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NR 69 Euro 0,DEZ 2017

P.b.b., Verlagspostamt 8020, Erscheinungsort Graz

KONA 2017 INTERVIEW

ROADTRIP

TWENTYFOUR

ELISABETH GRUBER UND ANDREAS GIGLMAYR

MIT DEM SU TRI STYRIA NACH FRANKREICH

VERY SPECIAL HOURS MIT CHRISTOPH STRASSER


SPRINT 0,75k 20k 5k

OLYMPIC 1,5k 40k 10k

HALFDISTANCE 1,9k 90k 21k

TRIATHLON AND TRAININGSCAMP AT SOME STUNNING LANDSCAPE

www.ayianapatriathlon.com/de #prizemoneyonhalfdistance

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EDITORIAL

Willkommen Vor ziemlich genau 200 Jahren hat ausgerechnet ein deutscher Forstbeamter das Fahrrad erfunden. Damals war es als reines Fortbewegungsmittel gedacht, um schnellstmöglich von A nach B zu gelangen, und niemand wagte zu träumen, welche Rolle der Drahtesel heute in unserem Leben einnehmen würde. Dass das Fahrrad wesentlicher Bestandteil des Bewegens vieler FINISHER-Leser ist und wir oftmals tausende von Kilometern pro Jahr damit zurücklegen oder gar um die halbe Welt reisen, um unseren geliebten Carbonflitzer an den fantastischsten Orten zu bewegen, hätte sich Karl Freiherr von Drais wahrscheinlich nicht gedacht. Auch die FINISHER-Redaktion reiste heuer einige tausend Kilometer nach Südfrankreich, um ein paar der legendärsten Passstraßen unter die Reifen zu nehmen, und begleitete dabei den größten Triathlonverein des Landes auf dem Weg nach Alpe d’Huez. Christoph Strasser bewegte eine zugegebenermaßen leicht modifizierte Art der Erfindung des Herrn von Drais genau 86400 Sekunden im Kreis des Grenchener Velodromes, um sich gleich mehrfach in die eigens dafür vorgesehenen Rekordbücher einzutragen. Ob das im Sinne des Erfinders war ... Was man mit dem guten Ding auf einer Distanz von 180 Kilometern anstellen kann, um anschließend noch die ebenfalls sehr geschichtsträchtige Distanz von 42,195 Kilometern per pedes zurückzulegen, zeigten uns die schnellsten Damen und Herren bei der Ironman-WM auf Hawaii, und zwar sehr eindrucksvoll. Zwei heimische Athleten, deren Ziel es ist, sich sportlich für Hawaii zu empfehlen, sind ebenfalls Inhalt dieser Ausgabe wie so manch neue Errungenschaft aus der Produktwelt rund um das Rad. Wenn ich mir so vorstelle, dass wir all diese Innovationen mit all ihren Umgebungsgeräuschen einem Forstbeamten zu verdanken haben, erscheint mir das Gwirks zwischen den Bundesforstbetrieben und der Radszene in Europa doch mehr als paradox. In diesem Sinne: Bleibt in Bewegung, ob mit oder ohne Rad. EURE FINISHER - REDAKTION

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Inhalt FINISHER

ELISABETH GRUBER

20 IRONMAN-WM Das Rennen des Jahres mit Daten, Fakten und Fotos von Big Island und der großen Show von Patrick Lange und Daniela Ryf.

KONA 2017

ELISABETH GRUBER Die Steirerin erzählt uns von ihren Zielen, was sie antreibt und was sie sportlich noch erreichen möchte, ihrem Ausflug zum Crosstriathlon und wie sie ihre kommende Saison anlegen wird. Sehr persönliche Einblicke in die Karriere einer der schnellsten Langdistanzathletinnen Österreichs.

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Die Dritte des Ironman 70.3 Zell am See lud die FINISHER Redaktion zu einem Plausch zu sich nach Hause ein.


INHALT

ANDREAS GIGLMAYR

BAHÖ ACHTSAMKEIT IM SPORT ENDE GELÄNDE ... ? RETROSPEKTIV IRONMAN AUSTRIA

06 10 46 84

52 24-H-WELTREKORD

38 Andreas Giglmayr meldete sich heuer eindrucksvoll zurück aus der Bildungskarenz. Wie der Salzburger die kommenden Jahre plant und was man von ihm noch erwarten kann, darüber sprach er ausführlich mit uns. BIKE TEST 34

ROAD TRIP

WHO‘S NEXT

FINISHER BEGLEITET DEN SU TRI STYRIA

FINISHER ist ein Gratismagazin für triathlon- und ausdauersportinteressierte Personen im deutschsprachigen Raum und erscheint vier bis sechs Mal jährlich von April bis Dezember. Die Auflage beträgt mind. 20.000 Stück. Die Verteilung erfolgt über mehr als 180 ausgewählte Triathlon-Hotspots in ganz Österreich, Bayern, Baden-Württemberg, Schweiz, Liechtenstein und Südtirol: Sportfachgeschäfte, Trainingszentren, Fitness-Studios und Veranstaltungen. Die Vertriebsstellen sind auf der Homepage www.finisher-magazin.at und in jeder Ausgabe angeführt. FINISHER ist unabhängig von politischen Institutionen, Verbänden und anderen Interessensgruppen. Regionalität, Lesernähe und Objektivität werden bei FINISHER großgeschrieben. Das Hauptaugenmerk der inhaltlichen Gestaltung liegt auf der Wettkampfberichterstattung und den Geschehnissen in und um die österreichische und süddeutsche Triathlonszene. Einzelzusendungen von FINISHER per Post an private Adressen können über die Internetseite www.finisher-magazin.at als ABONNEMENT bestellt werden. ABONNEMENT für 6 HEFTE zum Preis von EUR 29,90 (Preis inkl. Mehrwertsteuer). ABO-PREIS für Deutschland und das europäische Ausland: EUR 49,Die Meinung von Kolumnisten muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Mit „Werbung“ gekennzeichnete Beiträge erscheinen unter Verantwortung der Anzeigenleitung. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2 Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. VERLEGER und ANZEIGENVERKAUF: Max Hofstätter, masea GmbH, Marketing-, Sport- & Eventagentur, Waldertgasse 9G/9, A-8020 Graz, Telefon: +43/664/9141655, E-mail: office@finisher-magazin.at, Internet: www.finishermagazin.at.

INTERVIEW

SPECIALIZED ROUBAIX DISC PRO

IMPRESSUM

FOTORECHTE: alle Bilder by FINISHER Triathlonmagazin / Max Hofstätter, Lex Karelly www.lupispuma.com, Harry Tauderer www.haraldtauderer.com, privat von Athleten oder Vereinen zur Verfügung gestellt außer dort wo gesondert angegeben.

Christoph Strasser kurbelte 24 Stunden lang im Kreis, um dabei unfassbare 941,873 Kilometer zurückzulegen. Nicht weniger als elf Weltrekorde darf der Kraubather seither sein Eigen nennen. Wie und vorallem Warum erzählt er uns in einem durchaus nicht ganz humorlosen Interview.

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In der Reihe „Who´s Next“ stellt das FINISHER-Magazin Österreichs größte Nachwuchshoffnungen auf der Kurzdistanz vor – wer kommt nach Perterer, Vilic, Knabl und Co ... 62

REDAKTIONSTEAM: Max Hofstätter, Mag. Herwig Reupichler, Mag. Christian Jopp, DI (FH) Martin Hillbrand, Laura Philipp, Martin Konrad, Dr. Johannes Reiser, Dr. Martin Auferbauer, Theresa Rindler, Philipp Tichy. LEKTORAT: Mag. Birgit Schweiger. PRODUKTION: Max Hofstätter. ART DIRECTION: Max Hofstätter, Britta Fuchs. ANZEIGENLEITUNG: Max Hofstätter. DRUCK: Offsetdruck DORRONG OG, Kärntner Straße 96, A-8053 Graz.

COVERFOTO

Spot: Ironman Hawaii 2017 Foto: Michael Rauschendorfer

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GANZ FRISCH

Bahö

{

*

* österreichisches Wort für Aufsehen, Wirbel, Aufregung, ...

STROM IM RAD #MUSSDASSEIN Elektromotoren in Roadbikes sind nach Gruber-Assist und diversen Anschuldigungen bei prominenten Paris-Roubaix-Siegern durchaus ein Begriff, jedoch eher negativ behaftet und mit der Beschreibung „Moto-Doping“ zusammengefasst. Ab nun gibt es Elektrobikes, die aussehen wie ein „echte“ Rennräder, und zwar völlig legal – irre. WIR TRAUTEN UNSEREN AUGEN NICHT...

SIMPLON PRIDE SUPERLEICHT UND SCHARF Nichts mit heißer Luft! Der neue tretbare Untersatz aus dem Simplon-Rennstall setzt nun auch auf Scheibenbremsen und lässt somit bei Regen und flotten Abfahrten keine Wünsche und Felgen mehr offen. Das Rad punktet vor allem mit seinem schlanken Design und bietet mit seinem abgeflachten Sitzrohr und den VIBREX®-Sitzstreben nicht nur Komfort für den Allerwertesten, sondern lässt auch dank dem Raptor-Dropout der Gabel und dem KammTail-Design der Lenkereinheit gleichzeitig neue Bestzeiten zu. Das Vorgängermodell hat als Testsieger zumindest ordentlich vorgelegt. Etwas ungewöhnlich, aber dennoch wird dem zweigeteilten Vorbau oder auch dem „Blickfenster“ aufs Laufrad eine innovative Reduzierung des Luftwiderstandes nachgesagt. Geschmacksache, finden wir! Das Basismodell gibt es ab 5399 Euro. WWW.SIMPLON.COM

SPECI SPECIALIZED TARMAC Wer glaubt, dass die Herren vom Fach ihr Potenzial hinsichtlich innovativer Fahrradentwicklungen ausgeschöpft hätten, täuscht sich gewaltig. 45 seconds faster than fast: Ein neues Gabeldesign, tiefer ansetzende Sitzstreben mit aerodynamisch optimiertem Profil sowie ein D-förmiges Sitzrohr mit entsprechender Sattelstütze versprechen 45 Sekunden Zeitersparnis über 40 Kilometer im Vergleich zu einem Bike derselben Gewichtskategorie. Noch leichter, schneller und präziser orientiert sich das neue Tarmac an den stets steigenden Ansprüchen der Profis. Große Töne folgen dem „schnellsten und ausgewogensten Wettkampf-Rennrad“ auch durch seine diversen Analogien zu seinen Modellkollegen, die erst auf den zweiten Blick sichtbar werden. Sehr clever integriert findet zum Beispiel die Junction-Box der Shimano-Schaltung Dura Ace Di2 im Lenker Platz. Dieses Gesamtkunstwerk bietet neben dem sehr aufgeräumten und edlen Design auch die besten Features. Saugeiles Teil eben! WWW.SPECIALIZED.COM/AT/DE

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GANZ FRISCH

Diese Kategorie ruft alles in Erinnerung, was in den letzten Wochen vor allem rund um Europas größte Fahrradmesse für Aufsehen sorgte. Von Athleten-Postings bis hin zu Materialneuerungen und Eventankündigungen, eben alles, was bei uns und vielleicht auch bei euch den Ruhepuls etwas angehoben hat.

}

SCOTT FOIL DISC LEICHTESTER AERORENNER MIT SCHEIBENBREMSE

NEW ROAD MACHINE BMC ROADMACHINE 01 One Die Schweizer Edelschmiede aus Grenchen kam mit einem Rennrad auf die Messe nach Friedrichshafen, welches nicht nur unsere neugierigen Blicke auf sich zog. Das neue Flaggschiff aus der Kategorie „Endurance“ ist leicht, elegant und besticht durch eine unglaublich integrierte Optik sowie top Anbauteile. Geschalten wird natürlich mit elektrischer Unterstützung in Form von Shimanos Dura Ace Di2 und gerollt wird auf den neuen DT Swiss ERC 1100 DICUT db 47 Carbon mit 12-mm-Steckachsen. Wir sind gespannt, ob der Renner fahrtechnisch das hält, was er optisch verspricht, wenn wir das Ding mal unterm Hintern haben. Allerdings muss man bei dem Boliden ganz schön tief in die Tasche greifen, da er um den UVP von 10.999 Euro den Besitzer wechselt.

Der Ingenieure von Scott haben sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentierten ausgesuchten Journalisten im Zuge der Eurobike das neue Foil Disc. Der Rahmen stellt eine neue Benchmark für Aero Disc Bikes dar. Er wiegt lediglich 20 Gramm mehr als die Felgenbremsenvariante und ist mit 985 Gramm der leichteste Aero-Disc-Rahmen auf dem Markt. Außerdem überrascht er mit einigen Designhighlights wie zum Beispiel der Aero-Verkleidung des vorderen Bremssattels. Das Foil Disc kommt in drei Ausstattungsvarianten, für die Premium-Variante wandern nicht weniger als 11.999 Euro über den Ladentisch, wenn man dieses Geschoß sein Eigen nennen will. Die anderen beiden Varianten gibt es für weit weniger als die Hälfte. WWW.SCOTT-SPORTS.COM

MAVIC COMETE ULTIMATE EDELPATSCHEN Der französische Laufradkrösus produziert seit geraumer Zeit auch sehr Brauchbares zum Anziehen. Auf der Eurobike überraschte Mavic mit einem völlig neuen Radschuhkonzept, welches pro Pedaltritt an den Totpunkten der Kurbelbewegung einen Energiegewinn von 4,2 Watt prognostiziert. Dies würde laut Hersteller eine Energieersparnis von bis zu 15 Prozent bedeuten. Die Kombination aus gerade mal 4,5 Millimetern Bauhöhe und dem niedrig geschnittenen Knöchelbereich ermöglicht zudem maximale Bewegungsfreiheit. Nicht nur was das Design betrifft, sondern auch finanziell stößt der Comete Ultimate in eine ganz neue Liga vor. Einen Tausender geradeaus darf man nicht schmerzlich vermissen, um in den ultimativen Radschuh schlüpfen zu können. WWW.MAVIC.COM

WWW.BMC-SWITZERLAND.COM

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Bahö GANZ FRISCH

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* österreichisches Wort für Aufsehen, Wirbel, Aufregung, ...

GIRO VANQUISH MIPS

OAKLEY

SUPERLEICHT UND SCHARF

STEIGT INS HELMBUSINESS EIN

In futuristische Sphären der schützenden Kopfgehäuse taucht Giro mit seinem neuen Vanquish MIPS Helmet ein. Der Eurobike Award Winner verspricht mit seinen neuen Technologien wie der TransformAirTM, den Wind während des Fahrens sogar schneiden zu können, mehr aero geht wohl nicht. Einen kühlen Kopf kann man dank der WindTunnelTMVentilation auf jeden Fall bewahren. Mit dem eingebauten VividShieldTM für den klaren Durchblick setzt man auf deutsche ZEISS-Qualitätsgläser. Noch dazu gibt es den Helm in sechs verschiedenen Farbausführungen. Auf jeden Fall ein potenzieller Kandidat für einen ausführlichen Testbericht. Erhältlich um 279,99 Euro.

Eine der größten Überraschungen auf der Eurobike war der Auftritt von Oakley. Die Amis, die bislang vorwiegend für ihre „Shades“ bekannt waren, schmeißen eine Helmlinie und einige Bekleidungsstücke für Rennradfahrer auf den Markt. Mitentwickelt hat niemand Geringerer als Superstar Jan Frodeno. Das Helmangebot geht vom Rennradhelm Aro 3 (180 Euro) über den Aerohelm Aro 5 (250 Euro) bis hin zum Zeitfahrhelm Aro 7 (500 Euro), den man mit einem fixierbaren Visier in so geliebter Oakley-Scheiben-Qualität kaufen kann. Das bereits etablierte Brain Protection System MIPS wurde ebenfalls integriert. Für einen guten Sitz sorgen die BOAFS1-1-Anpassungssysteme, das Inlay ist antibakteriell und soll statische Aufladungen verhindern. Erhältlich sind die Helme ab Februar 2018 im Fachhandel oder auf:

DE.GIRO.COM

ENDURA D2Z ENCAPSULATOR TT SUIT Wenn schon, denn schon! Gemeinsam mit Drag2Zero, weltweiter Experte für aerodynamische Analysen, entworfen und im Mercedes-F1-Windtunnel getestet, kann der D2Z Encapsulator TT Suit von Endura als Eurobike-Award-Gewinner mit profunder Qualität punkten. Gerippter Stoff an den Oberarmen und den Seitenflanken sorgt für einen reduzierten Luftwiderstand. Ungewöhnlicher Eyecatcher ist ein Sichtfenster am Rücken, das Platz für die Startnummer bietet. Voll integriert und UCI-konform! Erhältlich um ca. 440 Euro. WWW.ENDURASPORT.COM 8 Finisher

WWW.OAKLEY.COM


GANZ FRISCH

CASTELLI ALL OUT SPEED SUIT Nicht nur schön, sondern auch schnell: Gemeinsam mit Mr. Klagenfurt Marino „Bink“ Vanhoenacker entworfen und von selbigem auch bei seinem vorerst letzten Ironman-Austria-Sieg getragen, ist der All Out Speed Suit auch die erste Wahl von heimischen Spitzenathleten wie Andreas Giglmayr. Der extrem aerodynamische T1:StealthZwirn im Sanremo-Style bietet hohe Bewegungsfreiheit und ist mit 199,95 Euro im Vergleich zu anderen Highend-Produkten am Markt verhältnismäßig günstig. Extra lange Sleeves lassen auch auf den nötigen Sonnenschutz nicht vergessen. Beim Schwimmen empfiehlt Castelli allerdings, einen Wetsuit darüber zu tragen, da aerodynamisch in diesem Fall nichts mit aquadynamisch zu tun hat.

