Gemeindegruss 5_84

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Bund Freier Evangelischer Gemeinden in der Schweiz

Gemelmfe^rw//

Zeitschrift des Bundes Freier Evangelischer Gemeinden in der Schweiz für Gemeinde und Familie.

AUS DEM INHALT

Gottes Wort: Steine gesucht

Zum Thema: Nehemia

Biblische Lehre: Ein jeglicher sehe zu, wie er darauf baue

Schriftleitung: Wilhelm Schweyer, Churerstrasse 95, 8808 Pfäffikon SZ, Telefon 055 48 29 76. Redaktionsschluss: 6 Wochen vor Erscheinen. Administration und Versand: Buchhandlung der Freien Evangelischen Gemeinden, Zeughaus gasse 35/37, 3000 Bern 7, Telefon 031 22 04 21. Abonnement jährlich Fr. 16.- (für Ein zelbezüger zusätzlich Fr. 2.50 für Versand); Postcheck 30-15603506 Grosshöchstetten.

ZUM TITELBILD

Druck: Jakob AG,

Wie Gott seine Gemeinde baut: Wallisellen

Doppelseite: Zeit zu bauen

Bund und Gemeinden: Berichte, Termine Familiennachrichten

Ehe etwas gebaut werden kann, muss manchmal zuvor etwas abgebaut werden. Das Titelbild zeigt den Abbau der Titus kirche, die nach längerer Lagerungszeit in Wallisellen als Gotteshaus der Freien Evangelischen Gemeinde wieder aufge baut wurde. Wie es dazu kam, lesen Sie im Beitrag «Wie Gott seine Gemeinde baut:

Wallisellen». Was mir dieses Bild sagt: Ein Hausgerippe ist noch kein Haus und ein Kreuz darauf macht daraus noch keine Gemeinde. Konstruktionen sind notwendig - wichtig ist, dass diese im Bau des Lebens und im Bau der Gemeinde mit Leben gefüllt sind. WS

Bundesvorsitzender: Albert Klotz, Kornstrasse 1,9470 Buchs, Tel. 085 6 19 96.

But>dessekretariat: Arnold Klingelhöfer, Hünigenstrasse, 3510 Niederhünigen Tel. 031 99 27 37.

Jugendsekretariat: Martin Voegeiin, Hünigenstrasse, 3510 Niederhünigen, Tel. 031 9918 38.

Postcheck-Konten: Bundeskasse 30-6865, In landmission 30-7957, Jugendarbeit 50-4156, Katastrophenhilfe 30-9682, Gemeindegruss siehe oben.

Was ist der Bund Freier Evangelischer Gemeinden?

Der Bund umfasst selbständige, zur Zusam menarbeit willige Freie Evangelische Gemein den. Voraussetzung zur Gemeindezugehörigkeit ist der persönliche Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes, als Erlöser und Flerrn, und ein Leben unter seiner Herrschaft. Dabei ist die Bibei uneingeschränkte Autorität für Glauben, Lehre und Leben. Die Freien Evangelischen Ge meinden wollen Gemeinden nach dem Vorbild des neuen Testamentes sein und sind als sol che unabhängig von Staat und Kirchen. Sie ver stehen sich jedoch als Teil der weltweiten Ge meinschaft all derer, die im lebendigen Glauben an Jesus Christus stehen. Im Bund verwirklicht sich eine Lebens- und Dienstgemeinschaft durch Zusammenfassung geistlicher, personel ler und wirtschaftlicher Kräfte, zur Förderung geistlichen Lebens, missionarischer Tätigkeit und zur Erfüllung diakonischer Aufgaben.

Lieber Leser,

im Bund Freier Evangelischer Gemeinden der Schweiz wird fest gebaut. Nicht nur neue Kapellen hin und her im ganzen Land (die sind auch wichtig), aber auch die geistliche Aufbauarbeit geht voran. Im Idealfall wäre es so, dass jeder, der diese Zeilen liest, irgendwomit am Aufbau der Arbeit Gottes beteiligt ist. Für Euch alle haben wir in diesem Heft wichtige Gedanken zum Thema «Bauen» zusammengetragen.

Die Schrift spricht ja von zweierlei: Dass wir Bauleute und Baumaterial (Steine) zugleich sind. Beide Aspekte sind wichtig und ergänzen einander. Lasst Euch neu die Hände stärken zu der Arbeit, an der Ihr steht! Ob die Aufgabe gross oder klein ist, ob Du Sonntagsschule, Hauskreis oder Jungschar aufbaust, in der Inland- oder Auslandmission stehst: Entschei dend ist nicht die Grösse der Arbeit, sondern die Treue und Beharrlichkeit.

Mit den besten Wünschen für neue Kraft von dem, der Fundament und oberster Bauherr zugleich ist.

Wort

Steine gesucht

«Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, lasst euch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Chri1. Petrus 5, 4 und 5 stus.»

Lebendige Steineein widersprüchliches Bild

Beim Lesen dieser Verse wandern meine Gedanken nach Jerusalem zu der Klage mauer. Dort stehen sie noch, die letzten Steine des alten Tempels. Steine, behauen und aufgeschichtet von Menschenhand, aber auch niedergerissen von Menschen hand. Steine - Zeugen davon, dass hier einmal Leben war. Aber lebendig sind diese Steine nicht, im Gegenteil. Steine können kein Leben bringen. Ist der Stein nicht gerade ein Symbol für Starrheit und Un beweglichkeit, für Härte und Leblosigkeit? Lebendigkeit und Stein - ein eher wider sprüchliches Bild.

Aber gerade dieses Bild weist uns darauf hin, dass das Haus, von dem im obigen Vers die Rede ist, der Neubau Gottes, so etwas ganz anderes ist als ein menschliches Bauwerk. Gott baut keinen steinernen Tempel, keine Kirche und keine Kapelle, Gott baut ein geistliches Haus. Er baut, er ist der Bauherr und der Hausherr, er legt den Grund: Den lebendigen Stein, Jesus Christus. «Darum, so spricht der Herr, ich

gründe einen Stein in Zion, einen bewähr ten Stein, einen kostbaren Eckstein, aufs festeste gegründet» (Jes. 26,16).

Es ist ein lebendiger Stein, ein Stein, aus dem Leben hervorquillt. In Joh. 5, 21 heisst es: «Denn wie der Vater die Toten auf erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, welche er will.» Leben, lebendig machen, ewiges Leben, dies bezieht sich nicht nur auf die Auferste hung, sondern hat mit unserer Gegenwart zu tun. Da, wo ein Mensch auf diesen lebendigen Stein baut, wird das göttliche Leben wirksam, durch den Heiligen Geist. «Der Geist ist es, der lebendig macht.» Schon das Alte Testament sprach von diesem Geist; denn das in Stein gehauene Gesetz konnte wegen der Übermacht der Sünde keinen Menschen zum Leben füh ren: «Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben» (Hes. 36, 26).

Lebendige, vom Heiligen Geist erfüllte Herzen, das sind die Bausteine für Gottes Neubau. Petrus tritt nun mit der Aufforde rung an uns:

Lasst euch selbst als lebendige Steine aufbauen

Es gehört zum Wesen von Bausteinen, dass man mit ihnen ein Haus baut. Es ist nicht der einzelne Stein, der das Haus ausmacht, sondern deren Gesamtheit. Ein Stein in der Mauer wird von den andern getragen und trägt auch selbst andere.

Nur wer sich als Christ miteinbauen lässt in der Gemeinde, wer also auch mitträgt, wird seiner Berufung gerecht. Sicher, jeder von uns soll von der Gemeinschaft getragen werden, aber sind wir auch bereit mitzu tragen? Mitzutragen im Gebet, im Geben von Zeit und Geld, im Tragen von Verant wortung? Ein Bau ist unmöglich, wenn Steine nur getragen werden wollen. Viel leicht stellen Sie sich einmal die Frage: Wo

gegeben hat, lasst euch einbauen, um Gott zu dienen: trage ich in der Gemeinde eigentlich mit?

Drückt Sie der Auftrag, den Jesus der Gemeinde gegeben hat, oder drücken Sie sich davor? Bausteine sind gesucht, damit das Werk vollendet wird. «Lasst euch aufbauen als ein geistliches Haus.»

Und vergessen wir nie, Gott baut nur ein Haus. Sowie es im alten Bund nur einen Tempel gibt, gibt es im neuen Bund auch nur einen geistlichen Tempel, ein geist liches Haus.

