ZUKUNFT Fichtelgebirge #5 2019/2020

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lernen. arbeiten. leben. genießen.

E N Ö H SC T L E W NEUE

TITELTHEMA Digitalisierung

FOKUS Rehau im Porträt

MENSCHEN Freiraum für Macher und innovative Projekte

2019/20 Szenenfoto aus „Die Päpstin“. Im Hintergrund: Bühnenbild aus „Das Dschungelbuch“, Luisenburg Festspiele Wunsiedel. Fotos: Florian Miedl.



EDITORIAL

E

in Gast besucht ein Hotel irgendwo im Fichtelgebirge, das er online gebucht hat. Eine Karte für eine Aufführung der

Luisenburg-Festspiele bestellt er per Smartphone von unterwegs. Als er nach ein paar Tagen abreist, bekommt er eine Einladung

punkt beleuchten. Die elektronischen Medien

Digitalisierung zieht sich durch alle gesell-

des Online-Portals, das Hotel zu bewerten.

sind nicht bloß ein weiteres Verbreitungsmedi-

schaftlichen Bereiche. Das Thema kehrt

Der Gast schreibt einen Kommentar und gibt

um wie einst das Telefon und später das Fax.

daher auch über den Schwerpunkt des Ma-

bei der Gelegenheit auch gleich eine Bewer-

Sie markieren wie die Kulturtechniken der

gazins hinaus in zahlreichen anderen Bei-

tung zum Theaterabend ab...

Schriftlichkeit und des Buchdrucks eine neue

trägen der aktuellen Ausgabe wieder. Und

Medienepoche. Mit der Digitalisierung sind

wer zu der schnelllebigen Berufswelt einen

Die Welt ist vernetzt und wir alle sind mitten-

komplett neue Geschäftsmodelle entstanden,

Ausgleich und eine Auszeit braucht, findet im

drin. Alle paar Minuten schauen Menschen

die klassische Betriebsmodelle verändern und

Fichtelgebirge auch das: sagenhafte Natur

auf ihr Smartphone, sei es aus Langeweile

unter Druck setzen.

direkt vor der Haustür, wenig Verkehr, eine

oder um Meldungen zu checken. Den einen

echte Gemeinschaft in den Orten. Die Sehn-

erscheint das als banal, anderen als drama-

Digitalisierung – das bedeutet in globaler Per-

sucht nach Ruhe und ein Leben mit dem Zeit-

tisch. Über die Frage, was die digitalen Medi-

spektive, dass ein Nachwuchstalent wie Justin

geist sind hier keine Widersprüche, sondern

en mit uns machen, wird viel diskutiert, noch

Bieber in Rekordzeit zu Berühmtheit gelangen

können sich sehr gut ergänzen.

mehr jedoch über die noch wichtigere Frage,

kann, ohne Plattenfirma, ohne Vertrag, nur mit

wie die Medien die Schnittstellen zwischen

dem Videokanal youtube. Auf regionaler Ebe-

Mensch und Arbeitswelt auf der einen Seite

ne bedeutet Digitalisierung aber auch, dass

sowie zwischen Mensch und Freizeit auf der

wir heute jederzeit und überall gleich schnell

anderen verändern. Digitalisierung ist eine

erreichbar und vernetzt sind, dass wir unser

so umfang- und folgenreiche Entwicklung,

Büro, den PC, unter dem Arm mitnehmen,

dass wir das Thema in dieser Ausgabe von

wohin wir wollen und dass die Menschen auf

ZUKUNFT Fichtelgebirge in einem Schwer-

dem Land bestens angebunden sein können an den Rest der Welt. Freiberuflern, Firmen und Gründern bietet das Fichtelgebirge, nicht zuletzt auch dank der guten Breitbandver-

Eine anregende Lektüre wünscht

Dr. Oliver van Essenberg Chefredakteur „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ und Mitglied des Fördervereins Fichtelgebirge e.V.

sorgung (siehe S. 7), somit ganz neue Möglichkeiten bei der Wahl ihrer beruflichen und privaten Unternehmungen.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

03


INHALT

03

EDITORIAL

06 BIS 23

TITELTHEMA:

DIGITALISIERUNG Das Fichtelgebirge ist gut vernetzt und verfügt über schnelles Internet. Daher können Menschen und Unternehmen in der Region die volle Bandbreite an Möglichkeiten ausschöpfen, die die Digitalisierung bietet.

24 BIS 39

FOKUS: REHAU Der Schauplatz der Sommerlounge 2019 im Porträt: Die Stadt Rehau überrascht mit Stärken, die man einer Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern nicht ohne Weiteres zutrauen würde: dem Flair einer gut funktionierenden Kleinstadt, mehreren Unternehmen mit internationaler Ausrichtung, Weltkunst und einem Mega-Projekt.

MEILENSTEINE

04

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

40 BIS 49 Wie die SWW Wunsiedel Zukunft schreibt

40

Die Mischung macht’s aus – Erweiterung des EZD

44

Neuer Mountainbike-Park am Kornberg

45

Sanierungen und Neubaugebiete – Boomstadt Marktredwitz

46

Gemeinsam gegen Leerstand

48


INHALT

FREIRAUM FÜR MACHER

50 BIS 59

Die Kampagne „Freiraum für Macher“, das neue Fichtelgebirgs-Buch in der Reihe „Lebensart genießen“ und Macher im Porträt – Wir greifen Erfolgsgeschichten auf und stellen kommende Projekte vor.

60 BIS 81

LEBEN UND FREIZEIT Highlights aus dem Kulturprogramm der Region: die LuisenburgFestpiele, neue Tourismus-Angebote, 100 Jahre Bauhaus. Außerdem: Rückkehrer und Zuzügler im Interview.

BILDUNG UND KARRIERE Das neue Ausbildungszentrum der Firma Scherdel

82 BIS 89

82

Der Campus wächst – in Kulmbach, Bayreuth und Münchberg

84

Computerfachschule Wiesau

87

90 BIS 96

GENIESSEN Adressempfehlungen für Qualitätsbewusste und Genießer: Erlebnis Fisch, Buchberghof Eis-Manufaktur, Bio-Geflügelhof Ritter, Burnin Benze

97 IMPRESSUM ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

05


DIGITALISIERUNG

VOLLE BANDBREITE

Schnelles Internet ist im Wettbewerb der Städte und Regionen zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Der Breitbandausbau ist jedoch nur ein Aspekt der Digitalisierung. Die ganze Bandbreite der digitalen Möglichkeiten umfasst sehr viel mehr. Im idyllischen Fichtelgebirge sind E-Working und E-Gamer, aber auch E-Commerce und E-Nurses zu Hause. Wie bitte? Hierzu und zu anderen Chancen, die sich durch Digitalisierung eröffnen, berichten wir im Folgenden ausführlich. SEITE

Quelle: Unsplash, Denis Evstratov

06

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

06- 23


FAKTENCHECK

DIGITALISIERUNG

SO GUT IST DIE REGION VERNETZT

T

rotz des Wunsches nach Entschleunigung will heute niemand mehr auf schnelles Internet verzichten. Haben ländliche Regionen in dieser Hinsicht den Anschluss verloren?

Wer alarmierenden Medienberichten uneingeschränkt Glauben schenkt, könnte den Eindruck gewinnen. Doch es lohnt sich einmal mehr, genau hinzuschauen. Denn ein Faktencheck zeigt: Das Fichtelgebirge ist in Sachen schnelles Internet bayernweit

Anteil digitaler Impulsgeber an Beschäftigen Zur Gruppe der digitalen Impulsgeber gehören 89 Berufsgruppen, die durch ihre berufliche Qualifikation Digitalisierung in unterschiedlichen Wirtschaftsbereichen vorantreiben, unter ihnen beispielsweise Informatiker, Produkt-Designer, Gestalter für visuelles Marketing oder Ingenieure der Automatisierungstechnik.

gut aufgestellt. Relativ viele Beschäftigte in der Region zählen

Bayern

zu den digitalen Impulsgebern. Dennoch ist der Gründergeist in

Deutschland

der Branche eher (noch?) schwach ausgeprägt

Breitbandversorgung

9,4 7,7

LK Wunsiedel

6,5 (Rang 157)

LK Kronach

6,4 (Rang 161)

LK Tirschenreuth

100

91,5

5,9 (Rang 186)

LK Hof

88,9 88,8 83,5 82,9

81

80

5,7 (Rang 201)

LK Bayreuth

5,2 (Rang 223)

78 %

72,3 72

0

5

10

Quelle: prognos, Digitalisierungskompass 2018 60

51

Gründungen IT-Branche (je 10.000 Erwerbsfähige) MAX: LK München

40

5,5

Bayern

1,7

Deutschland

Quelle: Breitbandatlas des Bundes, 2019

MIN:

Landkreis Cham

LK Kronach

LK: Hof

LK Bayreuth

Deutschland

Bayern

LK Tirschenreuth

LK München

LK Wunsiedel

MAX:

0 %

Landkreis Traunstein

20

1,43

LK Hof

0,86 (Rang 255)

LK Tirschenreuth

0,82 (Rang 247)

LK Kronach

0,71 (Rang 285)

Bayreuth

0,69 (Rang 293)

LK Wunsiedel

0,63 (Rang 319)

MIN: LK Altmarktkreis Salzwedel

0,14

Quelle: prognos, Digitalisierungskompass 2018

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

07


DIGITALISIERUNG

INTERVIEW

Interview mit... HERMANN HOHENBERGER Jahrgang 1961, wuchs in Schwarzenbach/ Saale auf. Er begann seine Karriere bei Radio Euroherz und war später Studioleiter bei Radio Plassenburg in Kulmbach. Anschließend arbeitete er für den Telefonbuch Verlag Hans Müller, Nürnberg in verschiedenen leitenden Positionen, z.B.: als Bereichsleiter bei R.A.D.I.O.S. (Software für Werbezeiten-Disposition und EDV-Abrechnung für Medienunternehmen), später als Geschäftsführer des neu gegründeten Radio Dresden und dessen Senderkette sowie als Beauftragter für Neue Plattformen für die Müller-Unternehmensfamilie (Schwerpunkt: Merger und Acquisition). Des vielen Rumreisens ein wenig müde zog es Hermann Hohenberger zurück in die Heimatregion. Seit April 2017 ist er Geschäftsführer des Digitalen Gründerzentrums Hof.

...Hermann Hohe

„MEHR LEBENSQUALITÄT!“

nberger

Interview mit Hermann Hohenberger, Geschäftsführer des digitalen Gründerzentrums Hof, über Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung Wie steht Bayern bei der Digitalisierung im

jeden Fall aufholen können. Tatsächliche

gabe zu erledigen, ist besser als unendliches

deutschlandweiten Vergleich da?

Defizite haben wir bei der Breitbandversor-

Perfektionieren. Wir müssen nicht jeden Win-

Ich glaube, dass Bayern grundsätzlich sehr

gung. Wobei es nicht an Geld, guten Ab-

kel erreichen. Aber wir müssen schnell we-

gut aufgestellt ist. Man muss die Situation

sichten und der Technik mangelt, sondern

nigstens auf 90 bis 95 Prozent kommen.

dabei differenziert betrachten: Den Start-up-

oft eher an der Logistik. Es gibt zur Zeit

Hype, den wir zum Beispiel in Berlin mit den

nicht genug Firmen, die schnell Glasfaser-

Welche Chancen bietet die Digitalisierung für

ganzen E-Commerce-Plattformen und mehr

kabel verbauen können.

einen ländlichen Raum wie das Fichtelgebirge?

erleben, gibt es hier nicht so ausgeprägt.

Großartige! Daher ist gerade hier schnelles In-

Das hat mit der bayerischen Industriekultur

Bevor wir bei Digitalisierung nur auf die In-

ternet so wichtig. Das Land braucht eine gute

zu tun. Dennoch gibt es gerade auch in der

dustrie schauen, sollten wir jedoch auch die

Anbindung an große Firmen. Mir fällt dazu das

Industrie sehr interessante Projekte. Nur ein

Anforderungen an die Verwaltung nicht außer

Beispiel „Accenture“ ein. Das ist eine weltweit

Beispiel: Wartungsvorhersagen für Maschi-

Acht lassen. Hier besteht erheblicher Nach-

agierende Technologie- und Outsourcingfirma,

nen. Hier werden Technologien entwickelt,

holbedarf, sowohl was das Tempo anbelangt

deren Mitarbeiter unter anderem Motorsteu-

die einem Betrieb im Vorhinein sagen, wann

als auch das grundsätzliche Verständnis der

erungen für die Automobilindustrie program-

ein Teil der Maschine ersetzt werden muss.

Prozesse. Eine solide technische Infrastruk-

mieren. „Accenture“ baut Servicecenter in Hof

Wir haben die Fähigkeit, Sachen gut und

tur ist ein Erfolgsfaktor, wenn wir wirtschaft-

und Jena aus, damit Menschen von dort aus

gründlich zu machen. Das ist eine hohe Quali-

lich weiterhin ganz vorne mitspielen wollen.

als Lohnprogrammierer für Konzerne arbeiten

tät, die sich auch im Zusammenhang mit der

Das war beim Aufbau des Wohlfahrtsstaates

können, die ganz woanders sitzen, zum Bei-

Digitalisierung auszahlen wird.

nach 1945 so und ist heute nicht anders,

spiel in München, wo es extrem teuer wäre, für

wenn es um Digitalisierung geht.

diese Mitarbeiter eigene Büros anzumieten.

Bei der Anpassung an Märkte, auch beim

Sind Sie für eine flächendeckende Breitband-

Sollte sich die Region in Sachen Digitalisie-

Einsatz von Robotik, sind uns andere Na-

versorgung oder würden Ihnen 95 Prozent

rung spezialisieren, zum Beispiel in Richtung

tionen voraus. Ich denke aber, dass wir

Abdeckung reichen?

Maschinenbau und Robotik, oder besser breit

den Rückstand im industriellen Bereich auf

Wir vom Gründerzentrum sagen: Eine Auf-

aufstellen?

Was müsste sich deutlich weiterentwickeln?

08

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


INTERVIEW

DIGITALISIERUNG

Das lässt sich nicht so einfach beantworten.

dert, sondern auch weil die Veränderungen

Welche Chancen bietet Digitalisierung im

Wir haben jedoch alle gelernt, dass eine Ab-

immer schneller ablaufen. Wir können es uns

Alltag?

hängigkeit von einem Wirtschaftszweig ge-

aber nicht leisten, dass zu viele Menschen

Mehr Lebensqualität! Beispiel: autonomes

fährlich ist. Und gerade im Bereich Automo-

abgehängt werden, aus Wettbewerbsgrün-

Fahren. Man setzt sich ins Auto, telefoniert

tive wird es in den kommenden 10 Jahren

den nicht und sozial ebenfalls nicht. Da muss

in Ruhe mit jemanden, kann die Zeitung lesen

erhebliche Umwälzungen geben. Die Anzahl

ein Umdenken stattfinden. Aber dass künst-

oder aus dem Fenster schauen und muss kei-

neu verkaufter Autos wird vermutlich deut-

liche Intelligenz Menschen massenhaft über-

ne Angst davor haben, dass einem ein Wahn-

lich zurückgehen, vor allem in Städten, weil

flüssig macht, diese apokalyptische Befürch-

sinniger ins Auto fährt. Die Vorteile ziehen

das Car-Sharing zunimmt. Daher ist Diversi-

tung teile ich wirklich nicht. Im Gegenteil:

sich durch viele Bereiche. Beispiel Navigation:

fizierung wichtig. Das hat bei vielen Firmen

Bisher haben alle industriellen Revolutionen

Ich kann mich in Zukunft bei Radtouren mit

in der Region bereits begonnen. Hersteller

dazu geführt, dass es der Bevölkerung am

Hilfe eines Sprachassistenten lotsen lassen,

hochpräziser Maschinenteile für die Auto-

Ende insgesamt besser ging.

etwa zum nächsten Restaurant und wenn ich

industrie sind zum Beispiel auch in die Me-

möchte von unterwegs gleich einen Tisch re-

dizintechnik vorgedrungen. Diese Stärken,

Negative Auswirkungen lassen sich nicht

kombiniert mit intelligenten Geräten, bilden

übersehen. Man denke nur an den digitalen

einen großen Zukunftsmarkt.

Monopolkapitalismus der großen US-Konzer-

Das wäre doch eine gute Aussicht: intelligent

servieren lassen.

ne und die Manipulation der öffentlichen Mei-

programmierte Geräte als Assistenten des

Bei der Digitalisierung schwingt auch die

nung durch Fake News.

Alltags.

Sorge mit, dass Arbeit im großen Stil durch

Ja. Umso wichtiger ist es, dass wir daraus

Ja, so wird es kommen. Deswegen ist es bes-

künstliche Intelligenz ersetzt wird. Wie ist

lernen und die Kontrollvorkehrungen ver-

ser, dass wir Teil der Entwicklung werden und

Ihre Einschätzung dazu?

bessern. Deswegen braucht es unbedingt

versuchen, diese zu beeinflussen, statt uns da-

Vermutlich werden wir in der Arbeitswelt

Europa. Weil Europa am ehesten einen gemä-

gegen zu stellen. Das bringt uns nicht weiter.

noch ein Tal durchlaufen. Die Digitalisierung

ßigten Rahmen vertritt und wir Europäer auf

wirft ja nicht nur deshalb Probleme auf, weil

der Basis unserer Werte und unserer Diskus-

sie einen großen Teil unseres Lebens verän-

sionskultur sehr überlegt vorgehen.

| INTERVIEW: OLIVER VAN ESSENBERG |

GUTE IDEEN HABEN EINE STRATEGIE –

le wie auch die Besonderheiten des Marktes

DAS DIGITALE GRÜNDERZENTRUM „EINSTEIN1“

Das Team des Gründerzentrums versucht da-

W

und die Kommunikation mit den Zielgruppen. von ausgehend zu klären, was ein Vorhaben braucht, um erfolgreich zu sein. Technische

er mit einem digitalen Geschäfts-

Das Portfolio ist weit gefächert: Als Starthilfe

Unterstützung? Finanzierung? Kontakte in die

modell

will,

rund um Internet und Mobile bietet das Gründer-

Branche? Bei allem kann „Einstein1“ vermit-

braucht immer auch ein gutes

zentrum einen „Online Marketing Support“ für

telnd helfen. Die Beratung ist kostenfrei und

Netzwerk. Seit April 2017 sorgt das digitale

alle Gründer an. Angehende und bereits aktive

hilft auch bei harten Nüssen, z.B. bei der For-

Gründerzentrum „Einstein1“ am Hochschul-

Gründer profitieren von vielen weiteren Ange-

mulierung von Geschäftsmodellen.

Campus Hof dafür, dass Gründer, etablierte

boten. Im Fokus stehen Projekte mit einer aus-

Firmen und Studierende zusammenkom-

geprägten Technologie-Komponente. Für die

Das Gründerzentrum geht zudem gezielt auf

men und unternehmerische Zukunftspläne

Umsetzung spielen sowohl die Interessen und

Talentsuche. „Wir versuchen auch Menschen

schmieden können.

Vorlieben der Gründerklientel eine wichtige Rol-

zu erreichen, die gründen werden, es aber

erfolgreich

sein

noch nicht wissen“, sagt Geschäftsführer Hermann Hohenberger. „Wir glauben, dass in der Gegend ein Potenzial von 2500 Menschen vorhanden ist, die in Frage kommen. Die versuchen wir zu inspirieren.“ | OVE |

Der ab Ende 2019 bezugsfertige Neubau des digitalen Gründerzentrums Hof bietet etwa ein Dutzend Büros für Gründer, einen Seminarraum und ein Coworking-Space. Träger sind die Hochschule Hof, die Stadt Hof sowie die Landkreise Hof und Wunsiedel. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt. Das Gründerzentrum steht in engem Austausch mit dem benachbarten Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof iisys. Foto: PR

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

09


DIGITALISIERUNG

E-COMMERCE

DER EINZELHANDEL VERNETZT SICH Vielen Menschen ist die Auswahl an Läden, die direkt vor der Haustür jede Menge Mehrwert bieten, nicht bewusst und sie bestellen ihre Produkte online. Um die Sichtbarkeit des lokalen Einzelhandels mit seinen Angeboten zu erhöhen, ist digitales Marketing inzwischen ein unverzichtbares Instrument. Wir stellen drei verschiedene Modelle vor: eine erfolgreiche interaktive App einer GmbH, einen mobilen Dorfladen für Online-Bestellungen und stationäre Heimatläden, die sich online gemeinsam vermarkten.

W W W.100P RO Z E N T HOF.DE

100PROZENTHOF.DE –

DIE ERSTE UND EINZIGE INTERAKTIVE APP FÜR STADT UND LANDKREIS HOF

A

10

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

uch in und um Hof steht der lokale

wenn er seine Vorteile herausstellt und die

Handel vor großen Veränderungen und

Möglichkeiten der Digitalisierung für sich

Herausforderungen. Das Einkaufen im

nutzt.“ Genau hier kann „100Prozent Hof“ mit

Internet wird immer beliebter. Thilo Hildner,

verschiedenen digitalen Plattformen helfen.

Geschäftsführer der „100Prozent Hof GmbH“

Über die Homepage, die App, via facebook

(im Bild), ist überzeugt, dass der Einzelhandel

und Instagram betreibt das Unternehmen di-

kein Auslaufmodell ist, er biete dem Kunden

gitales Marketing mit großer Reichweite, um

schließlich viele Vorteile. „Kompetente Bera-

die Einzelhändler, Dienstleister und Gastrono-

tung, das Einkaufserlebnis oder die Möglich-

men in der Region mit ihren Vorteilen, Ver-

keit, das Produkt vor Ort zu testen – das alles

anstaltungen, Jobangeboten oder aktuellen

bekommt man nur im lokalen Einzelhandel.

Nachrichten noch sichtbarer machen.

Der kann auch in Zukunft erfolgreich sein,

| OVE |


E-COMMERCE

DIGITALISIERUNG

STEINWALD- ALLIANZ:

„MOBILER DORFLADEN“

E

W W W.S T E IN WA L D - DOR F L A DE N.DE

ine digitale Plattform ist Dreh- und Angelpunkt des „Mobilen Dorfladens“ der Steinwald-Allianz, der die Bürger, Dorfladen

und Erzeuger miteinander vernetzt und damit die Lebensmittelnahversorgung im ländlichen Raum sichert. Einwohner aus 31 Orten ohne Nahversorgungsmöglichkeit

im

westlichen

Landkreis Tirschenreuth können die wichtigs-

www.steinwald-dorfladen.de

ten Produkte des täglichen Bedarfs online auswählen und kaufen. Ein Verkaufsfahrzeug (im Bild) hält jede Woche zweimal in den aus-

Tour des Fahrzeuges aussieht und wann in wel-

Freistaat finanziell gefördert. Die Steinwald

gewählten Ortschaften für 30 Minuten, um die

chem Ort Halt gemacht wird, verrät ebenfalls

Allianz hat es sich zur Aufgabe gemacht,

Bestellungen auszuliefern. Der Verkaufsraum

die Website bzw. ein Flyer.

Themen wie Daseinsvorsorge oder Ortsent-

hält zusätzlich ein auf die Bürger zugeschnit-

wicklung gemeinsam anzugehen. Zusammen

tenes Grundsortiment bereit – von Backwaren

Der Durchbruch für die Umsetzung des mobi-

mit dem Fraunhofer-Institut wird das Konzept

über Bio-Rindfleisch bis zur Zahnpasta. Darun-

len Dorfladens gelang mit dem Wettbewerb „di-

des mobilen Dorfladens weiterentwickelt.

ter sind viele Produkte aus der Region. Auch

gitales Dorf“ des Bayerischen Wirtschaftsmi-

Bargeldabhebung ist möglich. Wie genau die

nisteriums. Das Projekt wird daher auch vom

| SABINE REICHEL- FRÖHLICH |

LANDKREIS HOF:

HEIMATLADEN – DAS GUTE SICHTBAR MACHEN

W W W.HE IM AT L A DE N.B AY E R N.DE

D

ie 2016 gestartete Initiative Heimatla-

chen die Einzelhändler ihren Laden kennt-

(von links): Klaus Gruber (Wirtschaftsförderer

den bündelt unter einer gemeinsamen

lich. Zur besseren Vernetzung fanden unter

des Landkreises Hof), Carola Robert (Gewer-

Dachmarke die Marketing-Aktivitäten

dem Motto „Kaufen wo das Herz schlägt“ im

beverein Helmbrechts Aktiv), Lisa Breckner

von rund 140 Einzelhändlern. Mit einer ei-

Frühjahr 2019 Aktionswochen statt, die vom

(Handwerker-, Industrie- und Gewerbever-

genen

und

Regionalmanagement und der Wirtschafts-

bund Schwarzenbach an der Saale), Susan-

starte-

förderung des Landkreises mit zahlreichen

ne Lange (Einzelhändlerin Schwarzenbach

ten die Aktivitäten. Hier präsentieren die

Werbemitteln wie Flyern, Stofftüten und einer

an der Saale), Rüdiger Ziehr (Werbeverein

teilnehmenden Einzelhändler aus Rehau,

landkreisweiten Plakataktion unterstützt wur-

„Die Ozünder“ Naila), Andrea Schmidt (Wer-

Schwarzenbach an der Saale, Bad Steben,

den. In 32 „Heimatläden“ konnten sich die

begemeinschaft Rehau), Landrat Dr. Oliver

Naila, Helmbrechts und Münchberg ihre An-

Kunden von attraktiven Angeboten überzeu-

Bär und Hans-Peter Baumann (1. Bürger-

gebote, Dienstleistungen und Aktionen. Mit

gen und von Rabattaktionen, Verkostungen,

meister Schwarzenbach an der Saale).

weiteren Marketinginstrumenten wie zum

Kundengeschenken, Serviceangeboten und

| SABINE REICHEL- FRÖHLICH |

Beispiel einem Heimatladen-Aufkleber ma-

Veranstaltungen profitieren. Das Foto zeigt

einer

Heimatladen-facebook-Seite professionellen

Homepage

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

11


DIGITALISIERUNG

WISSEN

Stefan Philipp, Leiter des BayernLab Wunsiedel, kann sich bei Vorträgen auf neueste Digitaltechnik verlassen. Foto: BayernLab

BAY ER N-L A B -TR EFF S BIS ENDE 2019 02.07.2019

Souverän im Netz

09.07.2019

DAS EINMALEINS DER DIGITALISIERUNG Das BayernLab Wunsiedel versteht sich nicht nur als Schaufenster digitaler Technologien, sondern zunehmend auch als Anlaufstelle für Workshops und Vorträge

D

BayernPortal (Behördengänge von zuhause) 16.07.2019

BayernAtlas, Geoportal Bayern 24.09.2019

Live-Hacking-Event im Rosenthal-Theater Selb, jeweils um 8.30, 13.30 und 17.30 01.10.2019

Smartphone Workshop ANDROID

as BayernLab Wunsiedel leistet seit seiner

sein können: Wie kann ich in Zukunft fast alle

Eröffnung im Dezember 2016 einen wich-

Behördengänge online erledigen? Wie kann

tigen Beitrag, um über den Nutzen, aber

ich meine privaten Daten schützen? Wie funk-

Smartphone Workshop IOS/Microsoft

auch über die möglichen Gefahren der digitalen

tioniert die elektronische Steuererklärung

15.10.2019

Medien aufzuklären. Die vom Freistaat Bayern

ELSTER? Wie baue ich eine Homepage?...

Tabletworkshop

22.10.2019

Datensicherung/Backup

05.11.2019

Clouddienste

19.11.2019

eCommerce

getragene Einrichtung hat ihr Angebot an Seminaren und Workshops nun beträchtlich erweitert.

Das BayernLab hält alle Interessierten mit Infomails, über facebook, die Homepage, Flyer

08.10.2019

Das Wunsiedler BayernLab ist eines von 13

und Mundpropaganda zu aktuellen Terminen

geplanten und 7 bereits aktiven IT-Laboren in

auf dem Laufenden. Man trete damit nicht in

26.11.2019

ganz Bayern und soll die „digitale Volksbildung“

Konkurrenz zu gewerblichen Anbietern, führt

MeinElster (Referenten von Finanzamt)

unterstützen, wie es der zuständige Staatsmi-

der Leiter des Wunsiedler BayernLabs, Stefan

nister Albert Füracker formuliert. Anhand spe-

Philipp, aus, sondern wende sich an Einstei-

zieller Themeninseln und Exponate – darunter

ger ohne vertiefte Vorkenntnisse. Kooperati-

u.a. ein 3-D-Drucker, ein programmierbarer

onspartner sind die Volkshochschule Fichtel-

Roboter und eine Virtual-Reality-Brille – können

gebirge und das Landesamt für Sicherheit in

BayernPortal (Behördengänge von zuhause)

die Besucher neueste Technologien alltagsnah

der Informationstechnik.

17.12.2019

und spielerisch entdecken, so wie es das Ausstellungs-Motto „Anschauen, Anfassen, Auspro-

Weitere Angebote des BayernLabs runden

bieren“ verspricht.

das Spektrum ab: Der Schauraum kann für Vorträge und Schulungen mit bis zu 50 Teil-

Um gezielt über den sinnvollen und richtigen

nehmern genutzt werden. Auf Anfrage ste-

Umgang mit digitalen Medien zu informieren,

hen ein Videokonferenzraum für bis zu 12

bietet das BayernLab seit diesem Jahr ver-

Personen und ein Gästebüro zur Verfügung.

stärkt kostenlose Beratungen an. Fachleute

Außerdem: kostenfreies Bayern WLAN mit der

aus dem BayernLab und von außerhalb dis-

schnellsten, öffentlichen Verbindung im Land-

kutieren Themen, die für jedermann relevant

kreis. | OLIVER VAN ESSENBERG |

03.12.2019 + 02.07.2019

Souverän im Netz 10.12.2019

BayernAtlas, Geoportal Bayern A DR E S SE (wenn nicht anders angegeben):

Sechsämterlandstraße 8 95632 Wunsiedel wunsiedel@bayernlab.bayern.de 09232 / 9799770 Mit Ausnahme des Events am 24.09. beginnen alle Treffen um 10 Uhr

12

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


DIGITALDRUCK

DIGITALISIERUNG

Erfolgreich in einer Nische: Frank Plechschmidt (im Bild) ist Spezialist für digitalen Etikettendruck. Seine Kunden sind häufig Produzenten von Nahrungsmitteln bzw. Nahrungsergänzungsmitteln. Fotos: PR

SAUBERE TECHNIK

MACHT DRUCK T

Die Marktredwitzer „Labelisten“ perfektionieren den digitalen Etikettendruck

echnikverrücktheit im positiven Sinn ge-

zog die Firma unter dem Namen „Labels 24“

den. 2017 waren es stattliche 17,8 Mio. Die

hört zu Frank Plechschmidts Alltag. Mit

nicht weit davon entfernt in einen ehemaligen

Mitarbeiterzahl ist im Zeitraum von 2013 bis

seiner Fähigkeit, bei der Digitalisierung

Kuhstall ein, der dafür vom Boden bis zum

2019 von 1 auf 10 gestiegen. „Reibungslos

weiter zu denken als andere, hat sich der

Dach umgebaut wurde. Den Strom liefert teils

funktionierende digitale Schnittstellen sind

Marktredwitzer eine Sonderstellung auf dem

die hauseigene Photovoltaik-Anlage, teils eine

das Herzstück des gesamten Prozesses“,

hart umkämpften Markt der Digitaldruckerei-

benachbarte Biogas-Anlage. Plechschmidts

weiß Frank Plechschmidt. Die entsprechen-

en erobert. Denn innovativ läuft bei den „La-

Firmenfahrzeuge fahren mit Sonnenenergie

den Programme hat er in der Regel selbst

belisten“ vieles, nicht nur beim Digitaldruck.

bzw. mit Hybrid-Getriebe. 2019 erfolgte die

geschrieben, vom Bestelleingang bis zum

Umbenennung der Firma in „Labelisten“.

Warenausgang. In Verbindung mit einer ho-

Die Karriere des Self-Made-Mannes ist eine Geschichte wunderbarer Wandlungen: Nach seiner Ausbildung zum Mediengestalter Ende

hen Flexibilität (z.B. Über-Nacht-Lieferung)

SAUBERE UMSETZUNG

und fairen Preisen ist das Gesamtpaket kaum zu schlagen.

der 1990er Jahre tüftelte sich Frank Ple-

Zum Einsatz kommen nach wie vor konventi-

chschmidt als Selbstständiger sehr früh in

onelle Druckfarben, für Öko-Etiketten immer

Anonym wie bei einer Internet-Druckerei geht

die Programmierung von Webseiten hinein.

öfter aber auch ökologisch saubere Tinten

es bei den „Labelisten“ aber keineswegs zu.

Druckaufträge für Kunden liefen lange als

auf Wasserbasis. Die „Labelisten“ können bei

„Wir haben für alles Ansprechpartner und

Nebengeschäft mit, ohne eigene Druckerei.

beiden Verfahren schnell und optisch brillant,

kennen die Wünsche unserer Kunden ziem-

Es dauerte bis 2013, bis Frank Plechschmidt

in sechs Farben inkl. Deckweiß drucken, mit

lich gut“, betont Frank Plechschmidt. Wenn

mit der ersten eigenen Digitaldruckmaschine

variablen Formaten und Papieren, in variablen

die Bestellung aus der näheren Umgebung

den Stein ins Rollen brachte. Seine Firma

Stückzahlen ab einer Etikette aufwärts, bis

kommt und es zeitlich eng wird, fährt die

befand sich damals in einer umgebauten

hin zum individualisierten Seriendruck, bei

Firma diese gelegentlich auch selbst aus.

