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NR 67 Euro 0,MAI 2017

AYIA NAPA TRIATHLON Triathlon auf der Ferieninsel Zypern – geht das?

TRIATHLON AUSTRIA YOUTH Was kommt nach der Generation Perterer, Vilic und Co?

COCOON HEADQUARTER Zu Besuch in der neuen Zentrale von Cocoon.

P.b.b., Verlagspostamt 8020, Erscheinungsort Graz

WITRI STAATS

LAUF SCHUH TEST

WELCHER SCHUH PASST FÜR WEN?

Geht da noch was mit der Sportart Wintertriathlon?


Skinfit Racing Tri Team • Bianca Steurer

Aerodynamischer. Leichter. Schneller. Der skinfit® Tri Suit Streamliner Bullet setzt als Triathlon-Anzug neue Maßstäbe, denn durch das hochfunktionelle Materialkonzept kann eine optimale Aerodynamik erlangt werden. Dank der Kombination aus Top Performance und Komfort schmiegt sich das High End Produkt wie eine zweite Haut an den Körper an, wodurch persönliche Bestzeiten, insbesondere auf dem Rad, erzielt werden können. Der Anzug zeichnet sich sowohl im trockenen, als auch im nassen Zustand durch angenehmen Tragekomfort und überdurchschnittliche Leichtigkeit aus.

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EDITORIAL

Willkommen Marathons, Radrundfahrten, Schwimm- und Leichtathletikmeetings, MTB-XC-Rennen, Cross-Cups und auch Triathlons. Alles Themen, die in den Achtziger- und Neunzigerjahren deutlich häufiger in den Medien und auch im TV zu finden waren. Ob man nun ein Fan dieser Sportarten ist oder nicht, entscheidend war, dass im öffentlich-rechtlichen Fernsehen auch Sportarten, die nicht mit dem Fuß auf dem grünen Rasen gespielt werden, ihren Platz fanden. Wenn heute nicht mal mehr eine Handball-WM im TV übertragen wird und nationale Meisterschaften in diversen zuvor angeführten Sportarten in den Zeitschriften keinen Platz finden, ist das ein ziemlich tristes Zeichen für all die Sportarten und Athleten, die im Kernschatten des Fußballs um jede TV-Minute kämpfen müssen. Dabei gibt es so viele Geschichten zu erzählen. Wir werden auch in Zukunft unser Bestes tun, um eben genau diese Geschichten wiederzugeben und diesen Athletinnen und Athleten Raum in einem Medium zu schaffen, in dem Fußball definitiv nichts verloren hat. Um dieses Engagement im Ausdauersport aufrecht erhalten zu können, wünschen wir Medienschaffenden uns mehr Verständnis seitens der Partner und Eventserien, da eben diese Berichterstattung auch etwas kostet und mit viel Arbeit und Eigeninitiative verbunden ist. Was passiert, wenn jemand Geld in die Hand nimmt, um ein Event und die darin vorkommenden Protagonisten mediengerecht zu präsentieren, sah man vor Kurzem bei der Super League Triathlon, einem Projekt rund um Chris „Macca“ McCormack. Auch wenn noch nicht alles Gold war, was glänzte, so muss man den Verantwortlichen zugestehen, ein Format ins Leben gerufen zu haben, welches großes Interesse geweckt hat. Die Live-Bilder, welche uns via Internet und einigen TV-Stationen ins Haus geliefert wurden, sowie die Aufbereitung inklusive Field-Reporter Robbie McEwen waren absolut top und in etwa das, was ein Sport-Event am Puls der Zeit ausmacht. Nicht nur die ITU, auch einige andere Rennveranstalter sind künftig gefordert, den immer größeren Konkurrenzkampf um die Medienpräsenz mit interessanten Formaten, guten Fotos und Videos und vor allem mit den nötigen Medienbudgets aufzunehmen und nicht in ihren veralteten Denkmustern steckenzubleiben. Wir freuen uns mit euch gemeinsam auf ein spannendes Jahr mit vielen heimischen, aber auch internationalen Highlights im FINISHER und hoffen, wir können euch jene Geschichten, Athleten und Produkthighlights ins Haus liefern, die euch interessieren ... EURE FINISHER - REDAKTION

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Inhalt FINISHER

20 LAUFSCHUHTEST AYA NAPA TRIATHLON

Hat man vor 20 Jahren einen Laufschuh gekauft, schien es vergleichsweise einfach, „den Richtigen“ zu finden. Konnte man sich damals nur für mehr oder weniger Dämpfung entscheiden, sah man sich ein paar Jahre danach mit der Frage konfrontiert, ob der Schuh eine Stütze haben soll oder nicht. Heute hat man die Qual der Wahl. Die Auswahl ist riesig, was den Kauf des passenden Laufschuhs nicht unbedingt vereinfacht.

AYA NAPA TRIATHLON Zypern, die Insel im Mittelmeer, die seit einigen Jahren nicht mehr als „Exot“ unter den Radtrainingslagerdestinationen gilt, scheint nun ebenfalls auf der TriathlonLandkarte mit Mittel-, Kurzund Sprintdistanz auf. Wir waren zu Gast beim Ayia Napa Triathlon, um uns ein Bild von den Dreikampfeigenschaften der Mittelmeerinsel zu machen.

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Drei Tage Zypern in Wort und Bild. Die Insel glänzt mit schroffen Küsten, einem unfassbar blauen Meer, ...

LAUFSCHUHE 2017


INHALT

#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

BAHÖ FEMALE DESTINATION ACHTSAMKEIT IM SPORT

06 50 60

52 WINTERTRIATHLON STAATS

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FINISHER ist ein Gratismagazin für triathlon- und ausdauersportinteressierte Personen im deutschsprachigen Raum und erscheint sechs Mal jährlich von April bis Dezember. Die voraussichtlichen Erscheinungstermine für das Jahr 2017 sind: KW 18, KW 22, KW 27, KW 35, KW 45, KW 51. Die Auflage beträgt mind. 20.000 Stück. Die Verteilung erfolgt über mehr als 180 ausgewählte Triathlon-Hot-Spots in ganz Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol: Sportfachgeschäfte, Trainingszentren, Fitness-Studios und Veranstaltungen. Die Vertriebsstellen sind auf der Homepage www.finisher-magazin.at und in jeder Ausgabe angeführt. FINISHER ist unabhängig von politischen Institutionen, Verbänden und anderen Interessensgruppen. Regionalität, Lesernähe und Objektivität werden bei FINISHER großgeschrieben. Das Hauptaugenmerk der inhaltlichen Gestaltung liegt auf der Wettkampfberichterstattung und den Geschehnissen in und um die österreichische und süddeutsche Triathlonszene.Einzelzusendungen von FINISHER per Post an private Adressen können über die Internetseite www.finisher-magazin.at als ABONNEMENT bestellt werden. ABONNEMENT für 6 HEFTE zum Preis von EUR 29,90 (Preis inkl. Mehrwertsteuer). ABO-PREIS für Deutschland und das europäische Ausland: EUR 49,Die Meinung von Kolumnisten muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit „Werbung“ gekennzeichnete Beiträge erscheinen unter Verantwortung der Anzeigenleitung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. VERLEGER und ANZEIGENVERKAUF: Max Hofstätter, masea GmbH, Marketing-, Sport- & Eventagentur, Waldertgasse 9G/9, A-8020 Graz, Telefon: +43/664/9141655, E-mail: office@finisher-magazin.at, Internet: www.finishermagazin.at.

WHO’S NEXT

Stammtischsportfachmänner neigen gerne zu voreiligen Urteilen bezüglich der Nachwuchsarbeit diverser Sportfachverbände. Nicht selten hört man Fachkommentare wie „Da müsste man halt ...“ oder „Wenn das so weitergeht ...“ oder „Haum wir eigentlich irgendwen für ...“. Um diesen selbsterklärten Experten und auch allen anderen die Augen zu öffnen, hat sich das FINISHER-Magazin entschieden, die Nachwuchsarbeit in Österreich mal ein wenig unter die Lupe zu nehmen ...

IMPRESSUM

Wie steht es um die Zukunft des Wintertriathlons? Ist es nur eine Wetterfrage oder ist da noch was? Österreich gilt als eine der letzten Hochburgen, was den Dreikampf im Winter betrifft. Doch was nützt die ganze Motivation, wenn Wetter und der Internationale Verband nicht mitspielen? Einige Stimmen und Fotos zur „winterlichen“ Situation um diesen Sport findet ihr ab Seite 52.

FOTORECHTE: Covershot by Michael Rauschendorfer, Kona 2016 - The German Day by Michael Rauschendorfer & Ironman getty images, Die Weltmeistermacher by Max Hofstätter & Robet Brückner & Tino Pohlmann, Things are Changing by Jesse Peters, alle anderen Bilder by FINISHER Triathlonmagazin / Max Hofstätter, Lex Karelly www.lupispuma.com, Harry Tauderer www.haraldtauderer.com, privat von Athleten oder Vereinen zur Verfügung gestellt. REDAKTIONSTEAM: Max Hofstätter, Mag. Herwig Reupichler, Mag. Christian Jopp, DI (FH) Martin Hillbrand, Laura Philipp, Martin Konrad, Dr. Johannes Reiser, Mag. Martin Auferbauer, Philipp Tichy. LEKTORAT: Mag. Birgit Schweiger. PRODUKTION: Max Hofstätter. ART DIRECTION: Max Hofstätter. ANZEIGENLEITUNG: Max Hofstätter.

COCOON HEADQUARTER

DRUCK: Offsetdruck DORRONG OG, Kärntner Straße 96, A-8053 Graz.

Cocoon hat ein neues Headquarter. Wir waren für euch dort, um mit den beiden Masterminds ein wenig über Firmenphilosophie, Ideen, Individualität und Gruppenzwang zu 44 plaudern.

COVERFOTO

Spot: Schwimmstrecke des Ayia Napa Triathlon (Zypern) Foto: Max Hofstätter

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GANZ FRISCH

Bahö

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* österreichisches Wort für Aufsehen, Wirbel, Aufregung, ...

TRI KLOSTERNEUBURG GET YOUR CROWN Unter diesem Motto erscheint in Klosterneuburg ein Triathlon über die Sprintdistanz neu auf der Wettkampfbildfläche. Philipp Podsiedlik, der nun Philipp Kennedy heißt, organisiert das Rennen, welches unter anderem auf einer permanenten Open-Water-Schwimmstrecke in einem Donau-Seitenarm und mit komplett gesperrter Radstrecke stattfindet. Also dann: Sachen packen und „get your crown“! WWW.KLOSTERNEUBURG-TRIATHLON.AT

ZOGGS PREDATOR DIE LEGENDÄRE ZOGGS PREDATOR KEHRT ZURÜCK Seit 2005 gibt es die Schwimmbrille Zoggs Predator. Viele Jahre prägte sie in ihrer WhiteEdition die Triathlon-Szene und wurde von unzähligen Profis geschwommen. Nun wird dieser Klassiker neu aufgelegt. Die Zoggs New Predator ist um 15 Prozent leichter als ihre Vorgänger. Der Rahmen wurde straffer gestaltet – für schlankeres und agiles Aussehen. Durch die Ultra-fit-Technologie passen sich die Dichtungen noch besser den Gesichtskonturen an. Das neue Kopfbandsystem sorgt für eine gleichmäßige Druckverteilung des Kopfbands und für komfortablen Sitz. Durch die CurvedLense-Technologie hat die Brille ein unglaublich weites Blickfeld. Weitere Features sind UV-Schutz und FogbusterAntibeschlag-Schutz. Die Zoggs New Predator gibt es mit folgenden Linsen: clear (25 €)

mirror (35 €)

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polarized ultra (45 €) WWW.ZOGGS.COM

FRODENO-HYPE SUPERSTAR JAN FRODENO STARTET BEIM IRONMAN AUSTRIA Der Rockstar der Szene, Olympiasieger und HawaiiDoppel-Champion Jan Frodeno, startet am 2. Juli beim Ironman Austria-Kärnten. Es wird der erste Auftritt des Deutschen in Klagenfurt sein, und die Kenner zweifeln kaum daran, dass es auch sein erster Sieg werden wird. Klagenfurt-Fan Ivan Rana (ESP) wird einer seiner Herausforderer – der Spanier hat immerhin eine 7:48:43 aus dem Jahr 2014 in Klagenfurt stehen, was auch die viertschnellste Ironman-Zeit ever ist. Das wird hoffentlich ein spannender Zweikampf – den Termin also schon mal fett anstreichen im Kalender. #GEMMAFRODOSCHAUN

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GANZ FRISCH

Unsere neue Kategorie ruft alles in Erinnerung, was in den letzten Wochen für Aufsehen sorgte. Von Athleten-Postings bis hin zu Materialneuerungen und Eventankündigungen, eben alles, was bei uns und vielleicht auch bei euch den Ruhepuls etwas angehoben hat.

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DJI MAVIC PRO ZEIT FÜR EINEN PERSPEKTIVWECHSEL ?

POLAR M460 NEUES AUS FINNLAND

Polar, seit 40 Jahren führend im Bereich von Herzfrequenz-Messung und Sport-Wearables, präsentiert den neuen M460-Radcomputer. Das ganz in Schwarz gehaltene, Carbon-ähnliche Design mit verbessertem Grip an den Tasten macht den M460 optisch zum Hingucker. Aber es steckt auch viel Power drin: Ausgestattet mit integriertem GPS, erweiterter Kompatibilität mit Leistungssensoren, weiterentwickelten Powermetriken, Front-LED-Licht und SmartCoaching-Funktionen ist der Radcomputer ein kleines Kraftpaket. Die Strava-Live-Segmente machen ihn darüber hinaus zum perfekten Trainingsgerät für Radsportler, die ihre Ziele erreichen möchten. Der Polar M460 ist inklusive einer zweimonatigen StravaPremium-Mitgliedschaft erhältlich. WWW.POLAR.COM

BROWNLEES AUF SCOTT MARKENWECHSEL BEI DEN BEIDEN BRITEN „No Shortcuts“ heißt es künftig auch für Alistair und Jonathan Brownlee. Das britische Brüderpaar wird bis 2020 auf Scott-Rädern um Siege fahren. Der Ältere der beiden – Alistair – wird das Scott Plasma heuer auf diversen Mitteldistanzen zum Einsatz bringen und versuchen, damit den 70.3-WM-Titel in Chattanooga für die Schweizer unter Dach und Fach zu bringen. Das große Ziel von Jonathan ist und bleibt der Olympiasieg 2020 in Tokio, wo er mit dem Foil auf Medaillenjagd gehen wird.