WWW.CASTELLI-CYCLING.COM

ZIPP NUR MEHR DISC UND TUBELESS...? Während die US-Amerikaner im Vorfeld der Eurobike noch ein Portfolio an neuen Laufrädern präsentierten, welche rein nur mehr Disc-Brakes vorsahen, gibt es nun den Aero-858-NSW-Satz sowohl für Disc-Brakes als auch für Felgenbremsen. Beim wellenförmigen Zipp 858 NSW mit einer Felgenhöhe von 82 bis 77 Millimetern kommt die gleiche an Bionik angelehnte Sawtooth™Felgentechnologie wie bei der 454-NSW-Felge zum Einsatz. Dieses neue Maß an Geschwindigkeit und Kontrolle nennen die Designer von Zipp AeroBalance™. Die 858erDisc-Variante kommt in einer Felgenbreite von 23,7 Millimetern (Innenbreite 17 mm) und mit 24 Speichen hinten und vorne. Das Gewicht des Laufradsatzes beläuft sich auf 1843 Gramm, er ist somit nur 84 Gramm schwerer als die Felgenbremsenvariante, der Preis beträgt 4400 Euro für den Satz. WWW.ZIPP.COM

MESSINSTRUMENT TM GARMIN VECTOR 3

POC

Wer seinen Wattmesser nicht auf dem Präsentierteller herzeigen will, hat jetzt mit diesem Eurobike-Award-Gewinner die Chance dazu: Im Gegensatz zu anderen Leistungsmessern befinden sich die Sensoren beim Vector 3 nämlich direkt in den Pedalen – und die werden genau wie gewöhnliche Pedale montiert. Mithilfe eines Dualsensors kann dadurch die Leistung des rechten und des linken Beines unabhängig voneinander gemessen werden. Für alle Technikfreaks gibt es noch ein nettes Feature: Mit der Anzeige der „Power Phase“ kann man sehen, wann im Tretzyklus die positive Antriebskraft beginnt und endet. Natürlich kompatibel mit den EdgeFahrradcomputern, ANT+ oder Bluetooth-fähigen Fitnessgeräten, etwa kompatiblen Forerunner- und Fenix-Geräten, und der Garmin Connect MobileApp. Stolzer Preis von 999,99 Euro.

Das schwedische Unternehmen POC ist einer der führenden Hersteller von Helmen, Brillen, Bekleidung und Protektoren. Für den Sommer 2018 stellen die Skandinavier ihre Rennradkollektion neu auf: Neben den bereits erhältlichen Linien „Raceday“ und „AVIP“, welche komplett überarbeitet wurden, bildet die neue „Essential“-Linie den Einstieg in die Rennradwelt. Mit der Kombination aus Funktionalität und Komfort bedient POC somit Hobbyfahrer wie Profis gleichermaßen. Die Qualität der Schweden ist herausragend, was die Verarbeitung und den Innovationsreichtum betrifft. Die „Essential“-Linie gibt es sowohl für Damen als auch für Herren, Preise sind uns bis dato leider noch keine bekannt. WWW.POCSPORTS.COM

WWW.GARMIN.COM/DE-AT/ Finisher 9


ACHTSAMKEIT IM SPORT

aCHTsam MIT DIR SELBST Text: kathrin pletschnig

D

Stell dir vor, du hast heute DEN Wettkampf deiner Triathlonsaison absolviert. Du lässt den Tag Revue passieren und erinnerst dich an zehn markante Ereignisse des Tages. Fünf davon sind positiv und schön, vier sind neutral und eines ist negativ und unangenehm. Woran denkst du am Ende des Tages, bevor du schlafen gehst? – An das einzige negative Ereignis.

och schon Konfuzius sagte: „Freude ist überall. Es gilt sie nur zu entdecken.“ Wir haben uns in der letzten Folge mit dem Thema Zuversicht und Vertrauen beschäftigt und festgestellt, dass man sein Gehirn trainieren kann, um positiver zu denken. Mit den von mir vorgestellten Achtsamkeitstipps können wir unser Gehirn umprogrammieren, damit es optimistischer und erfolgreicher an seine Arbeit geht. Nun haben wir oft den ehrgeizigen Drang in uns, alles perfekt zu machen. Das eine negative Ereignis knabbert an unserem Selbstwert. Unser unermüdliches Streben danach, in allen Bereichen überdurchschnittlich zu sein, schränkt uns aber eher ein, als dass es uns voranbringt. Wir üben uns in Selbstkritik und grübeln, wie wir es hätten besser machen können.
 Wir vergleichen uns mit anderen und strengen uns beim nächsten Wettkampf noch mehr an. Und müssen dann am Ende des Tages wieder enttäuscht feststellen, dass es immer jemanden geben wird, der noch schneller, noch besser und noch erfolgreicher ist als wir. Deswegen möchte ich euch nun wieder drei Achtsamkeitsübungen vorstellen, diesmal zu den

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Themen „Annehmen – Akzeptieren – Loslassen“. Sie sollen dir helfen, die Freude am Trainieren aufrecht und die Motivation bei den Wettkämpfen hoch zu halten.

1. SELBSTMITGEFÜHL: Hast du schon mal einen Trainingskumpel nach einem enttäuschenden Wettkampf getröstet? Du hast ihn sicherlich freundschaftlich und nachsichtig behandelt. Hast ihn aufgebaut und motiviert, weiterzumachen. Uns selbst gegenüber sind wir aber bei gleichen Misserfolgen oft sehr streng und hart. Selbstmitgefühl ist eine Form von Akzeptanz, die uns vor Burn-out und Depressionen schützt. Wir fördern unsere Gesundheit durch das völlige Loslassen des Widerstandes unserem emotionalen Leid gegenüber. Wir nehmen uns selbst mit unseren Schwächen an. Auch das Gefühl, unvollkommen zu sein, ist Teil unserer Lebenserfahrung. So wie wir unseren Kumpel verstehen, können wir durch einen kleinen Wechsel der Blickrichtung auch Verständnis für unser eigenes Verhalten bekommen.

ÜBUNG: Verfasse einen Brief an dich selber, aus der Sicht eines guten Freundes. Konzentriere dich auf die Unzulänglichkeit, derentwegen du dich so oft selbst verurteilst. Was würde dieser

ist ausgebildete Sportwissenschafterin und Lehrerin. Sie arbeitet als Mentaltrainerin mit Einzel- und Mannschaftssportlern sowie mit Schülerinnen und Schülern. Sie war Betreuerin des FINISHER-CastingTeams. Ihre Methode basiert auf drei Komponenten: Beratung, Sport und Achtsamkeit. So versucht sie optimal auf die Bedürfnisse ihrer Klienten einzugehen.

www.kathrinpletschnig.com


ACHTSAMKEIT IM SPORT

eines jeden Tages zu schreiben. Diese Methode zählt zu den zuverlässigsten Möglichkeiten, uns zu mehr Glücksgefühlen zu verhelfen.

3. LOSLASSEN:

Freund aus seiner Perspektive über deine „Schwäche“ sagen? Wie würde er dich motivieren und stärken?

2. DANKBARKEIT: Wir suchen oft im Außen nach Anerkennung, Liebe, Aufmerksamkeit oder materiellen Dingen, die uns glücklich machen sollen. Doch unser Tisch ist bereits reichlich mit guten Gaben gedeckt. Deshalb ist es auch gut, sich Zeit zu nehmen und Danke zu sagen für alles, was in einem selber

ÜBUNG: Setz dich auf einen Stuhl und überleg dir einen Aspekt, den du gerne loslassen möchtest. Keine Liste, sondern bloß eine Sache, die dir Sorgen, Angst oder Bauchweh bereitet. Schreib sie auf einen Zettel und zerknüll ihn. Nun streckst du deinen Arm aus und lässt ganz bewusst diesen Zettel aus deiner Faust zu Boden fallen. Versuch dir klarzumachen, was du dabei empfindest. Zu guter Letzt zündest du nun steckt. Dankbare Menschen zeidas Zettelknäuel auch noch an. gen sich außerdem in ihrem LeWasche die Asche mit Wasser ben hoffnungsvoller, zufriedener, weg. Wie schon in der letzten glücklicher und vitaler und sind Folge beschrieben, kannst du nun anderen ihren Erfolg weniger auch bewusst negative Gedanneidisch. Zum Glück kann man ken durch positive ersetzen und Dankbarkeit erlernen. malst dir deine Zukunft so aus, wie du sie gerne hättest. Durch ÜBUNG: Lege ein Dankbarkeitsta- diese Methode wirst du dich in gebuch an. Führe ein Tagebuch schwierigen Situationen gleich über deine positiven Erlebnisse kraftvoller, besser und optimistiund notiere täglich drei neue scher fühlen. Dinge. Nimm dir Zeit, um über Geschenke, angenehme ÜberraViel Freude beim Üben und beim schungen und gute Augenblicke Tun, was du liebst! Finisher 11

foto: redbull content pool

Wie bereits erwähnt, suchen wir den Schlüssel zum Glück oft im Außen. Das kann unsere berufliche Karriere, unser sportlicher Erfolg oder eine Liebesbeziehung sein. Doch eine dauerhafte Zufriedenheit finden wir nur in uns selbst. Stattdessen mühen wir uns aber oft ein Leben lang damit ab, uns einen Wunsch nach dem anderen zu erfüllen. Jeden Tag leben wir mit einem selbsterzeugten Druck, der uns früher oder später unsere Gesundheit kostet. Doch mit dieser Achtsamkeitsübung kannst du dem entgegenwirken.


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INTERVIEW

ELISABETH GRUBER Die österreichische Staatsmeisterin im Crosstriathlon und mehrfache Ironman-Podium-Inhaberin Elisabeth Gruber empfing uns bei sich zu Hause zu einem gemütlichen Abendessen und einem launigen Plausch über ... text & Fotos: max hofstätter

FINISHER: Lisi, wie gefällt es dir, wieder Einzel-Profiathletin zu sein, die du ja genau genommen auch nicht wirklich bist, da du nach deinem Engagement beim Pewag Racing Team wieder zu deinem Stammverein heimgekehrt bist? Gruber: Ja, genau – na ja, in einem Team zu sein hat Vor- und Nachteile. Ich kann nun beispielsweise viel freier agieren, was Wettkampfplanung und meine Verpflichtungen allgemein betrifft – ich genieße diese Unabhängigkeit schon sehr und möchte da momentan auch nichts ändern. Vor allem da es mir bei meinem Ursprungsverein TRI STYRIA schon sehr gut gefällt. Da sind einfach so viele Leute mit solch einer großen Begeisterung bei diesem Sport, das ist sehr schön zu sehen und motiviert mich enorm. FINISHER: Auf deine Leistung wirkte sich der Rückzug aus dem Profiteam nicht negativ aus, wenn man deine Ergebnisse so beobachtet. Gruber: Ja, ich glaube schon, dass meine Leistung stetig jedes Jahr gestiegen ist, zwar langsam, aber es geht immer noch aufwärts. Hauptsächlich hat das mit meiner Veränderung auf der Trainerseite zu tun, da ich das Gefühl hab, dass das ziemlich

genau passt. Ich hatte immer eine ungefähre Vorstellung davon, wie ich in etwa trainieren möchte, und dieser Vorstellung bin ich mit meiner Trainerin Siri Lindley, mit der ich nun meine dritte Saison zusammenarbeite, ziemlich nahe gekommen. FINISHER: Wo geht denn die Entwicklung hin? Gruber: (schmunzelt) Ich denke, dass leistungsmäßig noch einiges in mir drinnen ist, wenngleich ich auch weiß, dass ich den Sport nicht ewig auf professionellem Niveau betreiben werde. Denn falls man einmal Kinder haben möchte, muss man sich als Frau im Spitzensport schon genau überlegen, wie man seine Prioritäten setzt. Aber aktuell hab ich noch ein paar Ziele, die ich unbedingt verfolgen möchte. FINISHER: Und die wären? Gruber: Ich würde gerne einen Ironman gewinnen, das ist mein Hauptziel, auf das ich hinarbeite. FINISHER: Eine gar nicht so unbekannte Vereinskollegin von dir hat vor kurzem ein Kind bekommen und ist danach mit einem fulminanten Sieg beim Ironman Austria auf die Wettkampfbühne zurückgekehrt. Wäre das für dich auch eine Option, mal so eine Babypause einzu-

legen und dann wieder im Wettkampfzirkus anzugreifen? Gruber: Sollte es sich ergeben, dass ich einmal Mama bin, will ich mich aus dem Profisport zurückziehen. Ich werde sportlich immer viel machen, weil ich das schon mein ganzes Leben lang tue und das einfach in meiner Natur liegt. Professionelle Triathletin will ich dann aber nicht mehr sein. Außerdem muss bei so einem Comeback das Netzwerk sehr gut passen und es braucht viele unterstützende Hände. Nur dann gibt es nach einer Babypause meiner Meinung nach die Voraussetzungen, einen Ironman gewinnen zu können. FINISHER: Einen Ironman zu gewinnen ist ja nicht so einfach, wie wir wissen. In welcher Disziplin siehst du für dich am meisten Potenzial? Mittlerweile darf man sich im Spitzenfeld in den Einzeldisziplinen ja gar keine Schwäche mehr erlauben. Gruber: Das Spitzenfeld bei uns Damen ist inzwischen schon ziemlich ausgeglichen. Um zu gewinnen, muss man eine dreifach konstante Leistung abliefern. Beim Schwimmen allerdings werde ich keine großen Sprünge mehr machen. Dort geht nur sehr mühsam was weiter (lacht). Beim Ironman heuer in Brasilien

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Name: Elisabeth Gruber Alter: 32 Beruf: Teilzeitprofi Team: su tri styria grรถsste erfolge: 2. Platz Ironman Barcelona 2016 3. Platz Ironman Austria 2016 3. Platz Ironman 70.3 Zell am See 2017 Staatsmeistertitel Crosstriathlon Berndorf 2017

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INTERVIEW

Gruber auf dem weg zu ihrem ersten ironman70.3-podium in zell am see.

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INTERVIEW

ELISABETH GRUBER konnte ich das erste Mal mit der zweiten Gruppe mitschwimmen und mich behaupten. Um ganz vorne zu sein, muss aber von der Tagesverfassung über die Vorbereitung bis hin zum Starterfeld einfach alles zusammenpassen – und das nötige Quäntchen Glück darf natürlich auch nicht fehlen. FINISHER: Wo werden die Hebel im Training aktuell am stärksten angesetzt? Da gibt es ja zusätzlich zu den drei Sportarten eine ganz besondere Disziplin: das Material. Gruber: Mein Training ist in allen drei Sportarten ziemlich ausgeglichen. Beim Material wiederum könnte ich sicher ansetzen und noch professioneller in diese Richtung arbeiten. Derzeit beschäftige ich mich nicht so viel damit, aber es ist definitiv Potenzial vorhanden. FINISHER: Profisportlerin zu sein heißt, alles darauf auszurichten und die sportliche Leistung in den Mittelpunkt des Lebens zu stellen. Wie lässt sich dein Arbeitsalltag in deinen Trainingsalltag integrieren? Gruber: Ich arbeite derzeit zwei Tage in der Woche, weil es sich finanziell sonst nicht ausgehen würde. Ich hab zum Glück einen Chef, der selbst Leistungssportler war und mich in dieser Hinsicht unterstützt, indem er mir für Wettkämpfe und Trainingslager freigibt. Meine zwei Arbeitstage stellen definitiv eine trainingsmäßige Herausforderung dar. Durch das viele Stehen sind meine Beine oft ein bisschen schwer und manchmal hab ich Angst, dass ich es aufgrund eines Patschens

bei der Trainingsausfahrt dann nicht rechtzeitig in die Arbeit schaffe (lacht). Mittwoch bis Sonntag kann ich mich dann voll auf das Training konzentrieren und vor allem auf die Zeit dazwischen. Wie wichtig Regeneration eigentlich ist, habe ich erst in den letzten Jahren gemerkt. FINISHER: Die Frage der Finanzierung ist vor allem im Triathlonsport sehr präsent. Die Preisgelder sind entsprechend bescheiden. Wie beeinflusst das deine Wettkampfplanung? Du bist jetzt ja hauptsächlich bei der M-Dot-Serie am Start gewesen, also bei Ironman- und 70.3-Rennen. Gruber: Ein wichtiger Grund für diese Entscheidung war meine erhoffte Qualifikation für Hawaii. Die ganze letzte Saison hab ich eigentlich darauf ausgelegt. Auf das Preisgeld schau ich gar nicht, ich schau, was ich gerne machen will. FINISHER: Es gibt ja die eine oder andere Konkurrenzveranstaltung wie zum Beispiel die Challenge-Serie, wo es für die Athleten bei ausgesuchten Rennen doch außergewöhnlich viel Preisgeld gibt. Würde es dich nicht reizen, dort an den Start zu

gehen? Gruber: Ich mache meinen Sport nicht wegen dem Geld. Natürlich wär’s gut, wenn ich mir damit ganz meinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Im Endeffekt such ich mir die Rennen aus, die mir am meisten gefallen. Vernünftiger wär’s vielleicht, die Rennen nach der Kohle auszusuchen (lacht) … FINISHER: Rennen, die dir am meisten gefallen – der Ironman 70.3 Zell am SeeKaprun war nach der Enttäuschung beim Ironman Frankfurt eines davon, ist das richtig? Gruber: Ja, das stimmt. Nach dem IM Frankfurt war mein Hawaii-Traum leider geplatzt. Ich war bis dorthin punktemäßig ganz gut dabei, hab mir letztendlich aber zu viel Druck gemacht, weil ich die HawaiiQuali unbedingt haben wollte. Die unmittelbare Vorbereitung war auch eher suboptimal. Ich hab einfach gemerkt, dass ich nicht zu 100 Prozent fit war. Am Start war ich aber trotzdem motiviert und voller Vorfreude. Nachdem ich beim IM Brasilien die langsamste Wechselzeit hatte, wollte ich es dieses Mal besser machen und war dann sogar die Schnellste beim ersten Wechsel – allerdings musste ich dem hohen

Ich würde gerne einen Ironman gewinnen, das ist mein Hauptziel, auf das ich hinarbeite.

