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Anne-Marie Schulze

– Deutsch lernen macht Spaß! – Es lohnt sich, Deutsch zu lernen! – Deutsch lernen ist ganz einfach!

Anne-Marie Schulze

Weiter geht’s ist ein Lehrwerk für Deutsch Niveau II in Vg1 und Vg2. Das Lehrwerk besteht aus einem kombinierten Text- und Arbeitsbuch, einer Arbeitsgrammatik sowie einer Internetseite mit einem reichhaltigen Angebot an Aufgaben. Der Inhalt ist nach dem neuen Lehrplan von 2020 überarbeitet worden. TEXT- UND ARBEITSBUCH: – – – – – –

Spannende, engagierende und schülernahe Texte verschiedener Gattungen und Schwierigkeitsgrade. Fokus auf das Erweitern des Wortschatzes. Viele verschiedene Aufgabenarten, die mündliche, schriftliche und kreative Fähigkeiten fördern. Wichtige Themen aus der Grammatik werden gezielt durch Fragen und Aufgaben geübt. Nachschlagewerk mit einer Minigrammatik. Ein eigenes Kapitel zum Thema „Besser schreiben und sprechen“, das den Schülern nützliche Tipps und Ratschläge geben.

Unsere Internetseite bietet ein reichhaltiges Angebot an Aufgaben, unter anderem zur Vertiefung und Erweiterung von: o Grammatik o Wortschatz o Landeskunde

Die Seite enthält auch: o Vokabellisten mit sämtlichen Vokabeln aus dem Textbuch als PDF zum Ausdrucken. o Einen Lehrerteil mit Lösungen, Jahresplänen, Vorschlägen zur Unterrichtsgestaltung und anderen nützlichen Lehrhilfen.

Tekst- og arbeidsbok

INTERNETSEITE:

2. utgave

Tekst- og arbeidsbok ISBN 978-82-11-03177-8

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Tysk II Vg1 + Vg2


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Anne-Marie Schulze

2. utgave


Copyright © 2020 by Vigmostad & Bjørke AS All Rights Reserved 1. utgave 2012 2. utgave / 1. opplag 2020 ISBN: 978-82-11-03177-8 Grafisk produksjon: John Grieg, Bergen Omslagsdesign ved forlaget Omslagsfoto: @ Vladimir Vladimirov / Getty Images Spørsmål om denne boken kan rettes til: Fagbokforlaget Kanalveien 51 5068 Bergen Tlf.: 55 38 88 00 Faks: 55 38 88 01 e-post: fagbokforlaget@fagbokforlaget.no www.fagbokforlaget.no Materialet er vernet etter åndsverkloven. Uten uttrykkelig samtykke er eksemplarfremstilling bare tillatt når det er hjemlet i lov eller avtale med Kopinor.


Willkommen bei Weiter geht’s! Weiter geht’s ist ein Lehrwerk für Deutsch Niveau II in Vg1 und Vg2. Das Lehrwerk besteht aus einem kombinierten Text- und Arbeitsbuch, einer Arbeitsgrammatik sowie einem umfangreichen Angebot im Internet. Weiter geht’s enthält eine große Auswahl an spannenden und engagierenden Texten verschiedener Gattungen und Schwierigkeitsgrade. Jede Lektion enthält variierte Aufgabenarten, die dazu geeignet sind, sowohl mündliche, schriftliche als auch kreative Fähigkeiten zu fördern. Außerdem umfassen alle Lektionen Vorschläge zu Themen der Grammatik mit dazugehörigen Übungen in der Arbeitsgrammatik. Jede Lektion schließt mit einer Auswertung der eigenen Leistung ab. Die letzte Lektion und der hintere Teil des Buches dient als Nachschlagewerk – mit Schreib- und Sprechtipps und einer Minigrammatik mit einfachen Erklärungen. Auf den Internetseiten von Weiter geht’s befinden sich viele spannende und abwechslungsreiche Aufgaben in verschiedenen Schwierigkeitsgraden zur Vertiefung der Grammatik und Landeskunde. Hier findet man auch Wörterverzeichnisse zu allen Lektionen. Die Webseiten enthalten außerdem einen Lehrerteil mit Lösungen, Jahresplänen, Vorschlägen zur Unterrichtsgestaltung und anderen nützlichen Lehrhilfen. Weiter geht’s fördert das Lernen einer modernen und aktuellen deutschen Sprache. Die Themen sind so gewählt, dass man das Gefühl bekommt, das Gelernte auch im täglichen Leben anwenden zu können. Mit Weiter geht’s soll man praktische und nützliche Kenntnisse der deutschen Sprache erwerben. Viel Glück und Spaß beim Deutschlernen! Anne-Marie Schulze

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Inhaltsverzeichnis LEKTION 1

LEKTION 5

Das bin ich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

Guten Appetit! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97

Das bin ich – eine Präsentation

Deine Essgewohnheiten – eine Umfrage

Hier wohne ich

Was essen die Deutschen?

Die Familie

Spezialitäten

Bunter Sommer Das ist Fayzen Regeln der deutschen Aussprache, Fragewörter, Präsens, Substantive

Essen einkaufen Fleisch essen oder nicht? Der Wiener Naschmarkt Josef Zotter – der österreichische Schokoladenpionier Adjektive, Wiederholung von Fragewörtern

LEKTION 2 In der Freizeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

LEKTION 6

So sieht mein Tag aus

Es war einmal … . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117

Über Sport und Freizeit sprechen

Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm

Sich verabreden

Märchen: Frau Holle, Rumpelstilzchen

Klassenbefragung über Sport Das Olympiastadion in Berlin Zeitausdrücke, trennbare Verben

und Märchen vom kleinen Klaus Die deutsche Märchenstraße Ein Epos aus uralten Zeiten – das Nibelungenlied Präteritum

LEKTION 3 Deutschland ist eine Reise wert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51

LEKTION 7

Die Bundesrepublik Deutschland

Wir lieben Musik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137

Ferien in Deutschland

Musik und Musikgeschmack

Mit dem Autozug durch Deutschland

Hip-Hop

Der Junge an der Tankstelle

Klassische Musik

Die Bundesländer Deutschlands Der relaxte Outdoor-Single Präsensperfekt

Ludwig van Beethoven Johann Sebastian Bach Musikfestivals in Deutschland Präsensperfekt

LEKTION 4 Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz . . . . . . . 77

LEKTION 8

Über Österreich

Alltagsleben in Berlin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157

Wien und die Kaffeetradition

Berlin auf einen kurzen Blick

In die Alpen fahren

Ein bisschen anders wohnen in Berlin

Die Schweiz und ihre Sprache

Nach dem Weg fragen

Die Freestyle Akademy in Laax Präpositionen

Einkaufen Beliebte Stadtteile in Berlin Das ist Berlin Präpositionen, Präsensperfekt mit sein

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Weiter geht’s


LEKTION 9

LEKTION 13

Eine bunte Welt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 179

Kunst und Kultur. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 253

Vorurteile und Rassismus

Deutschland – eine lebendige Kulturnation

Das multikulturelle Deutschland

Über deutsche Künstler

Freiwillig oder unfreiwillig in Europa?

Ist Graffiti Kunst oder Vandalismus?

Spaghetti für zwei

Aus der Kunstgeschichte

Buntes Berlin Subjunktionen und Konjunktionen

LEKTION 10 1933–1945 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199 Deutsche Geschichte von 1919 bis 1945

Bildbeschreibung Deutsche Erfindungen Das deutsche Dichtergenie: Johann Wolfgang von Goethe Relativpronomen, Präsens, Adjektive

Der Zweite Weltkrieg

LEKTION 14

Die Weiße Rose

Grüner leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277

Trümmerliteratur

Ökoessen

„Die Stunde null“: Deutschland nach dem Krieg

Die Energiewende in Deutschland

Das Brot

Die Umwelt

10 Punkte über die Hitlerjugend

Umweltbewusstsein Müll und Mülltrennung

Präteritum, Relativpronomen

Dr. Hauschka – 100 % Naturkosmetik

LEKTION 11

Die Nacht im Hotel

Geteilt und wiedervereint . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217 Deutschland von 1945 bis 1990: geteilt und wiedervereint

aus Deutschland

Trennbare Verben (Wiederholung)

Flucht in den Westen

LEKTION 15

Der Tod an der Mauer

Feste feiern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 303

Wo warst du, als die Mauer fiel? Mädchen aus Ost-Berlin Präteritum

LEKTION 12 Politik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239 Politik im Alltagsleben Was denken deutsche Jugendliche über Politik?

Das Oktoberfest Karneval in Köln Dezember in Deutschland Ostern

LEKTION 16 Besser schreiben und sprechen. Bokmål . . . . . . . . . . 320 Besser schreiben und sprechen. Nynorsk . . . . . . . . . 330

Parlament, Regierung und Wahlsystem in Deutschland

APPENDIX

Das Wahlsystem in Österreich

Lösung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340

Warum feiern die Schweizer den 1. August?

Selbstbewertungsschema . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345

Wiederholung von Präpositionen und Adjektiven

Minigrammatikk bokmål . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 346 Minigrammatikk nynorsk . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 363 Kompetansemål og vurdering . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 380 Literatur- und Quellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . 381 Bildnachweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 383

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Deutsch lernen macht Spaß! Mit Deutsch kannst du … ■ ■ ■

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viele gute Filme sehen. tolle Kultur erleben. viele spannende Bücher lesen, die nicht ins Norwegische übersetzt werden. neue Musik kennenlernen. spannende Geschichte lernen. die norwegische Kultur und Geschichte besser verstehen, da vieles aus Deutschland kommt.

Deutsch kannst du mit vielen sprechen! ■ ■

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Weiter geht’s

Deutsch ist eine der meistverbreiteten Sprachen der Welt. Über 100 Millionen Menschen haben Deutsch als Muttersprache.


Deutsch spricht man nicht nur in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz. Auch in Ländern wie Italien, Frankreich, Dänemark haben viele Menschen diese Sprache als Muttersprache oder als 1. Fremdsprache. Und sogar in Südamerika und Afrika sprechen viele Menschen Deutsch. Laut Goethe-Institut spricht jeder 5. EU-Bürger Deutsch. (Quelle: Goethe-Institut) In der deutschen und norwegischen Kultur gibt es viele Gemeinsamkeiten.

Mit Deutsch kannst du besser in Europa reisen ■ ■

38 % der Leute in Europa können auf Deutsch kommunizieren. Berlin ist in den letzten Jahren zur interessantesten Stadt Europas geworden.

Deutsch ist einfach! ■

Wusstest du, dass etwa 50 Prozent der deutschen Wörter fast genauso sind wie die norwegischen? Man kann sie also ohne große Probleme verstehen. Hier sind einige Beispiele: Lampe, Mann, Frau, Haus, tanzen, Kuh, Hund, Katze, Maus, Arbeiten, schreiben, Schule, Zitrone, Apfel, rosa, blau, Himmel, Lehrer, Buch, Fußball, Handball, Disco, Musik, Blume, Fisch, Stuhl, Bein, Arm.

Mit Deutsch kannst du besser im Internet surfen ■

Natürlich spricht das Internet Englisch, aber Deutsch steht an zweiter Stelle der meistgenutzten Sprachen im Internet.

Mit Deutsch findest du später einen Job ■

■ ■ ■

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft in der Europäischen Union und die viertgrößte in der Welt nach den USA, China und Japan. Deutschland ist als Exportnation weltweit wichtiger Handelspartner. In Deutschland gibt es zahlreiche internationale Unternehmen. Deutschland hat die höchste Bevölkerungszahl aller EU-Länder.

Viel Spaß beim Deutschlernen! 7


LEKTION 1

Das bin ich

SCHWERPUNKTE:

Das bin ich – eine Präsentation Hier wohne ich Die Familie

1

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Bunter Sommer Das ist Fayzen

GRAMMATIK:

Regeln der deutschen Aussprache, Fragewörter, Präsens, Substantive Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Wie kannst du dich selbst mit drei Worten beschreiben? Was ist eine Familie? Ist das immer nur Eltern und Kinder? Oder sind es auch die guten Freunde? Oder …? Beschreibe deine Familie. Zeichne eine Mind-Map.

Weißt du noch, wie? Die deutsche Aussprache v wird f ausgesprochen (Beispiel: Vater) Den Ch-Laut sagt man wie bei dem norwegischen Wort kjærlighet / kjærleik (Beispiel: ich) st und sp werden scht und schp ausgesprochen (Beispiel: Stadt/Sport) z wird ts ausgesprochen (Beispiel: Zahnpasta) ie wird wie i ausgesprochen (Beispiel: wieder) ei wird ai ausgesprochen, wie bei dem norwegischen Wort mai (Beispiel: weiter) ü ist fast wie das norwegische y (Beispiel: kühl) ä spricht man fast wie das norwegische e aus (Beispiel: Jäger)

Sag mal was! Aussprache üben 1) ie oder ei: gießen, Lied, langweilig, getrieben, sowieso, beschrieben, beschreiben, schief, Weile, Wiese. 2) mit Umlaut: erröten, Töne, Jürgen, grüßen, zähmen, erzählen. 3) Z-Laut: Zimt, Zahl, Zettel, zirka, Zack. 4) Ch-Laut: ich, dich, mich, Licht, nicht, Richter.

Gruppenaufgabe Vokabeln die Anschrift adressen / adressa der Ministerpräsident statsministeren

Kurzinterviews in der neuen Deutschklasse Arbeitet in Dreiergruppen und findet die Antworten zu diesen Punkten. Benutzt die Fragewörter: wie, wo, was usw. Präsentiert dann in der Klasse: Name: Anschrift: Lieblingstag in der Woche: Chat oder SMS:

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Weiter geht’s


Lieblingsmusik: Schokolade oder Vanille? Sport oder Sofa? Zwei Charaktereigenschaften: Tee oder Kaffee? Auto oder Flugzeug? Katze oder Hund? Mein Vorbild: Strand oder Berge? Beste Serie / bester Film? Wenn ich Ministerpräsident wäre, würde ich als Erstes ändern: Ich liebe: Am Wochenende mache ich: Facebook, Snapchat oder Instagram? Das stresst mich: Bestes Fach in der Schule? Fleisch, Fisch oder vegetarisch?

LEKTION 1

Das bin ich

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das Sur fbr ett

die Welle

der Surfanzug

Hallo, ich heiße Max! Ich bin Max, 16 Jahre alt aus Kiel. Mein Geburtstag ist am 12. Dezember. Ich soll euch etwas über mich erzählen, sagst du? Ja, ich bin 1,80 Meter groß, habe dunkelbraune Haare und blaue Augen. Ich bin in Kiel geboren. Kiel ist die Hauptstadt von Schleswig-Holstein. Kennst du Schleswig-Holstein? Es ist das nördlichste der 16 deutschen Bundesländer. Ich besuche das Gymnasium. Meine Schule heißt Hebbelschule und liegt in der Feldstraße im Stadtteil Wik. Ich bin jetzt in der 11. Klasse. Die Schule ist eigentlich ganz okay. Ich habe 334 Freunde bei Facebook, und bei Snapchat heiße ich „maximal“. Meine Postleitzahl ist 24106, ich wohne nämlich in der Holtenauer Straße, zusammen mit meinem Bruder Christian und meinen Eltern. Christian ist 18 Jahre alt, und wir machen vieles zusammen. In meiner Freizeit surfe ich, so oft ich kann. Kiel liegt an der Küste, und hier ist es oft windig. Am liebsten surfe ich in Strande, oder mein Bruder und ich fahren nach Sankt Peter Ording an die Nordsee. Dort kann man sehr gut surfen. 12

Weiter geht’s


Ich chille auch oft mit Freunden, spiele am Computer oder gehe ins Kino. Oft treffen wir uns in der Forstbaumschule, es ist ein großer Park hier um die Ecke, und spielen Volleyball oder Fußball. So, jetzt kennst du mich ein bisschen, Max aus Kiel!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Wie alt ist Max? Wo wohnt er? Wie heißt seine Schule, und wo liegt sie? Was macht Max in der Freizeit? Wer ist Christian?

Sag mal was! 1) Arbeitet zu zweit. Der eine ist Max, und der andere stellt Fragen. Benutzt diese Fragewörter und finde die Antworten im Text: Wie? Woher? Was? Wo? Wann? Welche?

Vokabeln über mich om meg erzählen å fortelle / å fortelje groß stor, høy / høg dunkel mørk geboren født / fødd die Postleitzahl postnummeret die Hauptstadt hovedstaden / hovudstaden das nördlichste det nordligste / den nordlegaste das Bundesland delstaten der Stadtteil bydelen die Freizeit fritiden / fritida machen å gjøre / å gjere am liebsten helst windig mye vind, blåser kraftig / mykje vind, blæs kraftig dort der chillen å slappe av um die Ecke rundt hjørnet ein bisschen litt ins Kino gehen å gå på kino die Darstellung fremstillingen / framstillinga, presentasjonen an der Küste ved kysten

2) Ich in Zahlen. Max hat viele Zahlen in seiner Darstellung benutzt. Erzähle jetzt über dich selbst und benutze dabei Zahlen: Ich bin … Jahre alt. Meine Hausnummer ist … Ich habe … Freunde bei Facebook. Mein Bruder / meine Schwester ist … Jahre alt. Der Ort, in dem ich wohne, hat die Postleitzahl … Meine Schuhgröße ist … Meine Telefonnummer ist … Ich habe … Haustiere. Mein Geburtstag ist am …

Schreib mal was! Selfies und Collage: Das bin ich Ihr seid alle neu in der Klasse und wollt euch vorstellen. Mache Selfies und eine Collage mit Bildern von dir, deiner Familie und deinen Freunden. Zeige den anderen, wo du wohnst, wie deine Familie und Freunde aussehen, und erzähle etwas über deine Hobbys. Schreibe kurze Texte auf Deutsch zu den Fotos.

LEKTION 1

Das bin ich

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Emma und Thomas Vokabeln das Büro kontoret die Eltern (pl.) foreldrene / foreldra die Erdkunde geografien das Fahrrad sykkelen gemeinsam felles die Geschwister (pl.) søsknene / søskena gleichaltrig like gamle, jevnaldrende / jamaldra die Hausaufgabe (hjemme)leksa / (heime) leksa hell lys der Jugendliche ungdommen das Lieblingsessen yndlingsmaten die Locken (pl.) krøllene täglich daglig / dagleg der Unterricht undervisningen / undervisninga die Unterrichtszeit undervisningstiden, tiden på skolen / undervisningstida, tida på skolen Was er nicht mag Hva han ikke liker / Kva han ikkje liker verschiedene forskjellige welche hvilke / kva (for) die Woche uka / veka wöchentlich ukentlig / kvar veke das Lieblingsfach yndlingsfaget der Hass hatet Hassfächer Fag jeg avskyr / Fag eg avskyr die Zeitschrift tidsskriftet, her: bladet ziemlich temmelig / temmeleg die Erbsensuppe ertesuppa etwa omtrent, cirka

Das sind Emma und Thomas. Sie sind zwei Jugendliche aus Deutschland. Beide wohnen in einer mittelgroßen Stadt in Norddeutschland. Sie haben beide Geschwister und nette Eltern. Die Eltern von Emma sind Architekten, und Thomas wohnt mit seiner Mutter zusammen. Seine Mutter arbeitet im Büro. Emma und Thomas gehen zur Schule und machen zwei- bis dreimal in der Woche Sport. Die beiden sind gleichaltrig, aber haben sie mehr gemeinsam als nur das Alter? Wir haben nachgefragt, welche Interessen sie haben und wann sie ins Bett gehen, was sie gern essen und nicht essen, was sie gern lesen und wie lange sie täglich an ihren Hausaufgaben arbeiten. Emma Alter: 16 Jahre Größe: 1 Meter 65 Haarfarbe: dunkelblond (halb lang und ohne Locken) Augenfarbe: blaugrau Interessen: Kickboxen, Tanzen, Musik, Freunde treffen Lektüre: verschiedene Zeitschriften, Krimis oder Liebesromane Musik: Hip-Hop, Soul und auch Pop, alles, wozu man tanzen kann Filme: am liebsten Krimis Lieblingsessen: Pasta Was sie nicht mag: Fisch Lieblingsfächer: Sport, Mathe, Biologie Hassfächer: keine Unterrichtszeit: 30 Stunden (à 45 Minuten) wöchentlich Unterrichtsbeginn: 8 Uhr Schulweg: 15 Minuten mit dem Fahrrad Zeit für Hausaufgaben: 1/2 bis 2 Stunden täglich Zeit, ins Bett zu gehen: 22.30 Uhr Thomas Alter: 16 Jahre Größe: 1 Meter 85 Haarfarbe: schwarz Augenfarbe: braun Interessen: Singen, Computer, Fußball Lektüre: Thriller und Krimis, politische Romane Musik: Hip-Hop und Rock, aber auch klassische Musik wie Bach oder Beethoven Filme: am liebsten Science-Fiction und Biografien Lieblingsessen: Spaghetti mit Tomatensoße Was er nicht mag: Erbsensuppe Lieblingsfächer: Mathematik, Physik, Philosophie Hassfach: Erdkunde

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Weiter geht’s


die Klingel

Unterrichtszeit: 36 Stunden (à 45 Minuten) wöchentlich Unterrichtsbeginn: 7 Uhr 45 Schulweg: 35 Minuten mit dem Fahrrad Zeit für Hausaufgaben: etwa 1 Stunde Zeit, ins Bett zu gehen: gegen 23 Uhr 30

Schreib mal was! Lies die beiden kurzen Texte über Emma und Thomas und schreibe dann einen ähnlichen Text über dich selbst.

LEKTION 1

Das bin ich

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der Zügel

das Maul

Hier wohne ich Vokabeln die Scheune låven das Pferd hesten draußen ute der Vorort forstaden selbstverständlich selvfølgelig / sjølvsagt laut høy lyd / høg lyd die Küche kjøkkenet die Bankenstadt byen med hovedkontorene til mange banker / byen med hovudkontora til mange bankar das Wohnzimmer dagligstua / daglegstova das Stockwerk etasjen das Fahrrad sykkelen das Reihenhaus rekkehuset / rekkjehuset

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Weiter geht’s

Maria: Ich wohne auf einem Bauernhof in der Nähe von Bremen. Wir haben ein Wohnhaus, einen Stall und eine Scheune. Im Stall wohnen unsere Pferde. Wir haben acht Pferde. Es ist schön auf dem Land. Ich liebe die Natur und kann viel draußen an der frischen Luft sein. Max: Meine Familie und ich leben in Frankfurt am Main. Die größte Bankenstadt in Deutschland. Meine Eltern arbeiten beide bei der Deutschen Bank. Wir haben eine Vierzimmerwohnung ziemlich zentral in der Stadt. Ich bin ein Stadtmensch und könnte mir nicht vorstellen, auf dem Land zu leben. Meine Familie hat kein Auto, denn hier kann man überall mit Bus oder Bahn hinkommen. Und selbstverständlich mit dem Fahrrad oder dem Skateboard. Frau Berg: Ich wohne mit meinem Mann in einem Vorort von Berlin. Wir leben in unserem Haus schon seit 1961. Es ist ein Reihenhaus mit Garten. Wenn ich in die Stadt möchte, fahre ich mit der U-Bahn. Es ist friedlich und ruhig hier draußen. Mitten in der Hauptstadt ist es mir zu laut und hektisch. Das Haus hat zwei Stockwerke. Wir haben vier Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, eine Küche, zwei Bäder und ein Arbeitszimmer.


Worum geht’s? 1) Wo wohnt Maria, und was gefällt ihr an dem Wohnort? 2) Wer hat kein Auto? Warum? 3) Seit wann wohnt Frau Berg in dem Reihenhaus? Wo liegt es?

Sag mal was! 1) Arbeitet zu zweit und stellt einander Fragen: Wo wohnst du? Wie ist deine Wohnung / dein Haus? Was magst du – Stadt oder Land? Warum? Sprachhilfe: Auf der einen Seite finde ich Auf der anderen Seite kann man Ich mag lieber …, weil … Es ist besser …, weil … 2) Rollenspiel: Arbeitet zu zweit und spielt die kurzen Rollenspiele. Wechselt die Rollen. 1A: Du bist Journalist und fragst deinen Gesprächspartner, wo er/sie am liebsten wohnen möchte und warum, warum er/sie nicht lieber auf dem Land (in einem Dorf) / in einer Stadt wohnen möchte, wie er/sie seine/ihre Zeit verbringt, ob er/sie Kontakt mit anderen Bewohnern in dem Dorf / in der Stadt hat etc. 1B: Du möchtest am liebsten in einer Stadt wohnen. Argumente für die Stadt: Viele Leute kennenlernen, nie Langeweile, Kneipen, Sportanlagen, schöne Gebäude, Kinos und Konzerte, Shoppingmöglichkeiten … Argumente gegen das Dorf: Da passiert nichts, keine Leute, keine Cafés oder Freizeitangebote, langweilig, keine Sehenswürdigkeiten, keine Veranstaltungen, viele sind intolerant … 2A: Du arbeitest bei einer Umfragefirma und telefonierst mit deinem Gesprächspartner. Du fragst, wo er/sie am liebsten wohnen möchte und warum, warum er/sie nicht lieber auf dem Land (in einem Dorf) / in einer Stadt wohnen möchte, wie er/sie seine/ihre Zeit verbringt, ob er/sie Kontakt mit anderen Bewohnern in dem Dorf / in der Stadt hat etc. 2B: Du möchtest am liebsten in einem Dorf wohnen. Argumente für das Dorf: Frische Luft, mehr Wohnung für weniger Geld, alle kennen alle, ruhig und wenig Verkehr, keine Touristen, grün und viel Natur, nicht anstrengend, viele Tiere … Argumente gegen die Stadt: Viele sind einsam, man lebt isoliert, viele Autos und viel Lärm, Stress, ungesunde Luft, man ist nie allein …

LEKTION 1

Das bin ich

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Internetaufgabe Besuche die Seite vom Hotel Haus am See und suche Antworten auf folgende Fragen: http://www.haus-am-see.com/de/hotel-zittauer-gebirge 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9)

Was für ein Hotel ist es? (groß/klein, modern/traditionell, exklusiv/gemütlich …) Wo liegt das Hotel? (Lage, Anschrift, Telefon und E-Mail) Wie viele Zimmer hat das Hotel? (Anzahl der Zimmer) Wie sind die Hotelzimmer ausgestattet? (Zimmerausstattung) Was kostet ein Doppelzimmer pro Person? Was kann man in diesem Hotel essen? Was für Wellness-Angebote kann man buchen? Welche Freizeitmöglichkeiten gibt es in der Nähe des Hotels? Wie findest du das Hotel? Begründe deine Antwort.

Schreib mal was! Meine Traumwohnung Viele Jugendliche träumen davon, aus dem Elternhaus auszuziehen. Man ist so unabhängig mit einer eigenen Wohnung! Stell dir mal vor, dass du schon morgen in deine Traumwohnung einziehen könntest. Wie würde diese Wohnung aussehen? Erstelle eine Beschreibung mit Text und Bildern am Computer.

So leben wir Es gibt viele Formen des Zusammenlebens. Nicht in allen Familien gibt es einen Vater, eine Mutter und Kinder. Lies die kurzen Texte. A) Schönen guten Tag, ich heiße Norbert Roth und wohne in Pforzheim mit meiner Frau Gisela und unseren zwei Kindern Angela und Lukas. Wir sind gerade in unser neues Einfamilienhaus eingezogen. Im Herbst erwarten wir unser drittes Kind. Darauf freuen wir uns sehr. B) Hallo, ich heiße Klara Hülsen. Ich habe zwei Kinder: Max und Moritz. Wir wohnen in Konstanz am Bodensee. Der Vater von Max und Moritz wohnt nicht bei uns. Ich bin Alleinerziehende. C) Guten Tag, mein Name ist Sandra Lassen. Ich bin 33 Jahre alt und lebe allein. Aber nicht ganz allein! Bei mir wohnt noch mein Hund Leo. Ich arbeite viel und gehe oft ins Kino. Ich möchte nicht heiraten und Kinder bekommen. Das ist nichts für mich. D) Grüß Gott, ich heiße Josef Pichler und bin 81 Jahre alt. Ich wohne allein in Wien. Meine Frau lebt nicht mehr, und ich habe keine Kinder. Am Dienstag und am Freitag kommt eine Putzfrau zu mir nach Hause. Sie hilft mir. 18

Weiter geht’s


E) Moin, moin, ich bin Gustav Klein und komme aus dem Norden. Wohne aber jetzt in Leipzig mit meinem Partner Julian. Wir sind schon seit sieben Jahren zusammen. Wir möchten bald eine eingetragene Partnerschaft eingehen. F) Hallo, wir sind Familie Bauer. Wir sind neun! Ich, Mama Barbara, Papa Manfred und sieben Kinder. Eine große Familie ist toll. Immer ist jemand da. Man ist nie allein. G) Grüezi, ich bin Nina Petrenko, 23 Jahre alt. Im Moment studiere ich BWL (Betriebswirtschaftslehre) in St. Gallen in der Schweiz. Ich komme ursprünglich aus der Ukraine. Jetzt lebe ich in einer Wohngemeinschaft mit drei anderen Studenten. Als Studentin passt mir das gut. Später möchte ich eine Familie gründen und in einem Haus am See wohnen.

Schreib mal was! 1) Worüber sprechen die Personen? Lies die folgenden Aussagen. Wer aus dem Text „So leben wir“ sagt was? Kombiniere Text A, B, C, D, F oder G mit dem richtigen Satz! 1) Ich möchte keine Kinder. 2) Manchmal ist es bei uns sehr laut. Aber das ist okay. 3) Wir möchten zusammen bleiben. 4) Am Wochenende sind die Kinder oft bei ihrem Vater. Dann habe ich Zeit für mich. 5) Schade, ich habe keine Kinder. Ich bin meistens ganz allein. 6) Nach der Arbeit spiele ich mit Leo. 7) Ich arbeite so viel. Ich habe keine Zeit für eine Familie. 8) Ich will auch einmal eine Familie haben. 9) Drei Kinder sind eine schöne Sache, eine neue Generation wächst heran! 10) Wir fahren nicht in den Urlaub. Das ist zu teuer mit so vielen Kindern. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 340.

2) Barbara Bauer spricht mit Sandra Lassen. Bringe den Dialog in die richtige Reihenfolge! 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9)

Hallo Barbara! Wie geht es dir? Warum bist du denn müde? Meine Kinder wollen in der Nacht nicht schlafen. Immer ist etwas. Nein, ich kann nicht. Ich muss nach Hause. Mein Mann ist nicht da, und die Kinder sollen nicht allein sein. Dann musst du aber den Leo füttern! Oh weh, du Arme! Gehst du mit mir später ins Kino? Da läuft ein super Film! Grüß dich, Sandra. Es geht ganz gut. Ich bin nur ein bisschen müde. Ich liebe meine Kinder. Aber manchmal möchte ich für einen Tag die Sandra sein! Ach so, schade. Gott sei Dank habe ich keine Kinder. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 340.

LEKTION 1

Das bin ich

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Schreib mal was! So möchte ich leben Wie möchtest du später am liebsten leben? Allein? Mit einer großen Familie und vielen Kindern? Mit einer kleinen Familie? Schreibe einen kurzen Text über dein zukünftiges Familienleben.

Sag mal was! Wir üben das Lesen auf Deutsch. Wiederhole bitte die Regeln unter „Wichtige Wörter und Begriffe“, Lektion 1. Suche einen Text aus Lektion  1 und lies den ersten Abschnitt mehrmals. Achte besonders auf die Aussprache. Nach zwei Minuten liest du den Text laut in der Klasse vor.

Die Familie von Sabine Vokabeln die Urgroßmutter oldemoren / oldemora die Oma bestemoren / bestemora völlig fullstendig, helt / fullstendig, heilt außerhalb von utenfor / utanfor der Ehemann ektemannen die Kindheit barndommen das Kreuzworträtsel kryssordet der Garten hagen das Gemüse grønnsakene / grønsakene züchten å dyrke ziehen å flytte, trekke / trekkje, dra später senere / seinare heiraten å gifte seg gerecht sein å være rettferdig / å vere rettferdig die Sippe slekten / slekta leider dessverre die Rentnerin pensjonisten

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Weiter geht’s

„Meine Urgroßmutter heiratete schon mit 17 Jahren, bekam mit 18 ihr erstes Kind und hatte mit 32 vier Kinder. Das war damals völlig normal“, erzählt Sabine. Sabine ist 16 Jahre alt und wohnt mit ihren Eltern sowie zwei weiteren Frauen, ihrer Oma und ihrer Urgroßmutter in einem Mehrgenerationenhaus außerhalb von Hamburg. Zu Hause bei Sabine leben Frauen aus vier Generationen. Ihre Urgroßmutter, Emma, ist 96 Jahre alt und sehr fit. Sie macht Handarbeit und liest gern. Sie liebt es, Kreuzworträtsel zu lösen. Sabines Oma, Magdalena, ist 78 Jahre alt und arbeitet oft im Garten, wo sie viele Pflanzen hat und Gemüse zieht. Sie geht auch jeden Tag mit ihrer Mutter spazieren. Sabines Mutter, Elisabeth, ist 50 und arbeitet als Psychologin in einer Praxis in Hamburg. Es war ihre Idee, dass sie alle in einem Haus zusammen leben. „Ich mag es, dass die ganze Familie hier lebt“, sagt sie. Elisabeth hat das große Haus zusammen mit ihrem Ehemann geerbt. Er wohnt selbstverständlich auch dort und hat kein Problem damit, mit so vielen Frauen in einem Haus zu leben. „Ich habe meine Werkstatt im Keller“, lächelt er, „dort verstecke ich mich, wenn es zu stressig wird.“ Wenn die Urgroßmutter an ihr Leben zurückdenkt, sieht sie, wie viel sich geändert hat. „Haushalt und Kinder, das war ganz allein meine Aufgabe“, sagt sie, „mein Mann hat sich nie darum gekümmert. Aber trotzdem war er der Herr im Haus. Heutzutage ist es nicht so, Gott sei Dank! Die Frau kann arbeiten, und der Mann kann Hausmann sein.“ Magdalena fand ihre Kindheit sehr schön. „Meine Eltern waren oft streng, aber sie waren gerecht. Es gab immer viel Freiheit. Für uns Kinder


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war es gut, eine Mutter zu haben, die immer zu Hause war. Ich habe später studiert und auch früh geheiratet. Leider ist mein Mann vor fünf Jahren gestorben. Dann bin ich hierher zu meiner Tochter Elisabeth gezogen. Es ist wunderbar, hier zu leben. Als Rentnerin habe ich viel Zeit, bin aber nie einsam.“ Sabine weiß nicht, wie lange sie zu Hause bleiben möchte. „Wenn ich später in Hamburg studiere, kann ich ja hier wohnen. Aber wer weiß das schon? Vielleicht habe ich später einen Freund, der es nicht so toll findet, mit meiner ganzen Sippe zu leben“, lächelt sie.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4)

Wie ist das Wohnkonzept von Sabine und ihrer Familie? Wie viele Leute wohnen zusammen? Wie alt sind die Frauen, und was hast du über sie erfahren? Was denkt Sabine über ihre Zukunft in diesem Haus?

LEKTION 1

Das bin ich

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Schreib mal was! Schreibe einen kurzen Text über deine Familie. Wer seid ihr? Wo wohnt ihr? Welche Interessen haben die Familienmitglieder?

Sag mal was! Speeddating Alle Schüler sitzen auf Stühlen in einem inneren und einem äußeren Kreis, so, dass jeder einem anderen gegenübersitzt. Nur der Außenkreis wechselt nach einer festgelegten Zeit einen Platz nach rechts. Das wird wiederholt, bis die ursprünglichen Schüler sich wieder gegenübersitzen. Zuerst fragt jedes Paar diese drei Fragen: Wie heißt du? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Danach wählt jeder Schüler eine Karte mit Fragen und spricht mit den anderen darüber.

1) Wie heißt dein Lieblingsbuch? 2) Hast du ein Lieblingsfach? 3) Schokolade oder Vanille?

1) Was sind deine Hobbys? 2) Spielst du ein Instrument? 3) Hast du einen Job?

1) Wo wohnst du? 2) Beschreibe dich selbst mit drei Worten. 3) Wo warst du in den letzten Ferien?

ten? 2) Cola oder Wasser? 3) Wer ist dein Lieblingsschauspieler? 1) Magst du tanzen?

2) Welcher Film magst du?

2) Welche Musik hörst du gern?

3) Was machst du heute Nachmittag?

3) Was machst du in deiner Freizeit?

2) Hast du eine Schwester? 3) Was möchtest du am Wochenende machen?

1) Hast du Geschwister? 2) Strand oder Berge? 3) Wie sieht dein Zimmer aus?

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Weiter geht’s

2) Kochst du gern? 3) Wo willst du später leben?

1) Welchen Sport magst du am liebs- 1) Warst du schon mal in Berlin?

1) Fliegen oder Fahren?

1) Was trinkst du gern?

1) Welches ist dein Lieblingsfach?

1) Hast du einen Bruder? 2) Dein Lieblingsobst? 3) Isst du gern Junkfood?

2) Hast du ein Tier? 3) Möchtest du in der Stadt oder auf dem Land leben? 1) Was möchtest du machen, wenn du alt bist? 2) Fußball oder Handball? 3) BMW oder Mercedes? 1) Was isst du gern? 2) Welchen Beruf möchtest du später haben? 3) Spielst du ein Musikinstrument?

1) Wohin möchtest du einmal in Urlaub 1) Warst du schon einmal in Deutschfahren?

land?

2) Was machst du in deiner Freizeit?

2) Wann stehst du immer auf?

3) Möchtest du später Kinder haben?

3) TV oder Kino?


Landeskunde/Literatur Menschen in Deutschland auf einen kurzen Blick

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■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

In Deutschland leben etwa 40 Millionen Männer und 42  Millionen Frauen. Es gibt etwa 10,7 Millionen Kinder und 14,5 Millionen Jugendliche. 55 % der Frauen zwischen 15 und 65 Jahren haben einen Beruf und arbeiten. Jedes Jahr werden in Deutschland 420 000 Ehen geschlossen. Es gibt 20 Millionen Ehepaare (davon 9 Millionen ohne Kinder). Kinder pro Familie: durchschnittlich 2,1. Jedes Jahr werden etwa 800 000 Kinder geboren. Scheidungen pro Jahr: 190 000. Jedes Jahr sterben etwa 900 000 Menschen. Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland liegt bei 77 Jahren bei Männern und 82 bei Frauen.

Vokabeln durchschnittlich gjennomsnittlig / gjennomsnittleg die Ehe ekteskapet das Ehepaar ekteparet sterben å dø / å døy die Scheidung skilsmissen / skilsmissa der Beruf yrket

BUNTER SOMMER (FAYZEN, 2013)

Schreib mal was!

Erdbeeren, Festival, Blüten, Rückenwind, Freiheit, Zuneigung, Sommerregen, Sonnenkind, Hamburg, Meer, Venen, Liebe, Kirschen spucken, Klapprad, Blumenwiese, Picknick, Mücke hören, Stadtpark, Action, Gitarrenklang, Open Air, Flip-Flops, Seifenblasen, farbenfroh, Elektro, Hip-Hop, Alles wie in einem Film, Löw, Fröhlichkeit, Nachtwandern, Hängematte, Wirrwarr, Unendlichkeit, Morgenrot, große Liebe, Sonnentanz, Regenluft, Luftballons, bunte Fetzen, Fallschirm, Sommerluft, Lampions, Erinnerung, unbeschwert, mein Meer, Sandstrand, barfuß, Urlaub, Heimkehr, Yeah, ein Sommer nur mit dir.

Benutze den Text „Menschen in Deutschland auf einen kurzen Blick“ und schreibe jeweils eine Frage zu jedem Punkt. Beispiel: Wie viele Männer leben in Deutschland?

Es ist ein bunter Sommer, Ein bunter Sommer, Ein bunter Sommer, ist mein Sommer nur mit dir, Ein bunter Sommer,

Gruppenaufgabe Arbeitet in Kleingruppen. Welche Wörter (Substantive, Verben, Adjektive) assoziiert ihr mit der Jahreszeit Sommer? Findet zehn Wörter.

LEKTION 1

Das bin ich

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Vokabeln: die Blüte blomstringen (blomsten = die Blume) / bløminga, (blomen = die Blume) die Zuneigung sympatien, forkjærligheten / forkjærleiken die Vene venen / vena die Seifenblase såpeboblen / såpebobla die Hängematte hengekøya die Kirschen (pl.) kirsebærene / kirsebæra das Morgengrauen demringen / demringa die Fetzen (pl.) bitene / bitane die Insel øya unbeschwert uten bekymringer / utan bekymringar larifari overfladiskhet, tull, sladder der Marienkäfer marihøna das Freibad utendørs svømmebasseng / utandørs svømmmebasseng

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Weiter geht’s

Ein bunter Sommer, Ein bunter Sommer Yeah, mein Sommer kommt! Schlaraffenland, Mangos, Sternstunde, voller Bauch, Sommerwind, Sommernacht, langsam, Morgengrauen, der Endorphinentanz, Wassereis, Zuckerschub, 17 305 Mal lächelst du, Larifari, Jamsession, einzigartig, Vielfalt, Pandabär, Marienkäfer, zeitlos, Shisha, Wahnsinn, Freibad, Nord, Ost, Süd, West, Elbe, Fernweh, raus aus dem Nest, Insel, Sonne, grün, chillen, Pilze, Euphorie, Festessen, knutschen, Touristen, Allergie, Schmetterlinge, Poesie, träumen, Baggersee, Weggefährten, Schattenspiele, fröhlich sein, Abschied nehmen. Mein Sommer nur mit dir …


Sag mal was! 1) Was bedeutet Sommer für dich? Schreibe genau vier Wörter zu dem Thema auf. 2) Präsentiere deine Wörter in der Klasse. Benutze „wenn … dann …“-Sätze: „Wenn ich an Sommer denke, dann denke ich an …“

Schreib mal was! Arbeitet zu zweit und schreibt jetzt euer eigenes Lied zu den Jahreszeiten! Wähle eine Jahreszeit und lasst euch von Fayzen inspirieren. a) Was fällt euch zum Thema Frühling ein? Ein bunter Frühling! Mein bunter Frühling nur mit dir! b) Was fällt euch zum Sommer ein? Ein bunter Sommer! Mein bunter Sommer nur mit dir! c) Was fällt euch zum Herbst ein? Ein bunter Herbst! Mein bunter Herbst nur mit dir! d) Was fällt euch zum Winter ein? Ein weißer Winter! Mein weißer Winter nur mit dir! Worum geht’s? Richtig oder falsch?

Das ist Fayzen Farsad Zoroofchi (alias Fayzen) ist am 14. Februar 1983 als Sohn iranischer Eltern in Hamburg geboren. Schon mit fünf Jahren hat er zu persischer Traditionsmusik gesungen. Mit neun hat er angefangen, Klavier zu spielen und seine ersten Lieder zu komponieren. Und dann kam der Hip-Hop, und aus Farsad wurde Fayzen. Der Künstlername Fayzen ist der MC-Name aus seiner Jugend: „Nicht jeder in meiner Clique durfte rappen. Ich habe zu Hause geübt und mich irgendwann getraut, mit den Jungs zu freestylen. Irgendwann kamen sie dann mit einem Pulli, da stand der Crewname und Fayzen drauf.“ Schon früh wollte Fayzen mit dem Hip-Hop auch Geld verdienen und verkaufte Demos in Hamburgs Innenstadt. Er setzte Passanten Kopfhörer auf, und die Musik gefiel den Leuten. In fünf Jahren verkaufte Fayzen auf diesem Weg fünf verschiedene Mixtapes – insgesamt 20 000 Mal. Mit 25 wollte er dann mehr und machte sich auf die Suche nach einem Plattenlabel. Der Chef eines Major-Labels hörte zwei seiner Demos. Bei einem Treffen spielte Fayzen für ihn und begleitete sich selbst auf Gitarre und Klavier. So bekam er seinen ersten Plattenvertrag. Sein Debütalbum „Meer“ erschien 2013 bei Universal.

1) Fayzens richtiger Name ist Farsad Bertrich. 2) Fayzen ist in Israel geboren. 3) Seine Lehrer nannten ihn als Erste Fayzen. 4) Mit neun Jahren hat er Klavier gespielt. 5) Seine ersten Klavierstücke verkaufte er in Hamburgs Innenstadt. 6) Der Titel seines ersten Albums ist „Persischer Freestyle“. 7) Das erste Album ist 2013 herausgekommen. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 340.

Frei nach fayzen.de LEKTION 1

Das bin ich

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das Ohr

die Pfote

Teste deine Sprache! Bitte ins Deutsche übersetzen. Jeg heter Andreas og er 16 år. Hva heter du? Familien min og jeg bor i Dresden. Hvor bor dere? Jeg har en bror og en søster. Broren min er 18 år gammel, og søsteren min er 12. Har du et kjæledyr? Jeg har en hund. Den heter Arno. Skolen min er en videregående skole. Jeg liker tysk og historie godt. De er mine yndlingsfag. Hver mandag og onsdag spiller jeg volleyball. / Eg heiter Andreas og er 16 år. Kva heiter du? Familien min og eg bur i Dresden. Kvar bur de? Eg har ein bror og ei syster. Broren min er 18 åra gammal, og systera mi er 12. Har du eit kjæledyr? Eg har ein hund. Han heiter Arno. Skolen min er ein vidaregåande skole. Eg liker tysk og historie godt. Dei er yndlingsfaga mine. Kvar måndag og onsdag speler eg volleyball.

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Weiter geht’s


Sag mal was! Ausspracheübung Arbeitet zusammen in kleinen Gruppen und übt die Aussprache weiß Dienstag vier Vater dich romantisch Fach Tür Löwe Männer

deine Freitag weinen wohnen Stadt billig Schwester Fächer Bücher Süden

Liebe vielleicht Winter vergessen spielen wichtig schwierig fährt öffnen König

Wichtige Wörter und Begriffe 1 Wie heißt du? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Woher kommst du? Wie ist deine Wohnung? Welche Adresse/Anschrift hast du? Meine Adresse ist … In welcher Straße wohnst du? Welche Schule besuchst du? Hast du Geschwister? Hast du einen Bruder oder eine Schwester? Bist du Einzelkind? Darf ich deine Telefonnummer haben? Welche Mailadresse hast du?

Hva heter du? / Kva heiter du? Hvor gammel er du? / Kor gammal er du? Hvor bor du? / Kvar bur du? Hvor kommer du fra? / Kvar kjem du frå? Hvordan er leiligheten din? / Korleis er leilegheita di? Hvilken adresse har du? / Kva adresse har du? Adressen min er … / Adressa mi er … I hvilken gate bor du? / Kva for gate bur du i? Hvilken skole går du på? / Kva for skole går du på? Har du søsken? Har du en bror eller en søster? / Har du ein bror eller ei søster? Er du enebarn? / Er du einebarn? Kan jeg få telefornnummeret ditt? / Kan eg få telefonnummeret ditt? Hvilken e-post adresse har du? / Kva for e-postadresse har du?

Selbstbewertung nach Lektion 1: Siehe Seite 345. LEKTION 1

Das bin ich

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LEKTION 2

In der Freizeit

SCHWERPUNKTE:

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So sieht mein Tag aus Über Sport und Freizeit sprechen Sich verabreden Klassenbefragung über Sport

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Das Olympiastadion in Berlin

GRAMMATIK:

Zeitausdrücke, trennbare Verben Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was kann man in der Freizeit machen? Zeichne eine Mind-Map.

das Skateboard

DIE WOCHE Am Montag rufst du mich an. Am Dienstag sage ich, dass ich nicht kann. Am Mittwoch habe ich es mir überlegt. Am Donnerstag sage ich, dass es doch geht. Am Freitag bist du mir bös’. Am Samstag bin ich nervös. Am Sonntag sagst du ja. Und dann bist du endlich da! Verfasser unbekannt

Schreib mal was! Lerne die Wochentage auswendig und schreibe einen Satz pro Wochentag. Benutze das Präsens. Am Montag gehe ich zum Training 30

Weiter geht’s


Johannes (16): So sieht mein Tag aus An einem normalen Tag klingelt der Wecker um halb sieben. Zuerst bleibe ich kurz liegen, bevor ich um viertel vor sieben aufstehe. Nach dem Aufstehen gehe ich ins Bad, dusche und ziehe mich an. Ich trage meistens Jeans, ein T-Shirt und einen Kapuzenpulli. Dann bereite ich mein Frühstück vor. Von sieben Uhr bis zehn nach sieben frühstücke ich. Zum Frühstück esse ich oft Müsli und trinke ein Glas O-Saft. Meine Eltern hassen es, aber beim Frühstücken checke ich immer Instagram und Snapchat. In meiner Klasse senden wir immer einen Snap beim Frühstücken. Ich habe jetzt 167 Streaks mit David, meinem besten Freund. Nach dem Frühstück putze ich mir schnell die Zähne, und um halb acht gehe ich aus dem Haus. Ich gehe zu Fuß zur U-Bahn-Station und nehme um zwanzig vor acht die U-Bahn Richtung Stadtzentrum. Um viertel nach acht muss ich in der Schule sein. Die erste Stunde fängt um halb neun an. Die Schule geht ungefähr bis 16 Uhr. Nach der Schule fahre ich nach Hause und esse dort mit meiner Familie, und dann muss ich Hausaufgaben machen. Zweimal pro Woche gehe ich nach der Schule laufen. Nachmittags spiele ich oft Computerspiele mit Freunden. Wir skypen, während wir spielen. Es macht Spaß! Abends vor dem Schlafengehen sehe ich fern, meistens eine Serie. Die Lehrer sagen, dass wir Nachrichten seh en müssen. Das mache ich dann ab und zu. Im Bett lese ich noch ein bisschen, und dann schlafe ich ein. Am Wochenende muss ich nichts tun. Ich habe frei und kann endlich einmal ausschlafen. Ich liebe schlafen! So, das war mein normaler Tag. Wie sieht dein Tag aus?

