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fazitmagazin.at

#103 Das Geschäft mit dem Fußball

Fazit Nr. 103 4/2014 EURO 4,50 Erscheinungsort Graz Verlagspostamt A-8010 Graz P.b.b. 04Z035487 M

Juni 2014

Albaniens Weg nach Europa Auf ein Eis zum Philipp

Essay von Leopold Neuhold

Wirtschaft und mehr. Aus dem Süden.

Der Prüfer Fazitgespräch mit Günter Riegler


© GettyImages/GrazTourismus

14. – 19.06.2014 www.genussspektakel.at

GENUSS BALL 14.06.14


Editorial

Von Christian Klepej

M

ir hat das Siegerlied des Songcontests in Kopenhagen gut gefallen. Und das war mir im ersten Moment durchaus etwas peinlich. Peinlich nämlich deswegen, weil mein Musikgeschmack, so universell ich zumindest glaube, dass er ist, in aller Regel Stücke, die bei diesem internationalen Liederwettbewerb vorgetragen werden, eher ablehnt. (Die wenigen Ausnahmen wie Udo Jürgens oder Abba lassen wir hier beinahe unbedacht.) Nicht peinlich ist es mir, dass »Rise Like a Phoenix« von einem schwulen Mann – Conchita Wurst alias Thomas Neuwirth, verkleidet als Frau noch dazu mit Bart, vorgetragen wurde. Warum auch? Travestie ist eine lange anerkannte Kunstform, und mit der Israelin Dana International hat ja schon 1998 ein transsexueller Mensch den Songcontest gewonnen. Dafür ist mir etwas anderes ein bisschen peinlich: Dass nämlich so getan wird, in beinahe allen österreichischen und bundesdeutschen Medien so getan wird, als wäre dieser Erfolg ein »Symbol der Toleranz«, mit dem diesem Wert endlich auf

Männlich oder weiblich, alles egal? Natürlich nicht.

dem europäischen Kontinent zum Durchbruch verholfen wird. Das ist so nicht ganz richtig. Zum einen, weil wir lange schon diesen Wert in Europa leben. Etwa hat mich meine Mutter (Jahrgang 1947), haben mich meine Großmutter (1913) und mein Großvater (1900) zu einem Menschen »erzogen«, dem Toleranz (neben zahlreichen anderen, oft im Übrigen christlichen Werten) als ein wesentliches Gut im Miteinander der Gesellschaft wichtig ist. Zum anderen ist es die Unklarheit, was mit dieser speziellen »Wurst-Toleranz« gemeint ist, die uns per ORF, Krone und Konsorten abverlangt wird. Sibylle Hamann, dieser Tage übrigens mit dem Kurt-Vorhofer-Preis ausgezeichnet, hat es in der Tageszeitung »Die Presse« nur wenige Tage nach dem Sieg Conchita Wursts vermeintlich so auf den Punkt gebracht: »Männlich oder weiblich? Du musst dich nicht entscheiden. Man denkt und handelt nicht als Mann oder als Frau, sondern vor allem als Individuum. Das ist eine der großen Errungenschaften der Moderne.« Ich halte das für Unfug. Für groben Unfug und Ausgeburt einer Gesellschaft, die an ihrem, von einer aufgeblasenen wie ungerechten Umverteilungsmaschinerie auf Pump finanzierten, Wohlstand immer mehr geistig verkümmert und immer abstrusere Konstellationen als – wie schreibt die Preisträgerin – »Errungenschaften« feiert. Ein unheimliches Netzwerk aus überbordenden Hirngespinsten, wie der sich beinahe ausschließlich selbstreferenzierenden »Genderwissenschaften« und die zahlreichen Anstrengungen, alle Unterschiede aller Menschen vom Erdboden verschwinden zu lassen, legt sich wie eine dicke Decke über jede Natürlichkeit unserer Gesellschaft. Wenn sogar Gerhard Hirschmann sich bemüßigt fühlt, in der Kleinen Zeitung zu schreiben, wie »bedroht homosexuelle Menschen« auf dieser Welt sind (Richtig! In zahlreichen Ländern dieser Erde, meist dort, wo auch Christen verfolgt werden. Aber sicher nicht hier in Mitteleuropa), haben wir die Orientierung verloren. Es ist mir nicht egal, welchen Geschlechts mein noch ungeborenes Kind ist (oder

einmal sein wird). Ich, meine Frau, meine ganze Familie, wir werden entweder eine rosafarbene oder eben eine blaue Erstausstattung anschaffen. Und ja, ich werde mein Kind, wenn es ein Bub ist, erziehen, wie ich denke, dass ein Bub erzogen gehört, und wenn ein Mädchen, dann eben dementsprechend. Und sollte mein Kind irgendwann unsicher sein, Orientierung suchen, dann wird es mir »nicht egal sein«, dann werde ich nicht sagen »Du brauchst Dich nicht entscheiden«. Nein, ich werde versuchen, ihm Leuchtturm zu sein und – bei einem Mädchen – jedenfalls dort hin zu wirken, dass es wird, was es sein soll. Frau! Und ja, es ist meine ganz klare Wunschvorstellung, dass mein Sohn mir einmal seine Frau vorstellt, mit der er Kinder in die Welt setzt. Toleranz, Respekt, Mitgefühl, Nächstenliebe und zahlreiche andere Werte braucht mir – und mit mir dann doch der überwältigenden Mehrheit in diesem Land – niemand mehr via ORF-Werbemaschine einzutrichtern. Das ist alles längst gegessen. Und sollte, all meinen Wünschen zuwider, meine Tochter mir irgendwann einmal ihre Freundin vorstellen, die sie liebt, mit der sie zusammen sein will, oder mein Sohn seinen Freund, mit dem er sich auch für immer binden will, dann werde ich ganz selbstverständlich eines tun: Meine Kinder lieben, ihnen beistehen und ihre Partner mit aller Freude in meiner Familie willkommen heißen. Das ist selbstverständlich, das war es wahrscheinlich n schon lange.

Sie erreichen den Autor unter christian.klepej@wmedia.at Fazit Juni 2014 /// 3


Inhalt Fazit Juni 2014 24 06

Fotos: Fotolia, Marija Kanizaj (2), Enlarge, Josef Schiffer

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Der Prüfer Das Geschäft mit dem Fußball

Im Sprintverfahren wurde die beliebteste Sportart der Welt in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum Wirtschaftsfaktor.

Günter Riegler ist Geschäftsführer der FH Joanneum. Wir sprachen mit ihm über unsichtbare Verfahrenstechniker und die Ausbildung am Puls der Wirtschaft.

Fußball. Unser neuer Gott?

Moraltheologe Leopold Neuhold exklusiv im Fazit über das Massenphänomen Fußball als Religionsersatz unserer Tage.

Ausgabe Juni 2014 XI. Jahrgang Nr. 103 (4/2014) FAZIT © Klepej &Tandl OG, Graz Alle Rechte vorbehalten. Mit »Promotion« oder »l« gekennzeichnete Beiträge sind entgeltliche Einschaltungen.

4 /// Willkommen Im Fazit


Wirtschaft und mehr. Rubriken Editorial 3 Politicks 12 Investor 32 Immobilien 44 Essentials 54 Alles Kultur 80 Schluss 82

64 70

Liebe Leser!

Die Weltmeisterschaft im Fußball startet in wenigen Tagen in Brasilien. Nun ist Fazit zwar kein ausgewiesenes Sportmedium, trotzdem gibt es Aspekte dieses Sports, die wir deshalb besser als andere aufarbeiten, weil die einschlägigen Magazine den Blick aus unserer Perspektive gar nicht kennen. Peter Wagner beschäftigt sich in der Coverstory mit den ökonomischen Zusammenhängen des Massenphänomens Fußball.

Besonders stolz sind wir auf den Fazit-Essay, in dem sich der Ethik- und Moraltheologe Leopold Neuhold mit Fußball als Ersatzreligion auseinandersetzt. Der Aufsatz ist nicht nur für Fußballfans lesenswert!

Das Fazitgespräch führten wir mit Günter Riegler, dem Geschäftsführer der Fachhochschule Joanneum. Riegler ist ausgebildeter Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und war vor seiner Berufung an die Fachhochschule Stadtrechnungshofdirektor in Graz. Jedenfalls eine äußerst interessante Perspektive in der Bildungsdiskussion! Mit einem Blick auf Spanien, Portugal und Griechenland vollenden wir unsere Serie »Europa wählt sich ab« und kommen zum Schluss: Nach der Krise ist vor der Krise. Gutes Lesen! -red-

Albaniens Weg nach Europa

Trotz vielfältiger Kultur und landschaftlicher Schönheit ist Albanien eine hierzulande weitgehend unbekannte Größe.

Impressum Herausgeber Horst Futterer, Christian Klepej und Mag. Johannes Tandl

Nicht bloß Konditorei

Seit mehr als einem halben Jahrhundert führt Wolfgang Philipp seinen Konditoreibetrieb mit Kaffeehaus und Eissalon in Graz.

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Medieninhaber & Verleger Klepej & Tandl OG Chefredaktion Christian Klepej Mag. Johannes Tandl

Redaktion Peter K. Wagner (BA), Mag. Josef Schiffer, Mag. Maryam Laura Moazedi, Dr. Volker Schögler, Mag. Katharina Kocher-Lichem, Mag. Johannes Pratl, Helmut Wagner, Mag. Katharina Zimmermann, Peter Pichler (Satz), Vanessa Fuchs (Organisation) Lektorat AdLiteram, Victoria Graf Druck Leykam, Neudörfl

Europa wählt(e)

Letzter Teil unse rer Serie zu den Europawa hlen.

Seite 76

Vertrieb & Anzeigenleitung Horst Futterer

Kundenberatung DI (FH) Gerald Gaksch, Sophie Serec

Titelfoto von Marija Kanizaj

Redaktionsanschrift Kalchberggasse 1/II, A-8010 Graz T. 0316/671929*0. F.*33 office@wmedia.at fazitmagazin.at facebook.com/fazitmagazin

Fazit Juni 2014 /// 5


Das Geschäft mit dem Fußball


Wirtschaftsfaktor Fußball

Die beliebteste Sportart der Welt ist längst Wirtschaftsfaktor geworden. Während in England Pionierarbeit geleistet wurde und Deutschland auf der Überholspur ist, steht sich der heimische Kick selbst im Weg.

I

vica Osim spricht zur versammelten Presse. Mit Tränen in den Augen erklärt der Trainer der jugoslawischen Fußball-Nationalmannschaft seinen Rücktritt. Seine Heimatstadt Sarajevo wird von serbischen Truppen belagert – der Balkan erstickt im Krieg. Nur wenige Tage später entscheidet der europäische Fußballverband (UEFA), dass Jugoslawien, das sich als Gruppenerster für die Europameisterschaft 1992 in Schweden qualifiziert hatte, vom Turnier ausgeschlossen wird. Peter Schmeichel und seine dänischen Fußballer-Kollegen befinden sich schon im Urlaub, als sie plötzlich davon erfahren, in zehn Tagen ihr erstes Endrundenspiel zu bestreiten. Anscheinend wird Vorbereitung überbewertet, denn was folgt, ist Fußballgeschichte – der Notnagel und große Außenseiter Dänemark kürt sich nur wenige Wochen später sensationell zum Europameister. Der Fußball ist die beliebteste Sportart der Welt. Ganz sicher deshalb, weil ein aus dem Urlaub zu Olympischen Sommerspielen anreisender Stabhochspringer nie Gold holen würde. Aber auch, weil der schnellste 100-Meter-Läufer in Normalform bei einer Weltmeisterschaft gewinnen wird, während der beste Fußballer in der Form seines Lebens noch immer von zehn weiteren Mitspielern abhängig ist. Die Schnittmenge von Zufall und Leistung ist die Erklärung, warum Spiele wie das WM-Finale in Südafrika 2010 auf 245 Kanälen in 204 Ländern übertragen werden. Und

die 751 Millionen TV-Zuschauer dieses Spiels sind der Grund dafür, dass der Fußball nicht nur die beliebteste, sondern wahrscheinlich auch die wirtschaftlich bedeutendste Sportart der Welt ist.

Privates Preistreiben

Keine zwei Monate nach dem überraschenden Titelgewinn Dänemarks zeigte der Fußball, wie man im Sprint zum Wirtschaftsfaktor wird. Wie schon bei der Geburtsstunde der Sportart 1863, als in einer Londoner Taverne das erste offizielle Regelwerk etabliert wurde, marschierte England vorne weg: Im Jahr 1992 wurde die Premier League, eine Liga, die von Anfang an hauptsächlich kommerzielle Interessen verfolgte, eingeführt. Kommerzielle Interessen, die sich bei all den Nebenschauplätzen vor allem über das Fernsehen definieren. Egal ob für Sponsoringbanden im Stadion, Werbungen auf den Trikots oder Traineranzügen, immer gilt: Die größte Reichweite bietet das Fernsehen. Bei der WM 1958 in Brasilien waren TV-Übertragungen aus Angst vor Zuschauereinbrüchen noch verboten, doch schon bald erkannten Länder wie England das Potenzial der Fernsehvermarktung. Die Engländer taten sich besonders leicht, ist doch das Privatfernsehen als Markttreiber die Garantie für exponentiell steigende Summen in

Foto: Nicola

Von Peter K. Wagner Mitarbeit: Sonja Longfana

Fazit Juni 2014 /// 7


Foto: See-ming Lee

Wirtschaftsfaktor Fußball

der TV-Vermarktung, und das wurde auf der Insel bereits in den 1950ern etabliert. Aus dieser Historie heraus ließ die Premier League 1992 die Anstoßzeiten nicht mehr vom Fan im Stadion, sondern vom Bezahlsender BSkyB vorgeben – und verdiente damit 375 Millionen Euro in fünf Jahren. Seit der Vorsaison gilt ein neuer Deal. Laufzeit: drei Jahre. Wert: etwas mehr als 3,75 Milliarden Euro. Die Wertsteigerung gegenüber dem alten TV-Vertrag von 2010 beträgt über 70 Prozent, allein ein einzelnes Spiel ist im Jahr 2014 zehn Mal so viel wert wie noch 1992. Und das Schönste daran? Die Zahlen gelten nur für den englischen Markt, für die Übertragungsrechte im Ausland erhält die englische Liga noch einmal 562 Millionen Euro. Dass Österreichs gesamter Profi-Fußball sich derzeit über 17 Millionen Euro im Jahr freuen darf und damit nur etwas über dem Wert von zwei einzelnen Premier-League-Spielen liegt, erklärt das Standing des heimischen Kicks in Fußball-Europa einmal mehr. Nexus ist nicht nur ein Handy des Internet-Suchmaschinen-Marktführers. Es ist auch jener Begriff, den der Sportmanagement-Experte Matthew Nicholson für die Beziehung zwischen Sport und den Medien bemüht. »Nexus bezeichnet den Kern oder das Zentrum – und das illustriert die Beziehung der beiden Materien am besten: Die beiden Industrien haben nicht zufällig zueinander gefunden. Ihre Evolution im Laufe des 20. Jahrhunderts hat dazu geführt, dass sie untrennbar miteinander verbunden sind«, erklärt der Australier. Sportarten wie der Fußball mögen ursprünglich Freizeitbeschäftigung gewesen sein, die bald eine unterhalterische und folglich gesellschaftliche Relevanz bekamen, heute ist der Fußball aber nicht zuletzt auch ein unterschätzter Wirtschaftszweig. Es dauerte bis zum Jahr 2010, bis der Österreichische Fußballbund (ÖFB) erstmals eine fundierte Studie über den heimischen Kick veröffentlichte. Das Ergebnis: Sogar in Österreich 8 /// Fazit Juni 2014

werden jährlich 317,5 Millionen Euro an Wertschöpfung über den Kick mit dem runden Leder erwirtschaftet, inklusive multiplikativer Effekte vergrößert sich der Betrag auf über 500 Millionen. Bei einem Wertschöpfungsnetzwerk von über 41.000 Arbeitsplätzen hängt etwa jeder 100. Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Fußball ab. Ebenfalls im Jahr 2010 sorgten die Unternehmensberater von McKinsey für eine ähnliche Studienpremiere. Ihr Fazit: Die Wertschöpfung in Deutschland liegt bei 5,1 Milliarden und über 110.000 Menschen haben Arbeit dank König Fußball.

Deutschland auf der Überholspur

Professionelle Fußballvereine sind längst Unternehmen geworden. Neben den Spielern und Betreuer-Apparaten mit allerhand Trainern, Jugendcoachs, Physiotherapeuten und Teammanagern beschäftigen Klubs heutzutage natürlich auch Fanshop-Verkäufer, Presse- und Medienverantwortliche, Greenkeeper oder sogar eigene Nachhaltigkeitsabteilungen – ein Fußballverein von der Größenordnung wie Bayern München kommt so auf mehr als 500 Mitarbeiter. Die Tendenz ist steigend. Wenn die Bayern von einem Budget von 750 Millionen Euro wie im Vorjahr sprechen, gehen 140 Millionen Euro alleine in den Kader. Durchschnittlich verdient jeder Bayern-Kicker 5,6 Millionen Euro im Jahr – Sturm Graz hat in Österreich das vierthöchste Budget und kommt für den Gesamtverein etwa auf 12 Millionen. Wobei die Bayern und Deutschland im Allgemeinen ein besonders gutes Beispiel sind. Denn auch wenn die TV-Einnahmen in England und auch Spanien zum Teil viel höher sein mögen – Deutschland beherbergt den gesündesten und profitabelsten Profi-Fußball der Welt. Nur in der amerikanischen Football-Liga NFL waren mit 68.000 Zuschauern pro Spiel in der Saison 2013/14 mehr Zuschauer dabei als


Wirtschaftsfaktor Fußball

Sogar in Österreich werden jährlich fast 320 Millionen Euro an Wertschöpfung über den Kick mit den runden Leder erwirtschaftet.

in der deutschen Bundesliga, wo die Partien durchschnittlich von 43.000 Fans verfolgt wurden. Bayern München mag Manchester United oder Real Madrid zwar in der Tabelle der reichsten Vereine noch immer hinterher sein, aber während die Engländer und die Spanier mit Schulden in der Höhe von mehreren Millionen Euro zu kämpfen haben, schreiben die Bayern nur schwarze Zahlen und sind schuldenfrei. Vielerorts wird dem deutschen Fußball daher eine rosige Zukunft auf Klubebene prophezeit, andere glauben allerdings eher an die weitere Kommerzialisierung des Fußballs auf einer ganz anderen Ebene – auf jener der in den Markt drängenden Milliardäre.

Das Milliarden-Spielzeug

Während die wirtschaftliche Gesundheit von Klubs wie Bayern München auf die – (wahrscheinlich) zumindest auf Klubebene ganz steuerschuldfreie – jahrzehntelange hervorragende Arbeit eines schütteren Wurstfabrikanten mit großen Manager-Qualitäten fußt und bei Borussia Dortmund etwa mit Hans-Joachim Watzke ein Mann aus der Privatwirtschaft einen finanziell toten Klub wieder aufleben ließ, machen es sich andere Klubs einfacher. Denn so wie die Medien die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Aufstieg der beliebtesten Sportart der Welt waren, sind Milliardäre die Garantie dafür, dass sich die Machtverhältnisse im Klubfußball von einem aufs andere Jahr schlagartig ändern können. Der Teufel liegt dabei in der Intention. Der FC Chelsea wurde etwa 2003 vom russischen Oligarchen Roman Abramowitsch als neues Spielzeug auserkoren. Ein schickes, gutbürgerliches Viertel im Osten des Londoner Zentrums, eine akzeptable Geschichte mit ein paar wenigen Erfolgen und leicht erfreuliche Zuschauerzahlen – hier lassen sich gut Millionen für Spieler aus-

geben, über die man sich bei einem Glas Champagner im VIP-Klub ärgern kann. Wobei Millionen noch zu kurz gegriffen ist – über eine Milliarde soll den Russen sein Hobby in den letzten elf Jahren gekostet haben. Interesse einer anderen Art verfolgte der Unternehmer Rupert Murdoch. Früh erkannte er, wie viel Geld man mit dem Fußball machen könnte – immerhin ist er einer der einflussreichsten und finanzstärksten Medienunternehmer der Welt. Der Sport-Medien-Nexus ist ihm sicher bekannt und so versuchte er im Jahr 1998 für 770 Millionen Euro Manchester United zu kaufen. Und scheiterte. Das britische Handelsministerium sah einen Interessenkonflikt, da Murdochs Privatfernsehsender BSkyB ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten blühte, wenn die Übertragungsrechte der Premier League neu ausgeschrieben werden. Murdochs Pech war das Glück eines weiteren Unternehmers, der im damals reichsten und erfolgreichsten Klub der Welt eine lukrative Anlageform sah: Malcolm Glazer. Als der amerikanische Milliardär im Jahr 2003 anfing, seine zunächst 2,9 Prozent Aktien sukzessive zu vermehren, verbuchte Manchester United einen Jahresgewinn von 58 Millionen Euro. Bis im Frühsommer 2005 hatte er sein Ziel erreicht und war Mehrheits-Eigentümer des Vereins, bot für die übrigen Aktien und war schließlich 1,2 Milliarden Euro Investitionssumme später neuer, alleiniger Besitzer. Weil er den Großteil des Geldes geborgt hatte und die Schulden volley auf den Klub überschrieb, wurde von heute auf morgen aus dem gesündesten Fußballklub der Welt einer der kränksten. Mit drastisch erhöhten Ticketpreisen, weltweiter Vermarktung der Fanartikel sowie diverser Lizenzrechte gab es fortan nur ein langfristiges Ziel: mehr Profit. Innerhalb der nächsten fünf Jahre sollte er den Umsatz um 52 Prozent steigern und der jährliche Betriebsgewinn auf 170 Millionen aufgebessert werden. Ganz so hoch war dieser in der Saison 2013/14 nicht, aber die kolportierFazit Juni 2014 /// 9


Wirtschaftsfaktor Fußball ten 140 Millionen Euro zeigen: Der Plan geht auf. Dass Manchester United diese Zahl ausgerechnet heuer erreichte, wo der Klub sportlich so schlecht platziert war wie seit 25 Jahren nicht mehr, wird Glazer egal sein. Was die erfolgshungrigen Fans des englischen Rekordmeisters von solchen Feststellungen halten, kann man erahnen.

Die Macht der Funktionäre

Mit ganz anderen Problemen hat der Fußball in Österreich zu kämpfen. In der Frühzeit des Fußballs war man hierzulande noch unter den Pionieren. Hugo Meisl, ganz nebenbei auch Erfinder der europäischen Klub-Fußball-Bewerbe, führte bereits 1925 eine Profi-Liga in Österreich an – nirgendwo sonst gab es in Kontinentaleuropa damals bezahlten Fußball. Die Amateure Wien benannten sich daraufhin in Austria Wien um und gelten heute neben dem mit Sonderstatus zu betrachtenden Mateschitz-Klub Red Bull Salzburg als professionellster Bundesliga-Verein Österreichs. Als letztes positives Relikt der Ära eines Gönners namens Frank Stronach mauserte sich Markus Kraetschmer dort in den vergangen Jahren zum einzigen Manager europäischen Formats. Während bei Rapid noch immer die Funktionäre zu viel Macht besitzen und bei vielen kleineren Vereinen meist die Unterstützung der öffentlichen Hand oder die Wirtschaftskraft in der Umgebung fehlt, um sich breiter aufzustellen, ist die Austria viel weiter. In Sachen Vereinsstruktur, Vermarktung, Stadion und Mitarbeiteranzahl in der Geschäftsstelle spielt sie in jener Liga, in der auch der einzige steirische Bundesligist gerne hin möchte. Erst im Jahr

2012 trat bei Sturm Graz der Vorstandsvorsitzende der Capital Bank und der Bank Burgenland, Christian Jauk, an, um den Verein auf eine breitere, professionellere Basis zu stellen. Weg von der Entscheidungsgewalt von ehrenamtlichen Vorständen, hin zu einem Unternehmen mit Geschäftsführern mit Aufsichtsrat. Wie schwer dieser Weg sein kann, musste man in den vergangenen Monaten mehr als einmal feststellen – wie eine Vielzahl an ehemaligen Mitarbeitern auf Vorstands-, Aufsichtsrats- und tagesgeschäftlicher Führungsebene beweisen. Die Krise von Sturm in den vergangenen beiden Jahren wirkt dabei vor allem deshalb fast ironisch, weil sie den Verein just nach der erfolgreichsten Zeit der jüngeren Klubgeschichte mit dem Cup-Titel 2011 und dem Meistertitel 2012 erreichte. Aber wenigstens hatte man es probiert – was man bei der österreichischen Profi-Liga in Frage stellen darf. Vor etwa einem Jahr hätte der österreichische Klubfußball reformiert werden können. Der Weg für ein neues Format schien geebnet – auch weil sich eine Vielzahl der Klubs, die Neuerungen selbst mitbeschließen, Änderungen gewünscht hatte. Die Idee war es, statt einer ersten und einer zweiten Leistungsstufe mit je zehn professionellen Fußballklubs nur eine, 16 Vereine umfassende erste Profi-Liga zu etablieren. Dadurch hätte man nicht mehr wie bisher vier Mal im Jahr gegen denselben Verein gespielt, sondern nur zwei Mal – was selbst ein Gastspiel von wenig attraktiven Gegnern aus der Provinz wie des SV Grödig oder des Wolfsberger AC attraktiver machen hätte können. Ganz zu schweigen vom dicht gedrängten Terminplan, der aufgrund von sechs Spielen weniger im Jahr ausgedünnt worden wäre und die großen infrastrukturellen Proble-

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Wirtschaftsfaktor Fußball me mit fehlenden Rasenheizungen und damit verbundenen Spielabsagen im Winter lösen hätte können. Doch die Reform blieb aus. Selbst der Präsident der Bundesliga, Hans Rinner, sprach von einem »Kompromiss«, der »kein großer Fortschritt« sei. Ein paar Monate später meldete sich der Bundesliga-Vorstand Georg Pangl mit einem Interview zum Thema zu Wort. Er forderte von den österreichischen Klubs »den professionellen Zugang zum Fußball, der notwendig ist«. Die einvernehmliche Trennung zwischen Pangl und der Bundesliga folgte nur wenige Tage nach der Veröffentlichung seiner Gedanken. Stimmen wurden laut, dass hier einer etwas ändern wollte, aber nicht gehört werden sollte. Als die englische Premier League 1992 gegründet wurde, hatte die österreichische Liga übrigens auch eine Reform vor sich. Aus der zwölf Teams umfassenden 1. Division wurde die Bundesliga mit nur zehn Mannschaften. Auch über Fernsehgelder durften sich die heimischen Klubs bereits freuen – 19 Millionen Schilling zahlte der ORF jährlich an alle Klubs aus. Einen Markt, der den Preis nach oben treiben hätte können, gab es noch nicht. Während in England und Deutschland schon längst eine Schlammschlacht um die TV-Gelder eröffnet war, traute man sich hierzulande nämlich nicht einmal aus der Kabine. Als letzter Staat Europas ließ Österreich erst Anfang der Nullerjahre flächendeckend Privatfernsehen zu. Und als dieses mit ServusTV dann vor zwei Jahren erstmals ein umfangreiches Angebot für den neuen TV-Vertrag abgab, entschied man sich, alles beim Alten zu belassen und dem ORF sowie dem Bezahlsender Sky die Treue zu halten. Warum, weiß nur die Bundesliga selbst. Denn das finanziell lukrativste Angebot für die Vereine kam nicht aus Wien, sondern aus Salzburg. n

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Ich habe es satt, dass Nagl ständig unfinanzierbare Fantasieprojekte ins Spiel bringt!

Fotos: graz.at, Fazit/Thurm, SPÖ

Haben wir wirklich die Regierung, die wir verdienen? Für einen Lacher sorgte kürzlich Familienministerin Sophie Karmasin, als sie den „Tag der Arbeit“, den 1. Mai, durch den „Tag der Familie“ am 15. Mai ablösen lassen wollte. Damit hätte Karmasin ihren Namenstag als „Tag der kalten Sophie“ zum Feiertag erhoben. Die Frau hat Chuzpe, doch während es sich bei ihrem Vorschlag um einen harmlosen Unfug handelte, kostet uns das, was die Regierungsspitze täglich abliefert, nicht nur jede Menge Geld, sondern vor allem Zukunft. Angeblich hat ja jedes Volk die Regierung, die es verdient! Da müssen wir Österreicher uns wohl die Frage gefallen lassen, ob wir in einem früheren Leben nicht alle Brandschatzer und Plünderer gewesen sind. Denn wir werden von einer großen Koalition heimgesucht, die aus Rücksicht auf ihre schrumpfende Klientel und wegen ihres mangelnden Durchsetzungsvermögens in so gut wie allen Bereichen nachhaltige Reformen verhindert. Wir haben das teuerste, aber dafür ineffizienteste Bildungssystem der Welt. Peinlichkeiten wie die mangelnde Evaluierung der Neuen Mittelschule oder das Chaos bei der Zentralmatura sind nur kleine Symptome für die Inkompetenz in diesem Bereich. Die Verwaltungsreform wird angekündigt, findet aber nicht statt. Aus Feigheit vor den älteren Wählern schlittert das Pensionssystem in die Unfinanzierbarkeit. Ein weiteres Milliardenloch droht bei der Pflegefinanzierung, und auch bei der Gesundheitsreform geht nichts weiter. Obwohl die Steuereinnahmen sprudeln wie nie zuvor, gerät das Budget immer weiter aus den Fugen. Dass sich Finanzminister Michael Spindelegger dann auch noch still und heimlich in einem Brief an die EU-Kommission wendet und darum ersucht, von Sanktionen für Österreich abzusehen, weil der mit der EU vereinbarte Budgetpfad nicht gehalten werden kann, ist eine weitere Peinlichkeit. Er, Spindelegger, will ohnehin für weitere Einsparungen sorgen und spätestens 2016 sei 12 /// Fazit JUNI 2014

Stadtrat Mario Eustacchio, FPÖ

Österreich mit dem Budget wieder auf Kurs. Ob Michael Spindelegger beim Erscheinen von FAZIT 103 – drei Tage nach der EU-Wahl – noch ÖVP-Chef ist? Schon möglich! Denn wer, wenn nicht er, will schon eine dermaßen kaputte Partei anführen? Neuerdings wird jedenfalls nicht mehr Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner als wahrscheinlichster Nach-

SPÖ-Wählerschaft nämlich, dass sie eine Steuerreform tatsächlich mit einer Vermögensabgabe gegenfinanzieren kann und der Finanzminister darauf verzichten kann, auch die gesellschaftliche Mitte abzugreifen. Die SPÖ hat Sozialausgaben und Pensionen für ein paar Stimmen bei den jeweiligen Wahlgängen längst in unfinanzierbare Höhen getrieben. Das ist der

Was sind schon ein paar Pensionsmilliarden aus dem Steuertopf, wenn es der SPÖ zusätzliche Stimmen bringt? folger genannt, sondern Klubobmann Reinhold Lopatka. Er ist Steirer und soll in keiner Abhängigkeit von Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll stehen. Außerdem munkelt man, dass sich Pröll als Preis für Lopatka von den VP-Landeschefs die Zusage zu seiner Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl geholt haben soll. Mehr Netto vom Brutto! Und was ist mit den Lohnnebenkosten? Während der ÖVP die Wähler davonlaufen, weil diese ihr die dringend notwendigen Reformen nicht zutrauen, hat die SPÖ ganz andere Sorgen. Bundeskanzler Werner Faymann hat seinen Anhängern so viel Sand in die Augen gestreut, dass denen inzwischen oft gar nicht mehr klar ist, dass das mit den Reichensteuern nur ein Wahlkampfgag war. Inzwischen glauben weite Kreise der alternden

wahre Grund für das finanzielle Debakel, in dem sich Österreich befindet. Genau wegen dieser Politik laufen der SPÖ die Arbeiter davon. Denn die Sozialversicherung nimmt 21 Prozent des Bruttobezuges und der Eingangssteuersatz beträgt unglaubliche 36 Prozent. Selbst gering verdienende Vollzeitbeschäftigte kommen so auf eine Abgabenlast von deutlich über 50 Prozent von jeder Lohnkostensteigerung. Da sind die Dienstgeberanteile, die der Arbeitgeber zusätzlich entrichten muss, noch gar nicht mitgerechnet. Immer mehr Arbeitgeber haben aber inzwischen damit begonnen, ihren Arbeitnehmern die tatsächlichen Kosten, die sie für ihren Betrieb verursachen, aufzuschlüsseln. Zu den Bruttolohnkosten kommen daher noch einmal unglaubliche 31 Prozent an Lohnnebenkosten dazu. Da ist einmal der Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung von 21,8 Prozent, die Kommunalsteuer


Politicks

Mit Johannes Tandl

von 3 Prozent, der Beitrag zur Mitarbeitervorsorgekasse von 1,53 Prozent, der Dienstgeberbeitrag zum Familienlastenausgleichsfonds von 4,5 Prozent und dann noch der ominöse weitere Zuschlag zum Dienstgeberbeitrag von 0,4 Prozent. Vor diesem Hintergrund ist es nur zu verständlich, dass immer weniger Steuerpflichtige ein Verständnis für die Verschwendungssucht der öffentlichen Hand aufbringen – ganz egal, ob sie irgendwann einmal schwarz, rot oder irgendetwas anderes gewählt haben.

