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MENSCHEN / STUDIUM / KULTUR / 09 / Fr端hling 2011 / www.fh-joanneum.at

LEHRE IM VORDERGRUND >> 08

AB INS AUSLAND >> 10 // F&E-STRATEGIE DER FH JOANNEUM >> 16 // E-MOBILITY: THE NEXT GENERation >> 19 ZUKUNFT(S) DESIGN >> 20 // ZIVILE DROHNEN EROBERN DEN LUFTRAUM >> 22

15 JAHRE FH JOANNEUM BILDUNGSREISEN UND FEST SEITE 04


02 / EDITORIAL // INHALT

INHALT Qualitätskultur leben_________________ 09 Über Herausforderungen und Ziele im Qualitätsmanagement Angewandte Ernährungsmedizin_ _____ 14 Der postgraduale Master-Lehrgang startet im März 2011. Master-Studien_______________________ 15 Drei neue Master-Studien werden ab Herbst 2011 angeboten. F&E an der FH JOANNEUM_____________ 16 Forschungsstrategie und Studierenden­ projekt Forschungskommunikation Projekt KRAKE________________________ 18 Klimawandel wirkt sich auf die Stromerzeugung aus. E-Mobility____________________________ 19 Der Mobilität der Zukunft auf der Spur E-Book_______________________________ 23 Ein neues E-Book erleichtert Lehren im internationalen Kontext.

FH JOANNEUM / OFFLINE

EDITORIAL Liebe Leserinnen und Leser, das vergangene Semester an der FH JOANNEUM stand ganz im Zeichen des 15-Jahre-Jub­ iläums. Und so widmen wir auch unsere OFFLINE-Coverstory ausführlich diesem Anlass – blicken Sie gemeinsam mit uns zurück auf Bildungsreisen und Fest! Wie bunt und vielfältig sich die FH JOANNEUM nach 15 Jahren präsentiert, zeigen aber auch die anderen Themen dieser neunten Ausgabe. Vom „Teaching Award“ bis zu zivil einsetzbaren Drohnen, von Forschungskommunikation bis hin zu interkultureller Kompetenz, und noch viel weiter spannt sich der Bogen. Neu im Magazin OFFLINE ist außerdem die Rubrik „Auszeichnungen“, die unterstreicht, dass die hervorragenden Leistungen der MitarbeiterInnen, Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen der FH JOANNEUM regelmäßig prämiert werden. Ebenfalls neu ist das Service, dass Sie zukünftig das Magazin OFFLINE, aber auch Publikationen wie Geschäftsbericht und Wissensbilanz, auf unserer Website www.fh-joanneum.at als digitale E-Broschüren zum online Lesen und Schmökern finden. Diese und viele weitere Themen finden Sie auf den nächsten Seiten – lassen Sie sich von der Vielfalt an der FH JOANNEUM überraschen.

Ihr OFFLINE-Redaktionsteam

Schneeradar__________________________ 24 Entwicklung einer automatischen Lawinenbeobachtung Web Literacy Lab_ ____________________ 25 Ein interdisziplinäres Team erforscht professionelle Onlinekommunikation. Auszeichnungen______________________ 28 Veranstaltungen, Ereignisse, Aktivitäten in Wort und Bild

IMPRESSUM: Medieninhaber, Herausgeber und Verleger: FH JOANNEUM Gesellschaft mbH, Alte Poststraße 149, 8020 Graz, AUSTRIA, Tel.: +43 (0)316 5453-0, Fax: DW 8801, E-Mail: info@fh-joanneum.at, www.fh-joanneum.at • Für den Inhalt verantwortlich: o.Univ.-Prof. DI Dr. Karl P. Pfeiffer • Redaktion: Mag. (FH) Cornelia Schuss, Mag. Kathrin Podbrecnik, Dr. Johanna Theurl, Mag. Thomas Winkler, Caroline Mempör • Gastautor: Mag. Peter Wilhelmer • Fotos: Werner Krug, Klaus Morgenstern, Fotolia, Siemens, Foto Fischer, Lisa Fleck, Andrei. G, Stefan Caspari, JPR • Gestaltung und Produktion: Manfred Terler • Lektorat: Bettina Stadler, Mag. Kathrin Podbrecnik • Druck: Dorrong, Graz

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Teaching Award Lehrende der FH JOANNEUM wurden für ihre Didaktik-Konzepte ausgezeichnet.

Zukunft(s) Design Neue Ideen liefern Studierende von „Industrial Design“.

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„Grüne“ Drohnen Der Studiengang „Luftfahrt / Aviation“ entwickelt umweltschonende, zivile Drohnen.


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WAS BILDUNG FÜR MORGEN BEDEUTET Wie die FH JOANNEUM den Anforderungen zukunftsfähiger Bildung und Forschung noch besser gerecht werden möchte und welche Rahmenbedingungen er sich dafür wünscht, skizziert Rektor Karl Peter Pfeiffer. TEXT: KARL PETER PFEIFFER

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as Abschneiden österreichischer SchülerInnen bei der PISA-Studie, die Diskussion über Studiengebühren, Gesamtschule oder „Neue Mittelschule“ – der Bildungs- und Wissenschaftsstandort Österreich steht zweifelsfrei vor großen Herausforderungen. Ob sich das Land im Wettbewerb um ökologisch, sozial und wirtschaftlich nachhaltige Lösungen erfolgreich positionieren kann und ob wir uns in der Wissensgesellschaft behaupten können, hängt wesentlich von den Schritten ab, die heute gesetzt werden. Als Hochschule für Angewandte Wissenschaften haben wir als FH JOANNEUM eine große Verantwortung, unsere Studierenden, genauso aber auch unsere MitarbeiterInnen, auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten. Die FH JOANNEUM setzt daher eine Vielzahl von Aktivitäten, die dafür sorgen sollen, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Steiermark langfristig zu sichern, indem wir Ausbildung mit höchstmöglicher Qualität anbieten. Qualitätsansprüche an die Lehre Die hohe Qualität in der Lehre ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg unserer Absolventinnen und Absolventen in der internationalen Arbeitswelt. Mit dem „ZML – Innovative Lernszenarien“ hat die FH JOANNEUM ein eigenes Forschungsinstitut, das sich mit den Lernwelten von morgen beschäftigt. Die Prämierung herausragender didaktischer Konzepte mit dem „Teaching Award“ sowie die verpflichtende didaktische Weiterbildung für Lehrende sind zwei weitere Beispiele, die zeigen welchen Stellenwert die zeitgemäße Vermittlung von Wissen und Kompetenzen an der FH JOANNEUM hat. Beim „Teaching Award“ hat sich insbesondere gezeigt, dass sich Studierende sehr wohl für technische und naturwissenschaftliche Inhalte begeistern lassen – drei der fünf Gewinner unterrichten in solchen sogenannten MINT-Fächern.

„Die hohe Qualität in der Lehre ist eine der Grundvoraussetzungen für den Erfolg unserer Absolventinnen und Absolventen in der internationalen Arbeitswelt.“

Für Naturwissenschaften begeistern Diese Tatsache verdeutlicht, dass es nicht nur eine volkswirtschaftliche Notwendigkeit ist, junge Menschen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu gewinnen, sondern dass dies auch möglich ist. Wir müssen neue Wege gehen, um der hohen Nachfrage nach MINT-Absolventinnen und -Absolventen gerecht werden zu können. Die FH JOANNEUM forciert genau solche neuen Ansätze – zu Beginn des Wintersemesters 2010/2011 haben wir beispielsweise erstmals ein „Mathematik Warm Up“ angeboten, das Studierende technischer Studiengänge mit Auffrischungskursen in Mathematik unterstützt und so die Scheu vor MINT-Fächern nehmen kann. Als Hochschule engagieren wir uns aber auch bereits in der schulischen Ausbildung: So haben etwa steirische Oberstufen-SchülerInnen im Rahmen der „FUNtech“-Woche die Gelegenheit, in Workshops auf unterhaltsame Art Technik zu „be-greifen“. Mit Initiativen wie dem „Kids Day“ am Standort Kapfenberg vermitteln wir darüber hinaus auch schon Volksschülerinnen und -schülern, wie faszinierend Technik sein kann.

Reform und Forschungsfinanzierung Diese und viele weitere Maßnahmen zeigen, dass die FH JOANNEUM selbst aktiv wird, wenn es darum geht, an der Zukunftsfähigkeit unseres Bildungssystems zu arbeiten. Die erste Verantwortung liegt hier jedoch immer beim Staat, dem es ein grundsätzliches Anliegen sein muss, in Bildung zu investieren und die Wettbewerbsfähigkeit des Bildungs- und Wissenschaftsstandorts Österreich zu erhöhen. Neben einem langfristigen Hochschulplan ist dazu vor allem eine Bildungssystemreform notwendig, die bereits in den Mittelschulen ansetzt. Ebenfalls notwendig ist aber auch das Bekenntnis zur essenziellen Bedeutung von Forschung und Entwicklung, inklusive der Bereitstellung entsprechender Ressourcen. Forschung und Entwicklung ist ein Kernauftrag der FH JOANNEUM – wollen wir weiterhin hohe Qualität anbieten, ist beispielsweise eine F&E-Basisfinanzierung wesentliche Voraussetzung für zukunftsorientierte Studieninhalte. Denn die Forschungsprojekte unserer Hochschule tragen nicht nur zur Lösung gesellschaftsrelevanter Fragen und Probleme bei, an der Schnittstelle von Theorie und Praxis vermitteln sie unseren Studierenden zugleich die notwendigen Kompetenzen für Karrierewege in einer Arbeitswelt mit komplexen, interdisziplinären Anforderungen.


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Im Herbst 1995 startete die FH JOANNEUM mit 147 Studierenden in vier Studiengängen, 15 Jahre später zählt sie mit rund 3.600 Studierenden in 36 Studiengängen zu den führenden Fachhochschulen Österreichs.

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15 JAHRE FH JOANNEUM Mit „Bildungsreisen“ und einem Fest feierte die FH JOANNEUM am 3. Dezember 2010 ihr 15-jähriges Bestehen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie zahlreiche Ehrengäste lieSSen die erfolgreiche Bildungs- und Forschungsgeschichte der steirischen Vorzeige-FH gemeinsam Revue passieren. TEXT: CORNELIA SCHUSS

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n nur 15 Jahren hat sich die FH JOAN­ NEUM zu einer der führenden Fachhochschulen Österreichs und zu einem bedeutenden Forschungs- und Innovationsmotor für den Standort Steiermark entwickelt. Die Erfolgsgeschichte begann im Herbst 1995 mit 147 Studierenden in vier Studiengängen in Graz und Kapfenberg, und wird heute mit rund 3.600 Studierenden in 36 Studiengängen an drei steirischen Standorten für die Zukunft fortgeschrieben. Bereits rund 5.700 junge Menschen hat die FH JOANNEUM in einem praxisorientierten Studium auf Karrieren in Wirtschaft und Wissenschaft vorbereitet, zahlreiche zukunftsweisende Forschungsprojekte – von E-Mobility über benutzerfreundliches digitales Schnittstellenmanagement bis hin zur Gesundheitsprävention – untermauern den Ruf der FH JOANNEUM als Universität für Angewandte Wissenschaften. Qualität und Leistung als Ansporn So würdigte etwa Wissenschaftsministerin Beatrix Karl, die der Fachhochschule am 3. Dezember als Festrednerin gratulierte, die FH JOANNEUM als wesentlichen Anbieter „für eine innovative Bildung und Ausbildung junger Menschen am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Steiermark.“ Qualität und Leistung seien sichtbares Zeichen für den langjährigen Erfolg der Fachhochschule, die auch Ansporn für künftige Aktivitäten am Campus sein sollten, so Karl. Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder, die ebenfalls unter den Ehrengästen war, hob die enge Verbindung zwischen Wirtschaft und FH JOANNEUM hervor: „Die Abbildung der steirischen Stärkefelder der Wirtschaft in der qualitativ hochwertigen Umgebung der Fachhochschule JOANNEUM ist das Erfolgsrezept der ersten 15 Jahre“, so

