiel dafür ist das bahnbrechende Hörgerät Oticon Opn™. Die Technologie des Hörgerätes Oticon Opn™ verarbeitet Geräusche bis zu 50 Mal schneller als bisherige Hörsysteme und ermöglicht dem Benutzer eine Unterhaltung auch in lauter Umgebung mit mehreren Sprechern. Smartphone-Besitzer können zudem über das Hörsystem drahtlos telefonieren und Musik hören. Und auch der regelmässige Batterienwechsel gehört der Vergangenheit an. Mit der neuen Akkutechnik können die Hörgeräte einfach über Nacht wieder aufgeladen werden. Unter Tel. 056 588 00 63 kann ein Termin in der nächstgelegenen Audika-Filiale vereinbart werden, um das Oticon OpnTM kostenlos und unverbindlich im Alltag zu testen. Wer davor schon einmal ausprobieren möchte, wie es sich anfühlt, ein Hörgerät zu tragen, kann ein kostenloses Muster (ohne technische Funktion) unter www.audika.ch anfordern.

Die auf dieser Seite publizierten Texte stammen von unseren Anzeigenkunden und Partnern. # 03 ~ 2018


~ Service ~ REZEPT

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BANANEN IM SCHLAFSACK Schnell gemacht, fein zum Essen und gut fürs Budget. Von EDITH SCHWEIZER (Rezept)

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ieses Rezept ist eher neueren Datums,

stammt also nicht von unseren Eltern oder gar Grosseltern, sondern war oft das Geburtstags-Wunschmenü unserer eigenen Kinder, so zwischen 1975 und 1990. Sie haben es denn auch in ihre jeweiligen eigenen Familien weitergetragen. Unsere Enkel kennen und mögen es. Sofern man Früchte in Verbindung mit Curry liebt, ist es ein ideales Gericht, wenn‘s pressiert oder einem die Ideen ausgegangen sind.

Zutaten für 4 Personen: Butter zum Ausstreichen der Gratinform 6-8 Schinkentranchen 3-4 Bananen Zum Würzen: Paprika, Pfeffer, Salz oder Streuwürze Currysauce (wenn’s pressiert, aus dem Beutel) Butterflöckli Zubereitung: Eine flache Auflaufform ausbuttern, je eine halbe Banane auf eine Schinkentranche legen und würzen. Einrollen, mit der Currysauce übergiessen. Die Rollen sollen mit Flüssigkeit bedeckt sein. Butterflöckli darüber verteilen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°, Ofenmitte 20–25 Minuten gratinieren.

Currysauce: 2–3 EL Butter 2–3 gestrichene EL Mehl reichlich Currypulver 1 Prise Zucker 4–5 dl kalte Milch Pfeffer, Salz oder Streuwürze, Gemüsebouillon-Extrakt, evtl. roter Tabasco, evtl. Rahm, je nach gewünschter Schärfe Zubereitung der Sauce: Butter schmelzen, Mehl beifügen, kurz mitdünsten. Pfanne vom Feuer ziehen und zuerst wenig Milch beigeben und glattrühren. Zurück aufs Feuer stellen, unter ständigem Rühren aufkochen. Nach und nach restliche Milch einrühren, bis die Sauce die richtige Konsistenz aufweist. Würzen nach Geschmack. Ca. 15–20 Minuten leicht köcheln lassen. Immer wieder aufrühren und Flüssigkeit zufügen. Evtl. nachwürzen und/oder mit Rahm verfeinern. Mit Trocken- oder Wildreis und Salat servieren.

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HABEN SIE GEWUSST?

Ein ideales Küchenhilfsmittel ist die Schere. Mit ihr können faserige Specktranchen, Salamischeiben und Küchenkräuter kinderleicht zerkleinert werden. Damit die Schere in der Küche bleibt und nur für Lebensmittel eingesetzt wird, mit wasserfestem Filzstift anschreiben. ~CR

Haben auch Ihre Enkelkinder ein Lieblingsessen? redaktion@grosseltern-magazin.ch


~ Service ~ BUCHTIPP

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«Man müsste alte Bücher essen können» Ein Gespräch mit der 84-jährigen Schriftstellerin Katharina Zimmermann rund ums Schreiben, um Bücher, ums Lesen … Von HANS ABPLANALP (Text)