Eustacchio bringt Nagl in Bedrängnis Der Grazer FPÖ-Chef Mario Eustacchio hat die Rathauskoalition gesprengt. Gut möglich, dass er sich tatsächlich so sehr über die Spielchen der ÖVP geärgert hat, dass ihm der Kragen geplatzt ist. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass ihn taktische Überlegungen zu seinem Schritt getrieben haben. Denn Eustacchio will Bürgermeister werden. Das sagt er jedem, der es von ihm hören will. Dass Siegfried Nagl – wenn die vermuteten Vereinbarungen halten – spätestens im Herbst die Nachfolge von LH-Vize Hermann Schützenhöfer antreten soll, wird den FPÖ-Plänen weiteren Auftrieb geben. Denn wann, wenn nicht jetzt, kann man die Grazer ÖVP auf dem falschen Fuß erwischen? Schließlich hat Nagl nun über 10 Jahre lang die Grazer Politik geprägt. Er hat drei Gemeinderatswahlen geschlagen und es vor eineinhalb Jahren trotz deutlicher VP-Verluste geschafft, mit großem Abstand die Nummer Eins in der steirischen Landeshauptstadt zu bleiben. Wenn es Eustacchio tatsächlich schafft, Neuwahlen vom Zaun zu brechen, hat ein potenzieller Nagl-Nachfolger kaum die Chance, sich entsprechend zu profilieren. Ein neuerliches Antreten von Nagl kann aus heutiger Sicht ausgeschlossen werden. Der Grund dafür ist die Halbwertszeit, die jeden Politiker ereilt, wenn er zu lange in einer Position verweilt. Denn in aller Regel lieben die Wähler zwar Kontinuität – aber nur zehn Jahre lang. Außerdem hat Nagl die Kronen Zeitung so nachhaltig gegen sich aufgebracht, dass

sämtliche Versuche, Chefredakteur Christoph Biro diesbezüglich zu mehr Objektivität zu bewegen, vorerst gescheitert sind. Dazu kommt die Gefahr, die von den NEOS für die ÖVP ausgeht. Die junge Partei hat es in den Städten bisher recht erfolgreich geschafft, sich als urbanere Volkspartei zu positionieren – mit Inhalten, die jenen der Volkspartei ziemlich ähnlich sind, und zum Teil sogar mit Leuten, die sich bereits einmal für die ÖVP engagiert haben; jedoch ohne die alten Zöpfe, welche die ÖVP nicht abschneiden darf, weil sie ansonsten fürchten muß, die Bauern, die Beamten oder die Lehrer als Wähler zu verlieren. Doch auch die Grünen, die bisher beim Aufsammeln frustrierter christlich-sozialer Ex-ÖVP-Wähler fast ein Monopol besaßen, müssen die NEOS fürchten. Und auch die SPÖ hätte wohl nicht viel zu lachen, wenn in wenigen Wochen Gemeinderatswahlen wären. Im Showdown um den Bürgermeistersessel zwischen Eustacchio und wem auch immer von der ÖVP bliebe nämlich nicht viel Platz für SPÖ-Chefin Martina Schröck. Und so wird es in Graz – zumindest bis zur Landtagswahl im Herbst 2015 – wohl das „freie Spiel der Kräfte“ geben. Das ist dann zwar die teuerste Spielart einer VP-SPKoalition, weil nicht nur die eigenen Klientelen, sondern abwechselnd auch jene der jeweiligen Mehrheitsbeschaffer bei Grünen, Freiheitlichen und Kommunisten befriedigt werden wollen. Wenn es daher vorerst nicht zu Neuwahlen kommt, ist das für FP-Chef Mario Eustacchio auch kein Beinbruch. Eustacchio ist volksnah, verbringt viel Zeit in der Stadt „bei den Menschen“ und wird auch bei Nichtfreiheitlichen als smarter Politiker ohne allzu xenophobe oder radikale Ansichten wahrgenommen. Das bürgerliche Lager ist in Graz ohnehin seit jeher in einen eher christlichsozialen Block und in einen eher nationalen Block gespalten. Die Grenzen dazwischen verlaufen fließend. Um es in Graz als Bürgerlicher auf den Bürgermeistersessel zu schaffen, muss man bei beiden Gruppen mehrheitsfähig sein. Das war sowohl bei Alexander Götz der Fall als auch bei Siegfried Nagl. Und bei Mario Eustacchio ist es möglicherweise nicht anders.

Mario Eustacchio von der FPÖ will Grazer Bürgermeister werden …

… und erwischt Bürgermeister Siegfried Nagl, der als Schützenhöfer-Nachfolger gehandelt wird, auf dem falschen Fuß.

Fazit JUNI 2014 /// 13


Kurz & News

Elefantenrunde der steirischen EU-Spitzenkandidaten im Europahaus Das Europahaus Graz lud zur Elefantenrunde der steirischen EUSpitzenkandidaten. „Es war mir ein besonderes Anliegen, dass Sie sich vor Ihrer Wahlentscheidung ein besseres Bild machen können. Nur wer wählen geht, kann mitbestimmen, welcher Kurs in der EU zukünftig eingeschlagen wird“, sagte die Vorsitzende des Europahauses, Barbara Eibinger, in ihrer Begrüßung. Am Podium diskutierten Beatrix Karl (ÖVP), Jörg Leichtfried (SPÖ), Georg Mayer (FPÖ), Thomas Waitz (Grüne) und Stefan Windberger (NEOS) angeregt. Themen der Debatte waren u. a. die Wahl des österreichischen Kommissars, die politische Situation in der Ukraine und wie die EU damit umgeht. Die zahlreichen Gäste nutzten die Gelegenheit, um im Plenum Fragen zu stellen. Das Europahaus Graz leistet das ganze Jahr über Informationsarbeit zum Thema „Europa“. Neben dem jährlichen Europa-Kino gibt es viele Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Europaakademie, bei der zuletzt slowenische Schülerinnen und Schüler zu Gast waren.

Zu einer spannenden Diskussion entwickelte sich die Veranstaltung „Die gekaufte Wissenschaft“ im Rahmen der Reihe „Forum JOANNEUM RESEARCH“. Als Keynote-Speaker fungierte kein Geringerer als Philosoph Konrad Paul Liessmann, der mit seinen Thesen durchaus polarisierte. Weitere Impulsvorträge von Volker Gräger (NXP Semiconductors Austria), TU-Rektor Harald Kainz, Rektorin der KF-Uni Christa Neuper und Roland Sommer (AVL List) sorgten, moderiert von JR-Geschäftsführer Wolfgang Prybil, für eine rege Publikumsbeteiligung .

30 Jahre Latschenhütte Die Latschenhütte der Familie Pierer auf der Teichalm feierte am 25. April ihr 30-jähriges Bestehen! Die Mode-Designerin Lena Hoschek entwarf zu diesem Anlass das neue LAHÜ-Jubiläumsdirndl, das am 25. April 2014 offiziell präsentiert wurde. Die dezenten Farben Grün und Blau stehen als Sinnbild für das Wasser des Teichalmsees und die satten Almwiesen. Das Dirndlkleid wird als „Limited Edition“ mit nur 30 Stück geführt und wurde exklusiv für die Familie Pierer designt. Darüber hinaus finden noch das ganze Jahr über einzigartige Veranstaltungen rund um das Entstehungsjahrzehnt – die 80er Jahre – statt! 14 /// Fazit JUNI 2014

fit2work-Beratung wird ausgebaut Die fit2work-Beratung zahlt sich für alle aus: Gesunde Arbeitnehmer haben länger

Umsatzrückgänge in der Papierindustrie 2013 Bei ihrer Pressekonferenz legte Austropapier wenig erfreuliche Zahlen für die heimische Zellstoff- und Papierindustrie zum Jahr 2013 vor. „Der Produktionsrückgang von 3,3 Prozent auf 4,8 Millionen Tonnen ging mit einem fast ebenso hohen Absatz- und Umsatzrückgang einher“, bedauerte Wolfgang Pfarl, Präsident von Austropapier. Max Oberhumer, GF von Sappi Austria, warnte: „Durch die Förderung der Verbrennung von Holz wird uns der Primär-Rohstoff entzogen, sodass langfristig eine ernsthafte Gefährdung einzelner Standorte unserer Industrie entsteht.“ Tatsächlich mussten 2013 mehr als 40 Prozent des Gesamtbedarfs importiert werden. Freude an der Arbeit. Unternehmen profitieren von einer verbesserten Arbeitsfähigkeit und weniger Krankenständen. „fit2work“ greift bei gesundheitlichen Problemen mit einer kostenlosen Beratung den Betroffenen unter die Arme. Jetzt auch in der Südsteiermark: Case-Managerin Elisabeth Horvath, die mit 7. Mai mit „fit2work“ am neuen, mittlerweile siebten steirischen Standort Leibnitz in die Startphase ging, entwickelt mit Betroffenen einen Maßnahmenplan und begleitet bei dessen Umsetzung.

Fotos: Foto Fischer, JOANNEUM RESEARCH/Lunghammer, Christian Husar, Harald Eisenberger, fit2work

Podiumsdiskussion: „Die gekaufte Wissenschaft“


Foto: VP-Landtagsklub

Kurz im Gespräch mit

Foto: ARBÖ Steiermark

»Mit der personellen Aufstockung in den Prüfzentren wollen wir einen klaren Weg hin zu noch mehr Qualität für unsere Mitglieder gehen, ganz nach dem Motto: Wir bemühen uns mehr! Das Dienstleistungsangebot erstreckt sich von § 57a-Begutachtungen, Ankaufstest, Spurvermessung bis zur Windschutzscheibenreparatur und vieles mehr.« Gernot Erlach

Der ARBÖ Steiermark auf Erfolgskurs Der allgemeinen Wirtschaftslage zum Trotz setzt der ARBÖ Steiermark mit Geschäftsführer Gernot Erlach und Präsident Ernst Rath auf eine Qualitätsoffensive: mehr Personal, Modernisierung und Erweiterung des Fuhrparks (Leihmobile für Mitglieder) und Ausbau des Serviceangebotes für die ARBÖ-Mitglieder.

S

eit gut einem Jahr steuert der erst 34-jährige Gernot Erlach als Landesgeschäftsführer den ARBÖ Steiermark und schafft die Trendwende in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten. Sein (Erfolgs-) Rezept: mehr Qualität durch eine kräftige Aufstockung mit über 30 zusätzlichen MitarbeiterInnen und durch verbesserte Angebote für die ARBÖ-Mitglieder und alle, die es werden wollen. Die Prüfzentren in Graz, Deutschlandsberg, Eisenerz, Hartberg, Leoben, Liezen und Feldbach wurden personell aufgestockt. Das Prüfzentrum Weiz wird an einem neuen Standort bis Herbst neu errichtet. Beim 1-2-3ARBÖmobil (gratis Ersatzauto) können Mitglieder auf neue attraktive Modelle wie Opel Adam oder Opel Insignia zurückgreifen. Im ARBÖ Fahrsicherheits-Zentrum

Steiermark in Ludersdorf stehen seit April schnittige BMW für ein Training bereit. Im Bereich Interessenvertretung versteht sich der ARBÖ Steiermark als kompetenter Verkehrsklub und trägt mit Aktionen wie „Schlaglöcher ade“ und der MotorradAktion „ProBike2014“ wesentlich dazu bei, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Informationen unter Tel. 050-123-2600 www.arboe-steiermark.at Fahrsicherheitszentrum online: www.fsz-steiermark.at

Barbara Eibinger Klubobfrau der ÖVP-Fraktion im Steiermärkischen Landtag

Die Bundes-ÖVP macht den Eindruck, als kümmere sie sich um alles und jeden, nur nicht um die bürgerlichen Wähler. Warum sollen die Konservativen eigentlich noch schwarz wählen? Unsere Säulen, wie die ökosoziale Marktwirtschaft, Familie, Nachhaltigkeit und Wirtschaftskompetenz, sind nach wie vor aktuell – auch bei jungen Menschen. Es geht aber um das „Wie“ und darum, diese wieder erkennbar hervorzustreichen. Einige Bürgermeister, deren Gemeinden zusammengelegt werden, bekämpfen die Fusion jetzt vor dem Verfassungsgericht. Wie will die ÖVP die Parteibasis in diesen Gemeinden zurückgewinnen? Reden, reden und nochmals reden. Das Wichtigste ist es, die Möglichkeiten und Perspektiven aufzuzeigen, welche die neue Gemeinde bietet, und so doch noch von der Fusion zu überzeugen. In 15 Monaten stehen die nächsten Landtagswahlen an. Was muss die Reformpartnerschaft bis dahin noch umsetzen? Die größte Aufgabe wird das Budget für 2015 sein. Hierfür haben wir uns von Beginn der Reformpartnerschaft an ein Nulldefizit vorgenommen, was einen wahrlichen Kraftakt bedeutet.

Vorarlberg hat kürzlich die Einsetzung von U-Ausschüssen als Minderheitsrecht beschlossen. Wie sieht es diesbezüglich in der Steiermark aus? Dieses Minderheitsrecht besteht bei uns bereits. Fazit JUNI 2014 /// 15


Graz hat‘s

Jobticket – stressfrei und nachhaltig in die Arbeit D

SICHER & PREISWERT ZUR ARBEIT

achtzigzehn | Bezahlte Anzeige | Foto: Joel Kernasenko

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Mobilitätsvorteile für Ihr Unternehmen und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ihre Chance: Kaufen Sie als Unternehmen Holding Graz LinienJobtickets und profitieren Sie unter anderem von der Ausweitung der neuen Pendlerförderung. Alle Infos dazu finden Sie auf www.holding-graz.at/jobticket. In Kooperation mit

16 /// Fazit JUNI 2014

Monatskarte, die für die Zonen des Steirischen Verkehrsverbunds ausgestellt wird. Unternehmen können mit Jobtickets eine nachhaltige Sozialleistung anbieten und zugleich ihrer Verantwortung im Umweltschutz gerecht werden. Die Vorteile: Die MitarbeiterInnen kommen stressfreier in die Arbeit, müssen für das Ticket keinen Sachbezug versteuern und benötigen keinen Firmenparkplatz. Unternehmen erhalten gestaffelte Rabatte – und sie können diese Sozialleistung als Betriebsausgabe absetzen. Kurz gesagt: eine Win-winSituation. Die VertriebsmitarbeiterInnen der HGL beraten Sie gerne unter: Telefon +43 316 887-4262 oder per E-Mail unter: vertrieb@holding-graz.at

Ein Kreativ-Wettbewerb für Kinder und Jugendliche im Rahmen von „100 Jahre Flughafen Graz“ brachte reiche Ernte. 70 Schulen und Kindergärten haben sich mit insgesamt 1.256 Exponaten am Wettbewerb beteiligt. Die Erwartungen der Initiatoren – Büro der Landesschulrätin, Kulturamt der Stadt Graz, Kulturvermittlung Steiermark sowie Flughafen Graz – wurden damit weit übertroffen. Ausgewählte Werke sind derzeit am Flughafen Graz und dann ab 25. Juni in der Jugendgalerie im Grazer Rathaus zu bewundern.

Lauffest beim Grazer Raiffeisen Businesslauf Hunderte Zuschauer feuerten die über 5000 LäuferInnen aus 37 Nationen an. Bei den Herren siegte das Team caroptic.at, der schnellste Einzelläufer war Thomas Rossmann in 11:52,5. Bei den Damen gewann das Team HRC-Raiffeisen, schnellste Dame war Maria Hochegger in 13:46,6.

Fotos: Kanal3, Stadt Graz/Fischer, Flughafen Graz, GEPA Pictures, Robert Frankl, SEGWAY CENTER GRAZ

Flughafen Graz – Magnet der Träume

Foto: Holding Graz

as Jobticket der HGL kann bisher als Erfolg bezeichnet werden. Bereits seit dem Start 2013 haben die HGL 2.500 Jobtickets verkauft und zahlreiche Unternehmen und Institutionen wie das LKH Graz, die TU Graz und die FH Joanneum von diesem tollen Produkt überzeugt. Das Jobticket ist eine persönliche oder übertragbare Jahres-/Halbjahreskarte bzw.


Foto: Citycom

Kurz im Gespräch mit Dipl.-Ing. Igo Huber Geschäftsführer der Citycom Telekommunikation GmbH

Stadtteil Reininghaus: Jetzt geht’s los

kanal3 Regionalfernsehen startet neu in Graz

Die Entwicklung des Stadtteils Reininghaus ist nicht mehr aufzuhalten: Die Grazer Erber-Gruppe präsentierte den Sieger des Architektenwettbewerbs für die Quartiere Q4a und Q1. Auf den Gründen von Graz-Reininghaus soll ein innovativer und nachhaltiger Nutzungsmix entstehen. Nach dem Entscheid der Jury ging Arch. Thomas Pucher als Sieger aus dem Wettbewerb hervor, mit einem Projekt wie es Wolfgang Erber vorschwebt: „In meiner Vision ergänzen sich in diesem Stadtteil Wohnen, Leben und Arbeiten zu einem ganzheitlichen Konzept.“ Daneben soll auch die Kultur nicht zu kurz kommen.

Kanal3 kommt nach Graz und Umgebung – an 7 Tagen sendet kanal3 rund um die Uhr wöchentliche Panoramasendungen aus Stadt und Region, aus Politik, Wirtschaft, Society, Sport und Kultur. Darüber hinaus bietet kanal3 attraktive moderierte Sendungen an wie z. B. „Biro’s Monatsrückblick“ oder die „Stadtgespräche“ mit prominenten Gästen und zu aktuellen Themen. Denn unser Leben findet nicht nur auf den großen Bühnen statt, sondern direkt vor unserer Haustüre.

Designmonat Graz 2014 Design entdecken – dazu lud der Designmonat Graz vom 30. April bis 1. Juni Kreative und Designbegeisterte aus ganz Europa ein und brachte mit seinem dichten, umfangreichen Programm alle Facetten von Design nach Graz, in die UNESCO City of Design. Der Designmonat Graz 2014 wurde international unter die „20 most vibrant design events“ – die 20 interessantesten Designfestivals – der Welt gewählt, freut sich Kultur- und Wirtschafts-LR Christian Buchmann. Einen Überblick über alle Programmpunkte gibt www.designmonat.at.

Mit Segways durch die Grazer Innenstadt Anfang Mai startete SEGYtours mit 30 SEGWAYs hochrangig bestückt seinen Kick-off im Cafe + Bar JOAN beim Joanneumsviertel und fuhr geschlossen auf den Schloßberg. Ab sofort fahren SEGYtours mit den GrazGuides Touren in und um Graz und ganz besonders auf den Schloßberg. Die Touren können von 9 Uhr bis 21 Uhr zur „Lisl“ getätigt werden. Der Tourführer von SEGYtours, Erich Schattauer, hat die GrazGuides geschult; diese wurden von StR. Mario Eustacchio, StR. Gerhard Rüsch und Tourismus-Chef Dieter Hardt-Stremayr mit den DRIVER CARDS ausgezeichnet.

Die Mittel für den Ausbau der Breitbandtechnologie sollen gekürzt werden, welche Auswirkungen sehen Sie für die steirische Wirtschaft? Ich denke, dass die steirische Wirtschaft ganz gut mit Breitband versorgt ist. Vor allem in den Ballungsräumen, aber auch in den großen Industriegebieten ist Breitband ausreichend verfügbar. Natürlich gibt es Regionen, wo es nicht so gut ausschaut. Das wird noch einige Zeit dauern, ob mit oder ohne Förderung. Für wie realistisch halten Sie das Ziel, bis 2018 alle Ballungsgebiete mit BreitbandHochleistungszugängen zu versorgen? In den Ballungsgebieten sehe ich dabei kein Problem, zumindest was die Wirtschaft betrifft. Dass es möglich sein wird, für 30 € monatlich die Privatkunden mit „echten“ 100 Mbit/s zu versorgen, bezweifle ich.

Ist der Glasfaser-Ausbau für alle ländlichen Regionen finanzierbar? Man braucht nicht überall Glasfaser. Es geht um die Verfügbarkeit von Breitbanddiensten. Ob die übers Glas kommen oder über mobile Lösungen, ist für den Nutzer zweitrangig. Zu jedem Gebäude Glas zu legen, ist unfinanzierbar und auch nicht notwendig.

Die Anbieter werben mit 150 Mbit/s oder mehr, was bringt das in der Praxis den Konsumenten? Solche Angebote werben meistens mit „bis zu“ oder haben den Vermerk „im geteilten Netz“. Das sind Angebote, die selten realisiert werden können, weil sie den theoretischen Maximalwert darstellen. Wenn 10 Nutzer gleichzeitig im geteilten Netz Videos anschauen, sinkt die Bandbreite für den Einzelnen schon auf ein Zehntel! Da bin ich für mehr Ehrlichkeit. Fazit JUNI 2014 /// 17


Kurz & News

Jedes Jahr verletzen sich rund 11.400 Österreicherinnen und Österreicher bei der Gartenarbeit so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Mit dem „Tag der Sicherheit“ am 5. Mai schafft die GRAWE zusammen mit den Österreichischen Länderversicherern mehr Sicherheitsbewusstsein und gibt Tipps, wie es mit der sicheren Gartenarbeit klappt. „Ein Unfall bei der Gartenarbeit gilt übrigens als Freizeitunfall – die gesetzliche Unfallversicherung bietet hier keinen Schutz!“, erklärt GRAWE-Vorstand Othmar Ederer.

„Tag der Arbeitgeber“ setzt Zeichen für Unternehmer Mit dem „Tag der Arbeitgeber“ am 30. April setzte die WKO Steiermark ein starkes Zeichen für mehr Unternehmertum. „Unsere Betriebe leisten Hervorragendes und sichern damit Wachstum und Wohlstand – dafür wollen wir uns am Tag der Arbeitgeber bedanken“, betont die Führungsspitze der WKO Steiermark. Josef Herk, Benedikt Bittmann, Jürgen Roth sowie Karl-Heinz Dernoscheg und Peter Hochegger nehmen diesen „besonderen Tag“ zum Anlass, um Bilanz zu ziehen und der Politik Empfehlungen für die Entlastung der Wirtschaft zu geben. 18 /// Fazit JUNI 2014

Riesenerfolg für SOLID Invest

Raiffeisen-Konjunkturgespräche 2014 Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG veranstaltete Ende April wieder gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung das Konjunkturgespräch Steiermark. Als Vortragende fungierten Christian Helmenstein mit „Konjunkturerholung im Stresstest“ und Karl Aiginger mit „Wettbewerbsposition Österreichs im globalisierten Europa“. Die Veranstaltung richtet sich vor allem an Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Verwaltung und fand heuer bereits zum 25. Mal statt.

Neue Ländliche Entwicklung 2020 in der Steiermark Im Rahmen seiner Österreichtour besuchte BM Andrä Rupprechter die Steiermark, um über die Zukunft der österreichischen Agrarpolitik zu informieren. Den Steiermark-Tag absolvierte BM Rupprechter mit LR Johann Seitinger und LK-Präs. Franz Titschenbacher. Am Programm standen Betriebsbesuche und Gespräche mit Vertretern der steirischen Agrarwirtschaft. Den Abschluss bildete ein Informationsabend für die Bäuerinnen und Bauern in der Steinhalle Lannach.

Grund zur Freude für das international tätige Unternehmen SOLID: Sechs Monate nach dem Startschuss für SOLID Invest, dem österreichweit ersten Bürgerbeteiligungsmodell für Solarwärme-Anlagen, wurde das Investitionsziel von 1,5 Mio Euro bereits erreicht. Viele AnlegerInnen haben die mit 4,5 % pro Jahr sehr lukrative Chance, in erneuerbare Energien in Form von Solarwärmeanlagen zu investieren, genutzt. Bis spätestens 31. Mai besteht noch die letzte Chance, bei SOLID Invest einzusteigen: www.solid.at/ invest.

Shaolin-Mönche in Leoben In der Kunsthalle Leoben sind heuer bis 28. September die zwei Ausstellungen „Shaolin Mönche“ und „das chinesische Bauernjahr in Bildern“ zu sehen, die wieder viele Interessierte ansprechen sollen. Die Ausstellung „Shaolin Mönche“ bietet interessante Einblicke in das Leben eines chinesischen Shaolin-Klosters. Diese Mönche wurden von Fotografin Sabine Kress und dem Journalisten Felix Kurz für mehrere Wochen im täglichen Leben begleitet. Die zweite Ausstellung „Das chinesische Bauernjahr in Bildern“ widmet sich der chinesischen Volkskunst.

Fotos: Sense Eleven, SOLID, Foto Fischer, Arthur Mallaschitz, Steiermärkische Sparkasse, wko Steiermark, Robert Frankl, UMJ / N. Lackner, bit, BKS Bank/Dietmar Wajand, Kunsthalle Leoben

GRAWE informiert zum „Tag der Sicherheit“


Neuer AR-Vorsitzender der Steiermärkischen Sparkasse In der Hauptversammlung vom 29. April wurde Dr. Gunter Griss, bisheriger 2. Stv. des Vorsitzenden, von den Mitgliedern des Aufsichtsrates zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Gunter Griss, geboren am 1945 in Gröbming/Steiermark, ist Seniorpartner der Rechtsanwaltskanzlei Griss & Partner in Graz mit Schwerpunkten in Unternehmensrecht, Wirtschaftsrecht, Handels- und Vertragsrecht.

Human Resources Award 2014 Der Wirtschaftsbund Steiermark nahm den „Tag der Arbeitgeber“ zum Anlass, um ein steirisches Unternehmen erneut mit dem „Human Resources Award“ auszuzeichnen und setzt damit ein starkes Zeichen für die Anerkennung des heimischen Unternehmertums. Der WB-Award wurde heuer bereits zum zweiten Mal von WB-Obmann LR Dr. Christian Buchmann und WB-Direktor Mag. (FH) Kurt Egger verliehen. Ausgezeichnet wurde diesmal die in handwerklicher Raumgestaltung erfolgreiche Firma Josef Göbel GmbH aus Fladnitz.

Mit SPAR die steirische Museenwelt entdecken In Kooperation mit dem Universalmuseum Joanneum lädt SPAR zum Besuch in drei steirische Top-Museen. Die SPAR-Museumsgutscheine sind in den SPAR-Filialen erhältlich und werden zur Gratis-Eintrittskarte für eine Begleitperson. Auf dem Programm stehen das Naturkundemuseum im Joanneumsviertel in Graz, das Jagdmuseum im Schloss Stainz und das Schloss Trautenfels. Die Gutscheine liegen in allen SPARSupermärkten auf und sind bis 31. Oktober 2014 gültig.

Lehrlinge sind die „Stars of Styria“ Am 5. Mai besuchten 180 Gäste, darunter WK-Vizepräsident Benedikt Bittmann, Regionalstellenobmann Josef Eibinger und LAbg. Barbara Eibinger, die Verleihung der Stars of Styria in der S1 Lounge der Shopping City Seiersberg. Erfreuliche Bilanz: 1.576 Lehrlinge haben 2013 im Bezirk Graz-Umgebung eine Lehre absolviert, 76 davon haben sich mit ausgezeichnetem Erfolg für die „Stars of Styria“ qualifiziert. Sie wurden in 56 von insgesamt 519 Lehrbetrieben im Bezirk ausgebildet. „Für ihre Leistungen gebührt den mehr als 4.500 Ausbildungsbetrieben in der Steiermark großer Dank“, so Bittmann abschließend.

75. BKS Bank-Hauptversammlung Die 75. ordentliche Hauptversammlung der BKS Bank wählte Sabine Urnik und Heimo Penker neu in den Aufsichtsrat, Hermann Bell schied nach 42 Jahren aus. „Die BKS Bank erwirtschaftete 2013 mit einem Konzernjahresüberschuss vor Steuern von 45,5 Mio Euro das drittbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Wie gewohnt trug die BKS Bank AG den Löwenanteil dazu bei“, erklärte BKS Bank-Vorstandsvorsitzende Herta Stockbauer. Die Dividende blieb unverändert bei 25 Eurocent je Aktie.

Ein herzvoller Abend mit Musik und Literatur Mehr als 150 Gäste kamen zu einem entspannten Abend rund um „Meditationen mit Herz“ ins bit-Schulungscenter. Die Besucher wurden mit Gedichten und Geschichten von Huberta Gabalier, Bildern von Sabine Schilcher-Asen sowie von der Musikerin Hyazintha Andrej am Cello verzaubert. bit-Pressesprecher Gottfried Reyer und bit Maturaschule-Verantwortliche Sandra Breznik konnten u. a. Dir. Peter Haberer (Odilien Institut), Robert Persche und Sabine Schiffermayer (Novapark Hotel) willkommen heißen. Fazit JUNI 2014 /// 19


Logistik

DHL bietet „coole“ Ost-West-Verbindung von und nach China an DHL, der Spezialist für multimodale Transporte, bietet seinen Kunden nun eine einzigartige Lösung für temperaturempfindliche Produkte an. Diese können den neuen Service auf einer kosteneffektiven Route zwischen China und Europa ab sofort ganzjährig nutzen.

China Rail ist der schnelle Partner von DHL für Fracht-Transporte aus China.

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Fotos: DHL

HL Global Forwarding, einer der führenden Anbieter von See-, Luft- und Landfracht in Europa und Asien, geht jetzt mit seinem bislang einzigartigen temperaturkontrollierten Service für den Schienenverkehr zwischen China und Europa an den Start. Die Nutzung von China Rail über DHL-Freight bietet den Kunden dabei eine ganze Reihe von Vorteilen. Diese beinhalten Kosteneffizienz (günstiger als Luftfracht), kurze Laufzeiten (schneller als Seefracht), Zuverlässigkeit, Sicherheit, Versicherung und das Track-andTrace-System von DHL Freight. Für den Transport mit den Frachtzügen kommen DHL-Container zum Einsatz, die mit dieselelektrischen Motoren bestückt sind und es somit ermöglichen, die Temperaturen im Inneren zu kontrollieren, aufzuzeichnen und aus der Ferne zu steuern.

Heike Sommer, Managing Director AT & SI (Österreich und Slowenien) bei DHL Freight

20 /// Fazit JUNI 2014

In Sommerhitze und Winterfrost Damit bietet DHL nun ganzjährig eine multimodale Transportlösung für temperaturempfindliche Produkte, die bislang in strengen Wintern oder heißen Sommermonaten nicht über den schnellen und kosteneffektiven Korridor durch das westliche China versandt werden konn-

ten. „Erst im Mai 2013 haben wir unsere zeitsparende und CO2-effiziente, multimodale Lösung für Transporte zwischen Asien und Europa vorgestellt. Mit der Einführung des temperaturkontrollierten Güterverkehrs auf dieser Strecke bieten wir hier nun innerhalb nur eines Jahres einen nochmals verbesserten Service. Kunden auf beiden Kontinenten erhalten die gewohnte DHL-Qualität, kombiniert mit der Möglichkeit, temperaturempfindliche Produkte kosteneffektiv zu befördern – und das ganzjährig, unabhängig von den klimatischen Bedingungen, in brütender Sommerhitze genauso wie im frostigsten Winter“, erklärt dazu Amadou Diallo, CEO von DHL Freight. Modernes Track-and-Trace-System Auf der schnellsten Schienenverbindung zwischen China und Europa, dem westlichen Korridor zwischen Chengdu und Lodz, können Kunden die Umgebungstemperatur für ihre Sendungen anforderungsspezifisch zwischen minus 25 Grad und plus 25 Grad Celsius regulieren. Und das selbstverständlich auch bei extremen Außentemperaturen, die durchschnittlich von plus 26 Grad bis zu minus 17 Grad Celsius reichen. Insbesondere für den Transport von Hightech-Produkten und anderen hochwertigen Gütern ist diese Regulation in gemäßigten Temperaturbereichen oft unerlässlich. Die Transportcontainer sind leicht, aus einer Kombination von Aluminium und hochfestem Stahl gefertigt und mit einem fortschrittlichen Track-and-Trace-System ausgestattet. So lässt sich zu jeder Zeit nicht nur die exakte Position der Waren ermitteln, sondern es lassen sich auch deren klimatische Bedingungen während des Transports überprüfen und notfalls anpassen. Flotte Partner aus dem Osten Der Schienenverkehr von China nach Europa wurde im vergangenen Jahr in Partnerschaft mit YHF Logistics eingeführt, dem Betreiber des Chengdu Express Train, der entlang des westlichen Korridors in China führt. Der Service wird als schnellste Zugverbindung zwischen China und Europa bezeichnet. Die Strecke beginnt in Chengdu und endet in den intermodalen Logistikhubs von DHL im polnischen Małaszewicze und Lodz. Alternativ führt DHL Global Forwarding mit Abfahrtbahnhöfen in Shanghai, Tianjin oder Qingdao entlang der transsibirischen Nordroute nach Europa – mit etwas längeren Transitzeiten als über den chinesischen Westkorridor.