­ dlinger-Ploder. Leopold März, Präsident E des Österreichischen Fachhochschulrates, zeigte sich über die dynamische Entwicklung der FH JOANNEUM erfreut: „Mit 36 Studiengängen und 3.600 Studierenden gehört die FH JOANNEUM zu den drei führenden Fachhochschulen Österreichs und bietet dadurch vielen jungen Menschen die Möglichkeit zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.“ Reisen durch Bildung und Forschung Bereits am Nachmittag des 3. Dezembers überzeugten sich zahlreiche Interessierte im Rahmen geführter oder individueller Bildungsreisen von den vielfältigen Forschungs- und Lehraktivitäten der FH JOAN­ NEUM. Die Studiengänge der vier Fachbereiche sowie zentrale Einrichtungen wie das Forschungsinstitut „ZML – Innovative Lernszenarien“ oder die Bibliothek brachten den Besucherinnen und Besuchern in abwechslungs­r eichen „Reisestationen“ die Bildungs- und Forschungswelt der FH JOANNEUM näher. So konnte man etwa selbst erfahren, wie die Mobilität und die Städte von morgen aussehen können, wie es sich in einem Flugsimulator anfühlt, wie Physiotherapie spielerisch gelingen kann oder welche Schritte hinter einer professionellen Magazinproduktion stecken. Besonders begeistert zeigten sich auch die jüngeren Gäste, die in speziellen Kindertouren zum Beispiel herausfinden konnten, wie die Kuh ins Auto kommt oder wie man einen Roboter an der Nase herumführt. Fest im Audimax Abends lud die FH JOANNEUM schließlich alle Gäste zu Empfang und Fest in das Audimax, wo der feierliche Festakt mit den Festrednerinnen Beatrix Karl, Kristina Edlinger-Ploder, Festredner Leopold März, vielen weiteren Ehrengästen sowie Ge-

schäftsführerin Sabina Paschek und Rektor Karl P. Pfeiffer stattfand. Zuvor durfte sich noch ein Reiseteilnehmer über einen Rundflug für Zwei über Graz und die Südsteiermark freuen, der unter allen Reise­tickets verlost wurde und den JW Flighttraining Graz – dieflugschule.at zur Verfügung stellte. Unter großem Beifall wurde zudem das neue Image-Video der FH JOANNEUM präsentiert, das Studierende und Lehrende des Studiengangs „Informationsdesign“ gestaltet haben, und das auch online auf der Website und der Facebook-Seite der FH JOANNEUM zu sehen ist. Zukunftsthemen in Lehre und Forschung Rektor Karl P. Pfeiffer dankte in seiner Festrede den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FH JOANNEUM sowie allen Partnern in Wirtschaft und Wissenschaft für ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit. Insbesondere durch die hohe Qualität in Forschung und Lehre habe sich die FH JOANNEUM führend in der österreichischen Fachhochschullandschaft etablieren können. Vor allem aber steckte Pfeiffer die Ziele für die Zukunft ab: „Die Eckpfeiler Lehre, Forschung und Weiterbildung sind die Säulen für die erfolgreiche Weiterentwicklung unserer Hochschule. Mit einem inhaltlich und didaktisch hochwertigen Studienangebot an der Schnittstelle von Wissenschaft und Wirtschaft rüstet die FH JOANNEUM ihre Studierenden für die komplexen Herausforderungen einer internationalen Arbeitswelt.“ Dabei sei gerade der Ausbau von Forschung und Entwicklung eine wesentliche Zukunftsanforderung: „Als Universität für angewandte Wissenschaften ist es unser Auftrag, in interdisziplinärer und auch hochschulübergreifender Zusammenarbeit zur Lösung gesellschaft­licher Zukunftsfragen, beizutragen.“


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Bildungsreisen und Fest zu 15 Jahre FH JOANNEUM

BLITZ LICHTER

1. Rektor Karl P. Pfeiffer, Wissenschaftslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder, die Bad Gleichenberger Bürgermeisterin Christine Siegel, Geschäftsführerin Sabina Paschek, Fachhochschulratspräsident Leopold März und Gemeinderat Peter Piffl-Percevic (v.l.n.r.) 2. Rektor Karl P. Pfeiffer mit Bundesministerin Beatrix Karl und Fachhochschulratspräsident Leopold März 3. Bildungsreisen für Groß und Klein bot die FH JOAN­ NEUM ihren Besucherinnen und Besuchern.

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4. Studierende von „Biomedizinische Analytik“ sorgten für beeindruckende Farbenspiele.

An 34 Reisestationen präsentierte die FH JOAN­ NEUM am 3. Dezember Highlights aus Lehre und Forschung, abends feierten die Festgäste gemeinsam mit Ehrengästen aus Wirtschaft und Wissenschaft das 15-jährige Jubiläum der Hochschule.

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5. Rektor Karl P. Pfeiffer und Aufsichtsratmitglied Wilhelm Heinrich Herzog überzeugten sich von den Highlights im Touch-IT-Labor. 6. Montanuni-Rektor Wolfhard Wegscheider, Landesrätin Bettina Vollath und Aufsichtsratvorsitzender Friedrich Möstl (v.l.n.r.) 7. Der glückliche Gewinner des Rundflugs mit JW Flighttraining Graz mit „Glücksengerl“ Pascal und Moderatorin Claudia Aichhorn 8. Erste Reihe fußfrei für Ehrengäste und FestrednerInnen im Audimax 9. Klaus Posch, Studiengangsleiter von „Soziale Arbeit“, im Gespräch mit Aufsichtsratvorsitzendem Friedrich Möstl 10. Rektor Karl P. Pfeiffer mit Maximilian Richter (Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung) 11. Soziologe Manfred Prisching mit Gemeinderat Peter Piffl-Percevic und Studiengangsleiter Werner Fritz


08 / LEHRE

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LEHRE IM VORDERGRUND Mit der verpflichtenden Didaktik-Weiterbildung für Lehrende und deM 2010 erstmals vergebenen „Teaching Award“ setzt die FH JOANNEUM weiter auf die Qualität der Lehre.

Matthias Theissing („Energie-, Verkehrsund Umweltmanagement“) fördert bei seinen Studierenden neben den fachlichen Kompetenzen die kritische Herangehensweise an Problemstellungen und sieht dies als gleichwertiges Ausbildungsziel.

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er dritte Didaktik-Tag an der FH JOANNEUM, der im November in Graz stattgefunden hat, bot Lehrenden ein Forum zum Austausch über innovative Lehrmethoden. Außerdem zeigte der Schweizer Bildungsforscher Urs Vögeli-Mantovani neue Wege zur Leis­ tungsbeurteilung auf und der ehemalige Präsident des Landesschulrats, Bernd Schilcher, referierte über Trends, Entwicklungen und Chancen der Bildung an Österreichs Hochschulen. Ausgezeichnete Konzepte In diesem Rahmen wurden heuer erstmals fünf Lehrende der FH JOANNEUM für innovative didaktische Konzepte mit dem ­„Teaching Award“ ausgezeichnet. Dafür nominierten die StudierendenvertreterInnen insgesamt 24 Lehrende, 22 Lehrende reichten ihr Didaktik-Konzept ein. Die Jury – Rektor Karl P. Pfeiffer, Vizerektorin Doris Kiendl-Wendner, die vier Studiengangsleiter Helfrid Maresch, Johannes Haas, Martin Tschandl und Michael Bobik, Rudolf Egger vom Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft der Karl-Franzens-Universität Graz sowie die StudierendenvertreterInnen Andrea Büssenschütt und Stefan Krausler – wählte daraus die Sieger mit den innovativsten Konzepten aus: Harald Burgsteiner („Health Care Engineering“ und „eHealth“) begeistert die

Studierenden für technisch anspruchsvolle Lehrveranstaltungen mit unterschiedlichen Methoden, die genau auf die jeweiligen Lernziele abgestimmt sind, und fordert sie auf, sich mit den Themengebieten individuell auseinander zu setzen. Bernd Messnarz („Luftfahrt / Aviation“) unterrichtet Physik, Informatik und Mathematik so spannend, dass die Studierenden sich überdurchschnittlich engagieren. Der innovative Ansatz seiner Lehre sowie des gesamten Studiengangs „Luftfahrt / Aviation“ ist die permanente Verbindung der Grundlagen mit deren Anwendung sowie der Einsatz moderner Simulationstechniken. James Miller („Gesundheitsmanagement im Tourismus“) verfolgt den Grundgedanken, dass Lehre weniger mit Vermittlung als mit Empowerment zu tun hat. Er sieht seine Aufgabe darin, die Neugier der Studierenden zu wecken und ihnen den Mut zu geben, selbstständig auf Entdeckungsreise zu gehen. Georg Tafner („Management internationaler Geschäftsprozesse“) formuliert zehn Thesen für eine gelungene Lehrveranstaltung. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass er als Lehrender für Studierende Inhalte zur Verarbeitung bereitstellt, die kognitive, soziale und affektive Elemente beinhalten.

Qualität der Ausbildung Rektor Karl P. Pfeiffer: „Gute Lehrende sind die Voraussetzung für eine bestmögliche Ausbildung, die wir unseren Studierenden bieten. Wir sind stolz, dass wir so viele gute Lehrende haben, von denen wir einige wenige bei diesem Didaktik-Tag ausgezeichnet haben. Mit dem neuen ‚Teaching Award‘ wollen wir innovative und kreative Lehr-Konzepte nun noch stärker fördern. Und er zeigt auch, dass wir Studierende mit innovativen und kreativen Ansätzen in der Lehre für naturwissenschaftliche Grundlagenfächer oder technologisch anspruchsvolle Lehrveranstaltungen begeistern können.“ Vizerektorin Doris Kiendl-Wendner, Initiatorin des Didaktik-Tags: „Der heurige Höhepunkt war sicher die Verleihung des ‚Teaching Award‘, mit dem besonders engagierte Lehrende der FH JOANNEUM ausgezeichnet wurden. Die Qualität der Ausbildung, von der in erster Linie die Studierenden der FH JOANNEUM und damit mittelbar auch die zukünftigen Arbeitgeber unserer Absolventinnen und Absolventen profitieren, liegt uns besonders am Herzen.“ Weiterbildung in der Lehre Eine weitere Initiative, mit der die FH JOAN­NEUM die Weiterentwicklung und stetige Verbesserung der Lehre fördert, ist die seit Herbst 2010 verpflichtende hochschuldidaktische Weiterbildung. Deren Ziel ist es, die Lehrenden bei der Optimierung ihrer didaktischen Fähigkeiten zu unterstützen. Themen dabei sind „Planung und Entwicklung von Lehrveranstaltungen“, „Lebenswelten der Studierenden – Betreuung und Beurteilung der Studierenden an der FH JOANNEUM / Konfliktmediation“ sowie „Methodik & Didaktik“.


PORTRÄT / 09

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QUALITÄTSKULTUR LEBEN Die Institutionelle Evaluierung der FH JOANNEUM brachte sehr erfreuliche Ergebnisse. Koordiniert und unterstützt wurde SIE von der Abteilung „Qualitätsentwicklung und -management“, die sich auch in anderen Bereichen um die Weiterentwicklung der Qualität an der FH JOANNEUM bemüht. TEXT: CORNELIA SCHUSS

Die Institutionelle Evaluierung wurde an der FH JOANNEUM 2010 durchgeführt. Im nun vorliegenden Bericht wird der Hochschule ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

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ie Vorbereitung und Begleitung der Institutionellen Evaluierung ist eine der Hauptaufgaben der Abteilung „Qualitätsentwicklung und -management“ an der FH JOANNEUM. Im Rahmen dieser Evaluierung, die laut Fachhochschul-Gesetz vorgeschrieben ist, wurde im Jahr 2010 die FH JOANNEUM als gesamte Einrichtung von Quality Austria sowie weiteren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft unter die Lupe genommen. MitarbeiterInnen als Stärke Der nun vorliegende Evaluierungsbericht bescheinigt der Hochschule eine allgemein sehr gute Positionierung, sowie eine starke inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung seit der Evaluierung im Jahr 2003. „Allem voran gestellt hat die Evaluierung aber eindrucksvoll bestätigt, dass unsere größte Stärke als FH JOANNEUM unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind. Für diesen hohen Einsatz möchte ich ihnen herzlich danken“, betont Karl P. Pfeiffer, Rektor der FH JOAN­NEUM. Margot Wie-

ser hat die Evaluierung begleitet: „Qualitätsbeauftragte einiger Studiengänge und Abteilungen haben uns auch unmittelbar in den Evaluierungsgesprächen engagiert unterstützt. Dabei hat sich gezeigt, dass wir nicht zuletzt durch die Vielfalt unserer Qualitätsbeauftragten ein gut aufgestelltes Projektteam sind.“ Im Evaluierungsbericht verwiesen die Expertinnen und Experten auch auf Themen, die aus ihrer Sicht für die zukünftige positive Entwicklung der FH JOANNEUM von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehört beispielsweise die Kooperation mit ander­ en Hochschulen weiter voranzutreiben sowie den erfolgreichen Weg der Internat­ ionalisierung fortzuschreiben, etwa durch Modulbildung in der Lehre. Auf dem Weg zur Exzellenz Dass das in der Evaluierung ebenfalls positiv erwähnte Qualitätsmanagementkonzept der FH JOANNEUM in eine gelebte Qualitätskultur mündet, ist eines der weiteren großen Anliegen der Abteilung. Ak-

tuell wird gerade ein FH-weit einsetzbares Managementsystem erarbeitet, das auf dem „EFQM Excellence Model“ aufbaut – ein System, das bereits viele andere Institutionen und Hochschulen anwenden. „Vorerst sind es zehn Pionier-Studiengänge, die nach einer Selbstbewertung in genau definierten Projekten den ersten Schritt auf dem Weg zur Exzellenz gehen“, sagt Peter Wilhelmer, Leiter der Abteilung „Qualitätsentwicklung und -management“. Im zweiten Schritt soll die Zahl der teilnehmenden Studiengänge ausgeweitet werden, mögliche Projekte seien beispielsweise an der Schnittstelle von Abteilungen und Studiengängen oder in der Forschung und Lehre denkbar. Wilhelmer wünscht sich, dass die Umsetzung dieses Modells die Freude an der gemeinschaftlichen Zusammenarbeit an der FH JOANNEUM stärkt: „Wir wollen mit EFQM nicht mehr Bürokratie schaffen, sondern erleichtern, dass alle auf dem Weg zu einer gelebten Qualitätskultur an einem Strang ziehen.“ Abteilungs-Mitarbeiterin Barbara Schweiger verweist zudem darauf, dass sich Qualitätsmanagement gerade auch im operativen „Tagesgeschäft“ bewähre: „Es schafft Klarheit über allgemeine Abläufe, standardisiert und ermöglicht ein einheitliches Vorgehen, etwa durch einmal definierte Prozesse oder Vorlagen.“ Schnittstelle zum Fachhochschulrat Der dritte große Aufgabenbereich der Abteilung umfasst die Schnittstellenfunktion zwischen den Studiengängen der FH JOAN­ NEUM und dem Fachhochschulrat, wenn es um die Zulassung bzw. Reakkreditierung von Studiengängen geht. Ein besonderes „Highlight“ war dabei erst vor Kurzem die Begleitung und Unterstützung von 18 Studiengängen bei der Antragsgestaltung, die im Jänner 2011 abgeschlossen wurde. „Dieser Modus wird sich in Zukunft wahrscheinlich ändern, auf unsere Abteilung kommen also neue Herausforderungen zu“, gibt Wilhelmer einen Ausblick. Karl P. Pfeiffer dankt allen Beteiligten für ihren hohen Einsatz: „Ich freue mich, dass wir an unserer Hochschule eine so leis­ tungsfähige Abteilung für Qualitätsfragen haben. Die Begleitung und Koordinierung der Institutionellen Evaluierung sowie des Akkreditierungsverfahrens bei einer derart hohen Anzahl an Studiengängen haben gezeigt, dass das Qualitätsmanagement an der FH JOANNEUM in der Lage ist, diese nicht alltäglichen Herausforderungen mit großem Engagement und hoher Professionalität zu lösen.“