K

atharina Zimmermann wohnt in einer schmucken Altstadtwohnung, nahe beim Berner Münster. Mit wachem Geist und menschlicher Wärme erzählt sie aus ihrem Leben: Ausbildung zur Lehrerin, Musikstudium, Heirat mit dem Pfarrer Christoph Zimmermann, 1964–1979 mit der Familie in Indonesien, wo sie journalistisch aktiv ist, vier Kinder, acht Enkelkinder (das jüngste zehn Jahre alt), seit über zehn Jahren verwitwet, ab 1980 wieder in Bern wohnhaft, zugleich der Beginn ihrer schriftstellerischen Tätigkeit. Als ihr jüngstes Kind 1981 in die 1. Klasse eintritt, kann sie jeweils den ganzen Morgen über schreiben, etwas, was sie schon immer wollte, zuerst Kinderbücher, eines davon ausgezeichnet mit dem Schweizer Jugendbuchpreis. Auch heute noch setzt sie sich am Morgen an den Computer, die fruchtbarste Tageszeit für ihre schriftstellerische Arbeit. Allerdings mit Unterbrüchen. Jedes Mal, wenn ein neues Buch von Katharina Zimmermann erscheint, muss sie nämlich eine einjährige Pause erdulden: Leere, Schreibstau, viele Ideen, die im Schrank liegen, warten, bis das innere Feuer wieder brennt. «Schreiben muss von innen heraus kommen.» Immerhin überbrücken

die Kontakte mit Leserinnen und Lesern, Veranstaltungen und Lesungen das jeweils «langweilige» Jahr. «NICHT ALLEIN» – EIN GESCHENK Für ihre zahlreichen Romane hat Katharina Zimmermann immer recherchiert, hat sich ein Gerüst zurechtgelegt, sich die Figuren vorgestellt – und dann geschrieben. Ganz anders bei ihrer jüngsten Erzählung «Nicht allein». Sie erinnert sich genau, wie während eines Spaziergangs im November 2016 goldene Birkenblätter vor dunklen Nadelhölzern herunterfielen. Das weckte in ihr die Lust, eine Geschichte zu schreiben, welche mit diesem Naturbild auf einem Friedhof beginnt, wo die eine Hauptfigur, Linette, das Grab ihres Vaters besucht. Die ledige pensionierte Lehrerin macht Bekanntschaft mit Ruedi, einem verwitweten Bauern. Die Erzählung schildert ein Jahr dieser gemeinsamen Beziehung, die ganz einfach berührt. Sprachlich gekonnt, wie in allen Werken dieser Autorin, ohne Wehleidigkeit, ohne Gefühlsduselei, aber mit einer wohltuenden Direktheit erzählt sie, wie Ruedi und Linette ihre neue Freundschaft zu leben versuchen. Was vor diesem einen Jahr passiert war, bleibt offen, was nach

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Katharina Zimmermann: «Nicht allein», Erzählung, Zytglogge Verlag 2018, 116 Seiten, 26 Franken.

diesem einen Jahr geschieht, ebenso. «Die Leserinnen und Leser erhalten so Raum, ihrer eigenen Fantasie selber Raum zu geben. Diese Geschichte war einfach ein Geschenk», meint die Autorin. Dem kann ich nur beipflichten. Wir haben auch ganz allgemein über Bücher gesprochen. Damals auf der Heimkehr aus Indonesien seien ihrer Familie acht Kisten Bücher verloren gegangen. Eigentlich kein Unglück. Denn wohin mit den vielen Büchern? Niemand will sie mehr. «Man müsste sie essen können», meint sie. Übrigens: Ihren Enkelkindern wünscht die Schriftstellerin eine Welt mit weniger Krieg, eine Schweiz ohne diese teure Armee, ohne Produktion und Export von Waffen. Allerdings wohl ein skeptischer Wunsch, wie sie meint. •