Jeder Christ, der auf den lebendigen Stein Jesus Christus baut, gehört zu diesem Haus, auch wenn wir manche Steine lieber ausbrechen würden. Leider herrscht unter uns Christen eine rege Bautätigkeit im Erstellen von geistlichen Spezialhäuschen, gut isoliert gegen Brüder und Schwestern

Als ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen

«Ich ermahne euch nun Brüder..., eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heili ges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist» (Römer 12,1). Gott baut sein Haus, ein geistliches Haus, eigentlich unsichtbar, und trotzdem nimmt es Gestalt an in der Welt.

Nicht in erster Linie in Gebäuden, sondern vielmehr in der tätigen Liebe, in der Hingabe der Gläubigen an die Sache Jesu und an den Nächsten.

Die Gemeinde ist Haus Gottes und Priester zugleich. Im Haus Gottes wird Priester dienst ausgeübt, im Haus Gottes wird Gott gelobt. «Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen, das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Das Wohltun und Mitteilen aber vergesst nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen» (Hebr. 13,15-16).

Da wo Menschen sich aufmachen, den Namen Jesus zu bekennen, im Namen Jesu Opfer der Liebe zu bringen, wird das Haus Gottes gebaut. Es sind geistliche Opfer, gewirkt durch den Heiligen Geist.

Jetzt ist die Zeit zu bauen, der Tag des Herrn ist nah. Dann wird der Glaube sehen, was noch kein Auge sah. Jetzt ist die Zeit zu bauen, weil Gott sein Reich jetzt baut und dessen Arbeit segnet, der ihm, dem Herrn, vertraut. anderer Gemeinden. Aber wenn man sich so stark abdichtet gegen aussen, geht auch nichts hinaus: Wo wir es an der Liebe mangeln lassen gegenüber Brüdern und Schwestern, nur weil sie zu einer anderen Gemeinde gehören, nur weil sie gewisse Fragen anders gewichten als wir, dann sündigen wir. Ein Haus heisst nicht Einheit aller Denominationen (es sind ja nur zeit liche Einrichtungen), ein Haus heisst Ge meinschaft all derer, die auf den leben digen Stein bauen. Lasst euch einbauen in diese Gemeinschaft. Lasst euch einbauen in den Auftrag, den Jesus der Gemeinde (Johannes Jourdan)

Zum fhema

Gott bautdurch dich

Gottes Bauanleitung

So fängts an: mit Leiden

Die Last reifen lassen!

Habe ich Vollmacht?

Prinzipien für gesundes Bauen: Nehemia

überall in der Welt können und sollen Menschen heute irgendwo am grossen Bau Gottes mitbauen - in den verschiedensten kleinen oder grossen Bauabschnitten. Möchtest du eine Jugendgruppe oder einen Hausbibelkreis aufbauen? Liegt dir Kinderarbeit am Herzen oder die Aussenmission ? Gott bestätigt es immer wieder, wenn Menschen, erfüllt von seinem Geist, eine Not sehen und sie anpacken. Bei Nehemia finden wir mit die klarsten Prinzipien, wie man erfolgreich eine Gott wohlgefällige Arbeit aufbauen kann. Hier in etwa die einzelnen Schritte (tieferes Durcharbeiten empfohlen!):

1. Motivation: Neh. 1,1-2, 8

Die ganze Sache beginnt damit, dass ein Mann darunter zu leiden beginnt, was alle anderen gleichgültig lässt: Der Ist-Zustand des Volkes Gottes, verglichen mit dem Soll-Zustand nach Gottes Plan (1, 3). Einer lässt sich berufen, zu bauen - aber es beginnt damit, und starkem Gebet dass er trauert, weint, fastet und betet über den Ruinen (1, 4-11). Wie jedes vollmächtige Gebet ist Nehemias Beten demütig und freimütig zugleich: Er stellt sich voll unter die Sünde seines Volkes, erinnert Gott aber mit starken Worten an seine Verheissungen! Nachdem er im Gebet Entschlossenheit erlangt hat (1,11), beginnt er nicht sofort mit der Arbeit, sondern trägt diese Last volle vier Monate mit sich herum. Gott ergreift die Initiative (hier: durch den König; 2, 2) - das ist der Startschuss. Er weiss, was er zu tun hat, geht aber nicht ohne Vollmacht an die Arbeit (2, 7-1-8). Durch einen Menschen mit Vollmacht kann Gott mehr tun als durch Tausende, die in eigener Kraft arbeiten!

2. An die Arbeit!

Feindschaft schon zu Anfang

Schon ganz zu Anfang bekommt Nehemia das Echtheitszeichen jeder geistlichen Bau-Arbeit zu spüren: Feindschaft. Es gibt immer sofort Leute, denen es nicht gefällt, wenn jemand «das Wohl des Volkes Gottes sucht» (2,10). Der unerbittliche Feind Gottes versteckt sich mit Vorliebe hinter «Fleisch und Blut». Nicht besprechen mit Fleisch und Blut nicht sofort mit allen möglichen Leuten, sondern macht mit einigen Wenigen eine gründliche Bestandesaufnahme. Er lässt sich Zeit für eine genaue Analyse der Situation (2,11-16). Erst nachdem er Die ersten Schritte Nehemias sind sehr wichtig: Er bespricht sich

Analyse

Führer gewinnen

Sie lassen sich anstecken!

die Lage genau kennt, geht er daran, einen grösseren Kreis von Menschen zu motivieren. Es gilt, Führer zu gewinnen und ihnen eine einheitliche Schau zu vermitteln. «Zusammenarbeit vermehrt den Nutzeffekt in erstaunlichem Masse. Wenn zwei Menschen in vollkommener Übereinstimmung zusammen arbeiten, erreichen sie das Fünffache von dem, was getrennt möglich wäre» (S.D. Gordon). Nehemia lässt die Führer an seinem eigenen Erleben mit Gott teilhaben - mit dem Ergebnis, dass sie, die sich an den desolaten Zustand Jerusalems längst gewöhnt hatten, angezündet und zum Aufbau motiviert werden! (Sie hätten ja auch sagen können: Was will dieser Fremdling hier kommen und uns belehren!)

3. Erfolgreiches Bauen (Kap. 3 und 4)

Nach dieser ausführlichen Vorbereitungsphase schafften sie den Mauerbau in 52 Tagen, eine erstaunlich kurze Zeit! Erfolgreiche Arbeit im Reich Gottes wird sich immer wieder nach diesen Prinzipien vollziehen, die wir in Kap. 3 studieren können:

Einheit und Zusammenarbeit

Gut organisiert ist halb geschafft

a) Zusammenarbeit: «Eine einige Gemeinde ist uneinnehmbar. Aber sobald die Zusammenarbeit aufgegeben wird, schwindet die Vollmacht» (S.D. Gordon). Am Bau des Reiches Gottes gibt es keinen Platz für christliche Einzelgänger, Besserwisser, Kritisierer und Individualisten (so ein Beispiel haben wir in V. 5!) «Neben ihm baute ...»- jeder mit seiner Fähigkeit. Sogar die Goldschmiede und Salbenmischer (V. 8) sagten nicht «aber unsere Hände sind zu zart, wir taugen nicht für die Arbeit»!

b) Platzanweisung: Jeder wusste, wo er hingehört. Die Aufgabe war klar Umrissen, und keiner kam dem andern ins Gehege. Ein interessantes Detail ist, dass viele «bei ihrem Hause» bauten. Ist nicht unsere engste Umgebung, sind nicht unsere natürlichen Kontakte unser erstes Arbeitsfeld ?

c) Wachsamkeit: Im Eifer des Bauens wurden sie nicht achtlos:

Nicht übermütig werden - Feind ruht Wie in jeder geistlichen Arbeit gab es einen kritischen Punkt nicht! (4, 7-11). Die Arbeiter sind überlastet und werden schwach, und die Gegner setzen zum Generalangriff an (oft kommt alles zu sammen!). Nehemia verliert weder Mut, Nerven noch Glauben und lehrt das Volk arbeiten und kampfbereit sein zugleich: Jeder arbeitet in seiner vollen Waffenrüstung. Gerade in Zeiten des geistlichen Aufbaus ist es lebenswichtig, dass wir auf geistlichen Kampf vorbereitet, Gottes ganze Waffenrüstung anhaben. Es wäre leichter, ohne sie zu arbeiten - aber lebensgefährlich.

Der Feind liebt es, den Aufbau eine ganze Zeit blühen zu lassen, aber nur, um in einem sorglos-unbewachten Augenblick um so heftiger zuzuschlagen.