10 / EVENTS

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AB INS AUSLAND „International erfahren und interkulturell kompetent – ein Muss für den Arbeitsmarkt?“: Diese Frage haben die RednerInnen UND REDNER bei der gleichnamigen Podiumsdiskussion im Audimax der FH JOANNEUM am 16. November 2010 mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet. „WAS LEUTE AUS DEM AUSLAND MITNEHMEN, IST EIGENINITIATIVE.“

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ie Erschließung internationaler Märkte, die Zusammenarbeit in multinationalen Teams, die Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund – all das sind Herausforderungen, vor denen viele Absolventinnen und Absolventen der FH JOANNEUM und der FH CAMPUS 02 stehen. Bei einer gemeinsamen Diskussion erörterten daher Studierende, Absolventinnen und Absolventen, PersonalentwicklerInnen und UnternehmerInnen, welchen Stellenwert interkulturelle Kompetenz heute im Berufsleben hat. Der einhellige Tenor lautete: Internationale Erfahrungen und interkulturelle Kompetenz sind tatsächliche Erfolgsfaktoren im Berufsleben – sofern man dabei selbst authentisch bleibt. „Erweitern Sie Ihren Horizont“ Karl P. Pfeiffer, Rektor der FH JOANNEUM, gab in seiner Eröffnungsrede das Leitmotiv vor: „Interkulturalität bedeutet Vielfältigkeit und Bereicherung, ohne seine eigene Individualität aufzugeben. An unsere Studierenden appelliere ich: Sammeln Sie Auslandserfahrungen, erweitern Sie Ihren Horizont – das ist die beste Voraussetzung

für einen globalisierten Arbeitsplatz.“ Die Studierenden der FH JOANNEUM folgen diesem Aufruf gerne: Im Studienjahr 2009/2010 haben 164 Studierende ein Semester an einer Partnerhochschule verbracht, 114 absolvierten ein von ERASMUS gefördertes Berufspraktikum im Ausland. Mit dem letztgenannten Wert liegt die FH JOANNEUM an der Spitze österreichischer Hochschulen. Rege Diskussion Die Perspektiven, aus denen die Fragestellung des Diskussionstitels beantwortet wurde, waren vielfältig: Gergely Hernády, Geschäftsführer der „Menschen im Vertrieb Beratungsgesellschaft“, betonte, dass ein Auslandsaufenthalt mehr bewirke als verbesserte Sprachkompetenz: „Was Leute aus dem Auslandssemester mitnehmen, ist Eigeninitiative – sie tun mehr als der Durchschnitt.“ Solche Kompetenzen seien in jedem Beruf wichtig, zum Beispiel, wenn es darum gehe, Verantwortung zu übernehmen – mitunter auch für Dinge, die man nicht beeinflussen könne.

Aus der Perspektive der Gesundheitsversorgung schilderte Hannes Ulrich Schlögel, Personalleiter der KAGes, die wichtige Rolle interkultureller Kompetenz: „Im Gesundheitsbereich ist Diversity Management ein wichtiges Thema – Sprachbarrieren im Spital führen zum Beispiel zu Defiziten in der Versorgung. Diversität erleben wir nicht nur bei Patientinnen und Patienten, sondern auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“ Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen Lebensweisen und Kulturen versuche man in Schulungen und Trainings zu vermitteln – „gerade auch, was den Umgang mit Scham, Sexualität oder Tod angeht.“ Priorität: Interkultureller Austausch Bei den Studierenden genießt Auslandserfahrung ebenfalls einen hohen Stellenwert. Ingrid Gehrke, Leiterin der Abteilung „Internationale Beziehungen“ an der FH JOANNEUM, moderierte die Podiumsdiskussion und zitierte aus der amerikanischen Studie „SAGE – Study Abroad for Global Engagement“: 83 Prozent der befragten Absolventinnen und Absolventen gaben an, dass sich während ihres Studiums ein Auslandsaufenthalt am meisten auf ihr späteres Leben ausgewirkt habe. An zweiter Stelle standen Freundschaften (73 Prozent), erst danach fachliches Wissen (65 Prozent). Diese Zahlen zeigen die nachhaltige Bedeutung eines Auslandsaufenthalts, die auch alle DiskussionsteilnehmerInnen betonten. Befragt wurden rund 22.000 Absolventinnen und Absolventen amerikanischer Universitäten, deren Auslandsaufenthalt bis zu 50 Jahre zurückliegt.


EVENTS / 11

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„Unsere AbsolventInnen UND ABSOLVENTEN zeichnen sich“, so MARTIN Tschandl, „dadurch aus, dass sie gelernt haben, mit der speziellen Belastung aus Studium, Beruf und Familie umzugehen.“

INDUSTRIAL MANAGEMENT FEIERT BERUFSBEGLEITEND PREMIERE Die ersten AbsolventInnen UND ABSOLVENTEN des berufsbegleitenden Studiengangs „Industriewirtschaft / Industrial Management“ VERAbschiedete die FH JOANNEUM Kapfenberg. Auf die DiplomingenieurINNEN UND -INGENIEURE warten spannende Aufgaben im Berufsleben. TEXT: THOMAS WINKLER

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nsere Absolventinnen und Absolventen des berufsbegleitenden Studiengangs ‚Industriewirtschaft’ sind Diamanten“, ist Studiengangsleiter Martin Tschandl stolz auf die ersten AbgängerInnen des Wirtschaftsingenieurstudiums, das bei FH-Rankings immer wieder Top-Platzierungen einnimmt. Es wird seit Herbst 2006 neben dem Vollzeitstudium auch als berufsbegleitende Variante angeboten.

derungen im Berufsleben bevor. Martin Tschandl: „Es zeigt sich, dass Wirtschaftsingenieur-Studien zu den stabilsten Ausbildungswegen mit einer konstant hohen Nachfrage zählen. Die breite Ausbildung ermöglicht unterschiedliche Einsatzgebiete in den verschiedenen Branchen. Und sie erlaubt die Weiterentwicklung und den Wechsel in benachbarte Themen.“

venten bescheinigen dem Studium einen starken Praxisbezug. Antonia Nestler, im Controlling der Andritz AG beschäftigt: „Der Studiengang weist durch wirtschaftlich aktuelle Lehrinhalte und die Einbringung von Fallbeispielen und Erfahrungsberichten aus der Industrie durch vorwiegend berufserfahrene Vortragende eine hohe Praxisrelevanz auf.“

Große Nachfrage „Unsere Absolventinnen und Absolventen zeichnen sich“, so Tschandl, „dadurch aus, dass sie gelernt haben, mit der speziellen Belastung aus Studium, Beruf und Familie umzugehen. Da sie als Studierende im Berufsleben stehen, profitieren sie zusätzlich von einem großen Lerneffekt, indem sie das Gelernte direkt im Job anwenden können.“

Um den Studienanfängerinnen und -anfängern nach einem länger zurückliegenden Schulbesuch den Einstieg zu erleichtern, bietet der Studiengang ein umfassendes Begleitprogramm an. Dieses reicht von Repetitorien in Mathematik, Englisch und Produktionstechnik über das „richtige“ Lernen bis Mentoring und GesundheitsCoaching. „Wir wollen damit die Chancen erhöhen, dass unsere berufsbegleitend Studierenden ihr Studium erfolgreich abschließen“, sagt Tschandl.

Den Absolventinnen und Absolventen stehen jedenfalls spannende Herausfor-

Hohe Praxisrelevanz Die ersten Absolventinnen und Absol-

„Portfolio erweitert“ Für Gernot Skorianz, bei der Voestalpine group-IT tätig, hat das Studium fachlich und persönlich viel gebracht: „Mit meinem Einstieg in das Berufsleben bin ich in diversen Unternehmen in rein technischen Abteilungen tätig gewesen. Durch das Industriewirtschaftsstudium an der FH JOAN­ NEUM Kapfenberg ist es mir jetzt möglich, Technik mit Wirtschaft zu verbinden, was mir in meinem beruflichen Umfeld enorme Vorteile verschafft und mein Portfolio erweitert hat. Persönlich bin ich durch diese Erfahrung sehr gereift und habe meinen Horizont nicht nur beruflich erweitert.“


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Graduierungen AN DER FH JOANNEUM Zahlreiche Absolventinnen und Absolventen freuten sich im Herbst 2010 端ber ihre Graduierung in Graz, Kapfenberg oder Bad Gleichenberg. Als besondere Gratulantin stellte sich dabei Wissenschaftsministerin Beatrix Karl ein.

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EVENTS / 13

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GRADUIERUNGEN

1. Anlässlich der 150. Graduierung der FH JOANNEUM gratulierte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl in Bad Gleichenberg den Absolventinnen von „Diätologie“ und „Ergotherapie“ persönlich zum erfolgreichen Studienabschluss. 2. Im Rahmen ihrer Graduierung durften sich am Standort Kapfenberg eine Absolventin und zwei Absolventen über den GRAWE High Potential Award freuen: Für ihre herausragenden Abschlussarbeiten ausgezeichnet wurden Elisabeth Winterheller, BachelorStudiengang „Internettechnik“, Andreas Überbacher, berufsbegleitender Bachelor-Studiengang „Software Design,“ und Rainer Trafella, Master-Studiengang „Advanced Security Engineering“.

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3. Yvonne Flitsch, Absolventin des Studiengangs „Bank- und Versicherungswirtschaft“ freute sich über den GRAWE High Poten­ tial Award – Studiengangsleiterin Kerstin Berberich und Siegfried Grigg, Generaldirektor-Stellvertreter der Grazer Wechselseitigen Versicherung, gratulierten. 4. Die ersten Master-Absolventinnen verließen im November 2010 den Studiengang „Gesundheitsmanagement im Tourismus“. Vielfältige Berufsmöglichkeiten in der Welt von Tourismus, Gesundheitswesen oder Marketing stehen ihnen nun offen. 5. Angelika Peinsith, Absolventin des Diplom-Studiums „Journalismus und Unternehmenskommunikation“ startet gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen in die Welt von Medien und Kommunikation. 6. Die Absolventinnen und Absolventen des dualen Studiums „Produktionstechnik und Organisation“ sind bestens auf die Berufswelt vorbereitet. Rektor Karl P. Pfeiffer und Studiengangsleiter Johannes Haas freuten sich mit ihnen.

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7. Den erfolgreichen Abschluss ihres Bachelor-Studiums „Soziale Arbeit“ feierten die Absolventinnen und Absolventen im Rahmen ihrer Graduierung im Herbst 2010 in Graz. 8. Claudia Gobec freute sich gemeinsam mit Vizerektorin Doris Kiendl-Wendner über ihr Abschluss-Diplom im Master-Studium „Media and Interaction Design“. 9. Für die Herausforderungen in der Straßen- und Schienenfahrzeugtechnik sind die Absolventinnen und Absolventen des DiplomStudiums „Fahrzeugtechnik“ gewappnet.


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NEUES POSTGRADUALES MASTER-STUDIUM „ANGEWANDTE ERNÄHRUNGSMEDIZIN“ Im interdisziplinären Master-Lehrgang „Angewandte Ernährungsmedizin – Applied Nutrition Medicine“ können Ärztinnen und Ärzte sowie Diätologinnen und Diätologen ab dem Sommersemester 2011 ihre Kenntnisse im Bereich der Ernährungsmedizin vertiefen. TEXT: CAROLINE MEMPÖR

Die Leitung des postgradualen Studiums haben Elisabeth Pail, Leiterin des Studiengangs „Diätologie“ an der FH JOAN­ NEUM, und Hermann Toplak von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz inne.

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rnährungsbedingte Erkrankungen sind stark im Steigen begriffen: In Österreich sind laut dem Ernährungsbericht 2008 42 Prozent der Erwachsenen und 20 Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist die Adipositas auch ein bedeutender Einflussfaktor für viele chronische Krankheiten und einige Krebserkrankungen.