~ Service ~ BUCHTIPP

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Empfehlenswert

Für grosse Leser und solche, die es noch werden 1 Bilderbuch ab 5: Pamela Butchart und Marc Boutavant, «Niemals wilde Katzen kitzeln», Reprodukt, 26 Franken. Line ist eine richtige Zappeline. Ständig in Bewegung und am Ausprobieren. Als sie beim Schulausflug in den Zoo den Tiger kitzelt, löst das eine gewaltige Kettenreaktion aus. Eine rasante Geschichte mit herrlich passenden, farbstarken Bildern. 2 Kinderbuch ab 8: Martin Baltscheit und Maria Karipidou, «Besuch Aus Tralien», Oetinger, 19 Franken. Der seltsame Austauschschüler soll die gängigen Verhaltensweisen lernen, um sich weniger fremd zu fühlen und besser zu integrieren. Humor und witzige Illustrationen lockern das aktuelle, ernste Thema auf. 3 Erwachsenenbuch: Alain Claude Sulzer, «Die Jugend ist ein fremdes Land», Galiani, 29 Franken. Humorvoll und komisch, manchmal auch tieftraurig erzählt Alain Claude Sulzer in kleinen Episoden über seine Jugend in den 60er-Jahren. 4 Erwachsenenbuch: Betty Smith, «Ein Baum wächst in Brooklyn», Insel, 37 Franken. In ärmlichen Verhältnissen wächst Francie in Williamsburg auf. Ihr liebenswürdiger Vater vertrinkt den Lohn, die Mutter bringt als Putzfrau die Familie durch. Francie flüchte sich in Bücherwelten. Der 1943 erschienene Klassiker, den schon unsere Grossmütter liebten, ist nun endlich wieder in deutscher Sprache erschienen. 5 Erwachsenenbuch: Anthony Powell, «Eine Frage der Erziehung», dtv, 18 Franken. Der erste Band dieses 12-bändigen Zyklus über den Reigen des Lebens fordert vom Leser einiges, belohnt ihn dann aber reich. Very british. Diese Tipps sind erlesen und beschrieben von Andrea Kalt und Barbara Maurer von der Buchhandlung Doppelpunkt in Uster. www.doppelpunkt-uster.ch

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Als es endlich Frühling wurde, wollte die kleine Marie unbedingt zum Haus hinaus. Ein Wald voll Affen ist eine inno­ vative, spielerische Begegnung mit Bildern aus der Sammlung des Museums Langmatt für Kinder zwischen 5 und 12 Jahren. 12 Geschichten zu 12 bedeutenden Werken des französischen Impres­ sionismus öffnen mit Humor, Phantasie und inspiriertem Eigen­ sinn neue Zugänge zur Kunst. Dabei steht das persönliche Ent­ decken und Erkunden im Zentrum. Im Buch finden Kinder reichlich Platz, um ihre eigenen Geschichten zu schreiben und zu zeichnen.

Von MARKUS STEGMANN (Text) Als es endlich Frühling wurde, wollte die kleine Marie unbedingt zum Haus hinaus. Hinaus zu den grossen Hexenbäumen, die vor dem Garten wuchsen, mehr als hundert Jahre alt. «Hexenbäume, warum Hexenbäume?», fragte die Grossmutter. «Sie sehen so schön schaurig aus», antwortete Marie. «Ihre Äste sind Schlangenarme und spinnen ein Netz am Himmel und sogar am Boden auf der Wiese. Wer hineingerät, den nehmen die Hexen gefangen.» «Und dann, was passiert dann?», wollte die Grossmutter wissen. «Dann geht es zur Walpurgisnacht!», antwortete Marie. «Warst du auch mal dort, Grossmutter?» «Naja, das ist lange her, aber ja, ich war auch mal dort», erinnerte sich die Grossmutter dunkel. «Erzähl! Bitte erzähl!», rief Marie aufgeregt. Und die Grossmutter begann zu erzählen: «Ich war noch jung und neugierig. Viel hatte ich gehört über die Walpurgisnacht. Endlich wollte ich auch einmal mit dabei sein und sehen, wie es da zu- und hergeht. Also fuhr ich zum Blocksberg. Weit musste ich wandern, immer höher ging es hinauf durch einen finsteren Wald, nur der ISBN 978­3­033­06096­8