Dieser Widerstand - der ein Zeichen jeden geistlichen Aufbruchs ist - soll uns zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal gesondert beschäftigen. Das Buch Nehemia entlarvt auch die verschiedenen Taktiken des Feindes, die es zu kennen gilt!

Ora et labora

Gottes Versprechen: Vorausgreifend hier der Blick auf den Abschluss: «Die Mauer ward Das Werk soll geschafft werden fertig.» Ein wichtiger Abschluss. Die Mauer war Schutz und Zierde Jerusalems, das Zeichen der Kraft und der Trennung von der Welt. Sie musste zuerst gebaut werden - der Kampf und die Arbeit gingen nachher weiter, aber die Mauer war das Wichtigste.

Für eine ausführliche und sehr lohnende Beschäftigung mit den Prinzipien geistlicher Aufbauarbeit empfehle ich das Buch «Sieghafter Dienst» von Alan Redpath aus der TELOS-Reihe «Das erweckliche Wort». Reinhold Scharnowski

Biblische Lehre

Bauherr und Baumeister

Ein weiser Baumeister

Ein jeglicher sehe zu, wie er darauf baue

1. Korinther 3,10-15

1. Der Apostel Paulus nennt sich nicht «Bauherr», sondern nur «ein Baumeister» für seine Spezialaufgabe (10). Als Bauherr für «Gottes Bau» ist allein Christus zuständig, der erklärt hat: «Ich will bauen meine Gemeinde» (Mt. 16,18). Paulus ist mit andern zusammen sein «Mitarbeiter» (9). «Nicht dass wir Herren wären über euren Glauben, sondern wir sind Gehilfen eurer Freude; denn ihr stehet im Glauben», unter dem Herrn (2. Kor. 1, 24).

Bei den ersten Christen galt noch: «EINER ist euer Meister (ist der Herr); ihr aber seid alle Brüder» (Mt. 23, 8). Sie glaubten der göttlichen Weisheit: «Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen» (Ps. 127,1).

2. Die Spezialaufgabe eines Apostels war das Grundlegen von Gemeinden Gottes. «Ein anderer baut darauf» (10). Die Apostel waren die eigentlichen «Fundamentalisten Paulus nennt sich «einen weisen Baumeister», war also Meister im Grundlegen durch das Erkennen des göttlichen Willens (vgl. die Ausführungen in 1. Kor. 1). Es ist Gottes Absicht: «Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständi gen will ich verwerfen» (1,19). Vor Gott soll sich kein Fleisch ».

Vor Gott soll sich kein Fleisch rühmen rühmen (1, 29).

Paulus erachtete alles, was ihm einst als Gewinn erschien (Herkunft und Erziehung, die angelernte Religion, seine theologische Schul weisheit, usf.) für Schaden, ja verwirft es als Kot, «auf dass ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde» (Phil. 3, 7-9).

Entscheidend: Bauen auf dem einen Grund

3. Die Gemeinde Gottes ist nicht einfach ein Verein religiös oder sozial Interessierter (von Fachleuten informiert und instruiert). Sie ist die Gemeinschaft derer, die mit dem lebendigen Herrn «im Geist

Mitläufer verfälschen

Aus bodenlosem Sumpf zu

und in der Wahrheit» (Joh. 4, 23) verbunden sind, die Gemeinschaft der auf dem EINEN Grund im Glauben Festgegründeten.

Alle andern (die Mitläufer, die Nur-Religiösen, u. ä.) verfälschen und schwächen diese Gemeinschaft und ihre Zeugniskraft. Dadurch wird dem Bauherrn der Aufbau seiner Gemeinde erschwert und oft verunmöglicht. Gebaut wird nicht durch menschlichen Betrieb und andere Tricks, sondern durch die Verherrlichung Christi im Leben derer, die auf dem EINEN Grund, den Gott gelegt hat, gegründet sind.

4. Wie der Herr aus dem bodenlosen Sumpf der Welt Verlorene errettet und zu lebendigen Bausteinen in seine Gemeinde einbaut, lebendigen Steinen wird im Psalm 40 wie folgt bezeugt: «Ich harrte des Herrn, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien. Er zog mich aus der grausigen Grube, aus lauter Schmutz und Schlamm, und stellte meine Füsse auf einen Fels, dass ich sicher treten kann; er hat mir ein neues Lied in meinen Mund gelegt, zu loben unsern Gott.»

Jeder Gerettete weiss durch das Zeugnis des Geistes (Römer 8,16), dass er gerettet ist. Jeder auf dem Heilsfelsen Stehende, der Gott lobt (verherrlicht), darf es ebenso wissen, dass er «erweckt» ist und aufbauendes «erweckliches Leben» in sich hat.

Rechtes Weiterbauen

Es wird offenbar werden

5. «Ein jeglicher sehe zu, wie er darauf baue» (10). Flüchtig gelesen scheint Paulus hier die Festgegründeten zum Bauen zu ermahnen. Sein Anliegen ist jedoch das rechte Weiterbauen nur unter dem Bauherrn. Offensichtlich liegt uns das Drauflosbauen ohne den obersten Bauherrn. Das gehört noch zu unserer natürlichen Rebellennatur und ihrer überheblichen Selbsteinschätzung, die nicht «gestorben» ist.

6. «Eines jeglichen Werk soll offenbar werden; der Tag wird’s klar machen» (13). Am Tag des wiederkommenden Richters wird sichtbar, welche Werke vergänglich und welche unvergänglich, ewig göttlich sind.

Beim Schreiben seiner Belehrung mag sich Paulus an das letzte Kapitel des Alten Testaments erinnert haben. In Mal. 3, 2-3 wird gefragt: «Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer eines Schmelzers und wie die Lauge der Wäscher. Er wird sitzen und schmelzen und das Silber reinigen, er wird die Söhne Levi reinigen und läutern wie Gold und Silber.»

Das Material muss stimmen

7. Entscheidend ist das «Werkmaterial». Es darf im Feuer des Gerichts nicht verbrennen. Es gibt bleibendes, unbrennbares und vergängliches, brennbares, je nachdem es geistlich oder fleischlich gewirkt ist.

«Gold, Silber, edle Steine» (kunstvoll bearbeitet, «geheiligt») waren das Baumaterial für den Tempel. Es «verherrlichte» Gott, symbolisierte seinen göttlichen Lichtglanz. So ist es auch ein Bild dafür, was am neuen Tempel (die Gemeinde, 16-17) Gott «verherr licht», sein Lichtglanz ist.

Viel köstlicher Die Bibel zeigt, dass dieses Edelmaterial geringer ist als das geistliche. Sie sagt:«... auf dass euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden werde, als das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewährt wird, zu Lob, Preis und Ehre» (1. Petr. 1, 7).

«Wisset, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem eitlen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes» (1. Petr. 1,18-19). Siehe auch Ps. 119, 72.127; Spr. 3,14; 8,10.19; u. a.

Hüttenbaumaterial 8. «Holz, Heu, Stroh» ist leichtes Hüttenbaumaterial ohne Bestänhat keinen Bestand digkeit, also nicht tauglich für das Haus des Ewigen, sondern nur der Zeitlichen. Daraus wurden wohl schon damals im Theater eine Scheinwelt vorgetäuscht (durch Kulissen), vor der ein Scheinleben geschauspielert wurde.

Die härtesten «Wehe»-Rufe des Königs der Wahrheit (Joh. 18, 37) sind an die frommen «Heuchler» (wörtlich «Schauspieler») gerichtet (vgl. Mt. 23). Sie spielten den Menschen eine Schein-Frömmigkeit vor. Das ist Brennmaterial! Der Richter mit Augen wie Feucrflammen (Offb. 1,14) wird zu den frommen «Herr-Herr-Sägern» sprechen: «Ich habe euch nie gekannt; weichet von mir, ihr Übeltäter!» (Mt. 7, 21-23.)

Lohn empfangen

9. «Wird jemandes Werk bleiben ..., so wird er Lohn empfangen» (14, vgl. 8b). Was ist das für ein Lohn? Ist es ein unterschiedlicher Lohn je nach dem Wert der (goldenen bis stoppeligen) Werke? Kennt die Bibel ein solches «Preisgericht» Gottes?