Vokabeln der Wecker vekkerklokka / vekkjarklokka (z. B. im Bett) bleiben å bli, forbli / bli verande aufstehen å stå opp sich anziehen å kle på seg vorbereiten å forberede / å førebu anfangen å begynne fernsehen å se på TV / å sjå på TV ausschlafen å sove ut der Kapuzenpulli hettegenseren

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

Wann klingelt der Wecker? Wann steht Johannes auf? Er steht um … auf. Was zieht Johannes an? Er zieht … an. Was bereitet er vor? Er bereitet … vor. Wer ist David? Was machen Johannes und David, während sie frühstücken? 7) Wie kommt Johannes in die Stadt? 8) Was macht er nach der Schule? 9) Wie sieht der Abend von Johannes aus?

Du bist dran! Spielt zu zweit oder dritt. Würfelt und konjugiert das Verb mit allen Personalendungen. Beispiel: Ich stehe auf – du stehst auf – er/sie/es steht auf – wir stehen auf – ihr steht auf – sie/Sie stehen auf.

LEKTION 2

In der Freizeit

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Start Start

zusammenlegen zusammenlegen

bekommen bekommen

aufstehen aufstehen

bezahlen bezahlen

abhängen abhängen

einkaufen einkaufen

versuchen versuchen

verstecken verstecken

gefallen gefallen

aufpassen aufpassen

abwaschen abwaschen

anziehen anziehen

abstellen abstellen

abholen abholen

ergänzen ergänzen

aussehen aussehen

verstehen verstehen

beginnen beginnen

zuhören zuhören

vorstellen vorstellen

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Weiter geht’s


vergessen vergessen

abtrocknen abtrocknen

beginnen beginnen

beeilen beeilen

auspacken auspacken

erzählen erzählen

anfangen anfangen

aufräumen aufräumen

Trennbare Trennbare undund untrennuntrennbarebare Verben Verben

ZielZiel

bestellen bestellen

aufhängen aufhängen

ausleeren ausleeren

nachfragen nachfragen

anmachen anmachen

mitgehen mitgehen

verkaufen verkaufen

anrufen anrufen

LEKTION 2

In der Freizeit

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Sag mal was! 1) Arbeitet zu zweit und wählt entweder Aufgabe A oder B: A) Erstellt einen Dialog und nutzt als Ausgangspunkt diese Fragen: Wie ist ein normaler Tag in deinem Leben? Um wie viel Uhr klingelt normalerweise dein Wecker? Wann stehst du auf? Was ziehst du an? Was isst du zum Frühstück? Wie kommst du zur Schule? Fährst du mit dem Auto, dem Bus, dem Moped, dem Skateboard, dem Zug, dem Fahrrad, der Straßenbahn oder der U-Bahn zur Schule? Oder gehst du zu Fuß? Um wie viel Uhr … gehst du aus dem Haus? … fängt dein Unterricht an? … kommst du wieder nach Hause? … isst du zu Mittag / zu Abend? 34

Weiter geht’s


Was machst du am Morgen, am Vormittag, am Mittag, am Nachmittag, am Abend, in der Nacht? Was machst du nach der Schule? Um wie viel Uhr gehst du schlafen? B) Erstellt einen Dialog und benutzt den folgenden Mustertext. Person 1

Person 2

Wann stehst du auf? (aufstehen)

Ich stehe um … (sieben) Uhr auf.

Was ziehst du an? (anziehen)

Ich ziehe … (eine Hose) an.

Wann frühstückst du? (frühstücken)

Ich frühstücke um … (acht) Uhr.

Was isst und trinkst du zum Frühstück? (essen/ Ich esse/trinke … (Brot, Müsli, Milch) zum Frühtrinken) stück. Was nimmst du in die Schule mit? (mitnehmen) Ich nehme … (die Schultasche, das Pausenbrot) mit. Wer holt dich nach der Schule ab? (abholen)

… (Der Schulbus) holt mich ab.

Was machst du nach der Schule? (machen)

Nach der Schule … (Freunde treffen, Training).

Wann gehst du aus? Wohin? (ausgehen)

Ich gehe um … (acht) Uhr aus.

Siehst du fern? Was? (fernsehen)

Ja, ich sehe jeden Abend fern.

Danke für das Gespräch.

Gern geschehen.

2) Arbeitet zu zweit und stellt euch gegenseitig Fragen zum Tagesablauf der unten genannten Personen. Beispiel: Was macht Jürgen am Wochenende? Er schläft aus. Jürgen Brigitte Bernd und Ute Herr Fischer Familie Scholz Onkel Emil Ralf und Karlheinz Frau Amsel

ausschlafen spät nach Hause kommen früh aufstehen Zeitung lesen spazieren gehen ein Interview machen fernsehen Musik machen einkaufen ins Kino gehen das Licht ausmachen ins Café gehen das Geschenk einpacken joggen gehen

LEKTION 2

In der Freizeit

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Meine Freizeit Vokabeln machen å gjøre / å gjere gucken å kikke, se på / sjå på die Jugendlichen ungdommene / ungdommane abhängen å slappe av am liebsten helst fast nesten reden å snakke die Freistunde fritimen ab und zu av og til während mens, i løpet av, under das Krafttraining styrketreningen / styrketreninga kochen å lage mat irgendetwas et eller annet / eit eller anna passieren å skje, hende ansonsten ellers / elles der Lebensinhalt livsinnholdet / livsinnhaldet die Klavierlehrerin den kvinnelige pianolæreren / den kvinnelege pianolæraren seit zehn Jahren i 10 år (og fremdeles) / i 10 år (og framleis) das Konzert konserten

Was machst du gern in deiner Freizeit? Trainierst du? Liest du Comics oder Romane? Guckst du Serien und chillst mit deinen Freunden, oder hast du fast keine Freizeit, weil du Hausaufgaben machst und nebenbei auch noch arbeitest? Weiter geht’s hat mit einigen deutschen Jugendlichen über ihre Freizeit gesprochen. Das haben sie uns erzählt: Anna (15) Ich lese viel und treffe mich oft mit Freunden. Wenn wir frei haben, gehen wir gerne zusammen shoppen, abends auch mal ins Kino, oder wir hängen einfach ab und reden. Und wenn wir ab und zu mal während der Schule eine Freistunde haben, gehen wir ins Café. Benjamin (17) Wenn ich nichts zu tun habe, dann treffe ich mich eigentlich am liebsten mit Freunden. Das ist immer nett. Wir reden viel, kochen was zusammen oder gehen auch mal ins Kino. Und ich mache Sport oder lese irgendetwas. Es kommt darauf an, in welcher Stimmung ich gerade bin. Ich mache viel Sport, Fußball und Krafttraining im Studio. Lisa (16) Ich mache am liebsten Yoga, 5–6 Mal in der Woche. Ich gehe dann ins Yogastudio und mache Ashtanga Yoga. Es ist eine sehr physische Form von Yoga. Sonst verbringe ich die Zeit gerne mit meinem Freund. Dann passiert nicht so viel, wir hängen nur ab und sehen Serien im Fernsehen. Georg (17) Freizeit? Ich spiele Gitarre in einer Band und gehe auch gern auf Konzerte und Festivals, ich liebe Musik und höre auch viel Musik. Meine Lieblingsband ist Seeed, so oft wie möglich versuche ich, sie live zu sehen. Ansonsten bin ich zu Hause am PC und spiele oder treffe mich mit Freunden, und wir chillen einfach.

Worum geht’s? 1) Wer spielt ein Instrument? 2) Wer macht Spinning? 3) Wer hat einen Job? 4) Wer macht Yoga? 5) Wer liest gern? 6) Wer spielt Computerspiele?

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Weiter geht’s

Amanda (18) Ich habe nicht viel Freizeit. Neben der Schule arbeite ich viel, meistens dreimal die Woche. Ich versuche, auch noch Sport zu machen, aber die Zeit ist oft knapp. Ich laufe abends, um mich fit zu halten, oder mache Spinning mit meiner besten Freundin. Maximilian (15) Ich spiele seit zehn Jahren Klavier. Musik ist mein Hobby und mein Lebensinhalt! Ich übe zwei bis drei Stunden pro Tag und habe dreimal in der Woche Klavierunterricht. Jeden Montag und Mittwoch spiele ich mit meiner Klavierlehrerin, und jeden Donnerstag übe ich mit einem Studenten von der Musikhochschule.


das grüne Sofa

Sag mal was! Rollenspiele Arbeitet zu zweit und wählt eines der folgenden Rollenspiele. 1A/2A/3A haben den gleichen Ausgangspunkt. 1B/2B und 3B variieren. 1A/2A/3A: Du interviewst deinen Mitschüler über seine/ihre Freizeit. Frage, was sein/ihr Hobby ist, welchen Sport er/sie treibt, wie oft er/sie das macht, ob er/sie viel trainieren muss, ob er/sie genug Freizeit hat, ob er/sie einen Job hat und was er/sie mit dem Geld macht. Fange so an: Darf ich dir ein paar Fragen stellen? 1B: Du beantwortest Fragen von 1A. Du singst in einem Chor und arbeitest am Wochenende bei Meny. Du bist auch Mitglied in einem Lesekreis und kaufst viele Bücher. 2B: Du beantwortest Fragen von 2A. Du trainierst dreimal in der Woche, laufen und boxen. Am Wochenende machst

LEKTION 2

In der Freizeit

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du Hausaufgaben und arbeitest in einem Modegeschäft. Du besuchst gern Städte in Europa. 3B: Du beantwortest Fragen von 3A. Du hast außer der Musik kein Hobby und treibst keinen Sport. Du gehst oft mit Freunden ins Kino. Du spielst Bass in einer Band und arbeitest am Wochenende in einem Café. Du möchtest immer neue Instrumente kaufen.

Gehen wir ins Kino? Beate: Inga: Beate: Inga: Beate: Inga:

Beate: Inga: Vokabeln die Lust lysten / lysta die Prüfung prøven, eksamenen genug nok tratschen å sladre, (slang), koseprate das Tratschen sladringen / sladringa, kosepraten hoffentlich forhåpentlig / vonleg immer alltid der Daumen tommelen die Daumen drücken å krysse fingrene / å krysse fingrane

Beate: Inga: Beate: Inga: Beate: Inga:

Beate am Apparat. Hallo Beate, hier ist Inga. Wie geht’s dir? Hallo Inga! Danke, mir geht’s gut und dir? Auch gut. Sag mal, was machst du heute Abend? Ich möchte wieder einmal ins Kino gehen. Hast du Lust? Es ist doch so lange her. Ja, schon, aber heute geht es nicht, ich habe morgen die Deutschprüfung und muss noch lernen. Aber morgen Abend geht’s! Na gut, gehen wir morgen. Im Metro-Kino gibt es einen interessanten Film, und ich glaube, dass er wirklich gut ist. Er heißt Weiter geht’s! Klingt gut! Wann beginnt er? Treffen wir uns vorher auf eine Tasse Kaffee? Gute Idee. Der Film beginnt um acht Uhr, treffen wir uns um … sagen wir, um sechs im Café Stein? Da haben wir genug Zeit zum Tratschen. Ja, das passt. Dann kann ich dir von meiner Prüfung erzählen – hoffentlich geht alles gut. Aber sicher geht alles gut – ich kenne dich doch! Na ja, du weißt, ich bin da immer sehr nervös. Ich drücke dir die Daumen. Es wird bestimmt klappen! Ich freue mich jedenfalls auf morgen! Ich auch. Also dann, bis morgen um sechs im Stein! Ja, bis morgen, Beate, und alles Gute für deine Prüfung!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

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Weiter geht’s

Wer ruft bei wem an? Was möchte Inga gern tun? Warum kann Beate heute nicht mitkommen? Wann werden die beiden Freundinnen ins Kino gehen? Wann und wo treffen sie sich?

D


der Kiosk Das Popcorn sch meckt salzig.

Wie sagt man das auf Deutsch? Suche im Text die deutschen Ausdrücke. Lerne sie dann auswendig. 1) Hvordan har du det? / Korleis har du det? 2) Hva gjør du i kveld? / Kva gjer du i kveld? 3) Filmen begynner klokken åtte. / Filmen begynner klokka åtte. 4) Vi sees i morgen. / Vi møtest i morgon. 5) Jeg har det bra. / Eg har det bra. 6) Lykke til! 7) Det kommer … / Det kjem … 8) Jeg krysser fingrer for deg. / Eg kryssar fingrar for deg.

LEKTION 2

In der Freizeit

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Schreib und sag mal was! Wir gehen ins Kino Arbeitet zu zweit. Schreib zuerst deine Antworten ins Heft, dann erzählst du es deinem Nachbarn. 1) 2) 3) 4)

Welchen Film hast du zuletzt im Kino gesehen? Wann war das? Um was ging es in dem Film? Wer ist dein Lieblingsschauspieler / deine Lieblingsschauspielerin? Warum?

Sprachhilfe: einen Film sehen, einen Film im Kino anschauen in einem Film mitspielen ins Kino gehen ein Schauspieler/Darsteller die Hauptrolle, die Nebenrolle einen Film drehen Der Film handelt von … In dem Film geht es um … Die Hauptpersonen sind … Der Film ist lustig, romantisch, dramatisch, gruselig, abenteuerlich. Es gibt ein/kein Happy End.

Du bist dran! 1) Bildet eine Gruppe mit vier Personen. 2) Suche dir einen Film aus (gerne deinen Lieblingsfilm). Den Titel sagst du aber nicht laut, sondern behältst ihn für dich. 3) Deine Mitspieler stellen dir Fragen zu dem Film, und du beantwortest sie. Benutze die Sprachhilfe. 4) Wer den Film erkennt, ist als Nächster an der Reihe.

Kommst du morgen? Katja: Thilo: Katja:

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Weiter geht’s

Wie war denn Thilos Handynummer noch mal? (…) Ach ja, 0172/45 66 81 90. Hallo! Hier ist Thilo. Hallo Thilo, hier ist Katja. Du, haben wir morgen eigentlich eine Verabredung?


die Freundin

Thilo: Katja: Thilo: Katja: Thilo: Katja: Thilo:

Morgen? Nein, dann spiele ich Fußball mit der Mannschaft. Das weißt du doch. Das mache ich immer am Dienstag. Nein, morgen ist nicht Dienstag, es ist Mittwoch. Treffen wir uns? Hast du Zeit? Mittwoch, ach so. Klar. Was machen wir denn? Ich habe einen neuen Basketballkorb an der Garage, hast du Lust zu spielen? Cool, ich komme direkt nach der Schule. Um 15 Uhr, ist das okay? Toll, du kannst bei uns mitessen. Bis dann also. Tschüss Katja!

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Benutzt die Texte als Muster und verabredet euch auf Deutsch. Ihr könnt gern das Handy benutzen und euch gegenseitig anrufen.

Du bist dran! Rollenspiel: Die erste Verabredung Arbeitet zu zweit und wählt eine der folgenden Situationen: A) Ihr wartet auf den Bus. Der eine fragt nach der Uhrzeit. Ihr findet euch gegenseitig nett und versucht, euch näher kennenzulernen. Präsentiert euch und verabredet euch fürs Kino. B) Ihr trefft euch in der Schule. Der eine ist ganz neu in der Klasse. Ihr fangt an, euch über die Schule und die Lehrer zu LEKTION 2

In der Freizeit

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unterhalten. Nach einer Weile findet ihr heraus, dass ihr euch mögt, und ihr verabredet euch für den Nachmittag. C) Ihr spielt beide gern Computerspiele/PS4 und seid euch im Netz begegnet. Ihr wohnt zufälligerweise in derselben Stadt. Verabredet euch!

Treibst du Sport?

Vokabeln die Leidenschaft lidenskapen der Profi proffen die Mannschaft mannskapet, her: laget das Spielfeld banen der Stürmer angrepsspilleren / angrepsspelaren das Seil tauet schräg skrå der Biathlon skiskytingen / skiskytinga die Langlaufskier (pl.) langrennsskiene das Lauftraining løpetreningen / løpetreninga Gewichte heben løfte vekter schießen å skyte der Wettbewerb konkurransen der Verein foreningen / foreininga sanft bløt, myk / blaut, mjuk entfernt borte fra (om avstand) / borte frå (om avstand) der Gürtel beltet das Selbstvertrauen selvtilliten / sjølvtilliten schüchtern sjenert sich prügeln å slåss / å slåst die Ausrüstung utstyret die Laufschuhe (pl.) løpeskoene / løpeskoa Sport treiben å drive med sport behaupten å hevde, påstå 42

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Für viele junge Leute ist Sport eine Leidenschaft. Es gibt viele spannende Sportarten, hier sind einige davon: Jakob (16) liebt Fußball. Er trainiert jeden Tag, denn er möchte Profi werden. Mit fünf Jahren hat er angefangen zu spielen. Heute ist er sehr gut und hat einen festen Platz in der Nationalmannschaft. Natürlich die für Jugendliche! Seine Position auf dem Spielfeld ist Stürmer. Hanna (17) klettert dreimal die Woche in einer Kletterhalle und wenn das Wetter gut ist, auch draußen in der Natur. Sie klettert manchmal am Seil und geht gern zum Bouldern. Bouldern ist Klettern ohne Seil an einer schrägen Wand. Seit zehn Jahren klettert Hanna, und sie ist richtig gut! Man muss stark sein und sehr flexibel, sagt Hanna über den Klettersport. Rafael (17) trainiert Biathlon. Kennst du Biathlon? Man muss gut auf Langlaufskiern sein und dazu noch sehr gut schießen können. Vor fünf Jahren hat Rafael Biathlon im Fernsehen gesehen und war sich sicher: Das wollte er auch! Heute trainiert Rafael sechsmal in der Woche. Im Winter macht er Skitraining und im Frühling und Sommer Lauftraining. Das ganze Jahr hindurch hebt Rafael Gewichte und schießt. Juliane (18) spielt Schach. Ja, das ist auch eine Sportart! „In diesem Sport muss man sich gut konzentrieren können, gut planen und schnell denken können“, sagt Juliane über das Schachspielen. Sie spielt seit zwölf Jahren mehrmals die Woche Schach. In ihrem Heimatort gibt es einen sehr guten Schachklub. Juliane nimmt an vielen internationalen Wettbewerben teil. Kathrin (16) schwimmt seit zehn Jahren im Verein. Für Kathrin ist Schwimmen eine Leidenschaft. Sie liebt das sanfte Wasser und die schnellen Bewegungen. Das Brustschwimmen gefällt ihr am besten. Die Schwimmhalle liegt nur fünf Minuten mit dem Fahrrad entfernt, und Kathrin trainiert fast jeden Tag. Daniel (17) liebt Kampfsport. Besonders gern mag er Karate. Er hat schon einen schwarzen Gürtel. „Viele denken, dass Karate ein aggressiver Sport ist“, sagt Daniel, „aber das stimmt natürlich nicht! Ich habe durch diesen Sport ein sehr gutes Selbstvertrauen bekommen, und das gefällt mir. Ich war früher viel zu schüchtern.“ Daniel erzählt, dass er eigentlich ein ziemlich ruhiger Typ ist und dass er sich nie prügelt. Aber er könnte sich sehr gut verteidigen, wenn er müsste! Anna (17) läuft und läuft und läuft. Sie läuft fast jeden Abend, nachdem sie mit den Hausaufgaben fertig ist. „Das Laufen gibt mir einen klaren Kopf“,


Der Junge trainiert.

sagt Anna. Die Ausrüstung, die Anna für ihr Hobby braucht, ist relativ günstig. Das Einzige, wofür man etwas Geld ausgeben muss, sind die Laufschuhe. Die können aber ziemlich teuer werden. Peter (16) trainiert überhaupt nicht. Er guckt ab und zu Sport im Fernsehen, aber Sport zu treiben ist nichts für ihn, behauptet er. „Ich bin nicht faul“, sagt er, „und ich habe viele Hobbys. Aber Sport ist nichts für mich.“ Peter spielt Gitarre und singt in einer Band. „Wenn man Rockmusik macht, passt das nicht mit dem Sportimage zusammen“, meint Peter und lacht.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7)

Welchen Sport treibt Daniel? Seit wann schwimmt Katrin? Warum ist Sport nichts für Peter? Wann kann man Biathlon machen? Für welche Nationalmannschaft spielt Jakob? Was ist der Vorteil des Laufens? Wie oft spielt Juliane Schach?

Du bist dran! Welcher Sport ist das? Die Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt. Der Lehrer und/oder die Schüler schreiben verschiedene Sportarten auf Karten. Ein Schüler pro Mannschaft soll eine Sportart vormachen, und die anderen in der Gruppe sollen raten, um welchen Sport es sich handelt. Pro Sportart hat man eine Minute Zeit. Die Mannschaft mit den meisten Punkten hat gewonnen.

LEKTION 2

In der Freizeit

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Schreib mal was! In der Schule, nach der Schule und an den Wochenenden gibt es viele Möglichkeiten für Jugendliche, verschiedene Sportarten auszuüben. Schreibe einen Artikel für eine Jugendzeitschrift in Deutschland mit folgendem Inhalt: Welchen Sport treibst du gern und warum? Wie lange treibst du diesen Sport schon? Wie viele Stunden pro Woche treibst du Sport? Was ist besser: Mannschaftssport oder individueller Sport und warum? Möchtest du gern ein Profisportler werden – warum / warum nicht? Welchen Sportler hast du als Vorbild und warum? Was hast du in den Sportstunden in deiner Schule gemacht? Wie findest du den Sportunterricht in deiner Schule? Welche Sportarten siehst du gern im Fernsehen? Warum ist es wichtig, Sport zu treiben? Suche eine Überschrift für deinen Artikel. Schreibe mindestens 250 Wörter.

Sag mal was! Führe ein Interview mit drei anderen Schülern/Schülerinnen in der Klasse und frage sie nach den Sportarten, die sie betreiben. Erzähle dann den anderen, was du herausgefunden hast. Fang bitte so an: Ich habe Christian gefragt. Christian treibt Sport. Er liebt Snowboarden im Winter und Skateboard im Sommer … Sprachhilfe: Wie heißt du? Treibst du Sport? Wenn nicht, warum nicht? Welchen Sport treibst du? Wie oft trainierst du pro Woche? Seit wann / seit wie vielen Jahren machst du diesen Sport? Welche Ausrüstung braucht man, um diesen Sport zu betreiben? Kann man den Sport das ganze Jahr hindurch machen? Hast du ein sportliches Ziel? Was gefällt dir am besten an dieser Aktivität?

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Sag mal was! Wie findest du den Sport? Arbeitet in kleinen Gruppen und diskutiert nach dem folgenden Schema. Ihr könnt gern weitere Begründungen suchen und verwenden. Beispiel: Schüler A: Ich finde Rafting toll, weil es spannend und schnell ist. Ich liebe das Wasser! Schüler B: Das, was du da sagst, ist Unsinn, weil es sehr gefährlich sein kann. Schüler A: Ich finde … Tennis, Tischtennis, Fußball, Handball, Schwimmen, Ballett, Tanzen, Klettern, Skaten, Skilanglauf, Rafting, Ski-Abfahrt, Skispringen, Eishockey, Gleitschirmfliegen, Biathlon, Rudern, Schach … sehr gut spannend interessant toll super prima unmöglich entsetzlich

nicht schlecht ganz gut nicht so toll okay so lala

nicht gut schlecht uninteressant langweilig doof blöd

weil … Schüler B: Das, was du da sagst, ist … klasse spitze super richtig

egal Quatsch

Unsinn Mist das Letzte

weil … SCHON GEWUSST? SMS-Sprache auf Deutsch gg

großes Grinsen

WE

Wochenende

gn8

gute Nacht

wmd

Was machst du?

GwN?

Gibt’s was Neues?

Wigez

Wie geht’s?

hdl

Hab dich lieb.

Banane

Das ist mir egal.

k

okay

hB

heiße Biene = tolles Mädchen

kA

keine Ahnung

gB

geiler Bock = toller Junge

kZ

keine Zeit

0 Bock

keine Lust

me2

ich auch

8ung!

Achtung!

ssz

Schreib schnell zurück.

3st!

dreist!

vllt

vielleicht

ILD

Ich liebe dich. LEKTION 2

In der Freizeit

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Landeskunde/Literatur Das Olympiastadion in Berlin Vokabeln: anlässlich i anledning av / i høve der Zuschauer tilskueren / tilskodaren nach außen hin utad / utetter insgesamt til sammen / til saman die Leichtathletik friidretten der Leichtathlet friidrettsutøveren / friidrettsutøvaren teilweise delvis überdacht med tak over der Denkmalschutz kulturminnet, fredet bygning / kulturminnet, freda bygning gewinnen å vinne der Prestigegewinn prestisjeseieren / prestisjesigeren zumindest i det minste dunkel mørk die Hautfarbe hudfargen stattfinden å finne sted / å gå føre seg verachten å forakte das Gebäude bygningen nachdenken å overveie, tenke over / å tenkje etter, over

Magst du Fußball? Wenn ja, dann kennst du vielleicht das bekannte Olympiastadion in Berlin. Das große Stadion liegt im westlichen Stadtteil Charlottenburg-Wilmersdorf und wurde anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1936 von 1934 bis 1936 gebaut. Es hatte damals Platz für 100 000 Zuschauer. Die Olympischen Spiele von 1936 fanden vom 1. bis zum 16. August in Berlin statt und am 1. August 1936 wurde die XI. Olympischen Spiele und zugleich auch das Olympiastadion eröffnet. Diese Sommerspiele in Berlin bedeuteten für Adolf Hitler einen großen Prestigegewinn. Das Deutsche Reich stellte sich als weltoffene, freundliche und sportliche Gastgebernation vor. So sollte es zumindest nach außen hin wirken. Über 4000 Sportlerinnen und Sportler aus insgesamt 49 Nationen nahmen daran teil. Mehr als 400 Sportlerinnen und Sportler kamen aus Deutschland, das die größte Mannschaft stellte. Am Ende gewannen die Deutschen auch den Wettbewerb der Nationen, das heißt, dass sie die meisten Medaillen bekamen. Einige Staaten hatten vor den Spielen darüber nachgedacht, ob sie die Spiele boykottieren sollten. Der beste Sportler der Olympischen Sommerspiele war der US-Leichtathlet Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann. Das passte den Nationalsozialisten gar nicht, da sie Menschen mit einer dunkleren Hautfarbe verachteten. Durch die Zeiten hat sich das Olympiastadion verändert. Für die Fußballweltmeisterschaft 1974 wurde das Stadion teilweise überdacht. 32 Jahre später gab es wieder eine Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, und dafür wurde das Olympiastadion umgebaut und stark modernisiert. Beim Umbau musste man vorsichtig sein, denn es gibt strenge Regeln für Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Die Bauarbeiten dauerten von 2000 bis 2004 und kosteten 242 Millionen Euro. Seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 trägt Hertha BSC seine Heimspiele im Olympiastadion aus. Seit 1985 wird jedes Jahr auch das DFB-Pokalendspiel im Berliner Olympiastadion ausgetragen. Auch andere Sportarten finden in diesem Stadion statt, z. B. im Jahr 2009 die Leichtathletikweltmeisterschaft. Heute ist im Berliner Olympiastadion Platz für 74 500 Besucher. Wollen wir vielleicht hinfahren und es besuchen? Frei nach Zeitklicks.de

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Sag mal was! 1) Suche 5–10 Bilder des Olympiastadions heraus und schreibe kurze Bildtexte. Präsentiere deine Bilder in der Klasse. 2) Verwende die Information aus dem Text und formuliere daraus ein Gespräch zwischen einem Touristen und einem, der im Stadion arbeitet.

Der Held der Sommerolympiade. Jesse Owens (1913–80) amerikanischer Sportler. Gewann vier Goldmedaillen in der Berliner Sommerolympiade 1936.

Teste deine Sprache! Bitte die folgenden Sätze aus der Lektion ins Deutsche übersetzen: 1) I fritiden min trener jeg mye. Hvor ofte trener du i uka? / I fritida mi trenar eg mykje. Kor ofte trenar du i veka? 2) Når står du opp om morgenen? Jeg står opp klokken halv syv. / Når står du opp om morgonen? Eg står opp klokka halv sju. LEKTION 2

In der Freizeit

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3) Jeg slapper av med venner og hører ofte på musikk. / Eg slappar av med venner og høyrer ofte på musikk. 4) Dere spiller mange instrumenter, og jeg synger i kor. / De speler mange instrument, og eg syng i kor. 5) Hun tar på seg en bukse og en genser før hun spiser frokost. / Ho tek på seg ei bukse og ein genser før ho et frukost. 6) Vennen min henter meg etter skolen. Vi skal på kino i kveld. Blir du med? / Vennen min hentar meg etter skolen. Vi skal på kino i kveld. Blir du med?

Wichtige Wörter und Begriffe 2 Wie heißt du? Treibst du Sport? Wenn nicht, warum nicht? Welchen Sport treibst du? Wie oft trainierst du pro Woche? Seit wann / seit wie vielen Jahren machst du diesen Sport?

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Hva heter du? / Kva heiter du? Driver du med sport? / Driv du med sport? Hvorfor / hvorfor ikke? / Kvifor / Kvifor ikkje? Hvilken sport driver du med? / Kva for sport driv du med? Hvor ofte trener du per uke? / Kor ofte trenar du per veke? Hvor lenge / hvor mange år har du drevet med denne sporten? / Kor lenge / kor mange år har du drive med denne sporten?


die Ausrüstung utstyret Was gefällt dir am besten an dieser Aktivität? Hva liker du best med denne aktiviteten? / Kva liker du best med denne aktiviteten? chillen/entspannen å slappe av Freunde treffen å møte venner ins Kino gehen å gå på kino ein Instrument spielen å spille et instrument / å spele eit instrument Ich singe im Chor. Jeg synger i kor. / Eg syng i kor. trainieren å trene die Leichtathletik friidretten Sport machen å drive med sport Seit wann trainierst du? Hvor lenge har du trent? / Kor lenge har du trena? der Lieblingssport yndlingssporten Ich treibe viel Sport. Jeg driver mye med sport. / Eg driv mykje med sport. Ich bin sehr sportlich/unsportlich. Jeg er veldig sportslig / lite sportslig. / Eg er veldig sportsleg / lite sportsleg. Wie lange trainierst du jeden Tag / Hvor lenge trener du hver dag / hver uke? / Kor lenge jede Woche? trenar du kvar dag / kvar veke? eine Stunde en time / ein time eine Stunde lang i en time / i ein time vor einer Stunde for en time siden / for ein time sidan seit einer Stunde i en time (og fremdeles) / i ein time ( og framleis) Er spielt seit sieben Jahren Geige. Han har spilt fiolin i 7 år. / Han har spelt fiolin i 7 år. einen Film sehen å se en film / å sjå ein film einen Film im Kino anschauen å se en film på kino / å sjå ein film på kino in einem Film mitspielen å spille i en film / å spele i ein film ein Schauspieler/Darsteller en skuespiller / ein skodespelar die Hauptrolle, die Nebenrolle hovedrollen, birollen / hovudrolla, birolla Der Film handelt von … Filmen handler om … / Filmen handlar om … In dem Film geht es um … I filmen dreier det seg om … Die Hauptpersonen sind … Hovedpersonene er … / Hovudpersonane er … Der Film ist lustig, romantisch, dramatisch, Filmen er morsom, romantisk, dramatisk, skummel, gruselig, abenteuerlich. eventyrlig. / Filmen er morosam, romantisk, dramatisk, skummel, eventyrleg ... Es gibt ein/kein Happy End. Filmen har en lykkelig/tragisk slutt. / Filmen har ein lykkeleg/tragisk slutt. aufstehen (Ich stehe um sechs Uhr auf.) å stå opp (Jeg står opp klokken seks. / Eg står opp klokka seks.) ausgehen (Ich gehe am Samstag aus.) å gå ut (Jeg går ut på lørdag. / Eg går ut på laurdag.) anziehen (Er zieht eine Hose an.) å ta på seg (Han tar på seg en bukse. / Han tek på seg ei bukse.)

Selbstbewertung nach Lektion 2: Siehe Seite 345. LEKTION 2

In der Freizeit

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LEKTION 3

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Deutschland ist eine Reise wert SCHWERPUNKTE:

Die Bundesrepublik Deutschland Ferien in Deutschland Mit dem Autozug durch Deutschland Der Junge an der Tankstelle

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Die Bundesländer Deutschlands Der relaxte Outdoor-Single

GRAMMATIK:

Präsensperfekt Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was verbindest du mit Deutschland? Bist du schon mal in Deutschland gewesen? Wo? Wann? Warum? Was kann man im Sommer in Deutschland machen? Welche deutsche Stadt möchtest du gern besuchen? Warum?

In der Mitte Europas. Deutschland grenzt an neun Länder. Es besteht aus 16 Bundesländern, das kleinste ist Bremen und das größte Bayern.

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Schreib und sag mal was! Unsere persönliche Deutschlandkarte Arbeitet zu zweit und zeichnet eine große „leere“ Deutschlandkarte auf ein Plakat. Zeichnet / klebt Bilder und schreibt dann deutsche Städte, Berge, Flüsse, typische Wörter und Assoziationen auf eure persönliche Deutschlandkarte. Stellt eure Plakate in der Klasse vor.

die Tätovierung

der Sitz

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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Deutschland auf einen kurzen Blick Vokabeln der Einwohner innbyggeren / innbyggjaren die Fluggesellschaft flyselskapet der Fluss elva die Hauptstadt hovedstaden / hovudstaden der Nachbarstaat nabolandet der See innsjøen das Staatsoberhaupt statsoverhodet / statsoverhovudet der Regierungschef statsministeren, kansleren / kanslaren die Währung myntenheten, valutaen / mynteininga, valutaen

Hauptstadt Bundesländer Nationalfeiertag Währung Staatsform Regierungsform Staatsoberhaupt Regierungschef Einwohnerzahl Religion

Berlin 16 3. Oktober Euro (früher Deutsche Mark) Forbundsrepublik Bundesrepublik Parlamentarische Demokratie der Bundespräsident der Bundeskanzler / die Bundeskanzlerin etwa 83 Millionen (etwa 230 Einwohner pro km2) 27,1 % Protestanten, 28,9 % Katholiken und 5,5 % Muslime, andere christliche Religionen ca. 3 % Der höchste Berg Zugspitze, 2962 Meter Die größte Insel Rügen Die wichtigsten Flüsse der Rhein, die Elbe, die Donau und die Weser Die größten Seen der Bodensee und der Chiemsee Biersorten etwa 1600 Brotsorten mehr als 3000 Deutsche Autos BMW, Porsche, Audi, Volkswagen, Mercedes und Opel Die größte Fluggesellschaft Lufthansa Nachbarstaaten Dänemark, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, die Schweiz, Österreich, Tschechien und Polen

Sag mal was! Führe ein Gespräch zwischen einem Norweger und einem Deutschen. Nutze die Informationen aus dem kleinen Text „Deutschland auf einen kurzen Blick“ und sprich über die beiden Länder. Sprachhilfe: Wie heißt die Hauptstadt von Deutschland? In Norwegen ist Oslo die Hauptstadt. Welche deutsche Städte kennst du? Die zweitgrößte Stadt in Norwegen ist … Sie liegt in … Wie viele Bundesländer gibt es in Deutschland? Kennst du Sehenswürdigkeiten in Deutschland? Wie heißt die größte Insel und der höchste Berg? Habt ihr einen Bundeskanzler? Nein, wir haben … An wie viele Länder grenzen Deutschland und Norwegen? Was ist typisch norwegisch? Welche Traditionen kennst du? 54

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WISSENSWERTES Die Bundesrepublik Deutschland Deutschland ist eine Bundesrepublik, fast genauso wie die USA. Das bedeutet, dass sich mehrere Länder zu einem Bund zusammengeschlossen haben. Man spricht auch von einem föderalen Bundesstaat. Die 16 deutschen Länder haben jeweils eine eigene Verfassung, ein eigenes Parlament und eine eigene Landesregierung. Alle Länder haben eine Landeshauptstadt. Von 1961 bis 1990 gab es zwei deutsche Staaten, die DDR und die BRD. Nach der Wiedervereinigung 1990 war zunächst Bonn gesamtdeutsche Bundeshauptstadt, seit 1999 dann Berlin. Die 16 deutschen Länder werden Bundesländer genannt.

Vokabeln genauso akkurat, nøyaktig slik jeweils her: hver sin / her: kvar si die Landeshauptstadt hovedstaden i en delstat / hovudstaden i ein delstat mehrere mange, flere / mange, fleire seit siden / sidan

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Der eine stellt die Fragen, und der andere antwortet. Es ist nicht erlaubt, mit Ja oder Nein zu antworten. Wohin bist du gefahren? Welche bekannten Sehenswürdigkeiten hast du gesehen? Welchen Sport hast du im Sommer getrieben? Wie oft bist du mit dem Fahrrad gefahren? Welche Leute hast du in den Ferien getroffen? Welche neuen Freunde hast du gefunden? Wie viele Nächte hast du im Zelt geschlafen? Wo hast du geangelt? Wie oft hast du Eis gegessen? Was hast du in den Ferien zu Mittag gegessen? Hast du einen Ferienjob gehabt? Welchen? Was hast du am Strand erlebt?

Wo warst du in den Sommerferien? Vielleicht in Deutschland? Viele Touristen wählen Deutschland als Urlaubsziel, und deutsche Bundesländer werden immer beliebter für Reisen. Man hat herausgefunden, dass in den letzten Jahren mehr als 54 Millionen ausländische Touristen jährlich Deutschland besuchen. Die meisten von ihnen kommen aus Europa, aus den USA und Asien. Aber wohin fahren sie eigentlich? Berlin, München, Frankfurt am Main und Köln sind die beliebtesten Städte. Diese Städte haben schöne Architektur und eine reiche und spannende

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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Vokabeln das Urlaubsziel feriereisemålet die Sehenswürdigkeit severdigheten / sjåverdigheita, turistattraksjonen das Sportereignis sportsbegivenheten / sportshendinga entdecken å oppdage lieber heller das Lieblingsreiseziel yndlingsreisemålet die Küste kysten der Ort stedet / staden gehören å høre til / å høyre til beliebt godt likt, elsket / elska das Gebirge fjellet einheimisch innfødt / innfødd der Radwanderweg sykkelveien / sykkelvegen insgesamt samlet, til sammen / samla, til saman quer durch på tvers, gjennom

Geschichte. Wenn Touristen ihre Lieblingsbundesländer wählen, nennen sie Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Es gibt viel zu sehen und zu erleben für Menschen, die nach Deutschland reisen. Überall gibt es wundervolle Sehenswürdigkeiten und tolle Konzerte, Kunstausstellungen, Theateraufführungen, Weihnachtsmärkte und Volksfeste. Hast du vielleicht von dem Oktoberfest in München, dem Christopher Street Day oder dem Karneval in Köln, der Fastnacht in Mainz oder dem Karneval der Kulturen in Berlin gehört? Diese Volksfeste sind international bekannt und beliebt. Wenn man Interesse an Sport hat, gibt es auch viele große Sportereignisse auf internationalem Niveau. Viele Touristen aus dem Ausland möchten gern die deutschen Großstädte entdecken. Die Deutschen selbst reisen im eigenen Land lieber in kleinere Städte oder aufs Land. Wenn die Deutschen nach ihrem Lieblingsreiseziel in Deutschland befragt werden, geben sie oft die Nord- und Ostseeküste, den Schwarzwald und den Bodensee an. Deutschlands Küsten, Seen, Mittel- und Hochgebirge sind sehr beliebte Urlaubsziele, sowohl für ausländische Touristen als auch für die einheimische Bevölkerung. Deutschland hat sehr viele Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservate. Die Freizeitmöglichkeiten in Deutschland sind enorm. Magst du wandern? Dann findest du z. B. insgesamt 190 000 Kilometer markierte Wanderwege, die quer durch Deutschland führen. Wenn du lieber Fahrrad fahren willst, gibt es 40 000 Kilometer Radwanderwege. Viel Spaß beim Reisen!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Wie viele Menschen besuchen jährlich Deutschland? Wohin fahren ausländische Touristen am liebsten? Wo machen die Deutschen Urlaub im eigenen Land? Warum ist Deutschland so ein beliebtes Reiseland? Was kann man hier alles erleben?

Schreib mal was! In diesem Text kann man einige Präpositionen mit Akkusativ und Dativ finden. Suche fünf und schreibe sie auf. Schreibe danach eigene Sätze mit den Ausdrücken. Beispiel: In den letzten Jahren – In den letzten Jahren habe ich viel Deutsch gelernt.

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rb andko r t S r de

der Sandstrand

Sag mal was! Diskussion über Urlaubspläne. Arbeitet in Zweiergruppen. Wählt eine der Personen und überlegt euch Argumente für euren Standpunkt. Wo seid ihr bereit, eure Meinung zu ändern? Vergleicht dann in der Klasse. 1) Du bist die Tochter (18). Du willst in den Herbstferien am liebsten zu Hause bleiben, weil du für eine wichtige Prüfung lernen musst. Wenn du in der Prüfung eine schlechte Note bekommst, kannst du nicht an die Universität in München gehen und Deutsch studieren. Deshalb musst du mindestens sechs Stunden am Tag in den Ferien lernen. 2) Du bist der Sohn (16). Du willst in diesen Ferien mit drei Freunden allein in den Urlaub fahren. Am besten in den Süden wie zum Beispiel nach Mallorca. Du findest, dass du dafür alt genug bist, und hast keine Lust, wieder mit der ganzen Familie

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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Vokabeln irgendetwas et eller annet / eit eller anna langweilig kjedelig / kjedeleg gelangweilt kjede seg deshalb derfor ein einsames Landhaus et ensomt hus på landet / eit einsamt hus på landet zuständig für ansvarlig for / ansvarleg for die Wiese engen / enga das Schaf sauen das Büro kontoret gemeinsam sammen, i fellesskap / saman, i fellesskap sich erholen å slappe av der Alltag hverdagen / kvardagen vergessen å glemme / å gløyme

irgendetwas Langweiliges in den Herbstferien zu machen. Allerdings hast du nicht genug Geld, um das allein zu finanzieren. 3) Du bist die Mutter. Du bist Hausfrau und etwas gelangweilt. Immer nur Hausarbeit! Deshalb möchtest du in den Herbstferien eine neue Stadt besuchen, um kulturell etwas zu erleben, und z. B. Museen besuchen. Du willst lieber nicht in ein einsames Landhaus fahren, wo du wieder nur für den Haushalt zuständig bist und wo es nichts außer grünen Wiesen und Schafen gibt. 4) Du bist der Vater. Du arbeitest jeden Tag im Büro und hast oft viel Stress. Deshalb möchtest du in den Ferien einfach nur mit deiner Familie etwas machen, weil du sonst zu wenig Zeit für gemeinsame Erlebnisse hast. Am besten ist ein ruhiges Landhaus in Wales, Cornwall oder Irland, wo du dich vom Stress erholen, Wanderungen machen und den Alltag vergessen kannst.

Sprachhilfe: Ich finde/ich denke/ich meine … Das ist total gut/blöd/langweilig/spannend. Ich bin (nicht) deiner Meinung Es ist so ungerecht! Kannst du nicht zuhören? Deine Argumente sind gut/schlecht. Du wiederholst dich. Du hast recht. Das ist völlig falsch. Ich brauche Spaß. Ich brauche Spannung/Erholung. Ja, das ist eine gute Idee. Das machen wir. Aber ohne mich.

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Weiter geht’s

Jeg synes/tenker/mener … / Eg synest/tenkjer/ meiner … Det er skikkelig bra/teit/kjedelig/spennende. / Det er skikkeleg bra/teit/kjedeleg/spennande. Jeg er (ikke) enig med deg. / Eg er (ikkje) samd med deg. Det er så urettferdig! Kan du ikke høre etter? / Kan du ikkje høyre etter? Argumentene dine er gode/dårlige. / Argumenta dine er gode/dårlege. Du gjentar deg selv. / Du gjentek deg sjølv. Du har rett. Det er fullstendig feil. Jeg trenger (å ha det) moro. / Eg treng (å ha det) moro. Jeg trenger spenning / hvile og avkobling. / Eg treng spenning / kvile og avkopling. Ja, det er en god idé. / Ja, det er ein god idé. Det gjør vi. / Det gjer vi. Men uten meg. / Men utan meg.


Gruppenaufgabe Die Reise nach Berlin Arbeitet in Dreiergruppen. Ihr plant ein Wochenende in Berlin. Recherchiert im Internet unter http://www.visitberlin.de/de 1) Ihr habt folgende Wünsche: Übernachtung im Dreisternehotel, drei Tage, zwei Nächte, Halbpension. 2) Wie viel wird die Übernachtung mit Frühstück kosten? 3) Sucht Informationen über fünf Sehenswürdigkeiten für Jugendliche in Berlin. 4) Sucht ein nettes Restaurant für Freitagabend. Ihr wollt Burger essen. 5) Sucht ein cooles Konzert oder Fußballspiel für Samstagabend. 6) Ihr wollt mit dem Flugzeug nach Berlin reisen. Was kostet das, und wie sind die Flugzeiten? Präsentiert eure Ergebnisse in der Klasse: Hotel: welches – wo – Preis – Ausstattung – Angebote? Fünf Sehenswürdigkeiten/Erlebnisse: welche – warum? Restaurants: welche – wo – Preis – Küche – Erlebnis?

Silkes sieben Tage durch Deutschland 1. Tag – Montag Ich bin früh aufgestanden, weil heute meine kleine Deutschlandreise beginnt. Ich bin gestern mit dem Zug durch Schleswig-Holstein gefahren. Jetzt habe ich gerade eine Freundin in Kiel besucht. Es ist Ende Juni, und die Kieler Woche läuft gerade. Die Kieler Woche ist die größte Segelregatta der Welt. Überall sind fröhliche Menschen. Die Sonne scheint, es ist schön warm, und auf der Förde sind viele wunderschöne Segelschiffe. Leider kann ich nicht segeln, aber ich werde es irgendwann lernen! Letztes Jahr hat meine Freundin an der Regatta teilgenommen. Es ist sehr spannend gewesen. In Kiel kann man im Sommer einen Segelkurs machen. Heute Mittag fahre ich nach Hamburg. Hamburg hat den größten Hafen Deutschlands. Ich werde dort eine Hafenrundfahrt machen und dann Hagenbecks Tierpark besuchen. Hagenbeck ist ein berühmter Zoo in Hamburg. 2. Tag – Dienstag Gestern hatte ich sehr viel Spaß. Jetzt sitze ich im Bus von Hamburg nach Berlin. Wir fahren auf der Autobahn, und es geht ziemlich zügig. Mir gefällt LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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die Autobahn es, auf der Autobahn zu sein, hier kommt man schnell von einem Ort zum nächsten. Wenn ich meinen Führerschein gemacht habe, werde ich viel mit dem Auto reisen. Ich glaube, dass wir heute nur drei Stunden fahren werden. In Berlin werde ich mir die East Side Gallery und das Brandenburger Tor angucken sowie die Reichstagskuppel besichtigen. Die East Side Gallery ist ein Teil der Berliner Mauer. Berlin ist wirklich spannend, und dort gibt es die besten Döner Kebabs in Deutschland. Heute Abend gehe ich im Prenzlauer Berg mit Freunden Tapas essen und dann selbstverständlich in einen Club. In Berlin kann man nachts toll tanzen gehen. 3. Tag – Mittwoch Heute bin ich in Weimar angekommen. Weimar ist eine kleine, anmutige Stadt. Es ist schön, durch die engen Gassen zu gehen. Ich stelle mir vor, dass Deutschlands bekanntester Schriftsteller, Johann Wolfgang von Goethe, neben mir spaziert. Er hat in dieser Stadt vor vielen, vielen Jahren gelebt und gearbeitet. 1999 war Weimar sogar die Kulturstadt Europas. Ich glaube, dass ich das Goethehaus besuchen werde. 4. Tag – Donnerstag Endlich geht es in Richtung Süden. Deutschland ist wirklich groß, und im Süden des Landes sieht es ganz anders aus als im Norden. Hier gibt es hohe Berge und den größten See der Republik, den Bodensee. Nächstes Jahr werde ich Konstanz besuchen, aber jetzt ist mein Ziel München, die 60

Weiter geht’s


Hauptstadt von Bayern. Bier, BMW und das Oktoberfest sind wichtige Stichworte für München. Mein Freund Hannes wohnt in der Nähe der Allianz Arena. Heute Abend gehe ich mit ihm dorthin. Ich glaube, dass die bekannte Fußballmannschaft FC Bayern München heute gegen den Werder Bremen spielt. Ich darf es Hannes nicht sagen, aber ich hoffe, dass Bremen gewinnt. 5. Tag – Freitag Meine Tante Gertrud wohnt in Köln. Dorthin fahre ich heute. Köln liegt im Westen Deutschlands am Fluss Rhein. Sie hat mir versprochen, dass wir eine Schifffahrt machen werden. Aber zuerst sehen wir uns den Kölner Dom an. Das ist eine ganz alte Kirche. Hoffentlich können wir einen Ausflug zum Nürburgring machen. Das ist eine bekannte Rennstrecke für Formel1-Autos und dort ist z. B. Michael Schumacher oft gefahren. Ich glaube, dass er auch oft gewonnen hat. 6. Tag – Samstag Heute bin ich in Düsseldorf. Die Stadt ist nett, und ich werde bummeln gehen. Bis jetzt hatte ich in dieser Woche keine Zeit zum Shoppen. Nach dem Einkaufen habe ich heute Nachmittag etwas ganz Spannendes vor. Ich werde die große Modemesse in Düsseldorf besuchen. Sie ist sehr spektakulär. Ich liebe Mode und schöne Kleider! Das wird Spaß machen. Es gibt einige tolle deutsche Designer, z. B. Wolfgang und Jette Joop, Jil Sander und Karl Lagerfeld, der 2019 gestorben ist. Die Kleidung von Esprit und Marco Polo kommt auch aus Deutschland. Es sind immer meine Lieblingsmarken gewesen. 7. Tag – Sonntag Ich fahre sehr früh am Morgen los. Meine Reise geht schon wieder Richtung Norden und endet in Lübeck, in der alten Hansestadt. Lübeck ist eine wunderschöne Stadt am Meer, die jedes Jahr von vielen Touristen besucht wird. Hier kann man in einem netten Fischrestaurant leckere Fischgerichte essen. Kennst du das Lübecker Marzipan? Der Weihnachtsmarkt im Dezember ist besonders beliebt. Alle möchten gern das Holstentor fotografieren. Es ist sehr bekannt. Ich habe eine sehr schöne Deutschlandreise gehabt!