www.langmatt.ch

Ein Wald voll Affen

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Vollmond leuchtete mir meinen Weg. Erschöpft erreichte ich schliesslich den Gipfel und staunte nicht schlecht: Hexen aus aller Herren Länder flogen freudig durch die Lüfte, umkreisten ein riesengrosses Feuer und riefen sich Zauber sprüche zu. Sie schlürften magische Getränke und flogen dann noch schneller und sausten noch gefährlicher um die Kurven. Andere Hexen verspeisten leuchtende Fliegenpilze und bekamen davon glühende Augen. Wieder andere kochten blubbernde Suppen aus Fröschen, Lurchen und den Eiern von Bergsalamandern.» «Die möchte ich lieber nicht probieren», unterbrach Marie die Grossmutter und verzog das Gesicht. «Die Suppe schmeckte tatsächlich nicht besonders gut, aber sie verlieh der Nacht Magie», fuhr die Grossmutter fort. «Magie? Was ist Magie?», wollte Marie wissen. «Wenn es Abend wird, Marie, wenn das Tageslicht schwindet, wenn es immer stiller wird und der Mond gross und silbern aufgeht. Wenn Fledermäuse lautlos um Baumkronen fliegen, Käuzchen ihr einsames Lied klagen und Glühwürmchen wie kleine Geister tanzen. Und wenn du auf einmal nicht mehr weisst, in welcher Welt du bist, ob Traum oder Wirklichkeit. Das ist Magie. Hier draussen vor unserem Haus kann es passieren. Du musst dafür nicht an die Walpurgisnacht fahren.» Aber Marie glaubte der Grossmutter nicht. Und es kam schon bald der Tag, da fuhr Marie zum Blocksberg, um die Hexen mit eigenen Augen zu sehen. •

Ein Wald voll Affen

Markus Stegmann

Impressionismus für Kinder. 12 Geschichten zu 12 Meisterwerken.

Museum Langmatt, Baden Stiftung Langmatt Sidney und Jenny Brown, Baden

Pierre­Auguste Renoir Das Boot um 1878 Öl auf Leinwand 54,5 × 65,5 cm

Aus: «Ein Wald voll Affen – Impressionismus für Kinder. 12 Geschichten zu 12 Bildern.» Markus Stegmann. Museum Langmatt. 136 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 28 Franken. Beim Vorweisen des Magazins gibt es einen schönen Rabatt auf den Buchpreis. www.langmatt.ch

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Was kommt alles in die Hexensuppe?


~ Service ~ BILDGESCHICHTE

Camille Pissarro «Kastanienbäume in Louveciennes» Frühling 1870, Öl auf Leinwand, 59,5 × 73 cm, Museum Langmatt, Baden.

Zeichne den schönsten Hexenbesen.

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~ 03/2018 ~ WETTBEWERB

Gewinnen Sie drei Nächte für zwei Personen in einem der neuen Zimmer des Hotels Hirschen in Wildhaus im Wert von 870 Franken.

GEHÖREN SIE ZU DEN ERSTEN, DIE DIE NEUEN ZIMMER ERLEBEN! Das Hotel Hirschen in Wildhaus ist im Aufbruch. Simone Müller-Walt und ihr Mann Michael Max Müller führen den Hirschen in 6. Generation. Wie auch schon Generationen zuvor geht es ihnen darum, dem Gast ein schönes Zuhause mit viel Aufmerksamkeiten zu bieten. 45 von 63 Zimmern werden zurzeit renoviert. Andrin Schweizer designte das neue Kleid. 2017 gewann die bereits renovierte Bar «CHRÜTER und CHOLLER all Bourbon & Blues Bar» den 3. Platz am Best of Swiss Gastro Award. Auch das Restaurant «GROSI WALT STEAK HUUS & WY STUBE» ist weit über das Tal hinaus bekannt für seine regionalen Fleisch-Spezialitäten. Der Hirschen ist aber auch ein Ort, wo man sich wunderbar erholen kann. Die Wellness-Attika mit Weitblick zu den 7 Churfirsten lässt Sie voll und ganz entspannen. Gönnen Sie sich eine Massage oder eine Kosmetik-Anwendung. Oder treffen Sie sich in der nostalgischen Kegelbahn zum Apéro. Wir freuen uns, Ihren Aufenthalt mitgestalten zu können. www.hirschen-wildhaus.ch

~ Verlosung ~

SO KÖNNEN SIE GEWINNEN Schicken Sie bis am 30. März 2018 eine Mail oder eine Postkarte mit dem Betreff «Wildhaus» an wettbewerb@grosseltern-magazin.ch oder an Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden.


