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Erscheint sechsmal im Jahr · 44. JG · Nr. 6 · Dezember 2019

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Das etwas andere Weihnachten Weihnachten ohne Geschenke Familie leben

Familienpolitik

Jedes Kind hat Rechte Interview mit RA Daniela Höller S. 4

Landeshauptmann trifft KFS-Zentralausschuss S. 10

06 | 2019

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Urlaub von der Pflege – Entlastung für die Seele

Pflege über einen langen Zeitraum bedeutet, sowohl körperlicher als auch seelischer Belastung standzuhalten, was häufig zu vielerlei Beschwerden führt. Nur durch regelmäßige Erholungsphasen, die immer wieder eine angemessene Regeneration unserer Kräfte ermöglichen, können wir ein hohes Leistungsniveau auch über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten.

Kursbeitrag:

290 Euro für KFS-Mitglieder 310 Euro für Nicht-Mitglieder 48 Euro Einzelzimmerzuschlag

Mit Hildegard Kreiter, Kräuterexpertin, Leiterin von Kreativkursen, Kneipp-Gesundheitstrainerin, Gedächtnistrainerin. Termin 1:

Sonntag, 03.05.2020, 15.00 Uhr – Samstag, 09.05.2020, 15.00 Uhr

pflegenden Sollten Ihre zu t eser Zeit nich di in en rig Angehö werden ut tre be e ili in der Fam steht die können, so be eine Möglichkeit, um chen. su zu an e eg fl itp Kurzze tig ei tz ch re Bitte ern! darum kümm

Termin 2:

Sonntag, 18.10.2020, 15.00 Uhr – Samstag, 24.10.2020, 15.00 Uhr im Haus der Familie in Lichtenstern, Ritten Ab 14 Uhr können die Zimmer bezogen werden. Wir beginnen pünktlich um 15 Uhr. Anmeldung bis 14.4.2020: Katholischer Familienverband Südtirol Wangergasse 29 · 39100 Bozen · Tel. 0471 974 778 info@familienverband.it · www.familienverband.it

Winterabenteuer mit Papa

KFS K ALEN DER

IH R E N T E R M IT F Ü R VÄ A B 6 JA H R E N N K IN D E R

Samstag und Sonntag, 1. und 2. Februar 2020 Haus der Familie in Lichtenstern Im Schnee stapfen, Schneemänner bauen, den Schneehang hinunterrutschen, eine Lichterwanderung im winterlichen Wald, frieren, ein Lagerfeuer im Schnee und sich daran erwärmen, die Winternacht genießen – all diese kleinen und großen Abenteuer warten auf euch beim Winterabenteuer mit Papa. Die Naturlandschaft rund um das Haus der Familie in Lichtenstern bietet die idealen Rahmenbedingungen, um den Winter so richtig zu genießen. Warm und winterfest gekleidet, können euch Schnee und Kälte nichts anhaben, im Gegenteil: Ihr könnt euch richtig austoben! Untergebracht seid ihr im Selbstversorgerhaus, wo zusammen gekocht wird. Kosten: > Kinder 6 bis 14 Jahre: 55 Euro > Erwachsene: 75 Euro Anmeldeschluss: Mittwoch, 15. Jänner 2020

m Mit de gogen a d ä p is Erlebn Pardeller g r o Ge Information und Anmeldung: KFS - Katholischer Familienverband Südtirol · Wangergasse 29 · 39100 Bozen Tel. 0471 974 778 · info@familienverband.it · www.familienverband.it

Die Anmeldung ist nach Eingang der Anzahlung von 100 Euro verbindlich. Die Anfahrt erfolgt in Eigenregie.