Worum geht’s?

Vokabeln die Autobahn motorveien, autostradaen / motorvegen, autostradaen anmutig søt, yndig, hyggelig, koselig / hyggeleg, koseleg besichtigen å besiktige, ta i øyesyn, se nærmere på / å sjå nærmare på, ta i augesyn die Förde fjorden fröhlich glad der Führerschein førerkortet / førarkortet, sertifikatet gerade akkurat, nettopp der Hafen havnen / hamna irgendwann en eller annen gang, før eller senere / ein eller annan gong, før eller seinare leider dessverre der Ort stedet / staden die Reichstagskuppel kuppelen på riksdagsbygningen i Berlin selbstverständlich selvfølgelig, selvsagt / sjølvsagt die Welt verden / verda zügig hurtig, rask der Zug toget der Ausflug utflukten / utflukta bummeln å rusle, slentre der Dom domkirken / domkyrkja eng smal, trang / trong eine Gasse en smal gate, veit, smug / ei smal gate, veit, smau laut høy(t) (om lyd ) /høg(t) (om lyd) in der Nähe von i nærheten av / i nærleiken av der Schriftsteller forfatteren / forfattaren, skribenten das Stichwort stikkordet versprechen å love das Ziel målet zuerst først die Mode moten besonders især, særlig, spesielt / især, særleg, spesielt das Meer havet der Weihnachtsmarkt julemarkedet / julemarknaden beliebt godt likt, populær

1) Welche Städte besucht Silke? 2) Wähle eine der Städte aus, die Silke besucht hat. Was kannst du über diese Stadt erzählen? 3) Wie heißt die Fußballmannschaft aus München? 4) Was kann man sehr gut in Berlin essen? 5) Warum ist Düsseldorf spannend für modebewusste Frauen? 6) Wofür ist Lübeck bekannt?

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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Zeichne mal was!

Schreib mal was!

Zeichne eine Landkarte von Deutschland und trage die Reise ein, die Silke gemacht hat.

1) Suche im Text fünf Verben, die in Präsensperfekt stehen. Konjugiere sie in allen Personen. Wie heißen die Verben im Infinitiv? Beispiel: aufstehen. Ich bin aufgestanden, du bist aufgestanden, er/sie/es ist aufgestanden … 2) Nach dem Abend mit Freunden in Berlin schreibt Silke in ihr Tagebuch. Was hat sie am Prenzlauer Berg erlebt? Wie war das Tapas-Essen, und was ist beim Tanzen passiert? Schreibe bitte eine Tagebuchseite von Silke. Verwende dabei das Präsensperfekt.

Schreib mal was! Was fehlt in diesem Dialog? Bitte die richtigen Wörter einsetzen. Einige Wörter kann man mehrmals verwenden. Kreditkarte (f), Dusche (f), Badezimmer (n), ein Zimmer (n), Ihnen, Einzelzimmer (n), möchte, Doppelzimmer (n), Badewanne (f), Frühstück (n), Wandertour (f), Nächte (pl), bar, helfen, Halbpension (f), Aufenthalt (m), wandern, zwei, kostet. Rezeptionist: Frau Schäuble: Rezeptionist: Frau Schäuble: Rezeptionist: Frau Schäuble:

Rezeptionist: Frau Schäuble: Rezeptionist: Frau Schäuble: Rezeptionist: Frau Schäuble: Rezeptionist: Frau Schäuble:

Hotel Kaiserhof, mein Name ist Schiller. Was kann ich für Sie tun? Guten Tag. Ich hätte gern . Haben Sie etwas frei? Möchten Sie ein oder ein ? Ich hätte gern ein Einzelzimmer . Mit Halbpension. Wünschen Sie eines mit Blick auf die Berge? Ich ein Zimmer mit einem Der Blick ist nicht so wichtig. Ich werde viel Wenn ich von der komme, ist es wahrscheinlich dunkel. Wünschen Sie ein Zimmer mit oder mit einer ? Mit einer Badewanne, bitte. Wann gibt es ? Frühstück gibt es von 7.00 bis 9.00 Uhr. Wie lange bleiben Sie? Ich bleibe Was das Zimmer? Es kostet 105 € pro Tag. Sie können in oder mit einer bezahlen. Ich zahle mit meiner VISA-Karte. Mit der VISA-Karte, sehr schön. Ich wünsche einen angenehmen . Vielen Dank! Auf Wiederhören!

Sag mal was! Arbeitet zu zweit in einem Rollenspiel. Einer/eine ist Rezeptionist und der/die andere ein möglicher Gast. Der Gast möchte ein Zimmer für eine Nacht bestellen. Benutzt gern eure Handys.

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Weiter geht’s


Sag mal was! Mein Urlaubsort in Deutschland. Wo möchtest du in Deutschland Urlaub machen? Wähle eine Stadt, ein Dorf, eine Sehenswürdigkeit oder ein Gebiet, das du gern besuchen möchtest, und halte einen Vortrag darüber. Dauer: etwa drei bis fünf Minuten. Vorschläge: Bayern, Dresden, München, Trier, Konstanz und der Bodensee, Schloss Neuschwanstein, Potsdam, die Insel Rügen, Kieler Woche, Travemünde, die Insel Sylt, Schwarzwald, die Alpen, Nordfriesland.

Mit dem Autozug durch Deutschland Deutsche Bahn: Guten Tag, kann ich Ihnen helfen? Herr Barzel: Guten Tag, ich möchte mit meiner Familie nach Frankreich fahren, und wir möchten gern unser Auto mitnehmen. Ist es möglich, das Auto mit auf den Zug zu nehmen? Deutsche Bahn: Ja, selbstverständlich geht das. Von wo möchten Sie abfahren? Herr Barzel: Wir wohnen in Hamburg und möchten auch ab Hamburg mit dem Zug fahren. Deutsche Bahn: Unsere Autozüge fahren mehrmals in der Woche zwischen Hamburg und Narbonne in Nordfrankreich. Wann möchten Sie abreisen? Herr Barzel: Mein Urlaub fängt am 11. Juli an. Können wir an dem Tag fahren? Deutsche Bahn: Einen Moment, bitte. Ja, am 11. Juli um 21.30 Uhr geht es los. Herr Barzel: Das passt ja sehr gut. Ist das ein Nachtzug? Deutsche Bahn: Ja, Sie kommen am nächsten Vormittag in Narbonne an. Möchten Sie ein Schlafwagenabteil oder ein normales Abteil? Herr Barzel: Ich hätte gern ein Schlafwagenabteil für vier Personen. Gibt es diese Abteile auch mit einer Waschgelegenheit? Deutsche Bahn: Ja, Sie können ein Schlafwagenabteil mit Bad haben. Herr Barzel: Toll. Und der Preis? Deutsche Bahn: Es kostet 800 €. Herr Barzel: Ich komme später vorbei und hole die Karten. Deutsche Bahn: Sehr gut. Bis später. Herr Barzel: Auf Wiederhören.

LEKTION 3

Vokabeln mitnehmen å ta med der Autozug biltoget mehrmals flere ganger / fleire gonger der Moment øyeblikket / augneblinken der Vormittag formiddagen / føremiddagen der Schlafwagen sovevogna das Abteil togkupeen der Wagen vogna der Nachtzug nattoget der Urlaub ferien die Waschgelegenheit muligheten for å vaske seg / høvet til å vaske seg

Worum geht’s? 1) Wann will Herr Barzel in den Urlaub fahren? 2) Wohin möchte die Familie reisen? 3) Woher kommt Herr Barzel? 4) Wann fährt der Zug los? 5) Welches Abteil bestellt Herr Barzel?

Deutschland ist eine Reise wert

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Sag mal was! Wann geht der Zug nach …? Arbeitet zu zweit und führt ein Gespräch am Bahnhofsschalter. Benutzt bitte die Stichworte. Kunde/Kundin: Grüßen Information – Zug – Oslo – Finse

Verkäufer/Verkäuferin: Grüßen – Hilfe brauchen? Warten – nachsehen – Uhrzeit sagen Fahrkarte bestellen Welche Fahrkarte? Hin und zurück? Eine Strecke Einen Moment Nach dem Preis fragen Preis in norwegischen Kronen sagen Nach dem Preis in Euro fragen Preis in Euro sagen Bezahlen und Gespräch beenden Gespräch beenden

SCHON GEWUSST? An den deutschen Autokennzeichen kann man sehen, woher ein Auto kommt. Die ersten Buchstaben sagen uns, aus welcher Stadt oder Gegend ein Auto kommt. Meistens ist es so, dass große Städte nur einen Buchstaben haben, während mittelgroße Städte zwei und kleinere Städte drei Buchstaben haben. Hier sind einige Beispiele: A Augsburg

DD

Dresden

AB

Aschaffenburg

B Berlin

FL

Flensburg

BOT

Bottrop

D Düsseldorf HB

Hansestadt Bremen

CLP

Cloppenburg

H Hannover

Hansestadt Hamburg DAN Lüchow-Dannenberg

HH

M München

HL

Hansestadt Lübeck

HAL

Halle

P Potsdam

KI

Kiel

KLE

Kleve

S Stuttgart

MA Mannheim

STD

Stade

W Wuppertal

PF

TUT

Tuttlingen

Pforzheim

Schreib mal was! Nimm eine Deutschlandkarte und versuche, die obengenannten Städte zu finden.

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Weiter geht’s


DER JUNGE AN DER TANKSTELLE Stell dir eine lange Autofahrt mitten im heißesten Sommer vor. Auf der Autobahn ist richtig viel los, und die Zeit im Auto ist langweilig. Deine Eltern sitzen vorn, und du sitzt hinten mit deinem kleinen Bruder. Er nervt, spricht dauernd, und du kannst nicht richtig entspannen, aber dann passiert etwas, und der kleine Bruder kann auch sehr hilfreich sein … Anna gähnt noch einmal und guckt aus dem Fenster. „Mann, ist das langweilig hier!“, denkt sie, „unglaublich langweilig!“ Sie möchte sich gern richtig strecken, aber es ist viel zu eng im Auto. Ihre Gelenke sind steif, und der Rücken tut weh. Ihre Eltern planen die nächste Übernachtung, und sie fahren immer weiter – immer weiter Richtung Süden. Familie Fischer ist auf dem Weg nach Italien. Warum können sie nicht fliegen wie alle anderen vernünftigen Menschen? Anna sieht noch eine Brücke, noch ein Dorf, noch eine Raststätte. Ein paar Bäume hier und viele Felder dort. Sie sieht einige Schafe und Kühe und sehr, sehr viele Autos. Mama fährt und fährt und fährt, und ihr kleiner Bruder Malte will anscheinend alle Autokennzeichen aufschreiben, die er kann. „Ich sammle Städte“, sagt er. Papa hat sein neues Hörbuch dabei und macht es jetzt an. Er entspannt, will nichts mehr mitkriegen. Er sieht aus, als würde er bald einschlafen. Papa hat Urlaub und genießt das Leben und die Freizeit. Genau wie Mama. Sie lieben das Autofahren. LEKTION 3

Vokabeln Es ist viel los det skjer mye / mykje skjer nerven å irritere dauernd hele tiden / heile tida gähnen å gjespe das Gelenk leddet weh vond, øm die Brücke broen / brua die Raststätte rasteplassen das Feld åkeren, jordet anscheinend tilsynelatende / tilsynelatande das Autokennzeichen bilskiltet das Hörbuch lydboka entspannen å slappe av

Deutschland ist eine Reise wert

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Vokabeln die Beschäftigung beskjeftigelsen, det man driver på med / arbeidet, det ein driv på med keinen Bock haben ikke å ha lyst til / ikkje å ha lyst til vergessen å glemme / gløyme so ein Mist søren, for noe dritt / søren, for noko drit leer tom die Tankstelle bensinstasjonen die Laune humøret nie aldri schade synd spinnen her: å tulle, tøyse, være helt på jordet / vere heilt på jordet bequem bekvem, behagelig / komfortabel, behageleg doof (slang) dum, tåpelig, teit / (slang) dum, tåpeleg, teit

Malte: Guck mal, Anna, jetzt habe ich HB, B, KI, D, HH und DD. Das steht für Hansestadt Bremen, Berlin, Kiel, Düsseldorf, Hamburg und Dresden. Ist das nicht toll? Anna, ist das nicht toll? Anna: Hmm … Mama: Gut, Malte – und was ist das? Auf dem Auto steht HL. Malte: Super! Noch ein neues! Das ist einfach. HL steht für Hansestadt Lübeck. Wusstest du das, Anna? Anna: Äh, was für eine blöde Beschäftigung. Das interessiert mich überhaupt nicht. Mama, sind wir nicht bald da? Wir fahren doch schon ewig. Ich habe überhaupt keinen Bock mehr! Es ist total langweilig hier, und mein iPad hat keinen Strom mehr. Ich habe ein paar Zeitschriften heruntergeladen und möchte sie jetzt gern lesen. Mama: Nur mal ruhig, Anna, es dauert noch eine Weile. Kannst du nicht etwas anderes lesen? Ein Buch vielleicht? Wir müssen noch etwa 530 Kilometer fahren. Anna stöhnt laut und schließt die Augen. 530 Kilometer! Das ist ja super weit! Mehr als vier Stunden im Auto und keine Musik oder Zeitschriften. Sie hat all ihre Süßigkeiten aufgegessen. Das Telefon muss auch aufgeladen werden. So ein Mist! Die Cola ist auch leer … (Sie hat wirklich sehr viel Cola getrunken und jetzt …) Anna: Mama, ich muss leider auf die Toilette … Mama: Was? Jetzt schon wieder? Wir waren doch gerade auf der Toilette. Muss das jetzt sein? Wir kommen nie an, wenn ich immer halten muss. Anna: Ja, bitte. Es ist eine Weile her, Mama. Mama: Okay, in 15 Kilometern gibt es eine Raststätte, dort können wir halten, geht das? Anna: Ja, es ist okay, danke. An der Raststätte stehen viele Autos. Anna verschwindet schnell zu den „Damen“, und dann gehen sie alle in den Laden an der Tankstelle. „Endlich ein bisschen Abwechslung“, denkt Anna. Sie und Malte kaufen Schokolade und Bonbons und eine neue Telefonkarte. Da sieht Anna plötzlich einen tollen Jungen an der Kasse. „Mensch, der ist aber echt süß!“, denkt sie. „Es ist doch typisch, dass man so einen Traumtypen hier an der öden Tankstelle trifft. Woher kommt er wohl?“ Der Junge bezahlt und lächelt Anna an, als er an ihr vorbeigeht. Anna wird total rot, aber schafft es zurückzulächeln. Eine kurze Weile später im Auto hat Anna schlechte Laune. Sie ist sauer. „Typisch“, denkt sie und murmelt vor sich hin: „Ich werde ihn nie wiedersehen, und ich weiß überhaupt nichts von ihm, so ein Mist!“ Malte: Was denn? Hast du einen coolen Jungen getroffen? Hast du mit ihm gesprochen? Wie alt ist er denn? Wie heißt er? Anna: Ja, er war wirklich toll, und ich habe keine Ahnung, wer er ist. Ich werde ihn auch nie wiedersehen. Schade eigentlich!

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Weiter geht’s


Malte: Aber er wohnt doch gar nicht so weit von uns. Du triffst ihn bestimmt wieder. Wenn du es wirklich willst, meine ich. Anna sieht ihren kleinen Bruder an. Was meint er damit? „Er wohnt ganz in der Nähe.“ Spinnt er? Will er sie wieder ärgern? Anna: Was? Woher weißt du das, Malte? Warum sagst du, dass er in der Nähe wohnt? Hast du mit ihm gesprochen? Papa und Mama lachen. Malte: Wir haben doch das Autokennzeichen gesehen, Anna. Das Auto, in das er gestiegen ist, kommt aus Flensburg. Du wohnst doch auch in Flensburg, Anna. Und Flensburg ist wirklich nicht so groß … Anna lächelt und setzt sich bequem hin. Das Autokennzeichen! Warum hat sie nicht daran gedacht? Er wohnt auch in Flensburg! Und Flensburg ist ja fast wie ein kleines Dorf! Vielleicht wird sie ihn noch einmal treffen? Irgendjemand aus der Schule kennt ihn sicherlich. Anna: Das ist gar nicht schlecht, Malte. Deine Idee mit den Autokennzeichen ist wirklich gut. Kann ich auch mitmachen? Nach einer Idee von Kicki Karlsson, Ann-Kristin Lindström und Gudrun Schornack.

Sag mal was!

Worum geht’s?

Stell dir vor, dass Anna den tollen Jungen in Flensburg trifft. Wie ist das Gespräch zwischen ihnen? Arbeitet zu zweit und erstellt einen Dialog.

1) Wohin fährt Familie Fischer? 2) Was macht der Vater? 3) Was macht Malte? 4) Warum langweilt sich Anna? 5) Was passiert an der Tankstelle? 6) Warum ist der kleine Bruder doch nicht so doof?

Schreib mal was! 1) Anna und ihre Freundin Evelyn schreiben sich SMS. Anna erzählt von dem Jungen an der Tankstelle. Was schreibt Anna? Und was antwortet Evelyn? Schreibe bitte den SMS-Dialog zwischen Anna und Evelyn. 2) Schreibe über die Autofahrt im Text „Der Junge an der Tankstelle“ aus der Sicht des kleinen Bruders. Die Geschichte soll im Präteritum geschrieben werden. Fange bitte so an: Heute machte ich mit meiner Familie eine lange Autofahrt. Wir fuhren weit, aber ich schrieb etwas auf …

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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Schreib mal was!

Sag mal was!

Du machst Urlaub in Norwegen und schreibst eine E-Mail. Was schreibst du?

Was sollten ausländische Touristen in Norwegen erleben? Mache eine Liste mit 10 Sehenswürdigkeiten, die du wichtig findest. Vergleiche und erstelle dann eine gemeinsame Liste in der Klasse. Welche 10 Punkte müssen dabei sein?

Landeskunde/Literatur Die Bundesländer Deutschlands Vokabeln die Verfassung forfatningen, grunnloven / forfatninga, grunnlova die Wiedervereinigung gjenforeningen / gjenforeininga bekannt kjent erleben å oppleve gelten å gjelde die Gegend området hinrichten å henrette / å avrette die Geschichte historien / historia die Leute (pl.) folket, menneskene / folket, menneska die Mannschaft mannskapet, laget

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Weiter geht’s

Es gibt 16 Bundesländer in Deutschland. Drei der deutschen Bundesländer sind eigentlich keine Länder, sondern nur Städte. Es handelt sich dabei um die Städte Bremen, Hamburg und Berlin. Das Land um die Hauptstadt Berlin herum heißt Brandenburg. In der Hauptstadt von Brandenburg, Potsdam, gibt es ein wunderschönes Schloss. Es ist das Barockschloss Sanssouci. Hier lebte der bekannteste König von Preußen, Friedrich der Große (1712–1786). Für Ausländer ist das Land Bayern vor allem wegen der Alpen, der Fußballmannschaft FC Bayern München und des Oktoberfests bekannt. Westlich von Bayern liegt Baden-Württemberg. Hier befindet sich der Schwarzwald und auch der Bodensee, Deutschlands größter See. Das Wort Sachsen findet man in drei Bundesländern: Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Die Sachsen waren früher ein germanischer Stamm. In Thüringen liegt die schöne, alte Stadt Weimar. Hier lebte und arbeitete der große deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832). Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg (1914–1918) und dem Ende der Monarchie entstand eine neue, demokratische Verfassung für Deutschland, die bis 1933 galt. Sie wurde am 11. August 1919 in Weimar unterzeichnet. Die Zeit von 1919 bis 1933 wird daher in der Geschichte die „Weimarer Republik“ genannt. An der französischen Grenze liegt das Saarland, das kleinste Bundesland. Das Saarland gehörte früher zu Frankreich und wurde erst im Jahr 1957 ein Teil von Deutschland. Rheinland-Pfalz liegt, wie der Name schon sagt, am Fluss Rhein. Der Rhein ist der längste Fluss Deutschlands. Hier und im Nachbarland Hessen findet man die besten Weine in Deutschland. Nordrhein-Westfalen ist das bevölkerungsreichste der 16 Bundesländer. Etwa 18 Millionen Menschen leben hier. Die Hauptstadt Düsseldorf ist eine wichtige Stadt in dieser Gegend.


Alte Häuser in Weimar. Weimar ist auch die Stadt, wo Johann Wolfgang von Goethe lebte.

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Mecklenburg-Vorpommern liegt im Norden Deutschlands an der Ostsee. In diesem Bundesland findet man die größte Insel der Republik, Rügen. Der Legende nach lebte hier früher der berühmteste Pirat Deutschlands, Klaus Störtebeker. Er wurde 1401 hingerichtet. In den Jahren zuvor hatten die Seeleute auf der Ostsee große Angst vor Störtebeker und seinen Männern. Ganz im Norden Deutschlands, zwischen Nord- und Ostsee und an der dänischen Grenze liegt Schleswig-Holstein. Wer im Sommer die Hauptstadt Kiel besucht, kann die Kieler Woche erleben. Das ist eine tolle Segelregatta.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

Wie viele Bundesländer gibt es in Deutschland? Wie viele Länder haben das Wort „Sachsen“ in ihrem Namen? In welchem Bundesland liegt das bekannte Barockschloss Sanssouci? In welchem Bundesland findet die Kieler Woche statt? Was ist damit gemeint? Wer war Klaus Störtebeker? Nenne alle 16 Bundesländer.

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

69


Info Bundesland

Hauptstadt

Baden-Württemberg

Stuttgart

Bayern

München

Brandenburg

Potsdam

Hessen

Wiesbaden

Mecklenburg-Vorpommern

Schwerin

Niedersachsen

Hannover

Nordrhein-Westfalen

Düsseldorf

Rheinland-Pfalz

Mainz

Saarland

Saarbrücken

Sachsen

Dresden

Sachsen-Anhalt

Magdeburg

Schleswig-Holstein

Kiel

Thüringen

Erfurt

Sag mal was! Richtig oder falsch? 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7)

Hannover ist die Hauptstadt von Sachsen-Anhalt. Die Landeshauptstadt von Brandenburg ist Potsdam. Das Saarland hat keine Landeshauptstadt. Jena liegt in Thüringen. Berlin, Bremen und Hamburg sind Stadtstaaten. Bayern ist die Hauptstadt von München. Ein Nachbarland von Schleswig-Holstein ist Mecklenburg-Vorpommern. 8) Hessen grenzt an Sachsen. 9) Die Hauptstadt der Bundesrepublik ist Berlin. 10) Niedersachsen hat eine Landeshauptstadt, die Kiel heißt. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 340.

Schreib mal was! Wähle ein Bundesland und mache ein schönes Werbeplakat für dieses Bundesland. Warum sollte man das Bundesland besuchen? Was ist so toll an diesem Land?

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Weiter geht’s


Du bist dran! Bundesländerpuzzle In diesem Suchrätsel sind die 16 deutschen Bundesländer versteckt. Kannst du sie finden? Hier sind sie: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen

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Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 341.

LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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DER RELAXTE OUTDOOR-SINGLE Sie sprechen kein Deutsch? Oder nur ein bisschen? Oder nicht so richtig? Keine Sorge! Die Deutschen sprechen auch kein Deutsch. Oder nicht so richtig. Der Unterschied: Sie können vielleicht nicht, und die Deutschen wollen meistens nicht. Oder nicht so richtig. Das ist nichts Neues, das war schon immer so. Für die Deutschen waren andere Sprachen immer viel interessanter, attraktiver, kosmopolitischer. Zum Beispiel Französisch. Wie chic, wie elegant, wie sexy! Restaurant und nicht Gasthaus. Büro und nicht Arbeitszimmer. Appartement und nicht Kleinwohnung. Necessaire und nicht Waschbeutel. Genial! Was machen wir also? Wir klauen einfach das Wort, wiederholen es immer wieder und – voilà! – schon existiert es auch im Deutschen. Rezitiert, adaptiert und basta! Das geht bis in die Familie. Wir haben Cousins und schon lange keine Vettern mehr. Wer Geld hat, hat einen Chauffeur. Wer Glück hat, einen freundlichen Chef. Manchmal gibt es Probleme bei der Aussprache: Garage, Blamage, das ist okay. Aber Abonnement? Oder Parfum? Wie zum Kuckuck spricht man das aus? Parfüm oder Parfa oder doch Parfo? Hilfe! Vielleicht ist Französisch deshalb nicht mehr so in Mode. Sehr elegant, aber doch ein bisschen kompliziert. Aber zum Glück haben wir ja Englisch! So wunderschön international, 72

Weiter geht’s


transkontinental, megaglobal! Popmusik, Informatik, Sport, Hollywood, alles spricht Englisch. So kurz und präzise und die Aussprache: viel einfacher als Französisch. All diese schönen neuen Verben! Warum übersetzen? Warum deutsche Wörter suchen? Nein, wir nehmen die englischen, setzen ein „en“ ans Ende, und schon geht es los. Wir surfen im Internet, wir chatten und mailen, wir shoppen und fighten. Und am Ende? Nein, da machen wir keine Pause. Da ruhen wir uns nicht aus. Nein, nein, wir …. relaxen. Na klar! Relaxen … das ist doch viel besser als einfach nur auf dem Sofa liegen. Relaxt relaxen, das ist mehr, das ist Wellness, das ist Lifestyle! Natürlich gibt es auch hier Probleme: nicht mit der Aussprache, aber mit dem Perfekt zum Beispiel. Diese blöden Partizipien! Wie heißt das nun? Ich habe „mountaingebikt“ oder „gemountainbikt“? Na ja, ist ja auch egal. Hauptsache, die englischen Wörter klingen wichtiger, imposanter, prägnanter. Nehmen wir dieses Mountainbike. Sollen wir vielleicht „Bergfahrrad“ sagen? Das klingt doch wie ein Schwarz-Weiß-Film! Oma und Opa in den Alpen, oder was? Oder zum Beispiel „Single“. Das ist doch besser als einsam und alleine. Und mit ein bisschen Geld und einer Krawatte ist man schon ein „Yuppie“. Das geht blitzschnell. Aber das Beste ist natürlich „Handy“. Super, nicht wahr? Wirklich cooler als „Mobiltelefon“. Gut, die Engländer selbst sagen gar nicht Handy, die Amerikaner auch nicht. Aber das macht ja nichts, das muss ja niemand wissen … Das ist das Schöne an Englisch: Es ist immer sofort modern und aktuell, in und up to date! Und so dynamisch! Jede Bewegung, jede Aktivität ist gleich ein offizieller Sport!

Vokabeln keine Sorge ikke noe problem, ikke noe å bry seg om / ikkje noko problem, ikkje noko å bry seg om der Unterschied forskjellen meistens som oftest / som oftast immer alltid schon allerede / allereie klauen å stjele / å stele wiederholen å gjenta rezitiert resitert, lest opp / resitert, lese opp der Cousin fetteren manchmal av og til die Aussprache uttalen wie zum Kuckuck hva i huleste / kva i heiteste nun nå / no imposanter mer imponerende / meir imponerande prägnanter viktigere, mer presis / viktigare, meir presis die Krawatte slipset der Yuppie jappen blitzschnell lynrask niemand ingen


Vokabeln rennen å løpe / å springe tagelang dagevis das Zelt teltet der Rucksack ryggsekken sondern men (brukes alltid etter en nektelse) / men (blir alltid brukt etter ei nekting) nass våt das Ferienerlebnis ferieopplevelsen / ferieopplevinga zu stressig for stressende, anstrengende / for stressande, slitsamt lieber heller der Wald skogen um Gottes willen for Guds skyld vor die Tür gesetzt å kaste ut, kaste på dør

Wir rennen schon lange nicht mehr irgendwie im Wald herum, wir machen jetzt Jogging. (Aber Achtung: Das ist schon wieder out!) Wir wandern auch nicht mehr tagelang mit Zelt und Rucksack einsam durch die Berge … Schade! Wandern, das war so schön typisch deutsch. Einfach so, alleine mit der Natur. Ganz romantisch. Wir laufen natürlich immer noch. Aber nicht am Alpensee in Tirol, sondern am Limit im Himalaya. Das heißt nun „Trekking“ und ist nicht einsam und romantisch, sondern gut organisiert und gruppendynamisch. Boot fahren auf wilden Flüssen und total nass werden ist jetzt auch kein lustiges Kinderspiel mehr. Das heißt jetzt „Rafting“, und Sie sollten rechtzeitig reservieren. Im Ernst. Das ist auch kein schönes Ferienerlebnis mehr, sondern bitte ein Event-Highlight! Aber vielleicht ist Ihnen das alles viel zu stressig. Und Sie gehen viel lieber einfach nur spazieren. Nein, Sie sind kein Loser! Sie sind auch nicht out. Sie machen dann einfach „Nordic Walking“! Übrigens, all diese Orte, der Wald, die Berge, der Fluss, das heißt jetzt auch nicht mehr Natur. Um Gottes willen, wir sind hier nicht bei Karl May oder Hermann Hesse. Natur heißt jetzt „Outdoor“. Der Rest ist „Indoor“. Dieses Weltbild ist sehr praktisch und macht das Leben einfach. Ein Beispiel? Gerne. Ein guter Freund von mir ist jetzt wieder allein. Genauer: Seine Freundin hat ihn letzte Woche – wie man so schön sagt – vor die Tür gesetzt. Natürlich hat er mir die Geschichte erzählt, und natürlich habe ich gefragt: „Aber warum?“ Und natürlich habe ich Kompliziertes erwartet: Diskussionen, Sensibilitäten, Affekte, Defekte. „Na ja“, hat er geantwortet, „ich bin einfach ein totaler Outdoortyp und Inge …, na, Inge ist absolut indoor.“ Alles klar. Ich habe nicht weiter gefragt. Er will jetzt eine Reise machen, hat er noch erzählt. Relaxen auf Kreta. Im Single-Adventure-Club. Und irgendwas mit „-ing“. Von Leonhard Thoma, Das Idealpaar

Schreib mal was! Schreibe alle Wörter, die nicht aus dem Deutschen stammen, und finde deutsche Ersatzwörter. Beispiel: chic = fein, edel das Restaurant = die Gaststätte

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Teste deine Sprache! Konjugiere folgende Verben in Präsensperfekt. Beispiel:

du er ihr ich sie du es wir Sie es

hören Du hast gehört. sein haben werden reisen fahren gehen sprechen machen liegen

Wichtige Wörter und Begriffe 3

Das Land – die Länder Wo liegt …? Wo befindet sich …? Wie heißt die Hauptstadt von …? Kennst du einen Fluss in Deutschland? Es gibt 16 Bundesländer in Deutschland. Der höchste Berg ist … Die Alpen sind eine Gebirgskette in Süddeutschland. Die Insel … ist schön. Das Autokennzeichen ist HH, das Auto kommt daher aus …

Landet – landene / landa Hvor ligger …? / Kvar ligg …? Hvor er / befinner seg … / Kvar er/ligg …? Hva heter hovedstaden i …? / Kva heiter hovudstaden i …? Vet du om en elv i Tyskland? / Veit du om ei elv i Tyskland? Det er 16 delstater i Tyskland / Det er 16 delstatar i Tyskland. Det høyeste fjellet er … / Det høgaste fjellet er … Alpene er en fjellkjede i Sør-Tyskland. / Alpane er ei fjellkjede i Sør-Tyskland. Øya … er vakker. Bilskiltet er HH, og bilen kommer derfor fra … / Bilskiltet er HH, og bilen kjem derfor frå …

Selbstbewertung nach Lektion 3: Siehe Seite 345. LEKTION 3

Deutschland ist eine Reise wert

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LEKTION 4

4

Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz SCHWERPUNKTE:

Über Österreich Wien und die Kaffeetradition In die Alpen fahren Die Schweiz und ihre Sprache

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Die Freestyle Akademy in Laax

GRAMMATIK:

Präpositionen Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was weißt du über die Schweiz und über Österreich? Welche Städte kennst du in Österreich und der Schweiz? Welche berühmten Personen kennst du aus diesen Ländern? Kennst du Musik oder Musiker aus diesen Ländern?

Österreich auf einen kurzen Blick

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Der eine kommt aus Deutschland und der andere ist Österreicher. Interviewt euch gegenseitig über euer Land.

Hauptstadt Wichtigste Städte Bevölkerung Staatsform Regierungsform Bundesländer

Wien (etwa 1,8 Millionen Einwohner) Salzburg, Innsbruck, Graz, Linz, Klagenfurt ca. 8,8 Millionen Bundesrepublik Parlamentarische Demokratie Neun Bundesländer (Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Wien) Autokennzeichen A (Austria) Offizielle Sprache Deutsch Nationalfahne Rot-Weiß-Rot Längster Fluss Donau Höchster Berg Großglockner (3798 Meter) Währung Euro Seen Neusiedler See, Attersee, Traunsee Landschaften Die Ostalpen, das Alpen- und Karpatenvorland, das Böhmische Massiv, das Vorland im Osten, das Wiener Becken Nationalheld Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) Nationaltanz Walzer Lieblingssport Skifahren Nationalfeiertag 26. Oktober Exportgüter Maschinen, Metalle, Papier, Textilien, Nahrungsmittel, Vieh

Österreich Die Republik Österreich liegt südlich von Deutschland und nördlich von Italien und hat fast neun Millionen Einwohner. Zwei Drittel des Landes liegen in den Alpen, und der höchste österreichische Berg ist der Großglockner (3797 Meter). Der Osten des Landes ist eher flach. Die Donau ist der längste Fluss Österreichs und fließt quer durch den Norden des Landes. Österreich ist ein beliebtes Urlaubsziel: Im Winter kann man Ski fahren und snowboarden, im Sommer wandern und klettern. 78

Weiter geht’s


die Wolke

der Tisch

Das heutige Österreich ist der Rest der riesigen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn mit Wurzeln zurück bis ins Mittelalter. Das Reich wurde auch die Habsburgermonarchie genannt nach der kaiserlichen Familie der Habsburger. Durch die Niederlage im Ersten Weltkrieg (1914–1918) verlor Österreich große Teile des Landes. Heute besteht Österreich aus neun Bundesländern. Sie heißen Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien. Wien ist die Hauptstadt Österreichs. Es ist eine sehr schöne Stadt, und sie hat viele wunderschöne Gebäude und Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel das Schloss Schönbrunn, das Parlament, das Hundertwasserhaus, den Stephansdom („Steffl“), das Kunsthistorische Museum und den Prater. Der Prater ist ein Park mit einem enormen Riesenrad, von dem aus man die Stadt aus 60 Meter Höhe sehen kann. Was für ein schöner Blick! Eine besondere Attraktion in Wien sind die Kaffeehäuser: Dort sitzen die Menschen stundenlang, schlürfen Kaffee, lesen Zeitung oder plaudern über Politik, Literatur, Theater, Kunst oder Sport. Die Tradition der Kaffeehäuser entstand 1683: Damals wollten die Türken Wien erobern. Sie wurden aber in die Flucht geschlagen. Sie ließen zwei Säcke mit grünlichen, bitteren Bohnen zurück. Man kam auf die Idee, die Bohnen zu rösten, zu mahlen und mit kochendem Wasser zu übergießen – fertig war der erste Kaffee! LEKTION 4

Vokabeln die Wahl valget / valet die Bohne bønnen / bøna plaudern å pludre, småprate, koseprate schlürfen å slurpe übergießen å helle over der Weltkrieg verdenskrigen / verdskrigen

Worum geht’s? 1) Wie heißt die Hauptstadt von Österreich? 2) Wie hoch ist der größte Berg in Österreich? 3) Was ist die Donau? 4) Wie viele Bundesländer gibt es in Österreich? 5) Wie kam der Kaffee nach Österreich?

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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8 Etappen der österreichischen Geschichte

Worum geht’s? Richtig oder falsch? 1) Vindobona haben die Römer in Wien gegründet. 2) Österreich hat nie eine Kaiserin gehabt. 3) Österreich ist eine Bundesrepublik, genau wie Deutschland. 4) Ein Vielvölkerstaat besteht aus verschiedenen Völkern. 5) Die Türken haben es geschafft, Wien zu erobern. 6) 1938 entsteht die Republik Österreich. 7) Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Wien in vier Besatzungszonen eingeteilt. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 341.

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Weiter geht’s

1) Um 15 vor Chr. besetzen die Römer den größten Teil des heutigen Österreichs und gründen Vindobona in der Nähe des Flusses Donau. 2) Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert versuchen Türken immer wieder, Wien zu erobern, aber sie schaffen es nicht. 3) 1740 wird Maria Theresia (1717–1780) als erste Königin Österreichs gekrönt. Ihr (eingeheirateter) Gatte Franz I. Stephan wird 1745 zum römisch-deutschen Kaiser gewählt. 4) Österreich war mehrere Jahrhunderte lang ein Vielvölkerstaat, das bedeutet, dass hier viele Völker leben. Außer Deutsch spricht man auch Ungarisch, Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Slowakisch, Slowenisch und Kroatisch. 5) 1804 wird das österreichische Kaiserreich gegründet, das 1867 zur österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie umgestaltet wird. Das Land ist jetzt eine der fünf führenden europäischen Großmächte. 6) Im Laufe des 19. Jahrhunderts werden die Spannungen und Konflikte zwischen den verschiedenen Völkern immer stärker und fangen an, die Einheit des Reiches zu bedrohen. 7) Im Juni 1914 ermorden serbische Nationalisten in Sarajevo den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Dieser Thronfolger sollte später Kaiser und König werden. Die Ermordung führt zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914–1918), wo Österreich-Ungarn und Deutschland gegen Russland, Frankreich und Großbritannien kämpfen, aber den Krieg verlieren. 8) Die Niederlage im Ersten Weltkrieg führt zum völligen Auseinanderbrechen des Reiches. Die Tschechen, die Slowaken, die Ungarn und die Slowenen wollen jetzt ihre eigenen Länder haben. Der letzte Kaiser tritt zurück, und das, was übrig ist von der Doppelmonarchie wird zur Republik Österreich. 9) Zur Zeit der ersten österreichischen Republik (1918–1938) gibt es viele Kontakte zu den deutschen Nationalsozialisten. 10) Im März 1938 marschieren deutsche Truppen in Österreich ein, und das Land wird unter dem Namen Ostmark an das Dritte Reich (Deutschland) angeschlossen. 11) Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Österreich und Wien (genauso wie Deutschland und Berlin) in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Im Mai 1955 entsteht die Bundesrepublik Österreich.


Wiener Kaffeehaus-Kultur In Wien gibt es etwa 960 Kaffeehäuser. Davon sind ungefähr 100 traditionelle Kaffeehäuser mit einer Einrichtung wie in der „guten alten Zeit“: mit Holzböden, Marmortischen, Sesseln und Sofas. Im Kaffeehaus wird Zeitung gelesen, getratscht, Schach gespielt, mit Fremden diskutiert und vieles mehr. Und natürlich trinken die Gäste auch Kaffee und essen Kuchen! Man kann sich ein Wiener Kaffeehaus ohne Kuchen nicht vorstellen. Sachertorte oder Apfelstrudel sind die beliebtesten. In einem traditionellen Wiener Café wird man vom Ober und von den Kuchendamen bedient. Der Ober serviert im Anzug, die Kuchendamen in einer schwarzen Uniform mit weißen Spitzenschürzen. Für die Gäste gibt es eine große Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften. Zwei beliebte Kaffeehäuser in der Stadt sind das Café Central in der Herrengasse und das Griensteidl am Michaelplatz. Sie sind für Besucher der Stadt ein geeigneter Ort, um die Kaffeehaus-Atmosphäre zu genießen. Beide Kaffeehäuser haben eine lange Tradition. Besonders die Atmosphäre im alten Griensteidl ist legendär: Es gibt nur wenige berühmte Schriftsteller, Schauspieler, Kritiker, Architekten oder Musiker, die nicht hierherkamen, um ihren Kaffee zu trinken. Die Karte mit den Kaffeespezialitäten ist für Touristen ein besonderes Erlebnis: Eine Melange, ein Einspänner, ein Verlängerter oder ein Kleiner Brauner mit Schlag stehen auf der Karte. Das kleine Kaffee-Lexikon im Reiseführer hilft, den richtigen Kaffee auszuwählen: Brauner Einspänner Doppelspänner Eiskaffee Fiaker Melange Franziskaner Kaffee verkehrt Kapuziner Konsul Schwarzer Verlängerter

Großer und Kleiner Brauner. Kaffee mit ein wenig Milchschaum. Schwarzer Kaffee mit Sahnehaube im Glas serviert. Doppelt so stark wie ein Einspänner, dazu gibt es zwei Gläschen Wasser. Vanilleeis mit einem Mokka und viel Schlagsahne. Gesüßter Mokka im Glas serviert. Milch und Kaffee zu etwa gleichen Teilen. Oft ist die Milch geschäumt wie beim Cappuccino. Melange mit Schlagsahne. Mehr Milch, weniger Kaffee. Schwarzer Kaffee oder Milchkaffee mit Schlagsahne, etwas Kakao und Zimt darüber. Schwarzer Kaffee mit etwas flüssiger Sahne. Kaffee ohne Milch. Mit Wasser gestreckter Schwarzer, Brauner oder Espresso.

Vokabeln der Anzug dressen der Apfelstrudel en type eplekake / ein type eplekake das Erlebnis opplevelsen / opplevinga die Karte her: menyen der Ober kelneren, hovmesteren / hovmeisteren der Reiseführer guiden, reisehåndboka / reisehandboka das Schach sjakk der Schauspieler skuespilleren / skodespelaren die Schlagsahne kremfløten / kremfløyten, kremen der Sessel lenestolen die Spitzenschürze kniplingsforkleet sich vorstellen å forestille seg / å førestille seg die Zeitung avisen / avisa

Worum geht’s? 1) Wie sieht ein klassisches Wiener Kaffeehaus aus? 2) Wie wird man in einem traditionellen Wiener Café bedient? 3) Welche Kaffeehäuser werden im Text erwähnt? 4) Was ist ein Apfelstrudel? 5) Welcher Kaffee wird im Glas serviert? 6) Wie nennt man einen Kaffee ohne Milch?

Frei nach wiener-kaffeehaus.at

LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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Vokabeln austesten å teste ut, prøve das Fremdenverkehrsbüro kontoret for turistinformasjon das Gebirge fjellkjeden / fjellkjeda die Piste utforløypa, slalåmløypa schicken å sende die Seilbahn taubanen der Skilift skiheisen

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Weiter geht’s

In den Alpen Heike und Claudia möchten einen Kurzurlaub in den Alpen machen. Sie lieben Snowboardfahren und wollen jetzt die coolsten Pisten austesten. Aber bevor sie reisen, müssen sie die Fahrt genau planen. Heike: Wohin fahren wir denn, Claudia? Die Alpen liegen ja in mehreren Ländern. Welches Land wählen wir? Claudia: Keine Ahnung. Im Internet steht, dass die Alpen die höchste und größte Gebirgskette in Europa sind, ca. 1200 Kilometer lang und 150 bis 250 Kilometer breit. Und sie liegen in Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und in der Schweiz. Wo möchtest du am liebsten hinfahren? Heike: Schwierige Wahl. Wo gibt es die coolsten Pisten? Dort möchte ich hin. Steht etwas darüber im Internet? Claudia: Hmm … Moment mal, ich suche. Hier steht was: Höchster Berg in Deutschland: Zugspitze, 2962 Meter. Höchster Berg in Frankreich: Montblanc, 4810 Meter. Höchster Berg in Österreich: Großglockner, 3797 Meter. Höchster Berg in der Schweiz: Matterhorn, 4478 Meter.


Heike: Ich finde, wir fahren nach Österreich. Ich habe sowohl von Kitzbühel als auch von Ischgl gehört. Es soll toll sein in Österreich. Claudia: Ich möchte auch gern nach Österreich. Meine Eltern sind in Kitzbühel gewesen. Die Stadt ist klein mit nur 8000 Einwohnern und liegt in Tirol. Wusstest du, dass es in Kitzbühel mehr als 50 Skilifte und Seilbahnen gibt? Es ist echt cool! Heike: Das Kitzbüheler Horn ist fast 2000 Meter hoch. Dort können wir gut Snowboard fahren, oder? Claudia: Ja, wenn wir ein Zimmer finden. Kitzbühel ist ziemlich beliebt. Ich schicke mal eine Mail an das Fremdenverkehrsbüro. Heike: Gut! Wir könnten ja auch nach Ischgl fahren. Das ist ein Mekka für Snowboarder. Dort gibt es 42 Skilifte und mehr als 200 Kilometer präparierte Pisten. Das Skigebiet liegt auf einer Höhe zwischen 2000 und 2872 Metern. Ich habe einen Freund in Ischgl. Er heißt Stefan und arbeitet als Skilehrer. Ich rufe ihn mal an. Claudia: Toll! Ich habe fast gepackt. Lass uns einfach deinen Freund Stefan besuchen! Heike: Ja, das machen wir!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Wohin möchten die Mädchen fahren? In welchen Ländern liegen die Alpen? Wie heißt der höchste Berg in den Alpen? Was kannst du über Kitzbühel und Ischgl erzählen? Bei wem möchten die Mädchen übernachten?

Sag mal was! Arbeitet zu zweit und führt ein Telefongespräch zwischen Heike und Stefan. Ihr könnt zwischen diesen Möglichkeiten wählen: 1) Stefan möchte gern Besuch von den beiden Mädchen haben, er hat aber wenig Platz in seiner Einzimmerwohnung. Sie können auf dem Fußboden neben seinem Bett schlafen. 2) Stefan hat gerade eine neue Freundin, die sehr eifersüchtig ist. Die Mädchen können nicht bei ihm übernachten.

SCHON GEWUSST? Skipisten im Winter, Grassboarding im Sommer Im Sommer kann man vielleicht einige Grassboardfahrer auf den Pisten sehen. Ein Grassboard ist 85 bis 140 Zentimeter lang und wiegt fünf bis acht Kilo. Ein Grassboard sieht ungefähr aus wie ein Snowboard, aber es hat zwei bis vier Räder. Gute, geübte Surfer können Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erreichen. Für hohe Geschwindigkeiten oder Freestyle gibt es auch Boards mit Bindung.

LEKTION 4

Vokabeln erreichen å oppnå das Rad hjulet die Spitzengeschwindigkeit  topphastigheten / toppfarten wiegen å veie / å vege ungefähr omtrent

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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Du bist dran! Die Reise in die Alpen Die Schüler spielen ein Spiel in Gruppen von vier oder fünf Teilnehmern. Sie planen eine Reise in die Alpen. Sie bekommen eine Liste mit 30 Dingen, von denen sie nur fünf mitnehmen dürfen. Sie diskutieren in ihrer Gruppe, welche Dinge sie mitnehmen wollen. Am Ende nennen sie die Dinge und Gründe. 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 12) 13) 14) 15)

50 m Alufolie 2 Batterien Benzin Betttücher Bleistift Briefmarken Brille Camping-Gasofen Familienfotos 10 Filme Mobiltelefon Kochtopf Kompass Messer 100 Blatt Papier

16) 17) 18) 19) 20) 21) 22) 23) 24) 25) 26) 27) 28) 29) 30)

Pflaster Plastiktaschen 100 Euro Salz und Pfeffer Schirm Seife Seil Spiegel Streichhölzer Taschenlampe Schlafsack Uhr 200 Liter Wasser Wolldecke Zahnbürste

Schreib mal was! E-Mail aus dem Skiurlaub in Tirol Du bist in Kitzbühel in Tirol im Urlaub. Wie gefällt dir der Urlaub? Wähle drei Situationen (A, B oder C) und schreibe drei E-Mails. A) Wunderschöne Landschaft, hohe Berge, viel Schnee, viel Sonnenschein, warm, mit T-Shirt in der Sonne sitzen, Muskelkater bekommen, nach dem Skifahren in die Sauna gehen, endlich richtig entspannen. B) Am Vormittag in der Skischule, nachmittags Langlauf, mit Freundin viel spazieren gehen und Schlitten fahren, viel Spaß, abends tanzen, spät schlafen gehen. C) Tolles Hotel, leider wenig Schnee, viel Eis in der Loipe, Freund Bein gebrochen, ganzen Tag im Hotelzimmer, im Liegestuhl auf der Veranda liegen, Aussicht genießen, viel Kuchen essen, trotzdem viel Spaß.

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der Anorak

die Daunenjacke

Sag mal was! Deutsch – Österreichisch Manche deutschen Wörter heißen in Österreich anders. Anstatt Januar sagt man beispielsweise Jänner. Kannst du die richtigen Kombinationen finden? Wie heißt das österreichische Wort auf Deutsch? Diese Wörter kannst du benutzen: Küsschen, Januar, in diesem Jahr, Hackfleisch, Tomaten, Ohrfeige, Schälchen, Spaß, Hallo, Treppe, Kartoffeln, Schlagsahne, Tüte, Stechmücke. Jänner = Januar Gaudi = Gelse = Haferl = Sackerl = Watsche = Schlagobers =

Paradeiser = Erdäpfel = Faschiertes = Stiege = Heuer = Servus = Busserl =

LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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Schreib mal was! Wähle eine der Sehenswürdigkeiten in Wien und schreibe einen sachlichen Infotext darüber.

Sag mal was! Fotopräsentation Wähle eine Stadt oder eine Landschaft in Österreich und mache eine Fotopräsentation darüber. Zu jedem Foto musst du einen kurzen Text schreiben. Suche mindestens 8–10 gute Fotos. Vielleicht findest du auch Musik aus Österreich, die zu deiner Präsentation passt?

