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P.b.b., Verlagspostamt 8020, Erscheinungsort Graz

Ausgabe #05/2016 Heft Nr. 66 Dez 2016 Euro 0,–


www.skinfit.eu 2 Finisher


Inhalt Ausgabe #5 - 2016

KITZSTEINHORN EXTREME MOBILITY TRAINING INTERVIEW: SEPP GRUBER SERVIZIO CORSE – CASTELLI CUSTOM ACHTSAMKEIT IM SPORT „LAUFEN“ UND NICHT „FAHREN“ Seite 4

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COVERFOTO

Athlet: Teilnehmer beim Kitzsteinhorn Extreme Foto: Tom Bause

IMPRESSUM FINISHER ist ein Gratismagazin für triathlon- und ausdauersportinteressierte Personen im deutschsprachigen Raum und erscheint sechs Mal jährlich von April bis Dezember. Die voraussichtlichen Erscheinungstermine für das Jahr 2017 sind: KW 15, KW 22, KW 27, KW 35, KW 45, KW 51. Die Auflage beträgt mind. 20.000 Stück. Die Verteilung erfolgt über mehr als 180 ausgewählte Triathlon-Hot-Spots in ganz Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol: Sportfachgeschäfte, Trainingszentren, Fitness-Studios und Veranstaltungen. Die Vertriebsstellen sind auf der Homepage www.finisher-magazin.at und in jeder Ausgabe angeführt. FINISHER ist unabhängig von politischen Institutionen, Verbänden und anderen Interessensgruppen. Regionalität, Lesernähe und Objektivität werden bei FINISHER großgeschrieben. Das Hauptaugenmerk der inhaltlichen Gestaltung liegt auf der Wettkampfberichterstattung und den Geschehnissen in und um die österreichische und süd-

deutsche Triathlonszene.Einzelzusendungen von FINISHER per Post an private Adressen können über die Internetseite www.finisher-magazin.at als ABONNEMENT bestellt werden. ABONNEMENT für 6 HEFTE zum Preis von EUR 29,90 (Preis inkl. Mehrwertsteuer). ABO-PREIS für Deutschland und das europäische Ausland: EUR 49,Die Meinung von Kolumnisten muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit „Werbung“ gekennzeichnete Beiträge erscheinen unter Verantwortung der Anzeigenleitung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. VERLEGER und ANZEIGENVERKAUF: Max Hofstätter, masea GmbH, Marketing-, Sport- & Eventagentur, Waldertgasse 9G/9, A-8020 Graz, Telefon: +43/664/9141655, E-mail: office@finisher-magazin.at, Internet: www.finisher-magazin.at.

FOTORECHTE: Covershot by Tom Bause, Kitzsteinhorn Extreme by Bause & Groessinger, „Laufen“ und nicht „Fahren“ by fischersports GmbH, alle anderen Bilder by FINISHER Triathlonmagazin / Max Hofstätter, Lex Karelly www.lupispuma.com, Harry Tauderer www.haraldtauderer.com, privat von Athleten oder Vereinen zur Verfügung gestellt. REDAKTIONSTEAM: Max Hofstätter, Mag. Herwig Reupichler, Mag. Christian Jopp, DI (FH) Martin Hillbrand, Laura Philipp, Martin Konrad, Dr. Johannes Reiser, Mag. Martin Auferbauer, Philipp Tichy. LEKTORAT: Mag. Birgit Schweiger, PRODUKTION: Max Hofstätter; ART DIRECTION: Max Hofstätter; ANZEIGENLEITUNG: Max Hofstätter, DRUCK: Offsetdruck DORRONG OG, Kärntner Straße 96, A-8053 Graz.

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SKIMO

KAPITEL 01

KITZSTEINHORN SCHNEEKÖNIG TEXT: Max Hofstätter FOTOS: Bause & Groessinger Das Skibergsteigen in Wettkampfform, oder Skimo, wie es im „Racing-English“ heißt, erfuhr in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Nicht zuletzt durch die Entscheidung des IOC im Zuge der Spiele in Rio, Skibergsteigen voraussichtlich in das olympische Programm aufzunehmen, wird dieser Trend wohl kaum abflauen. Wann genau beim Skimo das erste Mal um Edelmetall „berggestiegen“ wird, ist noch nicht ganz fix, aber es wird wohl nicht vor 2022 oder 2026 sein. Egal – Österreich rüstet sich sowohl im Verband als auch bei den Events bereits für den Griff nach dem neuen olympischen Stern am Wintersporthimmel. Ein heimischer Eventstern, der bereits sehr hell leuchtet, sind die beiden Rennen auf das Kitzsteinhorn.

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SKIMO

KAPITEL 01

KITZSTEINHORN SCHNEEKÖNIG Das erste Kräftemessen des Jahres für die Skibergsteiger

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Am 26. November fiel der Startschuss zum ersten großen Rennen der olympischen Zeitrechnung: Um zehn Uhr startete die vierte Auflage des „Kitzsteinhorn Schneekönig“. Auf der perfekt präparierten Strecke vom Langwiedboden in 1976 Meter Seehöhe bis zur Bergstation des Maurerlifts (2875 Meter) starteten die Skibergsteiger in die neue Saison. Ob Einsteiger oder Top-Läufer, beim ersten großen Kräftemessen des Jahres standen für die beiden Leistungsgruppen zwei Strecken zur Auswahl. Auf der kürzeren

Route über 474 Höhenmeter bis zum Alpincenter wurden die „Schneekönige“ gekürt. Wer mit dem Titel „Eisbrecher“ ins neue Tourenjahr starten wollte, musste dann doch den weiten Weg bis zum Maurerlift meistern. Nach zwei Tragepassagen und dem äußerst harten Schlussanstieg standen 899 Höhenmeter auf der GPS-Uhr und die Teilnehmer waren sichtlich erleichtert, im Ziel zu sein. Sonnenschein, eine knallharte Strecke und mit 188 Finishern, ein neuer Teilnehmer-Rekord

– die vierte Auflage des Kitzsteinhorn Schneekönig war ein Rennen wie aus dem Bilderbuch. In Abwesenheit der Seriensieger Toni Palzer und Christian Hoffmann stellte der Italiener Filippo Beccari (BELA Ladinia La Sportiva) mit 42:02,10 Minuten einen neuen Streckenrekord auf und siegte am Ende deutlich vor Stefan Steiner (Dynafit Austria) und Johannes Walder (Team Sunny Sport 2000). Der Vorsprung des Siegers im Ziel betrug 37,10 Sekunden. Klar war die Sache bei den Finisher 7


schnellsten Damen am Berg. Johanna Erhart vom Team Dynafit Austria deklassierte die Konkurrenz und sicherte sich mit einem Vorsprung von 3:33,60 Minuten den Sieg vor Michaela Voithofer (Bigtime Sport Maishofen) und Eva Sperger – einer weiteren Österreicherin. Erharts Siegerzeit auf den 899 Höhenmetern waren bärenstarke 58:13,00 Minuten. Sieger Beccari war im Ziel voll des Lobes für den Kitzsteinhorn Schneekönig: „Vielen Dank für dieses tolle Rennen. Strecke, Organisation, die ganze Atmosphäre – hier ist einfach alles perfekt.“ Speziell in Italien erfreuen sich die Events auf dem Kitzsteinhorn immer größerer Beliebtheit. Nach Österreich und Deutschland stellten unsere Nachbarn aus dem Süden heuer das dritt-

größte Kontingent an Startern. Der faszinierende Gletscher im Pinzgau hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der Hotspots der Tourengeher-Szene entwickelt. „Nirgendwo kann man früher und besser in der Höhe trainieren“, sagt Günther Brennsteiner, als technischer Prokurist verantwortlich für die Infrastruktur auf dem Kitzsteinhorn. „Wir freuen uns, dass wir zusätzlich zu unseren vielen Angeboten für die Tourengeher mit dem Kitzsteinhorn Schneekönig ein so hochklassiges und gut gemachtes Rennen zu Gast haben.“ Nach dem Rennen ist vor dem Rennen – die Veranstalter und Hans Peter Kreidl von Skitourenwinter.com schauen schon jetzt auf das nächste Highlight am

SKIMO

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KITZSTEINHORN SCHNEEKÖNIG Das erste Kräftemessen des Jahres für die Skibergsteiger

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Kitzsteinhorn. Denn am 8. April startet in Kaprun das „Kitzsteinhorn Extreme“. Dann messen sich die härtesten Skibergsteiger miteinander und stellen sich erneut dem Berg. 17 Kilometer und rund 2500 Höhenmeter sind dabei zu meistern, und der Start findet ungewöhnlicherweise am Dorfplatz in Kaprun statt, was so viel heißt wie: Zieht eure Laufschuhe an und auf geht’s! Das FINISHERMagazin verlost in Kürze auf dem Facebook-Channel zwei Startplätze für dieses Spektakel, also nix wie rein ins Soziale Netzwerk und unsere Seite liken, um das Gewinnspiel nicht zu versäumen! Alle Ergebnisse zum Kitzsteinhorn Schneekönig auf

WWW.KITZSTEINHORN-EXTREME.AT


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SKIMO

KAPITEL 01

KITZSTEINHORN SCHNEEKÖNIG Die besten Bilder vom Auftaktrennen.

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Interview

Interview mit dem neuen Koordinator des Nationalteams Skibergsteigen

„Was, warum, wieso und überhaupt ...?“ Der Name Sepp Gruber ist vielen Athleten und Fans des Triathlon- und Ausdauersports ein Begriff, hat er doch in den letzten Jahren die Geschicke des Salzburger Triathlonverbandes als Präsident geleitet und ganz nebenbei einige Events aus dem Boden gestampft, die mittlerweile aus dem österreichischen Ausdauersportkalender nicht mehr wegzudenken sind. Der Trumer Triathlon, das Salzburger Trailrunning Festival und der mozart100® sind die bekanntesten Veranstaltungen, welche Sepp Gruber mit seinem Team entworfen und organisiert hat. Doch nun begibt sich der umtriebige Lungauer auf völlig neues Terrain. Interview: Max Hofstätter FINISHER: Grüß dich, Sepp. Du hast kürzlich dein Amt im Salzburger Triathlonverband zurückgelegt, um eine neue Aufgabe zu übernehmen. Klär uns bitte kurz auf, worum es dabei geht! Gruber: Als Sportlicher Koordinator des Referates Skibergsteigen im ÖSV darf ich mich um alle sportlichen Belange unserer Athletinnen und Athleten kümmern. Das ist ein breites Aufgabengebiet – von der Definition von Qualifikations- und Beschickungskriterien über die Betreuung bei Trainingslagern und Weltcup- bzw. WM-/EM-Rennen bis hin zu Inhalten bei Trainingseinheiten, der Koordination der Nachwuchsarbeit oder der Instruktorenausbildung WettkampfSkibergsteigen. FINISHER: Ein eher ungewöhnlicher Schritt vom Triathlon

zum Skibergsteigen. Wie kam es dazu? Gruber: Alle, die mich kennen, wissen, dass ich gerne in den Bergen unterwegs bin, und vor meiner „Karriere“ als Triathlet habe ich als Höhenbergsteiger unter anderem auch den Aconcagua und den Kilimanjaro bestiegen. Die beiden Sportarten haben außerdem ähnliche Anforderungsprofile in Bezug auf Training und Wettkampf. Mit meinem Know-how werde ich hoffentlich viel zur Entwicklung der Sportart und zu den Erfolgen unserer Athleten beitragen können. FINISHER: Skimo – was ist es genau, woher kommt es und seit wann gibt es eine organisierte Struktur inklusive Nationalteam in Österreich? Gruber: Skibergsteigen – oder auch Tourengehen – ist die Urform des

Die neuen Schützlinge des Salzburgers Sepp Gruber auf Trainingscamp am Stubaier Gletscher.

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Skifahrens, bei der mit Steigfellen an den Skiern und mit Muskelkraft aufgestiegen wird. Nach erfolgreichem Aufstieg werden die Felle oben wieder in den Rucksack gepackt und dann wird wie gewohnt auf der Piste oder im Tiefschnee abgefahren. Die Sportart als solche gibt es bereits seit den 1890er Jahren, einen internationalen Verband (ISMF – International Ski Mountaineering Federation) für die Wettkämpfer seit 1988. Ein eigener österreichischer WettkampfVerband, der ASKIMO, wurde 2006 von einigen Skitouren-Enthusiasten rund um den Oberösterreicher Karl Posch gegründet, der ab 2007 auch eine Nationalmannschaft zu Weltcups und Weltmeisterschaften entsendete. Im Jahr 2014 wurde die Sportart in den ÖSV integriert und in der Folge die staatliche Anerkennung bei der Bundessportorganisation erreicht. FINISHER: Als neuer Sportlicher Koordinator des österreichischen Nationalteams im Skibergsteigen warten bestimmt auch einige völlig neue Aufgaben auf dich. Was, denkst du, kannst du aus deiner bisherigen Tätigkeit im Triathlonverband in den ÖSV einbringen? Gruber: Beim Skibergsteigen gibt es mit dem Sprint, dem Vertical und dem Individual drei verschiedene Wettkampfformen, die teilweise auch unterschiedliche Ansprüche an die Athleten stellen. Außerdem gibt’s auch Wechsel (An- und Abfellen), Aufstiege und Abfahrten sowie Geh- und/oder Tragepassagen. Insofern ist das Anforderungsprofil sehr vielschichtig, und langfristig wird eine Spezialisierung


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Ich selbst muss „einfach nur“ fit bleiben, um eine optimale Betreuung mit meinem Team bei den Wettkämpfen zu gewährleisten. Dabei müssen wir Gipfel und Grate bis auf 4000 Meter erklimmen und auch bis zu 2000 Höhenmeter am Tag bewältigen.“ auf bestimmte Wettkämpfe erfolgen; ähnlich wie beim Triathlon die Fokussierung auf gewisse Wettkampfdistanzen. Neben dem trainingstechnischen Know-how kann ich mein Wissen im Bereich Verbandsstrukturen, Veranstaltungsorganisation und Marketing einbringen. FINISHER: Wie viele Athleten umfasst das Skimo-Nationalteam zurzeit und wie schaut es dabei mit dem „Nachwuchs“ aus? Gruber: Die Nationalmannschaft umfasst vier Athleten, im Nachwuchsteam sind sechs Athletinnen und Athleten, dann gibt’s noch eine Trainingsgruppe mit acht Athletinnen und Athleten. Der Nachwuchs liegt uns besonders am Herzen, vor allem in Hinblick auf eine mögliche Aufnahme unserer Sportart in das olympische Programm.

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FINISHER: Bei meiner Recherche habe ich gelesen, dass das IOC bereits eine Aufnahme in das olympische Programm beschlossen hat?! Ist das korrekt, und was bedeutet es für das ÖSVNationalteam Skibergsteigen bezüglich der eventuell dadurch entstehenden finanziellen Möglichkeiten und sportlichen Perspektiven? Gruber: Im Sommer 2016 wurde die ISMF vom IOC als Weltverband anerkannt. Aller Voraussicht nach bestehen gute Chancen, in das Programm der YOG Lausanne aufgenommen zu werden. In weiterer Folge würde ein Bewerb des Skibergsteigens erst mit den Olympischen Spielen 2022 in Peking als realistisch erscheinen. Dort ins olympische Programm aufgenommen zu werden, ist natürlich ein großartiger Ansporn für uns Athleten und Betreuer!