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INTERVIEW

Tempo beim Verlassen der Wechselzone Tribut zollen und brach mir die Großzehe. Zuerst hab ich mir nicht viel dabei gedacht, doch während des Radfahrens stellte sich dann doch schnell heraus, dass ich diesen Bewerb wohl nicht mehr finishen werde. Dieser Ausstieg aus dem Rennen war sehr emotional, platzte doch mein Traum von Hawaii. Nach einigen Stunden der Enttäuschung relativierte sich das aber zum Glück wieder, weil ich mit Freude auf meine letzten Rennen zurückblicken konnte. Dreieinhalb Wochen später war ich dann schon wieder das erste Mal laufen, und weil das so gut ging, hab ich mich im letzten Moment ganz spontan für meine ersten Österreichischen Meisterschaften im Crosstriathlon in Berndorf angemeldet. Ich wollte einfach was Neues ausprobieren und wieder unbeschwert in den Wettkampf zurückfinden, ganz frei von Druck und mit null Erwartungen. Mit einer goldenen Staatsmeisterschaftsmedaille hatte ich natürlich nicht gerechnet, freute mich aber umso mehr. Das Rennen selbst hat mir einfach unglaublich Spaß gemacht. Und genau dieses Gefühl wollte ich für den Ironman 70.3 in Zell am See-Kaprun mitnehmen. Ich hab mir dort keine Platzierungen ausgedacht, sondern wollte einfach Spaß haben und unbeschwert das Rennen genießen. Deswegen hab ich mich dafür entschieden, meine Trainingsuhr während des Wettkampfes wegzulassen und einfach nach Gefühl und Situation zu agieren. Das ist mir dann

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auch gelungen und ich wurde mit einem Podestplatz belohnt – noch dazu bei so einem PrestigeRennen wie dem Ironman 70.3 in Zell am See-Kaprun. FINISHER: Das heißt, du hast sogar am Rad auf die Wattmessung verzichtet? Gruber: Meine Trainerin sagt immer: Get rid of your gadgets! Deswegen hab ich seit längerem schon keine Wattmessung mehr auf meinem Rad, auch bei den Ironman-Rennen. Im Rennen konzentriert man sich nämlich oft zu sehr auf die Zahlen und vergisst, im Hier und Jetzt zu sein, wo man eigentlich am stärksten ist. FINISHER: Du hast vorhin erwähnt, dass bei der Auswahl deiner Rennen der Spaßfaktor eine große Rolle spielt. Welche Wettkämpfe stehen denn jetzt noch auf deiner Wunschliste – außer Hawaii? Gruber: Um auf den Crosstriathlon zurückzukommen, muss ich sagen, dass mich so ein Xterra schon sehr reizen würde. In Berndorf hab ich ein bisschen Blut geleckt und jetzt wär es eigentlich spannend, mich auf einer technisch anspruchsvolleren Strecke unter Beweis zu stellen … FINISHER: Es ist ja kein Einzelfall, dass Eliteathleten kurzzeitig zum Crosstriathlon wechseln. Laura Philipp, Sebi Kienle und Jan Frodeno sind nur einige wenige, um sie beim Namen zu nennen. Wäre das nicht auch eine Option? Gruber: Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich so zwischendurch bei einem Crosstriathlon am Start stehe, wenn es die Umstände zulassen. Fokussieren möchte ich mich aber weiterhin auf die Langdistanz. Da gibt es schon noch ein paar Rennen, die ich unbedingt machen möchte. Das wäre zum einen der Ironman Malaysia, weil ich mit der Hitze sehr gut zurecht komme. Dann

hab ich da noch ein paar Challenge-Rennen im Kopf und auch so Sachen wie den Austria eXtreme Triathlon – das wird aufgrund des kalten Wassers wohl eher ein Projekt für die Zeit nach der Profikarriere (lacht) … FINISHER: Um ein letztes Mal auf Hawaii zurückzukommen: Verfolgst du das Projekt noch weiter, auch wenn du vorerst einmal gescheitert bist? Gruber: Es gehört immer ein bisschen Glück dazu. Es hätte sich theoretisch ja ausgehen können und man weiß nie, wo wer startet. Heuer hab ich leider ein bisschen auf die falschen Rennen gesetzt. In Brasilien und in Frankfurt gab es ein extrem gutes Starterfeld im Vergleich zu den vorigen Jahren, aber genau das weiß man vorher eben nicht. FINISHER: Wenn die restlichen Rennen heuer noch gut funktionieren, wird da vielleicht für 2018 mit einem Auge schon in Richtung Klagenfurt geschielt? Gruber: Es hat mir irgendwie leidgetan, dass ich dieses Jahr dort nicht am Start war. Wobei ich es heuer auch genossen habe, einmal andere Bewerbe zu machen. Es ist aber nach wie vor mein Lieblingsrennen, nicht nur wegen der Strecke. Bei einem Heimrennen und besonders in Klagenfurt gibt es immer diese ganz spezielle Stimmung, die man durch die Unterstützung von Freunden und Familie umso mehr genießen kann. Kurz gesagt: Ich bin gespannt, was heuer noch kommt und wie sich das auf nächstes Jahr auswirken wird. FINISHER: Unsere Redaktion wünscht dir natürlich nur das Beste! Ergänzung der Redaktion: Lisi Gruber gelang beim Ironman Italy ein vierter Platz nach einer guten Schwimmleistung und der abermals schnellsten Laufzeit bei den Damen, was ihr den 38. Rang im Kona Pro Ranking bescherte.


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LANGE HAT ES NICHT GEDAUERT ... ... bis ein junger Mann namens Patrick mit gleichem Nachnamen wie das erste Wort dieser Headline, welches uns hier zum Wortspiel verführte, die Ziellinie auf Hawaii überquerte. Die vier Elemente, welche einem auf Hawaii täglich vor Augen geführt werden, wackelten ein paar Augenblicke, als der Darmstädter den Streckenrekord von Craig „Crowie“ Alexander aus dem Jahr 2011 unterbot und in 8:01:41 Stunden das Ziel seiner Träume erreichte.

text: max hofstätter

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Fotos: MICHAEL RAUSCHENDORFER & Jesper Gronnemark/Red Bull Content Pool


IRONMAN

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KONA 2017

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s war generell ein „sauschnelles“ Jahr auf Big Island. „First out of the water“ war heuer der Australier Josh Amberger, der nach 47:09 Minuten den Pazifik in Richtung Wechselzone verließ. Das ist gleichzeitig die siebtschnellste je geschwommene Zeit bei den Herren und nur 28 Sekunden über dem Rekord von Lars Jorgensen aus dem Jahr 1998. Die Britin Lucy Charles schrammte heuer mit 48:48 Minuten sogar nur fünf Sekunden am Schwimmrekord von Jodi Jackson aus dem Jahr 1999 vorbei. Auch die zweitschnellste Schwimmerin Lauren Brandon trägt sich mit 48:53 Minuten auf Rang drei in diese Rekordliste ein. Bei den Damen war es das aber auch schon mit der Rekordjagd auf den Teilstrecken. Dafür ließen es die Männer ordentlich krachen. Gleich fünf Protagonisten der heurigen Ausgabe der IronmanWM trugen sich in die Liste der zehn besten Radzeiten ein, die je auf Hawaii gefahren wurden. James Cunnama (4:21:02 – siebtschnellste Zeit ever), Jan Frodeno (4:20:59 – sechstschnellste Zeit ever), Sebastian Kienle (4:14:57 – drittschnellste Zeit ever), der Geheimtipp von „quasi eh jedem“ Lionel Sanders (4:14:18 – zweitschnellste Zeit ever) und der neue Rekordhalter Cameron Wurf aus Australien, der nach 4:12:54 die 180,2 Kilometer hinter sich gebracht hatte. Alle drei letztgenannten Athleten unterboten den bisherigen Streckenrekord von Normann Stadler aus dem Jahr 2006, der bei der Fabelzeit für

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Hawaii-Verhältnisse von 4:18:23 stand, was immerhin einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 41,845 Stundenkilometern entspricht. Auf Trainingpeaks.com veröffentlichte Lionel Sanders im Anschluss an das Rennen seine Leistungsdaten, um an seinem Projekt der maximalen Transparenz weiterzuarbeiten.

LEISTUNGSDATEN

LIONEL SANDERS VIZEWELTMEISTER SANDERS HATTE ORDENTLICH DRUCK AM PEDAL UND ERREICHTE DIE ZWEITSCHNELLSTE RADZEIT, DIE JE AUF HAWAII GEFAHREN WURDE.

STRECKE: 180,2 km ZEIT: 4:14:19 Ø-SPEED: 42,51 km/h Ø-Leistung: 305 W Ø-Trittfrequenz: 87 rpm Normalized Power (NP): 313 W Watt/kg Körpergewicht: 4,13 W/kg

Beachtlich ist nicht nur die Tatsache, dass Sanders nach diesem Höllenritt noch imstande war, einen zumindest zeitlich durchaus ansprechenden Marathon zu laufen (2:51:53), sondern auch, dass er in seinem Radsplit die kurze Attacke von Kienle und Wurf kontern und das Loch in etwas mehr als zwölf Minuten schließen konnte. Dieser intensive TempoBurst passierte nach etwas mehr als vier Stunden Rennzeit, und Sanders war in diesen 12:11 Minuten mit 349 Watt NP (4,68 W/ kg) unterwegs. „Schlussendlich hat mich diese Tempoverschärfung vermutlich den Sieg gekostet“, so der Vizeweltmeister im Ziel selbstkritisch.

Der neue Rad-Streckenrekordhalter Wurf hat einen spannenden CV als echter Multisportler vorzuweisen. Der Tasmanier nahm 2004 in Athen als Ruderer im Leichtgewichts-Doppelzweier an den Olympischen Sommerspielen teil. 2007 wechselte er dann ins Lager der Berufsradfahrer, wo er 2008 sogar bei einer österreichischen Equipe (Team Volksbank) unter Vertrag stand. 2013 nahm er im Trikot des Cannondale Pro Cycling Teams an einer der drei Grand-Tours, nämlich dem Giro d’Italia, teil, um sich dann ab 2015 dem Triathlon zu widmen. Im September 2017 gewann er mit dem Ironman Wales seine erste Langdistanz und nun hält er den Radstreckenrekord auf Hawaii – nicht schlecht, der Junge.


INTERVIEW

NMAN

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beim radfahren war die welt für den Titelverteidiger noch in ordnung. Frodeno fuhr mit 4:20:59 immerhin die sechstschnellste zeit ever auf hawaii, erlebte dann aber mit einem Vierstunden-marathon eine böse überraschung.

die beiden grossen geschlagenen jan frodeno (Oben) und Sebastian kienle (unten). beide wollten sich ein heisses duell um die kona-krone liefern, doch es läuft auch bei den topstars der szene nicht immer alles nach wunsch.

der moment, in dem sebastian kienle am schnellsten mann auf dem rad, Cameron Wurf, vorbeifuhR und zu einer sehr ernst gemeinteN attacke ansetzte – die er beim laufen teuer bezahlen musste.

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IRONMAN

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Am Ziel seiner Träume ist der darmstädter patrick lange nun angekommen. der deutsche ist nur ein jahr nach seinem sensationellen dritten rang auf hawaii nun ironman-welTmeister – welch kometenhafter aufstieg.

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IRONMAN

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HAWAII

Alles überragend war in der Flut der Rekorde allerdings der Mann mit den schnellsten Marathonbeinen unter den Triathleten. Patrick Lange verpasste seinen Marathonstreckenrekord aus dem Vorjahr um nur 14 Sekunden, was ihm jedoch gänzlich egal sein dürfte, da er sich im Ausgleich dazu wie bereits erwähnt den Gesamtstreckenrekord und damit natürlich auch den Sieg auf Big Island holen konnte. Lange darf seine erst vierte Langdistanz nun als Ironman-Weltmeister verlassen und steht in seiner noch so jungen Ironman-Karriere bereits am Gipfel – nicht nur sein Trainer Faris Al-Sultan staunte da nicht schlecht: „Ich bin selbst etwas überrascht, um ehrlich zu sein“, so der Weltmeister aus dem Jahr 2005. „Ich dachte nicht, dass es schon so gut läuft, bin aber natürlich überglücklich und sehr stolz auf den Patrick.“ Lange war im Rennen kurz vor dem Ausstieg, als das Tempo am Rad richtig angezogen hat: „Oh ja, es ging mir richtig schlecht und ich wollte eigentlich schon aufgeben, zum Glück hab ich es nicht getan und hab weiter an mich geglaubt, aber es war wirklich ein großer Kampf. Ich bin zwar ganz gut gefahren am Rad, aber die Seitenwinde machten mir schon ziemlich zu schaffen. Ich blieb aber geduldig und als ich dann Lionel auf der Laufstrecke sah und zu ihm auflief, wusste ich, dass ich ihn nun schocken musste. Außerdem hoffte ich, dass er nicht mehr in der Lage war, auf meine Tempoverschärfung zu antworten – was dann glücklicherweise auch der Fall war“, so der neue Weltmeister am Ziel seiner Träume. Rekordverdächtig wird langsam auch die Vorstellung der Schweizerin Daniela Ryf. Momentan gibt es auf diesem Planeten an-

scheinend keine Triathletin, die der 30-Jährigen bei wichtigen Rennen ernsthaft gefährlich werden könnte. Die junge Britin Lucy Charles versuchte alles ihr Mögliche, um die Titelverteidigerin aus der Ruhe zu bringen. Eine Weile sah es auch danach aus, als würde dieses Vorhaben von Erfolg gekrönt sein, denn Charles dominierte das Rennen mit enormer Pace. Die unglaublich schnelle Schwimmzeit sprachen wir bereits an und auch am Rad ließ sie sich nicht lumpen. Es dauerte exakt bis Rennstunde 5:43:21, bis die Schweizerin in der rennentscheidenden Szene mit einer schweren Übersetzung und einem kurzen Blick zur Konkurrentin an Lucy Charles vorbeifuhr. Charles konnte ihren Raceplan aber dennoch umsetzen und wurde hinter Ryf überraschend Zweite. Ryf muss zwar noch einige Male gewinnen, um ihrer legendären Landsfrau Natascha Badmann (6 Siege gesamt) den nationalen Rekord streitig zu machen. Ob sie „All-Time-Legend“ Paula Newby-

„SCHEINBAR BLEIBT ES AUCH EINEM WELTMEISTER NICHT ERSPART, MAL EINEN VIERSTUNDENMARATHON ZU LAUFEN ...“ JAN FRODENO

Fraser (8 Siege) je erreichen wird können, bleibt abzuwarten, Chrissie Wellington (4 Siege) kann sie aber bereits im nächsten Jahr einholen.

FAVORITEN GEHEN LEER AUS. Unter den größten Überraschungen des Tages waren auch zwei sehr prominente Namen. Topfavorit Jan Frodeno erwischte einen mehr als gebrauchten Tag und musste mit Problemen mehrere Geh- und Stretchingpausen auf der Marathonstrecke einlegen: „Scheinbar bleibt es auch einem Weltmeister nicht erspart,

nur fünf Sekunden schrammte die britin lucy charles am schwimmrekord aus dem jahr 1999 vorbei und setzte diese irre pace am rad fort, womit sie titelverteidigerin daniela ryf ordentlich unter druck setzen konnte.

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trotz mehrfacher attacken der kontrahentinnen krÜnte sich die schweizer ausnahmeatHletin daniela ryf bereits zum dritten mal zur ironman-weltmeisterin und ist am besten weg in die ewigen geschichtsbßcher dieses legendären events.

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„… ICH WEISS, ES WAR VIELLEICHT NICHT DIE KLÜGSTE IDEE, TROTZ EXTREMER SCHMERZEN AB KM 12 WEITERZULAUFEN, ABER NACH ALL DEN ANSTRENGUNGEN, DIE WIR IN DIE VORBEREITUNG FÜR DIESES RENNEN GESTECKT HABEN, UND DURCH DIE GROSSE UNTERSTÜTZUNG SO VIELER MENSCHEN, DIE ES MIR ERMÖGLICHTEN, HIER AN DEN START ZU GEHEN, MUSSTE ICH EINFACH INS ZIEL KOMMEN.“ MICHI HERLBAUER mal einen Vierstundenmarathon zu laufen“, so Frodeno im Ziel. Der Dominator der letzten beiden Jahre finishte dennoch mit einer Zeit von 9:15:44 und konnte damit einige Sympathiepunkte auf seinem ohnehin nicht kleinen Konto sammeln. Dies war jedoch auch der Tatsache geschuldet, dass Frodo seinen Landsmann Lange vom Streckenrand aus noch mit einem Klapps auf den Hintern und den Worten „Junge, hol dir Sanders, der stirbt“ anfeuerte – der Mann weiß halt echt, wie man auch an einem Tag zum Vergessen noch das Maximum herausholt, das Medienecho war entsprechend groß. Sauer dürfte Sebastian Kienle sein, der nach Frodeno auch hoch im Kurs auf den Sieg stand. Kienle musste der Aufholjagd und der Attacke am Rad Tribut zollen und war bis kurz vor dem Ziel noch auf Podiumskurs, ehe ihn der Brite David McNamee abfing und den Deutschen somit auf den undankbaren vierten Rang verdrängte.

DEUTSCHSPRACHIGES FAZIT. Nach dem bereits vierten deutschen Herrensieg in Folge und dem Hattrick von Ryf bei den Damen ist das Maximum quasi das Mindeste, was zu erwarten war. Bei den Profiherren wurde Boris Stein (GER) Zehnter, Ruedi Wild (SUI) 16., Marc Dülsen (GER) 18., Jan van Berkel (SUI) 22., Ronnie Schildknecht (SUI) 32. und Markus Fachbach (GER) 40. Bei den Profidamen konnten sich Mareen Hufe (GER) auf Rang 11, Michaela Herlbauer (AUT) auf Rang 19 – die übrigens das Rennen trotz eines Knochenbruchs

FIGHTER OF THE RACE

beendete – sowie Sonja Tajsich (GER) auf Rang 21, Celine Schärer (SUI) auf Rang 23, Astrid Stienen (GER) auf Rang 24 und Katharina Grohmann (GER) auf Rang 28 in die Ergebnisliste eintragen. Insgesamt konnten 273 Athletinnen und Athleten aus Österreich, Deutschland, Luxemburg und der Schweiz das Rennen finishen. Darunter auch Christian Haupt aus Hannover, der dies als Schnellster aller Agegrouper in einer Zeit von 8:55:28 Stunden erledigte. Der Oberösterreicher Georg Enzenberger konnte in der M18-24 den Vizeweltmeistertitel holen. Michaela Rudolf übertraf dieses Kunststück in der W45-49 mit dem Agegroup-Weltmeistertitel sogar noch. Interessant auch die Tatsache, dass „Mr. Sailfish“ Jan Sibbersen als Agegroup-Starter mit 48:32 Minuten die sechstschnellste Schwimmzeit overall hatte – Respekt, der Mann scheint tatsächlich das Sailfish-Gen im Blut zu haben.

MICHI HERLBAUER die salzburgerin kämpfte sich trotz knochenbruch ins ziel: „Auch wenn ich zwischenzeitlich knapp davor war AUFZUGEBEN ich wollte es unbedingt durchziehen.“

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Michi Weiss bewegte sein Andean mit einer zeit von 4:31:18 durch die lavafelder bevor er auf position 18 liegend das rennen beim laufen aufgab.

INTERVIEW INTERVIEW

Auf hawaii wird weiterhin deutsch gesprochen, auch wenn es BEI den athleten aus Ăśsterreich nicht ganz so gut gelaufen ist wie BEI unseren nachbarn aus der schweiz und deutschland.

Das LAUFWUNDER LANGE war einmal mehr beim marathon unschlagbar.

Ein sieg fehlt ryf nur noch bis zur grossen chrissie wellington – mal sEhen, ob es 2018 bereits SO WEIT sein wird.

sichtlich gezeichnet, aber dennoch im ziel: jan frodeno. Finisher 31


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Das Future-ShockSystem im Lenkkopf ist an das Fahrergewicht anpassbar und erlaubt 20 Millimeter Federweg.

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Die Jahreszahlen zeigen es, dieses Rad musste in sehr große Fußstapfen seiner Vorgänger treten.

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Die geänderte Klemmung der Sattelstütze erlaubt kontrollierten Flex.

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Flat-Mount-Bremssättel und 160-mm-Bremsscheiben mit Kühlfinnen sorgen für richtig Biss.

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In der SWAT-Box finden Multitool, CO2-Patronen, Reifenheber und Schlauch sehr aufgeräumt Platz.