Zugleich sind gerade ältere Menschen in einem starken Maß von Mangelernährung betroffen, was unter anderem die Anfälligkeit für Stürze, Infektionen sowie gestörte Wundheilung erhöht. Die richtige Ernährung und ihre Abstimmung mit der übrigen Behandlung sind daher im Heilungsverlauf der Patientinnen und Patienten sehr wichtig. Ernährungsmedizin als Berufsfeld Verschiedenste Faktoren wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, individuelle Vorlieben und Abneigungen sowie die soziale Situation der Patientinnen und Patienten beeinflussen die individuelle Ernährungstherapie, mit der diese Krankheiten behandelt werden. So können schwierige Konstellationen entstehen, die eine hohe Professionalität und interdiszip­

linäre Denkweise der behandelnden Berufsgruppen erfordern. Interdisziplinäre Kooperation Die Medizinische Universität Graz und die FH JOANNEUM begegnen diesen Entwicklungen im Gesundheitsbereich nun mit dem gemeinsamen Master-Lehrgang „Applied Nutrition Medicine“. Ab dem Sommersemester 2011 können Diätologinnen und Diätologen, Ärztinnen und Ärzte ihr Wissen in der angewandten Ernährungsmedizin vertiefen. Dazu gehören unter anderem Diabetes Mellitus, Essstörungen, Allergien oder Herzerkrankungen. In vier Semestern erarbeiten die Studierenden wissenschaftliche Lösungsansätze für Prob­lemfelder, die sie aus der eigenen praktischen Erfahrung kennen. Zudem vermitteln Fächer wie „Projektund Qualitätsmanagement“ oder „Public Health“ Querschnittskompetenzen. Geblockter Unterricht ermöglicht ein berufsbegleitendes Studium; Teile des Lehrangebotes sind über E-Learning organisiert. Den Absolventinnen und Absolventen wird der Titel „MSc nutr.med.“ (Master of Science in Applied Nutrition Medicine) verliehen.

Wissenschaft und Praxis vereint Karl P. Pfeiffer, Rektor der FH JOANNEUM, sieht einen großen Vorteil in der Kooperation zwischen der Medizinischen Universität Graz und der FH JOANNEUM: „Der interdisziplinäre Ansatz des Studiengangs ist in Österreich einzigartig. Die Studierenden werden ihre eigenen Erfahrungen einbringen und auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse ihr Wissen vertiefen, um die Behandlung der Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau zu ermöglichen.“ Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz, sieht weitere Vorteile in der Zusammenarbeit: „Als Gesundheits­ universität mit dem Generalthema Nachhaltige Gesundheitsforschung stellt die Ernährung für die Medizinische Universität Graz ein wichtiges Gebiet dar. Nachdem das Studium „Diätologie“ an der FH JOAN­ NEUM angesiedelt ist, ist das gemeinsame Vorgehen überaus sinnvoll. Zudem ist es ein Beispiel für die am Standort Graz gelebte Zusammenarbeit der Hochschulen, die österreichweit einzigartig ist.“ Webtipp: www.fh-joanneum.at/nut


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NEUE MASTER-STUDIEN GEBEN ANTWORT AUF FRAGEN DER ZUKUNFT Zuwachs im Studienangebot der FH JOANNEUM: ab Herbst 2011 sind drei neue Master-Studien im Programm, die den Studierenden vertiefte Kenntnisse in internationaler Industriewirtschaft, Energie- und Transportmanagement oder Luftfahrt vermitteln. TEXT: KATHRIN PODBRECNIK

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it für die Führungsetage „International Industrial Management“ heißt jenes Master-Studium, das ab dem Wintersemester 2011/12 den Fachbereich „Internationale Wirtschaft“ der FH JOANNEUM erweitern wird. Das international ausgerichtete WirtschaftsingenieurInnen-Studium macht die Studierenden „fit“ für die Führungs­ etage und ist mit seinem inhaltlichen Profil einzigartig in ganz Europa. Als universell einsetzbare Führungskräfte haben die Absolventinnen und Absolventen dieses Masterprogramms das Know-how, um Prozesse im industriellen Management zu verstehen und zu optimieren. Dazu nutzen sie die modernsten Informations- und Kommunikationstechnologien und Tools für elektronisch basierte, neue Geschäftsmodelle. Aufgrund des hohen Exportanteils der österreichischen Industrie wird in der Ausbildung besonderes Augenmerk auf das unternehmensübergreifende Supply Chain Management mit den Schwerpunkten

Marketing & Sales und Procurement gelegt. Dieser Fokus wird umfassend ergänzt durch Führungsthemen wie strategisches Management, Leadership und Soft-Skills, einem Praxisprojekt bei einem führenden Industrieunternehmen, sowie interkulturelle Erfahrung durch ein bis zwei Auslandssemester. Internationalität wird darüber hinaus durch ein bis zwei Fremdsprachen und die zum Teil in Englisch abgehaltenen Lehrveranstaltungen forciert. Das macht diese Alumnis zu gefragten Fach- und Führungskräften in der nationalen und internationalen Arbeitswelt. Das Master-Studium ist für Absolventinnen und Absolventen von Bachelor- und Dip­ lom-Studien aus den Bereichen Technik und Wirtschaftsingenieurswesen geeignet, dauert vier Semester und schließt mit dem akademischen Grad „DiplomingenieurIn“ ab. Es wird wie das Bachelor-Studium „Industrial Management / Industriewirtschaft“ an der FH JOANNEUM Kapfenberg als Vollzeit-Studium und in berufsbegleitender Form angeboten. Themen der Zukunft Kaum ein Studium bietet Lösungsansätze für so zukunftsträchtige und global gültige Themen wie „Energy & Transport Management“, das ebenfalls im Herbst 2011 an der FH JOANNEUM Kapfenberg startet. Hier widmen sich die Studierenden vertieften Fragen des Netzausbaus und der Netzerhaltung sowie der Energiebereitstellung und Stromerzeugung. Im Energiebereich können sie ihre Kenntnisse in den Themen Photovoltaik, Wasserkraft oder Erdölwirtschaft erweitern, im Bereich Verkehr stehen ihnen Vertiefungen in innerstädtischer Verteillogistik, im Bahnbetrieb oder im Flughafenmanagement offen. Die Themen Internationale Finan-

zierungen, Risikomanagement oder Public Private Partnership runden die Ausbildung ab. Die große Anzahl an Wahllehrveranstaltungen ermöglicht einen individuell gestaltbaren Stundenplan, der auf die Interessen der Studierenden abgestimmt ist. Nach Abschluss des viersemestrigen, teilweise englischsprachigen Vollzeit-Studiums können die Absolventinnen und Absolventen unter anderem in der Energie­ erzeugung und -verteilung, im Betrieb von Bahnen, Autobahnen und Verkehrsunternehmen oder in der Umweltplanung tätig sein. „Energy & Transport Management“ schließt mit dem akademischen Grad „Master of Science in Engineering (MSc)“ ab. Das Master-Studium steht unter anderem für Absolventinnen und Absolventen von Bachelor- und Diplom-Studien in den Bereichen Wirtschaftsingenieur­wesen, Elektrotechnik, Verkehrstechnik oder Verfahrenstechnik offen. Studiengangsleiter Michael Bobik: „Uns ist europaweit kein Master-Studium bekannt, das besser auf die Zielberufsfelder vorbereitet und zugleich einen so weltoffenen Horizont bietet.“ Master-Studium „zum Abheben“ Mit dem neuen Master-Studium „Luftfahrt / Aviation“ bietet die FH JOANNEUM Graz ab Herbst 2011 eine weitere in Öster­reich einzigartige Ausbildung mit hervorragenden Jobaussichten. Der weltweite Bedarf an hochqualifizierten Fachleuten in der Luftfahrtbranche macht die Absolventinnen und Absolventen zu gefragten Expertinnen und Experten, die anspruchsvolle Tätigkeiten in den Bereichen Forschung & Entwicklung, Zertifizierung, Fertigung und Produktion, Qualitätsmanagement oder Produkt-Management übernehmen können – um nur einige Beispiele zu nennen. Möglich wird dies durch eine interdiszip­ linäre und praxisorientierte Ausbildung, kombiniert mit Soft Skills, Fremdsprachen, vollständig in Englisch abgehaltenen Lehrveranstaltungen und einem Berufspraktikum. Den Studierenden stehen zwei Vertiefungsrichtungen offen: „Aeronautical Engineering“ verbindet anspruchsvolle technische Inhalte aus der Luftfahrt mit wirtschaftlichen und organisatorischen Fragen, während „Aviation Management“ alle Elemente der Wertschöpfungskette in der Luftfahrt – von Fertigung und Produktion über Logistik bis hin zu Sales Management – umfasst. Das Vollzeit-Studium ist für Absolventinnen und Absolventen technischer Bachelor- und Diplom-Studien zugänglich und schließt nach vier Semestern mit dem akademischen Grad „Master of Science in Engineering (MSc)“ ab.


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F&E-STRATEGIE DER FH JOANNEUM: ZUM NUTZEN DER GESELLSCHAFT Die Strategie der FH JOANNEUM in Forschung und Entwicklung orientiert sich an den Säulen Nachhaltigkeit, Innovation und Nutzen für die Gesellschaft.

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ie Forschungsstrategie der FH JOAN­NEUM basiert auf dem Anspruch, zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung und Lösung komplexer Probleme und Fragen unserer Zeit beizutragen. Vor diesem Hintergrund ist Forschung und Entwicklung die Voraussetzung für die international anerkannte Ausbildung an der FH JOANNEUM, die auf einem permanenten Wissenstransfer zwischen Lehre und F&E beruht. Die Einbindung von Studierenden in Forschungsprojekte ist ein grundlegender Erfolgsfaktor dieser berufsfeldorientierten und zugleich wissenschaftlich fundierten Ausbildung. Die Forschungsstrategie der FH JOANNEUM steht unter drei Prämissen, die die gesellschaftliche Bedeutung der F&E-Aktivitäten untermauern: Sie fördert ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Konzepte. Sie ist auf den Nutzen für die Gesellschaft und auf den Lebensraum von Individuen und Gruppen fokussiert. Sie steht für ein Innovationsverständnis, das kreative Impulse mit Lösungs- und Marktorientierung verbindet. Multidisziplinäre Forschung als gesellschaftlicher Auftrag Die Fragen und Problemstellungen, denen die Gesellschaft und damit auch die Wissenschaft heute gegenüberstehen, verlangen

in ihrer Komplexität nach Ansätzen und Lösungen, die nur aus der bestmöglichen Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen entstehen können. Die FH JOAN­ NEUM versteht moderne Forschung daher als multidisziplinären Auftrag, an dem innerhalb der Vielfalt der Studiengänge, vor allem aber transdisziplinär innerhalb der vier Fachbereiche sowie auch zwischen den Fachbereichen, gearbeitet wird. Die Forschungsaktivitäten der FH JOAN­ NEUM umfassen im Sinne angewandter Forschung den Transfer von Ergebnissen der Grundlagenforschung bis hin zum Angebot von innovativen Dienstleistungen und Entwicklungen. Auf diese Weise sind sowohl ein enger Bezug zur Lehre als auch eine hohe Relevanz für die praktische Anwendung sichergestellt. Die FH JOANNEUM hat ihre F&E-Tätigkeiten in Forschungsschwerpunkten innerhalb der vier Fachbereiche „Internationale Wirtschaft“, „Information, Design und Technologien“, „Leben, Bauen, Umwelt“ und „Gesundheitswissenschaften“ gebündelt. Impulsgeber für die Steiermark mit internationaler Ausrichtung Als Universität für angewandte Wissenschaften sieht die FH JOANNEUM eine

Die F&E-Strategie der FH JOANNEUM verfolgt den Anspruch, neue Ansätze und Lösungen zu den Fragen und Problemstellungen der Gesellschaft zu entwickeln. Transdisziplinäre und hochschulübergreifende Zusammenarbeit sind dabei wesentliche Anforderungen. vorrangige Aufgabe darin, am Forschungsstandort Steiermark als Impulsgeber für Wirtschaft und Industrie zu wirken und die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu stärken. Klein- und Mittelunternehmen sind dabei besonders angesprochen, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die Innovationskraft und das Know-how der FH JOANNEUM zu nützen. Die FH JOANNEUM betreibt Forschung in europäischer Dimension und hat den Anspruch, sich in der internationalen Forschungslandschaft langfristig zu positionieren und ihre F&E-Kompetenz in länder­übergreifenden Netzwerk-Projekten einzubringen. Um die Steiermark insgesamt als internationalen Forschungsraum langfristig zu etablieren und zu stärken, ist die Zusammenarbeit zwischen den steirischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Wissenschaftsnetzwerken unerlässlich. Diese Zielvorgabe gilt es gemeinsam zu erreichen, weshalb die FH JOANNEUM zukunftsorientierte Kooperationsmodelle innerhalb des tertiären Bildungssektors und darüber hinaus aktiv forciert.