Im Netz kursieren unzählige Sportvideos und Fotos mit Aufnahmen aus der Luft. Benötigte man dafür vor einigen Jahren noch ordentlich Kleingeld, um einen Helikopter inklusive Pilot zu mieten, ist das seit geraumer Zeit doch deutlich kostengünstiger für jedermann/-frau möglich. Drohnen sind aus der modernen Sportfotografie und Videoproduktion nicht mehr wegzudenken. Branchenprimus DJI Global brachte vor kurzem seine neueste Drohne auf den Markt. MAVIC Pro heißt das gute Stück und glänzt sowohl durch herausragende Flugeigenschaften sowie durch die unfassbar geringe Größe. Zusammengeklappt passt der etwa 740 Gramm leichte Quadrocopter sogar in eine Trikottasche, um ihn bei der nächsten Tour ohne gröbere Probleme für eine paar Luftaufnahmen mitnehmen zu können. Der Controller wird allen Playstation-erfahrenen Usern entgegenkommen, und das Fliegen ist selbst für Newcomer auf dem Gebiet ein Kinderspiel. Eine 4k-Onboard-Kamera auf einem schwenkbaren 3-Achsen-Gimbal liefert ein HD-LiveSignal auf dein Smartphone, mit dem du die Drohne auch gleichzeitig steuern kannst. Verschiedene Flugmodi wie TapFly, Trace, Spotlight, Profile, Circle ermöglichen dir professionelle Aufnahmen, und ein spezieller Sportmodus beschleunigt die Drohne auf bis zu 65 km/h, damit sie auch den schnelleren Bikern folgen kann. Selbstverständlich verfügt auch die DJI Mavic Pro über allerhand intelligente Sensoren. Erwähnenswert sind insgesamt fünf Kameras, GPS-Signale und Ultraschall-Sensoren, die noch genauere und sichere Flugzustände ohne Kollisionen ermöglichen. Mit einer Akkuladung bleibt die Mavic Pro zwischen 25 und 27 Minuten in der Luft. Um 1199 Euro kann man die TopDrohne aus dem Hause DJI kaufen und Fotos und Videos künftig aus einem völlig neuen Blickwinkel zaubern. WWW.DJI.COM/DE

WWW.SCOTT-SPORTS.COM

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AYIA NAPA TRIATHLO TEXT: MAX HOFSTÄTTER FOTOS: MAX HOFSTÄTTER, STEVE KÖNIGSMAYR

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ON

ZyPeRn, die Insel im Mittelmeer, die seit einigen Jahren nicht mehr als Exot unteR den RadtRainingslageRdestinationen gilt, scheint nun ebenfalls auf der Triathlon-LandkaRte mit Mittel-, KuRz- und SPRintdistanz auf.

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Nissi Beach Resort

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nde März machte sich ein Zweimann-Redaktionsteam auf den Weg nach Zypern, um sich dort im Zuge des Ayia Napa Triathlons mal ein Bild von den zypriotischen Gegebenheiten zu machen. Triathlon auf Zypern? – Bisher unseres Wissens eher ein weißer Fleck auf der Dreikampflandkarte. Klar, der eine oder die andere war schon mal auf Trainingslager mit Radschwerpunkt dort oder hat zumindest mal daran gedacht, ehe er/sie sich wieder für die Balearen oder die Kanaren entschieden hat. Die Anreise stellt für die Alpenrepublikaner kein größeres Problem dar. Direktflüge aus der Hauptstadt einmal täglich hin und retour sind alles andere

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als aufwändig. Nach 3 bis 3:25 Stunden, je nach Wind, ist man in Larnaka im Südosten der Insel gelandet und erfreut sich gleich beim Landeanflug am traumhaft grünen Inselbild aus der Luft. Das Klima auf Zypern ist definitiv mediterran, und so empfing uns die Insel am 23. März mit traumhaften 24 Grad. Die Temperaturen sind etwas höher als im nördli-

chen Mittelmeerraum, da von der levantinischen Küste oft heiße Wüstenwinde übers Meer wehen, die des Wassersportlers Segen, jedoch des Radfahrers Fluch sein können. Da wir Triathleten uns aber sowohl auf dem Rad als auch im Wasser fortbewegen, darf man sich auf Zypern bereits im Februar über etwa 17 °C Meerestemperatur freuen,


die bis zum August sogar auf etwa 28 °C steigen soll. Okay, Klima und Meer sind gecheckt und für hervorragend befunden. Wie sieht es allerdings mit den Straßen und der Infrastruktur auf Zypern aus? Der Shuttle-Driver, der uns vom Flughafen ins Nissi Beach Resort – Hosthotel für den Wettkampf – brachte, war vermutlich ebenso alt wie das Fahrzeug selbst, in dem er uns transportierte, was in diesem Fall nicht unbedingt für das Fahrzeug sprach, fuhr aber mit einer derartigen Gelassenheit im Linksverkehr – richtig gelesen: Linksverkehr –, dass uns die Fahrt keinerlei Sorgenfalten auf die Stirn zauberte. Diese hatten wir allerdings vor der

ersten Ausfahrt mit dem Bike. Da wir schon länger nicht mehr im Linksverkehr auf dem Rad unterwegs waren – das letzte Mal bei der Joberg2c in Südafrika –, hielt sich die Vorfreude auf den ersten Kreisverkehr ehrlich gesagt in Grenzen. Wie immer allerdings ist es viel Lärm um nichts, denn nach einigen Gewöhnungskilometern erscheint der Linksverkehr überhaupt nicht mehr als Problem, wenngleich man im etwas unterzuckerten Zustand schon aufmerksam bleiben sollte. Den Straßen auf Zypern eilen einige Schauergeschichten voraus, die ich jedoch nicht bestätigen kann. Der Belag war überraschend gut – klar, wenn man sich zu sehr ins Hinterland verstrickt, kann schon mal passieren, dass

sich der Asphaltbelag in eine Schotterpiste verwandelt, aber dies ist uns bei unseren lockeren Rollern genau einmal passiert, und das war eindeutig auf unser Navigationsmissgeschick denn auf eine nicht gekennzeichnete schlechte Straße zurückzuführen. In den meisten Fällen sind die Straßen in hervorragendem Zustand. Obwohl der Radtourismus auf Zypern auf den Agenden der Touristiker bereits seinen Platz gefunden hat, ist es noch kein zweites Mallorca mit all seinen Vor- und Nachteilen. Im Hotel gibt es zwar einen Radraum, dieser hat aber noch wenig mit denen der Rad-Bettenburgen auf Malle zu tun. Uns wurde aber der in Kürze bevorstehende Bau

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zyPeRn 12 Finisher


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SCHRoFFE KüSTEN, TüRKISBLAuES MEER, FANTASTISCHE SONNENAuF- uND uNTERGÄNGE. ZYPERN WEISS Zu BEEINDRuCKEN

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dieser notwendigen Facility angekündigt. Aus diesem Grund sind die Hotelangestellten auch noch ziemlich entspannt, wenn man das teure Zweirad mit auf das Zimmer nimmt. Generell herrschte während unseres gesamten Aufenthalts eine Stimmung, die wir als sehr angenehm und entspannt empfunden haben. Keine Essensschlachten am Abendbuffet, keine trikottragenden Frühstücksgäste, keine 40-MannPelotons, die sich um 10 Uhr auf der Strandpromenade für das tägliche „Ausscheidungsrennen“ treffen, keine Rad-Shops, die dir irgendwelchen Müll aufschwatzen wollen. Letzteres kann natür-

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erstmals über die Austragung einer Mitteldistanz gewagt hat. Die Streckenwahl der Verantwortlichen lässt, wie auf den Fotos ersichtlich, kaum Wünsche offen. Einzig bei der Laufstrecke möchte man künftig die spektakuläre Küste etwas mehr einbinden. Was die sportliche Wertigkeit des Events betrifft, möchte lich im Bedarfsfall auch zu einem man meinen, dass sich diese in Problem werden – in Bezug auf Grenzen hält, da man ja auch Ersatz- oder Leihmaterial. bisher noch nichts Gegenteiliges gehört oder gelesen hat. Doch Genug geplaudert über Land nur weil sich die Starter aus den und Leute, schielen wir mal auf deutschsprachigen Ländern bisden Grund, der uns auf die Insel lang noch im einstelligen Bereich brachte. In der Nissi-Beach-Bucht bewegen, heißt das nicht, dass an der Küste von Ayia Napa fand, keine schnellen Athletinnen und wie der Titel schon verrät, der Athleten am Start sind. Diese gleichnamige Triathlon statt. kamen nämlich sehr zahlreich Wenn jemand noch nie von dieaus den Ländern Russland, Weißsem Event gehört haben sollte: russland, Ukraine und so weiter. Keine Sorge, das ist kein VerDer weißrussische Meister über säumnis eurerseits, sondern liegt die Mitteldistanz beispielsweidaran, dass die bisherigen Events se ließ sich auch den Sieg über (zwei an der Zahl) eher als Prodiese Strecke auf Zypern nicht belauf gedacht gewesen waren, nehmen. Aliaksandr Vasilevich bevor sich der Veranstalter heuer erledigte dies in beeindrucken-


den 3:54:41, was der Konkurrenz und uns ordentlich viel Respekt abzollte. Mit Carmen Macheriotou, die sich übrigens auch schon mal bei der Challenge Walchsee blicken ließ, feierte eine Zypriotin den Heimsieg auf der Mitteldistanzstrecke. Auf der olympischen Distanz hatten sich im Vorfeld die beiden Polyanskiy-Brüder Dmitri und Igor angekündigt. Leider waren beide vom Super-League-Wochenende auf Hamilton Island noch nicht genügend erholt, um einen Wettkampf zu absolvieren. Ihre Landsleute dominierten die beiden kürzeren Distanzen aber auch ohne die Topstars. Sowohl

bei den Damen als auch bei den Herren gingen die Siege und auch beinahe alle Podiumsplätze nach Russland. NationalteamAthlet Andrey Bryukhankov, der jüngere Bruder des bekannteren Alexander, wurde auf der Sprintdistanz „nur“ Zweiter hinter seinem Landsmann Aleksey Kalistratov, der den „kurzen Brenner“ in 1:04:12 hinter sich brachte. Andrey Moiseenko, ebenfalls Russe, war mit 2:02:51 auf der Olympischen nicht zu biegen und verwies Nikita Kalinin, ratet mal, woher der kommt, deutlich auf Rang zwei. Gesamtvierte und somit Damensiegerin wurde Anastasia Abrosimova (RUS), die

unter anderem beim WTS-Startevent 2017 in Abu Dhabi Rang 14 belegte, derzeit Rang 23 im WTSRanking einnimmt und somit auch kein ganz unbeschriebenes Blatt in der Kurzdistanzszene ist. Man kann also festhalten, dass der Ayia Napa Triathlon den osteuropäischen Weltklasseathleten als Formtest sehr gelegen kommt, während er in Mitteleuropa trotz der guten Erreichbarkeit noch wenig Aufmerksamkeit erregt. Dies wird sich denke ich aufgrund der Organisation, welche sich auf hohem Niveau befindet, der überaus chilligen Atmosphäre und den formidablen äußeren Bedingungen schnell ändern. Außerdem lässt sich der Testwettkampf natürlich optimal als Trainingslagerabschluss planen, und obendrein gibt’s für die Schnelleren sogar noch einen Reisezuschuss in Form von Preisgeld, sofern Mann/Frau in der Lage ist, der russischen Abordnung die Stirn zu bieten. Meine persönlichen Highlights unseres Ausflugs waren eindeutig das Klima, die Farbe des Meeres – ich glaub eigentlich, dass die da Farbstoff reinschütten –, die überaus entspannte Atmosphäre und die rote Grapefruit am Frühstücksbuffet, deren Saftigkeit im Mund explodiert und einen fast ertrinken lässt.

INFOS Zypern Hauptstadt Nikosia Drittgrößte Mittelmeerinsel Seit 2008 bei der EU Amtssprache: Griechisch (Englisch wird fast überall verstanden) Währung: Euro Direktflüge nach Larnaka von Wien Flugzeit: 3:05 bis 3:25 Stunden Wasser: Leitungswasser ist trinkbar Wichtig: Steckdosenadapter nicht vergessen!

DIESE INSEL WIRD IN DEN NÄCHSTEN JAHREN NoCH voN SICH HöREN LASSEN – DA BIN ICH MIR ZIEMLICH SICHER. Finisher 17


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H SH

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läuft. Bei. Dir. Hat man vor 20 Jahren einen Laufschuh gekauft, schien es vergleichsweise einfach, „den Richtigen“ zu finden. Konnte man sich damals nur für mehr oder weniger Dämpfung entscheiden, sah man sich ein paar Jahre danach mit der Frage konfrontiert, ob der Schuh eine Stütze haben soll oder nicht. Heute hat man die Qual der Wahl. Die Auswahl ist riesig, was den Kauf des

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passenden Laufschuhs nicht unbedingt vereinfacht. Was sind nun die relevanten Aspekte für den Laufschuhkauf und warum? Läufertypus, Erfahrung, Einsatzbereich, Gewicht des Läufers und Einhaltung einiger Grundprinzipien der Biomechanik spielen eine wichtige Rolle, um das richtige Modell zu finden. Das wirft aber sofort die Frage auf, ob

alles mit einem einzigen Schuhmodell abgedeckt werden kann. Grundsätzlich dankt es einem der Fuß, wenn man zwei oder mehr unterschiedliche Paare von Laufschuhen sein Eigen nennt, um ihm verschiedene Trainingsreize zu geben und so die Art der Beanspruchung des Bewegungsapparats zu variieren. So kann die Gefahr von Überlastungserscheinungen minimiert werden.


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laufschuhtypen Die Bezeichnung Neutralschuh bezieht sich auf einen Laufschuh, der keine oder maximal eine leichte Pronationsstütze hat, eine moderate Sprengung (Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß) von 4 bis 11 Millimetern aufweist, eine mäßige, komfortable Dämpfung besitzt und eine gute Torsionsfähigkeit zwischen Vorund Rückfuß zulässt. Meist wird dieser Laufschuhtyp als Partner fürs Abspulen der Hauptkilometerleistung im Jahr gewählt. Im Vergleich dazu punktet ein Wettkampfschuh mit einer wesentlich leichteren Bauweise (unter 300 Gramm), dafür bringt er weniger Dämpfung und Stabilität mit, lässt aber eine direktere und schnellere Kraftübertragung bei der Laufbewegung zu. Oft findet sich in dem ein oder anderen Modell dieses Typs noch ein Carbonteilchen, das zum Ende hin durch

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zusätzliche Rückstellkraft eventuell schwindende Muskelkräfte kompensieren soll. Die Sprengung beginnt bei 4 Millimetern. Ein Stabilitätsschuh besitzt, wie der Name schon vermuten lässt, einen stabileren Schaft und eine stabile Fersenkappe, wodurch dem Fuß mehr Halt und Führung gegeben wird als in einem Neutral- oder Wettkampfschuh. Gegen zu viel Abknicken des Fußes nach innen (Pronation) findet man hier eine Pronationsstütze und meist deutlich mehr Dämpfung als bei Neutralschuhen. Die Torsionsfähigkeit ist deutlich reduziert. Diese Schuhe weisen eine Sprengung von mindestens 8 Millimetern auf. Natural-Running-Schuhe (Barfußschuhe) besitzen keine Stütze, haben unter 4 Millimeter Sprengung und forcieren so das natürliche Laufen im Mittel- und Vorfußbereich. Die Zehenbox ist bei diesen Schuhen gern etwas

breiter, um dem Fuß die natürliche Ausdehnung bei diesem Laufstil zu ermöglichen. Fuß- und Wadenmuskulatur werden mit diesen Schuhen deutlich mehr gefordert. Im Lauftraining werden Natural-Running-Schuhe gerne als Zweitschuhe eingesetzt, um Kraft und Motorik zu trainieren. Trainierst du beschwerdefrei und hast keinerlei Probleme, wird dein Schuh bzw. die Art von Schuh der richtige für dich sein. Treten jedoch Probleme auf, empfiehlt sich gegebenenfalls ein Wechsel des Laufschuhtyps. Wer es genau wissen will, wie sich sein Fuß in einem Schuh während der Laufbewegung verhält, besonders wenn es schon irgendwo zwickt, dem sei eine professionelle Laufanalyse ans Herz gelegt, damit die Ursache (die bekanntlich auch oberhalb des Fußes gesucht werden muss!!!) schnell erkannt werden kann bzw. die Symptome erst gar nicht entstehen!