BIKETEST #01

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Bei der ersten Begegnung mit dem Specialized Roubaix Pro Di2 sticht die #BlingBling-Lackierung mit dem spannenden Namen „Satin Carbon Gloss Chameleon Black“ sofort ins Auge. In diesem Moment wird klar, diese Maschine will und kann sich nicht verstecken, sondern ganz vorne mitmischen, egal wie grausam und fordernd der Untergrund auch sein mag. Das Roubaix teilt sich den Namen mit dem härtesten Eintagesrennen des Pro-Tour-Kalenders, so ist es nicht verwunderlich, dass die Specialized-Entwickler eine Kooperation mit der weltbekannten Rennwagenschmiede McLaren Applied Technologies eingegangen sind, um es – mit den letzten Neuerungen ausgestattet – in den Kampf gegen die Gräuel dieses Rennens zu schicken. Die McLaren-Ingenieure waren gefordert, den Ansprüchen von Specialized gerecht zu werden, denn das Rad sollte natürlich leichter und schneller sein als alle Iterationen zuvor, aber auch das Gefühl von Laufruhe auf einem Fahrrad sollte neu definiert werden. So wurde das Zertz-Elastomersystem der Vorgängermodelle über Bord geworfen und durch

ein Federungssystem im Lenkkopf namens Future Shock ersetzt, welches 20 Millimeter Federweg zur Verfügung stellt. Der Hinterbau wurde ebenso überarbeitet. So wird nun die eigens designte Sattelstütze nicht über dem Oberrohr, sondern an der Anbindung der Sitzstreben geklemmt, was auch hier ein geringes Maß an kontrolliertem Flex ermöglicht. Doch genug der Theorie. Auf den ersten Metern achte ich ständig darauf, nur ja jeden Kanaldeckel zu erwischen, um zu erfahren, wie effektiv Future Shock nun wirklich ist. Ich kann sagen: sehr effektiv, denn ich habe nach kurzer Zeit darauf vergessen. Es nimmt die gröbsten Schläge weg, aber es ist ständig die Rückmeldung des Bodens in ausreichendem Maße vorhanden, mir wird klar, dieses Rad ist keine Sänfte, sondern einfach verdammt angenehm zu fahren und durch das Ebnen der Bodenunebenheiten auch noch sehr schnell oder, wie es in der Specialized-Definition heißen würde, laufruhig. Doch wie schlägt sich eine Maschine, die für die doch recht flache Hölle des Nordens konzipiert wurde, in den Bergen? Steirische Bergstraßen stellen für dieses Rad die perfekten Anforderungen bereit, sie sind steil und der Asphalt ist gezeichnet von Frostaufbrüchen. Bergauf zeigen die Roval-32-Clincher-Laufräder mit ihrem geringen Gewicht natürlich sofort, dass sie nicht nur am Pave zu Hause sind. Auch im Wiegetritt muss ich sehr darauf achten, Future Shock wahrzunehmen. Der Rahmen selbst zeigt keine Verwindung. Bergab glänzt das Roubaix genau wie sein Lack, die Shimano-Disc-

Bremsen lassen einen dosierten späten Bremspunkt zu, der vom perfekten Fahrwerk ohne Flattern hingenommen wird. Ebenso ist das Einlenken in Kurven sehr präzise und wird durch den hervorragenden Kurvenhalt der Specialized-Turbo-CottonBereifung unterstrichen. Eine zwei Kilometer lange Baustelle in der Abfahrt ist eine willkommene Gelegenheit, das Roubaix ohne Rücksicht zielgenau mit dem S-Works-Hover-Carbon-Lenker in Schlaglöcher zu steuern und über Schotter zu prügeln. Das Roubaix tut perfekt seinen Dienst, auch die Bereifung zeigt keine Schwächen. Zuhause angekommen merke ich eines, nämlich dass ich Future Shock nicht mehr bemerkt habe. Fazit: Mir ist nun klar, warum der Lack Chameleon heißt: weil es dieses Rad so gut beschreibt, es passt sich seinem Untergrund nämlich perfekt an.

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ANDREAS GIGLMAYR

ZURÜCK AUS DER BILDUNGSKARENZ Andreas Giglmayr ist unumstritten einer der schnellsten Triathleten unseres Landes, doch in der letzten Zeit wurde es etwas ruhiger um den Salzburger. Warum das so ist, haben wir bei einem Besuch am Wallersee versucht herauszufinden. TEXT & FOTOS: MAX HOFSTÄTTER

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INTERVIEW

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FINISHER: Andreas, nach deiner Teilnahme an den Olympischen Spielen in London hast du mit deinem Langdistanzdebüt beim Ironman Austria 2014 den Umstieg von Kurz- auf Langdistanz ganz gut hinbekommen, möchte ich meinen. Giglmayr: (lacht) „Ja, denke ich auch. Das war schon ein sehr interessanter Weg und auch ein sehr lehrreicher, von einem Bundesheer-geförderten NationalteamAthleten zum Einzelkämpfer im Langdistanz-Profizirkus.“ FINISHER: Der vierte Platz sprang damals heraus und mit 8 Stunden und 9 Minuten eine der schnellsten jemals erreichten Ironman-RookieZeiten. Giglmayr: „Der Tag in Klagenfurt war zwar nicht ganz perfekt, aber nahezu, und ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.“ FINISHER: Im Jahr darauf bist du als erster Athlet aus dem Lendkanal gestiegen, musstest das Rennen dann jedoch frühzeitig aus gesundheitlichen Gründen beenden. Was war da los? Giglmayr: „Ich wusste bereits im Vorfeld, dass ich aufgrund einer Verletzung den Ironman voraussichtlich nicht finishen kann. Als Athlet möchte man jedoch jeden noch so kleinen Funken einer Chance nutzen, und deshalb hab ich es versucht, musste dann aber einsehen, dass ein Finish keinen Sinn macht und ich meine kost-

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bare Gesundheit nicht aufs Spiel setzen wollte.“

aber wenn du es schon ansprichst – du meinst, was beruflich nach dem Profisport kommt? Giglmayr: „Genau. Während meiner Zeit als Kurzdistanzathlet verschwendete ich nicht allzu viele Gedanken daran, wie es sein würde, wenn ich mal 40 oder noch älter bin. Einige meiner damaligen Kollegen im internationalen Zirkus haben nicht mal einen ordentlichen Schulabschluss.“

FINISHER: Was war für dich die größte Herausforderung beim Umstieg von der Kurzauf die Langdistanz? Giglmayr: „Puh, das war einiges, um ehrlich zu sein. Man unterschätzt anfangs die Trainingsumfänge und vor allem das damit verbundene veränderte Zeitmanagement. Die richtige Balance zwischen Belastung MINUTEN PRO 100 M und Regeneration wird zur echten Herausforderung. AußerIst die Pace, mit der dem ist man plötzlich Andi Giglmayr beim IM 70.3 Zell am See die 1,9 km im selbstständig und Wasser zurückgelegt hat. nicht mehr Angestellter, und das ändert auch einiges.“

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FINISHER: Das heißt, mit dem Umstieg auf die Langdistanz trat auch ein persönlicher Reifeprozess bei dir ein? Giglmayr: „Das könnte man schon so sagen, denke ich.“

FINISHER: Was im Detail? FINISHER: Mit welGiglmayr: „Na ja, der cher Konsequenz? Tagesablauf ist nicht Giglmayr: „Ich hab mehr so geregelt wie zuvor und man stellt KILOMETER PRO STUNDE mich dazu entschlossen, parallel zu meiner die Regeln plötzlich sportlichen Laufbahn selber auf, nicht dass Mit dieser ich damit Schwie- Durchschnittsgeschwindigkeit eine Ausbildung zum rigkeiten hätte, aber bewegte sich Andi Giglmayr Physiotherapeuten auf es war einfach unauf dem abschließenden einer Fachhochschugewohnt. Außerdem Halbmarathon in Zell, was le zu beginnen. Dies macht man sich plötz- ihn zu einer Zeit von 4:04:17 hat in den letzten drei und dem 2. Rang führte. Jahren ganz schön viel lich Gedanken über Zeit in Anspruch gedie Zukunft und was nommen und ist nun mal nach dem Sport kommt und so weiter – das hat mit Ende Juli dieses Jahres zum aber möglicherweise auch mit Glück zu einem positiven Ende dem zunehmenden Alter zu tun gekommen.“ (schmunzelt). Von den ganzen Zusatzaufgaben wie Sponsoren- FINISHER: Das heißt, du bist suche und -betreuung sowie Me- nun fertiger Physiotherapeut und darfst mich offiziell bedienarbeit ganz zu schweigen.“ handeln? FINISHER: Na ja, so alt bist Giglmayr: „Ja klar, wenn du irdu nun auch wieder nicht, gendwelche Wehwehchen hast, gerne.“


INTERVIEW

FINISHER: Daher auch deine, sagen wir mal, Zurückhaltung in den letzten Jahren, was deine sportlichen Ambitionen betrifft? Giglmayr: „Ich würde nicht unbedingt Zurückhaltung sagen, ich war schon sehr darauf bedacht, meine sportliche Leistungsfähigkeit weiter zu entwickeln. Dass dies neben der Fachhochschulausbildung jedoch etwas anders aussieht und nicht immer so planbar ist, wie ich es gern gehabt hätte, wird jedem einleuchten, der einen 40-Stunden-Job hat. Die Wettkampfplanung war neben den Prüfungs- und Hochschulterminen eine echte Gratwanderung. Es muss aber keineswegs ein Nachteil sein, dass ich wettkämpferisch etwas kürzergetreten bin, denn viele erfahrene Langdistanzathleten benötigen auch mal ein paar Trainingsjahre mit weniger Rennen, um den Zenit ihrer Leistungsfähigkeit zu erreichen.“ FINISHER: Du startest nun sozusagen dein Comeback nach der Bildungsauszeit? Giglmayr: „Genau, wobei sich Comeback in dem Zusammenhang etwas eigenartig anhört. Ja, ich bin wieder ,back in the game‘ und werde mich jetzt wieder voll

auf den Sport konzentrieren, mit allem, was dazugehört. Mir war es aber sehr wichtig, meine Berufsausbildung abzuschließen, um nicht nach meiner Karriere mit leeren Händen dazustehen, denn wie wir alle wissen, sind Triathleten keine Fußballer und dadurch auch nicht mit den großzügigen monetären Zuwendungen derer betuchten Arbeitgeber gesegnet.“ FINISHER: „Alles, was dazugehört“ hört sich nach einem Plan an. Was genau führst du im Schilde? Giglmayr: (lacht) „Im Schilde führe ich gar nichts. Mein kurzfristiges Ziel ist die HawaiiQualifikation 2018 als Profi. Mittelfristig ist das Ziel, den Ironman Austria zu gewinnen, und langfristig ist das Ziel, mich an der internationalen Langdistanzspitze zu etablieren.“ FINISHER: Um den Ironman Austria zu gewinnen, musste man in den letzten Jahren beispielsweise an Marino Vanhoenacker bzw. an Jan Frodeno vorbei, traust du dir das zu? Giglmayr: „Das sind natürlich absolute Topathleten, das ist klar, aber an einem perfekten Tag auch nicht unschlagbar, und wie man

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ANDREAS GIGLMAYR

Andi Giglmayr auf dem Weg zum zweiten Platz beim ironman 70.3 zell am see.

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in Zell am See gesehen hat, konnte ich bereits beim ersten Comeback-Rennen wieder mit der Weltspitze mithalten. Persönlich würde mich natürlich auch mal wieder ein Österreicher-Fight wie vor einigen Jahren interessieren, als beim Ironman Austria fünf, sechs Österreicher mit ,echten‘ Siegchancen am Start standen – das wär doch wieder mal was, oder!?“ FINISHER: Das wäre in der Tat einmal wieder was anderes. Giglmayr: „Vielleicht lassen sich die Verantwortlichen wieder mal auf so ein Rennen ein – sie würden ganz nebenbei auch noch das Startgeld der ,Big Names‘ sparen.“

mir persönlich enorm hilft und zur guten Stimmung beiträgt.“

FINISHER: Auf alle Fälle kann man sich auf aggressive Rennen freuen, denn wer dich kennt, weiß, dass du einen sehr hohen Grundspeed mitbringst. Giglmayr: „Danke für das Kompliment. Na ja, logisch, das rührt noch aus meiner Kurzdistanzzeit, wobei es der heilige Gral ist, diesen Grundspeed in das Rennen rüberzubringen, das gelingt im Training schon sehr WATT NORMALIZED POWER gut und muss jetzt noch gefestigt werden. Aber dann bin ich sehr fuhr Andi Giglmayr beim was Ironman 70.3 in Zell am See zuversichtlich, die ,Aggressivität‘ in für einen Radsplit von 2:17:46 meiner Renntaktik beauf 90,1 Kilometer trifft.“

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FINISHER: Es ist ja nicht so, dass du in den letzten Wochen und Monaten eine völlig wettkampfWATT IM DURCHSCHNITT freie Zeit gehabt hättest. Aufmerksame Beobachter waren über einen Zeitraum haben dich ja auf FINISHER: Deines von 33 Minuten notwendig, um Ergebnislisten erden Kontakt zur Spitzengruppe späht. Teams? bis zum Filzensattel nicht zu Giglmayr: „Ganz ohne, Giglmayr: „Ja genau, verlieren. nennen wir es mal, ich hab in den letzten ,Trainings-WettkämpMonaten einiges verfe‘ lässt sich ein so ändert und starte nun mit neuem Trainer, neuem Ma- ambitionierter Plan auch nicht nagement und neuer Motivation ernsthaft umsetzen. Ich war beiund natürlich meinem gut funk- spielsweise beim Chiemsee-Tritionierenden Physio- sowie Me- athlon und beim Trumer Triathchanikerteam in die kommenden lon jeweils auf der Mitteldistanz Aufgaben. Ich bin sehr glücklich am Start und mit den Ergebnissen über die neue Konstellation – da unter diesen Voraussetzungen geht richtig was weiter und die auch sehr zufrieden. Und dann einzelnen Personen kennen und natürlich der zweite Platz in Zell, verstehen sich auch sehr gut, was was mein erstes Highlight auf FINISHER: Alles in allem klingt das nach „All in“! Giglmayr: „Ist es auch. Meine volle Aufmerksamkeit gilt diesen Zielen und die meines Teams auch.“

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dem Weg nach Hawaii war. Das stimmt mich schon sehr positiv für weitere Aufgaben.“ FINISHER: In Obertrum hat uns Horst Reichel von einem megaharten Rennen am Rad erzählt und dass er schon lange keinen mehr so hart fahren gesehen hat wie dich!? Giglmayr: „Ja, beim Heimrennen kann man schon mal ein bissl riskieren, und ich wollte mal sehen, ob und wie ich die Pace aus dem Training unter Wettkampfbedingungen umsetzen kann – hab dann eh beim Laufen ein bissl dafür bezahlt (lacht).“ FINISHER: Wie geht’s jetzt also weiter? Giglmayr: „Der Fahrplan schaut so aus, dass ich nach dem Ergebnis beim Ironman 70.3 Zell am See und meinem frühzeitigen Ausstieg beim Ironman Italien noch bei ein bis zwei Rennen im Herbst starten möchte, um schon Punkte für das Kona Pro Ranking für 2018 zu sammeln. Welche das sein werden, steht noch nicht fest, da ich es vom weiteren Trainingsverlauf abhängig machen werde – aber so viele gibt es dann eh nicht.“ FINISHER: Wird also ein spannender Herbst für dich und dein Team – wir wünschen dir dafür alles Gute und schnelle Beine. Giglmayr: „Danke – ich freu mich, euch auf dem Laufenden zu halten, und werde regelmäßig in den Sozialen Netzwerken von mir hören lassen, denn mit der virtuellen Unterstützung meiner Fans geht’s gleich leichter.“


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CROSSTRIATHLON

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m 5. August dieses Jahres stand mit der 18. Austragung des Crosstriathlons in Berndorf der vorerst letzte Bewerb dieser Art im Salzburger Seenland auf dem Programm. Die Veranstalter rund um Felix Brandl ziehen sich aus dem Cross-Business zurück. „Wir sind etwas müde geworden im Lauf der Jahre“, so der Mastermind auf die Frage, warum es nicht weitergeht. „Es hat bestimmt nichts mit irgendwelchen Genehmigungsproblemen oder Streitigkeiten zu tun, wir wollen einfach mal ein Zeichen setzen, dass es nicht ewig so dahindümpeln kann und soll. Es ist so schade um den Crosstriathlon-Sport, und es kommt so wenig von offizieller Seite.“ Dass der Dreikampf im Gelände in Österreich ein Nischenprodukt im Nischenmarkt ist, ist überflüssig zu diskutieren. Warum funktionieren Formate wie diese in anderen Ländern gut und in unseren Breiten nicht? An den Grundvoraussetzungen kann es ja wohl nicht scheitern. Die Sportart Trailrunning schoss in den letzten Jahren aus dem Boden wie wildgewordene Pilze, und die Massen pilgern zu themenspezifischen Events, dass es nur so rauscht. An Mountainbike-interessiertem Publikum sollte es auch nicht mangeln, wenn man sich die Teilnehmerzahlen bei Events wie der Salzkammerguttrophy oder vergleichbaren MTBMarathons ansieht. Beides kombiniert mit einer vorangegangenen Schwimmung in natürlichem Gewässer ergibt

ENDE einen Crosstriathlon, und schon interessiert es salopp gesagt keine Sau mehr ...?! Manch spitzfindiger Kritiker mag meinen, dass es uns an den Vorbildern fehlt, das ist wieder mal etwas kurzsichtig, wie ich meine, denn gerade eben sorgten Carina Wasle und Dominik Wychera bei den Crosstriathlon-Europameisterschaften in Rumänien für einen dritten und einen neunten Platz. Was mich den Hut ziehen lässt und als Vorbildwirkung – sofern in deren Vereinsumfeld richtig eingesetzt – durchaus ausreichen sollte. Dass wir hierbei nicht von einem Thomas-Muster- oder Dominic-ThiemTennisboom-Effekt reden, ist jedoch auch klar. Das Imageproblem der Sportart bei Medien und Athleten ist jedoch unübersehbar. Wir haben beim langjährigen „Mr. Crosstriathlon“ Micky Szymoniuk nachgefragt, was seiner Meinung nach die Gründe und Ursachen für die „CrossFlaute“ sind: Warum, denkst du, hat der Crosstriathlon-Sport in Österreich so ein Imageproblem? SZYMONIUK: „Zum einen denke ich, dass die meisten der Hobbytriathleten Quereinsteiger in diesem Sport sind und der Großteil von ihnen mit dem Rennradfahren bereits seine liebe Mühe hat, und da wird es dann sehr schwierig, auf einer selektiven Crosstriathlon-Strecke einigermaßen kompetitiv zu sein.