Logistik

Lagerautomation für KMU: Querdenken und Querlenken

Was macht das YLOG-Shuttle besonders? Das Besondere sind die schwenkbaren Räder, die Fahrten in Längs- und Querrichtung erlauben und auch Drehungen ermöglichen – so erreicht das YLOG-Shuttle jeden Regalplatz einer Ebene. Über spezielle Lifte wechselt das YLOG-Shuttle selbstständig die Regalebene, damit kann ein gesamtes Regal mit nur einem Shuttle automatisiert werden. Ist die Integration in ein bestehendes Lager möglich? Ja, natürlich. Mit unserer Systemlösung sind wir an keine Standardregale gebunden. Neue Regalformen ermöglichen optimale Platzausnutzung und Automatisierung. Unterschiedliche Raumhöhen und Raumlängen, quadratische Grundflächen, Bauten über mehrere Stockwerke oder sogar verwinkelte Raumsituationen stellen kein Hindernis mehr dar und können mithilfe des YLOG-Shuttles automatisiert werden. Die Lifte zur Ein- und Auslagerung können an der Längs- oder Querseite des Regals angebunden werden, was zusätzliche Flexibilität im Systemdesign ermöglicht. Hinter der YLOG Industry Solutions steht die KNAPP AG? Richtig, die YLOG Industry Solutions ist das jüngste Tochterunternehmen der KNAPP AG, die zu den weltweit führenden

Gerade mittelständische Unternehmen zeichnen sich durch ihre Dynamik und Flexibilität aus. Darauf muss auch in der Lagerautomation nicht verzichtet werden, weiß Wolfgang Skrabitz, Geschäftsführer der YLOG Industry Solutions.

Das YLOG-Shuttle eigent sich besonders für mittelständische Unternehmen im produktionsnahen Umfeld und punktet mit schwenkbaren Rädern. Anbietern intralogistischer Komplettlösungen zählt. Der Firmensitz der YLOG Industry Solutions mit der Entwicklung und Produktion befindet sich am steirischen Standort Dobl. Die KNAPP AG ist Pionier und Marktführer auf dem Gebiet der Shuttle-Technologie und ergänzt mit dem YLOG-Shuttle optimal ihr Portfolio. Video-Tipp: Scannen Sie den QR-Code und sehen Sie das YLOGShuttle in Aktion.

Fotos: KNAPP

Welchen Ansatz verfolgen Sie in der Lagerautomation für KMU? Die Shuttle-Technologie ist zum Stand der Technik in der Lagerautomation geworden. Mit dem YLOG-Shuttle lassen sich neue Lösungen für die Lagerung von Artikeln in individuellen Regalkonfigurationen realisieren. Die neuen YLOG-Shuttle-Systeme eignen sich aufgrund ihrer Kosteneffizienz vor allem für mittelständische Unternehmen in den Bereichen Industrie, Produktion und Distribution. Durch das einfache Hinzufügen weiterer Shuttles lässt sich das System skalieren und es wächst mit der Unternehmensentwicklung mit.

Wolfgang Skrabitz präsentiert das YLOG-Shuttle am Österreichischen Logistik-Tag, 26. Juni in Linz. Informieren Sie sich am KNAPP-Stand oder kontaktieren Sie Wolfgang Skrabitz direkt unter: wolfgang.skrabitz@ylog.at Fazit JUNI 2014 /// 21


Logistik

Perfekter Partner bei Nutzfahrzeugen Die Produktpalette von Mercedes umfasst nicht nur exklusive Limousinen, sondern mit dem Vito, dem Sprinter und dem Citan auch ein Nutzfahrzeugsegment, bei dem keine Wünsche und Anforderungen offen bleiben.

Mercedes Vito Kawa

Fotos: Mercedes

Mercedes Sprinter

Mercedes Citan

22 /// Fazit JUNi 2014

Das Arbeitstier – der Vito Ob auf einer Baustelle im Hinterhof oder in der engen Altstadtgasse – wer auch in schwierigen Ladesituationen auf ein hohes Transportvolumen angewiesen ist, lädt seine Güter am besten in einen Vito Worker. Er bietet die perfekte Kombination aus praktischer Größe und ergiebigem Ladevolumen. Die besonders weit öffnende Heckklappe und die große, seitliche Schiebetür ermöglichen schnelles und effizientes Beladen. » Wer sich den Vito Worker anschaffen will, wird um 16.990,– exkl. MwSt. fündig, der Basispreis für den Bus beträgt 30.490,– inkl. Nova und MwSt. Das Raumwunder – der Sprinter Der Sprinter Kastenwagen setzt Maßstäbe in Sachen Transportkapazität: Dank einer vierten Aufbaulänge und dem Superhochdach hat der Sprinter Kastenwagen ein Fassungsvermögen von bis zu 17 m³ und eine maximale Zuladung von 2.710 kg. Mit drei Radständen, vier Aufbaulängen und drei Laderaumhöhen bietet er für fast jede Transportaufgabe eine passende Variante. Mehrere bedarfsgerechte Motorisierungen und ein breites Angebot an Sonderausstattungen schaffen Kombinationsmöglichkeiten, mit denen sich unterschiedlichste Anforderungen erfüllen lassen. » Der Einstiegspreis für das Transportwunder liegt bei 20.490,– exkl. MwSt. für den Worker und bei 19.990,– exkl. MwSt. für die Pritschenvariante.

Der Alleskönner – der Citan Der Mercedes-Benz Citan zählt zu den Alleskönnern unter den Stadtlieferwagen. Neben den bereits bekannten Modellen 108 CDI und 109 CDI komplettieren nun zwei neue, starke Typen das Modellangebot: Im neuen Citan 111 CDI arbeiten 81 kW (110 PS) und im Benziner-Modell Citan 112 sogar 84 kW (114 PS). Neu ist ebenfalls der Citan als Bus mit bis zu sieben Sitzen. Seine Basis bildet die extralange Ausführung. Die neue dritte Sitzreihe im Citan setzt sich aus zwei Einzelsitzen zusammen. Sie sind unabhängig voneinander in Längsrichtung verschiebbar und können ganz nach Bedarf einzeln umgeklappt und ausgebaut werden. Ob Rollstuhl-Taxi, Werkstattwagen oder Frischdienstmobil, ob Einsatzfahrzeug für die Polizei oder Follow-me-Fahrzeug auf Flughäfen – der Citan kann (fast) alles. » Der Citan Worker ist ab 11.990,– exkl. MwSt. erhältlich. Konrad Wittwar Ges.m.b.H. Industriestraße 31 8141 Zettling Tel. (+43) 03135/51533 E-Mail info.zettling@pappas.at


Promotion

D

ie Fleischverarbeiterlehre im Grazer TANN-Werk von SPAR folgt einem durchdachten, modernen Plan, der auch die sozialen Kompetenzen der Jugendlichen fördert. Zahlreiche Goldmedaillen bei den Landes-, aber auch Bundeslehrlingswettbewerben spiegeln die konsequente Lehrlingsarbeit von TANN wider. Dafür erhielt das Fleischwerk die Auszeichnung als „Bester Lehrbetrieb der Fleischer

Foto: SPaR

TANN Graz ist Österreichs bester FleischerLehrbetrieb! 2013“. Österreichweit! 2013 holte Hannes Grießer die Goldmedaille beim Bundeslehrlingswettbewerb der Fleischer. Am 1. April 2014 siegte Lehrling Christoph Prügger beim Landeslehrlingswettbewerb in Gleinstätten, sein Kollege Martin Scherr wurde hervorragender Dritter. Damit sind beide für den Bundeslehrlingswettbewerb im Juni in Hohenems qualifiziert. „Unsere TANN-Lehrlinge nehmen nicht nur regelmäßig an Wett-

ewald Bracher, lehrlingsausbildner im taNN-Fleischwerk, freut sich mit seinen ausgezeichneten lehrlingen Christoph Prügger (li.) und Martin Scherr. bewerben teil, sondern gewinnen diese auch sehr häufig“, freut sich Bereichsleiter Siegfried Weinkogl.

Ein besonderes Gefühl, zu gewinnen! „Die Wettbewerbe bringen einzigartige Erfahrungen mit sich“, so der TANN-„Goldjunge“ von 2013, Hannes Grießer. „Es

ist unbeschreiblich, wenn man gewinnt“, meint auch Christoph Prügger, steirischer Landessieger 2014, „im Wettbewerb mussten wir Frankfurter fertigen, Rindfleisch zerlegen und eine Barbecue-Platte gestalten. Es macht Spaß, Fleischerlehrling bei TANN zu sein!“

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Der Geschäftsführer der FH Joanneum Günter Riegler über supergrüne Absolventenquoten und die Gefahr der akademischen Überproduktion.


Fazitgespr채ch

Der Pr체fer

Von Peter K. Wagner Fotos: Marija Kanizaj

Fazit Juni 2014 /// 25


Fazitgespräch

Stille und Lehre. Die Bibliotheken dieser Welt sind andächtige Orte. An jener der Fachhochschule Joanneum geht es heute etwas lauter zu als sonst.

Während nebenan die Studierenden lesen und recherchieren, startet an einem großen Tisch ausnahmsweise der Bildungs-Dialog.

Günter Riegler erklärt Fazit, warum man Verfahrenstechniker in Zukunft

sichtbarer machen muss und seine 1995 gegründete Hochschule der Nachfrageder steirischen Wirtschaft nicht immer nachkommen kann.

Herr Riegler, als ehemaliger Student der Fachhochschule Joanneum war ich vor drei Jahren noch Stammgast in dieser Bibliothek. Ich war übrigens einer von 28 Studierenden, die 2008 mit dem Bachelor-Studiengang »Journalismus und Public Relations« begonnen haben. 26 sind fertig geworden, aber nur drei haben danach einen fixen Job gefunden. Wird an der FH wirklich für den Arbeitsmarkt ausgebildet? Ich glaube schon. Das Fachhochschulwesen ist dadurch gekennzeichnet, dass wir uns permanent weiterentwickeln müssen. Gerade jetzt haben wir wieder bei drei bestehenden Studienrichtungen die Lehrpläne angepasst. Auch im Bereich von »Journalismus und PR« orientieren wir uns derzeit um – in Richtung »Social Media« und »Content-Strategie«. Unser Ziel ist es eben nicht, den Journalisten auszubilden, der dann Taxi fährt, sondern Kommunikationsexperten für verschiedene Bereiche. Aber die FH Joanneum macht doch sicher Erhebungen, wie viele Abgänger tatsächlich in der Wirtschaft ankommen. Sind die zufriedenstellend? Im Allgemeinen muss man sagen, dass uns die Absolventen fast weggerissen werden – insbesondere im technischen Bereich. Im Engineering-Department haben wir mit Fahrzeugtechnik oder Luftfahrt Fächer, die in der Wirtschaft extrem gefragt sind. Erst vor Kurzem habe ich ein Interview mit Herrn List gelesen, in dem er sagt, dass die AVL alleine im heurigen Jahr am Standort Graz 300 Leute zusätzlich aufnehmen könnte. Der Umkehrschluss für uns ist, dass wir doppelt so viele Elektroniker oder Fahrzeugtechniker anbringen würden, als wir derzeit ausbilden. Also da mache ich mir überhaupt keine Sorgen. Dieser Bereich und auch der Bereich der Informatik ist supergrün.

26 /// Fazit Juni 2014

Was heißt supergrün denn genau? Wenn wir von der Industrie die Rückmeldung bekommen, dass sie gerne noch viel mehr Absolventen hätten. Softwaredesigner sind etwa so gefragt, dass Firmen selbst Initiativen starten, um irgendwie ihren Bedarf zu stillen. Dasselbe gilt für den Studiengang der Industriewirtschaft in Kapfenberg, wo genau die richtige Mischung aus Technik, Wissen und Wirtschaftswissen vermittelt wird. Ein weiterer Indikator ist die Messe, die hier an der FH veranstaltet wird und bei der sich die Firmen präsentieren können. Die Zahl der Unternehmen, die einen Stand wollen, verdoppelt sich laufend. Der Fachkräftemangel im technischen und technisch-wirtschaftlichen Bereich ist eben eines der größten Probleme Mitteleuropas. Wie eng werden neue Studiengänge gemeinsam mit der Wirtschaft ins Leben gerufen? Für den Start eines neuen Studiums sowie für die Reakkreditierung bestehender Studien haben wir sogenannte Entwicklungsteams. In diesen Teams sitzen Experten, die wir üblicherweise aus den Branchen selbst einladen. Zuletzt haben wir etwa das Studium »Lebensmittelmanagement« entwickelt. Das Ziel war, im Bereich der Genussregion Steiermark etwas anbieten zu können, weil viele Menschen gerne in der Lebensmittelproduktion- oder Technologie tätig sein möchten. Und wer sitzt in solch einer Expertenrunde? Wir haben eigentlich alle großen Lebensmittelproduzenten ebenso im Boot gehabt wie Lebensmittelexperten. Angefangen von der Firma Schirnhofer über den Koch Willi Haider bis zur Supermarktkette Spar. Für den Studiengang »Bankversicherung«


Heute sollte man schon mit fünfjähriger Berufserfahrung auf die Welt kommen.

Günter Riegler

Günter Riegler wurde 1966 in Graz

geboren. Er studierte Betriebswirtschaft

an der Karl-Franzens-Universität in Graz und promovierte in Wirtschafts- und So-

zialwissenschaften. Nach zehn Jahren als Senior-Manager der »KPMG AlpenTreuhand-Gruppe« war er ab 2004

sieben Jahre lang Direktor des Grazer

Stadtrechnungshofes. Seit Sommer 2011 ist er kaufmännischer Geschäftsführer

der Fachhochschule Joanneum, auf der er davor bereits als Lehrender tätig war.

Er ist verheiratet und hat eine Tochter.


Fazitgespräch haben wir Vertreter großer Versicherungen und Banken eingeladen. Diese Leute sagen uns beinhart: »Pass auf, die Vorlesung ‚Marketing‘ könnt ihr spritzen, aber macht lieber eine Vorlesung zusätzlich zu diesem Thema.« Das macht natürlich alles Sinn, weil sie am besten wissen, was die Absolventen können müssen. Insofern gehe ich so weit, dass ich verkürzt sage: Es handelt sich praktisch um eine tagtägliche Zusammenarbeit mit den Firmen, die uns jeden Tag ganz genau sagen, was sie brauchen. Brauchen wir eigentlich mehr Akademiker oder nur mehr Absolventen in den richtigen Bereichen? Ich glaube, für eine Gesellschaft ist es generell gut, mehr Gebildete zu haben. Nur ein Beispiel: Der historisch wahrscheinlich wichtigste Schritt für den Ballungsraum Graz war die Gründung der Technischen Universität. Denn die Unternehmen, die jeden Tag um Aufträge rennen, sagen Ihnen alle, dass die Steiermark nur dann als Industrieregion und Wirtschaftsmotor weiter bestehen kann, wenn sie eines bekommen: Techniker, Techniker und nochmals Techniker. Geisteswissenschafter träumen von solchen Aussagen. Natürlich werden Geisteswissenschafter nicht unbedingt immer von der Wirtschaft in diesem Ausmaß verlangt. Nicht jedes Studium ist sofort 1:1 in Münzen übersetzbar, was aber noch lange nicht dagegen spricht, zu studieren.

Aber darf man als FH dann in Bereichen, in denen wenig Bedarf an Absolventen ist, so viele potenzielle Arbeitnehmer produzieren – Jahr für Jahr? Wir produzieren ohnehin schon sehr kleine Mengen. Wir haben zum Beispiel im Industriedesign jährlich nur 18 Studierende – wir könnten auch 30 aufnehmen. Unser Leitbild war immer, dass wir lieber 18 junge Leute ordentlich ausbilden und die landen dann bei Audi oder BMW. Ihr Studiengang »Informationsdesign« etwa nimmt jährlich 60 Studierende auf – dort werden hauptsächlich Grafik-Designer ausgebildet. Vor einigen Monaten kam ich zufällig mit dem Chef-Designer einer großen und sehr renommierten Grazer Werbeagentur über dieses Studium ins Gespräch. Er hat mir gesagt, dass dort jährlich nur ein oder zwei gute Leute den Abschluss machen. Wie geht man mit so einer Feststellung um? Das ist eine Information, die ich so zum ersten Mal höre und die wir auch intern hinterfragen müssen. Es deckt sich auch insofern nicht mit unserer Wahrnehmung, als dass wir zum Beispiel bei den Red-Dot-Awards jedes Jahr eine ganze Reihe von Prämierungen bekommen. Man müsste mit so einer Agentur konkrete Gespräche führen und nachfragen, was erwartet wird. Vielleicht wird ein spezielles Profil verlangt.

Wie werden Studiengänge eigentlich evaluiert? Früher einmal gab es den Fachhochschulrat – eine Art Weisenrat, der in Wien gesessen ist und alle Studiengänge alle fünf Jahre reakkreditieren musste. Das wurde gesetzlich verändert, nun sind eigentlich die Fachhochschulen selbst dafür verantwortlich, ein Reakkreditierungsmodell zu erzeugen. Das heißt, wir sind verpflichtet, uns selbst zu hinterfragen. Unterstützt von einer Qualitätssicherungsagentur wird dann überprüft, ob die Reakkreditierung formal in Ordnung ist, und schließlich müssen wir einen Bescheid beantragen. Derzeit schicken wir alle Jahre so fünf bis sieben Studiengänge auf diese Reise. Die Herausforderung ist, zu hinterfragen, ob das, was vor fünf bis zehn Jahren gegolten hat, 28 /// Fazit Juni 2014

auch heute noch am Arbeitsmarkt erwartet wird. Es ist tatsächlich so, dass sich unsere Lehrziele laufend ändern.

Auch die Lehrveranstaltungen werden evaluiert – von den Studierenden selbst. Inwiefern hilft das bei der Weiterentwicklung der Studiengänge? Diese Evaluierungen betreffen vor allem die Lehrenden. Sie führen zu Feedbackgesprächen zwischen den Institutsleiter und unseren Vortragenden. Und wenn es nicht passt, wird eben ausgetauscht. Im 21. Jahrhundert reicht es nicht mehr, ein guter Experte eines Fachgebiets zu sein. Ich habe Betriebswirtschaft an der Karl-Franzens-Universität in Graz studiert. Da gab es Vorträge mit Top-Experten, die aber Schlaftabletten ohne Ende waren. Wenn Sie jetzt noch einmal jung wären, würden Sie die Universität oder die Fachhochschule vorziehen? Dazu muss man sagen, dass heutzutage junge Menschen sich ganz anders einem Studium nähern. Was unter den ersten fünf bis zehn Suchergebnissen auf Google zu finden ist, kommt in Frage. Aber zu mir: Ich wollte Wirtschaft studieren, das wusste ich. Und so hat es nur die Wahl gegeben zwischen Graz und Wien. Da mich die Wissenschaft stark gereizt hat und ich ein Doktorat machen wollte, wäre heute wie damals die Universität der Weg für mich. Wobei auch hier die Durchlässigkeit mittlerweile massiv ist. Wir haben irrsinnig viele junge Studierende, die bei uns den Bachelor machen und dann zum Mastermachen auf die Uni gehen. Und wir haben auch eine ganze Reihe von Leuten, die bei uns studiert haben und dann ein Doktorat gemacht haben.

Sollte man nicht eigentlich zuerst auf die Universität für den Bachelor und danach auf die FH? Mein Tipp ist es, auf der FH zu probieren. Und zwar deshalb, weil man den unglaublichen Vorteil eines sehr exklusiven Studiums hat. In einer BWL-Vorlesung des ersten Studienjahrs sitzen 700 Studierende. Auf der FH Joanneum befinden sich maximal 60 Studenten im Raum. Die Infrastruktur hat also wesentlich mehr für sich. Viele straucheln, wenn sie auf die Uni gehen, weil sie von der Schule kommen und von dort ein relativ fixes Programm gewohnt sind. Auf der FH ist das ähnlich, wer das als Luxus sieht, wird sich über FH-Strukturen freuen können. Besonders spannend wird die Frage beim Studium der Architektur. Das gibt es in Graz auf der FH und auf der Technischen Universität. Warum etabliert man einen solchen Studiengang überhaupt? Man muss dazusagen, dass wir im Bachelor Baumanagement anbieten und erst im Master Baumanagement oder Architektur – wobei Architektur der deutlich kreativere Studiengang ist. Aber klar, ein junger Architektur-Absolvent, der in Graz bleiben möchte, wird es schwer haben. Der wird einige Jahre vermutlich zum Teil in prekären Werkvertragverhältnissen arbeiten. Wenn du aber woanders hinziehst, wo es keine TU und keine FH gibt – wie etwa nach Oberösterreich – sieht es schon ganz anders aus. Natürlich muss man wachsam sein und keine Überproduktion fördern. Das bringt uns aber zu einem grundsätzlichen Thema, nämlich die Frage, wie weit eine Studienentscheidung primär eine Sache der persönlichen Vorliebe sein soll. Also wie sehr soll eigentlich der Staat oder letztlich der Steuerzahler ein Mitspracherecht haben. Aber macht man nicht das, was man gerne macht, immer am besten? Ja, wenn man mit offenen Herzen auf die Sache zugeht. Es gibt den berühmten Spruch »Augen auf bei der Berufswahl«. Ich kenne


Fazitgespräch Menschen, die haben irgendwann etwas studiert, weil ihre Eltern das so wollten, und anschließend lebenslang einen Job gemacht, der ihnen eigentlich keinen Spaß macht. Das sollte natürlich nicht sein. Aber die meisten jungen Menschen wachsen auf und lernen lediglich vier Jobs kennen: Arzt, Lehrer und die Berufe von Vater und Mutter. Wenn man Verfahrenstechniker nicht sieht, gibt es sie im Weltbild eines jungen Menschen auch nicht. Deshalb ist es unsere Aufgabe als Fachhochschule, etwa mit einem Tag der offenen Tür oder anderen Werbemaßnahmen auf unser Angebot aufmerksam zu machen.

Dort werden auch Studiengänge wie »Hebamme« oder »Soziale Arbeit« beworben. Studiengänge, bei denen man sich denkt: Das kann man in der Praxis besser lernen. Interessant, dass Sie ausgerechnet diesen Studiengang ansprechen. Gerade die Hebammenausbildung war nämlich in manchen Teilen Europas, zum Beispiel in Nordengland, immer schon ein Universitätsstudium. Wir sind eines der letzten Länder in Österreich gewesen, das 2006 medizintechnische Dienste überhaupt akademisiert haben. Das spannende gesundheitspolitische Thema dabei ist, dass man immer aufpassen muss, dass man genügend Leute hat, die mit Patienten arbeiten wollen. Weil immer dann, wenn ein Studium auf einer Hochschule etabliert ist, wollen alle nur noch Führungs- oder Leitungsfunktionen ausüben. Aber dazu sind ja Physiotherapeuten und Hebammen nicht gedacht. Soziale Arbeit ist ein sehr spät akademisiertes Studium. Aber es gibt niemanden mehr, der das ernsthaft in Frage stellen würde, ob das eine richtige Entscheidung war.

Interessant ist auch, dass die Bezeichnung »(FH)« mittlerweile gefallen ist. Ein Master, Diplomingenieur oder Bachelor von der FH ist von jenem von der Uni ist auf einer Visitenkarte auf den ersten Blick nicht mehr unterscheidbar. Ist das nicht ein Etikettenschwindel? Nein. In Wahrheit kommt es darauf an, was im Lebenslauf steht. Wir erleben ja eine Zeit, in der man schon mit fünfjähriger Berufserfahrung auf die Welt kommen sollte. Jeder Personalchef ist schlecht beraten, wenn er sich nur darauf verlässt, dass jemand einen akademischen Grad hat. Ein abschreckendes Beispiel ist die Hochschule in Mittweida in Ostdeutschland. Das ist ein kleines Dorf, die immer schon eine kleine Hochschule hatte. Dort macht man quasi Fernstudium, es wird für die Matura eh schon das halbe Studium anerkannt, und wenn man drei Jahre Berufspraxis hat, wird das ebenfalls angerechnet. Am Schluss macht man eineinhalb Semester mit Fernkursen und ist plötzlich Diplomingenieur.

Wenn Sie so eine Geschichte erzählen, kommt ja fast ein bisschen der Aufdecker in Ihnen durch, der Sie immerhin sieben Jahre lang waren – als Direktor des Stadtrechnungshofes. Was haben Sie eigentlich an der FH Joanneum schon aufdecken können? (lacht) Sagen wir so: Der Managementjob wird einfacher, wenn man weiß, was man aus prüferischer Sicht unter guter, sparsamer und zweckmäßiger Führung versteht. Aber bei einem Job wie jenem beim Stadtrechnungshof geht es weniger darum, einen Betrug oder eine Unterschlagung aufzudecken, sondern vielmehr um die Frage, wie Systeme effizient funktionieren. Da habe ich sehr viel gelernt in der Stadt, denn der Luxus dieses Jobs war, dass

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Fazitgespräch ich querbeet von einem Abfallentsorgungsunternehmen über die Feuerwehr bis zur Zentralküche und Kindergarten alles zu überwachen hatte. Jede dieser Organisationen funktioniert irgendwie anders und erst aus dem Vergleich verschiedenster Organisationstypen lernst du etwas. Deswegen tu ich mir hier ein wenig leichter. Die Jahre bei der Stadt waren eigentlich vor allem sehr lehrreich, weil ich erfuhr, was es heißt, in verschiedenen Organisationstypen Veränderungen voranzutreiben. Unter erschwerten Bedingungen, denn der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Unternehmen ist, dass im öffentlichen Unternehmen alle deine Mitarbeiter eigentlich bis zu einem gewissen Grad deine Zahler sind. Denn jeder Mitarbeiter ist auch Steuerzahler. Auch deswegen sage ich immer, dass die Königsklasse im Management der Public Sector ist. Warum haben Sie die Königsklasse verlassen? Ich wollte nie mein Leben lang der Kontrolleur sein. Ich bin mit 38 Jahren Rechnungshofdirektor geworden. Wahrscheinlich wäre es sogar besser gewesen, wenn ich schon eine größere Zahl an Jahresringen gehabt hätte und es erst mit Fünfzig gemacht hätte.

War das der Grund für Ihren Abschied? Nein, nicht falsch verstehen, ich war zuvor zehn Jahre lang im höheren Management und habe die Mindestanforderung auf jeden Fall erfüllt und es hat auch gepasst. Aber es gibt im Management immer das Spannungsfeld zwischen schnell und billig. Außerdem triffst du die meisten Entscheidungen zwischen zwei Übeln, bei denen du dich für das geringere entscheidest. Wenn einer fünfzig

ist, hat er vielleicht mehr Erfahrung und erkennt mehr, dass es auch einmal dieses pragmatischen Zugangs bedarf.

Was ältere Menschen meist auch pragmatischer sehen als jüngere, ist die Frage nach Studiengebühren. Sind Sie dafür? Ja, weil die Studiengebühren bei weitem nicht kostendeckend sind. Ein Studienplatz kostet bei uns zwischen 6.000 und 14.000 Euro pro Jahr. Die Studiengebühr wäre 360 Euro pro Semester. Das heißt, bei der Studiengebühr geht es nicht um Kostendeckung und Privatisierung, sondern darum, dass ein Student sagt: »Ich bemühe mich, flotter und konzentrierter im Studium zu sein.« Natürlich müssen Studiengebühren mit einem Fördermodell kombiniert sein, weil jungen Menschen auf keinen Fall aus ökonomischen Gründen die Chance genommen werden darf, zu studieren. Dass die Abschaffung eher ein Vorteil für Besserverdienende war, ist Faktum. Der FH Joanneum nützt es vielleicht ein wenig, dass es keine gibt, weil wir hier in Graz eine dichte Konkurrenz an anderen Hochschulen haben. Wenn wir wieder welche einführen würden, müssten wir damit rechnen, dass wir uns vielleicht eine Spur mehr bemühen müssen, um auch die gleichen Bewerberzahlen zu halten. Herr Riegler, vielen Dank für das Gespräch!

19.–22. Juni 2014: Grand Prix von Österreich

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Das Grüne Herz Österreichs pulsiert vor Aufregung, wenn sich 2014 ein Top-Event an das andere reiht: Beim Nightrace in Schladming war Spannung bis zur letzten Hundertstelsekunde garantiert, in Spielberg heulen die Motoren der Formel-1-Boliden wieder auf und beim Aufsteirern in Graz feiert die ganze Stadt das steirische Lebensgefühl. Die Steiermark – Herzklopfen in Weiß-Grün.

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Autos im Gegenwind Ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen darf maximal ein Monat ab erstmaliger Einbringung nach Österreich von einer Person mit Hauptwohnsitz in Österreich benutzt werden. Wenn das Fahrzeug nach Ablauf dieser einmonatigen Frist weiter im Inland benutzt wird, hat eine Zulassung zu erfolgen, mit der Auswirkung, dass die entsprechenden Abgaben wie Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, NoVA, motorbezogene Versicherungssteuer fällig werden. Zuletzt konnte man - gestützt auf Judikatur des EuGH - davon ausgehen, dass ein vorübergehendes Verbringen des Kfz aus dem Bundesgebiet, zB durch eine Fahrt in das Ausland, diese Monatsfrist unterbrochen hat. Der Gesetzgeber hat mit Ende März das Kraftfahrzeugsteuergesetz so geändert, dass ein Grenzübertritt keinen neuen Fristenlauf auslöst. Ob die Gesetzesänderung, wie beabsichtigt, auch tatsächlich rückwirkend mit 14.8.2002 anzuwenden ist, sollte man als Betroffener jedenfalls rechtlich

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Umwelttechnologie-Cluster auf Leitmesse in München Der Umwelttechnologiecluster „Ecoworld Styria“ gilt nach dem Mobilitätscluster als zweiterfolgreichstes steirisches Clusterprojekt. Dass das längst auch international wahrgenommen wird, zeigt eine Auszeichnung der US-Investoren-Plattform „Cleantech Group“, von der die „Ecoworld Styria“ zum weltbesten „Greentech Cluster“ gewählt wurde.

I

n der „Ecoworld Styria“ haben sich unter der Federführung der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft „SFG“ 170 Unternehmen und Organisationen zusammengefunden, um auf diesem Wachstumsgebiet strategisch zu kooperieren und gemeinsam erfolgreich zu sein. Für Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann ist die Umwelttechnologie ein wesentliches Stärkefeld der steirischen Wirtschaft und als ein Leitthema in der steirischen Wirtschaftsstrategie 2020 verankert. „Die Steiermark erwirtschaftet die Hälfte ihrer Wertschöpfung im Ausland und jeder zweite heimische Arbeitsplatz ist direkt vom Exporterfolg unserer Unternehmen abhängig“, so der Landesrat. Mit internationalen Präsentationen will das Wirtschaftsressort die heimischen Unternehmen dabei unterstützen, Grenzen zu überschreiten und Kontakte zu den wesentlichen internationalen Playern zu knüpfen. Und so nutzten die Cluster-Unternehmen die diesjährige „Ifat“ in München als eine der weltweit wichtigsten Messen im Bereich der Umwelttechnologie in München für eine Delegationsreise. Den Unternehmensvertretern bot sich die Gelegenheit, sich zu präsentieren und zu netzwerken. 27 steirische Unternehmen nahmen übrigens als Aussteller mit eigenen, teils äußerst aufwendigen Messeständen an der „Ifat“ teil. So ist das Anlagenbauunternehmen Binder & Co Weltmarktführer für Altglasaufbereitung und präsentierte 32 /// Fazit JUNI 2014

auf seinem Stand mit „Clarity nexxt“ die weltweit erste Altglassortiermaschine, die Glaskörner von nur einem Millimeter Größe trennen kann. Innovative Messeneuheiten im Bereich der Metallzerkleinerung stammten von „ATM Recyclingsystems“ in Fohnsdorf und eine weitere Technologie im Bereich der Altglassortierung präsentierte das zur „BT-Binder-Group“ gehörende Umwelttechnologieunternehmen „Redwave“. Das Voitsberger „Röhren und Pumpenwerk Bauer“ sorgte auf seinem Messestand mit einer besonders energieeffizienten Klärschlammpresse für Aufsehen und „Pro Aqua“ präsentierte die neueste Technologie, um Abwasser mittels Diamantelektroden zu reinigen. Zu den etablierten Umwelttechnologie-Unternehmen gesellen sich aber auch immer öfter innovative Start-ups wie das Grazer Biotech-Unternehmen „Bright Yellow Future“. Das junge Unternehmen schafft es unter Laborbedingungen schon heute, um 40 Prozent mehr Biodiesel aus Agrar-Abfällen zu gewinnen, als dies mit herkömmlichen Methoden möglich ist. Entwicklungsleiterin Tanja Peterschinek nutzte die Delegationsreise des Umwelttechnologieclusters, um ihre Technologie zu präsentieren und mit namhaften Investoren ins Gespräch zu kommen, die „Bright Yellow Future“ zur Finanzierung einer Pilotanlage benötigt. Für Clusterchef Bernhard Puttinger bot die „Ifat“ die Chance, den steirischen Umwelttechnologiecluster noch besser mit ande-


Industrie: Ertragslage schlecht

Foto: Ecoworld Styria

Die steirische Industrie kann gerade auf ein kleines konjunkturelles Sonnenfenster blicken, erwartet aber keinen nachhaltigen Aufwärtstrend. Den Grund für diese positive Situation sieht die IV in einer zufriedenstellenden Exportnachfrage.