FINISHER: Von jeder Neubesetzung einer so wichtigen Funktion in einem Verband erwarten sich die Verantwortlichen auch grundlegende Änderungen bzw. natürlich auch Erfolge. Was sind deine größten Projekte und Aufgaben, die in den nächsten Monaten und Jahren auf dich zukommen, und was sind deine sportlichen Ziele? Gruber: Ich selbst muss „einfach nur“ fit bleiben, um eine optimale Betreuung mit meinem Team bei den Wettkämpfen zu gewährleisten. Dabei müssen wir Gipfel und Grate bis auf 4000 Meter erklimmen und auch bis zu 2000 Höhenmeter am Tag neben der „normalen Betreuung“ vor und nach dem Start bewältigen. Meine Schwerpunkte liegen derzeit im Ausbau des Trainingsumfanges sowie der Trainingsqualität für unsere Sportler durch Athletik, Leistungsdiagnostik, Sportpsychologie und vieles mehr,


damit sie sich bestmöglich vorbereiten können. Dann wollen wir über die Saison Erfahrungswerte sammeln, um in der Vorbereitung für 2017/2018 steuernd und zielgerichtet Schwerpunkte im Training setzen zu können. Wichtig sind mir einfach eine gute Stimmung und das gegenseitige Vertrauen im Team, dann werden auch Bestleistungen möglich sein! FINISHER: Du bleibst dem Triathlonsport jedoch noch weiter erhalten, oder? Gruber: Aber natürlich, ohne Triathlon geht’s einfach nicht! ☺ Ich werde die Sportart weiter ausüben und natürlich „meine“ beiden Triathlons (Salzburger Firmen Triathlon und Trumer Triathlon) mit Leidenschaft umsetzen! FINISHER: Das heißt, deiner Agentur, welche für die Ausrichtung einiger bereits erwähnter Sportevents verantwortlich ist, bleibst du weiterhin als Geschäftsführer erhalten? Gruber: Ja, sicher. Ich werde weiterhin meine Athleten persönlich

MIT MEINEM KNOWHOW AUS DER ZEIT IM TRIATHLON WERDE ICH HOFFENTLICH VIEL ZUR ENTWICKLUNG DER SPORTART UND MEINER ATHLETEN BEITRAGEN KÖNNEN.

betreuen und auch Schwimm- sowie Laufkurse anbieten. So bleibt mein Aufgabengebiet abwechslungsreich und spannend. Der persönliche Kontakt, das Arbeiten mit Menschen ist einfach am schönsten! FINISHER: Somit ist die Zukunft des Trumer Triathlons und aller anderen Events gesichert? Gruber: Genau, wir werden weiter tolle Events umsetzen, und ich freue mich jetzt schon, 2017 etwa 3500 Athletinnen und Athleten im Ziel persönlich begrüßen zu dürfen! FINISHER: Sepp, vielen Dank für den kleinen Einblick in die Welt des österreichischen Skibergsteigens und gutes Gelingen für deine neue Aufgabe.

Dein Rennen. Deine Belohnung.

100% Leistung. 100% Regeneration. Durch das enthaltene wertvolle Vitamin B12 wird der Energiestoffwechsel, die Blutbildung und das Immunsystem gefördert sowie die Müdigkeit verringert. Finisher Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise 17 sind wichtig!


TEXT: MAX HOFSTÄTTER FOTOS: MAX HOFSTÄTTER Der Herbst gilt bekanntermaßen bei den meisten Triathleten und Radfahrern als „Offseason“. Was macht man in der sportfreien Zeit – außer unnötigem Nachdenken über den Anstieg des Bierkonsums und das daraus resultierende Übergewicht? Natürlich, man steckt bereits mitten in der Planungsphase für die kommende Sommersaison. Welche Wettkämpfe/Rennen wird man bestreiten, mit welchem eventuell sogar neuen Rad wird dies vonstatten gehen und in welchen Zwirn kleidet man den Athletenkörper überhaupt? Bei Letzterem stellt sich erfahrungsgemäß auch öfters die Frage, ob man sich mit „Stangenware“ zufriedengibt oder sogar etwas „Eigenes“ entwirft. Wer beides sehr gut und vor allem qualitativ hochwertig verbindet, ist die Manifattura Valcismon SpA, unter deren Dach die Marken Castelli und Sportful ihr Zuhause haben. Castelli verbindet die bereits mehrfach für gut befundene Stangenware mit einem Custom-DesignProgramm namens „Servizio Corse“, in Neudeutsch: „Racing Service“. Es verschafft Vereinen, Teams, Edelhobbetten, aber auch echten Pros die Möglichkeit, einen Großteil der Triathlon- und Radbekleidung in eigenem Design produzieren zu lassen. Ab einer Stückzahl von zehn Einheiten ist man bei den meisten Modellen im Geschäft und kann sich mit der Triathlon- oder Radbekleidung 2017 verwirklichen.

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BEN N, FAR E S S , GRÖ WURF T N E N DESIG

Gedacht, getan – also haben wir einen Prototypen eines FINISHER-Mag-Trikots entworfen und sind mit der Illustrator-File im Gepäck nach Italien, genauer gesagt nach Fonzaso in Venetien gereist, um uns den Produktionsablauf


anzusehen. Fünf Autostunden von Graz und gezählte 23 Kreisverkehre – alleine ab der Kabinenpartyhauptstadt Udine – später waren wir in dem beschaulichen Dörfchen angekommen und durften uns vorrangig mal mit der Geschichte von Castelli auseinandersetzen. Den Italienern ist einiges an Erfahrung im Bereich individueller Radsportbekleidung zuzuschreiben, da sie es waren, die 1983 den Sublimationsdruck erfunden haben. Dieses Verfahren ist das gängigste, um individuelle Designs von einem Computerausdruck auf Stoff zu transferieren. Außerdem ist es das mit Abstand haltbarste Verfahren, was die Farbtreue am fertigen Textil betrifft. Castelli war 1977 außerdem die erste Marke weltweit, die LycraHosen zum Einsatz brachte, und 1981 die erste Firma, welche farbige Radhosen im Profi-Peloton einsetzte. Dies brachte sogar gehörige Geldstrafen, weil es das

DRUCK DE DAS TRA S ENTWURFS A U NSFERP APIER F

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ABZ IEH EN D ER S TOF FTE ILE

Ernüchterung in unserer Redaktion noch Menschen gibt, denen dieser eng anliegende AeroCut in Large ausgezeichnet passt – ich gehöre, wie ihr euch denken könnt, nicht dazu. Das Design für den Prototypen war eine echte Herausforderung und wurde basisdemokratisch aus neun Entwürfen redaktionsintern gewählt. Uns widerfuhr nur ein kleines Missverständnis, denn die Farbauswahl ist nicht auf die im Schnittmuster-PDF beigefügte Palette reduziert, man kann vielmehr aus allen Pantone-Code-Farben, die es gibt, auswählen. Sollte jemand CI-Vorgaben peinlich genau einhal-

VOM TRA NSF ERP API ER

straffe UCI-Reglement bis dahin nicht vorgesehen hatte, etwas anderes als schwarze Radhosen zu erlauben. Diese Vorreiterrolle ist dem Familienunternehmen bis heute ein großes Anliegen, und so ist es ständig darauf bedacht, ausführlich erprobte Modelle aus der „normalen“ Kollektion für die Custom-Linie zu adaptieren. Das heißt, es werden die gleichen hochwertigen Stoffelemente in den gleichen Schnittmustern umgesetzt wie beim Stangenprodukt. Nur eben mit Farben und Texturen, die der Kunde wünscht.

VON DER IDEE ZUM FERTIGEN TRIKOT. Um ehrlich zu sein, die Qualität der Stoffe und der Verarbeitung hebt die sympathische Truppe von vielen ihrer Mitbewerber in Sachen Custom-Bekleidung ab. Alleine die Musterkollektion, welche einem Castelli auf Wunsch gerne zuschickt, verdeutlicht die Qualität der Stoffe und Schnitte, aus denen man wählen kann. Ist man sich über das Produkt und die Zusammensetzung der eigenen Kollektion im Klaren, geht es ans Design. Ein PDF-File mit allen Schnitten und Modellen stellt Castelli zur Verfügung, und wer sich etwas mit Adobe Illustrator verständigen kann, hat einen gewissen Vorteil. Sollte einem diese Sprache nicht geläufig sein, bieten die Venezianer gegen einen Aufpreis ihre Designmithilfe an. Ein Team aus mehreren Designern hilft den Kunden, ihre Wünsche auf Stoff zu bringen bzw. auch kleine Korrekturarbeiten bei den meisten eintreffenden Designs durchzuführen, um sie auf alle Konfektionsgrößen anpassen zu können. Wir entschieden uns in Bezug auf die Produktion unseres Prototypen für das Aero Race 5.1 Jersey, da es zu meiner

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ELINZ SE E DER LÜS S EH N BSCH HLUS EN Ä A C ENN EILE, VERS ZUGÜG M S T AM FF EIS HIN ZUS N STO ND R U NE


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ten müssen, kann er gegen einen geringen Aufpreis einen gedruckten Farbproof am Wunschstoff erstellen lassen. Mit einer speziellen Software generieren die CastelliDesigner auf Wunsch eine 3D-Ansicht des fertigen Trikots und senden sie dem Kunden zu, damit dieser sich vor der finalen Druckfreigabe nochmal ein genaues Bild machen kann – das ist top! Nach erhaltener Freigabe geht das Layout in die Druckabteilung. Währenddessen werden alle Stoffmuster der einzelnen Bekleidungsstücke aus dem Textilmaterial geschnitten, mit den anderen benötigten Materialien und Teilen zusammengepackt und nach Größen sortiert. Dies ist notwendig, um die richtigen Reißverschlusslängen bzw. Sitzpolstergrößen dem richtigen Modell zuordnen zu können und somit Fehler in der Näherei zu vermeiden.

SUBLIMATIONSDRUCK. Beinahe alle Custom-Artikel werden heutzutage mittels Sublimationsdruck produziert. Bei diesem Verfahren werden Farbmuster und Grafiken mit Hilfe von Hitze und Druck auf polyesterbeschichtete Materialien übertragen. Die Tinte dringt dabei in die Polyesterschicht ein und macht den Druck enorm haltbar und farbecht. Oberfläche und Struktur der bedruckten Materialien bleiben völlig unverändert; man spürt keinen Farbauftrag wie beim Transferdruck und das Gewebe der Textilien bleibt offen und dadurch atmungsaktiv. Zuerst wird das Layout mittels Plotter in weniger als fünf Minuten auf ein spezielles Heat-Transfer-Papier gedruckt. Man benötigt für jedes einzelne Trikot einen eigenen Plot – das heißt, wenn ein Kunde 50 Trikots bestellt, ist ein Plotter bei Castelli mal für schlanke 4,5 Stunden beschäftigt. Angeblich gibt es bereits Plotter, die einen Ausdruck in weniger als 30 Sekunden schaffen – was die Produktivität

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enorm steigern würde. Für Neonund Schmuckfarben gibt es bei den Italienern einen eigenen Plotter, der Farbvermischungen verhindert. Im nächsten Arbeitsgang wird die Farbe vom Druckpapier auf die einzelnen Textilmuster transferiert. Dabei werden die Stofffetzen sorgfältig auf das zuvor markierte Schnittmuster gelegt, und das muss auf den Millimeter genau passen, damit anschließend das Transferpapier immer in korrekter Position aufgelegt werden kann und nicht „falsch“ sublimiert wird. Die fertig eingefärbten Stoffteile werden nach kurzem Abkühlen vom Transferpapier abgezogen und gehen anschließend in die Näherei. Der letzte Arbeitsgang erfolgt in der Näherei. Hier wird ein Trikot an insgesamt fünf verschiedenen Industrienähmaschinen bearbeitet. Die Stoffteile werden je nach Modell mit verschiedenen Nahtformen zusammengenäht. Sitzpolster sowie Taschen werden angebracht, der Saum und abschließend der Reißverschluss werden an das Trikot genäht. Dabei ist Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung gefragt, damit die Nahtübergänge von Design und Schrift auch zusammenpassen. Nach etwa 15 bis 20 Minuten ist ein Trikot fertig genäht und geht weiter in die Verpackung. In der Verpackung werden die Trikots noch dampfgebügelt, kontrolliert, verpackt, nach Größen sortiert, mit einem Lieferschein und den Transportdokumenten versehen und an den Kunden verschickt. Unser Prototyp wurde uns persönlich ausgehändigt und wird jetzt noch ein bisschen verbessert, damit dann die erste FINISHER-Kleinserie in Auftrag gehen kann. Die Erfahrung von Castelli und die Sorgfalt, mit der die Italiener deine neue Rad- bzw. Triathlonbekleidung produzieren, sind schlicht gesagt beeindruckend. Alle per Hand durchgeführten Arbeitsschritte sitzen bis ins kleinste Detail, der Kundenservice ist sehr hilfsbereit und nett und spricht zudem noch fließend Deutsch, was einer guten Kommunikation bei diversen Problemchen mit Design und Farben nicht schadet. Wir sind gespannt, wie sich die Dinger fahren, und werden euch hinsichtlich der Produktion diverser FINISHER-Sondereditions auf dem Laufenden halten.