Der Herr selbst sprach von «Lohn beim Vater im Himmel», der das Verborgene vergelten wird (Mt. 6, If.). Er meint damit die Gabe des Endheils. Er kennt aber keinen Erwerb des Himmels durch gute Taten und auch keinen Verdienstanspruch: «Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze (- entbehrliche) Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren» (Luk. 17,10).

zum Dienen

Lohn ist kein Motiv Gott selber ist unser «sehr grosser Lohn» (1. Mose 15,1): Als ein aus Gnaden (ohne Werke!) Geretteter ist das Mit-Gott-(ewig)-zusammen-Sein der alles überragende Lohn. Er belohnt aus freier Güte. Mt. 20,1-15 zeigt, dass seine Güte wichtiger ist als unser grosses und kleines Wirken. Er vergilt auch die kleinste Handlung der Liebe (Mt. 10, 42). Das Schielen auf den Lohn als Motiv für den Dienst ist dem Begnadeten unbekannt. Die Jünger fragten einst: «Was wird uns dafür?» (Mt. 19, 27.) Der Herr antwortete: «Ihr werdet sitzen auf Thronen.» Auch die Seinen werden von ihm «zu Königen und Priestern gemacht vor Gott» (Offb. 1, 6). Throne sind keine Belohnung (das ist menschlich gedacht), sondern grössere Dienste: «Wer gross sein will unter euch, der sei euer Diener» (vgl. Mt. 20, 25-28). Der grösste Gott bezeugt (1. Mose 15,1): «Ich bin dein sehr grosser Lohn.»

Gott ist unser Lohn

Samuel Limbach

ÜV:

Ein empfindlicher Hausmeister bringt den Stein ins Rollen

Nach siebenjähriger Predigertätigkeit in Rüti zog der Evangelist Wilhelm Fischer 1909 nach Wallisellen, um sich ganz der Evangelisationsarbeit zu widmen. Wenn er nicht auf Reisen war, hielt er in seiner Stube Versammlungen ab. Diese Ver sammlungen waren der Grund dafür, dass der Hausbesitzer dem eifrigen Evangelisten die Wohnung kündigte. Nach kurzem Suchen durfte Wilhelm Fischer an der Rosenbergstrasse Land finden und dort ein Dreifamilienhaus mit Saalanbau erstellen. So konnten sich die Gläubigen ungestört versammeln hoch über dem Dorf und unweit der neu erbau ten reformierten Kirche. Um auch die Kinder zu erreichen, wurde eine Sonntags schule begonnen, der bald etwa 50 Kinder angehörten.

Eine Gemeinde beginnt Verantwortung zu tragen

Die Versammlung aber blieb eher klein, weil der Evangelist meist auf Reisen war. 1940 wagten sein Sohn Paul Fischer und dessen Freund Emil Stilli einen neuen Anfang. Verschiedene Prediger wurden eingeladen, so auch E. Roth und Pfr. L. Vogel. Dies und auch die Unsicherheit während des Krieges bewirkten, dass immer mehr Menschen den heimeligen Saal mit dem gemütlichen Holzofen auf suchten, um sich von Gottes Wort stärken

Wie Gott seine Gemeinde baut: Wallisellen

zu lassen. So kam es, dass die leitenden Brüder mitten im Krieg vor dem Problem standen, dass ihr Saal zu klein geworden war. Diese Arbeit sollte nun nicht mehr einer einzigen Familie zugemutet werden. Die ganze Gemeinde wollte mittragen.

Darum wurde 1943 eine Freie Evange lische Gemeinde gegründet. Am 17. Okto ber fand die Gründungsversammlung statt, die den ersten Brüderrat wählte, und «damit die Gemeinde sich gegebenenfalls ein eigenes Heim schaffen ... kann», das gesetzlich geforderte Minimum an Statu ten beschloss.

Schon drei Wochen später meldeten die Brüder des Vorstandes, Paul Fischer (Prä sident), Emil Stilli (Aktuar), Gottlieb Schweizer (Kassier), Jakob Näf und Kurt Schweizer die neue Gemeinde zur Auf nahme in den Bund FEG an. Mutig und unter viel Gebet wurde im Vertrauen auf unsern Herrn der Saal auf mehr als die doppelte Fläche vergrössert. Eine besondere Gebetserhörung verdient es, speziell aufgezeichnet zu werden: We gen der damals herrschenden Arbeitslosig keit zahlte das Eidgenössische Militärde partement eine Bausubvention! Am 12. März 1944 durfte der erweiterte Saal dankbar eingeweiht werden.

In diesem Jahr wurde auch der Arbeitskreis Rüti - Fällanden - Wallisellen gegründet. Ein Prediger betreute alle drei Gemeinden, was organisatorisch und kräftemässig eine Fortsetzung auf Seite 14

Jetzt ist die Zeit zu bauen.

Der Tag des Herrn ist nah. Dann wird der Glaube sehen was noch kein Auge sah.

Jetzt ist die Zeit zu bauen, weU Gott sein Reich jetzt baut und dessen Arbeit segnet, der ihm, dem Herrn, vertraut.

Gott hat grosse Wunder getan. Wir sind nun nicht mehr Knechte, die ihr l^ben nutzlos vertun im Dienste fremder Mächte.

Gott hat grosse Wunder getan. Kein Mensch kann sie erfassen. Darum ßrchten wir uns auch nicht vor denen, die uns hassen.

Gott hat grosse Wunder getan. Er wird die Wunden heilen, wenn wir alles, was er uns schenkt, mit andern liebend teilen.

Gott hat grosse Wunder getan. Noch Grösseres soll geschehen.

Er wird bis ans Ende der Zeit und ewig mit uns gehen.

Jetzt ist die Zeit zu bauen. Der Tag des Herrn ist nah. Dann wird der Glaube sehen, was noch keine Auge sah.

Jetzt ist die Zeit zu bauen, weil Gott sein Reich jetzt baut und dessen Arbeit segnet, der ihm, dem Herrn, vertraut.

Fortsetzung von Seite 11 beträchtliche Leistung bedeutete, beson ders an Sonntagen. Dann mussten die Gottesdienste in den Gemeinden zu ver schiedenen Zeiten angesetzt werden, und der Prediger reiste von einem Gottesdienst zum andern. (Die Strecke WallisellenRüti misst etwa 30 km.) Hans Feurer war der erste Prediger, der diese Arbeit über nahm (1945-1953).

Auch Junge sind gerufen

Seit 1954 trafen sich die Jungen in einer Jugendgruppe, zuerst unter Leitung des jungen Predigers Jakob Winzeier (1954-1961), der seine guten Beziehungen zur Fackelträger-Missionsgemeinschaft in England spielen Hess. Oftmals fuhr er mit einer Gruppe junger Menschen nach Capernwray, wo in einem alten Schloss evangelistische Jugendlager stattfanden. Mancher Walliseller traf hier die Entschei dung für ein Leben mit Jesus. Nach einer Kinderevangelisation begann 1956 die Kinderstunde für die Kleinen und vier Jahre später die Bibelgruppe für die Grösseren. Im Gitarrenchor hatten die Kinder dann Gelegenheit, in Gottesdien sten, Evangelisationen und bei Kranken Freude zu bereiten und Trost zu spenden.

Der Saal wird jünger

Fast 20 Jahre nach der Vergrösserung des Saales wurde eine Renovation nötig. Auf sehr geschickte Art erhielt er 1963 ein moderneres Gesicht verpasst. Zum Erstau nen der Handwerker legte auch der dama lige Prediger Karl Rechner (1961-1970) eifrig Hand an, was den einen und den andern bewegte, doch einmal zu hören, was ein solcher Pfarrer von der Kanzel herunter zu sagen habe.