FREE SPEED RACE JERSEY Aerodynamische und variable Kurzarmlösung mit atmungsaktiven, elastischen Materialien für einzigartige Bewegungsfreiheit. CASTELLI-CYCLING.COM/TRIATHLON

einflüsse auf die haltbarkeit von laufschuhen - Gewicht des Läufers - Je besser der Schuh zum Läufer passt, destolänger hält er - Abrollverhalten: je mehr Abweichung von der Ideallinie, desto höher der Verschleiß - Laufstil: je sauberer der Laufstil, desto geringer der Verschleiß - Fersenläufer haben mehr Verschleiß als Mittelfußläufer - Geschwindigkeit - Laufuntergrund: Schotter führt schneller zum Verschleiß als Waldboden

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ON RUNNING

unser bewertungssystem Die Einteilung der von uns gelaufenen Schuhmodelle erfolgte in folgende Kategorien: Komfort/Dämpfung: 100 % – Dämpfungseigenschaften und der Tragekomfort sind sehr hoch.

TESTER ANGELA

CLOUDFLOW

CLOUDFLOW

EMPF. VK-PREIS: 149,95 GEWICHT: 190 g in Größe US 7 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Schon beim Öffnen der Schachtel fühlt man sich

EMPF. VK-PREIS: 149,95 GEWICHT: 225 g in Größe US 9,5 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Eindeutig auf der leichten Seite des Laufschuh-

“wie im Himmel“, der Schuh scheint auf Wolken gebettet zu sein. In den Farben Spice & Flesh ist er noch dazu ein echter Hingucker, der auch in der Freizeit gut getragen werden kann. Sein Ziel, dich direkt zum Runner’s High zu bringen, verfehlt er nicht, wenn du einen leichten und reaktiven, neutralen Performance-Schuh suchst, der im Rück- und Mittelfußbereich etwas stabiler ist. Er bietet dadurch auch leichten Überpronierern wie mir eine Stütze – nicht zu viel und nicht zu wenig, ideal für längere Läufe auf Asphalt. Steinchen bleiben gern im Mittelsteg hängen, was den Laufspaß mitunter kurz unterbrechen lässt.

BESONDERHEIT: Barfuß überzeugen die mit flachen Nähten ausgestattete Innensocke und das atmungsaktive Mesh-Obergewebe, das für optimale Be- und Entlüftung sorgt. Das patentierte Speedboard des Cloudflow bietet genügend Flexibilität und Vorspannung für mehr Vortrieb beim Laufen. FAZIT: Go with the flow.

Tempo: 100 % – mit diesem Schuh kann man sehr schnell und dynamisch laufen.

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Stabilität: 100 % – sehr gute Führung im Schuh und Verstärkung durch das Obermaterial sowie eine Stütze. Distanz: 100 % – mit diesem Schuh kann man sehr lange Distanzen laufen.

spektrums verortet, erweist sich der Cloudflow als direkter und gleichzeitig komfortabler Weggefährte. Ob es die 18 Cloud-Elemente sind (und damit mehr als bei den anderen On-Schuhen) oder die geschäumte Zwischensohle mit dem verlockend klingenden Namen „Zero Gravity“: Das Lauferlebnis ist erstaunlich angenehm. Dies beginnt schon beim Hineinschlüpfen, wo sich die perfekte Verarbeitung auch dem unbesockten Fuß erschließt: Eine weiche Innensocke hält Schaft und Zunge exakt in Form und begegnet mit abgeflachten Nähten dem Rist sehr reibungsarm. Ganz nebenbei sorgt sie auch für einen gefälligen Farbkontrast mit dem Obermaterial. Die leichte Verstärkung der Zehenkappe und im Fersenbereich ermöglicht auch den gelegentlichen Ausflug in unbefestigtes Gelände – mit dem konstruktionsbedingten Nachteil, dass sich der eine oder andere Kieselstein in der offenen Sohlenkonstruktion dauerhaft einnistet. Haupteinsatzbereich sind sicherlich längere Läufe, wobei der abschließenden Temposteigerung nichts entgegensteht.

BESONDERHEIT: Die Speedboard-Sohlenkonstruktion und die 18 Cloud-Elemente klingen stark nach Marketingsprech, sorgen aber für einen erstaunlich vielseitigen Laufschuh, der Reserven sowohl für die Dauer des Laufes als auch für die Geschwindigkeit der Ausführung bereithält. Weiters: Gewinner in der Reflektorenwertung! FAZIT: “I am the shortcut to runner’s high“, sagt die Innensohle. “Ich gehe gerne lang mit dir laufen“, sage ich. WWW.ON-RUNNING.COM

ON RUNNING

TESTER THERESA

CLOUD W EMPF. VK-PREIS: 134,95 GEWICHT: 178 g in Größe US 8 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Auf den ersten Blick sieht der Cloud von On wie

ein sportlicher, dennoch sehr schicker Freizeitschuh aus. Nach den ersten laufenden Metern zeigt sich aber, was hinter seiner detailverliebten Fassade steckt. Dieser Neutralschuh fühlt sich ultraleicht an, vermittelt ein Gefühl des Barfußlaufens und beeindruckt gleichzeitig mit einer überragenden Dämpfung. Nach einiger Zeit fehlt meinem eher zur Pronation neigenden Fuß aber die Stabilität im Mittelfuß- und Innenknöchelbereich. Kleine Steinchen verhaken sich schnell zwischen den einzelnen Clouds an der Sohle und können die sonst sehr geschmeidige Laufbewegung leider kurz stören. BESONDERHEIT: Mit Zero-Gravity-Schaum und On’s patentierter CloudTec-Technologie ist der Cloud der weltweit leichteste vollgedämpfte Laufschuh, der zurzeit am Markt erhältlich ist. Bonus: Traditionelle Schnürsenkel befinden sich noch zusätzlich in der Schachtel und lassen den Läufer die Schuhe noch straffer binden. FAZIT: Ein Must-have für alle Neutralläufer, die maximale Dämpfung mit dem Gefühl des Barfußlaufens kombinieren wollen. 24 Finisher

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TESTER MARTIN A.

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ANGELA TESTER ANGELA

SAUCONY

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TESTER MARTIN A.

FREEDOM ISO

FREEDOM ISO

EMPF. VK-PREIS: 180 GEWICHT: 220 g in Größe US 7,5 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Schlüpft man in den im oberen Preissegment

EMPF. VK-PREIS: 180 GEWICHT: 261 g in Größe US 9,5 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Neben dem bewährten Kinvara bietet Saucony

angesiedelten Freedom ISO von Saucony, wird man zuerst vom angenehmen Gefühl des weichen Engineered Mesh-Obermaterials empfangen. Es schmiegt sich dank ISOFIT angenehm und dynamisch an jegliche Fußform an. Diese Flexibilität geht leider zu Lasten der Stabilität. Läufer dieses Neutralschuhs sollten ein stabiles Längsund Quergewölbe besitzen, um die Everun-TopsoleKonstruktion für erhöhte Energierückgewinnung und die erstmals durchgezogene Zwischensohle vom ersten bis zum letzten Kilometer vollends auskosten zu können.

BESONDERHEIT: Neben der innovativen Everun-Topsoleund Zwischensohlen-Konstruktion bietet der Saucony Freedom ISO eine TRI-FLEX Crystal Rubber“-Außensohle. Diese verspricht extreme Haltbarkeit und sorgt für optimalen Bodenkontakt. FAZIT: Perfekt geeignet für stabile Füße, auch für längere Läufe. Finger weg bei Tendenz zur Pronation! WWW.SAUCONY.COM

mit dem gänzlich neuen Freedom auch eine spektakuläre Überraschung. Diese beginnt eher unangenehm mit der Höhe des Preises. Sie setzt sich aber erfreulicherweise im spektakulären Design und in der Farbgebung fort (Disco-Faktor: 10). Saucony verbaut beim Freedom die Everun-Zwischensohle erstmals über die ganze Länge, was sich in einem fantastischen Laufkomfort niederschlägt. Durch die Zwischensohle soll auch die Energierückgewinnung optimiert werden – ähnlich wie beim Adidas Boost spüre ich eher den Komfortgewinn als die Energieersparnis. Das Obermaterial ist aus spektakulär weichem Mesh und bietet vom Start weg ein heimeliges Gefühl. Für besonders lange Läufe ist die Dämpfung ideal, während das Obermaterial dafür etwas wenig Support liefert. Besonders der Fersenbereich bietet vergleichsweise wenig Halt. Die Kehrseite des Komforts (vom ersten Schritt weg!) ist, dass etwaigen Fußfehlstellungen und lauftechnischen Verschleißerscheinungen wenig entgegengehalten wird.

BESONDERHEIT: Die durchgängige Spezialschäumung der Everun-Zwischensohle und der Aufbau des Obermaterials (keiner ist weicher!) sind jeweils Spitzenleistungen des Laufschuhbaus. FAZIT: Die Kombination aus Komfort-Sohle und NeutralObermaterial ist für mich noch nicht ganz stimmig – wir können aber gespannt sein, was mit dem Everun-Material in Massachusetts noch ausgeheckt (und in China vernäht) wird! WWW.SAUCONY.COM

164 cm groß und im Gegensatz zum Großteil der Bevölkerung im Winter meist leichter als im Sommer, hauptsächlich aber 52 Kilo leicht. Meine Schuhgröße passt zu meiner Statur und liegt meist bei 38. Da ich leidenschaftliche Mountainbikerin bin, werden die Laufschuhe eher aus der Not heraus geschnürt, um den Bewegungsdrang zu stillen, wenn kein Rad in greifbarer Nähe ist oder es an Zeit mangelt. Aber auch dann bin ich lieber im Gelände als am Asphalt unterwegs – auf der Suche nach neuen Trails, die ich das nächste Mal mit dem Bike erkunden kann. Generell bevorzuge ich einen relativ neutralen, aber doch minimal gestützten Schuh, um meiner Überpronation entgegenzuwirken.

THERESA

TESTER MARTIN P.

SALOMON

TESTER MAX

SONIC EMPF. VK-PREIS: 140 GEWICHT: 322 g in Größe US 11 / 350 g in US 13 SPRENGUNG: 10 mm LAUFEN: Die Trailrunningkaiser aus Frankreich bringen

mit dem Sonic einen echten „Packesel“ in drei Farben auf den Markt. Der Schuh ist sehr sauber verarbeitet und wirkt unzerstörbar. Ich prognostiziere ihm eine sehr lange Lebensdauer, wie man es von den Franzosen gewohnt ist. Fersenläufern wird die Sprengung mit dem relativ hohen Fersenkeil nicht gefallen, da sich dies negativ auf das Abrollverhalten auswirkt. Der Sonic glänzt mit ausreichend Stabilität und Dämpfung und findet somit seinen Platz im Laufschuhkasten in der Kategorie Begleiter für die langen Einheiten.

BESONDERHEIT: 3D-Flex für optimale Kombination aus Bewegungsfreiheit und Fußhalt. FAZIT: Mr. Unkaputtbar – top Langstreckentrainingsschuh. WWW.SALOMON.COM

55 Kilo gleichmäßig verteilt auf 174 cm mit Schuhgröße 39 2/3, für alle die es genau wissen wollen. Nach langen FachhochschulTagen freue ich mich als ambitionierte AsicsGenussläuferin auf meine geliebten Laufpatscherln, die mich wohlgemerkt schon ein Leben lang begleiten und mir immer wieder sehr gute Dienste im Kopfauslüften erweisen. Meine Gelenke >>

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NEW BALANCE Wann ist es Zeit für neue Laufschuhe? Daumen mal Pi kann man mit einem Laufschuh zwischen 800 und 1200 Kilometer absolvieren, sofern die Selbstzerstörungszeit des Schuhs vom Hersteller nicht anders vermerkt ist. Dennoch schadet es nie, seine Laufschuhe ab und zu genauer unter die Lupe zu nehmen und auf diverse Verschleißerscheinungen zu prüfen: Einseitige Abnützungserscheinungen auf der Schuhsohle: gibt auch Hinweis auf ungewollte Bewegungen des Fußes beim Laufen.

TESTER PHILIPP TESTER MARTIN P.

TESTER MARTIN K.

SALMING

1500 V3

RACE 3

EMPF. VK-PREIS: 108 Euro GEWICHT: 234 g in Größe US 10.5 / 281 g in US 12,5 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Ein Schuh an der Grenze zwischen Lightweight-

EMPF. VK-PREIS: 129,90 GEWICHT: 160 g in Größe US 7,5 SPRENGUNG: 5 mm LAUFEN: Der erste Eindruck, einen erstklassigen

Trainer und Wettkampfschuh. Nicht umsonst verwendete Sebastian Kienle dieses Modell beim Ironman Hawaii. Der 1500 V3, der auch mit hervorragendem Design überzeugt, besticht durch direktes Laufverhalten, ohne dem Fuß dabei so einen harten Aufprall abzuverlangen, dass dieser muskulär schnell ermüden würde. Der Drang nach Geschwindigkeit kann mit diesem Schuh definitiv ausgelebt werden. Diese Treter – auch die Wahl einiger prominenter Triathleten – überzeugen in jedem Gelände und sind wohl für schnelle Trainings sowie für Rennen ab dem Halbmarathon, insbesondere Half-Ironman oder Langdistanz, bestens geeignet. Ein solides, kompaktes Obermaterial sorgt für angenehme Passform, und so steht einem erfolgreichen, schnellen Lauf nichts im Wege.

BESONDERHEIT: Leichte Stütze im Mittelfußbereich. Eine Lasche sorgt für schnelles Anziehen in der TriathlonWechselzone. FAZIT: Top-Schuh für Triathlon und längere Wettkämpfe! Großer Fun-Faktor auch bei schnellem Geläuf im Training!. WWW.NEWBALANCE.COM

Wettkampfschuh in den Händen zu halten, bestätigt sich bereits vor der ersten Anprobe. Die Waage zeigt unglaubliche 160 Gramm in Größe US 7,5. Trotz der minimalistischen Bauweise wirkt der Schuh sehr hochwertig, was sich beim ersten Anziehen auch bestätigt. Das flexible Außenmaterial passt sich dem Fuß gut an und bietet bei hohem Tempo den notwendigen Halt. Die carbonverstärkte Sohle bringt die aufgebrachte Kraft direkt in den Boden, was persönliche Bestzeiten nahezu verspricht. Die geringe Sprengung von 5 Millimetern entspricht dem Natural-Running-Trend, was aber eine gut ausgebildete Fuß- und Beinmuskulatur voraussetzt. Die Kombination aus geringer Dämpfung und minimaler Sprengung kann zu einer starken Beanspruchung der Sehnen, Bänder und der Muskulatur führen, weshalb der Salming Race 3 für schnelle Trainingsläufe und Wettkämpfe zu empfehlen ist.

BESONDERHEIT: Torsion Efficiency Unit: Verspricht maximale Effizienz und unterstützt bei schnellem Richtungswechsel. FAZIT: Ein extrem leichter und schneller Wettkampfschuh für Distanzen bis zur Mittelstrecke. WWW.SALMING.COM

Blick von hinten auf beide Schuhe: Stehen sie (oder gar nur einer) schon stark nach innen oder außen gekippt? Ausbeulungen im Schaft können sichtbar werden; durch sie verliert der Fuß den Halt im Schuh. Treten plötzlich Blasen oder Scheuerstellen am Fuß auf, kann dies ein Zeichen für den Verlust der Passform sein.

SAUCONY FASTWITCH 8

FASTWITCH 8

Zeigen sich schon Risse oder Kompressionszeichen in der Zwischensohle?