D Die Steirische Delegation auf der Weltleitmesse für Abwasserentsorgung, Wasser- und Altstoffaufbereitung „Ifat“ in München. ren ebenfalls auf der Messe vertretenen internationalen Umwelttechnik-Clustern zu vernetzen: „Wir als Ecoworld Styria haben mit den führenden anderen Clustern erst kürzlich eine neue Service-Allianz ins Leben gerufen. Steirische Unternehmen haben damit nun den direkten Draht zu internationalen Umwelttechnik-Geschäftspartnern“, so Puttinger. Um das Potenzial der Steiermark im Bereich der Umwelttechnologie zu veranschaulichen, hat die Ecoworld unter dem Label „Green Tech

Valley“ den gesamten Bereich gebrandet. Denn bei uns gibt es mehr globale UmweltTechnologieführer als irgendwo sonst auf der Welt. Die 170 Unternehmen und Forschungseinrichtungen der „Ecoworld Styria“ erwirtschaften mit 39.000 Beschäftigten über zehn Milliarden Euro Umsatz im Jahr. Die wichtigsten Bereiche sind Biomasse-, Solar- und Recycling-Technologien.

ie exportorientierte steirische Industrie profitiert traditionell früher von einer internationalen Markterholung als die Binnenwirtschaft. Dem positiven Trend bei der Auftragslage steht die Befürchtung fallender Verkaufspreise in den nächsten 3 Monaten gegenüber. Die Ertragslage ist demnach wenig zufriedenstellend: „Die ausländischen Märkte sind hochkompetitiv und zwingen unseren Betrieben einen großen Wettbewerbsdruck auf“, hält IVGeschäftsführer Thomas Krautzer fest. Die schlechten Verdienstchancen sowie die damit verbundenen fehlenden Wachstumsinvestitionen wirken sich weiterhin negativ auf die Beschäftigungslage aus. So wird es bis zum Sommer keinen positiven Impuls bei den Beschäftigungszahlen im Industriebereich geben.

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Foto: FAZIT/Thurm

Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann sieht in den Forschungskooperationen der K-Zentren einen wesentlichen Schlüssel für die hohe F&E-Quote in der Steiermark.

Steiermark: Drei weitere Kompetenzzentren Eine wichtige Entscheidung für den Wirtschaftsund Innovationsstandort Steiermark hat die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) in Wien getroffen. Nach dem COMET-Programm des Bundes wurden drei weitere Projekte mit steirischer Beteiligung bewilligt.

D

ie Steiermark bleibt damit unangefochten der Forschungsstandort Nummer 1 in Österreich“, freut sich Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann. Die Kompetenzzentren sind eine steirische Erfolgsgeschichte: Seit 1999 gibt es dieses Programm des Bundes, das der verstärkten Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft dient. Die Kompetenzzentren sind ein entscheidender Motor des steirischen Innovationssystems. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Steiermark mit 4,7 Prozent die höchste regionale Forschungs- und Entwicklungsquote Österreichs hat und damit auch zu den innovativsten Regionen Europas zählt. Bund und Land stellen gemeinsam 140 34 /// Fazit JUNI 2014

Millionen Euro für die Kompetenzzentren zur Verfügung. „Das ist ein wichtiges Signal für Wachstum und Innovation in Zeiten der Budgetkonsolidierung“, so Buchmann. Die K-Zentren haben sich inzwischen auch zu einem wesentlichen Wirtschaftsfaktor für die Steiermark entwickelt. Insgesamt wird dadurch eine Wertschöpfung in Höhe von etwa 59 Millionen Euro ausgelöst. Bei den drei neuen K-Projekten handelt es sich um „EcoPowerDrive 2“, ein Projekt im Bereich von Kleinmotoren, um „Join“, ein Projekt, im Bereich Schweißen und Fügen von Werkstoffen, und um „ZPT+“, ein Projekt bei dem es um die Prüfung und Tomografie von Werkstoffen geht.

Werkstoff-Industrie rechnet mit Standortpolitik ab Zu einer Abrechnung mit der österreichischen Industrie- und Energiepolitik nutzten die beiden Voestalpine-Vorstände Franz Rotter und Franz Kainersdorfer sowie IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg eine Konferenz der österreichischen werkstofferzeugenden Industrie „Asmet“ an der Montanuni Leoben.

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sterreich falle es zunehmend schwerer, seine Innovationsführerschaft in der Werkstoffindustrie zu verteidigen, malte Asmet-Präsident Franz Rotter ein differenziertes Bild. Ohne geeignete Rahmenbedingungen sei die Industrie nicht dazu in der Lage, den Wirtschaftsstandort abzusichern. „Die Loch-auf-Loch-zuPolitik der Regierung wird zu wenig sein“, kritisierte AsmetPräsident Franz Rotter vor allem den Umstand, dass jüngst Fördermittel für die Industrie in die universitären Bereich umgeschichtet wurden. Auch der steirische IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg sieht die Wirtschafts- und Wissenschaftspolitik in Österreich auf einem völlig falschen Weg. „Es ist klar, dass beide Bereiche mehr Geld brauchen“, so Pildner-Steinburg, der die Zukunft der Industrie nur dann gegeben sieht, wenn es so wie in

Leoben ein klares Bekenntnis der politisch Verantwortlichen für den Produktionsstandort gebe. Abwanderung sei eine reale Gefahr für den Standort. Die Steiermark müsse daher um jeden Industriejob kämpfen, denn nur dort, wo es noch eine Industrie gibt, passen auch die Einkommen, „… denn mit der Herstellung von VulcanoSchinken oder dem Tourismus wird man den Wohlstand nicht halten können“, so PildnerSteinburg Voestalpine-Metal-Engineering-Vorstand Franz Kainersdorfer sieht den Schlüssel zu einer grünen Umwelt in einer Industrie, die in der Lage ist, aus den entsprechenden Werkstoffen die entsprechenden Anlagen herzustellen. So gäbe es zahlreiche Produkte zur Optimierung der Energieeffizienz ohne funktionierende Werkstoffindustrie erst gar nicht. Vor diesem Hintergrund sprach


Foto: VIPevent/Karl Morgenbesser

RBI-Chef Karl Sevelda sieht die Belastbarkeitsgrenze des Bankensektors mit der Bankenabgabe überschritten.

Foto: Freisinger

Raiffeisen gegen Bankenabgabe Asmet-Präsident Voestalpine-Special-Steel-Vorstand Franz Rotter, IV-Präsident Jochen Pildner-Steinburg, Peter Dahlmann vom Stahlinstitut des „Vereins Deutscher Eisenhüttenleute“ und Voestalpine-Metal-Engineering-Vorstand Franz Kainersdorfer forderten Rahmenbedingungen ein, unter denen die österreichische Werkstoffindustrie im internationalen Wettbewerb bestehen kann. er sich sehr deutlich gegen Klimaschutzmaßnahmen aus, die die europäische Industrie einseitig belasten, weil das nur zu weiteren Produktionsabflüssen aus der EU führen würde. Zum CO2-Ausstoß der Stahlindustrie erklärte Kainersdorfer, dass bei den meisten Produktionsprozessen die Grenzen des physikalisch Machbaren erreicht seien. Die Asmet-Mitglieder bilden mit 40 Milliarden Euro Umsatz das Rückgrat der österreichischen Industrielandschaft. Zu ihnen gehören die größten Unternehmen der Stahl- und

Kunststoffindustrie sowie die größten Anlagenbauer. Die Konferenz an der Montanuni war das Ergebnis der bewährten Kooperation im Netzwerk der Industrie mit Forschung und Entwicklung. Pildner-Steinburg lobte die Stadtväter von Leoben dafür, dass sie rechtzeitig erkannt hätten, dass eine gut aufgestellte produzierende Industrie die Grundlage für den Wohlstand der Region sei und nicht etwa der Tourismus.

RBI-Chef Karl Sevelda hält es in einem Gespräch mit dem Kurier für unzumutbar, von den heimischen Banken sowohl die Bankenabgabe als auch die Einzahlung in den geplanten Abwicklungsfonds zu verlangen. Beides zusammen sei eine glatte Überforderung des Bankensektors.

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evelda wehrt sich insbesondere gegen die Argumentation von Finanzminister Spindelegger, der die Bankenabgabe kürzlich damit gerechtfertigt hatte, dass womöglich nicht die gesamte Bankenhilfe zurückgezahlt werde. Das sei, so Sevelda, eine unzulässige Argumentation, denn man könne doch nicht eine gesamte Branche für Fehlleistungen Einzelner verantwortlich machen. Das sei so, als müsste Audi für OpelProbleme haften und Spar für die Konsum-Pleite. Jedes Jahr gebe der RBI-Konzern etwa 0,2 Prozent seines Kernkapitals

an diverse Staatsbudgets ab und irgendwann gehe das auch zulasten der Kreditvergabe, erklärt Sevelda im Kurier und sagte wörtlich: „Man will sichere Banken, andererseits sollen diese die Budgetlöcher stopfen. Das geht nicht.“ Aber in ganz Europa glaube die Politik, zulasten der Banken Popularität gewinnen zu können. Das sei sehr kurzfristig gedacht.

Fazit JUNI 2014 /// 35


Finanzen

Bank Austria unterstützt innovative Unternehmen in der Steiermark Die Bank Austria bietet Unternehmen seit Ende 2012 als einzige Bank in Österreich direkt Kredite im Rahmen des Risk Sharing Instruments (RSI) – einer gemeinsamen Initiative der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Kommission. Aufgrund des großen Erfolges und der intensiven Nachfrage wurden die Mittel dieser Initiative von 120 auf 160 Millionen Euro aufgestockt und bis Ende 2015 verlängert.

Foto: Foto Furgler

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Bernd Meister: „Wir freuen uns sehr, dass wir als einzige Bank in Österreich Kredite im Rahmen des Risk Sharing Instruments direkt anbieten können.“

nnovations- und forschungsorientierte Klein- und Mittelbetriebe oder mittelständische Unternehmen in der Steiermark haben damit zwei Vorteile: Sie erhalten durch den EIF eine sehr günstige externe Besicherung und zweitens noch attraktivere Konditionen, da die Bank Austria die Kostenvorteile aus der Garantie eins zu eins an den Kunden weitergibt. Dazu Bernd Meister, Bank Austria Regionalleiter Firmenkunden Steiermark: „Wir freuen uns sehr, dass wir als einzige Bank in Österreich Kredite im Rahmen des Risk Sharing Instruments direkt anbieten können. Damit möchten wir Unternehmer in der Steiermark motivieren, die günstigen Bedingungen für Investitionen

zu nutzen, und ihnen leistbare Kredite und attraktive Konditionen zur Verfügung stellen. Dazu kommt, dass die Kreditzinsen auf einem historischen Tiefstand sind. In Österreich sind Neukreditzinsen an Firmenkunden sogar niedriger als in den meisten europäischen Ländern, einschließlich Deutschland. Dies wird in den kommenden Monaten auch die Investitionstätigkeit der Unternehmer weiter ankurbeln.“ Ideale Partner Abgesehen von einer umfassenden Förderberatung und individuellen Finanzierungen unterstützt die Bank Austria Unternehmen aber auch bei der Umsetzung ihrer Pläne durch vielschichtige Servicetools, die bei der Analyse der

aktuellen Firmensituation rasch einen klaren Überblick verschaffen. Denn eine wesentliche Ursache für Unternehmenskrisen ist mangelnde Planung. 40 Prozent aller Insolvenzen in den letzten Jahren können auf finanzwirtschaftlichen Blindflug zurückgeführt werden. Eine der Hauptaufgaben erfolgreicher Unternehmensführung ist daher die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit. Die Bank Austria bietet daher für die Liquiditäts- und Finanzplanung professionelle Tools an.

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Mit der RatingBeratung erhalten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Bonität aktiv zu gestalten und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Der WorkingCapitalCheck verschafft einen Überblick über die Liquiditätssituation des Unternehmens und zeigt Optimierungspotenziale auf. Der PlanungsWorkshop vermittelt Kenntnisse rund um die professionelle und integrierte Finanzplanung. Der BusinessPlanner sorgt für mehr Effizienz, Flexibilität und Transparenz im Planungsprozess. Beim QuartalsReporting profitieren Unternehmen von einem integrierten, automatisierten und gecoachten Budgetierungsprozess. Die StressSimulation ermöglicht mit einfachen Szenarien einen Blick in die Zukunft. Sie hilft, Auswirkungen bestimmter Veränderungen auf die Unternehmensergebnisse zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Der VerschuldungsKapazitätsRechner zeigt das individuelle Finanzierungspotenzial eines Unternehmens und macht den Maximalbetrag einer für das Unternehmen gesunden Fremdfinanzierung erkennbar.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Ihrer Firmenkundenbetreuerin bzw. Ihrem Firmenkundenbetreuer der Bank Austria sowie bei Bernd Meister, Regionalleiter Firmenkunden der Bank Austria Steiermark, Tel. 050505 93122 bzw. bernd.meister@unicreditgroup.at. 36 /// Fazit JUNI 2014


Wissenschaft

Wissenschaftspreis für innovative Diabetesbehandlung N

eben Kompetenz und Fachwissen erfordert Forschung auch den Mut, große Fragen zu stellen. Kreativität, Erfindungsgeist und Exzellenz zeichnen die Preisträger der steirischen Wissenschaft und Forschung aus. Im Bereich „HumanTechnology-Interface 2014“ wurde die steirische Joanneum Research mit dem Forschungspreis in der Kategorie „Wirtschaftliche Anwendungen“ für ein neues Medizinprodukt zur Diabetesbehandlung ausgezeichnet. Das Forscherteam rund um Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber und DI Dr. Peter Beck von HEALTH, dem Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften der Joanneum Research, erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung von GlucoTab®, das das Diabetes-Management im Krankenhaus erleichtert. Blutzucker optimal regulieren Diabetes-Erkrankte sind es gewohnt, im Alltag ihre Behandlung selbst zu organisieren. Aus Erhebungen ist bekannt, dass die Einstellung des Blutzuckers im Krankenhaus durchwegs nicht zufriedenstellend funktioniert. Beim HEALTH-Institut der Joanneum Research wurde ein Tablet-basiertes System zur Unterstützung des Blutzuckermanagements entwickelt, das vom Pflegepersonal sowie von Ärztinnen und Ärzten verwendet wird. Die Bestimmung der erforderlichen Insulindosis erfolgt am Patientenbett. Diese Dosierungsvorschläge verkürzen die erforderlichen Arbeitsabläufe und unterstützen das Pflegepersonal. Die vorliegenden Ergebnisse aus zwei Studien mit 117 Patienten zeigen eine hohe Akzeptanz des GlucoTab®-Systems sowie eine bessere Blutzuckereinstellung als in aktuellen Best-Practice-Studien. „Das ist eine fantastische Auszeichnung für unsere Arbeit“, freute sich Pieber. Beck dankte dem interdisziplinären Team aus Krankenschwestern, Ärzten und Technikern.

Stärkefelder der steirischen Forschung Überreicht wurde der Preis vom steirischen Wissenschafts- und Forschungslandesrat Mag. Christopher Drexler. „Diese

Unter dem Motto „science going public“ wurden Anfang Mai im Mumuth der Grazer Kunstuni die Wissenschaftspreise des Landes Steiermark verliehen. Erstmals in die Veranstaltung integriert war die Überreichung der Inge-Morath-Preise des Landes für Wissenschaftspublizistik. Dadurch soll das für die Verankerung der Forschung in der Gesellschaft so wichtige Zusammenspiel von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit betont werden.

Landesrat Mag. Christopher Drexler, Univ.-Prof. Dr. Thomas Pieber, Dr. Lukas Schaupp, DI Stephan Spat, DI Dr. Peter Beck, Dr. Julia Mader, Katharina Neubauer, Priv.-Doz. Dr. Johannes Plank, DI Bernhard Höll sowie Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pribyl (von links) beispielhafte Kooperation macht die Stärke des steirischen Forschungsstandortes aus“, erklärte der Landesrat. JR-Geschäftsführer Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Pribyl betonte, wie wichtig es sei, die technischen Möglichkeiten zum Wohle der Patienten zu nutzen: „Es gilt, eine Balance zu finden, um die Technik sinnvoll einzusetzen.“ Mehr als 200 Gäste applaudierten den Preisträgern und nützen den Gesellschaftsteil des Abends, um Kontakte zu knüpfen und das Netzwerk der Forschung zu verdichten. Ein Höhepunkt war die Keynote der Wissenschafterin des Jahres Univ.-Prof. Ing. Dr. Verena Winiwarter, die als Professorin und Doktorin für Umweltgeschichte und als Ingenieurin der technischen Chemie die hochaktuellen Themen der interdisziplinären Perspektive sowie der Ethik von Wissenschaft verkörpert.

Preise für Wissenschaftspublizistik Und um den enormen Stellenwert von Wissenschaft und Forschung für eine positive Zukunftsentwicklung der Gesellschaft verstärkt im öffentlichen Bewusstsein zu verankern, wurde 2006 der „Inge-MorathPreis des Landes Steiermark für Wissenschaftspublizistik“ geschaffen. Mit dem Preis will das Land in den Medien tätige Personen auszeichnen, die kompetent wissenschaftsbezogene Themen behandeln, erklärte Kristina Edlinger-Ploder. In diesem Jahr gingen die Auszeichnungen im Printbereich an Susanne MauthnerWeber (Kurier), in der Kategorie „Elektronische Medien“ an Günter Kaindlstorfer (Ö1 / ORF) sowie der Sonderpreis an Bernhard Weingartner (TU Wien, Science Slam Vienna). Fazit JUNI 2014 /// 37


Recht haben Warnpflichten am Bau? Charakteristisch

am

Bau

ist unter anderem, dass das Gewerk nach den speziellen Bedürfnissen und Wün-

schen des Werkbestellers

herzustellen ist. Die Bauher-

renschaft erteilt in diesem Von Andreas Kaufmann

Zusammenhang Anweisungen, zum Beispiel Planungs-

PR-Panther 2014: Kommunikationsprofis auf der Bühne Gewinner des PR-Panthers 2014 ist das Lauf-Event „Grazathlon“. Als Kommunikator des Jahres wurde Manfred Hohensinner, Initiator des Glashaus-Projektes in Bad Blumau, ausgezeichnet. Die Veranstaltung bildete den Auftakt zu den erstmals stattfindenden Communication Days, Keynote-Speaker war der deutsche Star-Autor Bernhard Pörksen als Experte für Medienskandale.

vorgaben, und stellt zumeist

auch Stoffe (z. B. das Grundstück) bei. Der Werkunternehmer muss die Ordnungsmäßigkeit der Anweisungen und beigestellten Stoffe gem. § 1168a ABGB kritisch prüfen und den Werkbesteller konkret warnen, wenn diese sich als offenbar unrichtig

hende Szenario konkret vor Augen halten. Ist also beispielsweise aufgrund der Beschaffenheit des Bodens für den Bauunternehmer ersichtlich, dass eine Unterkellerung nicht oder nur mit spe-

ziellen Abdichtungen erfolgen kann (weil ansonsten die Gefahr von Wassereinbrüchen in das Mauerwerk bestünde), hat der

Bauunternehmer seinem Kunden diesen Umstand verständlich zu machen. Auf Grund seiner Fachkunde muss der Werkunternehmer dabei einen erhöhten objektiven Sorgfaltsmaßstab an den Tag legen. Unterlässt der Werkunternehmer eine Warnung

trotz Erkennbarkeit von Gefahren, so hat er gegenüber der Bauherrenschaft für daraus tatsächlich resultierende Schäden im

Zuge der Gewährleistung zu haften. Es ist auch rechtliche Pra-

xis, dass im Fall des Zusammenwirkens mehrerer Unternehmer,

etwa eines Installateurs und eines Maurers, jedes Glied der Unternehmerkette auch über seine eigenen Arbeiten hinaus zu blicken hat, ob anhand der bereits bestehenden Vorarbeiten seine

weiterführenden Arbeiten geeignet sein werden, ein funktionierendes Gesamtwerk entstehen zu lassen. Diese Anforderung, die vom Obersten Gerichtshof verlangt wird, wird als „technischer

Schulterschluss“ bezeichnet. Gerade im Zusammenhang mit der Frage, ob Warnpflichten eingehalten oder verletzt wurden, wird

deutlich, dass bei Bauvorhaben eine möglichst genaue schriftli-

che Dokumentation zum Zwecke späterer Beweisführung unbedingt notwendig ist.

Dr. Andreas Kaufmann ist Rechtsanwalt und Universitätslektor in Graz, Daghofer, Kaufmann & Lausegger, Mariahilferstraße 20, Tel. 0316/7222950, www.dklra.at

Foto: Frankl

oder untauglich darstellen und diesem auch das dadurch dro-

v.l. Gerhard Rüsch (Wirtschaftsstadtrat), Manfred Hohensinner (Kommunikator des Jahres), Martin Novak (Berufsgruppensprecher PR-Berater), Manfred Rath für das Team vom Grazathlon (Gewinner PR-Panther 2014), Heimo Lercher (Fachgruppenobmann)

1

01 Vorschläge wurden für die steirischen PR-Preise eingereicht. Die Sieger wurden im Kunsthaus Graz gekürt. Die Veranstaltung war gleichzeitig der Auftakt zu den Communication Days, dem neuen gemeinsamen Finale für die steirischen Kreativpreise Green Panther, PRPanther und Young Creatives Panther, die von der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation in der WKO Steiermark vergeben werden. Mit dem PR-Panther 2014 wurde das Projekt „Grazathlon“ ausgezeichnet, zum steirischen Kommunikator des Jahres wurde Manfred Hohensinner gekürt. Eine fachkundige Jury und erstmals auch ein öffentliches Voting bestimmten über die Preisträger: „Im Public Voting wurden insgesamt 9.947 Stimmen abgegeben, 38 /// Fazit JUNI 2014

wir freuen uns über das große Interesse der Öffentlichkeit an hervorragenden Kommunikationsleistungen aus der Steiermark“, freute sich Martin Novak, Berufsgruppensprecher der steirischen PRBerater. Die Keynote-Speech kam von Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen zum Thema „Der entfesselte Skandal. Die neue Lust an der Empörung im digitalen Zeitalter“. Pörksen ist Experte für medienpolitische Debatten. Er meinte unter anderem: „Die Mitmach-Medien der Gegenwart haben völlig neue Möglichkeiten der Skandalisierung geschaffen – wer sich nicht darauf einstellt, setzt seine Zukunft aufs Spiel. Jeder Einzelne, jedes Unternehmen, jede Institution braucht heute eine Medienstrategie für das digitale Zeitalter.“


Wirtschaft

ie Woche der Landwirtschaft stand im Zeichen des 2014 von der UNO ausgerufenen Jahres der bäuerlichen Familienbetriebe. „Die 40.000 steirischen Bauernfamilien decken den Tisch mit hochqualitativen Lebensmitteln. Sie pflegen die Landschaft und sind ein Wirtschaftsmotor im ländlichen Raum“, betont Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher.

Familienlandwirtschaft schützt die Lebensgrundlagen „Da die Familienbetriebe von Generation zu Generation weitergegeben werden, legen die Bewirtschafter besonderen Wert darauf, dass die Böden, Wasser und Luft geschützt bleiben“, unterstreicht Titschenbacher. Beispiele: Der Humusgehalt der heimischen Böden ist in den vergangenen 15 Jahren gestiegen und liegt heute um 10 bis 20 Prozent höher als in den 1990er Jahren. Steirische Landwirte pflegen insgesamt 9.000 Hektar Hecken, Wegränder oder Trockensteinmauern, die wichtige Lebensräume und unentbehrlich für den Artenschutz sind. Top-Ergebnisse brachte eine aktuelle bundesweite Umfrage, bei der das Stimmungsbild der Bevölkerung gegenüber der Landwirtschaft abgefragt wurde. 91 Prozent der Österreicher sagen, „die Bauern sind für Österreich wichtig“, 85 Prozent stehen „auf der Seite der Bauern“. 81 Prozent meinen, „die Bauern leisten einen hohen Beitrag zum Gemeinwohl“. 81 Prozent unterstützen die Landwirtschaft, weil „die Bauern den Tisch decken, auf die Landschaft schauen und nachwachsende Energie herstellen“. Nur 14 Prozent sagen, dass sie für ihre Produkte und Leistungen angemessen und fair bezahlt werden.

Weltrekord für längste Brettljause Auf 222 Metern wurden in den Arkadenbögen des Grazer Priesterseminars 674  Brettljausen aneinandergereiht. Damit wurde der bisherige Rekord von 440 Brettljausen bei weitem übertroffen. Die Jausen mit Schinken, Speck, geselchten Würsteln, frisch geriebenem Kren, Käse, Eiern und Bauernbrot wurden auf Biertischen präsentiert. Ausschließlich Buschenschenken mit dem Gütesiegel „Ausgezeichnet“ servierten die Jausenplatten. Nachdem das Ziel erreicht war, wurden die Jausen inklusive Brettl um 15 Euro, im Paket mit einer Flasche Wein um 20 Euro, für einen guten Zweck, dem „Dr. Karl Schwer Fonds“ zur Unterstützung notleidender Bauernfamilien, verkauft. Doch damit nicht genug der Rekorde:

Steirische Landwirtschaf(f)t Rekorde Vom 27. April bis 4. Mai wurden in der „Woche der Landwirtschaft“ bei zahlreichen Veranstaltungen in Graz und den Bezirken die vielfältigen Leistungen der bäuerlichen Familienbetriebe beleuchtet. Im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit standen heuer die tollen Rekorde und Leistungen der steirischen Landwirtschaft.

Foto: LK/Scheriau

D

Der Weltrekord ist geschafft! Präsident Franz Titschenbacher und Obfrau Alexandra Monschein freuen sich über den neuen Weltrekord: 674 Buschenschankjausen auf 222 Metern. „Wir sind Österreichs uneingeschränkte Nummer 1 bei den Spezialkulturen wie Obst, Kürbis, Kren, Käferbohnen, Chinakohl sowie bei der Weinvielfalt. Weiters bei den Buschenschenken, den Legehennen und bei den Direktvermarktern und selbstverständlich in der Forst- und Holzwirtschaft, wo wir 55.000 Arbeitsplätze sichern“, freut sich Titschenbacher und er ergänzt: „Wir stellen ferner drei Weltmeisterkäse, sind der weltgrößte Holunderproduzent und bei den Mais- und Energieholz-Erträgen Europameister.“ Bildung und Beratung für Familienbetriebe „Mit Bildung und Beratung unterstützt die Landwirtschaftskammer die bäu-

erlichen Familienbetriebe in ihrer Entwicklung und Innovationskraft“, betont Kammerdirektor Werner Brugner. Jeder Betrieb beanspruchte 2013 im Durchschnitt fünfmal jährlich den Beratungsdienst der Landwirtschaftskammer. Pro Jahr wird die Landwirtschaftskammer für betriebliche Entscheidungen von den steirischen Bäuerinnen und Bauern rund 185.374 Mal (168.740 Stunden) zu Rate gezogen. Im Weiterbildungsjahr 2012/13 besuchten insgesamt 41.118 steirische Bäuerinnen und Bauern 1.821 Weiterbildungsveranstaltungen.

Fazit JUNI 2014 /// 39


Kurz & News

Lebenslanges Lernen – bessere Karrierechancen durch Studium

D

as Studienzentrum Weiz bietet in Zusammenarbeit mit der HS Mittweida (D) die Möglichkeit der akademischen Weiterbildung in der Technik. Die berufsbegleitenden Studienmodelle sind speziell auf HTL-Absolventen/-innen zugeschnitten. Durch die Anerkennung der mit HTL-Abschluss und Praxis bereits erworbenen Kenntnisse kann die Studienzeit auf 4 Semester verkürzt

Vom Ing. zum

werden. Die Kombination von geblockten Präsenzphasen (6 bis 7 Mal am Wochenende pro Semester) und Fernstudium macht das Programm ideal für Berufstätige. Die Studiengänge werden in enger Kooperation mit Hochschule, Wirtschaft und Industrie entwickelt. Das Studium schließt mit dem akademischen Grad Dipl.-Ing. (FH) bzw. Dipl.-Wirtschaftsing. (FH) und 240 ECTS.

Johann Lafer dreht in der Steiermark Fünf Fernseh-Unterhaltungssendungen mit TV-Koch Lafer werden heuer in der Steiermark gedreht und am Grazer Schlossberg aufgezeichnet, im Herbst zur Primetime im ZDF ausgestrahlt, und somit Graz und die Grüne Mark neben den musikalischen Stars zum Inhalt haben.

Dipl.-Ing. (FH)

Studienstart: September 2014  Maschinenbau

an der Bulme Graz

Info-Abend am 06.06.2014 um 17 Uhr  Wirtschaftsingenieurwesen

am Standort Weiz

Info-Abend am 23.06.2014 um 18 Uhr  Technische

Informatik

am Standort Weiz

Info-Abend am 24.06.2014 um 18 Uhr 13 Standorte in Österreich / Koop. HS Mittweida (D) +43 3172 603 4020 info@aufbaustudium.at www.aufbaustudium.at

40 /// Fazit JUNi 2014 Inserat_90x120_Fazit_20140528.indd 1

16.05.2014 12:07:20

NWW Design Award 2014

Neuer HOLTER-Standort in Zettling eröffnet

Im Rahmen des Designmonat Graz luden die Neue Wiener Werkstätte und Creative Industries Styria in den Bene-Showroom nach Graz, um im TrendTalk über das neue Thema des NWW Design Awards zu diskutieren. Mit den rund 50 Gästen aus dem Design-, Kultur- und Architekturbereich wurde über Megatrends, das Wohnen der Zukunft und Designklassiker philosophiert und diskutiert. Anlass für diese Kick-off-Veranstaltung war die zweite Auflage des NWW Design Award, dem Designpreis für innovatives Einrichtungsdesign der Neuen Wiener Werkstätte, der Call läuft noch bis 1. August.

„Eintauchen und Wohlfühlen“ heißt es ab sofort wenige Kilometer südlich von Graz in Zettling: Der oberösterreichische Sanitärgroßhändler HOLTER eröffnete im Mai 2014 seine neue 2.000 m2 große Bäderausstellung mit Abholmarkt. Darin bietet HOLTER vom Kleinbad bis zur Wellnessoase modernste Bäder für alle Anforderungen. Die Ausstellung zeigt Produkte und Materialien zum Anfassen, informiert über Innovationen und Trends. Die Vielfalt an Produkten, Farben und Formen lässt, was das Traumbad betrifft, keine Wünsche offen.

Fotos: Steiermark tourismus / Bernhard loder, Kunsthalle leoben, NWW, holteR/Melbinger

berufsbegleitend in 2 Jahren mit Fernstudienelementen


Foto:Foto Furgler

Kurz im Gespräch mit

Foto: WKO

BM DI Alexander Pongratz Landesinnungsmeister Bau

(v.l.n.r.): Unternehmerfrühstück zum Tag der Arbeitgeber: WK-Präsident Josef Herk und WK-Direktor Karl-Heinz Dernoscheg im Kreis der Unternehmer und Funktionäre

Raus in die Bezirke: Regionalstellen Graz und Graz-Umgebung on Tour Die Dienstleistungen der Wirtschaftskammer Steiermark noch bekannter machen: Mit diesem Ziel gehen die beiden Regionalstellen im Großraum Graz von April bis Oktober 2014 auf Tour und besuchen rund 400 Betriebe in der Region.