Die Veranstalter in Österreich gehen da meiner Ansicht nach den falschen Weg. Da herrscht eher die Meinung, dass man die Strecken nicht zu schwer machen solle, da es dann zu wenige ,Straßentriathleten‘ gebe, die in einen Crosstriathlon hineinschnuppern. Ich denke halt, dass man es bei einem Crosstriathlon nicht jedem recht machen kann.“ Was kennzeichnet für dich einen guten Crosstriathlon? Ist es – provokant gefragt – wirklich nur das Markenprädikat Xterra? SZYMONIUK: „Die Veranstalter bzw. die jeweiligen Streckenchefs sollten echte Professionisten sein, beispielsweise sollten bei der Radstrecke ,echte Mountainbiker‘ am Werk sein, die was vom Trailriding verstehen. Es steht und fällt halt echt mit einer guten MountainbikeStrecke. Bei der Laufstrecke ist es ähnlich, wenn man da jemanden einsetzt, der/die vom Trailrunning Ahnung hat, kommt auch ein echter Trailrun dabei heraus. Ich bin der Meinung, dass ein Crosstriathlon kein Zuschauermagnet werden wird, sondern eine Veranstaltung sein sollte, die für die Athleten gemacht ist. Xterra ist halt mittlerweile eine tolle Community, die natürlich,

GELÄNDE!

BESTANDSAUFNAHME ZUM ÖSTERREICHISCHEN CROSSTRIATHLON 46 Finisher

TEXT & FOTOS: MAX HOFSTÄTTER


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Oben: Die neue österreichische Staatsmeisterin im Crosstriathlon Lisi Gruber würde es sehr begrüßen, wenn es hierzulande mehrere Crosstriathlons geben würde. Auch ein offizieller Xterra-Event würde der Neo-Gelände-Athletin gut in die Rennplanung passen. Links: Micky Szymoniuk hat unzählige CrossBewerbe auf der ganzen Welt bestritten und sieht Österreich trotz guter Voraussetzungen als Entwicklungsland in dieser Sportart. Rechts: An der Stimmung und dem Ambiente liegt es bei den Events in Österreich (im Bild die Staatsmeisterschaft in Berndorf ) sicherlich nicht, aber woran dann?

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ähnlich wie Ironman, auch gewinnorientiert arbeitet. Das ist einerseits schlecht für die Veranstalter, da sie, wenn sie ein offizieller Xterra-Event sein wollen, gar nicht wenig Lizenzgebühren zahlen müssen, andererseits gut für die Athleten und die Szene, da bei einem offiziellen Xterra-Event doch sehr viele Profis dabei sind und dadurch das Marketing und die Medienpräsenz entsprechend gut sind. Auch wenn man sagen muss, dass die Normen und Regeln bei ITU-Events deutlich genauer sind, was für den Athleten schon eine tolle Sache ist und ein Qualitätsmerkmal einer Veranstaltung.“ Was muss passieren, damit der Crosstriathlon in Österreich nicht völlig von der Bildfläche verschwindet? SZYMONIUK: „Hm, das ist leider tatsächlich ein Problem. Ich würde schon sagen, dass es zu einem großen Teil am Verband liegt. Ich weiß, dass vor gar nicht so langer Zeit die Motivation seitens des ÖTRV groß war, den Crosstriathlon zu fördern, allerdings hört man in letzter Zeit von den handelnden Personen erstaunlich wenig zu diesem Thema. Grundsätzlich müssen hier junge Athletinnen und Athleten akquiriert werden. Es braucht tatsächlich ein Konzept, wie man die MountainbikeSzenen, die es in Österreich gibt, zum Crosstriathlon bringt. Die Menschen fühlen sich zunehmend unsicher auf den Straßen und suchen den Weg ins Gelände fernab des Verkehrs und der Gefahren, die für den Radfahrer damit verbunden sind. Wenn ich an Südafrika, Australien, Kanada etc. denke, geht man mit dem Sport immer mehr ins Gelände. In Österreich sind

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TRAIL FUN BEIM CROSS TRIATH LON

45 Xterra-Events gibt es weltweit pro Jahr, 17 davon in Europa, jedoch keines in der Alpenrepublik Österreich. An den topografischen Voraussetzungen sowie dem Zielpublikum sollte es wohl doch nicht scheitern – oder ...?

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wir da wieder mal ziemliche Nachzügler, wenngleich es bereits Trainer in dem Bereich gibt, die sich auf Mountainbiken und Trailrunning und Sport in der Natur spezialisiert haben. Für mich sollte auch bei den Triathlonlehrwartausbildungen das Thema Crosstriathlon viel mehr behandelt werden. Eine technisch gute Ausbildung im Gelände ist die viel fundiertere Basis für eine sichere und gute Performance auf der Straße. ///Spoiler: Ich will noch nicht zu viel verraten, aber Philipp Kennedy und ich planen einen ,echten‘ Crosstriathlon in Klosterneuburg – ich hoffe, dass wir diese Veranstaltung, die es ja bereits zweimal gab, wieder aus dem Schlaf erwecken können und somit dabei helfen, dass diese Sportart nicht völlig ausstirbt. Schade finde ich ja auch, dass die anderen Starter der Cross-ÖM nicht bei mehreren Cross-Bewerben am Start sind, diesbezüglich sollten wir mal gemeinsam eine Umfrage erstellen, warum das so ist ...?!“ Die neue österreichische Staatsmeisterin Lisi Gruber war von ihrem ersten Ausflug ins Gelände sichtlich begeistert: „Es ist total schade, dass der Bewerb hier in Berndorf zum letzten Mal ausgetragen wurde, nicht nur weil mir die Strecke scheinbar sehr gut liegt, auch die Organisation und das Drumherum finde ich sehr sehenswert!“ Der Ausflug zum Crosstriathlon war hoffentlich keine Ausnahme, was muss passieren, damit man dich öfter im Gelände zu sehen bekommt? GRUBER: „Der Crosstriathlon war eigentlich nicht geplant – ich habe mich spontan und zum Spaß drei Tage vorher

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Die österreichische Cross-Szene ist keineswegs den absoluten Spezialisten vorbehalten. Auch gestandene „Straßen“-Triathleten wagen immer wieder den Ritt auf dem Mountainbike.

angemeldet. Nach meiner Enttäuschung über das DNF in Frankfurt und den damit geplatzten ,Hawaii-Traum‘ brauchte ich Abwechslung und neue Motivation. Wegen meiner Fußverletzung musste ich dreieinhalb Wochen mit dem Laufen pausieren – daher legte ich einen Kraftblock ein und verbrachte mehr Zeit am Mountainbike. Geländeläufe stehen bei mir regelmäßig am Trainingsplan, während das Mountainbike eher selten, hauptsächlich in den Wintermonaten, zum Einsatz kommt. Einen Crosstriathlon wollte ich schon länger mal probieren, es hat aber nie in meine Wettkampfplanung gepasst. Berndorf ist mir zufällig untergekommen – ich war einfach neugierig und wollte mir die Chance nicht entgehen lassen, mich trotz nicht spezifischer Vorbereitung im Crosstriathlon zu versuchen. Es hat riesigen Spaß gemacht! Anscheinend hatte ich trotz Anstrengung einen Dauergrinser im Gesicht. Dass ich als Siegerin und Staatsmeisterin die Heimreise antreten würde, hätte ich nicht gedacht. Die Strecke war technisch nur teilweise anspruchsvoll – das ist mir sicher entgegengekommen. Würde ich bei Xterra-Rennen starten, müsste ich auf jeden Fall an der Technik feilen. Ich habe jedenfalls Lust auf mehr bekommen, und ich kann nicht ausschließen, dass man mich wieder mal an der Startlinie eines Crosstriathlons sieht. Momentan liegt der Fokus jedoch klar auf der Langdistanz, da gibt es das eine oder andere Ziel, das ich noch erreichen möchte.“

Neo-Staatsmeister Lienhart wird seinen Titel in Innsbruck verteidigen müssen, sofern er weiter im CrossNationalteamkader bleiben will.


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xterra european tour 2018 27.05. 02.06. 09.06. 17.06. 23.06. 01.07. 22.07. 05.08. 12.08. 18.08. 26.08. 01.08. 09.08. 16.08.

XTERRA Italy-Garda XTERRA Portugal XTERRA Belgium XTERRA Sweden XTERRA Switzerland XTERRA France XTERRA Italy XTERRA Romania XTERRA Poland XTERRA Germany European Championship, XTERRA Finland XTERRA Denmark XTERRA Norway XTERRA Spain

Link zu den events: http://xterraeurope.com

LETZTER offizieller XTERRA in österreich 2009 fand der letzte offizielle XTERRA Austria am Klopeiner See statt. Nicht weniger als 200 Athleten aus dem In- und Ausland nahmen an diesem technisch sehr anspruchsvollen Rennen teil. Sieger wurde ein gewisser Franky Batelier (FRA) sowie Renata Bucher (SUI). Beste Österreicher: Michael Szymoniuk (Rang 15) und Carina Wasle (Rang 2).

XTri's in österreich 2018 26.05.

Innsbrucker X-Triathlon 2018, zugleich Öst. Staatsmeisterschaft www.ttci.at

09.06.

15. Wolfgangsee Challenge www.wolfgangseechallenge.at

30.06. 25. Naturpark Cross Triathlon Weissensee www.weissensee-triathlon.at 09.09.

Xcross Triathlon www.austria-triathlon.at/xcross

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INTERVIEW: MAX HOFSTÄTTER FOTOS: MICHAEL HAUSDORFER - LIME ART


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3767 Runden Christoph Strasser erzählt über seinen 24-Stunden-Bahnweltrekord, welchen er vom 14. auf den 15. Oktober im Schweizer Örtchen Grenchen in die Rekordbücher eintrug. Mit 941,873 gefahrenen Kilometern und 3767 gefahrenen Runden überbot er die bisherige Bestmarke des Slowenen Marko Baloh – der Strasser die Ehre erwies, als Offizieller dem Rekordversuch beizuwohnen – aus dem Jahr 2010 um 38,113 Kilometer. Einige Einblicke lieferte uns der Kraubather nach seiner Rückkehr aus der Schweiz und einigen Tagen Regeneration für Haut und Hirn ...

FINISHER: In einer relativ bekannten österreichischen Tageszeitung konnte man vor kurzem lesen, dass es nach zehn Minuten schon langweilig war. Ist da etwas Wahres dran? Strasser: „Es war wirklich scheißlangweilig. Es war absolut die Hölle. Es ist nicht nur langweilig, denn gegen Langeweile kann man sich ablenken. Nur darfst du dich dort nicht ablenken. Auf der Bahn musst du in den Kurven konzentriert sein und auf die Linie schauen, da du sonst Meter und Zeit verlierst. Wenn man so konzentriert ist, frisst einem das Hirn die Energie weg. Man braucht, wenn man den Energiehaushalt betrachtet, einfach mehr Kalorien. Denn es gibt gar keine andere Möglichkeit, sich nicht auf die Kurve zu konzentrieren: Du hast vier Sekunden lang eine Gerade, dann sieben Sekunden lang die Kurve. Vier Sekunden gerade fahren, sieben Sekunden die Kurve. Vier Sekunden gerade, sieben Sekunden die Kurve. Und nur in den vier Sekunden hast du Zeit, dass du was denkst. Und vier Sekunden sind kurz (lacht). Das ist was anderes, als gedanklich locker am Ergometer zu sitzen und sich nicht 54 Finisher

auf den Fahrprozess konzentrieren zu müssen. Noch dazu war ich mit dem Straßenrad unterwegs. Weil wenn du mit einem Bahnrad fährst und kein echter Bahnfahrer bist, kannst du so schnell gar nicht ,Freilauf‘ sagen und dich katapultiert es runter. So viel zum Thema Langeweile: Du bist echt eingesperrt in deinen Gedanken und in diesem Velodrom. Du kannst jammern, was du willst, aber kommst nicht heraus. Es gibt eine Möglichkeit, und die heißt weiterfahren! Denn wenn du stehen bleibst, hast du viele Leute enttäuscht. Du kannst nicht einfach stehen bleiben.“ FINISHER: Das heißt jetzt, rein mental gesehen ist das im Vergleich zum RAAM eine ganz andere Geschichte?

Strasser: „Komplett anders. Innerhalb von 24 Stunden gibt es nix Zacheres.“ FINISHER: So ein Weltrekordversuch auf der Bahn scheint relativ leicht organisierbar zu sein. War das für dich ein reiner Business Case oder spielte da auch persönlicher Antrieb eine Rolle? Strasser: „Diesen Rekord hat jetzt schon längere Zeit keiner mehr probiert. Ich hab mich anfangs nicht drübergetraut, aber mir dann gedacht, dass man das einmal im Leben gemacht haben muss. Ich weiß nämlich, was ich auf der Straße zu leisten imstande bin und wie viel Watt ich über 24 Stunden treten kann. Ich wollte schauen, was dabei rauskommt, wenn man das Ganze unter ,sterilen‘ Bedingungen indoor veranstaltet. Die Chance, einmal über


wohlfühlen. Da hast du also die Wahl zwischen ,Scheiße‘ und ,Voischeiße‘.“

24 Stunden einen 40-km/h-Schnitt zu fahren, hat man sicher nur auf der Bahn. Das war der große Traum und das große Ziel. Die 240 bis 250 Watt konnte ich in den ersten 24 Stunden beim RAAM zum Beispiel gut umsetzen. Nach vier bis fünf Stunden bin ich aber dieses Mal auf 190 Watt runtergerasselt, was eigentlich Regenerationsbereich für mich bedeutet, wenn man nur die Zahl betrachtet. Ich hab einfach gemerkt, dass diese ganzkörperliche Anstrengung und besonders diese ständige Konzentration meine Energiereserven ziemlich anzapfen. Noch dazu ist durch die gekrümmte Haltung das Essen und Trinken auch echt schwierig.“ FINISHER: Durch die Fliehkraft ist dann auch eine Magenproblematik entstanden, hab ich gehört? Strasser: „Das war eine Mischung aus Nervosität, Anpressdruck in den Kurven, das flaue Gefühl durch das ständige Kreisfahren, die krumme Körperposition – ansonsten kann ich mir nicht erklären, warum die Ernährung nicht so gut funktioniert hat. Die Aerodynamik macht bei dieser Geschwindigkeit echt wahnsinnig viel aus. Ich hab dann immer wieder aufstehen müssen, um aus dem Sattel zu gehen. Der Hintern tat mir nämlich mehr weh als sonst. Wenn du im Wiegetritt bist und in die Kurve stehend fährst, drückt es dich am Radl runter. Man kann sich das wie einen Fünf-Kilo-Rucksack vorstellen, der dir permanent auf den Arsch drückt. Sobald du aufstehst, um deinen Magen zu entlasten, musst du mit Einbußen von bis zu fünf Stundenkilometern rechnen. Du bist dehydriert und schlecht ernährt in der Aeroposition, aber immer noch deutlich schneller als kräftig und fit in der hohen Position. Wenn du auf Dauer unten fährst, kannst du dich in diesem Velodrom aber nicht wirklich

FINISHER: Apropos Ernährung – das ist ja gar nicht so einfach, dass man bei einem Tempo von 40 km/h seine Verpflegung sichert. Wie geht das? Strasser: „Am Nachmittag vor dem Start durften wir zwei Stunden auf der Bahn trainieren, um verschiedene Dinge auszuprobieren und mich einzufahren. Wir haben die Flaschenübergabe geübt und mein Chefbetreuer hat sich beim Mitsprinten gleich mal eine Zerrung geholt. Alle 20 Minuten war eine Flaschenübergabe. Ich hab sie genommen, ausgetrunken und zwei Runden später dann weggeschmissen. Es war eine willkommene Abwechslung, die leeren Flaschen in einem Basketballkorb zu versenken.“ FINISHER: Das ist ein sehr schwieriges Thema, an das man vielleicht nicht im ersten Moment denkt, oder? Strasser: „Ja, das stimmt. Auch das mit dem Helm ist so eine Geschichte. Der soll gut aerodynamisch sein, aber

digkeiten leider auch ein bisschen schwierig. Ich hab zwar einen Funk drinnen gehabt, der prinzipiell nicht schlecht war. Nur gab es in der Halle so viele Störsignale, die oft rauschende Störfrequenzen verursacht haben, deswegen waren nur kurze Sätze und Anweisungen möglich. Zum Schmähführen und zum Zeit-vergehen-Lassen leider nicht ideal.“ FINISHER: Du hast vorhin erzählt, dass du, während du 24 Stunden im Kreis herumgekurbelt bist, eine einzige Pinkelpause gemacht hast. Wie funktioniert das eigentlich? Strasser: „Du musst schon eine halbe Runde vorher zu bremsen beginnen, sonst geht sich das nicht aus (lacht). Aufgrund der Aufregung und der Stresssituation, in der sich der Körper befindet, hält ein Hormon die Flüssigkeit als Vorsichtsmaßnahme zur Ver-