EMPF. VK-PREIS: 124,95 Euro GEWICHT: 174 g in Größe US 8.5 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Schon beim Reinschlüpfen in diesen schnittigen

EMPF. VK-PREIS: 124,95 Euro GEWICHT: 192 g in Größe US 10 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Dem Fastwitch sieht man schon beim Auspa-

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TESTER THERESA

SAUCONY

TESTER JOHANNES

Schuh fühlt man sich schnell. Innovativ verarbeitetes Obermaterial aus Textil mit lässigem Print an den Seiten macht richtig Lust aufs Laufen. Die kaum vorhandene Dämpfung ist für mich anfangs etwas ungewohnt, jedoch gibt mir der Schuh ein sehr gutes Stabilitätsgefühl und verlangt direkt nach ein paar richtig schnellen Schritten. Während ich über die Laufbahn fliege, lässt sich mein Krafteinsatz sehr gut in einen knackigen Impuls umsetzen und ich fühle mich als ambitionierte Hobbyläuferin für kurze Zeit echt professionell. BESONDERHEIT: Das ultraleichte Obermaterial aus Mesh, kombiniert mit strategischen Aussparungen in der Außensohle, gewährleistet im Schuh eine Luftzirkulation der Extraklasse. FAZIT: Eine absolute Rakete mit milder Pronationsstütze, die aber eine sehr saubere Technik braucht – für ambitionierte Läufer absolut zu empfehlen!

cken seine Bestimmung an, sein Gewicht reiht sich eher am unteren Ende der von mir gelaufenen Schuhe ein. Beim ersten Anprobieren fühlt sich das Fußbett flach und die Passform angenehm eng an. Die Ausführung der Schnürung gefällt mir persönlich nicht, sie ist etwas haklig, sofern man das bei einem Laufschuh sagen kann. Ist die Hexe aber geschnürt, kann es losgehen, und das mit hohem Tempo. Die flache Sohle gibt perfekte Rückmeldung und die minimale Stütze unter dem Mittelfuß ein wenig Support, perfekt für schnelle Zeiten auf hartem Untergrund. Auf jeden Fall kein Schuh für langsame Geländeläufe und jene, die nach Dämpfung suchen. BESONDERHEIT: PWRTRAC-Gummiaußensohle für dreimal bessere Traktionskontrolle im Vergleich zu Standard Gummi. FAZIT: Die schnelle Hexe ...

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SALOMON

TESTER MARTIN A.

SALMING

S-LAB SONIC 2

ENROUTE

EMPF. VK-PREIS: 180 Euro GEWICHT: 215 Gramm in Größe US 8,5 SPRENGUNG: 8 mm LAUFEN: So wie der Radhersteller aus Morgan Hill seine

Top-Produkte unter dem Label S-Works vertreibt, hat Salomon das S-Lab als Quelle seiner Preziosen (dementsprechend braucht es auch eine gewisse Schmerzbefreiung hinsichtlich des Preises). Bringt man die Franzosen üblicherweise eher mit dem Cross-Segment in Verbindung, so legen sie hier die zweite Auflage ihres Straßenrennschuhs vor. Farblich und verarbeitungstechnisch spektakulär, ist der Sonic 2 ein Schuh für ganz spezielle Anlässe: nämlich für Wettkämpfe. Die dünne Schaftkonstruktion mit der hart umfassten Ferse („Performance-Passform“) und die minimal gedämpfte Sohle dienen nur dafür, sich schnell dem Ziel anzunähern – Komfort stand nicht im Lastenheft der Konstrukteure. Wenn sich der eigene Fuß dem Schuh nicht anpasst, hat man wohl Pech gehabt. Ansonsten spektakulärer Vortrieb und super Abrollverhalten!

BESONDERHEIT: Minimalistischer Wettkampfschuh, der den Fuß allseits fest umschließt und dementsprechend schmal geschnitten ist. Sich kurz wie Kilian Jornet zu fühlen, ist eindeutig kein Ponyhof-Aufenthalt. FAZIT: Wenn der Schuh passt, dann passt’s! Wenn nicht, dürfte bei längerer Benützung bald ein weiterer Rotton durch die Umgestaltung des Fußes hinzugefügt werden. WWW.SALOMON.COM

NEW BALANCE

TESTER PHILIPP

EMPF. VK-PREIS: 164,95 Euro GEWICHT: 270 g in Größe US 10.5 SPRENGUNG: 12 mm LAUFEN: Salming, als Laufschuhhersteller noch nicht

so ein Begriff, sorgte für hohe Erwartungshaltung und Spannung bei den Testern. Der EnRoute sieht aus wie ein Trainingsschuh, etwas klobig, aber so läuft er sich gar nicht. Außerdem überzeugt er mit einem geringen Gewicht. Die Dämpfungseigenschaften sind positiv hervorzuheben, und für langsames Jogging und Dauerläufe ist der Schuh bestens geeignet. Das Innenleben des Schuhs ist etwas dick bemessen, und somit könnte der EnRoute für Winterläufe besser geeignet sein als für Hitzeschlachten. Ob das an seinem Heimatland Schweden liegt? Wer den unbedingten Tempodrang hat, sollte diesen Schuh nicht wählen, auch der Wald ist wegen der etwas rutschigen Sohle nicht ganz sein Gelände. Ansonsten ist der Salming EnRoute ein sehr solider Trainierer für lockere Läufe auf Asphalt und Schotter!

BESONDERHEIT: Der Hersteller verspricht mit dem “Natural Running Support System“ ein besonders natürliches, minimalistisches Laufgefühl. Weiters umschließt das vollintegrierte ExoSkeleton den kompletten Fuß, es soll beispielsweise Druckstellen vermeiden und guten Halt bieten. Außerdem soll die neue Recoil R Mittelsohle für die optimale Dämpfung sorgen. FAZIT: Guter Trainingsschuh für das natürliche Lauferlebnis, insbesondere auf Asphalt. Sicher ein Gewinn für Läufer, die viele Wochenkilometer absolvieren und ihrem Fuß Abwechslung bieten wollen. WWW.SALMING.COM

TESTER PHILIPP TESTER MARTIN P.

TESTER MARTIN A.

FRESH FOAM BORACAY V3

NEW BALANCE

EMPF. VK-PREIS: 134 Euro GEWICHT: 290 g in Größe US 10.5 / 315 g in US 12,5 SPRENGUNG: 7 mm LAUFEN: Der erste Eindruck: So soll ein Trainingsschuh

VAZEE PRISM V2

aussehen. Gute Passform, schön verarbeitetes Obermaterial, eine solide Dämpfung bei trotzdem geringer Sprengung. Dieser Schuh läuft sich sehr angenehm, der Fuß findet guten Halt, und aufgrund des Obermaterials und der Sohle kommt dieser Schuh auch auf Schotter oder im Wald- und Wiesengelände gut zurecht. Natürlich ist das Lauffeeling nicht so direkt wie bei einer echten Rennsemmel, jedoch ist das kurze Rennen auch nicht das Einsatzgebiet des Boracay. Der lange und langsame Dauerlauf ist das Metier dieses Schuhs, und dafür bringt er beste Voraussetzungen mit. BESONDERHEIT: Das bewährte Sohlenkonzept Fresh Foam von New Balance sorgt für gute Dämpfung und angenehmes Laufen. FAZIT: Top-Trainingsschuh für unterschiedlichste Untergründe. Gute Verarbeitung und widerstandsfähiges Material deuten auf eine gute Haltbarkeit hin! WWW.NEWBALANCE.COM

TESTER JOHANNES

EMPF. VK-PREIS: 120 Euro GEWICHT: 307 g in Größe US 10 / 301 g in US 9 SPRENGUNG: 8 mm LAUFEN: Die Schachtel des NB lässt einen Schuh erwar-

ten, der hohe Ansprüche erfüllen soll, und das tut er auch. Die Verarbeitung ist top, aber mein Fuß ist keine Liebesbeziehung mit dem NB eingegangen. Der Grund war die nach Herstellerdefinition mediale Stütze, welche für Support sorgen soll, was sie auch tut, nur eben leider für mich ein wenig zu viel, deshalb unbedingt anprobieren. Die Passform selbst ist sehr gut und bietet sehr guten Halt in der Ferse und genug Raum im Zehenbereich. Trotz des Supports ist der Schuh nicht träge, er reagiert schnell auf den Input des Läufers und ist perfekt für längere Einheiten auf Asphalt und leichten Schotterwegen geeignet. BESONDERHEIT: Eine Zwischensohle aus REVlite-Schaum für ein reaktionsschnelles Gefühl und eine erneuerte Unterstützung im Mittelfußbereich. FAZIT: Der Schuh mit der Stütze – Kategorie “Workhorse“ WWW.NEWBALANCE.COM

und ich fühlen sich in stabilen, gut gedämpften Schuhen am wohlsten. Dabei bevorzuge ich das nicht geplante Abenteuer und die Abwechslung gegenüber dem strikten Trainingsplan, weshalb sich auch mein Spielplatz facettenreich zeigt: Egal ob Wald, Wiese, Straße oder Bahn – sobald sich eine freie Minute ergibt, findet man mich draußen. Bei meinen wenigen Wettkämpfen punkte ich vor allem in der StyleWertung – frei nach dem Motto: Wenn schon nid schnö, dann wenigstens sche ;-)

MAX 185 cm groß und je nach Saisonzeitpunkt zwischen 78 und 83 Kilo schwer. Da erkennt der erfahrene Leser bereits, dass ich nicht die gottgegebene Läuferfigur besitze. Mit einer Schuhgröße von 45 bis 46, je nach Schnitt, bin ich gerade noch unter der Bootsgrenze, brauche aber natürlich Latschen, die leicht abrollen, wenig Sprengung haben und sich von der Masse her in Grenzen halten, damit ich nicht wie in einer Après-Bar mit Skischuhen herumeiere. Meine beiden verletzungsgeplagten Stelzen mussten sich mit mir als Triathlonspäteinsteiger erst an die Leichtigkeit des „Laufseins“ gewöhnen. Technisch kann ich eigentlich alles laufen – will aber nicht. >>

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Laufmuffel ist wohl der richtige Ausdruck. Meine Beinachsen bedürfen regelmäßigen Trainings, um überhaupt in den Genuss dieser Bewegungsform zu kommen, und daher ist die Schuhwahl bei mir ebenso wichtig wie die muskuläre Vorbereitung auf die Belastung. Ich bevorzuge dennoch eher harte und neutrale Laufschuhe, da ich von korrigierenden Stützen und zu üppiger Dämpfung wenig halte. Mein bevorzugter Untergrund ist wie am Bike das Gelände; Asphalt dient nur als Zubringer zu den Trails und wird, so gut es geht, gemieden.

TESTER MARTIN A.

ASICS

TESTER PHILIPP

SALMING

GEL-HYPER TRI 3

SPEED 5

EMPF. VK-PREIS: 110 Euro GEWICHT: 182 g in Größe US 9 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Die dritte Generation des Hyper Tri ist ein Schuh

EMPF. VK-PREIS: 150 Euro GEWICHT: 255 g in Größe US 10.5 SPRENGUNG: 6 mm LAUFEN: Der Name “Speed“ zeigt dem Läufer schon

FAZIT: Schmaler Racer mit verhältnismäßg viel Komfort.

BESONDERHEIT: Neben gewohnten Salming-Features sorgt die 62/75°-Technologie dafür, dass der Schuh genau dort Flexibilität bietet, wo der Fuß sie benötigt. FAZIT: Sehr solider Racer für jedermann und jederfrau. Optisch ein Hingucker und für Triathleten somit wohl eine ideale Schuhwahl!

für die kürzeren Distanzen, der relativ schmal geschnitten ist. Er eignet sich hervorragend für Tempotrainings und für den Wettkampf, ohne dabei komplett auf den Komfort verzichten zu müssen. Läufer mit breiten Füßen werden im Hyper Tri 3 nicht glücklich, generell muss man aufgrund der schmalen Leisten den Schuh eventuell eine halbe Nummer größer nehmen. Ich kann mir aber gut vorstellen, diesen Schuh auch mal bei einem längeren Wettkampf zum Einsatz zu bringen – das Zeug dazu hat er allemal. BESONDERHEIT: Eine Wasserableitung in der Zwischensohle, die leichte Gel-Dämpfung und ein SchnellschnürSystem sorgen für höchstmögliches Lauftempo. WWW.ASICS.COM

beim Auspacken, in welche Richtung dieser Schuh gehen soll. Die Sohle ist bewusst minimalistisch gehalten, weist aber dennoch etwas Dämpfung auf und unterscheidet sich somit von komplett ungedämpften, flachen Rennschuhen der Konkurrenz. Das Laufempfinden ist sehr direkt, und diese schwedischen Treter bieten guten Halt. Wie beim Salming EnRoute ist das Innenmaterial auch hier relativ dick gewählt, was sich bei Hitze als negativ erweisen könnte. Asphalt ist wohl der Lieblingsbelag unseres skandinavischen Freundes, rutschige Wurzeln oder den Wald meidet er lieber. Dafür überzeugt er am Laufband! Der Name “Speed“ ist definitiv würdig gewählt, auch wenn es gewichtsmäßig sicher noch leichter geht.

WWW.SALMING.COM

PHILIPP 182 cm groß und je nach Jahreszeit zwischen 70 und 75 kg schwer, derzeit circa 50-60 Laufkilometer pro Woche. Seit mittlerweile zehn Jahren bin ich im Triathlonsport aktiv. Bereits zwei Jahre davor absolvierte ich meine ersten Laufrennen. Das Laufen würde ich insgesamt als meine Lieblingsdisziplin bezeichnen. Es ist bei jedem Wetter, zu jeder Tageszeit und nahezu an jedem Ort möglich. So führte mich meine Laufleidenschaft schon durch zahlreiche Großstädte, durch die früh>>

28 Finisher

ASICS

TESTER PHILIPP

ASICS

TESTER MARTIN P.

GT-2000 5

NOOSA FF

EMPF. VK-PREIS: 140 Euro GEWICHT: 337 g in Größe US 10,5 SPRENGUNG: 10 mm LAUFEN: Der Schuh glänzt mit guten bis sehr guten

EMPF. VK-PREIS: 150 Euro GEWICHT: 294 g in Größe US 13 SPRENGUNG: 10 mm LAUFEN: Die Japaner waren die meistgelaufene Schuh-

Stützeigenschaften und Dämpfungswerten sowie einer angenehmen Passform. Die feste Laufsohle funktioniert auf allen Untergründen nahezu gleichermaßen gut. Ein idealer Schuh für die mittleren und längeren Trainingsläufe für Läufer und Läuferinnen mit Überpronationstendenz. Durch die stabile Zwischensohlen- und Fersenkonstruktion auch für schwere Läufer gut geeignet. Wer einen dynamischen Schuh sucht, ist beim GT-2000 5 jedoch an der falschen Adresse.