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TEXT: KATHRIN PLETSCHNIG Ist Achtsamkeit nur ein spiritueller Hype oder steckt eine neue Wissenschaft hinter dieser Methode? Und was ist Achtsamkeit überhaupt? Hier eine Analyse einer tausende von Jahren alten Mentaltechnik. Es ist neun Uhr. Mein PC fährt gerade hoch. Ich hol mir noch einen Kaffee und gönn mir noch einen Blick aus dem Fenster. Ich war bereits eine Stunde schwimmen und habe die Kinder schulfertig gemacht. Ich fühl mich gut und kann den Tag ausgeglichen beginnen, auch wenn schon um 5:30 Uhr der Wecker geklingelt hat. Alles eine Sache der Einteilung und vor allem der Einstellung. Hier liegen meine Prioritäten. Ein bisschen Zeit für mich. Gelassen in den Tag starten. Wohlfühlen, Ruhe, Dankbarkeit. Beim Schwimmen krieg ich meinen Kopf frei. Kann mich ganz auf das Gefühl im

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Wasser, die Bewegung und meine Längen fokussieren. Nichts und niemand lenkt mich ab. Kein Handy, keine Gespräche, keine Gedanken. Eine Stunde lang bin ich mit meiner Aufmerksamkeit nur bei mir, im Moment, im Augenblick. Länge für Länge – Zug für Zug – Sekunde für Sekunde. Das ist Achtsamkeit: eine gute Kontrolle über seine Aufmerksamkeit zu haben. Ich fokussiere meinen Geist auf eine Sache, und dort verweilt er, so lange, bis ich meine Aufmerksamkeit auf etwas Neues richten will. Ich lasse mich nicht ablenken, sondern bin präsent stabil. Folglich ist die größere Kontrolle über die Aufmerksamkeit ein einflussreicher Weg, mein Gehirn zu prägen. Diese Fähigkeit kann man trainieren und stärken! Was bedeutet das für den Umgang im Leistungssport und für den Wettkampf? Mit all den Mitstreitern, den Fans, den ständig wechselnden Rahmenbedingun-

gen?! Der Angst, den Erwartungen und den Konsequenzen?! Training, Training, Training. Wir wissen mittlerweile, dass die klassischen Mentaltechniken wie Visualisierung, Zielsetzung und Selbstgesprächsregulation zu einer besseren Leistungsfähigkeit beitragen. Mental- bzw. Achtsamkeitstraining benötigt genauso viel Zeit und Energie wie körperliches Training. Bereits einige Sportler aus unterschiedlichen Disziplinen greifen auf die Techniken der Achtsamkeit zurück, obwohl eine systematische Erforschung und Wirkung der Technik im Leistungssport nur in Ansätzen stattgefunden hat. Achtsamkeitsbasierte Techniken haben viele Parallelen zu den etablierten sportpsychologischen Methoden, aber eine andere Zielsetzung. In der sportpsychologischen Literatur werden drei mögliche Wirkmechanismen diskutiert, wie ein Training der Achtsamkeit die Leistung im Spitzensport beeinflussen könnte. So trainiert man


MMAG. KATHRIN PLETSCHNIG ist ausgebildete Sportwissenschafterin und Lehrerin. Sie arbeitet als Mentaltrainerin mit Einzel- und Mannschaftssportlern sowie mit Schülerinnen und Schülern. Sie war Betreuerin des FINISHER-Casting-Teams. Ihre Methode basiert auf drei Komponenten: Beratung, Sport und Achtsamkeit. So versucht sie optimal auf die Bedürfnisse ihrer Klienten einzugehen. www.kathrinpletschnig.com

mit meditativen Techniken die Emotionsregulation durch die Akzeptanz des eigenen momentanen Zustands. Anstatt negative und störende Gedanken immer fortzuschicken, zielt der achtsamkeitsbasierte Ansatz auf ein nicht bewertendes Bewusstsein ab. Dadurch werden positive Emotionen gefördert, die letztendlich auch zu einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit im Sport führen. Studien belegen bereits, dass Achtsamkeitstraining positive Emotionen fördert und mit der Reduzierung der Wettkampfängste korreliert. Naheliegend ist daher auch, dass durch das Achtsamkeitstraining die Entstehung von Flow begünstigt wird. Flow ist ein mentaler Zustand beglückend erlebter Gefühle völliger Vertiefung und restlosen Aufgehens in

einer Tätigkeit. Ein solches Erlebnis wird als optimaler Zustand beschrieben, da Körper und Geist dabei im Einklang sind. Man befindet sich voll im Hier und Jetzt und erlebt den Augenblick mit all seinen Sinnen. Wie schon angeschnitten, sind Konzentration und Aufmerksamkeit Grundvoraussetzungen im Spitzensport. Es wird angenommen, dass sich durch Meditation die Konzentrationsleistungsfähigkeit verbessert und man über einen längeren Zeitraum fokussierter bleibt. Man kann auch irrelevante Reize leichter ausblenden und trotzdem flexibel den Aufmerksamkeitsfokus verlagern. Die Abbildung „Achtsamkeitsbasiertes Training“ soll das grafisch verdeutlichen.

Auch wenn die Forschung noch am Anfang steht, stellt sie doch eine vielversprechende Wirksamkeit dieses Trainings dar. Einzelne Trainer und Leistungssportler berichten bereits von der erfolgreichen Umsetzung achtsamkeitsbasierten Trainings. Weitere Studien sollen die Verbindung uralter Erkenntnisse aus der buddhistischen Tradition mit modernen Entdeckungen auf dem Gebiet der Neurowissenschaft zeigen. In den nächsten FINISHER-Ausgaben werde ich euch die Umsetzung in die Praxis näherbringen: Wie du durch kleine Achtsamkeitsübungen deine Bestleistungen abrufen kannst, Anleitungen, wie man Achtsamkeit trainiert, und was dich als Sportler zum Sieg bringt. Finisher 25


ICH BRECHE EINE

LATTE FÜR DEN LANGLAUF TEXT: MAX HOFSTÄTTER

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... ODER

hieß es Lanze? Egal, auf alle Fälle ist der Sport auf den beiden dünnen Latten in den letzten Jahren wieder schwer in Mode gekommen. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich im Winter mit den Langlaufskiern in die Volksschule gerannt bin und wieder nach Hause – kein Scherz, war wirklich so, lang ist es her. Damals wurde man – nicht nur ich – belächelt, wenn man seine Liebe zum Nordischen Sport offen kundgetan hat. Man muss auch zugeben, dass sich die Sexyness des Erscheinungsbildes der Hobbylangläufer, was Ausrüstung und Bekleidung betraf, wirklich in Grenzen hielt.

ES HEISST

„LAUFEN“ UND NICH Doch mittlerweile haben auch die Sportartikelhersteller diesen Markt für sich entdeckt, und die heutigen Loipen mutieren regelrecht zu Laufstegen – im doppelten Sinne. Auch die Volkslanglaufszene erlebt eine kleine Renaissance und darf sich über gesteigertes Interesse bei Radfahrern, Triathleten und Ausdauersportfreunden freuen. Neben dem Skimo-Hype scheint sich auch der Nordische Sport im Aufschwung zu befinden. Doch jemand, der im Sommer in seinen Agegroups alles zerstört und zu den fleißigen Edelmetallsammlern gehört, muss nicht gleichzeitig in der Loipe auch die Nase vorne haben. Denn schon so manch einer wurde von den koordinativen und auch körperlichen 28 Finisher

Anforderungen, die das Langlaufen an den Athletenkörper stellt, übel überrascht. Einige einführende Tipps und Ratschläge, um Freude und nicht Frust an diesem wunderschönen Sport zu finden ...

WORAUF SOLLTE MAN ACHTEN, WENN MAN SICH AUF DIE LOIPE BEGIBT? Da es sich um einen Wintersport handelt, zuallererst mal auf ein optimales Temperaturmanagement. Weil man sich beim Langlaufen meist doch ganz schön anstrengt, ist ein Großteil der Langlauf-Anfänger viel zu warm gekleidet und daher nach kurzer Zeit völlig überhitzt. Es ist allerdings auch zu bedenken, dass man zu Beginn oft mehr in der Gegend herumsteht,

als dass man sich in der Loipe die Anstiege rauf- und runterkämpft. Das richtige Equipment ist also atmungsaktiv und gleichzeitig wärmend in den Pausen – das aus dem Alpinen Skisport bekannte Zwiebelprinzip mit mehreren atmungsaktiven Kleidungsschichten hat sich schon oft auch im Nordischen bewährt. Genügend zu essen und zu trinken sollte man auch mitnehmen, denn der belastete Körper will ja gleich wie bei jeder Radtour auch entsprechend versorgt werden. Dazu eignet sich besonders ein gut isolierter Trinkgurt, damit der Kräutertee oder das warme Iso nicht nach zehn Minuten eiskalt und ungenießbar ist.


HT „FAHREN“

SOWIE „LOIPE“ UND NICHT „PISTE“ – MERKT EUCH DAS !

SKATING ODER KLASSISCH? Beides hat seinen Reiz, und es spricht auch nichts dagegen, beides auszuprobieren und sich dann zu entscheiden oder aber auch beide Techniken anzuwenden – natürlich nur mit der jeweils richtigen Ausrüstung. Denn Skating und Klassisch sind zwei Paar Schuhe, und diese benötigt man auch, wenn man sich sowohl in der moderneren als auch in der Urtechnik fortbewegen will. Außerdem noch mindestens ein zweites Paar Ski und Stöcke, da auch diese in Aufbau und Länge Unterschiede aufweisen. Ein schnelleres Vorankommen erreicht man meist mit der SkatingTechnik, sofern man diese beherrscht. Im Zuge der klassischen Technik

– oder wie manch Urgestein des Langlaufs behauptet: „des echten Langlaufens“ – bedarf es ebenso einer ausgereiften Technik, um vom Loipenwandermodus in den Trainingsmodus zu kommen, denn der richtige Druckpunkt für den Abdruck ist bei dieser Technik das Geheimnis dafür, die scheinbar einfachsten Anstiege überhaupt hinaufzukommen. Stilistisch ist die klassische Technik für meinen Geschmack edler anzusehen, wenngleich sie bedauernswerterweise bei diversen Langlaufmarathons zu einer reinen Doppelstock-Schiebe-Veranstaltung verkümmert – weg von der ursprünglichen Methode, die mehr aus den Beinen gelaufen wurde.

WACHSEN – JA ODER NEIN? Unbedingt, und zwar nicht die Beine oder die Bikinizone, sondern die Lauffläche der Gleithölzer. Das Wachsen ist das Um und Auf beim Langlaufen; je öfter man einen Ski professionell wachst, desto besser wird er über die Jahre. Dass es sich bei dieser oft ungeliebten Materialpflege um eine Wissenschaft für sich handelt, ist vielen vielleicht durch die Beobachtung der Eurosportübertragungen des Langlauf- und Biathlonweltcups ein Begriff, aber dass es auch für den Hobbysportler relevant ist, weniger. Wenn man einen Ski nicht ordnungsgemäß pflegt und immer wieder wachst, verkürzt man seine Lebenszeit enorm. Außerdem – und Finisher 29


das ist viel auffälliger – wird er in der Loipe nicht vorwärtsgehen. Schon klar, fürs Training lohnt es sich nicht, drei bis vier Paar Ski zu testen, um auf den richtigen Schliff und Temperaturbereich zu kommen, aber eine kleine Wachspflege am Vorabend mit vorangegangenem Temperaturcheck ist dennoch empfehlenswert. Wichtig zu wissen ist für den Anfänger, dass es beim Klassisch-Ski eine „Steigzone“ gibt, in der Steigwachs oder Klister aufgetragen werden muss, sofern es ein Wachs-Ski ist. Es gibt auch Schuppen- oder Nowax-Ski, bei denen die Steigzone keiner eigenen Präparation bedarf und die sich dadurch als sehr praktische Trainingsski für die klassische Technik eignen. Beim Skating-Ski genügt es, den Ski von vorne bis hinten mit Gleitwachs zu bearbeiten – wer hier Steigwachs einbügelt, wird dies auf den ersten Laufmetern relativ schnell merken.

NATURERLEBNIS LANGLAUF Durch traumhafte Winterlandschaften gleiten – wenn das nichts für echte Genießer ist ?!

GOLDEN RULES ... um nicht sofort als kompletter Schreibtisch-Nerd und Langlaufunwissender identifiziert werden zu können: 1

Wenn einer „Spur“ schreit, hat das nichts mit seiner Unzufriedenheit über die Loipenbeschaffenheit zu tun, sondern kennzeichnet, dass ein schnellerer Sportgesell von hinten naht und man schleunigst „seine Spur“ verlassen soll. Manchmal werden auch die Kommandos „links“ oder „rechts“ verwendet, die vielen möglicherweise aus diversen Abfahrten bei MTB-Marathons bekannt sind. Hier kennzeichnet der Schnellere akustisch, auf welcher Seite ER bzw. SIE gleich überholt.

KLASSISCH - RACEORIENTIERT Egal welcher Technik oder welcher Intensität sie den Vorzug geben ...

SKATING - RACEORIENTIERT WARUM SOLL ICH MIR DAS ÜBERHAUPT ANTUN? Es gibt im Winter kaum ein besseres Outdoor-Ausdauertraining, bei dem gleichzeitig dermaßen viele Muskelgruppen beansprucht werden. Sowohl die unteren als auch die oberen Extremitäten werden gefordert, aber auch die Rumpfstabilität, welche im Herbst bereits fleißig trainiert wurde, kommt beim Langlaufen nicht zu kurz. Das spürt man in und nach den ersten paar Einheiten ganz schön – keine Sorge, auch erfahrene Langläufer brauchen ein paar Schnee-Einheiten, bis sie sich akklimatisiert haben. Sobald man seine ersten High-IntensityVersuche hinter sich hat, stellt sich zunehmend ein Gefühl für die Anstrengung und das richtige Tempo ein und man kann ähnlich wie beim Radfahren selbst zwischen den verschiedenen Trainingsbereichen wählen, wenn nicht gerade der Weltcupanstieg in der Ramsau vor einem liegt: Der wird im GLA schwer zu bezwingen sein. Ob kurze, hochintensive Belastungen à la HIT-Training oder lange, niedrigintensive im Grundlagen-Ausdauerbereich, alles ist beim Langlaufen möglich, und dies mit einem sehr hohen Naturerlebnisfaktor, natürlich je nach Loipenbeschaffenheit. Außerdem wird man auch mental mit eini-

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... das Naturerlebnis bleibt für alle gleich. Ganz nebenbei gibt es kaum einen Wintersport, bei

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KLASSISCH - SPORTLICH dem eine derart große Anzahl an Muskelgruppen trainiert wird – Muskelkater deluxe ist vorprogrammiert.

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Es herrscht beim Langlaufen keine Helmpflicht, wenngleich eine solche für manchen NeoNorthug eventuell eine Überlegung wert wäre. Die Radhose mit Einsatz hat – so leid es uns tut – auf einer Langlaufloipe echt nichts verloren.

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Ein „spitzer Ski“ sagt nichts über die geometrische Form der Gleithölzer aus, sondern gibt dem Trainingskollegen die Auskunft, dass die Steigzone vielleicht doch nicht ganz so gut präpariert wurde, wie der Sportler es gerne hätte, und er daher beim Abdruck durchrutscht. Eine Skibrille heißt nicht umsonst „Ski“-Brille.

5 gen Herausforderungen konfrontiert, wenn einen der leicht übergewichtige Kollege vom Parkplatz plötzlich lächelnd und sichtlich Spaß habend auf der zweiten Schleife überholt und meint: „Ist es nicht so entspannend, hier zu laufen?“ – Hochachtung vor denjenigen, die sich hier noch im Griff haben und nicht die eigene Form verfluchen und aus den Carbonstöcken Sondermüll machen.

Es heißt „Laufen“ und nicht „Fahren“ sowie „Loipe“ und nicht „Piste“ – merkt euch das.

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Asymmetrisch ist nicht gleich schlecht! „Lauf im 1:1er“ ist kein Sprachfehler des Trainers, sondern eine Technikform beim Skaten.

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SUUNTO SPARTAN SPORT Der finnische Uhrenspezialist SUUNTO hat eine Erweiterung der kürzlich eingeführten Spartan-Ultra-MultisportLinie auf den Markt gebracht: Die SUUNTO Spartan Sport ist handgefertigt und darauf ausgelegt, unter allen Bedingungen zu bestehen.