Die Mitglieder wollen mittragen

Ausser den Vorstandsmitgliedern bestand die Gemeinde aus mehr oder weniger verbindlich mitarbeitenden Zuhörern. Viele waren mit vollem Herzen dabei, andere kamen einfach unter anderem

auch hie und da in die Gottesdienste oder Bibelstunden der Freien Gemeinde. Der Wunsch, sich ganz verbindlich zur Gemein de zu stellen und als Mitglied mittragen zu können, wurde immer lauter, weshalb neue Statuten erarbeitet wurden. Diese wurden am 25. Mai 1976 von der Gemein deversammlung angenommen. Von nun an konnten sich Gläubige, die sich aktiv an der Gemeinde beteiligen wollten, als Mit glied aufnehmen lassen. Die Rechte und Pflichten wurden klarer umschrieben, was für die folgende Zeit wichtig werden sollte. Noch im gleichen Jahr wurde das ehema lige Kino zum Kauf angeboten. So hätten sich die wieder nötige Erweiterung des Versammlungsraumes, ein Foyer und ver schiedene Nebenräume verwirklichen las sen. Auch eine Predigerwohnung war vor gesehen. Alles sehr wichtige Anliegen, denn inzwischen waren verschiedene jun ge Familien zur Gemeinde gestossen, de ren Kinder in Hort und Sonntagsschule betreut werden wollten. Auch die Zusam mengehörigkeit äusserte sich in neuen Formen. Gemeindewochenenden auswärts (Wildberg), Kaffee oder gemeinsames Mit tagessen nach dem Gottesdienst hätten weitere Räumlichkeiten zumindest wün schenswert gemacht. Trotzdem zerschlu gen sich die Verhandlungen. Der Vorstand erhielt den Auftrag, weiter zu suchen. Inzwischen wurden die verschiedenen Sonntagsschulklassen an mehreren Orten, so auch in Wohnungen und in einem ausgedienten Zivilschutzbunker unterge bracht. Ein Neubauprojekt im Zentrum Wallisellens wurde von den Behörden nicht bewilligt.

Wer will wohl die Tituskirche?

Am 4. April 1979 erschien ein Zeitungsarti kel über den bevorstehenden Abbruch der «Tituskirche» in Altstetten (Zürich) mit der Bildlegende: «Wer will den Elementbau haben?»

Schon am nächsten Abend fuhren Robert Bührer (Prediger seit 1971), Heiri Bösch

(Zimmermeister in Fällanden), Paul Brandenberger (Baumeister in Brütten) und Hansruedi Minder (Präsident) nach Zürich, um die Kirche anzuschauen und das Inter esse anzumelden. Nach Rücksprache mit dem Vorstand geschah die Anmeldung auch noch schriftlich. Nun begann eine Zeit des Wartens und Betens. Der Herr selber sollte bestimmen, ob diese Kirche nach Wallisellen reisen sollte. Der Besitzer, der Verband der katholischen Kirchge meinden der Stadt Zürich, hatte vorerst noch andere Ideen für die weitere Verwen dung dieser bislang von beiden Konfes sionen benützten Kirche.

Die Zeitung war schneller

Als der Vorstand am Sonntag die Gemein de orientieren wollte, dass sie die Kirche nur noch zu holen brauche, da sie kosten los übergeben werde, zückten einige Mit glieder schmunzelnd einen Zeitungsartikel, der schon alles enthielt, was über diese Überraschung zu sagen war. Ein Journalist war bei einer Routineanfrage auf diese «heisse Story» gestossen. Eine kurzfristig zusammengerufene Ge meindeversammlung beschloss, dieses Ge-

schenk anzunehmen, im Wissen, dass trotzdem noch grosse Kosten auf die Ge meinde zukommen würden.

Tituskirchc - wohin?

Niemand hätte damals gedacht, dass der Wiederaufbau der Kirche volle vier Jahre auf sich warten lasse. Ein erster Standort, weit ausserhalb des Dorfes, wurde durch einen Gemeindeversammlungsbeschluss der politischen Gemeinde verunmöglicht. Zu einem zweiten sagten alle behördlichen Instanzen ja, so dass zuletzt dem Land besitzer nichts anderes übrig blieb, als zu gestehen, dass er das Land gar nicht geben wolle.

Der dritte Standort war beinahe perfekt, als eine Initiative zur Grünhaltung jenes ganzen Gebietes zur Abstimmung kam. Das Ergebnis war grün, und die Tituskirche blieb eingelagert. Die Frage: «Ist das eine Glaubensprüfung, oder sind wir auf dem falschen Weg?» lag auf der Hand.

Mit viel Wohlwollen hatten uns die Ge meindebehörden auf dieser «Reise» beglei tet und geduldig die neu anfallenden Fra gen beraten. In der Endphase griffen sie nun selber ein und stellten der Freien Evangelischen Gemeinde ein Stück jenes Landes zur Verfügung, das sie eigentlich selber kaufen wollten.

Mit Hilfe der versierten Architekten H. Kunz und O. Götti entstand ein Projekt, das allen Bedürfnissen unserer Gemeinde gerecht wird.

Ein strenges Jahr

Unter Leitung von Paul Brandenberger (Baumeister und Bruder), der auch für die Detailpläne besorgt war, durfte der Bau zügig fortschreiten. Er verstand es auch, Frondienstler einzusetzen, und als qualitäts- und kostenbewusster Praktiker die vorhandenen Mittel optimal einzusetzen. Für die mitarbeitenden Gemeindeglieder war es ein Erlebnis, zu sehen, wie unser Herr Jesus trotz aller unserer mensch lichen Schwächen sein Haus so gut und

schön baut. Ein Bild auch für die Gemein de, die trotz aller Schwachheit seine voll kommene Braut sein darf. Die Bauzeit ist auch für die Walliseller eine Zerreissprobe gewesen. Die Verschieden heit der Menschen wird in solchen Zeiten besonders augenfällig. Darum ist auch die verbindende Liebe Jesu Christi besonders wichtig.

Und jetzt?

Am 18. Dezember 1983 wurde die Titus kirche mit der Sonntagschulweihnacht er öffnet. Schon über vier Monate sind wir jetzt am neuen Ort. Bei der Evangelisation im März erlebten wir ein volles Haus und den Segen von genügend Nebenräumen für Seelsorgegespräche. Jeden Sonntag kommen Eltern mit Kindern, die jetzt im gleichen Haus unterrichtet oder gehütet werden. An speziellen Gemeindesonnta gen bleibt die Gemeinde zum Mittagessen zusammen und benützt die Gelegenheit, sich besser kennenzulernen, Erlebnisse im Glauben auszutauschen und zu beten. Zu solchen Gemeindesonntagen möchten wir auch gelegentlich andere Gemeinden des Bundes einladen oder Missionswerke, um miteinander zu erleben, was es heisst, dass Gott seine Gemeinde baut.

Ein Dank und eine Einladung

Danken dürfen wir unserm Herrn, der alle ausgerüstet hat und das Gelingen ge schenkt hat. Danken wollen wir aber auch den ungezählten Geschwistern im ganzen Bund und darüber hinaus, die mit treuem Gebet und den ihnen zur Verfügung ste henden Gaben mitgeholfen haben an die sem schönen Werk. Welch gute Möglich keiten haben wir doch, um einander zu ermutigen!

Wie dankbar dürfen wir sein, dass die ganze Arbeit ohne einen ernsten Unfall abgelaufen ist, obwohl viele Nicht-Fach leute an der Arbeit waren.

Sie sind herzlich eingeladen, unser neues Heim einmal anzusehen und zu erleben. Vielleicht kommen Sie zur Einweihung am 26-/27. Mai nach Wallisellen. Dann sitzen Sie selber im heimeligen Gottes dienstraum, essen im grossen Gemein schaftsraum darunter, sehen, wo die Kin der sind, und hören, wie der Herr auch bei uns gewirkt und aufgebaut hat in den letzten 75 Jahren, seit damals ein Haus meister meinte, mit einer Kündigung kön ne man verhindern, dass Jesus seine Ge meinde baut.

IHM, unserm Herrn, sei allein die Ehre! Hansruedi Minder

Bund JL und Gemeinden IFEG

Jugendhaus

Planalp

Diese gute Belegung hatte dann auch ihre Auswirkungen auf die Jahresrechnung, welche uns eine grosse Abschreibung von Fr. 4500.- bei den Mobilien und Fr. 500.beim Dieselmotor ermöglichte. Der Rein gewinn beträgt Fr. 96.70. Erfreulich ist auch der neue Gabenstand, bei dem wir eine Zunahme von Fr. 1226.95 feststellen. Den vielen Gebern möchte ich an dieser Stelle den herzlichsten Dank aussprechen. Währenddem die Jungscharlager vermehrt von den Gemeinden oder regional organi siert werden, hat der BESJ (Bund Evangelikaler Schweizer Jungscharen) ein grosses Interesse, gewisse Schulungskurse auf

Raum erhalten, um gewisse Materialien zu deponieren. Diesem Anliegen konnten wir entgegenkommen, indem wir im Erdge schoss neben dem Duschraum ein ehe maliges Massenlager, das in den letzten Jahren zur «Grümpelkammer» degradiert wurde, für diesen Zweck herrichteten. Diese Arbeit wurde von einigen Brüdern in verdankenswertem Frondienst ausgeführt. Nun hoffen wir, dass durch die Schulungs-