BESONDERHEIT: Das Impact Guidance System sorgt für guten und sicheren Halt. Der Fuß wird bei der durchgehenden GUIDANCE-LINE-Version ganz individuell vom ersten Bodenkontakt über den gesamten Bewegungsablauf immer wieder über die gleiche, natürliche Kraftverlaufslinie zum optimalen Abdruckpunkt geführt. FAZIT: Der Stabilitätsschuh-Evergreen schlechthin mit altbewährter Pronationsstütze. WWW.ASICS.COM

marke beim Ironman Hawaii 2016. Die bereits zwölfte Auflage des Noosa-Klassikers soll den Erfolgeslauf fortführen. Der FF hat nicht mehr viel von seinen Vorgängern, auch das Farbkonzept hat sich grundlegend geändert – einzig die Zielgruppe bleibt die gleiche: Triathleten. Das FF steht für Flyte Foam und bietet sehr gute Dämpfungseigenschaften. Das nahtlose Obermaterial sorgt für gute Luftzirkulation und passt auch ohne Socken perfekt. BESONDERHEIT: Elastische Schuhbänder, luftiges Obermaterial, Flyte Foam, Tri-Style – alles ist auf die Wünsche der anspruchsvollen Triathleten ausgelegt. FAZIT: Ein ausgewiesener Triathlonschuh, der sowohl mit Styleelementen wie auch durch triathlonspezifische Detaillösungen punktet. WWW.ASICS.COM


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SALOMON

TESTER THERESA

SONIC PRO 2 W EMPF. VK-PREIS: 140 Euro GEWICHT: 192 g in Größe US 7.5 SPRENGUNG: 8 mm LAUFEN: Große Verwunderung beim ersten Versuch, in

diese Schuhe so reinzuschlüpfen, wie man es sonst gewohnt ist: Fuß bleibt auf halber Strecke irgendwie stecken! Nach genauerer Betrachtung und dem zweiten Versuch kann ich dann endlich ein Erfolgserlebnis für mich verbuchen. Dank einem speziellen Passsystem wird mein Fuß nämlich von der Zwischensohle bis zum Schnürsystem gefühlsmäßig wie von einer Socke umschlossen und ich fühle mich auf Anhieb sehr wohl in diesen Schuhen. Beim Loslaufen fällt mir eines sofort auf: Neben der guten Dämpfung lässt sich auch mein Krafteinsatz problemlos Schritt für Schritt in einen schnellen Impuls umsetzen. Mit diesem sehr leichten, dennoch stabilen Schuh macht es sehr viel Spaß, einige schnelle Asphaltkilometer (dank dem hervorragenden Sohlengrip auch an Schlechtwettertagen) abzuspulen.

BESONDERHEIT: Das markeneigene Sensifit-System verspricht eine optimale Passform und gibt während des Laufens einfach ein geschmeidiges Gefühl, was auch die gesamte Abrollbewegung sehr positiv beeinflusst. FAZIT: Für diesen Schuh geht man als begeisterte TrailLäuferin gerne einmal fremd – und tauscht dabei ohne Reue das geliebte raue Terrain gegen schnellen, harten Asphalt. WWW.SALOMON.COM

morgendliche Finsternis der schottischen Highlands oder zu TreppenLaufintervallen in einem Wiener Hochhaus. Meine Laufschuhwahl hat sich über die Jahre dabei durchaus verändert. Absolvierte ich als sehr junger Hupfer die meisten Trainings und Rennen in möglichst leichten und ungedämpften Schuhen, setze ich nun als etwas älterer junger Hupfer auf den soliden Trainingsschuh im Training und nur mehr im Wettkampf oder auf dem Laufband (ja, auch dort laufe ich) auf die flache Rennsemmel. Das Laufgelände ist mir relativ egal, solange ich dort vernünftig laufen kann. Reines Bergaufoder Bergablaufen sagt mir sicherlich genauso wenig zu wie ein JungleRun mit dem Buschmesser oder eine etwaige Südpol-Durchquerung. Gegen Asphalt habe ich überhaupt nichts, aber Abwechslung braucht es schon auch.

MARTIN A.

SAUCONY

TESTER MAX

GUIDE 10 EMPF. VK-PREIS: 139,90 Euro GEWICHT: 311 g in Größe US 11 SPRENGUNG: 8 mm LAUFEN: Der Name ist bei Saucony Programm, und so

geleitet einen der Guide durch lange Einheiten und bietet dabei ordentlich viel Stütze und Dämpfung. Die Neonfarbe und die fette weiße Mittelsohle erinnern ein wenig an die Laufschuhversuche früherer Jahre, das Laufgefühl hingegen ist durchaus modern. Die relativ dicke Innenfütterung, die robuste Zunge, die sehr stabile Fersenkappe – beim Guide ist alles auf Unterstützung und Führung ausgelegt, ohne dass er dabei aufdringlich in den Laufstil eingreifen würde. Die breite Sohlenkonstruktion unter dem Vorfuß wird Übersupinierer möglicherweise etwas stören. Solider Trainingslaufschuh im gewohnten Saucony-Design.

172 cm groß und je nach Barttracht ungefähr 67 Kilogramm schwer. Durch recht ausgiebige Erfahrungen mit Plantarfasziitis und Achillodynie habe ich einerseits neue Fremdwörter kennengelernt und andererseits erfahren, dass wirkliches Lauftraining nicht nur in den Laufschuhen stattfindet, sondern auch auf der >>

BESONDERHEIT: Everun-Dämpfungsaufbau mit Energierückgewinnungseffekt. FAZIT: Retrotrainer, der einem ordentlich unter die Arme greift. WWW.SAUCONY.COM Finisher 29


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Gymnastikmatte, wenn man Verletzungen dauerhaft entgehen will. Ausgestattet mit einer zivilisationstypischen Tendenz zu Senk- und Spreizfuß verwende ich mitunter orthopädische Einlagen und versuche, bei meinem Schuhwerk möglichst viel zu variieren. In letzter Zeit favorisiere ich eher leichte und neutrale Schuhe, was auch mit meinem Fokus auf kürzere Distanzen zu tun hat. Mein Lauftraining findet meist am späteren Abend nach Büroschluss statt: Das einsame Laufen in der Dunkelheit entbindet mich völlig davon, dass die Schuhe auch gut aussehen müssen – eine echte Befreiung!

SAUCONY

TESTER THERESA

SAUCONY

KINVARA 8

KINVARA 8

EMPF. VK-PREIS: 129,95 GEWICHT: 212 g in Größe US 8.5 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Erste Laufschritte überzeugen mit einem stabilen

EMPF. VK-PREIS: 129,95 GEWICHT: 230 Gramm in Größe US 9,5 SPRENGUNG: 4 mm LAUFEN: Ich muss vorwegschicken, dass ich dem

Gefühl bei einem gleichzeitig sehr flexiblen Bewegungsausmaß. Die sehr gute Dämpfung lässt mich auch abseits der Straßen nicht im Stich. Nach circa einer Stunde spüre ich mit meiner Großzehen-Oberseite leider die Innennähte an der Schuhspitze, was mich mit zunehmender Kilometerzahl und trotz optimaler Passform ein bisschen unrund macht. Auf einer leicht nassen Straße zu laufen (nach einem Regenschauer wohlgemerkt) war keine gute Idee, denn nach einer Minute hat sich das Wasser vom Asphalt ungehindert den Weg zu meinen Zehen gebahnt, da der Schuh überhaupt keine wasserabweisende sohlennahe Schutzschicht besitzt. BESONDERHEIT: Der berühmte, eingebaute Everun-Schaum zieht sich bei diesem Modell durch die ganze Mittelsohle, die nun sehr viel Rückstellmoment bietet. FAZIT: Feiner Lightweight-Trainer für schönes Wetter und schnelle Trainings- und Wettkampfkilometer! WWW.SAUCONY.COM

TESTER MARTIN A.

Kinvara gegenüber nicht neutral eingestellt bin: Nach drei gemeinsamen Auftritten bei Triathlonlangdistanzen hat man sich einfach angefreundet! Umso größer war die Spannung, ob das Gute weiter verbessert werden konnte. Optisch unterscheidet sich der Aufbau von jenem der früheren Versionen deutlich. Auch inhaltlich ist der Everun-Ferseneinsatz neu, gefühlt wird der Schuh dadurch weicher. Das Obermaterial präsentiert sich weich, vor allem die Zunge ist gut gepolstert. Die Schnürung umfasst mit ausgefuchsten Overlays den Mittelfuß, was sicherlich zum guten Halt und soliden Laufgefühl beiträgt. Die Zehenbox ist im Vergleich zu den Vorgängermodellen etwas schmäler geworden, was sich darin niederschlägt, dass ich eine Größe mehr benötige. BESONDERHEIT: Ein flaches Sohlendesign und die drei Millimeter dicke Everun-Dämpfung sorgen für die Verbindung von Komfort und neutralem Laufgefühl. FAZIT: Mein Favorit für den geplanten Herbstmarathon! WWW.SAUCONY.COM

MARTIN P. Vom Läufertyp her eher Gimli als Legolas, erhoffe ich mir bei jedem Neukauf ein wolkenähnliches Laufgefühl. Mit meinen 100 kg Körpergewicht gehöre ich zu den Schwergewichten im Ausdauersport, bin aber dennoch von Gelenksproblemen bisher verschont geblieben. Der Style ist mir wichtig und darf auf keinen Fall zu kurz kommen. Mein bevorzugter Untergrund ist Asphalt und Schotter und ich liebe die kurzweiligen Fartleks als Laufinhalt. //

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ON RUNNING

TESTER PHILIPP

CLOUDFLASH EMPF. VK-PREIS: 189,95 GEWICHT: 236 g in Größe US 10.5 SPRENGUNG: 5 mm LAUFEN: Bereits auf den ersten Blick entspricht dieser

“flashige“ Schuh definitiv dem Paradebeispiel eines Rennschuhs. Er weist eine geringe Sprengung auf und läuft sich äußerst direkt. Durch die für On typischen Lamellen auf der Sohle ist dieser Schuh in erster Linie für Asphalt geeignet, im Wald oder auf Schotter fühlt er sich nicht so wohl. Trotz einer gewissen Härte der Sohle ist das Gefühl, wie auf Wolken zu laufen, durchaus vorhanden. Dieses Schuhwerk schreit nach dem Renneinsatz, und dafür ist er – genauso wie für sehr schnelle Trainings – auch gut geeignet. Langsames Laufen ist dafür umso schwieriger, der Drang, schneller zu laufen, ist meist zu stark, auch wenn Regeneration am Trainingsplan steht. BESONDERHEIT: Die Sohlenplatte aus Pebax, genannt Speedboard, speichert Aufprallenergie und gibt sie beim Abstoß wieder ab. Hohe Fersenkappe mit hervorragendem Halt sowie angenehmes Obermaterial! FAZIT: Toller Wettkampfschuh zum stolzen Preis. Einziger Kritikpunkt: das verhältnismäßig hohe Gewicht. Wer dem On-Sohlenkonzept allerdings positiv gegenübersteht und speedy running mag, wird seine helle Freude haben! WWW.ON-RUNNING.COM

SALMING

TESTER ANGELA

RACE 5 EMPF. VK-PREIS: 144,95 GEWICHT: 143 g in Größe US 7 SPRENGUNG: 5 mm LAUFEN: Die neue Generation des Salming Race – das

Leichtgewicht unter den Wettkampfschuhen! Langsam zu laufen geht mit dem Schuh leider nicht – extrem leicht, direkt und dadurch schnell. Trotz seiner Leichtigkeit bietet er durch sein Obermaterial und den optimalen Fersenhalt ausreichend Stabilität. Die optimale Passform umfasst den gesamten Fuß und saugt ihn förmlich in sich hinein. Die Zehenbox bietet unterdessen genügend Bewegungsspielraum. Das spektakuläre Design und die Farbenwahl lassen (fast) jedes Frauenherz höherschlagen! Mit auf den ersten Blick nicht ersichtlichen Reflektoren ist auch für die Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt. BESONDERHEIT: Mit einer “Torsion Efficiency Unit“ aus Carbon im Mittelfußbereich wird im Salming Race 5 die Effizienz der Energieübertragung verbessert. FAZIT: Schneller und leichter Wettkampfschuh für den anspruchsvollen Läufer. Zu schnell für mich, macht jedoch Lust auf mehr! WWW.SALMING.COM


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NE #TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

WHO’S

32 Finisher


EXT #TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

TEXT UND FOTOS: MAX HOFSTÄTTER

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#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

In Österreich neigt der Stammtischsportfachmann gerne zu voreiligen Urteilen bezüglich der Nachwuchsarbeit diverser Sportfachverbände. Nicht selten hört man Fachkommentare wie „Da müsste man halt ...“ oder „Wenn das so weitergeht ...“ oder „Haum wir eigentlich irgendwen für ...“. Um diesen selbsterklärten Experten und auch allen anderen die Augen zu öffnen, hat sich das FINISHER-Magazin entschieden, die Nachwuchsarbeit in Österreich mal ein wenig unter die Lupe zu nehmen und über einen noch unbestimmten Zeitraum mit den zuständigen Trainern auf die Entwicklung der „Next Generation“ zu blicken. Dieses Mal der Erstkontakt mit den Athleten bei einem Trainingscamp in Salzburg.

18.3.2017 – 7:30 Uhr

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HALLENBAD RIF, SALZBURG


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

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#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

36 Finisher


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

18. März, 7:30 Uhr früh, im Olympiastützpunkt Rif/Salzburg. Beim Betreten der Aula auf dem Weg zum Schwimmbad starren mich völlig überraschend 28 Augenpaare etwas verdutzt an. Das mag an der aufgrund der späten Anreise recht kurzen Nacht im Redaktionsmobil liegen oder an der daraus resultierenden Frisur. Doch die Verblüffung der anwesenden Akteure steht meiner in keinster Weise nach, da ich eher mit acht bis zehn Jugendlichen gerechnet habe, die sich zu den ersten Kadertagen 2017 des österreichischen Triathlonverbandes eingefunden haben. Falsch gedacht, 28 waren nach Rif gereist, um den Ausführungen und Anweisungen des Chef-Nachwuchstrainers Ralf Schmiedeke und seines Teams Folge zu leisten.

Genug über die Trainer, reden wir über die Athletinnen und Athleten. Zu den Kadertagen werden all jene eingeladen, die einem offiziellen Nachwuchskader – derer gibt es momentan drei – angehören oder eine sehr gute Chance haben, dies bald zu tun. Ralf Schmiedeke über die aktuell gute Teilnahmequote: „Der Stellenwert dieser Trainingskurse ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Kamen anfänglich nur wenige Jugendliche, die wir eingeladen haben, so sind jetzt fast immer alle da, bis auf diejenigen, die aus schulischen oder familiären Gründen nicht dabei sein können. Wegen der Geburtstagsfeier einer Freundin verpasst aber keiner mehr eine solche Gelegenheit, mit der Gruppe trainieren zu können.“ Verhindert waren bei diesem Kurs nur Therese Feuersinger und Pia Hehenwarter. Alle anderen Athleten des im Herbst 2016 festgelegten Nachwuchs-Nationalteams sowie des A- und B-Kaders waren beim Trainingskurs dabei.

18.3.2017 – 8:30 Uhr

HALLENBAD RIF, SALZBURG

Schmiedeke war in der Goldenen Ära 2008 bis 2012 bei der DTU (Deutsche Triathlon Union) als Bundestrainer für den Nachwuchs engagiert und ist seit nunmehr zwei Jahren beim ÖTRV für das Training der Nachwuchskaderathleten verantwortlich. Sein Team ergänzten an diesem Wochenende Friederike Michlmayr, Bianca Samec, Peter Krieglsteiner und Martin Papista. Letzterer ist unter anderem seit einigen Jahren für das Training von Sara Vilic verantwortlich und durch die Qualifikation

von Vilic für Rio einer der jüngsten Trainer in der Geschichte des olympischen Triathlons, dem dies gelang. Papista ist nun auch in der Südstadt für einige Nachwuchsathleten des ÖTRV zuständig und wesentlicher Bestandteil des Trainerteams im österreichischen Nachwuchsprogramm.