Die Uhr misst mit GPS, FusedSpeed sowie eingebautem Beschleunigungssensor Geschwindigkeit, Distanz und GPS-basierte Höhenmeter. Im Sport-Modus hat die Spartan Sport eine Akkulaufzeit von bis zu 16 Stunden, was auch für längere Aktivitäten reichen sollte. Durch die Speicherung der Trainingsergebnisse in der Uhr und auf der Online-Plattform Movescount.com können Trainingsbelastung, Pausen, Erholungszeiten und Fortschritt verfolgt werden. Die Spartan Sport gibt es in den Farben Blau, Schwarz, Sakura und Weiß – jeweils mit oder ohne Smart-Sensor für die Überwachung der Herzfrequenz. Alle Infos zum neuen Handgelenkswunder findest du unter www.suunto.com

PALLY‘HI Merinowolle ist der gut aussehende Wintermantel der Merinoschafe und ein erstaunliches Material. Die fast schon übernatürlichen Eigenschaften sind auf die extrem feinen Fasern zurückzuführen. Eingeschlossene Luft zwischen den einzelnen Fasern sorgt für wohlige Wärme und hilft, das Körperklima zu regulieren. Merinowolle ist zudem extrem wirkungsvoll beim Abtransport von Feuchtigkeit vom Körper. Im Gegensatz zur ölbasierten Kunststofffaser mit glatter Oberfläche macht es die unebene Oberfläche der Wollfaser Bakterien schwer, sich festzusetzen, sie bleibt dadurch länger frisch und verhindert Geruchsentwicklung. Allzu oft fühlt sich Wolle allerdings an wie der kratzige Bart eines alten Nordseefischers, was auf die feine Merinowolle nicht zutrifft. Und da Wolle ein Naturprodukt ist, kann sie einfach wieder recycelt werden und benötigt nicht hunderte von Jahre, um sich zu zersetzen. Pally’Hi verwendet drei unterschiedliche Merinowoll-Kombinationen, um die Vorteile anderer Naturfasern und widerstandsfähiger Materialien zu nutzen. Da sind etwa die unveränderten Eigenschaften reiner Merinowolle für unvergleichliche Temperaturregulierung und geruchsneutralisierende Wirkung. Merino Bambus ist luftiger mit kühlerem Tragegefühl gegenüber reinen Merinostoffen, mit guten feuchtigkeitsabsorbierenden und antibakteriellen Eigenschaften und seidig-weicher Oberfläche. Bambus verbessert zudem die Stabilität des Stoffes. Merino Blends ist die Mischung von Merinowolle mit stabiler Schurwolle oder kleinen Mengen technisch entwickelter Materialien – das ergibt strapazierfähigere, wohlig warme Stoffe für Oberteile, leichte Jacken und Westen. Weitere Informationen und Onlineshop unter www.pallyhi.com

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MATERIAL WORLD AMEO POWERBREATHER

Der AMEO POWERBREATHER ist ein mehrfach international prämiertes, innovatives Sportgerät für den Schwimm- und Triathlonsport. Aufgrund des AMEO FRESH AIR SYSTEMS atmet der Schwimmer ausschließlich frische Luft ein – die bei konventionellen SchwimmSchnorcheln übliche leistungsmindernde „Pendelatmung“ (negative CO2-Anreicherung der Atemluft) existiert nicht mehr. Dadurch ist erstmals ein intensives Kraft-/Ausdauertraining dank permanenter Frischluft sowie ein gezieltes Techniktraining zur Optimierung der Schwimmlage und -effizienz möglich. Außerdem kann man ein Lungenmuskulatur-Training zur Steigerung des Atemvolumens mit einem Trainingsgerät Performance-erhöhend praktizieren. Ein Training, welches auch zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit in den Disziplinen Laufen und Radfahren führt. Der Ironman-Weltmeister Jan Frodeno schwört auf das futuristisch anmutende Atemgerät und trainiert seit 2014 erfolgreich mit dem Powerbreather. Erhältlich ist die Wunderwaffe in drei verschiedenen Ausführungen ab € 89,-. Alle Infos und Videos sowie einen Online-Shop findet ihr unter: www.powerbreather.com

COCOON ULTIMATE CP Das neue Cocoon „Ultimate CP“ Longsleeve Shirt aus der Ultimate-Serie bietet den optimalen Mix aus Komfort und Performance für Skitouring, Langlauf, Running und vieles mehr. Zum Einsatz kommt dabei ein mit spezieller textiler Struktur gearbeiteter Stoff Namens „BeHOT“, der laut Hersteller Hitze generiert, wenn das Material durch Bewegung gedehnt wird. BeHOT minimiert somit den Wärmeverlust und hält die Wärme während und nach dem Sport. Weitere Highlights sind die verklebten, strukturierten Einsätze im Oberarmbereich sowie ein großer Mesh-Einsatz für höhere Atmungsaktivität am Rücken entlang der Wirbelsäule. Auf der Vorderseite sind zwei große, leicht erreichbare Taschen sowie ein extra langer Front-Reißverschluss eingearbeitet. Das gute Stück gibt es in den Farben Phantom-Pacific und Phantom-Red und geht um 169 Euro über den Ladentisch. Mehr Infos dazu unter www.cocoonsports.com

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Fischer Equipment ist in der Loipe FISCHER seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge. TWIN SKIN Mit den neuen Twin Skin-Modellen runden die Oberösterreicher, neben den Vario-Crownund Zero+-Modellen, das Angebot an steigwachsfreien Ski für den sportlichen Langläufer ab. Zwei separate Fellstreifen, angeordnet in versetzten Positionen und variabel tief im Belag integriert, führen zu einem geschmeidigen und harmonischen Gleiten. Felle aus 100 % Mohair sorgen, besonders bei harten oder eisigen Bedingungen, für einen sicheren Abstoß. Durch die einzigartige Teflon-Beschichtung der Felle werden Feuchtigkeitsaufnahme und anschließendes „Aneisen“ maximal reduziert. Alle Infos zum pflegeleichten Klassikski gibt es unter www.fischersports.com

PURE MAGNESIUM ENERGY Bei sportlicher Aktivität ist es wichtig, dass unsere Nerven und Muskeln mit genügend „Treibstoff“ versorgt werden, um den Belastungen standzuhalten. Über eine ausgewogene Ernährung erhält der Körper gezielt die Unterstützung, die er braucht, um auch leistungsbereit zu sein. Aktive Menschen sollten bei ihrer Ernährung daher verstärkt auf die Zufuhr von Mikronährstoffen wie Magnesium, Kalium und Vitamin B12 achten. Magnesium und Vitamin B12 liefern Unterstützung für den Energiestoffwechsel, und der Mineralstoff Kalium trägt, wie auch Magnesium, zu einer normalen Muskelfunktion bei. Damit der Körper immer gut versorgt ist, liefert Magnesium Energy von Pure Encapsulations® ausgewählte Nährstoffe für die Muskelfunktion sowie zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung. Da das Magnesium in einer Kombination der besonders verträglichen Citrat- und Glycinat-Form enthalten ist, ist es vor, während und nach dem Sport einsetzbar und für sensible Menschen geeignet. Die enthaltenen Mineralstoffe Magnesium und Kalium sowie Vitamin B12 leisten einen Beitrag bei körperlicher Anstrengung und unterstützen eine normale Tätigkeit der Muskulatur. Außerdem ist Magnesium am Eiweißaufbau (Muskulatur) beteiligt und hält die Elektrolytbalance trotz Verluste über den Schweiß aufrecht. Magnesium Energy ist frei von Laktose, Fruktose, Gluten sowie herkömmlichen Zusatzstoffen und somit sogar für Allergiker und Personen mit Unverträglichkeiten besonders gut geeignet. Die Sport-Formel ist nur in Apotheken erhältlich. Mehr Infos zum Produkt gibt es unter www.purecaps.net


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Kilometern einen gehörigen Vorsprung auf Tina Fischl. Es folgte die Österreicherin Alexandra Hauser. An dieser Reihenfolge änderte sich bis ins Ziel nichts. Jasmin Nunige gewann den Pölventrail in 2:05:18 Stunden und wurde damit zum vierten Mal Gesamtsiegerin der Tour de Tirol. Mit einem Rückstand von rund acht Minuten belegte Tina Fischl den zweiten Platz und verteidigte damit auch ihren zweiten Gesamtplatz. Damit hat sie ihr Ziel, auf einen Podestplatz zu laufen, erreicht. Dritte wurde die Österreicherin Alexandra Hauser vor der Deutschen Anna Lassmann. Beide waren nur den Pölventrail gelaufen, sodass sie nicht in die Gesamtwertung kamen. Fünfte wurde Anna Herzberg, die in der Gesamtwertung den dritten Platz belegte. Mit jeweils mehr als 700 Startern waren alle drei Einzelläufe gut besucht, und mehr als 500 Teilnehmer hatten für alle drei Tage genannt. 363 erreichten nach drei Tagen in Söll auch das Ziel. „Das Wetter heuer war für uns eine große Herausforderung, die wir, denke ich, sehr gut gemeistert haben“, so Event-Mastermind Martin Kaindl. „Ich war als Rennleiter hin- und hergerissen, ob diese schwierigen Bedingungen auf der Hohen Salve ein Rennen zulassen würden, aber das Feedback der Läufer gab uns Recht, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.“ Dem nicht genug, setzt der Veranstalter dem Ganzen 2017 die Krone auf. Ein neuer Elite-Bewerb mit 58 Kilometern Länge und 3500 Höhenmetern wird ins Leben gerufen. Die „Kaiserkrone“ ist ausschließlich 50 Läuferinnen und Läufern vorbehalten, die es geschafft haben, die Tour de Tirol in unter neun Stunden zu absolvieren. Eine Bewerbung muss an die Veranstalter gehen, denn es werden 50 kostenlose Startplätze (Damen und Herren) im Zuge einer Lotterie vergeben. Das Spektakel „Tour de Tirol“ geht neue Wege und erstaunt viele Laufbegeisterte mit Kreativität, guter Organisation und viel Liebe zum Trailrunning.

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Minuten mitschleppte, musste sich der Kenianer rechtzeitig von Wieser lösen, um noch eine Chance auf den Gesamtsieg zu haben. Doch das gelang ihm erst zwei Kilometer vor dem Ziel, und das war selbst für den schnellen Kenianer zu spät. Nach 1:49:45 Stunden überquerte er zwar als Erster die Ziellinie, musste sich jedoch mit Platz zwei im Gesamtklassement begnügen. Mit einem Rückstand von nur einer Minute passierte Patrick Wieser in 1:50:50 Stunden als Zweiter die Ziellinie und gewann so zum zweiten Mal die Gesamtwertung der Tour de Tirol. Der Österreicher Thomas Unger verdrängte als Tagesdritter Martin Sched-

ler (GER) vom dritten Gesamtrang. Daniel Hauser (ebenfalls Österreich) kam auf Platz vier ins Ziel. Platz fünf erkämpfte sich Martin Schedler und errang somit in der Gesamtwertung einen sehr guten vierten Platz. Bei den Frauen stand mit Jasmin Nunige die Gesamtsiegerin bereits vor dem abschließenden Lauf fest. Mit einem Vorsprung von mehr als 20 Minuten hätte nur noch ein grobes Missgeschick die Schweizerin um ihren vierten Gesamtsieg bringen können. Dazu kam es glücklicherweise nicht. Trotz des großen Vorsprungs lief Jasmin Nunige von Beginn an auf Sieg und hatte bereits nach fünf

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nachdem sie lange Zeit geführt hatte, Platz vier. Auf Platz fünf kam mit Tina Fischl die zweite deutsche Läuferin ins Ziel. Veronika Mayerhofer (Österreich) belegte vor der dritten Deutschen Anna Herzberg Platz sechs.

PÖLVENTRAIL Am dritten und letzten Eventtag hatte der „Wilde“ Kaiser dann ein Einsehen und bescherte den von den beiden Vortagen gebeutelten Athleten etwas freundlicheres Wetter zum Abschluss der Tour de Tirol. Sogar die Sonne blinzelte vereinzelt durch die Wolkendecke und einige mit Schnee bedeckte Gipfel ragten plötzlich hervor. Das Wettkampfprogramm forderte den Athleten jedoch noch einmal alles ab. Der technisch schwierigste Teil der Tour de Tirol ist nämlich der „Pölventrail“. Ein 23 Kilometer langer Trailrun mit Start und Ziel in Söll, der 1250 Höhenmeter bergauf und im Gegensatz zum Kaisermarathon auch wieder bergab beinhaltet. Eine sehr anspruchsvolle Strecke, die sich rund um den Pölven überwiegend über schmale Berg- und Wanderpfade sowie Singletrails schlängelt. Höhepunkt der Strecke ist der Bad Häringer Wasserfall. Wie schon beim Kaisermarathon liefen Henry Kemboi und Patrick Wieser lange Zeit zusammen. Da Kemboi vom Vortag einen Rückstand von rund drei

PROGRESS BEYOND LOGIC

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5000 Meter wurde, benötigte für den bei diesen Bedingungen schwer zu laufenden Kurs 35:02. Bei den Frauen gewann Jasmin Nunige (SUI) in 38:10 Minuten: „Der Sieg beim Auftakt der Tour de Tirol ist für mich schon sehr wichtig. Einfach das Gefühl, es läuft gut, das gibt Zuversicht für die beiden nächsten Tage. Ich will zum vierten Mal den Gesamtsieg erringen, das ist mein Ziel.“ Platz zwei erreichte Tina Fischl (GER) in 39:14 Minuten. Auf Platz drei lief mit der Frankfurterin Anna Herzberg eine weitere deutsche Läuferin auf das Siegerpodest.