„SO MUSS SICH DAS ANFÜHLEN, WENN DU EINEN 80ER-RUM AUSPINKELST.“ je mehr er geschlossen ist, desto weniger bekommst du von der Außenwelt mit. Ich hab den S-WORKS-Helm, der schön übers Ohr geht und mit dem du von außen gar nichts mehr hörst. Lippenlesen wird bei diesen Geschwin-

meidung einer Dehydrierung zurück. Beim Pinkeln selber hab ich mir dann gedacht: So muss sich das also anfühlen, wenn du einen 80er-Rum auspinkelst. Das tut richtig weh, wie wenn du eine Blasenentzündung hättest.“ FINISHER: Auf der Bahn ist die Frage des Handlings eine ganz andere als auf dem verhältnismäßig einfach handelbaren Asphalt auf der Straße. Hast du da Finisher 55


zum Beispiel einen speziellen Reifen montiert? Strasser: „Ja, da hat mir Specialized was Eigenes konstruiert und mir beim Turbo Cotton den Pannenschutz ausgebaut, damit er noch besser rollt. Schwer zu sagen, was das für die Watt bringt, aber vom Grip her war es super – da durfte ich auch auf eine besondere Mischung aus dem Specialized-Reifenlabor zurückgreifen.“ FINISHER: Der Support war allgemein Weltklasse, oder? Strasser: „Das war unglaublich. Das ganze Event, welches dort auf die Füße gestellt wurde, war ein sehr gelungenes Gesamtpaket. Es war einfach alles da – wir hatten Catering, eine Videoleinwand mit der Hawaii-LiveÜbertragung, Musik, Moderation und sogar Filme. Es ist somit auch greifbarer geworden, und es war mit über 300 Zuschauern zu den Spitzenzeiten richtig was los. Das war sicher der reine Verdienst von Specialized, die auch ein Testevent vor Ort organisiert hatten.“ FINISHER: Sprechen Thema kurz an: Es ist absoluter Wahnsinn, Ferry-Dusika-Stadion,

wir das eigentlich dass das ein Relikt

des österreichischen Radsports, es nicht auf die Reihe bekommt, solch ein Rekordrennen in Wien zu veranstalten. Warum hat das organisatorisch nicht funktioniert? Strasser: „Schwierig zu sagen. Das neuwertige Tissot Velodrome in Grenchen ist ein privat verwaltetes Stadion. Da geht es relativ flott, alle Einzelheiten abzuklären und daraufhin einen Vertrag zu erstellen. Die haben das schnell verstanden, dass das auch für ihre Bahn ein gutes Renommee bringt. In Wien hingegen mussten wir mit der Unterstützung des Österreichischen Radsportverbands ÖRV an die Stadt Wien herantreten, da dies als Privatperson gar nicht möglich ist. Allein die Anfrage zum Angebot hat monatelang gedauert und es hat leider scheinbar

keinen interessiert. Es hat offenbar niemand die Mühe wert gefunden, uns ein Angebot zu stellen bzw. zu antworten, obwohl wir uns für das ganze Event ein super Rahmenprogramm für die österreichische Radfahrerszene ausgedacht hatten. Man wird dann mit der Zeit ein wenig nervös und beginnt sich aufgrund der fehlenden Infos nach Alternativangeboten umzusehen. Und da haben wir in Grenchen einen idealen Partner gefunden – ein lebendiges und modernes Sportzentrum, welches eigentlich permanent mit Jugendkursen und öffentlichen Trainings ausgebucht ist. Ich meine, es gibt in ganz Österreich genau ein Radstadion. Das ist schon sehr schade. Im Prinzip ist es ein öffentliches Gebäude, an das man aber nicht rankommt. Und unter dem

rEkorD-ZaHLen UnD fakTEn Zeit: 24 Stunden Distanz: 941,873 Kilometer Runden: 3767 Normalized Power: 218 Watt Energieverbrauch: 18382 kJ Flüssigkeitsaufnahme: 15 Liter Pinkelpause: 1

Körpergewicht: 75 kg FTP: 370 Watt Durchschnittliche Herzfrequenz: 139 bpm Durchschnittliche Trittfrequenz: 75 rpm

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6H World Record Strich war das in der Schweiz auch wesentlich günstiger. In Wien ist alles riesengroß und sehr umständlich. Außerdem gibt es sehr hohe Betriebskosten, die sich kein Mensch erklären und leisten kann. Schließlich hätten sie uns einfach Bescheid geben können, dass sie uns aufgrund von organisatorischen Umständen eine Durchführung unseres Rekordversuchs nicht garantieren können. Aber sie haben monatelang einfach nichts gesagt. Absolut gar nichts – das war für mich auch neu, um ehrlich zu sein. Und das, obwohl ich absolut keine Sonderbehandlung wollte und, entgegen dem gefährlichen Halbwissen vieler Leser einer bekannten österreichischen Tageszeitung, einen angemessenen Betrag für meinen Rekordversuch als Miete der Bahn bezahlt hätte. Als das Projekt dann mit Grenchen fixiert wurde, passierte doch was richtig typisch Österreichisches: Zuerst interessierte es keinen, und dann kamen durch das Hintertürchen doch plötzlich die Angebote aus Wien.“ FINISHER: Wie läuft denn die unmittelbare Wettkampfvorbereitung ab? Was geht denn in einem vor, bevor man mehr als 3500 Runden im Oval fährt? Strasser: „Die unmittelbare Vorbereitung ist immer recht ähnlich, das hat ja irgendwann Ritualcharakter – egal ob das jetzt das RAAM ist oder so ein Bahnrekordversuch. Man braucht seine gewohnten Rituale, um sich wohlzufühlen. Drei Wochen vorher hab ich mich mit Stabitraining und Gymnastik sehr viel auf das Training meines Oberkörpers konzentriert. Unmittelbar davor sitzt man im Hotelzimmer und versucht sich abzulenken und die Zeit schnell vergehen zu lassen. Ich hatte mir naiv gedacht, die sechs Stunden sind schon so gut gegangen – ich mach das jetzt einfach viermal hintereinander. Dann stellt man sich seine Playlist zusammen und behält im Kopf, dass man in den nächsten 24 Stunden immer die gleichen 40 Lieder hören wird. Ein paar Nachrichten an die Leute schreib e n ,

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NICHT WENIGER ALS 11 WELTREKORDE HOLTE CHRISTOPH STRASSER IN DIESEN 24 STUNDEN AUF EINEN STREICH.

d i e e i n e m wichtig sind, 12 H und ein bisschen World Record was beantworten, wenn man Glückwünsche kriegt. Aber die Zeit vergeht dann doch recht 24 H schnell. Die letzten zwei Tage, World Record die wir früher in der Schweiz waren, verbrachten wir mit dem Aufbau, Testfahrten mit der Action-Cam, gemeinsamen letzten Besprechungen etc. Drei Denkt Tage vorher erfolgte die Umstellung 100 km man da auf Flüssignahrung. Jedes Schluckerl, zum BeiWorld Record das du da machst, hat schon Renngespiel an einen schmack. Das hast du schon so im Kopf Durchschnittsverankert. Im Vergleich zum RAAM wattwert und was war ich doch viel angespannter, weil möglicherweise pasdie große Ungewissheit war, was nach siert, wenn man diesen sechs bis acht Stunden passieren würnicht durchhalten kann? de. Beim RAAM weiß ich einfach: ,Es Strasser: „Das hab ich mir im Vorwird schwer, es wird hoat, i werd miad feld nicht durchgedacht und es war sein und es wird ma da Oasch wehtuan durchaus überraschend, dass die Watt noch fünf Tog.‘ Nur ist das alles weiter so runtergegangen sind. Das hab ich weg, der Prozess ist viel langsamer mir in solch einem Ausmaß nicht erund du hast immer Leute, mit denen wartet. Das hat mich zwischendurch du dich unterhalten kannst und die dir sehr frustriert. Du weißt, dass du im helfen. Auf der Bahn hab ich gewusst, Regenerationsbereich unterwegs bist, dass das zwar ,nur‘ 24 Stunden sind, und es tut trotzdem voll weh und du aber in diesen 24 Stunden bin ich halt bringst die Watt einfach nicht rauf. komplett auf mich allein gestellt.“ Nach der Kurve hast du dann wieder die vier Sekunden, um nachzudenFINISHER: Eigentlich paradox. ken: Scheiße, ich bin so langsam! Und Du fährst quer durch Amerika dann drückt es dich schon wieder in irgendwo durch die Wüste und die nächste Kurve. Dann denkst du durch die einsamste Gegend und dir: Scheiße, was ist los. Und es drückt hast dort mehr das Gefühl, näher dich schon wieder in die Kurve. Auf an deinem Supportteam dran zu der Straße denkst du dir: Ich lass es sein, als wenn du im Oval auf der fünf Minuten einmal rollen und verBahn fährst!? pflege mich in der Zwischenzeit. DaStrasser: „Es ist wirklich so. Beim durch kannst du wieder Energie samRAAM hast du das Auto und die Leumeln. Das geht auf der Bahn nicht. te, die nur für dich da sind. Auf der Oder du hast auf der Straße mal eine Bahn sitzen die Leute zwar am StreAbfahrt, bei der du zehn Minuten lang ckenrand, aber du hast mit denen keinur rollst – da kannst du auch wieder nen Kontakt, weil du nichts hörst und ein bisschen auftanken. Das hast du nur sehr schwierig was siehst und der auf der Bahn alles nicht. Aber das hab Funk hat im Prinzip auch nicht wirkich versucht, im Vorfeld ein bisschen lich funktioniert. Es kann dir keiner auszublenden. Die Panik vor einem einmal hinten reindrücken, wenn dir Konzentrationsfehler und einem darmal was weh tut. Es kann dir keiner aus folgenden Sturz ließ sich aber leiseelisch helfen, du musst das wirklich der nicht zur Gänze ausblenden. alleine durchdrücken. Und Pausen Im Aeroaufsatz meines Syntace-Lensind komplett tabu. Erstens brechen kers hab ich oben einen Schaumgumsie den Rhythmus und zweitens hast mi mit einer Längsrille installiert, um du recht schnell Zeit verloren.“ meine Koffeintabletten aufzubewahren. Und von denen hab ich vier ganze FINISHER: Gehen dir da im VorTabletten gebraucht, was eigentlich feld schon Zahlen durch den Kopf? recht viel ist für so einen Zeitraum. Das


100 Mile World Record 200 km World Record lässt sic h aber der mentalen Ermüdung zuschreiben.“

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FINISHER: Unmittelbar nachher konnte man in einem Interview ein typisches Post-Race-Statement lesen: Das mach ich nie wieder! Jetzt, mit ein bisschen Abstand, kannst du das aktuell auch noch behaupten oder ist das schon wieder verwässert? Strasser: „Mir hat ein gewisser Roland Garber (Anm. d. Red.: Vizeweltmeister, Zweier-Mannschaftsfahren mit Franz Stocher auf der Bahn) ins Gästebuch geschrieben, was ich ziemlich cool gefunden habe. Er hat ein paar irre Ideen und Anregungen vermerkt, die ich mir nach einem gewissen zeitlichen Abstand zu meinem Rekordversuch durch den Kopf gehen lassen sollte. Anregungen, wie es vielleicht noch besser ginge oder was man aus der Sicht eines Bahnprofis noch besser machen kann. Ich glaub nicht, dass ich das nochmal mach, aber irgendwie denk ich mir auch, dass ich die Leistung, die

300 km World Record ic h 300 Mile n o rWorld Record m a lerweise bringen kann, nicht gebracht habe. Kann sein, dass ich in drei bis vier Jahren anders denke. Aber derzeit will ich es kein zweites Mal versuchen.“ FINISHER: Wäre da nicht der persönliche Ehrgeiz die Nahrung für den Gedanken, es nochmal zu probieren?! Strasser: „Die historische Chance, den 40-km/h-Schnitt durchzuhalten und 960 Kilometer zu radeln, ist mir mit einem Schnitt von 39,2 Stundenkilome-

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tern u n d 941 gefahrenen Kilometern quasi entglitten. Für 1000 Kilometer wären

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FINISHER: Auf einem Zettel, der vor uns liegt, stehen ganze elf Weltrekorde. Hab ich da richtig gezählt? Und das ist während dieser 24 Stunden passiert? Strasser: „Die magische Zahl ist, wie viel du in 24 Stunden schaffst und wie viel du in einer Stunde bei den Profis schaffst. Ich hab wenig Wert auf die Rekorde gelegt, die ich auf meinem Weg dorthin mitgenommen habe. Aber ich hab tatsächlich in elf Kategorien neue Weltrekorde aufgestellt, in denen ich auch offiziell eingetragen bin. Wobei man dazusagen muss, dass es die 100er-, 200er- und 500er-Kategorien jeweils in Kilometern und Meilen gibt. Aber es gibt schon immer wieder Leute, die den 6- oder 12-Stunden-Rekord brechen wollen.“

Die Nahrungsaufnahme auf der Bahn stellte das Betreuerteam vor eine große Herausforderung. 69 von 70 Flaschen traf Strasser bei der Rückgabe in den dafür vorgesehenen Korb, eine landete jedoch an einer sehr ungünstigen Stelle unterhalb der Gürtellinie des Betreuers …

wir bei 41,7 km/h gewesen. Wenn ich meine Leistung von 250 Watt wie auf dem 24-Stunden-Ergometer bringe, ergibt das einen Schnitt von 42,2 km/h. Deswegen habe ich ja still und leise geträumt, dass der 1000er nicht komplett utopisch ist. Er ist zwar fast unrealistisch, aber wenn alles passen würde, wäre es vielleicht sogar irgendwie möglich. Mit einer Scheibe vorne wäre sicher noch einiges gegangen, aber da hab ich mich ehrlich gesagt nicht drübergetraut und war ein bisschen nachlässig, dass ich da alle Hebel in Bewegung setze. Keine Ahnung, wie viel das noch bringt. Da hab ich einfach vorm Steuern Angst gehabt. Das war das Gleiche mit dem Leerlauf. Da hab ich Schiss gehabt, dass man in einem schwachen Moment falsch reagiert. In Stresssituationen fällst du nämlich in dein unterbewusstes Handeln zurück. Wenn du zehn Jahre mit dem Straßenrad fährst, reagierst du halt auch wie ein Straßenradfahrer. Und da spielte die Angst, dass ich mit der Scheibe vorne ein träges Laufrad habe und mich versteuere, eine große Rolle. Da wollte ich gleich wie mit dem Leerlauf auf Nummer sicher gehen.“ FINISHER: Wir wissen ja, dass du ein sehr akribischer Vorbereiter bist. Man müsste doch auch die eigenen Erfahrungen, die du bei

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diesem ersten Versuch gesammelt hast, und die Ratschläge von ausgewiesenen Bahnspezialisten in einem weiteren Versuch umsetzen. Ich meine, da sind doch noch Evolutionsstufen möglich. Strasser: „Im Nachhinein kann man sagen, dass ein Fixie besser gewesen wäre. Denn wenn sich die Kette ohne Schaltwerk dreht, hast du weniger Kettenreibung. Tipps waren unter anderem, den Hornlenker komplett wegzulassen und nur mit dem Aufleger zu fahren. Ich weiß nicht genau, ob das erlaubt ist, aber es gelten zumindest keine UCI-Regeln bei dem 24-Stunden-Rekord. Bei der UCI zum Beispiel ist es nicht erlaubt, dass du ein Powermeter verwendest. Das darfst du zwar zum Aufzeichnen verwenden, aber du darfst deine Daten nicht einblenden und dich so kontrollieren.“ FINISHER: „Sag niemals nie“ kann ich da ein bisschen raushören ... Strasser: „Sag niemals nie. Das Ganze war zwar ein lustiger Prozess – angefangen bei der Möglichkeit, Bahnerfahrung zu sammeln über das ganze Oberkörpertraining bis hin zur Radumstellung und der ganzen Mitorganisation –, eine schöne Geschichte, aber rein der Fahrgenuss ist im Freien schon wesentlich geiler.“

FINISHER: Wie viele Rekordversuche werden da im Schnitt probiert? Strasser: „Das hat es in den letzten Jahren jetzt öfters gegeben. Valerio Zamboni, der schon über 60 Jahre alt ist, war einer davon. Zwei Frauen haben es auch probiert. In der allgemeinen Herrenwertung ohne Altersklasse war ich jetzt der Erste seit sieben Jahren. Aber solche Sachen wie 1000-Kilometer- und 12-Stunden-Rekordversuche hat es jetzt wieder öfter gegeben.“ FINISHER: Den 24-Stunden-Weltrekord stellte Marko Baloh im Jahr 2010 auf. Wie weit hast du den jetzt übertroffen? Strasser: „Genau um 38 Kilometer. Wenn die Menschen, die theoretisch eine realistische Chance auf einen Rekord haben, so einen Versuch in Angriff nehmen, dann bekommt man so was auch mit. So was geht man nur dann an, wenn man sich zu mehr als 50 Prozent sicher ist, dass es auch gelingt.“ FINISHER: Im Vorhinein haben dir Radsportler aus anderen Kategorien alles Gute gewünscht, was wirklich sehr aufmerksam und nett ist, finde ich. Wie viel Feedback hast du denn da jetzt im Nachhinein bekommen? Strasser: „Ganz besonders nett hat sich der Stefan Denifl gemeldet und mir persönlich gratuliert. Außerdem


hab ich mich mit ihm darüber ausgetauscht, dass er ein bisschen enttäuscht ist, dass keiner der österreichischen Radfahrer für den Sportler des Jahres nominiert wurde. Seine Enttäuschung ist, finde ich, nachvollziehbar bei den Erfolgen, die die Jungs heuer eingefahren haben.“ FINISHER: Inwieweit denken ehemalige Straßenfahrer darüber nach, sich an so 6-Stunden- oder 100-Kilometer-Rekorde heranzutasten? Strasser: „Ich persönlich glaube, dass du in dieser Szene einfach zu wenig Anerkennung bekommst. Da ist wirklich viel Idealismus im Spiel. Bei mir ist es mittlerweile anders – ich hab meinen Namen, meinen Hintergrund und meine Sponsoren. So 6- oder 12-Stunden-Rekorde sind zwar in der Community hoch angesehen, aber das gibt einem ehemaligen Straßenprofi glaub ich zu wenig.“ FINISHER: Die Profis fahren auf die Stunde natürlich eine ganz andere Pace. Es ist sehr spannend, wie ein 1-Stunden-Profifahrer an eine längere Geschichte herangehen würde. Da gibt es aerodynamisch, ernährungstechnisch usw. ganz andere Voraussetzungen. Strasser: „Es wäre schon interessant, was beispielsweise ein Matthias Brändle auf sechs Stunden macht. Bei mir waren die sechs Stunden echt sportlich, da kann ich mich an einen 42-km/h-Schnitt und einen Durchschnittswert von 240 Watt erinnern. Und das ist nicht so wenig. Aber wenn du zum Essen und Trinken anfängst, musst du die Sitzposition ändern und verlierst wieder …“ FINISHER: Na ja, vielleicht kommt es ja mal zum Showdown der Spezialisten aus den zwei Welten und man trifft sich in der Mitte bei 6 oder 12 Stunden, das wäre sicher spannend. Vielen Dank für das sehr heitere Gespräch und nochmals eine tiefe Verneigung vor deiner Willensstärke und deiner unfassbaren Leistung und dem neuen Rekord.“

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#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

WHO’S NEXT TEXT: THERESA RINDLER FOTOS: MAX HOFSTÄTTER

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THERES FEUERSINGE


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

WHO’S NEXT

THERESE FEUERSINGER

Wofür würdest du dich loben? Selbstlob stinkt. Wen bewunderst du? Es gibt einige Athleten, die Vorbilder für mich sind. Aber abgesehen vom sportlichen Aspekt bewundere ich Menschen, die sich ehrenamtlich für soziale Dienste engagieren. Worüber ärgerst du dich? Meistens habe ich vor jedem Rennen einen ungefähren Plan, wie der Wettkampfverlauf sein könnte oder besser gesagt, wie ich auf gewisse Situationen reagieren kann. Natürlich ist es unmöglich, auf alles wirklich vorbereitet zu sein (ich kann ja auch nicht hellsehen ;-) ), aber in bestimmten Rennsituationen, wenn zum Beispiel die Strömung im Wasser, die sich ja vom einen auf den anderen Tag ändern kann, plötzlich anders ist und ich wirklich nichts dagegen machen kann, ärgere ich mich sehr. Wie fokussiert man sich unmittelbar vor einem Wettkampf? Ein bestimmtes Ritual habe ich nicht wirklich, natürlich ist der Ablauf vor einem Wettkampf immer der gleiche und mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Routine. Am Abend vor dem Rennen gibt’s für mich immer Nudeln mit Tomatensauce, für alle Triathleten, die das jetzt lesen, wahrscheinlich nichts Neues. Am Morgen des Wettkampftages drehe ich meistens noch eine kleine Runde mit dem Rad, um meinen Kreislauf in Schwung zu bringen und mir vielleicht die ein oder andere Passage der Wettkampfstrecke anzuschauen. Das Frühstück fällt dann eher langweilig aus, Milchprodukte und Früchte sind für mich tabu. Stattdessen gibt es ein paar Honigsemmeln, Haferf locken und natürlich Kaffee, der noch für den letzten Kick sorgt. 64 Finisher

THERESE FEUERSINGER Geburtstag: 13.5.1998 Verein: Wave Tri Team TS Wörgl Trainingsspot: Kufstein Beziehungsstatus: Single Wofür wirfst du jegliche Disziplin über Bord? Das passiert mir höchst selten, aber bei guten Konditoreien kann ich schon schwach werden. Wo siehst du dich in zehn Jahren? In zehn Jahren bin ich hoffentlich gerade in der Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2028. Wie sieht dein aktueller Tagesablauf aus? Ich stehe meistens so um 7 Uhr auf, dann geht’s auch schon zum Laufen. Ein Espresso davor darf nicht fehlen. Natürlich ist das für mich auch nicht alles ein Honigschlecken und es fällt mir genauso schwer, mich in der Früh zu überwinden, in die Laufschuhe zu steigen, gerade jetzt, wenn es in der Früh wieder eher kälter ist und vielleicht auch noch dunkel, aber wenn es dann geschafft ist, schmeckt das Frühstück danach umso besser. Am späten Vormittag steht dann meistens eine Radeinheit auf dem Programm und am


Abend noch Schwimmen. Wenn die Zeit es zulässt und ich nicht zu müde (faul) bin, treffe ich mich zwischendrin mit einer Freundin auf einen Kaffee oder Stadtbummel. Ich habe gemerkt, dass Schlaf für die Regeneration sehr wichtig ist, deshalb falle ich auch schon um ca. 22:30 Uhr müde ins Bett, um für den nächsten Tag wieder fit zu sein, denn da beginnt dann der ganze Spaß wieder von vorne. Wenn Triathlon nur eine Nebenrolle in deinem Leben spielen würde, was wäre dein Traumjob? Über so etwas denke ich nicht nach, denn Profitriathletin ist und war schon immer mein Traumjob. Ich befinde mich in der glücklichen Situation, dass dieser Traum für mich ab nun Wirklichkeit wird. Beschreibe dich mit drei Worten: ehrgeizig, gewissenhaft, sportlich ;-)

Top-5-Playlist beim Training 1. Glorious Macklemore feat. Skylar Grey 2.