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Detektiv-Trails Löse die Rätsel, finde den Schatz und sichere dir deinen Preis

Auf dem richtigen Weg zum Familienspass

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s gibt nichts Schöneres als die erste Tanzaufführung der Tochter und das erste Goal des Sohnes. Die Kinder wollen alles ausprobieren und die Eltern können schlecht Nein sagen: Meist mit dem elterlichen Ziel, ihre Kinder möglichst breit und gezielt zu fördern. ALLES HAT SEINEN PREIS Spiele müssen gewonnen und Vorführungen geübt werden. Dafür bezahlt man jedoch auch seinen Preis: Viele Hobbys gehen ins Geld, und gleichzeitig sind sie oft mit hohen Erwartungen an das Kind verbunden. Ganz anders ist das beim Vitaparcours: Natur pur und keine Leistungserwartungen. Auf einer Strecke durch den Wald gibt es 43 Übungen auf 15 Stationen verteilt, und man entscheidet selbst, wie viel man heute leisten möchte. So wird auf dem Vitaparcours der Sport zu einem ganz persönlichen Erlebnis.

unter www.detektiv-trails.ch

spähen, ist nicht nur gut für die körperliche Gesundheit, sondern auch für die Seele. Auf dem Vitaparcours ist jeder ein Gewinner: Denn dort entspannt man sich an der frischen Luft, verbringt Zeit mit der Familie und ist sportlich aktiv – und obendrein ist alles gratis. Eine Investition, die sich lohnt: Hobbys kommen und gehen – die gemeinsamen Erlebnisse mit der Familie bleiben. ZURICH VITAPARCOURS Der Zurich vitaparcours wurde 1968 von der Zurich-Tochter Vita Lebensversicherung AG (seit 1993: Zurich Leben) gegründet mit dem Ziel, mittels eines nach ihr benannten Parcours einen gesunden Lebensstil zu fördern und Familien- und Naturerlebnisse zu schaffen. Heute kennen 85 Prozent aller Schweizer die rund 500 kostenlosen öffentlichen Schweizer Vitaparcours. • Haben wir Ihr Interesse geweckt? Den Vitaparcours in Ihrer Nähe finden Sie mit dem Vitaparcours-Finder unter www.zurichvitaparcours.ch

Mein Name ist Detektiv Dachs. Ich freue mich, dich auf ein Rätselabenteuer mitzunehmen. Hilf mir beim Lösen der Rätsel!

Als Printversion unter www.detektiv-trails.ch oder als App in den App-Stores.

GESUND UND GRATIS Gemeinsam als Familie durch den Wald zu laufen, Dehn-, Streck- und Hüpfübungen zu machen und mit ein bisschen Glück noch einen Dachs, Biber oder Fuchs zu er-

Vereine, Paare, Schulen und Firmenausflüge

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Klavier oder Karate, Tennis oder Tanzen – das Freizeitangebot für Kinder ist heutzutage gross. Und weil Hobbys meist gezielt eine persönliche Begabung fördern, werden sie oft vom Kind alleine ausgeübt. Beim Zurich vitaparcours ist das anders – hier gehen Familie, Sport und Spass Hand in Hand.

Alle Infos zum Rätselerlebnis für Familien,

CARLO STRUPLER Finanz- und Pensionsplanungsspezialist bei zurich. experte@zurich.ch # 03 ~ 2018


~ Service ~ RÄTSEL

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Sudoku

Kinderrätsel

Schwierigkeit: mittel

Schwierigkeit: schwer

Suchen Sie zusammen mit Ihren Enkelkindern diese fünf Plüschtiere, die sich irgendwo in dieser Ausgabe versteckt haben. Schicken Sie uns die Seitenzahlen an kinderraetsel@grosseltern-magazin.ch oder Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden. Einsendeschluss ist der 30.3.2018. Zu gewinnen gibt es 36 Buntstifte von Faber Castell.

So lösen Sie Sudoku: Füllen Sie die leeren Felder mit den Zahlen von 1 bis 9. Dabei darf jede Zahl in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3 x 3-Blöcke nur einmal vorkommen.

Punkt zu Punkt

Binoxxo

Verbinden Sie die Punkte der Reihenfolge nach und SIe werden sehen: Aus Punkten werden Bilder.