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#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

NATIONALTEAM

NACHWUCHS

THERESE FEUERSINGER MAGDALENA FRÜH PIA HEHENWARTER PIA TOTSCHNIG LUKAS GSTALTNER TJEBBE KAINDL LEON PAUGER PHILIP PERTL

A-KADER

WAVE TRI-TEAM TS WÖRGL 1. RAIKA TTC INNSBRUCK TRI-TEAM HALLEIN RAIKA TRI TELFS TRIATHLONCLUB KAGRAN WAVE TRI-TEAM TS WÖRGL TRIATHLONCLUB DORNBIRN TRI-TEAM HALLEIN

1999 2001 2002 1999 1999 1999

TRI-TEAM HALLEIN TRIATHLONVEREIN KITZBÜHEL SPORTUNION TRIATHLONVEREIN WIENER NEUSTADT TRIATHLONVEREIN KREMS HSV TRIATHLON KÄRNTEN NORA RACING TEAM NIEDERÖSTERREICH

1999 2002 2000 2001 2000 2002 2001 2001 2001 2000 2000

TRUMER TRI TEAM PSV TRI-LINZ 1. LC PARNDORF/TRI TEAM PARNDORF 1. LC PARNDORF/TRI TEAM PARNDORF SU TRIATHLON RATS AMSTETTEN SU TRIATHLON RATS AMSTETTEN 3 TEAM SAALFELDEN SU TRIATHLON RATS AMSTETTEN LTC SEEWINKEL NORA RACING TEAM NIEDERÖSTERREICH TRIATHLONCLUB DORNBIRN

NACHWUCHS

ANNE STRUIJK KATHARINA ERBER JAN BADER KILIAN HOLLMÜLLER RENE HILBER ROLAND NIEMECZEK

B-KADER

1998 2000 1998 2000 1998 1999 1998 1998

NACHWUCHS

18.3.2017 – 13 Uhr

LAUFBAHN RIF, SALZBURG

JULIA BAUBÖCK LISA HUFNAGL VIKTORIA SCHERZ MAGDALENA SCHERZ JAKOB ELIAS FINK NIKLAS KELLER ELIAS MAYER LUKAS OBERLEITHNER ERIK SPINDLER NIKLAUS STRAUSSBERGER WENDELIN WIMMER

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Wir haben bei Ralf Schmiedeke nachgefragt, wie er die Situation des Kurzdistanztriathlons in Österreich und auch im Vergleich zu seiner früheren Wirkungsstätte in Deutschland sieht. Schmiedeke: „Die Bewertung der Situation ist immer ein wenig eine Krux. Der Trainerstab kann jahrelang auf hohem Niveau mit den stetig ansteigenden Anforderungen arbeiten und in einem Jahr drei oder vier Talente rausbringen, dann gibt es aber auch mal zwei, drei Jahre hintereinander, in denen man überhaupt niemanden im Nachwuchs hat, der/ die das Potenzial hat, um international an die Spitze zu kommen. Schön ist für uns als Trainer, dass wir in Österreich zwar natürlich auch den Druck des Erfolges im Nacken haben, uns aber dennoch mehr Freiheiten und Spielraum zur Verfügung stehen, um auch mal einen Athleten im Kader

und in den Camps dabei zu haben, bei dem/der es vielleicht aus welchen Gründen auch immer gerade nicht so läuft, aber das Potenzial dennoch nachweislich vorhanden ist. Und der sprichwörtliche ,Knopf‘ kann einem Jugendlichen dann schneller aufgehen, als man denkt.“ FINISHER: Ist da ein großer Unterschied zu Deutschland erkennbar? Schmiedeke: „Ja, schon. Die Situation in Österreich ist bedeutend besser als in Deutschland. Unsere Nachbarn gehen eher den falschen Weg, wie ich finde. Werden die Limits in den Leistungszentren von den Sportlern nicht erbracht, werden die Schrauben noch enger gedreht und die Athleten fallen über kurz oder lang aus den Kadern und müssen selber sehen, wo sie bleiben, was wiederum den Verband natürlich dann weniger Geld kostet. Außerdem herrscht ein irrer Konkurrenzkampf zwischen den einzelnen

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Leistungszentren, da diese nur nach Kaderzahlen gefördert werden. Also scouten die Zentren den Vereinen die Talente weg, bevor diese überhaupt den Kopf aus dem Sand stecken und eine anständige Performance im Verein abliefern können. Die Situation in Österreich ist deutlich ,athletenfreundlicher‘, wenn man das so sagen kann, und der Athlet oder die Athletin wird nicht sofort aus dem Kader geschmissen, wenn er oder sie mal ein oder zwei schlechte Rennen hat oder an einem Formtief leidet. Diese entspanntere Situation wirkt sich durchaus auf das Klima im Team aus und verringert den Stress, was wiederum in vielen Fällen leistungsfördernd ist.“

Pro Jahr gibt es übrigens vier Camps dieser Art, die vom ÖTRV organisiert werden. Am 30. April wird zudem für alle Kaderathleten eine Leistungsüberprüfung in Wettkampfform in der Südstadt abgehalten, was gleichzeitig den Trainern zur Orientierung und weiteren Kaderplanung dient. Dieses Event ist für alle motivierten Jugendlichen offen, und es kann sich jede/r beim ÖTRV dafür anmelden. Das FINISHER-Magazin wird die Entwicklung des österreichischen Triathlonnachwuchses weiter beobachten und euch alle relevanten Infos über „unsere“ neuen Stars am Kurzdistanzhimmel weitergeben.

Stellt sich jemand die Frage, wie es um die Qualität des österreichischen Nachwuchses bestellt ist?! Die „Junior Continental Rankings“ der ETU (European Triathlon Union) weisen auf ihrer Website momentan folgende Ranglisten aus:

EUROPE JUNIOR WOMEN 1. PIA TOTSCHNIG AUT 4. THERESE FEUERSINGER AUT 15. MAGDALENA FRÜH AUT 37. PIA HEHENWARTER AUT 39. ANNE STRUIJK AUT

1170 PUNKTE 1035 PUNKTE 738 PUNKTE 584 PUNKTE 564 PUNKTE

18.3.2017 – 17 Uhr

LEICHTATHLETIKHALLE RIF, SALZBURG

EUROPE JUNIOR MEN 9. LUKAS GSTALTNER AUT 20. PHILIPP PERTL AUT 33. LEON PAUGER AUT 39. TJEBBE KAINDL AUT

896 PUNKTE 735 PUNKTE 573 PUNKTE 538 PUNKTE

NATIONS STANDING 1. 2. 3. 5. 15.

UNGARN GROSSBRITANNIEN ÖSTERREICH DEUTSCHLAND SCHWEIZ

HUN GBR AUT GER SUI

5620 PUNKTE 5459 PUNKTE 5192 PUNKTE 4081 PUNKTE 2499 PUNKTE

In die Nationenwertung kommen die Punkte der drei bestplatzierten Mädchen und der drei bestplatzierten Burschen einer Nation.

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Neues Cocoon Headquarter

alles bleibt anders

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text & Fotos: max hofst채tter Die beiden Cocoon-Masterminds Walter Lorentschitsch und Michael Duchek luden uns Anfang April in das neue Cocoon-Headquarter ein, um ein wenig 체ber Firmenphilosophien, Ideen, Individualit채t und Gruppenzwang zu plaudern. Doch als ich zu meinen klassischen Interviewfragen wie Umsatz, Kennzahlen, Mitarbeiter, geplantes Wachstum ansetzen wollte, entbrannte eine sehr konstruktive Diskussion 체ber das Thema: Wodurch definiert sich ein Unternehmen eigentlich? Finisher

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der neue shop begeistert mit einer sehr freundlichen atmosphäre und steht dem personal somit um nichts nach.

C

ocoon, eine Marke, die man den FINISHER-Lesern eigentlich nicht näher vorstellen muss – oder doch? Was weiß man eigentlich über die steirischen Stoffstyler? Nicht viel, obwohl die Marke auf den Rennstrecken heimischer Triathlonund Multisportwettkämpfe omnipräsent und auch in anderen Ländern immer beliebter ist, mittlerweile sogar in Taiwan. Vor zig Jahren hatte Firmengründer Walter Lorentschitsch eine sogenannte „Juhu-Idee“ und machte sich daran, mit einem „Taschengeld“, wie er es nennt, eine Bekleidungsfirma zu gründen, die anders ist als alle anderen. „Die Prinzipien

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waren und sind, nicht blind den Trends nachzueifern, sondern unsere eigene Linie zu finden, abseits von Mainstream und Trendvorgaben. Somit – so die Idee zu Beginn – sollten sich unsere Kunden durch die Wahl eines qualitativ hochwertigen Nischenprodukts bewusst von den uniformen Massenprodukten unterscheiden.“ Mainstream ist das, was dem Walter also überhaupt nicht liegt, und deshalb hat er sich damals auch entschieden, sein Büro nahe seines Wohnorts, nämlich in Wildon, anzusiedeln. „In den ersten Jahren war der Standort für die Zentrale im Grunde gar nicht so wichtig. Es ging vor allem um das zentrale Lager für den Online-Versand und die Produktentwicklung. Den Vertrieb haben wir zu Beginn vor allem über die Messen bei den Events gemacht. Der Shop ist damals eigentlich nur mitgelaufen.“ Interessant an unserem Gespräch fand ich die Gedanken der beiden zur Unternehmensphilosophie. „Wir sind nicht der Meinung, dass wirtschaftlicher Erfolg langfristig nur durch Umsatzwachstum erreicht werden kann. Wir wollten von Anfang an ,vernünftig‘ wachsen, unseren eigenen, individuellen Weg gehen und unseren Prinzipien treu bleiben“, so Lorentschitsch. „Dadurch wollen wir auch nicht jedem unseren ,Stempel‘ aufdrücken, sondern besondere Produkte für besondere Menschen kreieren. Uns


WILDon

Sankt Georgener Straße 4

ist auch heute noch wichtiger, dass unsere Bekleidung eine eigene Handschrift aufweist, als dass sie jedem gefällt. Aber das soll natürlich deswegen nicht bedeuten, dass wir nicht wachsen bzw. unseren Kundenkreis vergrößern wollen. Wir sind inzwischen längst nicht mehr die kleine Nischenmarke, und das ist für uns natürlich auch gut und wichtig. Wir sind sicher langsamer gewachsen als so manch anderes Unternehmen in der Branche. Sind dafür aber auch (finanziell) unabhängig geblieben und haben vielleicht auch den einen oder anderen Fehler vermieden.“ Ein paar Hardfacts konnte ich den beiden zwischen den Zeilen dann doch noch entlocken: Mittlerweile gibt es fünf eigene „Cocoon-Brandstores“ und über 20 Händler und Partner in Österreich, Deutschland, der Schweiz und sogar in Taiwan – verrückt. „Uns ist schon klar, dass wir, verglichen mit den Mitbewerbern, ein kleines Unternehmen sind, aber national sind wir bereits früh wahrgenommen worden und haben in den letzten Jahren auch immer wieder Produktideen und Designs entwickelt, die nicht nur bei unseren Kunden, sondern auch bei den Mitbewerbern Anklang gefunden haben.“ „Jetzt ist uns die bisherige Zentrale schlichtweg zu klein geworden“, so der sympathische CEO auf die

Frage, warum denn nun ein neues Headquarter her musste? „In den letzten Monaten haben wir erkannt, dass wir unser Konzept des Firmenhauptsitzes überdenken müssen. Bisher waren die Büroräumlichkeiten und das Warenlager unsere HighPriority-Punkte, nun dreht sich alles um den Shop und das neu entstandene Café im Shop.“ Richtig gelesen – in der neuen Cocoon-Base gibt es zweimal pro Woche einen Zwetschkenfleck und Bananenschnitten, die man genüsslich mit einem „Coffee to stay“ einnehmen kann, ohne dabei Angst vor Walters Backkünsten haben zu müssen – die Backwaren kommen nämlich von einem Profi, das hat er uns zumindest versichert. Angst muss man eher haben, wenn er anschließend zur gemeinsamen Radfahrt einlädt, denn die „Bergziege“ Lorentschitsch kennt jeden noch so kleinen und giftigen Mugel und jeden Buschenschank in seiner Hood – Obacht ist angesagt. Zur Verwirrung einiger haben sich die beiden Herren dazu entschieden, die neue Homebase nicht wie vermutet ins Ballungszentrum Graz zu verlegen – das wäre doch naheliegend, oder? Nicht bei Cocoon, die sind nämlich gerade mal 500 Meter vom alten Standort die Straße raufgewandert und haben sich in einem vom Verfall bedrohten Gebäude eingenistet. „Der Walter hatte schon immer ein Faible für alte

der chef kredenzt den KAffee persönlich – mit minimaler unterstützung Finisher 47


Sachen, und die Idee, ein so historisches Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, hat uns irgendwie gefallen“, erklärt uns Michael Duchek die Beweggründe für diese Entscheidung, „außerdem muss man es nicht allen nachmachen, den klassischen

Weg gehen, sich dem Gruppenzwang beugen und unsere Produkte unbedingt in einer frequenzstarken Einkaufsstraße präsentieren, koste es, was es wolle.“ „Wir wollten ein Gebäude, welches zu uns passt, welches wir nach unseren Vorstellungen gestalten können und welches nicht weit weg ist von dem Ort, an dem wir gerne sind“, fügt Lorentschitsch hinzu, „obendrein habe ich ehrlich gesagt keine große Lust, jeden Tag nach Graz zu pendeln, im Stau zu stehen und den Wahnsinn mitzumachen, der dort vor sich geht. Gleiches wollen wir natürlich unseren Kunden nicht zumuten. Hier in Wildon sind wir ungestört, die Kunden müssen keinen kostenpflichtigen Parkplatz suchen und können sich in aller Ruhe und so lange sie wollen unseren Produkten widmen. Die Immobilienpreisschlacht in Graz sind wir so auch elegant umgangen.“ Das Konzept hinter dem neuen Headquarter-Store inklusive Büro und Lager ist freilich keine komplett neue Erfindung, wenngleich man aufgrund der Detailverliebtheit des Chefs meinen könnte, dass es genau das ist, was er schon immer machen wollte: Etwas Altes wieder ein wenig aufpäppeln und nachhaltig mit neuem Inhalt füllen. Was uns zur Siebträgermaschine – die der Chef offen gesagt noch nicht hundertprozentig im Griff hat – bringt, welche neben der süditalienischen Kaffeepackung wie eine Trophäe auf der selbstgebauten Wellblechbudl thront. „Auslöser war der Umweltgedanke bei Alu-Kaffeekapseln – ein Mitgrund, warum es bei Cocoon Kaffee aus einer ,echten‘ Kaffeemaschine gibt.“ Der Nachhaltigkeitsgedanke ist aber auch über den Kaffee hinaus tief verankert, und über Italien hat sich der Kreis zum Unternehmen wieder geschlossen. „Uns ist wichtig, dass unsere Stoffe nicht um die halbe Welt transportiert werden, wenn es insbesondere in Italien hervorragende Funktionstextilien gibt. Auch bei der Produktion nutzen wir ausschließlich europäische Ressourcen und fertigen unsere Produkte in Kroatien und Bulgarien“, erklärt uns Michael Duchek. Ob das wirtschaftlich einen großen Unterschied zu Asien macht, wollten wir dann natürlich wissen: „Ja, definitiv, das macht es, und wenn man das durchrechnet, dann wird einem schon bewusst, warum fast alle Mitbewerber

neben der präsentation der neuen kollektion im shop ...