Doppelgarage, neben dem Privathaus im

dem jede einzelne Etikette anders aussieht.

Emissionsfrei, versteht sich.

Marktredwitzer Ortsteil Pfaffenreuth. 2016

2014 gingen 5 Mio. Labels hinaus zu Kun-

| OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

13


DIGITALISIERUNG

APPS

Der Name ist Programm: Astrid Köppel (rechts) und Angelika Nürnberger haben das Start-up „NEWWORKABLES“ gegründet, um neue Wege für die Arbeitswelt zu unterstützen. Die App CONCIDE verbessert Gemeinschaftsentscheidungen in Unternehmen. Foto: Hannes Bessermann

DIE LOGIK DES GELINGENS

1

8

9

Das Wunsiedler Start-up „NEWWORKABLES“ hat eine Problemlösungs-App für Team-Entscheidungen in Unternehmen entwickelt

W

as

unterscheidet

schlechten

gute

von

Während Team-Entscheidungen in Unternehmen

schlag damit in einer Gruppe die höchste

Entscheidungen?

oft noch per Abstimmung, nach dem demo-

Akzeptanz findet“, erklärt Astrid Köppel. Das

Ganz einfach: Es kommt drauf

kratischen Mehrheitsprinzip getroffen werden,

Ranking von Alternativen führt zu einem dif-

an. Irgendwie ahnt jeder, dass impulsives

geht CONCIDE einen anderen Weg. Denn bei

ferenzierten Ergebnis. Das Ziel dabei: eine

Entscheiden aus dem Bauch in komplexen

demokratischen Entscheidungen setzen sich

gut begründete Entscheidung, mit der sich

Situationen nicht optimal ist, dass aber

nicht selten die Meinungsführer durch. Das

am Ende alle wohlfühlen.

auch das berühmte Schema F wenig taugt.

birgt Konfliktpotenzial und führt immer wieder

Die Organisationsentwicklerin Astrid Köppel

zu einem Ping-Pong-Spiel der Argumente. Beim

und Angelika Nürnberger, ehemalige Ge-

Einsatz von CONCIDE werden zunächst Vor-

schäftsführerin der Farbenwerke Wunsie-

schlagsalternativen gesucht. Ein Beispiel: Eine

Angelika Nürnberger kann wie Astrid Köppel

del, haben eine clevere Methode aufgegrif-

Firma plant ein Teambuilding Event. Mit der App

auf eine Vielzahl von Beispielen verweisen, in

fen, mit der sich fundierte Entscheidungen

kann jeder gleichberechtigt Vorschläge einbrin-

denen die Methode funktioniert hat. CONCI-

treffen lassen. Ihnen geht es dabei primär

gen. Die Teilnehmer können diese Vorschlä-

DE kann, so ihre Auffassung, das gesamte

um Gemeinschaftsentscheidungen in Un-

ge, ähnlich wie bei einer WhatsApp-Gruppe,

Potenzial des Unternehmens nutzen und da-

ternehmen – ein großes Thema, von dem

kommentieren oder Rückfragen stellen. Zum

mit dem Wunsch der Mitarbeiter nach Mitge-

auch die Zufriedenheit am Arbeitsplatz ab-

Schluss können sie die Vorschläge im Einzelnen

staltungsmöglichkeiten gerecht werden.

hängt. Das Besondere an ihrem Konzept ist

bewerten, jedoch nicht nur mit einem groben

auch die Technik. Damit Unternehmen die

Dafür oder Dagegen, sondern mit einem Wert

CONCIDE ist also ein Angebot, um die Mit-

Methode flexibel und in selbstorganisierten

auf einer Skala von 0 (volle Zustimmung) bis 10

arbeiterzufriedenheit im Unternehmen zu

Teams umsetzen können, haben die Unter-

(maximale Ablehnung). Alles digital.

erhöhen und attraktiver Arbeitgeber für neue Fachkräfte zu sein.

nehmerinnen aus Wunsiedel das Start-up

14

„NEWWORKABLES“ gegründet und die App

„Auf diese Weise lässt sich feststellen wo der

CONCIDE® entwickelt.

Widerstand am geringsten ist und welcher Vor-

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

PRAXISBEWÄHRT

| OLIVER VAN ESSENBERG |

10


APPS

DIGITALISIERUNG

DIGITALISIERUNG – WEITER GEDACHT Das Bayreuther Unternehmen Living Logic ist bei der Entwicklung innovativer Technologien vorne dabei

G

Living Logic AG Markgrafenallee 44, 95448 Bayreuth Tel. 0921/5072079-0 W W W.L I V INGL O GIC .DE

oogle, facebook, Twitter, Uber, Air BnB... – Von Oberfranken aus betrachtet sind die beherrschenden IT-Konzer-

ne, die ihren Sitz allesamt im kalifornischen Silicon Valley haben, weit weg. Gilt das auch für Geschäftsmodelle, die richtig groß werden können? Der Bayreuther Mathematiker Dr. Alois Kastner-Maresch vertritt dazu eine Ansicht, die manche überraschen wird. Mit vier Fachkollegen der Universität Bayreuth hat der Oberfranke im Jahr 2000 das Unternehmen Living Logic gegründet, um aus der Forschung innovative Technologien zu entwickeln. „Wir sind kein facebook,“ sagt Kastner-Maresch. „Frech und mutig formuliert würde ich aber sagen: Living Logic hat

Apps-Technologie sei das Potenzial für sehr

ähnliches Potenzial, wobei wir am Tun orien-

viel mehr Wachstum da. LivingApps ist eine

tiert sind, nicht am Reden.“

Cloud Plattform, auf der jeder Nutzer nach dem Baukasten-Prinzip schnell und sicher

Alois Kastner-Maresch war selbst schon neun

Web-Applikationen erstellen kann, auch ohne

Monate lang im Silicon Valley unterwegs. Er

Programmierkenntnisse.

weiß, wie Technologien weltweit funktionie-

„Machen statt labern“, lautet das Motto von Alois Kastner-Maresch. Das von seiner LivingApps entworfene Drei-Stufen-Modell zeigt, welches Potenzial die Digitalisierung dabei bietet. Fotos: Living Apps

EIN WEB-BAUKASTEN FÜR VIELE ZWECKE

ren, sieht aber auch die kritischen Aspekte.

Die digitale Organisation von Veranstaltungs-

Wo bleibt die Entwicklung in Deutschland?

einladungen ist eine noch relativ simple Ein-

„Die Bedeutung der Eigeninitiative wird oft

satzmöglichkeit der Apps. Für die HelfRecht

Die Besonderheit von LivingApps: Nutzer

unterschätzt“, glaubt Kastner-Maresch. Mit

AG aus Bad Alexandersbad hat Living Logic

können ihre selbst entwickelten Lösungen

mehr Unterstützung von Investoren könne

eine andere, weitaus anspruchsvollere Infra-

auch anderen zur Verfügung stellen – kos-

man das Potenzial heben und in voller Aus-

struktur aufgebaut. Während HelfRecht früher

tenlos oder gegen Bezahlung. Die Plattform

prägung entwickeln, auch in Oberfranken.

viele Papierstapel und Ordner brauchte, um

ist ein sehr mächtiges Instrument: Mit Living-

Kastner-Mareschs Unternehmen beschäftigt

seine Planungsmethoden für eine zielorien-

Apps lässt sich ein Großteil der digitalen

derzeit knapp 20 hochqualifizierte IT-Mitar-

tierte Unternehmensführung zu unterrichten,

Kommunikation effizient gestalten, ob von

beiter. Mit der im Haus entwickelten Living-

kann dies alles nun digital gemanagt werden.

einer losen Sportgruppe, die sich zu Aktivitäten verabredet, von einem Verein, von Unternehmen, zwischen Organisationen etc. Das umständliche Hin- und Herwechseln zwischen zusammengewürfelten Werkzeugen wie MS Excel, E-Mail und den gerade passenden Cloud Plattformen könnte damit Vergangenheit sein. „In dieser Tiefe und Breite bietet so eine Technologie niemand sonst an“, betont Alois Kastner-Maresch. Die Zahl der Nutzer wächst stetig. Ob damit am Ende der ganz große Durchbruch gelingt, ist gar nicht die entscheidende Frage. Denn digitale Technologie „Made in Oberfranken“ kann auch durch einen Hidden Champion punkten. | OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

15


DIGITALISIERUNG

TELEMEDIZIN

LANDKREISE ENTDECKEN

DIE GESUNDHEITSREGION PLUS

Vorstellung des Projektes „Gesundheitsversorgung 4.0“ im Caritas Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth, Wallenfels. Im Bild, vordere Reihe (v.l.): Nina Ziesel, Projektmitarbeiterin am Landratsamt Wunsiedel, Melanie Huml, Bayerische Gesundheitsministerin und Vorsitzende von Oberfranken Offensiv, Cornelia Thron, Geschäftsführerin Caritasverband Kronach. Hintere Reihe (v.l.): MdL Martin Schöffel, MdL Jürgen Baumgärtner, Landrat Dr. Karl Döhler, Jens Korn, Bürgermeister Wallenfels, Ilona Frank, Pflegedienstleitung Paul-Gerhardt-Haus, Selb, Prof. Eymann, Fraunhofer Institut, Eva Maria Müller, Geschäftsführerin e2 Health, Matthias Fischer, Projektleiter „Digitales Land, digitale Kommune“, Frank Ebert, Geschäftsführer Oberfranken Offensiv, Ulrich Voit, Hausarzt. Foto: PR

O

Ein hoher Dokumentationsaufwand in der Pflege, Mangel an Arztpraxen in ländlichen Regionen, fehlender Informationsaustausch zwischen behandelnden Ärzten, Betroffenen und Angehörigen: Gerade im ländlichen Raum gibt es in der medizinischen Versorgung einige Problemfelder. Lesen Sie, wie die Digitalisierung hilft, einen Teil der Herausforderungen in den Fichtelgebirgs-Landkreisen zu meistern

PROJEKT „GESUNDHEITSVERSORGUNG 4.0“ Landkreis Wunsiedel ist Telemedizin-Vorreiter, Ausdehnung des Projektes auf den Landkreis Bayreuth in Planung

berfranken Offensiv e.V. führt seit Juni

den betreuenden Arzt übermitteln. Dieser emp-

sätzlich zu Seniorenheimen auch ambulante

2016 das vom Bayerischen Staats-

fängt die Meldung in seiner Praxis am Rechner

Pflegedienste beteiligen können. Sollte ein

ministerium der Finanzen, für Landes-

oder auch mobil. Die Pflegekraft kann dem Arzt

Hausbesuch nicht unbedingt notwendig sein,

entwicklung und Heimat geförderte Projekt

die Dringlichkeit der Meldung anhand eines am-

aber doch ein persönliches Gespräch zwi-

„Gesellschaft 4.0: Digitales Land – Digitale

pelähnlichen Farbsystems anzeigen. Eine rote

schen Patient und Arzt, kann dies dann per

Kommune“ durch. Im Rahmen des eingereich-

Meldung bedeutet beispielsweise, dass der

Videosprechstunde geleistet werden. Der Arzt

ten Konzeptes der „Gesundheitsregion Plus“

Arzt zeitnah, möglichst am gleichen Tag Kon-

nimmt dabei über Video, also visuell und akus-

wird im Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

takt mit dem Patienten aufnimmt, während die

tisch, Kontakt mit dem Patienten und dem Pfle-

das Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0“ rea-

niedrigste Stufe, eine weiße Meldung, ein bis

gepersonal auf, führt Verlaufskontrollen durch

lisiert. Es geht dabei um einen neuen Ansatz

zwei Tage Zeit hätte.

und klärt die weiteren Behandlungsschritte. Insgesamt 14 Mediziner, zwei Altenheime und

der allgemeinmedizinischen und hausärztliEin Ziel des Projektes besteht darin, mit Hilfe

ein ambulanter Pflegedienst aus dem Land-

der Digitalisierung einen Beitrag zur Verbesse-

kreis Wunsiedel sicherten ihr Mitwirken bereits

Bei dem innovativen und bundesweit einmali-

rung der medizinischen Daseinsvorsorge im

zu, denn die teilnehmenden Ärzte versprechen

gen Projekt kann der Pfleger in der digitalen

ländlichen Raum zu leisten. Darüber hinaus ist

sich davon Erleichterungen im Praxisalltag. Ak-

Pflegeakte eine Nachricht über den Gesund-

eine telemedizinische Anwendung in Form einer

tuell ist geplant, das erfolgreiche Projekt auf

heitszustand erstellen und verschlüsselt an

Online-Sprechstunde realisiert, an der sich zu-

den Landkreis Bayreuth auszudehnen. | PR |

chen Versorgung.

16

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


TELEMEDIZIN

DIGITALISIERUNG

ONLINE SPRECHSTUNDE Zugriff

Digitale Pflegeakte

PATIENT

ARZT VIDEO Sprechstunde

ambulant oder stationär

A P OT HEK E

Die Online-Sprechstunde als ergänzende Arzt-Patienten-Kommunikation. Quelle: Oberfranken Offensiv

Klassische Kommunikation

Praxistermine

Hausbesuche

ASDA – AMBULANT-STATIONÄRER DATENAUSTAUSCH Ein ausgezeichnetes Projekt in Stadt und Landkreis Hof

HACKATHON AN DER OTH WEIDEN

I

B

m Rahmen des Konzeptes „Gesundheits-

der IT-Vernetzung für eine bessere medizini-

region plus Stadt und Landkreis Hof“ ha-

sche Versorgung nutzen. Primäres Ziel des

ei einem „Hackathon“ (Wortmischung aus Hacking und Marathon) haben sich Expertenteams an die Lösung solcher

ben sich die beiden Arztnetze aus Hof,

Projektes ist die verbesserte sektorenüber-

die Unternehmung „Gesundheit Hochfran-

greifende Patientenversorgung. Gleichzeitig

ken“ (UGHO) und die „Ärztegenossenschaft

soll die Zusammenarbeit zwischen dem sta-

den entwickelten sie 2018 an der Ostbayeri-

Hochfranken“ (ÄGH) mit dem „Sana Klini-

tionären und ambulanten Sektor verbessert

schen Technischen Hochschule (OTH) in Wei-

kum Hof“ und den „Kliniken HochFranken“

werden. Das Projekt wurde 2017 mit dem

den kreative und digitale Lösungskonzepte.

zur Initiative „Ambulant - stationärer Daten-

„Bayerischen Innovationspreis Gesundheits-

Eine Fachjury kürte nach der Abschlussprä-

austausch ASDA“ zusammengeschlossen.

telematik“ ausgezeichnet. | PR |

sentation die besten Ideen. | PR |

Probleme gemacht. Innerhalb von 48 Stun-

Die Projektbeteiligten wollen die Chancen

Erfassungsfeld der digitalen Lösung beim Projekt „Gesundheitsversorgung 4.0“

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

17


DIGITALISIERUNG

NEUES GESCHÄFTSFELD

Christian Baier leitet bei NETZSCH die Digital Unit „NEDGEX“. Die Firma bietet Mitarbeitern einen Freiraum, in dem sie Ideen für digitale Geschäftsmodelle entwickeln können, so etwa bei einem internen IdeenWettbewerb (Bild daneben). Fotos: NETZSCH

GLOBAL PLAYER

W W W.NE D GE X . C OM

MIT START-UP-GEIST

D

Die „Digital Unit“ der Firma NETZSCH: Start einer spannenden Reise in die Welt von Industrie 4.0

igitale Start-ups, aus denen sich in Zu-

oder interne Prozesse zu verbessern. Jedoch

allem auch intern, die in Projekten der Digi-

kunft erfolgreiche Geschäftsmodelle

gibt es hier noch sehr viel mehr Potenzial, um

tal Unit etwas ganz Neues umsetzen können,

entwickeln können, sind in Metropolen

zum Beispiel Produktinnovationen oder neue

wofür sonst die Zeit oder das Budget fehle,

wie Berlin, Tel Aviv oder natürlich im Sili-

daten-basierte Geschäftsmodelle voranzutrei-

so Baier. Sich selbst sieht er in der Rolle des

con Valley zu Hause. Sagen sich viele und

ben. Genau hier setzt NETZSCH an.

Coaches und des Enablers, der Methoden

richten sich bei der Suche nach möglichen Geschäftspartnern an den urbanen Zentren aus. Wer im Fichtelgebirge nach einer Start-

18

kennt, um Ideen groß zu machen.

OFFEN FÜR KOOPERATIONEN

„Predictive Maintenance“ ist ein wichtiges

up-Schmiede sucht, die das Zeug zu etwas

Die „Digital Unit“ agiert als eine Art interner

Technologiefeld für die Digital Unit. Darunter

Großem hat, wird aber auch hier fündig: in

Inkubator, ein „Brutkasten“ also, um Ideen

versteht man die Fähigkeit von Maschinen,

Selb, bei der Firma NETZSCH.

und die zugehörigen Teams zur Reife zu ent-

die Wartung eines Ersatzteils zeitlich vorher-

wickeln. Und das möglichst schnell – denn Ge-

sagen zu können. Konsequent weitergedacht

Der Anlagen- und Maschinenbauer NETZSCH

schwindigkeit ist in der Welt der Digitalisierung

können Maschinen über Internetverbindung

agiert als Global Player, ist als Unternehmen

entscheidend. Die Leitung dieses Digitallabors

sogar die nötigen Ersatzteile automatisch

mit Stammsitz in Selb und den dort beschäf-

mit dem Namen NEDGEX übernahm Christian

bestellen, damit diese just-in-time ankommen

tigten Mitarbeitern aber fest im Fichtelgebir-

Baier. „Wir haben mit NEDGEX einen internen

und die Standzeiten der Maschine gegen null

ge verankert. Anfang 2019 hat das globale

Freiraum für Macher bekommen“, freut sich

gehen. NETZSCH hat das Prozesswissen,

Geschäftsleitungs-Team um den Geschäfts-

der 48-Jährige. „Dabei suchen wir ganz be-

um Maschinen mit anspruchsvoller Digital-

führenden Gesellschafter Moritz Netzsch

wusst den Erfahrungsaustausch mit anderen

technik zu bauen. Und die Digital Unit hat nun

hier eine „Digital Unit“ eingeführt. Eine konse-

Firmen und sind interessiert an Kooperationen,

die Möglichkeit, Lösungen zu entwickeln, die

quente Weiterentwicklung der Unternehmens-

zum Beispiel mit dem digitalen Gründerzent-

Daten und Maschinen miteinander vernetzen.

strategie: Viele Firmen setzen Digitalisierung

rum Einstein1 in Hof, das NETZSCH sponsert.“

Willkommen in der Industrie 4.0!

ein, um effizienter kommunizieren zu können

Das Ziel sei es, Mitarbeiter zu begeistern, vor

| OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


E-WORKING

DIGITALISIERUNG

„EIN ENORMES ENTGEGENKOMMEN“ Der öffentliche Dienst ist Vorreiter in Sachen Homeoffice – eine Familie aus Nagel freut sich darüber besonders

Stefanie Voit und Volker Wegner arbeiten von zu Hause aus und haben so mehr Zeit für die Familie. Fotos: Hannes Bessermann

S

tefanie Voit bewohnt in Nagel das Haus ihrer Eltern. Ruhige Lage am Ortsrand, einen Steinwurf vom Wald entfernt.

Zwischen ihrer Haustür und dem Sitz ihres Arbeitgebers, der Straf- und Bußgeldstelle des Hauptzollamts Schweinfurt am Dienstort Bamberg, liegen 92 Kilometer. Ihr Lebensgefährte, Volker Wegner ist ebenfalls Zollbeamter, aber noch deutlich weiter, ganze 143 km, vom Dienstort in Schweinfurt entfernt.

von beiden zu Hause ist. Ihr Büro können sie

persönlicher Vorlieben und wirtschaftlicher

Stefanie Voit hat zwei Kinder, das eine noch

zum Dienstsitz mitnehmen; denn beide arbei-

Erwägungen eine sinnvolle Alternative, son-

im Kindergarten, das andere in der Schule.

ten mit einem Laptop, den der Arbeitgeber

dern auch wegen der Vereinbarkeit von Fa-

Um Beruf und Familie unter diesen Voraus-

zur Verfügung stellt. Die Zeiterfassung erfolgt

milie und Beruf, so wie im Fall der Nagler

setzungen harmonisch zu vereinbaren, hätte

elektronisch, durch Ein- und Ausstechen. „Wir

Familie. Der öffentliche Dienst geht hier mit

es früher Zauberkräfte gebraucht. Heute ist

können hier in Nagel mit 100 Mbit/Sekunde

gutem Beispiel voran. Von Stefanie Voits und

das Kunststück schon mit einem gängigen

sicher und stabil Daten übertragen,“ sagt Vol-

Volker Wegners Kolleginnen und Kollegen

Internet-Anschluss und einem entgegenkom-

ker Wegner. 50 Mbit würden eigentlich genü-

macht ein großer Teil Home Office, darunter

menden Arbeitgeber möglich. Die Nagler

gen. So aber sei man für die Zukunft schon

auch einige Führungskräfte. Das Hauptzoll-

Patchworkfamilie profitiert davon enorm: Sie

jetzt gut aufgestellt. Und wenn die Gemeinde

amt Schweinfurt ist seit Dezember 2016 als

konnte im November 2018 ihre Familienzu-

Nagel, wie mit der Telekom vertraglich verein-

familienfreundlicher Arbeitgeber zertifiziert.

sammenführung feiern – dank Homeoffice.

bart, das Netz durch Glasfaser ersetzt, flie-

Gleitzeit- und Teilzeit-Modelle sind neben

ßen die Daten in Gigabit/Sekunde.

Home Office weitere Instrumente einer famili-

Volker Wegner hat seine Wohnung im Landkreis Schweinfurt aufgelöst und ist nach

enfreundlichen Ausrichtung. Auch diese Mög-

EFFIZIENZ IST MESSBAR

lichkeiten können Stefanie Voit und Volker

müssen sie und er noch pendeln, für Termi-

Dass Mitarbeiter von zu Hause viele Arbei-

ist schon ein enormes Entgegenkommen“,

ne vor Ort, aber auch für besonders sicher-

ten effizient erledigen können, manches so-

freut sich Volker Wegner.

heitsrelevante Aufgaben. Das Paar hat sich

gar besser als im Büro, lässt sich messbar

die Fahrtage so eingeteilt, dass immer einer

nachweisen. Telearbeit ist nicht nur aufgrund

Nagel gezogen. Nur zweimal in der Woche

Wegner in Anspruch nehmen. „Ich finde, das

| OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

19


DIGITALISIERUNG

E-GAMING

Studierende der Universität Bayreuth erforschen und entwickeln Programme für die kommenden Generationen von Computerspielen. Prof. Jochen Koubek (im Bild) leitet den Studiengang. Fotos: PR

KARRIEREZIEL: SPIELEINDUSTRIE

I

ch hoffe, im Laufe der Jahre gründet sich ein Games-Standort in Oberfranken.“ Das wünscht sich Professor Jochen Koubek,

der den Bachelor- und Masterstudiengang im Bereich Computerspielwissenschaften an der

Die Universität Bayreuth bietet einen Studiengang im Bereich Computerspielwissenschaften an und will damit Start-ups auf den Plan rufen

Universität Bayreuth betreut. Computerspiele nehmen einen immer größeren Stellenwert

„Das primäre Ziel ist nicht, im Studium ein

Zugangsweisen aus. Heißt konkret: Den

ein. Zusätzlich zu klassischen Spielkonsolen

marktreifes Spiel heraus zu bringen“, erklärt

Studenten wird beigebracht, wie sie eine

und Computern kann heute auf jedem Handy

Jochen Koubek. „Wir zeigen, wie das Medium

Idee entwickeln und wie aus der Idee ein

oder Tablet gespielt werden – ein Markt, von

funktioniert und vermitteln die Kompetenzen,

Prototyp ihres Spieles entsteht, der anschlie-

dem in naher Zukunft vielleicht auch die Re-

mit denen man ein Spiel entwickeln und pro-

ßend verfeinert wird. Wichtig ist auch, dass

gion profitieren kann. Der Grundstock dazu

grammieren kann.“ Koubek hofft, dass viele

die Studenten lernen, dass die Entwicklung

wird durch den passenden Bachelor- oder

Absolventen hier in der Region eine Spielefir-

eines Spiels Teamarbeit ist, bei der zusam-

Masterstudiengang im Bereich Computer-

ma gründen und sich damit die Spieleindustrie

mengearbeitet werden muss und jeder weiß,

spielwissenschaften an der Universität Bay-

in Oberfranken entwickelt. „Das ist so unwahr-

wer bei welchem Schritt oder Entwicklungs-

reuth gelegt.

scheinlich, dass es klappen kann“, sagt er mit

prozess eingreifen muss, damit etwas Gu-

einem Lächeln.

tes entsteht. Ein Beispiel dafür ist das Spiel

Wer mehr zu den einzelnen Studiengängen und den Zugangsvoraussetzungen wissen will, kann sich bei der Universität Bayreuth online unter C OMP U T E R SP IE LW IS SE NS C H A F T E N. UNI - B AY R E U T H.DE

informieren oder per E-Mail an jochen.koubek@uni-bayreuth.de.

„Reblob“, das, im Play-Store als Demo und

PRAXIS UND WISSENSCHAFT HAND IN HAND

als Kaufversion verfügbar, von Bayreuther

Die Universität Bayreuth tut auf jeden Fall al-

unterstützen, vielleicht ist irgendwann der

les dafür, dass der Wunsch Wirklichkeit wer-

große Wurf dabei, der auf die ganze Region

den kann. Die Computerspielwissenschaften

ausstrahlt“, sagt Koubek.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

unternimmt sehr viel, um Gründungsideen zu

zeichnen sich nach eigenen Angaben durch eine intensive Verbindung von theoretischanalytischen mit praktischen-konzeptuellen

20

Studenten entwickelt wurde. „Die Universität

| HOLGER KAMECKE |


E-GAMING

DIGITALISIERUNG

Michael Bittner, E-Gamer aus Helmbrechts und stolzes Mitglied der Nationalmannschaft. Foto: Werder Bremen

WENN DER COMPUTER ZUM SPORTGERÄT WIRD

Michael „MegaBit“ Bittner gehört zu den besten e-Sport FIFA-Spielern der Welt und zur deutschen Nationalmannschaft

D

er Triumph hatte sich nicht angedeu-

gehört zur deutschen Nationalmannschaft.

abseits des Spielens konzentrieren. Dazu

tet: Wie aus dem Nichts konnte sich

„Jüngst konnte ich auf nationaler Ebene einen

gehört, dass man regelmäßig Videos und

Michael Bittner aus Helmbrechts 2016

großen Erfolg feiern, denn ich konnte mit mei-

Livestreams auf YouTube oder Twitch bringt.

für den FIFA eWorld Cup in New York qualifi-

nem Verein Werder Bremen die erstmals von

Außerdem ist man viel unterwegs, entweder

zieren. Bei dem Cup lernte der heute 20-jäh-

der DFL ausgerichtete Virtual Bundesliga Club

wegen Turnieren, die meist in Europa, aber

rige auch den ersten deutschen Profispieler

Championship gewinnen.“

auch international stattfinden, oder aufgrund

kennen. „Da habe ich das Potenzial erkannt, mir meinen Traum von einer Zusammenarbeit mit Profivereinen erfüllen zu können“,

von Medien- oder Sponsorentreffen.“

BIS ZU ACHT STUNDEN TRAINING

Große Turniere stehen wieder im Frühjahr

erzählt Bittner, der FIFA auf der Xbox spielt.

Der Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit.

an. Besonders hervorzuheben sind dabei die

Von da an nahm seine Karriere richtig Fahrt

„FIFA erscheint einmal jährlich. Da sich das

Virtual Bundesliga, Erfolge mit der National-

auf, während e-Sport gleichzeitig immer po-

Spiel von Jahr zu Jahr weiterentwickelt, muss

mannschaft und der FIFA eWorld Cup 2020.

pulärer wurde. Inzwischen übertragen selbst

man sich besonders in der Anfangszeit dar-

Michael Bittner rechnet sich gute Chancen

Sportsender wie Sport 1 die virtuellen Fuß-

auf neu einstellen und deswegen circa fünf

aus und möchte extrem weit kommen. Wir

ballspiele live.

bis acht Stunden täglich spielen. Nach ein bis

drücken die Daumen.

zwei Monaten hat man das Spiel verinnerlicht Michael „MegaBit“ Bittner hat sich seinen

und kann sich vermehrt auf die Aufgaben

| HOLGER KAMECKE |

Traum erfüllt, seit 2018 ist er Profispieler beim SV Werder Bremen. „Mein größter internationaler Erfolg war der Sieg bei den FIFA 18 Global Series Playoffs. Das war nach dem FIFA eWorld Cup das wichtigste Turnier der ganzen Saison und auch das Turnier, das die WM-Teilnehmer ermittelt hat. Als Gewinner durfte ich also als Nummer Eins der Welt zur WM anreisen und antreten.“ Auch in Deutsch-

E-SPORT

Unter E-Sport versteht man den sportlichen Wettkampf zwischen Menschen mit Hilfe von Computerspielen. Die wohl bekanntesten Spiele sind League of Legends und die Fußballsimulation FIFA, die Michael Bittner erfolgreich auf seiner Xbox spielt. Aufgrund des immer stärker wachsenden Marktes haben mittlerweile etliche Fußballklubs auch E-Sport Mannschaften für FIFA gegründet. Wichtig ist vor allem eine gute Hand-Augen-Koordination und eine schnelle Reaktion.

land ist er mittlerweile die Nummer Eins und

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

21


DER FRÜHE VOGEL

DIGITALISIERUNG

E-GAMING

auf

: T Z T JE

R H U 5 AB

Fichtelgebirge 97,3 Selb 93,4, Münchberg 98,1 Hof 94,0, Frankenwald 96,5

DAB + und online: ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5 22www.extra-radio.de

Weißenstädter See

Foto: Shutterstock

NE G R O M R WECKE


TIPPS

DIGITALISIERUNG

Gastbeitrag MEINE DATEN GEHÖREN

MIR

ZUR PERSON Frank Bauer, 1973 geboren in Mühldorf am Inn (Oberbayern), wuchs „offline“ auf dem Land auf. Ersten Kontakt mit der Computertechnik hatte er 1986, als der Commodore Heimcomputer noch „das große heiße Ding“ war. Seit 1994 ist er selbständig im Bereich Informationstechnik, seit 2016 vom Fichtelgebirge aus. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Beratung von Unternehmen im Bereich IT und Software.

M

Der IT-Experte Frank Bauer gibt Tipps zum sorgsamen Umgang mit Daten und erklärt, wie sich Passwörter möglichst gut schützen lassen

it dem Begriff Digitalisierung ver-

Beiträge gespeichert oder abgelegt werden

chert sein. Kennwörter mit Längen von mehr

band man ursprünglich die Umwand-

und die Einstellungen der jeweiligen Platt-

als acht Zeichen, die Verwendung von Groß-

lung von analogen Informationen in

form genau prüfen. Unbefugte sollen keinen

und Kleinschreibung, Sonderzeichen, Zahlen

digitale Formate. Heutzutage verstehen die

Zugriff auf die Daten erhalten. Das erfordert

sollten inzwischen zum Standard gehören.

meisten Menschen aber darunter ganz all-

auch, Passwörter regelmäßig zu ändern und

gemein den digitalen Wandel in der Gesell-

für jeden Dienst, jede App, die einen Login

Sorgen Sie außerdem dafür, dass Ihre Ge-

schaft, Wirtschaft, Kultur, Bildung, Politik...

(Anmeldung) benötigt, unterschiedliche Pass-

räte auf dem aktuellsten Software- bzw.

Daten, die wir als Benutzer der Technik ge-

wörter zu verwenden. Sicherheit geht leider

Betriebssystemstand

nerieren, dienen vielen Firmen als Quelle für

meistens zu Lasten des Komforts und des

und Firewalls regelmäßig aktualisiert wer-

Einkommen. Die Daten wurden auch schon

Zeitaufwands.

den. Auch wenn Angriffe dadurch nicht

als das „Öl der Gegenwart“ bezeichnet. Viele Dienste wie Apps auf dem Smartphone oder

sind,

Virenscanner

ausgeschlossen sind, lassen sich durch die

PASSWORT-TRESORE

genannten Maßnahmen die potentiellen Ri-

sind zwar kostenlos. Doch was erhalten die

Für die Verwaltung von Passwörtern und

es sich, mit vertraulichen Informationen be-

Firmen als Gegenleistung von uns? Richtig

Login-Daten haben sich sogenannte Pass-

sonders sorgfältig und kritisch umzugehen.

– die Daten bzw. unser Nutzungsverhalten.

wort-Tresore bewährt. Dies sind Programme

Das Bundesamt für Sicherheit in der Infor-

Nur wenn uns dies bewusst ist, können wir

bzw. Apps, in denen man alle Zugänge zu

mationstechnik hat es mit einem prägnanten

auch verantwortungsvoll damit umgehen.

Webseiten, Anwendungen usw. verschlüsselt

Satz dargestellt: „Seien Sie wachsam und

speichern kann. Selbstverständlich sollte der

vorsichtig.“ Das bedeutet: Nutzen Sie nicht

Aus diesem Grund sollte man sich gut

Zugang zu dieser Anwendung nicht unbedingt

nur die Technik, sondern auch Ihren gesun-

überlegen, bei wem welche Fotos, Filme,

mit einem nur vierstelligen Zahlencode gesi-

den Menschenverstand!