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FORSCHUNGSPROJEKTE AUS STUDIERENDENSICHT In einem Praxisprojekt an der Schnittstelle zur Forschung sind Studierende des Studiengangs „Journalismus und Public Relations (PR)“ aktiv: Gemeinsam mit Lehrenden bereiten sie die vielseitigen Forschungsaktivitäten der FH JOANNEUM speziell für die Kommunikation im Web auf. TEXT: CORNELIA SCHUSS

„Das schwierigste am Projekt war für uns zugleich auch am lehrreichsten: Komplizierte Sachverhalte möglichst einfach darzustellen.“

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ie breit gefächerten Forschungsprojekte der FH JOANNEUM sind für die Studierenden eine ideale Voraussetzung, um ihre Kompetenzen in der Wissenschaftskommunikation zu erweitern. Im Projekt Forschungskommunikation sind die Studierenden des Bachelor-Studiums „Journalismus und Public Relations (PR)“ dafür verantwortlich, F&E-Projekte der FH JOANNEUM multimedial und nach den Anforderungen des Webs aufzubereiten. Die Ergebnisse werden als „Projekt der Woche“ auf der F&E-Website der FH JOAN­ NEUM präsentiert. Welche Aspekte dabei berücksichtigt werden müssen, fasst Projektleiterin und Lehrende Gudrun Reimerth zusammen: „Die Dinge auf den Punkt zu bringen, ist die eine Sache. Forschende mitten im Forschungsprozess zu überzeugen, die Öffentlichkeit am Entstehen neuer Ideen teilhaben zu lassen, die andere. Im dritten Schritt die geeignete Darstellungsweise zu finden und zu befüllen, reicht in die Kernkompetenz angehender Journalistinnen und Journalisten – und das müssen auch PR-Leute können.“ Schwierig und lehrreich zugleich Im direkten Kontakt mit den Forscherinnen und Forschern der FH JOANNEUM erarbeiten die Studierenden die inhaltlichen

Grundlagen, danach gilt es, die richtigen Darstellungsformen zu wählen: von Video über Audio bis Bild und Text ist alles „erlaubt“. In Kleingruppen lernen die Studierenden, wie man Forschungstätigkeiten und Forschungsergebnisse professionell und zugleich gut verständlich für die Öffentlichkeit aufbereitet. Die Studierende Elisabeth Faustmann beschreibt die Herausforderung dabei so: „Das Schwierigste am Projekt war für uns zugleich auch am lehrreichsten: Komplizierte Sachverhalte möglichst einfach darzustellen.“ Aktuelle Forschungsprojekte Zu folgenden aktuellen Forschungsprojekten haben die Studierenden bereits multimediale Online-Features zusammengestellt: • Das EU-weite Netzwerk-Projekt „ENGAGE“ setzt sich für die qualifizierte Einbindung von lernunterstützenden Spielen im Schulunterricht ein. Gemeinsam mit Lehrenden entwickeln dabei „Informationsdesign“-Studierende Konzepte für pädagogisch besonders wertvolle Spiele. • Mit „Ökotopia“ hat der Fachbereich „Leben, Bauen, Umwelt“ ein interdisziplinäres Forschungsprojekt gestartet, das sich mit den energetischen, räum-

lichen und sozialen Ressourcen für ein nachhaltiges Stadtleben der Zukunft beschäftigt. • Im Projekt „Metabolomik“ untersucht ein Team am Studiengang „Biomedizinische Analytik“ Stoffwechselprodukte, sogenannte Metabolite, um in Zukunft Diagnosen erleichtern zu können. • Daran anknüpfend erarbeiteten Studierende des Master-Studiums „Informationsmanagement“ einen „Business Case“ zum Metabolomik-Labor des Studiengangs „Biomedizinische Analytik“. Darin entwickelten sie beispielsweise ein Geschäftsmodell, Corporate Identity sowie ein Wissensmanagementsystem. • Ein neues E-Book des Studiengangs „Management internationaler Geschäftsprozesse“ zeigt Ergebnisse und Erkenntnisse zum EU-Projekt CCLVET, das sich mit kulturellen Unterschieden im Lernen und Lehren in der Erwachsenenbildung beschäftigt. Die Online-Aufbereitung weiterer Forschungsthemen ist in Arbeit, die genannten sowie das aktuelle „Projekt der Woche“ finden Sie online unter www.fh-joanneum.at/fue.


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KLIMAWANDEL WIRKT SICH AUF STROMPRODUKTION AUS Welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Stromerzeugung in Österreich hat, erforschte der Studiengang „Energie-, Verkehrs- und Umwelt­ management“ der FH JOANNEUM Kapfenberg. TEXT: THOMAS WINKLER

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ie Elektrizitätsgewinnung in Österreich erfolgt großteils durch Wasserkraftwerke und thermische Kraftwerke. Gerade die Wasserkraftnutzung ist stark von der Niederschlagsmenge abhängig, die vom Klimawandel betroffen sein wird. Der Frage, wie der Klimawandel diesen Mix der Stromerzeugung verändert, ging der Studiengang „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg im Projekt „Kraftwerke im Klimawandel“ nach. Dieses wurde aus Mitteln des Klimaund Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Neue Energien 2020“ unter der Abwicklung der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) durchgeführt. Keine existenziellen Probleme für Stromerzeugung Das wichtigste Ergebnis der Studie: „Die Klimaeffekte werden die inländische Stromproduktion vor keine existenziellen Probleme stellen. Aber Einbußen bei Wasserkraftwerken werden zu einem Anstieg

der thermischen Stromerzeugung führen müssen“, so Projektleiter Matthias Theissing von der FH JOANNEUM Kapfenberg. „Alle Verbrauchsprognosen erwarten einen gesteigerten Strombedarf, daher ist eine Ausweitung der Kraftwerkskapazitäten erforderlich“, empfiehlt das Projektteam im Abschlussbericht.

gische Daten der Kraftwerke enthält. Nur so können die Wechselwirkungen in der österreichischen Stromproduktion modelliert werden. Das Projekt hat diese Lücke geschlossen. Neben der Erhebung aller notwendigen Daten entwickelte das Projektteam ein Simulationsmodell, um die künftige Entwicklung zu prognostizieren.

Das bedeutet aber nicht unbedingt erhöhten Kohlendioxidausstoß: Neueste Technologien mit höheren Wirkungsgraden wie Gas- und Dampfturbinenanlagen bieten sich für die Umrüstung bestehender thermischer Kraftwerksstandorte an. So ist beispielsweise eine Verdreifachung der Gesamtleistung bei einem kompletten Technologiewechsel von einem reinen Dampfkraftwerk zu einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk möglich. Und das, ohne den Kühlwasserbedarf zu steigern.

Projektleiter Matthias Theissing: „Mit den im Rahmen des Projekts erhobenen Daten und der Simulation steht erstmals ein In­s­ trumentarium zur Verfügung, um Auswirkungen des Klimawandels auf den hydrothermischen Kraftwerksverbund qualitativ und quantitativ darstellen zu können.“

Erstmals umfassende Darstellung Bisher fehlte eine einheitliche Datenbasis, die neben Klimafaktoren auch technolo-

Neben der Recherche von statistischen Daten führte das Projektteam des Studiengangs „Energie-, Verkehrs- und Umweltmanagement“ intensive Diskussionen mit Anlagenbetreibern und -lieferanten. „Wesentliche Aspekte des praktischen Anlagebetriebs konnten damit in die Untersuchung einfließen“, so Theissing.


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E-MOBILITY: THE NEXT GENERATION Die ersten Elektrofahrzeuge sind kaum auf den StraSSen, da haben die ElektronikerInnen und DesignerInnen der FH JOANNEUM schon wieder neue Ideen zur Verbesserung der E-Mobility-Technologien. TEXT: CAROLINE MEMPÖR

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twa 50 Prozent der Menschen leben in Städten – und ab dem Jahr 2030 wird der Lebensraum noch enger. Autos, wie wir sie heute kennen, werden unpraktisch und unrentabel sein. Mit den Anforderungen, die diese Entwicklung an die Auto­mobilbranche stellt, setzen sich Studierende der FH JOANNEUM schon jetzt auseinander: Sie entwickeln neue Konzepte für strombetriebene Fahrzeuge, die effizienter als bisherige Modelle arbeiten und auch dem Lebensgefühl der potenz­iellen Konsumentinnen und Konsumenten entsprechen. Stefanie Hödlmoser, Joris Zebinger und Ulf Kühnapfel studieren „Industrial Design“ und entwickelten das „Renault Taxi“ im Rahmen des Kooperationsprojekts „Lightweight and Emotion“ mit Magna Steyr. Inspiriert von der Renault-Formensprache entwarfen sie das elektrobetriebene Auto, das bis zu zwei Fahrgäste durch die Stadt manövriert. Auch das „KTM 360°“ nimmt die mögliche Zukunft vorweg: Das E-Bike

erlaubt mit der drehbaren Lenkgabel und dem aufklappbaren Sitz sowohl KTM„Tricks“ als auch bequeme Stadtfahrten. Effizienz und grüne Energie An der Effizienzsteigerung der Elektromotoren, die hinter solchen Konzepten wie dem E-Bike stehen, arbeiten Lehrende und Studierende der Kapfenberger Studiengänge „Elektronik & Technologiemanagement“ und „Advanced Electronic Engineering“. Auf dem Weg von der Steckdose zur Batterie und von dort zum Elektromotor geht nach wie vor zu viel Energie verloren. Mit kleineren und leichteren Bauteilen soll die Effizienz erhöht werden. Hubert Berger, Studiengangsleiter der beiden ElektronikStudiengänge, will auch verbesserte Steuerungssysteme erforschen: „Generell kann man davon ausgehen, dass Komplexität und Vernetzung zunehmen werden. Dadurch wird die Frage der Zuverlässigkeit eine zentrale Herausforderung.“

Im Rahmen von E3CAR, Europas größtem Forschungsprojekt für Elektrofahrzeuge, erforschen die Kapfenberger Elektronik­ erInnen den Einsatz von Solarpaneelen bei E-Fahrzeugen. Sie arbeiten an einer Möglichkeit, der Bordelektronik Solarenergie von Paneelen am Dach des Fahrzeugs zuzuführen, um die Energie der Batterie nur für den Antrieb verwenden zu können. Know-how aus der Forschung für die Lehre Rektor Karl P. Pfeiffer hebt nicht nur die zukunftsweisenden Konzepte, sondern auch die Zusammenarbeit verschiedener Studiengänge und den Einsatz von Studierenden in den Projekten hervor: „Forschung und Entwicklung ist an der FH JOANNEUM multidisziplinär ausgerichtet. Das Knowhow aus der Forschung wird in die Lehre eingebracht und dient unserer Universität für Angewandte Wissenschaften als Basis. Die Studierenden werden früh in Forschungsprojekte einbezogen und erleben so ein Studium, das berufsfeldbezogen und praxisorientiert ist.“


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ZUKUNFT(S) DESIGN Studierende von „Industrial Design“ haben auch 2010 wieder in Kooperation mit namhaften Firmen neue Konzepte entwickelt und entworfen.

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DESIGN STUDIEN 2 „Vielfalt“ war auch 2010 wieder der Begriff, der den Bogen über alle Diplomarbeiten der Industrial DesignerInnen spannte.

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UV wurden bisher im Straßenbild eher als schwer, unangenehm und sogar gefährlich empfunden. Die Studierenden im sechsten Semester von „Industrial Design“ wollen das ändern: In einer Kooperation mit BMW entwarfen sie das „Sports Utility Vehicle“ neu und machten es mit leichterem Design, mehr Sicherheit und alternativen Antriebstechnologien fit für die Zukunft. 1. BMW AIRE – Benjamin Baum, Doris Feurstein, Christopher Gutierrez Anstelle herkömmlicher Antriebstechnik wird AIRE mit komprimierter Luft angetrieben. Das SAV (Sustainable Air Vehicle) zeigt sich in einem impulsiven Design und weist den Weg in die Zukunft dieser Technologie. Leichtbau, Effizienz sowie Power und Dynamik sind die Elemente der BMW AIRE Produktsprache. 2. BMW modern performance concept – Melanie Becker, Hannes Ebner, Mathias Gradnig, Benjamin Toth Dieses Fahrzeug für mediterrane Länder erzeugt durch den Verzicht auf das Greenhouse einen unkonventionellen Charakter. Das Verschieben der Abdeckungspaneele ermöglicht die Wandlung von einem flachen geschlossenen Körper zum offenen Buggy. Die unikale Erscheinung unter­ streicht dabei den Lebensstil der Zielgruppe und lässt so die zukunftsorientierte Elektromobilität zu einem eleganten Statement werden. 3. BMW Thrive – Marcin Pabis, Timotheus Lazar, Thomas Hribar Die auf schwächere Verkehrsteilneh-

merInnen oft aggressiv wirkenden SUVs führten zum Design-Schwerpunkt „Schutz der FußgängerInnen“. Die Außenhülle des Thrive besteht deshalb aus mehreren Schichten, ähnlich einer Blume oder Blüte. Durch Zusammenziehen der Schichten wird die Aerodynamik verbessert (Autobahnmodus), im Stadtverkehr öffnen sie sich zu einer weicheren, offenen Struktur. Betreut wurden die Studierenden unter anderem von Gastprofessoren der BMW Group München.

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ielfalt war auch 2010 wieder der Begriff, der den Bogen über alle Diplomarbeiten der Industrial DesignerInnen spannte: Von der schwimmenden Saunainsel über den geländegängigen Rollstuhl bis zur umweltfreundlichen Magnetschwebebahn reicht die Palette an neuen innovativen Designkonzepten, die die Studierenden entwickelt haben.

nnovative Ideen für die Welt des Fahrrades waren von den Studierenden im vierten Semester von „Industrial Design“ gefordert. Die KTM Fahrrad GmbH unterstützte das Projekt und den Designprozess.

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6. Maglev – Ulf Kühnapfel Das hängende Magnetschwebebahn-­ System lässt BenutzerInnen über den dicht­ en, zeitraubenden Verkehr einer Megacity sanft zu ihrem Ziel gleiten – man schwebt auf einer transparenten Aussichtsplattform durch die Hochhausschluchten. In Kooperation mit Kiska.

4. First Responder Vehicle – Martin Hanl Ein Dreirad wurde speziell für die notfallmedizinische Versorgung bei Großveranstaltungen entwickelt und an deren besondere Gegebenheiten angepasst. Bei Menschenansammlungen zwängt es sich leicht durch die Massen, um Notfallpatientinnen und -patienten schnell zu stabilisieren bis weitere medizinische Hilfe eintrifft.

7. Wheelchair – Niklas Ytterström Wheelchair ist ein neues elektrisches Rollstuhl-Konzept mit flexiblem Rahmen. Die Radnabenmotoren und die aktive Federung ermöglichen eine automatische Geländeanpassung. BenutzerInnen können sich in verschiedene Stellungen bringen – von liegend bis stehend. In Kooperation mit Permobil.