VORWORT U N D I N HALT

jedes Kind hat Rechte! Für uns mag meine Aussage befremdlich wirken, schließlich liegt uns das Wohl unserer Kinder am Herzen. Wir schenken den Kindern Liebe und Geborgenheit, unterstützen sie in ihrem Großwerden, helfen bei den Schulaufgaben und haben ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Ängste. Dass Kinder ein Recht auf Gesundheit, ein Recht auf Bildung, ein Recht auf Schutz vor Gewalt, um nur einige wenige zu nennen, haben, darüber zerbrechen wir uns kaum den Kopf – für uns ist das selbstverständlich. Leider ist das nicht immer der Fall, auch bei uns in Südtirol. Deshalb ist es gut, dass es Anlaufstellen wie die Kinder- und Jugendanwaltschaft gibt. Daniela Höller ist Kinder- und Jugendanwältin, ihr interessantes Interview könnt ihr auf Seite 4 lesen. Weihnachten, die schönste Zeit im Jahr. Viele von uns werden in der Vorweih-

nachtszeit wieder von Geschäft zu Geschäft stressen, um das richtige Geschenk für ihre Lieben zu finden. Aber nicht alle machen diesen Geschäftemarathon mit. Wie man Weihnachten Liebe und Freude schenken kann, ohne einen Berg Geschenkpakete unter dem Weihnachtsbaum zu türmen, beweist zum Beispiel Familie Giuliani. Schon seit Jahren lädt die Familie ein Waisenkind aus Weißrussland zu sich nach Hause ein, um gemeinsam das Weihnachtsfest zu feiern. Lasst euch von der rührenden Weihnachtsgeschichte auf Seite 6 inspirieren. Mit dem Basteltipp und den zwei Weihnachtskeks-Rezepten in dieser FiS-Ausgabe möchte ich euch auf das nahende Fest der Geburt Jesu einstimmen. Frohe und besinnliche Weihnachten im Kreis eurer Lieben und Glück und Gesundheit im neuen Jahr, das wünsche ich euch von ganzem Herzen!

Foto: Karlheinz Sollbauer

Liebe Familien,

Angelika Mitterrutzner Präsidentin

Inhalt 6

Familie leben

Das etwas andere Weihnachten

10 Familienpolitik

Landeshauptmann trifft KFS-Zentralausschuss

20 KFS intern

KFS-Zweigstellentreffen 2019

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Familie leben

Jedes Kind hat Rechte

8 Familienverbandelt – die KFS-Kolumne

12 Landesseite 17 KFS intern

23 Kinderseite

24 Essen und Trinken 25 Im ganzen Land


FA MI LI E LEB EN

Jedes Kind hat Rechte Interview mit der neuen Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller Die UN-Kinderrechtskonvention legt wesentliche Standards zum weltweiten Schutz der Kinder fest und wurde im Jahre 1989 angenommen. Heute, dreißig Jahre später, haben die in der Konvention festgeschriebenen Rechte nichts von ihrer Aktualität verloren. Nicht nur in fernen armen Ländern, auch bei uns in Südtirol werden immer wieder Kinder ihrer Rechte beraubt.

Im Bild das Team der Kinder- und Jugendanwaltschaft (v.l.n.r.): Dr. Federica Poli, RA Dr. Daniela Höller und Dr. Bianca Stelzer FiS: Jedes Kind hat Rechte! Welche gehören dazu? Daniela Höller: Der UN-Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 sind 196 Staaten beigetreten. Die darin verbrieften Rechte verfolgen das Ziel, die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen auf der ganzen Welt zu verbessern. Zu den Kinderrechten zählen beispielsweise das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung, das Recht auf Bildung, das Recht auf Schutz vor Gewalt in all ihren Formen (das wären körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt, Vernachlässigung usw.), das Recht auf Partizipation, das Recht auf Meinungsfreiheit, das Recht auf Freizeit und das Recht auf Privatsphäre.

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Worin bestehen Ihre genauen Aufgaben? Daniela Höller: Die Kinder- und Jugendanwaltschaft ist Anlaufstelle für junge Menschen in herausfordernden Situationen und für Erwachsene in Angelegenheiten, welche Kinder und Jugendliche betreffen. In meiner Funktion bin ich also Sprachrohr für Minderjährige und vertrete deren Rechte und Interessen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Ich berate Kinder, Jugendliche und Erwachsene bei Angelegenheiten, die die Minderjährigen betreffen, wobei die Beratung vertraulich und kostenlos ist. Außerdem vermittle ich bei Konflikten zwischen jungen Menschen, ihren Eltern oder Erziehungsberechtigten, öffentlichen Verwaltungen und Diensten, organisiere Projekte und Vorträge zur Information und Sensibilisierung, mache auf die

Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen aufmerksam und wache über deren Einhaltung. Wichtige Aufgabe ist auch die Vernetzung mit Behörden und Einrichtungen, um im Rahmen einer Zusammenarbeit konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Rechtsordnung im Kinder- und Jugendbereich zu erarbeiten. In der Ausübung meines institutionellen Auftrages bin ich vollkommen unabhängig, an keine Weisungen gebunden, niemandem hierarchisch unterstellt und überparteilich. Mit welchen Themen werden Sie konfrontiert? Mit welchen Anliegen kommen die Kinder und Jugendlichen zu Ihnen? Daniela Höller: Die Themen sind breit gefächert: von Mobbing und Cybermobbing hin zu Schulverweigerung, familiäre


FA MI LI E LEB EN Konflikte, Trennung und Scheidung der Eltern, Besuchsrechte eines Elternteils, Unterhaltszahlungen, häusliche, körperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt, Vernachlässigung, altersgemäße Entwicklung des Kindes, Fragen der Erziehung, Integration und Inklusion von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in Schule und Alltag usw. Oft haben wir auch Fälle mit Mehrfachproblematiken. Es handelt sich fast immer um sehr delikate und oft auch tragische Fälle. Derzeit wenden sich vor allem öffentliche Einrichtungen und erwachsene Privatpersonen, zumeist Eltern, an uns. Welches sind Ihre „Herzensanliegen“? Daniela Höller: Es ist mir ein großes Anliegen, verstärkt direkt mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten, z.B. über den Kindergarten, die Schule oder über Vereine. Erwachsene kommen eher nach Bozen, bei Kindern bzw. Jugendlichen ist das schon schwieriger. Daher ist es notwendig, hinauszugehen in die Orte und in die Schulen. Auch der Bereich der nicht begleiteten minderjährigen Flüchtlinge liegt mir sehr am Herzen. Es handelt sich dabei um verletzliche Personen in vielfacher Hinsicht: sie sind nicht nur minderjährig, sondern leben ohne Eltern in einem fremden Land. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft ist dafür zuständig, freiwillige Vormunde für diese Minderjährigen auszuwählen und auszubilden.

Wie kann man Kindern deren Rechte so bewusst machen, dass sie deren Bedeutung verstehen? Wie können Kinder ihre Rechte einfordern? Daniela Höller: Meine bisherige Erfahrung ist, dass viele Kinder schon eine sehr klare Vorstellung zu einigen Kinderrechten haben. Ich möchte ihnen erklären, was sonst noch alles als Kinderrecht eingestuft werden kann und muss – am besten mit konkreten Beispielen – und dass sie sich an uns wenden können, wenn diese Rechte verletzt werden. Wie kann man Eltern für die Rechte ihrer Kinder sensibilisieren? Daniela Höller: Auch Erwachsene müssen verstehen, worin die Rechte der Kinder bestehen. Hierfür veranstalte ich Informationsabende und Vorträge auch für Eltern. Was braucht es Ihrer Meinung nach für die Kinder und Jugendlichen Südtirols? Wo besteht Handlungsbedarf? Daniela Höller: Kinder brauchen Zeit mit ihren Eltern, d.h. Zeit, die sie wirklich mit ihnen verbringen, in der sie ihnen zuhören, ohne z.B. nebenbei das Handy in der Hand zu haben, in der sie mit ihnen reden, etwas Gemeinsames unternehmen. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen? Daniela Höller: Eine große Herausforderung besteht darin, die große Flut von

Anfragen zu bewältigen und auch in komplexen Fällen zeitnah eine Lösung zu finden. Was stimmt Sie traurig und was macht Mut? Daniela Höller: Es stimmt mich traurig, dass vielen Kindern und Jugendlichen nicht das Gehör geschenkt wird, das ihnen zusteht, oder dass sie zwar gehört, aber von den Erwachsenen nicht ernst genommen werden. Die Dankbarkeit, die ich erfahre, wenn ich eine Lösung zugunsten eines Minderjährigen gefunden habe, stimmt mich mutig und bestätigt mich, das Richtige zu tun.