Die Schweiz auf einen kurzen Blick Vokabeln der Kanton fylket (i Sveits) die Landessprache språket i landet, nasjonalspråket die Mehrheit flertallet / fleirtalet die Wurzel rota die Rösti sveitsisk potetrett

Autokennzeichen Hauptstadt Wichtige Städte Währung Höchster Berg Lange Flüsse Offizielle Sprachen Nationalfeiertag Einwohner Käseverbrauch pro Kopf pro Jahr Nationalheld Lieblingsessen Skiorte Landschaften Seen Exportgüter

CH (Confoederatio Helvetica) Bern (etwa 130 000 Einwohner) Basel, Zürich, Genf, Lausanne, St. Gallen, Davos, Luzern, Lugano, Winterthur Schweizer Franken Matterhorn (4478 Meter) Rhein. Aare, Rhone, Reuss, Limmat, Saane Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch 1. August 8,5 Millionen (davon sind etwa 5,3 Millionen deutschsprachig) 15 kg Wilhelm Tell Käse, Rösti, Müsli und Schokolade St. Moritz, Davos, Pontresina, Klosters Der Jura, das Mittelland, die Voralpen, die Alpen und die Alpensüdseite, Berner Oberland Genfer See, Bodensee, Lago Maggiore, Vierwaldstättersee, Neuenburger See, Zürichsee Chemikalien, Elektronik, Maschinen, Milchprodukte, Schokolade, Uhren

Sag mal was! Arbeitet zu zweit und sprecht über die Schweiz. Benutzt dabei so viele Fragewörter wie möglich. 86

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So spricht man in der Schweiz Deutsch 63,9 %

Französisch 19,5 %

Italienisch 6,6 %

Rätoromanisch 0,5 %

Die Schweiz hat vier Landessprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Deutsch (ca. 64 %) oder genauer gesagt Schweizerdeutsch und zwar in 18 von 26 Kantonen. In vier Kantonen im Westen des Landes spricht man Französisch (ca. 20 % der Bevölkerung). Etwa 6,5 % der schweizerischen Bevölkerung sprechen Italienisch. Diese Sprachgruppe ist konzentriert in dem südlichen Kanton Tessin. Rätoromanisch, eine Sprache mit lateinischen Wurzeln, ist seit 1938 die offizielle vierte Landessprache im Kanton Graubünden (ca. 0,5 %). Dass die Schweiz vier offizielle Landessprachen hat, bedeutet nicht, dass jede Schweizerin und jeder Schweizer vier Sprachen spricht. Jeder Kanton bestimmt selbst, welche Fremdsprachen unterrichtet werden. Inzwischen ist teilweise Englisch die erste Fremdsprache. LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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In der Schweiz gibt es etwa 100 größere Dialektvariationen. Manchmal haben also auch Deutschschweizer untereinander Probleme, sich zu verstehen. Die schweizerdeutschen Dialekte braucht man mündlich, nicht schriftlich. In den Schulen ist Hochdeutsch die offizielle Sprache. Der Dialekt verbreitet sich aber immer mehr in den sozialen Medien und auch im öffentlichen Leben. Für viele Schweizer bedeutet Schweizerdeutsch oder Schwyzerdütsch, wie die Schweizer sagen, auch eine bewusste Distanzierung von Deutschland und Österreich. In allen deutschsprachigen Kantonen sprechen sie Schwyzerdütsch, z. B. in Bern, Basel und Zürich. Jedes Tal und jede Stadt in der Schweiz hat einen eigenen Dialekt. Im Schweizer Radio und Fernsehen wird in den Nachrichtensendungen Hochdeutsch, aber sonst überwiegend Schwyzerdütsch gesprochen. Glaubst du, dass du die Sprache verstehst? Hier sind einige Beispiele: Vokabeln der Arbeitnehmer arbeidstakeren / arbeidstakaren der Brunnen brønnen der Flohmarkt loppemarkedet / loppemarknaden der Glockenturm klokketårnet der Kaugummi tyggegummien / tyggjegummien der Müll søppelet das Münster domkirken / domkyrkja der Sitz setet das Versicherungsunternehmen  forsikringsselskapet die Wirtschaft økonomien

Deutsch Guten Tag! Auf Wiedersehen! Junge Kind Ich habe Fahrrad Guten Appetit! Haus WC 1–10 Danke schön Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag Sonntag Zeit Bonbon Frei Hallo Kuss

Schwyzerdütsch Grüezi! Uf Widerluege! Bueb Chind * I ha Velo En guete! Huus Hüsli, Aabee eis, zwöö, drüü, vier, füüf, sücks, sibe, acht, nüün, zää merci vielmals Mäntig Züschtig Mittwuch Dunnschtig Friitig Samschtig Sunntig Ziit Zückerli frii Hoi, sali, salü Schmatz

*Das ch spricht man wie bei auch aus.

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7 Fakten über die Schweiz 1) 1291 schließen sich die drei ältesten Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden zusammen, um ihre Freiheit zu bewahren. Wilhelm Tell wird zum Nationalhelden. 2) Papst Julius II. gründet 1506 die Schweizergarde. Seit mehr als 500 Jahren schützt sie den Vatikan in Rom. Die Soldaten tragen immer noch die traditionelle bunte Uniform. Alle Soldaten der Schweizergarde müssen Schweizer sein. 3) Henry Dunant gründet 1864 in Genf das Rote Kreuz. 4) 1848 entsteht die heutige Schweiz, die Confoederatio Helvetica. 5) Während der beiden Weltkriege bleibt die Schweiz neutral. Zur Zeit des Nationalsozialismus und im Zweiten Weltkrieg flüchten nicht nur Juden in die Schweiz, aber nur Flüchtlinge aus politischen Gründen dürfen bleiben. 6) Erst im Jahr 1971 bekommen Frauen in der Schweiz das Wahlrecht. In einigen Kantonen sogar noch später. 7) 1992 entscheidet eine Volksabstimmung gegen den Beitritt der Schweiz zur Europäischen Union.

Schreib mal was! 1) Suche Informationen über Henry Dunant und schreibe ein Interview mit ihm. Woher kommt er? Wann hat er gelebt? Was kannst du über seine Familie herausfinden? Wofür ist er bekannt? 2) Schreibe einen kurzen Text über die Schweizergarde im Vatikan. Suche Bilder und beschreibe die Aufgaben, die sie haben, und wie die Uniformen aussehen.

Bild aus dem Jahre 1976, wo nur Männer stimmen durften. Einmal im Jahr kommen alle Stimmberechtigten zusammen, um über wichtige Sachen abzustimmen.


Drei Städte in der Schweiz

Worum geht’s? 1) Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz? 2) Welche der Städte ist ein weltbekanntes Wirtschaftszentrum? 3) Wie heißt das zweitwichtigste Schweizer Finanzzentrum? 4) In welcher der drei Städte spricht man nicht Deutsch? 5) In welcher Stadt gibt es viele Märkte?

Bern, Zürich und Genf sind die bekanntesten Städte in der Schweiz. Bern ist davon die kleinste (etwa 130 000 Einwohner), aber trotzdem ist diese Stadt seit 1848 die Hauptstadt der Schweiz. Die Stadt ist auch das Zentrum eines eigenen Kantons (Kanton Bern), und die Sprache hier ist Deutsch. Bern ist für die vielen Märkte bekannt. Es gibt Blumenmärkte, Lebensmittelmärkte und selbstverständlich Flohmärkte. In Bern gibt es viel zu sehen, und viele Touristen kommen in die schöne Stadt. Es gibt ein Münster und einen bekannten Glockenturm. Wenn man Brunnen mag, gibt es in Bern mehr als 100 Brunnen zu entdecken. Der Bärenpark ist eine populäre Attraktion für Leute, die nicht nur ihren Teddybären gut finden. In Zürich leben etwa 400 000 Menschen, und sie ist die größte Stadt in der Schweiz. Jeder neunte Arbeitnehmer in der Schweiz arbeitet in Zürich. Hier spricht man Deutsch, und die Stadt ist ein weltbekanntes Wirtschaftszentrum, unter anderem mit vielen Banken und Versicherungsunternehmen. Die Stadt hat auch eine sehr gute und anerkannte Universität. Zürich ist dafür bekannt, dass es hier sehr sauber und ordentlich ist. Hier findet man keinen Müll und nicht einmal einen Kaugummi auf der Straße! In Genf oder Genève, wie die Stadt auf Französisch heißt, spricht man Französisch. Hier befindet sich der Sitz vieler internationaler politischer Organisationen. Die Stadt ist auch für Naturwissenschaftler ein wichtiger Ort, da hier das CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) seinen Sitz hat. Hier macht man Atomexperimente. Genf ist nach Zürich die zweitgrößte Stadt in der Schweiz (etwa 200 000 Einwohner) und das zweitwichtigste Finanzzentrum. Genf gilt neben Zürich als eine der teuersten Städte der Welt.

Hier kann man Obst und Gemüse kaufen.


SCHON GEWUSST? Zwei schweizerische Käsegerichte Die Schweizer lieben Käse, das ist bekannt. Aber wie heißen die beiden beliebtesten Käsegerichte in der Schweiz? Raclette und Fondue natürlich! Bei Raclette grillt man dicke Käsescheiben in einem Racletteofen und serviert das Ganze mit Pellkartoffeln und Brot. Und bei einem Fondue taucht man Brotstücke in eine Mischung aus geschmolzenem Käse, Weißwein und Kirschwasser. Es gibt allerdings viele verschiedene Fondues zusätzlich zum berühmten Käsefondue, nämlich Fleischfondue, Fischfondue oder sogar das Schokoladenfondue.

Vokabeln geschmolzen smeltet / smelta der Käse osten die Mischung blandingen / blandinga die Pellkartoffeln (pl.) kokte poteter med skall / kokte poteter med skal angeordnet ordnet, satt opp / ordna, sett opp aufgerichtet oppreist gleich straks das Stofftier stoffdyret, kosedyret zusätzlich i tillegg til das Kirschwasser kirsebærbrennevin zeigen å vise das Münster stor kirke, katedral / stor kyrkje, katedral

Sag mal was! Interview mit einem Schweizer / einer Schweizerin Arbeitet zu zweit. Du machst gerade Urlaub in der Schweiz. Jetzt sitzt du im Café und hast gerade einen Freund / eine Freundin aus Bern getroffen. Macht einen Dialog. Person 1 (Du):

Person 2 (Schweizer/Schweizerin):

Grüßen.

Zurückgrüßen.

Frage, wie es geht.

Erzähle, wie es geht.

Erzähle, dass du gehört hast, dass es verschie- Nutze die Informationen aus dem Text und dene Sprachen in der Schweiz gibt. Was kann „der berichte über Sprachen in der Schweiz. Schweizer / die Schweizerin“ darüber erzählen? Frage, ob dein/e Mitschüler/in einige Wörter auf Schweizerdeutsch kann.

Nenne einige Wörter, die du kannst, z. B. von 1 bis 10 zählen.

Frage nach bekannten Käsegerichten in der Erzähle von den Käsegerichten Fondue Schweiz. und Raclette. Sage, dass du Käse liebst und dass du es gern Dich für das Gespräch bedanken. probieren möchtest. Das Gespräch beenden.

LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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Landeskunde/Literatur Die Freestyle-Academy in Laax Hast du dich jemals gefragt, wie die Profis die coolen Tricks und Sprünge auf der Skipiste machen? In der Freestyle-Academy im schweizerischen Laax zeigen sie dir, wie es geht. Auf etwa 1000 Quadratmetern kannst du sicher die Sprünge der Profis üben und deinen ganz persönlichen Style perfektionieren. Neben Trampolinen und Skateramps gibt es hier eine Anlage für Snowboard, Ski und Skateboard. Das Allerbeste ist die Landung in einem großen Bag-Jump. Der Bag-Jump ist mit weichem Schaumstoff gefüllt, sodass es nicht wehtut beim Landen. Egal, ob du Anfänger bist oder richtig gut, in dieser Anlage kannst du sehr viel Spaß haben. Wenn du in der Freestyle-Academy trainierst, trägst du am besten bequeme, langärmlige Kleidung ohne Reißverschluss. Außerdem brauchst

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Weiter geht’s


du Turnschuhe, um gewisse Bereiche in der Freestyle Academy nutzen zu können. In den Ferien kannst du hier eine ganze Woche mit Freunden unterwegs sein und selbstverständlich neue Leute treffen. Hier jibbst du Rails und fährst die steilsten Pisten herunter. Am Abend, bei schlechtem Wetter oder einfach nach Lust und Laune kannst du die Trampolin-, Big-Airund Skateanlage der Indoor Base nutzen. Klingt das verlockend? Dann sind die Camps der Freestyle-Academy genau das Richtige für dich! Viel Spaß beim Skifahren! Frei nach laax.com

Schreib mal was! Sieh den Film über die Freestyle-Academy auf https://youtu.be/FU0hoM_hO1A und schreibe eine Zusammenfassung des Films.

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Du machst Urlaub in der Schweiz und sprichst mit einer Person über das Skifahren. Du fährst total gerne Ski. Die andere Person findet Langlauf viel besser. Begründe, warum die eine Sportart besser ist als die andere Sportart. Macht ein Dialog. A: Ich finde Skifahren viel besser, weil ich auf der Piste schnell fahren kann. B: Das stimmt, aber … Skifahren ist nicht besser, weil ich … A: Da haben Sie recht, aber … B: Das finde ich überhaupt nicht. Langlauf ist viel besser, weil ich etwas für meine Gesundheit tue. A: Also, meiner Meinung nach ist Skifahren viel lustiger, weil …

LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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Teste deine Sprache! Ergänze die passende Präposition in den folgenden Sätzen: 1) Der Junge geht 2) Wann kommst du 3) Ich stehe

Hause?

den Wald hinein. der Schule

der Tür und warte dich. 4) Das Auto fuhr ganz schnell die Ecke. 5) den Sommerferien haben wir sehr viel Eis gegessen, weil es so warm war. 6) Seine Oma ist gestern dem Flugzeug München geflogen. 7) Das Geschenk hat er das Geburtstagskind gekauft. 8) Die Katze versteckt sich dem Bett. 9) Ich sitze dem Sofa zwei Mädchen meiner Klasse. 10) Sie kommt 18 Uhr. Bitte ins Deutsche übersetzen. Har du vært i Østerrike? Landet grenser til Tyskland og ligger i Mellom-Europa. Hovedstaden i Østerrike heter Wien. I Wien er det mange kaféer, og du kan drikke mange ulike typer med kaffe. Sveits har ca. 8,5 millioner innbyggere, og de snakker flere språk. Vet du hvilke? Mange reiser til Sveits for å gå på ski. / Har du vore i Austerrike? Landet grensar til Tyskland og ligg i Mellom-Europa. Hovudstaden i Austerrike heiter Wien. I Wien er det mange kafear, og du kan drikke mange ulike typar med kaffi. Sveits har om lag 8,5 millionar innbyggjarar, og dei snakkar fleire språk. Veit du kva for språk? Mange reiser til Sveits for å gå på ski.

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die Alpen

die Rampe

Wichtige Wörter und Begriffe 4 Ich fahre in die Schweiz. Er reist in der Schweiz. die Einwohner das Café der Schriftsteller die Alpen der Dialekt die Schokolade Welche Schokolade magst du am liebsten? Wie bitte? Könnten Sie das bitte mal wiederholen? Nicht so schnell, bitte. Das habe ich nicht ganz verstanden. Wie schreibt man das? Könnten Sie das für mich buchstabieren? Ich habe nicht alles verstanden.

Jeg reiser til Sveits. / Eg reiser til Sveits. Han reiser i Sveits. innbyggerne / innbyggjarane kafeen forfatteren / forfattaren Alpene / Alpane dialekten sjokoladen Hvilken sjokolade liker du best? / Kva for ein sjokolade liker du best? Unnskyld, hva sa du? / Unnskyld, kva sa du? Kan du være vennlig å gjenta det? / Kan du vere vennleg å ta det opp att? Ikke så fort, er du snill. / Ikkje så fort, er du snill. Det forstod jeg ikke helt. / Det forstod eg ikkje heilt. Hvordan skriver man det? / Korleis skriv ein det? Kan du stave det for meg? Jeg har ikke forstått alt. / Eg har ikkje forstått alt.

Selbstbewertung nach Lektion 4: Siehe Seite 345. LEKTION 4

– Ab in die Berge – Österreich und die Schweiz

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LEKTION 5

5

Guten Appetit!

SCHWERPUNKTE:

Deine Essgewohnheiten – eine Umfrage Was essen die Deutschen? Spezialitäten Essen einkaufen Fleisch essen oder nicht?

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Der Wiener Naschmarkt Josef Zotter – der österreichische Schokoladenpionier

GRAMMATIK:

Adjektive, Wiederholung von Fragewörtern Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was ist dein Lieblingsessen und -getränk? Vergleiche in der Klasse.

Was essen die Deutschen? Vokabeln die Portion porsjonen das Sauerkraut surkålen das Schweinefleisch svinekjøttet mögen å like das Nudelgericht pastaretten deftig kraftig, mektig die Speisekarte menyen geschmackvoll smakfull nennen her: å kalle die Schweinshaxe svineknoken das Eisbein røkte, kokte griselabber / røykte, kokte griselabbar unbeliebt upopulær anbieten å tilby die Wurst pølsa gekocht kokt gebraten stekt / steikt genießen å nyte

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Was ist deiner Meinung nach das Lieblingsessen der meisten Deutschen? Eine große Portion Sauerkraut? Dicke gebratene Schnitzel? Fettiges Schweinefleisch? Falsch! Die richtige Antwort ist: Pizza! Die Deutschen lieben Pizza und essen sie unglaublich gern und oft. Am besten schmeckt ihnen die dünne italienische Pizza. Der durchschnittliche Deutsche isst eigentlich selten echte deutsche Gerichte. Und wenn man die Deutschen fragt, welches Essen sie am liebsten mögen, ist die Antwort meistens: italienische Speisen. Eine leckere Pizza, verschiedene Nudelgerichte, italienisches Eis, Olivenöl, deftige Tomatensoßen … Mmm! Fast die Hälfte aller Restaurants in Deutschland sind italienische Restaurants. In Deutschland gibt es mehr als sieben Millionen Ausländer. Das merkt man natürlich an der Speisekarte. Fast genauso gern wie eine geschmackvolle Pizza essen die Deutschen Gyros und Kebab. Das ist eigentlich das Gleiche, aber die Türken nennen es Kebab, die Griechen Gyros. Wie wäre es mit einer spanischen Paella, einem französischen NizzaSalat, amerikanischem Fast Food, gegrillten Steaks aus Argentinien, frisch gefangenem Lachs aus Norwegen etc.? Beim Essen sind die Deutschen wirklich sehr international. Aber wo bleibt das typisch deutsche Essen? Das gute alte, echte Sauerkraut, die fettige Schweinshaxe oder das bekannte Eisbein? Viele Jahre war deutsches Essen unbeliebt, vor allem bei Jugendlichen. Deutsches Essen, das war etwas für die alten Leute. Aber seit ein paar Jahren gibt es ein Comeback. Es gibt immer mehr Restaurants, die deutsche Spezialitäten anbieten, z. B. im Nikolaiviertel in Berlin. Hier kann man unter anderem Grünkohl, Eisbein, Schweinshaxe, Rouladen, Würstchen, Sauerkraut und vieles mehr genießen. Nirgendwo auf der Welt gibt es so viele unterschiedliche Wurstarten wie in Deutschland. Es gibt unter anderem Frankfurter, Pfälzer, Weißwurst, Fränkische, Bockwurst, Regensburger und tausend andere Sorten. Die meisten Deutschen lieben eine knackige Wurst, und sie essen sie gekocht oder gebraten, mit Ketchup oder Senf oder mit beidem. Die typische norwegische „Lompe“ kennt man in Deutschland nicht. Hier isst man eine Semmel, also ein frisches Brötchen zu der Wurst, oder man genießt sie mit Sauerkraut, Kartoffelsalat oder salzigen Pommes frites. Die Wurst spielt sogar in der deutschen Sprache eine Rolle. „Jetzt geht es um die Wurst!“, sagt man, bevor eine wichtige Entscheidung gefällt wird. „Das ist mir wurst“ bedeutet, dass einem etwas völlig gleichgültig oder egal ist.


der Stuhl

Obwohl viel Wurst und Schweinefleisch gegessen wird, ist das heutige deutsche Essen viel gesünder als früher, denn inzwischen kocht man mit weniger Fett und weniger Zucker. Und mit mehr Liebe! Guten Appetit!

Worum geht’s?

Schreib mal was!

Richtig oder falsch?

Suche zehn Adjektive in dem Text „Was essen die Deutschen?“ und bestimme die Endungen. Unterscheide zwischen der starken und der schwachen Deklination.

1) 2) 3) 4) 5)

Die Deutschen essen am liebsten deutsches Essen. Viele lieben die dünne italienische Pizza. Es gibt nur eine deutsche Wurstsorte. Das traditionelle deutsche Essen ist wieder modern. Es gibt weniger als fünf Millionen Ausländer in Deutschland. 6) Das beliebteste Essen kommt aus Spanien. 7) Zu Würstchen isst man gern eine Semmel.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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urt und Beeren. Ein Glas mit Yogh

Vokabeln die Mahlzeit måltidet morgens om morgenen / om morgonen das Frühstück frokosten / frukosten die Mensa kantinen der Eintopf gryteretten die Gesundheit helsen, sunnheten / helsa, sunnheita der Schweinebraten skinkesteiken, svinesteiken / skinkesteika, svinesteika der Kloß her: potetballen, raspeballen der Gulasch ungarsk gryterett die Nudeln (pl.) pasta nachmittags om ettermiddagen das Wochenende helgen / helga achten auf å passe på das Vollkornbrot helkornbrødet / heilkornbrødet

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Weiter geht’s

Was isst man wann in Deutschland? Tobias (16): Ich frühstücke immer gegen sieben Uhr. Dann esse ich meistens zwei leckere Brötchen, die mein Vater früh am Morgen vom Bäcker holt, und ich trinke frisch gepressten Orangensaft. Meine Mutter arbeitet bei der Deutschen Bank. Sie kommt erst um fünf Uhr nach Hause. Mein Vater isst tagsüber in der Firma. Normalerweise gehe ich in der großen Pause mittags nach Hause. Ich esse etwas Kleines, einen Joghurt oder ein paar Brote. Abends kocht dann meine Mutter eine warme Mahlzeit für uns alle. Am liebsten mag ich italienisches Essen. Thea (18): Zum Frühstück esse ich immer Müsli. Das gefällt mir, weil ich morgens nicht so viel Appetit habe. Zweimal in der Woche habe ich spät am Nachmittag Unterricht. Dann esse ich um zwölf Uhr etwas Warmes in der Mensa, oft eine kleine Pizza oder einen gesunden Eintopf mit viel Gemüse. Meine Mutter gibt mir immer Bananen oder Äpfel mit in die Schule. Sie achtet immer auf meine Gesundheit. Frank (17): Also, ich bin froh, wenn ich zu Hause essen kann. Mein Vater kocht richtig gut. Am liebsten mag ich Schweinebraten mit Klößen oder Gulasch mit Nudeln. Mein Vater kommt nachmittags nach Hause, dann


essen wir warm. In der Woche habe ich selten Zeit für ein gutes Frühstück. Ich schlafe lieber etwas länger. Aber an den Wochenenden genieße ich ein leckeres Frühstück mit meinem kleinen Bruder. Wir schlafen oft bis elf oder zwölf Uhr. Es ist fast Mittagszeit, wenn wir frühstücken. Andrea (16): Es gibt ein kleines Problem. Nicht alles, was man isst, ist gesund. Und es ist wichtig, dass ich auf meine schöne Figur achte. Ich esse mittags warm und mache hinterher viel Sport. Abends mache ich oft eine kleine Diät. Am Wochenende esse ich dann abends mit meiner Familie warm, natürlich vor dem Training. Das Frühstück ist sehr wichtig für mich, dann esse ich frisches Vollkornbrot, einen selbst gemachten Fruchtjoghurt und viel Obst. Kaffee trinke ich natürlich nicht, nur grünen Tee und frisch gepresste Säfte.

Worum geht’s? 1) Was frühstücken die Jugendlichen im Text? 2) Wann essen sie warm? 3) Was mag Frank am liebsten? 4) Was ist wichtig für Andrea?

Die Bestellung Heinrich: Wir möchten gern bestellen. Kellner: Ja bitte, was hätten Sie gern? Heinrich: Ich nehme eine Gemüsesuppe und einen gemischten Salat. Aber keine Zwiebeln, bitte. Ich möchte lieber viele Tomaten. Geht das? Kellner: Ja, natürlich! Und Sie? Was darf ich Ihnen bringen? Mathias: Ein Wiener Schnitzel. Und als Vorspeise eine Zwiebelsuppe. Kellner: Möchten Sie vielleicht etwas Brot und Oliven? Mathias: Nein, danke. Kellner: Und was möchten Sie trinken? Mathias: Ein Bier, bitte. Heinrich: Ich nehme ein Spezi. Kellner: Kommt sofort! Kellner: Hat es Ihnen geschmeckt? Heinrich: Danke, es war ausgezeichnet. Mathias: Ja, mir hat es auch sehr gut geschmeckt. Kellner: Möchten Sie noch einen Nachtisch? Mathias: Nein, danke, aber zwei Espressi. Und die Rechnung, bitte. Kellner: Getrennt oder zusammen? Mathias: Zusammen bitte. Kellner: Das macht 33 Euro. Mathias: 35 bitte. Das stimmt so. Kellner: Dankeschön!

Vokabeln ausgezeichnet utmerket / framifrå die Bestellung bestillingen / bestillinga gemischt blandet / blanda getrennt separat, hver for seg / kvar for seg der Nachtisch desserten das Brot brødet gut schmecken å smake godt das (der) Spezi blanding av cola og appelsinsaft die Gemüsesuppe grønnsaksuppe / grønsaksuppe die Vorspeise forretten wdie Zwiebel løken / lauken

Sag mal was! Arbeitet zu dritt / zu viert und macht ein Rollenspiel im Restaurant. Benutzt den Dialog als Muster und macht einen Kurzfilm.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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Sag mal was! Rollenspiele Arbeitet zu zweit oder zu dritt und wählt mindestens zwei der Rollenspiele: 1A Gast:

1B Kellner:

2A Gast:

2B Kellner:

3A Gast:

3B Gast:

3C Kellner:

4A Gast:

4B Gast:

4C Kellner:

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Weiter geht’s

Du rufst den Kellner und fragst nach der Speisekarte. Dann bestellst du einen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen mit Vanilleeis. Du bezahlst und gibst viel Trinkgeld. Du flirtest mit dem Kellner. Du gehst zum Gast und gibst ihm eine Speisekarte. Du fragst dann, was der Gast essen oder trinken möchte. Möchte der Gast auch Milch oder Zucker zum Kaffee? Zum Schluss machst du die Rechnung fertig. Du bist sehr zufrieden mit dem Trinkgeld und machst dem Gast nette Komplimente. Du rufst den Kellner und fragst nach der Speisekarte. Dann bestellst du einen Kaffee mit Milch, aber ohne Zucker und ein Stück Schokoladentorte. Es schmeckt lecker. Du möchtest bezahlen, aber findest dein Portemonnaie nicht. Du fragst, ob du später bezahlen kannst. Du gehst zum Gast und gibst ihm eine Speisekarte. Du fragst dann, was der Gast essen oder trinken möchte. Du fragst, ob der Kuchen schmeckt. Zum Schluss machst du die Rechnung fertig. Der Gast kann sein Portemonnaie nicht finden. Du sagst, dass er später zurückkommen und dann bezahlen kann. Du rufst den Kellner und fragst nach der Speisekarte. Du kannst dich nicht entscheiden, was du bestellen möchtest, aber bestellst dann einen Milchshake mit Schokolade und ein Espresso mit viel Zucker. Du bezahlst getrennt. Es schmeckt gut. Du bestellst eine Cola Zero und einen großen Eisbecher mit vier Kugeln Eis, Erdbeereis, Vanilleeis und Zitroneneis. Das Eis ist nicht ganz perfekt, weil es geschmolzen ist. Du bezahlst getrennt, gibst kein Trinkgeld und bist sauer. Du gehst zu den Gästen und gibst ihnen eine Speisekarte. Du fragst dann, was sie essen oder trinken möchten. Du erklärst, welche Eissorten und Milchshakes es gibt. Es tut dir sehr leid, dass das Eis geschmolzen ist. Zum Schluss machst du die Rechnung fertig und fragst, ob sie zusammen oder getrennt bezahlen möchten. Du rufst den Kellner und fragst nach der Speisekarte. Du bestellst ein Glas Tee mit Zitrone und fragst, was ein Eis Venezia ist. Du möchtest deine Freundin einladen und mit deiner Kreditkarte bezahlen. Die Karte ist leider ungültig. Ihr streitet. Du bestellst einen Milchkaffee und fragst, welche Kuchensorten es gibt. Dein Freund möchte mit seiner Kreditkarte bezahlen, aber sie ist leider ungültig. Du musst schon wieder bezahlen und bist sauer auf deinen Freund, der nie Geld hat. Ihr streitet. Du gehst zu den Gästen und gibst ihnen die Speisekarte. Du fragst dann, was der junge Mann und seine Freundin essen oder trinken möchten. Du erklärst, was das Eis Venezia ist: eine Spezialität des Hauses mit viel Obst (Himbeeren, Banane und Birne) und Sahne. Du erzählst auch, dass es heute Käsekuchen und Karottenkuchen gibt. Zum Schluss machst du die Rechnung fertig und fragst, ob sie zusammen oder getrennt bezahlen möchten. Es ist dir sehr peinlich, wenn die Gäste über Geld streiten.


Wie sagt man das auf Deutsch? Suche im Text die entsprechenden deutschen Ausdrücke. Lerne sie dann auswendig. 1) Regningen, vær så snill. / Rekninga, ver så snill. 2) Vil dere betale sammen eller hver for seg? / Vil de betale saman eller kvar for seg? 3) Det blir 50 euro. 4) Vi vil gjerne bestille. 5) Smakte det?

Schreib mal was! Formuliere ein Gespräch mit dem Kellner, indem du die unten stehenden Sätze benutzt: „Danke, es schmeckt fantastisch / sehr gut / gut.“ „Nein, …“ … der Salat ist nicht frisch / zu sauer / zu salzig. … die Suppe ist zu scharf / zu salzig. … das Fleisch ist zu kalt / zu fett / zu trocken. … die Soße ist zu fett / zu salzig / zu scharf. … das Brot ist zu trocken / zu alt / zu hart. … das Bier ist zu warm. Wichtige Verben: gefallen, mögen, schmecken, trinken, essen, duften

Gruppenaufgabe Eröffnet euer eigenes Lokal! In Deutschland gibt es viele unterschiedliche Arten von Lokalen, zum Beispiel: Restaurants, Wirtshäuser, Kneipen, Cafés, Bars, Pubs usw. Jetzt werdet ihr ein eigenes Lokal eröffnen. Arbeitet in kleinen Gruppen und erstellt ein Konzept. A: Welcher Lokaltyp soll es sein? Sammelt Merkmale des jeweiligen Lokaltyps, das ihr eröffnen wollt. B: Was wollt ihr euren Gästen bieten? Überlegt euch eine Besonderheit, die es nur bei euch geben wird. Das kann eine außergewöhnliche Spezialität, aber auch ein spezieller Ort, ein besonderes Ambiente oder ein interessantes Abendprogramm sein. C: Wie soll euer Lokal heißen? D: Wie ist der Stil und die Zielgruppe? (Altersgruppen, Preisklasse, Angebot von Essen und Trinken, Ausstattung und Deko des Lokals etc.) Präsentiert eure Ergebnisse digital in der Klasse.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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Das Spaghettieis

Merkwürdiges Essen und Trinken aus Deutschland Ein falscher Hase ist kein echter Hase, sondern ein Braten aus Hackfleisch, Zwiebeln und Speck. Er kommt in den Ofen und wird dort gebacken. Das Spezi ist ein Getränk, das aus Cola und Fanta besteht. Schmeckt lecker! Ein Radler oder ein Alsterwasser ist ein sehr beliebtes Getränk. Man mischt 50 % Bier und 50 % Zitronenbrause. Ein kalter Hund ist ein Kuchen aus Kakao, Kokosfett und Keksen. Er ist wirklich sehr, sehr süß und hat viele Kalorien! Eine Currywurst ist eine Bratwurst, die in Stücke geschnitten wird. Darüber kommt Ketchup und sehr viel Currypulver. Vorsicht: scharf! Pumpernickel ist keine Süßigkeit, sondern ein sehr dunkles, fast schwarzes Brot aus Roggen. Es schmeckt ein wenig säuerlich. Wenn du Pommes rot-weiß bestellst, bekommst du deine Pommes frites mit Ketchup und Mayonnaise. Komisch? Nein, es ist völlig normal!

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Weiter geht’s


Ein Wackelpeter oder Götterspeise ist ein Pudding aus Wasser und Gelatine: durchsichtig und wackelig. Kinder lieben den Wackelpeter, und man bekommt ihn oft als Geburtstagsessen. Der Pudding ist normalerweise rot, gelb oder grün. Spaghettieis ist eine leckere Eisspezialität, deren Name auf ihr besonderes Aussehen zurückzuführen ist. Die Eisspezialität besteht aus gepresstem Vanilleeis (ursprünglich durch einen Fleischwolf gepresst) auf Schlagsahne. Das Eis wird mit Erdbeersoße und geraspelter weißer Schokolade dekoriert, und es sieht aus wie ein echtes italienisches Spaghettigericht – aus Eis! Mmm, lecker!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Wie mischt man ein Radler? Wie heißt die leckere Eisspezialität? Wie macht man ein Spezi? Wie heißt das schwarze Brot? Welche Farbe hat der Wackelpudding?

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Welche norwegischen Spezialitäten kennt ihr? Erklärt einander diese norwegischen Gerichte auf Deutsch. Sprachhilfe: die Frikadelle der Fisch das Schaf das Rentier der Elch die Soße die Keule der Kohl der Eintopf der Ziegenkäse trocken der Nachtisch

kjøttkaka, frikadellen fisken sauen reinsdyret elgen sausen låret kålen gryteretten geitosten tørr desserten

Schlagsahne

krem, fløtekrem, pisket krem / krem, fløytekrem, piska krem hodet / hovudet tyttebæret syltetøyet jordbæret rugen (kornsort) lommeboka

der Kopf die Preiselbeere die Marmelade die Erdbeere der Roggen die Brieftasche / das Portemonnaie das Ambiente atmosfæren, omgivelsen / omgivnaden

LEKTION 5

Guten Appetit!

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die Trauben

Sag mal was!

Du bist dran!

Welche Mengenangaben für Lebensmittel gibt es? Es gibt für viele Maßeinheiten eine Abkürzung. Verbinde die richtige Abkürzung mit der Maßeinheit.

Klassenumfrage: Was isst du wann?

1) 2) 3) 4) 5) 6) 7)

die Flasche die Packung das Kilogramm der Milliliter das Gramm das Stück der Liter

a) b) c) d) e) f) g)

l kg Pkg. Stk. Fl. g ml

Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 341.

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Weiter geht’s

1) Unten stehen einige Fragen, die mit dem Thema Essen und Trinken zu tun haben. Stelle deinen Mitschülern die Fragen: Was frühstückst du gern? Wann isst du warm? Was ist dein Lieblingsessen? Was magst du überhaupt nicht? Was ist dein Lieblingsgetränk? Was isst du am liebsten zum Nachtisch? Welches Obst magst du am liebsten? Was ist dein Lieblingsgemüse? Wie viele Mahlzeiten isst du am Tag? 2) Welches Gericht und welches Getränk sind am beliebtesten in der Klasse? 3) Welches Obst und Gemüse mögen die Schüler am liebsten? 4) Welchen Nachtisch haben die meisten Schüler als Favoriten? 5) Sammle alle Antworten in der Klasse und berechne in Prozent, was die Schüler am liebsten essen und trinken. 6) Erzähle der Klasse, was du herausgefunden hast. 7) Du kannst danach gern eine mathematische Statistik zum Ergebnismachen.


Du bist dran! Einkaufen zu zweit Der eine möchte bald eine kleine Tex-Mex-Party mit Freunden feiern und geht mit einer großen Einkaufsliste ins Lebensmittelgeschäft. Der andere (der Inhaber des Ladens) hat nur eine sehr begrenzte Warenauswahl, aber möchte gern verkaufen. Führt einen Dialog! Kunde/Kundin: Ich möchte kaufen: 10 l Zitronenbrause 24 Tacoschalen 1 kg Tomaten 6 x 1,5 l Cola light 4 Tüten Nachochips 1 Stück Käse (Jarlsberg) 5 Dosen Mais 4 Paprika 2 Packungen Kekse 2 Gläser Jalapenos 2 kg Rinderhack 4 Zwiebeln Salsa Schokoladeneis zum Nachtisch

Ich habe 50 €Verkäufer/Verkäuferin: Ich habe: 1 l Orangenbrause € 1,05 Brot € 3,00 2 l Cola Zero € 2,70 Kartoffelchips € 3,50 Käse (Gouda) € 5,05 Schokoladeneis € 3,50 frischen Mais € 1,99 Paprika € 1,90 Kekse € 2,90 1 kg Hackfleisch vom Rind € 8,00 1 Packung Tacokit € 4,99 Joghurteis € 3,29 1 Glas Peperoni € 2,10 Salatmix € 2,40

Sprachhilfe: Kann ich Ihnen helfen? Was kann ich für Sie tun? Ich veranstalte eine Tex-Mex-Party und brauche … Ich hätte gern … Haben Sie vielleicht? Das ist sehr teuer! Das ist sehr gesund. Das habe ich leider nicht. Es ist leider ausverkauft.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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Essen einkaufen in Deutschland Vokabeln schon allerede / allereie der Laden butikken beraten å gi råd die Metzgerei slakteriet die Bratwurst grillpølsa die Kochwurst pølse som er kokt die Knackwurst knakkpølsa der Lidschatten øyenskyggen / augeskuggen

Hast du schon mal von einem „Tante-Emma-Laden“ gehört? So heißt in Deutschland ein kleiner Lebensmittelladen. Hier findet man alles, was man zum Kochen braucht: Butter, Tomaten, Milchprodukte, Käse, Wein, Würstchen und vieles mehr. In so einem Laden macht das Einkaufen richtig Spaß. Hier wird man nämlich persönlich beraten, und „Tante Emma“ hat immer Zeit für ein kleines Gespräch mit den Kunden. Essen einkaufen in Deutschland ist toll! Es gibt z. B. in fast jeder Straße eine Bäckerei. Dort kaufen viele Deutsche jeden Morgen frische Brötchen. Außer Brötchen gibt es in der Bäckerei auch Brot, Brezeln, Kuchen und Kekse. Wenn eine Bäckerei auch ein Café hat, kann man Kaffee trinken, Kuchen oder Torte essen, Zeitung lesen und mit Freunden reden. In der Metzgerei gibt es alles, was aus Fleisch gemacht ist. In Deutschland gibt es viele Metzgereien, auch Fleischereien oder Schlachter genannt, wo man eine große Auswahl verschiedener Wurstsorten und Schinken findet. Man kann Grillwürstchen oder Bratwürste, Kochwurst oder Knackwurst kaufen. Die Drogerie bietet alles, was man für den Körper braucht: Bodylotion, Shampoo, Spülung, Zahnpasta oder Schminksachen wie Nagellack, Mascara, Lidschatten oder Lippenstift. In einer Drogerie kann man aber auch Getränke und verschiedene Snacks wie z. B. Schokolade, Chips, Kekse, Bonbons oder Lollis kaufen.

Sag mal was! Wie können sich die Menschen gesund ernähren? Gesunde Ernährung muss an den Lebensstil des einzelnen Menschen angepasst sein. Wie man sich am besten ernähren soll, ist davon abhängig, wie alt man ist, ob man körperliche Arbeit macht usw. Lies die Ernährungstipps und ordne zu, für wen diese Tipps passen. Es sind mehrere Tipps pro Gruppe möglich. a) Ältere Menschen b) Kinder c) Sportler und Sportlerinnen 1) Kleinere Portionen essen. 2) Ca. 3–4 Stunden vor der Aktivität Kohlenhydrate (Brot, Nudeln, Reis) essen. 3) Genügend trinken (1,5 Liter Wasser pro Tag), auch wenn man keinen Durst hat.

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ll! eckt to Die Salami schm

4) 5) 6) 7) 8)

Bei Bluthochdruck weniger Salz verwenden. Sich genügend Zeit für ein gesundes Frühstück nehmen. Vor und auch während des Trainings viel trinken. Statt Süßigkeiten lieber Obstsalat essen. Selbst entscheiden, ob man aufessen will oder nicht.

Begründe deine Wahl. Beispiel: Ältere Menschen sollten kleinere Portionen essen, weil sie weniger Kalorien verbrauchen und ihre Verdauung mit der Zeit langsamer und schwächer wird.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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Fleisch essen oder nicht? Vokabeln ganz und gar nicht aldeles ikke / slett ikkje der Allesfresser alteteren / altetaren grausam grusom / frykteleg der Schlachthof slakteriet quälen å plage der Bericht rapporten das Hähnchen kyllingen geschlachtet slaktet / slakta das Lebewesen levende vesen / levande vesen töten å drepe der Kuhstall fjøset heutzutage nå for tiden / no for tida der Leistungssportler proffidrettsutøveren / proffidrettsutøvaren sogar til og med der Rinderwahnsinn kugalskapen der Krebs her: kreftsykdommen / her: kreftsjukdommen krebserregend noe som kan fremkalle kreft / noko som kan framkalle kreft

Viele junge Leute in Deutschland haben zum Thema Fleisch essen oder nicht eine ziemlich eindeutige Meinung. Laura und Jost sind zwei gute Freunde, die sich ganz und gar nicht einig sind, wenn es um dieses Thema geht. Jost:

Laura:

Jost: Laura: Jost: Laura:

Jost: Laura:

Jost: Laura: Jost:

Laura:

Jost:

Laura:

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Es ist doch ganz klar: Der Mensch ist von Natur aus ein Allesfresser. Das bedeutet, dass wir auch Fleisch essen müssen. Ich sehe hier überhaupt kein Problem. Das ist zu einfach, Jost! Denk an die Tierhaltung. Die Tierhaltung ist meistens grausam. Viele Tiere werden im Schlachthof sehr gequält. Hast du nicht die Berichte im Fernsehen gesehen, die über Hähnchen? Was meinst du? Sie leben auf engstem Raum und leben nur, um geschlachtet zu werden. Das ist doch nicht richtig, oder? Menschen müssen lebende Organismen essen. Es macht keinen Unterschied, ob man Pflanzen oder Tiere isst. Das stimmt gar nicht! Es ist nämlich wissenschaftlich bewiesen, dass der Mensch auch ohne Fleisch gesund leben kann. Fleisch essen ist deshalb nicht notwendig. Auch Pflanzen sind Lebewesen. Wenn wir Pflanzen essen, töten wir sie. Das ist genauso wie Fleisch essen, oder? Die Fleischproduktion ist sehr teuer und verbraucht viel zu viel Energie, Wasser und Pflanzenfutter für die Tiere. Denk mal an die vielen Maschinen im Kuhstall und wie viel Strom man verwendet. Alles ist ja heutzutage elektronisch. Das verstehe ich überhaupt nicht. So viel kostet Strom wohl nicht, oder? Das kannst du gern im Internet lesen. Du hast ja keine Ahnung, Jost! Weißt du was? Fleisch ist einfach gesund, und wir Menschen brauchen Proteine für unsere Muskeln. Du weißt doch selbst, wie viel ich trainiere. Wenn ich nur Pflanzen essen würde, könnte ich kein Leistungssportler sein. Doch, das könntest du. Weißt du nicht, dass Fleisch essen sehr gefährlich sein kann? Im Fleisch können Salmonellen und Trichinen sein, und man kann sogar Rinderwahnsinn bekommen! Rotes Fleisch ist auch überhaupt nicht gesund für das Herz und den Kreislauf. In großen Mengen konsumiert, kann es sogar krebserregend sein. Na ja, das klingt sehr dramatisch. Du, Laura, ich muss los. Ich treffe Ömer und Johannes beim Imbiss. Wir werden zusammen eine leckere Currywurst essen. Kommst du mit? Nie im Leben!


Sag mal was! 1) Arbeitet zu zweit und spielt das Gespräch nach. 2) Lernt das Gespräch auswendig. 3) Baut eure eigene Meinung zum Thema mit ein. Sprachhilfe: Ich bin sicher … Ich finde (nicht) … Ich meine … Ich glaube (nicht), dass … Ich bin (nicht) der Meinung, dass … Meiner Meinung nach … Das sehe ich anders.

Jeg er sikker … / Eg er sikker … Jeg synes (ikke) at … / Eg synest (ikkje) at … Jeg mener at … / Eg meiner at … Jeg tror (ikke) at … / Eg trur (ikkje) at … Jeg mener (ikke) at … / Eg meiner ( ikkje) at … Etter min mening … / Etter mi meining … Det synes/mener ikke jeg, jeg ser annerledes på det. / Det synest/meiner ikkje eg, eg ser annleis på det. Nein, das stimmt nicht. Nei, det stemmer ikke. / Nei, det stemmer ikkje. Das glaube ich nicht. Det tror jeg ikke. / Det trur eg ikkje. Das ist falsch. Det er feil. Entschuldigung, ich habe das nicht verstanden. Unnskyld, det forstod jeg ikke. / Unnskyld, det forstod eg ikkje. Kannst du das noch einmal erklären? Kan du forklare det en gang til? / Kan du forklare det ein gong til? Wie meinst du das? Hva mener du med det? / Kva meiner du med det? Ich verstehe nicht, was du damit meinst. Jeg forstår ikke hva du mener med det. / Eg forstår ikkje kva du meiner med det.

LEKTION 5

Guten Appetit!

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Vokabeln der Markt markedet / marknaden die Herkunft opprinnelsen / opphavet die Tatsache faktumet die Müllhalde søppeldynga die Leckerei søtsaken / søtsaka die Asche asken / oska die Gurke agurken die Meeresfrüchte (pl.) sjømat naschen å småspise / å småete, naske die Radieschen reddiken der Bummel handleturen

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Landeskunde/Literatur Der Wiener Naschmarkt Der Naschmarkt besteht seit 1786 und ist mit rund 2,3 Hektar der größte Markt in Wien/Österreich. Im Jahr 1905 bekam der Naschmarkt seinen offiziellen Namen. Die Herkunft ist aber nicht ganz erwiesen. Tatsache ist, dass der berühmte Markt zuerst „Aschenmarkt“ und ab etwa 1820 Naschmarkt genannt wurde. Die Wienerinnen und Wiener nannten ihren neuen Markt zuerst Aschenmarkt, weil an dieser Stelle früher ein kleiner Milchmarkt an der städtischen Aschen- und Müllhalde existierte. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Bezeichnung „Naschmarkt“ übernommen, und man kann sich vorstellen, dass es sich möglicherweise um ein Wortspiel handelt. Denn auf diesem Markt gab es sehr viele Leckereien, die aus verschiedenen Ländern stammten.


Ab 1916 wurde am Ausgang des Marktes ein Obst-, Gemüse- und Blumenmarkt eingerichtet. Ein Besuch auf dem Wiener Naschmarkt lohnt sich immer! Hier kann man japanische Spezialitäten, italienische Grillspeisen, frischen Fisch und Meeresfrüchte und die klassische Wiener Küche genießen. Magst du Gemüse? Hier gibt es alles: rote und grüne Äpfel, herrliche grüne Wiener Gurken, orange Karotten, frische Radieschen, blutrote persische Granatäpfel und leckere Erdbeeren. Der Marktbummel auf dem Naschmarkt ist wie eine kulinarische Weltreise.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Woher kommt der Name des Marktes? Wie groß ist der Naschmarkt? Was kann man hier kaufen? Seit wann gibt es den Markt? Was wurde ab 1916 am Ausgang eingerichtet?

Internetaufgabe Besuche die Internetseite vom Naschmarkt: http://www.wienernaschmarkt.eu Was findet jeden Samstag auf dem Wiener Naschmarkt noch statt? Wie viele Marktstände gibt es ungefähr? Nenne einige Stände.

Teste deine Sprache! Bitte die folgenden Sätze ins Deutsche übersetzen. Denk besonders an die Adjektivendungen. 1) Den gamle mannen kjøper et grønt eple. / Den gamle mannen kjøper eit grønt eple. 2) Den lille jenta leser en spennende bok. / Den vesle jenta les ei spennane bok. 3) Vi spiser en kald is fordi det er en varm dag. / Vi et ein kald is fordi det er ein varm dag. 4) Har du sett den nye bilen hennes? / Har du sett den nye bilen hennar? 5) Etter den spennende filmen gikk vi hjem. / Etter den spennande filmen gjekk vi heim. LEKTION 5

Guten Appetit!

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die Kakaobohnen

Josef Zotter – der österreichische Schokoladenpionier „Zotter“ ist eine bekannte Schokoladenmarke aus Österreich. Der Familienbetrieb wurde 1987 von Josef Zotter gegründet. Er wurde am 21. Februar 1961 in Feldbach in der Steiermark geboren. Nach der Schule machte er eine Lehre als Koch und Kellner und schließlich auch die Prüfung zum Konditormeister. Ein Konditor macht Torten, Kuchen, Pralinen, Petit Fours, kandierte Früchte und auch Speiseeis. Zotter arbeitete längere Zeit als Koch und Küchenchef in verschiedenen Luxushotels, unter anderem auch in New York. Josef Zotter ist verheiratet mit Ulrike Zotter, die ebenfalls in der Firma arbeitet. Sie ist die Managerin. Josef und Ulrike Zotter haben drei Kinder: Julia, Michael und Valerie. Josef Zotter erfindet immer neue Füllungen und ist besonders für die flüssige Füllung bekannt. Das gesamte Sortiment der Firma Zotter wird biologisch hergestellt. Außerdem kauft Zotter direkt bei den Kakaobauern ein und unterstützt somit den fairen Handel.

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Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

Wann wurde Josef Zotter geboren? Welche Berufe lernte Josef Zotter nach der Schule? Wo arbeitete Josef Zotter für längere Zeit? Mit wem ist Josef Zotter verheiratet? Welche Aufgaben hat ein Konditor? Als was arbeitet Frau Zotter? Wer ist Julia Zotter? Auf welche Weise unterstützt Zotter den fairen Handel?