Planalp durchführen zu können. Diese Entscheidung hängt aber auch davon ab, Mit diesem Jahresbericht vom Jugendhaus dass die Schulleiter einen geeigneten der Freien Evangelischen Gemeinden han delt es sich um die 25. Ausführung. Wer über das Haus mehr wissen möchte, lese bitte im Gemeindegruss 8/83 die Beschrei bung und die Berichte über das Jugend haus und in der Nummer 11/83 den Bericht über die 25-Jahr-Feier. Der 20./21. August 1983 war nicht nur ein Nostalgiefest der Ehemaligen, sondern vielmehr auch eine Freude darüber, dass heute noch viele Menschen auf Planalp arbeit des BESJ, unseres Bundes FEG und eine Begegnung mit dem Herrn Jesus des Jugendsekretariats das Haue- zur Christus haben dürfen. «Multiplikation» des Evangeliums geUnser Jugendhaus (wer sich für eine braucht werden kann. Ich möchte alle Reservation interessiert, verlange bitte den Leser auffordern, für dieses Bundeswerk wohlausgewogenen Prospekt bei Daniel zu beten. Jakob, Schwalbenweg 43 G, 3527 Heim- Vielen Dank! berg) erfreute sich im Jahre 1983 einer guten Besetzung. Das Haus war während Kuf zbibdschtllc zehn Wochen besetzt und weist 2661 Logiernächte auf.

5. bis 17. März 1984 in Hilterfingen

Die diesjährige KBS wurde von 57 Teilneh mern besucht, wovon 44 in Kurs 1 und 13 in Kurs 2. Die beiden Wochen standen unter dem Thema «Aufbau und Auftrag der Gemeinde». Die intensive Schulung umfasste Fächer wie Altes Testament, Neues Testament, Glaubenslehre, Mission, Kirchengeschichte, Sektenkunde, Seelsor ge, Homiletik und Jugendarbeit. Dabei teilten sich unsere Lehrer Robert Bührer, Samuel Limbach, Armin Mauerhofer, Bernd Tubach, Martin Voegelin und Clau dius Zuber in den Unterricht. Während zwei Stunden gab uns Klaus Aeschlimann

einen Bericht aus der Inlandmission, wäh rend die beiden Missionarinnen Ruth Sprunger und Therese Führer einen Ein blick in die Arbeit in Angola gaben. Wäh rend den beiden Wochen hatte jeder Teil nehmer auch die Möglichkeit zu prakti schen Einsätzen, sei dies von Haus zu Haus, in Bibelstunden oder Gottesdien sten. Wir sind sehr beeindruckt, welch grosses Arbeitspensum in so kurzer Zeit geleistet werden konnte. Auch für unser leibliches Wohlergehen wurde im Bellevue vorzüglich gesorgt. Alles in allem war die KBS ein Erlebnis, das wir jedem herzlich empfehlen können.

Zwei Teilnehmer berichten:

Während der KBS erhielt ich durch ver schiedene Fächer aus der Bibel treffende Antworten auf persönliche Fragen. Nach dem vielen Gehörten steht aber die schön ste Antwort für mich in Philipper 2,13: «Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.» Jesus sagt, dass er mir nicht nur das Wollen gibt, indem ich mir wichtige Vorsätze gefasst habe, son dern auch das Vollbringen, wozu ich selber nicht fähig bin. So vertraue ich auch angesichts des neu beginnenden Alltages ganz dem Herrn - er wird mich nicht enttäuschen. Die KBS bietet sicher auch Dir die beste Gelegenheit, Gott noch grös ser und herrlicher zu sehen als je zuvor. Also - bis zur KBS 85!

Hilfsaktion Davos

SPENDEN - STAND

am 31. März 1984 - 600 000

Fr. 670'29A.10

Letztes Jahr sagte ein Lehrer: «Es wäre schön, wenn jeder hier anwesende KBSler in diesem Jahr einen Menschen zu Jesus führte.» Diese Worte trafen mich, und sie wurden zu meinem persönlichen Wunsch. Dabei hatte ich seine Verheissung: «Habe deine Lust am Herrn, der wird dir geben, was dein Herz wünscht» (Psalm 37, 4). Doch schon bald merkte ich, dass Men schen für Jesus gewinnen das eine ist, aber sie dann zu selbständigen Zeugen zu machen, das andere. Mir wurde bewusst: Da genügt es nicht, sich auf Gefühle zu verlassen. Da braucht es ein klares Vor gehen auf der Grundlage des Wortes Gottes. Nun hat der Herr mich dieses Jahr an der KBS reich mit Ideen für eine sinnvolle, wirksame Nacharbeit versehen. Mit seiner Kraft wollen wir Menschen nicht nur zu ihm führen, sondern sie auch zu seinen Zeugen machen.

R. Blöchliger (Kurs 2)

Intensives Bibelstudium ist immer mit einem besonderen Segen verbunden. Dies erlebten nicht nur die Teilnehmer der KBS, sondern auch die Lehrer. Einerseits hat die aufrichtige Beschäftigung mit dem Wort Gottes eine reinigende Wirkung, indem Sünde aufgedeckt wird, andererseits leitet sie aber auch zu einem gottgefälligen Wandel an. Der Herr schenke es, dass in diesen beiden Wochen Hunger nach dem Wort nicht nur gestillt, sondern auch ge weckt wurde.

700 000 Es fehlen nur noch Fr. 30'000.-

- 500 000

Allen Spendern danken wir herzlich! - 400 000

- 300 000

_ 200 000 Einzahl.-Scheine sind in den Gemeinden oder beim Sekretariat erhältlich.

100 000

Adresse siehe Seite 2 Der Missionsrat

Die Hilfsaktion Davos für den Kauf der Englischen Kirche mit Pfarr haus läuft noch bis Ende Juni 1984! Sie kann ein halbes Jahr früher als geplant abgeschlossen werden. Danach eingehende Spenden für Davos werden gerne angenommen zur Deckung der Ko sten für die Arbeit unseres Inland missionars Siegfried Nüesch in Davos. Wir danken allen Spendern ganz herzlich für die treue Unter stützung der Missionsarbeit im Bündnerland.

Beat Frei

Inlandmissien ^

Klagenfurt

In diesem Bericht möchte ich Einblick geben in zwei Bereiche unserer Arbeit, die neben unserer Hauptaufgabe in Klagenfurt bestehen.

1. Bereich:

Die Arbeit in Ost-Villach 35 km von Klagenfurt entfernt liegt Vil lach. Mit 55 000 Einwohnern ist es die zweitgrösste Stadt Kärntens. Am Ostrand der Stadt betreuen wir zwei lebendige Kinderstunden und einen kleinen Bibel kreis. Zur Gebets- und Bibelstunde ver sammeln sich jeden Mittwoch etwa 15 Personen abwechselnd in zwei Stuben: Einmal in St. Magdalen und dann in Wern berg. Die Frauen dieses Kreises ringen seit Jahren um ihre Männer und ihre Familien. Jede Woche werden in der Fürbitte die Angehörigen vor Gott gebracht. Es gibt Anzeichen, dass der Herr am Werk ist. Kürzlich kam ich zum ersten Mal in drei Jahren in ein kurzes Gespräch mit Herrn R. Bisher war er immer ausgewichen. Diesmal hat ihn das Gesprächsthema, das ich mit seiner Frau hatte, angelockt. Wir sprachen über Atomkraftwerke. Vielleicht war er erstaunt, dass Christen auch über solche Themen miteinander reden. Herr E. hatte kürzlich einen Unfall, der ihn zwingt, einige Zeit zu Hause zu bleiben. Da er schon länger offen ist, gab ich ihm ein Buch mit der Hoffnung, dass es ihm zum Anstoss, zur Umkehr wird. Das Buch hat ihn gepackt, aber er hat den letzten Schritt noch nicht getan. Der Druck am Arbeits platz und von Freunden schreckt ab. Betet für die Männer in Ost-Villach.

Wir haben in jener Gegend sehr viele zum Teil vielversprechende Kontakte. Es be drückt uns, dass wir nicht mehr Zeit haben zur Betreuung dieser Menschen. Wir glau ben, dass die Zeit reif wäre, ein Missio narsehepaar in dieser Gegend zu statio nieren. Wollen wir doch beten um einen Arbeiter in die Ernte von Ost-Villach!