KAISERMARATHON Der Samstag ist das Highlight der Tour. Der Kaisermarathon steht auf dem Programm. Heuer gab es gleichzeitig die österreichische Staatsmeisterschaft und die Tiroler Landesmeisterschaft im Trail-Marathon. Einige kleine Neuerungen an der Streckenführung warteten bei sehr widrigen Bedingungen auf die Teilnehmer, was den Großteil jedoch nicht von einem Start abhielt. „Einzig die Sicht könnte heute zum Problem werden“, so Event-Mastermind Martin Kaindl: „Wir werden während des Laufs entscheiden, ob wir die Athleten bis ins Ziel laufen lassen oder – wenn es unzumutbar wird – bei Hexenwasser abbrechen.“ Unzumutbar klingt für mich als „Antiläufer“ auch die Streckenbeschreibung: 42,195 Kilometer mit 2345 Höhenmetern!?!? Mit dem Mountainbike okay, aber zu Fuß ... Mein Respekt gilt allen Enthusiasten, die sich dieser Herausforderung stellen. Die Strecke führt von Söll nach Ellmau, vorbei an der durchs Fernsehen bekannten Rübezahlhütte. Vom Hartkaiser geht es weiter vorbei am Tanzbodenalmsee, am Jochstubensee und am Filzalmsee zum Erlebnispark „Hexenwasser“ und von dort zum 1829 Meter hoch gelegenen Ziel auf der Hohen Salve. Dort angekommen, werden die Finisher üblicherweise mit einem traumhaften 360-GradPanoramablick auf über 70 Dreitausender, darunter die Hohen Tauern, die Kitzbüheler Alpen, die Zillertaler Alpen, die Loferer Steinberge, der Großglockner, der Großvenediger und das Kaisergebirge, belohnt. Dieses

Mal jedoch hielt die Hohe Salve zur Feier des Tages und, wenn man so will, zur besseren Regeneration etwas Kühles in Form von dichtem Nebel, Regen und Schneefall im Ziel für die ausgepowerten Lauffreaks bereit. Das Panorama ließ sich dabei nur mit sehr viel Fantasie erahnen. Den Läufern machte dies anscheinend jedoch wenig aus; sie ließen sich ihre gute Laune durch ein bissl Weltuntergangswetter nicht verderben. Bis rund zwei Kilometer vor dem Ziel lieferten sich die beiden Favoriten Henry Kemboi und Patrick Wieser ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Patrick Wieser lancierte dann die entscheidende Attacke, die Kemboi nicht mehr kontern konnte. Nach 3:28:54 Stunden erreichte der Schweizer als Sieger das Ziel und hatte auf Henry Kemboi noch einen erstaunlichen Vorsprung von mehr als drei Minuten. Ebenfalls spannend wurde es beim dritten Platz, welchen hauchdünn Robert Gruber (Österreich) in 3:45:39 Stunden mit nur knapp einer Sekunde Vorsprung vor dem Deutschösterreicher Bruno Schumi holte. Damit wurde Gruber zum zweiten Mal österreichischer Staatsmeister. Eigentlich liefen die beiden in einem Anti-Angriffspakt gemeinsam über die Ziellinie, Gruber wurde dennoch vor Schumi gewertet. Bei den Damen stand der Kaisermarathon ganz im Zeichen der hervorragend laufenden Michelle Maier. Die in dieser Saison von Erfolg zu Erfolg laufende Deutsche begann, ähnlich wie beim Jungfrau-Marathon, recht verhalten und lag bei Kilometer 15 noch an fünfter Stelle. Als es dann steiler wurde, stürmte sie jedoch nach vorne, übernahm die Führung und vergrößerte ihren Vorsprung sukzessive. Bei der Halbmarathon-Distanz lag sie bereits deutlich vorne. Nach 3:41:56 Stunden passierte sie als Gesamtfünfte (!) und erste Frau das Ziel. Die 10-km-Auftaktsiegerin Nunige kam mit einem Rückstand von siebeneinhalb Minuten auf Platz zwei. Dritte und österreichische Staatsmeisterin wurde Karin Freitag, die damit ihre siebte österreichische Meisterschaft gewann. Die Vorjahressiegerin Michaela Mertova (CZE) belegte schließlich,

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SÖLLER ZEHNER Am ersten Eventtag, dem Freitag, reiste ich an, um erstmalig live bei der Tour de Tirol dabei zu sein und selbst das traumhafte Panorama an der Strecke, welches man von den Fotos der vergangenen Jahre kennt, mitzuerleben. Der Kaiser hatte allerdings eine etwas andere Vorstellung, was das Wetter betraf. Angekommen im Eventzentrum in Söll, suchte ich schleunigst nach Haube und wetterfester Kleidung im Redaktionsmobil, da eher liquid sunshine bei circa 7 Grad Außentemperatur vorherrschte. Den Veranstaltern, lauter Tiroler Urgesteine, zauberte dies zu meiner Verwunderung keine großen Sorgenfalten ins Gesicht. „Wer des net aushalt, hat bei der Tour eh nix verloren“, das stimmt irgendwie, es ist ja kein Wellnessurlaub, sondern eines der härtesten Trailrunningevents in der Szene. Der „Söller Zehner“ macht den Auftakt bei der Tour, und wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Zehn-Kilometer-Lauf in und um Söll. Drei Runden sind dabei zu absolvieren; im Vergleich zum Programm an den folgenden beiden Tagen gilt der Söller Zehner als Warm-up. Kurz vor dem Start hatte ich noch einige Bedenken, ob denn die mir übermittelte Teilnehmerzahl von 700 Startern am ersten Tag tatsächlich stimmen konnte. Doch siehe da, etwa zehn Minuten vor dem Start kamen die Teilnehmer aus ihren wärmenden Gasthäusern und Hotelzimmern, und im Handumdrehen war Söll voll von enthusiasmierten Ausdauerfreaks, die sich bei absolutem Scheißwetter an den Start eines Zehn-Kilometer-Trailruns stellten. Der Enthusiasmus schlug sich sofort auch auf mich nieder, und das Adrenalin schoss mir in die Adern, obwohl ich nur Zuseher war – TopStimmung. Mit dem Kenianer Henry Kemboi und der Schweizerin Jasmin Nunige siegten zwei der Favoriten auf den Tour-Gesamtsieg. Kemboi benötigte 33:22 und konnte somit Patrick Wieser (SUI) und Markus Kopp (AUT) auf Distanz halten. Der erst 18-jährige Markus Kopp, der in diesem Jahr österreichischer Juniorenmeister über

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SHOW ME YOUR MR. KAISER ... 75 KILOMETER IN DER HORIZONTALEN UND 3500 METER IN DER VERTIKALEN MUSS MAN ZURÜCKLEGEN, WENN MAN BEI DER TOUR DE TIROL FINISHEN WILL. DREI LÄUFE AN DREI AUFEINANDERFOLGENDEN TAGEN MIT EINEM VERBLÜFFEND HOHEN TRAIL-ANTEIL, DAS IST DIE CHARAKTERISTIK DES TRAILRUNNING-KLASSIKERS AM FUSSE DES WILDEN KAISERS. TEXT UND FOTOS: MAX HOFSTÄTTER

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In den Wochen um die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii dreht sich die gesamte Triathlonwelt um die Pazifikinsel. Auch ich fühle mich von dem bunten Treiben und den außerordentlichen Leistungen angezogen und verfolge sie fasziniert. Die mediale Aufmerksamkeit und der Respekt, den man für herausragende Leistungen auf dieser Distanz erfährt, sind sicher einmalig und können auf anderen Distanzen kaum erreicht werden; sogar das OlympiaRennen fällt dagegen ab. Es gibt Zeiten im Jahr, in denen es anders ist, aber je näher das Rennen auf Hawaii rückt, umso mehr treten andere Leistungen in den Hintergrund. Für Kurzdistanzler und Mittelstreckler beginnt dann eine harte Zeit. Ihre Leistungen werden fast nicht mehr wahrgenommen oder nicht mehr richtig wertgeschätzt. Andersherum werden Platzierungen auf Hawaii teilweise gehypt, auch dann, wenn die Rückstände zur Spitze mitunter enorm sind. Muss deshalb die logische Schlussfolgerung (für alle Profis) der Schritt auf die Langdistanz sein? Ich habe mich nach meinem Einstieg in den Triathlon recht schnell auf die Mitteldistanz gewagt, weil diese Strecke meinen Qualitäten zuträglich schien. Gleichzeitig empfinde ich bis heute jedes einzelne Rennen auf dieser Strecke als Herausforderung, weil ich 4,5 Stunden mit mir um ein hohes Tempo ringe, mentale Hochs und Tiefs durchwandere und auch an physische Limits gelange. Muss ich das alles zwangsläufig verdoppeln? Nach manchen Rennen wünsche ich mir sogar ganz kurze, schnelle Wettkämpfe, weil es mir einfach Freude bereitet, das Gefühl von Geschwindigkeit zu erleben. Dagegen kommen dann immer wieder Bilder in meinen Kopf, die sich u.a. während meines Staffeleinsatzes beim Ironman Frankfurt in diesem Jahr in meinen Kopf gebrannt haben: viele leidende Menschen, häufig ein niedriges Tempo, bisweilen auch orthopädische Katastrophen und bei vielen sogar eine totale emotionale Überforderung. Im Großen und Ganzen empfinde ich bei dem Gedanken, selbst eine Langdistanz zu bestreiten, einen Gefühlscocktail aus Abenteuerlust, Respekt, Abschreckung und doch irgendwie auch eine Art

VON UND MIT PROFITRIATHLETIN LAURA PHILIPP Faszination. Aber eins steht für mich fest: Wenn ich es machen will, dann soll mein Körper so vorbereitet sein, dass ich es „schön“, mit guter Technik auch unter Ermüdung und möglichst schnell absolvieren kann. Mir ist bewusst, dass das nicht so einfach planbar ist und an dem einen Tag ganz viel dazwischenkommen kann, das mich leiden lässt. Als Profiathletin ist es jedoch mein Anspruch, die Strecke nicht nur zu absolvieren, vielmehr will ich die Strecke in einer möglichst kurzen Zeit bewältigen. Dies ist ein großes Ziel, und wenn man dies auch nachhaltig gesund erreichen möchte, müssen viele Vorbedingungen erfüllt sein. Allen (sauberen) Spitzenleistungen auf der Ironman-Distanz liegen lange Sportlaufbahnen zugrunde, welche die Basis liefern und den Körper langsam auf die Belastung vorbereitet haben. Das Gleiche gilt aber auch für den Geist. Alles an und in mir muss den Schritt befürworten, sonst wird meine Zielsetzung sehr schwer zu erreichen sein. Wenn ich aktuell in mein Inneres blicke, dann sehe ich meine Freude am Schwimmen, Radfahren und Laufen und eine Freude daran, zu sehen, wie ich Stück für Stück schneller werde. Dieses Potenzial möchte ich voll ausschöpfen und mit einem noch stärkeren Ich dann vielleicht den Schritt auf längere Strecken wagen. Wann dies passieren wird, werden mir mein Körper und mein Geist schon mitteilen. Hört auf euer Gefühl und lasst euch nicht durch äußere Einflüsse zu etwas drängen und hinreißen, das euch am Ende vielleicht gar nicht glücklicher, aber langsamer macht. Genießt einfach die verschiedenen Distanzen, die unser Sport uns bietet, und versucht immer wieder, eure schnellen Muskelfasern zu trainieren. Am Ende darf und soll natürlich jeder die Distanz bestreiten, die er gerne mag. Für mich wird jedoch gelten: Go fast or go home – egal auf welcher Distanz! ;-) Eure Laura

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nen und dem dritten Gesamtrang der Xterra European Tour eine ihrer erfolgreichsten Saisonen hinter sich gebracht – ihr Ziel, in Maui ganz oben zu stehen, wird sie weiter verfolgen.

OUTTRIGGER RESORT DOUBLE. Zurück zu unseren Südsee„Urlaubern“. Wie bereits erwähnt, war Sebastian Kienle als Zweiter beim Ironman Hawaii in der äußerst aussichtsreichen Po-

sition, auf Maui die 2500 Dollar Taschengeld für die Kombi-Wertung mit nach Hause nehmen zu dürfen. Der aus Colorado stammende Ben Hoffman machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Hoffman war starker Vierter auf Big Island und Siebter auf Maui. Kienle war auf Kona etwa drei Minuten schneller, allerdings war Hoffman auf Maui etwas mehr als sechs Minuten schneller als Kienle und holte

sich nach 2015 auch dieses Jahr das Double. Michi Weiss wurde in dieser Wertung immerhin noch Dritter. Die Xterra-WM auf Maui geizt weder mit toller Atmosphäre und einer Menge Preisgeld noch mit außergewöhnlichen Athletinnen und Athleten. Schön wäre, wenn wir mal wieder von Erfolgen der deutschsprachigen Athleten dort berichten dürften.

06. AUGUST Xterra Norway – 25 Slots – $ 7.500 13. AUGUST Xterra Poland – 25 Slots – $ 7.500 19. AUGUST Xterra Germany – 50 Slots – $ 15.000 26. AUGUST Xterra Sweden – 25 Slots – $ 7.500 03. SEPTEMBER Xterra Denmark Europameisterschaft – 50 Slots – $ 25.000

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und in Rio bei den Olympischen Spielen Rang acht erreicht hatte, war in allen drei Einzeldisziplinen die Schnellste und somit auch in der Gesamtwertung unantastbar vorne. Sie siegte mit etwa zehn Minuten Vorsprung auf die Schottin Lesley Paterson. Paterson ist wie Duffy keine reine Crosstriathlon-Spezialistin, da auch sie viel Erfahrung und einige Erfolge auf der Kurz- und Mitteldistanz vorzuweisen hat. Duffy dürfte Maui neuerdings zu ihrer Lieblingsinsel ernannt haben, ist sie doch seit 2014 dort ungeschlagen. Solch eine Serie gelang vor ihr nur der Britin Julie Dibens in den Jahren 2007 bis 2009. Randnotiz: Dibens gewann auch einen der wenigen Xterras auf österreichischem Boden im Jahr 2008 am Klopeiner See. „Es war heute nicht so einfach, wie es von außen vielleicht aussah“, sagte Duffy im Ziel: „Ich stürzte auf der matschigen Radstrecke über den Lenker in die Büsche und ruinierte mir dabei mein Schaltwerk, welches dann auf einem sehr leichten Gang stecken blieb. Von da an war es eine echte Spinnning-Einheit, was nicht so lustig ist, wenn du Lesley hinter dir hast. Es hilft jedoch ungemein, mit dem Selbstvertrauen einer solch starken Saison im Kopf auf seine Stärken zu vertrauen, und so konnte ich mich dann doch durchsetzen – was für eine Saison, ich bin so happy.“ Aus deutschsprachiger Sicht bedeutend: Die Tirolerin Carina Wasle konnte sich unter den Top 10 behaupten und den neunten Gesamtrang erreichen. Ganz glücklich war Wasle damit allerdings nicht, hatte sie sich doch nach einem siebten Rang beim Schwimmen schnell auf Rang vier vorgekämpft, bevor ein technisches Gebrechen an der Schaltung die Podiumsträume der Kundlerin im aufgeweichten Morast der Bikestrecke versinken ließ. Wasle hat 2016 mit sieben Podiumsplätzen bei Xterra-Ren-

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Bei den Profi-Herren strahlte ein neues Gesicht vom Siegerpodium. Der Mexikaner Mauricio Mendez war in Maui zur Überraschung vieler nicht zu schlagen. Mendez, der mit seinen 21 Jahren zu den jüngsten Siegern zählt, überholte den dreifachen Xterra-Weltmeister Ruzafa auf den letzten beiden Kilometern der Laufstrecke und durfte sich über den 20.000-Dollar-Siegerscheck freuen. Mendez ist ein geborener Crosstriathlet. Er bestritt seinen ersten Bewerb mit 14 Jahren, wurde mit 18 Jahren Agegroup-Xterra-Weltmeister, wechselte mit 19 ins Profilager und gewann 2016 in

Italien seinen ersten Xterra als Pro. Dass sich jedoch die hochdekorierte und deutlich erfahrenere Konkurrenz bei der WM die Butter vom Brot nehmen lässt, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet – Mendez inklusive: „Ein Traum ist wahr geworden“, so der erste mexikanische Xterra-Weltmeister. „Ich habe so viele Jahre zu diesen Athleten aufgesehen und jetzt darf ich hier mit meinen Vorbildern auf dem

Podium stehen, das ist schon sehr speziell.“ Auf den Rängen landeten die Favoriten, angeführt von Ruben Ruzafa auf Rang zwei und Ben Allen auf Rang drei.