Clouddienste zum Speichern von Dateien

siken reduzieren. Darüber hinaus empfiehlt

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

23


FOKUS: REHAU

Innovative Betriebe, Spitzenleistungen aus Kunst und Kultur, eine intakte Naturlandschaft mit vielen Freizeitmöglichkeiten – genau, diese Merkmale machen das Fichtelgebirge aus. In besonderer Weise auch Rehau. Die am nördlichen Rand des Fichtelgebirges gelegene Stadt kann aber nicht nur mit den eingangs genannten Stärken punkten. Denn Rehau glänzt darüber hinaus mit Facetten, die für einem Ort mit weniger als 10.000 Einwohnern durchaus überraschend sind: eine starke Wirtschaft, ein umfangreiches Angebot an Dienstleistungen und eine architektonische Modellstadt, die bayernweit einzigartig ist.

24

SEITE ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

24- 39

Das Alte Rathaus (links) beherbergt das Museumszentrum und einen Saal, der auch für Konzerte genutzt wird. Zudem sind hier die Stadtmodelle ausgestellt, die Rehaus Topographie vor und nach dem Stadtbrand von 1817 veranschaulichen (S. 25). Foto: Feldrapp


ORTSPORTRÄT

FOKUS: REHAU

REHAU INNOVATIONEN SEIT GENERATIONEN I

ndustriestadt im Grünen“ lautete über

der Stadt seit dem frühen 19. Jahrhundert

sich kreuzenden Straßen und einem weiten

Jahrzehnte der Slogan der Stadt. Da sich

zurückzublicken. Eine vorausschauende Pla-

großzügigen Marktplatz. Wie aus einem Guss

unter einer Industriestadt viele rauchende

nung lag schon der Entscheidung zugrunde,

entstanden klassizistische Häuserreihen, die

Schlote und graue Fassaden vorstellen und

Rehau nach dem katastrophalen Stadtbrand

seitlich durch Brandmauern geschützt waren

dies für Rehau auf keinen Fall mehr zutrifft,

von 1817 als Modellstadt aufzubauen.

und deren Giebel (=Brandwand), anders als

entschied sich die Stadtverwaltung 2007 unter Bürgermeister Michael Abraham für eine neue Kernbotschaft. Der seitdem etablierte Slogan „Raum für Visionen“ soll die Tatsache betonen, „dass vorausschauendes

bei typisch fränkischen Fachwerkhäusern, DER STÄDTEBAULICHE WURF SOLLTE ZUM VORBILD FÜR ALLE WEITEREN STÄDTE WERDEN

Denken die Stadtentwicklung entscheidend

nicht zur Straße ausgerichtet sein sollten. Der städtebauliche Wurf sollte zum Vorbild für alle weiteren Städte werden, die nach ähnlichen Katastrophen neu aufgebaut werden müssten. Da die Modellstadt damals nur

geprägt hat und immer noch prägt“, so

Baukondukteur Baumann entwarf den Grundriss

mit großen Schwierigkeiten umgesetzt wer-

Bürgermeister Abraham. Um dies zu ver-

der Stadt nach damals neuesten Erkenntnissen

den konnte, blieb Rehau letztlich jedoch ohne

deutlichen, lohnt es sich, auf die Geschichte

auf dem Reißbrett, mit breiten, rechtwinklig

Nachahmer.

Stadtmodell vor dem Brand

Stadtmodell nach dem Brand

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

25


FOKUS: REHAU

ORTSPORTRÄT

Eine lebendige Innenstadt, interessante Architektur, abwechslungsreiches Kulturangebot – Rehau hat viele Facetten. Im Bild: der zentrale Maxplatz

LEDER, PORZELLAN UND KUNSTSTOFF

Eine weitere Lederfabrik entstand 1907 mit

Für Erfinder und Gründer ist Rehau ein gu-

der „Fränkischen Lederfabrik“ der Familie

tes Pflaster. Die REHAU AG trägt diese Bot-

Winterling. 1948 wurde diese dann von Hel-

schaft mit ihrem Firmennamen in die Welt

mut Wagner (Enkel des Mitbegründers Johann

hinaus und macht damit zugleich beste Wer-

Es ist genau diese Fähigkeit, sich selbst neu

Georg Winterling) übernommen und ist heute

bung für die Stadt. Einem ursprünglichen

zu erfinden, die die Stadtverwaltung, die Wirt-

eine der international führenden Premium-

Geschäftsfeld, nämlich der Produktion von

schaftsbetriebe und die Menschen der Stadt

marken für polymerbasierte Lösungen – die

Halteschlaufen für Fahrer und Beifahrer des

auszeichnet. Gewiss, Wirtschaft und Politik

REHAU AG.

VW Käfer, ist der Kunststoff-Spezialist dabei

müssen nicht stets von null anfangen, um im

längst entwachsen.

Wandel zu bestehen, wohl aber bereit sein,

Neben der Lederherstellung war Rehau ab

aus eigener Kraft Neues zu schaffen, über

den 1880er Jahren auch die Stadt des Por-

Zahlen unterstreichen die Wirtschaftskraft:

sich selbst hinaus zu wachsen.

zellans. Die 1880 gegründete Handelsgesell-

Die Stadt bietet rund 6000 Menschen einen

schaft Zeh, Scherzer & Co. produzierte bis

Arbeitsplatz, bei knapp 9500 Einwohnern!

Eine starke Wirtschaft lebt von dieser Fähig-

1992 ihre breite Palette an Porzellanproduk-

Davon pendeln jeden Tag über 4000 Ar-

keit: Rehau war seit dem 17. Jahrhundert

ten in Rehau. Im ehemaligen Firmengebäude

beitskräfte ein. Der Wirtschaftsförderer der

eine traditionelle Lederstadt. Etwa 30 Gerbe-

ist heute eine Stätte für Kunst entstanden,

Stadt Rehau, Bernd Köppel, verwendet da-

reien hatten sich hier angesiedelt. Aufgrund

REHAU ART.

her auch gerne die Formulierung „Innovatio-

des Viehhandels war der Rohstoff vorhanden, der Wald bot ausreichend Fichtenrinde zum Gerben, die Flüsse führten weiches Wasser,

nen seit Generationen“, um die Identität der DIE STADT BIETET RUND

sieren. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist

in das die Häute und das Holz eingelegt wur-

6000 MENSCHEN EINEN ARBEITSPLATZ,

es, den heimischen Betrieben bei Erweite-

den. 1883 bauten die Gebrüder Linhardt die

BEI KNAPP 9500 EINWOHNERN!

rungsbedarf schnell und unbürokratisch zu

erste Lederfabrik in der Stadt. Als diese 10 Jahre später niederbrannte, trennten sich die

26

Stadt und ihrer 29 Ortsteile zu charakteri-

helfen. Ein gutes Beispiel hierfür bietet seinen Worten zufolge die Firma LAMILUX, die

Brüder geschäftlich und bauten sich jeweils

Porzellangeschichte schrieb zudem die Firma

im Jahr 1909 als Holzbauwerk gegründet

eine eigene neue Lederfabrik auf. 1979 wur-

Hertel, Jacob & Co., die von 1905 bis 1970

wurde und heute rund 1200 Arbeitsplätze

de die Firma von Joseph Lindhardt schließ-

bestand. Der Betrieb war in den 1960er Jah-

bietet (S. 31). Für sie hat die Verwaltung im

lich in die SÜDLEDER GmbH überführt und

ren kurzzeitig im Besitz der Firma Melitta, die

Gewerbegebiet Frauenberg entsprechend

ist heute die größte Gerberei Deutschlands.

in Rehau Kaffeefilter und Ähnliches aus Por-

Platz geschaffen, damit diese ihr Geschäft

Als sein Bruder Ernst Linhardt 1986 bankrott-

zellan produzierte. Heute produziert an die-

mit hochwertigsten Kunststofflösungen suk-

ging, wurde auch seine Firma von der SÜD-

sem Standort die Firma Kaufmann Keramik

zessive ausbauen kann.

LEDER GmbH übernommen.

ihre hochwertigen Ofenkacheln.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


ORTSPORTRÄT

FOKUS: REHAU

Auf dieser Seite: die Ludwigstraße, Freibad Rehau, Pavillon-Skulptur von Max Bill vor dem Kunsthaus Rehau, das Prof. Eugen Gomringer aufgebaut hat. Fotos: Feldrapp

FLAIR EINER GUT FUNKTIONIERENDEN KLEINSTADT Stolz ist man in der Stadt aber nicht nur auf die wirtschaftlichen Ansiedlungen, zu denen beispielsweise auch Schwarz Elektromotoren und viele Handwerksbetriebe zählen. Die Rehauer schätzen auch das Flair einer gut funktionierenden Kleinstadt. Der breit aufgestellte Wirtschaftsstandort trifft auf eine gute Infrastruktur, ein umfangreiches Kulturangebot und eine intakte Naturlandschaft. Mit Freizeitangeboten wie z.B. Radtouren und Skifahren rund um den Kornberg oder einem der schönsten Freibäder in der Region bietet Rehau Raum für Entschleunigung. Inzwischen sind auch die umliegenden Dörfer, die 1978 zum großen Teil eingemeindet wurden, in den Sog der Stadtentwicklung geraten. Die Folge: Rehau konnte die negativen Prognosen, die der Kommune hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung gesetzt wurden, abwenden. Leerstände sind selten. Das ist nach Ansicht des Wirtschaftsförderers Bernd Köppel auch ein Verdienst der vorausschauenden Stadtpolitik. Den Bau von Nahversorgungzentren am Stadtrand habe die Verwaltung abgelehnt. Mit einer aufwendigen Neubauaktion sei die Drogerie-Kette Rossmann extra in die Stadt gelockt worden, damit die Kaufkraft nicht abfließt.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

27


FOKUS: REHAU

ORTSPORTRÄT

Um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern, nutzt Rehau seit Jahrzehnten konsequent die Möglichkeiten der Städtebauförderung und das mit sehr sehenswerten Ergebnissen. Davon können sich Besucher leicht überzeugen, ob beim Bummel durch die Modellstadt, bei einem Abstecher ins Kunsthaus Rehau oder bei einer der vielen Veranstaltungen (Infokasten unten). Der dem bayerischen König Max I. gewidmete Maxplatz ist dabei das pulsierende Zentrum der Stadt. Hier geht 2019 die Sommerlounge des Fördervereins Fichtelgebirge über die Bühne (S. 39). Einmal mehr lädt die Veranstaltung dabei auch zu einer Begegnung mit der tschechischen Nachbargemeinde ein. Die nur 15 Kilometer entfernte Stadt Asch, seit 2001 Partnerstadt von Rehau, ist in allen Projektphasen in das Event eingebunden. Es gibt viele gute Gründe, nach Rehau zu kom-

Eine Skulptur für die Flussperlmuschel – In der Umgebung von Rehau gibt es Europas höchstes Aufkommen der seltenen Muschelart. Foto: Feldrapp

men. Wo und wie? Lesen Sie einfach weiter! | OLIVER VAN ESSENBERG |

JAHRES-VERANSTALTUNGEN AB JUNI 2019 05.- 09.07.2019 HEIM AT- UND W IE SENF E S T 0 4.07.2020 S TA D T F E S T Die beiden Volksfeste sind wahre Publikumsmagnete, am ersten Wochenende im Juli, jährlich im Wechsel, das Wiesenfest findet am Festplatz am Jahnstadion statt, das Stadtfest mitten in der Innenstadt R EH AUER K ULT UR HER BS T Von September bis November sind kulturelle Veranstaltungen für jedermann geboten, vom Klassischen Konzert, über das Kabarett bis hin zur Ausstellung für Kunstbegeisterte K ULT UR TAGE 06. - 08.09.2019 Ein dreitägiges Kulturfeuerwerk mit vielen Konzerten, einer verkaufslangen Nacht und Wirtshausnacht, am ersten Wochenende im September, Innenstadt 29.11. - 01.12.2019 L EBK UCHENM A R K T Mit über einem Dutzend Lebküchnern aus drei verschiedenen Ländern und anderen weihnachtlichen Genüssen, einzigartig in Deutschland, Maxplatz

28

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

Auswahl

15.12.2019 W EIHN ACH T SM A R K T Vorweihnachtliche Stimmung mit Lichterglanz, weihnachtlichen Leckereien und Geschenkideen, Markt mit Programm, Maxplatz 26.0 4.2020 F RÜHL INGSM A R K T Mit Flohmarkt, Kunsthandwerkern und einem Tag der Hilfsorganisationen, Maxplatz MI T T E M A I 2020 L A MIL U X CI CL ASSICS Großes Radrennen mit Wettbewerben für Profis und jedermann, Start/Ziel: Lamilux-Firmengelände MI T T E M A I 2020 MINI - EM Eine feste Größe im internationalen Nachwuchsfußball, mit Teams aus mehr als einem Dutzend Nationen, an zwei Tagen in Franzensbad, Finale in Rehau am Fußballplatz des Sportzentrums


ORTSPORTRÄT

FOKUS: REHAU

Pulsierendes Zentrum und Idylle (im Uhrzeigersinn von links): der zentrale Maxplatz, Umzug beim Wiesenfest (vorne, Bildmitte: Bürgermeister Michael Abraham), Loipe Faßmannsreuth, Schulaufführung beim Wiesenfest. Fotos: Feldrapp

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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

29


FOKUS: REHAU

GESTALTEN SIE MIT UNS DIE ZUKUNFT IHRE PERSÖNLICHE UND DIE DER REGION Wir leben in einer dynamischen Welt, in der sich viel verändert. Als Unternehmen beschäftigen wir uns täglich mit der Zukunft: mit neuen Trends und aktuellen Herausforderungen. Jetzt laden wir Sie ein, mit uns über die Zukunft unserer Region zu diskutieren. Haben Sie Ideen, wie unser Hochfranken aussehen soll? Wissen Sie genau, was uns noch fehlt? Dann besuchen Sie uns im Vorfeld der Sommerlounge am 1. August von 14 bis 16 Uhr in unserem Betriebsrestaurant LaMEETeria und erschaffen Sie mit uns einen Zukunftsradar für die Region.

30

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


UNTERNEHMEN

FOKUS: REHAU

Die Familie Strunz führt die Geschäfte bei LAMILUX nach bester Art eines Familienunternehmens. V.l.: Dr. Dorothee, Alexander, Johanna und Dr. Heinrich Strunz. Der Mittelständler produziert in Rehau, darunter Glasdachkonstruktionen wie auf dieser Seite zu sehen. Foto: PR

ZUKUNFT IST HERKUNFT vereint die Werte eines UND EINIGES MEHR LAMILUX Familienunternehmens mit globaler Offenheit

2

019 kann das Rehauer Unternehmen

verstärkten Kunststoffen. Der Umsatz lag

Die 1200 Mitarbeiter werden mit vielen An-

LAMILUX auf 110 Jahre Firmenge-

2018 bei 317 Millionen Euro (2017: 263

geboten gefördert. Das fängt bei den Aus-

schichte zurückblicken. Um so lange

Mio.). Die Weichen für die Spezialisierung auf

zubildenden an. Diese sind für ein bis zwei

am Markt bestehen zu können, braucht es

Kunststoffe und Licht wurden in den 1950er

Stunden pro Woche für ehrenamtliche Tätig-

viele wirtschaftliche Erfolge und Menschen,

Jahren gestellt. Hier wurde die Firma auch

keiten von der Arbeit freigestellt. Das stärkt

die mit viel Engagement am Erfolg mitgewirkt

in LAMILUX umgetauft – ein Kunstwort aus

die Selbst- und Sozialkompetenz, ist man im

haben. Dabei gleicht die Historie des Famili-

„Lami“ für Laminat und „Lux“ für Licht.

Unternehmen überzeugt. Um Spitzenqualität

enunternehmens nicht dem eines klassischen Traditionsunternehmens, das seit jeher in nur

produzieren zu können, legt LAMILUX zudem

SOZIALES ENGAGEMENT

großen Wert auf eine breit aufgestellte Mitar-

gut 60 Jahren musste man das Geschäft na-

Damit das Unternehmen seine Marktpositi-

tig ist der Geschäftsführung insbesondere

hezu neu erfinden, und bei aller Kontinuität

on behaupten und ausbauen kann, gilt es

auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

hat sich LAMILUX diese Offenheit gegenüber

nach vorne zu schauen. Vor diesem Hinter-

Die LAMILUX-Stiftung unterstützt dies sogar

Veränderungen bis heute bewahrt.

grund hat LAMILUX im Jahr 2015 einen „Zu-

mit dem Bau einer Kindertagesstätte in Re-

kunftsradar“ eingeführt. Die Experten des

hau. Diese wird aber nicht nur den Kindern

Die Anfänge des Rehauer Mittelständlers

Projektteams stammen aus allen Abteilun-

von Mitarbeitern, sondern auch anderen El-

gehen auf einen kleinen Handwerksbetrieb

gen des Unternehmens, da LAMILUX nicht

tern offen stehen. 2019 fällt der Spatenstich,

zurück. 1909 gründete der Zimmermeister

nur wirtschaftlichen und technologischen

im Sommer 2020 soll das Haus Eröffnung

Heinrich Strunz, der Urgroßvater des jetzigen

Trends, sondern auch dem Sozialen hohe

feiern. Ein weiterer Meilenstein in der Firmen-

Inhabers Dr. Heinrich Strunz, ein Holzbau-

Bedeutung beimisst.

geschichte. | OLIVER VAN ESSENBERG |

einer Zentraldisziplin zu Hause ist. Denn vor

beiterschaft und interne Weiterbildung. Wich-

Unternehmen. In das einstige Wohnhaus, die alte Villa der Familie, ist inzwischen die Anmeldung für Besucher eingezogen. Produziert wird heute noch am selben Standort, jedoch unter völlig anderen Voraussetzungen: LAMILUX ist einer der technologisch richtungsweisenden Hersteller von Tageslichtsystemen, multifunktionalen

Glasdachkonstruktionen

und komplexen Gebäudesteuerungen sowie ein weltweit führender Produzent von HighTech-Composites aus carbon- und glasfaser-

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

31


FOKUS: REHAU

ALS DIE BILDER SPRECHEN LERNTEN Dr. Hans Vogt und die Erfindung des Tonfilms

D

as 19. Jahrhundert gilt aufgrund immen-

sah er sich sich allerdings mit zunehmenden

ser wirtschaftlicher Fortschritte und

Schwierigkeiten konfrontiert. Es sollten ins-

Errungenschaften bis heute in vielerlei

gesamt 14 Jahre vergehen, bis er 1918 mit

150 PATENTE WURDEN

Hinsicht wegweisend. So kam man in dieser

Joseph Massolle und Jo Engl zusammen den

Epoche auch dem langgehegten Wunsch,

Weg für den Tonfilm ebnen konnte. Die Grün-

IM L AUFE DER ENT WICKLUNG

die flüchtigen Augenblicke des Lebens für

dung der Gesellschaft „Tri-Ergon“ („Das Werk

die Nachwelt zu konservieren, näher als je-

der Drei“) am 1. Juli 1919 gilt als Geburts-

mals zuvor: 1826 hatte Joseph Nicéphore

stunde des Tonfilmverfahrens. Zu dessen

Niépce die weltweit erste „Photographie“ an-

Marktreife sollten noch einmal drei Jahre ver-

der Ton in elektrische Frequenzen umge-

gefertigt, womit fixierte Momentaufnahmen

gehen. Mehr als 150 Patente wurden im Lau-

wandelt, die mittels einer Lampe für die un-

möglich geworden waren. „Lebende“, sich

fe der Entwicklung angemeldet, bis am 17.

terschiedlich starke Belichtung einer neben

bewegende Bilder aber schienen noch immer

September 1922 im Berliner Alhambra-Kino

dem Film laufenden Tonspur sorgten. Beim

in weiter Ferne. Es sollte knapp 70 Jahre dau-

der erste Film vorgeführt werden konnte, bei

Abspielen wurde diese Belichtung in elektri-

ern, ehe es tatsächlich gelang, durch eine

dem Bild und Ton absolut synchron abliefen.

sche Spannung rückgewandelt, die wieder-

Reihenbelichtung auf ein Trägermaterial den

Die zugrundeliegende Idee des Erfindertrios

um mittels Röhren in hörbare Tonfrequenzen

ersten ‚Film’ zu produzieren. Er zeigte Arbei-

war schlichtweg genial: Durch Röhren wurde

übertragen werden konnte.

ter, die die Fabrik der Erfinder, die Gebrüder Lumiere, verließen. Endlich waren die Aufnahmen zum Leben erwacht, jedoch fehlte nach wie vor ein entscheidendes Element des Zwischenmenschlichen: der Ton. Die Bilder lebten, doch blieben sie stumm. DURCH RÖHREN WURDE DER TON IN ELEK TRISCHE FREQUENZEN UMGEWANDELT, DIE MIT TELS EINER L AMPE FÜR DIE UNTERSCHIEDLICH STARKE BELICHTUNG SORGTE Hans Vogt, 1890 als Sohn eines Schmiedes im Örtchen Wurlitz geboren, hatte sich bereits in jungen Jahren mit der Verbindung von Bild und Ton beschäftigt. Seine Überlegungen sahen vor, den Ton direkt auf die Filmrolle aufzuzeichnen. Bei dem Versuch, ein entsprechendes Verfahren zu entwickeln,

ANGEMELDET


FOKUS: REHAU

Die Stadt Rehau hat Dr. Hans Vogt eine Dauerausstellung gewidmet. Im Museumszentrum sind viele Apparate aus der Frühzeit des Tonfilms zu sehen. In einer alten Werkstatt, nur zwei Straßen vom Museumszentrum am Maxplatz entfernt, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, fast so, als würde Hans Vogt gleich um die Ecke kommen.

EINE ERFINDUNG MACHT WELTKARRIERE Die Revolution des Lichtspieltheaters war fort-

DURCHBRUCH AUF UMWEGEN

an nicht mehr aufzuhalten, wobei mit dem Vo-

So weltverändernd dieser Tag auch war,

der Kopplung von Kinematograph und Gram-

ranschreiten der Technik auch die Konkurrenz

drohte der Tonfilm selbst zum Fiasko zu wer-

mophon zurück. Das führte zwar zu einer

wuchs; insbesondere zwischen amerikani-

den: Das geringe Interesse der Filmstudios,

denkbar schlechten Audioqualität und Syn-

schen und deutschen Produktionsfirmen kam

deren Stars sich auf die stumme Darstellung

chronität, dennoch war „The Jazz-Singer“ der

es immer häufiger zu Streitigkeiten über die

konzentrierten, ließ die Erfindung in der Ver-

Beginn einer neuen Ära, da man sich nun auch

Verfahren. Bei einer Konferenz in Paris handel-

senkung verschwinden. 1923 verkaufte das

in Deutschland wieder an die Produktion von

ten die Konkurrenten am 22. Juli 1930 einen

Trio die Rechte am Verfahren an die eigens

Tonfilmen wagte, für die man das Vogtsche

Kompromiss aus, der als „Tonfilmfrieden“ in

gegründete „Triergon AG“ in der Schweiz.

System benutzen wollte. Kurzerhand stampf-

die Geschichte einging und die Aufteilung des

Zwei Jahre vergingen, ehe sich die deutsche

te man die „TOBIS“ (das „Ton-Bild-Syndikat“)

Weltmarktes zwischen den Produzenten regel-

UFA an ein Experiment wagte: Mit Hilfe des

aus dem Boden und ging nur ein Jahr später

te. Auch die Ur-Väter der sprechenden Bilder

Filmpioniers Guido Bagier wurde in Berlin-

eine enge Kooperation mit der von AEG und

zog es in verschiedene Richtungen: Während

Weißensee der Tonkurzfilm „Das Mädchen

Siemens gegründeten „KlangFilm GmbH“ ein.

Massolle als technischer Direktor bei der TO-

mit den Schwefelhölzern“ produziert. Die

Aus dem Unternehmen sollte ein mächtiger

BIS einstieg, wanderte Engl nach Amerika aus

Aufführung am 20. Dezember 1925 geriet

Gegenspieler zu den amerikanischen Compa-

und brachte FOX zu neuer Größe. Einzig Hans

allerdings zum Desaster: Der Ton versagte

nies entstehen: Während sich KlangFilm auf

Vogt, der gebürtige Wurlitzer, blieb dem medi-

komplett und die Kritiker sahen sich in ihren

die Herstellung der aufwendigen Produktions-

alen Rummel fern: In Passau gründete er die

Vorbehalten bestätigt.

geräte konzentrierte, lieferte die TOBIS die Fil-

bis heute existente SUMIDA AG, um sich auf

me. Den Anfang machte „Ich küsse Ihre Hand,

technische Verbesserungen zu konzentrieren.

Madame“. Die Aufführung am 16. Januar1929

1932 stellte er mit „Ferrocart“ die erste mas-

gilt als Meilenstein in der Filmgeschichte.

senmarkttaugliche Hochfrequenzspule vor,

DESASTER: DER TON VERSAGTE KOMPLET T UND DIE KRITIKER SAHEN SICH

die die Dresdner Firma Mende in ein neuarti-

IN IHREN VORBEHALTEN BESTÄTIGT Ironischerweise führte ein starker Konkurrent aus den USA den Durchbruch des TriergonVerfahrens herbei: 1927 hatte FOX die Rechte am Tonfilm für den amerikanischen Markt erworben und noch im selben Jahr brachten die Warner Brothers mit „The Jazz-Singer“ die erste kommerziell erfolgreiche Produkti-

ges „Radio-Gerät“ verbaute.

Museumszentrum Maxplatz 5-9, 95111 Rehau Tel. 09283/2026 Öffnungszeiten unter W W W. S TA D T- R E H A U.DE

1979 starb der umtriebige Erfinder in Obernzell und ist heute eher Technikfreunden ein Begriff. Die Stadt Rehau erinnert mit vielen Original-Exponaten an den Pionier und dokumentiert seine bahnbrechenden Überlegungen in einer Ausstellung, die auch für weniger

on in die Kinos. Anders als beim deutschen

technikinteressierte Besucher spannende Ein-

Patent griffen sie dabei auf eine ältere Idee

blicke bietet. | ADRIAN ROSSNER |


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FOKUS: REHAU

MEILENSTEIN

Gastkommentar NATUR-VIELFALT-ERLEBEN –

EIN WELTTHEMA IM FICHTELGEBIRGE Das Konzept des Erlebniszentrums für Biodiversität „artenoah“, Rehaus Leuchtturmprojekt

M

Autor: Prof. Lutz Engelke Gründer und Geschäftsführer TRIAD Berlin Projektgesellschaft mbH

it dem „Volksbegehren Artenvielfalt

die Idee zu einem „Erlebniszentrum Biodiver-

– Rettet die Bienen!“ ist im Februar

sität“ auf den Weg gebracht hat. Im Ortsteil

Das Science Center soll eine modulare Aus-

2019 das erfolgreichste Volksbe-

Neuhausen wurde ein geeigneter Standort

stellung werden, in der die Grenzen zwischen

gehren der bayrischen Landesgeschichte

dafür gefunden, direkt am „Grünen Band“,

Mensch und Natur aufgehoben werden. Die

durchgeführt worden. 1,7 Millionen Bayern

dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Ost

Ausstellung begreift die Natur als „Haushalts-

plädierten mit ihrer Unterschrift für mehr

und West. Dieser einzigartige Ort eignet sich

lehre“, deren unterschiedliche Themenberei-

Artenschutz und den massiven Ausbau der

besonders, die Themen Ökologie, natürliche

che dazu befähigen sollen, die natürlichen

ökologischen

Inzwischen

Lebensgrundlagen und Nachhaltigkeit in einer

Lebensgrundlagen, ihre Zusammenhänge

hat die bayerische Landesregierung ange-

länderübergreifenden gesellschaftlichen Pers-

und ihre Bedeutung für unser Leben besser

kündigt, nicht nur das Volksbegehren anzu-

pektive zu vermitteln.

zu verstehen. Im scheinbar vertrauten Am-

Landwirtschaft.

nehmen, sondern einen neuen Gesellschafts-

36

biente alltäglicher Erfahrungen erzählt die

vertrag zu verabschieden. Das Votum zeigt

Im Rahmen dieser kommunalen Initiative wur-

Natur von Schönheit und Evolution, enga-

mehr als deutlich, welche Relevanz das

de die TRIAD Berlin Projektgesellschaft damit

gierter Reisetätigkeit und Vermehrung, von

Thema Biodiversität für breite Bevölkerungs-

beauftragt, unter dem Titel „artenoah“ ein

dem Reichtum und der Vielfalt ihrer ,,Immo-

schichten hat. Und es bestätigt die Weitsicht

Ausstellungskonzept zu entwickeln. Die Idee,

bilien“, ihren Verführungstechniken, ihren Be-

der Stadt Rehau, die gemeinsam mit dem

eine Erlebnisausstellung zu konzipieren, in der

ziehungsgeflechten, ihrer Sprache und der

Planungsbüro IF Ideen Finden bereits 2012

die Natur im Mittelpunkt steht, begeistert uns.

Vielfalt ihrer Formen.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


MEILENSTEIN

FOKUS: REHAU

Das Projekt artenoah steht für ein vielschichtiges Erlebnisformat mit extravaganter Architektur, Ausstellungen und Gastronomie. Entwurf: Miralles Tagliabue EMBT Arquitectos, Barecelona

ÜBERREGIONALE STRAHLKRAFT Es ist ein großer Glücksfall, dass beim Architekturwettbewerb 2017 das international renommierte Büro Miralles-Tagliabue EMBT aus Barcelona als Sieger hervorging. Denn der spanische Entwurf übersetzt das szenografische Konzept kongenial in eine Bauweise, die sich sensibel in die hügelige Landschaft schmiegt und mit Naturmaterialien zeigt, was nachhaltiges Bauen im 21. Jahrhundert bedeutet. „Wir präsentieren ein Weltthema auf lokaler Ebene“, kommentiert der Bürgermeister von Rehau, Michael Abraham, das Vorhaben. Aus Sicht von Standortentwicklung und Tourismusmarketing hat die artenoah als Science Center mit Erlebnisqualität das Potenzial, ein hochattraktives Besucherzentrum zu werden, das nicht nur in der Region selbst, sondern auch weit über das Fichtelgebirge hinaus Strahlkraft entwickeln kann. Hier wird Natur in der Verbindung von Bildung und Erlebnis auf rund 1500 Quadratmetern für unterschiedlichste Zielgruppen anschaulich erfahrbar und – buchstäblich – greifbar! Wenn man mit Alois Glück, dem Leiter des Runden Tisches zum Volksbegehren, „Natur Verstehen“ als Bildungsaufgabe begreift, dann sollte die Umsetzung der artenoah ganz weit oben auf der politischen Agenda stehen. Der Ball liegt auf dem Elfmeterpunkt –, die politisch Verantwortlichen müssen ihn nur noch reinschießen.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

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SOMMERLOUNGE

FOKUS: REHAU

Rehaus Bürgermeister Michael Abraham und Sybille Kießling, Vorsitzende des Fördervereins Fichtelgebirge, laden zur Sommerlounge ein. Foto: PR

Sommerlounge 2019 –

DAS DEUTSCH- TSCHE CHISCHE BE GEGNUNGSFEST in Rehau

1. AUGUST 2019

D

ie Sommerlounge des Förder-

Fichtelgebirge als auch zu den 17 Zielen für

vereins Fichtelgebirge ist die

nachhaltige Entwicklung – den sogenannten

größte After-Work-Sommer-Party

Sustainable Development Goals (SDGs).

im Fichtelgebirge. In diesem Jahr ist sie in der Stadt Rehau zu Gast: als ein

Der Erlös der Benefizveranstaltung kommt

deutsch-tschechisches Begegnungs-

je zur Hälfte einem Ortsentwicklungsprojekt

fest der besonderen Art im Dreiländer-

in Rehau und dem Förderverein Fichtelgebir-

Eck

ge für Projektförderung im gesamten Fich-

Bayern/Tschechien/Sachsen.

Die Pläne zur Projektidee „artenoah

Vorprogramm mit Führungen ab 14 Uhr Regionalpräsentation ab 16 Uhr Bühnenprogramm ab 17.30 Uhr Eintritt und Parken Frei

»» B Ü HNE NP R O GR A MM mit Live-Musik auf

telgebirge zugute.

– Erlebniszentrum Biodiversität am Grünen Band Europas“ stehen als Meilensteinprojekt ebenso im Fokus wie das Motto „Innovationen seit Genera-

SAVE THE DATE!

tionen“, welches für die Stadt Rehau

Sommerlounge 2020

und das ganze Fichtelgebirge gleichermaßen gilt. Die Besucher erwarten vie-

6. AUGUST 2020

le Informationen und Aktionen sowohl

in Brand/Lkr. Tirschenreuth

zu „Innovation und Nachhaltigkeit“ im

dem Maxplatz »» GE SP R Ä C HSR UNDE N mit interessanten

Weiteres unter W W W.F OE R DE R V E R E IN - F IC H T E L GE BIR GE .DE

Gästen »» P R Ä SE N TAT ION Meilenstein artenoah »» R E GION A L P R Ä SE N TAT ION »» Kulinarische S C HM A NK E R L »» Benefiz-T OMB OL A »» Familien-E R L E B NIS programm »» FÜ HR UNGE N und A K T IONE N für Groß und Klein u.v.m. Maxplatz Rehau. Foto: PR

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

39


WIE DIE SWW WUNSIEDEL ZUKUNFT SCHREIBT

Blockheizkraftwerke für die Kraft-Wärme-Kopplung, Windräder und Photovoltaikanlagen, Bayerns größter kommunaler Batteriespeicher, Kooperationen und Pilotprojekte mit führenden Technologieanbietern – die SWW Wunsiedel ist als regionaler, dezentraler Energieerzeuger hervorragend aufgestellt. Mit dem neuen Pellets-Werk ist Wunsiedel auf seinem Weg in die Energiezukunft einen weiteren großen Schritt vorangekommen.