Wichtige Wörter und Begriffe 5 Was frühstückst du gern?

Hva spiser du gjerne til frokost? / Kva et du gjerne til frukost? Wann isst du warm? Når spiser du varm mat? / Når et du varm mat? Was ist dein Lieblingsessen? Hva er yndlingsmaten din? / Kva er yndlingsmaten din? Was magst du überhaupt nicht? Hva liker du overhodet ikke? / Kva liker du slett ikkje? Was ist dein Lieblingsgetränk? Hva er yndlingsdrikken din? / Kva er yndlingsdrikken din? Was isst du am liebsten zum Nachtisch? Hva spiser du helst til dessert? / Kva et du helst til dessert? das Obst frukten / frukta das Gemüse grønnsakene / grønsakene die Mahlzeit måltidet Danke, es schmeckt fantastisch / sehr gut / gut. Takk, det smaker fantastisk / veldig godt / godt. Der Salat ist nicht frisch / zu sauer / zu salzig. Salaten er ikke fersk / for sur / for salt. / Salaten er ikkje fersk / for sur / for salt. Die Suppe ist zu scharf / zu kalt. Suppen er for sterk / for kald. / Suppa er for sterk / for kald. Das Fleisch ist nicht gar / zu fett / zu trocken. Kjøttet er ikke gjennomstekt / for fett / for tørt. / Kjøttet er ikkje gjennomsteikt / for feitt / for tørt. Die Soße schmeckt herrlich Sausen smaker nydelig. / Sausen smaker nydeleg. Das Brot ist zu trocken / zu alt / zu hart. Brødet er for tørt / for gammelt / for hardt. / Brødet er for tørt / for gammalt / for hardt. Das Bier ist zu warm. Ølet er for varmt. / Ølet er for varmt.

Selbstbewertung nach Lektion 5: Siehe Seite 345. LEKTION 5

Guten Appetit!

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LEKTION 6

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Es war einmal …

SCHWERPUNKTE:

Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm Märchen: Frau Holle, Rumpelstilzchen und Märchen vom kleinen Klaus

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Die deutsche Märchenstraße Ein Epos aus uralten Zeiten – das Nibelungenlied

GRAMMATIK:

Präteritum Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was ist ein mündlicher Text? Was bedeutet „Es war einmal“? Welche Märchen kennst du? Kennst du typische Merkmale für Märchen? Welche deutschen und norwegischen Märchensammler kennst du? Was ist eine Fabel?

Die Brüder Jakob und Wilhelm Grimm „Es war einmal …“ So fangen viele Märchen der Brüder Grimm an. Ihre bekannte Märchensammlung „Kinder- und Hausmärchen“ erschien zum ersten Mal im Jahre 1812 und hat viele Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Auch in Norwegen kennen wir die Geschichten von Rotkäppchen und Schneewittchen, von Hänsel und Gretel und der bösen Hexe, vom bösen, hungrigen Wolf und von Dornröschen, das von einem edlen und tapferen Prinzen durch einen Kuss aus dem langen Schlaf geweckt wird. Jakob und Wilhelm Grimm wurden 1785 und 1786 in der hessishen Stadt Hanau geboren und lebten und arbeiteten ihr ganzes Leben lang zusammen. Die Brüder waren Spezialisten für ältere Literatur und sammelten Märchen, weil sie der Meinung waren, dass die Märchen ein Volk authentischer abbilden. Es gab nicht nur deutsche Märchen in ihrer Sammlung, sondern auch ausländische. Die Brüder reisten sechs Jahre lang in Hessen umher und ließen sich von Lehrern, Bauern, Pfarrern und Dichtern Märchen erzählen. Diese Geschichten waren bis dahin nie niedergeschrieben worden, sondern wurden mündlich von einer Generation zur nächsten überliefert. Die Brüder Grimm versuchten, die Märchen so rein und echt wie möglich wiederzugeben, im Gegensatz zu früheren Sammlungen, die zu weit von der mündlichen Überlieferung entfernt waren. Jakob und Wilhelm Grimm haben auch die „Deutsche Grammatik“ und das „Deutsche Wörterbuch“ geschrieben, aber sie sind vor allem für ihre Märchensammlungen bekannt. Einige berühmte Psychologen wie Carl Gustav Jung (1875–1961) und Sigmund Freud (1856–1939) interessierten sich für die Grimm’schen Märchen. Nach ihrer Auffassung sind Märchen gerade deshalb so beliebt, weil man in ihnen die unbewussten Wünsche, Sehnsüchte und auch Ängste der Menschen wiederfinden kann. Und selbstverständlich, weil die Märchen fast immer gut enden. Und so heißt es in den meisten Märchen der Brüder Grimm: „… und sie lebten noch lange glücklich“ oder „… und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute …“

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Worum geht’s? 1) Welche Märchen der Brüder Grimm sind im Text erwähnt? 2) Welche anderen Grimm’schen Märchen kennst du? 3) Wie heißen die Brüder mit Vornamen, und woher kommen sie? 4) Welche Leute haben ihnen die Märchen erzählt? 5) Was meinten die Psychologen Jung und Freud über Märchen?

Schreib mal was! Welche Märchen sind in der Wortschlange versteckt? ROTKÄPPCHENDORNRÖSCHENHÄNSELUNDGRETELASCHENPUTTELRUMPELSTILZCHENDESKAISERSNEUEKLEIDERSCHNEEWITTCHENDERFROSCHKÖNIGDERGESTIEFELTEKATERDASHÄSSLICHEENTLEINDIEPRINZESSINAUFDERERBSEDERRATTENFÄNGERVONHAMELN

Vokabeln das Märchen eventyret die Märchensammlung eventyrsamlingen / eventyrsamlinga Rotkäppchen Rødhette / Raudhette Schneewittchen Snøhvit / Snøkvit der Wolf ulven Dornröschen Tornerose tapfer tapper der Schlaf søvnen der Kuss kysset hungrig sulten / svolten böse ond / vond wiederfinden å gjenfinne / å finne att die Sehnsucht lengselen / lengten glücklich lykkelig / lykkeleg die Gesinnung holdningen / haldninga, sinnelaget der Bauer bonden der Pfarrer presten der Gegensatz motsetningen / motsetnaden überliefern å overlevere

LEKTION 6

Es war einmal …

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FRAU HOLLE Eine Witwe hatte zwei Töchter, davon war die eine schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Sie hatte aber die hässliche und faule, weil sie ihre richtige Tochter war, viel lieber, und die andere musste alle Arbeit machen und das Aschenputtel im Haus sein. Das arme Mädchen musste sich täglich auf die große Straße neben einen Brunnen setzen und musste so viel spinnen, dass ihm das Blut aus den Fingern spritzte. Nun trug es sich zu, dass die Spule einmal ganz blutig war, da bückte es sich damit in den Brunnen und wollte sie abwaschen. Sie sprang ihm aber aus der Hand und fiel hinab. Es weinte, lief zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück. Sie schimpfte mit ihr aber so heftig und war so unbarmherzig, dass sie sprach: „Hast du die Spule hinunterfallen lassen, so hole sie auch wieder herauf.“ Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wusste nicht, was es anfangen sollte. Und in seiner Herzensangst sprang es in den Brunnen hinein, um die Spule zu holen. Es verlor die Besinnung, und als es erwachte und wieder zu sich selber kam, war es auf einer schönen Wiese, wo die Sonne schien und viele tausend Blumen standen. Auf dieser Wiese ging 120

Weiter geht’s


es fort und kam zu einem Backofen, der war voller Brot; das Brot aber rief: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich. Ich bin schon längst ausgebacken.“ Da trat es näher und holte mit dem Brotschieber alles nacheinander heraus. Danach ging es weiter und kam zu einem Baum, der hing voller Äpfel und rief ihm zu: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Da schüttelte es den Baum, dass die Äpfel fielen, als regneten sie, und schüttelte, bis keiner mehr oben war. Als es alle in einen Haufen zusammengelegt hatte, ging es wieder weiter. Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, bekam das Mädchen Angst, und es wollte weglaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: „Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir; wenn du alle Arbeit im Haus ordentlich tun willst, so soll es dir gut gehen. Du musst nur achtgeben, dass du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, dass die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt. Ich bin die Frau Holle.“ Weil die Alte ihm so gut zusprach, so fasste sich das Mädchen ein Herz, willigte ein und begab sich in ihren Dienst. Es besorgte auch alles zu ihrer Zufriedenheit und schüttelte ihr das Bett immer gewaltig auf, dass die Federn wie Schneeflocken umherflogen. Dafür hatte es auch ein gutes Leben bei ihr, kein böses Wort und alle Tage Gekochtes und Gebratenes. Nun war es eine Zeit lang bei der Frau Holle, da wurde es traurig und wusste anfangs selbst nicht, was ihm fehlte. Endlich merkte es, dass es Heimweh war; ob es ihm hier gleich viel tausendmal besser ging als zu Hause, so hatte es doch ein Verlangen dahin. Endlich sagte es zu ihr: „Ich habe zu Hause kein einfaches Leben, aber wenn es mir auch noch so gut hier unten geht, so kann ich doch nicht länger bleiben, ich muss wieder hinauf zu den Meinigen.“ Die Frau Holle sagte: „Es gefällt mir, dass du wieder nach Hause möchtest, und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“ Sie nahm es darauf bei der Hand und führte es vor ein großes Tor. Das Tor öffnete sich und wie das Mädchen gerade darunter stand, fiel ein gewaltiger Goldregen, und alles Gold blieb an ihm hängen, sodass es über und über davon bedeckt war. „Das sollst du haben, weil du so fleißig gewesen bist“, sprach die Frau Holle und gab ihm auch die Spule wieder, die ihm in den Brunnen gefallen war. Darauf wurde das Tor verschlossen, und das Mädchen befand sich oben auf der Welt, nicht weit vom Haus seiner Mutter. Und als es in den Hof kam, saß der Hahn auf dem Brunnen und rief: „Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“ Und von nun an hieß sie nur noch Goldmarie. Da ging es hinein zu seiner Mutter und weil es so mit Gold bedeckt ankam, wurde es von ihr und der Schwester gut aufgenommen. Das Mädchen erzählte alles, was ihm begegnet war, und als die Mutter hörte, wie es zu dem großen Reichtum gekommen war, wollte sie der andern hässlichen und faulen Tochter gerne dasselbe Glück verschaffen. Sie musste sich an den Brunnen setzen und spinnen. Und damit ihre Spule blutig wurde, stach sie sich in die Finger und stieß sich die Hand in die Dornenhecke. Dann warf sie die Spule in den Brunnen und sprang selber hinein.

Vokabeln fleißig flittig hässlich stygg, heslig / hesleg faul doven, lat faulenzen å late seg weinen å gråte sich bücken å bøye seg schimpfen å kjefte, skjelle Was es aber sollte. Hva hun skulle gjøre. / Kva ho skulle gjere. die Besinnung besinnelsen, fatningen / fatninga die Wiese engen / enga der Zahn tannen / tanna zufrieden tilfreds das Heimweh hjemlengselen / heimlengten schütteln å riste die Schneeflocken (pl.) snøfnuggene / snøfnugga der Kessel gryten / gryta das Pech bek Pech haben å ikke ha hellet med seg, være svært uheldig, ha uflaks / å ikkje ha hellet med seg, vere svært uheldig, ha uflaks schmutzig skitten

LEKTION 6

Es war einmal …

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Sie kam, wie die andere, auf die schöne Wiese und ging auf demselben Weg weiter. Als sie zu dem Backofen kam, schrie das Brot wieder: „Ach, zieh mich raus, zieh mich raus, sonst verbrenn ich, ich bin schon längst ausgebacken.“ Die Faule aber antwortete: „Als ob ich Lust hätte, mich schmutzig zu machen!“ und ging fort. Bald kam sie zu dem Apfelbaum, der rief: „Ach, schüttel mich, schüttel mich, wir Äpfel sind alle miteinander reif.“ Sie antwortete aber: „Du kommst mir recht, es könnte mir einer auf den Kopf fallen!“ und ging damit weiter. Als sie vor das Haus der Frau Holle kam, fürchtete sie sich nicht, weil sie von ihren großen Zähnen schon gehört hatte und trat gleich in ihren Dienst. Am ersten Tag tat sie sich Gewalt an, war fleißig und folgte der Frau Holle, wenn sie ihr etwas sagte, denn sie dachte an das viele Gold, das sie ihr schenken würde. Am zweiten Tag aber fing sie schon an zu faulenzen, am dritten noch mehr, da wollte sie morgens gar nicht aufstehen. Sie machte auch das Bett der Frau Holle nicht, wie es sich gehörte, und schüttelte es nicht, dass die Federn aufflogen. Das gefiel Frau Holle überhaupt nicht, und sie wollte den Dienst der Faulen beenden. Die Faule war damit zufrieden und meinte, nun würde der Goldregen kommen. Die Frau Holle führte sie auch zu dem Tor, als sie aber darunter stand, wurde statt des Goldes ein großer Kessel voll Pech ausgeschüttet. „Das ist zur Belohnung deiner Dienste“, sagte die Frau Holle und schloss das Tor zu. Da kam die Faule heim, aber sie war ganz mit Pech bedeckt, und der Hahn auf dem Brunnen, als er sie sah, rief: „Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“ Und von da an hieß sie nur noch Pechmarie. Das Pech aber blieb fest an ihr hängen und wollte, solange sie lebte, nicht abgehen. Von Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, gekürzte und überarbeitete Fassung.

Schreib und sag mal was! Wie geht’s weiter mit den Personen im Märchen? Arbeitet in kleinen Gruppen und beantwortet folgende Fragen: 1) Wie soll das alles weitergehen? Erfindet ein alternatives Ende. 2) Wie werden Goldmarie/Pechmarie und Goldmaries Stiefmutter in der Zukunft zusammen leben? 3) Kann sich Pechmarie ändern? Begründe die Antwort. 4) Bekommt Pechmarie eine zweite Chance? Wie sieht diese Chance aus? 5) Verändert sich auch Goldmarie? Wie? 6) Zerstört Gold den Charakter? Begründet eure Antwort mit Beispielen. 7) Und was ist die Rolle von Goldmaries Stiefmutter? Präsentiert nach 30 Minuten eure Ergebnisse.

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Weiter geht’s


RUMPELSTILZCHEN Ein armer Müller hatte eine schöne Tochter. Als einmal der König an seiner Mühle vorbeikam, erzählte ihm der Müller: „Meine Tochter kann Stroh zu Gold spinnen.“ Das war aber nicht wahr, der Vater wollte nur prahlen. Der König ließ die Müllerstochter in sein Schloss kommen, führte sie in eine Kammer voll Stroh und gab ihr ein Spinnrad. „Wenn bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold geworden ist, musst du sterben.“ Damit verschloss er die Tür. Das arme Mädchen weinte vor Angst. Plötzlich öffnete sich die Tür, und ein kleines Männchen kam herein. Es versprach, der Müllerstochter zu helfen, und sie schenkte ihm dafür ihre Halskette. In kurzer Zeit war alles Stroh zu Gold gesponnen. Der König staunte am Morgen sehr, aber nun wollte er noch mehr Gold haben. In der nächsten Nacht sollte das Mädchen wieder Gold spinnen. Wieder half ihr das Männchen, und sie schenkte ihm ihren Ring vom Finger. Das Männchen nahm den Ring und fing wieder an zu schnurren mit dem Rad und hatte bis zum Morgen alles Stroh zu glänzendem Gold gesponnen. Der König freute sich bei dem Anblick, war aber noch immer nicht zufrieden, und noch einmal sollte sie eine große Kammer voll Stroh in Gold verwandeln. Diesmal hatte sie nichts mehr, was sie dem Männchen geben konnte. „Du musst mir, wenn du verheiratet bist, dein erstes Kind schenken“, verlangte das Männchen, und in ihrer Not versprach sie es.

Vokabeln der Müller mølleren / møllaren die Mühle mølla spinnen å spinne prahlen å skryte das Spinnrad rokken das Stroh strået das Männchen den lille mannen / den vesle mannen die Halskette halskjedet / halskjeda das Gold gullet staunen å bli forbauset / å bli forundra schnurren å surre, summe der Anblick synet verlangen å forlange die Not nøden / nauda der Diener tjeneren / tenaren der Fuchs reven der Hase haren das Feuer ilden / elden der Zorn sinnet, vreden, harmen / sinnet, vreiden, harmen flüstern å hviske / å kviskre

LEKTION 6

Es war einmal …

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Als der König am nächsten Morgen das viele Gold sah, nahm er die Müllerstochter zur Frau. Nach einem Jahr bekam sie ein schönes Kind. Sie dachte nicht mehr an das Männchen, aber plötzlich stand es an der Tür, um das Kind zu holen. Alles Bitten und Weinen half ihr nichts, das Männchen wollte das Kind haben. Aber es wollte ihr noch drei Tage Zeit lassen. „Wenn du bis dahin meinen Namen weißt, sollst du dein Kind behalten.“ Nun schickte die Königin ihren Diener aus, der sollte ihr alle Namen sagen, die er hörte. Am ersten und zweiten Tag konnte sie den Namen des Männleins nicht erraten. Am Abend des dritten Tages kam der Diener zurück und erzählte: „Tief im Wald, wo Fuchs und Hase sich gute Nacht sagen, sah ich ein kleines Haus und davor ein Feuer; um das Feuer tanzte ein kleines Männchen und sang: ‚Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind; ach, wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!‘“ Da war die Königin froh. Als das Männchen zum zweiten Mal kam, fragte sie: „Heißt du Hinz?“ „Nein.“ „Heißt du Kunz?“ „Nein.“ „Heißt du vielleicht Rumpelstilzchen?” Da schrie das Männlein vor Zorn und stieß den rechten Fuß tief in die Erde, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß und riss sich selbst mitten entzwei. Von Brüder Grimm, Deutsche Märchen und Sagen, bearbeitete Fassung von Rosemarie Griesbach

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

Was erzählt der Müller dem König? Was muss die Tochter tun? Was verspricht die Müllerstochter dem kleinen Männchen? Wo wohnt das Männchen? Wie findet die Müllerstochter seinen Namen heraus? Was passiert am Ende mit Rumpelstilzchen?

Sag mal was! 1)

2)

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Weiter geht’s

Finde in diesem Märchen alle Präteritumformen im Text und teile sie in zwei Gruppen auf; starke und schwache Verben. Wähle drei Verben aus jeder Gruppe und bilde eigene Sätze. „Da schrie das Männlein vor Zorn und stieß den rechten Fuß tief in die Erde, dann packte es in seiner Wut den linken Fuß und riss sich selbst mitten entzwei.“ So endet das Märchen vom Rumpelstilzchen. Arbeitet in Paaren und schreibt zusammen ein alternatives Ende. Vergleicht danach in der Klasse.


3) Stell dir vor, du bist eine Märchenfigur. Wer bist du und warum? Schreibe einen kurzen Text und verwende folgende Fragen: Was für ein Lebewesen bist du? Welche Eigenschaften hast du? Was ist typisch für dich? Was machst du gerne? Was ist deine Schwäche? Warum bist du die tollste Märchenfigur?

Sag mal was! A) Märchenaufgabe Arbeitet in Gruppen. Versucht, ein Märchen auswendig zu lernen. Ihr könnt es gern verkürzen/ vereinfachen. Präsentiert es der Klasse. Um etwas zu variieren, können die Gruppen verschiedene Sprechweisen benutzen: Gruppe 1: spannend Gruppe 2: lustig, lachend Gruppe 3: traurig, weinend Gruppe 4: flüsternd B) Lies bitte noch ein Märchen der Brüder Grimm und ergänze die Tabelle. Insgesamt lernst du hier aber mehr Märchen kennen. Gib deine Informationen an die Mitschüler weiter und notiere selbst zu mindestens zwei Texten die nachstehenden Informationen. Märchen 1

Märchen 2

Märchen 3

1) Das Märchen heißt … 2) Die positiven Personen sind … 3) Die negativen Personen sind … 4) Die Hauptfigur ist … 5) Was hat er/sie/es gemacht oder was sollte er/sie/es machen? (2–3 Sätze). 6) Die folgenden Tiere/Vögel und Gegenstände spielen eine wichtige Rolle im Märchen (bzw. helfen der / stören die Hauptfigur) 7) Dieses Zitat / dieser Spruch oder Zauberspruch wiederholt sich mehrmals im Märchen … 8) Wie endet das Märchen? (2–3 Sätze)

LEKTION 6

Es war einmal …

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Schreib mal was! In diesen Sätzen aus verschiedenen Märchen wird immer das Verb gehen benutzt. Siehst du, wie langweilig es ist, ohne Variation? Ersetze jetzt gehen durch ein passenderes Verb. Rotkäppchen ging fröhlich durch den Wald. Hänsel und Gretel gingen vorsichtig auf das Haus der Hexe zu. Der Wolf ging sehr schnell zum Haus der Großmutter. Der Jäger ging vorsichtig auf das Haus zu. Gretel ging glücklich zu Hänsels Käfig. Die Eltern gingen mit den Kindern tief in den Wald hinein. Die Ente ging auf die beiden Kinder zu. Der Wolf ging näher an die Großmutter heran. Der Hahn ging den anderen voraus. Die sieben Zwerge gingen zu ihrer Goldmine. Die Mutter ging schnell zu ihren Geißlein heim. Der Prinz ging stolz auf das Mädchen zu. Hier findest du mögliche Lösungen. Du kannst natürlich auch andere Wörter verwenden, aber benutze keines doppelt: … eilen, schreiten, stürzen, stapfen, springen, humpeln, rennen, springen, laufen, schleichen, spazieren, trotten, …

Vokabeln das Schaukelpferd gyngehesten schaukeln å gynge der Angsttraum marerittet tauschen å bytte / å byte, utveksle gesellschaftliche Verpflichtungen sosiale forpliktelser / sosiale forpliktingar das Schild skiltet

MÄRCHEN VOM KLEINEN KLAUS Die Eltern Lehmann haben für ihr Kind Klaus nie Zeit: Arbeit, gesellschaftliche Verpflichtungen, Fernstudium. Klaus: Vati, hast du Zeit für mich? Der Vater: Du kriegst ein Schaukelpferd. Klaus kriegt ein Schaukelpferd. Klaus: Mutti, hast du Zeit für mich? Die Mutter: Du kriegst ein Schaukelpferd. Klaus kriegt noch ein Schaukelpferd. Und so ging es immer wieder. Zum Schluss hatte Klaus so viele Schaukelpferde, dass er in seinem Zimmer keinen Platz mehr hat, mit einem Schaukelpferd zu schaukeln. Angsttraum des kleinen Klaus: Schaukelpferde schaukeln von allen Seiten auf ihn zu. Er springt aus dem Bett, ruft die Eltern, keine Antwort, sucht in allen Zimmern: Sie sind nicht da. Klaus malt ein großes Schild: TAUSCHE 44 SCHAUKELPFERDE GEGEN EIN PAAR ELTERN. Von Heiner Müller, Werke 2. Die Prosa

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Worum geht’s? 1) Beschreibe das Familienleben der Familie Lehmann. Ist diese Situation realistisch? 2) Kannst du Klaus’ Angsttraum erklären? 3) Wie findest du die Lösung von Klaus?

Schreib mal was! 1) Benutze bitte die Sprachhilfe zur literarischen Analyse in Lektion 16 und interpretiere den Text „Märchen vom kleinen Klaus“. 2) Jetzt wirst du ein modernes Märchen im Präteritum schreiben. Hier sind einige Ratschläge, wie du es machen kannst: a) Beschreibe die Person, die der Held oder die Heldin in deiner Geschichte ist. (Fortan schreiben wir nur „der Held“. Du musst aber Held oder Heldin wählen, je nachdem, ob die Person männlich oder weiblich ist.) b) Erzähle, was die Person möchte, wonach er/sie sich sehnt und was er/sie braucht, um glücklich zu werden. c) Erzähle, wie und wo der Märchenheld seine guten Ratschläge bekommt.w d) Wie und wo beginnt die Reise des Helden? e) Auf dem Weg trifft der Held einen Freund. Beschreibe den Freund. f) Welche Prüfungen und Hindernisse muss der Held auf seinem Weg überwinden? g) Am Ende erreicht der Märchenheld sein Ziel. Jetzt musst du diese Stelle beschreiben. h) Aber hier wohnt der Feind des Helden. Wie ist er? Beschreibe ihn. i) Zuerst wird der Held vom Feind überwunden. Wie passiert das? j) Erzähle dann, wie der Freund des Helden kommt, um ihn zu retten. k) Dann musst du erzählen, wie der Held gegen den Feind ein letztes Mal kämpft. Dieses Mal gewinnt er und bekommt seine Belohnung. l) Das Märchen endet so, wie du es möchtest.

LEKTION 6

Es war einmal …

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Schreib mal was! Sprichwörter 1) Bitte den Anfang und das Ende richtig kombinieren: 1) Kein Rauch … a) … solange es heiß ist. 2) Besser der Spatz in der Hand … b) … verderben den Brei. 3) Reden ist Silber … c) … der beste Koch. 4) Viele Köche … d) … Gold im Mund. 5) Ein Unglück … e) … tanzen die Mäuse auf dem Tisch. 6) Alte Liebe … f) … ohne Flamme. 7) Hunger ist … g) … schweigen ist Gold. 8) Übung macht … h) … alles gut. 9) Morgenstund hat … i) … fällt selbst hinein. 10) Wenn die Katze aus dem Haus ist … j) … als die Taube auf dem Dach. 11) Ende gut … k) … im Sack kaufen. 12) Wer nicht wagt … l) … vor seiner eigenen Tür. 13) Wer anderen eine Grube gräbt … m) … den Meister. 14) Die Katze … n) … rostet nicht. 15) Jeder kehre … o) … der nicht gewinnt. 16) Man muss das Eisen schmieden … p) … kommt selten allein.

d

2) Wie heißen diese Sprichwörter auf Norwegisch? 3) Finde drei typisch norwegische Sprichwörter, die du auf Deutsch sagst.

a ie M

us

die Tasse

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Sag mal was! Was passt zusammen? Ordne diesen Redensarten die richtigen Bedeutungen zu. 1) 2) 3) 4) 5)

Er hat einen Vogel. Er hat sich verknallt. Er wirft alles in einen Topf. Er malt den Teufel an die Wand. Er macht sich auf die Socken.

6) Er spielt ihm einen Streich. 7) Er lässt sie im Stich. 8) Er macht sich aus dem Staub. 9) Er hilft ihr auf die Sprünge. 10) Er dreht den Spieß um.

a) b) c) d) e) f) g) h) i) j)

Er macht keine Unterschiede. Er geht los. Er ist verliebt. Er ist verrückt. Er lässt sie mit einem Problem allein. Er läuft davon. Er macht sich einen Spaß mit ihm. Er sagt, es passiere Schlimmes. Er vertauscht die Rollen. Er zeigt ihr, wie man das macht.

Landeskunde/Literatur Die deutsche Märchenstraße Vokabeln

Die deutsche Märchenstraße wurde 1975 gegründet. Die Straße führt von Hanau bis nach Bremen, eine Strecke von über 600 Kilometern. Hier liegen die Stationen auf dem Lebensweg der Brüder Grimm und die Plätze, wo die Märchen spielen. An der Märchenstraße findest du zauberhafte Fachwerkstädte, Schlösser, Burgen und viel Kunst und Geschichte, die mit den Märchen der Brüder Grimm zu tun haben. In vielen Orten hat man Märchen, Sagen und Legenden wieder populär gemacht, und es gibt Märchenwochen, Puppenspieltage und Marionettentheater. Oft kann man Märchenfiguren irgendwo im Ort treffen. Du kannst z. B. Dornröschens Schloss oder das Hexenhaus aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ besuchen. Wenn du die Märchenstraße entlangfährst, ist vieles wie im Märchen.

die Burg borgen / borga entlangfahren å dra langs die Fachwerkstädte (pl.) småbyer med hus i bindingsverkstil / småbyar med hus i bindingsverkstil das Marionettentheater dukketeateret / dokketeateret die Puppe dukken / dokka die Sage sagnet / segna irgendwo et eller annet sted / ein eller annan stad zauberhaft magisk, eventyraktig, trolsk, fortryllende / magisk, eventyrliknande, trolsk, fortryllande

LEKTION 6

Es war einmal …

129


A7

A1

nach Kiel

Nationalpark Wattenmeer A27

Elbe-Lübeck-Kanal

nach Lübeck

Hamburg

A24

nach Schwerin

Buxtehude Elbe

nach Bremerhaven

A1

Bremen

Verden Weser

A1

A7

A27

nach Rhein/Ruhr

Hoya

Aller

Nienburg Steinhuder Meer

Naturpark TERRA.vita

Naturpark Steinhuder Meer

Mittellandkanal

Wiedensahl Schloss Bückeburg

Bad Oeynhausen

Oker

Hessisch Oldendorf

A39

Hameln

nach Rhein/Ruhr

nach Berlin A2

Hannover

Naturpark Weserbergland

A2

Bodenwerder

Lügde Polle

Schieder-Schwalenberg

A7

Weser

Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge Wald/Eggegebirge

Leine

Naturpark Solling-Vogler

Brocken

Holzminden Fürstenberg Bad Karlshafen

Naturpark Reinhardswald

Wahlsburg Bovenden Oberweser Ob erweser

Trendelburg

A44

Ebergötzen

Göttingen

Sababurg Naturpark Münden

nach Dortmund/Köln

Hofgeismar

Hann. Ha Münden

Grebenstein Naturpark Habichtswald

Kassel

Wolfhagen Schauenburg

Baunatal

Eder-Stausee National- und Naturpark Kellerwald-Edersee

Bad Wildungen Wildungen Frankenberg

A49

Schwalmstadt

Lahn

Rauschenberg Lahntal

Nieste Kaufungen Helsa

Mackenrode

Eichsfeld-Hainich-Werratal

Bad Sooden-Allendorf Werra

Niedenstein Gudensberg

Waldeck

A38

Heilbad Heiligenstadt nach Nordhausen/ Eisleben/Halle Witzenhausen Naturpark

Schloss Berlepsch

Hessisch Lichtenau Geo-Naturpark

Melsungen Frau-Holle-Land Fritzlar Homberg/ Morschen Efze Rotenburg a.d. Fulda Knüllwald

Rotkäppchenland

A4 nach Dresden/Eisenach

Fulda A7

Neukirchen

Willingshausen

Marburg

Alsfeld

Naturpark Lahn-Dill-Bergland

Schwalm

A45

A5

nach Rhein/Ruhr

Herbstein

Lahn

Naturpark Vulkanregion Vogelsberg

Grebenhain

Freiensteinau

A45

A5

Fulda A66

Steinau

Nidder

Frankfurt Fr ankfurt

Gelnhausen

am Main

Naturpark Hessischer Spessart A3 A5

nach Heidelberg

Hanau nach München A3

nach Würzburg A7

Entfernungen (direkter Weg): Hanau – Bremen ca. 600 km Diese Karte ist nicht maßstabsgerecht.


Sag mal was! Benutze die Übersichtskarte der Märchenstraße und wähle eine Stadt aus. Finde mindestens zehn Fakten über die Stadt heraus und erzähle sie der Klasse. http://www.deutsche-maerchenstrasse.com/de/

Ein Epos aus uralten Zeiten – das Nibelungenlied Das Nibelungenlied wurde um 1200 geschrieben und ist eine recht grausame Erzählung. Hinter der Sage versteckt sich eine wahre Geschichte über den Untergang von zwei Germanenreichen. Ein unbekannter Dichter hat lange an dem Text gearbeitet, und am Ende ist es mehr als 2300 Strophen lang. Es ist ein Heldenepos über Krieger, Königinnen, Jungfrauen, Drachen, Zwerge und selbstverständlich einen verfluchten Schatz. Das Nibelungenlied ist als das deutsche Nationalepos bekannt und handelt von Treue und Verrat, von Liebeshochzeit und Brudermord und von Festen und Kämpfen. Das Drama beginnt in Glanz und Abenteuer und endet in Feuer und Blut. Das Nibelungenlied ist die Geschichte von der Prinzessin Kriemhild. Ihre Brüder Gunther, Gernot und Giselher herrschen als Könige am Hof der Burgunder in Worms über das Reich am Rhein. Ihr wichtigster Ratgeber ist Hagen von Tronje. Eines Tages taucht Siegfried auf, er ist der Königssohn aus dem kleinen Reich von Xanten am Niederrhein. Er ist ein Held, der von Kriemhilds Schönheit gehört hat und sie heiraten will. Hagen von Tronje hat schon von Siegfried gehört, und hier erzählt er etwas über ihn: „In einem fernen Land hat Siegfried die Söhne des Königs Nibelung mit seinem legendären Schwert Balmung getötet und ihren Schatz geraubt. Der Zwerg, der den Schatz bewachte, hatte eine Tarnkappe, die unsichtbar macht und übermenschliche Kräfte gibt. Diese Kappe hat Siegfried gestohlen. Siegfried hat auch einen Drachen getötet und in seinem Blut gebadet. Das macht Siegfrieds Haut jetzt unverwundbar.“ Trotzdem wird Siegfried bei seinem Besuch in Worms gut aufgenommen. Aber bevor er Kriemhild heiraten kann, soll er Gunther bei einem Abenteuer helfen. Schon bald segelt Siegfried mit ihm nach Island, wo Brünhild herrscht. Brünhild ist eine Königin, die magische Kräfte hat, solange sie Jungfrau ist. Gunther will sie heiraten. In drei Wettkämpfen muss Gunther mit Brünhild kämpfen. Und er gewinnt Brünhild nur, weil Siegfried ihm hilft. Er trägt die Tarnkappe und ist unsichtbar und nur deshalb kann er die unbesiegbare Brünhild besiegen. Siegfried und Gunther fahren zurück nach Worms und haben Brünhild mitgebracht. Die Isländerin heiratet Gunther, und am selben Tag heiratet Siegfried die schöne Kriemhild. Doch in der Hochzeitsnacht hilft Siegfried

Vokabeln grausam grusom / fælsleg wahr sann das Germanenreich riket til germanerne / riket til germanarane das Heldenepos helteeposet jemanden verfluchen å forbanne noen / å forbanne nokon der Schatz skatten die Treue trofastheten, troskapen / truskapen der Verrat forræderiet der Brudermord brodermordet die Liebeshochzeit kjærlighetsbryllupet / kjærleiksbryllaupet das Feuer bålet, flammen der Ratgeber rådgiveren / rådgivaren in einem fernen Land til et land langt borte / til eit land langt borte geraubt røvet / røva der Zwerg dvergen unverwundbar usårbar / usårleg gut aufgenommen tatt vel imot / teken godt imot der Wettkampf konkurransen unbesiegbar uovervinnelig / uovervinneleg die Hochzeitsnacht bryllupsnatten / bryllaupsnatta

LEKTION 6

Mitgliedsorte der Märchenstraße

Es war einmal …

131


Vokabeln verstecken å gjemme / å gøyme die Tarnkappe usynlighetskappen / usynlegkappa überwältigen å overfalle, overvinne med makt unsichtbar usynlig / usynleg entlocken å lokke (en hemmelighet) frem eller ut av noen / å lokke (ein løyndom) fram eller ut av nokon verwundbar sårbar das Lindenblatt lindebladet der Hunnenhof gården til hunerne / garden til hunarane das Schicksal skjebnen / lagnaden der Fluch forbannelsen / forbanninga sich verschanzen å barrikadere seg die Jungfräulichkeit jomfruelighet, kyskhet, (seksuell) uskyld / jomfruelegheit, kyskheit, (seksuell) uskuld die Gefolgsleute (pl.) følgesmennene / følgjesmennene gefesselt fastbundet / fastbunden die Rachsucht hevngjerrigheten / hemnlysta der Waffenmeister våpenmesteren / våpenmeisteren

Gunther erneut: Er versteckt sich unter der Tarnkappe, überwältigt Brünhild im Schlafzimmer, sodass Gunther ihr die Jungfräulichkeit nehmen kann. Zehn Jahre später erzählt Kriemhild im Streit mit Brünhild, dass Gunther sie nur mithilfe des unsichtbaren Siegfried bekommen hat. Die tief verletzte Königin Brünhild verlangt jetzt von Gunther, dass Siegfried sterben muss. Auch Hagen möchte, dass Siegfried ermordet wird. Er hat lange die Macht des Drachentöters gefürchtet. Listig schafft es Hagen, Kriemhild ein Geheimnis zu entlocken, nämlich Siegfrieds verwundbare Stelle. Denn als Siegfried damals im Drachenblut badete, legte sich ein Lindenblatt zwischen seine Schultern. Bei einer Jagd stößt Hagen eine Lanze in diese Stelle und tötet Siegfried. Die Leiche von Siegfried legt er vor das Schlafzimmer von Kriemhild. Später versenkt Hagen den Nibelungenschatz im Fluss Rhein. Kriemhild, verraten von ihrem Bruder, lebt 13 Jahre lang machtlos in Worms. Nach 13 Jahren kommt der mächtige Hunnenkönig Etzel. Der König will Kriemhild heiraten. Hagen ist dagegen, doch die Könige von Burgund, Kriemhilds Brüder, sagen ja. Noch einmal vergehen 13 Jahre, dann lädt Kriemhild, Etzels Ehefrau, ihre Brüder in den Hunnenhof ein. Hagen denkt, dass es eine Falle ist, aber sie fahren trotzdem hin. Kriemhilds Brüder und mehr als 1000 Ritter reiten los, um Kriemhild und Etzel zu besuchen. Jetzt, da sie sich auf diese Schicksalsreise begeben, nennt der Dichter die Burgunderkönige „Nibelungen“. Der Schatz hat zuerst den Söhnen von König Nibelung, dann Siegfried den Tod gebracht. Bald wird sein Fluch auch die Burgunder treffen. Und tatsächlich passiert es. An Etzels Hof kommt es zu einem tödlichen Streit. In der brennenden Königshalle verschanzen sich die Nibelungen und fechten gegen die Hunnen und die germanischen Gefolgsleute von König Etzel, unter anderem Dietrich von Bern. In einem Blutbad sterben die Ritter, und am Ende leben nur noch zwei: Gunther und Hagen, die beide von Dietrich von Bern bezwungen und gefesselt worden sind. Kriemhild ist außer sich vor Rachsucht, weil Hagen ihren geliebten Siegfried damals getötet hat und lässt ihren Bruder köpfen. Sie tötet Hagen mit eigener Hand, was so furchtbar war, dass Dietrich von Berns Waffenmeister Kriemhild tötet. Alle Burgunder/Nibelungen sind gefallen, Kriemhild ist tot und der Nibelungenschatz für immer im Rhein verschwunden. Was für eine Geschichte! Verkürzt und vereinfacht nach geo.de

Sag mal was! Erstelle eine Mind-Map zum Thema „Das Nibelungenlied“ und versuche anhand deiner Mind-Map, die Geschichte auf Deutsch zu erzählen. Sprecht miteinander in kleinen Gruppen.

132

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Teste deine Sprache! 1) Wie konjugiert man diese Verben im Präteritum? Beispiel:

1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10)

machen

ich machte

wir machten

er machte

sehen sitzen denken fahren sagen sein haben werden geschehen sterben

du er ich ihr du ich Sie er wir sie

sie wir es wir es ihr sie du es Sie

ihr du Sie er Sie er es ich ihr ihr

LEKTION 6

Es war einmal …

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2) Die starken Verben In diesem Suchrätsel sind waagerecht und senkrecht zwölf Verbformen (Präsens, Präteritum oder Partizip Perfekt) versteckt. Finde sie und schreibe sie auf.

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Infinitiv

Präsens (er)

Präteritum (er)

Perfekt (er) ist geritten

Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 342. 134

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Wichtige Wörter und Begriffe 6 Es war einmal … Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Ich erzähle ein Märchen. Ende gut, alles gut. Die Prinzessin und das halbe Königreich. Er hat einen Vogel. Ein Unglück kommt selten allein. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. die Fabel

Det var en gang … / Det var ein gong … Snipp, snapp, snute, og så er eventyret ute. Jeg forteller et eventyr. / Eg fortel eit eventyr. Når enden er god, er allting godt. Prinsessen og halve kongeriket. / Prinsessa og halve kongeriket. Han er gal, ikke vel bevart. / Han er galen, ikkje vel bevart. En ulykke kommer sjelden alene. / Ei ulykke kjem sjeldan aleine. Den som intet våger, intet vinner. / Den som ikkje våger noko, vinn ikkje noko. fabelen

Selbstbewertung nach Lektion 6: Siehe Seite 345. LEKTION 6

Es war einmal …

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LEKTION 7

7

Wir lieben Musik

SCHWERPUNKTE:

Musik und Musikgeschmack Hip-Hop Klassische Musik Ludwig van Beethoven Johann Sebastian Bach

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Musikfestivals in Deutschland

GRAMMATIK:

Präsensperfekt Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Welche Musik aus Deutschland kennst du? Welche Musik hörst du gern? Spielst du ein Instrument?

Sag mal was! Mache eine Klassenumfrage. Gehe in der Klasse herum und stelle deinen Mitschülern die unten stehenden Fragen. Notiere die Namen und Informationen. 1) Spielst du ein Instrument? Wenn ja: Welches Instrument spielst du? Wie lange spielst du das Instrument schon? Wie oft übst du pro Woche? Wie lange übst du jedes Mal? Hast du einmal öffentlich gespielt? Möchtest du später Profimusiker werden? Wenn nein: Welches Instrument möchtest du gern spielen können? Warum? 2) Wie viel Prozent der Schüler in der Klasse spielen ein Instrument?

Welche Musik hörst du? Überall auf der Welt hört man Musik. Was hören deutsche Jugendliche am liebsten? Welche deutsche Musik ist populär? Wir haben Jugendliche gefragt, und hier sind ihre Antworten: Paula (17) „Ich liebe Reggae und Dance und deshalb höre ich gern Culcha Candela. Es ist eine Reggae-/Dancehall-/Hip-Hop-Musikgruppe aus Berlin mit Mitgliedern unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Ihre Liedtexte reichen von ernstem, gesellschaftskritischem Inhalt (Una cosa, Schöne neue Welt) bis hin zu stimmungsaufhellenden Liedern (Partybus). Der Name Culcha Candela bedeutet so viel wie ‚heiße Kultur‘. Nach der Schule gehe ich zweimal die Woche tanzen. Ich tanze gern zu Culcha Candela.“

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Ihre Haare sind lang.

Achim (18) „Hip-Hop ist für mich nicht nur Musik, sondern auch ein Lebensstil. Meine Klamotten und mein Aussehen sind mir sehr wichtig. Wie du siehst, trage ich sehr weite Hosen und ein cooles T-Shirt. Ich mag auch gern Kapuzenpullis. Die Kleidung gehört zum Stil. Ich höre jeden Tag Hip-Hop. Ich mag die Texte von Sido, Cro und Peter Fox. Peter Fox aus Berlin trägt oft eine Affenmaske, wenn er auftritt, und Cro ist für seine Pandamaske bekannt. Komisch mit all diesen Masken, eigentlich! Peter Fox singt auch in der Band Seeed. Deutscher Hip-Hop ist häufig politisch, und das finde ich gut. Ich finde es wichtig, dass junge Leute Texte mit einer tieferen Botschaft hören.“ Juliane (16) „Ich höre alles, aber liebe vor allem Pop. Meine Freundin nennt mich zum Spaß Pop-Julia. Zurzeit höre ich am liebsten Namika, Revolverheld oder Silbermond. Aber auch Bosse gefällt mir. 2raumwohnung ist auch eine tolle deutsche Band. Für mich ist es wichtig, dass die Musik positiv und leicht ist. Ich habe keine Lust, über die Musik nachzudenken oder zu grübeln. Denken muss ich in der Schule.“

Vokabeln die Herkunft opprinnelsen / opphavet der Liedtext sangteksten / songteksten ernst alvorlig / alvorleg gesellschaftskritisch samfunnskritisk die Klamotten (pl.) klærne / kleda die Kapuze hetta der Pulli (Pullover) genseren die Kleidung klærne (antrekket) / kleda (antrekket) die Affenmaske apemasken / apemaska auftreten å opptre die Botschaft budskapet / bodskapen

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Vokabeln der Kopfhörer høretelefonen, hodetelefonen / høyretelefonen, hovudtelefonen klischeehaft klisjeaktig, bruk av for mange (tomme) fraser / klisjefylt, bruk av mange tomme frasar

Christian (16) „Rammstein finde ich wirklich cool, aber die Band ist vielleicht ein bisschen klischeehaft. Ich höre oft Die Toten Hosen, Einstürzende Neubauten und Die Ärzte. Ich mag es, wenn die Musik etwas härter ist. Meine Mutter flippt natürlich aus, wenn ich zu laute Musik höre, deshalb habe ich mir gerade neue Kopfhörer gekauft. Jetzt kann ich meine laute Musik wieder genießen.“ Sophia (17) „Für mich gibt es zurzeit eigentlich nur einen Musiker und eine Band: Tim Bendzko! Ich muss nichts mehr sagen. Hören Sie es sich an. Es ist tolle Musik!“

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Was hast du über die Gruppe Culcha Candela erfahren? Welche deutsche Popmusik hört Juliane? Wer sind die Toten Hosen? Welche Musik ist härter? Was kannst du über Peter Fox sagen?

Sag mal was! 1) Suche alle Verben im Lied und übersetze sie ins Norwegische. Ersetze dann die Verben im Lied mit deinen eigenen Verben. Vergleiche mit den anderen in der Klasse. 2) Was gehört zusammen? das Wörterbuch Er hat geschrien. Er sagt wirre Worte. der Ärmel Er ist nicht auf den Mund gefallen. Er ist stumm. Er zeigt mir die kalte Schulter. das Zelt die Schnüre das Blut die Endorphine

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Er ignoriert mich. Er sagt nichts. Deine Jacke hat zwei … Hormone, die mich glücklich machen. Er spricht konfus. Die Kabel von einem Telefon. Hier finde ich das englische Wort für … Er hat extrem laut gesprochen. Das Haus beim Camping. Es ist rot, und wir brauchen es zum Leben. Er hat für alles eine Antwort.


NUR EIN WORT (WIR S IND HELDEN, 2005) Ich sehe, dass du denkst. Ich denke, dass du fühlst. Ich fühle, dass du willst, aber ich hör dich nicht. Ich hab mir ein Wörterbuch geliehen, dir A bis Z ins Ohr geschrien. Ich stapel tausend wirre Worte auf, die dich am Ärmel ziehen. Und wo du hingehen willst, ich häng an deinen Beinen. Wenn du schon auf den Mund fallen musst, Warum dann nicht auf meinen? Oh bitte gib mir nur ein Oh. Bitte gib mir nur ein Oh. Bitte gib mir nur ein, Bitte bitte gib mir nur ein Wort. Es ist verrückt, wie schön du schweigst, wie du dein hübsches Köpfchen neigst Und so der ganzen lauten Welt und mir die kalte Schulter zeigst. Dein Schweigen ist dein Zelt, du stellst es mitten in die Welt. Spannst die Schnüre und staunst stumm, wenn nachts ein Mädchen drüber fällt. Zu deinen Füßen red ich mich um Kopf und Kragen. Ich will in deine tiefen Wasser große Wellen schlagen. Oh bitte gib mir nur ein Oh. Bitte gib mir nur ein Oh. Bitte gib mir nur ein, Bitte bitte gib mir nur ein Wort. In meinem Blut werfen die Endorphine Blasen, wenn hinter deinen stillen Hasenaugen die Gedanken rasen.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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die Graffiti

die Straßenkunst

Hip-Hop Viele von uns lieben Hip-Hop, und die meisten hören natürlich amerikanischen Hip-Hop. Es gibt aber auch sehr viele deutsche Hip-Hop-Bands, die man kennen sollte. Was ist denn typisch für diese Musikrichtung? Die Hip-Hop-Kultur besteht aus vier Hauptelementen: Es gibt den Sprechgesang, auch Rap genannt, und das Mischen von Livemusik mit Musik von Platten. Das nennen wir DJ-ing. Typisch ist auch der Tanzstil (z. B. der Breakdance). Viele verbinden auch das Sprühen von Graffiti mit der Hip-Hop-Kultur. Die Hip-Hop-Kultur entstand in den 1970er-Jahren in New York. Es war eine Subkultur in den armen Vierteln der Stadt. Die schwarzen Bewohner nutzten die Musik dazu, sich selbst neu zu definieren und ihr Lebensgefühl zu zeigen.

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Die Texte handeln oft von Kriminalität, Diskriminierung und Armut, aber es gibt auch lustige Texte und witzige Themen. Einige Rapper sind bekannt für homophobe oder sexistische Texte, was natürlich sehr negativ ist. In den 1990er Jahren hat sich Hip-Hop auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland machten Bands wie Die Fantastischen Vier und Das Rödelheim Hartreim Projekt schon in den 1980ern Hip-Hop. Damals wurde dieser Musikstil aber nur von wenigen Leuten gehört. Richtig populär wurde Hip-Hop in Deutschland den 1990er-Jahren mit Bands wie Fettes Brot, Absolute Beginner, Samy Deluxe und Fünf Sterne Deluxe. Heute sind Bands und Musiker wie Sido, Samy Deluxe, Fettes Brot, Xavas, Cro, Max Herre, Käptn Peng und die Tentakel von Delphi, Kollegah und Casper beliebt.

Worum geht’s? 1) Nenne die vier Hauptelemente der Hip-Hop-Kultur. 2) Wann und wo entstand diese Musikrichtung? 3) Wovon handeln die Texte?

Sag mal was! 1) Schreibe 5 Fragen (und Antworten) zu dem Text. Stelle sie danach einem Mitschüler. 2) Notiere 5–10 Stichworte und fasse den Text über Hip-Hop mündlich zusammen.