R

und 8.500 Unternehmer aus den beiden Bezirken wandten sich im Vorjahr mit zirka 13.000 Anfragen an die Regionalstellen. Für Regionalstellenleiter Stefan Helmreich ein deutliches Signal, dass die Angebote der Wirtschaftskammer Steiermark von den heimischen Betrieben verstärkt angenommen werden: „Als Regionalstelle ist es unser Ziel, die Betriebe in der Region gezielt zu unterstützen. Mit unserer Bezirkstour wollen wir noch mehr Unternehmer ansprechen und unsere Angebote bekannter machen“, so Helmreich. Wofür schlägt Ihr Unternehmerherz? Heuer stehen die Betriebsbesuche der Regionalstellen Graz und Graz-Umgebung durch die Aktion „Unternehmerherz“ unter einem besonderen Motto. „Die steirischen Betriebe sind das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Mit der Aktion will

die Wirtschaftskammer Steiermark diese Leidenschaft sichtbar machen und die Leistungen der heimischen Betriebe entsprechend würdigen“, schildert auch der Grazer Regionalstellenleiter Viktor Larissegger. Im Mittelpunkt der Aktion steht der direkte Kontakt mit den Mitgliedsbetrieben – zum Beispiel im Rahmen von Betriebsbesuchen und Veranstaltungen. Ein süßes Unternehmerherz steht dabei symbolisch für das leidenschaftliche Wirken der heimischen Unternehmer und auch für die Wirtschaftskammer Steiermark, die den Betrieben ein starker Partner sein will. Regionalstelle Graz-Umgebung Körblergasse 111-113, 8021 Graz Telefon: +43 316 601 450 Email: graz-umgebung@wkstmk.at

Wie kann die öffentliche Hand die heimischen Bauunternehmen unterstützen, ohne die Vorgaben zur Ausschreibung zu verletzen? Mit einer Vergabe in Form des Bestbieterprinzips. Die Vorgaben des Bundesvergabegesetzes im Sinne einer Bestbietervergabe müssen endlich umgesetzt werden. Damit wäre auch eine Vorbildwirkung für alle privaten Auftraggeber gegeben.

In welchen Bereichen sehen Sie die negativen Auswirkungen von Billigbietern auf die steirische Bauwirtschaft? Durch die Anwendung des Billigstbieterprinzips als einziges Zuschlagskriterium wird der Weg zum Lohn- und Sozialdumping freigegeben. Die Auswirkungen sind eine Existenzgefährdung unserer Unternehmungen in der Bauwirtschaft, damit verbunden ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit und damit wiederum eine Gefährdung unseres Sozialsystems und des Wirtschaftsstandortes Österreich. Die Wertschöpfung fließt ins Ausland und bleibt nicht in der Steiermark. Was sollte zur Stärkung der kleinen und mittleren Gewerbebetriebe geschehen? Die Hinwendung zur fairen Vergabe nach dem Bestbieterprinzip – also keine unkontrollierten Subunternehmerketten – bzw. die Vergabe an regionale Firmen durch die öffentliche Hand im Sinne der Schwellenwert-Verordnung Was erwarten Sie von der europäischen Politik in Hinsicht auf diese Problematik? Die gesetzlichen Vorgaben für die Vergabe in der EU sind positiv, müssen jedoch national entsprechend durch das Bestbieterprinzip und die Schwellenwert-VO umgesetzt werden. Fazit JUNI 2014 /// 41


Innovation

scheinigte, dass „er sich im Vergleich sehr gut geschlagen hat“.

Foto: Stuhlhofer/Wolf

Mehr Drehkreuze wichtig Grossbongardt geht von einer guten Entwicklung des Flughafens Graz aus. „Was derzeit fehlt, sind die großen Partner, die das Angebot und damit den Wettbewerb anfeuern“, betonte der Experte. Mit der starken Dominanz der Lufthansa-Gruppe (mit AUA) seien viele Strecken zu teuer. Ins selbe Horn stießen die Vertreter von AVL und Andritz AG. „Wir brauchen ab Graz einen weiteren Partner, der dem Monopolisten Star Alliance einen Wettbewerb bietet“, erklärte Monika Winkler (Andritz AG). Auch Markus Tomaschitz (AVL) bestätigte: „Wir wünschen mehr Destinationen, am besten Amsterdam, London oder Istanbul.“

Gerhard Widmann, heinrich Grossbongardt, Monika Winkler, Markus tomaschitz, alfred dunkl und Jürgen Roth (von li.) diskutierten über die zukunft des Flughafens.

Zukunft des Flughafens Graz auf dem Prüfstand S

eit 2008 sind die Passagierzahlen auf dem Flughafen Graz von etwas mehr als einer Million auf unter 900.000 gesunken. Trotzdem wird ihm ein gutes Zeugnis ausgestellt. Eine Enquete erörterte, welche Hausaufgaben es aus Sicht der steirischen Wirtschaft zu erledigen gilt. Unter dem Titel „Die Zukunft des Flughafens

Graz“ diskutierten Anfang Mai Experten und Vertreter der Wirtschaft am Grazer Airport über dessen Potenziale. WKOVizepräs. Jürgen Roth betonte die enorme Bedeutung des Flughafens für den (Export-)Standort Steiermark. Den fachlichen Rahmen steckte Luftfahrtexperte Heinrich Grossbongardt ab, der dem Flughafen be-

Klein, aber modern und elegant Gerhard Widmann, GF des Flughafens Graz, verspricht mehr Angebot, aber: „Nach den EU-Wettbewerbsregeln kann von Seiten der öffentlichen Hand nicht so einfach subventioniert werden.“ Es sei aber wichtig, die Erträge des Flughafens zu investieren und damit neuen Carriers den Einstieg in Graz und den Ausbau der Verbindungen zu finanzieren, betonte Roth. Versöhnliche Worte zum Tourismusaspekt fand Alfred Dunkl von der Fachgruppe der Reisebüros: „Der Flughafen ist klein, aber sehr flexibel, modern und elegant.“

Kulinarisches im Klostergarten

tischt auf

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(exkl. VVK-Gebühren)

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Tourismusverband Frohnleiten, 8130 Frohnleiten, Hauptplatz 2

42 /// Fazit JUNi 2014


Foto: Foto Fischer

Gewerbe

v.l. BM Alexander Pongratz, Spartenobmann Hermann Talowski, LH-Vize Hermann Schützenhöfer, LH Franz Voves, LH-Vize Siegfried Schrittwieser, NR Josef Muchitsch und Hubert Holzapfel (proGE) präsentierten die Positionspapiere der Gewerkschaft und der Wirtschaftskammer für faire Vergabebestimmungen

Mehr Regionalität für die heimischen Baustellen Bestbieter statt Billigstbieter: Nachdem Wirtschaftskammer und Gewerkschaft gemeinsam Alarm geschlagen haben, trifft sich die Landesspitze mit den Sozialpartnern noch vor dem Sommer zum „Vergabegipfel“. Auf dem Tisch liegt ein umfassendes Programm, das bei öffentlichen Aufträgen mehr Fairness für regionale Baufirmen garantieren soll.

D

er Wirtschaftsstandort Steiermark befindet sich in großer Gefahr!“ – mit dieser Warnung begann ein Brief, den LH Franz Voves und LH-Vize Hermann Schützenhöfer Anfang Mai erhielten. Die Unterzeichnenden: Hermann Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Steiermark, und Josef Muchitsch, Chef der Gewerkschaft BauHolz. An diesem Unisono-Schulterschluss der Sozialpartner lässt sich die Brisanz des Themas ableiten: Die öffentliche Vergabepraxis, die sich allein am Preis orientiert, lässt inländische Betriebe im Regen stehen. Die Gewinner sind nämlich immer

öfter Billigstanbieter aus den östlichen Nachbarländern, die mit Lohn- und Sozialdumping lokale und regionale Betriebe in die Pleite treiben und Arbeitsplätze vernichten.

Kampf gegen Billig-Konkurrenz Die öffentliche Hand ist der wichtigste Kunde für die heimischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe. 70 Prozent der Aufträge kommen von Bund, Land, den Krankenanstalten und anderen öffentlichen Trägern. „Dass man auf den Preis schauen muss, wenn es um Steuergeld geht, ist logisch“, räumt Talowski ein, aber das sei

nur auf den ersten Blick sinnvoll: „Der niedrige Preis rächt sich mit höheren Ausgaben für eine angeschlagene Wirtschaft.“

Fahrplan für mehr Fairness Geht es nach dem 6-Punkte-Programm, das die Sozialpartner der Landesspitze präsentierten, soll sich der Preis bei der Vergabe in Zukunft nur noch mit 60 Prozent zu Buche schlagen. Regionale, soziale und ökologische Kriterien werden dann ebenfalls berücksichtigt, von der Nähe zur Baustelle über die Referenzen des Schlüsselpersonals bis zur Frage, ob der Betrieb Lehrlinge ausbildet oder Über50-Jährige beschäftigt. „Es geht um die Wertschöpfung, die uns abhanden kommt, und auch um die Dienstnehmer, die uns als Arbeitslose Geld kosten“, sagt Alexander Pongratz von der Landesinnung Bau. Bei einem ersten Treffen am 22. Mai 2014 mit LH Voves und LH-Vize Schützenhöfer waren auch Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser, Bauinnungsmeister Alexander Pongratz, Landesbaudirektor Andreas Tropper sowie Alfred Temmel, Leiter des Verfassungsdienstes, und Hubert Holzapfel (proGE), dabei. Fazit JUNI 2014 /// 43


Bauen & Wohnen

Foto: Shutterstock

Vom Straßendienst bis zum Kindergarten: Die Gemeindeinfrastruktur ist eine wichtige Investition in die Zukunft.

Immobilien: Chancen für Gemeinden Immobilientreuhänder bieten neue Wege für die Entwicklung und Vermarktung von Infrastruktur-Projekten. it Anfang des kommenden Jahres erhält die Steiermark eine neue Struktur. Durch Verschmelzung von Gemeinden entstehen neue Großgemeinden, die neue Chancen, aber auch neue Aufgaben für die Verwaltung und die Infrastruktur mit sich bringen. Gerade der Immobilienbereich ist durch diese Veränderungen, aber auch durch die Bevölkerungsentwicklung und die verstärkte Konzentration auf die urbanen Siedlungsgebiete besonders in Bewegung. Bestehende Einrichtungen der Gemeinden müssen im Sinne einer neuen oder veränderten Nutzung adaptiert und natürlich auch vermarktet werden. Ebenso entsteht der Bedarf für neue Infrastrukturprojekte, die jedoch nicht nur kommunalen Zwecken dienen, sondern auch als intelligente Immobilien für gemischte Nutzungen durch öffentliche und private Investoren entwickelt werden können. Wohn-

44 /// Fazit JUNI 2014

Foto: K.K.

M

FGO Ing. Gerald Gollenz: „Die Immobilientreuhänder verfügen über regionales Know-how und helfen, die Gemeindebudgets zu schonen.“ bereiche für Jungfamilien oder Senioren, Arzt- und Gesundheitseinrichtungen oder Büround Geschäftsräumlichkeiten können sinnvoll und effizient mit Verwaltungsbereichen, Gemeindezentren oder Räumlichkeiten für Schulen oder für

Kinderbetreuung verschmelzen. Die Bauträger, Immobilienmakler und Immobilienverwalter der Wirtschaftskammer Steiermark stehen dabei den Gemeinden für Entwicklung, Vermarktung und Verwaltung von Immobilienprojekten als kompetente und regional verankerte Partner zur Verfügung. Die Fachgruppe der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer Steiermark sieht in dieser PrivatePublic-Partnership eine große Chance. Obmann Ing. Gerald Gollenz: „Jetzt gilt es, die neu entstandenen Chancen und Herausforderungen für die Gemeinden effizient zu nutzen. Der Immobilientreuhänder als professioneller Partner kennt nicht nur die regionalen Anforderungen des Marktes, sondern hilft auch durch sein Know-how und seine Netzwerke zu privaten Investoren, die ohnehin knappen Budgets und Ressourcen der Gemeinden zu schonen.“

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Fazit JUNI 2014 /// 45


Nachbar in Not! Tagelang andauernde schwere Niederschläge

haben in weiten Teilen Serbiens, Bosnien-Herzegowinas und Kroatiens zu Überschwemmungen geführt.

Es wurde der Notstand ausgerufen. Zehntausende Menschen mussten bereits evakuiert werden, hunderttausende sind von der Flut betroffen.

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Essay von Leopold Neuhold

Fußball. Unser neuer Gott? W

ird der Gott Fußball vom Thron gestürzt? Demonstrationen gegen die Fußball-WM, wie sie derzeit gehäuft in Brasilien stattfinden, belegen, dass Fußball nicht unumstritten ist, dass Fußball selbst bei den fußballbegeisterten Brasilianern nicht als Rechtfertigung für alles gelten kann. Schulen, Wohnmöglichkeiten werden anstelle von im Vergleich sündteuren Fußballstadien gefordert, der Fußball, der früher der Vergebung der Sünden diente, wird nun selbst zum Sündenbock. Natürlich wird die »Copa do Mundo« von verschiedensten Berufsgruppen dazu genutzt, ihre Interessen durch Streiks zur Durchsetzung zu bringen – Busfahrer, Lehrer, Bauarbeiter gehen auf die Straße, um die durch die WM geschaffene Aufmerksamkeit zu nutzen – ein Zeichen dafür, dass die Interessen des Fußballs mit anderen Interessen abgeglichen werden sollen. Das Interesse des Fußballs ist nicht mehr unantastbar von anderen Interessen abgehoben.

Es ist ja nicht so, dass die Brasilianer nicht weiterhin fußballvernarrt sind, Fußball ist weiterhin Hoffnungszeichen für Menschen, das über das Elend der Favelas hinausreicht und hinausführt.

Nicht nur wegen dieser enormen Zuschauerzahl, die größer ist als die der gesamten Einwohnerschaft von Genf oder etwa Linz, – das Maracanã-Stadion, in dem legendäre Fußballspiele der brasilianischen Nationalmannschaft, der Seleçao, und des Fußballklubs Flamenco ausgetragen wurden, ist ein legendärer Ort, aber ist es denn auch ein heiliger bzw. war es ein solcher? Das auf eine Besucherkapazität von 76.525 Plätze reduzierte, für die Fußball-WM 2014 umgebaute Stadion – der Umbau war und ist nicht unumstritten, weil damit auch eine Beschränkung der Zugänglichkeit für Personen, die weniger verdienen, verbunden und etwas von der »Legende« genommen ist – wird der Austragung von Spielen der WM 2014 dienen und ist auch für die Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele 2016 vorgesehen, aber wird es jemals wieder das alte Flair ausstrahlen? Damit wird auch das neue Stadion ein Ort sein, der durch Ereignisse respektive durch Großevents, wie sie heute benannt werden, etwas Besonderes wird und in der Abgrenzung zum Alltag eine gewisse »Heiligung«, sprich Eingrenzung, erfährt, etwas, das für viele Kritiker andererseits Ausgrenzung bedeutet. Schon die Eintrittspreise bei WM-Spielen sind eher exklusiv denn inklusiv.

Die Menschen wollen nicht einem Gott dienen, der das Gesicht der Dollarnote und der FIFA trägt und der auf den Unterschieden aufbaut. Es ist sozusagen nicht mehr der Fußball, das schöne Spiel, »jogo bonito«, was eigentlich aber von joga bonito kommt, was schön spielen bedeutet. Es sind nicht mehr die eigenen Heroen, die im Mittelpunkt stehen, sondern ein kommerzialisierter Fußball, der nicht mehr durch die Grenze, die Nebelschicht und Dunstglocke des Geldes und der Ausgrenzung nach unten zu den Herzen der Menschen zu dringen vermag. Es wird nicht mehr das Leben vieler getroffen, sondern nur der Geldbeutel, nicht mehr der Alltag wird auf den Sehnsuchtsort hin vermittelt, sondern ein abgegrenzter Ort bleibt in sich.

Foto: Gerd Neuhold

Das Interesse welchen Fußballs? Es ist ja nicht so, dass die Brasilianer nicht weiterhin fußballvernarrt sind, Fußball ist weiterhin Hoffnungszeichen für Menschen, das über das Elend der Favelas hinausreicht und hinausführt. Aber das ist offensichtlich nicht mehr der Fußball, wie er sich in WM und FIFA darstellt. Dieser Gott hat als selbst ernannter Gott sich von den Menschen entfernt, er vermag nicht mehr ihre Sehnsüchte zu binden, er steht nicht im, sondern gegen das Volk, das Herz dieses Gottes schlägt in den FIFA-Zentralen, in Europa, in der Schweiz, aber nicht in Brasilien. Solches zeigt sich an den zum Großteil neu errichteten Stadien. Das legendäre Maracanã-Stadion, das als Wallfahrtsort galt, das das Spiel mit der größten Zahl an Zuschauern ausrichtete, ist durch den Umbau mit der starken Reduktion von Zuschauerplätzen ein inszenierter Wallfahrtsort für »die da oben« geworden, ein Zeichen für Ausschluss, nicht Einschluss. Dieses Stadion in Rio de Janeiro wird im großen Buch der Fußball-Rekorde als »das größte je gebaute Fußball-Stadion« geführt. Beim WM-Endspiel 1950 Brasilien gegen Uruguay wurde die höchste Besucherzahl registriert: 199.854.

Dr. Leopold Neuhold, 1954 geboren, ist seit 2001 Vorstand des Instituts für Ethik und Gesellschaftslehre an der Karl-Franzens Universität Graz und wurde 2003 zum Universitätsprofessor für Ethik und Gesellschaftslehre berufen. In zahlreichen Publikationen und Büchern beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit der katholischen Soziallehre, ethischen Aspekten der modernen Gesellschaft und dem damit verbundenen Wertewandel in unserer heutigen Zeit. Fazit Juni 2014 /// 47


Fußball. Unser neuer Gott?

Fußball unter anderen Vorzeichen

Ich muss ganz »Arbeitender«, ganz Familienmensch, ganz Freizeitmensch, ganz Fußballfan sein –, mit der Konsequenz, dass viele dann ganz »hin« sind, weil der Ausgleich damit nicht gegeben ist.

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Fußball – wie der Sport insgesamt – steht in den Zusammenhängen des Spiels, der Arbeit, des Krieges, der Religion, der Gesundheit usw. Der Mensch ist ein vielschichtiges Wesen, seine Motivation in den meisten Fällen eine gemischte. Eine heutige Entwicklung zeigt sich in einer verstärkten Differenzierung der einzelnen Lebensbereiche mit einer Abgrenzung dieser Bereiche voneinander. So versucht man in vielen Fällen beispielsweise, das Ziel der Gesundheit nicht über die Ausübung einer bestimmten Sportart zu erreichen, sondern dafür gibt es etwa das ganz spezifische Gesundheitsturnen. Bewegung wird von der Bewältigung des Weges zur Arbeit in eine spezielle »Bewegungszone jenseits von Arbeit und Arbeitsweg« in getrennter Zeit verlegt. Eine Haltung des »Nebenbei« wird dadurch zurückgedrängt. Damit können spezifische Ziele auch gezielter angestrebt werden. Das Laufen auf dem Weg zum Bahnhof entspricht beispielsweise nicht immer den Bedingungen einer gesunden Bewegung, der Rucksack muss getragen werden, man bewegt sich oft auf »falschem« Untergrund, die Kleidung ist dem Laufen nicht angepasst usw. Für heutige funktionale Zielerreichung müssen meist spezielle Einrichtungen geschaffen werden. Obwohl es arbeitsplatzorientierte Fitnessmaßnahmen gibt – wenn einer im Büro vor den Blicken anderer zu turnen beginnt, wird er oder sie oft komisch angeschaut. Dafür gibt es den Ort des Fitnesszentrums. Ausgesonderte Orte und Zeiten sind für heute prägend, was dazu führt, dass das Ganze vermehrt in die einzelnen Teile verlegt wird. Ich muss ganz »Arbeitender«, ganz Familienmensch, ganz Freizeitmensch, ganz Fußballfan sein –, mit der Konsequenz, dass viele dann ganz »hin« sind, weil der Ausgleich damit nicht gegeben ist. Fußball wird – oder wurde zumindest – oft als wichtigste Nebensache der Welt bezeichnet. Damit war und ist etwa ironische Brechung möglich. Wenn ich verliere oder wenn mein Verein verliert, geht zwar die Welt unter – aber doch nicht ganz. Die Konsequenzen einer solchen Niederlage sind im Großen und Ganzen nicht existenzbedrohend – das Leben geht weiter, auch wenn ein Teil gestorben ist – aber eben »nur« eine Nebensache. Solch ironische Brechung zeigt sich ja im verschiedenen Akteuren im Fußball zugeschriebenen Statement: »Es ist ein Unsinn zu sagen, Fußball ginge auf Leben und Tod. Fußball ist viel ernster.« Das Wort Unsinn verweist auf die Relativierung des Fußballs als einer Nebensache, das »viel ernster« auf die wichtigste Nebensache. Diese kann aber trotz der über Leben und Tod hinausgehenden Qualität zurückgebunden werden an das Ganze des gelungenen Lebens, das nicht nur auf den Fußball bezogen werden kann.

Solche Relativierungsmöglichkeiten sind heute nun zum Teil schwächer geworden in der funktionalen Differenzierung. Natürlich – im Fußball stand man immer auch in einer eigenen Welt, aber früher war meines Erachtens der Bezug zur realen Welt in manchen Punkten stärker. Es bedurfte zum Beispiel für das Fußballspiel nicht eines klar dafür ausgewiesenen Fußballplatzes oder einer dafür reservierten Zeit. Wir spielten und auch heute noch spiele ich mit meinen Enkeln Fußball auf für Fußball an und für sich ungeeigneten Flächen, auf schiefen Wiesen oder auf umgepflügten Äckern etwa. Zwischen zwei Häuserblocks fand sich immer die Gelegenheit für ein Match, auch wenn die »Hauptgetroffenen« dabei die Fensterscheiben waren. Die berühmte Formel »Drei Corner – ein Elfmeter« hatte sich auch deswegen eingebürgert, weil wir auf Feldern ohne verlängerte Torlinie spielten; auf drei- oder vieleckigen Plätzen, die dadurch gekennzeichnet waren, dass das Tor die gesamte Begrenzungslinie bildete. Und wie leidenschaftlich konnten wir eine ganze Spielzeit lang – und darüber hinaus – streiten, ob der Schuss ein Tor war, streiten deshalb, weil wir das Tor nur mit ein Paar Schuhen markiert hatten und damit nicht festzustellen war, ob der Schuss über das Tor gegangen war. Auch trotz genauer Begrenzung »weiß« man heute nicht, ob Dante den Ball erst hinter der Torlinie ins Feld zurückbefördert hat. Es war deswegen kein Tor, weil der Schiedsrichter kein Tor gegeben hat. Grenzen waren früher verstärkt zugleich Entgrenzungen und bildeten Notwendigkeiten für relativierende Bezüge, die heute in Verabsolutierungen abgeschafft werden sollen. Für uns war es ebenso bedeutsam, ob der Ball im Tor war wie etwa beim legen-


Essay von Leopold Neuhold

dären Schuss zum 3:2 Englands gegen Deutschland, einem Spiel, das 4:2 endete und England 1966 zum Fußballweltmeister machte, das Wembley-Tor, über das man heute noch diskutiert und mit Messungen und Theorien verschiedenster Art Gewissheit über Tor oder Nicht-Tor – und das ist ja die Frage – schaffen will. Für uns blieb aber angesichts der nicht klaren Abgrenzungen die Möglichkeit, auch bei besserem Wissen im reinen Gewissen zu bleiben; vor allem, es gab ja die Möglichkeit des »Ausgleichs« bei anderen Gelegenheiten: Mit einem Krügerl Bier, das natürlich verboten war, konnte die Akzeptanz des Tores doch eingeholt werden.

Und auch zeitlich gab es Entgrenzungen. Man spielte, wenn sich gerade die Gelegenheit ergab, in Pausen zwischen Schulstunden, in Minuten, die von einer Arbeit abgezwackt wurden usw. Fußball war damit trotz der Herausnahme aus dem Leben im Alltagsleben, ein eigener Bereich in Verbindung und Relativierung zu anderen Bereichen. Der alltägliche Spitzenfußball fand Eingang in unseren Fußballalltag, indem wir »drittklassige Fußballkünstler« imitierten; es mussten damals nicht Messi oder Ronaldo sein, sondern Ekmecic, Grloci, Franz Reiter oder Willi Sgerm. Fußball war noch nicht »so weit weg«, und heilig wurde er durch Bezug, nicht so sehr durch Abgrenzung, obwohl Pele meine fußballerischen Träume besetzte. Fußball wirkt als Spiel, dort, wo Menschen zum Spiel zusammenkommen, im Vollzug des Spieles zeigt sich die Faszination. Vor religiöser Überhöhung blieb das Spiel durch offensichtliche Begrenztheit der Möglichkeiten von uns Spielern bewahrt. Er verweilte somit in der Hoffnungsperspektive: »Wenn einmal alles gelingen sollte wie das Kopfballtor jetzt, dann …« Dabei blieb das »Dann« immer offen, auch bei einem »göttlichen«, erlösenden, den Fußballhimmel öffnenden Torschuss oder einer übermenschlichen Parade des Tormanns. Es könnte sein, dass … und manchmal wurde und wird es Wirklichkeit beim Spiel und beim Zuschauen. Zusehen ist dabei nicht passives Danebenstehen, sondern aktives Hineinbegeben, Mitwirken, Glauben, etwas bewirken zu können, doch noch das Spiel zu drehen, vielleicht nach dem 0:3 doch noch eine Kehrtwende herbeiführen zu können, auch wenn es dann bald 0:4 heißt und der Schlusspfiff nicht mehr fern ist: Dabei ist der Schlusspfiff nicht abschließende Gerechtigkeit, sondern Aussicht auf Wiedererlangung der Gnade, dann, wenn es wieder so weit ist, wenn die Serie durchbrochen werden wird, wenn die Chance wieder da ist, denn jedes Match beginnt bei 0:0.

Dieses das Spiel Überschreitende und die Überschreitung im Spiel werden heute oft in den Zusammenhang der Wirtschaft gestellt. An der Höhe der Ablösesummen für Spieler und an ihren Gehältern wird klar, dass es um mehr geht als um banale Wirtschaft. Nur zu oft vergessen sonst reale Geschäftsleute im Banne des Fußballs auf geschäftliche Grundprinzipien, wenn das Göttliche des Spiels für das Wirtschaftliche instrumentalisiert werden soll, wenn das Religiöse für das Wirtschaftliche inszeniert wird. Auch wenn Geld keine Tore schießt, es erleichtert doch das Toreschießen. Und in der Verwirtschaftlichung wird das verschwenderische Spiel nur zu leicht zu einer berechnenden Arbeit, der das Charisma des ganz Anderen fehlt, auch wenn es Gott sei Dank immer wieder aufblitzt. Es fehlt auch die große Tragödie und die eröffnende Erlösung, wenn es nur das Geld ist, dem durch das Spiel und auch durch das Zuschauen gedient werden soll. Die Trennung von Spitzenfußball und Breitensport Fußball wird dann oft durch Korruption rückgängig zu machen versucht, das wirtschaftliche Fehlverhalten droht dann zur vereinigenden Klammer zu werden. Der Sieg wird im wirtschaftlichen Zugriff halbherzig, die Perspektive liegt ja im Mehr, auch Niederlagen und Abstiege sind dann letztlich »nur« wirtschaftliches Versagen, abgelöst von der Tragödie des letztgültigen Scheiterns, weil es durch Geld behoben werden könnte. In der Reduktionsmöglichkeit auf das Wirtschaftliche ist dann alles klein geworden, der Abstieg und der Aufstieg wirtschaftlich sehr bedeutend, aber existenziell? Nicht existenziell als an die materielle Existenz gehend, sondern als mich im Überschreiten meiner selbst ganz betreffend. Der Unterschied zwischen diesen Arten des Scheiterns zeigt sich oft in VIP-Logen, wenn äußerlich und innerlich Weinende wirtschaftlich Berechnenden gegenüberstehen, oder besser, die einen stehen und die anderen sitzen. Was reißt uns von den Sesseln? Wenn das Verschwend-

Man spielte, wenn sich gerade die Gelegenheit ergab, in Pausen zwischen Schulstunden, in Minuten, die von einer Arbeit abgezwackt wurden. Fußball war damit trotz der Herausnahme aus dem Leben im Alltagsleben, ein eigener Bereich in Verbindung und Relativierung zu anderen Bereichen.

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Fußball. Unser neuer Gott?

erische in die Berechnung einschwenkt? Wenn der Trost: »Es ist ja nicht das Leben!« zur leeren Rechnung wird: »Es ist das Ende in einem Teil des Lebens, in Bezug auf den wir uns der Illusion hingaben, es wäre das ganze Leben.« Wenn in der Verwirtschaftlichung aus der Freude am Spiel die Verbuchung des Gewinnes oder Verlustes wird, kommt es bald zu einer Reduktion des Fußballspieles auf Entertainment und des Stadions zu einer Stätte der Unterhaltungsindustrie, die dann nicht mehr »angreifen«. Aus dem Fan – vom lateinischen Wort fanum – Heiligtum abgeleitet – wird dann ein sich, andere und anderes zerstörender Fanatiker, der keinen Bezug mehr findet zu dem, was angreift und doch Distanz findet, weil es nur ein Anklang ist an das, was tragen könnte, weil es nur Etappen trägt und nicht die ganze Strecke. Fußball in der Fratze der Gewalt

Es geht sozusagen im Fußballspiel um nichts existenziell Wichtiges, es geht »nur« um das symbolische Tor, das als lächerlich in Bezug auf die Existenz betrachtet werden kann.