5. KTM Sceleton – Florian Teubner Ein Hybrid aus Sitz- und Liegerad. Geschaffen um (auf dem Bauch liegend) Hochgeschwindigkeitsrennen auf abschüssigen Serpentinenstraßen zu bestreiten. Gleichzeitig ist es – auf den Kopf gestellt – langstreckentauglich und extrem aerodynamisch im Sitzen. Der KTM Sceleton hebt den Ausdruck „carving“ auf eine vollkommen neue emotionale Ebene.

8. ILE – Lukas Jungmann ILE ist eine schwimmende Sauna mit einem inselähnlichen Wasserzugang. Die Panoramascheibe im halb unter dem Wasser liegenden Saunaraum ermöglicht das Betrachten von Fischen genauso wie das Wahrnehmen der umgebenden Landschaft. Mit vielen innovativen Detaillösungen ist die inselförmige Sauna eine Bereicherung für jedes Hotel am See.


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MIT „GRÜNEN“ DROHNEN DEN ZIVILEN LUFTRAUM EROBERN Man kennt Drohnen aus militärischen Einsatzgebieten. Nun ist der Studiengang „Luftfahrt / Aviation“ mit den unbemannten Luftfahrzeugen auf dem Weg, den zivilen Luftraum in Österreich zu erobern – und zwar umweltschonend. TEXT: CORNELIA SCHUSS

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as mögliche Einsatzspektrum für zivile Drohnen ist gerade im Alpenland Österreich groß: Bei der Suche nach Lawinen-Verschütteten oder vermissten Bergsteigerinnen und Bergsteigern etwa stoßen Hubschrauber bei Nacht oder Nebel schnell an ihre Grenzen. GPS-unterstützte Drohnen hingegen, ausgerüstet mit Lawinensuchgeräten, Wärmebildkameras und optischer Ausrüstung, könnten problemlos ein definiertes Gebiet abfliegen und dabei lebensrettende Nachrichten senden. Bislang blieb diese Möglichkeit jedoch ungenützt. Pioniercharakter Der Studiengang „Luftfahrt / Aviation“ an der FH JOANNEUM entwickelt im langfristig angelegten Forschungsprojekt „Joan­ neum Xperimental Platform (jxp)“ Drohnen, die genau auf solche zivilen Zwecke abgestimmt sind: Durch Elektromotor, Solarzellen und Leichtbauweise sind sie besonders umweltfreundlich konzipiert, mit einem angepeilten Einstiegspreis in der Größenordnung eines Mittelklasse-PKW sollen sie auch für Hilfsorganisationen oder Unternehmen leistbar sein. „Das Projekt hat für den zivilen Luftraum in Österreich Pioniercharakter. Mit den ers­ ten flugfähigen Modell-Drohnen haben wir nun den ersten großen Meilenstein in der Entwicklung serienreifer ziviler Drohnen geschafft“, freut sich Studiengangsleiter Bruno Wiesler. Parallel wird bereits die erste Originaldrohne mit sieben Metern Spannweite konstruiert, in Kooperation mit dem Studiengang „Industrial Design“

wurde darüber hinaus eine funktionale und dynamische Formgebung für die Drohnen erarbeitet. Studierende als Motor der Entwicklung Die Entwicklung der Drohnen erfolgt in einem Projektteam aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der FH JOANNEUM, externen Partnern sowie mit Studierenden des Studiengangs „Luftfahrt / Aviation“. „Wir setzen bewusst auf eine langsamere und stufenweise Entwicklungsarbeit, da das Projekt in verschiedene Lehrveranstaltungen integriert ist. Unserem didaktischen Konzept gemäß sind unsere Studierenden von der anspruchsvollen Theorie im Hörsaal bis zur wissenschaftlichen Umsetzung an der Entwicklung der Drohnen beteiligt“, sagt Studiengangsleiter Wiesler. Die „ideale“ zivile Drohne Anforderungen an die „ideale“ zivil einsetzbare Drohne, wie sie dem Projektteam vorschwebt, gibt es zahlreiche: Sie soll leicht und umweltfreundlich sein, autonom steuerbar und mit verschiedenen Geräten flexibel ausrüstbar sein, und dabei möglichst lange und zugleich möglichst langsam fliegen können, um Luftbilder mit hohem Schärfegrad liefern zu können. „Mit den technischen Herausforderungen ist es aber noch nicht getan: Pioniergeist ist auch im Bereich der Luftfahrtzertifizierung sowie in rechtlichen Fragen erforderlich, denn die unbemannten Luftfahrzeuge werden sich in das bestehende Luftverkehrssystem einfügen müssen, ohne dieses zu verändern“, stellt Gerhard Lippitsch von der österreichischen Luftfahrtbehörde Austro Control

fest. Die dafür erforderlichen Maßnahmen in ihrer Komplexität zu erforschen und die Erkenntnisse danach in die Praxis umzusetzen, ist ohne Teamarbeit nicht erreichbar. Der „Rulemaking Process“ ist auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene voll im Gange. Dem muss im Zuge des Projekts Rechnung getragen werden, der Studiengang „Luftfahrt / Aviation“ arbeitet daher eng mit Austro Control zusammen. Einsatzgebiet von Suchaktionen bis Weinbau Es wird zwar noch mehrere Jahre dauern, bis die zivilen Drohnen in breiter Form praktisch anwendbar sind, das Spektrum potenzieller Einsatzgebiete ist jedoch jetzt schon groß. Neben der Suche nach vermissten Bergsteigerinnen und Bergsteigern oder Lawinen-Verschütteten könnte die „jxp“-Drohne auch zum Übertragen von Luftbildern bei kleineren Sportevents oder Open-Air-Festen zum Einsatz kommen, wo eine flächendeckende Überwachung durch Hubschrauber zu teuer wäre. „Wir möchten hier insbesondere auch mit Unternehmen und Organisationen, beispielsweise mit Hilfs- und Rettungsorganisationen, zusammenarbeiten, und die neuen Möglichkeiten ziviler Drohnen aufzeigen“, so Wiesler. Die „grünen“ Drohnen könnten außerdem auch zum Beobachten von Wildbewegungen eingesetzt werden, oder, etwas unorthodoxer, beispielsweise im Weinbau: Bunt bemalt könnten die Drohnen als eine Art „fliegende Vogelscheuche“ die Ernte schützen.


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NEUES E-BOOK FÜR EFFEKTIVES INTER­ KULTURELLES LERNEN UND LEHREN Das weltweit erste Projekt zu kulturellen Unter­ schieden im Lernen und Lehren in der Erwachsenenbildung wurde im Herbst 2010 erfolgreich beendet. Gemeinsam mit acht internationalen Projektpartnern veröffentlichte der Studiengang „Management internationaler Geschäftsprozesse“ nun ein E-Book mit Forschungsergebnissen, Lehrmaterialien und Tipps für TrainerInnen. TEXT: KATHRIN PODBRECNIK

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ohe Mobilität und starkes Interesse an Weiterbildung kennzeichnen die TeilnehmerInnen von Erwachsenenbildungskursen. Genauso unterschiedlich wie ihre Herkunft sind oft ihre verschiedenen Lehr- und Lernstile, die TrainerInnen vor neue Herausforderungen stellen. Hier setzt seit Oktober 2008 das EU-Projekt „Cross Cultural Learning and Teaching in Vocational Education and Training“ (CCLVET) an, das im Herbst 2010 erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Ziel des Projekts, das vom Programm „Leo­ nardo da Vinci“ der Europäischen Union gefördert wird, ist ein besseres Verständnis von kulturellen Unterschieden zu schaffen und die Integration von Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund in der Erwachsenenbildung zu fördern. Denn viele Kurse können ihr Potenzial noch erweitern, wenn die TrainerInnen unterschiedliche Arten des Lehrens und Lernens erkennen, die verschiedenen kulturabhängigen Zugänge zur Lernumgebung und zum Lernmaterial berücksichtigen und Synergien nützen. Europaweite Projektpartner Neben der FH JOANNEUM waren die teilnehmenden Bildungsinstitutionen: bit cz training, s.r.o. (Tschechische Republik), Confederacion de empresarios de Aragon (Spanien), CRM CONSULTING CO (Türkei), Dida Network Srl. (Italien), European Cen-

ter for Quality LTD. (Bulgarien), Fachhochschule Gelsenkirchen (Deutschland), Kadis HR edu­cational engineering, d.o.o. (Slowenien) und die Slovak University of Agriculture in Nitra (Slowakei). Ergebnisse & Tipps Unter der Koordination des Studiengangs „Management internationaler Geschäftsprozesse“ der FH JOANNEUM entwickelten die Projektpartner nun ein kostenloses EBook, das neben detaillierten Projektbeschreibungen und Forschungsergebnissen auch Lehrmaterialen und Tipps für TrainerInnen bietet. Hier können sich Interessierte über Grundbegriffe wie Kultur und interkulturelle Kompetenz informieren, weitere wissenschaftliche Studien zum Thema kennenlernen oder mehr über das Aneignen von interkultureller Kompetenz erfahren. Auch die wichtigsten Ergebnisse des Projekts werden hier detailliert beschrieben. So wurde etwa die Nützlichkeit der vermittelten Information als ein Hauptpunkt im Lehren und Ausbilden definiert. Die Projektpartner empfehlen Trainerinnen und Trainern darüber hinaus, die Curricula ihrer Kurse – soweit möglich – immer mit dem praktischen Leben zu verbinden, in punkto Kursgestaltung Feedback aus der Wirtschaft einzuholen und stets die Ziel­ orientiertheit des Lernprozesses im Auge zu behalten.

Didaktischer Leitfaden Derart vorbereitet können LeserInnen des E-Books in den weiteren Kapiteln ihre eigene Einschätzung von Situationen im interkulturellen Bereich mit dem „Kulturassimilator“ überprüfen. Ein didaktischer Leitfaden für die Umsetzung der Forschungsergebnisse in der Lehr- und Lernpraxis sowie Lehrmaterialen, die zum Download bereit stehen, runden das Angebot ab. Ganz dem internationalen Charakter des Projekts entsprechend ist das EBook in neun Sprachen erhältlich. Rupert Beinhauer, Lehrender am Studiengang „Management internationaler Geschäftsprozesse“ der FH JOANNEUM und Projektkoordinator: „Unser Erfolg im Umgang mit der interkulturellen Dimension der Bildung wird entscheidend dafür sein, ob wir dazu in der Lage sind, die Probleme von morgen zu lösen. Jede effektive interkulturelle Gestaltung des Lernens sollte verschiedene kulturspezifische Zugänge integrieren und potenzielle Synergien mit einbeziehen. Daher ist das allgemeine Ziel des Projekts CCLVET, durch Reflexion der kulturellen Unterschiede und Ähnlichkeiten Bewusstsein und tieferen Einblick für Lehrende und Lernende zu schaffen.“

Webtipp: http://cclvet.firma.co.at/ (Projektinformationen & E-Book)


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FH JOANNEUM / OFFLINE

„Dieses Projekt setzt einen ersten Schritt für eine autonome Beobachtung der Schneeprofile, auch in potenziell instabilen Hängen und ohne Risiko für die BeobachterINNEN UND BEOBACHTER.“

FH JOANNEUM Kapfenberg entwickelt automatischen Schneedeckensensor für Lawinenvorhersage Dem Ziel der gefahrlosen Erstellung von Lawinenlageberichten widmet sich ein Projekt des SLF Davos, der Universität Heidelberg/AWI und der ElektronikerINNEN UND ELEKTRONIKER der FH JOANNEUM Kapfenberg. TEXT: THOMAS WINKLER

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m Lawinenlageberichte erstellen zu können, benötigt man sogenannte Schneeprofile, die Auskunft über den Schneedeckenaufbau geben. Dafür werden Grabungen von Schneeschächten vorgenommen, was die BeobachterInnen oftmals einem erhöhten Lawinenrisiko aussetzt. Bei instabilen Schneedecken können diese Arbeiten daher nur selten vorgenommen werden.

„Wir wollen mit diesem Projekt die Anwendung von ferngesteuerten, aufwärts schauenden Radarsystemen entwickeln, mit deren Hilfe man zerstörungsfrei und gefahrlos die lokalen physikalischen Eigenschaften der Schneedecke charakterisieren und abbilden kann“, so FH-Professor Robert Okorn vom Studiengang „Elektronik & Technologiemanagemt“ der FH JOAN­ NEUM Kapfenberg.

Dem Ziel einer automatischen Beobachtung des Schneedeckenaufbaus widmet sich ein Projekt, an dem Expertinnen und Experten des WSL Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF), der Universität Heidelberg/Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung und des Studiengangs „Elektronik & Technologiemanagement“ der FH JOANNEUM Kapfenberg beteiligt sind. Das Forschungsvorhaben wird für die kommenden drei Jahre von der deutschen Forschungsgemeinschaft DFG, dem Schweizer Nationalfonds SNF und dem österreichischen Wissenschaftsfonds FWF im Rahmen des Programmes ­D-A-CH gefördert.