2. Bereich: Ausbildung einer einheimischen Leiterschaft

Seit kurzem läuft in Österreich ein Versuchsprojekt zur Ausbildung einer gut ausgerüsteten Leiterschaft für die Gemein den. Getragen wird diese Arbeit von der «Arbeitsgemeinschaft evangelikaler Ge meinden in Österreich». Das Anliegen ist sehr wichtig. Es sollen so schnell wie möglich theologisch gut gerüstete Ge meindeleiter herangebildet werden für die freikirchlichen Gemeinden in diesem Land. Das Schulungsprinzip ist folgendes: Die zukünftigen oder schon eingesetzten Gemeindeleiter bleiben in ihren Familien, Gemeinden und an ihrem Arbeitsplatz. Sie gehen also nicht an eine Bibelschule. Sie erarbeiten den Stoff selbständig mit Stu dien- und Arbeitsmaterial. Das Heim studium erfordert fünf Stunden pro Woche. Alle drei Wochen treffen sich die «Studenten» dann regional mit einem Leh rer. Dieses halbtägige Treffen dient vor allem zur Motivation des Schülers, zur Prüfung des Gelernten und zum Bespre chen von Fragen, die während des Stu diums aufgetaucht sind.

Während dieser ersten Versuchsphase, bei der ich mitarbeiten darf, werden vor allem zukünftige Lehrer mit der Methode ver traut gemacht. Diese wichtige Arbeit im Hinblick auf die Zukunft der Gemeinde Jesu in Österreich möchte ich als beson ders wichtiges Gebetsanliegen weiter geben.

Cemeinden

100 Jahre Freie Evangelische Gemeinde im Rheintal

Am Auffahrtsfest dieses Jahres wird die Gemeinde in Buchs mit einer schlichten Feier ihres hundertjährigen Bestehens gedenken.

In einer Zeit, die gezeichnet war von liberalem und rationalistischem Denken, wo von manchen Kanzeln Steine statt Brot geboten wurden, schenkte Gott auch im Rheintal einen geistlichen Aufbruch. In Azmoos, wo die Not besonders gross war, fanden sich einige gottsuchende Menschen zu selbständiger Betrachtung von Gottes Wort und zum Gebet zusammen. Spott und Verachtung blieben ihnen nicht er spart. Nach anfänglich schwerer Verfol gung festigte sich jedoch der Kreis, und Prediger der Gemeinden von Hauptwil, Ennenda und St. Gallen dienten abwechs lungsweise dem Schärlein mit dem Worte Gottes. Im Jahre 1897 konnte dann auch im Städtli Werdenberg eine Versammlung eröffnet werden. Weitere Ortschaften folg ten. Die grösste Ausdehnung erreichte das Arbeitsfeld im Jahre 1978 mit einer Länge von 70 km und elf Stationen. Das untere Arbeitsfeld mit der Tochtergemeinde Heer brugg entwickelte sich bis dahin zu einer selbständigen Gemeinde und wurde in zwischen als solche in den Bund aufge nommen. Bis zum heutigen Tag durfte die Gemeinde des Herrn gnädige, bewahrende und seg nende Hand erfahren. Viele Brüder taten in dieser langen Zeit hier einen gesegneten

Dienst. Immer wieder schenkte der Herr geistliche Aufbrüche. Eine besondere, freundliche Führung durfte die Gemeinde in Buchs im Jahre 1971 erfahren mit dem Bezug der neuerbauten Kapelle. Heute, nach hundert Jahren «Freie Evan gelische Gemeinde Buchs und des Rhein tals», können wir in Dankbarkeit auf Got tes wunderbare erfahrene Durchhilfe zu rückschauen, und im Vertrauen auf seine unwandelbare Treue wollen wir auch ge trost in die Zukunft blicken. Ein ausführlicher Bericht wird in einer

späteren Nummer des Gemeindegrusses erscheinen.

FEG

Waldmannstrasse Zürich

Aufnahme in den Bund der FEG

An der Delegierten-Konferenz des Bundes der Freien Evangelischen Gemeinden in der Schweiz vom 29. Oktober 1983 in Winterthur wurde unsere Gemeinde (vor mals Evangelische Missionsgemeinde, EMG) einstimmig in den Bund der FEG aufgenommen. Seit der Gründung der EMG im Jahre 1956 dienten der Gemeinde Brüder und Prediger im Nebenamt. Der Älteste und Mitgründer Paul Roth be schreibt den damaligen Auftrag wie folgt: «Von Anbeginn war uns klar, dass wir nicht einfach eine neue, nur auf sich bezogene Gemeinde bilden wollten, sondern beson ders die Mitverantwortung für die Aus sendung und Mitunterstützung von Missio naren zu übernehmen bereit waren. Im Laufe der Jahre wuchs die Verbindung zu 20 Missionsgeschwistern, teils zur EMG gehörend, teils befreundet, die in aller Welt ihren Auftrag erfüllen. Wir sind heute hundert Gemeindeglieder und eine Anzahl treuer Freunde aus Zürich sowie der nähe ren und weiteren Umgebung.»

Albert Klotz

Predigereinsetzung

Am Sonntag, 5. Februar 1984, versammeln wir uns zur Einsetzungsfeier unseres Ge meindehirten Pfarrer Hermann Hartfeld. Nach der Einleitung durch den Ältesten, Mario Taravella, überbringt Jakob Winze1er herzliche Grüsse von der Bundeslei tung. Mit Apostelgeschichte 6 weist er auf die Wichtigkeit hin, im Gebet und im Dienste des Wortes zu verharren. Der Älteste, Paul Roth, reicht mit Galater 2, 9 die Hand der Gemeinschaft am Evange lium an den Mitbruder Hermann Hartfeld. Die Ältesten und Jakob Winzeier, die Hermann Hartfeld einsetzen, erbeten für ihn Kraft, Beistand und Hilfe Gottes, und danken dem Herrn für seine treue Füh rung. Mit Liedern und Musik wird die Feier umrahmt.

Dann predigt Hermann Hartfeld aus dem Wort in 1. Petrus 5,1-9 über das Thema «Ein Diener Gottes und dennoch ein Mensch?»: Als Student habe ich viel über den Dienst als Hirten der Gemeinde nach gedacht. Nach Galater 6 sind wir Geist-

liehen beauftragt, die Herde zu weiden und zwar so, dass wir Gott und nicht den Menschen gefallen. Petrus weist auf drei Gefahren hin; Dienst aus Zwang, Gewinn sucht und Herrschsucht. Gleicherweise ge hen drei Ermahnungen an alle. Die Ge meinde wird bedroht durch das Generatio nenproblem; Sorgen um die Gemeinde drohen uns zu erdrücken; der Wider sacher, der Teufel, geht umher und be droht uns zu verleumden.

Als Gemeinde freuen wir uns, der FEG anzugehören und danken für die einmüti ge Aufnahme. Ebenso danken wir dem Herrn für das grosse Geschenk in Her mann und Maria Hartfeld.

Zürich

Unter dem Gesamtthema «Wissenschaft und Glaube» hielt Prof. Dr. A.E. Wilder Smith vom 8. bis 12. Februar in der Aula des KV Zürich fünf Vorträge. Veranstaltet wurden diese Abende von den Freien Evangelischen Gemeinden und dem Newlife Zürich. Einige hundert Menschen hör ten Abend für Abend den interessanten wissenschaftlichen, aber auch evangelistisch ausgerichteten Vorträgen von Prof. Wilder Smith zu. Die Vorträge wurden auf Kassetten aufgenommen und können direkt beim Hersteller (Adresse: MGS, Postfach, 8863 Buttikon) bestellt werden.

Preis pro Kassette Fr. 5.-.

Kassette 1: «Ist der Mensch eine Mario nette?» (8. Februar).

Kassette 2: «Drogen - Ursache und Be handlung» (9. Februar).

Kassette 3: «Stress - Ursachen und Alter nativen» (10. Februar).

Kassette 4: «Ist der Darwinismus noch zeitgemäss?» (11. Februar).

Kassette 5: «Haben wir noch eine Zu kunft?» (12. Februar).

Einsendeschluss für Bestellungen: Ende Juni 1984.