SEITE

40- 43


ENERGIEREGION

MEILENSTEINE

FEUER FREI FÜR MEHR BIOENERGIE Das neue Pellets-Werk in Wunsiedel, ein Vorbildprojekt für Bayern

P

rominenter Besuch in Wunsiedel: Der

aus der Kernenergie und der Kohle aus. Bei-

werke wie das hier in Holenbrunn und damit

bayerische Ministerpräsident Dr. Mar-

des kann man aus guten Gründen vertreten.

sich das für die Investoren rechnet, sollten

kus Söder ließ es sich nicht nehmen,

Unsere Aufgabe, das eigentliche Kunststück,

sowohl Flexibilität als auch ein geringer CO2-

am 15. März 2019 den symbolischen Schal-

besteht jetzt darin, den Ausstieg so zu schaf-

Ausstoß honoriert werden.“

ter persönlich umzulegen. Seit diesem Tag

fen, dass wir das Klima schützen, aber das

sind das neue Pellets-Werk und drei Block-

Land nicht deindustrialisieren, dass wir neue

Die Dimensionen des Millionenprojektes sind

heizkraftwerke der WUN Pellets GmbH offizi-

Energie anbieten, die aber so preisgünstig ist,

gleichwohl beeindruckend, wie Reinhold Kell-

ell in Betrieb. Rund 30 Millionen Euro wurden

dass sie sich jeder leisten kann.“

ner, ebenfalls Geschäftsführer der WUN Pellets GmbH, erläuterte. „Pro Jahr werden rund

in die Anlage investiert. Gesellschafter des neuen Werkes sind ne-

950.000 Schüttraummeter Sägespäne ver-

Dass es sich hier um ein Vorbildprojekt han-

ben der Gasversorgung Wunsiedel GmbH

arbeitet – ausschließlich Nebenprodukte aus

delt, darin waren sich alle Redner bei der

und der WUN Bioenergie GmbH auch die

Holzsägewerken und der holzverarbeitenden

feierlichen Eröffnung einig. Die Investition sei

BayWa AG und die GHD Bayernwerk Natur

Industrie.“ Mit der jährlichen Produktion von

nicht nur ein gutes Signal für saubere Ener-

GmbH & Co KG. Mit klaren Worten forderte

rund 105.000 Tonnen Pellets ließen sich

gieerzeugung, sondern auch für Arbeitsplät-

SWW-Geschäftsführer Marco Krasser den

etwa 30.000 Einfamilienhäuser beheizen.

ze in der Region, betonte Markus Söder. Der

Gesetzgeber auf, umweltschonende Inves-

Klar, dass die Holzreste auch aus der Regi-

Ministerpräsident stellte sich hinter die rege-

titionen stärker zu fördern. Je mehr Strom

on stammen. Lieferant ist unter anderem die

nerativen Energien und kündigte an, dass er

aus Wind- und Sonnenkraftwerken komme,

GELO GmbH, Weißenstadt. Damit bleibt die

Bayern insgesamt zu einem Vorreiter bei der

desto mehr müsse man für die Stabilität im

Wertschöpfung nahezu komplett in der Regi-

Energiewende machen wolle. „Wir steigen

Netz tun. „Dafür brauchen wir viel mehr Kraft-

on. Was will man mehr?!

Gemeinsam für regenerative Energien am Start: Einweihung des neuen PelletsWerkes in Wunsiedel. Von links: bei der Einweihung des neuen Pellets-Werk. Von links: Matthias Taft, Vorstand BayWa AG, Reinhold Kellner, Geschäftsführer der Gasversorgung Wunsiedel und der WUN Pellets, Marco Krasser, Geschäftsführer SWW, GVW, WUN Bioenergie, WUN Pellets, Dr. Markus Söder, Ministerpräsident Bayern, Wolf Christian Küspert, Geschäftsführer GELO Holzwerke und WUN Bioenergie, Dr. Egon Westphal, Vorstand Bayernwerk AG, Martin Schöffel, Mitglied des Bayerischen Landtages. Foto: Florian Miedl

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

41


MEILENSTEINE

ENERGIEREGION

VORREITER – DER WUNSIEDLER WEG

D

42

Der nächste große Schritt auf dem WUNsiedler Weg ist die Elektrolyse und die Methanolsynthese. Die Siemens AG und die SWW Wunsiedel GmbH konzipieren hierfür in einer Kooperation gerade ein gemeinsames Pilotprojekt. Dabei bauen die Energieerzeuger die Funktionsweise eines Baumes nach. Der

ie SWW Wunsiedel GmbH hat mit ihren

me wiederum zu 100 Prozent genutzt. Wenn

Baum erzeugt über Photosynthese Zucker,

Partnern die Weichen für die Energiezu-

an einem wind- und lichtarmen Tag Strom fehlt,

produziert Sauerstoff und nimmt klimaschäd-

kunft gestellt: mit einer Energieversor-

decken die BHKWs des Pellets-Werkes den zu-

liches CO2 auf. Die Elektrolyse beruht im

gung, die sich zu 100 Prozent aus erneuer-

sätzlichen Bedarf. Ist das Gegenteil der Fall,

Grunde auf demselben Mechanismus. Sie

baren Energien speist. Ein Grundprinzip des

also zu viel Strom vorhanden, lässt sich die

spaltet Wasser mittels Sonnen- und Wind-

Wunsiedler Wegs ist die Sektorkopplung. Es

Energie speichern. Dazu dienen Batteriespei-

energie chemisch auf und erzeugt das, was

soll dafür sorgen, dass für Strom, Wärme und

cher, in höherwertiger Form aber auch chemi-

für den Baum der Zucker ist: Wasserstoff.

Mobilität immer genug Energie aus regene-

sche Speicher (Wasserstoff oder Power to X).

Verbindet man Wasserstoff mit CO2 über eine

rativen Quellen zur Verfügung steht. Sollten

Das gespeicherte Gas kann bei Bedarf mittels

Methanolsynthese-Stufe, entsteht Methanol,

Windräder und Photovoltaik-Anlagen zu wenig

Brennstoffzellen hocheffizient wieder in Strom

ein Hochenergieträger, der dem herkömmli-

Strom liefern, wird der Strom über Verbren-

und Wärme umgewandelt werden. So wird qua-

chen Heizöl bei Weitem überlegen ist. Eine

nung erzeugt und die dabei entstehende Wär-

si jedes Haus zum Regelkraftwerk.

Energiequelle der Zukunft.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


ENERGIEREGION

MEILENSTEINE

KOMMENTAR

100 PROZENT

D

Krasser zu Recht. „Wenn wir das obenan stellen, passiert in der Energieversorgung genau das Richtige. Dann nutzen wir Sonne, Wind und Biomasse, eventuell auch noch

ie Fridays for Future-Demos haben ökolo-

Wasser, um möglichst umweltschonend un-

gische Fragen in jüngster Zeit wieder ver-

seren Wohlstand aufrecht zu erhalten. Ich

stärkt in den Fokus gerückt. Marco Kras-

kann nur an jeden appellieren, nicht immer

ser kann man sich gut als jemanden vorstellen,

nur auf den Preis zu schauen, sondern auch

der hier mitmarschieren würde. Der Geschäfts-

auf den Wert.“

führer der SWW Wunsiedel GmbH ist zwar ausgesprochen geschäftstüchtig, aber eben auch

Gemessen daran sind die Politiker in Europa

ein Mann der Grundsätze. Und wenn es um die

noch viel zu zaghaft, wenn sie fordern, rege-

Energiezukunft geht, hält der Wunsiedler einen

nerative Energien in das bestehende System

radikalen Systemwechsel für nötig. Das alte

zu integrieren. Dabei gibt das Pariser Klima-

System – das ist die Welt der fossilen Brenn-

Abkommen glasklare Ziele vor: null fossile

stoffe und der Erderwärmung, des Plastikmülls

Brennstoffe bis 2050, in allen Sektoren, nicht

und des ungezügelten Wachstums. Das neue

nur bei Strom, Wärme, Mobilität, auch bei

System beruht auf Klimaschutz, regenerativen

Kunststoffen und im Agrarsektor. Die Tech-

Energien, lärm- und abgasarmem Verkehr, na-

nologie für saubere Energieerzeugung ist

türlichen Kreisläufen.

ausgereift und sollte schon lange vor 2050 flächendeckend zum Einsatz kommen. Wenn

„Wir sollten den Kindern mehr Gehör schenken,

man Deutschland und Europa etwas für die

um die wahren Werte wiederzuerkennen – Ge-

Energiezukunft wünscht, dann sollten es nicht

sundheit, Umweltschutz, sauberes Wasser,

eine SWW Wunsiedel und ein Marco Krasser

saubere Luft“, fordert der Stadtwerke-Chef

sein, sondern sehr, sehr viele. | OVE |

STARKE PARTNER

Prof. Michael Danzer, Leiter des „BayBatt“. Foto: PR

Das Bayerische Zentrum für Batterietechnik in Bayreuth strebt eine Kooperation mit Siemens und den Stadtwerken Wunsiedel an

E

ine neue Generation sicherer, intelligen-

Inhaber des Lehrstuhls Elektrische Energie-

ter und nachhaltiger Energiespeicher

systeme und Leiter des „BayBatt“.

soll in Zukunft aus Bayreuth kommen.

Das neue Bayerische Zentrum für Batte-

Für den wissenschaftlichen Nachwuchs sollen

rietechnik, das „BayBatt“, hat es sich zur

ein Bachelor- und ein Masterstudiengang „Bat-

Aufgabe gemacht, die Voraussetzungen für

terietechnologie und Batteriesystemtechnik“

eine Energietechnik von morgen zu erfor-

entstehen. Zudem soll die Campus-Akademie

schen und zu entwickeln. Wissenschaftler

ein wissenschaftliches Fortbildungsangebot

aus vier Fakultäten der Universität Bayreuth

„Batterietechnik“ entwickeln. Die Förderung

sind daran beteiligt: aus der Physik, der Che-

von Start-ups und die Zusammenarbeit mit

mie, der Wirtschaftsinformatik und den Inge-

der Industrie sind weitere erklärte Ziele. In

der Ingenieurwissenschaft und der Wirt-

nieurwissenschaften. „Mit dieser Interdiszip-

diesem Zusammenhang ist der Wunsiedler

schaftsinformatik werden mit den Daten aus

linarität überwindet die Universität Bayreuth

Weg auch für das Bayreuther Zentrum rele-

Wunsiedel arbeiten, um Energiemarktmo-

die für die deutsche Forschungslandschaft

vant. „Wir streben eine enge strategische

delle und IT-Programme für den wirtschaft-

bisher charakteristische Trennung in Diszipli-

Partnerschaft mit Siemens und den Stadtwer-

lichen Betrieb von stationären Speichern zu

nen“, berichtet Prof. Dr.-Ing. Michael Danzer,

ken Wunsiedel an“, so Danzer. „Doktoranden

entwickeln.“ | PR |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

43


MEILENSTEINE

FORSCHUNG & ENTWICKLUNG

„Wir sind sehr dankbar, dass wir das EZD in dieser Region aufbauen konnten“, sagt Dr.-Ing. Felipe Wolff-Fabris, Leiter des EZD in Selb. „Wir wurden von allen Seiten mit offenen Armen aufgenommen. Das ist extrem positiv.“ Die 2014 eröffnete Forschungseinrichtung plant derzeit eine Erweiterung. Foto: Hannes Bessermann

DIE MISCHUNG MACHT’S AUS

D

as Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD), Selb, hat seit seinem Start am 7. Januar 2014 eine ra-

sante Entwicklung hingelegt. „Wir können sa-

Das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien ist auf Wachstumskurs und plant, den Standort in Selb zu erweitern

gen, dass die Gründung mit der europäischen

Tinten, Farben, Lacke und Klebstoffe, aber

neue Anlagen zum Vermischen bieten. Damit

Ausrichtung genau richtig war“, erklärt Dr.-Ing.

auch für Keramik, Öle und Schmierstoffe so-

wird das EZD in Zukunft Produkte und Formu-

Felipe Wolff-Fabris, Leiter des EZD, fünf Jahre

wie für Kosmetik- und Pharma-Artikel. Im End-

lierungen nicht mehr nur im Labor-Maßstab

später. Über die Hälfte des Auftragsvolumens

effekt geht es immer darum, die Funktionsfä-

(5 Liter Dispersion), sondern bis zum Techni-

setzt die Forschungseinrichtung heute mit

higkeit der Produkte zu verbessern.

kums-Maßstab (100 Liter) entwickeln. Zudem wird das EZD ein Beschichtungslabor aufbau-

ausländischen Kunden aus ganz Europa um.

INNOVATIONSBESCHLEUNIGER

en, so dass Dispersionen im Haus am End-

oft nicht wahrnehmbar. Die Endprodukte be-

Derzeit plant das EZD seinen Standort von

diese Aufgabe bei den Kunden. „Wir werden

gleiten uns jedoch im Alltag.

bislang 630 m2 um zusätzlich ca. 550 m2 zu

die Innovationsprozesse daher deutlich be-

erweitern. Geplante Kosten: 2,5 bis 3 Mio.

schleunigen“, kündigt Felipe Wolff-Fabris an.

Die chemischen und physikalischen Prozesse, um die es dabei geht, sind mit bloßem Auge

produkt getestet werden können. Bislang lag

Das EZD entwickelt im Auftrag von Unterneh-

Euro plus rund 2 Mio. für die technische Aus-

men neue Rezepturen und Verfahren, mit de-

stattung. Eine Fertigstellung des Gebäudes

Im Rahmen der geplanten Erweiterung sollen

nen sich unterschiedliche Stoffe (nicht-lösbare

in 2021 wird angestrebt. Allerdings befindet

20 neue Arbeitsplätze entstehen. Ob Chemi-

Pulver und Flüssigkeiten) optimal vermischen

sich die notwendige Förderung durch das

ker, Physiker, Verfahrenstechniker, Werkstoff-

lassen. Industriekunden setzen diese soge-

Bayerische Wirtschaftsministerium noch in

techniker, Materialwissenschaftler, Mann oder

nannten Dispersionen sehr vielfältig ein: für

Abstimmung. Das neue Gebäude soll Platz für

Frau – die Mitarbeiter erwartet ein vielschichtiges Arbeitsumfeld. „Sie können sich bei uns nicht nur mit einer Klasse von Materialien, z.B. Lebensmittel oder Kosmetik, beschäftigen, sondern mit sehr vielen unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Daher können sie sich bei uns sehr gut weiterentwickeln“, erklärt der Leiter des EZD. Darüber hinaus wird die Forschungseinrichtung bei allen Fragen zur Charakterisierung von Materialien und Messaufträgen sowie bei themenspezifischen Schulungen aktiv, gerne auch für Unternehmen in der Region. | OLIVER VAN ESSENBERG |

44

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


TOURISMUS

MOUNTAINBIKER-HERZEN

DÜRFEN HÖHER SCHLAGEN

MEILENSTEINE

Flowtrail der Bikewelt Schönau, Sachsen. Ähnlich präparierte Pisten wird es auch am Großen Kornberg geben, dazu naturbelassene Trails. Foto: Schneestern GmbH & Co. KG

Der Mountainbike-Park am Großen Kornberg rückt in greifbare Nähe

D

er Zweckverband Naherholungs- und

dass ein Wechsel möglich ist. Im Anschluss

und Pumptrack ist mit rund 1,6 Millionen Euro

Tourismusgebiet Großer Kornberg hat

kann der Biker seine Fahrt online über sein

veranschlagt. Auch hierfür hat der Zweckver-

2019 einer Investitionssumme von 5,7

Smartphone auswerten.

band, dem die beiden Landkreise Hof und

Millionen Euro zugestimmt und wichtige Bau-

Wunsiedel angehören, den Bauantrag gestellt.

sowie Förderanträge für das neue touristi-

Für 2019 sind erste Arbeiten am Kornberg-

Der damit zusammenhängende Förderantrag

sche Highlight im nördlichen Fichtelgebirge

haus und einem Unterstellgebäude für das

sieht eine Förderung in Höhe von 80 Prozent

auf den Weg gebracht.

Loipenspurgerät vorgesehen (Planung: Büro

durch den Freistaat Bayern vor.

Kuchenreuther, Marktredwitz). Die GesamtBiker können sich auf schöne Trails freu-

kosten für beide Bauten belaufen sich auf

en. Der Schwierigkeitsgrad reicht von sehr

rund 1,4 Millionen Euro. Das Kornberghaus

leicht bis schwer. Man kann entspannt dahin-

soll über LEADER mit 400.000 Euro, das

Weitere aktuelle Planungen und Investitionen

rollen, aber auch anspruchsvolle Abschnitte

Unterstellgebäude mit 70 Prozent der förder-

betreffen die Wasserversorgung auf dem Korn-

mit Stufen und Spitzkehren fahren. Die Trails

fähigen Kosten gefördert werden. Der inter-

berg, den pädagogischen Bewegungspark und

sind zum Teil miteinander verbunden, so

aktive Mountainbike-Park mit Lernparcours

das Förderband („Zauberteppich“). Die natur-

UMWELTSCHONENDES KONZEPT

schutzrechtliche Untersuchung wurde mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt ist demnach naturschutzrechtlich unbedenklich. Keine Einwände gibt es auch von naturschutzfachlicher Seite. Dank Maßnahmen wie etwa einem umweltschonenden Baukonzept, der Errichtung von Bauschutzzäunen für Raubtiere oder dem Anbringen von Fledermausbrettern an neu errichteten Gebäuden stellt das Vorerst noch eine Animation: So soll das geplante Kornberghaus aussehen. Foto: Kuchenreuther Architekten, Marktredwitz

Projekt nach Auffassung der Gutachter keine Bedrohung für besonders geschützte Tier- und Pflanzenarten dar. Die Eröffnung des Bikeparks ist für 2020 geplant. | PR/OVE |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

45


MEILENSTEINE

KOOPERATION/ INVESTITION

GEMEINSAM GEGEN LEERSTAND - LANDKREISE UND STÄDTE HELFEN Der Kooperationsvertrag „Leerstandsmanagement“ steht. Vorne v.l.: Dr. Harald Fichtner, Oberbürgermeister Stadt Hof, Dr. Oliver Bär, Landrat Landkreis Hof, Hermann Hübner, Landrat Landkreis Bayreuth, Brigitte Merk-Erbe, Oberbürgermeisterin Stadt Bayreuth, Roland Schöffel, 2. Landrat Landkreis Wunsiedel i. F. Dahinter: Fabian Höhne, Regionalmanagement Landkreis Hof, Eva Rundholz, Beauftragte für Regionalentwicklung Stadt Bayreuth, Jana-Lisa Kirsch, Regionalmanagerin Landkreis Bayreuth. Foto: PR

L

eerstehende Immobilien wieder mit Le-

Hof, Bayreuth und Wunsiedel eine entspre-

interne Datenbank einpflegen. Die Regi-

ben füllen und damit den Ortskernen der

chende Kooperationsvereinbarung für das

onalmanagements

der

kooperierenden

Region ein neues, attraktives Gesicht

Leerstands- und Immobilienmanagement un-

Regionen bieten eine „Sanierungs-Erstbe-

geben – das ist das Ziel, das sich die Kom-

terzeichnet, im März 2019 stellte das Projekt-

ratung“ durch Fachexperten an. Bereits im

munen im Fichtelgebirge gesteckt haben. Im

team die Inhalte des Programms im Kurhaus

Vorfeld eines Umbauvorhabens können so

Januar 2019 haben die Städte und Landkreise

Bischofsgrün vor. Gefördert wird die vorerst

etwaige Probleme und der Kostenrahmen

auf drei Jahre angelegte Zusammenarbeit

abgeschätzt und Lösungen erarbeitet wer-

vom Bayerischen Staatsministerium für Wirt-

den. Zur Unterstützung sollen in dem land-

schaft, Landesentwicklung und Energie.

kreisübergreifenden Projekt zusätzlich ein

L A NDK R EIS HOF: hausundhof@landkreis-hof.de S TA D T HOF: immobilien.offensive@stadt-hof.de

Immobilienportal von Bürgern für Bürger,

L A NDK R EIS B AY R E U T H: sanierung@lra-bt.bayern.de S TA D T B AY R E U T H: leerstandsmanagement@stadt.bayreuth.de

So genannte „Raumwohlstandslotsen“ der

ein digitaler Förderratgeber sowie eine Sa-

L A NDK R EIS W UNSIEDEL I. F ICH T EL GEBIRGE :

Kommunen dienen als erste Anlaufstelle für

nierungs- und Bauherrenmappe etabliert

Anfragen und sollen die Leerstände in eine

werden. | PR |

innenentwicklung@freiraumfuermacher.de

AUGEN AUF BEI IMMOBILIEN

W

er durch das Fichtelgebirge fährt,

für Modernisierung und Instandsetzung in ei-

sich um Denkmäler oder Gebäude in Sanie-

sieht wiederholt alte Häuser, die

nem Zeitraum von 12 Jahren steuerlich abge-

rungsgebieten handelt. „Die Baumaßnahmen

sich zum Teil in einem bedauerns-

setzt werden.“ Ein Rechenbeispiel zeigt, wie

können dann als Sonderausgaben im Jahr

werten Zustand befinden. Je nach Gebäu-

günstig sich das im bestmöglichen Fall aus-

der Fertigstellung und in den neun folgenden

detyp und Lage können sie für Investoren

wirkt: Bei abzugsfähigen Gesamtkosten von

Jahren mit Sätzen von jeweils bis zu neun

jedoch sehr rentabel sein. Das gilt nicht nur

250.000 Euro und einem durchschnittlichen

Prozent steuerlich geltend gemacht werden.“

für öffentliche und private Projekte, die im

Einkommenssteuersatz von 32 Prozent, be-

Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern

kommt der Vermieter in 12 Jahren insgesamt

Der Bayreuther Bauingenieur Bernd Deyerling

besondere Unterstützung erfahren, sondern

80.000 Euro vom Staat zurück.

hat bereits viele, anspruchsvolle Sanierungsprojekte realisiert und rät, auch die Profes-

generell auch für Baudenkmäler und Objek-

46

te in Sanierungsgebieten. Grundsätzlich ist

Die Sanierung eines Baudenkmals wird eben-

sionalität der ausführenden Architekten und

auch hier zwischen privater und betrieblicher

falls unterstützt. Maßnahmen, die dem Erhalt

Handwerker zu berücksichtigen. „Die Sanie-

Nutzung zu unterscheiden. Gerhard Schurig,

bzw. dauerhaften Schutz dienen, sind laut

rung alter Bausubstanz ist sehr oft eine Auf-

Mitinhaber des Marktredwitzer Steuerbüros

Schurig über einen Zeitraum von 12 Jahren

gabe für Spezialisten, die einschlägige Erfah-

adiuvis, erklärt die Vorteile im Falle einer

bis zu 100 Prozent steuerlich abzugsfähig.

rung erfordert.“ Wer dies im Auge behalte,

Vermietung: „Befindet sich das Gebäude in

Wer ein Objekte selbst bewohnt oder es un-

finde im Fichtelgebirge gute Möglichkeiten,

einem Sanierungsgebiet oder städtebauli-

entgeltlich zu Wohnzwecken überlässt, könne

sich Wohneigentum aufzubauen, um selber

chen Entwicklungsgebiet, können die Kosten

als Bauherr ebenfalls profitieren, wenn es

drin zu wohnen oder als Kapitalanlage. | OVE |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


Sportcamp Nordbayern Sportcamp Nordbayern

Die fünf Sterne des bayerischen Sporthimmels! Die Gemeinde Bischofsgrün hat ab 2021 eine weitere Attraktion: das Sportcamp Nordbayern. Das neue sportliche Juwel in der Ferienregion Fichtelgebirge bietet allen Sportbegeisterten die Möglichkeit, sich im Ambiente einer hochmodernen Anlage auszutoben. Wohlfühlatmosphäre pur, ob im Sommer oder Winter.

Ab

! 1 2 20

BISCHOFSGRÜN

Dieser „fünfte Stern“ ergänzt das bayernweite Angebot der Sportcamps des Bayerischen Landes-Sportverbandes und bietet für die Sportvereine und die Sportfachverbände optimale Bedingungen für regionale Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen und mehrtägige Trainingslager. Die Eckdaten des Sportcamps Nordbayern: • • • • •

Knapp 300 Betten Modernste Seminar-, Gastronomieund Erholungsbereiche Innen- und Außensportanlagen Dreifach-Sporthalle Kunstrasenspielplatz

KONTAKT: Bayerischer Landes-Sportverband Thomas Kern Georg-Brauchle-Ring 93 80992 München thomas.kern@blsv.de

Sportcamp Regen

REGEN

Sportschule OBERHACHING Oberhaching INZELL SPITZINGSEE

Haus BergSee

Sportcamp Inzell


MEILENSTEINE

STADTAUSBAU

Die Glasschleif erwacht aus ihrem Dornröschenschlaf und wird zur Eventlocation im Herzen von Marktredwitz. Foto: PR

SANIERUNGEN UND NEUBAUGEBIETE AN ALLEN ECKEN

M

48

Marktredwitz ist weiter auf Wachstumskurs und glänzt mit zahlreichen Bauprojekten

SANIERUNG DER GLASSCHLEIF In unmittelbarer Nähe zum Kirchpark ragt ein seit

arktredwitz erlebt eine wundersame

Jahrzehnten brach liegendes Industriedenkmal in

Vermehrung von Kränen, Baggern

die Höhe - die Glasschleif, die sich bereits seit

und Baugruben. Der Bauboom in der

1983 im Bestand der Stadt Marktredwitz befin-

Stadt setzt sich weiter fort und neben priva-

det. Heute zählt die markante Fassade der ehe-

Von Indoor-Veranstaltungen, die zukünftig

ten Bauherren geben auch die ortsansässi-

maligen Fabrik zu den Wahrzeichen der Stadt.

u.a. auch in der Glasschleif stattfinden kön-

gen Betriebe Vollgas. Mehrere Unternehmen

Diese gilt es zu bewahren und in neuem Glanz

nen, bis zu Open-Airs wie das legendäre Alt-

investieren in Erweiterungen, die neue Ar-

erstrahlen zu lassen. Das bei der Staatsministe-

stadtfest oder das Sommerkino im Auenpark

beitsplätze und somit steigende Einwohner-

rin für Kultur und Medien angesiedelte Referat

– der jährliche Eventkalender der Stadt Markt-

zahlen zur Folge haben.

„Denkmalschutz und Weltkulturerbe“ betreut die

redwitz ist prall gefüllt. Wer seine Freizeit da-

Stadt Marktredwitz bei den konkreten Schritten

gegen lieber fit und aktiv gestalten möchte,

Dem Leben und Arbeiten wird seitens der

im Förderverfahren. Die Regierung von Oberfran-

der darf sich auf das neue Hallenbad freu-

Stadtentwicklung besondere Aufmerksam-

ken, welche Mittel über die Förderoffensive Nord-

en, das nach seiner Generalsanierung 2020

keit gewidmet. Um den Standort attraktiv

ostbayern (FONOB) sowie Mittel aus dem euro-

wieder öffnet. Moderne Edelstahlbecken, ein

und dynamisch präsentieren zu können,

päischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)

Dampfbad, ein neu gestalteter Kinderbereich

spielen qualitätsvolle Freizeit- und Erholungs-

bereitstellt, ist ebenfalls am Projekt beteiligt.

sowie attraktive Außenanlagen bestimmen

möglichkeiten eine entscheidende Rolle. Die

Auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpfle-

das neue Gesicht des Familienbades.

Sanierung des Kirchparks mit neuen Blüh-

ge begleitet das Vorhaben. Darüber hinaus hat

flächen, jungen Bäumen und einem Mehrge-

die Oberfrankenstiftung einen finanziellen Beitrag

nerationen-Spielplatz war dabei ein echtes

zugesichert. Ab 2022 soll die denkmalgeschütz-

Meilenstein-Projekt, das im Frühjahr 2019

te Halle für Großveranstaltungen wie Konzerte,

abgeschlossen werden konnte.

Messen oder Ausstellungen genutzt werden.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

GENERALSANIERUNG HALLENBAD


STADTAUSBAU

MEILENSTEINE

Das Marktredwitzer Hallenbad nach Abschluss der Generalsanierung im Jahr 2020. Rechts: Eine moderne Sauna mit Wohlfühl-Ruheraum lädt zum Entspannen ein. Fotos: Foto: Bauconzept Planungsgesellschaft

LIFESTYLE-HOTEL THE BRICKS

WOHNUNGSBAU

Wer als Gast nach Marktredwitz kommt, um

Ebenfalls auf Hochtouren laufen die Vorbe-

Auch auf dem Marktredwitzer Wohnungsmarkt

in der Stadt und der Umgebung erholsame

reitungen für den ersten Bauabschnitt des

ist ein Nachfrageüberhang deutlich spürbar.

Tage mit Shoppen, Wandern, Radfahren und

neuen Wohnbaugebiets „Hammerberg-West“,

Investoren haben diesen Bedarf erkannt und

Genießen zu verbringen, kann es sich zum

das zwischen Marktredwitz und dem Ortsteil

umgehend reagiert. Neue Wohnanlagen an

Beispiel im neu eröffneten Hotel THE BRICKS

Brand in der Gemarkung Haag entstehen

der Rößlermühlstraße, dem Vilser Platz, den

gut gehen lassen. Das schicke Lifestyle-

soll. Es umfasst knapp 60 Parzellen in länd-

Kösseine-Auen unterhalb des KEC, der Her-

Hotel heißt Urlauber und Geschäftsreisende

licher Toplage, die dem Wunsch nach Ruhe

mann-Löns-Straße sowie in naher Zukunft auf

gleichermaßen willkommen. Die hoteleigene

und Erholung entsprechen – durch die her-

dem BENKER-AREAL sind die Antworten auf

Küche, die auch externe Gäste kulinarisch

vorragende Anbindung an die Marktredwitzer

die starke Nachfrage.

verwöhnt, ist auch für die umliegenden Fir-

Innenstadt jedoch auch kurze Wege und eine Reihe von Einkaufsmöglichkeiten bieten. Mit den Erschließungsmaßnahmen soll noch 2019 begonnen werden. Das Erstaunliche: Zum Stand März 2019 sind bereits zahlrei-

men im Industriegebiet Rathaushütte eine 60 PAR ZELLEN IN L ÄNDLICHER TOPL AGE, DIE DEM WUNSCH NACH RUHE UND ERHOLUNG ENTSPRECHEN

che Parzellen reserviert!

echte Bereicherung. Einfach alles in Marktredwitz ist in Bewegung. Die Dynamik ist sowohl in der Innenstadt als auch in den Ortsteilen sichtbar. Mit Dorfer-

Ein weiteres Schmuckstück entsteht auf dem

neuerungen, u.a. der Sanierung von Straßen-

Die hohe Nachfrage und das große Interesse

Gelände des ehemaligen Unna-Heims. „Woh-

decken und der Aufwertung von Wegen und

am Eigenheim haben die Stadt Marktredwitz

nen am Goldberg“ nennt sich das Projekt, das

Plätzen, werden die umliegenden Ortschaften

in ihrem Vorhaben bestärkt, ein weiteres Bau-

sich am Rande des Stadtwaldes aus seiner

revitalisiert und für die Zukunft gewappnet.

gebiet in der Nähe des Auenparks, Stadtteil

grünen Umgebung hervorhebt.