Das Radar befindet sich am Weissfluhjoch in Davos im Geländeboden unterhalb der Schneedecke und wird mit zunehmender Schneehöhe begraben. Da Schwachschichten in der Schneedecke oftmals unterschiedliche Strukturen oder physikalische Eigenschaften als ihre Umgebung besitzen, werden ausgesandte, in der Schneedecke aufwärtslaufende Wellen teilweise reflektiert. Die Analyse der reflektierten Wellen, die durch das Radar empfangen werden, erlaubt eine physikalische Charakterisierung der Schneedecke. Die tägliche Wiederholung solcher Messungen ermöglicht die zerstörungsfreie Beobachtung der Entwicklung des Schneedecken-Aufbaus

quasi in Echtzeit, um die Lawinengefahr abschätzen zu können. Okorn: „Dieses Projekt setzt einen ersten Schritt für eine autonome Beobachtung der Schneeprofile, auch in potenziell instabilen Hängen und ohne Risiko für die BeobachterInnen.“ Zum Einsatz kommt auch ein Radargerät, das Robert Okorn zusammen mit ElektronikStudierenden als Prototyp entwickelt hat. Elektronik-Schwerpunkt „Communications“ Mit derartigen Projektarbeiten beschäftigt sich der Studiengang „Elektronik & Technologiemanagement“ im Schwerpunkt­ bereich „Communications“. Nachrichtentechnik, Schaltungsentwicklung und digitale Signalverarbeitung sind einige der Kompetenzen, die Studierende erwerben. Die Kapfenberger ElektronikerInnen verfügen in diesem Bereich über umfassende Erfahrungen. So basieren erfolgreiche Produkte wie das Lawinenverschüttetensuchgerät „Pieps DSP“ auf den Entwicklungen des Studiengangs „Elektronik & Technologiemanagement“ der FH JOANNEUM Kapfen­berg.


PROJEKTE / 25

FH JOANNEUM / OFFLINE

Eine Offensive zur Professionalisierung der Unternehmenskommunikation im Netz startet das „Web Literacy Lab“ Graz an der FH JOAN­ NEUM.

WEB LITERACY LAB GRAZ UNTERSTÜTZT UNTERNEHMEN BEI DER ONLINEKOMMUNIKATION Unternehmen und Organisationen, die online mit Kunden, Partnern und MitarbeiterInnen kommunizieren, müssen die Regeln des neuen Mediums Web beherrschen. Das „Web Literacy Lab” Graz erforscht nun, welches Wissen über das Web Unternehmen brauchen, wie es sich vermitteln lässt und wie Firmen die neuen Kommunikationsmittel am besten in ihre Organisation integrieren. TEXT: CORNELIA SCHUSS

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oziale Medien wie Wikis, Weblogs, Facebook, Twitter und Co. gehören in vielen Unternehmen bereits zum Standard-Repertoire der internen und externen Kommunikation. Noch mehr Organisationen überlegen sich, wie sie soziale Medien in Zukunft einsetzen können. Websites als wichtigste Informationsquelle über Unternehmen werden trotzdem oft nicht ausreichend gepflegt. Vor diesem Hintergrund startet das „Web Literacy Lab (WLL)“ eine Offensive zur Professionalisierung der Unternehmenskommunikation im Netz. Angesiedelt am Studiengang „Journalismus und Public Relations (PR)“ der FH JOAN­NEUM erforscht ein interdisziplinäres Team rund um Projektleiter Heinz Wittenbrink seit einigen Monaten, welche webbezogenen Medienkompetenzen („Web ­Literacy“) Organisationen und Unternehmen in Zukunft brauchen und wie sie am besten entwickelt werden können. Kulturtechnik der Informationsgesellschaft Das Forschungsteam ist überzeugt, dass das Internet in den kommenden Jahren zum

wichtigsten Medium interner und externer Kommunikation werden wird. „Diese Entwicklung stellt die bisherigen linearen Kommunikationsabläufe in Frage und verlangt neue Kompetenzen – das reicht von der Fähigkeit, Texte und Medien für das Web zu produzieren bis hin zur glaubwürdigen Krisenkommunikation im Dialog mit Stakeholdern“, sagt Wittenbrink, der selbst Social Media und Onlinekommunikation am Studiengang „Journalismus und Public Relations (PR)“ lehrt. „Es sind weniger die technischen als vielmehr die kommunikativen Fähigkeiten, die darüber entscheiden, ob eine Organisation zeitgemäß im Web agiert. Mit dem WLL ist es uns möglich, genau diese notwendigen Kompetenzen zu erforschen und Unternehmen das entsprechende Wissen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Studiengangsleiter Heinz M. Fischer. Medienkompetenzen Das „Web Literacy Lab“ erforscht vor allem, welche Medienkompetenzen nötig sind, damit Menschen, Organisationen und Unternehmen erfolgreich online kommunizieren können. Darauf aufbauend will es mit Beratung, Weiterbildung und

Studien die regionale Wirtschaft darin unterstützen, bestmöglich von den globalen Entwicklungen der Webkommunikation zu profitieren. Neben der Frage nach den Fähigkeiten, die Web Literacy ausmachen, beschäftigt sich das Forschungsteam daher auch mit der betriebswirtschaftlichen Bewertung von Social Media und mit der Frage nach der bestmöglichen Vermittlung von Web Literacy in Unternehmen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit Das WLL wird am Studiengang „Journalismus und Public Relations (PR)“ koordiniert und mit Studiengängen aus dem Fachbereich „Internationale Wirtschaft“ sowie mit dem Forschungsinstitut „ZML – Innovative Lernszenarien“ der FH JOANNEUM aufgebaut. Eine geplante enge Kooperation mit der in Gleisdorf ansässigen Media­nova Business GmbH soll die Vernetzung mit regionalen KMU unterstützen. Das „Web ­Literacy Lab“ wird von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit rund 380.000 Euro im Rahmen der COIN-Programmlinie Aufbau gefördert. Im Oktober 2010 war der offizielle Start des auf drei Jahre angelegten Projekts.


26 / EVENTS

FH JOANNEUM / OFFLINE

GEFAHREN UND CHANCEN VON FACEBOOK & CO Nutzen und Risiken von sozialen Netzwerken im Internet standen im Mittelpunkt eines Themenabends der IT-Studiengänge der FH JOANNEUM Kapfenberg. TEXT: THOMAS WINKLER

„Mit über 400 Millionen MITGLIEDERN wäre Facebook das drittgröSSte Land der Erde.“

Urheberrechtlich sind soziale Netzwerke ebenso bedenklich. So hält Facebook die Lizenz an allem, was User zur Verfügung stellen. Pasrucker plädierte dafür, vorsichtig mit den eigenen Daten umzugehen und auf Empfehlungen von Datenschutzorganisationen zu achten. Mit dem Kabarettisten Michael Niavarani meinte der Jurist: „Facebook ist Stasi auf freiwilliger Basis.“

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eitungen berichten vermehrt darüber, dass soziale Netzwerke wie Facebook sensible Daten ihrer NutzerInnen sammeln, um sie gezielt für Werbezwecke zu verwerten. Aufgrund der vielen Diskussionen und Unsicherheiten stand das Thema im Mittelpunkt eines Vortrags- und Diskussionsabends der IT-Studiengänge der FH JOANNEUM Kapfenberg. „Viele Eltern, LehrerInnen, aber auch Jugendliche äußern immer öfter Sorgen über diese Entwicklung“, erläuterte Studiengangsleiterin Sonja Gögele das Motiv der Veranstaltung, bei welcher MitarbeiterInnen und Studierende die sozialen Netzwerke aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. „Mit über 400 Millionen Mitgliedern wäre

Facebook das drittgrößte Land der Erde“, ging FH-Professor Franz Niederl auf die Dimensionen und das rasante Wachstum derartiger Netzwerke ein. Über zwei Millionen ÖsterreicherInnen, großteils 13- bis 30-Jährige, tauschen sich auf Facebook aus. „Stasi auf freiwilliger Basis?“ „AnwenderInnen von sozialen Netzwerken geben freiwillig jene persönliche Details bekannt, die das österreichische Datenschutzgesetz prinzipiell schützen will“, erläuterte Christoph Pasrucker die rechtlichen Hintergründe. So könnten Unternehmen nachvollziehen, welche politische oder religiöse Einstellung BewerberInnen haben und wie oft sie krank sind. Auch wenn das persönliche Facebook-Konto gelöscht werde, bestehe die Gefahr, dass diese Daten im Netz erhalten bleiben.

„Durchschnittlich 130 Freunde“ Auf die inflationäre Zunahme von „Freunden“, die man über soziale Netzwerke trifft, ging Anton Prettenhofer ein: „Durchschnittliche EuropäerInnen haben im realen Leben null bis zwei beste und fünf enge Freunde, durchschnittliche Facebook-User haben 130 Freunde.“ Studien haben jedoch gezeigt, dass Internet-Netzwerke keinen Einfluss auf starke „echte“ Beziehungen ausüben und „schwache“ Freundschaften sogar intensiver wahrgenommen werden können. Probleme ergeben sich, „wenn im Netz die Schranken fallen und Identitäten vorgetäuscht werden“. Prettenhofers Empfehlungen: „Selektieren Sie Ihre Freunde, treffen Sie sich nicht mit unbekannten ‚Freunden’. Und chatten Sie nicht, wenn Sie im Krankenstand sind.“ Dass das Internet ein selbstverständlich genutztes Medium für „Digital Natives“ darstellt, demonstrierten die Internettechnik-Studierenden Astrid Wiesenhofer und Martin Bönsch. Studiengangsleiterin Sonja Gögele kündigte weitere Veranstaltungen über sensible Themen im Umgang mit dem Internet an.


BUCHTIPP / 27

FH JOANNEUM / OFFLINE

DIE KONSTRUKTION DER MORALISCHEN WELT Das Herausgeberwerk „Reading Bernard Williams“ beschäftigt sich mit dem 2003 verstorbenen britischen Philosophen und gibt Einblicke in die ethischen Fragen, mit denen sich Williams auseinandergesetzt hat. TEXT: PETER WILHELMER

BUCH TIPP

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elten beginnt eine Arbeit, die sich mit dem 2003 verstorbenen britischen Philosophen Bernard Williams beschäftigt, anders als mit dem Hinweis, dass es sich hier um einen der bedeutendsten (Moral-)Philosophen des 20. Jahrhunderts handle. Der Herausgeber des gegenständlichen Bandes macht diesbezüglich keine Ausnahme. Neben den obligatorischen Ehrenbezeugungen finden wir jedoch eine Reihe von äußerst anregenden (und kritischen) Beiträgen, die in Summe auf so gut wie alle ethischen Fragen, die Williams zeitlebens beschäftigt haben, eingehen. Im Unterschied zur natürlichen Welt sei die Welt der Moral nicht nur „einfach da“. Letztere sei nur verständlich als Ergebnis menschlicher Aktivitäten, die sich in einem speziellen geschichtlichen, kulturellen und sozialen Kontext abspielten. Deshalb sei es auch verfehlt, der Welt der Werte und Normen mit einer „absoluten Konzeption“ zu begegnen, um damit möglichst unabhängig von den speziellen menschlichen Gegebenheiten objektives Wissen anzustreben. Die absolute Konzeption, das Ideal

Daniel Callcut (Ed.): Reading Bernard Williams, London / New York: Routledge 2009, 292 S.

der Naturwissenschaften, ziele auf eine Beschreibung ab, die für alle, selbst für völlig fremde Wesen, nachvollziehbar sei. Wenn wir im Unterschied dazu moralische Werte und Normen verstehen wollen, seien wir jedoch auf die Darstellung konkreter Kontexte angewiesen. Williams’ moralischer Relativismus, der mitunter auch in einen Skeptizismus mündet, bedeutet jedoch nicht, dass ethische Diskussionen ohne Relevanz wären. Ganz im Gegenteil: Weil Normen, Werte und praktische Fragen für unser Leben so wichtig seien, dürften wir hier nicht falschen Idealen nachlaufen; alle Versuche einer „Fundierung“ oder „Letztbegründung“ von ethischen Normen, einer objektiven, universellen und insofern „unpersönlichen“ Konzeption moralischen Handelns gingen just an den Eigenheiten, die moralische Probleme häufig so brisant machen, vorbei. Das bedeutet Williams zufolge aber nicht, dass wir überhaupt kein moralisches Wissen erwerben könnten. Durch sorgfältige Begriffswahl könnten wir das Material für die Konstruktion der moralischen Welt

Williams´ moralischer Relativismus bedeutet jedoch nicht, dass ethische Diskussionen ohne Relevanz wären. Ganz im Gegenteil.

selbst herstellen. Im Unterschied zu inhaltsarmen Begriffen wie „gut“, „richtig“ oder „gerecht“ vereinten reichhaltigere Begriffe wie etwa „grausam“, „feige“ oder „großzügig“ gleichzeitig beschreibende und wertende Elemente in sich. Diese Grundbausteine der Wertewelt vermittelten ein lokal durchaus verlässliches moralisches Wissen und stellten somit ein innerhalb einer bestimmten Gesellschaft geteiltes Verständnis von Werten zur Verfügung. Interkulturell sei dieses Wissen jedoch nur bedingt vermittelbar und insofern weder kontextunabhängig noch letztbegründet.


28 / AUSZEICHNUNGEN

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AUS

ZEICHNUNGEN

Red dot Award Die drei Studierenden Christoph Almasy, Franz Xaver Daublesky und Isabella Thaller des Studiengangs „Informationsdesign“ erhielten für ihre Kommunikationskampagne zum Designmonat Graz 2009 den international anerkannten „red dot design award“. Die Design-Kampagne folgte der Strategie, durch den Einsatz klarer grafischer Elemente und starker Farben aus dem grauen Alltag auszubrechen. Konkret waren es bunte Dreiecke, die in der Zeit des Designmonats mit ihrer charakteristischen visuellen Sprache den öffentlichen Raum in Graz eroberten. Mit einem „red dot junior award“ wurde zudem Angelika Kaltenbrunner, Absolventin von „Media and Interaction Design“, ausgezeichnet – und zwar für das dreidimensionale Plakatkonzept „2D 3D Typographie“.