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... dient das neue headquarter auch als lager und büro. mittlerweile auch dort produzieren. Aber für uns ist das eine Prinzipsache und wir finden es doch etwas erschreckend, wenn Mitbewerber in China produzieren, aber betonen, dass Billigstlohnländer wie Bangladesch nicht in Frage kommen!?“ „Bezüglich Nachhaltigkeit ist es uns gerade in der aktuellen Zeit auch wichtig, uns aufs Wesentliche zu konzentrieren. Wir wollen keine Reizüberflutung mit unserem Portfolio erzeugen, sondern Produkte anbieten, die aus unserer Sicht auch Sinn machen. Deswegen verändern wir unsere Produkte und Produktlinien auch nicht jede Saison komplett. Wir wollen nicht alles bunt machen, nur weil die Industrie danach schreit, sondern unsere eigene Linie finden“, fügt der CEO hinzu.

Spannend zu hören, dass man offenbar nicht jeden Trend, der auf Verkaufszahlen gestützt ist, mitgehen muss, um in dem hart umkämpften Markt bestehen zu können. Wenn sich jemand für einen Besuch der neuen Cocoon-Base entschließt, so ist das natürlich mit dem Auto oder noch viel passender mit dem Rad möglich. An welchen Tagen die Backwaren serviert werden, müssen wir von der Redaktion selbst noch herausfinden. Zur offiziellen Eröffnung lädt Cocoon am 5. Mai ab 14 Uhr!

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VON UND MIT PROFITRIATHLETIN LAURA PHILIPP

#Bunter, schรถner, leichter = schnel 50 Finisher


Immer mehr Marken entdecken uns Mädels als Zielgruppe für ihre Produkte und ihr Marketing. Das freut mich, weil ich denke, dass noch viel zu wenige Frauen die Freude am Triathlon entdeckt haben und diese Noch-Männerdomäne gerne viel weitreichender erobern dürfen. Es gibt Stimmen, die behaupten sogar, dass wir von Natur aus viel besser für die Ausdauerdisziplinen geeignet seien. Zu dieser Diskussion kann ich nichts Qualifizierteres beitragen als meine eigene Erfahrung, die da lautet: Der Sport macht mir unglaublich viel Freude. Ein echtes Urteil erlaube mir heute jedoch zu dem Material, das uns als „special girls stuff“ angepriesen wird. Ich stehe voll auf knalliges, buntes Material, das ich nach meinen Vorlieben zusammenstellen kann. Es ist mir wichtig, dass meine Brille zu Helm und Radhose passt und vielleicht sogar der Radcomputer in der Farbe der Saison mit den Radschuhen harmoniert. So etwas motiviert mich ungemein. Okay, zugegeben, das alles klingt jetzt nach GNTM und Laufsteg. Aber vor der Optik habe ich natürlich ganz klare und knallharte Anforderungen an mein Material: Leichtigkeit verleiht mir Flügel. Wir sind circa 20 Prozent leichter als Männer, fahren aber häufig ähnlich schweres oder sogar schwereres Material als Männer. Mein Rad muss nicht für 120 Kilo ausgelegt sein, im Gegenteil, ich bin mit leichtem Material einfach schneller unterwegs. Gleiches gilt für die Abstufung der Größen bei Zeitfahrrädern. Fast alle großen Firmen haben für uns lediglich die Rahmengröße S im Sortiment, die muss dann von 155 bis 175 cm Körpergröße passen. Bei der Abstufung der Schaltung sah es lange ähnlich aus. Der Trend zu den Compact-Kurbeln hat hier bereits ein Umdenken bewirkt. An meinem Rad gehe ich noch weiter: Ich habe sowohl ein 36er als auch ein 53er Blatt montiert, um wirklich jeden Anstieg mit meiner optimalen Trittfrequenz bewältigen zu können. Ich will beim Material natürlich nicht auf die „Girlie-Optik“ reduziert werden, nein, ich will bestes Material in bestem Style, der zu uns Frauen passt. Ich sehe insgesamt noch viel Potenzial bei der Entwicklung von Material, das auf uns Frauen zugeschnitten ist. Der Trend weist in die richtige Richtung und ich hoffe, dass wir Mädels durch unsere immer regere Teilnahme an Wettkämpfen, unsere Begeisterung für den Sport und auch über das Äußern unserer Wünsche und Probleme einen großen Teil dazu beitragen können. Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Saison! Let’s tri! Eure Laura

ller – frauenspezifisches Material

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WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

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WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

WInTerTrIaTHLon STaaTS österreich gilt als eine der letzten Hochburgen, was den Dreikampf im Winter betrifft. Doch was nützt die ganze Motivation, wenn Wetter und der Internationale Verband nicht mitspielen? text & Fotos: max hofstätter

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Ohne Weltcup- bzw. Europacup-Serie wird diese Sportart über kurz oder lang nicht überleben können, fürchte ich. ÖTRV-Generalsekretär Herwig Grabner

18. März, 20:30 Uhr. Nach meinem Ausflug zu Österreichs Next Generation auf der Kurzdistanz brachte mich die Fahrt direkt über die Tauernautobahn in die Alpenarena in Villach. Als ich in Rif aufgebrochen war, hatte es etwa 3 Grad Außentemperatur und es schüttete wie aus Kübeln. Na ja, dachte ich mir, wenn das Wetter so weitermacht, gibt es in der Alpenarena tatsächlich Schneefall Mitte März! Falsch gedacht, denn kaum war ich um kurz nach halb neun Uhr abends (!) in Villach angekommen, verriet mir das Außenthermometer unseres Redaktionsmobils plus 13 Grad bei sternenklarem Nachthimmel. Werden wohl die Staatsmeisterschaften im „Frühlings“-Triathlon, dachte ich mir. Das nächtliche Fotoshooting von der Sprunganlage in der Alpenarena mit anschließender Nachdenkphase wurde zu sehr früher Morgenstund’ von den fleißigen Helfern des Veranstaltervereins eher denn erwartet beendet. Der Blick auf die Strecke bei Tageslicht verhieß allerdings nichts Gutes. Einige Teilbereiche der Langlaufloipe hatten gewaltig unter den Frühlingstemperaturen gelitten – kein Wunder, weit und breit war auch kein Stäubchen Schnee mehr zu sehen. Der HSV Triathlon Kärnten – Veranstalterverein – schaffte dennoch das Unmögliche, nämlich eine Wettkampfstrecke zur Verfügung zu stellen. Bei der Wettkampfbesprechung erfuhren die Athle-

tinnen und Athleten dann, dass die Langlaufskier an diesem Tag nicht nur einmal an- und wieder abgeschnallt werden mussten, sondern dies pro Runde jeweils einmal passieren würde, da ein etwa 100 Meter langes Asphaltstück auf der Loipe zu Fuß zurückzulegen war – die Verwunderung war nicht nur bei den Teilnehmern groß. Der Rest der Strecke befand sich in hervorragendem Zustand, wenngleich mir als Geländeenthusiasten die ein oder andere technische Schlüsselstelle auf der MTB-Strecke fehlte. Was wiederum dem Wintertriathlon-Novizen Christoph Schlagbauer entgegenkam: „Ich bin ja kein Mountainbiker“, gab er kurz vor dem Start bei der Streckenbesichtigung von sich und freute sich über die wenigen technischen Passagen am Kurs. Schlagbauer war es auch, der alle anwesenden WintertriathlonCracks der letzten Jahre überraschte. Mit hohem Tempo von Beginn an feierte er einen klaren Start-Ziel-Sieg und somit seinen ersten Titel im Wintertriathlon bei seinem ersten Rennen dieser

Art: „Ich wusste, dass ich gut Crosslaufen kann, und wollte von Anfang an richtig Druck machen. Beim Biken konnte ich mich nach zwei anfänglichen Abflügen etwas erfangen, und dann ging’s besser und ich konnte zum Glück einen kleinen Vorsprung mit auf die Loipe nehmen. Es war ein enges und sehr hartes Rennen und vom ersten Meter weg all out. Der Sprung ins kalte Wasser ging somit für mich sehr gut aus.“ FINISHER: Christoph, das schreit ja nach mehreren Witri-Starts oder zumindest nach einer Titelverteidigung? Schlagbauer: „Na ja, das entscheide ich je nach Saisonplanung spontan. Es war ja auch jetzt eine Spontanaktion, aber natürlich: Wenn man einen Titel gewonnen hat, im darauffolgenden Jahr nicht zu starten, wäre ja beinahe fahrlässig. Respekt noch an den HSV Triathlon Kärnten – wenn man sich da umschaut, ist es definitiv nicht selbstverständlich, so ein Rennen so problemlos über die Bühne zu bekommen!“ Die Alpenarena in Villach eignet sich grundsätzlich hervorragend

Ich bin dennoch sehr glücklich,

dass wir es in österreich jedes jahr schaffen, staatsmeisterschaften auszutragen, um dem wintertriathlon die aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient! ÖTRV-Generalsekretär Herwig Grabner

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WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

für das Ausrichten eines Wintertriathlons. Eine fixe Skirollerstrecke, die im Winter als Loipe genutzt wird, genügend Platz für den Start-/Zielbereich und die Wechselzone, ein Café als Veranstaltungszentrum zum „Aufwärmen“ zwischendurch, Umkleiden und Duschen – alles da. Einzig der Winter war diesmal nicht mehr zugegen. Auch die souveräne Damensiegerin Romana Slavinec hatte für Veranstaltungsort und -verein nur lobende Worte: „Die Strecke hat es echt in sich und ist staatsmeisterschaftswürdig. Ich denke, man könnte hier sogar eine WM veranstalten. Natürlich ist es zu diesem späten Zeitpunkt leider mit dem Schnee etwas schwierig, aber der Hannes (Hannes Bürger, Anm. d. Redaktion) hat mit seinem Team einen super Job gemacht. Den Rest haben die Athleten dazu beigetragen, dass es so eine schöne Staatsmeisterschaft war.“ Die Frage, warum man einen so späten Termin wählt, ist schnell beantwortet. Am 4. Februar waren die Witri-Staatsmeisterschaften in St. Anna bei Obdach (Stmk.) geplant, mussten aufgrund des Schneemangels jedoch abgesagt werden. In Villach hatte man ursprünglich keinen Wettkampf dieser Art geplant, und so sprang der Veranstalterverein gemeinsam mit dem Eventzentrum kurzerhand ein und organisierte

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in villach gibt es das interesse,

nach 2009 (gaishorn) und 2016 (zeltweg) erneut eine wintertriathlon-wm nach österreich zu holen. doch ohne langfristigen plan, wie es mit der sportart weitergehen soll, und ein klarEs commitment seitens der itu zum wintertriathlon macht es auch national wenig sinn, den witri langfristig am leben zu erhalten, so schade diese entwicklung für unseren sport auch wäre! walter zettinig – ÖTrv-präsident


WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

binnen weniger Wochen die Staatsmeisterschaft im winterlichen Dreikampf. FINISHER: Romana, herzliche Gratulation zu Staatsmeistertitel Nummer ...? Slavinec: „Sieben im Winter, glaub ich.“ FINISHER: Stört dich die Konkurrenzlosigkeit oder spornt dich so etwas an? Slavinec: „Ich würde nicht von Konkurrenzlosigkeit sprechen, da das Rennen immer erst hinter der Ziellinie vorbei ist. Bei solchen Bedingungen kann von Defekten bis hin zu Stürzen oder einem

Skibruch tatsächlich alles passieren.“ FINISHER: Wie siehst du die Wintertriathlonentwicklung grundsätzlich? Slavinec: „Es ist schon schade, dass wir so wenige Rennen haben. Ich hätte gern mehr Events dieser Art, vor allem wenn man sieht, mit welcher Begeisterung die Athleten und auch die Veranstalter hier am Werk sind. Aber es ist schon ein ziemlicher Aufwand dahinter und man muss im Gegensatz zum Sommer eine Loipe zur Verfügung stellen. Dass das nicht immer einfach ist, verstehe ich natürlich auch.“

Warum tut sich also der „Wintertriathlon“ so schwer? Eine Frage, die wir uns in der Redaktion schon länger stellen! In Österreich und dem benachbarten Ausland gibt ist kaum Wettkämpfe dieser Art, nationale Meisterschaften finden außer in Österreich seit Jahren nicht mehr statt. Nach meinem Verständnis sollte es doch im Interesse der Verantwortlichen diverser Nordischer Wintersportzentren – wie Ramsau am Dachstein, Seefeld, Obertilliach, Pokljuka, Ruhpolding und wie sie alle heißen – sein, ein Event zu sich zu holen, mit dem

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WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

man auf die schier unbegrenzte Zahl an Triathlon-Enthusiasten zugreifen kann, vor allem deshalb, weil die Infrastruktur und die Loipen ja ohnehin vorhanden sind. Dem ist aber bewiesenermaßen nicht so – warum? Bei der Wintertriathlon-WM in Zeltweg 2016 gab Marisol Casado (ITU-Präsidentin und IOCMitglied) noch bekannt, dass sie alles daran setzen werde, „dass diese Sportart in das Programm der Olympischen Winterspiele aufgenommen wird“. Leere Worte oder ist da wirklich etwas dahinter? Seit den Titelkämpfen in Zeltweg im Februar 2016 gab es auf der Event-Agenda der ITU genau drei Rennen. Einen Europacup in Gradistei (ROM) im Jänner 2017, die WM in Otepää (EST) Ende Jänner und einen Weltcup in Quebec (CAN) Ende Februar 2017. Ernsthafte Anstrengungen, einen durchgängigen Wettkampfplan zu installieren, sehen für mich anders aus. Immerhin wurde bereits jetzt bekannt gegeben, dass die WM 2018 in Gradistei in Rumänien stattfinden wird. „Rumänien ist einer der am stärksten wachsenden Triathlonmärkte in Europa, und das Land engagiert sich stark in der Entwicklung des Sports in Osteuropa. Es wurden in den letzten Jahren einige Events von der Langstrecke bis hin zum Wintertriathlon organisiert, deshalb freut es mich besonders, dass wir mit den Weltmeisterschaften im Wintertriathlon 2018 hier zu Gast sein dürfen“, so Marisol Casado in einem Statement zur Vergabe der WM.

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WITRI STAATSMEISTERSCHAFT

Die ITU-Wintertriathlon-Rangliste führt unter den ersten fünfzig Gelisteten immerhin zehn Österreicher bei den Männern und vier bei den Damen. Romana Slavinec rangiert dabei momentan auf dem hervorragenden zweiten Platz. Nachdenklich stimmt uns dabei schon eher, dass nur eine

Dame aus Deutschland in den ersten Fünfzig aufscheint und kein einziger Mann. Auch die Eidgenossen haben keine Athleten in dieser Rangliste. Das sonst so begeisterungsfähige deutschsprachige Triathlon-Publikum vermisst man also im Winter zur Gänze.

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ACHTSAMKEIT IM SPORT

D aCHTsam Gegen Stress

Sport als psychische Stressfalle Text: kathrin pletschnig Sport baut Stress ab, dient als Ausgleich zu Beruf und Alltag und regeneriert Geist und Seele. Das kann man in unzähligen Sportmagazinen und Tagesmedien lesen und hören. Doch können wir uns alle damit identifizieren? Was, wenn der Sport die Psyche belastet?