Schreib mal was! Das Musiker-Blog Stell dir vor: Du bist ein bekannter Hip-Hop Musiker und hast natürlich dein eigenes Blog. Viele Jugendliche lesen jeden Tag deine Texte. Wie sieht dein Blog aus? Was schreibst du darin? Erstelle bitte ein „Montag bis Sonntag“-Blog für eine Woche in deinem spannenden Musikerleben. Benutze dafür das Präsensperfekt.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Internetaufgabe Macht eine Spotify-Liste mit Liedern von 10 Hip-Hop-Bands aus Deutschland. Vergleicht eure Listen in der Klasse. Arbeitet zu zweit und präsentiert ein Lied aus eurer Liste. Sprachhilfe: Das Lied heißt … Sangen heter … / Songen heiter … Es ist ein Lied von … Det er en sang av … / Det er ein song av … Es ist ein Popsong, Liebeslied, politisches Lied … Det er en popsang, kjærlighetssang, politisk sang … / Det er ein popsong, kjærleikssong, politisk song … Das Lied wurde im Jahr … herausgebracht. Sangen kom ut i … / Songen kom ut i … Das Lied handelt von / beschäftigt sich mit … Sangen handler om / Sangen tar opp … / Songen handlar om … / Songen tek opp … Thema des Liedes ist … / Im Lied geht es um … Sangens tema er / I sangen handler det om … / Tema i songen er … / I songen handlar det om … Die Geschichte beginnt mit … Danach … Historien begynner med … Deretter … Senere … / Später … Historia begynner med … Deretter … Seinare … Im 2. Teil / In der 2. Strophe des Liedes I andre del / I det andre verset handler det om at … / geht es darum, dass … I andre del … / I det andre verset handlar det om … Das Lied endet offen, dramatisch, lustig, SangeN har en åpen, dramatisk, morsom, tragisk, tragisch, gut … god … slutt. / Songen har ein open, dramatisk, morosam, tragisk, god … slutt. Es wird gezeigt, dass … Det blir vist at … Ich finde das Musikvideo gut, schlecht, Jeg synes musikkvideoen er god, dårlig, interessant, interessant, uninteressant, lustig, traurig … uinteressant, morsom, tragisk … / Eg synest musikkvideoen er god, dårleg, interessant, uinteressant, morosam, tragisk … Weniger passend finde ich … Mindre passende synes jeg … er / Mindre passande synest eg … er Das Lied ist etwas für Leute, die … Sangen er noe for folk som … / Songen er noko for folk som … Das Lied gefällt mir / gefällt mir nicht, weil … Jeg liker / liker ikke sangen fordi … / Eg liker / liker ikkje songen fordi …

DEINE NÄHE TUT MIR WEH (REVOLVERHELD, 2013) Ich kenne jeden deiner Atemzüge, Nichts an dir ist fremd Es gibt wohl niemanden, der dein Leben besser kennt. Damals an diesen heißen Sommertagen, ließen wir uns vom Bootssteg treiben, Und wir haben uns geschworen, Ewig Freund zu bleiben. (Spucke Hand drauf) 144

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Was wär wohl aus uns geworden, Den Kindern aus dem hohen Norden, Den besten Freunden, seit ich denken kann. Die Jahre sind ins Land gezogen, Ich hab mich immer mehr belogen, Weil ich nie die richtigen Worte fand. Deine Nähe tut mir weh, Weil ich in uns einfach mehr seh, als wir beide sind. Deine Nähe tut mir weh, Weil ich in uns beiden mehr seh. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns einfach mehr seh, als wir beide sind. Deine Nähe tut mir weh. Den Sommer in den 80ern, Den hab ich nie vergessen, Wir haben beide so viel erlebt, Und treffen uns freitags zum Essen. Du bist immer noch das Mädchen von damals, Mit den Sommersprossen im Gesicht, Du erzählst von großen Abenteuern, Und lachst viel, wenn du sprichst. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns einfach mehr seh, als wir beide sind. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns beiden mehr seh. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns einfach mehr seh, als wir sind. Deine Nähe tut mir weh. Was wäre wohl aus uns geworden, Den Kindern aus dem hohen Norden, Den besten Freunden, seit ich denken kann. Die Jahre sind ins Land gezogen Und ich hab mich immer mehr verbogen, Weil ich nie die richtigen Worte fand. Dein Nähe tut mir weh, weil ich in uns einfach mehr seh, als wir beide sind. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns beiden mehr seh. Deine Nähe tut mir weh, weil ich in uns einfach mehr seh, als wir beide sind. Deine Nähe tut mir weh.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Sag mal was! Arbeitet in kleinen Gruppen und teilt die Strophen unter euch auf. Bitte ins Norwegische übersetzen und den Inhalt diskutieren. Wovon handelt das Lied? Wer erzählt? Was ist geschehen?

Gruppenaufgabe Einen deutschsprachigen Musiker oder eine Band präsentieren. Arbeitet zu zweit und wählt einen Musiker oder eine Band aus der Liste: Cro – Silbermond – Casper – Sido – Maxim – Mark Foster – Juli – Rosenstolz – Rammstein – Die Prinzen – Xavier Naidoo – Culcha Candela – Ich + Ich – Nena – Peter Fox – Seeed – Die Toten Hosen – 2raumwohnung – Glasperlenspiel – Tim Bendzko – Herbert Grönemeyer – Einstürzende Neubauten – Wir sind Helden – Wise Guys – die Ärzte – Bosse – Christina Stürmer Macht ein Kurzporträt, indem ihr im Internet Informationen zu den folgenden Stichpunkten sucht: Gründung: (… existiert seit …) Bandmitglieder: (Zur Band gehört der Sänger …, der Gitarrist …, der Schlagzeuger …) Musikstil: (Er/sie macht … Musik) Die ersten großen Erfolge: (… Konzert, … das Album …) Themen der Texte: (Er/sie singt oft über …) Aktuelle Daten/Konzert/Album: (Das nächste Album erscheint …, das Konzert findet am … statt) Sucht einige Bilder aus und spielt ein Musikvideo vor. Kommentiert das Video und benutzt gerne die folgenden Punkte: Titel des Lieds, Inhalt des Videos: Was – wo – wer – wann? Warum habt ihr das Video ausgewählt? Eigene Meinung.

Vokabeln in den vergangenen Jahrhunderten i de siste århundrene / i dei siste hundreåra berühmt berømt immer noch fremdeles / framleis der Komponist komponisten prägen å prege entscheidend avgjørende / avgjerande umfangreich omfangsrik beeinflussen å påvirke / å påverke taub døv Lebzeiten levetiden, den tiden et menneske lever / levetida, den tida eit menneske lever sterben å dø / å døy 146

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Klassische Musik Aus Deutschland und Österreich kamen in den vergangenen Jahrhunderten viele berühmte Komponisten, und auf der ganzen Welt hört man immer noch die Musik, die diese Komponisten schrieben. Kennst du Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms, Mendelssohn, Wagner, Bruckner oder Orff? Die deutschen und österreichischen Musiker und Komponisten prägten die klassische Musik vom Barock bis zur Romantik (17.–19. Jahrhundert) und Moderne entscheidend. Einer der bedeutendsten Komponisten des Barock war Johann Sebastian Bach (1685–1750). Auch heute benutzen viele Kinder, die Klavier


spielen lernen, sein „Wohltemperiertes Klavier“ als Lehrwerk. Mit seinem umfangreichen Werk beeinflusste er zahlreiche spätere Komponisten. Bach wohnte und arbeitete ab 1723 in Leipzig. Er war zu seiner Zeit ein berühmter Organist. Wien war gegen Ende des 18. Jahrhunderts Sammelpunkt der großen Komponisten. Hier lebten Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven. Mozart wurde 1756 in Salzburg geboren. Bereits mit fünf Jahren begann er zu komponieren. Als Sechsjähriger machte er Konzertreisen nach München und an den kaiserlichen Hof in Wien, ein Jahr später nach Paris und London, und mit zwölf Jahren war er Konzertmeister des Salzburger Erzbischofs. Ab 1781 lebte er in Wien. Er war sehr kreativ, aber er hatte große Geldprobleme. Mit 35 Jahren starb er (1791) in Wien in Armut. Zusammen mit Beethoven prägten Mozart und Haydn die Instrumentalmusik in der Welt über einen Zeitraum von mehr als hundert Jahren. Beethoven (1770–1827) war ein Meister der Wiener Klassik. Seine genialen Symphonien und Konzerte wurden schon zu seinen Lebzeiten in ganz Europa begeistert gespielt. Dabei konnte er schon mit 30 sehr schlecht hören und wurde nach und nach ganz taub. Dennoch komponierte er selbst in dieser Zeit grandiose Musik.

Musikabend am Kaiserhof in Wien 1762. Am Klavier sitzen der sechsjährige Mozart und seine Schwester. Mozart war ein musikalisches Wunderkind, der mit fünf Jahren zu komponieren anfing. Mit acht schrieb er bereits seine erste Symphonie.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Vokabeln die Ausbildung utdannelsen / utdanninga der Buchhändler bokhandleren / bokhandlaren sich entwickeln å utvikle seg der Drang trangen / trongen schaffen å skape der Verleger forleggeren / forleggjaren heiraten å gifte seg

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Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) wurde in Hamburg geboren und kam aus einer reichen Bankiersfamilie. Er erhielt eine lange Ausbildung und reiste viel. Schon früh entwickelte er seinen musikalischen Stil. Er gründete später in Leipzig das Konservatorium, an dem auch Robert Schumann unterrichtete. Man kennt etwa 750 Kompositionen von Mendelssohn. Robert Schumann (1810–1856) war Sohn eines Buchhändlers und Verlegers in Zwickau. Er war Romantiker und geprägt von großem Schaffensdrang und tiefen Depressionen. Sein Vorbild war Franz Schubert (1797– 1828). Schumann heiratete Clara Wieck, die Tochter seines Klavierlehrers. Sie wurde eine berühmte Pianistin.


Worum geht’s? 1) Welche berühmten Komponisten aus Deutschland und Österreich werden im Text genannt? 2) Kennst du andere klassische Komponisten? 3) Welches große Problem hatte Beethoven? 4) Wann begann Mozart zu komponieren? 5) Welche Stadt war besonders wichtig in dieser Zeit?

Sag mal was! Klassische Musik Wähle einen klassischen Komponisten und erzähle fünf Fakten über ihn. Suche ein Musikstück dieses Komponisten, das du der Klasse vorspielst. Versuche, etwas über das Stück zu sagen. Sprachhilfe: Wie heißt das Stück? Von wem ist das Stück? Wann wurde es komponiert und zum ersten Mal aufgeführt? Ist es schnell oder langsam? Wie ändert sich der Rhythmus im Laufe des Stückes? Welche Gefühle spürt man, wenn man die Musik hört? Welche Instrumente hört man? Warum hast du genau dieses Stück gewählt?

Ludwig van Beethoven – der große Komponist Ludwig van Beethoven wurde 1770 in Bonn geboren, wo sein Vater Sänger am Hof des Kurfürsten war. Früh erkannte der Vater die musikalische Begabung seines Sohnes. Mit 17 Jahren war der junge Ludwig van Beethoven Hilfsorganist in der Hofkirche, ein Jahr später spielte er Cembalo in der Hofkapelle. Im Jahre 1787 bekam er ein Stipendium des Kurfürsten und reiste zu Mozart nach Wien. Bei ihm nahm er einige Unterrichtsstunden. Als seine Mutter plötzlich starb, kehrte er zurück nach Bonn. Hier musste er für den Vater, der immer mehr dem Alkohol verfiel, und die beiden jüngeren Brüder sorgen. Mit 22 Jahren zog er endgültig nach Wien und wurde Schüler von Joseph Haydn. Jetzt begann Beethovens Laufbahn als selbstständiger Pianist und Komponist. Er komponierte viel und verkaufte seine Kompositionen und Auftragsarbeiten an den Wiener Adel. LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Vokabeln die Einladung invitasjonen der Verlag forlaget der Erfolg suksessen der Auftrag oppdraget die Komposition komposisjonen das Leiden lidelsen / lidinga das Gehör hørselen / høyrsla verschlimmern å bli verre, forverre seg der Einfall innfallet, innskytelsen / innfallet, påfunnet schwerhörig tunghørt / tunghøyrd die Taubheit døvheten / døvheita das Schicksal skjebnen / lagnaden

Mit 30 Jahren gab er sein erstes Konzert mit eigenen Werken. Nach diesem ersten großen Erfolg bekam Beethoven sehr viele Einladungen, und von vielen Verlagen kamen Kompositionsaufträge. Konzertreisen führten ihn nach Prag, Berlin und Leipzig, und sein Name wurde rasch in ganz Europa bekannt. Schon mit 26 Jahren begann sein Gehörleiden, und er wurde immer schwerhöriger. Er benutzte sogenannte Konversationshefte, in die seine Besucher schreiben mussten, was sie sagen wollten. Neben seinen etwa 400 Konversationsheften benutzte Beethoven Skizzenbücher, die er immer bei sich trug, auch auf Spaziergängen, um spontane musikalische Einfälle sofort aufschreiben zu können. Sein Gehörleiden verschlimmerte sich jedoch immer mehr, bis zur völligen Taubheit. Trotz der Taubheit verlor Beethoven nie den Glauben an sich selbst. Er kämpfte gegen sein Schicksal und komponierte immer weiter. In völliger Gehörlosigkeit entstanden Werke, die zu seinen bedeutendsten gehören: z. B. die 9. und letzte seiner vollendeten Symphonien, die mit dem Schlusschor „Freude schöner Götterfunken“ von Friedrich Schiller endet. Viele seiner eigenen Kompositionen hat Beethoven also nie richtig hören können, und wir können uns fragen, wie er überhaupt komponieren konnte. Die Antwort lautet: Beethoven hörte die Musik in seinem Innern, in seinem Geist. Am 26. März 1827 starb Ludwig van Beethoven in Wien. Berühmte Werke von Beethoven ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

3. Sinfonie („Eroica“) 5. Sinfonie („Die Schickalssymphonie“) 6. Sinfonie („Pastorale“) 9. Sinfonie Mondscheinsonate Appasionata (Sonate Nr. 23) Für Elise (Bagatelle Nr. 3) Pianokonzert Nr. 3

Schreib mal was!

Worum geht’s?

Diese Zahlen findest du in dem Text über Beethoven. Schreibe einen Satz zu jeder Zahl und gebe anhand deiner Sätze den Text wieder. 1770, 17, 1787, 22, 26, 30, 400, 9., 1827

1) 2) 3) 4) 5)

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Weiter geht’s

Was hast du über Beethovens Hintergrund erfahren? Welche großen Komponisten haben ihn unterrichtet? Wie konnte Beethoven als Künstler existieren? Wie entwickelte sich sein Gehörleiden? Welche Hilfsmittel benutzte Beethoven, um sich mit anderen Menschen zu unterhalten? 6) Wie konnte Beethoven, als er taub war, komponieren?


Johann Sebastian Bach – kurz erzählt Geboren Vater Mutter 1694 1695

1700–1703

1703–1707

1707–1708

1708–1717

1717–1723

1723–1750

Tod Berühmte Werke

1685 in Eisenach. Johann Ambrosius Bach, Hoftrompeter und Leiter der Eisenacher Stadtpfeifer. Elisabeth Bach (geb. Lemmerhirt), Hausfrau. Seine Mutter stirbt, Johann Sebastian ist 9 Jahre alt. Sein Vater stirbt, Johann Sebastian ist 10 Jahre alt. Er lebt von da an bei seinem Bruder in Ohrdruf und erhält dort seine musikalische Grundausbildung. 15–18 Jahre: Er ist Chorsänger im Michaelskloster in Lüneburg. Arbeitet als Aushilfsorganist und ist Musiker im Orchester. 18–22 Jahre: Arbeitet als Organist in Arnstadt, wo er oft Streitereien mit seinen Schülern hat. 22–23 Jahre: Arbeitet als Organist in Mühlhausen. Johann Sebastian heiratet Maria Barbara. 23–32 Jahre: Er lebt neun Jahre in Weimar am Weimarer Hof. Arbeitet als Hofkonzertmeister und komponiert jeden Monat eine Kantate. 32–38 Jahre: Lebt in Köthen. Seine Frau stirbt. Bach heiratet Anna Magdalena. Sie bekommen 13 Kinder. 38–64 Jahre: Bach arbeitet als Kantor für die St. Thomas Kirche in Leipzig. 28. Juli 1750 stirbt Johann Sebastian Bach in Leipzig. Toccata und Fuge in d-moll Brandenburgische Konzerte Matthäus-Passion Weihnachtsoratorium h-moll-Messe

Schreib mal was! Benutze die Lebensdaten von Johann Sebastian Bach und schreibe einen vollständigen Text über den Komponisten.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Landeskunde/Literatur Musikfestivals in Deutschland In Deutschland liebt man Musik, und jährlich gibt es mehr als 300 Musikfestivals. Hier sind einige davon, die du besuchen kannst: Das SonneMondSterne Festival (kurz: SMS) Das SonneMondSterne Festival ist ein großes Open-Air-Festival, das in Thüringen stattfindet. Menschen kommen aus ganz Deutschland, um hier das Beste der elektronischen Musik zu hören. Das Festival findet jedes Jahr am zweiten Augustwochenende statt. Das erste SonneMondSterneFestival wurde 1997 veranstaltet, und damals haben 2500 Menschen das Festival besucht. Im Jahr 2010 waren es über 100 000. Drei Tage lang kann man mittanzen und Elektromusik hören.

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Weiter geht’s


Das Euro Dance Festival Im Frühling findet das größte Tanzfestival Europas in der Stadt Rust bei Freiburg statt. Hier tanzt man vier Tage lang verschiedene Tanzstile, z. B. Standard, Latein, Salsa, Tango, Swing, Hip-Hop und Breakdance. Es gibt auch immer viele Tanzworkshops und Shows. Am Ende der vier Tage gibt es Showprogramme, Galaabende und Tanzpartys, auf denen Tanzprofis ihr Können präsentieren. Rock am Ring Auf der Formel-1-Rennstrecke Nürburgring bei Nürburg gibt es ein großes deutsches Musikfestival, Rock am Ring. Dieses sehr beliebte Festival wurde das erste Mal im Jahr 1985 veranstaltet und findet seitdem jedes Jahr statt. Seit 1993 gibt es gleichzeitig mit Rock am Ring auch das Festival Rock im Park. Zuerst in Wien, danach zwei Jahre in München und seit 1997 in Nürnberg.

Vokabeln stattfinden å finne sted, skje / å hende veranstalten å arrangere das Gutshaus godsbygningen, herregården / herregarden die Rennstrecke rallybanen die Scheune låven die Schlossparkanlage slottsparkanlegget toll flott ungewöhnlich uvanlig / uvanleg das Werftgebäude verftsbygningen

Das Schleswig-Holstein Musik Festival Für alle, die klassische Musik mögen, gibt es seit 1986 jedes Jahr im Juli und August das Schleswig-Holstein Musik Festival. Überall im Norden Deutschlands werden klassische Konzerte gespielt. Es gibt tolle Konzerte in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Dänemark und Hamburg. Die Konzerte werden oft an ziemlich ungewöhnlichen Orten gegeben, wie zum Beispiel in Gutshäusern, Scheunen, historischen Kirchen, Schlossparkanlagen und Werftgebäuden. Seit 2002 ist auch das Jazzfestival Jazzbaltica ein Teil des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Worum geht’s? 1) Wie viele Musikfestivals gibt es in Deutschland? 2) Im Text werden vier verschiedene Festivals genannt. Welches würdest du besuchen? Warum? 3) Wo gibt es Rock am Ring? 4) Welche Tanzstile gibt es beim Euro Dance Festival? 5) Welche Musik hört man gern, wenn man das SonneMondSterne-Festival besucht? 6) Seit wann und wo gibt es das Schleswig-Holstein Musik Festival? Bitte ins Deutsche übersetzen. Liker du musikk? Hører du på klassisk, rock eller kanskje hiphop? Mange hører musikk når de trener eller sitter på bussen. Har du vært på festival? I Tyskland er det mange kjente festivaler. Her kan man høre yndlingsartistene sine. Venninnene Jasmin og Bea liker Cro og går ofte på konsert når han spiller. / Liker du musikk? Høyrer du på klassisk, rock eller kanskje hiphop? Mange høyrer på musikk når dei trenar eller sit på bussen. Har du vore på festival? I Tyskland er det mange kjende festivalar. Her kan ein høyre yndlingsartistane sine. Venninnene Jasmin og Bea liker Cro og går ofte på konsert når han speler.

LEKTION 7

Wir lieben Musik

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Teste deine Sprache! Bitte ins Deutsche übersetzen. 1) Har du hørt om den kjente komponisten fra Tyskland? / Har du høyrt om den kjende komponisten frå Tyskland? 2) Han har mistet hørselen, men har komponert mange verk. / Han har mista høyrsla, men har komponert mange verk. 3) Husker du hvilke stykker han har komponert? / Hugsar du kva for stykke han har komponert? 4) Hvor mange år har du spilt piano? / Kor mange år har du spelt piano? 5) Jeg har sunget i band sammen med vennene mine. / Eg har sunge i band saman med vennene mine. 6) Vi har vært på mange konserter fordi vi liker musikk. / Vi har vore på mange konsertar fordi vi liker musikk. 7) Dere har kjørt langt i dag og er trøtte. / De har køyrt langt i dag og er trøytte. 8) Du sa at du ikke har spist middag. / Du sa at du ikkje har ete middag. 9) Alle har snakket om den nye sangen til artisten. / Alle har snakka om den nye songen til artisten. 10) Hvorfor har de sluttet å spille? / Kvifor har dei slutta å spele?

Wichtige Wörter und Begriffe 7 Lerne diese Ausdrücke auswendig und benutze sie danach in eigenen Sätzen, mündlich oder schriftlich. Welche Musik gefällt dir? Was hörst du gern? Hast du eine Lieblingsband? Eine Oper besuchen. Die Musik genießen. Im Chor singen. Ein Musikinstrument spielen. Ich übe jeden Tag. Ein Konzert geben. Auf ein Konzert gehen. Das Festival findet im Sommer statt.

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Weiter geht’s

Hvilken musikk liker du? / Kva for musikk liker du? Hva hører du på? / Kva høyrer du på? Har du et yndlingsband? / Har du eit yndlingsband? Å gå i operaen. Å nyte musikken. Å synge i kor. / Å syngje i kor. Å spille et musikkinstrument. / Å spele eit musikkinstrument. Jeg øver hver dag. / Eg øver kvar dag. Å holde en konsert. / Å halde ein konsert. Å gå på konsert. Festivalen er om sommeren. / Festivalen er om sommaren.


im Zelt schlafen

Selbstbewertung nach Lektion 7: Siehe Seite 345.

LEKTION 7

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Wir lieben Musik

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LEKTION 8

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Alltagsleben in Berlin

SCHWERPUNKTE:

Berlin auf einen kurzen Blick Ein bisschen anders wohnen in Berlin Nach dem Weg fragen Einkaufen

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Beliebte Stadtteile in Berlin Das ist Berlin

GRAMMATIK:

Präpositionen, Präsensperfekt mit sein Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was weißt du über Berlin? Wie kommt man nach Berlin? Erzähle von deinem Besuch in Berlin, wenn du da gewesen bist. Welche Sehenswürdigkeiten kennst du in Berlin?

Berlin auf einen kurzen Blick Vokabeln die Bühne scenen / scena der Einwohner innbyggeren / innbyggjaren die Oper operaen der Stadtteil bydelen unzählige utallige / tallause

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Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland Ca. 3,5 Millionen Einwohner Drei Universitäten Zwei Fußballmannschaften (Hertha Berlin und BFC Dynamo) Etwa 100 Kinos mit mehr als 300 Sälen Drei Opernhäuser (Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper und Komische Oper) Sieben Stadttheater Etwa 160 Museen Unzählige Galerien und Konzertbühnen Flüsse: die Spree und die Havel Die Berliner Mauer: 1961–1989 Paradestraßen: Kurfürstendamm (Ku’damm) und Unter den Linden Bekannte Stadtteile: Mitte, Schöneberg, Charlottenburg, Kreuzberg, Prenzlauer Berg Sag mal was! Berichte einem Mitschüler / einer Mitschülerin über Berlin. Benutze diese Informationen als Ausgangspunkt.

Das „Berlin-Gefühl“ Weiter geht’s hat in diesem Interview mit Benjamin Bauer (45) aus BerlinFriedrichshain gesprochen. Er gibt uns eine kleine Gebrauchsanweisung für Berlin. Weiter geht’s: Hallo Benjamin, seit wann lebst du in Berlin? Benjamin Bauer: Hallo! Ich bin ein echter Berliner: Ich bin hier geboren, habe hier meine Ausbildung gemacht, erst die Schule, dann das Studium, und jetzt lebe ich hier in Friedrichshain mit meiner Frau und meinen beiden Kindern. Weiter geht’s: Wieso ist Berlin international so beliebt? Benjamin Bauer: Berlin ist eine tolle Stadt zum Leben. Im Vergleich zu London, New York oder Kopenhagen ist es immer noch günstig, hier zu 158

Weiter geht’s


die Freundschaft wohnen. Wir haben einigermaßen bezahlbare Mieten, und man kann sehr gut essen gehen für wenig Geld. Die Künstler waren ja die Ersten, die nach Berlin kamen. Sie fanden es hier unglaublich gut, weil man preiswerte Ateliers mieten konnte. Berlin ist eine Künstlerstadt. Weiter geht’s: Was ist denn das typische „Berlin-Gefühl“? Benjamin Bauer: Es ist das Gefühl, dass in Berlin mehr möglich ist als in anderen Städten. Alles ist erlaubt, und man ist hier sehr liberal und tolerant. Einige behaupten, dass man ganz nackt durch Berlin laufen kann, ohne dass es bemerkt wird. Weiter geht’s: In den letzten Jahren hat sich Berlin sehr stark verändert, und es ziehen immer mehr neue Leute hierher. Verschwindet dann nicht der Charme der Stadt? Benjamin Bauer: Ich glaube nicht. Wenn man in die Geschichte zurückblickt, ist Berlin früher viel schneller gewachsen als heute. Zwischen 1860 und 1910 zogen drei Millionen Menschen in die Stadt und passten sich an. Das gilt auch heute. Berlin war immer cool und lässig, und das bleibt. Wir kämpfen hier für Toleranz, und diese Haltung wird sich nicht so schnell verlieren. Weiter geht’s: Kann man lernen, ein Berliner zu sein? Benjamin Bauer: Nicht jeder kann das lernen. Es gibt Leute, die sich nicht integrieren und immer nur den Dreck in der Stadt sehen oder die vielen Graffitis an den Hauswänden. Wer sich in Berlin wohlfühlen

Vokabeln die Gebrauchsanweisung bruksanvisningen / bruksrettleiinga niedrig lav / låg die Miete husleien / husleiga preiswert billig, gunstig erlaubt tillatt / tillaten zurückblicken å se tilbake / å sjå tilbake lässig skjødesløs / skøytelaus, laid-back, uformell integrieren å integrere der Dreck møkka, skitten die Hauswand husveggen der Ratschlag rådet empfehlen å anbefale / å rå til der Ort stedet, plassen / staden, plassen gebürtig å være født der / å vere fødd der das Viertel kvartalet

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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will, muss verstehen, dass die Stadt viele Freiheiten bietet. Man wird toleranter, wenn man hier lebt. Weiter geht’s: Hast du einen Ratschlag für Leute, die nach Berlin kommen und hier leben möchten? Benjamin Bauer: Ich empfehle, sich von den touristischen Orten fernzuhalten und die wahre Stadt zu entdecken. Ku’damm und Mitte ist voll von Touristen und Sehenswürdigkeiten, aber hier findet man kaum gebürtige Berliner. Man kann einfach in die S-Bahn steigen, irgendwohin fahren und aussteigen. Ein Tipp ist zum Beispiel der Stadtteil Spandau. Hier leben viele Leute, die aus Berlin stammen und ihr ganzes Leben hier verbracht haben. Es ist ein altes Arbeiterviertel und etwas anderes als der coole Prenzlauer Berg. Weiter geht’s: Ja, danke für die Tipps, Benjamin. Benjamin Bauer: Gerne! Viel Glück in Berlin. Es ist eine tolle Stadt für Leute, die Toleranz und Freiheit lieben.

Worum geht’s? 1) Wo in Berlin wohnt Benjamin? Wie lange hat er in Berlin gewohnt? 2) Was ist Spandau? 3) Was passierte zwischen 1860 und 1910 in Berlin? 4) Warum gibt es so viele Künstler in der Stadt? 5) Was kennzeichnet Berlin?

das

Hausboot


Ein bisschen anders wohnen in Berlin Berlin ist groß. Hier wohnen etwa 3,5 Millionen Menschen, aber wie wohnen sie eigentlich? Etwa 87 Prozent der Berliner leben in einem Mehrfamilienhaus, zwei Prozent in einem Zweifamilienhaus und acht Prozent leben in einem Einfamilienhaus. Drei Prozent der Berliner wohnen in einem Haus, das eigentlich gar kein Wohnhaus ist! Weiter geht’s hat mit drei Berlinern gesprochen, die in außergewöhnlichen Wohnungen wohnen: auf dem Hausboot, in einer ehemaligen Schule und im Baum. Das haben sie uns erzählt: Peter (44) lebt auf einem Hausboot Ich habe das Boot in Amsterdam gekauft und lebe seit zwölf Jahren auf dem Hausboot. Das Boot war ziemlich alt und kaputt, ich habe mehrere Tausend Euro in die Modernisierung gesteckt. Auf dem Dach habe ich eine Solaranlage angebracht, und alle Fenster sind neu. Mein Hausboot hat keinen Motor und hat einen festen Liegeplatz am Treptower Park. Als Kind träumte ich davon, auf einem Hausboot zu leben. Die Winter auf dem Boot sind etwas kalt, aber die Sommer sind wunderbar. Mein Boot ist fast wie eine normale Wohnung, und ich habe die gleichen monatlichen Kosten wie bei einer Mietwohnung. Mein Zuhause bewegt sich eben manchmal ein bisschen. Mille (35) wohnt in einer alten Schule Ich wollte immer ein besonderes Zuhause haben, und als ich die leer stehende Schule fand, bin ich eingezogen. Findest du das merkwürdig? Ich wohne seit vier Jahren hier, und es gefällt mir. Es riecht nach Schule und sieht auch so aus. Es gibt Tafeln und Kreide und in einigen Garderoben hängen noch Jacken und Regenschirme. An den verschiedenen Türen hängen Schilder, wie „1b“ oder „Physikraum“. Ich habe sehr viel Platz und kann in den langen Fluren Skateboard fahren. Wenn ich Kinder bekomme, ziehe ich in eine ganz normale Wohnung.

Vokabeln das Mehrfamilienhaus leiegården, boligblokka / leigegarden, bustadblokka das Einfamilienhaus eneboligen / einebustaden außergewöhnlich usedvanlig / usedvanleg ziemlich temmelig / temmeleg der Liegeplatz båtplass manchmal av og til leer stehend å stå tomt merkwürdig underlig / underleg kaputt ødelagt / øydelagd Es gefällt mir. Jeg liker det. / Eg liker det. der Flur gangen, den langstrakte korridoren riechen å lukte vondt, stinke das Baumhaus trehuset

Helmut (31) wohnt im Baumhaus Ich glaube, dass jeder kleine Junge ein Baumhaus haben will, und jetzt wohne ich seit einem Jahr in meinem Baumhaus hier an der Krummen Lanke in Berlin-Zehlendorf. Es hat ein Jahr gedauert, das Baumhaus zu bauen, und ich liebe es, hier zu sein! Alles ist selbstverständlich aus Holz, und es fühlt sich an wie im Wald. Mein Baumhaus ist 28 Quadratmeter groß und hat sogar einen Balkon. Ich habe eine kleine Küche, ein Badezimmer mit Regendusche, ein großes Bett, einen Fernseher, ein bequemes Sofa und selbstverständlich Internet.

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Worum geht’s? 1) Wo hat Peter sein Boot gekauft, und wo liegt es jetzt? 2) Was musste Peter modernisieren? 3) Seit wann lebt Mille in der alten Schule, und wie sieht es da aus? 4) Wo kann sie Skateboard fahren? 5) Wie groß ist das Baumhaus von Helmut, und wie sieht es drinnen aus?

Schreib mal was! Hier kannst du zwischen zwei Aufgaben wählen: 1) Schreibe ein Interview mit Peter, Mille oder Helmut. Stelle Fragen zu ihrer Wohnung und zu ihrem Leben. 2) Wie sieht deine ungewöhnliche Traumwohnung aus? Beschreibe sie in einem kurzen Text. Suche gerne passende Bilder dazu.

Hausmeister in einer besonderen Wohnung Möchtest du vielleicht in Schulen, Schlössern, Krankenhäusern, Polizeiund Feuerwachen oder Kirchen und Klöstern wohnen? Als Hausmeister ist das möglich. Wer Hausmeister werden will, muss älter als 18 Jahre sein und darf keine Vorstrafen haben. Familien mit Kindern sind ausgeschlossen. Auch Haustiere sind in den Gebäuden verboten. Dafür darf man relativ günstig und vor allem außergewöhnlich wohnen! Ein Hausmeister muss auf das Eigentum aufpassen und Räume und Gebäude sauber halten. Hier darf man keine Partys veranstalten! Schreib mal was! 1) In was für einem Gebäude möchtest du gerne Hausmeister sein? Schreibe eine Bewerbung an die Stadt Berlin und erzähle, warum gerade du als Hausmeister infrage kommst. 2) Meine Traumwohnung Viele Jugendliche träumen davon, aus dem Elternhaus auszuziehen. Es klingt so nett mit einer eigenen Wohnung! Stell dir mal vor, dass du schon morgen in deine Traumwohnung einziehen könntest. Wie würde diese Wohnung aussehen? Erstelle eine Beschreibung mit Text und Bildern am Computer.

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Weiter geht’s


Sag mal was! Wegbeschreibung Wo ist …? Geradeaus   rechts  links  Arbeitet zu zweit und macht kleine Dialoge, die zu den Zeichen passen. Benutzt die folgenden Sätze als Beispiele. 1) Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir helfen? Sagen Sie, wo ist der Berliner Hauptbahnhof? Gehen Sie die Straße immer geradeaus, dann sehen Sie eine Bushaltestelle. An der Bushaltestelle gehen Sie links um die Ecke. Da ist der Hauptbahnhof. Vielen Dank! 2) Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir helfen? Wo ist das Brandenburger Tor? Gehen Sie diese Straße etwa zwei Kilometer geradeaus. Wie heißt diese Straße? Sie heißt Unter den Linden. Und dann? Sie gehen einfach geradeaus weiter, bis Sie das Brandenburger Tor sehen. Vielen Dank! 3) Entschuldigen Sie bitte, können Sie mir helfen? Wo liegen die Hackeschen Höfe? Fahren Sie mit der S-Bahn zur Haltestelle Hackescher Markt. Wenn Sie aus dem S-Bahnhof kommen, gehen Sie rechts über den kleinen Platz. Die Hackeschen Höfe sind geradeaus. Vielen Dank! 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

Die Siegessäule? Die Bernauer Straße? Der Kurfürstendamm? Die Gedächtniskirche? Der Tiergarten? Das Olympia-Stadion? Der Checkpoint Charlie? Der Alexanderplatz?

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Schreib mal was! Präsentation Arbeitet in kleinen Gruppen und wählt eine der acht oben genannten Sehenswürdigkeiten in Berlin. Macht eine Präsentation mit Bildern und Text. SCHON GEWUSST? Vokabeln benannt oppkalt / oppkalla eine Reihe en rekke / ei rekkje selbstverständlich selvfølgelig / sjølvsagt der Verkehrsknotenpunkt trafikknutepunktet

Ein bisschen Norwegen in Berlin In Berlin gibt es eine Reihe von Straßennamen, die an Norwegen erinnern. Es gibt eine Norwegerstraße, eine Ibsen-Straße und eine Björnson-Straße. Wenn du eine Hamsun-Straße suchst, wirst du sie nicht finden. Nach Fritjof Nansen wurde eine Straße benannt, und es gibt eine Straße mit dem Namen Fram. In Berlin findest du auch eine Bergener Straße, Drontheimer Straße, Aalesunder Straße, Nordkapstraße und selbstverständlich eine Osloer Straße. Die Osloer Straße ist besonders bekannt, weil sie ein Verkehrsknotenpunkt in Berlin ist. Sie hat eine eigene U-Bahnstation, die mit norwegischen Fahnen dekoriert ist.

Sag mal was! Arbeitet zu zweit. Findet die Straßen im Text „Ein bisschen Norwegen in Berlin“ auf einer Karte von Berlin. Wo liegen die Straßen im Verhältnis zum Brandenburger Tor? Versucht, eine einfache Wegbeschreibung zu machen.

Marike und Felix besuchen das KaDeWe Das KaDeWe, das Kaufhaus des Westens, ist das größte Warenhaus in Europa und befindet sich in Berlin. Das Warenhaus ist eine Touristenattraktion, auch dank der großen Warenauswahl. Die Verkaufsfläche beträgt 60 000 Quadratmeter und geht über acht Etagen. In diesem Warenhaus gibt es 64 Rolltreppen und 26 Fahrstühle. Pro Tag besuchen etwa 80 000 Menschen das KaDeWe. Hier arbeiten etwa 2400 Personen, und 70 Prozent der Angestellten sind Frauen. Die meisten Touristen besuchen die 6. Etage. Diese Etage ist das Mekka der Gourmets. Hier kann man mehr als 400 Brot- und Brötchensorten, ungefähr 1300 Käsesorten und über 1200 Wurst- und Schinkensorten finden. Felix, der 15 Jahre alt ist, geht heute mit seiner zwei Jahre älteren Schwester Marike Klamotten einkaufen. Sie sind im 3. Stock des Warenhauses. Seine große Schwester, die Kleidung und Schuhe und alles, was damit zu tun hat, liebt, freut sich sehr. Sie findet es immer toll, hier zu sein. 164

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Felix dagegen hat eigentlich keine Lust und nörgelt herum. Jeder kann sehen, dass er ziemlich sauer ist. Marike: Felix, stell dich nicht so an! Alle Leute brauchen Klamotten. Möchtest du nackt herumlaufen, oder was? Felix: Spinnst du? Natürlich weiß ich, dass ich eine neue Hose brauche. Aber ich finde nicht, dass es Spaß macht, Kleidung zu kaufen. Es ist langweilig! Und es ist extrem teuer hier! Können wir nicht lieber in die 6. Etage fahren? Dort gibt es viel zu probieren. Marike: Ich liebe es hier, und ich werde eine sehr gute Modeberaterin sein. Versprochen. Später können wir in den 6. Stock fahren. Felix: Ja, das kann ich mir vorstellen … Marike: Hier, Felix, hier gehen wir rein. Hier gibt es die coolsten Hosen der Stadt. Mein Freund hat hier eine Hose, die richtig gut aussieht, gekauft. Komm! Felix: Was, hier? Ist es nicht der teuerste Laden der Stadt? Hier kostet doch keine Hose unter 200 Euro. Okay, wir gehen rein. Marike: Diese Hose kannst du probieren. Es ist Größe 29/34, die müsste passen. Da, dort ist die Anprobe. Geh mal hin. Ich komme sofort nach, nachdem ich noch ein paar Hosen für dich gefunden habe. Felix: Oh Mann, das kann ja dauern. Okay, ich gehe in die Umkleidekabine.

Vokabeln die Fläche flaten / flata, arealet die Rolltreppe rulletrappa der Fahrstuhl heisen der Angestellte den ansatte / den tilsette die Klamotten (pl.) klærne / kleda einkaufen å handle, gjøre innkjøp / gjere innkjøp nörgeln å klage, syte sich anstellen å skape seg, oppføre seg dumt sauer sur herumlaufen å gå rundt, slentre omkring Spinnst du? Tuller du? / Tullar du?, Er du sprø? brauchen å trenge, behøve LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Vokabeln teuer dyr die Beraterin den kvinnelige rådgiveren / den kvinnelege rådgivaren, konsulenten sich vorstellen å forestille seg / å førestille seg die Anprobe å prøve klær eller sko / å prøve klede eller sko die Umkleidekabine omkledningsrommet / omkledingsrommet tragen her: å ha på seg wie angegossen som støpt / som støypt heutzutage nå for tiden / no for tida leihen å låne das Gehalt lønna die Chucks (pl.) Converseskoene (Chuck Taylor) / Converseskoa (Chuck Taylor)

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Marike: Felix, bist du hier drin? Felix: Ja. Diese Hose, die rot ist, werde ich nie im Leben tragen. Kannst du mir bitte eine andere geben? Die Farbe und die Größe sind falsch. Ich brauche so was wie medium. Gibt es das nicht? Marike: Aber Rot ist doch schön. und die Hosen sollen etwas eng sein! Mein Freund … Felix: Ja, ich weiß, dass dein Freund hier eine tolle enge rote Hose gekauft hat, ich will aber keine rote enge Hose! Such mir bitte eine andere, oder wir gehen. Außerdem ist sie unglaublich teuer! 180 Euro für eine Hose! Dafür kaufe ich lieber ein Flugticket nach Italien! Marike: Okay, okay! Ich werde eine andere für dich finden. Du kannst ja diese Hose, die aus Italien kommt, anziehen. Felix: Meinst du die schwarze, die enge Beine hat? Die gefällt mir, Marike. Marike: Ja, die finde ich auch gut. Passt sie denn? Felix: Ja, die sitzt wie angegossen! Ist das small oder medium? Mir gefällt sie sehr. Es gibt allerdings ein Problem. Marike: Was denn für ein Problem? Felix: Die Hose, die mir gefällt, kostet 120 Euro. Das finde ich viel zu teuer! Marike: So ein Quatsch! Das muss man heutzutage für eine gute Hose bezahlen. Felix: Ich habe aber nur 50 Euro. Kannst du mir den Rest vielleicht leihen? Marike: Weißt du, Felix, ich habe gerade Gehalt gekriegt. Ich gebe dir den Rest aus. Felix: Das finde ich stark von dir, vielen Dank! Du, Marike, ich könnte eigentlich auch eine neue Jacke und ein Hemd gebrauchen … Vielleicht auch ein paar neue Chucks. Marike: So viel Geld habe ich auch nicht, aber es ist toll, dass dir das Einkaufen auf einmal Spaß macht! Ich wusste ja, dass ich eine gute Modeberaterin bin.


Wie sagt man das auf Deutsch?

Worum geht’s?

1) 2) 3) 4) 5)

1) Was möchten Felix und Marike tun? 2) Was denken die beiden über das Einkaufen? 3) Welche Hose gefällt Felix nicht, und wie viel kostet sie? 4) Wie viel kostet die schwarze Hose, die ihm gefällt? 5) Welches Problem hat Felix? 6) Warum ist Marike eine gute Modeberaterin?

Å passe perfekt. Jeg liker den. / Eg liker han. Den er for dyr. / Han er for dyr. Det er bra gjort av deg! Det er gøy.

Schreib mal was! Im Text „Marike besucht das KadeWe“ gibt es viele Relativsätze. Bitte die folgenden Relativsätze ins Norwegische übersetzen: 1) Seine große Schwester, die Kleidung und Schuhe und alles, was damit zu tun hat, liebt, freut sich sehr. 2) Mein Freund hat hier eine Hose, die richtig gut aussieht, gekauft. 3) Diese Hose, die rot ist, werde ich nie im Leben tragen. 4) Du kannst ja diese Hose, die aus Italien kommt, anziehen. Wie unterscheiden sich Relativsätze im Deutschen und im Norwegischen? Erkläre es deinen Mitschülern, auf Deutsch oder auf Norwegisch.

Sag mal was! Diskutiert Folgendes in kleinen Gruppen: 1) Was sollte Mode (Hosen, Jacken, Hemden, Schuhe etc.) deiner Meinung nach kosten? Sollte man viel oder wenig für gute Markenkleidung ausgeben müssen? 2) Viele Leute kaufen billige Mode, die oft durch Kinderarbeit in der Dritten Welt produziert wurde. Welche Gedanken hast du dazu? 3) Viele Marken sind falsche Kopien von echten Modemarken. Was hältst du davon?

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Sag mal was! A) Arbeitet in kleinen Gruppen und diskutiert die Aussage: „Kleider machen Leute.“ Sprachhilfe: Ich bin der Meinung, dass … Ich finde, dass … Nein, da bin ich anderer Meinung. Nein, das finde ich nicht. Kleidung ist wichtig für das Selbstwertgefühl. Es ist das Innere, was zählt. Man wird gleich behandelt / anders behandelt, wenn man seinen Kleidungsstil ändert.

B) Bringe die Sätze in eine richtige Reihenfolge. Mutter Birte ist mit ihrer Tochter Ulla (11 Jahre) in einem Kleidungsgeschäft. Der Berliner Herbst steht vor der Tür, und bevor die Schule anfängt, müssen sie Herbstsachen einkaufen. Birte: Kannst du die blaue Jacke bitte anprobieren? Die sieht schön aus. Ulla: Ich habe schöne Sachen bekommen. Danke Mama, du bist immer so lieb! Birte: Wunderbar, dann haben wir alles! Jetzt gehen wir zur Kasse. Ulla: Nein, der geht gar nicht. Der sieht ja total schrecklich aus! Birte: Keine Ursache, hat mir auch Spaß gemacht. Ulla: Ja, der ist schön! Und angenehm weich ist er auch … Birte: Wie wär’s mit dem grün-gelb gestreiften Schal? Ulla: Der ist ja für Jungen! Birte: Komm Ulla, wir müssen noch eine Skijacke für dich kaufen. Was ist mit der bunten Jacke dort? Ulla: Die ist ja viel zu eng. Da passe ich ja gar nicht hinein. Birte: Und was ist mit dem weißen Schal mit den pinken Sternen? Ulla: Ja, die will ich haben. Ja, es geht. Bequem ist sie schon. Birte: Dann brauchen wir noch einen Schal für dich. Gefällt dir der blaue Schal? Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

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Weiter geht’s


Du bist dran! Auf dem Flohmarkt in Berlin 1) Arbeitet in kleinen Gruppen (2 bis 4 Personen). Bringe verschiedene Prospekte und Kataloge mit in den Unterricht. Abbildungen von Möbeln und anderen Sachen (Uhren, Geschirr, Bücher, Kleidung usw.). Schneide einige Abbildungen von Sachen aus, die du auf dem Flohmarkt verkaufen willst, und klebe sie auf einzelne Kärtchen. Notiere dann bei jedem „Verkaufsobjekt“ den Preis. 2) Bringe Spielgeld (z. B. Monopoly-Geld) mit in den Unterricht. 3) Schreibe Redewendungen für Verkäufer und Käufer an die Tafel sowie Adjektive für die Beschreibung der „Verkaufsobjekte“ (Qualität, Aussehen). 4) Spiele „Flohmarkt“. Jede Gruppe baut in der Klasse einen Flohmarktstand auf. Ein Schüler ist Verkäufer, die anderen sind Käufer/Kunden. Alle Käufer bekommen die gleiche Geldsumme und versuchen, durch geschicktes Handeln möglichst viele Sachen billig zu kaufen. Der Schüler, der am Ende die meisten Sachen erstanden hat, hat „gewonnen“.

WISSENSWERTES Märkte in Berlin Mehr als 100 Märkte gibt es jede Woche in Berlin, meist kleine und große Wochenmärkte, auf denen Obst und Gemüse verkauft werden. Fast jeder Bezirk hat außerdem seinen Trödel- oder Flohmarkt, meist am Sonntag. Hier kann man Antikes, Design, Kleider und Schuhe, Bücher und Zeitschriften, Kunst, Hüte, Schallplatten, Sportsachen etc. kaufen. Es gibt viel Unbrauchbares, aber ab und zu kann man wirklich ein Schnäppchen machen! Viel Spaß beim Bummeln!

Vokabeln der Trödelmarkt/Flohmarkt loppemarkedet / loppemarknaden der Hut hatten das Schnäppchen røverkjøpet / røvarkjøpet unbrauchbar ubrukelig / ubrukeleg bummeln å rusle, slentre

die Kommode


Du bist dran! Wie sagst du das auf Deutsch? Arbeitet in Dreiergruppen, würfelt und sprecht so viel Deutsch wie möglich.

Du möchtest im Laden eine Jacke umtauschen, weil sie zu klein ist.

Du möchtest im Café eine Cola bestellen.

Eine Gruppe von Leuten spielt Fußball. Du möchtest mitspielen.

Deine Oma hat Geburtstag.

Start Du bist in der Bibliothek und möchtest ein bestimmtes Buch ausleihen.

Du möchtest dich mit einem Mädchen / einem Jungen verabreden.

Fang ganz von vorn an.

Du möchtest dein Essen im Restaurant bezahlen.

Ziel 170

Weiter geht’s

Du möchtest den Weg zum Bahnhof wissen.

Du sprichst mit deinem Freund über das Wetter.

Gehe drei Felder zurück.

Du hast vergessen, deine Hausaufgaben zu machen.

Gehe drei Felder vor.

Du bist zu spät in die Deutschstunde gekommen.


Du möchtest in der Bäckerei ein Brot kaufen.

Du brauchst eine Fahrkarte nach Hamburg.

Du begrüßt deinen Vater am Morgen.

Du möchtest wissen, wo die nächste Bäckerei ist.

Du hast dein Telefon vergessen und musst anrufen.

Du hast am Telefon die falsche Nummer gewählt.

Du weißt nicht, wo du im Laden die Milch finden kannst.

Bleibe hier eine Runde stehen.

Du möchtest im Restaurant bezahlen.

Du möchtest einen Termin beim Arzt bekommen.

Gehe ein Feld vor.

Du möchtest mit deinem Lehrer über deine schlechte Note sprechen.

Du möchtest einen Burger bestellen.

Du möchtest wissen, wo das Kino ist.

Bleibe hier eine Runde stehen.

Du möchtest einen Termin beim Arzt auf morgen verschieben.

Du weißt nicht, wann dein Bus fährt.