HATTRICK FÜR DUFFY. Die Frauenkonkurrenz wurde einmal mehr von einer Dame von den Bermudas beherrscht. Flora Duffy, die übrigens 2016 die ITU-Weltmeisterschaft vor Gwen Jorgensen für sich entschieden Finisher 27

04. JUNI Xterra Wales – 25 Slots – $ 7.500 30. JULI 02. JULI 24. JUNI 18. JUNI 10. JUNI Xterra Abruzzo – 25 Slots – $ 7.500 Xterra France – 50 Slots – $ 15.000 Xterra Suisse – 50 Slots – $ 15.000 Xterra Finland – 25 Slots – $ 7.500 Xterra Belgium – 25 Slots – $ 7.500


Bei all diesen Events gibt es ähnlich wie bei M-Dot-Bewerben Agegroup-Qualifikations-Slots für die WM auf Maui. Unterschiedlich viele je nach Veranstaltungsgröße und Wichtigkeit. In den ewigen Rekordbüchern des Xterra auf Maui findet sich sogar ein Österreicher, nämlich Michi Weiss, der 2011 diese WM für sich entscheiden konnte und damals auch den noch immer gültigen Bike-Streckenrekord aufstellte. Weiss war auch heuer wieder mit von der Partie, kam jedoch über einen 21. Gesamtrang zwei Wochen nach seinem Auftritt in Kona nicht hinaus. Der unmittelbare Bezug zum Ironman Hawaii wird bei der Xterra-WM nicht nur durch die zeitliche und geografische Nähe hergestellt, vielmehr gibt es seit 1998 das überaus prestigeträchtige „Outrigger Resorts Double“, bei dem die Zeiten von Kona und Maui addiert und die Besten in den Kategorien Elite Men, Elite Women, Agegroup Men und Agegroup Women gekürt werden. Diese Trophy wird bei den Pros immerhin mit 2500 US-Dollar vergütet und bei den Amateuren mit einem „6 Night Stay“ im Maui Outrigger Resort. 2014 ging die Wertung an Bart Aernouts (BEL), 2015 an Ben Hoffman (USA) und 2016 war immerhin auch der Hawaii-Zweite Sebastian Kienle am Start, der diese Wertung 2012 ebenfalls schon gewonnen hatte.

ist mit ein Grund dafür, dass es immer mehr Xterra-Spezialisten gibt, welche sich das Jahr über relativ gut auf die vielen Rennen verteilen, zur WM jedoch geballt in Maui antanzen. Darunter sind einige Seriensieger wie Ruben Ruzafa (ESP), Ben Allen (AUS), Braden Currie (NZL), Josiah Middaugh (USA), aber auch zum Beispiel der vollbärtige Roger Serano (ESP). Trotz der Tatsache, dass es in Zittau ein deutsches

Xterra-Rennen gibt, ist hier weit und breit keine Spur von der deutschsprachigen Dominanz, wie sie auf der Langdistanz bereits Einzug nimmt. So gingen heuer nur zwei Medaillen in allen Wertungen an die Schweiz. Xavier Dafflon gewann seine Agegroup 30-34 und wurde beachtlicher 17. im Gesamtklassement, und Guy Evans gewann die Agegroup 50-54.

WACHABLÖSE BEI DEN HERREN? Das Preisgeld der Kombiwertung kann mit dem für die Einzeltitelträger (20.000 US-Dollar) natürlich nicht ganz mithalten. Das

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27. MAI Xterra Portugal – 25 Slots – $ 7.500

14. MAI 30. APRIL Xterra Spain – 25 Slots – $ 7.500 Xterra Greece – 25 Slots – $ 7.500

23. APRIL Xterra Cyprus – 25 Slots – $ 7.500

2. APRIL Xterra Malta – 25 Slots – $ 7.500

Xterra Europa Tour Termine 2017

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XTERRA WELTMEISTERSCHAFT TEXT: MAX HOFSTÄTTER FOTOS: JESSE PETERS Jedes Jahr finden wenige Wochen nach dem „Big Race“ in Kona die Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui statt. Dies sind ebenfalls inoffizielle Titelkämpfe einer privaten Rennserie, welche mittlerweile sage und schreibe 45 Crosstriathlon-Rennen weltweit – davon immerhin 16 in Europa – beheimatet.

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Die Montagelinie. Alleine ihr Hauptstrang misst 48,5 Meter. Direkt am Anfang werden die vormontierten Rahmen mit einem Sattelstützenadapter in spezielle Laufwagen angehängt und laufen dann über 18 Stationen die Montagelinie entlang. Bei Vollauslastung steht an jeder Station ein Monteur und erledigt eine Reihe von exakt definierten Aufgaben. Welche, das zeigt ihm das Montageverwaltungssystem auf dem Tablet, das an jedem Montageplatz zu finden ist. Auf der anderen Seite der Vorderhalle sind Schaltgeräusche zu hören. Ein Mitarbeiter steuert ein fabrik-

neues Spectral CF 9.0 SL durch einen mit orange-weißen Pylonen abgesteckten Parcours. Auf einer speziellen Teststrecke wird jedes fertig montierte Rad probegefahren und durchgecheckt, ehe es in einen Bikeguard kommt, gescannt und dem System als versandfertig gemeldet wird. „Mit der vernetzten Factory haben wir die Weichen für die Zukunft gestellt“, sagt der Mitarbeiter weiter: „Sowohl die Laufwagen der Linie als auch die Kommissionierwagen sind mit RFID-Technologie ausgestattet und dadurch in der Lage, mit dem Montage- und Logistikverwaltungssystem zu

kommunizieren. Mit diesem Konzept sind wir in der Lage, selbst die ,Losgröße eins‘ zu produzieren. Wenn wir also beispielsweise 450 Räder bauen, könnten das im Prinzip auch 450 verschiedene Räder sein.“ Doch nicht nur das Innenleben der Factory ist für kommende Aufgaben gerüstet. Auch infrastrukturell hat Canyon vorgesorgt. Denn neben dem bereits bebauten Grundstück gibt es sowohl rechts als auch links Erweiterungsoptionen. Damit die Canyon.Factory auch zukünftig eine der modernsten Fertigungshallen der Welt sein wird.

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DIE REISE VON CANYON BEGANN MIT DEM BLAUEN ANHÄNGER DER ARNOLDS, UND MAN STAUNT NICHT SCHLECHT, WAS DABEI HERAUSKAM. FINISHER: Ihr holt euch also diese Räder und testet die dann, um euch euer eigenes Bild zu machen und nicht den Aussagen der anderen Hersteller vertrauen zu müssen? Kohl: Genau, bei den Rädern, von denen wir auch was halten, die holen wir uns und testen die dann halt auch mal im Windka-

nal, um zu sehen, was es wirklich bringt oder ob es tatsächlich das von dir bereits erwähnte Marketinggequatsche ist – wie leider sehr oft. FINISHER: Du bist dir also sicher, dass nicht alle Hersteller die gleichen aufwendigen Testverfahren wie ihr haben und halt mehr verkaufen, als dann tatsächlich dahintersteckt? Kohl: Ja – es kotzt mich beispielsweise an, wenn ich wieder irgendein Video von einem angeblichen Windkanaltest sehe, aber genau weiß, wann wer in welchem Windkanal „testet“ und wer nur Fotos macht, denn so viele Testanlagen gibt’s dann auch wieder nicht. Alles nur, um den Kunden hinters Licht zu führen. FINISHER: Was würdest du dir im Bezug auf diese Vorgehensweise anders wünschen? Kohl: Ich würde mir wünschen,

dass der Kunde erkennt, hinter welchem Produkt tatsächlich viel Arbeit und Ingenieurskunst steckt und bei welchem es nur Marketingparolen sind. „Best in class“ – das steht sogar in meinem Arbeitsvertrag. Das hat schon was zu bedeuten und ist nicht nur so dahingesagt, dementsprechend hoch ist auch unser eigener Anspruch an unsere Arbeit.

Wie hoch der Anspruch an die eigene Qualität bei den Koblenzern ist, sieht man auch an deren neuem Montage- und Logistikzentrum, welches seit 2015 in Betrieb ist. Wir durften einen Blick in die heiligen Hallen werfen und uns ein Bild davon machen, wie akribisch Canyon an dem Vorhaben, „die besten Bikes der Welt zu bauen“, arbeitet. „Das ist das Herzstück der Factory.“ Mit ausladenden Bewegungen zeigt ein Canyon-Mitarbeiter an die Decke der Vorderhalle. In drei Metern Höhe hängt ein großflächiges Schienensystem.

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ZAHLEN UND FAKTEN ZUR CANYON.FACTORY

450 600 2.000 2.500 m2 4.600 m2

BIKES PRO TAG WERDEN IM PEAK PRODUZIERT

BIKES PRO TAG KÖNNEN VERSENDET WERDEN

ZUBEHÖRPAKETE KÖNNEN PRO TAG VERSENDET WERDEN

BETRÄGT DIE MONTAGEFLÄCHE

REGALLAGERFLÄCHE FÜR BAUTEILE UND FERTIGRÄDER VORHANDEN

AUS 120 EINZELTEILEN BESTEHT DAS SPEEDMAX CF SLX. DASS DAHINTER MEHR ARBEIT STECKT ALS BEI EINEM GEWÖHNLICHEN RENNRAD, LEUCHTET EIN.

KITZSTEINHORN-EXTREME .at

ZELL AM SEE • K APRUN • HOHE TAUERN • SALZBURGER LAND

Samstag

8. April 2017 10 Uhr

Du, der Berg & 2.500 Höhenmeter zum Glück Stell Dich dem Kitzsteinhorn Extreme!

Das Top-Event für Bergläufer und Skitouren-Racer Start: 10 Uhr, Kaprun - Salzburger Platz, 786 m Ziel: Kitzsteinhorn - „Top of Salzburg“, 3.029 m Ziel Top-Läufer: Kitzsteinhorn - Gipfel, 3.203 m Höhendifferenz: ca. 2.500 Hm Streckenlänge: ca. 17 km

Geh gemeinsam mit den besten Profis der Skitouren-Szene ins Rennen und fordere das Kitzsteinhorn heraus.

ZAHLEN UND FAKTEN ZUR CANYON.FACTORY

14.000

BIKEGUARDS UND FERTIGRÄDER KÖNNEN GELAGERT WERDEN

22.000 m2

BETRÄGT DIE FLÄCHE DES GRUNDSTÜCKS DER NEUEN MONTAGEHALLE

28.000

KARTONSTELLPLÄTZE SIND FÜR BAUTEILE VORHANDEN

18 Mio. €

Gestartet wird im Kapruner Ortszentrum, nach ca. 700 bis 1.200 Höhenmetern (je nach Schneelage) wechseln ihr auf Ski. Der Schnee-Teil des KITZSTEINHORN EXTREME führt vorbei am Alpincenter (2.500 m) zum Ziel „Top of Salzburg“ (3.029 m). Die Tagesschnellsten stürmen noch den Gipfel – das 3.203 Meter hohe Kitzsteinhorn! Infos, Reglement und Anmeldung:

www.kitzsteinhorn-extreme.at

Eine Veranstaltung von werbung • marketing • events

skitourenwinter.com

BETRÄGT DAS INVESTITIONSVOLUMEN FÜR DIE NEUE MONTAGE- UND LAGERHALLE

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man ...! Was erspart man sich beispielsweise mit einer Flaschenkonstruktion, wie ihr sie habt, im Vergleich zu einer normalen Flasche am Unterrohr, reden wir da von 20 oder 30 Watt? Kohl: Nein, im Leben nicht, es kommt natürlich auf die Position des Fahrers an, wie eng der die Armpads und Extensions fährt, aber das bringt etwa ein bis drei Watt. Nur das nackte Frameset mit Gabel bringt im Vergleich zum alten Modell im Windkanal etwa vier Watt. Aber da sieht man schon, wenn man alles optimiert und so dort und da ein

paar Watt „sammelt“, kommt auch was zusammen. Und wenn man im Windkanal bei 45 Stundenkilometern testet, hat das nackte Rahmenset mit Gabel nur 40 Watt Gesamtanteil, und da ist eine zehnprozentige Verbesserung schon gewaltig. Das war zum Beispiel auch eine Erkenntnis, als wir das günstigere Modell (Speedmax CF) entwickelt und dann getestet haben, da ist der Unterschied weniger als ein Watt vom nackten Rahmen, das hat uns schon gewundert. FINISHER: In den Tagen von Kona sind ja einige neue wil-

de, nennen wir es mal „Futurebikes“ auf den Markt gekommen, von denen die meisten Geschmacksache sind, um ehrlich zu sein. Was denkst du über diese neuen Entwicklungen? Kohl: Na ja, Geschmack hin oder her, ich nehme diese neuen Räder schon sehr ernst, da dahinter ja auch Entwickler wie ich sitzen und sich ihre Gedanken machen und viel experimentieren. Ob dieser neue Trend jedoch tatsächlich was bringt, kann ich erst sagen, wenn ich so ein Bike mal von vorne bis hinten durchgeprüft habe.

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gutgeht, hab ich ein oder zwei Tage später einen Prototypen am Schreibtisch liegen – ist das nicht phänomenal!? FINISHER: Das ist es in der Tat. Das heißt, ihr könnt auch Kleinserien für Tests und eventuell auch Sonderwünsche eurer Profiathleten realisieren. Kohl: So ist es. Einige der Athleten kommen mit viel Feedback zu den letzten Modellreihen und wir versuchen natürlich, so gut es geht auf dieses Feedback einzugehen, produzieren einige verschiedene Versuchsreihen und testen die dann auf der Bahn oder im Windkanal – und das Ganze, ohne dass du ewig auf so eine Kleinserie warten musst. FINISHER: Stichwort Windkanal. Ist es tatsächlich so, dass du als Produktentwickler nur noch auf die mögliche Wattersparnis schielst, die man an einer neuen Modellreihe umsetzen kann, oder ist das reines Marketinggequatsche?