Schwierigkeit: leicht Anleitung Binoxxo: Füllen Sie das Rätselgitter mit den Zeichen O und X vollständig aus. Es dürfen nicht mehr als zwei aufeinanderfolgende X und O in einer Reihe oder Spalte vorkommen. In jeder Zeile oder Spalte stehen vier X und vier O. Alle Zeilen und Spalten sind einzigartig. www.binoxxo.ch

Die Lösungen der Rätsel finden Sie auf www.grosseltern-magazin.ch/raetsel

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~ Service ~ RÄTSEL VON CHRISTA CAMPONOVO

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Fragile Aufstiegsmöglichkeit – Gewinnen

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waagrecht 5 Für den Grosseinkauf beim Grossverteiler. 13 Aus Teig und Obst. 17 Der dritte Monat ist nach ihm benannt. 18 Begleitet den Pleti. 20 Mit ausgetauschtem Kopf wäre der Knabe ein adelig. 21 ...Goreng. 23 Steckt im Boden. 24 Kurzer Älterer. 25 Das Hergöttli oder der Einspänner. 26 Soziolekt. 28 Trump hat ein ungesundes. 29 B…aeuptig. 30 Was Blumen und Bäume mit dem Weg tun. 33 Was von der Wunde übrig bleibt. 34 Die zurückgezogene Initiative ist auch im Centovalli zu finden. 36 Walliser Sängerin ist Gewürz von links. 37 In denen wachsen die Pflanzen oft in Reih und Glied. 38 Grüsse gehoben übermitteln. 39 «Nessun dorma» oder «Gott, welch Dunkel hier». 40 Die Anweisung zum Führen käme mit P einem Bankrott gleich. 41 Die schwedische Firma ist beinahe ein jüdischer Familienname. 42 Zu Grosselterns Zeiten beliebt als Scheiben aus der Büchse.

senkrecht 1 Unfreier. 2 Schnecken, Spitzbuben oder Vogelnester. 3 …-Shave, …-Work oder Ausgang. 4 Die alten Besen sollen es gut können. 6 …glaube, …wege. 7 Berühmtes Mitbringsel aus dem Steinbockkanton. 8 Wer ihn trinke, lebe länger. 9 Die K.. macht m… 10 Enthielt einst Blei, heute Nippes. 11 Schutzwürdige Schmerzensäusserung. 12 Das Edelgas gibt auch Fischen seinen Namen. 14 Streue kleine Steine auf den Boden! 15 Robertas Daheim. 16 Wenn der Name noch nicht bekannt ist. 19 In die Pfanne gehauen und verquirlt. 20 Wolkenkuckucksheim. 22 Liegt zwischen Balkanhalbinsel und Kleinasien. 27 Alt Bundesrat, enthält Schweinisches. 29 Erstes Mordopfer in der Bibel. 30 Fehlt Cruz und Fe zur Stadt. 31 Was die Fleissigen in Rougemont produzieren. 32 Der Beginn der Zweige-ab-Aktion. 35 Waren nach Waterloo sehr erfolgreich. 37 Macht Barossa zum König und Kaiser.

Das Lösungswort ergibt sich aus den eingefärbten Feldern fortlaufend. Schicken Sie uns dieses zusammen mit Ihrer Postadresse per E-Mail an raetsel@grosseltern-magazin.ch oder via Post an 3G Media GmbH, Grosseltern-Magazin, Kronengasse 4, 5400 Baden. Einsendeschluss ist der 30.3.2018. Die Lösung des Februar-Rätsels finden Sie auf Seite 81. # 03 ~ 2018


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~ Service ~ CARTOON VON RENATE ALF

Zweisprachig

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~ Service ~ IMPRESSUM / VORSCHAU

Impressum

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Vorschau #4/2018

Verlag 3G MEDIA GMBH www.grosseltern-magazin.ch

Ausgabe 03/2018 Erscheinungsweise monatlich, 10-mal im Jahr Auflage 16 000 Exemplare Preise EINZELPREIS CHF 9.50 JAHRESABO CHF 85.– (10 Ausgaben) 2-JAHRESABO CHF 160.– (20 Ausgaben) PROBEABO CHF 20.– (3 Ausgaben) JAHRESABO EUROPA CHF 120.– (10 Ausgaben) Copyright Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Verlags. Für unverlangte Einsendungen wird jegliche Haftung abgelehnt. Herausgeberin 3G MEDIA GMBH Kronengasse 4 CH-5400 Baden +41 56 558 91 77 info@3g-media.ch Druck & Vertrieb AVD GOLDACH AG www.avd.ch