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Sport kann gesehen werden unter der Funktion, dass er der Irrelevantmachung des Krieges dient. So sieht etwa Peter Eicher den Sport als irrelevanten Krieg. Sport, besonders auch Fußball stand und steht unter der Voraussetzung der Konkurrenz: Den Ball über lange Strecken mit den Füßen in der Luft zu halten, ohne dass er den Boden berührt, ist Kunst, aber nicht der Gewinn eines Fußballspiels. Fußball wird gegen andere, gegen eine andere Mannschaft gespielt. Darin besteht die Herausforderung. Fußball wird aber gegen andere gespielt im Wissen, dass diese anderen wesentlicher Teil des Spieles sind. Fußball richtet sich gegen andere, aber nicht in der Form, dass auf die Vernichtung deren Existenz abgezielt würde, sondern in der Ausrichtung auf Erzielung von Toren. Auch wenn sich die gegnerische Mannschaft gestaffelt ins Tor legen sollte, gewonnen wird nicht durch Treten auf sie und durch ihre Zerstörung, sondern dadurch, dass der Ball öfter in ihrem Tor als dem eigenen landet. In der Weglenkung des Angriffs vom Körper der anderen durch die Hinlenkung auf Tore besteht dieses Irrelevantmachen des Krieges. Es geht um Konkurrenz, aber es geht um Konkurrenz, die in der Feststellung des Erfolges als Erzielung eines Tores Feinde zu Gegnern werden lässt, die existent bleiben müssen, will man das Spiel fortführen. Es geht sozusagen im Fußballspiel um nichts existenziell Wichtiges, es geht »nur« um das symbolische Tor, das als lächerlich in Bezug auf die Existenz betrachtet werden kann. Durch ein Tor wird keiner verletzt, durch ein Tor erspart sich keiner das Essen. Zudem nützt keinem das Tor als Einzelperson, mit drei Toren, die ich schieße, besiege ich nicht andere, die nur zwei oder ein Tor(e) schießen. Die Tore werden für die Mannschaft aufsummiert. Dass ich für mich spiele, wenn ich für die Mannschaft spiele, lässt die Bedeutung des Einzelnen steigern wie auch relativieren. Es kommt auf dich an, aber nicht nur auf dich: entlastend und belastend zugleich, weil in die Ebene des Symbolischen des Spieles geführt, was ironische Brechung bedeutet. Wenn ich fünf Tore schieße, die Spieler der anderen Mannschaft zusammen aber sechs, kann ich der Beste sein und trotzdem verlieren. Der Sieg und der Verlust bleiben also schwebend, auch deswegen, weil für das Resultat nur Tore gezählt werden und nicht Schönheits- oder Technikpunkte. Wenn daraus auch richtigerweise gefolgert wird, dass es nichts nützt, wenn man 95 Prozent Ballbesitz hat – was immer das sein soll – und keine Tore schießt, so bleibt doch immer noch die Sehnsucht nach dem schönen Spiel, das einen Sieg noch schöner werden lässt, aber auch eine Niederlage leichter ertragen helfen kann! »Wir haben ehrenvoll verloren!« Dies lässt die Niederlage, die nur über Tore festgestellt wurde, leichter ertragen, auch wenn es im Moment mehr schmerzen kann, als »bessere« Mannschaft vom Feld gegangen zu sein. Besser bedeutet aber immer, mehr Tore geschossen als bekommen zu haben, eine ironische Brechung der Wichtigkeit der Tore. Eine Herausforderung besteht heute darin, dass im Fußball der Krieg zum Teil wieder relevant wird; nicht so sehr, wie leider auch immer wieder, auf dem Platz, sondern in den Zuschauerrängen und vor allem in den »Kampfzonen« außerhalb des Stadions. Besonders problematisch wird es dann, wenn Fußball nur als äußerer Anlass genommen wird,


Essay von Leopold Neuhold

um vorhandene Rivalitäten mit den Fäusten auszutragen. Zum Teil Überwindung, zum Teil Weiterführung des Krieges bzw. der Gewalt zeigte sich ja im vor kurzem gespielten Cupfinale in der Ukraine Schachtjor Donezk gegen Dynamo Kiew. Sich sonst feindlich gegenüberstehende Fangruppen verbrüderten sich im Streben nach dem Erhalt der nationalen Einheit, eine Massenrangelei auf dem Feld und auf den Zuschauerrängen zeigte die Nähe zur Gewalt. Fußball führt sehr oft zusammen, damit dann zusammen gegen andere, die sich zusammentun, vorgegangen werden kann. Fußball ist dabei aber oft nur der Anlass für die Ausübung von Gewalt. Gewalt entsteht dabei oft aus ungebändigter Konkurrenz, die in ihren Auswirkungen in der Symbolisierung gemildert und auch sublimiert werden kann. Nationalismus und Chauvinismus werden dabei spielerisch »gebrochen«, können natürlich aber auch im Gegensatz dazu entarten. Als Spiel im Vollzug sind Festsetzungen immer prekär. Und die Religion? Fußball und Rituale Religionsphänomenologisch verweisen viele Ausprägungen des Fußballs auf Religion. Die Wallfahrt ins Stadion, die Teilnahme am Vollzug, die Fangesänge mit Texten voll religiöser Inbrunst, aus der Religion entliehene Begriffe wie erlösender Torschuss, Flankenund Fußballgott, die religiöse Inbrunst beim Abspielen der Hymne, die »Allerheiligenlitanei« der Präsentation der Spieler, der heilige Rasen, nur für Auserwählte begehbar bzw. betretbar, getrennt von der Profanität außerhalb, Stadien als Kathedralen: Die Beispiele ließen sich beliebig verlängern. Fußball gemahnt an das Religiöse; oder noch besser: Es scheint oft über das Religiöse, wie es von Kirchen präsentiert wird, hinauszugehen. Es scheint zum Teil Menschen tiefer und umfassender zu erfassen als in Institutionen gepresste Religionen. Es ergreift oft gesamthafter, wenn auch nur für die neunzig Minuten des Spiels. Es führt zwar über Zeit und Raum hinaus, bleibt aber trotzdem darin gefangen; Religion bildet sich nämlich im Spiel und bleibt weitgehend auf das Spiel beschränkt. Stadien sind religiöse oder quasireligiöse Orte, wenn und insofern in ihnen gespielt wird. Man tut sich schwer, Stadien als Kathedrale auch in der Zeit nach Spielen zu betrachten. Insofern entweiht ein Popkonzert oder ein Saufgelage in einem Stadion dieses nicht. Es stellt sich nun die Frage, warum religiöse Energien heute teilweise im Fußball eher frei werden als etwa im ureigensten Bereich für Religion, in den Kirchen. Es gibt viele Gründe dafür, einer kann in der besonders tiefen Erlebnisqualität des Spiels liegen. In der Kirche hat man sich zum Teil zu sehr in abstrakte Figuren begeben, in das Laster der Abstraktion, was teilweise dazu führte, dass die im Erlebnis gelegene Begeisterung herausgenommen wurde. Wenn es in Bezug auf den Fußball heißt: »Grau ist alle Theorie, entscheidend ist auf dem Platz«, so scheint dieses Bewusstsein für die Entscheidung hier und jetzt in der Kirche nicht mehr so greifbar zu sein, weil sich das Erlebnis verflüchtigt hat und man sich so auch nicht aus der Hand geben darf. Weinende Männer werden im Stadion nicht nur toleriert, sondern auch geachtet, wie ist es mit gerührten Menschen in der Kirche: Will man, dass es angreife und ergreife, oder will man nicht eher die distanzierende Skepsis? Das mag auch damit zu tun haben, dass in den Kirchen nicht mehr die ansteckende Dichte vorhanden ist, die die Menschen mitreißt. Kann man nicht durch Rationalisieren so einengen, dass dieses Überschreiten von Grenzen, das einem Sport eigen ist, nicht mehr möglich erscheint und dann das Spiel seinen Ewigkeitsbezug in einem Sehnsuchtsraum verliert? In seinem Roman »Der Boden unter den Füßen« schreibt Salman Rushdie über die Rockmusik. In einem Gespräch, das im Zeit Magazin, der Beilage zur Wochenzeitung »Die Zeit«, daraufhin abgedruckt wurde, antwortet Rushdie auf die Frage des Reporters: »Im Buch ist die Sängerin eine große Macht. Sie ist eine Art Heilige, die den Menschen die Absolution erteilt und mit ihrem Gesang eine krisengeschüttelte Welt heilt. Ist das nicht sehr naiv?« Folgendes: »Das funktioniert ja nur, solange die Musik läuft. Es ist vorbei, wenn Sie den Plattenspieler ausschalten. Wie beim Fußball. Gestern war ich im Wembley-Stadion, um das Pokalspiel zu sehen. Mein Team Tottenham Hotspurs hat gewonnen, ich hatte einen sehr schönen Nachmit-

Fußball gemahnt an das Religiöse; oder noch besser: Es scheint oft über das Religiöse, wie es von Kirchen präsentiert wird, hinauszugehen. Es scheint zum Teil Menschen tiefer und umfassender zu erfassen als in Institutionen gepresste Religionen.

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Fußball. Unser neuer Gott?

Da kommt eine phantastische, gemeinsame Erfüllung von Lust zum Ausdruck, weil alle Menschen gleichzeitig ihre Hoffnungen in diese elf Leute auf dem Feld setzen. Für einen Moment fühlen alle Leute dasselbe zur selben Zeit.

tag. Da ist dieser Moment, der nur in einem riesigen Stadion mit 80.000 Fans entstehen kann. Da kommt eine phantastische, gemeinsame Erfüllung von Lust zum Ausdruck, weil alle Menschen gleichzeitig ihre Hoffnungen in diese elf Leute auf dem Feld setzen. Für einen Moment fühlen alle Leute dasselbe zur selben Zeit. Das ist extrem selten.« Und der Gesprächspartner Herbert Grönemeyer, einer der bekanntesten Rockmusiker Deutschlands, meint dazu: »Aber deshalb bewundern alle Rockmusiker, weil sie diesen Moment der ultimativen Erfüllung kreieren können, der Erfüllung von Lust für eine Millisekunde.« Im Fußball und in der Musik gibt es also diese Momente der Selbsttranszendenz für eine kurze Zeit, wenn es auch nur für sehr beschränkte Zeit als ein Transzendieren erfahren werden kann. Birgit Jeggle-Merz und Nicole Stockhoff sehen diese Intensivierung des Lebens auf dem Fußballplatz folgendermaßen: »Die Emotionen, die beim Fußball erlebt werden können, erstrecken sich auf die ganze denkbar mögliche Palette der menschlichen Gefühle: Freude, Glück, Schmerz, Wut, Angst, Verzweiflung und dies oftmals alles gleichzeitig und in ebenso rasantem Wechsel. Diese Gefühle werden existenziell erlebt. Woche für Woche führt Menschen die Suche nach Intensität in die Stadien«. Time-out vom Alltag, das in Intensität auf dem Platz führt, wobei der Platz der Ort der Realisierung ist. Nochmals: »Grau ist alle Theorie. Entscheidend is aufn Platz«, so formulierte es die Legende von Borussia Dortmund der 50er Jahre, Adi Preißler, im Blick auf die Spieler. Aber auch für die Zuschauer hat die Entscheidung einen Ort – den Platz, der gerade in seinem Entscheidungscharakter ein heiliger Ort wird.

Diese magisch genannten Momente führen den Menschen über sich selbst hinaus. Im Fußball transzendiert dieses Über-Sich-Hinausgehen in den Augenblick hinein, nicht auf eine Person, auf Gott hin, wie in der Religion. Vielleicht ist es auch die Scheu vor dieser Begegnung, die den heutigen Menschen zurückhält. Im Fußball kann man bei sich bleiben, in der Religion geht es in verändernde Begegnung – und die ist gefährlich. Wie Religion hat es Fußball mit Kontingenzbewältigung zu tun, wobei diese im Fußball im Spielerischen verbleiben kann, in der Religion aber an die Begegnung gebunden ist. Fußball – unser neuer Gott: Ein Kirchenlied als Anstoß zum Nachdenken Der Dankgesang aus der Schubertmesse (Melodie Franz Schubert, Text Josef Ph. Neumann) kann erhellend für die Frage, ob Fußball unser neuer Gott sein kann und soll, werden. Hier sollen nur einige Gedanken dazu angestellt werden. »Herr, du hast mein Flehen vernommen. Selig pocht´s in meiner Brust.« Nach einem Sieg wird sich das Gefühl, erhört worden zu sein, bei vielen Fußballfans einstellen. Doch wer hat das Flehen vernommen? Offensichtlich nicht der Fußball! Ansprechpartner kann nicht der Fußball sein, sondern einer, der die Kontingenzen des Fußballs beherrschen kann, der es bewirken kann, dass auch ein Außenseiter siegreich sein kann. Aber ist es nur ein Sieg, der als Erhörung angesehen werden kann? Jedenfalls ist im Fußball klar, wann das Flehen nicht nur vernommen, sondern auch der damit verbundene Wunsch erfüllt worden ist oder nicht. Wie ist das in der Religion? Wenn Religion als Kontingenzbewältigung, als Erklärung und Bewältigung nicht logisch erklärbarer Entwicklungen gesehen wird, so ist es die Möglichkeit, in der Artikulation von Wünschen Einbezug in verstehende und unterstützende Begegnung erreichen zu können. Durch unser heutiges Geprägtsein von Erfüllungsmentalität, die Stillung von Bedürfnissen hier und jetzt erwartet, wird aus dem Flehen sehr oft Forderung, Nichterfüllung Grund zur Abkehr. Und in der durch unser Denken in Machbarkeit gelegenen Haltung ist uns »heißes Flehen« auch oft nicht möglich, sondern oft nur kalte Forderung, die aber den Rahmen der Erhörung auf Sieg und Niederlage verkürzt.

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»In die Welt hinaus, ins Leben folgt mir nun des Himmels Lust«, heißt es im Lied weiter. Führt Fußball hinaus ins Leben, oder ist er nicht nur ein abgegrenzter Bereich des Lebens? Aber ist das heute nicht auch die Religion geworden, ein vom Alltag abgegrenz-


Essay von Leopold Neuhold

ter Bereich? Des Himmels Lust reicht oft nicht hinein in den Alltag, sondern steht abgetrennt. Was im Fußball als Aufgipfelung akzeptiert wird, kann in der Verlängerung der Religion in den Alltag diesen oft nicht erreichen. »Dort auch bist ja du mir nahe, überall und jederzeit, allerorten ist dein Tempel, wo das Herz sich fromm dir weiht.« Fußball hat heute meist einen klar lokalisierten Tempel, der eben nicht Alltag ist, aus dem Alltag herausführt. Religion aber soll in den Alltag hineinführen, und das wirkt oft banal, so nicht-anziehend in einer Erlebnisorientierung.

Spiel muss Spiel bleiben, Fußball muss Fußball bleiben können, dann wird er seinen Zielen gerecht, nicht als Religion und nicht nur als Wirtschaftsfaktor.

Aber Fußball soll nicht Religion werden, im Sinne, dass er das Ganze des Lebens umfasst, auch wenn dieser Anspruch an ihn herangetragen wird, sondern als Spiel ein Ausgriff auf aus dem Spiel herausführende Rituale, ohne das Ziel vorzugeben. Spiel muss Spiel bleiben, Fußball muss Fußball bleiben können, dann wird er seinen Zielen gerecht, nicht als Religion und nicht nur als Wirtschaftsfaktor. Als solcher greift er zu kurz und ist als Religion zu beengend. Das spüren offensichtlich die Menschen in Brasilien. n

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Fotos: Katharina Zimmermann, Werner Krug

Essentials Herti Grossauer

Von Katharina Zimmermann

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ass Herti Grossauer zweifache Mutter ist, spiegelt sich auch in ihren Essentials wider. Zwischen den Utensilien für das Management des Schloßbergrestaurants mischen sich auch Schnuller und ein Babyphon. Die Vollblut-Gastronomin Grossauer ist dennoch weiterhin fixer Bestandteil im Restaurant. Wenn man erst einmal Kinder hat, dann ist alles anders. Die zwei Jahre alte Sissi und der zehn Monate alte Franz haben das Leben von Schloßbergrestaurant-Paar Herti Grossauer und Christof Widakovich ganz schön umgekrempelt. Das sieht man auch in den Essentials ... Immer mit dabei hat Herti Grossauer das Babyphon von Philips Avent, damit sie auch hört, wenn der Sohnemann, der vormittags gerne in ihre m Büro schläft, sich meldet. Ein Must-have sind auch die beiden Schnuller und die Kinder Hirse Kringel von Hipp: »Egal ob meine Kinder gerade müde oder hungrig sind, ich habe immer ‚Erste Hilfe‘ dabei«, sagt Grossauer, die mittlerweile mit Mann und Kindern in Andritz lebt. Genuss spielt übrigens auch im Privatleben von Widakovich-Grossauer eine Rolle. In ihrer spärlichen Freizeit probieren sie gerne Genüssliches rund um 54 /// Fazit Juni 2014

Graz aus. »Zu unseren Favoriten gehören der Steirawirt in Straden sowie Haberl in Walkersdorf, als nächstes möchten wir aber unbedingt das Kupferdachl ausprobieren«, erklärt die Gastronomin. Trotz kleiner Kinder kann Herti Grossauer es nicht lassen, im Betrieb mitzumischen. Sie ist zwar abends nur zu speziellen Anlässen anwesend, dafür hat sie das Personal und die Finanzen über, dabei hilft der Taschenrechner der Marke Texas Instruments und das Macbook Air. Damit sie während der Arbeit auch genug Flüssigkeit zu sich nimmt, sind auch die Teebeutel von Willi Dungl ein Essential in Herti Grossauers Tasche. »Ich könnte mir gar keinen anderen Job außer der Gastronomie mehr vorstellen. Jeder Tag ist anders und die Menschen, mit denen man zusammen ist, haben etwas zu feiern beziehungsweise gute Laune«, strahlt sie. Das gelbe iPhone 5C ist relativ neu in der Sammlung, trotzdem hat Herti Grossauer es bereits in ihre Herz geschlossen. Wenn sie nicht gerade in Kind am Arm hat, hält sie das Handy stets in der Hand:

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»Mir reicht es nicht, wenn ich es ein der Tasche habe. Für mich ist es wichtig, erreichbar zu sein«, sagt sie. Auch zum Laufen in den Wald nimmt sie es mit. Seit ein paar Monaten trainieren sie und ihr Mann nicht nur einmal die Woche mit einem Personal Trainer, sondern haben auch ein Ausdauer-Sportprogramm. Hier hilft und motiviert Grossauer die App »Runtastic«. Der Chubby Stick von Clinique ist bei Herti Grossauer ebenfalls immer mit dabei, denn ein bisschen frische Farbe und Glanz auf den Lippen kann nie schaden. Zu guter Letzt nimmt auch die spanische Sprache einen Platz in Herti Grossauers Leben ein. Da ihre Schwester in Nicaragua lebt und sie selbst zwei Jahre in Florida studiert hat, hat die Sprache für sie eine besondere Bedeutung. Deswegen besucht sie nicht nur einen Kurs am Berlitz Institut, sondern beschäftigt auch ein Au-pair aus Kolumbien, das mit den Kindern ausn schließlich Spanisch spricht. Herti Grossauer leitet seit 2008 das Schlossberg Restaurant. Seit 2010 ist auch Starkoch und Partner Christof Widakovich dabei. schlossberggraz.at


Innovation

Der Aston Martin unter den Uhren InnovationGröbming in der Obersteiermark beheimatet mit der Buben & Zörweg GmbH ein Das beschauliche Unternehmen von Weltruf, das sich auf die Entwicklung „schöner Dinge“ spezialisiert hat und auch mit der Nobel-Automarke Aston Martin kooperiert. Und mit dem Edel-Zeitmesser „Agartos Tourbillon“ ist ihm ein echt „großer Wurf“ gelungen.

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Raus aus dem Dschungel

Foto: Schiffer

Foto: Buben und Zörweg

mensgründung 1995 zur ersten Adresse uf der „Baselworld“, wo sich alljährist etwas für Profis. Wer sich im Dickicht von Arbeitsund bei passionierten Uhrenliebhabern aus lich diePersonalverrechnung Crème de la Crème der UhrenSozialversicherungsrecht, Steuern und mehr als 100 Ländern. und Schmuckliebhaber versammelt, zogDienstgeberbeiträgen, Zulagen, Pauschalen,mittlerweile im Vorjahr dergleichen vor allem ein nicht Ausstellungsobvöllig verirren will, braucht eine helfende Hand. AberExquisite, auch dieeinzigartige und somit hochpreisige jekt der eingangs genannten EdelschmieProfis in diesem Gebiet brauchen Unterstützung – Erfolgs!Duo gibt sie ihnen. Objekte ziehen betuchte Kunden wie eben eingefleischte Uhrenliebhaber de aus dem Ennstal die neugierigen Blicke Speziellen und Genießer edlersind Rarider durchwegs gut betuchten Messebesuund individuelle Beratung für das Unternehmen, in dem ich damals imService unsere Ihr umfassendes Wissenhaangestellt war“, erzählt Birgit Oswald. täten imStärken.“ Allgemeinen an. „Natürlich cher an: der „Agartos Tourbillon“. Was das in Personalfragen kam ihr auch Das ging aber nur bis zu einem gewissen ben wir schon einige Projekte beizugute, ebenso ist? Weit mehr als ein edles Zeitmessgeals sie plante, die erste Mitarbeiterin einGrad. „Irgendwann wurde der Wunsch wohlhabenden wie prominenten Kunden rät in Tisch-Format. Das Meisterstück für zustellen. „Da habe genau gerechnet, seitens des Unternehmens immer größer, etwa aus der Film-ich und Sportwelt umLiebhaber schöner Dinge trägt in seinem dass ich wieder an meinen Arbeitsplatz ob sich das wohl ausgeht. Aufgrund der gesetzt. Diese legen Wert auf Diskretion Herzen ein Acht-Tage-Präzisionsuhrwerk nach Graz komme.“ Verständlich, war vielen Termine und Fristen, die ich einwollen ungenannt Gedeutscher Manufaktur. Sogenannte „Uhzuhalten hatte, schaffte bleiben“, ich es aberlässt ohnesie dort doch 12 Jahre lang als Leiterin und Harald Buben ein hinrenbeweger“, die Automatik-Zeitmesser hin nicht alleine.“ Inzwischen hatwenig Oswald der Personalverrechnung einer großen schäftsführer Christian Zörweg, Daniel Zörweg und diezweite Kulissen blicken. aufgenommen in Gang halten, und das ins Zifferblatt eine Mitarbeiterin Steuerberatungskanzlei tätig. Die Süd- ter Haraldsteirerin Buben wollte habenihre in Gröbming eine findet also imintegrierte sichtbare Tourbillon (ein aushat,elitärer die sie Kundenkreis gerade ausbildet. Alle drei beiden Söhne nicht Ein Damen sind den übrigens und demalleine lassen. Also machte sie sich als mer wieder WegMütter zur Luxusmarke getüftelter Mechanismus zur Erhöhung Edeluhrenschmiede etabliert. entsprechend wirdwo beikreative Sibit Rücksicht Personalverrechnerin im südwest- „Buben & Zörweg“, Köpfe mit der Ganggenauigkeit) sind in Verbindung auf das Familienleben genommen. steirischen Wernersdorf selbstständig. unkonventionellen Visionen und Birgit einem mit edelsten Materialien (zum Beispiel Und das mit so großem Erfolg, dass sie Oswald und ihr Team – drei Damen starken Firmenteam Tag für Tag etwas BeNappa-Leder) und modernster Technoweisende Projekte gelingen gemeinsam bald Hilfe brauchte – und mit Erfolgs!Duo als Wegweiser aus dem Personalversonderes schaffen. logie (LED-Licht mit Fading-Funktion) in leichter. Die Buben & Zörweg GmbH. hat auch bekam. Das Förderungsprogramm rechnungsdschungel. diesem Segment der Uhrenmanufaktur im konkreten Fall wesentliche Unterstütder Steirischen Wirtschaftsförderung einzigartig. zung SFG durchfördert das Jungunternehmen Förderungsprogramm bei der Der in einer limitierten Serie von 25 Stück „Geistesblitz“ der Steirischen WirtschaftsAusstattung des Arbeitsplatzes für den Innovative steirische ersten produzierte „Agartos Tourbillon“ ist nur förderung SFGMitarbeiter. gefunden. Birgit Oswald nahm Unternehmen: diese Hilfe an und engagierte ihre erste ein Beispiel aus der Palette der Buben & Prinzipiell sind die Jugendfreunde, FirEine Serie der Steirischen Mitarbeiterin. „Als Personalverrechnerin Zörweg GmbH. Der Unternehmens-Philomengründer und Geschäftsführer Harald Wirtschaftsförderung SFG verpflichtet, sich permanent sophie folgend, werden in der Gröbminger Buben ist undman Christian Zörweg stets auf der weiterzubilden“, erklärt sie die HerausFirmenzentrale neben hochkarätigen Suche nach innovativen Lösungen forderungen ihrer Tätigkeit. „Laufende und multifunktionalen Zeitmesfür einzigartige und gesetzlichen noch nie daVorÄnderungen in den sern auch zum Beispiel edelste gewesenezwingen Objekte.einen „So entstehen schriften dazu. Damit Weinklimaschränke oder ebensolunverwechselbare Meisterstücke sind viele vor allem kleine und mittlere Unternehmen fachlich der und Agartos“, ressourcenche Humidore kreiert. wie beispielsweise mäßig überfordert. Deshalb lagern sie die Zurück zum Aston Martin der Uherzählt Christian Zörweg, der auch Personalverrechnung aus.“ ren, dem „Agartos“. Diesen kann man für den Bereich Forschung und EntwickSteirische auch ohne „Tourbillon“ erstehen. Davon lung zuständig ist. Nicht umsonst zählt die Mehr als nur brutto und netto wurden 75 Objekte aufgelegt. ZukunftsBuben & Zörweg GmbH seit der UnternehWirtschaftsförderung Ihr Unternehmen nannte sie Sibit: Service, individuelle Beratung, individuelles Training. Aus den Anfangsbuchstaben Mit Hilfe der SFG konnte Birgit Oswald Informationen zu Förderungsmöglichkeiten dieser Wörter setzt sich der Firmenbereits zwei Mitarbeiterinnen einstellen. zusammen. Und der ist Programm: Wenn bahnbrechende neue Ideen zu Innovationenname werden oder beides zugleich ge„Man muss dem Kunden mehr bieten, als schieht: Nur mit dem Mut und der Entschlossenheit, Grenzen zu überschreiten, wird nur vom Brutto zum Netto zu rechnen. scheinbar Unmögliches auf einmal möglich. Das Wirtschaftsressort unterstützt Initichuld“ an ihrer Karriere als Unter- Ich mache nicht nur die Personalverativen für Internationalisierung und Innovation, die Steiermark einermeine in jeder rechnung, sondernzu berate Kunden nehmerin sind eigentlich ihre Söhne um Hinsicht grenzüberschreitenden Region zu machen. Die Förderungsprogramme der schule Tobias und Simon. „In der Karenz auch in der Personalplanung und Steirischen Wirtschaftsförderung unterstützen UnternehMitarbeiter der Personalabteilungen. arbeitete ich teilweise vonSFG zu Hause aus dieinnovationsfreudige

S

men bei ihrem Wachstum, damit diese neue Produkte, Verfahren und DienstleistunInformationen Förderungsmöglichkeiten gen erfolgreich am Marktzu etablieren können.

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etablieren können.

22 /// Fazit Jänner 2014

Fazit JUNI 2014 /// 55


Kurz & News

Die Heiltherme Bad Waltersdorf präsentiert sich technisch, innovativ und vor allem grün. Seit rund 30 Jahren setzt man sich mit viel Engagement und Mut zur Erneuerung für ein nachhaltiges Wirtschaften ein. Ein Konzept von Österreichs Experten für alternative Energien Rudolf Ingo Sonnek ging in Zusammenarbeit mit der Heiltherme 2013 in die Umsetzung. Beim diesjährigen ENERGY GLOBE Styria Award 2014 wurde das Projekt „Schwallwasserheizung“ in der Kategorie „Feuer“ mit dem hervorragenden 2. Platz ausgezeichnet.

Konflikte lösen – Harte Nüsse sind zum Knacken da! Die bekannte Trainerin Sidonie Pucher präsentierte im April ihr neues Buch „Harte Nüsse sind zum Knacken da! Ein Stopp dem Konflikt-Bumerang“ im Steiermark-Saal des WIFI. Der Konfliktpräventionsund Konfliktlösungsberater führt schrittweise heran, dass ein Konflikt konstruktiv und zufriedenstellend gelöst werden kann – oder erst gar nicht auftritt. Rund 70 Personen folgten mit großem Interesse der Vorstellung. Von den verkauften Büchern wurden pro Exemplar 2 Euro an die Make a Wish Österreich Foundation gespendet. Nach der Präsentation wurde zum Buffet geladen. 56 /// Fazit JUNI 2014

„Zero Waste Umweltmarsch“ Der einzigartige „Zero Waste Umweltmarsch“ – geschrieben vom bekannten Grazer Komponisten Prof. Mag. Franz Cibulka – war am 14. Mai erstmals im Landhaus Graz zu hören. Das Musikstück – ein Kompositionsauftrag von Saubermacher Gründer Hans Roth für den steirischen Frühjahrsputz – wurde von der Militärmusik Steiermark unter der Leitung von Militärkapellmeister Mag. DDr. Hannes Lackner und im Beisein von LT-Präs. Franz Majcen aufgeführt. Der „Zero Waste Umweltmarsch“ soll in Zukunft bei allen Umweltaktivitäten dargeboten werden.

GSA präsentiert „Denk’ KLObal-Toilettenwagen“ Jährlich landen rund 1.200 Lkw-Ladungen Müll – der überwiegende Teil über das WC – in den steirischen Kanälen. Die Gemeinschaft Steirischer Abwasserentsorger – GSA setzt sich seit Jahren unter dem Motto „Denk KLObal – schütz’ den Kanal“ für eine bewusstere Müllentsorgung ein. Jetzt wird die Offensive durch eine einzigartige Ausstellung unterstützt – den „Denk’ KLObalToilettenwagen“. Mit dem voll funktionsfähigen Damen- und Herren-WC wird über unsachgemäße Müllentsorgung aufgeklärt: www.klobal.at.

Kapfenberg goes ÖKOPROFIT Angesichts steigender Energie- und Rohstoffpreise haben sich sechs regionale Betriebe in Kapfenberg dem „Ökoprofit“ verschrieben. Das Ziel der Ökoprofit-Programme lautet: die Umwelt entlasten und dabei Kosten sparen. Die Stadtwerke Kapfenberg wollen zehn Prozent ihres Energiebedarfes einzusparen, das ece stellt die Beleuchtung auf LED-Technik um und investiert in eine Photovoltaikanlage sowie in eine E-Tankstelle und einen E-Bike-Verleih. Die BBRZ Reha-GmbH ersetzt ihre Plastik-Wasserspender durch Frischwasserspender; wie auch die Firma hgaplus, die ebenso in Solartechnik investiert. Die Horst Petschenig GmbH will den Verbrauch außerhalb der Geschäftszeiten reduzieren und den Einsatz von LED-Leuchtmitteln forcieren sowie ein neues Druckluftnetz installieren.

„Dinner im Dunkeln“-Spende für Odilien-Institut Mit drei ausverkauften „Dinner im Dunkeln“-Veranstaltungen sammelte das Casino Graz im Rahmen der Benefizveranstaltung insgesamt 3.500 Euro für das Odilien-Institut. Der Spendenscheck wurde am 14. Mai 2014 überreicht. Der Betrag soll in die Erneuerung der EDV-Ausstattungen in den Schulen des Odilien-Institutes investiert werden. Die Veranstaltungsreihe wird im kommenden Jahr fortgesetzt: Für den 17. Jänner und 14. März 2015 sind noch Tickets verfügbar.

Fotos: Therme Bad Walterdorf, Lizz Krobath, Sidonie Pucher, TV Frohnleiten / Loschek, CasinosAustria

100 % grüne Energie für die Heiltherme Bad Waltersdorf


Foto: Foto Fischer

Genussradel-Saison startet im Thermenland

Karl-Heinz Dernoscheg Direktor der Wirtschaftskammer Steiermark

Foto: Jorj Konstantinov

Die Natur und das milde Klima im Thermenland Steiermark laden zum lustvollen Bewegen in die Natur ein. Besonders beliebt ist das Radfahren: 14 Genussradeltouren verbinden auf 1.700 Kilometern das Entdecken der Landschaft mit dem Genießen der regionalen Kulinarik. Von sportlich und anspruchsvoll bis gemütlich und familienfreundlich – die Radtouren im Thermenland bieten für Jung und Alt das passende Angebot. „Um unseren Gästen einen Überblick über die Radtouren zu bieten, haben wir unser Angebot in der Genussradel-Broschüre zusammengefasst. Diese informiert rund um Landschaft und Kulinarik unserer Region, in der Kombination von Thermalwasser, Genuss und Bewegung“, betont Mag. Gernot Deutsch, Obmann Thermenland Steiermark. Eine der beliebtesten Destinationen ist die Region Bad Radkersburg. „Die Landschaft und unsere speziellen Angebote machen uns für Radsportbegeisterte attraktiv“, erklärt Dorli Weberitsch vom Tourismusverband

Kurz im Gespräch mit

Bad Radkersburg. Höhepunkt der heurigen Saison ist die Journalisten-Rad-WM von 3. bis 7. September. „Wir sind stolz, dass das Thermenland Austragungsort überregionaler Events ist. So gelingt es uns, noch mehr internationale Besucher zu gewinnen“, ergänzt DI Franz Rauchenberger, GF des Thermenland Steiermark und verweist auf die positive Entwicklung 2013: Insgesamt 1.463.808 Tagesgäste besuchten die sechs Thermenstandorte im vergangenen Jahr, das entspricht einer Steigerung von 2,12 Prozent.

12. Internationaler MM-Stadtlauf in Frohnleiten Längst gehört der Frohnleitner Stadtlauf zu den Klassikern unter den Laufbewerben. Heuer sind am Samstag, dem 28. Juni, wieder alle Laufwilligen eingeladen, den attraktiven Rundkurs von 9,6 km bzw. die halbe Hobbydistanz zu bewältigen. Neu ist der Fit & Fun-Teamlauf für Teams von drei Personen, die zur selben Zeit eine Distanz von 2,4 km absolvieren. Anmeldungen beim Tourismusverband Frohnleiten per Fax 03126 4174 oder tourismus@frohnleiten.at. Anmeldeschluss für Voranmeldungen: Montag, 23. Juni. Nachnennungen sind bis eine Stunde vor dem Start des jeweiligen Bewerbes möglich. Info: www. frohnleiten.at

Voest-Chef Eder hat mit einem Investitionsstopp in Österreich gedroht. Was kann die Politik eigentlich kurz- und mittelfristig für den Standort tun? Sehr viel. Die Politik kann, nein muss Bedingungen schaffen, die es unserer Wirtschaft ermöglichen, weiterhin Weltspitze zu bleiben. Da gibt es viel zu tun – von der Bildung, Steuerentlastung über die Abschaffung von behindernder Bürokratie bis hin zur Infrastruktur.

Das Heil der steirischen Wirtschaft liegt seit Jahren in der Internationalisierung. Was kann die WK tun, damit auch kleinere Unternehmen den Schritt zum Exporteur wagen? Mehr als die Hälfte der Erzeugnisse der Steiermark werden bereits ins Ausland verkauft. Mit dem Internationalisierungscenter sind wir schon jetzt Türöffner für Unternehmer aller Branchen und Größen. Jedes Unternehmen hat dadurch quasi ein weltweites Netz von über 100 Kontaktbüros zur Verfügung. Wie kann die heimische Bauwirtschaft vor Dumping aus Südosteuropa geschützt werden? Droht gar das großflächige Ausloben nach Ungarn und Slowenien? Deshalb haben wir ja die Initiative „Faire Vergaben“ gestartet. Unsere Position ist klar: Wir wollen, dass bei öffentlichen Vergaben der Bestbieter zum Zug kommt – und das muss nicht zwingend der Billigstbieter sein, denn wir sind gegen Lohn- und Sozialdumping, aber für fairen Wettbewerb. Fazit JUNI 2014 /// 57


Gesundheit

Einige 100.000 Menschen in Österreich sind von einer Hörminderung betroffen! Entweder, weil sie selbst nicht mehr alles verstehen oder jemanden kennen, der mit einem schwächer werdenden Gehör zu kämpfen hat. Jetzt ein Herz fassen und helfen!

Fotos: Neuroth

Angehörige spielen auch bei der Beratung eine wichtige Rolle.

Lukas Schinko präsentiert das Herzens-Paket von Neuroth.