Marktredwitz ist weiter auf Wachstumskurs

Dörflas, auszuweisen. Kaum ausgesprochen

und lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich

liegen auch hier bereits Anfragen und Interes-

aktiv an der Entwicklung ihrer Heimatstadt zu

sensbekundungen vor.

beteiligen. | STEFANIE FÜRST |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

49


Mit einem Wohnkubus und einer ßberdimensionalen Porzellantasse hat die Entwicklungsagentur Fichtelgebirge in Ballungszentren einen Nerv getroffen: Das Fichtelgebirge bietet Lebensqualität und Raumwohlstand. Fotos: Medienagentur Jahreiss


KAMPAGNE

GELIEBTER FREIRAUM

Ü

FREIRAUM FÜR MACHER

„Freiraum für Macher“: Die Imagekampagne für das Fichtelgebirge zieht Kreise

bergroße Plakatwände in rund

Menschen für die Region zu begeistern,

70 U-Bahn-Stationen, eine überdi-

aber auch die Fichtelgebirgler selbst auf

mensionale Teetasse, Wohn-Glas-

diesem Weg mitzunehmen und sie als stolze

würfel und ein Flashmob – die „Freiraum

und begeisterte Multiplikatoren für ihre Hei-

für Macher“- Aktionen sorgten 2018 in

mat zu gewinnen. Deshalb wirbt #freiraum-

Großstädten in Deutschland für Auf-

fürmacher nicht nur gezielt außerhalb der

sehen. Und das nicht ohne Grund! Mit

Region um Zuzügler, Fachkräfte oder junge

dem Start der Imagekampagne hat das

Gründer – die Macher der Kampagne enga-

„freiraumfürmacher“-Team gezeigt, was

gieren sich auch immer wieder vor der eige-

das Fichtelgebirge alles zu bieten hat.

nen Haustür als Sponsoren oder Partner mit

Die Regionalmarketingkampagne zielt

vielerlei verschiedenen Themen.

darauf ab, die Vorzüge des Fichtelgebirges nach außen zu transportieren und

#FREIRAUMFÜRERFOLG DOPPELTE NOMINIERUNG FÜR DEN BUNDESWEITEN POLITIK AWARD

#FREIRAUMFÜRUNTERHALTUNG FICHTELGEBIRGS-KINOSOMMER Im Sommer 2019 steht bereits das nächste Projekt an und von dem sollen alle Bewohner und Gäste des Fichtel-

Ein echter Ritterschlag für das #freiraumfürmacher-Team war die

gebirges profitieren. In Kooperation mit Radio Euroherz

doppelte Nominierung für den bundesweiten Politik Award. Dieser

und der Gemeinde Bad Alexandersbad laufen die Vorbe-

wird jährlich durch das Magazin „Politik und Kommunikation“ ver-

reitungen hinter den Kulissen seit Wochen. Kinosommer

liehen und ist so etwas wie der „Oscar“ für Werbekampagnen mit

das heißt eine Woche lang Kino unter freiem Himmel und

politischem Hintergrund. Mehr als 200 Kampagnen hatten sich in

das bei freiem Eintritt. Gezeigt werden vom 15. bis 21.

diesem Jahr beworben, für den Endausscheid nominiert wurden in

Juli 2019 die neuesten Blockbuster, aber auch Klassiker

sieben Kategorien je fünf bis sechs aussichtsreiche Kandidaten.

und Filme für die ganze Familie. Wir freuen uns auf tol-

Darunter in diesem Jahr: gleich zweimal der Landkreis Wunsiedel

le Abende mit vielen begeisterten Besuchern. Auch die

i. Fichtelgebirge mit seiner Regionalmarketing Kampagne #frei-

zweite Auflage in Hohenberg an der Eger für 2020 ist

raumfürmacher. Die Konkurrenz war groß – auch wenn das Team

bereits in Planung.

den Award nicht mit nach Hause nehmen konnte, war die doppelte Nominierung bereits eine Riesenauszeichnung. Grund genug, um genau da weiterzumachen!

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

51


FREIRAUM FÜR MACHER

KAMPAGNE

#FREIRAUMFÜRSTOLZ IMAGEWERBUNG VOR DER EIGENEN HAUSTÜR „Wir sind der Freiraum für Macher“ – wir sind das Fichtelgebirge. Das kann jeder Besucher unserer Kommunen sehen. Alle Mitgliedskommunen zeigen ihren Stolz auf die Heimat und ihre Zughörigkeit zum Freiraum für Macher jetzt auch plakativ mit einem Schild am Rathaus. Natürlich kann auch jeder andere Interessierte aus dem Fichtelgebirge sich mit einem solchen Schild zum Freiraum für Macher bekennen.

#FREIRAUMFÜRMITMACHER BOTSCHAFTEN AUS DEM FICHTELGEBIRGE Ob auf facebook, Instagram oder Twitter – unter dem Hashtag #freiraumfürmacher kann jeder schöne Bilder, interessante Beiträge und Nachrichten aus der Region posten. So entsteht eine bunte Mischung aus Botschaften, die das Image des Fichtelgebirges erheblich aufpolieren. Alle Bilder der Community landen automatisch auf der Internet-Seite „www.freiraumfürmacher.de“ und sorgen so ständig für neue Inspirationen. Auch bei der Suche im Netz tauchen die Inhalte auf und liefern den Usern eine Fülle an regionalen Infos. Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht!

| COSIMA BENKER |

NEUE PROJEKT-MITARBEITERIN DER KAMPAGNE #FREIRAUMFÜRMACHER

V

on der Werbeagentur direkt in das „Freiraum für Macher“-Team – seit 1. April 2019 unterstützt Cosima Ben-

ker die Regionalmarketingkampagne als Pro-

52

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

jektmitarbeiterin. Die Schaffung der neuen

wissenschaft und ihrer Berufserfahrung in

Position ermöglicht es, die Kampagne in Zu-

einer Werbeagentur ergänzt die Gefreeserin

kunft noch intensiver weiterzuentwickeln und

das gut aufgestellte Team auf vielfältige Wei-

das Fichtelgebirge weiterhin stärker in den

se. Egal ob Kampagne, Content-Marketing

Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zu

oder erfolgreiche Social-Media Konzeption

rücken. Als echte Fichtelgebirglerin kennt sie

– als Expertin der Medien-Welt bringt sie

sich in der Umgebung aus und weiß die Vor-

ein Gespür für neue Themen und Trends mit

züge der Region zu schätzen. Die idealen Vor-

und ist mit der gezielten Umsetzung cross-

aussetzungen, um die Stärken des „Freiraum

medialer Kommunikationsstrategien bestens

für Macher“ glaubwürdig nach innen und nach

vertraut. Immer am Puls der Zeit fließen so

außen zu präsentieren. Durch die Kombinati-

– sowohl online, als auch offline – ständig

on aus Studium im Bereich Kommunikations-

neue Ideen in die Kampagne ein. | PR |


KAMPAGNE + BUCH

FREIRAUM FÜR MACHER

FREIRAUM FÜR FICHTELGEBIRGS-VERFÜHRER Das Fichtelgebirgs-Buch der Reihe „Lebensart genießen“ erscheint im Oktober 2019 in einer Neuauflage – Beste Werbung für den „Freiraum für Macher“

W

as macht das Fichtelgebirge le-

Ledermüller, Wilhelm Siemen, Birgit Simmler

Ab Oktober 2019 wird „Lebensart genießen“

bens- und liebenswert? Eine Antwort

und – last but not least – dem Herausgeber

auf dem freien Markt erhältlich sein. Die 304

auf diese Frage liefert das Buch

Dr. Oliver van Essenberg.

Seiten des Buches enthalten etliche neue Bei-

„Lebensart genießen – im Fichtelgebirge“. Im Oktober 2019 – genau fünf Jahre nach dem

träge und Bilder. Der Endkundenpreis bleibt

UNTERSTÜTZUNG DES FÖRDERVEREINS UND DER ENTWICKLUNGSAGENTUR

mit 19,95 Euro nahezu unverändert. (Erstau-

Verführer in einer vollständig aktualisierten

Schon bei der Erstauflage hat der Förderver-

formieren und das Buch vorbestellen. Bereits

und erweiterten Neuauflage auf den Markt.

ein Fichtelgebirge mitgeholfen, das Werk be-

ab einer Menge von 10 Exemplaren gewährt

kannt zu machen. Anlässlich der Neuauflage

der Verlag Rabatte. | PR |

Erscheinen der Erstauflage, die ein regionaler Bestseller wurde – kommt der Fichtelgebirgs-

Das Buch widmet sich einem breiten Themen-

2019 wird nun auch die Entwicklungsagentur

spektrum: von „Essen, Trinken, Ausgehen“

Fichtelgebirge dafür sorgen, dass sich das

über „Ausstattung, Design, Architektur“ bis

Buch noch weiter verbreitet. „Lebensart ge-

zu „Kunst, Kultur, Natur“. Die Neuauflage

nießen“ wird Bestandteil der Kampagne „Frei-

wird bewährte Artikel der Erstauflage in ak-

raum für Macher“. Die Entwicklungsagentur

tualisierter Form enthalten, aber auch etliche

und der Förderverein möchten somit verstärkt

neue Beiträge aufweisen. Die Leser bekom-

auch Unternehmen, Organisationen und Kom-

men dabei nicht einen weiteren, x-beliebigen

munen motivieren, das Buch für Werbezwe-

Führer an die Hand, sondern ein Top-Medium,

cke und die Personalakquisition einzusetzen.

das die schönsten Seiten der Region in un-

Denn das Werk ist hervorragend als Geschenk

verwechselbarer Weise, optisch hochwertig

geeignet, um anderen oder auch sich selbst

aufbereitet. Mit sorgfältig ausgewählten Ad-

eine Freude zu machen. So kann jeder für

ressempfehlungen und hochinteressant zu le-

sich einen Teil dazu beitragen, das Fichtelge-

senden Hintergrundbeiträgen, u.a. von Prof.

birge als Lebens- und Wirtschaftsraum noch

Eugen Gomringer, Karla Fohrbeck, Ronald

bekannter zu machen.

flage: 19,80 Euro). Interessenten können sich beim selekt Verlag (info@selekt.org) in-

Die Neuauflage des Buches „Lebensart genießen“ ist von außen gleich am Logo „Freiraum für Macher“ erkennbar. Auch im Innenteil spiegelt sich das Thema wider. Foto: selekt Verlag.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

53


FREIRAUM FÜR MACHER

GRÜNDER

W W W.W UR Z E L K R A X L E R . C OM

Ein Paar, drei Standbeine: Christina und Thomas Preisinger haben sich mit Führungen durch das Fichtelgebirge, einer Manufaktur mit Honig als Hauptprodukt und als Ausrüster in Selb selbstständig gemacht. Fotos: Wurzelkraxler

VORWÄRTS ZU DEN WURZELN

A

Christina und Thomas Preisinger sind zwei Naturmenschen und haben sich mit ihrem Know-how als „Wurzelkraxler“ selbstständig gemacht

n schöner Natur herrscht im Fichtel-

gogin arbeitete vor ihrem Studium zudem als

Stadtrand hat das Paar das frei stehende

gebirge kein Mangel. Wie sensationell

Landschaftsgärtnerin, er ist Bildungswissen-

Haus von Christina Preisingers Großvater so

schön die Gegend sein kann und wel-

schaftler. Bei Touren wie „Heimische Gehölze

umgebaut, dass sie sich vielfältig entfalten

che zum Teil verborgenen Schätze der Natur

erkennen“, einer Porzellanwanderung oder

können. Im Mai 2019 feierten sie hier die Er-

es hier zu entdecken gibt, ist vielen jedoch

einer Wanderung durch das Waldnaabtal ver-

öffnung ihres “Basecamps“. Hier gibt es auch

noch nicht bekannt. Christina und Thomas

mitteln sie nun ebenfalls ihr Wissen, sinnlich

den Honig aus der eigenen Imkerei. Christina

Preisinger wollen das Bewusstsein für die

erfahrbar, professionell und praxisnah. „Unse-

Preisinger verarbeitet ihn noch ganz traditi-

Natur ein Stück weit mitgestalten: mit The-

re Angebote auf der Homepage beschränken

onell, d.h. ohne Erwärmen, mit Schleudern

menführungen, hochwertiger Outdoor-Aus-

sich nur auf Highlights“, merkt Thomas Prei-

von Hand, zu cremiger Konsistenz, für un-

rüstung und Genussprodukten aus eigener

singer an. „Wir können Führungen auch nach

verfälschten Genuss. Die Imkerin bietet Ein-

Herstellung. „Wurzelkraxler“, so der Name

dem Themenwunsch und dem Zeitkontingent

steiger-Kurse für Interessierte an, wobei das

ihres gemeinsamen Unternehmens, spricht

der Teilnehmer individuell planen.“

Angebot an handwerklichen Erzeugnissen in

Beine, Herz und Verstand gleichermaßen an.

Zukunft noch ausgebaut werden soll. Christina und Thomas sind geborene Outdoor-

Mit Wanderungen für Gruppen und Themen-

Typen. Aus Selb stammend, haben sie sich

Thomas Preisingers Domäne ist die Outdoor-

führungen unternahm das Paar vor fünf

im Gymnasium kennengelernt, in Regensburg

Ausrüstung, mit allem, was man für Trekking-

Jahren die ersten Schritte in die Selbststän-

studiert und zuletzt in Weiden gelebt, bis sie

Touren benötigt, einschließlich einer eigenen

digkeit, zunächst neben dem Hauptberuf.

teils aus beruflichen Gründen, teils wegen

Serie an Outdoormesser, die in Schweden

Christina und Thomas Preisinger kommen

der Nähe zu den Eltern 2019 nach Selb zu-

von Hand gefertigt werden. „Wir fangen da

aus dem Bildungsbereich – die Diplom-Päda-

rückzogen. In einer Kleinsiedlungsanlage am

an, wo das normale Sportgeschäft aufhört und achten auch auf die ökologische Verträglichkeit der Stoffe“, erklärt er. Der familiäre Charakter und die Beratung sind besondere Stärken, auf die viele Kunden vertrauen. Schließlich haben die Inhaber alles ausgiebig getestet, auch unter rauen Bedingungen. Irland und Schottland gehören zu den bevorzugten Reisezielen des Paares. „Wir müssen uns nur immer wieder entscheiden, ob wir

– Akademie, Manufaktur und Ausrüster W UR Z E L K R A X L E R

Fichtenweg 27, 95100 Selb Tel.: 09287 / 9159719 Tel. 01525 / 3051153

54

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

Motorrad fahren, das Rad nehmen oder wandern“, sagen sie. Wenn sie lange weg waren, fühlt sich das Heimkommen für die „Wurzelkraxler“ umso vertrauter an. | OLIVER VAN ESSENBERG |


GRÜNDER

Schöner liegen – Dafür sorgt FLUM mit Luxus-Hundekissen, die vom Chihuahua bis zur deutschen Dogge keine Wünsche offen lassen. Die Mitarbeiter leben den familiären Geist. Auf den Schwarz-Weiß-Fotos: Christine de la Luz und Johanna Cernousek (obere Reihe v.l.), Alexandra Götz und Christiane Gräf (Mitte), Dominik Gräf und der Bürohund ENZO. Fotos: FLUM

WOHLFÜHL KISSEN FÜR

HUND UND HERRCHEN

M

FREIRAUM FÜR MACHER

Die Manufaktur FLUM hat sich auf individuelle Luxus-Hundekissen spezialisiert

it Herzblut hinter einer Sache zu ste-

men mit seiner Frau Christiane und weiteren

bung. Die Kennzeichnung „Made in Germa-

hen, ist einfacher gesagt als getan.

Mitarbeitern baute der gebürtige Münchner

ny“ auf den Kissen war FLUM dabei noch zu

FLUM Hundekissen aber sind ein

in Christianes Heimatort Höchstädt die FLUM

blass. Das Unternehmen wirbt ganz gezielt

Herzensprojekt. Denn bei den Produkten aus

Manufaktur auf. „Unser Ziel war es, einen ech-

mit „Made im Fichtelgebirge“. „Wir haben uns

Höchstadt handelt es sich nicht um normale

ten Wohlfühlort zu schaffen, superbequem

bewusst für diesen Standort entschieden,

Hundekissen, sondern eher um ein Zuhause

und schön“, erklärt er. Der Entwurf fand auch

weil die Lagerfläche hier günstiger ist als im

für ein kleines Familienmitglied. Familiär ist

Enzos Zustimmung, der seitdem wesentlich

Raum München, aber auch, weil wir uns mit

auch der Geist in der FLUM Manufaktur, in der

entspannter sei.

der Region identifizieren“, betont Christiane

sich das Team beinahe fürsorglich um die An-

Gräf. „Ganz wichtig war es uns zudem, dass

liegen von Hundeliebhabern kümmert – egal

Für die Optimierung der Kissen und die hand-

die Kissen robust und langlebig sind. In die

ob die Kunden aus der näheren Umgebung

werkliche Umsetzung holte sich FLUM Schnei-

Qualität haben wir sehr viel Zeit investiert.“

oder der Welt der Prominenten kommen, wie

dermeisterin Alexandra Götz aus Röslau ins

zum Beispiel der Formel-1-Rennfahrer Lewis

Unternehmen. Für Marketing und Vertrieb

Zeit nehmen sich die Mitarbeiter bei FLUM

Hamilton und Vanessa Fuchs, Germany’s

ist Johanna Cernousek aus Regensburg zu-

generell für ihre Kunden. Sie lassen sich

Next Top Model 2015.

ständig. Neue Ideen und Strategien werden

Bilder der Hunde schicken, wählen mit dem

im gesamten Team, zu dem auch langjährige

Besitzer die Farbpalette und die Art der

Die Firmenkarriere begann mit der Suche

Freunde und Bekannte gehören, nicht von oben

Stoffe aus, senden Produktmuster zu und

nach einem Lieblingsplatz für den Hund

vorgegeben, sondern im Konsens entschieden.

fertigen jedes Kissen erst nach dem Bestell-

Enzo, einem besonders anhänglichen Vierbeiner. Am liebsten verkroch sich Enzo ins Bett

auftrag an. So viel Herzblut und Individuali-

„MADE IM FICHTELGEBIRGE“

tät kommt bei den Menschen an, und zwar

Manko der bis dahin produzierten Hundekis-

Von den Stoffen über den Reißverschluss bis

zählt inzwischen über 15.000 Follower. Eine

sen sei immer die mangelnde Bequemlichkeit

zur Füllung legt FLUM Wert auf höchste Qua-

bemerkenswerte Erfolgsgeschichte – Made

gewesen, führt Dominik Gräf aus. Zusam-

lität. Die Zulieferer stammen aus der Umge-

im Fichtelgebirge. | OLIVER VAN ESSENBERG |

seiner Hundeeltern, der Familie Gräf. Das

bei vielen. Der Instagram-Account von FLUM

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

55


FREIRAUM FÜR MACHER

GRÜNDER

Eva und Bert Laudien in ihrer „Laudien-RathausGalerie“. Beide kommen vom gegenständlichen Zeichnen, können aber auch abstrakt malen. Ein Drittel aus den Erlösen der Galerie spenden sie grundsätzlich an die „Initiative krebskranke Kinder“. Foto: Hannes Bessermann

Weitere Infos und Kontakt zur Galerie unter

EINE NEUE PERSPEKTIVE

W W W.L A UDIE N - R AT H A U S - G A L E R IE .DE oder auch zur Terminvereinbarung unter 0151-27557337

Von München ins Fichtelgebirge – Eva und Bert Laudien haben das ehemalige Rathaus in Bischofsgrün in Wohnräume und eine Galerie umgewandelt

E

s ist schon so: Mit fortschreitendem Al-

hat Schleusen geöffnet. „Es war ein Mal-Boom“,

derung, selbst aus Sicht der Architektin Eva

ter wird der Mensch gesetzter. Dennoch:

erinnert sich Bert Laudien. „Wenn ich daran den-

Laudien. Die Nähe zum Elternhaus in Fichtel-

Warum sollte es mit Ende 50 oder An-

ke, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut.“

berg, wo Eva Laudien auch aufgewachsen ist, half ihnen bei der Entscheidung, den

fang 60 nicht möglich sein, noch etwas Neues

ENDE EINER ODYSSEE

Kraftakt zu wagen. Ihr Mann, gebürtig aus

der sie bis vor ein paar Jahren nur träumen

Ab 2009 nahm sich das Paar bayerische

Richtige zu tun.

konnten. Im ersten Stock des ehemaligen

Orte als Motive vor: Landsberg, Wasserburg,

Rathauses in Bischofsgrün, wo einst Akten

Regensburg, Bamberg... nebenbei durchfors-

Beim Umbau, der Schritt für Schritt ab 2015

lagerten, haben sie sich eine komfortable

teten sie den lokalen Immobilienmarkt, auch

erfolgte, konnte Bert Laudien sein großes

Zweitwohnung eingerichtet und im Geschoss

weil sie mehr Platz für ihre Werke brauchten.

handwerkliches Geschick eindrucksvoll zur

darunter eine einladende Galerie.

„Unsere Idee war: Genug Platz für Wohnen und

Entfaltung bringen. Die im Oktober 2017

Kreativität sowie Atelier und Galerie als Tür zur

eröffnete „Laudien-Rathaus-Galerie“ erweist

Hohe Eigenmotivation und eine gewisse Hart-

Außenwelt“, erklärt Bert Laudien. Sie hatten

sich für alle Beteiligten als Bereicherung,

näckigkeit sind Fähigkeiten, die Eva und Bert

die Suche nach vier Jahren fast aufgegeben.

für den Ort und für die Macher. „Wir sind an

Laudien mit anderen Machern teilen. Der

Im Internet wurden die Münchner schließlich

jedem zweiten Wochenende hier, dann steht

Wechsel ins Fichtelgebirge hat nämlich eine et-

jedoch in Bischofsgrün fündig. Und nun ging

die Galerie auch Besuchern offen. Es ist je-

was längere Geschichte. 2008 stiegen die Ar-

es ganz schnell: Eine Anfrage an die Gemein-

des Mal wie im Urlaub“, freut sich Eva Laudi-

chitektin Eva Laudien und ihr Mann, gewerbs-

deverwaltung, vier Tage später der erste Be-

en. Und ihr Mann kann sich schon vorstellen,

mäßig mit Anmietung von Technikflächen

sichtigungstermin, zusammen mit Bürgermeis-

was er in fünf Jahren macht, wenn er den

betraut, beruflich auf eine Vier-Tage-Woche

ter Stephan Unglaub. Das Objekt bot mehrere

Beruf an den Nagel gehängt hat. „Dann stehe

um. „Wir wollten mehr Zeit haben, zu zeichnen,

Hundert Quadratmeter Nutzfläche, war jedoch

ich hier jeden Tag in der Galerie und male.“

was wir wollen“, sagt sie. Und diese Freiheit

komplett sanierungsbedürftig. Eine Herausfor-

| OLIVER VAN ESSENBERG |

anzufangen? Für Eva und Bert Laudien hat das Fichtelgebirge eine Perspektive eröffnet, von

56

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

München, war von Anfang an überzeugt, das


GRÜNDER

FREIRAUM FÜR MACHER

Interview mit... MARCO KNOTT 36, wuchs in Bärnau auf, machte eine Ausbildung zum Elektriker, war danach 13 Jahre bei der Bundeswehr, legte seine Meisterprüfung in Elektrotechnik ab und studierte dann in München Wirtschaftsingenieurwesen. In dieser Zeit kamen gut 60 Aus- und Fortbildungen dazu (Six Sigma Green Belt , Fachkraft für Arbeitssicherheit, Fitnessfachwirt, staatlich geprüfter Ernährungsberater...) und eben auch die Zauberei, seine Passion. Vor rund einem Jahr hat er seinen Haupterwerb als Projektingenieur bei „Gossen Metrawatt“, Nürnberg, an den Nagel gehängt, um sich in seiner Heimatstadt Bärnau ganz auf das Zaubertheater konzentrieren zu können

W W W.M A R C O - K NO T T.DE

„SUPER UNTERSTÜTZUNG“

...Marco Knott

Der Projektingenieur Marco Knott erklärt im Interview, warum er seinen Haupterwerb und die Stadt Nürnberg hinter sich gelassen hat und was er in seiner Heimatstadt Bärnau vor hat

die die Lounge beispielsweise für Firmenevents oder Seminare nutzen können. Das Zaubertheater wäre ohne Netzwerk und auch den Freundeskreis HeimatUnternehmen im Landkreis Tirschenreuth nicht oder nur

Marco Knott, warum ging es zurück in die

Das Flair des Kinos soll erhalten bleiben, den-

viel schwerer möglich geworden, oder?

Heimat?

noch wird es nur noch 50 Plätze geben. Im

Ohne die super Unterstützung der Stadt Bär-

Letztlich ist meine Zauberfirma immer mehr

hinteren Bereich sollen eine Lounge und eine

nau, das Netzwerk aus Firmen, welches ich

gewachsen und ich war über 15 Jahre nur

Bar entstehen. Warum wurde das so geplant?

mir in den vergangenen 20 Jahren aufgebaut

unterwegs. Eltern und Freunde haben nicht

Einen Gewinner erkennt man am Start, ist

habe, wäre vieles nicht möglich. Denn hier

mehr viel von mir gehabt – deshalb freut es

der Spruch eines Freundes und wir haben gut

treffen sich Netzwerker, Unternehmer, aber

mich auch, dass ich jetzt vieles zurückge-

geplant. Wir wissen, was wir mit der Bühnen-

auch verrückte Visionäre, die für die Region

ben kann. Ich hatte volle Unterstützung von

technik und den fünf Beamern für Möglichkei-

und Ideen brennen. Das Projekt wird über

allen Seiten, auch als ich meinen Ingenieurs-

ten haben. Es werden monatlich Zaubershows

das Landwirtschaftsministerium getragen, so

job wegen der Zauberkunst kündigte.

und offene Veranstaltungen angeboten wer-

können Ideen zum Geld und damit ans Ziel ge-

den, zudem wird es Kooperationen mit Hotels

bracht werden. Auch bei der Entwicklung des

und Busunternehmen wie auch Firmen geben,

Kinos zum Zaubertheater. | JENS STENGLEIN |

Bärnau im Landkreis Tirschenreuth, hier soll bis Ende 2020 ein touristischer Anziehungspunkt entstehen... Ja, ich möchte die Familiengeschichte weiterschreiben. Mein Opa hat neben unserem Wohnhaus ein Kino geschaffen und es 1958 mit 300 Sitzplätzen eröffnet. Vor knapp 20 Jahren wurde das Schlosstheater geschlossen und das wird jetzt aus dem Dornröschenschlaf geholt. Hier werden eine exklusive Eventlocation und ein Zaubertheater entstehen.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

57


FREIRAUM FÜR MACHER

UNTERNEHMEN

Das 2,5 ha große Firmengelände bei Tröstau. Daneben: Johannes Braun (links) hat das Betonsteinwerk der Braun Gruppe an Diephaus übergeben. Rechts im Bild: Geschäftsführer Theo Diephaus. Fotos: Diephaus

FREUNDLICHE ÜBERNAHME Die Firma Diephaus hat das Betonwerk in Tröstau übernommen und geht mit der neuen Niederlassung im Fichtelgebirge auf Wachstumskurs

W

enn zwei Firmen zusammenfin-

werk der Firma Braun übernommen und wird

Vorstellung zur Aufstockung des Teams gibt.

den, kommt es ähnlich wie bei

das Werk modernisieren. „Wir haben kräftig in

„Obendrein haben wir einen langfristigen Kun-

einer Partnerschaft auf eine güns-

den Standort investiert, um die Maschinen auf

den für unsere Rohstoffe gewonnen“, sagt

tige Paarkonstellation an. Die Firmengruppe

den neuesten Stand zu bringen“, erklärt Die-

Braun abschließend.

Braun in Tröstau und die Diephaus Unterneh-

phaus. „Durch den Standort Tröstau sind wir

mensgruppe mit Hauptsitz im niedersächsi-

für unseren Kundenkreis in Süd-Ostdeutsch-

schen Vechta passen unter diesem Blickwin-

land in greifbarer Nähe und können damit

kel gut zusammen. Die Firmen kommen aus

die logistischen Herausforderungen optimal

Theo Diephaus ist mehrmals im Jahr in

der gleichen Branche, sind familiengeführt

lösen“, fügt er hinzu. Insgesamt produziert

Tröstau, um mit seinen Brüdern, dem Tech-

und ergänzen sich in ihren Stärken. Die Ge-

und vertreibt die Unternehmensgruppe damit

niker Arnd und dem Controller Christian, die

schäftsführer sind zudem etwa gleich alt,

nun an sechs Standorten hochwertige Terras-

Geschäfte zu managen. Von der Unterstüt-

haben selbst schon Familien gegründet

senplatten, Pflastersteine, Mauern, Hang- und

zung der Stadt Wunsiedel und des Landkrei-

und verstehen sich auch auf persönlicher

Randbefestigungen sowie Stufen aus Beton-

ses bezüglich der Übernahme ist er begeis-

Ebene gut.

werkstein. Zu den Kunden zählen vor allem

tert, ebenso vom Flair des Fichtelgebirges.

Baustoffhändler sowie Garten- und Land-

„Ich habe so das Gefühl, dass der Lokalpa-

schaftsbauer.

triotismus hier größer ist als in den anderen

„Wir waren schon lange auf der Suche nach einem Standort in dieser Region und muss-

LOKALPATRIOTISMUS

Gegenden unserer Niederlassungen“, sagt

ten nicht lange überlegen, als wir die Anfra-

Die Firmengruppe Braun wird durch den Ver-

ge der Firma Braun bekamen, ob wir neuer

kauf an Diephaus keineswegs komplett aufge-

Inhaber des Tröstauer Betonwerks und Ge-

löst, sondern ihren Fokus auf Naturstein und

schäftspartner werden möchten“, so Theo

den dazu gehörigen Splitten legen. Geschäfts-

Diephaus, einer der drei Geschäftsführer der

führer Johannes Braun ist froh, dass die Mit-

Diephaus-Unternehmensgruppe.

Diephaus

arbeiter des Betonsteinwerks von Diephaus

hat zu Jahresbeginn 2019 das Betonstein-

übernommen wurden und es bereits klare

er. Es ist wohl nicht nur so ein Gefühl. | OLIVER VAN ESSENBERG |

Diephaus Betonwerk GmbH Niederlassung Tröstau Neuenhammer 7, 95709 Tröstau info@diephaus.de W W W.DIE P H A U S .DE

58

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


FREIRAUM FÜR MACHER

iment

Unser gesamtes Sort verfügbar. jetzt auch in Tröstau Dieses finden Sie auch auf

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Wir sind da! DIEPHAUS im Fichtelgebirge!

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59


LEBEN & FREIZEIT

Liebe, Macht, Verrat und Politik – Das Auftragswerk „ZUCKER“ verpsricht eine spannende Mischung - mit regionalem Bezug. Im Bild: Florentin Schmidt (Friedrich Lukas Sandmann) und Franziska (Marina Granchette) Hinten: Stadtrat Reisinger (Mark Weigel). Foto: Florian Miedl

60

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


LUISENBURG-FESTSPIELE

LEBEN & FREIZEIT

Und los! - Ein Draufgänger aus dem Musical „Grease“. Foto: Florian Miedl

KUNST IST

FÜR ALLE DA Unter der neuen Leitung von Birgit Simmler öffnen und erweitern die Luisenburg-Festpiele ihr Angebot

I

hre Vielseitigkeit ist beeindruckend: Klassi-

heiten zügig beantworten. „Ich glaube, dass

sche Literatur? Sprach- oder wahlweise auch

Theater einen hohen Wirkungsgrad hat und

Gesangskunst? Gehört zu ihren Steckenpfer-

nehme den Bildungsauftrag sehr ernst“, sagt

Die Gäste können sich aus dem Blumen-

den! Musicals zum Mitsingen und Mitwippen?

Birgit Simmler und ergänzt, dass Bildung sehr

strauß das Röschen heraussuchen, das sie

Oh, ja! Komödien und Schwänke? Das auch!

viel mehr sei als Wissensvermittlung. Zeitge-

abends am liebsten hätten. Das Programm

Aufwendige Stücke für Kinder und Jugendli-

mäßes Theater verhandelt Grundfragen, die

setzt viele neue Akzente und verspricht da-

che? Unbedingt! Vielseitigkeit kennzeichnet das

jeden angehen. Entscheidend ist, dass die

bei immer „State of the Art“. Denn Kunst ist

Programm der Luisenburg-Festspiele, zugleich

Stoffe Menschen anregen, sich mit den Situ-

für alle da. Birgit Simmler lebt diese künst-

aber auch jene Frau, die als künstlerische Lei-

ationen anderer Menschen auseinanderzuset-

lerische Haltung intensiv, bei Gesprächen

terin für das ganze Theater hauptverantwortlich

zen, und zwar auf vielerlei Weise. Das Theater

mit Kollegen, in der Begegnung mit dem

ist, Birgit Simmler. Sie hat den selbsterklärten

spricht alle Facetten der Gefühlswelt an, von

Publikum. Die neue Offenheit macht sich da-

Auftrag der Festspiele, breite Bevölkerungs-

nachdenklich–melancholisch bis heiter-gelöst,

her auch in der Vermittlung des Programms

schichten anzusprechen, 2017 angenommen

beide Extreme mitunter in einer Inszenierung.

bemerkbar. Wer nach einem roten Faden im

und setzt ihn seitdem mit großer Offenheit um.

„Das musikalische Stück kann da auch mal

neuen Kurs sucht, findet ihn mühelos. Die

ZUKUNFT Fichtelgebirge wollte von ihr wissen:

eher schwer sein und die Komödie kann ein

Luisenburg-Festspiele setzen neue Akzente

Was bedeutet das konkret für das Programm?

funkelndes Sprachkunstwerk sein“, erklärt

mit Auftragswerken sowie Stoffen mit regio-

Wo führt das Theater geliebte Gewohnheiten

Birgit Simmler und leitet damit zur zweiten

nalem Bezug und die Wunsiedler erweiterten

fort? Wo bricht es mit Schubladen?

Frage, der nach den Schubladen, über. Gen-

das Angebot. Mehr dazu unter den Stichwor-

rezwänge, die Stücke gestalterisch in ein Kor-

ten auf der folgenden Seite.

Wenn es um wiederkehrende Erfahrungen

sett schnüren, Musicals zum Beispiel zu leich-

geht, lässt sich die Frage nach den Gewohn-

ter Unterhaltung verpflichten, liegen ihr fern.