WENN MICH EINER FRAGT, WAS IST DEIN LIEBLINGSTEIL AN DEM SPEEDMAX CF SLX, DANN WÜRD ICH SAGEN: DAS COVER FÜR DIE VORDERBREMSE, DAS IST EINFACH SCHÖN. WOLFGANG KOHL

Kohl: Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich mein, wenn man sich beim Rad selbst ein paar Watt sparen kann, ist das natürlich nicht schlecht, aber in erster Linie geht es mir und uns darum, dass sich die Athleten auf dem Rad gut fühlen, richtig sitzen, alles haben, was sie während des Wettkampfs brauchen, und somit ihre Optimalposition während des Wettkampfs so selten wie möglich verlassen müssen. Die meiste Wattersparnis erzielst du immer

im System Rad-Athlet, und wenn dieser dann auf dem Bike permanent hin- und herrutscht, weil er die Position nicht halten kann, sind einzelne Watt, die du dir am Bike sparst, für nix. FINISHER: Das heißt, ihr testet gar nicht im Windkanal? Kohl: Doch, doch, sehr häufig sogar, aber nicht ausschließlich. Die Tests im Feld und die Anliegen der Athleten sind genauso wertvoll wie die Tests im Windkanal, wenngleich Letztere mir als Entwickler schon enorm viel Aufschluss darüber geben, welche Teile und Konstruktionen was genau bringen. Als Entwickler bist du ja ständig dabei, wie ein Hamster Watt zu „sammeln“, und so musst du halt mit Teilen experimentieren, die dann mal 1 Watt oder 0,8 Watt bringen, aber sich im Gesamtbild dann halt summieren zu XY Watt. FINISHER: Da geht’s tatsächlich um so wenig? Man liest ja immer irgendwelche utopischen Wattzahlen, die man sich sparen kann, wenn

Pure bringt den Körper auf Tour

purecaps.at Finisher 19


DESIGNSTUDIE – CANYON RECOGNIZER

ICH GLAUB, WIR KÖNNEN UNSERE SACHE GANZ GUT, UND DA LÄUFT ES MIR SCHON KALT DEN RÜCKEN RUNTER, WENN MAN SAGT, ES GIBT NICHT SO VIELE LEUTE, DIE RÄDER ENTWICKELN, UND BEI UNS IM HAUS SIND DANN WELCHE, DIE SIND VIELLEICHT DIE BESTEN AUF DER WELT. WOLFGANG KOHL

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FINISHER: Heißt das, ihr seid schon so erfolgsverwöhnt, dass euch ein Hawaii-Sieg kaltlässt? Kohl: Nein! Ganz und gar nicht. Es ist schon noch so, dass ich vor dem Fernseher sitze, hoffe, dass alles gutgeht, aber gleichzeitig weiß ich, dass das Produkt standhaft und schnell ist, sodass mein Entwicklerherz nicht mehr vor Angst pocht, sondern vor Euphorie, wenn die Jungs dann derart schnelle Zeiten damit erreichen. Das Einschlafen war in meiner Hawaii-Night dementsprechend schwierig (lacht). Aber es stimmt auch, dass man sich gefährlich schnell an die vielen Erfolge in der letzten Zeit gewöhnt und man echt aufpassen muss, dass es nicht zur Routine wird, solche Erfolge feiern zu können. Ich weiß noch, früher haben wir im Büro eine Flasche Sekt geköpft und sind herumgelaufen wie die aufgescheuchten Hühner bei den ersten Erfolgen unserer Athleten, das ist heute leider nicht mehr ganz so enthusiastisch, geht aber auch nicht, denn irgendwann müssen wir ja auch arbeiten. FINISHER: Apropos Arbeit, du bist bei Canyon in der Entwicklung und entwirfst und baust Räder. Was waren in den letzten Jahren die größten Errungenschaften, die euer Arbeitsleben geprägt haben? Kohl: Ganz klar die Erfindung des 3D-Druckers. Das war für uns Produktentwickler beinahe wie die Erfindung des Handys – als ich meinen ersten 3D-Drucker im Netz gesehen hab, traute ich meinen Augen kaum. Prototypen, Einzelteile und Spezialkonstruktionen für die Profis lassen sich so mühelos und im Handumdrehen fertigen und danach live testen – es ist ein Traum. Das hat die Arbeit enorm vereinfacht und die Prozesse dauern auch bei Weitem nicht mehr so lange. FINISHER: Das heißt, ihr

produziert viele eurer Teile, welche dann an dem fertigen Bike zu sehen sind, im 3DDrucker? Kohl: Genau, du arbeitest im CAD und entwirfst ein Teil so, wie du dir das vorstellst, wie zum Beispiel das Gabelcover, hinter dem die Vorderbremse versteckt ist, ganz nebenbei eines meiner Lieblingsteile. Nach dem fertigen Entwurf wirfst du den Prototypenstatus aus und schickst den Entwurf zur Produktion. Dafür haben wir eine Firma in Dresden gefunden, die innerhalb von wenigen Stunden 3D-drucken und fräsen und spritzgießen und alles kann. Die Abdeckung der hinteren Bremse, der Schlitten für den Vorbau, die Griffe und Armpads werden zu 100 Prozent in Deutschland gemacht und entwickelt. Das wäre vielleicht auch in Asien möglich, aber der Aufwand wäre sehr viel größer und würde deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen. Das heißt, ich schick denen den CAD-Entwurf und wenn alles

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Seit einigen Jahren ist „unser Radhersteller aus Koblenz“ (Zitat EurosportKommentator Karsten Migels) ein Big Player im Radsport. Roman Arnold und sein gar nicht mehr so kleines Team (800 Mitarbeiter) haben sich zu einem mehr als ernstzunehmenden Radhersteller gemausert, dem der Erfolg auf den Rennstrecken dieser Welt Recht gibt. Ich hatte das große Vergnügen, einen der beiden Entwickler des neuen Weltmeister-Bikes Speedmax CF SLX, Wolfgang Kohl, in unserem Redaktionswohnmobil nach Koblenz zu begleiten und dabei ein sehr unterhaltsames Gespräch über die Entwicklung der Zeitfahrräder in den letzten Jahren und einige andere Dinge zu führen. FINISHER: Wolfi, Gratulation zum erneuten Sieg auf Hawaii und zum fabelhaften Gesamtabschneiden. Kohl: Danke, es freut uns sehr und es ist natürlich auch eine enorme Genugtuung, dass unser Produkt auch wirklich so schnell ist, wie wir gesagt haben. FINISHER: Platz eins, drei und sieben bei den Profi-Herren und damit die mit Abstand erfolgreichste Radmarke in den Top 10, das kann sich sehen lassen, oder? Kohl: Das stimmt, wenngleich wir beim Kona-Bike-Count noch lange nicht dort sind, wo wir sein wollen (Anm. d. Red.: Rang 13 mit 39 Bikes am Start). Aber die Räder halten das, was wir in den Tests bereits gesehen haben, und unsere Jungs kommen wirklich gut damit zurecht. FINISHER: Wie nervös bist du, wenn du am Streckenrand oder wie heuer vor dem Bildschirm sitzt und „dein“ Produkt im Renneinsatz siehst? Kohl: Mittlerweile ist es nicht mehr so schlimm, aber als wir das erste Speedmax gebaut haben und Denis Menschow damit das Zeitfahren beim Giro d’Italia bestritten hat, bin ich fast durchgedreht im Teambus. Als dann auch noch das Live-Kamerasignal ausfiel, war meine Herzfrequenz ungesund hoch. Als er dann das Speedmax zum Teambus lehnte, einstieg und mit einem Kopfnicken kennzeichnete, dass alles geklappt hat, fiel uns ein riesengroßer Stein vom Herzen.

EINIGE VORZEIGEPROJEKTE DER VERGANGENHEIT ZIEREN DEN EINGANGSBEREICH DES CANYON SHOWROOMS IN KOBLENZ.

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Zwei Tage nach dem neuerlichen Triumph von Jan Frodeno in Kona empfingen uns die beiden Entwickler der Edelschmiede Canyon, welche einen gehörigen Anteil an dem Erfolg des Weltmeisters haben, an ihrer Wirkungsstätte in Koblenz.

INTERVIEW: MAX HOFSTÄTTER FOTOS: MAX HOFSTÄTTER, ROBERT BRÜCKNER, TINO POHLMANN Finisher 15


WOLFGANG KOHL

LUKAS SCHUCHNIGG

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Heather Jackson aus den USA mussten mit Rückstandszeiten von bereits über 15 Minuten ihre Chancen auf den Sieg schon mehr oder weniger begraben. Für Daniela Ryf ging es an diesem Tag wohl mehr gegen sich selbst und die Streckenrekordzeit von Carfrae als gegen direkte Gegnerinnen. Sie absolvierte auch die 42,195 Laufkilometer als schnellste Dame, und nach 8:46h war der Streckenrekord und der zweite Sieg in ihrer Tasche. In dieser Form wird diese Athletin auch in den kommenden Jahren kaum zu schlagen sein. Routinier Carfrae lief wie immer wieselflink und auch unter drei Stunden. Der zweite Platz war der verdiente Lohn dafür und stellte die dreimalige Siegerin des Ironman Hawaii an diesem Tag auch zufrieden. Heather Jackson präsentierte sich insgesamt sehr konstant und stark und lief überglücklich auf der dritten Position ein. Anja Beranek hatte heuer sehr viel für die Ironman World Championships investiert und so hart wie noch nie trainiert. Ein vierter Platz zeigt, dass sie wenig falsch gemacht hat, und so

konnte die sympathische Sportlerin das tolle deutsche Ergebnis im Jahr 2016 abrunden. Mit Michaela Herlbauer und Bianca Steurer hatten sich diesmal auch zwei österreichische Frauen qualifiziert. Für beide war es der erste Profistart auf Hawaii, für beide stellte bereits die Qualifikation einen fantastischen Erfolg dar. Nur den weltbesten Athletinnen ist es möglich, sich bei dem beinharten Qualifikationssystem, dem Kona Pro Ranking, durchzusetzen. Herlbauer lieferte

nach einer langen Saison auf der Pazifikinsel eine sehr starke Leistung ab. Konstant hielt sie sich in Schlagdistanz und mit ihrer guten Laufleistung von 3:18h sicherte sie sich den 18. Platz. Die Vorarlbergerin Steurer kämpfte sich wacker ins Ziel und ließ auf Platz 28 der Profidamen sogar die frühere Siegerin Leanda Cave hinter sich. Steurer benötigte 10:03 h für dieses harte Event. Sie und Herlbauer (9:44h) waren im Rahmen der 2016er-Edition des Ironman Hawaii hoffentlich erst zum ersten Mal auf Big Island, sodass wir uns noch mehr großartige Erfolge der beiden erwarten dürfen. Nun müssen wir also wieder ein Jahr auf die nächsten IronmanWeltmeisterschaften warten. Nach der spannenden und dramatischen Auflage im Jahr 2016 kann ein bisschen Pause für die Nerven auch nicht schaden ...

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danach geschah, kann man getrost als sporthistorischen Moment beschreiben. Der 30-jährige Lange absolvierte den Marathon in phänomenalen 2:39:45 h und brach somit den Streckenrekord der Allzeitgröße Mark Allen aus dem Jahr 1989. Zusätzlich sorgte er für den zweiten deutschen Dreifachsieg nach 1997. Andreas Böcherer auf Rang fünf und der Siebtplatzierte Boris Stein vollendeten diesen speziellen „German day“.

Das Rennen der Damen entwickelte sich zu einer One-WomanShow von Daniela Ryf aus der Schweiz. Sie schwamm in der Spitzengruppe, somit war eine großartige Ausgangsposition geschaffen. Nun setzte sich die beim Australier Brett Sutton trainierende Athletin am Rad entscheidend in Szene. Die ersten Rennstunden konnte ihr Anja

Beranek aus Süddeutschland folgen, danach donnerte Ryf einsam über den knallheißen Asphalt. Mit einer überlegenen Radbestzeit wechselte sie schließlich acht Minuten vor Beranek in die Laufschuhe. Weitere Favoritinnen wie die Australierin Mirinda Carfrae (mehrfache Siegerin auf Hawaii und heurige Dominatorin beim Ironman Austria) oder

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Der Ironman Hawaii ist und bleibt DAS Triathlon-Rennen schlechthin. Dies bestätigte sich auch im heurigen Jahr, obwohl der olympische Triathlon in Rio ja durchaus für Konkurrenz sorgte. Bereits im Vorfeld präsentierten zahlreiche Radhersteller unterschiedlichste, zum Teil äußerst futuristisch anmutende neue Zeitfahrräder, welche großteils auch nur im Triathlon zugelassen sind. Dies unterstreicht die Wichtigkeit des Triathlons für die Fahrradindustrie. Die meisten Triathlon-Interessierten werden die Strecken des Ironman Hawaii aus dem Effeff kennen, dennoch hier die Einzelheiten: Der Start erfolgt am Morgen in der Bucht von KailuaKona, einem Städtchen auf Big Island. Nach 3,86 Schwimmkilometern durch den Pazifik klettern die Athletinnen und Athleten aus dem Wasser und schwingen sich auf das Triathlon-Bike. 180,2 beinharte Radkilometer folgen bei starkem, zum Teil böigem Wind und aufkommender Hitze. Zu guter Letzt folgt ein Marathon bei fürchterlich warmen Temperaturen, relativ wenigen Fans auf der Strecke und gar nicht so wenigen Steigungen. Nicht umsonst gilt dieser Bewerb als das härteste Ein-Tages-Sportevent der Welt! Die Ausgangslage vor dem Rennen war klar: Jan Frodeno und Daniela Ryf wurden als die glasklaren Favoriten eingeschätzt. Besonders im Herrenrennen entwickelte sich ein beinharter, spannender Kampf um den Sieg. Der Kosmopolit und Titelverteidiger Frodeno beendete das Schwimmen in einer großen Spitzengruppe.

Sein größter Widersacher Sebastian Kienle verpasste diese und geriet damit schon von Beginn an unter Druck. Dennoch erreichte Kienle die führenden Athleten recht rasch. Gemeinsam mit dem Österreicher Michael Weiss, seinem Landsmann Boris Stein und weiteren Athleten schloss er die Lücke, und die Karten wurden neu gemischt. Weiss konnte ab Kilometer 90 sogar phasenweise die Führung übernehmen und setzte sich und sein neues Rad medienwirksam in Szene. Ein historischer Moment, denn Weiss war der erste Österreicher, der den legendären Ironman Hawaii anführen konnte. Doch der Niederösterreicher konnte diese Ausgangsposition nicht bis ins Ziel retten und finishte schließlich nach einem schweren Marathon auf Position 32. Kienle, der Titelträger des Jahres 2014, attackierte auf den letzten Kilometern des Radparts und fuhr als erster Athlet in die zweite Wechselzone ein. Nach und nach trudelten die folgenden Triathleten ein, auch Jan Frodeno mit nur wenig Rückstand auf den Führenden. Der

Giganten entgegen. Anfangs kam es gar zu Smalltalk zwischen den beiden Topathleten, insbesondere Kienle unterhielt sich anscheinend bestens. Hinter den beiden entwickelten sich deutsche Meisterschaften mit amerikanischer Beteiligung. Boris Stein, Andreas Böcherer, Ben Hoffman und Tim O’Donnell kämpften um die Plätze und ahnten dabei nicht, dass noch ein weiterer Athlet aus „Germany“ die Bühne betreten sollte. Zuvor entschied sich Frodeno nach etwa 15 Kilometern, auf Bergab-Passagen etwas zu beschleunigen, und es gelang ihm, seinen Gegner abzuschütteln. In weiterer Folge musste der Champion sichtbar an seine Grenzen gehen, biss die Zähne aber zusammen und gewann schließlich, nach 8:06 h, seinen zweiten Hawaii-Titel. 8:10h benötigte der Zweitplatzierte Sebastian Kienle, welcher im Ziel wohl nicht wirklich zufrieden mit dem „Vize“ war. Dahinter folgte die Sensation des Tages. Bereits während des Marathons waren schier unglaubliche Zwischenzeiten des jungen Darmstädters Patrick Lange gemeldet worden. Er war in der Spitzengruppe geschwommen, hatte auf der Radstrecke eine Zeitstrafe erhalten und war auf Platz 23 vom Rad gestiegen. Was

großgewachsene Titelverteidiger schloss rasch die Lücke zu seinem erstplatzierten Kollegen, und die gesamte Triathlonwelt fieberte nun diesem Zweikampf der

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Die beiden Rekordsieger Dave Scott und Mark Allen empfingen den taumelnden Frodeno am Alii Drive in Kailua Kona.