Jemand hat für dich ein gutes Essen gekocht

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Landeskunde/Literatur Vokabeln der Bezirk bydelen die Boutique liten, eksklusiv forretning / lita, eksklusiv forretning sich umschauen å se seg om, rundt / å sjå seg om, rundt das Wahrzeichen symbolet, kjennemerket der Ursprung opprinnelsen, opphavet das Viertel kvarteret, kvartalet, strøket / stroket, die Bewegung bevegelsen / rørsla die Rechtsanwaltskanzlei advokatkontoret die Gegend området schick stilig, flott die Schaubühne teaterscenen zahlreich tallrik / talrik der Modemacher moteskaperen / moteskaparen das Geschäft butikken, forretningen / forretninga ausgefallen spesiell, påfallende / påfallande der Schauspieler skuespilleren / skodespelaren verborgen gjemt, bortgjemt, skjult / gøymd, bortgøymd der Flohmarkt loppemarkedet / loppemarknaden das Gemälde maleriet, bildet / målarstykket, biletet der Schmuck smykket, pynten das Taschenmesser lommekniven der Trödler skraphandleren / skraphandlaren das Rathaus rådhuset die Miete husleien / husleiga die Erholungsmöglichkeit  rekreasjonsmuligheten / rekreasjonsmoglegheita multikulti flerkulturell / fleirkulturell die Randale opprøret, bråket tatsächlich faktisk die Gemeinde her: samfunnet der Hausbesetzer husokkupanten das Speicherhaus lagerhuset

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Beliebte Stadtteile in Berlin Berlin besteht aus zwölf Stadtteilen oder Bezirken. Einige behaupten, dass Berlin eigentlich aus zwölf Dörfern besteht und dass manche Leute ihren Stadtteil nie verlassen. In jedem Stadtteil zeigt sich Berlin von einer anderen Seite. Der Stadtteil Mitte liegt, wie der Name sagt, in der Mitte der Stadt. Als Berlin geteilt war, lag Mitte hauptsächlich im Osten der Stadt. Rund um die neue Mitte kann man viel erleben. In den zahlreichen kleinen Boutiquen kannst du dich umschauen, ohne etwas zu kaufen. Am Abend besucht man hier gern ein Theater oder ein Konzert. Viele Bars haben bis zum Morgen geöffnet, und es ist nicht ungewöhnlich, direkt von der Disco zum Frühstück zu gehen. Die Hackeschen Höfe sind ein beliebter Treffpunkt – mit Kino, gemütlichen Restaurants und natürlich einem großen Starbucks! An der Oranienburger Straße gibt es viele typische Berliner Kneipen. Ein bekanntes Wahrzeichen von Berlin ist der Fernsehturm am Alexanderplatz. Den findet man auch hier in der Gegend. Im Südosten des Viertels liegt das Nikolaiviertel. Dieses gilt als Ursprung Berlins. Früher war das Viertel Charlottenburg eines der Zentren der 68erBewegung. Dieser Stadtteil liegt im Westen der Stadt und hat viele schöne Altbauwohnungen. Heute befinden sich viele Rechtsanwaltskanzleien und Büros in den großen Wohnungen zwischen Kantstraße und dem Kurfürstendamm. Die Gegend um den Savignyplatz ist sehr schick, mit Restaurants und teuren Boutiquen. Für kulturell Interessierte gibt es die Deutsche Oper sowie die Schaubühne am Lehniner Platz. In dieser Gegend kann man auch das Hard Rock Café von Berlin besuchen. Im Stadtteil Prenzlauer Berg gibt es zahlreiche gemütliche Cafés und Restaurants. Viele junge Berliner Modemacher haben ihre Geschäfte hier. Sie bieten oft ungewöhnliche und ausgefallene Kleidung an. Überall findet man Internetcafés. Du kannst einen Kaffee trinken und E-Mails versenden oder im Internet surfen. Dieser Stadtteil im Osten Berlins ist beliebt bei Studenten, jungen Familien und Künstlern. Früher bewohnten Schauspieler, Dichter und Maler diesen Stadtteil, und er war das intellektuelle Zentrum Ost-Berlins. Suchst du gern in Antiquariaten und auf Flohmärkten nach verborgenen Schätzen? Dann ist Berlin ein Paradies für dich. Zum Beispiel im Stadtteil Schöneberg. Hier findet man viele Antiquariate mit Kunst und Kitsch aus alten Tagen: Bücher, Fotos und Gemälde, Schmuck aus Großmutters Zeiten, alte Taschenmesser, silberne und goldene Uhren. Einige Leute kaufen auch Kleider und Schuhe beim Trödler in Schöneberg. In Schöneberg findet man viele nette Restaurants, und hier liegt das Schöneberger Rathaus, ein tolles Gebäude.


der Mülleimer

Wegen der vielen Clubs und Kneipen ist Friedrichshain heute ein sehr beliebtes Studentenviertel in Berlin. In diesem Bezirk gibt es einen großen Park, den Volkspark Friedrichshain im Norden des Viertels. Hier gibt es zahlreiche Sport- und Erholungsmöglichkeiten für jedermann. Der Park ist ideal für ein Picknick. Lange Nächte, Multikulti und Randale an der Mauer. Das hat man jahrelang mit dem Bezirk Kreuzberg verbunden. Dann fiel die Mauer und der arme alternative Stadtteil lag plötzlich mitten in der neuen Hauptstadt. Heute ist Kreuzberg neben Wedding und Neukölln das Viertel mit den meisten türkischen Bewohnern. Hier lebt tatsächlich die größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei. Das prägt auch das Stadtbild: Geschäfte, Cafés und Restaurants bieten türkische Lebensmittel und Gerichte an. In Kreuzberg wohnen immer noch viele Alternative, wie zum Beispiel gepiercte Punks, Hausbesetzer und Alt-Hippies. Nach und nach versuchen jedoch reiche Investoren, sich in Kreuzberg zu etablieren, und heute findet man in den alten Speicherhäusern an der Spree Medienfabriken und coole Lofts. Am Paul-Lincke-Ufer haben sich Akademiker und Intellektuelle in den großen Lofts niedergelassen.

Worum geht’s? 1) Was ist an dem Stadtteil Mitte so speziell? 2) In welchem Stadtteil gibt es viele nette Cafés? 3) Wofür ist Kreuzberg bekannt? 4) Wo kann man alte Bücher kaufen? 5) In welchem Stadtteil liegt der Savignyplatz? 6) Wo findet man den Volkspark?

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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DAS IST BERLIN (ENDLICH AUGUST, 2016) CSD, Charité, Rummelsburg an der Spree Insel ohne Meer, tausend Seen, Kennzeichen B. Flieger brauch ich nicht für Venedig oder Bangkok Auch Istanbul ist drin, wenn ich mich auf mein Rad hock Nächte sind wie Tage hier, nur ein bisschen dunkler Wir lieben die Freiheit, doch spielen im Käfig Fußball und Ping-Pong New York ist King, was ist Berlin? Natürlich King Kong Egal ob Atze oder Göre, Lady oder Gentleman Jedem Topf sein Deckel und Töpfchen auf sein Deckelchen Ja, das ist Berlin Wenn man sich’s schön macht, auch wenn’s hässlich ist Berlin, Berlin, Berlin Und wenn Stefan plötzlich Steffi ist Das ist Berlin, Berlin, Berlin Wenn man nicht aus Deutschland kommt und trotzdem echt Berliner ist

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Das ist Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Das ist Berlin, Berlin, Berlin In Köln warst Du Streber in Hamburg Klassenbester In Berlin lernst Du chillen im hundertsten Semester In Mitte heißen Kids Paule und Mira Hinten in Marzahn spielt Britney mit Shakira Party ist für Jugend da, und das ist hier true Wie lange die dauert, bestimmst alleine Du Groß, klein, dick und dünn, analog und digital In Berlin hast Du die Wahl Alles geht ins Prinzenbad, ob Hartzer oder Scheich Vor Berlin und Bademeister sind wir alle gleich Ja, das ist Berlin Wenn man sich’s schön macht, auch wenn’s hässlich ist Berlin, Berlin, Berlin Und wenn Stefan plötzlich Steffi ist Das ist Berlin, Berlin, Berlin Wenn man nicht aus Deutschland kommt und trotzdem echt Berliner ist Das ist Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Das ist Berlin, Berlin, Berlin Im Görli kreisen Tüten, am Kotti kreisen Blüten Der Pitbull ’n ganz lieber, sein Herrchen Autoschieber Hallöchen und Tschüssi Sonne Mond und Sterni Berlin ohne Späti ist wie Bert ohne Ernie Wenn man sich’s schön macht, auch wenn’s hässlich ist Berlin, Berlin, Berlin Und wenn Stefan plötzlich Steffi ist Das ist Berlin, Berlin, Berlin Wenn man nicht aus Deutschland kommt und trotzdem echt Berliner ist Das ist Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Berlin, Berlin, Berlin Oh oh oh oh Das ist Berlin, Berlin, Berlin Wenn es alles gibt und Du Dich fragst, wie das zusammenpasst Das ist Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin Berlin

LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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Sag mal was! 1) Arbeitet in Gruppen und teilt den Text zwischen euch auf. Übersetzt euren Teil und findet heraus, was der Text vermittelt. 2) Seht euch das Video zum Lied an. Welche Gefühle für die Stadt Berlin kommen in diesem Lied zum Ausdruck? Notiert Stichworte. 3) Welche Aussagen über Berlin aus dem Text „Das Berlin-Gefühl“ kannst du in dem Lied/Video wiedererkennen?

Teste deine Sprache! 1) Ergänze das Präsensperfekt mit sein in den folgenden Sätzen: a) Gehen: Oscar

in die Schule

. b) Kommen: Meine Tante erzählt, dass Jakob und Lisa aus Göttingen . c) Fahren: Anna mit dem Zug . d) Fliegen: Mehmet und Anton nach Spanien ? e) Laufen: Jeden Morgen zum Bahnhof . 2) Was bedeuten diese Präpositionen auf Norwegisch? Bitte übersetzen. mit über um gegen aus für seit vor in an hinter

bei unter zwischen durch ohne neben nach zu von auf Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

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Wie sagt man das auf Deutsch? Achte bitte auf die Präpositionen. 1) 2) 3) 4)

Berlin består av tolv bydeler. / Berlin består av tolv bydelar. Bydelen ligger i midten av byen. / Bydelen ligg i midten av byen. Her finner man kunst fra gamle dager. / Her finn ein kunst frå gamle dagar. Leter du etter gjemte skatter? / Leiter du etter gøymde skattar?

Wichtige Wörter und Begriffe 8 die Mauer an der Mauer die Sehenswürdigkeit der Stadtteil die Oper links rechts geradeaus gegenüber neben über die Straße die Ampel auf dem Fußgängerweg in Richtung … quer die Straße kreuzen um die Ecke auf der anderen Seite in dem Gebäude über die Fußgängerzone auf dem Parkplatz Ich bin der Meinung, dass … Ich finde, dass … Nein, da bin ich anderer Meinung. Nein, das finde ich nicht.

muren ved muren severdigheten / sjåverdigheita bydelen operaen til venstre til høyre / til høgre rett frem / rett fram ovenfor / ovanfor ved siden av / ved sida av over gaten / over gata trafikklyset på gangveien / på gangvegen i retning … på tvers å krysse gaten / å krysse gata rundt hjørnet på den andre siden / på den andre sida i bygningen over fotgjengerfeltet på parkeringsplassen Jeg mener at … / Eg meiner at … Jeg synes at … / Eg synest at … Nei, jeg mener noe annet. / Nei, eg meiner noko anna. Nei, det synes jeg ikke. / Nei, det synest eg ikkje.

Selbstbewertung nach Lektion 8: Siehe Seite 345. LEKTION 8

– Alltagsleben in Berlin

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LEKTION 9

9

Eine bunte Welt

SCHWERPUNKTE:

Vorurteile und Rassismus Das multikulturelle Deutschland Freiwillig oder unfreiwillig in Europa? Spaghetti fĂźr zwei

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Buntes Berlin

GRAMMATIK:

Subjunktionen und Konjunktionen Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was ist positiv an einer bunten Gesellschaft? Was bedeutet Rassismus und Anti-Rassismus für dich? Welche Beispiele für Rassismus gibt es in deinem Umfeld? Wie kann man Vorurteile und Rassismus bekämpfen?

Ein unsympathischer Dialog Worum geht’s? 1) Was ist das Gesprächsthema in diesem Dialog? 2) Woher kommen die Personen? 3) Warum meint die eine Person, dass die andere keine Deutsche ist? 4) Wie findest du das Ende?

Schreib mal was! Schreibe den unsympathischen Dialog um, sodass er sympathisch wird.

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Du sprichst so gut Deutsch. Woher kommst du eigentlich? Ich komme aus Göttingen. Wieso? Göttingen? Du siehst aber nicht so aus. Wie sehe ich denn aus? Na ja, du hast schwarze Haare und dunkle Haut. Nicht wie ein Göttinger eben. Na und? Was meinst du? Wo bist du denn geboren? In Göttingen. Und dein Vater? In Göttingen. Und deine Mutter? In Ghana. Ja, klar. Da haben wir die Lösung! Was denn? Welche Lösung? Dass du keine Deutsche bist. Was meinst du damit? Wer sagt, dass ich keine Deutsche bin? Ja, ich! Warum? Nein, das weiß ich auch nicht …

MEIN NAME IST MENSCH (AUSZUG) (TON STEINE SCHERBEN, 1971) Ich habe viele Väter, ich habe viele Mütter Und ich habe viele Schwestern und ich habe viele Brüder Meine Väter sind schwarz und meine Mütter sind gelb Meine Brüder sind rot und meine Schwestern sind hell Ich bin über zehntausend Jahre alt und mein Name ist Mensch

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Worum geht’s? 1) Was kann der Autor mit dem Satz „Mein Name ist Mensch“ gemeint haben? 2) Warum stehen alle Substantive im Plural? 3) Was bedeutet es, dass er über 10 000 Jahre alt ist? 4) Wie findest du das Lied?

Schreib mal was! 1) Bitte das Lied „Mein Name ist Mensch“ ins Norwegische übersetzen. 2) Wiederhole haben und sein im Präteritum und setze danach das Lied ins Präteritum.

LEKTION 9

Eine bunte Welt

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Sag mal was!

SPUR IM SAND

1) Was haben die beiden Texte gemeinsam? 2) Was ist die Moral in diesen kurzen Texten?

Ging da ein Weißer, ein Schwarzer, ein Roter? Der Sand sagt: Ein Mensch Von Hans Baumann, Überall und neben dir

Schreib mal was! Lasse dich von „Mein Name ist Mensch“ und „Spur im Sand“ inspirieren und schreibe dein eigenes Kurzgedicht. Das Thema ist: Mensch sein.

Multikulturelles Deutschland Vokabeln multikulturell flerkulturell / fleirkulturell die Bevölkerungszusammensetzung  befolkningssammensetningen / befolkningssamansetjinga das Wirtschaftswunder det økonomiske underet der Gastarbeiter fremmedarbeideren / framandarbeidaren wirtschaftlich økonomisk der Wiederaufbau gjenoppbyggingen (etter annen verdenskrig) / gjenoppbygginga (etter den andre verdskrigen) der Weltkrieg verdenskrigen / verdskrigen die Unterstützung støtten, hjelpen / støtta, hjelpa der Einwanderungsstopp  innvandringsstoppen das Heimatland hjemlandet / heimlandet ehemalig tidligere / tidlegare bunt fargerik, brokete der Hintergrund bakgrunnen ablehnen å avvise, avslå, vrake, nekte vorherrschend dominerende, fremherskende / dominerande, framherskande die Herausforderung utfordringen / utfordringa

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Wie ist eigentlich die Bevölkerungszusammensetzung in Deutschland heute? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einige Jahre zurückgehen. Das Wirtschaftswunder in der BRD in den 1950er- und 1960er-Jahren war der Grund dafür, dass Millionen von Arbeitern, oft Gastarbeiter genannt, nach Deutschland kamen. Sie kamen aus Süd- und Südosteuropa. Mit dem Begriff „Wirtschaftswunder“ meint man den schnellen wirtschaftlichen Wiederaufbau der Bundesrepublik Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Fabriken wurden auf den neuesten technischen Stand gebracht, die D-Mark wurde eingeführt, und Deutschland bekam finanzielle Unterstützung durch den Marshallplan der Vereinigten Staaten. Am Ende der 1950er-Jahre war Deutschland wieder zu einer der führenden Wirtschaftsnationen geworden. Bis zum Einwanderungsstopp im Jahre 1973 kamen etwa 14 Millionen ausländische Arbeitskräfte nach Deutschland. 11 Millionen fuhren aber ins Heimatland zurück. Die anderen blieben in Deutschland, und viele von ihnen holten ihre Familien nach. Die ersten Gastarbeiter kamen aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Später kamen auch viele Jugoslawen und vor allem Türken. Heute leben mehr als sieben Millionen Ausländer in Deutschland. Über die Hälfte kommen aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien und Italien. Viele dieser Ausländer sind sehr gut integriert. Sie sprechen perfekt Deutsch, haben deutsche und ausländische Freunde und leben und arbeiten in einer bunten Gesellschaft. Andere möchten nicht ihre ursprüngliche Kultur und ihren Hintergrund aufgeben und lehnen ein neues integriertes Leben in Deutschland mehr


oder weniger ab. Es gibt Ausländer in Deutschland, die die deutsche Sprache nicht beherrschen, die keine Deutschen kennen oder in Deutschland keine Arbeit finden. Sie leben in ihrer eigenen Kultur in Deutschland. Für Kinder und Jugendliche ist es oft schwierig, innerhalb von zwei Kulturen zu leben. Zu Hause ist die türkische Kultur vorherrschend, und in der Schule und mit den Freunden leben sie in der deutschen Kultur. Das bedeutet natürlich eine große Herausforderung, sowohl für die Eltern als auch für die Jugendlichen.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4)

Was meint man mit dem Begriff „Wirtschaftswunder“? Wann kam der Einwanderungsstopp? Woher kamen die ersten Gastarbeiter? Was bedeutet „bunte Gesellschaft“?

Sag mal was! 1) Arbeitet in kleinen Gruppen und erklärt einander folgende Begriffe mit eigenen Worten auf Deutsch: Gastarbeiter, Ausländer, Wirtschaftswunder, Einwanderungsstopp, zu integrieren 2) Beantworte folgende Fragen a) Warum würde ich mein Heimatland verlassen? b) Wo würde ich hingehen? c) Warum würde ich dieses Land wählen?

Vokabeln sich aufhalten å oppholde seg / å opphalde seg erhalten her: å få, motta erwerben å få tak i, skaffe seg rechtmäßig rettmessig

WISSENSWERTES Deutsche Staatsbürgerschaft Wer sich mindestens acht Jahre rechtmäßig in Deutschland aufgehalten hat, keine wesentlichen Straftaten begangen hat und ausreichende Deutschkenntnisse besitzt, kann die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen. Ausländer müssen dann in der Regel ihre bisherige Staatsbürgerschaft aufgeben. Kinder, die in Deutschland geboren werden, erhalten die doppelte Staatsbürgerschaft auf Zeit. Mit 18 Jahren müssen sie sich dann für eine Staatsbürgerschaft entscheiden.

LEKTION 9

Eine bunte Welt

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Freiwillig oder unfreiwillig in Europa? Vokabeln die Armut fattigdommen die Erntezeit innhøstningstiden / innhaustingstida abschieben å deportere, utvise krankenversichert sykeforsikret / sjukeforsikra unfallversichert forsikret mot arbeidsulykker / forsikra mot arbeidsulykker die Urgroßmutter oldemoren / oldemora eng trang / trong die Unsicherheit usikkerheten / usikkerheita

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Danuta, 47 Jahre, Polin: Ich arbeite als Putzfrau in Wien. Ich fahre alle zwei Monate für fünf Wochen nach Wien mit dem Bus. Dann putze ich in verschiedenen Haushalten. Von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 19 Uhr. Ich arbeite mindestens fünf Tage in der Woche. Hier in Österreich verdiene ich dreimal so viel, als wenn ich in Polen arbeite. Wenn ich krank bin, verdiene ich nichts. Und ich muss auch aufpassen, dass ich mich nicht verletze, denn ich bin nicht krankenoder unfallversichert. Wenn ich in Wien bin, passt meine Mutter auf meine Kinder auf. Ahmed, 22 Jahre, aus dem Sudan: Ich will nach Europa. Ich muss nach Europa. In meinem Land kann ich nicht bleiben. Es gibt viel Unruhe, Armut und viele Konflikte. Ich will so nicht leben, und ich habe jeden Tag Angst. Ich bin jung, bin stark, ich kann arbeiten. Ich will nach Europa und dort arbeiten und leben. Jetzt habe ich kein Leben.


Zara, 23 Jahre, aus Marokko: Ich arbeite in Südspanien, in der Nähe von Malaga, als Plantagenarbeiterin. Wenn Erntezeit ist, arbeite ich 14 Stunden pro Tag. Ich verdiene etwa 5 Euro in der Stunde und habe keinen Urlaub und keinen freien Tag. Ich wohne in einer kleinen Einzimmerwohnung nicht weit von hier. Wir sind vier Leute in meiner Wohnung. Es ist sehr eng, und ich mag es nicht, mit Fremden das Zimmer zu teilen. Das ist Europa für mich. Ich habe lange von Europa geträumt, und jetzt muss ich arbeiten, um meine Schulden zu bezahlen. Die Reise von Marokko war sehr teuer. Ich bin illegal hier und kann jederzeit wieder abgeschoben werden. Die Unsicherheit macht mich fertig! Dirk, 28 Jahre, aus Rostock: Ich komme aus Deutschland und bin ausgebildeter Kellner. Ich arbeite jetzt schon seit zwei Jahren in Tirol in einem Restaurant. Hier gibt es eine Menge Arbeitsmöglichkeiten, denn viele Touristen kommen hierher, um Urlaub zu machen. Ich verdiene gut und bekomme sehr viel Trinkgeld. Wenn Leute Urlaub machen, sind sie freundlicher. Zu Hause hab ich keine Arbeit gefunden, deshalb bin ich hier. Amanda, 39 Jahre, lebt in Wien: Meine Urgroßmutter kam Anfang des 20. Jahrhunderts aus Tschechien nach Wien. Sie hat hier als Köchin und Hausmädchen gearbeitet und ist geblieben. Mein Großvater kommt aus Deutschland, aus München. Meine Tante hat einen Mann geheiratet, der aus Ungarn stammt. Die Großeltern meines Mannes lebten in der Schweiz. Ich denke, viele Familien in Österreich haben eine ähnliche Geschichte.

Worum geht’s? Richtig oder falsch? 1) Danuta und ihre Kinder leben in Wien, wenn sie nicht in Polen sind. 2) Ahmed lebt in Europa. Das war immer sein Traum. 3) Zara muss ihre Wohnung mit drei anderen teilen. 4) Dirk kommt eigentlich aus Tirol, hat aber dort keine Arbeit gefunden. 5) Amanda aus Österreich hat eine Familie, die aus verschiedenen Ländern stammt. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

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Eine bunte Welt

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Schreib mal was!

Sag mal was!

Wähle zwei der Personen aus „Freiwillig oder unfreiwillig in Europa“. Stell dir vor, dass sie sich kennenlernen und miteinander sprechen. Was erzählen sie über ihren Alltag und ihr Leben? Beschreibe das Gespräch der beiden.

Diese kurzen Geschichten zeigen, dass es verschiedene Gründe gibt, sein Herkunftsland zu verlassen. Migration kann freiwillig oder unfreiwillig sein. Untersuche den Text und teile die Menschen in folgende zwei Kategorien ein: a) Freiwillige Migration: b) Unfreiwillige Migration:

Jung in einem fremden Land Auf der Welt erleben viele Kinder und Jugendliche, dass sie ihre Familie und auch ihre Heimat verlieren. Oft müssen sie nach einem Krieg oder einer großen Katastrophe ihren Wohnort und sogar ihr Land verlassen. Viele flüchten in ein fremdes Land und hoffen auf eine bessere Zukunft. Für die meisten ist es sehr hart, ein neues Leben anzufangen. Man kennt die Sprache nicht und hat keine Freunde oder Verwandte in dem neuen Ort. Für Kinder und Teenager ist es besonders schwer. Sie sind ohne Schutz und haben Angst. Einige schaffen es im neuen Land nicht und geraten auf die schiefe Bahn. Sie finden die falschen Freunde und werden vielleicht durch Arbeitslosigkeit und Depressionen in die Kriminalität getrieben. Aber es gibt auch positive Geschichten über junge Ausländer, die aus einem Krisengebiet fliehen müssen und es danach schaffen, sich ein neues Leben und eine neue Existenz aufzubauen. Nach Unruhen in Nigeria wurden die Eltern und Geschwister von Mark umgebracht. Er hat es geschafft, mit seinem Freund nach Hamburg zu flüchten. Hier hat er sich nach und nach ein neues Leben aufgebaut. „Es war am Anfang für mich sehr schwer“, erzählt der 24-jährige Mark, „ich war wie betäubt. Meine ganze Familie war plötzlich weg, und ich stand allein da. Der Schock war selbstverständlich sehr groß. Mein Freund und ich haben in Nigeria Informatik studiert und wollten dort eine Firma gründen.“ Mark erzählt weiter, dass sie fliehen mussten, als die politische Situation ernst wurde. Er und sein Freund konnten nichts mitnehmen und hatten kein Geld. Sie wussten nicht einmal, wohin sie fuhren, als die Flucht aus Nigeria organisiert wurde. „Das erste Jahr in Deutschland war sehr schwierig“, sagt Mark, „ich konnte die Sprache nicht sprechen und kannte keinen hier in Hamburg. Als ich die Aufenthaltsgenehmigung erhalten habe, habe ich einen Job in einem afrikanischen Restaurant bekommen. Zuerst habe ich abgewaschen, dann durfte ich kellnern. Das hat mir Spaß gemacht. Ich habe einen Sprachkurs gemacht und habe mich neben dem Job im Restaurant immer weiter mit Computern beschäftigt. Nachdem ich für das Restaurant eine neue Internetseite gestaltet habe, wurden die Leute auf mich aufmerksam.“ In den folgenden Monaten hatte Mark mehrere Anfragen von Kunden im Restaurantbereich, die auch eine neue Website haben wollten. Er hat 186

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das Telefon

neben dem Job im Restaurant daran gearbeitet, und die Kunden waren zufrieden mit ihm. Sein Webdesign hat mittlerweile einen guten Ruf in Hamburg, und viele möchten seine Ideen nutzen. Seinen Job im Restaurant hat er inzwischen aufgegeben und eine kleine Firma gegründet. „Mein Traum ist Wirklichkeit geworden“, strahlt Mark, „ich bin selbstständig, verdiene viel Geld und mache das, was mir am meisten gefällt, auch beruflich. Ich bekomme täglich immer mehr Kundenanfragen. Ich habe sogar meinen Freund aus Nigeria einstellen müssen, um alles schaffen zu können. Es ist einfach gut gelaufen für mich in Deutschland! Das Leben lächelt wieder.“

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7)

Aus welchem Land kommt Mark? Was hat er in der Heimat studiert? Warum musste er fliehen? Mit wem ist er geflohen? Was hat er am Anfang in Deutschland gemacht? Was macht er jetzt beruflich? Wie ist das Leben für Mark in Deutschland?

Vokabeln erleben å oppleve die Zukunft fremtiden / framtida der Verwandte slektningen fliehen å flykte der Schutz beskyttelsen, vernet auf die schiefe Bahn geraten å havne på skråplanet / å hamne på skråplanet die Arbeitslosigkeit arbeidsledigheten / arbeidsløysa betäubt bedøvet / bedøvd ernst alvorlig / alvorleg die Aufenthaltsgenehmigung  oppholdstillatelsen / opphaldsløyvet abwaschen å vaske opp die Anfrage forespørselen, henvendelsen / førespurnaden der Ruf ryktet, omdømmet einstellen å ansette / å tilsetje

LEKTION 9

Eine bunte Welt

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Du bist dran! Streitgespräche zwischen Kindern und Eltern Bitte zu zweit arbeiten und einen Dialog zu einem der Themen entwickeln und anschließend in der Klasse vorspielen. Schlechte Noten. Zu spät nach Hause gekommen. Unterricht geschwänzt. Unordnung im Zimmer. Mithilfe bei der Hausarbeit. Zu viel Alkohol getrunken. Unerlaubt Party in Abwesenheit der Eltern veranstaltet. Zu wenig Taschengeld. Sprachhilfe: Kommt nicht infrage! Ohne mich! Spinnst du? Hast du noch alle Tassen im Schrank? Hast du ’nen Dachschaden? Du bist ja nicht ganz dicht! Du hast ja ’nen Knall! Bei dir ist wohl ’ne Schraube locker! Bei dir piept’s wohl! Du hast ja wohl ’n Rad ab! Du bist total bekloppt! Du bist bescheuert! Du gehst mir auf den Keks! Du fällst mir auf den Wecker! Du gehst mir auf die Nerven! Du bringst mich auf die Palme! Das geht dich nichts an! Das ist ja wohl nicht dein Bier! Das ist ja wohl das Beste! Das ist ja wohl der Gipfel! Das geht zu weit! Ich hab die Nase/Schnauze voll! Ich krieg die Krise! Wenn es dir nicht passt, ist auch egal! Ach, mach doch, was du willst! Halt den Mund! Halt die Klappe! Lass mich in Ruhe! Geh dahin, wo der Pfeffer wächst!

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Det kommer ikke på tale! / Det kjem ikkje på tale! Uten meg! / Utan meg! Har du gått fra vettet? / Har du gått frå vettet? Er du ikke riktig klok? / Er du ikkje riktig klok? Har du en hjerneskade? / Har du ein hjerneskade? Du er ikke vel bevart! / Du er ikkje rett navla! Du er jo spenna gæern! / Du er spenna galen! Du har vel en skrue løs! / Du har vel ein skrue laus? Du er gal! / Du er galen! Hva feiler det deg? / Kva feilar det deg? Du er fullstendig tullete! Du er helt sprø! / Du er heilt sprø! Du irriterer meg! Nå har jeg fått nok av deg! / No har eg fått nok av deg! Du går meg på nervene! / Du går meg på nervane! Du gjør meg rasende! / Du gjer meg rasande! Det raker deg ikke! / Det raker deg ikkje! Det er ikke din sak! / Det er ikkje di sak! Jeg har aldri hørt på maken! / Eg har aldri høyrt maken! Det er det drøyeste! / Det er det drygaste! Det går for langt! Jeg er drittlei! / Eg er dritlei! Jeg får fnatt! / Eg får fnatt! Om du liker det eller ikke, spiller ingen rolle! / Om du liker det eller ikkje, speler inga rolle! Gjør som du vil! / Gjer som du vil! Hold munn! / Hald munn! Hold kjeft! / Hald kjeft! La meg være i fred! / La meg vere i fred! Dra dit pepper’n gror! / Ryk og reis!


SPAGHETTI FÜR ZWEI Tommy war bald vierzehn und fühlte sich sehr cool. Auf dem Pausenplatz war er vorlaut, auf dem Fußballfeld gefürchtet. Aber im Unterricht machte er gerne auf Verweigerung. Die Lehrer sollten bloß nicht auf den Gedanken kommen, dass er sich anstrengte. Jetzt war er mieser Laune, denn er wollte dringend neue Sneakers, die schönen von Puma. Aber die Eltern sagten: “Die alten sind noch gut. Willst du neue haben, sieh zu, wie du das Geld sparst.“ Das passte Tommy nicht in den Kram. Denn er mochte Monika, die Blonde mit den langen Haaren aus der Parallelklasse. Aber sie fand ihn doof. Mit den neuen Sneakers, dachte er, würde er ihr bestimmt besser gefallen. Mittags konnte er nicht nach Hause, weil der eine Bus zu früh, der andere zu spät abfuhr. So aß er im Selbstbedienungsrestaurant gleich gegenüber der Schule. Es gab ja kein anderes. Jetzt hätte er gerne das Geld für die Sneakers gespart, aber verflixt, er hatte Hunger! Mit finsterer Miene, einen Kaugummi im Mund, stapfte er die Treppe zum Restaurant hinauf. Hier trafen sich jede Menge Schüler, Arbeiter aus der nahen Möbelfabrik, Hausfrauen mit Einkaufstaschen und kleine Kinder, die alle Cola tranken, Unmengen von Pommes verzehrten und die Tische mit fettigen Fingerabdrücken verschmierten. „Italienische Gemüsesuppe“ war auf der Tafel über der Theke zu lesen. Warum nicht? Tommy nahm ein Tablett und stellte sich an. Ein mürrisches Fräulein schöpfte die Suppe aus einem dampfenden Topf. Tommy nickte zufrieden. Der Teller war randvoll. Eine Schnitte Brot dazu und er würde bestimmt satt. Er setzte sich an einen freien Tisch, nahm seinen Kaugummi aus dem Mund und klebte ihn unter den Stuhl. Da merkte er, dass er den Löffel vergessen hatte. Tommy stand auf und holte sich einen. Als er zu seinem Tisch zurück schlurfte, traute er seinen Augen nicht: Da saß ein schwarzes Mädchen an seinem Tisch. Er stand mit seinem Löffel in der Hand fassungslos da, bis ihn die Wut packte. „Die kam irgendwo aus Ouagadougou, wollte sich in Europa breitmachen und nun fiel ihr nichts Besseres ein, als ausgerechnet meine Gemüsesuppe zu verzehren! Schon möglich, dass so was den afrikanischen Sitten entsprach, aber hierzulande war das eine glatte Unverschämtheit!“ Tommy öffnete den Mund, um ihr lautstark seine Meinung zu sagen, als ihm auffiel, dass man ihn komisch anstarrte. Tommy wurde rot. Er wollte keine Szene machen, um Gottes willen nicht hier, wo eine Menge Leute seine Eltern kannten. Ja, aber was nun? Plötzlich hatte er eine Idee. Er räusperte sich vernehmlich, zog geräuschvoll den Stuhl gegenüber der Schwarzen zurück und setzte sich. Diese blickte ihn kurz an, und schlürfte ungestört die Suppe weiter. Tommy presste die Zähne zusammen, dass seine Kinnbacken schmerzten. Dann packte er energisch den Löffel, beugte sich weit über den Tisch und

Vokabeln vorlaut frekk, bråkjekk die Verweigerung vegringen, nektelsen / vegringa, nektinga nicht in den Kram passen mislike (sterkt) stapfen å trampe, labbe verflixt fordømt, pinadø / pinade verzehren å fortære, spise / ete die Theke disken mürrisch gretten, sur sich breitmachen å breie seg fassungslos sjokkert, lamslått die Sitte skikk og bruk sich räuspern å harke, kremte

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Vokabeln das Lachgrübchen smilehullet / smileholet abhauen å stikke av der Ölgötze her: tomsingen, idioten heiliger Strohsack her: gud bedre, du godeste, herregud / gud hjelpe, jøye meg

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tauchte ihn in die Suppe. Das schwarze Mädchen hob abermals den Kopf. Beide starrten sich an. Tommy bemühte sich, die Augen nicht zu senken. Er führte mit leicht zitternder Hand den Löffel zum Mund und tauchte ihn zum zweiten Mal in die Suppe. Ihren vollen Löffel in der Hand, fuhr das Mädchen fort, ihn stumm zu betrachten. Dann blickte sie wieder auf ihren Teller und aß weiter. Eine Weile verging. Beide teilten sich die Suppe, ohne dass ein Wort fiel. Tommy versuchte nachzudenken. „Vielleicht hat die Schwarze kein Geld, kam mit einem Boot über das Meer, musste schon tagelang hungern. Dann sah sie die Suppe dastehen und bediente sich einfach. Schon möglich, wer weiß? Vielleicht würde ich mit leerem Magen ähnlich reagieren? Und Deutsch kann sie anscheinend auch nicht, sonst würde sie ja nicht dasitzen wie ein Klotz. Ist doch peinlich. Ich an ihrer Stelle würde mich schämen. Ob Schwarze wohl rot werden können?“ Das leichte Klirren des Löffels, den das Mädchen in den leeren Teller legte, riss Tommy aus seinen Gedanken. Das Mädchen hatte sich zurückgelehnt und sah ihn an. Tommy konnte sich nicht vorstellen, was sie dachte. In seiner Verwirrung lehnte er sich ebenfalls zurück. Er schwitzte, und sein Pulli juckte auf der Haut. Er versuchte, das Alter des Mädchens abzuschätzen. „Ungefähr so alt wie ich und eigentlich ganz hübsch. Nicht zu dick, nicht zu dünn. Kaffeebraune Haut, lange Wimpern und Lachgrübchen in den Wangen. Dazu eine lustige Frisur. Sie sah eigentlich ganz normal aus. Immerhin, sie hatte seine halbe Suppe aufgegessen und sagte nicht einmal danke! Menschenskind, ich habe ja noch Hunger!“ Das Mädchen stand auf. Tommy blieb der Mund offen. „Haut sie tatsächlich ab? Jetzt ist aber das Maß voll! So eine Frechheit! Die könnte mir wenigstens die halbe Gemüsesuppe bezahlen!“ Er sah zu, wie sich das Mädchen mit einem Tablett in der Hand wieder anstellte und einen Tagesteller bestellte: Spaghetti à la Napolitaine. Tommy saß da wie ein Ölgötze. „Moment mal … Was soll denn das? Bildet die sich womöglich ein, dass ich ihr den zweiten Gang auch noch spendiere?“ Tommy schnappte sich hastig seinen Rucksack. Bloß weg von hier, bevor sie mich zur Kasse bittet. Er wollte die Flucht ergreifen, als er sah, wie das Mädchen ihr Portemonnaie aus der Tasche zog. Jetzt stand sie vor der Kasse und wahrhaftig … sie bezahlte! „Verrückt“, dachte Tommy. „Total gesponnen!“ Da kam die Schwarze zurück. Sie trug behutsam das Tablett, auf dem ein großer Teller Spaghetti stand, mit Tomatensauce, vier Fleischbällchen und geriebenem Käse. Daneben lagen zwei Gabeln. Immer noch stumm, setzte sie sich Tommy gegenüber, schob den Teller in die Mitte des Tisches, nahm eine Gabel und begann zu essen, wobei sie Tommy ausdruckslos in die Augen sah. Tommy verstand die Welt nicht mehr. Heiliger Strohsack! Sie forderte ihn tatsächlich auf, die Spaghetti mit ihr zu teilen. Seine Gedanken überstürzten sich. Was nun? Sollte er essen? Nicht essen? Wenn das Mädchen doch endlich reden würde! „Na gut“, dachte Tommy. „Sie aß die Hälfte meiner Suppe, jetzt esse ich die Hälfte ihrer Spaghetti, dann sind wir quitt!“ Verlegen griff er nach der Gabel, rollte die Spaghetti auf und steckte sie in den Mund. Schweigen. Beide verschlangen die Spaghetti. „Eigentlich nett von ihr, dass sie mir


eine Gabel brachte“, dachte Tommy. „Da komme ich noch zu einem guten Essen, dass ich mir heute nicht geleistet hätte. Aber was soll ich ihr sagen? Danke? Das wäre doch wirklich saublöde! Und einen Vorwurf machen kann ich ihr auch nicht mehr. Vielleicht hat sie gar nicht gemerkt, dass sie meine Suppe aß. Oder vielleicht ist es üblich in Afrika, sich das Essen zu teilen? Schmecken übrigens gut, die Spaghetti! Das Fleisch auch. Wenn ich nur nicht so schwitzen würde!“ Die Portion war sehr reichlich. Bald hatte Tommy keinen Hunger mehr. Der Schwarzen ging es ebenso. Sie legte die Gabel aufs Tablett und putzte sich mit der Serviette den Mund. Sie hatte recht hübsche, schlanke Finger mit silbernen Ringen. Tommy räusperte sich und scharrte mit den Füßen. Das Mädchen lehnte sich zurück, schob die Daumen in die Jeanstaschen und sah ihn an. Undurchdringlich. “Wenn ich nur wüsste, was in ihr vorgeht“, dachte Tommy. Verwirrt und nervös ließ er seine Blicke umherwandern. Und plötzlich spürte er ein Kribbeln im Nacken. Ein Schauer jagte ihm über den Rücken, von den Ohren bis runter zum Po! Denn auf dem Nebentisch, an den sich bisher niemand gesetzt hatte, stand – einsam auf einem Tablett – ein Teller kalter Gemüsesuppe. Tommy erlebte den peinlichsten Augenblick seines Lebens. Am liebsten hätte er sich in ein Mauseloch verkrochen. Es vergingen zehn volle Sekunden, bis er es endlich wagte, dem Mädchen ins Gesicht zu sehen. Die saß da, völlig entspannt und cooler, als Tommy es je sein würde, und wippte leicht mit dem Stuhl hin und her. „Ah …“, stammelte Tommy. „Entschuldige bitte. Ich meine … ich glaube …“ Er sah die Pupillen der Schwarzen aufblitzen, sah den Schalk in ihren Augen schimmern. Auf einmal warf sie den Kopf zurück, brach in fröhliches, unbefangenes Gelächter aus. Sie lachte wie ein Wasserfall. Zuerst brachte Tommy nur ein verschämtes Glucksen zustande, bis endlich der Bann gebrochen war und er aus vollem Halse in das Gelächter des Mädchens einstimmte. Eine Weile saßen sie da, von Lachen geschüttelt. Dann stand das Mädchen auf, nahm ihren Rucksack und warf ihn über die Schulter. „Ich heiße Marceline“, sagte sie im besten Deutsch „Und du?“ „Tommy. Aber eigentlich heiße ich Thomas.“ „Tommy gefällt mir besser“, sagte das Mädchen. „Ich esse jeden Tag hier. Sehe ich dich morgen wieder? Um die gleiche Zeit?“ Tommy schnappte nach Luft. „In Ordnung! Aber dann spendiere ich die Spaghetti.“ „Und ich die Suppe.“ Immer noch lachend, winkte das Mädchen fröhlich und ging. Mit rotem Kopf starrte Tommy ihr nach. Und merkte plötzlich … dass er sich verliebt hatte.

Vokabeln der Vorwurf anklagen, beskyldningen / klagen, skuldinga saublöd(e) tåpelig / tåpeleg, dum verschlingen å sluke der Po rumpa in ein Mauseloch sich verkriechen her: å forsvinne, synke i jorda der Schalk spøkefuglen, skøyeren / spøkjefuglen, skøyaren aufblitzen å glimte, blinke der Schauer noe som får en til å grøsse eller gyse / noko som får ein til å grøsse eller gyse nun ist das Maß voll her: nå holder det, nå er det nok / her: no greier det seg, no er det nok das Kribbeln kriblingen, prikkingen / kriblinga, prikkinga verschämt skamfull, sjenert verlegen forlegen, flau sich verlieben å forelske seg

Von Federica Kitamura-de Cesco, aus Freundschaft hat viele Gesichter

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Worum geht’s? Beantworte die W-Fragen zum Text: Wer? Wo? Was (passiert)? Wann? Warum? Wie?

Sag mal was! 1

Wie verändern sich Tommys Gefühle im Verlauf der Geschichte? Lies den Text noch mal und suche die Ausdrücke, die auf seine Gefühle hinweisen. 2 Das Wort „cool“ übersetzt man mit „ruhig, überlegen, kaltschnäuzig“. Am Anfang der Geschichte heißt es: „Tommy (…) fühlte sich sehr cool.“ War er wirklich so cool? Begründe deine Antwort. Findest du Marcelines Verhalten cool? Suche die Stellen im Text, mit denen du deine Auffassung begründen kannst. 3 Erkläre mit eigenen Worten folgende Ausdrücke aus dem Text: Er war mieser Laune Es würde ihr gefallen Was den Sitten entsprach 4 Erkläre den Begriff „Vorurteil“ und nenne einige Vorurteile, die Tommy gegenüber Marceline hatte.

Schreib mal was! Wähle eine der beiden Aufgaben und schreibe einen Text. 1

Marceline schreibt eine E-Mail an ihre Freundin und erzählt ihr, was sie im Restaurant erlebt hat. Erzähle die Ereignisse aus ihrer Sicht. Schreibe auch, welche Gefühle sie dabei erlebt hat. 2 Ein Besucher des Restaurants beobachtet die Situation. Beschreibe die Ereignisse aus seiner Sicht als Tagebucheintrag. Der Restaurantbesucher weiß von Anfang an, dass Tommys Suppenteller auf dem Nachbartisch steht. 192

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Gruppenaufgabe Arbeitet in kleinen Gruppen und wählt eine der folgenden Aufgaben: 1 Verfilmt die Geschichte von Tommy und Marceline. 2 Stellt euch vor, der Film „Spaghetti für zwei“ kommt ins Kino und ihr macht den Trailer dazu. 3 Spielt den Text als Podcast/Hörspiel ein.

Landeskunde/Literatur Buntes Berlin Drei junge deutsch-türkische bzw. kurdische Frauen, die im Berliner Stadtteil Kreuzberg leben, laden Jugendgruppen, Schulklassen und Familien aus dem Bundesland Brandenburg in ihr Stadtviertel ein. Die Besucher kommen aus einem kleinen Ort in Brandenburg. Schülerinnen und Schüler von der Gesamtschule Petershagen fahren eine Stunde mit S-Bahn oder U-Bahn, und dann sind die Jugendlichen in einer für sie fremden Welt. Sie sind in Kreuzberg, einem Stadtteil von Berlin. Hier wohnt die „Multikulti“-Gesellschaft. In Kreuzberg leben 160 000 Menschen aus hundert Nationen. Fast ein Drittel sind Migranten, die meisten von ihnen Türken oder mit türkischer Herkunft. Darum wird Kreuzberg auch „KleinIstanbul“ genannt. Es ist kaum zu glauben, aber wahr: Keiner der Schüler aus Brandenburg war schon mal hier. Alle haben Vorurteile oder irgendeine ungenaue Vorstellung vom Leben und von den Leuten in Kreuzberg: „Die meisten haben eine andere Religion als wir Europäer“, meint der 15-jährige Falk. „Überall gibt es Graffiti an den Wänden“, hat die 14-jährige Stefanie im Fernsehen gesehen. Der 16-jährige Michael hat von Straßengangs gehört. Stadtführerin Nadja führt ihre Schülergruppe ins Kreuzbergmuseum und erzählt, dass in den 60er Jahren Deutschland Arbeitskräfte aus dem Ausland brauchte, die sogenannten Gastarbeiter. Die Mieten in Kreuzberg waren niedrig, weil die Wohnungen bei Deutschen nicht so beliebt waren, erklärt Nadja. Denn viele Häuser standen ziemlich nahe an der Berliner Mauer. Ein Teil von Kreuzberg war sogar an drei Seiten von der Mauer umgeben. Nadja berichtet auch von den Studenten, die hier billige Wohnungen suchten. Und von den Hausbesitzern, die ihre Gebäude zerfallen und leer stehen ließen. Damals begann die wilde Zeit der Kreuzberger Hausbesetzer. Junge Leute zogen gegen den Willen der Besitzer in die leer stehenden Häuser. Hausbesetzer gibt es heute nicht mehr, dafür aber ein buntes Gemisch LEKTION 9

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Vokabeln gestalten å lage, skape, forme, gestalte die Erinnerung erindringen, minnet bereits allerede / allereie die Moschee moskeen bzw. = beziehungsweise henholdsvis, respektive / høvesvis, respektive das Hinterhofhaus bakgårdshuset / bakgardshuset leise stille, lav / stille, låg das Gebet bønnen / bønna die Sitte skikken, skikk og bruk der Gebrauch bruken, skikken das Resümee resymeet, sammendraget / resymeet, samandraget die Begegnung møtet ständig ofte, stadig beseitigen å fjerne das Reihenhaus rekkehuset / rekkjehuset der Hugenotte hugenotten (religiøs flyktning (protestant) fra Frankrike på 1600-tallet) / hugenotten (religiøs flyktning (protestant) frå Frankrike på 1600-talet)

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von Geschäften, Galerien und Werkstätten. Nadja führt ihre Gäste in einen Spezialitätenladen mit ungewöhnlichen Gewürzen, Gemüse- und Obstsorten. Sie verteilt Kichererbsen zum Probieren. So richtig begeistert sind die Brandenburger nicht. „Schmeckt eigenartig“, sagen sie. Um die Ecke, in einem türkischen Café, gibt es Tee. Falk, Anika und die anderen können sich dort endlich einmal setzen. „Manche Teesorten kannte ich nicht“, erzählt Stefanie. „Das hat gut geschmeckt, besonders der Apfeltee.“ Von Nadja hören sie, dass Frauen selten in das Café gehen. Hier treffen sich eher die türkischen Männer, um zu reden, Tee zu trinken oder Brettspiele zu spielen. Weiter geht’s zum Oranienplatz: Dort haben vor drei Jahrhunderten französische Hugenotten gelebt. Sie haben Maulbeerbäume gepflanzt, die heute noch stehen. Ein paar Meter neben dem Oranienplatz gibt es einen neu gestalteten Park, früher war dort die Berliner Mauer. Einige Reste davon hat man zur Erinnerung im Boden gelassen. Von hier geht es in eine Moschee: ein altes Hinterhofhaus, das von außen wie alle anderen Gebäude aussieht. Innen befinden sich meterhohe Räume. Die Schüler müssen ihre Schuhe ausziehen, bevor sie den Raum


betreten. Drinnen darf nur leise gesprochen werden, denn hier treffen sich einige Männer zum Gebet. Letzte Station ist ein türkisches Restaurant. Es liegt nur ein paar Meter von der Hochbahntrasse entfernt, auf der die U-Bahn-Linie in Kreuzberg verläuft. Ziemlich hektisch ist es hier: viele Menschen, viele Autos. Die Brandenburger Schüler ziehen ein Resümee: Michael hatte keine Begegnung mit Straßengangs. Und: „Ich dachte, es kommen ständig kleine Kinder an und wollen was von mir, aber das war gar nicht so“, meint er. Und Falk meint: „Die leben doch so wie wir.“ Anika findet, dass das Projekt viele Vorurteile beseitigt hat: „Ich dachte, in Kreuzberg laufen ganz viele Punks herum.“ Doch dafür hätte sie wahrscheinlich vor zehn oder 15 Jahren dorthin kommen müssen. Toll findet sie die großen alten Häuser. „Bei uns gibt es nur Einfamilien- und Reihenhäuser.“ Oliver fand besonders den Park neben dem Oranienplatz interessant. Er möchte gern mit Freunden wieder nach Kreuzberg kommen, um sich alles noch einmal in Ruhe anzuschauen. Von Klaus Martin Höfer, gekürzt und vereinfacht

Simit, türkische Sesamkringel

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4)

Wohin fahren die Schüler aus Brandenburg? Warum fahren sie dorthin? Welche Orte besuchen sie? Welche Vorurteile hatten die Schüler, bevor sie nach Kreuzberg fuhren? 5) Warum glaubst du, haben die Schüler diese Vorurteile? 6) Wie fanden sie das, was sie erlebt haben? 7) Was will uns dieser Text sagen?