RA Dr. Daniela Höller

Cavourstraße 23/C, 39100 Bozen Tel. 0471 946050 info@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org www.kinder-jugendanwaltschaft-bz.org www.facebook.com/kijagaia kinder_jugendanwaltschaft_bz

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FA MI LI E LEB EN

Das etwas andere Weihnachten Man muss Geschäfte nicht leer kaufen, um anderen eine Freude zu bereiten – auch wenn man zur Weihnachtszeit diesen Eindruck gewinnen mag. Dass es möglich ist, an Heiligabend glücklich zusammenzusitzen, ohne sich vorher durch einen Berg von Geschenken durchzuwühlen, beweist Familie Giuliani. Monotonie bestimmt den Tagesrhythmus. „Wir haben uns innerhalb der Familie abgesprochen und waren uns sofort einig: Wenigstens einem dieser armen Kinder möchten wir zu Weihnachten eine Freude bereiten, indem wir das Kind für ein paar Wochen nach Südtirol holen“, erzählt Margot Giuliani.

Weihnachten in Südtirol

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Kirill im Streichelzoo s ist Heiligabend. Die Familie sitzt zusammen am großen Wohnzimmertisch und lässt sich das leckere Käse-Fondue munden. In der Ecke leuchtet der geschmückte Weihnachtsbaum, darunter liegen fünf kleine Päckchen, schön weihnachtlich verpackt. Aus den Boxen klingt leise Errol Browns „Family Christmas Time“. Die Stimmung ist fröhlich. Kurzum: Heiligabend wie bei den allermeisten anderen Familien auch – und doch nicht ganz, denn am Tisch sitzen nicht nur die Eltern, Tochter Julia und Sohn René, sondern auch der 11-jährige Kirill, ein weißrussisches Waisenkind.

Wiedersehen mit Kirill Der Advent, die besinnliche Zeit, Weih-

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nachten, das Fest der Liebe, der Familie und der Freude. So wünschen wir uns alle den letzten Monat im Jahr und doch bestimmen Stress und das Sich-den-KopfZerbrechen, was man den Lieben wohl schenken soll, die vorweihnachtliche Zeit. Ruhe und Besinnung finden selten Platz. Familie Giuliani unterstützt seit Jahren ehrenamtlich zwei weißrussische Kinderheime. Diese Waisenhäuser befinden sich in den Städten Novogrudoc und Volkowysk und beherbergen rund 80 Kinder, die meisten Voll- oder Sozialwaisen, viele körperlich beeinträchtigt oder chronisch krank. Es lässt sich in Worten schwer fassen, was diese Kinder in ihrem jungen Leben schon alles erfahren mussten. Ob Werktag oder Sonntag, ob Ostern oder Weihnachten, für die Heimkinder ist jeder Tag gleich,

„Da die Durchführung unseres Vorhabens neben Zeit auch einiges an Geld kostet, verzichten wir gerne auf Weihnachtsgeschenke. Lediglich ein kleines Päckchen bekommt jeder, damit der Gabentisch nicht vollends leer ist“, verrät Frau Giuliani. Materiell mag der Heiligabend bei der Südtiroler Gastfamilie spärlich ausfallen – aber der Freude tut das keinen Abbruch, ganz im Gegenteil: Alle haben

Mit dem Südtiroler „Papa“ beim Eislaufen


FA MI LI E LEB EN

bei der Weihnachtsbescherung Tränen vor Rührung in den Augen.

Das allererste Geschenk „Unser erstes gemeinsames Weihnachtsfest mit Kirill werden wir nie vergessen“, erinnert sich Margot Giuliani. „Wie vom Blitz getroffen stand Kirill da, als wir ihm ein Päckchen überreichten. Behutsam löste er den Klebestreifen vom Einpackpapier, um ja nicht das Papier zu beschädigen. Sein ungläubiges Staunen, seine leuchtenden Augen, sein Strahlen über das gesamte Gesicht, als er eine Sport-Armbanduhr, übrigens um 10 Euro beim Chinesen gekauft, und ein kleines batteriebetriebenes Radio auspackte, wir hätten den kleinen weißrussischen Gast nicht glücklicher machen können. Erst da wurde uns bewusst, dass Kirill wahrscheinlich das erste Mal in seinem Leben ein persönliches Geschenk erhalten hat.“