Can’t hold us Macklemore feat. Ray Dalton

3.

Sloppy Seconds Watsky

4.

Pure Grinding Avici

5.

Lean On Major Lazer & DJ Snake (feat. MØ) Finisher 65


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

TJEBBE 66 Finisher


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

WHO’S NEXT Finisher 67


Top-5-Playlist beim Training

68 Finisher

Wofür würdest du dich loben? Für meine Ausdauer und meinen Ehrgeiz.

1.

Heart of Courage Two Steps From Hell

Wen bewunderst du? Alle, die durch sehr viel Fleiß und harte Arbeit erfolgreich sind.

2.

Skyline Möwe

Worüber ärgerst du dich? Über unfaires Verhalten und Flugverspätungen.

3.

Without you Avicii

4.

Something just like this The Chainsmokers & Coldplay

5.

Subeme la radio Enrique Iglesias

Wie fokussiert man sich unmittelbar vor einem Wettkampf? Ich versuche, bei jedem Rennen den gleichen Ablauf abzuspulen. Hauptsächlich den Zeitplan einhalten, zum Beispiel wann ich einlaufen gehe, einschwimmen, umziehen usw. Dazu gehe ich vorm Start immer wieder die Strecke durch.


#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

WHO’S NEXT

TJEBBE KAINDL

TJEBBE SANDER MARTIJN KAINDL Geburtstag: 20.3.1999 Verein: Wave Tri Team TS Wörgl Trainingsspot: Bad Häring Beziehungsstatus: Single

Wofür wirfst du jegliche Disziplin über Bord? Schokolade, vor allem im Trainingslager. Wo siehst du dich in zehn Jahren? Dann bin ich 28 und bereite mich hoffentlich auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles vor. Wie sieht dein aktueller Tagesablauf aus? Dieses Jahr ist Matura, deswegen stehe ich um 6 Uhr auf. Wichtig ist immer, ausgiebig zu frühstücken, um den Tag gut zu starten. Ich komme dann um circa 14 Uhr von der Schule zurück und muss dann mal raus und absolviere mein Training. Zwischen den Trainingseinheiten helfe ich dann noch meistens im JolsportShop mit. Nach dem Abendessen hab ich dann noch etwas Zeit, meine Hausaufgaben zu machen und noch etwas für den

nächsten Schultag zu lernen. Spätestens um 22 Uhr gehe ich dann schlafen, denn der Schlaf ist mir wichtig, sodass ich fürs Training wieder fit bin. Wenn Triathlon nur eine Nebenrolle in deinem Leben spielen würde, was wäre dein Traumjob? Ich habe nicht einen speziellen Traumjob, aber ich reise gerne und mich freut es, mit Leuten in Kontakt zu sein, und deswegen würde ich gerne eine Arbeit ausüben, wo ich viel herumkomme und wo ich viel mit Menschen zu tun habe. Beschreibe dich mit drei Worten: sozial, locker, motiviert

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TRAININGSLOCATION: FREIBAD, KUFSTEIN – TIROL

THERESE FEUERSINGER

#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

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TJEBBE KAINDL

TRAININGSLOCATION: HOMETRAILS, BAD HÄRING – TIROL

#TRIATHLONAUSTRIAYOUTH

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[ MERSSSSi ]

ROADTRIP FRANCE TEXT: MARTIN AUFERBAUER, MAX HOFSTÄTTER FOTOS: MAX HOFSTÄTTER, IRONMAN MEDIA 72 Finisher


Finisher 73


[ ROADTRIP FRANCE ]

Die Wishlist bei unserer Abfahrt in Graz war so schwammig wie kindlich naiv formuliert: Auf geht’s nach Frankreich, ein paar Pässe mit dem Rad fahren, ein bissl chillaxen, baden und sonnen, und das alles wenn möglich an den schönsten Flecken, die die Region Provence-Alpes-Côte d’Azur zu bieten hat. Mit dem Redaktionswohnmobil, vollgepackt mit allem, was man braucht (und auch manchem, was man nicht braucht), ging es schnurstracks von Graz zu unserem ersten Schlafplatz in Monaco. Entlang der Informationen einer X-Alps-Insiderin parkten wir oberhalb der Stadt und lernten: Hügel, die sich für den Absprung mit dem Paraglider eignen, bieten auch bestes Frühstückspanorama! Nach kurzem Sehen-und-gesehen-Werden in der einstigen (und wohl auch aktuellen) monegassischen Raubrittersiedlung verfügten wir uns zu den etwas abgelegeneren Bademöglichkeiten an der Côte d’Azur – die Bevölkerungsdichte von knapp 19.000 Personen pro Quadratkilometer in Monaco schlägt sich auch auf die Füllung von Straßen und Stränden nieder. Vor der Weiterfahrt statteten wir dem Ironman France, welcher seit 2005 in der Hafenstadt Nizza ausgetragen wird, einen kurzen Besuch ab. Dieser legendäre Bewerb ist bereits seit 1982 fester Bestandteil der Langdistanz-Szene in Europa. Bevor das

GRAZ 74 Finisher

Rennen im M-Dot-Gewand erschien, konnte sich ein gewisser Mark Allen mit insgesamt zehn Siegen in die Geschichtsbücher des „Triathlon International de Nice“ eintragen. Heuer gewann auch kein ganz Unbekannter. Der Hawaii-Champion von 2013, Freddy Van Lierde, fügte den Sieg in der wahrscheinlich nobelsten Host-City im Ironman-Zirkus bereits zum vierten Mal in seinen Palmarès ein. Nach dem Trubel (vielleicht ein Lehnwort aus dem provenzalischen Sprachgebrauch) an der Küste war uns nach einer ruhigeren Umgebung, idealerweise jedoch ohne auf Bademöglichkeiten verzichten zu müssen. Die Diversifikation in der französischen Energiegewinnung kam uns hier zu Hilfe: Am Ausgang der malerischen Schluchten von Verdon erstreckt sich ein riesiger Stausee, der die Ausläufer der Westalpen um die Möglichkeit einer Erfrischung ergänzt. Während es uns lediglich möglich war, die Schluchten mit Pull-Buoy und Paddles zu erkunden, zeigten sich die versierteren Touristen im Tret- oder Elektroboot. Die Schlange vor der Verleihstation ist jedoch deutlich länger als jene bei den Toiletten des Klagenfurter Strandbads am Morgen des ersten Sonntags im Juli. Die Exkursion mit dem Rad entlang der Schluchtenformation war im wahrsten Sinne des Wortes

965 KM


MONACO UND GORGES DU VERDON

atemberaubend. Beeindruckende Felsformationen brachten uns ebenso zum Staunen wie einige sehr knackige Anstiege – wer es nicht glaubt, kann es im Oktober bei einer Mitteldistanz (Natureman) vor Ort überprüfen. Das eiskalte Coke aus dem Kühlschrank des Wohnmobils am Parkplatz mit freier Sicht auf die Brücken- und Klippenspringer schmeckte anschließend doppelt gut. Am nächsten Tag steckten wir unsere Nasen noch einmal in den Wind, um bei einer Stauseeumrundung die lavendelgetränkte Luft zu inhalieren, bevor unser Weg Richtung Norden weiterführte. Am Fuße des Mont Ventoux parkten wir auf einem der zahlreichen öffentlichen sowie kostenlosen Parkplätze für Campingmobile. Wenn man gedenkt, länger zu verweilen, wird man höflich gebeten, ein oder zwei Euro Ortstaxe zu entrichten, dafür kann man die Annehmlichkeiten eines ebenen Stellplatzes, der Wasserversorgung und mitunter auch Toiletten in Anspruch nehmen. Zu Zeiten, wo der Tour-Tross in der Stadt ist, erhält man sicherlich keinen Platz. Aber auch außerhalb des Rundfahrtsremmidemmis zeigen sich viele Radsportaffine in dieser Region. So trafen wir – nicht ganz zufällig – eine knapp 30 Personen umfassende Abordnung von Tri Styria um

und auf dem Mont Ventoux an. Dieses Monument des Radsports mit seiner mondähnlichen Gipfellandschaft beeindruckt vor Ort ungemein mehr als bei der Fernsehübertragung – zudem hat man es deutlich länger im Blick, als wenn die Herren Berufsradfahrer drüberradieren. Da die Steigungen zwar lang, aber nicht abschreckend steil sind, zeigen sich Radfahrer aller Altersklassen und jeglicher Materialkategorien. Einziger Kritikpunkt an der Region ist die völlige Absenz von Badespots, daher machten wir uns nach zwei Tagen auf die Weiterreise. Auf der Suche nach kälterem Wasser, höheren Brücken und noch mehr Abgeschiedenheit gelangten wir nach Ardèche, genauer gesagt zum Pont du Diable in Thueyts. Hier windet sich ein Fluss durch eine gewaltige Schlucht, die bei der Schneeschmelze recht gut gefüllt sein dürfte. Im Hochsommer gestaltet sie sich aber eher als Spielwiese für Schluchten-Neptune und Bach-Poseidons. Wie immer gilt es, besonders die Baderegel Nummer 10 zu beachten: „Spring nur ins Wasser, wenn es frei und tief genug ist.“ Auf den Badegeschmack gekommen, folgten wir der Ardèche ein Stück flussabwärts, um am Pont d’Arc noch etwas die Seele baumeln zu lassen, bevor es

MONACO Finisher 75


[ IMPRESSIONEN IRONMAN NIZZA ]

160 KM

76 Finisher

AIGUINES – PARC NATUREL REGIONAL DU VERDON

197 KM

MALAUC


C‘ÈNE

GALERIE VOM ÄLTESTEN IRONMAN EUROPAS 123 KM

THUEYTS – PONT DU DIABLE

48 KM

PONT D´ARC

244 KM

Finisher 77


[ ROADTRIP FRANCE ]

MONT VENTOUX – 1911 M

ALPE D‘HUEZ 78 Finisher

79 KM

VALLOIRE – COL DE GALIBIER

41 KM

LE CHAMBRE – COL DE MADELEINE

118 KM


von dem 54 Meter hohen Felsbogen auf einer mehr als turbulenten Reise zum nächsten Event, dem Alpe d’Huez Triathlon, ging. Turbulenzen entstanden vor allem deshalb, weil wir uns auf dem Weg zu diesem ebenfalls sehr berühmten Tour-de-France-Berg mitten in der Nacht bei fünf Grad Außentemperatur und starkem Regen etwas vernavigiert hatten und schlussendlich unsere Zelte am Nachbarhügel aufschlugen. In unserem temporären Kurvenstüberl ließ uns eine improvisierte Feier die Ängste vergessen, dass auf der schmalen Straße Gegenverkehr waghalsige Rangiermanöver notwendig hätte machen können. Das Wetter ändert sich bekanntermaßen und zum Glück schnell in diesen Höhen, und so strahlte uns an den kommenden drei Wettkampftagen die Sonne mitten ins Gesicht. Richtig gelesen – drei Wettkampftage. Die Veranstalter des Klassikers legen ihre Bewerbe nämlich an einen Dienstag (Duathlon), Donnerstag (Mitteldistanz) und Freitag (Sprint) jeweils mit Ziel am legendären Alpe d’Huez-Plateau auf etwa 1850 Metern über dem Meeresspiegel. Bei den beiden Triathlonformaten wird jeweils in einem nahe gelegenen Stausee, welcher bei unserer Anwesenheit lauschige 14 °C hatte, geschwommen. Danach fungiert eine mehr oder weniger lange Radstrecke als Zubringer zum legen-

dären finalen Anstieg mit einem Höhenunterschied von 1090 Metern und einer Durchschnittssteigung von 7,9 Prozent. Dass man nach diesem „kurzen Brenner“ auf der Laufstrecke auch noch mit einigen Höhenmetern traktiert wird, ist selbsterklärend. Warum wir uns diesen Event live vor Ort angesehen haben, hatte den Grund, dass Österreichs größter Triathlonverein mit einem Aufgebot von nicht weniger als 25 Personen an diesem Klassiker teilnahm. Zudem hatte sich im Vorfeld auch noch Thomas Steger als Starter auf der Mitteldistanz angekündigt und ganz nebenbei bot sich der Roadtrip natürlich optimal dazu an, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Die sportliche Speerspitze unserer kleinen Redaktions-Abordnung wurde auf der Mitteldistanz aufgeboten und konnte durch einen exakt gepacten Radsplit (ein solcher wird nie auf dem ersten von drei großen Anstiegen entschieden!) die unorthodoxe Wettkampfvorbereitung und das VentouxTapering etwas kaschieren. Durch das Aufgeben von Thomas Springer nach offensichtlichem Unwohlsein im Verdauungstrakt gingen die (sportlich nicht sehr wertigen, aber emotional bedeutsamen) Lorbeeren für die schnellsten Österreicher an Amateure im besten Sinn: allen voran Herwig Reupichler, frischge-

NATURPARK MONTS D‘ARDÈCHE

CHAMONIX

304 KM

BELLAGIO – LAGO DI COMO

Finisher 79


[ IMPRESSIONEN ALPE D´HUEZ TRIATHLON ]

80 Finisher


BEGLEITUNG DER ABORDNUNG DES SU TRI STYRIA

Finisher 81


[ ROADTRIP FRANCE ]

backener Vater, Vollzeitberufstätiger und ehrenamtlicher Funktionär im Triathlonsport. Nachdem die nichtteilnehmenden Redakteure die 21 Kehren ebenso erfolgreich hinter sich gebracht hatten wie die teilnehmenden, brachen wir auf, um noch ein paar der bekanntesten Berge in unseren Strava-Feed aufzunehmen. Der Col de Galibier und der Col de la Madeleine lagen auf unserem Weg nach Chamonix optimal auf der Strecke, um die Höhenmeterjahresstatistik noch etwas aufzufetten. Der Galibier glänzt durch ein fantastisches Bergpanorama und eine traumhafte Kulisse entlang der sehr sanften Steigung. Einzig die Höhenluft atmet sich nicht ganz so geschmeidig, liegt die Passhöhe des fünfthöchsten asphaltierten Alpenpasses immerhin auf 2642 Metern. Über den Col du Télégraphe (vermutlich heißt er nicht schon seit der Jungsteinzeit so) ging es dann am nächsten Tag weiter nach La Chambre, von wo aus wir die Südauffahrt auf den 1993 Meter hohen Col de la Madeleine in Angriff nahmen. Der Berg hatte jedoch anderes geplant, das strahlend blaue Sommerwetter verwandelte sich binnen weniger Kehren in ein astreines Gewitter mit Starkregen inklusive massivem Temperatursturz, was es uns nicht erlaubte, die Passhöhe mit dem Rad zu erklimmen. Nachdem wir komplett durchnässt und halb erfroren wieder im Tal waren, klarte es innerhalb von wenigen Minuten wieder auf und wir konnten zumindest unsere Kleidung in der Sonne trocknen – die mission incomplète schreit förmlich nach einem neuen Versuch. Am nächsten Spot, Chamonix, das direkt am beeindruckenden Montblanc-Massiv liegt, war von Beginn an nicht an Höhenrausch mit dem Rennrad zu denken. Nachdem wir die Gedankenspiele mit der ausgeschilderten 300-Kilometer-Runde „Tour de Mont Blanc“ (inklusive mehr als 8000 Höhen-

metern) aus Gründen der Weite und der Höhe recht schnell wieder verworfen hatten, entschieden wir uns zur bestmöglichen Assimilation an die lokale Bevölkerung und damit zum Trailrun. Im Vorfeld des Ultra-Trail-Marathons lag der ganze Ort schon im einschlägigen Fieber. Auch wenn man nicht gerade die 171-Kilometer-Runde um das ganze Massiv zu laufen vermag, wird man bestens bedient. Nur 400 Höhenmeter über Chamonix lacht eine ordentliche Gletscherzunge herunter, dazu schlängeln sich überall Wege durch Heidelbeerfelder und Nadelwälder. Beim Strava-Upload sollte man seine Erwartungen zügeln: Der Weg zu Bestzeiten auf den einzelnen Segmenten führt recht oft über einen gewissen Kilian Jornet oder seine Freundin Emelie Forsberg. Beide fallen in die Kategorie „außerirdisch“ – umso besser, sich die Gletscherformationen genauer anzusehen und nach Murmeltieren Ausschau zu halten. Nach der nicht ganz günstigen, dafür sehr zeitsparenden Fahrt durch den Montblanc-Tunnel fanden wir uns im italienischen Courmayeur wieder, einem weiteren Hotspot für Bergsport. Das beeindruckende Aostatal ließen wir aber bald hinter uns liegen, um der Frage nachzugehen, warum sich George Clooney ausgerechnet am Comer See niedergelassen hat. Schon bevor wir die klassische Seequerung mit Villenblick schwammen, hatten wir einen Verdacht: Es müssen der stimmungsvolle Aperitivo und die Pizza in der Altstadt von Bellagio sein. Der weise Pfarrer der Dorfkirche auf der Passstraße von Santa Maria di Ghisallo weiß genau, wie er Personen außerhalb seiner Stammkundschaft in die Kirche bekommt: einfach alle Wände mit signierten Weltmeisterdressen und Giro-Sieger-Rädern behängen. Wer die Radsportgeschichte weniger sakral nachvollziehen möchte, hat im benachbarten Radsportmuseum beste Gelegenheit dafür. Wobei ein wenig Segen in den engen und vergleichsweise steilen

COL DU GALIBIER – 2642 M

596 KM

82 Finisher

REIF


FNITZ – WÖRTHERSEE

MADONNA DEL GHISALLO – 750 M – MUSEUM UND PILGERSTÄTTE FÜR RENNRADFAHRER

CHAMONIX – MONT BLANC

Serpentinen hinunter zum Comer See sicher nicht schadet.

europäischem Format perfekt als letzter Etappenort unseres sommerlichen Ausflugs.