58 /// Fazit JUNI 2014

D

as Gehör ist nicht nur ein kostbares Gut, sondern auch ein überaus sensibles Organ: In unseren Ohren befinden sich feine Sinneszellen, sogenannte Haarzellen, die dafür verantwortlich sind, Schallwellen als Nervensignale weiterzuleiten. Bei einem Hörverlust werden diese Haarzellen zerstört und können Schallempfindungen somit nicht mehr ins Gehirn weiterleiten. Sie regenerieren sich leider nicht mehr – je nachdem wie viele dieser Sinneszellen abbrechen, verschlechtert sich auch die Hörfähigkeit. Das menschliche Gehör ist im 24-StundenEinsatz, wir können es nicht einfach abschalten und es schläft so gut wie nie. Die Sinneszellen werden daher im Laufe eines Lebens stark beansprucht. Die häufigste Form der Hörminderung ist alters- oder lärmbedingt, also eine Art Abnutzungserscheinung aufgrund eines geräuschvollen und klangreichen Lebens. Aber auch einmalige Ereignisse (Traumata) können das Gehör irreparabel schädigen, z. B. ein Unfall, eine Erkrankung oder ein Knall in nächster Nähe. Ebenso können anhaltender Arbeitslärm und laute Musik unseren Hörsinn dauerhaft schädigen. Manche

Menschen kommen bereits mit einer Hörbeeinträchtigung zur Welt. Egal welche Ursache die Hörminderung hat, eines haben alle betroffenen Menschen gemeinsam: Ihre Lebensqualität leidet darunter. und meistens leiden Familienmitglieder, Freunde und Bekannte mit. dabei kann es so einfach sein, wieder besser zu hören!

Schnelle Hilfe bringt höhere Chancen Univ.-Prof. Dr. Christian Walch, Leiter der HNO-Abteilung in Leoben, schildert die ungeheuren Dimensionen der auditiven Einschränkungen von Menschen in unserem Land: „Zirka ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung ist von einer Schwerhörigkeit betroffen. Da die meisten Formen der Hörstörungen schleichend einsetzen, wird die Schwerhörigkeit zunächst gar nicht wahrgenommen und dann als normal angesehen.“ Weil die Betroffenen die Hörminderung ignorieren, vergehen laut Studien im Schnitt bis zu zehn Jahre, bevor Hilfe gesucht und gefunden wird. Das ist, so Walch, in doppelter Hinsicht ein Problem: „Es sind Jahre des sinnlosen Leidens und zunehmender Isolation. Außerdem wird es in der Eingewöhnung schwieriger, je älter ein Mensch ist, der sein erstes Hörgerät bekommt, und je länger er zuvor schon mit dem beeinträchtigten Gehör leben musste. Ein Gehirn das jahrelang immer weniger Töne


Gesundheit

Der Ratgeber „Hör doch auf mich!“ und Original-Hörgeräte-Muster* von Neuroth

verarbeiten kann, stellt sich nur mehr mit Mühe um.“

Herzens-Paket für Angehörige Die Hilfe kommt im Paket, genauer gesagt im gemeinsam von Ärzten, Psychologen und den Neuroth-Akustikern entwickelten Herzens-Paket für Angehörige: Darin enthalten ist der Ratgeber „Hör doch auf mich!“ sowie ein Hörgeräte-Muster* zum Anprobieren zu Hause. „Mit diesem Muster möchten wir vor allem die Berührungsängste ausräumen und zeigen, wie klein und ästhetisch Hörgeräte heute sind“, so Lukas Schinko, Vorstandsvorsitzender von Neuroth. Im Ratgeber finden Angehörige viele hilfreiche Tipps für den Umgang mit hörgeminderten Menschen und schlagkräftige Argumente für einen Besuch beim HNO-Arzt oder dem Hörakustiker. In allen Neuroth-Fachinstituten Österreichs ist das Herzens-Paket kostenlos erhältlich. Der Besuch beim Hörakustiker Wer schon einmal jemanden zu einem Besuch beim Hörakustiker motivieren wollte, der weiß: Das ist gar nicht so einfach, wie es klingt“, erklärt Lukas Schinko, der das Familienunternehmen Neuroth bereits in vierter Generation leitet. „Aus Erfahrung wissen wir aber, wie wichtig die Unterstützung zu Hause für eine mög-

lichst frühzeitige Versorgung mit Hörgeräten ist. Daher möchten wir den Angehörigen so viel Hilfe wie möglich bieten.“ Während die Brille nicht nur als Sehhilfe, sondern längst schon als modisches Accessoire betrachtet wird, steht man einem Hörgerät immer noch skeptisch gegenüber. Dabei sind Technologie und Design mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die meisten Geräte kaum noch zu sehen sind. Gute Argumente Ein Gespräch über eine Hörminderung ist oft eine Herausforderung, denn für viele Menschen ist schlechteres Hören ein Zeichen für fortschreitendes Alter – und damit ein unangenehmes Thema. Oft verdrängen Betroffene die Beeinträchtigung und arrangieren sich damit. Im Ratgeber „Hör doch auf mich!“ finden Angehörige viele hilfreiche Tipps für einen sensiblen Umgang mit hörgeminderten Menschen. Und weil es jede Menge gute Gründe für besseres Hören gibt, finden Angehörige im Ratgeber auch eine „Best of“-Liste der häufigsten Ausreden – kompetente Antworten und Tipps für die Überzeugungsarbeit inklusive. Weitere Infos: www.neuroth.at/hilfe

Hilfe für Angehörige Hier erhalten Sie das kostenlose Herzens-Paket von Neuroth: • • •

in allen Neuroth-Fachinstituten Österreichs telefonisch unter 00800 8001 8001 online unter www.neuroth.at/hilfe

Wer sich über Social Media informieren oder austauschen möchte, findet in der Facebook-Gruppe: Bitte glaub mir: Du bist schwerhörig unter dem Link: facebook.com/groups/besser.hoeren Gleichgesinnte und Tipps von Hör-Experten.

*) Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Muster nicht um ein funktionstüchtiges Hörgerät handelt.

Fazit JUNI 2014 /// 59


Wellness

G

Betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnt in der heutigen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung. In allen Branchen nimmt das Durchschnittsalter der Beschäftigten aufgrund der demografischen Entwicklung zu. Zudem steigt das Pensionsantrittsalter, was bei körperlich anstrengender Arbeit große Auswirkungen auf den Alltag im Beruf hat.

Foto: SPAR

esundheit und Vitalität der Belegschaft bilden eine wichtige Säule moderner Unternehmenskultur. SPAR setzt mit dem „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ bei der Gesundheitsvorsorge auf ein vielfältiges Maßnahmenpaket.

„Fit im Job“ Gesundheitspreis geht in Juryphase

Gesund bei SPAR: Das „Betriebliche Gesundheitsmanagement“ motiviert aktiv zu gesünderem Leben im Arbeitsalltag. „Wir haben ein detailliertes Programm ausgearbeitet, das allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Anreize zur Teilnahme bietet“, so Mag. Christoph Holzer, GF SPAR Steiermark und Südburgenland. Ein positives Miteinander und mehr Lebensqualität im Alltag motivieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Tag für Tag. „Wer sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt, wird gerne arbeiten gehen und sich einbringen“, so Geschäftsführer Mag. Christoph Holzer. Die Aktionen werden vor Ort koordiniert und reichen vom gemeinsamen Turnen, Lauf-Events über gesundes Jausnen bis hin zu ergonomischen Verbesserungen am Arbeitsplatz. Das Programm „Gesund bei SPAR“ bildet künftig einen wichtigen Schwerpunkt im Unternehmen und wird weiter ausgebaut.

60 /// Fazit JUNI 2014

Daniela Gmeinbauer, Obfrau der Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe

E

ine Tatsache, die auf die Ausrichtung vieler Unternehmen hinsichtlich ihrer Arbeitskräfte deutliche Auswirkungen zeigt. „Die Stärkung gesundheitsfördernder und Reduzierung krankmachender Faktoren im Betrieb bestimmen wesentlich den unternehmerischen Erfolg. ‚Fit im Job‘ trägt heuer bereits im dreizehnten Jahr entscheidend dazu bei, Betriebe aller Branchen und jeder Größe zur Durchführung gesundheitsfördernder Maßnahmen zu motivieren“, erklärt Obfrau Daniela Gmeinbauer das Ziel der Initiative. „Wir freuen uns, mit unseren Kooperationspartnern die Erfolgsstory ‚Fit im Job‘ fortsetzen zu können. Was im Jahr 2002 mit einer Handvoll Betrieben begonnen wurde, ist heute zu einer umfassenden gesunden Bewegung geworden, der sich immer mehr Unternehmen anschließen.“

Foto: wko Steiermark

Erfolg für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei SPAR

Starkes Niveau Mit 31. Mai endet die Einreichphase für den steirischen Gesundheitspreis, berichtet Gmeinbauer: „Einreichungen kommen gegen Ende der Frist noch immer laufend herein, die Bewertung durch die Jury wird im Sommer erfolgen.“ Das Niveau ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen und die Firmen legen sehr oft detaillierte und vielseitige Programme vor, sagt Gmeinbauer: „Ohne der Jury vorgreifen zu wollen, kann ein weiteres Ansteigen der Qualität der eingereichten Projekte festgestellt werden.“ Das heißt nichts anderes, als dass immer mehr Unternehmer die Wichtigkeit der Betrieblichen Gesundheitsförderung für ihr Unternehmen erkennen und auf einem hohen Niveau in das Thema einsteigen bzw. dieses weiterentwickeln.

Wiederholungstäter willkommen Sobald sich erste Erfolge zeigen, will man von Seiten engagierter Betriebe natürlich auch weiterhin am Ball bleiben, freut sich Gmeinbauer: „Besonders erfreulich ist, dass Unternehmen, die in den vergangenen Jahren die ‚Einsteigerförderung‘ erhalten haben, also am Beginn ihres BGF-Projektes gestanden sind, mit weiterentwickelten und vertieften Projekten zurückkommen und wieder einreichen.“ (Oder in ihrer Kategorie gewinnen – so die Fahrschule „Roadstars“ in Graz – Einsteigerförderung 2012, Gewinner in der Kategorie 2 im Jahr 2013). Auf jeden Fall darf man schon auf die Preisverleihung der Steirischen Gesundheitspreise im November 2014 gespannt sein. Einreichfrist bis 31. Mai: www.wko.at/fitimjob


Wellness

Kulinarische Fibeln, die regionale Produkte in den Mittelpunkt rücken

Regional, vital, fundamental Die Welt des Wohlfühlens ist facettenreich: Das Thermenland Steiermark macht sich für neue Impulse im Gesundheitstourismus stark und steht erfolgreicher denn je für regionale Wertschöpfung ein.

Fotos: thermenland Steiermark, Jorj Konstantinov

V

or vier Jahren startete das Thermenland Steiermark gemeinsam mit steirischen und slowenischen Partnern das EU-Projekt „Regio Vitalis“, um die Stärken der südöstlichen Steiermark und jene des Nordostens Sloweniens zu bündeln. Mit Fokus auf Genuss, Wellness und Ausbildung war es das Ziel, den regionalen Gesundheitstourismus mit gezielten Maßnahmen und Aktivitäten weiter zu beleben. Denn mehr als 20.000 Beschäftige in beiden Landstrichen sorgen dafür, dass Gäste der Region jährlich fünf Millionen Gesundheitstage in Wellnesshotels, Kureinrichtungen und anderen touristischen Destinationen genießen können. Eine Analyse des International Central European Institute (ICEI) bestätigt unlängst die Erfolge von „Regio Vitalis“. Beispielsweise hilft ein Euro „Regio Vitalis“-Förderung mit, 802 Euro Wertschöpfung in der Steiermark zu erwirtschaften. Man blickt auf eine jährliche Bruttowertschöpfung von 383 Millionen Euro. Lebensenergien Im Rahmen von „Regio Vitalis“ setzte das Thermenland Steiermark gemeinsam mit den Projektpartnern zahlreiche Projekte erfolgreich um. Ein Beispiel dafür: die Thermalwasserstudie, mit der die MedUni Graz bestätigen konnte, dass die Kombi-

nation von moderater Bewegung und Entspannung im Thermalwasser den Stresspegel senkt und die Basis für spezielle Anti-Stress-Programme in den Thermen bildet. Das Thermenland Steiermark ist bekanntlich eine kulinarische Schatzkammer – spezielle Produktfibeln fassen Wissenswertes, Rezepte und Anwendungsmöglichkeiten rund um die regionalen Leitprodukte Apfel, Holunder, Kürbis und Traube zusammen. Dank der Initiative „Tourist-Incubator“ wird die altbewährte Nachbarschaftshilfe neu definiert: Etablierte steirische Unternehmen dienen im Rahmen von „Regio Vitalis“ slowenischen Tourismusbetrieben als Vorbilder und unterstützen diese in ihrer Tätigkeit. Gemeinsam wurde außerdem an Lehrplänen gearbeitet – mit dem Ziel, eine nachhaltige Genussreifeakademie zu etablieren, die das Bewusstsein junger Menschen für die Zubereitung, den Mehrwert und die gesundheitliche Wirkung regionaler Produkte stärkt. „Regio Vitalis“ ist finanziert von der europäischen Union, dem europäischen Fonds für regionale entwicklung, dem Programm der europäischen territorialen zusammenarbeit – operationelles Programm Slowenien – Österreich 2007 – 2013, dem Bundesministerium für arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und der Republik Slowenien, Regierungsstelle für entwicklung und europäische Kohäsionspolitik.

Projektstart mit Präs. Franz Majcen und di Franz Rauchenberger

thermenland-GF di Franz Rauchenberger, obmann Mag. Gernot deutsch und Karl haas (obstbau haas)

die jungen, wissbegierigen akteure der Genussreifeakademie

(v.l.n.r.): Präsentation der thermalwasserstudie mit Mario haas, di Franz Rauchenberger (GF thermenland), Pd dr. med. Christian Fazekas (Med. Uni. Graz) und Mag. Gernot deutsch (obmann thermenland)

Fazit JUNi 2014 /// 61


Wellness

Für alle, die Gutes lieben, das Körper und Seele belebt.

Rast und Ruhe „Genuss heißt Leben. Hinweg denn, Sorgen.“ Spätestens jetzt formiert sich die Natur zum absoluten Erholungsraum. Unser Ziel: lukullisches Entspannen in den prachtvollen Weinbergen Sloweniens.

M

Der Steirische Gesundheitspreis 2014 für Unternehmen in der Steiermark ist gestartet: Einreichungen bis 31. Mai 2014 möglich Nähere Informationen und Einreichunterlagen unter wko.at/fitimjob

Kooperationspartner:

alerische Berge umkränzen die saftig-grünen, üppigen Weingärten. Dazwischen säumen rustikale Steinhäuser, kleine Dörfer und Tavernen die Straßen. Der große Regenbogen am Himmel lässt die Kulisse rund um das Anbaugebiet im Dravinjska-Tal mindestens doppelt so kitschig wirken. Was für ein Landstrich! Klein und unvergesslich, vielfältig und schön. In der Nähe der Stadt Slovenske Konjice, die zwischen Konjiška Gora und Pohorje liegt, befindet sich Škalce. Eines der alten Weinberghäusern auf den Bergrücken liegt nahe eines 9-Loch-Golfplatzes, der ob der vorhandenen Naturgegebenheiten als entsprechend ereignisreich gilt. Dieses Steinhaus beherbergt das entzückende Restaurant „Grič“ und gehört zum gleichnamigen Weingut. Logisch, dass hier die Rebsäfte aus der 800-jährigen Anbautradition kredenzt werden. Die Qualitätsweine von Zlati Grič entspringen einem sandigtonigen Lehmboden und einer angenehmen Mischung aus alpinischen und pannonischen

62 /// Fazit JUNI 2014

Klimazügen. Für die Weingartenordnung, Weinqualität, die Harmonie und die Vollheit der Weinfüllungen sorgen vor Ort Weinbauer und Kellermeister unter der sorgfältigen Aufsicht von Produktionsleiter Dejan Brečko und Önologe Sašo Topolšek. Das Anwesen umfasst spektakuläre 75 Hektar und im neuen, modernen Weinkeller des Gutes Salce erstreckt sich der größte Teil der 3.500 Quadratmeter unter der Erde. Am Gutshof umgeben von feinsten Reben besteht die Möglichkeit, in Harmonie mit der Natur in einem von drei Appartements zu nächtigen. Zu Begrüßung steht Winzersekt parat, die Nacht ist ab 70 Euro für zwei Personen zu haben. Weitere Infos unter: www.zlati-gric.si Ankommen, loslassen Alles ist hier freundlich: die Menschen und die Natur. Im Sommer wie im Winter. Die frische Luft in den artenreichen Wäldern des Pohorje-Gebirges


Wellness

Verliebt in die Natur. in der therme zreče wird jede Jahreszeit zu ihrer lieblingsjahreszeit.

das Weingut zlati Grič liegt nur wenige Minuten von der Stadt Slovenske Konjice entfernt und beherbergt mitunter ein Restaurant, ein Weinbauernhaus und einen Golfplatz.

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und das bunte Treiben auf den blühenden Wiesen und fruchtbaren Feldern lädt zu Erkundungen am Rad- und Wanderweg ein. Auf den naheliegenden Skipisten und Langlaufloipen trainiert selbst Sloweniens ehemalige Spitzenathletin Petra Majdič. Das beruhigende Plätschern der Thermalquelle in der Therme Zreče belohnt für jegliche körperliche Anstrengungen. Hauseigene Spezialisten halten den Bewegungsapparat zum Beispiel mit Magnetresonanz-Therapien und Heilerde in Schuss. Mitunter ein Grund, warum sich hier viele Spitzensportler und Kurgäste einfinden. Acht Pools, ein Waldwasserpark und ein Saunadorf auf 1.600 Quadratmetern verheißen ein einzigartiges Gefühl der Leichtigkeit. Zur absoluten Tiefenentspannung steht das Spa „Idila“ mit einem breiten Angebot bis hin zu Original-Thai- und Ayurveda-Massagen zur Verfügung. Drei an die Therme angeschlossene Hotels, zehn Appartment-Villas und das demnächst neu eröffnete Hotel Natura runden das Wellnessangebot mit ausgezeichneter Slow-Food-Küche, Spezialitäten wie dem Pohorje-Rind, 120 lokalen Weinen und Livemusik-Abenden ab (www.termezrece.eu). Über 100.000 Nächtigungen pro Jahr quittieren Qualität und gutes Service. Alles im Einklang mit der Natur. Wie sich’s gehört.

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Fazit JUNi 2014 /// 63


Auf dem langen Weg nach Europa

Foto: Erik il Rosso

Von Josef Schiffer


Fazitreise

Trotz seiner vielfältigen Kultur und landschaftlichen Schönheiten ist Albanien eine hierzulande weitgehend unbekannte Größe.

A

llein der Name vermittelt schon einen Hauch von Karl-May-Exotik und Abenteuer, die nüchterne Lagebetrachtung vor Ort zeigt aber neben Rückständigkeit und Armut neues Selbstbewusstsein und enorme Aufbruchsstimmung. Und eine Mentalität, die in vieler Hinsicht europäischer ist als bei so manchen EU-Mitgliedern. Ein internationaler Workshop mit angeschlossener Tagung unter dem ambitionierten Thema »Zäsuren und Kontinuitäten« führte eine Gruppe von Kulturwissenschaftlern und Studenten aus Graz im April in die nordalbanische Stadt Shkodra. Anschauungsmaterial bietet das Land dafür in jeder Hinsicht genügend. Langsame Öffnung Schon seit mehreren Jahrzehnten bestehen intensive Beziehungen zwischen beiden Hochschulen – in der schwierigen Zeit nach dem Ende des Kommunismus gab es Hilfslieferungen und Unterstützung aus Österreich. Ein Zeichen der Verbundenheit empfängt uns bereits beim Eintreten in das überraschend moderne Hauptgebäude der Universität von Shkodra: Eine Österreich-Bibliothek und ein Hörsaal sind nach dem Grazer Historiker Walter Höflechner benannt. Aber uns interessiert natürlich ebenso wie die Wissenschaft die kulturelle Seite des bunten Balkanstaats, der auf ungefähr der doppelten Fläche der Steiermark zwischen unwegsamem Hochgebirge und malerischer, über weite Strecken noch unberührter Adriaküste eine unglaubliche Vielfalt aufweist. Von Massentourismus kann noch lange keine Rede sein, aber trotz oder vielleicht wegen des rustikalen Charmes vieler Beherbergungsbetriebe ist die Zahl der Besucher von wenigen Tausend jährlich auf einige Millionen im Jahr angewachsen. Viele davon sind freilich nur Tagestouristen aus Nachbarregionen oder von Kreuzfahrtschiffen, denn die Infrastruktur ist ungenügend ausgebaut, die Statistiken weisen nach wie vor weniger als 10.000 Hotelbetten in ganz Albanien aus. Bewegte Vergangenheit Nicht immer waren die Beziehungen nach außen des klischeehaft wilden Bergvolks von wechselseitiger Harmonie geprägt. Eine kurze, erst rund hundert Jahre währende, aber wechselvolle Geschichte als eigenständiger Staat hat das kleine Land am westlichen Balkan stark geprägt. Auf heutigen Europakarten scheint

es meist als einer der letzten weißen Flecken im Raum zwischen Kroatien und Griechenland auf. Als Monarchie mit parlamentarischen Zügen ging es aus den Balkankriegen am Vorabend des Ersten Weltkriegs hervor. Was dann folgte, waren die Besetzung durch die österreichisch-ungarische Armee 1915 im Norden und die Entente im Süden. In der Zwischenkriegszeit wuchs der Einfluss des faschistischen Italien, das sich das Land als Kolonie einverleiben wollte, was de facto 1939 auch geschah. Der Widerstand gegen die Besatzung und ein erbarmungsloser Partisanenkrieg brachte gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1944 schließlich eines der bizarrsten kommunistischen Regimes an die Macht, das sich unter dem Führer Enver Hoxha nach Zerwürfnissen mit Tito und Stalin fast fünf Jahrzehnte lang zunehmend vom Rest der Welt isolierte. Aus Furcht vor einer feindlichen Invasion wurden unter ungeheuren Kosten buchstäblich Hunderttausende Bunker errichtet. Noch radikaler als in anderen Staaten des Ostblocks orientiert, waren in Albanien etwa private Pkw sowie jegliche Religionsausübung strengstens verboten. Die Zahl der politischen Gefangenen, die nicht selten gefoltert oder getötet wurden, erreichte mit Hoxhas wachsender Paranoia stets neue Höhen. Ein dunkles Kapitel, das zum Leidwesen vieler bis heute nicht richtig aufgearbeitet wurde, denn noch immer stehen Anerkennung und Entschädigung der Opfer des Kommunismus aus. Im Schnittpunkt der Kulturen Aber zurück in die Gegenwart – die etwas unbequeme Busreise entlang der dalmatinischen Küste quer durch Kroatien und Montenegro bietet zwar nicht den Luxus einer Flugreise, aber ermöglicht die schrittweise Annäherung an eine zunächst fremdartig scheinende Kultur. Von Weitem prägen schlanke Minarette sowie rostige, unförmige Fässer auf den Flachdächern der Häuser – eine Art primitiver Solarboiler – die Skyline. Doch schon auf den zweiten Blick fallen im Zentrum von Shkodra, das auf Italienisch Scutari genannt wurde, vertraute Elemente ins Auge. Das kulturelle Leben Nordalbaniens hat sich schon immer in Shkodra abgespielt und der Einfluss des Westens ist hier deutlich erkennbar. Mit der erst seit Kurzem eingerichteten Fußgängerzone hat man eine attraktive, mediterran angehauchte Flaniermeile geschaffen. Revitalisierte Amtsgebäude mit mitteleuropäischem Charakter, Pizzerias, Restaurants und Cafés sowie vereinzelt noch

Die Reiterstatue des Nationalhelden Skanderbeg (1405–1468) beherrscht den nach ihm benannten zentralen Platz Tiranas. Er genoss selbst in der kommunistischen Ära Ansehen und ist heute die zentrale Identifikationsfigur der Albaner. Fazit Juni 2014 /// 65


Fazitreise traditionelle Holzhäuser ergeben ein harmonisches Ensemble, das an süditalienische Städte erinnert. Ebenso auffallend sind die vielen sorgsam renovierten Kirchen und Moscheen, die das gesamte Stadtbild prägen – gerade in Nordalbanien gibt es neben den Muslimen einen hohen Anteil an katholischen und orthodoxen Christen. Wobei die Religion im Alltagsleben offensichtlich keine große Rolle spielt und daher auch nicht zum Konfliktstoff wie in den Nachbarregionen taugt. Man sieht keine verschleierten Frauen, keine Ansammlungen von betenden Gläubigen bei den Gotteshäusern und dem Vernehmen nach wissen viele Albaner nicht einmal genau, welcher Glaubensrichtung sie angehören, wie unser lokaler Führer versichert.

Neu gefundene Identität Ein Ausflug in die nähere Umgebung Shkodras zeigt eine gänzlich andere Seite des albanischen Mikrokosmos. Nicht weit von der Stadt kann man auf einem Hügel die imposanten und weitläufigen Reste der mittelalterlichen Festung Rozafa besichtigen, die den Türken lange Widerstand leistete. An diesem pittoresken Ort hält unser Führer Dhimitër Doka, Professor für Geografie an der Universität Tirana, eine kurzgefasste Vorlesung in albanischer Geschichte. Die nationale Identität der Albaner stützt sich nach dem Vakuum des Postkommunismus auf zwei Säulen: Einerseits fühlt man sich als vom Volk der Illyrer abstammend, das in diesem Raum in vorchristlicher Zeit eine überregional wirkende Kultur hervorbrachte. Andererseits stößt man allerorten auf den überlebensgroßen Nationalhelden Skanderbeg, ein weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannter Volksheld, der im 15. Jahrhundert zahlreiche Siege über die vordringenden Türken erfocht. Das Original seines Helms – der ein fast allgegenwärtiges nationales Symbol darstellt – und sein Schwert sind übrigens in der Hofjagd- und Rüstkammer in der Wiener Neuen Burg zu besichtigen. Der türkische Einfluss lässt sich ebenfalls nicht verleugnen, 66 /// Fazit Juni 2014

Fotos: Josef Schiffer, Dragan Tatic, Dennis Jarvis

Durch den Basar Gleich hinter der Universität erstreckt sich das ausgedehnte Marktviertel der Stadt. Jede Spur touristisch motivierter Behübschung verliert sich bald und nach ein paar Biegungen prägen schnell Plattenbauten sowie halbfertige Betonbauten das Stadtbild. In den Straßen stauen sich hauptsächlich Mercedes älteren Baujahrs, hinter dem Lenkrad die stolzen, fast ausschließlich männlichen Besitzer des begehrten Statussymbols. Ebenso auffallend die zahllosen jungen Männer, die, anscheinend ohne feste Arbeit, den Vormittag gerne in den Cafés verbringen. Der Rest der Bevölkerung scheint beinahe ausschließlich im Handel tätig zu sein: vom Gemischtwarenladen über den mobilen Imbissstand bis hin zum Jugendlichen, der mit einer Personenwaage oder einigen Schuhkartons am Straßenrand geduldig der Kunden harrt. Auffallend ist auch der hohe Anteil an Gebrauchtwarenhändlern – von ganzen Garagen voller Schuhe aller Abnutzungsgrade – malerisch in Paaren aufgehängt – über Kleiderstände bis hin zu mehr oder minder betagten Elektronikartikeln spannt sich das Angebot. Dazwischen dann wieder mehr oder minder offensichtlich gefälschte Markenmode und Billigartikel aus asiatischer Produktion. Die Nachfrage seitens der Einheimischen richtet sich jedoch eher auf Alltagsbedarf wie Grundnahrungsmittel; zwischen den Ständen mit Gemüse, Obst und allerlei Viktualien herrscht ein buntes Treiben und auch Trägerinnen traditioneller Kostüme sind unter den Marktfrauen mitunter zu erspähen. Weniger erbaulich ist der Anblick von in der prallen Sonne hängenden Fleischstücken von Schwein oder Hammel oder der von auf abgewetzten Planen ausgebreiteten Fische.


Fazitreise

Bunte Märkte, Uniformen und Universitäten – im Bild links jene von Tirana – stehen für die Vielfalt eines kleinen Landes, in dem Bildung einen hohen Stellenwert besitzt.

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Fazitreise

Die Faszination für den Westen verbindet sich hier mit beinah chinesischer Unverfrorenheit zur Kopie.

Weitere Informationen

Per Flugzeug von Wien nach Tirana (Dauer 1,5 Stunden) zweimal täglich mit Pegasus oder Turkish Airlines (rund 250 Euro), Anschlussflüge vom Flughafen Graz sind möglich. Für den nördlichen Landesteil Albaniens empfehlen sich Flüge von Wien nach Podgorica, der Hauptstadt Montenegros (für rund 150 Euro), von dort erreicht man per Bus das 50 km entfernte Shkodra in Nordalbanien je nach Grenzsituation in 1,5 Stunden. Offizielles Zahlungsmittel ist der Albanische Lek. Für 10 Euro erhält man in Banken und Wechselstuben ca. 1.400 Lek. Die Ein- und Ausfuhr der Währung ist verboten, an vielen Orten, vor allem in der Gastronomie, kann man jedoch problemlos in Euros (zu vernünftigen Wechselkursen) oder per Karte bezahlen. Reiseliteratur Albanien, Mit Tirana, Adriaküste und Albanischen Alpen von Renate Ndarurinze, Trescher Verlag 2013, 17,95 Euro. Albanien-Pocket-guide, Europas letztes Geheimnis individuell entdecken von Martina Kaspar und Günther Holzmann, hobo-team. de 2013, 13,90 Euro. Reise-Know-How Albanien, Reiseführer für individuelles Entdecken von Meike Gutzweiler, Reise-Know-How 2012, 22,50 Euro.

Unzählige Läden für gebrauchte Kleider und Schuhe zeugen von der Armut weiter Bevölkerungsteile.

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Lesetipps Der im Westen bekannteste albanische Autor Ismail Kadare (geb. 1936), immer wieder als Nobelpreis-Kandidat gehandelt, gibt interessante Einblicke in die Geschichte und Mentalität seines Heimatlandes. Viele seiner Werke sind auf Deutsch bei »dtv« und Fischer erschienen – u.a. Der General der toten Armee (2006), Der zerrissene April (2005) und Ein folgenschwerer Abend (2010).


Fazitreise

Der 1937 für die Königsfamilie Zogu erbaute »Brigadepalast« ist heute der Präsidentensitz.

Fotos: Peter Stachel, Josef Schiffer, Dennis Jarvis

stand doch das auf seine Eigenständigkeit stolze Volk der Skipetaren (von albanisch shqipe, wörtlich die »Adlersöhne«) trotz steter Widerständigkeit gegen jegliche Autorität jahrhundertelang unter zumindest formeller osmanischer Herrschaft. Ein Großteil der Bewohner hat sich in dieser Zeit zum Islam bekehrt und rund 60 Prozent der Bevölkerung bekennen sich heute offiziell dazu, wenn auch in einer wenig strikten Spielart, wovon nicht nur der auch sonst am Balkan übliche, hier allseits beliebte Raki-Konsum ein beredtes Zeugnis ablegt.

Mit Riesenschritten auf Europa zu Eine eintägige Exkursion führt uns in die Hauptstadt Tirana. Hier werden die Veränderungen der letzten Jahre noch viel augenfälliger als in der nordalbanischen Provinz. Bei der Anfahrt säumen kilometerlang Gewerbezentren, Lagerhallen und auf die grüne Wiese gesetzte Privatuniversitäten den Straßenrand. Investitionen aus dem Ausland haben zumindest hier im Zentrum des Landes einen wirtschaftlichen Aufschwung gebracht, der von den günstigen Arbeitskräften und den reichen Bodenschätzen des Landes – Albanien ist einer größten Exporteure von Chrom – profitiert. Haupthandelspartner ist nach wie vor Italien, das rund die Hälfte der Exporte abnimmt, ebenfalls wichtige Rollen spielen traditionell die Türkei und China. Im Großraum Tirana hat sich inzwischen ein ganzer Sektor von Dienstleistungsfirmen etabliert, die für italienische Auftraggeber arbeiten. Das hat auch viele Menschen in die Stadt gezogen, die sich in rapidem Wachstum seit 1990 auf über 750.000 Einwohner verdreifacht hat. Woran es mangelt, ist aber nach wie vor ausreichend Investitionskapital, und auch die Binnennachfrage schwächelt – kein Wunder bei Durchschnittsgehältern von etwa 300 Euro im Monat und hoher Arbeitslosigkeit. Für Abhilfe sorgen hier die vielen ausgewander-

ten Albaner, die mit Zahlungen aus dem Ausland ihre hiergebliebenen Familien unterstützen. In den vergangenen zwanzig Jahren hatte fast eine Million Menschen dem Land den Rücken gekehrt und versucht, in Europa oder den USA ihr Glück zu machen, nicht selten mit Erfolg. Viele von ihnen kehren nun zurück, insbesondere aus Griechenland, wo vor der Krise rund 400.000 Albaner Arbeit gefunden hatten, die dort sonst keiner machen wollte.