Hans Baumberger, Dielsdorf

Termine

Bündner Gemeindetag

20. Mai 1984

Ort: Kongresszentrum, Davos Platz

Thema: Gemeinde - Gottes herrliches Volk

Beginn: 10.00 Uhr - Kinderbetreuung

Anmeldungen für das Mittagessen bis zum 12. Mai an:

Siegfried Nüesch, Scalettastrasse 1 7270 Davos Platz

Pfingst-Jugendtreffen

9.-11. Juni

Ost: Blaukreuzheim Hirschboden, Gais AR Thema: Partnerschaft

Leitung: Hans-R. Tschanz, Ueli Jungen, Elisabeth Keller

Gastreferent: Dr. J.J. Toews, Kanada/BRD

Anmeldungen bis 26. Mai an Ueli Jungen, Bürgli 1798, 9425 Thal

Telefon 071 44 49 69

West: Jugendhaus Planalp ob Brienz

Thema: Wer glaubt, tut, was ich sage

Redner: Martin Voegelin

Leitung: JG Basel

Anmeldungen bis 26. Mai an Claudia Zimmermann, Güterstrasse 76 4053 Basel

2. Schweizerisches

Teenagertreffen

9.-11. Juni 1984 in Lenzburg

Thema: Nie mehr allein

Tolles und abwechslungsreiches Pro gramm mit viel Musik mit «Chrigi & Simi» für alle Teens von 14 bis 16 Jahren.

Einladungen und Auskunft bei Daniel Blaser, Schürstrasse 12 8488 Turbenthal, Telefon 052 45 20 30

Frauen

Zürich 1984

Thema: Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche

Referentin: Anita Hallemann, Bibelschule Brake

Reserviert Euch diesen Tag!

Sonntagsschultagung des Bundes FEG

Teilnehmer: Alle, die mit Kindern arbeiten in Sonntagsschule, Kinderstunden usw. Programm: Begegnung, Schulung, Austausch

Referentin: Elisabeth Voegelin, Thayngen

Datum: Samstag, 20. Oktober 1984

Ort: Gemeindezentrum der FEG, Winterthur

Weitere Informationen folgen.

Sommerlager, Missionseinsätze

Beachten Sie das Angebot im Prospekt «Ferien, Daten, Kurse», erhältlich in den Gemeinden und in den Sekretariaten (Adressen Seite 2).

GESUCHT

für das Planalp-Lager (16. bis 27. Juli 1984) allradangetriebenes

Geländefahrzeug mit Geländegang (Land-Rover, Jeep, Lada)..

Das Fahrzeug wird benötigt für Materialund Notfalltransporte. Wer kann uns für diese Zeit ein solches Fahrzeug zur Ver fügung stellen?

Melden Sie sich bei Martin Leicht

Glärnischstr. 7, 8640 Rapperswil Telefon 055 27 65 15

Bundeskonferenz in Bern am 2S./24. Juni 1984

Wir freuen uns, dass wir Euch zur Bundes konferenz nach Bern einladen dürfen. Nicht nur, um diese schöne Stadt zu besichtigen, sondern um uns mit dem gewaltigen Thema JESUS IST GRÖSSER zu beschäftigen.

Prediger aus unserem Bund werden sich zu diesem aktuellen Thema äussern. Aktuell deshalb, weil es immer aktuell ist, von Jesus zu reden; aktuell auch, weil es das Gesamtthema der ganzen Bibel ist. Wir haben es immer wieder nötig, uns Jesus, den Gekreuzigten und Auferstandenen, vor Augen zu halten. Er ist grösser als alle Versuchungen, Zweifel und Nöte, ln unseren Breitengraden kennen wir wohl nicht die Verfolgung des Ostens, dafür die Versuchung des Westens. Wir werden in unserer grossen Freiheit von Jesus abge lenkt durch die vielen «wichtigen» Neben sächlichkeiten unseres Lebens. Darum wollen wir den Herrn um das bitten, was die Jünger erfahren haben! Da sie aber ihre Augen erhoben, sahen sie niemand als Jesus allein.

Mit herzlichem Willkommgruss: R. Wethli

Das Konferenzprogramm wird in den Ge meinden aufgelegt (mit Anmeldetalon) und erscheint im Juni-Gemeindegruss.

Adressänderung:

Rene Wethli, Gossetstrasse 64, 3084 Wabern, Telefon 031 54 57 23

Das Evangelische Vereinshaus Bern sucht per sofort ein

Hauswart-Ehepaar

Eine gutausgebaute Vier-Zimmer-Wohnung steht zu günstigen Bedingungen zur Verfügung. Weitere Auskünfte erteilt das Blaukreuzsekretariat, Tel. 031/22 11 56. Schriftliche Bewerbungen sind zu richten

an:

Herrn Otto Cadegg

Jupiterstrasse 15/1457, 3015 Bern

Familien

Geburten

Basel, Spittlerhaus. Am 25. März: Simone, des Urs und der Charlotte Oetiker-Cairoli, Basel.

Bern. Am 23. Januar: Stefan Johannes, des Erich und der Eveline Schori, Boiligen.

Langenthal. Am 28. Oktober: Philipp, des Markus und der Trudi Mürner, Huttwil.

Muri-Gümligen. Am 15. Februar: Micha Dominic, des Matthias und der Evi Jundt, Gümligen.

Sulgen. Am 25. März: Lukas, des Fritz und der Marianne Huber, Heldswil.

Trauungen

Murten. Am 18. Februar: Walter Stauffacher von Matt GL mit Martha Wieland von Salvenach. Ihr neues Heim: Dolenweg 1, 5200 Windisch.

Rapperswil. Am 25. Februar: Riccardo Schena von Hadlikon mit Hedi Kölbli von Hadlikon. Ihr neues Heim: Im Ror 8, 8340 Hadlikon.

Unsere Heimgegangenen

Basel. Eine Woche vor der Vollendung des 99. Lebensjahres, am 22. Februar, hat unser Herr Schwester Salome Glesser-Wittling gleich einer reifen Garbe in die himmlische Scheune eingebracht. Unser ältestes Gcmeindeglied war besonders mit Treue zu ihrem Heiland und zur Gemeinde ausgerüstet. Nun freuen wir uns, dass sie zu den Vollendeten gehören darf.

Rapperswil SG. Am 16. März durfte Paul Girschweiler im 90. Altersjahr nach kurzem Leiden zu seinem Herrn und Erlöser heim gehen. Er war lange Zeit Vorsteher unserer Gemeinde. Wir nahmen Abschied von einem treuen Diener und Beter, der auch in seinem hohen Alter immer sehr aufgeschlossen war für die Anliegen der Gemeinde und der Mission. Auf seinen Wunsch stand über dem ganzen Abschied das Wort aus Epheser 2, 8.

Das aktuelle Wort

Baue deine Zukunft

Bauen, die Zukunft gestalten. Im Vergleich zu einem Christenleben stechen mir drei Vergleiche besonders ins Auge:

1. Das Fundament:

Niemand kommt auf die Idee, ein neues Haus mit dem Dachaufbau zu beginnen. Wer sicher wohnen will, stellt sein Gebäude auf ein zuverlässiges Fundament. Die Qualität des Fundamentes bestimmt die Stabilität des Gebäudes. Welche Qualität besitzt Dein Lebensfunda ment? Ein stabiles Christenleben kennt nur ein Fundament: JESUS CHRISTUS (Joh. 14, 6). Achtung: Ragen Teile Deines Gebäudes über das Fundament hinaus? Schade, in Deinem Leben als Christ entstehen Risse, ja. Dein Gebäude kann sogar unbrauchbar werden!

2. Der Plan:

Ein Baumeister weiss schon bei Baubeginn, wie das fertige Gebäude aussehen wird. Er muss sich jedoch genau an die Baupläne halten. Unser Baumeister, Jesus Christus, hat auch uns einen Bauplan für das Leben ausgehändigt (Bibel). Daraus ersehen wir, wie unser Leben aussehen soll (Gal. 5,16-26). Wie die Leute vom Bau müssen aber auch wir Christen unseren Bauplan zur Stelle haben und gebrauchen. Der Baupolier ist ohne Plan unsicher und hilflos. Das gleiche gilt für unser Christenleben.

3. Das Wachstum:

Ein Gebäude muss wachsen, wenn es einmal das Dach sehen will. Das zweite Stockwerk kann aber erst gebaut werden, wenn das erste erstellt ist. Wollen wir Menschen unser «Dach» einmal sehen, muss auch unser Glaubensleben einem natürlichen Wachstum unterworfen sein. Wer stehen bleibt, erreicht das Ziel nie! (Hebr. 12,12-15.)

«Baue Deine Zukunft.» Jesus Christus, unser FUNDAMENT, hat uns mit seinem Wort den allein gültigen PLAN gegeben, damit wir WACHSEN und unsere Zukunft richtig bauen.

Werner Messmer, Kradolf

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Gemeindegruss 5_84 by FEG Schweiz - Issuu