STATE OF THE ART

| OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

61


LEBEN & FREIZEIT

LUISENBURG-FESTSPIELE

Szenenbilder aus dem Schauspiel „Die Päpstin“ (links) und dem Lehrstück „Arturo Iu“, das auf dem städtischen Festplatz stattfindet. Fotos: Florian Miedl, Christian Flamm

ERWEITERUNG DES ANGEBOTS Weitere Infos unter

Die Luisenburg-Festspiele weiten ihr Angebot

W W W.L UISE NB UR G - A K T UE L L .DE

aus – räumlich und zeitlich. In kleineren Locations außerhalb der Stamm-Spielstätte ist zu erleben, was Schauspielerinnen und Schauspieler selbst an Stücken mitbringen, die sie begeistern. Auf kleineren Bühnen finden in der Regel

AUFTRAGSWERKE

auch Inszenierungen statt, die sich an Liebha-

Statt fertige Stoffe zu adaptieren oder um-

mit Musik und vielen dramatischen Wendun-

ber spezieller Sparten wenden. Für Theater-

zuschreiben, will Birgit Simmler eine Autoren-

gen geschrieben, die das historische Ge-

Connoisseure gibt es auf der Probebühne bei-

werkstatt aufbauen, die für die Luisenburg

schehen – der Zuckerschmuggel zur Zeit

spielweise Workshops und Einführungen zu

neue Stücke entwickelt. Das Vorgehen hat im

Napoleons – in eine Liebes- und Familienge-

neuen Stücken, bei der Kultnacht Sangeskunst

anglo-amerikanischen Theatersystem Traditi-

schichte überträgt. Liebe, Verrat, Macht, Wi-

auf Open Air-Bühnen der ganzen Stadt, in der

on. Der Autor arbeitet hier nicht als einsamer

derstand und Politik sind die Elemente, aus

Xtra-Reihe Lesungen, Anarcho-Zauberei, Jazz

Schreiberling, sondern entwickelt ein Stück

denen ZUCKER, das in Hamburg und Wun-

und Chanson, dann ein Sommerfest auf dem

mit Dramaturgen, Kollegen und Lektoren, die

siedel spielt, seine Spannung und Dramatik

Marktplatz. Darüber hinaus wird die Luisenburg

ihn im Schöpfungsprozess begleiten.

bezieht. Premiere: 16. August 2019.

noch häufiger als bislang an verschiedenen Orten mit Sonderproduktionen zu Gast sein.

DER AUTOR ARBEITET HIER NICHT

Bisher wurde bereits der Spitalhof des Fichtel-

ALS EINSAMER SCHREIBERLING,

gebirgsmuseums als Spielstätte genutzt. Ab

SONDERN ENT WICKELT EIN STÜCK MIT DR AMATURGEN, KOLLEGEN UND LEK TOREN

62

19. Juli 2019 bespielt die Luisenburg zwei Wo-

STOFFE MIT REGIONALEM BEZUG

chen lang ein Theaterzelt auf dem städtischen

Etwa alle zwei Jahre möchte die Luisenburg,

Brechts „Arturo Ui“ über die Bühne, in dessen

Stoffe mit regionalem Bezug anbieten. „Die

Mittelpunkt der Aufstieg eines Populisten steht.

Festplatz – in einer Zirkuskulisse geht Bertolt

Das erste Auftragswerk steht: Das Musical

Region ist so reich an Geschichte, dass ich

„ZUCKER“ ist eine für die Festspiele ge-

in Wunsiedel nicht unbedingt eine Geschichte

Die Festspiel-Saison dauert von nun an eine

schriebene Uraufführung, die eine histori-

aus München erzählen muss“, betont Birgit

Woche länger und deckt somit die kompletten

sche Begebenheit aus dem 19. Jahrhundert

Simmler. Das Musical „ZUCKER“ (s. Auftrags-

bayerischen Sommerferien ab. Jedoch wird es

aufgreift und fortführt. Die Autorin Birgit

werke) bestätigt das vortrefflich.

auch über die Saison hinaus punktuell immer

Simmler und der Komponist Paul Graham

wieder Sonderveranstaltungen in der Stadt

Brown haben eine unterhaltsame Erzählung

oder der Umgebung geben.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


AUSFLUGSZIEL

LEBEN & FREIZEIT

FASZINATION WALDNAABAUE Die Waldnaabaue zwischen Falkenberg und Tir-

Beitrag auf S. 91). Seltene, zum Teil überregional

schenreuth ist geprägt vom malerischen Verlauf

bedeutsame Tier- und Pflanzenarten haben hier

der Waldnaab, naturnahen Auewiesen sowie um-

ihren Lebensraum, z.B. Kreuzotter, Moorfrosch,

liegenden Bruch- und Nadelwäldern.

Braunkehlchen, Waldwasserläufer und verschiedene Moorlibellenarten. Zu den seltenen Pflan-

Im Zentrum dieses 3000 Hektar großen Gebie-

zenarten zählen u.a. die Glänzende Seerose, das

tes liegt die vor über 1000 Jahren angelegte Tir-

Sumpfläusekraut, der Moorklee, das Wollgras, die

schenreuther Teichpfanne, eine der größten und

Buschnelke und die Arnika.

ältesten Teichlandschaften der Bundesrepublik. Seit 2013 befindet sich am Vizinalbahn-Radweg, Die zahlreichen Fluss- und Bachauen weisen nur

der durch das Teichgebiet führt, die „Himmelslei-

ein geringes Gefälle auf, entsprechend feucht

ter“. Von dem imposanten Bauwerk – 70m Länge

ist die gesamte Landschaft. Dies war auch der

und 20m Höhe – eröffnet sich ein atemberau-

Grund dafür, dass Zisterziensermönche des

bender Blick über die Waldnaabaue. Die großfor-

Klosters Waldsassen in diesem Gebiet mit der

matigen Bildtafeln unter den Treppenaufgängen

Anlage von Teichen begannen. Die Bewirtschaf-

informieren anschaulich über diese einzigartige

tung dauert bis heute an (siehe dazu auch den

Kulturlandschaft. | PR, FOTO: CHRISTOPHER BEYER |

Das Tagungshaus im Fichtelgebirge - Fortbildung, Seminar, Freizeit • • •

Gruppen von 5 bis 115 Personen Tagungsräume und -technik für alle Gruppengrößen Freizeiträume, Turnhalle, Werkraum, W-lan Infos unter www.ebz-alexandersbad.de oder 09232 99390 ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

63


LEBEN & FREIZEIT

KULTUR

Mit dem JuKu-Mobil kommen KünstlerInnen aus der Region zu wechselnden Kooperationspartnern: Schulen, Kindergärten, Kulturvereinen, Museen, Dorfgemeinschaften... Im Bild: Ein Workshop bei der Buchmesse Fichtelgebirge mit Annette Hähnlein, Künstlerin aus Bibersbach. Foto Stefan Frank

DAS JUKU-MOBIL –

D

KREATIVITÄT MIT MODELLCHARAKTER as Jugendkunstmobil ist ein bayernweit

Stefan Frank aus Wunsiedel leitet seit Januar

Landkreis Wunsiedel mit großzügiger finanzieller

einzigartiges Modellprojekt. Vermittelt

2019 das Projekt, das auf eine Ausschrei-

und personeller Unterstützung einen wesentli-

ein Kunstbeauftragter den Teenagern

bung des Landesverbandes der Jugendkunst-

chen Teil bei. Weitere Mittel will man durch Spon-

nun die stilprägenden Epochen der Kunst-

schulen und Kulturpädagogischen Einrichtun-

soring und Projekt-Partnerschaften akquirieren.

geschichte? Nein, wenn in den kommenden

gen in Bayern (LJKE) zurückgeht. Das Team

Jahren das Jugendkunstmobil im Landkreis

des Kreisjugendamtes Wunsiedel erhielt als

Die Förderdauer beträgt zunächst drei Jahre.

Wunsiedel unterwegs ist, steht die Kreativität

einziger Landkreis Bayerns den Zuschlag.

Eine mögliche Fortsetzung ist im Gespräch.

der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt.

„Ausschlaggebend dafür war auch, dass es

Das Projekt hat nach Auffassung der Verant-

Mit an Bord ist immer ein Künstler bzw. eine

im Landkreis Wunsiedel eine breit aufgestell-

wortlichen durchaus das Potenzial, Schule zu

Künstlerin aus der Region. Sie wollen Ju-

te Kulturszene gibt“, erklärt Stefan Frank. Mit

machen. | OVE |

gendliche animieren, sich schöpferisch aus-

der Konzeption konnten die Bewerber auch

zudrücken, ob mit Spraydosen und Kameras,

das Bundesministerium für Ernährung und

Leinwänden und Druckwerkzeugen, mit Tanz,

Landwirtschaft überzeugen, das einen Teil

Theater oder Grafikdesign.

der Fördermittel bereitstellt. Zudem trägt der

Anfragen an: Stefan Frank, Projektleiter, Tel.: 01522/9542036, stefan.frank@juku-mobil.de W W W. JUK U - MOBIL .DE

KULTUR STATT LEERSTAND – DER KULTUR-LADEN IN SELB

D

ie Adresse „Marktplatz 1“ befindet sich

lerinnen vermieten, die dort ausstellen, arbei-

sind immer willkommen, den Verein und sei-

in einer exponierten Lage der Porzellan-

ten und verkaufen.

ne Mitglieder kennenzulernen. Auf der Web-

stadt Selb. Vom Balkon des Gebäudes

seite www.selbkultur.de bekommt man einen

aus spricht traditionell der Oberbürgermeis-

Die 14 Gründungsmitglieder wählten Anne­

guten Überblick über das Schaffen der Kul-

ter zum Wiesenfest- Einzug, ehe zum Finale

liese Schade zur Vorsitzenden. Es finden

turfreunde. Hier findet sich auch das Motto

Tausende bunte Luftballons in den Himmel

Ausstellungen, Lesungen und auch Konzerte

des Vereins: „Kultur lebt von neuen Ideen und

steigen. Die Läden, die an der Straße direkt

statt. Je­den Dienstag ab 18.18 Uhr trifft sich

Verände­rungen ebenso wie von Tradition und

un­terhalb des Balkons liegen, werden also

der Verein in seinem Kulturladen. Interessierte

Bewah­rung.“ | OVE |

Jahr für Jahr von unzähligen Menschen gesehen. Dennoch herrschte hier immer wieder Leerstand – kein sehr schöner Anblick. Doch das hat sich geändert. Rechter Hand hat sich der junge Verein SelbKul­tur niedergelassen. Das Ziel des Vereins besteht darin, die Leerstände in der In­nenstadt für kulturelle Veranstaltungen zu nutzen und so einen Mehrwert für die Sel­ber Bürgerinnen und Bürger, aber auch für Besucher zu schaffen. Den Laden auf der linken Seite konnte der Verein mittlerweile an mehrere Selber Künst-

64

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

Konzert mit der lokalen Band „Selbcontrol“. Foto: Forian Miedl


KULTUR

Wer sind Wi R ?

S

„WER SIND WIR?“ – Ein Projekt unter der Leitung des Fichtelgebirgsmuseum arbeitet die kulturelle Vielfalt der Region heraus

eit dem 1. Juli 2018 nimmt das Projekt

gen. Das können Gegenstände mit interes-

„Wer sind WIR? Kulturelle Diversität in

santen Geschichten sein, Kurioses oder auch

der Region(algeschichte)“, gefördert

Immaterielles wie Rezepte, Musik und Fotos.

vom Fonds „Stadtgefährten“ der Kulturstif-

Die interessantesten Objekte werden dann in

tung des Bundes, die gesellschaftliche und

der Ausstellung Heimatstube 4.0 in Wunsiedel

kulturelle Vielfalt im Fichtelgebirge in den

ab November 2019 gezeigt.

Blick. Gemeinsam mit acht Partnern spürt das Projekt des Fichtelgebirgsmuseums

Die Projektverantwortlichen freuen sich auch

Wunsiedel der kulturellen Diversität in der

über Vereine, die aktiv mitwirken möchten.

Region nach.

Interessierte können die Kulturräume generell gerne für eigene Aktionen nutzen und mit

Wohnzimmerreisen, Stadtexkursionen, Aus-

LEBEN & FREIZEIT

Die Aktionen und Standorte sind aus der regionalen Presse und unter W W W.W E R SIND W IR F GM.DE zu erfahren. Über Aktuelles informiert das Projekt über Twitter, facebook und Instagram unter @wersindwirFGM. Kontaktperson: Diana Nitzschke, nitzschke@fichtelgebirgsmuseum.de Mobil: 0151/50987645.

Leben füllen. | PR |

stellungen, Vorträge, ein inklusives Café, Workshops,

Mitmachaktionen

und

Ge-

sprächsrunden zur Lebenswelt in der Region, die gemeinsam mit den Partnern veranstaltet werden, laden zum Entdecken ein. In Leerständen in Marktredwitz, Rehau, Bad Berneck und Wunsiedel werden von April 2019 bis Januar 2020 zudem „Kulturräume“ eingerichtet. Mit verschiedenen Aktionen regt das Projekt darin zum kreativen Umgang und zur Diskussion über die eigene Kultur an. Auch die Expertise der Gäste und der Einheimischen ist gefragt! Denn die Projektverantwortlichen sammeln alles, um die Kultur des Jahres 2019 in der Region zu dokumentieren. Dazu können Teilnehmer ihre „Schätze“, die ihr eigenes Leben im Fichtelgebirge widerspiegeln und in einem Museum der Zukunft zu sehen sein sollten, in den Kulturräumen vorbeibrin-

SAGENHAFT – SEHENSWERT!

Feste und Veranstaltungen wie hier in Wunsiedel sind ein wichtiger Bestandteil der regionalen Kultur. Das Fichtelgebirgsmuseum widmet sich in einem aktuellen Projekt auch diesem Aspekt. Partner des Projektes sind: Förderverein Fichtelgebirge, LAG Fichtelgebirge innovativ, AWO Kreisverband Wunsiedel, Bürgerforum Wunsiedel, Künstlerkolonie Fichtelgebirge, Lebenshilfe im Fichtelgebirge, Luisenburg-Gymnasium Wunsiedel, Universität Bayreuth. Foto: Florian Miedl

www.bergnersreuth.de | www.fichtelgebirgsmuseum.de ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

65


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KULTUR/TOURISMUS

LEBEN & FREIZEIT

Auf den Spuren Humboldts: Wohnhaus in Goldmühl und der Stollen „Mittlerer Name Gottes“. Unten: Büste vor dem Schloss Goldkronach. Fotos: TZ

HUMBOLDT WIRKT WEITER

W W W.F IC H T E L GE BIR GE .B AY E R N

2019 hätte Alexander von Humboldt 250. Geburtstag gefeiert – Das Fichtelgebirge wartet aus diesem Anlass mit einer Reihe alter und neuer Ausflugsziele auf

A

lexander von Humboldt zählt weltweit zu den bekanntesten Deutschen. Auch das Fichtelgebirge hat ihm einiges zu

ALEXANDER-VON-HUMBOLDT-WEGE

verdanken, denn hier war der Naturforscher

Noch heute kann man die Spuren Alexander

maßgeblich an der Entwicklung des Bergbaus

von Humboldts im Fichtelgebirge verfolgen.

beteiligt. Im Sommer 1792 besichtigte er

So gibt es mittlerweile zwei Rundwanderwege,

Bergwerke und Hütten in Bayreuth und Ans-

einen in Arzberg und einen in Goldkronach, die

bach und bekam als Oberbergmeister den

die Stationen seiner Tätigkeit verbinden. Auf

Auftrag zur Sanierung des hiesigen Bergbaus.

den 6 und 10,8 Kilometer langen Wegen begeben sich Wanderer auf Entdeckungsreise.

Die Gewinnung von Bodenschätzen genießt im Fichtelgebirge einen hohen Stellenwert. Abgebaut wurden vor allem Gold, Zinn, Ei-

Humboldt beinahe während seiner Grubenlampenversuche verunglückt wäre. Vor sei-

FESTIVITÄTEN UND VERANSTALTUNGEN

nem früheren Wohnsitz in Goldmühl wird es zudem eine Lesung geben.

sen, Minerale, Erden und Steine. Einige der

Eine eigene Broschüre der Tourismuszentrale

Bergwerke können heute noch befahren

Fichtelgebirge informiert über sämtliche Sta-

werden. Dank seines Arbeitseifers gelang es

tionen Humboldts und Veranstaltungen zum

Humboldt, den Bergbau im Fichtelgebirge für

Humboldt-Jahr. Der GeoPark Bayern-Böhmen

Das Alexander von Humboldt Kulturforum

einige Jahre wiederzubeleben. Er trug dazu

entwickelt eine Humboldt GeoTour. An allen

in Goldkronach bietet zum 250. Geburts-

bei, die Arbeitsbedingungen und die soziale

Standorten im Fichtelgebirge, an denen der

tag ganzjährig Veranstaltungen in und um

Absicherung der Bergleute zu verbessern.

Naturforscher tätig war, werden Info-Tafeln zu

Goldkronach. Dort entsteht im Laufe des

Während seiner Zeit im Fichtelgebirge erfand

Leben und Wirken aufgestellt, ergänzt durch

Jubiläumsjahres der Alexander von Humboldt

er zudem eine neue Grubenlampe sowie ein

zusätzliche Online-Informationen.

Museumspark – ein neues, attraktives Aus-

Respirationsgerät für verunglückte Bergleu-

MUSEUMSPARK IN GOLDKRONACH

flugsziel in der historischen Bergbaustadt,

te. Die 1793 in Steben und 1796 in Arzberg

Der Kneippkurort Bad Berneck plant eine

die bereits mit dem Goldbergbaumuseum

gegründeten Bergschulen waren die ersten

Theateraufführung am Eingang des Alaun-

und den beiden Bergwerken sowie einem

Berufsschulen Deutschlands.

bergwerks – dem Originalschauplatz, an dem

Wanderweg aufwartet. | FERDINAND REB |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

67


LEBEN & FREIZEIT

TOURISMUS/FREIZEIT

AN DER GRENZE UND ÜBER GRENZEN HINWEG –

Reisefotos und Selfies werden immer wichtiger. Fotos: Fotoclub Arzberg, TZ/Andreas Hub.

TOURISMUSPROJEKTE 2019/20 30 JAHRE GRENZÖFFNUNG

G

renzen spielten für das Fichtelgebirge schon immer eine große Rolle und

DIGITALISIERUNG IM TOURISMUS

das nicht erst seit dem 9. November

Erfolgreiche Tourismusarbeit steht und fällt

1989, als sich die Mauer zur damaligen

mit der Kommunikation zwischen Gastgeber

DDR öffnete. Dieses Ereignis ist aber Anlass

und Gast. Früher waren die klassischen Pros-

für die Tourismuszentrale, sich dem Thema

pekte, Plakate und Mundpropaganda die ers-

Grenzen in den Jahren 2019/20 näher zu

ten Mittel der Wahl. Die Mundpropaganda ist

widmen. Dabei spielen natürlich Landes- und

es nach wie vor, allerdings auch über elektro-

Facebook

Verwaltungsgrenzen, aber auch Sprach- und

nische Medien. Das Fichtelgebirge geht dabei

W W W.FA C E B O OK .DE / F IC H T E L GE BIR GE .B AY E R N

Glaubensgrenzen eine Rolle. Am anschau-

mit der Zeit und sieht die Digitalisierung als

lichsten lässt sich das Thema im Deutsch-

große Chance. Die Destination öffnet den Zu-

Deutschen Museum in Mödlareuth betrach-

gang zu Datensätzen der Touren und Routen,

Gastgebern nichts und sorgt für weltweite

ten, aber auch der bayerisch-böhmische

Sehenswürdigkeiten oder auch online buch-

Präsenz. Um den Umgang mit den neuen Me-

Grenzraum entlang des „Iron Curtain Trails“

baren Betrieben. Der Fichtelgebirgsverein hat

dien zu vereinfachen, bietet die TZ in enger

birgt so manch interessanten Einblick. In

schon seit Jahren seine Wege digitalisiert und

Zusammenarbeit mit dem Digitalen Gründer-

der Natur findet sich der eine oder andere

der Tourismuszentrale für sein Tourenportal

zentrum, Hof, und dem BayernLab, Wunsie-

Grenzweg, der insbesondere die Trennung

zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug erhält

del, regelmäßig Schulungen für alle an, die

zwischen dem königlichen Bayern und Preu-

der Verein die Daten der Sehenswürdigkeiten,

an der touristischen Leistungskette beteiligt

ßen symbolisiert. Auch in so manchen Orts-

die somit für potenzielle Gäste nutzbar sind.

sind. So können neben den klassischen Jour-

Instagram # F IC H T E L GE BIR GE .B AY E R N

nalisten auch zunehmend mehr Instagramer

namen wird auf frühere Grenzen, wie z.B.

68

W W W.F IC H T E L GE BIR GE .B AY E R N

dem Grenzhammer in der heutigen Gemein-

Die Übernachtungsbetriebe des Fichtelgebir-

und Blogger im Fichtelgebirge begrüßt wer-

de Warmensteinach, hingewiesen. Geschich-

ges sind über eine Online-Buchungsplattform

den, die sich auf die Spuren der touristischen

ten zum Thema Grenzen sollen im Herbst

in 95 Prozent der existenten Portale buch-

Highlights begeben.

2019, in einer eigens aufgelegten touristi-

bar. Dank einer gemeinsamen Finanzierung

schen Broschüre veröffentlicht werden.

der Tourismuszentrale kostet das Portal den

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

| FERDINAND REB |


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HIGHLIGHTS WIE AN EINER PERLENKETTE

Das Projekt wird gefördert von:

Die PERLENROUTE – Eine beispielhafte Kooperation der Landkreise Wunsiedel und Hof

R

adfahren im Fichtelgebirge ist so beliebt

Europa. Zum anderen spielt die Perlenroute

wie nie zuvor und die Attraktivität der Rad-

auf den Kulturraum an: In den vier Hauptorten

fahr-Region wächst und wächst, so auch

entlang der Eisenbahnstrecke „Oberkotzau –

das Streckennetz: Im Februar 2019 haben die

Rehau – Schönwald – Selb“ entstanden aufge-

Arbeiten an der PERLENROUTE begonnen. Die

reiht wie auf einer Perlenkette einst markante

neue Radlstrecke wird den Markt Oberkotzau

Porzellanfabriken. Die Bahnverbindung löst ab

mit den Städten Rehau, Schönwald und Selb

1865 einen regelrechten Porzellan-Boom aus,

sowie der tschechischen Nachbarstadt Asch

wovon noch heute etliche Gebäude zeugen.

in Zukunft durchgängig verbinden. Das Projekt PERLENROUTE ist ein Beispiel für Perlen weisen hier den Weg, und zwar in

hervorragende interkommunale Zusammen-

zweifachem Sinn. Zum einen mit Blick auf die

arbeit. Die Landkreise Wunsiedel im Fichtel-

Fließgewässer, die Schwesnitz und den Per-

gebirge und Hof arbeiten unter Federführung

lenbach. Die neben dem Radweg verlaufen-

des Landkreises Wunsiedel, mit vielen Projekt-

den Bäche und Flüsse beherbergen das größ-

beteiligten Hand in Hand, um die Lebensquali-

te Vorkommen der Flussperlmuscheln in ganz

tät im Fichtelgebirge weiter zu erhöhen.

AT T R A K T IONE N A N DE R S T R E C K E

(Auswahl): Flussperlmuscheln, Industriegeschichte und Porzellankultur, Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan, viele Einkehrmöglichkeiten, grüne Grenze W E I T E R F Ü HR E NDE R A D W E GE :

Saale-Radwanderweg (bei Oberkotzau), Radweg Grünes Dach (an der Landesgrenze), grenzüberschreitender Brückenradweg Bayern-Böhmen (bei Selb bzw. Asch).

S TA R T OR T: Oberkotzau ZIEL OR T: Asch SCHWIERIGKEIT: leicht BESCHAFFENHEIT: weitestgehend asphaltierte Wege DAUER: ca. 1,5 h bei moderatem Tempo L Ä NGE: 26,7 km HÖHENME TERDIFFERENZ: 165 BAUBEGINN: Februar 2019 bei Schönwald GEPL ANTE FERTIGSTELLUNG : 2022


LEBEN & FREIZEIT

TOURISMUS/FREIZEIT

Die Erlebnisregion Ochsenkopf ist ein Top-Ziel für Mountainbiker. Die Strecken werden ausgebaut. Auch das Bergwerk Gleißinger Fels wird touristisch aufgewertet. Fotos: Tourismuszentrale Fichtelgebirge/ A. Hub

VIEL NEUES RUND UM DEN OCHSENKOPF

Im Zusammenhang mit einem umfassenden Infrastrukturkonzept entstehen in der Erlebnisregion Ochsenkopf neue attraktive Ausflugsziele, die zu Entdeckungstouren einladen.

2 NEUES 3* WELLNESS HOTEL IN BISCHOFSGRÜN

NEUES LICHT AUF DAS ERDINNERE – GLEISSINGER FELS, SOOS, KAMMERBÜHL

Das Bergwerk Gleißinger Fels gehört zu den

sich das wohl erste aus rein wissenschaftli-

wertvollsten montanhistorischen Denkmälern

chen Gründen gebaute Bergwerk befindet.

des Grenzgebiets. In einem ehrzeigen Projekt

Kammerbühl wird erstmals der Öffentlichkeit

Damian Junghina lebt seit geraumer Zeit in

wird das Areal derzeit touristisch aufgewertet.

zugänglich gemacht. In Soos und am Gleißin-

Kulmbach und ist auf der Suche nach einem

In der zum Bergwerk gehörenden Voitenzeche

ger Fels entsteht jeweils ein neues Besucher-

geeigneten Standort in Bischofsgrün fündig

wurden Holzeinbauten durch Stahlnetze er-

zentrum. Die Eröffnung ist für 2020 geplant.

geworden. Das einstige Evo-Heim an der

setzt, sodass Besucher in Zukunft die gesam-

Das Besucherbergwerk in Fichtelberg ist in

Hohen Haid in Bischofsgrün soll in ein 3*

te Zeche, eine Höhle von knapp 30 Metern

der Zeit nicht geschlossen, der Betrieb mit

Superior Wellness Hotel verwandelt werden.

Höhe, bewundern können. Die Besucherstre-

den Führungen geht weiter.

Vorgesehen sind 31 Zimmer mit 65 Betten,

cken unter Tage erhalten zudem eine neue Be-

zudem bis zu zehn Chalets im Umfeld des

leuchtung. Diese erfüllt nicht nur technische

Alle Destinationen werden durch Informatio-

Hauses. Zum Hotel gehört zusätzlich zu

Zwecke, sondern wird das Erdinnere auch

nen zur gemeinsamen Geologie und Berg-

einem Restaurant auch eine Weinstube im

effektvoll in Szene setzen.

bauhistorie sowie durch Marketing vernetzt.

1

Um die Attraktionen zu verbinden, sollen

Untergeschoss. Das Herzstück bildet die

70

Wellnesslandschaft, die mit einem beheizten

Der Ausbau geht Hand in Hand mit der besse-

grenzübergreifende Wanderwege ausgewie-

Außenpool, verschiedenen Innenbecken und

ren Erschließung von Sehenswürdigkeiten auf

sen werden. Geplant sind zudem gemein-

einem kleinen Saunapark aufwartet.

tschechischer Seite: dem Naturschutzgebiet

same Kulturveranstaltungen, Ausstellungen

Soos und dem Vulkan Kammerbühl, in dem

und Workshops.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


TOURISMUS/FREIZEIT

3

LEBEN & FREIZEIT

ERWEITERUNG BIKEPARK OCHSENKOPF

Der Ochsenkopf wird als Ausflugsziel gerade auch bei Mountainbikern immer beliebter. Der BikePark soll nun um mindestens zwei, besser drei neue Streckenarten, mit Schwierigkeitsgraden von leicht bis schwer, ergänzt werden: einen Flowtrail, einen Freeride (u.a. mit großen, sicheren Sprüngen) und eine leichte Downhill-Strecke. Zudem soll der Bereich um die Bleaml-Alm mit folgenden Angeboten an Attraktivität gewinnen.

4

IN PLANUNG: ZENTRUM FÜR WALDENTDECKER

ten auch unmittelbar erlebt werden. Die Planungen werden auf Grundlage eines ersten Konzeptentwurfs des Bayerischen Forst-

Die bisherigen Mountainbike-Rundrouten

In den kommenden Jahren soll am Standort

ministeriums vorangebracht. Im Bild (v.l.):

sollen überarbeitet werden. Zudem be-

Mehlmeisel eine neue waldpädagogische

Franz Tauber, Bürgermeister Mehlmeisel,

findet sich ein Trailcenter im Aufbau. Die

Einrichtung der Bayerischen Forstverwaltung

MdL Martin Schöffel, Ronald Ledermüller,

Maßnahmen bringen die Region auf dem

entstehen: das Zentrum für Waldentdecker.

Geschäftsführer Naturpark Fichtelgebirge,

Weg zu einer Top-Mountainbike-Destination

Dort sollen die Gäste in einer interaktiven

Ministerpräsident Dr. Markus Söder, Eckard

weiter voran.

Ausstellung den Wald, seine Tiere und Pflan-

Mickisch, Wildpark Waldhaus Mehlmeisel,

zen und die Forstwirtschaft auf ganz neue

Forstministerin Michaela Kaniber, Frh. Lud-

Art entdecken. Bei waldpädagogischen Ver-

wig von Lerchenfeld, Winfried Prokisch, Ge-

anstaltungen mit der Försterin oder dem

meinderat Mehlmeisel.

Förster kann der Wald mit all seinen Facet-

| PR/ANDREAS MUNDER/OVE |

WILDPARK

Schneesicherheit meist garantiert Breiteste Kompaktschneepiste Nordbayerns

Kostenlose Großparkplätze

.

90 98 12 Tel.: 09272s--m ehlmeisel.de dhau www.wal

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www.klausenlift.de mer aktuell im

Klausenlift - 95694 Mehlmeisel - Tel. 09272/90 92 12

Sommerzeit: 10.00 - 18.00 Uhr Winterzeit: 10.00 - 16.00 Uhr Geführte Touren mit Fütterung der Tiere jeweils um 14.00 Uhr (ganzjährig) und um 16.30 Uhr (nur Sommerzeit) Auf Anfrage Führungen mit Fütterung für Gruppen ab 20 Personen um 10.30 Uhr.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

71


LEBEN & FREIZEIT

100 JAHRE BAUHAUS

Nordseite der Glaskathedrale Amberg, 2018, Foto: Erich Spahn. Bild Mitte: Walter Gropius zu Gast in Selb. Foto: Stadt Selb

EIN JUBILÄUM WELTWEIT UND IN DER REGION

2

Auch im Fichtelgebirge und in der Oberpfalz feiert man „100 jahre bauhaus“ – Die Gestaltungsschule entwickelte bahnbrechende Konzepte für Kunst, Handwerk und Technik W W W. SE L B A MB E R G .DE

019 feiert Deutschland das 100-jäh-

– Staatliches Museum für Porzellan, die Ro-

Zweigstelle in der Amberger Glaskathedra-

rige Gründungsjubiläum des Bau-

senthal GmbH, die Stadt Selb, das Rosenthal-

le (heute Kristall-Glasfabrik Amberg GmbH).

hauses. Der Bauhausgründer Walter

Theater Selb, die Selb 2023 gGmbH, die Staat-

Den Besucher erwartet im Ausstellungsraum

Gropius hat in Selb und Amberg noch heute

liche Fachschule für Produktdesign und das

eine Multimedia-Show von den Anfängen der

sichtbare Spuren hinterlassen. In Amberg

Walter-Gropius-Gymnasium Selb.

Glaskathedrale in den 1960er Jahren bis in

entwarf Gropius die „Glaskathedrale“ für das Unternehmen Rosenthal. Sie zählt zu den bedeutendsten Industriebauten des 20.

72

die Gegenwart.

AUSSTELLUNGEN

Das Porzellanikon – Staatliches Museum

Jahrhunderts. In Selb gestaltete Gropius für

Die Ausstellung „Gropius, Bauhaus und Ro-

für Porzellan zeigt vom 9. März bis zum 6.

Rosenthal die Porzellanfabrik „Am Roth-

senthal in Amberg“ vom 7. Oktober – 1. De-

Oktober 2019 an den beiden Standorten in

bühl“, das Teeservice „TAC“ und entwarf

zember 2019 im Stadtmuseum Amberg widmet

Hohenberg a.d. Eger und Selb die Sonder-

einen Entwicklungsplan für die Stadt.

sich der denkmalgeschützten „Glaskathedrale“,

ausstellung „REINE FORMSACHE – Vom

deren Erbauer Gropius und besonders der Fir-

Bauhaus-Impuls zum Designlabor an der

Neun Institutionen in den bayerischen

ma Rosenthal. Gezeigt werden die in Amberg

Burg Giebichenstein Halle“. Die Burg Gie-

Städten Selb und Amberg haben sich zu-

produzierten Erzeugnisse – von Trinkglasserien

bichenstein ist neben dem Bauhaus die ein-

sammengeschlossen, um ein im Bauhaus-

über Accessoires wie Vasen, Kerzenleuchter,

flussreichste deutsche Kunstschule und bis

jahr 2019 umfangreiches Programm einer

bemalte oder bedruckte Weihnachtskugeln,

heute lebendige Hochschule. Der Ausstel-

breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu

Tafelgeschirr aus Glas bis zu limitierten Glas-

lungsteil „CHRONIK – Die Porzellanentwürfe

den Partnern zählen die Stadt Amberg,

tellern und Objekten aus der Studio-Linie. Ab

ausgewählter Lehrer und Absolventen 1915

das Stadtmuseum Amberg, der Kunstver-

Juni 2019 erhält das Stadtmuseum Amberg mit

bis heute“ am Standort Hohenberg dokumen-

ein Hochfranken Selb, das Porzellanikon

dem „Erlebnis Glaskathedrale Amberg“ eine

tiert die Verbindungen vom Bauhaus zur Burg

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


100 JAHRE BAUHAUS

Ausstellung „radikal zeitgemäß“. Foto: Rosenthal GmbH

Giebichenstein. Der zweite Ausstellungsteil in Selb stellt das „DESIGNLAB – Die Porzellanschule der Studierenden heute“ und das Experiment mit dem Werkstoff Porzellan in den Fokus. Die Arbeiten reflektieren neueste Formen, Ideen, Anwendungsgebiete und Forschungsergebnisse. Die Rosenthal GmbH veranschaulicht vom 6. April bis zum 28. September 2019 mit der Ausstellung „Radikal zeitgemäß. Rosenthal X Walter Gropius“ im ehemaligen, noch vom Bauhaus-Begründer selbst gestalteten Rosenthal-Werk am Rothbühl die visionären Denkansätze des Gestalters Walter Gropius. Zugleich beleuchtet sie sein Wirken für Rosenthal. Produktentwicklungen international bekannter Designerinnen und Designer sowie bis nach China reichende Hochschulprojekte unterstreichen den großen Einfluss der Bauhaus-Bewegung auf das Design der Moderne.