AUSZEICHNUNGEN / 29

FH JOANNEUM / OFFLINE

AUSGEZEICHNET

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Fulbright-Stipendium Als eine von europaweit 15 StipendiatInnen wird Ingrid Gehrke, Leiterin der Abteilung „Internationale Beziehungen“ der FH JOANNEUM, am 30. März 2011 ein viermonatiges Fulbright-Schuman Stipendium antreten. Gehrke wird das Stipendium als Research Scholar an der University of Minnesota im Office of International Programs absolvieren. 1. Kreativ-Wettbewerb In einem Kreativ-Wettbewerb schrieb die Gin-Marke „Bombay Sapphire“ die Gestaltung ihrer Messe- und Ausstellungsflächen aus. Mit ihrem Konzept durchsetzen konnte sich dabei das Duo „Shu-architecture“, bestehend aus Nikola Petkovic und Lile Sijakovic, die Studierende des Master-Studiums „Ausstellungs- und Museumsdesign“ ist. 2. Studienabschluss-Preise Vier Absolventinnen und Absolventen der FH JOANNEUM erhielten am 21. September 2010 die Studienabschluss­ preise des Bundes Sozialdemokratischer AkademikerInnen (BSA). Den Franz Voves-Innovationspreis erhielten Daniela Große-Eschedor, Studiengang „Soziale Arbeit“, und Hannes Kumpusch, Studiengang „Health Care Engineering“. Der Christoph Klauser-Kunstpreis ging an ­Kerstin Rajnar, Studiengang „Media and Interaction Design“. Mit dem Hertha Firnberg-Wissenschaftspreis wurden Larissa Schuhmeyer und Nicole Walzl-Seidl ausgezeichnet; Schuhmeyer schloss 2006 das Studium „Soziale Arbeit“ ab und 2010 ihr Doktoratsstudium an der KarlFranzens-Universität Graz. 3. UNESCO-Auszeichnung Mit dem Dekadenprojekt durch die österreichische UNESCO-Kommission wurde am 26. November 2010 das Projekt „Nachhaltige Tourismusentwicklung“ des Studiengangs „Gesundheitsmanagement im Tourismus“ ausgezeichnet. Das Projekt läuft seit 2007 und soll ein Denken der Ressourcenschonung bei den Studierenden verankern – gemeinsam mit regionalen Partnern wie Gemeinden oder Schulen lernen sie, soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit direkt umzusetzen. 4. Abschlussarbeiten Beim Wissenschaftspreis 2010 des Public Relations Verband Austria (PRVA) ging der 1. Platz in der Kategorie „Diplomarbeit FH“ an Katharina Stierschneider, Absolventin des Studiengangs „Journalismus und Unternehmenskommunikation“. Maria Stradner, Absolventin desselben Studiengangs, wurde ebenfalls für ihre Diplomarbeit ausgezeichnet, und zwar mit dem Wissenschaftspreis der Arbeiterkammer Steiermark 2010.

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5. Exterior Design Award Elisabeth Soos, Absolventin des Studiengangs „Industrial Design“, gewann im Sommer 2010 beim Formula Student Bewerb für den von ihr entworfenen Boliden „Tankia 2010“ den „Exterior Design Award – powered by Porsche Design Studio“. 6. Würdigungspreis Roswitha Wiedenhofer, Forschungskoordinatorin der FH JOANNEUM, erhielt am 26. November 2010 den Würdigungspreis des Wissenschaftsministeriums. Sie bekam den Preis für ihr 2009 mit Auszeichnung abgeschlossenes Doktoratsstudium an den Technischen Universitäten Wien und Graz. Im Juni 2010 hatte Wiedenhofer ihre Promotion sub auspiciis präsidentis rei publicae gefeiert.

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7. Young Star Award Mit dem „Young Star Award“ wurde Katharina Gruber, Absolventin des Studiengangs „Soziale Arbeit“, ausgezeichnet. Sie bekam den steirischen PR-Nachwuchspreis für das Kommunikationsprojekt „Denk-Zettel“, mit dem FalschparkerInnen auf Behindertenparkplätzen zum Nachdenken angeregt werden sollen.


30 / BLITZLICHTER

FH JOANNEUM / OFFLINE

Festschrift p Der Soziologe Manfred Prisching feierte im Dezember 2010 seinen 60. Geburtstag und wurde mit dem Großen Ehrenzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet. Im Rahmen der Verleihung wurde auch die Festschrift „Mensch – Gruppe – Gesellschaft. Von bunten Wiesen und deren Gärtnerinnen bzw. Gärtnern“ präsentiert. Von 1993 bis 1997 war Prisching Mitglied des Fachhochschulrates und von 1997 bis 2001 Geschäftsführer der FH JOANNEUM.

KinderUni s Worauf es ankommt, wenn Menschen aus unterschiedlichen Ländern miteinander arbeiten, reden oder lernen, war Thema der KinderUni-Ringvorlesung am 21. Jänner 2011 im Audimax der FH JOANNEUM. Die jungen BesucherInnen ließen sich dabei von Doris Kiendl-Wendner und ihrem Team vom Studiengang „Management internationaler Geschäftsprozesse“ von den kulturellen Besonderheiten auf der ganzen Welt begeistern.

Studieren ohne Matura i Die FH JOANNEUM gratuliert den Absolventinnen und Absolventen des zweiten Jahrgangs des Studienbefähigungslehrgangs. Der nächste Lehrgang startet im Herbst 2011 an der FH JOANNEUM in Kapfenberg und erstmals auch in Graz. Der Abschluss des kostenlosen Lehrgangs ermöglicht allen, die bereits eine facheinschlägige Lehre oder berufsbildende mittlere Schule absolviert haben, ein technisches oder wirtschaftswissenschaftliches Stud­i­­um an der FH JOANNEUM. Ende der Bewerbungsfrist: 16. August 2011, Informationen unter: www.fh-joanneum.at/sbl.

Video-Offensive In kurzweiligen Animationen zeigt das neue Image-Video der FH JOANNEUM die ganze Bandbreite der vier Fachbereiche. Es wurde von „Informationsdesign“-Studierenden unter der Leitung von Orhan Kipcak gestaltet. Ebenfalls neu ist das ImageVideo des Studiengangs „Biomedizinische Analytik“, das, nah am Geschehen im Labor, an die US-Serie „CSI: Den Tätern auf der Spur“ erinnert. Gestaltet wurde das Video vom DesignerInnen-Kollektiv „ZWUPP!“, zu dem ebenfalls Studierende und Absolventen von „Informationsdesign“ zählen. Beide Videos sind auf dem YouTube-Channel der FH JOANNEUM zu sehen.

Trainingseinheiten p Unterstützung für die zweite Mannschaft des Grazer Football-Teams „Giants“ gab es in den Wintermonaten vom Studiengang „Physiotherapie“. In einem freiwilligen Projekt begleiteten Studierende die Sportler in den Trainingseinheiten mit physiotherapeutischen Übungen zu Verletzungsprophylaxe, verbesserter Koordination und erhöhter Ausdauerfähigkeit. Die Idee zur Zusammenarbeit hatten „Physiotherapie“Absolventin Helene Rathofer und „Giants“Trainer Alex Fetz.


BLITZLICHTER / 31

FH JOANNEUM / OFFLINE

40 0910

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Wie Studierende von „Informationsdesign“ ihr kreatives Potenzial ein- und umsetzen, zeigt die Publikation „40 0910“ – in ihr präsentieren 40 Absolventinnen und Absolventen des Studienjahres 2009/10 ihre Abschlussarbeiten. Präsentiert wurde das Buch am 6. Oktober 2010, zukünftig soll es jährlich eine Publikation mit den besten Bachelor- und Master-Arbeiten geben.

Alpbach-Stipendium f Das Forum Alpbach versammelt auch heuer wieder interessante Gäste aus aller Welt in Tirol. Für Studierende gibt es die Möglichkeit, sich für ein umfassendes Stipendium beim „Club Alpach Steiermark“ zu bewerben, um selbst im August 2011 mit Vertreter­innen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft oder Kunst diskutieren zu können. Bewerbungsende ist der 15. April, nähere Informationen gibt es unter www.clubalpbachsteiermark.at/iggraz.

Mathematik-Warm-up Ein einzigartiges Angebot machte die FH JOANNEUM erstmals ihren Studienanfängerinnen und -anfängern zum Studienstart 2010/2011: Mit dem „Mathematik-Warmup“ konnten Studierende vor dem ersten Semester den AHS- und BHS-Mathematikstoff festigen und so bestens gewappnet in technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge starten. Über 300 Studierende nahmen dieses Angebot in Anspruch.

E-Learning-Tag p Der E-Learning-Tag 2010 der FH JOAN­ NEUM am 20. September stand unter dem Motto „Mensch und Maschine – zwischen Widerspruch und Ergänzung“ und wurde bereits zum neunten Mal vom Forschungsinstitut „ZML – Innovative Lernszenarien“ veranstaltet. Rund 70 TeilnehmerInnen, 17 Referate sowie 2 spannende Workshops sorgten für angeregte Diskussionen rund um die virtuelle Welt.

Kochkünste i Werner Gruber, Kochexperte und Teil des Wissenschaftskabaretts „Science Busters“, gastierte anlässlich der Aktion „Österreich liest“ in der Bibliothek der FH JOANNEUM Kapfenberg. Mit physikalischen und chemischen Koch-Tricks unterhielt er die zahlreichen BesucherInnen und zeigte zum Beispiel, wie man die schnellste Eierspeise der Welt zubereitet.

FUNtech Die Initiative „FUNtech – Technik zum Angreifen“ startete die FH JOANNEUM von 14. bis 17. Februar 2011 bereits zum sechsten Mal. Über 150 SchülerInnen konnten in Workshops wie „Die eigene Videotelefonieanlage bauen“ erleben, dass Technik großen Spaß machen kann. Gefördert wird die Initiative vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung.

DESIGN IMPULSE i Den Auftakt zu 15 Jahre „Industrial Design“ machten im Februar 2011 die Ausstellung DESIGN IMPULSE im Grazer Kunsthaus sowie die gleichnamige Buch-Neuerscheinung. Mit über 130 Objekten zeigen beide Spitzendesign von Studierenden sowie Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs.


32 / TERMINE

FH JOANNEUM / OFFLINE

Österreichische Post AG Info.Mail Entgelt bezahlt FH JOANNEUM Gesellschaft mbH, Alte Poststraße 149, A-8020 Graz

TOP TERMINE Teacher´s Day 2011 11. März 2011, 09:00 – 12:45 Uhr Foyer, EG, Neubau, FH JOANNEUM Kapfenberg, Werk-VI-Straße 46, 8605 Kapfenberg OPEN HOUSE @ FH JOANNEUM Kapfenberg: 11. März 2011, 9:00 – 17:00 Uhr Bad Gleichenberg: 12. März 2011, 9:00 – 15:00 Uhr Graz: 19. März 2011, 9:00 – 15:00 Uhr www.fh-joanneum.at Recruiting Day in Kooperation mit „Der Standard“ 15. März 2011, 8:00 – 15:00 Uhr Audimax, FH JOANNEUM Graz, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz Online Kurs: E-Learning und Gender 21. März 2011 bis 10. April 2011 Virtueller Raum: E-Learning Plattform der FH JOANNEUM

Leistungsorientierte Kostenfinanzierung im österreichischen Gesundheitssystem – und wir sind nicht dabei! Vortrag mit FH-Rektor Karl Peter Pfeiffer 04. April 2011, 18:00 – 19:30 Uhr FH JOANNEUM Graz, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz Grazer Linuxtage 2011 09. April 2011, 09:00 – 18:30 Uhr Foyer, FH JOANNEUM Graz, Alte Poststraße 149, 8020 Graz Masterstudien Lounge 12. April 2011, 16:00 – 19:00 Uhr Space04 Kunsthaus Graz Innovationen und technische Highlights in der Formel 1 Vortrag im Rahmen der Reihe: „Innovationen in der Fahrzeugtechnik“ 13. April 2011, 18:00 Uhr Hörsaal 15, Erdgeschoß, FH JOANNEUM Graz, Alte Poststraße 147, 8020 Graz

4. Messe für das Auslandsstudium 24. März 2011, 12:00 – 15:00 Uhr Audimax, FH JOANNEUM Graz, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz

Info-Abende an der FH JOANNEUM Kapfenberg 17:00 – 19:00 Uhr 14. April 2011 19. Mai 2011 16. Juni 2011 FH JOANNEUM Kapfenberg, Werk-VI-Straße 46, 8605 Kapfenberg

Enterprise2.0 Camp Graz 25. März 2011, 13:00 – 18:00 Uhr Raum 29, FH JOANNEUM Graz, Alte Poststraße 152, 8020 Graz

ROLLOUT des jr11 06. Mai 2011, 19:00 Uhr Audimax, FH JOANNEUM Graz, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz

10 Jahre FH JOANNEUM Bad Gleichenberg 20. Mai 2011 FH JOANNEUM Bad Gleichenberg Kaiser-Franz-Josef-Straße 24, 8344 Bad Gleichenberg LUFTFAHRT11 27. Mai 2011 bis 28. Mai 2011, 09:00 – 17:00 Uhr FH JOANNEUM Graz, Eggenberger Allee 11, 8020 Graz Crazy Car – der Wettbewerb der superschlauen Fahrzeuge 17. Juni 2011, 09:00 Uhr Audimax, FH JOANNEUM Kapfenberg, Werk-VI-Straße 46, 8605 Kapfenberg Kids Day – Aktionstag für SchülerInnen 17. Juni 2011 FH JOANNEUM Kapfenberg, Werk-VI-Straße 46, 8605 Kapfenberg


FH JOANNEUM OFFLINE 09 / Frühling 2011  

Das Printmedium der Fachhochschule JOANNEUM berichtet über Menschen, Projekte und Ereignisse aller Einrichtungen. Ziel ist es, InteressentIn...

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