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THE #GERMANDAY TEXT: PHILIPP TICHY FOTOS: MICHAEL RAUSCHENDORFER, IRONMAN BY GETTY IMAGES

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JOLshop, Magnolienweg 1a, 4209 Engerwitzdorf SALZBURG Bikepalast, Bayerhamerstraße 20a, 5020 Salzburg Skinfit Shop, Vogelweiderstraße 48, 5020 Salzburg Radsport Grundtner, Metzgerstraße 2, 5400 Hallein Bergspezl/Bikepalast, Halleiner Landesstr. 116, 5412 Puch bei Hallein Michi’s Radladen, Markt 171, 5431 Kuchl Aqua Salza Golling, Möslstraße 199, 5440 Golling TRIALPIN, Stadtplatz 3, 5550 Radstadt

TIROL NIEDERÖSTERREICH Bständig4sports, Hauptstraße 57, 2340 Mödling Bikestore, Weißes Kreuzstraße 3, 2103 Langenzersdorf Travel, Sports & Lifestyleclub, Schleinbacher Straße 25, 2122 Ulrichskirchen Tom’s Radhaus, Nordbahnstraße 19c, 2136 Laa/Thaya Sport and Design, Wiener Straße 20, 2320 Schwechat Mountainbiker , Wehrgasse 4, 2340 Mödling Bundessportzentrum Südstadt, 2344 Maria Enzersdorf EHZ Neunkirchen, Am Erholungszentrum 8, 2620 Neunkirchen Velodrom Bikeshop, Neunkirchnerstr. 57a, 2700 Wr. Neustadt Radsport Strobl, Unterwagramer Str. 50, 3100 Wagram Radstudio Herz, Kremser Landstr. 2-4, 3100 St. Pölten Skinfit Shop, Renkgasse 5 Top 2a, 3100 St. Pölten Radsport Ginner, Fabrikstraße 16a, 3300 Amstetten Radsport Ginner, Ybbstorgasse 5, 3340 Waidhofen/Ybbs Skinfit Shop, Fischauergasse 136, 2700 Wiener Neustadt JOLshop, Heidenreichsteinerstraße 26/2, 3830 Waidhofen/Thaya

OBERÖSTERREICH Skinfit Shop, Tegetthoffstraße 42, 4020 Linz Schwimmzone, Hatschekstr. 16, 4020 Linz Natural Power Sportnahrung, Stummerstr. 1, 4060 Leonding Sport Kaiser, Betriebspark 3, 4451 St. Ulrich bei Steyr Fa. Hugo Mayer, Eisenstraße 25, 4463 Grossraming Sport Kaiser, Lumplgraben 4, 4463 Grossraming Schwimmzone, Hauptplatz 8, 4470 Enns [4]SPORTS, Salzburger Straße 72, 4600 Wels Skinfit Shop, Wiesenstraße 33, 4812 Pinsdorf Radsport Radpoint, Salzburgerstraße 48, 4840 Vöcklabruck MB-Biketech, Gmundner Strasse 99, 4840 Vöcklabruck Alpen-bike.com, Herzog-Odilo-Straße 52, 5310 Mondsee

JOLshop, Dorfstraße 18, 6323 Bad Häring Huys Coaching KG, Möslbichl 78, 6250 Kundl Peto Bike, Buntweg 1, 6511 Zams TRIOUT, Anichstraße 29, 6020 Innsbruck Rückenwind, Defreggerstraße 12, 6020 Innsbruck Skinfit Shop, Kranebitterallee 8, 6020 Innsbruck Toni’s Pro Shop, Bahnhofstraße 2, 6365, Kirchberg Radsport Stanger, Josef-Pirchl-Straße 42, 6370 Kitzbühel Skinfit Shop, Beda-Weber-Gasse 8, 9900 Lienz

VORARLBERG Skinfit Shop, Bundesstraße 55, 6710 Nenzing ME Sport, Im Bruel 12, 6710 Nenzing Cocoon Shop, Langgasse 108, 6830 Rankweil Skinfit Zentrale & Shop, Hinterfeld 1, 6842 Koblach Skinfit Shop, Klostergasse 2, 6850 Dornbirn Skinfit Shop, Loco 910, 6863 Egg Radshop Pro Cycle, Kornmarktstraße 9, 6900 Bregenz RADCULT GmbH, Im Dorf 1a, 6922 Wolfurt JOLshop Lauterach, Karl-Höll-Straße 16, 6923 Lauterach

BURGENLAND Radsport Waldherr, Hauptstr. 42, 7141 Podersdorf / See Radwelt Michi Knopf, Hauptstraße 1, 7210 Mattersburg JOLshop, Bickfordstraße 23, 7201 Neudörfl

STEIERMARK Grimming Sport, Bad Mitterndorf 327, 8983 Bad Mitterndorf Bad zur Sonne, Feuerbachgasse 11, 8010 Graz Gigasport, Sackstraße 7 - 13, 8010 Graz Sportunion Steiermark, Gaußgasse 3, 8010 Graz

Bikesport Ortner, Görzer Allee 4, 9020 Klagenfurt Gigasport, Heinrich-Harrer-Straße 1, 9020 Klagenfurt Skinfit Shop, Schleppe Platz 5, 9020 Klagenfurt Sportnahrung.at, Südpark 1, 1. Stock, 9020 Klagenfurt Trisports, Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt Bikeshop Veratschnig, Klagenfurter Str. 25, 9170 Ferlach Sione Bikes - Sportart, Hauptstraße 187, 9210 Pörtschach Wolfsberger Stadtwerke, St. Michaelerstr. 2, 9400 Wolfsberg Gigasport, Bruno-Kreisky-Str. 25, 9500 Villach Skinfit Shop, Ossiacher Zeile 27, 9500 Villach Unlimited Sports Shop, Gerbergasse 25, 9500, Villach Triasport, Keutschacher Str. 179, 9535 Schiefling / See

DEUTSCHLAND Skinfit Shop, Burchardstraße 8, 20095 Hamburg Iron Trizone, Bischof-von-Henle-Str. 2, 93051 Regensburg Skinfit Shop, Böblinger Straße 32, 70178 Stuttgart Roy Sports, Obere Marktstraße 4, 71634 Ludwigsburg Radsport Sensz, Südenstraße 5, 76689 Karlsdorf-Neuthard Sport Bittl, Georg-Reismüller-Str. 5, 80999 München Skinfit Shop, Implerstraße 7, 81371 München MBZ Herrsching, Seestraße 38, 82211 Herrsching Bike Sport Mayer, Bahnhofstraße 2, 83329 Waging Bike and Parts Mitter, Am Haslnussberg 7, 83567 Unterreit Sport Allramseder, Adolf-Kolping-Str. 11, 84539 Simbach/Inn Radsport Pfeiffer, Am Griesfeld 1, 85435 Erding Edelrad, Bahnhofstraße 8, 86470 Thannhausen Skinfit Shop, Auf dem Bühl 89, 87437 Kempten Schindele Zweirad Fachmarkt, Im Schlegelwinkel, 88212 Ravensburg Fahrrad & Fashion Shop, Memminger Straße 18, 89257 Illertissen Skinfit Shop, Rheinstr. 72, 47799 Krefeld Sportpauli, Josef-Pöltl-Weg 4, 94034 Passau Radsportshop Schulz, Laubenstraße 5, 95339 Neuenmarkt Skinfit Shop, Bindstraße 64, 88239 Wangen im Allgäu Skinfit Shop, Holzer Weg 4-6, 51766 Engelskirchen Skinfit Shop, Reuterallee 8, 64297 Darmstadt JOLsport Baden-Württemberg, König-Wilhelm-Platz 8, 71672 Marbach am Neckar

ITALIEN / SÜDTIROL Skinfit Shop, Messeplatz 1, 39100 Bozen Skinfit Shop, Via Novara 89, 20153 Milano

SCHWEIZ Skinfit Shop, Luzernerstraße 15, 6204 Sempach Skinfit Shop, Auwiesenstraße 2, 8305 Dietlikon Skinfit Shop, Landstraße 21, 8633 Wolfhausen Skinfit Shop, Riedstraße 29a, 3626 Hühnibach Skinfit Shop, Rue de l´Oriette 141, 1170 Aubonne

LIECHTENSTEIN Skinfit Shop, Aspen 31, 9492 Eschen

Finisher 5

Die nächste Ausgabe des Finisher - Magazins erscheint Anfang April 2017


Seite 14

Seite 30

Inhalt Ausgabe #4 - 2016

THE GERMAN DAY DIE WELTMEISTERMACHER THINGS ARE CHANGING – MAUI KOLUMNE: FEMALE DOMINATION SHOW ME YOUR „WILD“ MATERIAL WORLD Seite 6

Seite 24

Seite 32

Seite 44

COVERFOTO

Athlet: Jan Frodeno – Ironman WM Hawaii 2016 Foto: Michael Rauschendorfer

IMPRESSUM FINISHER ist ein Gratismagazin für triathlon- und ausdauersportinteressierte Personen im deutschsprachigen Raum und erscheint sechs Mal jährlich von April bis Dezember. Die voraussichtlichen Erscheinungstermine für das Jahr 2017 sind: KW 15, KW 22, KW 27, KW 35, KW 45, KW 51. Die Auflage beträgt mind. 20.000 Stück. Die Verteilung erfolgt über mehr als 180 ausgewählte Triathlon-Hot-Spots in ganz Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol: Sportfachgeschäfte, Trainingszentren, Fitness-Studios und Veranstaltungen. Die Vertriebsstellen sind auf der Homepage www.finisher-magazin.at und in jeder Ausgabe angeführt. FINISHER ist unabhängig von politischen Institutionen, Verbänden und anderen Interessensgruppen. Regionalität, Lesernähe und Objektivität werden bei FINISHER großgeschrieben. Das Hauptaugenmerk der inhaltlichen Gestaltung liegt auf der Wettkampfberichterstattung und

4 Finisher den Geschehnissen in und um die österreichische und süd-

deutsche Triathlonszene.Einzelzusendungen von FINISHER per Post an private Adressen können über die Internetseite www.finisher-magazin.at als ABONNEMENT bestellt werden. ABONNEMENT für 6 HEFTE zum Preis von EUR 29,90 (Preis inkl. Mehrwertsteuer). ABO-PREIS für Deutschland und das europäische Ausland: EUR 49,Die Meinung von Kolumnisten muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit „Werbung“ gekennzeichnete Beiträge erscheinen unter Verantwortung der Anzeigenleitung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. VERLEGER und ANZEIGENVERKAUF: Max Hofstätter, masea GmbH, Marketing-, Sport- & Eventagentur, Waldertgasse 9G/9, A-8020 Graz, Telefon: +43/664/9141655, E-mail: office@finisher-magazin.at, Internet: www.finisher-magazin.at.

FOTORECHTE: Covershot by Michael Rauschendorfer, Kona 2016 - The German Day by Michael Rauschendorfer & Ironman getty images, Die Weltmeistermacher by Max Hofstätter & Robet Brückner & Tino Pohlmann, Things are Changing by Jesse Peters, alle anderen Bilder by FINISHER Triathlonmagazin / Max Hofstätter, Lex Karelly www.lupispuma.com, Harry Tauderer www.haraldtauderer.com, privat von Athleten oder Vereinen zur Verfügung gestellt. REDAKTIONSTEAM: Max Hofstätter, Mag. Herwig Reupichler, Mag. Christian Jopp, DI (FH) Martin Hillbrand, Laura Philipp, Martin Konrad, Dr. Johannes Reiser, Mag. Martin Auferbauer, Philipp Tichy. LEKTORAT: Mag. Birgit Schweiger, PRODUKTION: Max Hofstätter; ART DIRECTION: Max Hofstätter; ANZEIGENLEITUNG: Max Hofstätter, DRUCK: Offsetdruck DORRONG OG, Kärntner Straße 96, A-8053 Graz.


TRIATHLON TRAININGSCAMP VON 6. - 13. MAI 2017

UNSERE INKLUSIVLEISTUNGEN

WARUM MIT UNS?  Professionelles Trainerteam – alle Trainingseinheiten mit Tjebbe Kaindl (Europacup-Starter, Mitglied des Österreichischen Nationalteams, Österreichischer Meister 2016 im Triathlon) oder Martin Kaindl (zertifizierter Triathlon- und Schwimmtrainer sowie 30facher Ironman-Finisher)  Radtraining in der kleinen Gruppe (maximal 20 Teilnehmer) mit erfahrenen Radguides  für Triathlon Einsteiger und Ironman Finisher geeignet  Schwimmen im See mit Neoprenanzug (Verleih inklusive) – die Guides gehen mit ins Wasser  Fokus auf Wechsel und Koppeltraining sowie Optimierung der Schwimmtechnik  Durchbrechen von eingefahrenen Trainingsstrukturen  Workshop für kleine Reparaturen am Rad (Reifenwechsel, richtige Einstellung von Sattel und Lenker, richtige Sitzposition)  MTB-Verleih vor Ort (probiere ein anderes Rad für dein Training)

 7 ÜN inkl. Triathlon Genusspension  Eintritt für die 25m Bahn in Bad Häring und Open Water Training im Strandbad Kirchbichl  Schwimmtraining inkl. Technikanalyse vom Experten  Kraft- und Core-Training  3 Massagen  1 Vitalfeldanalyse  Medizinische Betreuung  uvm. im Deluxe Doppelzimmer

Alle Preise pro Person; zzgl. Ortstaxe

994,–

im Einzelzimmer

€ 1.150,-

www.das-sieben.com Finisher 3

DAS SIEBEN, Bad Häring, TIROL / AUSTRIA | +43 5332 20 800 | kontakt@das-sieben.com


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P.b.b., Verlagspostamt 8020, Erscheinungsort Graz

Ausgabe #04/2016 Heft Nr. 65 Nov 2016 Euro 0,–

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FINISHER Magazin #05 | 2016  

Das Triathlonmagazin aus Österreich

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