LEBEN & FREIZEIT

selb & amberg feiern 100 jahre bauhaus

BAUHAUS IN BAYERN

Unter dem Titel „BAUHAUS – ZEITGESCHICHTEN“ präsentiert die Selb 2023 gGmbH in Kooperation mit der Stadt Selb vom 28.09. bis 27. Oktober 2019 im Foyer des Rosenthal-Theaters zwei Künstler jener Zeit, Walter Gropius und Josef Hendel. Ersterer avanciert zum gefeierten Wegbereiter der modernen Architektur. Der andere startet aufsehenerregend mit gefeierten Ausstellungen, unter anderem mit dem Bauhaus-Meister László Moholy-Nagy. In der Ausstellung werden das von Gropius mitentwickelte Konzept für eine „humane“ Kleinstadt sowie sein Stadtentwicklungsmodell gezeigt, dazu Federzeichnungen von Josef Hendel. Zeitgleich findet vom 28. Semptember bis 28. Oktober die Ausstellung „Josef Hendel – Wiederentdeckung eines Egerländer Künstlers“ im Egerland-Museum Marktredwitz und in Asch statt. | SABINE REICHEL- FRÖHLICH |

STAATLICHES MUSEUM FÜR PORZELLAN, HOHENBERG A. D. EGER / SELB

WALTER GROPIUS GYMNASIUM

Kooperationspartner: Gefördert durch den Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge

fichtelgebirge

Blick in die Ausstellung „DesignLab“. Foto: Andreas Gießler, Porzellanikon

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle University of Art and Design

www.selbamberg.de www.facebook.com/SelbAmberg www.instagram.com/selbamberg ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

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BEGEGNUNGEN ERMÖGLICHEN, FREUNDSCHAF TEN FESTIGEN. Wir, die Selb 2023 gGmbH, haben das Ziel, die Bayrisch-Tschechischen Freundschaftswochen im Jahr 2023 zu konzipieren, vorzubereiten und durchzuführen. Wir sind als gemeinnützige Gesellschaft 2017 vom Freistaat Bayern mit 90 % Gesellschafteranteil und der Stadt Selb (10 %) ins Leben gerufen worden. Bis zum 12 – 14 -wöchigen Freundschaftsfest 2023 werden eine Vielzahl an grenzüberschreitenden Veranstaltungen in der Grenzregion zwischen Fichtelgebirge und Kaiserwald sowie in den Städten Selb und Aš stattfinden. Innerhalb eines jährlich wechselnden Themenrahmens bieten wir Plattformen für Begegnungen und setzen fortwährend Impulse, um die Kontakte zwischen den beiden Ländern langfristig und nachhaltig zu vertiefen. »Mit den Naturerlebnistagen am Goldberg in Selb haben wir die kleinen und größeren Wunder des Fichtelgebirges und der Nachbarregion für jeden zugänglich gemacht«, beschreibt die Verantwortliche

Christine Schlockermann die Auftaktveranstaltung 2018. Besucher konnten zwei Tage lang Outodooraktivitäten und Kulinarisches des Fichtelgebirges und der Tschechischen Republik entdecken, ausprobieren und die Regionen so in vielerlei Form interaktiv erleben. Über 100 Vereine und Institutionen aus beiden Ländern haben sich dort präsentiert. 2019 feiern wir im Verbund mit dem Netzwerk SelbAmberg 100 Jahre Bauhaus. Anlässlich dieses Jubiläums und des einflussreichen Wirkens des Bauhaus-Gründers Walter Gropius erzählen wir die Geschichten hinter den Themen Architektur und Design. Das Gründungsjahr des Bauhauses, 1919, hat nicht nur ein bis heute genutztes pädagogisches Konzept an Kunstschulen hervorgebracht, sondern war ein Jahr tief greifender Veränderungen. Für die Macher des Bauhauses und ihre Aktivitäten ist charakteristisch, Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammen zu bringen und

Trennendes zu überwinden. Denn ›nur wenn sich Menschen begegnen, kann Freundschaft entstehen und grenzübegreifend wachsen‹, das hat sich die Selb 2023 gGmbH als Aufgabe gesetzt. Auf die gemeinsame Reise in das Jahr 2023 wollen wir die Bevölkerung nicht nur durch verschiedene Aktivitäten mitnehmen. Parallel laufen auch elf investive Maßnahmen der Stadt Selb, die bis zu den Freundschaftswochen 2023 abgeschlossen sein sollen. Diese Maßnahmen werden die Tourismus- und Freizeitangebote in Selb auch über die Freundschaftswochen hinaus aufwerten. Zwischen der Stadt Selb, der Regierung von Oberfranken und dem Freistaat Bayern tritt die Selb 2023 gGmbH als Drehschreibe auf. Wir unterstützen die Stadt Selb konzeptionell und planerisch bei den landschaftspflegerischen Maßnahmen. Zusätzlich planen wir auf den Schauplätzen temporäre Baumaßnahmen und Events.

GRENZÜBERSCHREITENDE STR ATEGIEN FÜR UNSERE ZUKUNF T. 2019

100 Jahre Bauhaus: Kunstausstellung & Drachenfest

2020

Umwelt & Wasser: Renaturierung des Selbbachs

2021

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A

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Kaplanka: Zug in die Freiheit

2022

Zukunftstrategieren Wirtschaft & Zusammenarbeit Zukunftsstrategien

2023

Wir feiern die Freundschaft: Diesseits & Jenseits der ehemaligen Grenze

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Selb 2023 gGmbH Einsteinstraße 2 · +49 9287 96980-30 info@Selb23.de · www.Selb23.de

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LEBEN & FREIZEIT

Andreas-Leopoldt Schadt und Michael von Hohenberg (re.) arbeiten seit dem ersten Franken-Tatort zusammen. Schadt wirkt auch in Michael von Hohenbergs Fichtelgebirgskrimi „Siebenstern“ mit. Der Film soll Ende November in die regionalen Kinos kommen und vor Weihnachten 2019 auf Amazon-Video erscheinen. Weitere Besetzung: Giovanni Arvaneh (Marienhof), Christina Baumer (Hubert ohne Staller), Doreen Dietel (Dahoam is dahoam). Story: Nach einem Besuch des Polizeipräsidenten stehen plötzlich die Polizeiwachen des Fichtelgebirges in Konkurrenz zueinander. Es beginnt ein Wettbewerb, bei dem Polizeiarbeit neu definiert wird. Foto: Michael von Hohenberg

N

„ EIN DANKBARER DREHORT FÜR MICH“ Andreas-Leopoldt Schadt alias Tatort-Kommissar Sebastian Fleischer, verrät im Interview, was ihm so gut an Franken gefällt

ürnberg, April 2015 – die Mordkommis-

Ist Oberfranken für Sie ein dankbarer Dre-

gehört: die gute Wurst und das gute Bier. Die

sion Franken ermittelt zum ersten Mal

hort, weil ihnen die Gegend besonders ver-

Mentalität? Na ja, wenn man einen Franken

für den Tatort. Nürnberg als Drehort,

traut ist? Oder spielt das für Sie als Schau-

erst einmal für sich gewonnen hat, kommt

spieler keine Rolle?

man gut mit ihm aus.

um den „Club“ – das war nur der Anfang!

Oberfranken ist natürlich ein dankbarer Dre-

2019 wirken Sie im Fichtelgebirge an der fünf-

2019 wurden nun auch Bayreuth und die

hort für mich, auch Franken an sich. Die Men-

teiligen Krimi-Comedy-Serie „Siebenstern“ mit,

Filmregion Fichtelgebirge zum Schauplatz

schen kennen einen, man ist daheim, muss

bei der Michael von Hohenberg, der Beauftrag-

des nationalen TV-Ereignisses. Der im Febru-

nicht so weit wegfahren, man spricht die glei-

te der Filmregion Ostoberfranken, Regie führt.

ar 2019 ausgestrahlte fünfte Franken-Tatort

che Sprache, es gibt was Gutes zu essen.

Was hat Sie für das Projekt eingenommen?

drehte sich um einen zwanghaften Mörder,

Ich finde es allgemein super, in der Heimat

der jede Stunde eine Person tötete.

zu drehen.

Für Andreas-Leopoldt Schadt, der im Fran-

Wie würden Sie die Mentalität und Lebensart

Fichtelgebirgs-Krimi fand ich sehr fränkisch

ken-Tatort den Kommissar Sebastian Flei-

Ihrer alten Heimat im Hofer Land beschreiben?

und passend. Auch die Kollegen, ebenfalls

abseits von Bratwürsten, Burg, den Zahlen der Arbeitsagentur und dem ewigen Drama

Michael und ich kennen uns seit dem ersten Franken-Tatort. Die Drehbuch-Ideen für den

Franken, haben mich für das Projekt einge-

scher verkörpert, war der Dreh beinahe ein Heimspiel. Schadt, Jahrgang 1978, wuchs in

Das Hofer Land liegt ja zwischen Franken-

nommen. Ich freue mich schon tierisch drauf.

Konradsreuth bei Hof auf. Das Engagement

wald und Fichtelgebirge. Die Natur macht es

Unabhängig von großen Sendern und Produkti-

für den Franken-Tatort führte ihn 2015 zu-

aus da oben. Früher waren das die schönen

onsfirmen drehen, das ist eine feine Sache, da

rück nach Oberfranken. Zeit für eine kleine

langen weißen Winter, die es so inzwischen

kann man viele eigene Ideen einbringen.

Zwischenbilanz.

leider nicht mehr gibt. Was heute noch dazu

| INTERVIEW: OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

75


LEBEN & FREIZEIT

ZUZÜGLER

Interview mit... ANJA HÖSL Jahrgang 1990, stammt aus Guteneck (Lkr. Schwandorf, Oberpfalz). Nach dem Studium Tourismusmanagement in Deggendorf spezialisierte sie sich auf Gesundheitstourismus. Im Rahmen ihrer Masterarbeit absolvierte sie ein Praktikum in Bad Alexandersbad und machte sich dabei mit dem „Individuellen Gesundheits-Management“ (IGM) des Kurortes vertraut. Seit September 2015 ist sie fest bei der Gemeinde beschäftigt und ist seit Oktober 2016 hier für das Marketing zuständig. Ihr Lebenspartner TOBIAS PELTZER, Jahrgang 1987, kommt aus der Gemeinde Pfreimd (Lkr. Schwandorf, Oberpfalz). Er absolvierte nach dem qualifizierten Hauptschulabschluss zunächst eine Schreinerlehre, anschließend eine Ausbildung zum Industriemeister Fachrichtung Glastechnik und stieg in der Glasbranche in den Fachbereich Logistik ein. Inzwischen arbeitet er als Logistikleiter bei der Firma NETZSCH, Selb, und bildet sich an der Hochschule Hof berufsbegleitend zum Logistikmanager weiter. Foto: Hannes Bessermann

„DIE REGION IST

...Anja Hösl und Tobias Peltzer

IM AUFBAU“ Die beiden Oberpfälzer Anja Hösl und ihr Lebenspartner Tobias Peltzer haben sich in Bad Alexandersbad niedergelassen. In Vereinen und im Beruf können beide viel bewegen

Frau Hösl, Sie hat es nach dem Abitur

kennengelernt. Österreich wäre zwar ein

gebirge und die nördliche Oberpfalz haben

südwärts gezogen, nach Deggendorf zum

gutes Pflaster für die Arbeit im Gesundheits-

zum Beispiel eine ähnliche, sehr urige Wirts-

Studieren, dann zu einem weiteren Studium

management gewesen. Der Wunsch, in die

haus- und Kneipenkultur.

in die Steiermark. Hätten Sie sich damals

Heimatregion, zumindest in die vertraute

vorstellen können, dass Sie Ihre berufliche

Umgebung zurückzukommen, war am Ende

Touristen legen großen Wert auf Gastfreund-

Zukunft in Bayerns hohen Norden führt?

jedoch stärker.

schaft. Was kann das Fichtelgebirge und ins-

Sie: Anfangs gar nicht. Als 19-Jährige woll-

Ihr Heimatort in der Oberpfalz ist etwa 80 Kilo-

tun, um in dieser Hinsicht positiv wahrgenom-

te ich in die große weite Welt und habe als

meter vom jetzigen Wohnort Bad Alexanders-

men zu werden?

Studentin daher auch Praktika im Ausland

bad entfernt. Wie nahe fühlt man sich damit

gemacht. Etwa alle sechs Monate kam

noch der Heimat?

besondere die Gemeinde Bad Alexandersbad

76

Sie: Das Fichtelgebirge hat es schon ganz gut geschafft, als gastfreundlich wahrge-

ich in die Oberpfalz zurück. Im Rahmen meines Masterstudiums war ich für ein-

Sie: Ich kann von hier aus immer noch gut

nommen zu werden. Die Gemeinde Bad

einhalb Jahre in Österreich. Kurz zuvor

meine Familie besuchen und kulturell nehmen

Alexandersbad setzt auf ihre Geschichte als

habe ich Tobias, meinen Lebenspartner,

sich die beiden Regionen nichts. Das Fichtel-

Heilbad. Hier soll sich jeder Gast wohlfühlen

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


ZUZÜGLER

LEBEN & FREIZEIT

und genau diese Willkommenskultur durfte

gewesen. Und sie sind gute Stimmungsbaro-

sam. Hat sich das Hobby erst in Bad Alexan-

ich selbst spüren, als ich hierher gezogen

meter. Da ich viel rumkomme im Fichtelgebir-

dersbad ergeben?

bin. Und ich habe mich bewusst für Bad

ge, merke ich immer wieder: Hier tut sich was.

Alexandersbad entschieden, da ich gemerkt

Er: Ich sage es mal ganz direkt: Ich liebe Sau-

habe, dass hier etwas Großes entsteht. Die

Sie: Ja, die Region ist im Aufbau. Daher fühlt

na. Und es hat mich gewundert, dass es hier

Bürger wurden bei der Planung wegweisen-

man sich hier auch als Zuzügler schnell wohl.

keine regelmäßigen Aufgüsse gab. Daher

der Projekte, wie z.B. dem ALEXBAD, inten-

habe ich Bürgermeister Peter Berek vorge-

siv einbezogen. Ich habe hier das Gefühl, in

Apropos Aufbau. Sie haben vor, in Bad Alex-

schlagen, mich aktiv einzubringen, indem ich

der Gemeinschaft wirklich etwas bewegen

andersbad ein Haus zu bauen und noch dazu

einen Teil der Aufgüsse übernehme. Im Som-

zu können.

einen guten Bauplatz bekommen. Haben da

mer 2018 ist die Entscheidung gefallen: Ich

gute Kontakte geholfen?

habe das bestehende Sauna-Team ergänzt,

Frau Hösl, Sie sind stellvertretende Vorsitzen-

wir haben einen Plan aufgestellt und das Gan-

de im Förderverein Fichtelgebirge und betreu-

Er: Nein, das war eher Glück. Wir hatten gar

en dort das Projekt „Heimatkunde 4.0“, bei

nicht geplant, ein Grundstück zu kaufen, bis

dem Sie Führungen im Fichtelgebirge orga-

ich im Internet zufällig auf ein gutes Angebot

Woanders wäre das vermutlich nicht so ein-

nisieren. Zusammen sind Sie beide zudem

gestoßen bin. „Gut“ heißt, nicht nur in einer

fach möglich gewesen.

im „Förderverein Historisches Badehaus e.V.

schönen Lage am Waldrand, sondern mit ei-

Bad Alexandersbad“ aktiv. Welche Bedeu-

nem Preis von weniger als 50 Euro pro Quad-

Er: Ja, und die Region ist noch längst nicht

tung haben die Vereine für Sie?

ratmeter auch erschwinglich.

am Ende ihrer positiven Entwicklung. Die ak-

Er: Ich bin außerdem seit Kurzem auch Mit-

Herr Peltzer, Sie sind regelmäßig im ALEX-

es eigentlich sehr treffend aus. Hier gibt es

glied bei der örtlichen Feuerwehr. Die Vereine

BAD, um Sauna-Aufgüsse zu zelebrieren und

Freiraum für Macher.

sind für uns ein guter Einstieg in die Region

machen das, wie man hört, ziemlich unterhalt-

| INTERVIEW: OLIVER VAN ESSENBERG |

ze auf einen guten Weg gebracht.

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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

77


LEBEN & FREIZEIT

RÜCKKEHRER

Interview mit... SUSANNE HILPERT Jahrgang 1988, wuchs in Wunsiedel auf und studierte in Passau International Cultural and Business Studies. Sie spezialisierte sich auf Kultur und Wirtschaft im spanischsprachigen Raum. Als Gaststudentin hielt sie sich längere Zeit u.a. in Latein- und Mittelamerika sowie in Barcelona auf. Nach ihrem Master-Abschluss zog es sie wieder nach Franken, und zwar in den sozialen Bereich, für den ihr Herz schon länger schlägt. 2013 trat sie eine Stelle als Personalentwicklerin bei der Caritas in Würzburg an, im September 2017 übernahm sie die Geschäftsleitung der Lebenshilfe im Fichtelgebirge mit Sitz in Marktredwitz. Foto: Hannes Bessermann

...Susanne Hilpe

rt

„KEINE

SEKUNDE BEREUT“

Susanne Hilpert, Geschäftsführerin der Lebenshilfe im Fichtelgebirge, ist 2017 in die Heimat zurückgekehrt. Sie schätzt besonders den Zusammenhalt und die kurzen Wege

Nach dem Abitur haben Sie das Fichtelgebir-

Was schätzen Sie außer dem Kontakt zu

ins Fichtelgebirge zurück wollten. Die ande-

ge verlassen, um zu studieren und die Welt

Freunden noch besonders?

ren denken so wie wir. Ich sehe es so, dass

kennenzulernen. War es die Sehnsucht, die

unsere Erfahrungen, die wir außerhalb der

Sie in die Heimat gezogen hat, oder eher

Ich mag die kurzen Wege und dass jeder

Region gesammelt haben, sehr schön und

eine rationale Überlegung?

jeden über ein paar Ecken kennt. Es hilft

sehr wichtig waren, glaube aber, dass wir

einem auch in der Arbeit, weil jeder schnell

unsere Kompetenzen hier am besten entfal-

Dass die Verbindung nie ganz abgerissen

ein Netzwerk knüpfen kann. Ich finde auch

ten können, und wir haben die Entscheidung

ist, hat zum großen Teil mit meinem Freun-

nicht, dass hier kulturell wenig geboten ist.

noch keine Sekunde bereut.

deskreis zu tun. Interessanterweise war es

Was für mich obendrein sehr für die Heimat

bei vielen so, dass sie nach dem Abi weg

gesprochen hat, ist, dass ich hier Job und Fa-

Haben Sie den Eindruck, dass die genannten

wollten, im Studium am Wochenende aber

miliengründung gut vereinbaren kann. Bei der

Vorzüge der Region auch Außenstehenden

oft wieder her kamen. Bei meinem Mann,

Betreuung der Kinder können unsere Eltern

bekannt sind, oder dass man hier noch viel

den ich schon seit Schulzeiten kenne, lief es

und Großeltern helfen.

mehr machen müsste?

Schulfreunde und viele von ihnen sind nach

Sind alle Ihre alten Freunde so heimatver-

Es kommt darauf an, wie gut die Menschen

dem Studium zurückgekommen. Daher war

bunden?

das Leben in einer eher ländlichen Region

ähnlich. Viele unserer besten Freunde sind

kennen. In Würzburg ist mir schon aufgefal-

für uns irgendwann klar: Okay, wahrschein-

78

lich gehören wir einfach hierher und daher

Es teilt sich ein wenig auf in zwei Fraktionen:

len, dass das Fichtelgebirge für manche ein

fühlt es sich für uns richtig an.

Die einen können nicht verstehen, wieso wir

negatives Image hat. Eine typische Frage

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


RÜCKKEHRER

LEBEN & FREIZEIT

lautete: ‚Was? Da willst du wieder hin?’. Wenn ich zurückgefragt habe, ob derjenige schon mal da war, hieß die Antwort meistens ‚Nein’. Wer das Fichtelgebirge als Besucher kennengelernt hat, zieht deswegen aber nicht gleich hierher. Für Zuzügler und Neubürger spielt sicher auch das Finanzielle eine Rolle. Wenn ich dran denke, wie lange ich zum Beispiel in Würzburg nach einem geeigneten Haus für die Familie suchen müsste, wobei wir es uns

beiter. Sie werden Ihre Betreuungsangebote

die Personalentwicklung zudem ein wichtiges

vielleicht nicht einmal leisten könnten. Hier:

mit dem Neubau auf dem Schumann-Areal

Anliegen. Wir unterstützen diese mit einem

kein Problem.

in Arzberg bis zum Frühjahr 2020 deutlich

betrieblichen

erweitern. Was sind die größten Herausfor-

Mitarbeiter-Jahresgesprächen und mehr. Wir

Gilt das auch für guten Wohnraum?

derungen?

verstärken auch die Öffentlichkeitsarbeit und

Ja, bei der Suche nach einer freien Wohnung

Eine der größten Herausforderungen bestand

läum mit einem großen Fest für die Öffent-

waren uns unsere Kontakte behilflich und so

darin, mir das nötige Spezialwissen anzueig-

lichkeit im Auenpark feiern. Es ist eine sehr

haben wir etwas Schönes gefunden. Jetzt hat

nen, wenn es um die Verhandlung der Leis-

umfangreiche Arbeit, die mich sehr ausfüllt.

es sich so ergeben, dass wir das Haus mei-

tungssätze geht. Eine andere Herausforde-

Wenn wir mal entspannen wollen, gehen mein

ner Mutter übernehmen können.

rung ist die Zeiteinteilung, da wir sehr viele

Mann und ich gerne im Wald joggen oder im

Projekte haben. Zusätzlich zum Neubau müs-

Winter langlaufen. Da bietet das Fichtelgebir-

Als Geschäftsführerin der Lebenshilfe tra-

sen wir ja auch den Umzug unserer Marktred-

ge ja die besten Möglichkeiten.

gen Sie Verantwortung für rund 150 Mitar-

witzer Geschäftsstelle meistern. Mir selbst ist

| INTERVIEW: OLIVER VAN ESSENBERG |

Gesundheitsmanagement,

werden zum Beispiel unser 50-jähriges Jubi-

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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

79


LEBEN & FREIZEIT

NATURGÄRTEN

NEUE GARTEN PERSPEKTIVEN FÜR DAS LAND

D

80

NE UE G A R T E NP E R SP E K T I V E N Ute Geyer Lettenweg 9, 95497 Goldkronach Tel. 09208 / 570802

Naturnah angelegte Firmengelände wie hier bei Gemüse Höfler in Nürnberg gibt es im Fichtelgebirge noch selten. Das soll sich ändern. Foto: Ute Geyer

info@neue-gartenperspektiven.de

Die Naturgartenplanerin Ute Geyer will mit der Planung und Gestaltung naturnaher Gärten nicht die Welt retten, aber einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz leisten

as Fichtelgebirge ist eine grüne Regi-

Unkraut und arbeitsintensiv. Mit dem richti-

Ute Geyers Vorgehen ist stets erfrischend

on. Bei genauerem Hinschauen zeigt

gen Konzept ließen sich dagegen nicht nur

unkonventionell: Sie setzt als Grundlage für

sich hier jedoch ein ähnliches Bild wie

Kosten beim Anlegen von Grünflächen spa-

ihre Beete eine Mischung aus Kalkschotter

vielerorts: Der Lebensraum für heimische

ren, auch die Pflege naturnaher Flächen

und Sand ein. Kein Humus, nur eine dünne

Wildpflanzen, Insekten, Schmetterlinge und

sei weniger intensiv und das Ergebnis ein

Schicht

andere Tiere ist in den Ortschaften und am

Gewinn, führt Ute Geyer aus. Mit einer

als Starthilfe für die heimischen Wildpflan-

Stadtrand nahezu verschwunden. Ute Gey-

Online-Ausbildung zur Gartenplanerin- und

zen und Ansaaten. Zertifiziertes regionales

er ist so jemand, der genauer hinschaut,

–gestalterin beim Studienkreis Darmstadt

Saatgut und Baumaterial aus der Region zu

nicht erst, seitdem das Bienensterben das

hat sie sich das fachliche Basiswissen an-

verwenden, ist für sie selbstverständlich. So

Thema Artenschutz in den Fokus gerückt

geeignet. Über die Fachakademie des Na-

entsteht ein blühender Mini-Kosmos, der sich

hat. Naturnahe Gartenplanung war bereits

turgarten e.V. wurde sie zum Naturgarten-

in Farbe und Struktur den jeweiligen Erforder-

ihr privates Steckenpferd, als sie noch als

profi. Auf vielen Baustellen begleitete sie

nissen anpassen lässt, ein Rückzugsort für

Mediengestalterin tagsüber am Schreibtisch

unter anderem die Naturgarten-Koryphäe

selten gewordene Wildbienen und Käferarten.

saß. 2013 hat sie die Planung, Konzeption

Dr. Reinhard Witt. Schritt für Schritt baute

„Es geht mir darum, in meiner Region noch

und Umsetzung von Naturgärten zu ihrem

sich die Naturgartenplanerin ein bundes-

möglichst viele Grünflächen naturnah zu ge-

Beruf gemacht. „Das Thema naturnaher Le-

weites Netzwerk an Fachleuten auf, die

stalten und einen notwendigen Ausgleich zu

bensräume ist heute aktueller denn je“, weiß

sie bei Bedarf hinzuholen kann. Daher ist

schaffen“, sagt sie zu ihrer Unternehmung.

sie. Schließlich halte der Klimawandel auch

die in Goldkronach lebende Expertin in der

Viele kleine gemeinsame Schritte könnten da-

nicht einfach an.

Lage, vielerlei Aufgaben zu übernehmen:

bei auch zum Ziel führen. Entscheidend sei,

für die Gartenplanung im Privatbereich,

dass nach dem landesweiten „Ja“ zu mehr

WENIGER AUFWAND, MEHR NUTZEN

als Beraterin für Kommunen, Schulen,

Artenschutz nun auch konkrete Taten folgen.

Kindergärten, aber auch als Planerin für

| OLIVER VAN ESSENBERG |

Üblicherweise sind Grünflächen im Fichtel-

Grünflächen auf Firmengeländen und bei

gebirge eher monoton gestaltet, anfällig für

Gewerbeansiedlungen.

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

gütegesicherter

Kompost

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LEBEN & FREIZEIT

GUTES TUN MIT ENERGIE – DIE FÖRDERUNG DER ESM KOMMT AN

2

012 startete die Energieversorgung Selb-Marktredwitz (ESM) mit der Idee, den Heimatorten ihrer Kunden für den Bezug von Gemeindestrom einen Bonus für gemeinnützige Zwecke zu-

kommen zu lassen. Knapp 60.000 Euro sind inzwischen in entsprechende Projekte oder Energie-Effizienzmaßnahmen geflossen. Seit März 2019 wird Gemeindestrom in weiteren 19 Kommunen angeboten, damit stieg die Gesamtzahl der teilnehmenden Kommunen auf 44. Für jede Kilowattstunde Gemeindestrom, die die Bürger übers Jahr beziehen, erhält ihre Kommune einen Bonus von 0,5 Cent. Wie die Finanzspritze verwendet wird, entscheiden die Kommunen selbst. Einzige Vorgabe: Der Zuschuss muss einem gemeinnützigen Zweck zugutekommen; soziale, kulturelle oder sportliche Projekte sollen gefördert werden. „Mit dem Scheck unterstützt die ESM außerdem Aktionen, die eine klimaschonende und nachhaltige Energiezukunft zum Ziel haben“, erklärt Klaus Burkhardt, Geschäftsführer der ESM.

[

Das kann zum Beispiel ein Kindergarten sein, der auf Energiesparleuchten umrüstet oder die Förderung der Elektromobilität. | PR |

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BILDUNG & KARRIERE

KARRIERE SCHMIEDEN

82

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

„Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben“, weiß der Volksmund. Wohl wahr, längst bemühen sich jedoch nicht nur Schulen, sondern auch viele Unternehmen um eine gute, zielgerichtete Ausbildung. Denn Bildung ist in der globalisierten Welt die Schlüsselqualifikation für Karrieren. SEITE

82- 89


AUSBILDUNG

BILDUNG & KARRIERE

DER KLEINE DIENSTWEG, DIE STÄRKE DER SCHERDEL GMBH

D

Am Hauptsitz Marktredwitz entsteht ein

SCHerdel Ausbildungs- und Trainings-Zentrum

iesen SCHATZ lässt sich das Familien-

bewegen, zusammen, um zu üben, zu lernen

kann. Der SCHATZ an der Bayreuther Stra-

unternehmen rund 6 Millionen Euro kos-

und gemeinsam zu wachsen. Sie lernen quasi

ße wächst stetig und zudem soll Schritt für

ten. Ab 2. September 2019 sollen an

aus einer Hand, zentral, und geben dann die

Schritt die seit gut 10 Jahren existierende

der Bayreuther Straße, Marktredwitz, gleich-

Erfahrungen in die einzelnen Betriebe wei-

Scherdel-Akademie integriert werden. Die

zeitig 60 Personen in 11 Ausbildungsberufen

ter. Der positive Nebeneffekt: Es findet eine

gute Nachricht für den Standort Marktred-

fit gemacht werden für die Welt des Global

Vernetzung statt, eine Schlüsselanforderug

witz: Entwicklungspotenzial für ein Techno-

Players. Eine grundsolide Ausbildung, wie es

in unserer Region. Oder wie es Stegner so

logiezentrum bleibt auch noch genügend.

Personalleiterin Dagmar Zauner nennt. Damit

gerne sagt: Es funktioniert auf dem kleinen

Außerdem wollen Zauner und Stegner gerne

Scherdel Technologieführer bleibt, sollen hier

Dienstweg!

einen weiteren Schatz heben. Mädchen und

die Fachkräfte von morgen nicht nur eine gute fachliche Ausbildung erhalten, sondern eben auch softe „Skills“ mit auf den Weg bekommen: soziale Kompetenz, netzwerken und Wertschätzung.

junge Frauen sind nicht nur schulisch min-

ZIEL: INTEGRATION DER SCHERDEL-AKADEMIE

destens ebenbürtig, sondern haben auch

Auch die Vernetzung der Berufsschulen in

Berufe nur Männersache sind.

richtig was drauf, allerdings müssen hier die Vorurteile abgebaut werden, dass technische

Marktredwitz und Bayreuth ist mit Scherdel Durch Abwanderung und geburtenschwache

zusammen als Partnerschaft zu sehen, alles

Jahrgänge nimmt die Zahl ausbildungswilli-

wieder auf dem kleinen Dienstweg, so positiv,

ger Schulabgänger auch für Scherdel ab, wie

wie man diesen Spruch eben nur besetzen

W W W. S C HE R DE L . C OM / DE / K A R R IE R E / | JENS STENGLEIN |

Zauner einräumt. Dabei lebt die Gruppe von ihren Mitarbeitern, mit denen das Unternehmen seit fast 130 Jahren stetig gewachsen ist. Aktuell sind wieder mehr Macher gefragt, die selbständig denken können, aber handfest anpacken! Deshalb ist wohl auch die Politik gefragt, die Wippe zwischen Ausbildungsbetrieben und Hochschulen besser auszubalancieren. Denn, da ist sich Zauner

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sicher: Zufriedene und gute Mitarbeiter stellen konkurrenzfähige Produkte her, die wiederum neue Ideen und Innovationen anstoßen werden. Eine Tatsache, die sich letztlich auch in Zusatzleistungen oder im Geldbeutel der Mitarbeiter niederschlägt, wie Stefan

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Stegner, Projektleiter von SCHATZ, selbstbewusst erwähnt. Er freut sich schon auf das Ausbildungs- und Trainingszentrum, denn auch hier kommen künftig Auszubildende aus allen Standorten, die sich um Marktredwitz

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

83


BILDUNG & KARRIERE

HOCHSCHULE

KULMBACH – ERÖFFNUNG DER FAKULTÄT FÜR LEBENSWISSENSCHAFTEN

I

m März 2019 wurde die Fakultät VII für Lebenswissenschaften:

Lebensmittel,

Ernährung und Gesundheit der Univer-

sität Bayreuth feierlich eröffnet. Bis 2025 sollen in Kulmbach bis zu 1000 Menschen studieren und 22 Professuren etabliert werden. Forschungsfragen sind die Zusammenhänge zwischen Krankheitsrisiko und Lebensweise, der Einfluss von individuellen, kulturellen oder wirtschaftlichen Faktoren auf die Gesundheit sowie die Ver-

Luftbild vom Spinnereigelände, wo Teile der neuen Fakultät heute schon untergebracht sind. Foto: Stadt Kulmbach

sorgung mit gesunden Lebensmitteln. Von der Idee bis zur feierlichen Eröffnungen sind laut Bayreuths Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan Leible nur 21 Monate

BAYREUTH –

vergangen. „In dieser kurzen Zeit haben wir

STARTSCHUSS FÜR NEUEN MEDIZINCAMPUS

Konzepte entwickelt und die internationale

D

die relevanten Player an einen Tisch geholt, Forschungslandschaft einbezogen. Was

as Bayerische Kabinett hat im Frühjahr

enabschnitt in Erlangen zum Wintersemester

herauskam, kann sich sehen lassen!“ Damit

2019 die Einrichtung des Medizincam-

2019/20. Die Ausbildung im zweiten Studien-

spielt Leible auch auf die konkreten Studi-

pus Oberfranken beschlossen. Projekt-

abschnitt erfolgt dann bereits ab 2021 am

engänge an, die in Kulmbach angeboten

Medizincampus Oberfranken in Bayreuth.

werden sollen und die es so an keiner an-

partner sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), die Klinikum

deren Universität in Deutschland gibt.