Als Reisegruppe, die sich einem empirischen Ansatz verpflichtet fühlt, war es uns selbstverständlich eine freudige Aufgabe, auf der Heimfahrt den Wörthersee als heimisches Referenzgewässer mitzutesten. Im Vergleich zum Comer See wirkt er beinahe unverbaut und eignete sich aufgrund seiner Schönheit von

Frei nach dem Motto „Wo wir nicht sind, wollen wir nicht hin“ gestaltete sich diese Frankreise zu einem unserer schönsten Ferienerlebnisse – fernab von typischen Reiseführerempfehlungen, dafür ganz nah am unverplanten, rohen (Er-)Leben.

152 KM

GRAZ

3027 KILOMETER

Finisher 83


Re·t·ro·s·pek·ti·ve _ TEXT: MAX HOFSTÄTTER

E

nde Juni steigt am Wörthersee jährlich der größte Triathlon Österreichs. Das „Who is who“ der nationalen Dreikampfszene gibt sich entweder aktiv oder mehr als interessiert am Streckenrand ein Stelldichein, wenn es in Klagenfurt heißt: „You are an Ironman!“ Die Athleten kommen und gehen oder bleiben. Nicht wenige haben mehr als zehn Starts in Klagenfurt auf dem Buckel, und es ist kein Ende in Sicht. Dass der Ironman Austria eine magische Anziehungskraft besitzt, ist unumstritten, die Auswirkung sieht man jedes Jahr wenige Stunden nach Zielschluss, wenn die Startplätze für das J a h r

darauf in Windeseile über den Ladentisch oder besser gesagt den Computerbildschirm gehen. Es schleicht sich jedoch, trotz großer Bemühungen der Veranstalter, das Starterfeld interessant zu gestalten, ein schaler Beigeschmack in die Sportweiße, wenn es um die sportliche Relevanz des Rennens geht. Das Publikum in Klagenfurt ist seit etlichen Jahren beinahe unverändert. Sowohl ausgewähltes Fachpublikum als auch neugierige Szene-Newcomer schlendern frühmorgens den Lendkanal entlang, um sich über mögliche Sieger und Favoriten angeregt auszutauschen. Die Favoriten sind in Kla-

1998 1. OFFIZIELLER IRONMAN in Österreich mit dem offiziel en Branding der WTC und dem Namen „Ironman Austria“

22 PODIUMSPLÄTZE erreichten Österreichs Damen und Herren bisher beim Heimrennen. 14 davon gingen bislang an die weiblichen Finisher.


genfurt meist bereits bei der PreRace-Pressekonferenz klar und man möchte meinen, auch fix auf den Sieg gebucht – zumindest was die männlichen Starter betrifft. Wir haben uns entlang der Rennstrecke umgehört, wie die Fans und Freunde des Ironman auf den doch sehr vorhersehbaren Rennverlauf reagieren.

5

SIEGE FÜR ÖSTERREICH

M. F.: „Ich komme seit mehr als 15 Jahren hierher nach Klaholten die Athletinnen genfurt. Meist bin ich Kate Allen (2003, 2005), selbst am Start, und Eva Dollinger (2010) und Eva Wutti (2015, 2017). wenn sich das nicht ausgeht, dann halt als Zuseher. Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass man immer einen derartigen Dominator nach Klagenfurt holt, den kaum jemand schlagen kann. Es würZWEITER de mir deutlich mehr Spaß machen, ein war Norbert Langbrandtner Rennen zu sehen, bei (2002, 2005, 2007) und somit am nächsten an dem sich sieben, acht verschiedene Athleten einem österreichischen den Sieg ausmachen Herrensieg dran. und im Rennen selbst vielleicht sogar mit Attacken und Führungswechseln mehr passiert.“

3x

S. A.: „Ich mein, es ist schon interessant, den momentan weltbesten

Langdistanzathleten ,live in race‘ zu erleben, aber zur Spannung während des Rennens trägt das halt nicht unbedingt bei. Das ist auch eine Konsequenz aus dem Hawaii-Qualimodus der WTC, dass sich die Topstars mehr oder weniger aus dem Weg gehen. Man sollte vielleicht mal ein Rennen der ,Zweite-Reihe-Athleten‘ ohne Top-Favoriten machen, das wäre sicher spannender als das, was momentan jedes Jahr passiert.“ W. L.: „Mich interessiert das Rennen an der Spitze eigentlich überhaupt nicht. Ich bin hier, um meine Bekannten und Freunde zu sehen und anzufeuern – ich will wissen, wie es denen geht. Wer gewinnt, steht ohnehin bereits Tage vorher fest.“ Starker Tobak in den Ohren des objektiven Betrachters, wenngleich man dem Unmut mancher Fans durchaus Aufmerksamkeit schenken sollte. Die Dominanz der Favoriten der letzten Jahre war schon erdrückend, und wen interessiert ein Wettkampf, bei dem zwar „alles passieren kann“, aber im Endeffekt nichts passiert? Da kann man sich doch gleich die deutsche Fußball-Bundesliga ans e - hen. Wären die Entscheidungen spannender und stünde der Sieger nicht bereits nach we-


nigen Kilometern am Rad fest, wäre das der Faszination Ironman Austria nicht zuträglicher? Es ist klar, dass so ein Tag lang ist und dass auch für einen absoluten Top-Athleten viel schiefgehen kann, wenn er/sie an seine/ihre Grenzen gehen muss. Aber Hand aufs Herz, wer diesen Jan Frodeno heuer in Klagenfurt gesehen hat, weiß, dass dieser Mann lange nicht an seine Grenzen gehen musste und eigentlich ab Kilometer 40 am Rad zu verwalten begann. Frodeno selbst ist natürlich kein Vorwurf zu machen, denn wenn man nicht ausreichend gefordert wird, ist es nur verständlich, einen Ironman auch mal im Schongang zu gewinnen; die Saison ist auch für einen Ausnahmeathleten wie ihn lang, und auch ein Hawaii-Champion muss mit seinen Kräften haushalten. Was bedeutet dies also für die Zukunft des Ironman Austria? Unsere Stichproben beim Fachpublikum haben gezeigt, dass sich die Szene ein Rennen wünscht, welches vor Spannung knistert. Das müssen anscheinend nicht die ganz großen Namen sein, sondern das kann auch ein Kampf der österreichischen Elite um den Sieg beim Ironman Austria sein. Dies wäre übrigens eine Premiere, denn anders als bei den Damen, wo Eva Wutti heuer den bereits fünften österreichischen Sieg holte, konnte noch nie ein heimischer Athlet das Rennen am Wörthersee für sich entscheiden. Fünf zweite Plätze durch Norbert Langbrandtner und Michi Weiss sowie drei dritte Plätze durch Werner Leitner, Hannes Hempel und ebenfalls Michi Weiss stehen zu Buche. Vielleicht ist es im 20. Jubiläumsjahr des Ironman Austria mal an

der Zeit, dass sich ein Österreicher den Sieg holt – das wäre ja beinahe wie in einem HollywoodDrehbuch!? Was beim Herrenrennen seit Jahren schmerzlich vermisst wird, ist beim Damenrennen an der Tagesordnung. Äußerst spannende Rennen, viele Führungswechsel und Attacken, zudem helfen natürlich die heimischen Siege, die geschundene österreichische Triathlonseele etwas zu beruhigen. Eva Wutti, Michi Herlbauer und Lisi Gruber waren in den vergangenen Jahren dafür verantwortlich, dass die rot-weiß-roten Triathlonherzen höherschlugen. Wutti konnte nach ihrem Sieg 2015 und ihrer Babypause 2016 das Kunststück heuer trotz einer Zeitstrafe auf der ersten Radrunde wiederholen und sich dank einer fantastischen Aufholjagd im Marathon ihren zweiten Triumph in ihrer Heimat sichern. Für Michi Herlbauer lief es heuer zwar nicht ganz nach Wunsch, da sie ihr Rennen vorzeitig beenden musste, dennoch konnte sie mit dem zweiten Rang 2016 vor Landsfrau Lisi Gruber dafür sorgen, dass man in Kärnten und ganz Österreich über die starken heimischen IronWOMEN spricht, und das völlig zu Recht. Ironman Austria hin oder her – es ist und bleibt der größte Triathlon im Lande und auch der, der am meisten polarisiert. Wer sich einen Kampf der österreichischen Elite in Klagenfurt 2018 aus der Nähe ansehen möchte, muss hoffen, dass sich diese geschlossen zum Jubiläum dort blicken lässt und dass die Veranstalter dieses heimische Ereignis gleich interessant finden wie wir alle ...

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NIEDERÖSTERREICH Bständig4sports, Hauptstraße 57, 2340 Mödling Bikestore, Weißes Kreuzstraße 3, 2103 Langenzersdorf Travel, Sports & Lifestyleclub, Schleinbacher Straße 25, 2122 Ulrichskirchen Tom’s Radhaus, Nordbahnstraße 19c, 2136 Laa/Thaya Sport and Design, Wiener Straße 20, 2320 Schwechat Mountainbiker , Wehrgasse 4, 2340 Mödling Bundessportzentrum Südstadt, 2344 Maria Enzersdorf EHZ Neunkirchen, Am Erholungszentrum 8, 2620 Neunkirchen Velodrom Bikeshop, Neunkirchnerstr. 57a, 2700 Wr. Neustadt Radsport Strobl, Unterwagramer Str. 50, 3100 Wagram Radstudio Herz, Kremser Landstr. 2-4, 3100 St. Pölten Skinfit Shop, Renkgasse 5 Top 2a, 3100 St. Pölten Radsport Ginner, Fabrikstraße 16a, 3300 Amstetten Radsport Ginner, Ybbstorgasse 5, 3340 Waidhofen/Ybbs Skinfit Shop, Fischauergasse 136, 2700 Wiener Neustadt JOLshop, Heidenreichsteinerstraße 26/2, 3830 Waidhofen/Thaya

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Radsport Vychodil, Elisabethinergasse 15, 8020 Graz Skinfit Shop, Kärntner Straße 501, 8054 Graz-Seiersberg Praxis Gemma, Hauptplatz 4, 8111 Judendorf-Straßengel Bike-Shop Schmuck, Oberfeistritz 98, 8184 Anger Friesi´s Bikery, Edelseestraße 27, 8190 Birkfeld Friesi´s Bikery, Neugasse 6, 8200 Gleisdorf Sport 2000, Ludwig-Binder-Straße 14, 8200 Gleisdorf Radl Eck, Ledergasse 9, 8280 Fürstenfeld Radsport Caska, Ungarstraße 12, 8330 Feldbach Rad-Fuchs, Hauptstraße 227, 8401 Kalsdorf Cocoon Shop, Untere Aue 10, 8410 Wildon Drahteisel & Co, Hauptstraße 23, 8582 Rosental HN radcenter, Hauptstraße 64, 8641 St. Marein Radsport Illmaier, Waasenstraße 22, 8700 Leoben Sport Gruber, St. Lorenzen 85, 8715 St. Lorenzen / Knittelfeld Gigasport, Arena am Waldfeld 28, 8753 Fohnsdorf Skinfit Shop Liezen, Hauptstraße 2, 8940 Liezen Mandlers Bike & Run Klinik, Hauptstraße 37, 8793 Trofaiach

SALZBURG Bikepalast, Bayerhamerstraße 20a, 5020 Salzburg Skinfit Shop, Vogelweiderstraße 48, 5020 Salzburg Radsport Grundtner, Metzgerstraße 2, 5400 Hallein Bergspezl/Bikepalast, Halleiner Landesstr. 116, 5412 Puch bei Hallein Michi’s Radladen, Markt 171, 5431 Kuchl Aqua Salza Golling, Möslstraße 199, 5440 Golling TRIALPIN, Stadtplatz 3, 5550 Radstadt TIROL JOLshop, Dorfstraße 18, 6323 Bad Häring Huys Coaching KG, Möslbichl 78, 6250 Kundl Peto Bike, Buntweg 1, 6511 Zams TRIOUT, Anichstraße 29, 6020 Innsbruck Rückenwind, Defreggerstraße 12, 6020 Innsbruck Skinfit Shop, Kranebitterallee 8, 6020 Innsbruck Toni’s Pro Shop, Bahnhofstraße 2, 6365, Kirchberg Radsport Stanger, Josef-Pirchl-Straße 42, 6370 Kitzbühel Skinfit Shop, Beda-Weber-Gasse 8, 9900 Lienz

VORARLBERG Skinfit Shop, Bundesstraße 55, 6710 Nenzing ME Sport, Im Bruel 12, 6710 Nenzing Cocoon Shop, Hauptstraße 6, 6840 Götzis Skinfit Zentrale & Shop, Hinterfeld 1, 6842 Koblach Skinfit Shop, Klostergasse 2, 6850 Dornbirn Skinfit Shop, Loco 910, 6863 Egg Radshop Pro Cycle, Kornmarktstraße 9, 6900 Bregenz RADCULT GmbH, Im Dorf 1a, 6922 Wolfurt JOLshop Lauterach, Karl-Höll-Straße 16, 6923 Lauterach

BURGENLAND Radsport Waldherr, Hauptstr. 42, 7141 Podersdorf / See Radwelt Michi Knopf, Hauptstraße 1, 7210 Mattersburg JOLshop, Bickfordstraße 23, 7201 Neudörfl

STEIERMARK Grimming Sport, Bad Mitterndorf 327, 8983 Bad Mitterndorf Bad zur Sonne, Feuerbachgasse 11, 8010 Graz Gigasport, Sackstraße 7 - 13, 8010 Graz Sportunion Steiermark, Gaußgasse 3, 8010 Graz Praxis Gemma, Idlhofgasse 63, 8020 Graz Bad Eggenberg, Janzgasse 21, 8020 Graz

Bikesport Ortner, Görzer Allee 4, 9020 Klagenfurt Gigasport, Heinrich-Harrer-Straße 1, 9020 Klagenfurt Skinfit Shop, Schleppe Platz 5, 9020 Klagenfurt Sportnahrung.at, Südpark 1, 1. Stock, 9020 Klagenfurt Trisports, Theatergasse 4, 9020 Klagenfurt JOLshop Klagenfurt, Feldkirchner Straße 91, 9020 Klagenfurt Bikeshop Veratschnig, Klagenfurter Str. 25, 9170 Ferlach Sione Bikes - Sportart, Hauptstraße 187, 9210 Pörtschach Wolfsberger Stadtwerke, St. Michaelerstr. 2, 9400 Wolfsberg Gigasport, Bruno-Kreisky-Str. 25, 9500 Villach Skinfit Shop, Ossiacher Zeile 27, 9500 Villach Cycle Haus, Gerbergasse 27, 9500, Villach Triasport, Keutschacher Str. 179, 9535 Schiefling / See

DEUTSCHLAND Skinfit Shop, Burchardstraße 8, 20095 Hamburg Iron Trizone, Bischof-von-Henle-Str. 2, 93051 Regensburg Skinfit Shop, Böblinger Straße 32, 70178 Stuttgart Roy Sports, Obere Marktstraße 4, 71634 Ludwigsburg Radsport Sensz, Südenstraße 5, 76689 Karlsdorf-Neuthard Sport Bittl, Georg-Reismüller-Str. 5, 80999 München Skinfit Shop, Implerstraße 7, 81371 München MBZ Herrsching, Seestraße 38, 82211 Herrsching Bike Sport Mayer, Bahnhofstraße 2, 83329 Waging Bike and Parts Mitter, Am Haslnussberg 7, 83567 Unterreit Sport Allramseder, Adolf-Kolping-Str. 11, 84539 Simbach/Inn Radsport Pfeiffer, Am Griesfeld 1, 85435 Erding Edelrad, Bahnhofstraße 8, 86470 Thannhausen Skinfit Shop, Auf dem Bühl 89, 87437 Kempten Schindele Zweirad Fachmarkt, Im Schlegelwinkel, 88212 Ravensburg Fahrrad & Fashion Shop, Memminger Straße 18, 89257 Illertissen Skinfit Shop, Rheinstr. 72, 47799 Krefeld Sportpauli, Josef-Pöltl-Weg 4, 94034 Passau Radsportshop Schulz, Laubenstraße 5, 95339 Neuenmarkt Skinfit Shop, Bindstraße 64, 88239 Wangen im Allgäu Skinfit Shop, Holzer Weg 4-6, 51766 Engelskirchen Skinfit Shop, Jahnstraße 1-5, 64285 Darmstadt JOLsport Baden-Württemberg, König-Wilhelm-Platz 8, 71672 Marbach am Neckar

ITALIEN / SÜDTIROL Skinfit Shop, Messeplatz 1, 39100 Bozen Skinfit Shop, Via Novara 89, 20153 Milano

SCHWEIZ Skinfit Shop, Luzernerstraße 15, 6204 Sempach Skinfit Shop, Auwiesenstraße 2, 8305 Dietlikon Skinfit Shop, Landstraße 21, 8633 Wolfhausen Skinfit Shop, Riedstraße 29a, 3626 Hühnibach Skinfit Shop, Rue de l´Oriette 141, 1170 Aubonne

LIECHTENSTEIN Skinfit Shop, Aspen 31, 9492 Eschen

Finisher 87

Die nächste Ausgabe des FINISHER-Magazins erscheint Anfang 2018


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Finisher Magazin #69  
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