Auf dem Weg zur Stabilität? Während die Wirtschaft noch auf schwachen Beinen steht, scheint sich zumindest politisch die Situation nach turbulenten Zeiten in den neunziger Jahren und zu Beginn des Millenniums zu stabilisieren. Nach einer langjährigen konservativen Regierung befindet sich seit Herbst 2013 eine linke Koalition der Sozialisten, die keinerlei kommunistische Nostalgie pflegen, unter dem ehemaligen Tiranaer Bürgermeister Edi Rama am Ruder, der mit Kampf gegen Korruption und Baumafia für frischen Wind sorgt. Der Bruch mit den alten Machteliten und der positive Einfluss der zahlreichen westlich sozialisierten Rückkehrer geben der jungen Generation Hoffnung auf eine politische Zukunft in einem größeren Europa. Das wird auch bei einem Rundgang auf dem Campus der Universität Shkodra deutlich: Die vielen selbstbewusst gestylten jungen Frauen und Männer fallen durch ausgezeichnete Fremdsprachenkenntnisse und starkes Engagement auf. Überhaupt genießt Bildung einen merklich hohen Status, wohl im Bewusstsein, dass nur mit ihrer Hilfe berufliches Weiterkommen und sozialer Aufstieg möglich sind. Bei allen zweifellos drängenden Problemen gewinnt man den Eindruck, dass dieses Land auf dem Weg in Richtung Europa weiter fortgeschritten ist als manche jener Länder, die schon zu den Mitgliedern der Europäischen n Union zählen. Fazit Juni 2014 /// 69


Seit mehr als einem halben Jahrhundert f체hrt Wolfgang Philipp seinen Konditoreibetrieb mit Kaffeehaus und Eissalon in Graz. Er bietet den zahlreicher werdenden Eisgesch채ften Paroli und h채lt die Fahne des Gewerbes hoch gegen die Industrialisierung der Branche.


Fazitportrait

Der Philipp. Eine Institution

Von Volker Schรถgler Fotos: Marija Kanizaj

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Fazitportrait

Zu heißes Wetter ist nicht gut. Da gehen die Leute lieber baden und kommen nicht mehr zum Eisessen. Wolfgang Philipp, Konditormeister

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ine gute Konditorei muss etwas mit dem Luxusgut Zeit zu tun haben – insbesondere dann, wenn sie zugleich ein Kaffeehaus ist. Sie muss ein Ort sein, wo die Stundentrommel anders schlägt, vor ihrer Eingangstür können die Jammertäler des Lebens derer, die da zu Besuch kommen, abgelegt werden wie Pistolengurte vor Betreten eines Western-Saloons. Zu philosophisch? Mitnichten. Als Beweis diene das schmucke Jugendstilhaus Krenngasse 38/Ecke Ruckerlberggürtel in Graz, namentlich die Konditorei Philipp, seit einem halben Jahrhundert geführt von Wolfgang Philipp, dem kunstsinnigsten Zuckerbäcker des Landes. Mit Schokolade, Bonbons, Desserts, Torten und Kuchen sowie Speiseeis wird hier im doppelten Wortsinn auf die Süße des Lebens verwiesen. »Wir sind bemüht, Sie rundum glücklich zu machen«, lautet denn auch ein Satz in der Philipp’schen Eiskarte. (Lebensmittel-)Technisch gesehen ist der Faktor Qualität der größte Vorteil des kleinen Gewerbebetriebes für »Kanditenerzeugung« gegenüber industriell hergestellter (Süß-)Ware. Das Eis wird mit frischen Früchten gemacht, die Konfitüren für die Torten haben hohes Niveau, Konservierungsmittel sind verpönt. Es gibt Diabetiker-Eis, auf Anfrage auch lactosefreies Eis und ebensolchen Kuchen – vom Rehrücken bis zum Pignolikipferl – oder glutenfreie Kastanienherzen und Marzipanstangerl sowie Him- und Heidelbeerstreusel ohne Ei oder Ischlerschnitten ohne Dotter.

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Nähe zum Kunden Für Tochter Elisabeth Philipp eine Reaktion auf Kundenwünsche: »Es scheint, als würden die Allergien vor allem bei der Jugend mehr und mehr zunehmen. Meiner Meinung nach könnte das mit den heutigen Lebensmitteln oder mit den Plastikverpackungen zusammenhängen.« Diese Nähe zum Kunden, die hohe und augenscheinliche Handwerkskunst bei traditionellen wie auch spektakulären Torten, insbesondere aber bei den Petit Fours (spezielles Kleingebäck), sind auch Nahrung für Seele und Auge, sind Meilensteine auf einem Weg, der sich nicht schon als Ziel definiert, sondern völlig unbescheiden einem solchen entgegenstrebt: dem Geschmack. Industrialisierung hat auf vielen Ebenen enorme Vorteile; man denke nur an Produktionsmenge und Verfügbarkeit der Waren oder an die Preisgestaltung. Aber im gehobenen (Genuss-) Lebensmittelsektor und wenn es nicht um die Versorgung der Massen geht, hat das Match ein klares Ergebnis: Kantersieg für das Gewerbe. Wenngleich es immer wieder heißt, dass man über Geschmack nicht streiten kann. Aber bei der Konditorei Philipp kann man ruhig von »Geschmacksexplosion« sprechen.


Fazitportrait

Lehrlinge und Spätberufene Doch längst ist nicht mehr alles Gold, was glänzt. Dazu der frischgebackene Kommerzialrat Wolfgang Philipp, der als vormaliger stellvertretender Innungsmeister und Berufsschullehrer und bis heute als Prüfer und Lehrlingswart sowie Vorstandsmitglied der Einkaufsgenossenschaft der Bäcker und Konditoren über langjährige Erfahrung verfügt: »Ich komme gerade von Gesprächen unter anderem mit der Gewerkschaft, wo beklagt wird, dass es so wenig Konditor-Lehrlinge gibt. Ein weiteres Problem ist, dass wir die meisten praktisch für die Industrie ausbilden. Die gehen dann zu SPAR oder sonst wo hin und fehlen uns.« Er weiß aber auch, dass es nicht mehr so einfach ist, einen Betrieb zu führen. »Wer heute glaubt, ein Kaffeehaus aufmachen zu müssen, der wird es bereuen. Es sperren ja alle bald wieder zu; zumindest wenn man allein ist. Für eine Konditorei geht das gar nicht, da muss man schon zu zweit sein.« Als Trend zeichnet sich ab, dass immer mehr Spätberufene kommen. Philipp: »Seit der Gewerbereform genügt eine Arbeitsprobe, um zur Meisterprüfung antreten zu dürfen.« Seine Bedenken sind aber gewachsen, weil die romantisierenden Vorstellungen (»Tortenverzieren«) der meist weiblichen Kandidaten ziemlich von den Anforderungen der wirtschaftlichen Realität abweichen. Auch beim 73-jährigen Konditormeister kam der Beruf aus der Familiengeschichte. Sein Vater Hugo Philipp, der den Betrieb 1938 gründete, kam aus Karlsbad nach Graz, um seiner Schwester in ihrem Restaurant (Laufke) beizustehen, wo er bereits ab 1926 eine kleine Backstube betrieb. Nach dem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg musste er auch im Zweiten einrücken,

Fazit Juni 2014 /// 73


Fazitportrait

Die Koch- und Backsendungen im deutschen Fernsehen tragen viel zur Bewusstseinsbildung bei. Elisabeth Philipp, Konditormeisterin

von dessen Strapazen er sich nie mehr ganz erholen sollte. Er verstarb früh, und das Unternehmen wurde zehn Jahre lang verpachtet. Erst 1958 konnte seine Witwe Elisabeth, die aus Marburg in der vormaligen Untersteiermark stammte (und bei Einzi Stolz Schneiderin gelernt hatte), zusammen mit Sohn Wolfgang und Tochter Helga die Konditorei wieder übernehmen. Nach dem Tod der Mutter 1966 führte Wolfgang Philipp das Geschäft mit seiner Frau Margaretha weiter.

Spezialität Eis (und Kunst) Philipps Stärke war seit jeher Eis: Zunächst gab es vier Sorten, dann acht, schließlich 24; die heutige Auswahl von 40 Sorten wird von der Kapazität der Eisvitrine bestimmt – schließlich lässt sich aus fast jedem Rohstoff Speiseeis produzieren. Drei große Eismaschinen ermöglichen diese Vielfalt. Bei den Mehlspeisen machte sich Philipp auch mit Kunstkreationen einen Namen: Für die Vernissagen so bekannter Künstler wie Günter Brus, Hermann Nitsch, Helmut Newton oder Daniel Spoerri baute er deren Kunstwerke in Tortenform detailgetreu nach. Was den einen die Schwäche für Süßigkeiten, ist Wolfgang Philipp die Schwäche für Kunst. Seine Konditorei gleicht stets einer Kunstgalerie. Vor allem die Steirische Moderne, aber auch Zeitgenossen haben es dem passionierten Kunstsammler angetan. Sogar der schattige, klassisch-romantische Gastgarten, im Sommer so beliebt wie ein Freibad, wird durch eine Skulptur (»Die rauchenden Köpfe«) von seinem Künstler-Freund Daniel Spoerri aufgewertet. Philipps Großvater und ein Onkel waren Maler und Fotografen, in

der Hauptschule hatte er Rudolf Pointner als Lehrer, bevor er die Matura in der Abendschule im Akademischen Gymnasium nachholte. Was Wunder, dass Tochter Barbara (Jahrgang 1977) nach Kunststudien in Frankreich und Wien in Amsterdam den Weg einer Malerin geht. Sohn Rüdiger (1961) ist mit einer Handelsagentur selbstständig und die bereits erwähnte Tochter Elisabeth (1969) ist gelernte Konditormeisterin. Sie wird ihr Kaffeehaus in der Ragnitz (»Lilli«) nach 15 Jahren schließen und auch der Marktwagen am Grazer Hauptplatz ist Geschichte, weil – siehe oben. Dafür ist sie die zweite geschäftsführende Kraft, die für einen zwölf Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche geöffneten Konditoreibetrieb notwendig ist. Weiterhin betrieben wird im 15- bis 20-köpfigen Philipp-Team auch die Ausbildung. Insgesamt waren es im Laufe der 55-jährigen Geschichte seit 1958 rund 120 Lehrlinge, die auf den süßen Geschmack gekommen sind und auffällig viele Lehrlingswettbewerbe gewonnen haben. Davon zeugen nicht zuletzt Spezialitäten wie Kastanienprodukte, Marzipan-Figuren und Krapfen. »Vor zwei Jahren haben wir mit der Schokoladeproduktion begonnen«, verweist Elisabeth Philipp auf Produkte wie Schokoladepasteten (20 Sorten, zum Beispiel die »Grazpastete«) mit regionalen Zutaten: Äpfel, Kastanien, Kürbiskerne und Isabella-Weintrauben. Für viele Kunden sind Besinnung auf und Verankerung in der Region ein Grund mehr zu kommen. Das sind oft schon die Kinder derer, die »den Philipp« zu dem gemacht haben, n was er heute ist: eine Grazer Institution.

Konditorei Philipp 8010 Graz, Krenngasse 38 Telefon +43 (0) 316 81003300 konditorei-philipp.at

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Fazitserie Europa wählt Teil 6

Gendern macht guten Stil unmöglich. Trotzdem setzt es sich immer mehr durch: in Schulbüchern, an Universitäten, in Gesetzestexten, in den Medien. All das im Namen der Gleichberechtigung. Doch fördert Gendern wirklich die Emanzipation der Frauen? Welche Ziele verfolgen die Verfechter der Frauensprache wirklich? Und wie überzeugend sind ihre Argumente? Tomas Kubelik beleuchtet in seinem virtuos geschriebenen Essay die Ursprünge der feministischen Sprachkritik und entkräftet mit zahlreichen, wissenschaftlich fundierten Argumenten deren Behauptungen. Ein leidenschaftliches Plädoyer für ein gutes und klares Deutsch. Voller griffiger Argumente und abschreckender Beispiele. Ein längst überfälliges Buch.

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Europa wählt(e) sich ab Europa nach der Krise! Obwohl in den südlichen EU-Ländern von Erholung immer noch keine Rede sein kann, ist so etwas wie Normalität eingekehrt. Dem Zorn der Bürger auf die Troika und die Politik sind vorerst Ohnmacht und stille Resignation gefolgt. Aber der Unmut wächst – und damit die Gefahren für die schuldenfinanzierten Demokratien. Von Johannes Tandl. Mitarbeit: Andreas Reisenhofer

I

m letzten Teil unserer Serie „Europa wählt sich ab“ geht es um Spanien, Portugal und Griechenland. Der Irrweg, den die EU-Politiker beschritten haben, indem sie dem Kontinent eine Gemeinschaftswährung aufgezwungen haben, ohne die Wirtschafts- und Fiskalpolitik der Euroländer zu vergemeinschaften, hat ja beinahe zum ökonomischen Totalzusammenbruch geführt. Und obwohl dieser Crash vorläufig verhindert werden konnte, ist aus Sicht zahlreicher Ökonomen klar, dass der Euro so lange gefährdet wird, bis es entweder zu 76 /// Fazit Juni 2014

dieser politischen Union kommt oder die Schulden der Euroländer vergemeinschaftet werden. Da die Euroländer nur wenig Bemühungen zeigen, sich einander anzupassen, und auch Eurobonds nicht zur Debatte stehen, erzwingt die EZB eine Anpassung über die Geldpolitik. Dazu kommen die Spardiktate und der Umstand, dass sich weite Bereiche der Realwirtschaft bereits in einem Deflationsszenario wiederfinden. Es macht fast den Eindruck, dass ganz Europa die Auswirkungen der Dreißiger Jahre auf Europa längst wieder vergessen hat.


Foto: Max Alexander/PromoMadrid

Europa wählt

Die »Gran Via«, also die große Straße, Madrids berühmter Einkaufs- und Theaterboulevard. Spanien und die herbeiargumentierte Erholung Für die Investoren ist die Krise bereits abgehakt. Im Vorfeld der EU-Wahl häufen sich die Jubelmeldungen über die wirtschaftlichen Erfolge von Spanien. Und betrachtet man die Wirtschaftszahlen, scheint tatsächlich ein Comeback gelungen zu sein. Denn die spanische Wirtschaft ist im ersten Quartal so stark gewachsen wie zuletzt im Vorkrisenjahr 2008. Bei den Anleihekäufern haben diese Zahlen offenbar gewirkt. Denn nicht mehr nur abenteuerlustige Hedgefonds-Manager, sondern auch kleine Privatinvestoren lassen sich bereits wieder auf das Wagnis ein, auf die EZB zu vertrauen, und decken sich mit Staatsanleihen aus dem krisenbelasteten EU-Süden ein. Dadurch kann sich das Land auf einmal so günstig wie noch nie zuvor in seiner Geschichte Geld leihen. Doch wie kann das sein? Was haben die Spanier still und heimlich um so viel besser gemacht als andere? Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass der spanischen Erholung kein reales Wachstums zugrunde liegt, sondern nur einige statistische Absurditäten. So ist die Produktivität der spanischen Wirtschaft nur deshalb gestiegen, weil so viele Leute entlassen wurden. Denn wo weniger Leute gleich wenig produzieren wie zuvor ein Heer von Scheinbeschäftigten, steigt natürlich die Produktivität. Von jenen technischen Innovationen, die einer Produktivitätssteigerung üb-

licherweise zugrunde liegen, ist in Spanien nämlich nichts zu sehen. Ähnlich verhält es mit spanischen Handelsüberschüssen. Die sind tatsächlich leicht gestiegen. Überschüsse gibt es jedoch nur, weil die Spanier klamm sind und ihre Ausgaben für Importartikel und Reisen deutlich einschränken mussten. Weder der Produktivitätsanstieg noch die gestiegenen Exporte sind daher Zeichen einer ökonomischen Erholung. Dass Spanien unter diesen Vorzeichen die Arbeitslosigkeit nicht hinter sich lassen wird, liegt auf der Hand. Selbst wenn das BIP im ersten Quartal 2014 um 0,4 Prozent über dem Vorjahrsvergleich liegt, ist Spanien noch lange nicht über den Berg. Nach wie vor ist der Euro für das Leistungsvermögen der Wirtschaft viel zu hart und damit keine geeignete Währung. Spanien in Zahlen Einwohner: 40,4 Millionen Wahlbeteiligung bei der letzten EU-Wahl: 46 % Durchschnittsalter: 39,9 Jahre Mobiltelefone auf 1.000 Einwohner: 955 Häftlinge auf 1.000 Einwohner: 1,49 Fazit Juni 2014 /// 77


Portugal erfindet sich neu Während die wirtschaftliche Erholung von Griechenland und Spanien nur herbeigeredet ist, scheint die Erholung von Portugal – übrigens so wie jene von Irland – tatsächlich nachhaltig zu sein. Das hat auch die Ratingagentur »Moody’s« inzwischen bemerkt und das Land entsprechend höher gestuft. Die Finanzlage habe sich schneller als ursprünglich erwartet verbessert, voraussichtlich noch in diesem Jahr werde es Portugal schaffen, seine Schuldenquote zu senken, so Moody’s. Nach dem krisenbedingten Absturz der Binnennachfrage hat Portugal seine Wirtschaft ziemlich umgekrempelt. Statt auf Kork und Textilien setzen die Portugiesen inzwischen auf Hightech und auf den Aufschwung in Afrika. Vor der Krise galten die ehemaligen portugiesischen Kolonien in erster Linie als günstige Rohstoffquelle. Inzwischen herrscht im ölreichen Angola, aber auch in Mozambique eine rege Nachfrage nach europäischer Technologie. Aufgrund ihrer hervorragenden Kontakte konnten die Portugiesen diese Marktchancen nutzen. Der Exportanteil der portugiesischen Wirtschaft schnellte von 28 Prozent vor der Krise auf inzwischen über 40 Prozent in die Höhe. Und so gelang es Portugal im Vorjahr zum ersten Mal seit vielen Jahren, das chronische Handelsbilanzdefizit in einen – im Vergleich zu Spanien echten – Handelsüberschuss umzuwandeln. Trotz dieser positiven News ist selbst Portugal noch lange nicht über den Berg. Die Unternehmen haben nach wie vor Probleme, an Kredite zu gelangen, und auch die Arbeitslosigkeit ist mit 15 Prozent deutlich höher als vor der Krise. Außerdem liegt das durchschnittliche Jahreseinkommen nur bei 16.000 Euro. Portugal in Zahlen Einwohner: 10,6 Millionen Wahlbeteiligung bei der letzten EU-Wahl: 36,8 % Durchschnittsalter: 38,5 Jahre Mobiltelefone auf 1.000 Einwohner: 966 Häftlinge auf 1.000 Einwohner: 1,28

Links zur EU-Wahl

elections2014.eu/de Hier können Sie alle Ergebnisse der Europawahl vom 25. Mai nachlesen. factcheckeu.org Aussagen von EU-Parlamentskandidaten und europäischen Spitzenpolitikern werden einem Faktencheck unterzogen und nach einem Ampelsystem bewertet. epp.eu Europäische Volkspartei socialistsanddemocrats.eu Sozialisten und Demokraten aldeparty.eu Europäische Liberale greens-efa.eu Europäische Grüne

Foto: José Carlos Cortizo Pérez

Europa wählt

Das Denkmal der Entdeckungen im Stadtteil Belem von Lissabon. Die Griechen hoffen auf ein Gas- und Öl-Wunder 1,5 Milliarden Euro soll Griechenland 2013 mehr eingenommen haben, als es für ohne Zinsaufwand ausgegeben hat. Dieser Erfolg wird nun von den Griechen, aber auch von der Troika schöngeredet, denn wirtschaftlich und inzwischen auch gesellschaftlich ist das Land mit einer Jugendarbeitslosigkeit von fast 60 Prozent so nachhaltig am Boden, dass der langfristige Leistungsverlust, den der »Braindrain«, die Abwanderung der Leistungsträger, bereits bewirkt hat, nur durch ein Wunder wiedergutgemacht werden kann. Und möglicherweise ist genau dieses Wunder nun eingetreten, denn Griechenland darf nach Gas- und Ölfunden auf einmal darauf hoffen, sich zumindest teilweise zu sanieren. Im Westen des Landes werden Öl- und Gasvorkommen vermutet, die Einnahmen in Höhe von 15 bis 20 Milliarden Euro in einem Zeitraum von 25 bis 30 Jahren für den Staatssäckel bringen sollen. Riesige Öl- und Gasvorkommen werden auch vor Kreta vermutet. Wegen nicht geklärter Hoheitsrechte mit Ägypten und Libyen konnten jedoch noch keine Forschungsverträge unterzeichnet werden. »Nach konservativen Schätzungen«, so Ministerpräsident Antonis Samaras, gebe es in Griechenland Öl- und Gasvorkommen im Wert von 300 Milliarden Euro – das wären immerhin um 60 Milliarden mehr als die 240 Milliarden, die seit 210 von den Euroländern, der übrigen EU und dem Internationalen Währungsfonds nach Griechenland gepumpt wurden. Griechenland in Zahlen Einwohner: 10,7 Millionen Wahlbeteiligung bei der letzten EU-Wahl: 52,6 % Durchschnittsalter: 40,8 Jahre Mobiltelefone auf 1.000 Einwohner: 868 Häftlinge auf 1.000 Einwohner: 0,83

Fazit Juni 2014 /// 79


Protect Kunsthaus Graz!

Ai Weiwei, chinesischer Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator, Sohn des Dichters und Malers Ai Qing und Halbbruder des Malers Ai Xuan

Nachruf

Mit offenen Augen Von Michael Bärnthaler

M

Foto: Manfred Werner

ichael Glawogger ist gestorben, sein Wikipedia-Artikel bleibt. Dem Wikipedia-Artikel entnehme ich, dass »Michael Glawogger (3 December 1959 – 22 April 2014) was an Austrian film director, screenwriter and cinematographer«. Natürlich schlage ich in der englischen Wikipedia nach, die deutsche Wikipedia ist … Nein, bleiben wir höflich. »4 days after incorrectly being diagnosed with typhus, he died from malaria on 22 April 2014 shortly before midnight in Monrovia, Liberia, during a movie production.« So ist das also passiert, in Afrika, wo die großartigen Schlachthof-Szenen von »Workingman’s Death« spielen.

Glawoggers skurrile Komödien und elegante Dokumentarfilme gehören zum Kanon des österreichischen Films. Ob überdrehte Drogen- und Pornokomödie oder dokumentarische Erkundung globaler Realitäten des Zusammen- und Überlebens, man findet in seinen Filmen stets eine gewisse Haltung, einen Blick, der nicht zurückweicht, nicht bagatellisiert … eine Haltung der offenen Augen. Große, of-

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fene Augen, die erstaunt registrieren, mit einem Blick für das Absurde der Existenz, aber ebenso für das Schöne und Überwältigende ... Glawogger war kein Ideologe, sondern ein Beobachter. Sein Werk ist pluralistisch, aber nicht ohne rote Fäden. Glawogger zeigt, was ist, er erkundet Milieus, konstruiert Bilder, die sagen: All das gibt es. Diese Haltung der offenen Augen findet sich in den Dokumentar- wie in den Spielfilmen, sie hat realitätsöffnende Wirkung, wie wenn jemand sagt: Sperr die Augen ganz weit auf! Die titelgebende Praxis des »Slumming« etwa ist nicht weniger real als die farbverschmierten, angestrengten Körper der Arbeiter und Huren, äh, Sexarbeiterinnen am anderen Ende der Welt. Wir treffen uns im Café Sultan … Was Sebastian & Alex, die beiden »slummenden« Hipster, tun, ist letztlich auch nur eine Überlebensstrategie, die der Film nicht kommentiert, sondern nur zeigt. Deshalb passen Glawoggers Filme auch nicht in das gehypte Genre der globalisierungskritischen Dokumentation, für das exemplarisch Erwin Wagenhofers Filme stehen. Dokumentarfilmer wie Wagenhofer produzieren Propaganda: »We feed the world«, »Let’s make money« … Schon die Titel sind manipulativ, wie das gesamte Werk Michael Moores. Dass das Kino primär ein Ort der schönen, seltsamen, interessanten Bilder ist, das wusste Glawogger. Politische Bildung bedarf anderer Medien. Unsere Wikipedia-Artikel überleben uns … Es war ein kleiner Schock, von diesem so plötzlichen Tod zu erfahren – auf Twitter natürlich, wo die Todesmeldungen hereinrauschen wie die Katzenbilder und alles andere auch. In gewisser Hinsicht freilich tritt jeder Tod mit absoluter Plötzlichkeit ein. Vielleicht hat es ja Christoph, mit dem ich einige Filme Glawoggers im Kino gesehen habe, am besten ausgedrückt: So eine n depperte Fliege.


Alles Kultur Oper

Mammon, Mönche und Mormonen Von Harald Steiner

Dshamilja Kaiser als Leonor an einer Bushaltestelle. Warum auch immer.

Foto: Werner Kmetitsch

W

arum prangt auf dem Bühnenvorhang des Opernhauses Graz das überdimensionale Abbild einer Dollar-Banknote? A: Um die Leserschaft eines bekannten Grazer Wirtschaftsmagazins zu »La Favorite« zu locken, einer der 5 meistgespielten der insgesamt 74 Opern des Belcanto-Meisters Gaetano Donizetti? Oder B: weil Regisseur Sam Brown und Bühnenbildnerin Annemarie Woods nichts mit dem Spanien des 14. Jahrhunderts anfangen können und die Handlung daher kurzerhand ins Mormonen-Milieu der USA der 1960er-Jahre verlegt haben? Richtig ist Antwort B, auch wenn es in dem Stück mitnichten um Geld und Gold geht, sondern um Liebe, Ehre und Religion. Mit tragischem Verlauf und Ausgang – weil aber die Übertitel die korrekte deutsche Übersetzung des französischen Originaltexts mitzulesen erlauben, kann das Publikum die Ungereimtheiten der Regiefassung synchron nachvollziehen, und das ist mitunter recht komisch. Im Original verliebt sich der junge Mönch Fernand in eine schöne Unbekannte und verlässt ihretwegen das Kloster. Wie das freilich bei den Mormonen funktionieren soll, die ja weder Mönchswesen noch Zölibat kennen, sondern im Gegenteil eher der Polygamie zuneigen, bleibt ein Ge-

heimnis des Regisseurs. Besonders skurril die Szene, als der Obermormone dem Bürgermeister (im Original: König Alfons XI.) eine päpstliche Bannbulle überbringt, weil dieser seiner Mätresse Leonor (der »Favoritin«) anstatt seiner Angetrauten den Vorzug gibt. Und zwar in einer quirligen Flughafenankunftshalle, wo alsbald auch Fernand eintrifft, als gefeierter Kriegsheld mit Koffer und Dienstpistole. Allerdings wohl kaum von der Schlacht gegen die Mauren. Vietnamkrieg? Greyhound-Bus mit schrill gekleidetem Damenchor, Oval Office statt königlichem Hof, Sargtischlerei statt Klosterkirche – die reichlich beliebigen Schauplätze sind adrett in Szene gesetzt, aber leider der falsche Film. Mit der richtigen Tonspur: Die Sänger der drei Hauptpartien machten diese letzte Premiere vor der Sommerpause zu einem Höhepunkt der Saison. Als Fernand der grandiose Tenor Yijie Shi, der aus Schanghai stammt, in Graz studiert hat und auch hier wohnt. Als Alfons XI. der Bariton Andrè Schuen, der mit seiner sehr männlichen Erscheinung auch optisch überzeugt. Und in der Titelpartie die Altistin Dshamilja Kaiser, die das meiste Gesangspensum zu bewältigen hat und eine ergreifende finale Sterbeszene hinlegt. Fazit: trotz der Mätzchen ein eindrucksvoller Opernn abend.

Die Favoritin (La Favorite) Oper in vier Akten von Gaetano Donizetti Libretto von Alphonse Royer, Gustave Vaëz und Eugène Scribe Opernhaus Graz, Vorstellungen noch am 1.6. (15 Uhr) und 11. bzw. 14.6. (19.30 Uhr) oper-graz.com

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Tandl macht Schluss! Allmonatliche Finalbetrachtungen von Johannes Tandl

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ie Angst geht um. Diesmal im Fokus: das böse Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA. TTIP bedeutet übrigens »Transatlantic Trade and Investment Partnership« oder auf Deutsch Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (THIP). Mit eindrucksvollen Argumenten warnen die irregeleiteten Verbraucherschützer, aber auch die antiamerikanische Linke vor aufgeweichten Standards, die das Abkommen angeblich mit sich bringen würde. In Wahrheit müssen sich die Agrarlobbys diesseits und jenseits des Atlantiks vor dem Vertrag fürchten, denn hüben wie drüben droht dadurch ein rigoroses Zurückschrauben der Agrarsubventionen. Die Gegner von TTIP bedienen sich bei ihrem Widerstand eines einfachen, aber altbewährten Rezeptes: Sie setzen auf Angst. Und zwar auf die Angst vor gesundheitsgefährdenden Lebensmitteln. Als Träger der Angstparolen wurde eine Desinfektionsmethode für Geflügelfleisch gewählt. Denn anders als bei uns in Europa wollen die Gesundheitsbehörden verhindern, dass

Das Chlor, die Hühner und ein transatlantisches Freihandelsabkommen

82 /// Fazit Juni 2014

die amerikanischen Geflügelfarmer Antibiotika zur Bakterienbekämpfung einsetzen. Als eine im Vergleich dazu ziemlich unbedenkliche Methode hat sich daher die Chlordesinfektion durchgesetzt. Als in einer Stammtischdiskussion über TTIP jemand meinte, dass ihn die EU nun mit Chlorhühnern umbringen wolle, erinnerte ich ihn daran, dass es für ihn doch auch völlig normal sei, seinen Swimmingpool mit Chlor zu desinfizieren. Der volksverdummenden Argumentation der Antiamerikaner und all jener, die wegen TTIP um ihre Subventions-Pfründe fürchten, gingen aber nicht nur einfache Geister auf den Leim, sondern auch Verbraucherschützer, die noch vor Kurzem ebenfalls ein Verbot des Antibiotika-Einsatzes in der Landwirtschaft gefordert hatten. Auch die alarmistischen Medien haben diese Argumentation gerne aufgegriffen, um damit Auflage bzw. Quote zu machen. Völlig kleingeredet werden daher die Vorteile, die TTIP als gemeinsamer Markt der beiden größten Wirtschaftsräume der Welt unzweifelhaft mit sich bringen wird. Die EU-Kommission hat berechnet, dass das Abkommen jährliche zusätzliche Erlöse von 119 Milliarden Euro bringen kann, was einem jährlichen Zusatzeinkommen von etwa 500 Euro pro europäischem Haushalt entspricht. Da die Wirtschaft seit der Krise gar nicht bzw. nur sehr langsam wächst, würde das Abkommen dem Bruttoinlandsprodukt endlich jenen Wachstumsschub von etwa einem Prozent geben, den es so dringend braucht, um die Arbeitslosigkeit einzudämmen. Das Abkommen wird Zölle abbauen und natürlich werden die EU- und US-Standards angepasst. Das ist deshalb notwendig, weil die Lobbys ansonsten über die Standards zusätzliche Hürden aufbauen könnten, die dem Freihandel im Wege stehen. Durch den Abbau von Marktbarrieren und den Wegfall von doppelten Zulassungsverfahren würden etwa Medikamente billiger werden. Auch die Angst, dass die Justiz durch Schlichtungsstellen ausgehebelt werden würde, entbehrt jeglicher Grundlage. Diese Schiedsgerichte würden

nämlich vor allem die Europäer schützen. Aufgrund der exorbitanten Kosten und Strafen kann es sich derzeit kaum ein europäisches KMU leisten, vor einem US-Gericht einen Prozess anzustrengen oder gar zu verlieren. Die Gegner von TTIP haben also in erster Linie protektionistische Ziele im Sinn. Da wird von Gesundheitsgefährdung gesprochen, von einem kulturellen Diktat der USA, das unsere Vielfalt durch einen Einheitsbrei ersetzen würde und kulturelle Leistungen zu Handelsware herabwürdigen würde. Dabei unterwerfen sich die meisten deutschsprachigen Sender schon derzeit, ganz ohne TTIP, diesem kulturellen Diktat, indem sie – wie etwa der öffentlich-rechtliche Sender ORF 1 – fast völlig auf die Ausstrahlung von Eigenproduktionen verzichten und stattdessen auf »amerikanischen Einheitsbrei« setzen. Von den Amerikanern wird in der Diskussion ein Bild als turbokapitalistische, Hamburger fressende Kulturbanausen gezeichnet, die nichts anderes im Sinn haben, als sich Eun ropa unter den Nagel zu reißen.

Sie erreichen den Autor unter johannes.tandl@wmedia.at Wir lesen uns wieder AB 1. Juli 2014!


Mörth & Mörth, Foto: Isabella Friedmann

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