Erscheint am 29.3.2018

Verleger DOMINIK ACHERMANN –DA Redaktion MELANIE BORTER –MB Chefredaktorin +41 56 558 91 77 melanie.borter@grosseltern-magazin.ch MARTINA FIERZ –MF Redaktorin martina.fierz@grosseltern-magazin.ch Autorinnen und Autoren dieser Ausgabe: Hans Abplanalp, Irma Aregger, Christa Camponovo, Caroline Doka, Marlis Friedrich Baumgartner, Ruth Fries, Beat Gloor, Peter Graf, Ilona Herzog, Andrea Kalt, Katharina Ley, Barbara Maurer, Edy Riesen, Corinne Rorato (CR), Eveline Rutz, Edith Schweizer, Fabian Sommer (FS), Marie-Anne Spross, Markus Stegmann, Aline Steiger, Peter Steiger, Susanne Stöcklin-Meier, Maren Tromm, Ernst Werder, Eli Wilhelm, Robert Zingg Layout BÜRO HAEBERLI, ANDREA MENDLER www.buerohaeberli.ch Fotografie Enzo Franchini, Matthias Luggen, Nicolas Petit, Manuel Stettler

Illustrationen Renate Alf, Marc Locatelli, Marie-Anne Spross, Paula Troxler Korrektorat Martin Hug, Elsbeth Howald

MELINDA NADJ ABONJI ERINNERT SICH Die Grossmutter prägte die ersten Jahre der heute 49-jährigen ungarisch-schweizerischen Schriftstellerin und Musikerin. HELLBLAU UND ROSA Rollenbilder festigen sich bereits im Kindesalter. In unserem Dossier befassen wir uns umfassend mit Genderfragen im Kinderzimmer.

GROSSELTERN-SONG Der Sänger und Songschreiber Gustav komponiert anlässlich des Grosselterntags zusammen mit sechs Kindern einen wundervollen Song.

Verkauf & Vermarktung DOMINIK ACHERMANN +41 76 394 23 26 dominik.achermann@grosseltern-magazin.ch FERNANDO PALENCIAS +41 79 332 82 65 fernando.palencias@grosseltern-magazin.ch

~ #02/2018 ~

Abonnemente ABODIENST GROSSELTERN-MAGAZIN Industriestrasse 37, CH-3178 Bösingen +41 31 740 97 53 abo@grosseltern-magazin.ch

waagrecht

DES RÄTSELS LÖSUNG 3 Abo 6 Ab 8 Schlittenfahrt 14 Chronologie 16 Ro 17 Hoehen 18 Ablage 19 Urne 20 Chronologie 21 Saal 22 Inka 23 Konia 25 Ecraser 27 LBGT 28 Ll 29 Husar 32 Paert 33 Lotsen 34 DM 35 Inri 36 Aegerisee 37 Er

11

senkrecht Wir bekennen uns zu Werbung Inserate und Content-Partnerschaften sind für unser Magazin überlebenswichtig und eine Bereicherung. So können wir professionell und unabhängig Inhalte erarbeiten. Wir haben nicht mehr Werbung als andere Magazine, kennzeichnen diese aber konsequent. Damit schaffen wir Transparenz.

# 03 ~ 2018

1 Ohren 2 Cinecitta 3 Atlas 4 Beobachter 5 On 6 Ehren 7 Brotkrume 8 Schuft 9 Chorklang 10 Lohengrin 11 Tonhallte 12 Fiala 13 Aegis 15 Glarus 24 Ober 25 Eloge 26 Erde 27 Pi 30 Sei 31 Ans