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iese Situation kennt wahrscheinlich jeder von uns: Nach einem langen, harten Arbeitstag sträubt sich alles in dir. Am liebsten nur noch aufs Sofa und die Ruhe genießen, doch der Trainingsplan sagt was anderes. Es bleibt nicht aus, rein in die Laufschuhe und Runden ziehen oder ins nächste Schwimmbad und Längen spulen. Und haben wir uns dann überwunden, Frust und Anspannung herausgeschwitzt, können wir uns belohnend auf die Schulter klopfen, denn jedes Kind weiß: Sport ist der beste Stresskiller. Aber hört sich dieses Szenario wirklich noch nach Erholung und Spaß an? Grundlegend für das Verständnis von Stress ist natürlich die Frage, was Stress eigentlich ist. Sehr konzentriert und vereinfacht ausgedrückt, gerät ein Mensch in einen Stresszustand, wenn er eine Diskrepanz zwischen den wahrgenommenen Anforderun-


ACHTSAMKEIT IM SPORT

gen einer Situation und seinen eigenen, vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten erlebt. Um es auf den Punkt zu bringen: Wie schaffe ich es, Beruf, Familie und Sport unter einen Hut zu bringen, ohne dabei in ein Burn-out zu geraten und trotzdem noch Freude bei all meinen Vorhaben zu spüren? Drei Punkte, wie ich achtsam mit Stress umgehen kann. 1. Fünf Minuten täglich – werde dir deiner Ziele bewusst! In unserer schnelllebigen Zeit hetzen wir oft mit einem Tunnelblick durch unseren Alltag. In unserem Kopf ist nur mehr die To-do-Liste, die es abzuarbeiten gilt. Wir bekommen nicht mehr mit, was links und rechts von uns passiert, und fühlen uns unter Dauerstress. Aus der Arbeit hetzen, das Kind vom Hort abholen, schnell noch einkaufen usw. usf. Es geschieht dann leicht, dass wir die Richtung und unsere Zukunftsvisionen verlieren, ohne dass wir dies bemerken. Um im stressreichen Alltag nicht die Orientierung zu verlieren, ist es wichtig, sich jeden Tag die Frage zu stellen: Wo will ich hin? Mach es deswegen zum Ritual und nimm dir täglich in der Früh ein paar Minuten Zeit für eine Atemmeditation und schreibe dir deine Ziele und Prioritäten für den Tag auf. Unterscheide dabei zwischen Wichtigkeit und Dringlichkeit und überlege dir bei ungeplanten Anforderungen, worauf du deine Aufmerksamkeit gerichtet lassen willst. 2.Monotasking statt Multitasking Ich weiß, dass es ziemlich seltsam klingt, über Mono zu sprechen, vor allem mit der

Vielzahl an Möglichkeiten, die wir in unserer heutigen Zeit haben. Doch ich lade euch alle ein, eure digitalen Geräte beim Training und am besten schon am Weg zum Training einfach mal abzuschalten und beiseite zu legen. Sich voll und ganz nur auf eine Sache zu fokussieren, trainiert auch die Konzentrationsfähigkeit für Situationen, in denen ihr euch nicht ablenken lassen sollt. Durch den Fokus auf eine Aufgabe könnt ihr auch eure Neugier und Abenteuerlust auf euren Sport wieder wecken und euch ganz dem Bewegungsablauf widmen. Multitasking erhöht übrigens unser Stresslevel, steigert unsere Fehleranfälligkeit, und wir bringen mehr Energie sowie mehr Zeit auf, um die gleiche Arbeit zu erledigen. 3. Einstellung zum Stress Bei einer typischen Reaktion des Körpers auf Stress erhöht sich die Herzfrequenz und die Adern ziehen sich zusammen. Bei Stress schüttet das Gehirn Cortisol aus. Cortisol ist toxisch und verursacht unklares Denken. Ein chronischer Stresszustand kann mit Schlafstörungen, Angstzuständen, Depressionen, Magen-DarmBeschwerden und Herz-KreislaufErkrankungen in Verbindung gebracht werden. Sich länger in einem solchen Zustand zu befinden, ist nicht gesund. Studien haben allerdings ergeben, dass eine veränderte Einstellung zu Stress die Reaktion des Körpers ändert. Menschen, die viel Stress durchleben, dies aber nicht als schädlich ansehen, haben kein höheres Risiko zu erkranken. Wenn wir demnach bei unserem ersten Wettbewerb unser Herz klopfen spüren, wir schneller atmen, vielleicht in Schweiß ausbrechen, müssen wir solche körperli-

che Anzeichen nicht als Angst oder als Zeichen, dass wir nicht besonders gut mit dem Druck zurechtkommen, interpretieren. Sondern dass unser Körper voller Energie ist und wir auf diese Herausforderung vorbereitet sind. Es ist entscheidend, wie man über Stress denkt. Dies ist mein Körper, der mir hilft, die Herausforderung voll zu meistern. Und wenn wir unseren Stress derartig wahrnehmen können, wird der Körper uns glauben und unsere Stressreaktionen werden gesünder sein. Folge für Folge werden wir nun Techniken kennenlernen, um von unserem Automatikmodus auf ein bewussteres Wahrnehmen unserer Handlungen umzuschalten. Mit Hilfe von Achtsamkeitspraktiken lernen wir, in zunehmendem Maße unsere Routinen zu verlassen und mit mehr Gleichmut und Gelassenheit durchs Leben zu gehen.

ist ausgebildete Sportwissenschafterin und Lehrerin. Sie arbeitet als Mentaltrainerin mit Einzel- und Mannschaftssportlern sowie mit Schülerinnen und Schülern. Sie war Betreuerin des FINISHER-CastingTeams. Ihre Methode basiert auf drei Komponenten: Beratung, Sport und Achtsamkeit. So versucht sie optimal auf die Bedürfnisse ihrer Klienten einzugehen.

www.kathrinpletschnig.com

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WIEN P3 Trisport, Breitenfurterstraße 381a, 1230 Wien Bständig4sports, Teinfaltstraße 4, 1010 Wien Starbike, Lassallestraße 5, 1020 Wien Skinfit Shop, Vorgartenstraße 204, 1020 Wien Cocoon Shop, Margaretenstraße 91, 1050 Wien CICLOPIA Bikeshop, Stiegengasse 20, 1060 Wien Mountainbiker, Stadtbahnbögen 145-150, 1090 Wien RLS Sport, Josef-Palme-Platz 2, 1140 Wien NORA PURE SPORTS, Hernalser Gürtel 33, 1170 Wien Bernhard Kohl Fahrrad & Fitness, Triesterstrasse 282-284, 1230 Wien

NIEDERÖSTERREICH Bständig4sports, Hauptstraße 57, 2340 Mödling Bikestore, Weißes Kreuzstraße 3, 2103 Langenzersdorf Travel, Sports & Lifestyleclub, Schleinbacher Straße 25, 2122 Ulrichskirchen Tom’s Radhaus, Nordbahnstraße 19c, 2136 Laa/Thaya Sport and Design, Wiener Straße 20, 2320 Schwechat Mountainbiker , Wehrgasse 4, 2340 Mödling Bundessportzentrum Südstadt, 2344 Maria Enzersdorf EHZ Neunkirchen, Am Erholungszentrum 8, 2620 Neunkirchen Velodrom Bikeshop, Neunkirchnerstr. 57a, 2700 Wr. Neustadt Radsport Strobl, Unterwagramer Str. 50, 3100 Wagram Radstudio Herz, Kremser Landstr. 2-4, 3100 St. Pölten Skinfit Shop, Renkgasse 5 Top 2a, 3100 St. Pölten Radsport Ginner, Fabrikstraße 16a, 3300 Amstetten Radsport Ginner, Ybbstorgasse 5, 3340 Waidhofen/Ybbs Skinfit Shop, Fischauergasse 136, 2700 Wiener Neustadt JOLshop, Heidenreichsteinerstraße 26/2, 3830 Waidhofen/Thaya

OBERÖSTERREICH Skinfit Shop, Tegetthoffstraße 42, 4020 Linz Schwimmzone, Hatschekstr. 16, 4020 Linz Natural Power Sportnahrung, Stummerstr. 1, 4060 Leonding Sport Kaiser, Betriebspark 3, 4451 St. Ulrich bei Steyr Fa. Hugo Mayer, Eisenstraße 25, 4463 Grossraming Sport Kaiser, Lumplgraben 4, 4463 Grossraming Schwimmzone, Hauptplatz 8, 4470 Enns [4]SPORTS, Salzburger Straße 72, 4600 Wels Skinfit Shop, Wiesenstraße 33, 4812 Pinsdorf Radsport Radpoint, Salzburgerstraße 48, 4840 Vöcklabruck MB-Biketech, Gmundner Strasse 99, 4840 Vöcklabruck Alpen-bike.com, Herzog-Odilo-Straße 52, 5310 Mondsee JOLshop, Magnolienweg 1a, 4209 Engerwitzdorf

SALZBURG Bikepalast, Bayerhamerstraße 20a, 5020 Salzburg Skinfit Shop, Vogelweiderstraße 48, 5020 Salzburg Radsport Grundtner, Metzgerstraße 2, 5400 Hallein Bergspezl/Bikepalast, Halleiner Landesstr. 116, 5412 Puch bei Hallein Michi’s Radladen, Markt 171, 5431 Kuchl Aqua Salza Golling, Möslstraße 199, 5440 Golling TRIALPIN, Stadtplatz 3, 5550 Radstadt TIROL JOLshop, Dorfstraße 18, 6323 Bad Häring Huys Coaching KG, Möslbichl 78, 6250 Kundl Peto Bike, Buntweg 1, 6511 Zams TRIOUT, Anichstraße 29, 6020 Innsbruck Rückenwind, Defreggerstraße 12, 6020 Innsbruck Skinfit Shop, Kranebitterallee 8, 6020 Innsbruck Toni’s Pro Shop, Bahnhofstraße 2, 6365, Kirchberg Radsport Stanger, Josef-Pirchl-Straße 42, 6370 Kitzbühel Skinfit Shop, Beda-Weber-Gasse 8, 9900 Lienz

VORARLBERG Skinfit Shop, Bundesstraße 55, 6710 Nenzing ME Sport, Im Bruel 12, 6710 Nenzing Cocoon Shop, Langgasse 108, 6830 Rankweil Skinfit Zentrale & Shop, Hinterfeld 1, 6842 Koblach Skinfit Shop, Klostergasse 2, 6850 Dornbirn Skinfit Shop, Loco 910, 6863 Egg Radshop Pro Cycle, Kornmarktstraße 9, 6900 Bregenz RADCULT GmbH, Im Dorf 1a, 6922 Wolfurt JOLshop Lauterach, Karl-Höll-Straße 16, 6923 Lauterach

BURGENLAND Radsport Waldherr, Hauptstr. 42, 7141 Podersdorf / See Radwelt Michi Knopf, Hauptstraße 1, 7210 Mattersburg JOLshop, Bickfordstraße 23, 7201 Neudörfl

STEIERMARK Grimming Sport, Bad Mitterndorf 327, 8983 Bad Mitterndorf Bad zur Sonne, Feuerbachgasse 11, 8010 Graz Gigasport, Sackstraße 7 - 13, 8010 Graz Sportunion Steiermark, Gaußgasse 3, 8010 Graz Praxis Gemma, Idlhofgasse 63, 8020 Graz Bad Eggenberg, Janzgasse 21, 8020 Graz

Radsport Vychodil, Elisabethinergasse 15, 8020 Graz Skinfit Shop, Kärntner Straße 501, 8054 Graz-Seiersberg Praxis Gemma, Hauptplatz 4, 8111 Judendorf-Straßengel Bike-Shop Schmuck, Oberfeistritz 98, 8184 Anger Friesi´s Bikery, Edelseestraße 27, 8190 Birkfeld Friesi´s Bikery, Neugasse 6, 8200 Gleisdorf Sport 2000, Ludwig-Binder-Straße 14, 8200 Gleisdorf Radl Eck, Ledergasse 9, 8280 Fürstenfeld Radsport Caska, Ungarstraße 12, 8330 Feldbach Rad-Fuchs, Hauptstraße 227, 8401 Kalsdorf Cocoon Shop, Untere Aue 10, 8410 Wildon Drahteisel & Co, Hauptstraße 23, 8582 Rosental HN radcenter, Hauptstraße 64, 8641 St. Marein Radsport Illmaier, Waasenstraße 22, 8700 Leoben Sport Gruber, St. Lorenzen 85, 8715 St. Lorenzen / Knittelfeld Gigasport, Arena am Waldfeld 28, 8753 Fohnsdorf Skinfit Shop Liezen, Hauptstraße 2, 8940 Liezen Mandlers Bike & Run Klinik, Hauptstraße 37, 8793 Trofaiach JOLshop, Hauptstraße 75, 8650 Kindberg

KÄRNTEN Bikesport Ortner, Görzer Allee 4, 9020 Klagenfurt Gigasport, Heinrich-Harrer-Straße 1, 9020 Klagenfurt Skinfit Shop, Schleppe Platz 5, 9020 Klagenfurt Sportnahrung.at, Südpark 1, 1. Stock, 9020 Klagenfurt Trisports, Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt Bikeshop Veratschnig, Klagenfurter Str. 25, 9170 Ferlach Sione Bikes - Sportart, Hauptstraße 187, 9210 Pörtschach Wolfsberger Stadtwerke, St. Michaelerstr. 2, 9400 Wolfsberg Gigasport, Bruno-Kreisky-Str. 25, 9500 Villach Skinfit Shop, Ossiacher Zeile 27, 9500 Villach Cycle Haus, Gerbergasse 27, 9500, Villach Triasport, Keutschacher Str. 179, 9535 Schiefling / See

DEUTSCHLAND Skinfit Shop, Burchardstraße 8, 20095 Hamburg Iron Trizone, Bischof-von-Henle-Str. 2, 93051 Regensburg Skinfit Shop, Böblinger Straße 32, 70178 Stuttgart Roy Sports, Obere Marktstraße 4, 71634 Ludwigsburg Radsport Sensz, Südenstraße 5, 76689 Karlsdorf-Neuthard Sport Bittl, Georg-Reismüller-Str. 5, 80999 München Skinfit Shop, Implerstraße 7, 81371 München MBZ Herrsching, Seestraße 38, 82211 Herrsching Bike Sport Mayer, Bahnhofstraße 2, 83329 Waging Bike and Parts Mitter, Am Haslnussberg 7, 83567 Unterreit Sport Allramseder, Adolf-Kolping-Str. 11, 84539 Simbach/Inn Radsport Pfeiffer, Am Griesfeld 1, 85435 Erding Edelrad, Bahnhofstraße 8, 86470 Thannhausen Skinfit Shop, Auf dem Bühl 89, 87437 Kempten Schindele Zweirad Fachmarkt, Im Schlegelwinkel, 88212 Ravensburg Fahrrad & Fashion Shop, Memminger Straße 18, 89257 Illertissen Skinfit Shop, Rheinstr. 72, 47799 Krefeld Sportpauli, Josef-Pöltl-Weg 4, 94034 Passau Radsportshop Schulz, Laubenstraße 5, 95339 Neuenmarkt Skinfit Shop, Bindstraße 64, 88239 Wangen im Allgäu Skinfit Shop, Holzer Weg 4-6, 51766 Engelskirchen Skinfit Shop, Reuterallee 8, 64297 Darmstadt JOLsport Baden-Württemberg, König-Wilhelm-Platz 8, 71672 Marbach am Neckar

ITALIEN / SÜDTIROL Skinfit Shop, Messeplatz 1, 39100 Bozen Skinfit Shop, Via Novara 89, 20153 Milano

SCHWEIZ Skinfit Shop, Luzernerstraße 15, 6204 Sempach Skinfit Shop, Auwiesenstraße 2, 8305 Dietlikon Skinfit Shop, Landstraße 21, 8633 Wolfhausen Skinfit Shop, Riedstraße 29a, 3626 Hühnibach Skinfit Shop, Rue de l´Oriette 141, 1170 Aubonne

LIECHTENSTEIN Skinfit Shop, Aspen 31, 9492 Eschen

Finisher 63

Die nächste Ausgabe des Finisher - Magazins erscheint Anfang Juni 2017


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FINISHER Magazin #01 | 2017  

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