Allein auf dieser Welt Familie Giuliani hat sich ganz bewusst für Kirill entschieden, schließlich besteht seine Biografie aus einem einzigen weißen Blatt Papier: Eltern unbekannt, Geschwister unbekannt, sonstige Verwandte unbekannt. Selbst in Weißrussland ist nicht nachvollziehbar, wie genau der kleine Kirill im Kinderheim gelandet ist. Die folgenden Tage genießen allesamt, wird die gemeinsame Zeit intensiv genutzt. Da das Heimleben eintönig abläuft und sich besonders im bitterkalten weißrussischen Winter großteils innerhalb der Gebäudemauern abspielt, geht Familie Giuliani so viel wie möglich raus ins Freie. Ob beim Schlittenfahren, beim Eislaufen, beim Besuch eines Streichelzoos, Kirill freut sich über jede gemeinsame Tätigkeit und ist mit Begeisterung dabei.

Südtiroler Essen schmeckt Eintönig wie der Tagesablauf, so eintönig ist auch das Heimessen. Fleisch, Nudel- oder Reisgerichte, frische Salate und leckere Desserts stehen nicht auf der Speisekarte. Daher ist es umso wichtiger,

Südtiroler Essen schmeckt die Heimkinder während ihres Gastaufenthalts abwechslungsreich und nahrhaft zu ernähren. „So schnell können wir oft gar nicht schauen, wie Kirill besonders in den ersten Tagen sein Teller leerisst“, lacht Margot Giuliani. „Ich erinnere mich noch gut, als ich das erste Mal eine kalte Platte auf den Tisch stellte. Wir hatten noch nicht einmal unsere Gabeln in der Hand, da war die Platte schon halb leer, hatte Kirill bereits den Großteil der sich darauf befindenden Wurst, Salami, Speck usw. in seinen Bauch gestopft. Brot und Käse dagegen blieben unberührt.“ Nach einem spannenden intensiven Tag fällt der kleine weißrussische Gast immer gerne ins Bett. Er liebt es, wenn die Südtiroler „Mama“ oder der Südtiroler „Papa“ sich dann an die Bettkante setzen, sein Köpfchen streicheln und ihm einen Gute-Nacht-Kuss auf die Wange drücken. Für solch wichtige Zärtlichkeiten ist im Kinderheim selbst natürlich keine Zeit.

dass sie auch im nächsten Jahr wieder „ihre“ Südtiroler Familie besuchen dürfen. „Seit Kirill mit uns Weihnachten feiert, hat das Fest für uns eine ganz andere Bedeutung“, erzählt Margot Giuliani. „Wir haben keinen Stress mehr mit Geschenke besorgen, freuen uns schon lange vorher auf Kirill und rätseln, wie groß er in der Zwischenzeit wohl geworden ist bzw. ob er sich verändert hat. Über die vorweihnachtliche Hektik können wir nur schmunzeln – das Einzige, worüber wir uns in der Adventszeit den Kopf zerbrechen, ist, was wir mit Kirill während seines Aufenthalts alles unternehmen wollen.“ Die größte Freude ist, einen anderen Menschen glücklich zu machen. Advent, die besinnliche Zeit, Weihnachten, das Fest der Liebe und der Freude, bei Familie Giuliani ist dies Wirklichkeit.  RV

Weißrussland ist Kirills Heimat Trotz der glücklichen Zeit in Südtirol, freuen sich die Waisenkinder wieder auf ihre Heimreise. Für uns mag das befremdlich wirken, aber das Waisenhaus ist nun mal ihr Zuhause, die Heimkinder ihre Freunde, Weißrussland ihr Heimatland, in dem sie ihre Sprache sprechen können. Außerdem erfüllt es sie mit Stolz, im Heim von den Südtiroler Abenteuern erzählen zu können. Vor allem aber wissen die Gastkinder,

Kirill auf dem Lananer Weihnachtsmarkt

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Profile for Katholischer Familienverband Südtirol (KFS)

FiS - Familie in Südtirol Nr. 6 Dezember 2019 - Leseprobe  

Jedes Kind hat Rechte - Interview mit der Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller Das etwas andere Weihnachten - Weihnachten ohne Geschenk...

FiS - Familie in Südtirol Nr. 6 Dezember 2019 - Leseprobe  

Jedes Kind hat Rechte - Interview mit der Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller Das etwas andere Weihnachten - Weihnachten ohne Geschenk...

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