Lösungswort Ohrfeigen


~ Kolumne ~ SCHLUSSWORT

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Generationen-

gegensätze

I

n früheren Zeiten schienen die Generationen-

und konservativ.» Einige, wenn sicherlich nicht alle, Frauen aus dem Netzwerk GrossmütterRevolution realisieren, dass ihre feministischen Ideen bei heutigen selbstbewussten jungen Frauen nur noch auf beschränktes Interesse stossen, und alt gewordene Gewerkschaftler beklagen eine unsolidarische Haltung junger Arbeitskräfte. Klassisch ist der Fall eines jungen Mannes, der seine Alt-Hippie-Eltern dadurch verstörte, dass er sich im Anzug mit Krawatte an den Mittagstisch setzte und sie durch einen gezielten Börsenjargon desorientierte. Eltern und Grosseltern der jugendbewegten Nachkriegsgenerationen lassen sich durch lange Haare, laute Musik, Tattoos oder Piercing

verhältnisse klar geregelt: Die Jungen waren frech, kaum mehr provozieren. Eine grössere Schockwiraufmüpfig und rebellisch. Sie waren die Träger von kung bei alt gewordenen Jugendbewegten hat der Innovationen, entsprechend einem Wahlplakat aus Kauf eines Gebetsteppichs oder eine Einladung zum den 1970er-Jahren, «jung, dynamisch, freisinnig». Die traditionellen Alphornblasen mit Trachtenzwang. Alten – als würdige Vertreter kulDie Generationengegensätze von tureller Traditionen – standen den früher haben sich aufgelöst und stürmischen Wellen der Zeit ruhig teilweise umgekehrt. Gesamthaft und gelassen gegenüber. Dies hat gesehen sind ältere Menschen innosich heute nahezu ins Gegenteil vativer und modischer geworden, verkehrt: Wer morgens im Pendelwogegen junge Menschen in einer verkehr unterwegs ist, begegnet unsicher erlebten Welt wieder verausgelassenen Seniorengruppen, mehrt auf Traditionen zurückgreidie in aller Lautstärke ihre aktiven fen (und dabei oft mit den GrossWanderferien erörtern. Ruhig sind eltern Wertallianzen gegenüber eher die Jungen, die in aller Gelasder Elterngeneration eingehen). senheit ihre Mobildaten abrufen Soziologen bezeichnen die heutige und sich höchstens wundern, weljunge Generation als «angepasste che Unruhe 70-jährige politische FRANÇOIS HÖPFLINGER (69) Generation unter Druck». Tatsächist in selbstständiger Forschung Kindsköpfe in aller Welt auslösen. lich hat sich der Druck der drei K’s und Beratung zu Alters- und In der Schweiz schätzen sich äl(Karriere, Kinder, KrankenkassenGenerationenfragen tätig. Nebst tere Männer und Frauen heute seinen wissenschaftlichen Arbeiten prämien) auf junge Frauen und schrieb der Soziologieprofessor mehrheitlich genauso innovativ Männer erhöht, wogegen mehr auch diverse Kurzgeschichten, und kreativ ein, als dies bei jungen ältere Menschen als früher von der Satiren und Fabeln. Er ist Menschen der Fall ist. Gilt somit «späten Freiheit» des Rentenalters verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkelkinder. heute: alt und innovativ sowie profitieren. Zu den Freiheiten des umgekehrt immer häufiger: jung heutigen Alters gehört es, nicht und konservativ? gelassen, sondern ausgelassen zu sein (nicht selten Was immer der Fall ist, in Gesprächen mit älter gezusammen mit den Enkelkindern). • wordenen Babyboomern – die sich nicht selten nostalgisch an ihre Jugendrebellion erinnern – wird nicht selten ein Stimmungselement deutlich: «Wir waren damals politisch engagiert und fortschrittlich. Die heutige Jugend sei weitgehend unpolitisch, angepasst # 03 ~ 2018


FOKUS INSPIRATION.LIVE INSPIRATION.live ist vieles: Ein begehbares Lifestylemagazin, ein Ort des Austauschs, eine ästhetische Gesamtkomposition, ein interaktiver Treffpunkt für alle, die nach Individualität und neuen Ideen suchen. Im Gespräch mit Start-ups, beim Betrachten von Design und angewandter Kunst oder beim inspirierenden Mittagstisch. Die Ideen sind serviert. Greifen Sie zu und werden Sie ein Teil der Geschichte!

Basel, 20. bis 29. April 2018


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Wir beraten Sie gerne – damit Sie entspannt in die Zukunft blicken. Bei Fragen oder für einen persönlichen Termin wenden Sie sich direkt an unsere Spezialisten: experte@zurich.ch.

Grosseltern 03 2018  
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