Bayreuth GmbH, das Universitätsklinikum Er-

Eines der zentralen Ziele, das die Bayerische

langen und die Universität Bayreuth. Zukünftig

Staatsregierung mit dem Medizincampus

sollen 100 Medizinstudierende pro Jahr im kli-

Oberfranken anstrebt, ist eine bessere ärzt-

nischen Studienabschnitt am Medizincampus

liche Versorgung außerhalb der Ballungsräu-

Oberfranken ausgebildet werden. Der neue

me. Junge Ärztinnen und Ärzte sollen die

Studiengang „Humanmedizin Erlangen-Nürn-

Möglichkeit haben, in der Region zu bleiben,

berg/Bayreuth“ beginnt mit dem ersten Studi-

in der sie ihre Ausbildung absolviert haben.

MÜNCHBERG – TEXTILTECHNIKUM AB 2020

Z

u einer Domäne der Hochschule Hof gehören die Forschungsthemen Textiltechnologie sowie textile Ver-

bundwerkstoffe unter Einsatz von Carbonfasern. Das Textiltechnikum am Campus Münchberg soll die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich stärken. Die Eröffnung ist für 2020 vorgesehen.

2020 bezugsfertig: das Textiltechnikum Münchberg. Foto: PR

84

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


AUSBILDUNG

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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


AUSBILDUNG

BILDUNG & KARRIERE

Die EDV-Schulen Wiesau sind als SoftwareSchmiede bestens ausgestattet für Zukunftsaufgaben. Foto: PR

IT-SCHMIEDE MIT ÜBERREGIONALER

STRAHLKRAFT

W

Die EDV-Schulen Wiesau bieten digitale Klassenzimmer mit High-EndStandard und sind auch in der Ausbildung von IT-Fachkräften führend

ährend in Berlin Anfang 2019 noch

es den Schülern, sich per Handy oder auch

um den Digitalpakt gestritten wur-

von unterwegs aus zu entschuldigen, wenn

VERZAHNUNG VON AUSBILDUNG UND BERUF

de, hat sich in den EDV-Schulen am

zum Beispiel der Zug Verspätung hat. Allein

Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Wiesau

mit der neuen Absenzenliste konnte das Se-

Praxiserprobte Lehrer sorgen in den EDV-

(BSZ) die digitale Revolution bereits vollzo-

kretariat nach Auskunft der Schulleitung um

Schulen dafür, dass Ausbildung und Beruf

gen. Seit dem Schuljahr 2017/2018 warten

über 200 Stunden im Jahr entlastet werden

bruchlos ineinander greifen. Im industriellen

die Klassenzimmer hier mit High-End-Stan-

und die überkommene Zettelwirtschaft ad

und gewerblichen Bereich stammen rund

dard auf. Im praktischen Unterricht hat jeder

acta gelegt werden.

zwei Handvoll Lehrkräfte aus der Branche,

Schüler einen Rechner. Man nutzt digital be-

die ihr Wissen aus der Praxis in den Unter-

schreibbare Whiteboards und Weitwinkel-Be-

Beispiele wie diese verdeutlichen, wie hilfreich

richt einbringen, führt Dr. Hermann Körner

amer statt Tafeln und Overhead-Projektoren.

Digitalisierung in der Schule eingesetzt wer-

aus. Zahlreiche regionale und überregionale

Ein digitales Klassentagebuch, für alle nutz-

den kann. Darüber hinaus sind die EDV-Schu-

Projekte runden die Aktivitäten ab. Als ak-

bar und schulintern programmiert, ersetzt

len am BSZ gerade auch bei der fachlichen

tuelle Beispiele nennen Wolfgang Prebeck,

die althergebrachten Klassenbücher und eine

Ausbildung in Sachen Digitalisierung sehr

Mitarbeiter in der Schulleitung, und Hartmut

digital integrierte Absenzenliste ermöglicht

gut aufgestellt. Im Unterricht schlägt sich

Seidler, Fachbetreuer für besondere Aufga-

das in zwei Schwerpunkten nieder: „Vernet-

ben, den internationalen Wettbewerb „For-

zung, Netzwerke und Kommunikation“ sowie

mel 1 in Schulen“, bei dem die Mitwirkenden

im Schwerpunkt „Programmierung“. Beides,

Miniatur-Rennautos entwickeln, sowie ein

erklärt Dr. Hermann Körner, Leiter der EDV-

grenzüberschreitendes Projekt mit der tsche-

Schulen Wiesau, seien grundlegende Themen,

chischen Stadt Oselce, das Kunstschmiede

um die Schülerinnen und Schüler auf „die di-

aus Böhmen mit angehenden IT-Fachkräften

gitale Transformation“ vorzubereiten und für

aus Bayern zusammenbringt. Aufgrund des

Zukunftsaufgaben fit zu machen. Von der

großen Einzugskreises der EDV-Schulen, der

Transformation sind nicht nur Industriebetrie-

von Regensburg im Süden über Nürnberg im

be – Stichwort Industrie 4.0. – betroffen, son-

Westen bis nach Plauen im Nordosten reicht,

dern gerade auch Dienstleister, Handwerker

lässt sich hier durchaus von einem Leucht-

und in besonderem Maße die Landwirtschaft.

turm sprechen. | OLIVER VAN ESSENBERG |

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

87


Das Netzwerk aktiver Steinbruchbetriebe des Fichtelgebirges setzt sich ein für Nachhaltige, fair produzierte Natursteinprodukte Innovative, maßgeschneiderte Lösungen im Gegensatz zu massenhaft importierten Granitwerksteinen aus aller Welt Verwendung heimatlichen Natursteins bei der Vergabepraxis privater und öffentlicher Bauvorhaben und eine sozial faire öffentliche Beschaffung Technischen und fachlichen Austausch zur Steigerung von Produktivität und Sicherheit der Arbeitsprozesse Rohstoffsicherung im Kontakt mit Genehmigungsbehörden und Bergamt Förderung der Aus- und Weiterbildungseinrichtungen für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk in Wunsiedel. Unser Motto: Gemeinsam informieren und Präsenz zeigen! www.fichtelgebirgsgranit.de


BILDUNGSREGION

BILDUNG & KARRIERE

DIGITALISIERUNG BRAUCHT REGELN – EIN PROJEKT DER BILDUNGSREGION WUNSIEDEL Horst Geißel managt die Bildungsregion. Foto: PR

Im April 2019 stellte Horst Geißel die damit

sich ja sehr sinnvoll nutzen, können aber

zusammenhängenden Aufgaben vor. Dazu ge-

auch ein gefährliches Instrument sein. Wer

hören: die stärkere Vernetzung alle Bildungs-

überwiegend über elektronische Medien kom-

träger von der Kita bis zur Hochschule, die

muniziert, vernachlässigt soziale Kompeten-

enge Verzahnung von Ausbildung und Wirt-

zen. Wer in Chats zu viel von sich preisgibt,

iele ambitionierte Menschen setzen

schaft – Stichwort Industrie 4.0. –, der Ausbau

macht sich damit leicht angreifbar und kann

die Initiative „Bildungsregionen in Bay-

der IT-Ausstattung an Schulen sowie die Stär-

unter Umständen sogar Opfer von Mobbing

ern“ in die Praxis um und vernetzen

kung der Medienkompetenz im Unterricht und

werden. Wer alle News generell für wichtig

sich aktiv. Auch der Landkreis Wunsiedel hat

darüber hinaus. Zudem soll das Projekt einen

und zutreffend hält, betrachtet die Welt nur

sich vor Jahren auf den Weg gemacht und

generationsübergreifenden Dialog anschieben.

noch oberflächlich.“ Auch die Vorstellung,

darf sich nach einem erfolgreich absolvier-

Als Beispiel nannte Geißel kleine Workshops,

dass wir rund um die Uhr erreichbar sein

ten Zertifizierungsprozess seit 2018 offizi-

in denen Jugendliche Senioren die wichtigsten

müssten, nennt Geißel ein „Problem unserer

ell „Bildungsregion“ nennen. Unter Federfüh-

Funktionen des Smartphones demonstrieren.

Zeit“. Regeln für den sinnvollen Umgang mit

V

rung des Bildungsbeauftragten Horst Geißel

digitalen Medien zu etablieren, sei aber nicht

arbeiten Projektteams daran, die Bildungs-

„Wir wollen die jungen Menschen fit machen

allein Aufgabe der Schulen, so der ehemalige

landschaft des Landkreises zu optimieren

und mit einer Wertediskussion dazu beitragen,

Schulamtsleiter Geißel. Hier müssten auch

und fehlende Angebote zu ergänzen. Ganz

dass sie sich auch kritisch mit den digitalen

Eltern in die Pflicht genommen werden. Der

gezielt widmet sich die Bildungsregion nun

Medien auseinandersetzen“, beschreibt Geißel

Weg in die digitale Bildungsregion steckt also

auch der Digitalisierung.

ein zentrales Anliegen. „Digitale Medien lassen

voller Herausforderungen. | OVE |

Ich werde

„Meine christliche Überzeugung ist die Basis meiner täglichen Arbeit.“

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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

89


GENIESSEN

s e d e b o r P D ie e i d t s i s e s s G enu g n u r e n n i r E l

Jean Pau

Foto: Thomas Würl

90

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5


GENUSSAUSFLÜGE

GENIESSEN

DAS LAND DER 1000 TEICHE – FISCHGENUSS UND NATUR PUR Ab Ende September dreht sich im Landkreis Tirschenreuth alles um Karpfen & Co. Die kulinarischen Köstlichkeiten werden mit zahlreichen Veranstaltungen bis in den April hinein gebührend gefeiert

D

er Landkreis Tirschenreuth ist das Land

Rad- und Wandertouren in die Teichgebiete.

der 1000 Teiche – in Wirklichkeit sind es

So ist die direkt am Rad- und Wanderweg ge-

sogar viel mehr, rund 4700 Teiche! Seit

legene Himmelsleiter in der Tirschenreuther

Jahrhunderten prägen Teiche und Fischzucht

Teichpfanne eines der beliebtesten Ausflugs-

die ungewöhnliche und reizvolle Kulturland-

ziele für Radler und Wanderer.

schaft und in den Teichen des Landkreises wächst mit dem Karpfen eines der gesündes-

Und nicht zu vergessen, das Markenzeichen:

ten und am nachhaltigsten erzeugten Lebens-

die bunten „Phantastischen Karpfen“ – lebens-

mittel überhaupt heran. Von September bis

echte Karpfen-Skulpturen, die Besucher über-

April kann dieser dann in den Hofläden und

all im Landkreis entdecken können. | PR |

Alle Termine und Aktionen sind detailliert auch unter W W W.E R L E B NIS - F IS C H.DE

zu finden oder im Jahresprospekt „Erlebnis Fisch 2019/20“, das man ganz einfach unter info@erlebnis-fisch.de oder 09631/88426 anfordern kann.

Gasthäusern der Region in zahlreichen Variationen gekauft und verköstigt werden! Und der Karpfen und der Landkreis Tirschenreuth haben noch viel mehr zu bieten: Rund um das „Erlebnis Fisch“ gibt es das ganze Jahr hindurch zahlreiche kulinarische und kulturelle Aktivitäten. Im Herbst lädt das Land der 1000 Teiche zu den „Erlebniswochen Fisch“ ein – es lohnt sich, die Erlebniswochen Fisch am letzten Septembersonntag zu besuchen oder über die berühmte „Kornthaner Karpfenkirchweih” zwei Wochenenden später zu flanieren.

DIE HIMMELSLEITER ALS AUSFLUGSZIEL Die Teichwirtschaft offenbart immer wieder neue Facetten, so gibt es inzwischen Grillkurse zur Fischzubereitung, Aktionen wie das beliebte „Krebsessen“ und auch alljährlich im Oktober einen spannenden Tag mit Abfischen für Kinder und einer Geisterstunde. Ein weiteres Highlight sind die Fischhoffeste mit kulinarischen Schmankerln oder die Schlacht-, Filetier- und Räucherkurse. Angeboten werden außerdem Kochseminare, Erlebnisführungen mit dem Teichwirt, die Möglichkeit beim Abfischen mitzumachen sowie geführte

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

91


GENIESSEN

BAUERNHOFEIS

Die Reichels haben ihren Familienbetrieb von Milchwirtschaft auf eine vorzügliche EisManufaktur umgestellt. Ihr Bauernhof-Café in Fichtenhammer ist gerade auch für Familien einen Besuch wert. Foto: Hannes Bessermann

B U C HB E R GHOF E IS - M A NUFA K T UR Fichtenhammer 7, 95158 Kirchenlamitz B A UE R NHOF - C A F É 1. Mai bis Ende September. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen 13 bis 19 Uhr Das Buchberghof–Eis ist auch in sämtlichen EDEKA-Märkten und bei anderen Wiederverkäufern der Region erhältlich

JEDES EIS HAT SEINE SAISON W W W.B U C HB E R GHOF.E U

Bei der Buchberghof Eis-Manufaktur kann sich der Genießer mehr als 50 Sorten auf der Zunge zergehen lassen

K

onventionelles Speiseeis kommt heu-

an den Erfolg des Geschäftsmodells glauben.

arbeitung verzichten die Reichels gänzlich auf

te aus dem Gefrierfach und hat einen

Als die Familie vier Jahre später, am 12. No-

künstliche Aromen, Farbstoffe und Konservie-

langen Weg hinter sich – vom Bauern

vember 2017, mit über 3000 (!) Besuchern aus

rungsmittel. Um das Produkt geschmackvoll

über die Molkerei zum Eis-Produzenten, der

nah und fern die Einweihung des neuen Stalls

zu veredeln, bringt die Eis-Manufaktur viele

es stapelweise an Supermärkte liefert. Dabei

und die Eröffnung ihres Bauernhof-Cafés feier-

eigene, kreative Ideen ein. „Wir haben rund

kann Eis kaum geschmackvoller sein, als

te, war der Durchbruch jedoch offensichtlich.

50 Sorten entwickelt, von saisonalen Erdbeervarianten über milchfreie Sorbets bis zum

wenn es direkt vom Bauernhof vermarktet

VOLLAUOTMATIK PLUS HANDWERK

Lebkuchen-Eis für die Weihnachtszeit. Zudem

Mit dem Bau des neuen, hochmodernen Stalls

Eistorten“, führt Martina Reichel aus. Was an

hat die Familie Reichel für mehrere Anliegen

Früchten regional lieferbar ist, bezieht die Ma-

Lange hatte der traditionell landwirtschaftliche

eine schöne Lösung gefunden. Die Tiere, al-

nufaktur von Bauern aus der Umgebung. Ein

Betrieb der Familie sein Geld mit Milch ver-

lesamt heimische Fleckvieh-Kühe bzw. Simm-

ausgeprägtes Qualitätsbewusstsein bestimmt

dient. Bis aus Gründen der Wirtschaftlichkeit

enthaler Rinder, können aus dem Stall raus

den gesamten Herstellungsprozess.

ein Umbau bevor stand. Martina und Florian

und fressen, wann sie wollen. Dank einer

Reichel hätten die Betriebsgröße mehr als

vollautomatischen Melkanlage, die rund um

Wer einmal auf den Geschmack gekommen

verdoppeln müssen, um nach Auffassung der

die Uhr geöffnet hat, können sie nun auch

ist, probiert womöglich mehrere Sorten aus.

Banken konkurrenzfähig zu sein. Da das Paar

über den Zeitpunkt des Melkens entscheiden,

Gelegenheiten gibt es viele, ob im Hofladen,

diesen Weg auch mit Blick auf das Tierwohl

nicht der Landwirt. Die Milch wird abgepumpt,

in ausgewählten Gaststätten und Cafés, beim

nicht mitgehen wollte, ließ es sich 2013 auf

sofort auf Inhaltsstoffe getestet und in den

Einkauf im Markt oder beim Eiswagen, der au-

eine neue Unternehmung ein. Abgesehen von

Stahltank geleitet, wo sie schonend wie in

ßerhalb Fichtenhammers unterwegs ist.

den Reichels selbst, wollte zunächst niemand

einem Eisbad gekühlt wird. Bei der Weiterver-

| OLIVER VAN ESSENBERG |

wird, mit frischem Obst und Zutaten aus der Umgebung. Die Buchberghof Eismanufaktur in Fichtenhammer zeigt, wie es geht.

92

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

machen wir auf Vorbestellung Eisgebäck und


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ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

93


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GENIESSEN

Bio-Geflügelhof Ritter Hofer Straße 35 95168 Marktleuthen Tel. 09285/913505 o. 0170/4519963 Ö F F NUNG S Z E I T E N des

Dem Geflügel geht es gut auf dem Biohof von Iris und Andreas Ritter. Bewegungsfreiheit, sauberes Futter und langsames Wachstum haben entscheidenden Einfluss auf die Fleischqualität. Fotos: Hannes Bessermann

Hofverkaufs 2019: täglich ab 7.00 Uhr o. nach tel. Vereinbarung.

PREMIUM-GEFLÜGEL AUS MARKTLEUTHEN

Der Bio-Geflügelhof Ritter besetzt im Fichtelgebirge eine Nische

F

leischqualität wächst nirgends von al-

zehn Jahre Produktion im Ökobereich hinter

Es bekommt Zeit, natürlich zu wachsen – 70

lein, sondern ist darauf angewiesen,

uns und wir wissen, dass die Qualität unserer

Tage dauert die Mast in Marktleuthen, in ei-

dass Verbraucher das Lebensmittel

Produkte höchsten Ansprüchen gerecht wird.“

nem industriellen Turbomast-Betrieb wären

wertschätzen. Wer sich im Fichtelgebirge

es 28 bis 32. Sobald das Geflügel schlacht-

nach einem Geflügelhof umschaut, bei dem

Die Ritters verpflichten sich, die anspruchs-

reif ist, sorgen rund 20 Helfer des Nachts für

dieses Zusammenspiel funktioniert, landet

vollen Richtlinien des Premium-Verbandes

einen schonenden, stressfreien Transport

schnell bei den Ritters in Marktleuthen.

„biokreis“ einzuhalten. Für das Ergebnis hat

– jedes Tier wird dabei noch schlafend von

sich die aufwendige Umstellung auf jeden

Hand in einen Transportbehälter gelegt.

An der Ortsausfahrt Richtung Hof kann man

Fall gelohnt. Das hat die ganze Familie gleich

mit etwas Glück einen Teil der insgesamt

beim ersten Testessen gemerkt. „Das Fleisch

Der Zeitaufwand ist ein entscheidender Qua-

3200 Hühner beim Auslauf beobachten. In

war nicht zäh, nicht trocken, hat beim Braten

litätsfaktor. Wenn die Kunden die Produkte

der warmen Jahreszeit tummeln sie sich ger-

kaum Wasser verloren und schmeckte saftig“,

wertschätzen, stimmt jedoch auch die Wert-

ne auf der eingezäunten Streuobstwiese vor

erinnert sich Iris Ritter.

schöpfung für die Landwirte. Die Zeit für das

dem Stall. Iris und Andreas Ritter haben den Betrieb, einen typischen Aussiedlerhof, 2008

Produkt kann sich der Genießer nehmen. Der

ZEIT UND RAUM FÜR MEHR QUALITÄT

Einkauf lässt sich mit einem Besuch am Hof

len Milchviehhaltung auf einen Bio-Geflügelhof

An den Qualitätsgrundsätzen hat sich bis

zukünftig Feldgemüse in Bio-Qualität gibt

umgestellt. Den Plan zu einem Bio-Betrieb

heute nichts geändert. Die Tiere erhalten bio-

(Termine s.o.). Wahlweise findet man das

hatte Andreas Ritter jahrelang mit sich her-

zertifiziertes Futter von den eigenen Feldern

Fleisch auch in lokalen Edeka-Märkten (Ede-

umgetragen. „Als Bio vor etwa 25 Jahre ins

– kein tierisches Eiweiß, keine Antibiotika. Es

ka-Egert), in Restaurants (Baros Burgerkunzt,

Rollen kam, wurde die Idee etwas belächelt“,

hat Bewegungsfreiheit, im Freilauf pro Schna-

Teschner’s), Dorfladen Dola Thierstein.

weiß der Inhaber. Inzwischen liegen über

bel vier Quadratmeter zusätzlich.

| OLIVER VAN ESSENBERG |

übernommen und von der kaum noch rentab-

verbinden, wo es auch Kartoffeln, Eier und

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

95


GENIESSEN

Sie brennen für ihre scharfen Produkte: Jessica und Jürgen Bendzinski mit ihrem Sohn im heimischen Gewächshaus. Foto: Burnin’ Benze

FEURIGES AUS THIERSHEIM Jürgen Bendzinski stellt zusammen mit seiner Frau Jessica feinste Chili-Kreationen aus dem Fichtelgebirge her

E

s hat sich mittlerweile zu einer Erfolgs-

ner eigenen Chilis. Erst fanden die Kreationen

Insgesamt hat „Burnin‘ Benze“ derzeit zwölf

geschichte entwickelt: Unter dem Label

unter Freunden und Bekannten begeisterte

verschiedene Soßen, vier Senfsorten, zwei

„Burnin‘ Benze“ vermarkten Jessica und

Abnehmer, danach auf Märkten und schließ-

Chilischnäpse und 15 verschiedene Gewür-

Jürgen Bendzinski handgemachte Gewürze,

lich überall. Deshalb stellte das Ehepaar die

ze im Angebot. „Uns gehen die Ideen aber

Soßen, Senf und Spirituosen aus selbst ge-

Aufzucht und die Produktion 2014 auf semi-

nie aus, wir probieren immer wieder Neues“,

züchteten Chilis. Bei der Idee dazu stand

professionelle Beine.

erzählen Jessica und Jürgen. Obwohl sie die

der Zufall Pate. Von einem Brieffreund aus der Schweiz bekam Jürgen Bendzinski Mitte

LEICHT BIS SUPERHOT

Begeisterung groß.

geschenkt, die den Grundstein zu seiner Ma-

Heute haben Jessica und Jürgen Bendzinski

Eigens für die Produktion der leckeren Chili-

nufaktur legen sollte. „Ich hatte schon immer

rund 300 Pflanzen und ca. 30 verschiedene

produkte wurde 2015 mit einem Hausanbau

einen grünen Daumen und habe die Chilis

Sorten in der Aufzucht, die bereits im Zeit-

begonnen, in dem sich nun eine professionel-

einfach im Gewächshaus eingepflanzt, ihnen

raum Dezember/Januar aus dem Samenkorn

le Industrie-Küche sowie Lager- und Büroräu-

aber zunächst wenig Beachtung geschenkt.

gezogen und anschließend pikiert werden.

me befinden, die die Produktion und Vermark-

Trotzdem hat sich eine stattliche Pflanze mit

Bis April wachsen und gedeihen diese unter

tung erleichtern. Seit 2019 gibt es zusätzlich

langen roten und natürlich scharfen Früchten

Kunstlicht im Keller in sogenannten Grow-

zu einer informativen Homepage auch einen

entwickelt“, erzählt Bendzinski. Als er sie

Schränken. Anschließend werden sie ins gro-

Internetshop, zu finden unter

probierte, stellte er fest, dass die Früchte

ße Gewächshaus umgesiedelt. Von Juli bis

eine ganz andere Schärfe haben, eine natür-

Oktober kann geerntet werden. Circa 100 bis

lichere Schärfe als im Supermarkt. Und so

150 Pflanzen werden für die Soßenproduktion

fand er Gefallen daran, informierte sich und

hergenommen, die von leicht scharf über mit-

begann mit der professionellen Aufzucht sei-

telscharf bis sehr scharf und superhot reicht.

der 1990er Jahre seine erste Chilipflanze

96

Manufaktur im Nebenjob betreiben, ist ihre

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

W W W.B UR NIN - B E N Z E .DE | HOLGER KAMECKE |


IMPRESSUM HERAUSGEBER

BEZUGSMÖGLICHKEITEN

Förderverein Fichtelgebirge e.V. c/o Entwicklungsagentur Fichtelgebirge Jean-Paul-Str. 9 95632 Wunsiedel Tel. + 49 (0)151 20 99 49 44

Alle Ausgaben können Sie auch auf der Webseite www.foerderverein-fichtelgebirge.de, der Webseite www.freiraumfuermacher.de und der Plattform www. issuu.com lesen. Gedruckte Exemplare senden wir auf Anfrage per Post zu. Die Kosten für Porto und Verpackung trägt der Empfänger.

info@foerderverein-fichtelgebirge.de

Wenn Ihnen das Magazin „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ gefällt, stellen wir Ihnen gerne kostenlos Exemplare zum Auslegen und Verteilen (z. B. in Arztpraxen oder Friseursalons etc.) zur Verfügung. Vielleicht sind Sie beruflich viel unterwegs und haben die Möglichkeit, das Magazin an exponierten Stellen zu platzieren? Unternehmen können „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ gerne zur Personalakquise nutzen oder es Paketen an Endkunden beilegen und so Werbung für ihren Firmenstandort im Lebensraum Fichtelgebirge machen.

REDAKTION/MITARBEITER Cosima Benker, Doris Brunner, Dr. Oliver van Essenberg (Leitung), Ronald Ledermüller, Holger Kamecke, Sybille Kießling, Andreas Munder, Christine Nadwornizek, Ferdinand Reb, Sabine Reichel-Fröhlich, Adrian Roßner, Jens Stenglein

LAYOUT, GESTALTUNG

Bestellen Sie das Magazin in gewünschter Stückzahl ganz einfach unter

Heike Armdt buero arndt schatz, Selb

Wir freuen uns auch über Ihr Feedback und Anregungen. Natürlich können sie auch den Link auf die Online-Ausgaben des Magazins auf der Plattform ISSUU (Stichwort „Förderverein Fichtelgebirge) für die digitale Weitergabe nutzen.

NÄCHSTE AUSGABE Die nächste Ausgabe von „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ erscheint im Juni 2020. Gerne können Sie auch im Magazin werben. Fordern Sie unsere Mediadaten unter der nebenstehend genannten Mail-Adresse an. „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ ist kostenlos. Viele Partner haben dieses Magazin durch Mitarbeit, Anzeigen und Sponsoring unterstützt und damit eine qualitativ hochwertige Umsetzung überhaupt erst ermöglicht. Allen Unterstützern danken wir an dieser Stele ganz herzlich.

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97


IN EIGENER SACHE

DAS FICHTELGEBIRGE – UNSER #FREIRAUMFÜRMACHER – WÄCHST ZUSAMMEN! UND ALLE KÖNNEN DABEI SEIN!

I

Meine Beitrittserklärung Ich beantrage hiermit meinen Beitritt als (bitte ankreuzen)

m Förderverein Fichtelgebirge stellen wir seit der Vereinsgründung im Jahr 2012 das Fichtelgebirge

Mehr Informationen unter W W W.F OE R DE R V E R E IN - F IC H T E L GE BIR GE .DE

als Region in den Mittelpunkt unserer

dass Menschen aus anderen Regionen

landkreis- und bezirksübergreifenden

auf uns aufmerksam werden?“

ehrenamtlichen Arbeit. Denn die Menschen machen in ihrem Denken auch

Genau deshalb unterstützen wir im För-

nicht an Landkreisgrenzen und Verwal-

zum Förderverein „Lebens- und Wirtschaftsraum Fichtelgebirge e.V.“

derverein die Kampagne Fichtelgebirge

tungseinheiten halt – sie nehmen die

- #freiraumfürmacher nach Kräften. Weil

zusätzliche Spende

ganze Region als ihren Lebens- und

sie für das Fichtelgebirge als Gesamtre-

Wirtschaftsraum wahr. Zuzügler und

gion wirbt und bundesweite Aufmerksam-

Investoren interessieren sich eben-

keit erzielt. Weil sie neben spektakulären

falls weniger für einzelne Landkreise

und medienwirksamen Marketing-Aktio-

oder Kommunen, aber umso mehr für

nen in Großstädten auch die neuen Chan-

aufstrebende Regionen mitsamt den

cen der Digitalisierung mit veränderten

dazu gehörenden harten und weichen

Werbestrategien und Kommunikationska-

Standortfaktoren. Seit 2014 geben

nälen über Social Media nutzt. Weil jede

wir mit der Sommerlounge Fichtel-

Kommune, jedes Unternehmen und jede

gebirge der gesamten Region eine

Institution, die sich dem Fichtelgebirge

gemeinsame Bühne – ob Kommunen,

zugehörig fühlt, dabei sein und von dieser

Unternehmen,

Bildungseinrichtungen,

erfolgreichen Kampagne profitieren kann.

Vereine oder sonstige Institutionen.

Unterm Strich kann hier jeder seinen

Gemeinsam gestalten wir Zukunftspro-

Platz im „Freiraum für Macher“ finden und

jekte, Vielfalt und Zusammenarbeit im

durchstarten. Wann sind Sie dabei?

Firmenmitglied

privates Mitglied €

einmalig

jährlich

Name, Vorname oder Firma, Ansprechpartner, Funktion:

Straße: PLZ/Ort: Telefon: E-Mail: Bei Firmenmitgliedschaft - Anzahl Beschäftigte: Förderbeitrag € pro Jahr:

Kreditinstitut ( Name und BIC)

________|___

I BA N: D E _ _ | _ _ _ _ | _ _ _ _ | _ _ _ _ | _ _ _ _ | _ _ Ich erkenne die Satzung des Fördervereins Fichtelgebirge e.V. an. Der Mindestbeitrag wird jeweils jährlich zum 15.02. von der oben angegebenen Bankverbindung eingezogen. Fällt der Fälligkeitstag auf ein Wochenende/einen Feiertag, so verschiebt sich der Fälligkeitstag auf den ersten folgenden Werktag. Bei Neuaufnahme während des Jahres wird spätestens einen Monat nach erfolgter Neuaufnahme der volle Jahresbeitrag fällig. Erteilung eines SEPA-Lastschriftmandates: Ich ermächtige den Förderverein Fichtelgebirge e.V., Zahlungen von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die von oben genanntem Zahlungsempfänger auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

Zahlungsempfänger: Förderverein Fichtelgebirge e.V. c/o Entwicklungsagentur Fichtelgebirge, Jean-Paul-Str. 9, 95632 Wunsiedel Gläubiger-Identifikationsnummer: DE18ZZZ00000196652 Mandatsreferenz: Mitgliedsnummer Zahlungsart: Wiederkehrende Zahlung

Datum:

Unterschrift:

Fichtelgebirge. 2015 erschien erstmals unser Jahresmagazin „ZUKUNFT Fichtelgebirge“ mit Beiträgen aus allen Fichtelgebirgs-Landkreisen. 2017 haben wir uns an der Definition unserer Markenkernwerte und der Entwicklung einer gemeinsamen Positionierung für das gesamte Fichtelgebirge beteiligt – die Grundlage für die 2018 gestartete Kampagne

#freiraumfürmacher

Entwicklungsagentur

der

Fichtelgebirge,

die seither überregional Aufmerksamkeit auf unsere Region als Lebens- und

Bringen auch Sie sich mit Ihren Ide-

Wirtschaftsraum lenkt. Gut so! Denn ob

en und Ihrer Kompetenz in unsere

in Industrie oder Handwerk, in Pflege-

offene Zukunftswerkstatt zur Regio-

berufen oder in der Kinderbetreuung,

nalentwicklung ein. Unterstützen Sie

in Gastronomie, Handel, Dienstleistung

unsere Arbeit und werden Sie Mitglied

oder in Kreativberufen, von allen Seiten

im Förderverein Fichtelgebirge e. V.

hören wir: „Wir brauchen Personal! Wir

Sie sind uns herzlich willkommen!

brauchen Zuzug, um unsere Stellen besetzen zu können! Wie schaffen wir es,

Bitte vollständig ausfüllen, abtrennen und im Kuvert an Förderverein Fichtelgebirge e.V. einsenden. Vielen Dank!

98

ZUKUNFT Fichtelgebirge N°5

Sybille Kießling, Vorsitzende


Mai bis September Open-Air-Theater auf der schĂśnsten NaturbĂźhne Deutschlands Infos zum aktuellen Programm: Tel. 09232/602 162

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Landkreis Bayreuth Tel. 0921/ 728-159 www.landkreis-bayreuth.de

Tourismuszentrale Fichtelgebirge Tel. 09272/ 96903-62 www.tz-fichtelgebirge.de

Landkreis Hof Tel. 09281/ 57-407 www.landkreis-hof.de

Landkreis Tirschenreuth Tel. 09631/ 88-384 www.kreis-tir.de

Förderverein Fichtelgebirge e. V. Tel. 0151/ 20 99 49 44 www.foerderverein-fichtelgebirge.de


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