LEKTION 9

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Sag mal was! A) Diskutiert die Aussage: „Das, was ich nicht kenne, macht mir Angst.“ B) 1) Wie kann man das Wort „Vorurteile“ erklären? 2) Welche Vorurteile kennst du aus deinem Heimatort?

Teste deine Sprache! A) Verbinde die Sätze mit der Konjunktion weil. Beispiel: Ich habe Hunger. Ich hole mir etwas zu essen. Ich hole mir etwas zu essen, weil ich Hunger habe. 1) Ich habe nicht gelernt. Ich habe eine schlechte Note. 2) Ich hole mir etwas zu trinken. Ich habe Durst. 3) Ich verstehe die Aufgabe nicht. Ich habe im Unterricht geschlafen. 4) Einige Schüler waren krank. Sie konnten nicht mitfahren. 5) Es ist sehr heiß. Ich bleibe lieber im Schatten. B) Fasse jeweils zwei Sätze mithilfe den angegebenen Konjunktionen zu einem zusammen und übersetze ihn dann ins Norwegische. 1) und Ich gehe nach Hause. Ich wasche dort meine Hände. Mein Freund hat Geburtstag. Er feiert ein Fest. 2) oder Wir fahren in den Ferien weg. Wir bleiben zu Hause. Der Fisch schwimmt im Meer. Er schwimmt im Aquarium. 3) aber Zu deinem Fest kommen wir. Wir können nicht lange bleiben. Heute schreibe ich einen Test. Ich habe nichts gelernt. 4) denn Ich arbeite in den Ferien. Ich brauche Geld. Blumen muss man gießen. Sie brauchen das Wasser zum Leben. 5) sondern Wir dürfen nicht weiter faulenzen. Wir müssen endlich lernen. In den Ferien fährt Achim nicht weg. Er bleibt in Deutschland.

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Wichtige Wörter und Begriffe 9 der Ausländer Multikulti der Gastarbeiter der Rassismus die Fremdenfeindlichkeit der Migrant Woher kommst du? Seit wann lebst du hier? Wie gefällt es dir hier? Ich habe Heimweh. Ich fühle mich hier wohl. Ich verstehe die Sprache gut / nicht gut. Ich mag die Kultur sehr / nicht so gern.

utlendingen multikulturen, det flerkulturelle / multikulturen, det fleirkulturelle gjestearbeideren / gjestearbeidaren rasismen fremmedfiendtligheten / framandfiendtlegheita innvandreren / innvandraren Hvor kommer du fra? / Kvar kjem du frå? Hvor lenge har du bodd her? / Kor lenge har du budd her? Hvordan liker du deg her? / Korleis liker du deg her? Jeg har hjemlengsel. / Eg har heimlengt. Jeg har det bra her. / Eg har det bra her. Jeg forstår språket godt / ikke så godt. / Eg forstår språket godt / ikkje så godt. Jeg liker kulturen godt / ikke så godt. / Eg liker kulturen godt / ikkje så godt.

Selbstbewertung nach Lektion 9: Siehe Seite 345. LEKTION 9

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1933–1945

SCHWERPUNKTE:

Deutsche Geschichte von 1919 bis 1945 Der Zweite Weltkrieg Die Weiße Rose Trümmerliteratur „Die Stunde null“: Deutschland nach dem Krieg Das Brot

LANDESKUNDE/LITERATUR:

10 Punkte über die Hitlerjugend

GRAMMATIK:

Präteritum, Relativpronomen Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Erstellt eine Mind-Map zum Thema Krieg. Vergleicht in der Gruppe. Was weißt du über den Ersten und den Zweiten Weltkrieg?

Deutsche Geschichte von 1919 bis 1945 Sag mal was! Zusammenfassung Teilt den Text „Deutsche Geschichte von 1919 bis 1945“ unter euch auf und gebt den Text nacheinander mit eigenen Worten wieder.

Vokabeln der Weltkrieg verdenskrigen / verdskrigen die Achsenmächte (pl.) aksemaktene die Vereinigten Staaten De forente stater (USA) / Sambandsstatane (USA) verantwortlich ansvarlig / ansvarleg die Entschädigungssumme  erstatningssummen das Gebiet området die Weltwirtschaftskrise krise i verdensøkonomien / krise i verdsøkonomien der Reichskanzler statsministeren, rikskansleren / rikskanslaren die Botschaft budskapet / bodskapen die Lage situasjonen die Machtergreifung maktovertagelsen / maktovertakinga die Rasse rasen der Kriegsausbruch krigsutbruddet / krigsutbrotet der Panzer panservognen, stridsvognen / stridsvogna die Fallschirmtruppe fallskjermtroppen

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Der Erste Weltkrieg Nach dem Ersten Weltkrieg (1914–1918), den Deutschland und ÖsterreichUngarn verlieren, haben die Siegermächte Frankreich, Großbritannien und die Vereinigten Staaten einen sehr harten Friedensvertrag mit Deutschland gemacht. Der Vertrag wurde in dem Schloss Versailles am 28. Juni 1919 unterzeichnet und wird daher der Versailler Vertrag genannt. Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg Der Versailler Vertrag macht Deutschland für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs (1914–1918) allein verantwortlich. Deutschland muss hohe Entschädigungssummen an die Siegermächte zahlen und Teile des Staatsgebiets an andere Länder abtreten. 1929 beginnt eine Weltwirtschaftskrise. Viele Leute werden arbeitslos. In der Bevölkerung herrschen Not und Verzweiflung. Die nationalsozialistische Partei (die Nazis) nutzt die angespannte Stimmung in Deutschland für ihren Aufstieg. Hitler an der Macht 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Mithilfe der SA (der Sturmabteilung, eine Art private Armee Hitlers) und der Gestapo (der geheimen Staatspolizei) errichtet er eine Diktatur. Er nennt sich „der Führer“. Die Nazis verbreiten die Botschaft von der Überlegenheit der sogenannten „arischen Rasse“. Judenverfolgung unter den Nazis Nach Hitlers Machtergreifung wird das Leben immer schwieriger für alle Juden, die in Deutschland wohnen (etwa eine Million). Sie werden diskriminiert, angegriffen von SA-Männern auf der Straße, und die Bevölkerung wird aufgefordert, jüdische Geschäfte zu boykottieren. 1938 findet die sogenannte „Reichskristallnacht“ statt. Von da an beginnt die systematische Verfolgung und Verhaftung aller deutschen Juden. Der Zweite Weltkrieg Im Zweiten Weltkrieg kämpfen die Achsenmächte (Deutschland, Italien und Japan, unterstützt von Finnland, der Slowakei, Ungarn und Rumänien) gegen die Alliierten (Frankreich, Großbritannien, die Sowjetunion und die


Vereinigten Staaten). Einige europäische Länder (die Schweiz, Spanien, Portugal, Irland und Schweden) sind nicht in die Kämpfe verwickelt. Nicht nur Soldaten sterben. Von den 55 bis 65 Millionen Toten des Zweiten Weltkriegs sind ungefähr die Hälfte Zivilpersonen. Hunderte von Städten werden zerstört. Auf zwei Städte in Japan werden Atombomben abgeworfen. Im Zweiten Weltkrieg stehen Freiheit und Gleichheit aller Menschen gegen Diktatur und Rassismus. Die Achsenmächte haben zum Schluss den Krieg verloren.

Foto von 1933 kurz nach der Machtergreifung Hitlers.

Kriegsausbruch Deutschland versucht, ständig seinen Machtbereich zu erweitern: 1938 wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen, danach wird die Tschechoslowakei aufgeteilt und im März 1939 ohne Kampfhandlungen okkupiert. Als aber Hitler am 1. September 1939 Polen angreift, erklären Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg. Der Zweite Weltkrieg beginnt. Blitzkrieg Im Frühjahr 1940 greifen deutsche Panzer, Flugzeuge und Fallschirmtruppen Dänemark, Norwegen und Frankreich an, und deutsche Soldaten marschieren auch in die Niederlande, Belgien und Luxemburg ein. Innerhalb LEKTION 10

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Vokabeln die Bodenschätze olje-, kull- og mineralforekomstene / olje-, kol- og mineralførekomstane die Zwangsarbeit tvangsarbeidet der Völkermord folkemordet der Gegner motstanderen / motstandaren das Konzentrationslager konsentrasjonsleiren die Gaskammer gasskammeret die Erschöpfung utmattelsen / utmattinga

weniger Wochen werden diese Länder nacheinander erobert. Im April 1941 besiegt Deutschland zuerst Jugoslawien und Griechenland, und im Juni greifen die deutschen Armeen mit 3,7 Millionen Soldaten auch die Sowjetunion an. Viele Länder werden besetzt Deutschland hält jetzt einen großen Teil Europas besetzt und plündert die Kultur- und Bodenschätze. Die Bevölkerung muss Zwangsarbeit leisten. Die deutschen Flugzeuge werfen Bomben über feindlichen Städten ab. Allmählich gewinnen aber die Alliierten die Schlacht um den Luftraum. Die Engländer und Amerikaner beginnen, eine deutsche Stadt nach der anderen zu bombardieren. Lebensmittel, Kleider und Seife werden rationiert und der Bevölkerung nur in kleinen Mengen zugeteilt. Völkermord Es gehörte zu der Nazi-Ideologie, Juden und Sinti und Roma als minderwertige Menschen zu betrachten, die ausgerottet werden müssten. Als eine Folge dieser Politik ermorden die Nazis etwa sechs Millionen Juden und eine halbe Million Sinti und Roma. Auch Kommunisten und andere

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politische Gegner werden in Konzentrationslagern gefangen gehalten und vielfach getötet. 1942 beschließt Hitler, alle Juden nach Osten zu bringen. Dort werden sie in Gaskammern getötet oder müssen harte Arbeit leisten, und viele sterben dann an Krankheit und Erschöpfung. Widerstand Überall in Europa bilden sich Gruppen, die gegen Nazi-Deutschland arbeiten. Sie lassen Züge entgleisen, machen Anschläge auf Soldaten, verstecken Juden und übermitteln geheime Nachrichten. Am 20. Juli 1944 scheitert ein Attentat deutscher Offiziere auf Hitler. Invasion der Alliierten 1941 ist fast überall auf der Welt Krieg. 1943 gelingt es den Russen, bei Stalingrad die deutschen Truppen zurückzudrängen. Am 6. Juni 1944 landen alliierte Schiffe in der Normandie und befreien Frankreich.

Vokabeln der Widerstand motstanden entgleisen å spore av scheitern å mislykkes / å mislykkast die Halbinsel halvøya die Siegermächte (pl.) seierherrene / sigerherrane das Staatsgebiet en stats territorium / territoriet til ein stat der Machtbereich maktområdet (til den tyske staten) der Anschlag anslaget, overfallet, drapsforsøket

Der Weg zum Frieden Am 25. August 1944 marschiert der französische General de Gaulle in Paris ein. An allen Fronten ziehen sich die deutschen Soldaten zurück. Die Städte werden Tag und Nacht bombardiert. Es bleiben nur noch Ruinen übrig. Im April 1945 begeht Hitler in Berlin Selbstmord, und Deutschland kapituliert Anfang Mai 1945. Die Atombombe Im August 1945 werfen die Amerikaner Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab, und Japan kapituliert. Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Nach dem Krieg Die Staatschefs von Großbritannien, der USA und der Sowjetunion treffen sich schon im Februar 1945 in Jalta (auf der Halbinsel Krim), um über die Zukunft Europas zu beraten. Aber die Siegermächte verfeinden sich: Demokratie steht gegen kommunistische Diktatur. Das ist der Beginn des West-Ost-Konflikts, des Kalten Krieges, der dann 40 Jahre lang dauert.

Worum geht’s? 1) Wie war die Situation in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg? 2) Wann kam Hitler an die Macht? 3) Was war die SA? 4) Wann hat Deutschland Polen angegriffen? 5) Was versteht man unter Blitzkrieg? (Stichwort: blitzschnell) 6) Was geschah am 20. Juli 1944? 7) Wann und wie wurde Frankreich befreit? 8) Wann begeht Hitler Selbstmord und wann kapituliert Deutschland? 9) Was sollte auf Jalta passieren? 10) Was war der Kalte Krieg? LEKTION 10

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Die Weiße Rose Vokabeln das Abitur examen artium (avgangseksamen fra videregående skole) / examen artium (avgangeksamen frå vidaregåande skole) die Anfängerschule nybegynnerskolen / nybegynnarskolen das Blatt bladet, arket der Bürgermeister borgermesteren / borgarmeisteren das Flugblatt flyvebladet / flygebladet das Gefängnis fengselet die Geschwister (pl.) søsken die Hitlerjugend halvmilitær ungdomsorganisasjon i Hitler-Tyskland das Mitglied medlemmet / medlemmen der Mut motet das Verhör forhøret / forhøyret der Verräter forræderen / forrædaren das Vorbild forbildet / førebiletet die Widerstandsgruppe motstandsgruppen / motstandsgruppa hingerichtet henrettet / avretta die Menschenverachtung menneskeforrakten / menneskeforakta schweigsam taus verhaftet arrestert verurteilt dømt / dømd widersetzen å motsette seg / å setje seg imot während under, mens, i løpet av zeigen å vise

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Nur wenige Menschen haben in Deutschland während der Zeit des Nationalsozialismus den Mut gehabt, gegen die Nazis zu kämpfen. Wer das öffentlich tat, wurde hart bestraft. Die „Weiße Rose“ war damals eine Gruppe von Studenten, die mit Flugblättern darüber informierte, dass die Nazis unschuldige Menschen töteten und dass Deutschland nie den Krieg gewinnen könnte. Die wichtigsten Mitglieder waren die Geschwister Sophie und Hans Scholl. Sophie und Hans wohnten als Kinder in einer kleinen Stadt in BadenWürttemberg, wo ihr Vater Bürgermeister war. Im Jahre 1932 zog die Familie nach Ulm. 1933 traten Hans und Sophie dort in die Hitlerjugend, kurz HJ, ein. Die HJ war eine Art Anfängerschule der Nazis. 1936 nahm Hans am Nazi-Parteitag in Nürnberg teil. Aber als er zurückkam, war er ein anderer Mensch: traurig und schweigsam. Er hatte gesehen, wie menschenverachtend die Ideen der Nazis waren. Danach wurden Hans und Sophie Mitglieder in einer anderen Jugendgruppe, die hieß „Deutsche Jungenschaft vom 1.11.“. Die Gruppe interessierte sich für fremde Kulturen, Natur und Literatur. Die Nazis aber erlaubten nicht, dass es andere Jugendgruppen neben der Hitlerjugend gab, deshalb wurden Hans und Sophie 1937 das erste Mal verhaftet. Hans musste fast fünf Wochen im Gefängnis bleiben, Sophie wurde schnell wieder freigelassen. 1939 fingen die Nazis den Zweiten Weltkrieg an. Nach dem Abitur kam Sophie im März 1942 nach München, um ihr Studium zu beginnen. Hans studierte dort Medizin. Sophie war viel mit den Freunden von Hans zusammen. Hans, Sophie und ihre Freunde konnten nicht verstehen, warum so wenige Leute gegen die Nazis protestierten. Deshalb begannen sie, Flugblätter an der Uni zu verteilen. Auf den Blättern forderten sie die Studenten auf, sich den Nazis zu widersetzen. Sie unterschrieben mit dem Namen ihrer Gruppe: Die Weiße Rose. Zusammen mit ihrem Freund Christof Probst wurden sie von der Gestapo, der Nazi-Polizei, verhaftet. Nach tagelangem Verhör wurden sie zum Tode verurteilt. Niemand durfte für sie aussagen. Hans war damals 25 und Sophie 21 Jahre alt. Am 22. Februar 1943 wurden Sophie und Hans Scholl hingerichtet. Zur Nazizeit galten sie als Verräter, heute sind sie Vorbilder. Straßen, Plätze und Schulen wurden nach ihnen benannt. Denn Widerstandsgruppen wie die Weiße Rose zeigen uns heute, dass nicht alle Deutschen während des Zweiten Weltkriegs schlecht waren.


Der innere Kern der Weißen Rose: Sofie, Hans und Christophe

Worum geht’s?

Sag mal was!

1) 2) 3) 4) 5)

Arbeitet zu zweit und sprecht über den Aufbau in diesem Gedicht. Warum hat der Dichter das Gedicht so aufgebaut?

Was war die „Weiße Rose“? Wie haben die Mitglieder gearbeitet? Wer waren die bekanntesten Mitglieder? Was ist ein Flugblatt? Was geschah mit den Geschwistern Scholl?

MARKIERUNG EINER WENDE 1944 krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg krieg

1945 krieg krieg krieg krieg mai

Von Ernst Jandl, Werke in 6 Bänden LEKTION 10

1933–1945

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Trümmerliteratur Vokabeln die Gefangenschaft fangenskapet das Gefühl følelsen / kjensla die Trümmer (pl.) ruinene / ruinane verraten å forråde

Trümmerliteratur ist ein Begriff, der oft benutzt wird, um die Werke der jungen Autoren nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu bezeichnen. Die Texte von Wolfgang Borchert (1921–1947) und Heinrich Böll (1917–1985) sind bekannte Beispiele hierfür. Böll bekam 1972 den Nobelpreis für Literatur. In dem bekanntesten Stück von Borchert, „Draußen vor der Tür“, erzählt er über einen jungen Soldaten, der aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kommt. Überall trifft er auf geschlossene Türen und mangelndes Verständnis für seine Situation. Dieses Theaterstück, das auch als Hörspiel vertont wurde, traf das Gefühl vieler junger Leute, die sich wie Borchert verraten fühlten und die nach dem Krieg in einer trostlosen Trümmerlandschaft standen.

Internetaufgabe Nutze das Internet und finde ein Werk, das man als Trümmerliteratur bezeichnen kann. Wer hat den Text geschrieben und wovon handelt er? Schreibe etwa 100 Wörter.

SIE HABEN UNS VERRATEN Vokabeln die Heldengesänge (pl.) heltesangene / heltesongane die Hölle helvetet das Katheder kateteret der Kriegsbericht krigsrapporten der Oberarzt overlegen stattfinden å finne sted / å gå føre seg verraten å forråde

Sie haben uns verraten. So furchtbar verraten. Wie wir noch ganz klein waren, da haben sie Krieg gemacht. Und als wir größer waren, da haben sie vom Krieg erzählt. Begeistert. Immer waren sie begeistert. Und als wir dann noch größer waren, da haben sie sich auch für uns einen Krieg ausgedacht. Und da haben sie uns dann hingeschickt. Und sie waren begeistert. Immer waren sie begeistert. Und keiner hat uns gesagt, wo wir hingingen. Keiner hat uns gesagt, ihr geht in die Hölle. O nein, keiner. Sie haben Marschmusik gemacht und Langemarckfeiern. Und Kriegsberichte und Aufmarschpläne. Und Heldengesänge und Blutorden. So begeistert waren sie. Und dann war der Krieg endlich da. Und dann haben sie uns hingeschickt. Und sie haben uns nichts gesagt. Nur – Macht’s gut, Jungens! So haben sie uns verraten. So furchtbar verraten. Und jetzt sitzen sie hinter ihren Türen. Herr Studienrat, Herr Direktor, Herr Gerichtsrat, Herr Oberarzt. Jetzt hat uns keiner hingeschickt. Nein, keiner. Alle sitzen jetzt hinter ihren Türen. Und ihre Tür haben sie fest zu. Und wir stehen draußen. Und vor ihren Kathedern und von ihren Sesseln zeigen sie mit dem Finger auf uns. So haben sie uns verraten. Und jetzt gehen sie an ihrem Mord vorbei, einfach vorbei. Sie gehen an ihrem Mord vorbei. Von Wolfgang Borchert, Auszug aus „Draußen vor der Tür“, Das Gesamtwerk

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Worum geht’s? 1) Wer hat wen verraten in diesem Text? 2) Wie haben die Älteren die Jüngeren behandelt vor und nach dem Krieg? 3) Die Älteren haben auch einen Krieg erlebt, welchen?

Sag mal was! Eine Präsentation Lies bitte die gesamten Gedichte und Kurztexte in dieser Lektion und schaue dir die Bilder an. Welche Haltungen zum Krieg und Frieden kommen zum Ausdruck? Mache eine Präsentation mit Texten und Bildern. Erkläre es mir! Arbeitet zusammen in kleinen Gruppen. Erkläre diese Wörter aus dem Kapitel auf Deutsch. der Krieg der Soldat die Angst der Bombenangriff das Exil die Invasion der Kampf der Angriff

LEKTION 10

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„Die Stunde null“. Deutschland nach dem Krieg Wolfgang Borchert war einer der Ersten, der nach dem Zweiten Weltkrieg laut und deutlich auf die Situation der Deutschen aufmerksam machte und nach dem Warum? fragte. Kriegserlebnis, die Heimkehrerproblematik und das Leben zwischen Schutt und Trümmern im Nachkriegsdeutschland sind typische Themen seiner Werke. Borchert wurde der Sprecher einer Generation, die vom Krieg geprägt war. Wolfgang Borcherts Leben und Werk ist fest mit der Kriegs- und Nachkriegszeit in Deutschland verbunden. Um ihn und seine Texte zu verstehen, sollte man deshalb den politischen und gesellschaftlichen Hintergrund, die Situation Deutschlands unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, kennen. Die Zukunft sah 1945 nicht sehr gut aus für die deutsche Bevölkerung. Aufgeteilt in vier Besatzungszonen und regiert von den vier alliierten Besatzungsmächten, hatte Deutschland mehr als nur einen Krieg verloren. Die Alliierten proklamierten die Kollektivschuld der Deutschen, die einen Weltkrieg heraufbeschworen, andere Länder überfallen und Millionen von Menschen getötet hatten. Diese Grausamkeiten lasteten auf den Deutschen, denn die meisten glaubten, im Krieg nur ihre Pflicht getan zu haben, und behaupteten, von den Verbrechen der Nationalsozialisten „nichts gewusst zu haben“. Theodor Heuss, der erste Bundespräsident in der neuen deutschen Bundesrepublik, die 1949 gebildet wurde aus den amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszonen, sprach von einer „Kollektivscham“ anstelle einer „Kollektivschuld“. 1945 wird in der Geschichtsschreibung häufig als „Stunde null“ bezeichnet. Der Aufbau des Landes begann in diesem Jahr und ebenfalls eine ganz neue Epoche der deutschen Geschichte, eine Epoche, die wichtig für das heutige Verständnis Deutschlands ist. Das Land war innerlich zerstört und äußerlich ähnelte es einer Trümmerwüste. Die materielle Situation der Deutschen war katastrophal. Fabriken, Transportwege, Häuser undganze Stadtteile waren verwüstet und zerstört. Die Wirtschaft stand still, die Reichsmark verlor mehr und mehr ihren Wert, und die Siegermächte stellten zudem noch hohe Reparationsforderungen. Millionen von Menschen waren für längere Zeit ohne Wasser, Gas und Elektrizität. Der Kampf ums tägliche Überleben bestimmte den Alltag des Einzelnen, denn Lebensmittel, und Textilien waren sehr knapp und wurden rationiert. Das deutsche Volk hungerte. Borcherts Werke sind sowohl literarisch als auch sozialgeschichtlich sehr wichtig. Mit 12 Jahren war er bei der Machtergreifung Hitlers zu jung, um die Nationalsozialistische Partei zu wählen. Bei Kriegsbeginn jedoch war er 18 und alt genug, als Soldat in den Krieg zu ziehen. Borcherts Generation wurde in diesen mörderischen Krieg geworfen und erlebte an der Front Schrecken, Kälte, Angst und Leid. Nach dem Krieg wurde es für viele Menschen ganz schwer, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren und das Erlebte zu verarbeiten. Sie waren dabei größtenteils auf sich selbst angewiesen. Viele Menschen bevorzugten, nach dem 8. Mai 1945 den Krieg und die Verbrechen der Nationalsozialisten zu verdrängen oder zu vergessen. Der Krieg war vorbei. Die Menschen waren zutiefst geschockt und erschüttert, doch sicherlich auch erleichtert darüber, dass man überlebt hatte und jetzt neu anfangen konnte. Zugleich bestimmte aber auch Angst vor der Zukunft und Unsicherheit das Leben der Menschen. „Was wird mit uns geschehen?“, fragte man sich. 208

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Worum geht’s? 1) Was sind typische Themen in den Texten von Borchert? 2) Was bedeutet das Wort „Heimkehrer“? Wer kehrt wieder heim? 3) Was meint man mit dem Ausdruck „Die Stunde null“? 4) Wer war Theodor Heuss, und wovon sprach er nach dem Kriegsende? 5) Wie war die Situation in Deutschland nach 1945?

Suppenküche in Berlin 1945. Ein alltäglicher Anblick in den ersten Nachkriegsjahren. Hungernde Menschen mit Töpfen und Behältern stehen Schlange, um eine warme Mahlzeit zu bekommen.

Sag mal was! Vor dem Text Diskutiert Folgendes zu zweit oder in der Klasse, bevor du den Text „Das Brot“ liest: Stell dir vor, es ist Krieg, und das Essen ist knapp. Du wohnst mit deinem Partner zusammen, und ihr müsst euer Essen genau aufteilen. Plötzlich entdeckst du, dass dein Partner stiehlt. Was machst du? Wie reagierst du?

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Vokabeln der Küchentisch kjøkkenbordet das Messer kniven der Teller tallerkenen die Brotkrümel brødsmulene / brødsmulane das Tischtuch bordduken die Kälte kulden tagsüber om dagen, på dagtid sich erkälten  å bli forkjølet / å bli forkjølt ertragen å tåle, holde ut / å tole, halde ut der Lichtschalter lysbryteren / lysbrytaren die Dachrinne takrennen / takrenna platschen å klaske gähnen å gjespe kriechen å krype leise stille, lav / stille, låg kauen å tygge / å tyggje atmen å puste verarbeiten å bearbeide, arbeide seg gjennom noe / å bearbeide, arbeide seg gjennom noko die Scheibe skiva heimkehren å vende hjem igjen / å vende heim att

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DAS BROT Plötzlich wachte sie auf. Es war halb drei. Sie überlegte, warum sie aufgewacht war. Ach so! In der Küche hatte jemand gegen einen Stuhl gestoßen. Sie horchte nach der Küche. Es war still. Es war zu still und als sie mit der Hand über das Bett neben sich fuhr, fand sie es leer. Das war es, was es so besonders still gemacht hatte: sein Atem fehlte. Sie stand auf und tappte durch die dunkle Wohnung zur Küche. In der Küche trafen sie sich. Die Uhr war halb drei. Sie sah etwas Weißes am Küchenschrank stehen. Sie machte Licht. Sie standen sich im Hemd gegenüber. Nachts. Um halb drei. In der Küche. Auf dem Küchentisch stand der Brotteller. Sie sah, dass er sich Brot abgeschnitten hatte. Das Messer lag noch neben dem Teller. Und auf der Decke lagen Brotkrümel. Wenn sie abends zu Bett gingen, machte sie immer das Tischtuch sauber. Jeden Abend. Aber nun lagen Krümel auf dem Tuch. Und das Messer lag da. Sie fühlte, wie die Kälte der Fliesen langsam an ihr hochkroch. Und sie sah von dem Teller weg. „Ich dachte, hier wäre was“, sagte er und sah rasch in der Küche umher. „Ich habe auch was gehört“, antwortete sie und dabei fand sie, dass er nachts im Hemd doch schon recht alt aussah. So alt wie er war. Dreiundsechzig. Tagsüber sah er manchmal jünger aus. Sie sieht doch schon alt aus, dachte er, im Hemd sieht sie doch ziemlich alt aus. Aber das liegt vielleicht an den Haaren. Die machen dann auf einmal so alt. „Du hättest Schuhe anziehen sollen. So barfuß auf den kalten Fliesen. Du erkältest dich doch.“ Sie sah ihn nicht an, weil sie nicht ertragen konnte, dass er log. Dass er log, nachdem sie neununddreißig Jahre verheiratet waren. „Ich dachte, hier wäre was“, sagte er noch einmal und sah wieder so sinnlos von einer Ecke in die andere, „ich hörte hier was. Da dachte ich, hier wäre was.“


„Ich hab auch was gehört. Aber es war wohl nichts.“ Sie stellte den Teller vom Tisch und schnippte die Krümel von der Decke. „Nein, es war wohl nichts“, echote er sicher. Sie kam ihm zu Hilfe: „Komm mal. Das war wohl draußen. Komm mal zu Bett. Du erkältest dich doch. Auf den kalten Fliesen.“ Er sah zum Fenster hin. „Ja, das muss wohl draußen gewesen sein. Ich dachte, es wäre hier.“ Sie hob die Hand zum Lichtschalter. Ich muss das Licht jetzt ausmachen, sonst muss ich nach dem Teller sehen, dachte sie. Ich darf doch nicht nach dem Teller sehen. „Komm mal“, sagte sie und machte das Licht aus, „das war wohl draußen. Die Dachrinne schlägt immer bei Wind gegen die Wand. Es war sicher die Dachrinne. Bei Wind klappert sie immer.“ Sie tappten sich beide über den dunklen Korridor zum Schlafzimmer. Ihre nackten Füße platschten auf den Fußboden. „Wind ist ja“, meinte er. „Wind war schon die ganze Nacht.“ Als sie im Bett lagen, sagte sie: „Ja, Wind war schon die ganze Nacht. Es war wohl die Dachrinne.“ „Ja, ich dachte, es wäre in der Küche. Es war wohl die Dachrinne.“ Er sagte das, als ob er schon halb im Schlaf wäre. Aber sie merkte, wie unecht seine Stimme klang, wenn er log. „Es ist kalt“, sagte sie und gähnte leise, „ich krieche unter die Decke. Gute Nacht.“ „Nacht“, antwortete er und noch: „Ja, kalt ist es schon ganz schön.“ Dann war es still. Nach vielen Minuten hörte sie, dass er leise und vorsichtig kaute. Sie atmete absichtlich tief und gleichmäßig, damit er nicht merken sollte, dass sie noch wach war. Aber sein Kauen war so regelmäßig, dass sie davon langsam einschlief. Als er am nächsten Abend nach Hause kam, schob sie ihm vier Scheiben Brot hin. Sonst hatte er immer nur drei essen können. „Du kannst ruhig vier essen“, sagte sie und ging von der Lampe weg. „Ich kann dieses Brot nicht so recht vertragen. Iss du man eine mehr. Ich vertrage es nicht so gut.“ Sie sah, wie er sich tief über den Teller beugte. Er sah nicht auf. In diesem Augenblick tat er ihr leid. „Du kannst doch nicht nur zwei Scheiben essen“, sagte er auf seinen Teller. „Doch. Abends vertrag ich das Brot nicht gut. Iss mal. Iss mal.“ Erst nach einer Weile setzte sie sich unter die Lampe an den Tisch. Von Wolfgang Borchert, Das Gesamtwerk

Worum geht’s? 1) Wo spielt diese Geschichte? 2) Beschreibe bitte die Personen im Text. 3) Was haben sie in der Küche gehört? 4) Wer kommt als Erster in die Küche? 5) Wieder im Bett: Was hört die Frau? 6) Was passiert beim Abendbrot am nächsten Tag? 7) Wie reagiert der Mann? 8) Wie findest du das, was der Mann gemacht hat? 9) Wie findest du die Reaktion der Frau und ihre Handlung? 10) Welche Moral hat diese Geschichte?

LEKTION 10

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Schreib mal was! 1) Schreibe eine Fortsetzung der Kurzgeschichte „Das Brot“. 2) Stell dir vor, du bist der Mann in der Kurzgeschichte. Welche Gedanken und Gefühle hast du, als du a) von deiner Frau in der Küche überrascht wirst, b) am nächsten Tag vier Scheiben Brot von deiner Frau bekommst? Schreibe darüber einen inneren Monolog. 3) Stell dir vor, du bist die Frau in der Kurzgeschichte. Welche Gedanken und Gefühle hast du, als du nach dem Verlassen der Küche wieder in deinem Bett liegst? Schreibe darüber einen inneren Monolog.

Landeskunde/Literatur 10 Punkte über die Hitlerjugend Vokabeln die Jugend ungdommen die Bewegung den (politiske) bevegelsen / den (politiske) rørsla die Leistungsfähigkeit yteevne, prestasjonskraft Die Hitlerjugend war uniformiert. Medlemmene av Hitlerjugend hadde unifomer. die Gefolgschaftstreue ubetinget lydighet og troskap mot førerne / absolutt lydnad og truskap mot førarane die Pflichterfüllung pliktoppfyllelsen / pliktoppfyllinga die Willensstärke viljestyrken angliedern å integrere, gjøre til del av / å integrere, gjere til del av das Geschlecht kjønnet die Zwangsmitgliedschaft tvunget eller obligatorisk medlemskap / tvungen eller obligatorisk medlemskap

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1. Die Hitlerjugend wurde auf dem zweiten Reichsparteitag der NSDAP vom 3. bis zum 4. Juli 1926 in Weimar als nationalsozialistische Jugendbewegung der NSDAP gegründet. (Die Abkürzung NSDAP steht für Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei.) 2. Am Anfang war die Mitgliedschaft freiwillig, aber am 1. Dezember 1936 wurde die freiwillige Mitgliedschaft zur Zwangsmitgliedschaft. Danach wurden fast alle Jugendlichen Mitglied der Hitlerjugend. 3. Die Hitlerjugend war uniformiert und militärisch organisiert. 4. Das Organisationsprinzip lautete „Jugend wird von Jugend geführt“, und die Jugendlichen wurde in Altersgruppen und Geschlecht eingeteilt: Das Deutsche Jungvolk (DJ) war für die 10- bis 14-Jährigen, und die Hitlerjugend (HJ) war für die 14- bis 18-Jährigen. 5. Die HJ stand unter der Führung der Sturmabteilung (SA). 6. Als Hitler Baldur von Schirach am 17. Juni 1933 zum Reichsjugendführer ernannte, wurde die Hitlerjugend an die NSDAP angegliedert. 7. Für viele Jugendlichen war die Hitlerjugend so attraktiv, weil sie feierliche Paraden, Propagandamärsche, Fahrten und Ausflüge, „Geländespiele“ und Lagerleben veranstalteten.


8. Ein wichtiger Bestandteil des HJ-Diensts war der sogenannte Heimabend, an dem sich einmal pro Woche kleinere HJ-Gruppen trafen, um Aktivitäten vorzubereiten. An diesen Heimabenden hörte man gemeinsam propagandistische Radiosendungen, die speziell für die Jugend produziert wurden. 9. Die Hitlerjugend wurde genutzt, um die NS-Ideologie mit ihrem Wertesystem von Gefolgschaftstreue zu vermitteln (Kameradschaft, Pflichterfüllung und Willensstärke). Die körperliche Leistungsfähigkeit war besonders wichtig. 10. Viele Mitglieder der HJ wurden später Soldaten.

Aufmarsch der Hitlerjugend. Mehr als acht Millionen Jugendliche waren Mitglieder der Hitlerjugend. Die Mädchen waren in dem Bund Deutscher Mädel (BDM) organisiert.

LEKTION 10

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Worum geht’s? 1) 2) 3) 4)

Wer war Mitglied in der Hitlerjugend? Wie lautete das Organisationsprinzip der HJ? Was machten die Jugendlichen an den Heimabenden? Wer war Baldur von Schirach?

Schreib mal was! Benutze die Informationen aus dem obigen Text und suche Bilder von der Hitlerjugend im Internet. Schreibe ein Interview mit einem fiktiven Mitglied der Organisation.

Berlin 1938 – Judenhetze. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 wurden die Juden zunehmend verfolgt. Das Bild zeigt ein von Männern der SA verunstaltetes jüdisches Geschäft. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, alle jüdischen Geschäfte zu boykottieren.


Teste deine Sprache! Ergänze das passende Relativpronomen. 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10

Der Junge, da steht, ist ein Freund von mir. Die Stadt, in sie fährt, ist ziemlich groß. Die Stadt, in sie wohnt, liegt in Norwegen. Hast du den neuen Freund, ich habe, kennengelernt? Die Mutter, um es in der Geschichte geht, ist aus Berlin. Der Junge, Vater ich kenne, ist heute 17 Jahre alt. Wo sind alle Schüler, gerade hier waren? Kennst du den alten Mann, von sie erzählt hat? Das Bundesland, im Süden Deutschlands liegt und klein ist, heißt Saarland. Kennst du die Familie, für ich arbeite?

Wichtige Wörter und Begriffe 10 der Krieg der Zweite Weltkrieg während des Krieges der Soldat die Angst die Invasion die Reichskristallnacht

denken an (+ Akkusativ) Angst haben vor (+ Dativ) sprechen über (+ Akkusativ) glauben an (+ Akkusativ) sich fürchten vor (+ Dativ)

krigen andre verdenskrig / den andre verdskrigen under krigen soldaten angsten, redselen invasjonen Krystallnatten betegner natten mellom 9. og 10. november 1938 og markerer starten på en dramatisk opptrapping av jødeforfølgelsene i Tyskland. 1400 synagoger ble brent ned, og over 7500 butikker med jødiske eiere ble vandalisert. Navnet «krystallnatt» kommer av de tusenvis av butikkvinduer som ble knust denne natten. / Krystallnatta er namnet på natta mellom 9. og 10. november 1938 og markerer starten på ei dramatisk opptrapping av jødeforfølgingane i Tyskland. 1400 synagogar vart brende ned, og over 7500 butikkar med jødiske eigarar vart vandaliserte. Namnet «krystallnatt» kjem av dei tusenvis av butikkvindauga som vart knuste denne natta. å tenke på / å tenkje på å være redd for / å vere redd for å snakke om å tro på / å tru på å frykte Selbstbewertung nach Lektion 10: Siehe Seite 345. LEKTION 10

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LEKTION 11

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Geteilt und wiedervereint

SCHWERPUNKTE:

Deutschland von 1945 bis 1990: geteilt und wiedervereint Flucht in den Westen Der Tod an der Mauer

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Wo warst du, als die Mauer fiel? Mädchen aus Ost-Berlin

GRAMMATIK:

Präteritum Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was weißt du über die DDR? Was war die Berliner Mauer? Wann und warum wurde Deutschland wiedervereinigt?

Deutschland von 1945 bis 1990: geteilt und wiedervereint Vokabeln die Grenze grensen / grensa der Spiegel speilet / spegelen die Teilung delingen / delinga trennen å dele geteilt delt genauso likeså / likeins die Besatzungsmacht okkupasjonsmakten / okkupasjonsmakta

Eine Grenze durch das Land Heute kannst du von Bremen nach Berlin oder von Dresden nach Köln reisen. Viele Jahre lang war das nicht möglich. Von 1945 bis 1990 war Deutschland ein geteiltes Land. Es gab zwei deutsche Staaten: im Westen die Bundesrepublik Deutschland (die BRD) und im Osten die Deutsche Demokratische Republik (die DDR). Die Teilung Deutschlands war eine Folge des letzten großen Krieges in Europa. Warum wurde Deutschland geteilt? Nach dem Zweiten Weltkrieg teilten die Siegermächte, die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion, das kaputte Deutschland in vier Zonen

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auf. Genauso machten sie es mit der Hauptstadt Berlin. Deutschlands wichtigste Stadt war in einen Westteil und in einen Ostteil getrennt. Jede Zone wurde von einer Besatzungsmacht verwaltet. Während die vier Sieger im Krieg noch ein gemeinsames Ziel hatten, nämlich Hitler zu besiegen, wurden die Unterschiede im Frieden immer deutlicher. Die drei Westmächte wollten in ihren Zonen eine freie Demokratie, die Sowjetunion aber wollte in ihrer Zone einen kommunistischen Staat errichten, in dem die kommunistische Einheitspartei alle Macht hatte und keine Opposition erlaubt war. Innerhalb kürzester Zeit kam es zu großen Spannungen. Vor allem die USA und die Sowjetunion standen sich gegenüber und bedrohten sich gegenseitig – später sogar mit Atombomben. Diese Zeit wird als Kalter Krieg bezeichnet. Die Sowjetunion beherrschte den östlichen Teil Deutschlands. Die drei Westmächte legten nach einiger Zeit ihre drei nördlichen, westlichen und südlichen Zonen zusammen, und am 23. Mai 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland (BRD) mit der Hauptstadt Bonn gegründet. Vier Monate später, am 7. Oktober 1949, wurde in der Ostzone ebenfalls eine Verfassung verkündet und somit ein zweiter deutscher Staat geschaffen: die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit der Hauptstadt Ost-Berlin. Für die nächsten 40 Jahre blieb Deutschland geteilt.

Vokabeln verwalten å forvalte gemeinsam felles besiegen å beseire / å sigre over die Einheitspartei enhetspartiet / einskapspartiet bedrohen å true bezeichnen å betegne / å vere uttrykk for, kalle die Verfassung grunnloven / grunnlova

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Geteilt und wiedervereint

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Vokabeln zerstört ødelagt / øydelagd die Barrikade barrikaden, sperringen / barrikaden, sperringa die Sperranlage sperringen, sperreanlegget / sperringa, sperreanlegget beleuchtet belyst der Kontrollstreifen kontrollsonen / kontrollsona der Flüchtling flyktningen errichten å opprette der Rentner pensjonisten erschießen å skyte for å drepe, henrette / å skyte for å drepe, avrette die Vorwarnung advarselen / åtvaringa der Tränenpalast tårepalasset die Hundelaufanlage hundeløpsanlegget der Wachturm vakttårnet der Schutzbunker forsvarsbunkeren der Schluss slutten die Absicht planen, hensikten / hensikta lebensgefährlich livsfarlig / livsfarleg sich nähern å nærme seg bewaffnet bevæpnet / væpna die Absperrung sperringen / sperringa der Sprengsatz bomben, sprenglegemet / bomba, sprenglekamen treten å tråkke benachteiligt diskriminert der Antrag søknaden

Die Einwohner der DDR wurden immer unzufriedener mit den ökonomischen und politischen Verhältnissen dort. Von Januar bis Anfang August 1961 flohen rund 160 000 Menschen aus der DDR. Die kommunistische Regierung konnte bei dieser Massenflucht nicht länger zusehen und wollte verhindern, dass noch mehr Leute das Land verließen. Insgesamt flüchteten zwischen 1949 und 1961 mehr als 2,5 Millionen Menschen aus der DDR. Die Mauer wird gebaut Am Morgen des 13. August 1961 begann die DDR die Grenzübergänge nach West-Berlin abzusperren. Straßen wurden aufgerissen und große Barrikaden aus Steinen gebaut. Der U-Bahn- und S-Bahn-Verkehr zwischen Ost-Berlin und West-Berlin funktionierte nicht mehr. Die Ost-Berliner durften West-Berlin nicht mehr betreten, auch die nicht, die in West-Berlin Arbeit hatten. In den folgenden Tagen wurde eine feste Mauer zwischen den Stadtteilen gebaut. Diese Mauer zwischen West-Berlin und Ost-Berlin war 155 Kilometer lang und bestand in der Wirklichkeit aus einem ganzen System von Sperranlagen. An der Grenze zum Westen befand sich eine etwa vier Meter hohe Mauer. Dahinter war ein beleuchteter Kontrollstreifen, der „Todesstreifen“ genannt wurde. Wenn die Grenzpolizei einen Flüchtling sah, konntes er ohne Vorwarnung erschossen werden. Dann kam ein tiefer und breiter Graben, um Fahrzeuge aufzuhalten. Danach kamen ein Patrouillenweg, Hundelaufanlagen, Wachtürme, Schutzbunker und zum Schluss eine zweite Mauer. Der Mauerbau war streng geheim unter dem Decknamen „Aktion Rose“ vorbereitet worden. Im Juni 1961 hatte DDR-Parteichef Walter Ulbricht noch gesagt: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen.“ Flucht in den Westen? Für DDR-Bürger war es lebensgefährlich, sich der Grenze zu West-Berlin und zur Bundesrepublik zu nähern. Bewaffnete Soldaten bewachten die Absperrungen. Wer das Grenzgebiet betrat, konnte erschossen werden oder auf einen Sprengsatz treten. Dennoch versuchten immer wieder Menschen, die DDR zu verlassen. Denn alle, die eine andere Meinung hatten als die Regierung, wurden benachteiligt. Sie bekamen zum Beispiel keinen guten Arbeitsplatz oder mussten sogar ins Gefängnis. Viele Menschen in der DDR waren mit ihrem Leben sehr unzufrieden. Eine Flucht war lebensgefährlich, und deshalb stellten viele DDR-Bürger einen Antrag auf Ausreise. Doch oft mussten sie jahrelang auf die Erlaubnis warten, und wenn es dann so weit war, mussten sie in kürzester Zeit ihr ganzes Leben aufgeben und das Land verlassen. Sie durften nie wieder zurückkehren. Viele Leute landeten für ihren Reiseantrag im Gefängnis. Ab und zu wurden auch Menschen gezwungen, die DDR zu verlassen, weil sie die Regierung kritisierten (Ausbürgerung). Oft handelte es sich um politisch aktive Menschen, die auch in West-Deutschland bekannt waren. Mindestens 136 Menschen kamen an der Berliner Mauer ums Leben. Der Letzte war Chris Gueffroy, der am 6. Februar 1989 bei einem Fluchtversuch

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starb. Das war kurz vor Öffnung der Mauer. Es gab aber auch Menschen, denen es gelang, einen Tunnel unter der Mauer zu graben oder in einem Luftballon über die Mauer zu schweben. So konnten sie aus der DDR fliehen. Personen aus der BRD und Rentner aus der DDR durften mit Erlaubnis der DDR-Behörden über die Grenze reisen. Die Bahnhofshalle am Ost-Berliner Bahnhof Friedrichstraße wurde „Tränenpalast“ genannt, denn viele Freunde und Familien mussten hier weinend Abschied nehmen. Das geteilte Dorf Das kleine Dorf Mödlareuth an der Grenze zwischen dem Bundesland Bayern im Westen und Thüringen im Osten hatte nur 50 Einwohner. Quer durch das Dorf ging eine 3,60 Meter hohe Betonmauer. Die Menschen in Ost-Mödlareuth durften ihrer Familie oder ihren früheren Nachbarn und Freunden nicht einmal zuwinken. Die Amerikaner nannten das Dorf „Little Berlin“ („Klein-Berlin“).

Vokabeln die Erlaubnis tillatelsen / løyvet der Fluchtversuch fluktforsøket der Rentner pensjonisten die Behörden (pl.) myndighetene / styresmaktene der Palast palasset der Abschied avskjeden der Staatssicherheitsdienst (die Stasi) Statssikkerhetstjenesten (hemmelig politi) / Statssikkerheitstenesta (hemmeleg politi) vertrauen å stole på zwar riktignok / rett nok

Die Stasi In der DDR war es gefährlich, die Partei zu kritisieren. Der Staatssicherheitsdienst (kurz Stasi) spionierte die Menschen aus. Für ein unvorsichtiges Wort konnte jemand seine Arbeit verlieren oder sogar ins Gefängnis kommen. Man wusste nie, ob der Freund oder die beste Freundin, der Onkel oder der Nachbar im Geheimen für die Stasi arbeiteten, und somit konnte man niemandem mehr so richtig vertrauen. Diese verdeckten Spione nannte die Stasi „Inoffizielle Mitarbeiter“ (IM), von denen es mindestens 200 000 gab. Die Wirtschaft in der DDR In der DDR hatte der Staat die absolute Kontrolle. Er bestimmte, welche Waren hergestellt wurden und zu welchen Preisen sie verkauft werden durften. LEKTION 11

Geteilt und wiedervereint

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Tag der Freude. Nach 28 Jahren wird am 9. November 1989 die Mauer geöffnet.

Vokabeln anstehen å stå i kø die Schlange køen zwingen å tvinge ausbürgern å bli utvist og fratatt statsborgerskapet / å bli utvist og fråteken statsborgarskapet im Geheimen i hemmelighet / i løynd der Mut motet wachsende økende / aukande das Ereignis hendelsen, begivenheten / hendinga abhacken å hakke av eller kutte av sich freuen å glede seg, være glad / å glede seg, vere glad vergessen å glemme / å gløyme das Gefängnis fengselet weinen å gråte der Nachbar naboen begründen å grunnlegge, begrunne / å grunnleggje, grunngi aufreißen å bryte opp

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Viele Dinge waren in der DDR knapp. Es gab zwar genug zu essen, aber nur eine begrenzte Auswahl an Waren. Wenn ab und zu Bananen oder Orangen angeboten wurden, mussten die Menschen lange dafür anstehen. Überall musste man Schlange stehen, um etwas zu kaufen. Auch bestimmte Kleidungsstücke, wie z. B. Kinderschuhe, gab es nur selten zu kaufen. In der DDR gab es viele Waren, für die ein Produkt aus dem Westen als Vorbild diente. Weil man den Westen so schlecht fand, musste man für diese Waren neue Namen finden. Hot Dogs hießen „Ketwurst“ und Hamburger „Grilletta“. Auch Autos waren Mangelware. Auf die bekannteste Marke, den Trabant, musste man zehn bis 15 Jahre warten. Wie endete der Kalte Krieg? Ab Mitte der 1980er-Jahre verbesserte sich das Verhältnis zwischen dem Ostblock und dem Westen. Michail Gorbatschow, der damalige Generalsekretär der Kommunistischen Partei in der Sowjetunion, stand für die neue Politik: „Glasnost“ (russisch für „Offenheit“) und „Perestroika“ („Umbau“). Jetzt hofften auch die Menschen in der DDR, dass eine Veränderung möglich war. Sie schöpften neuen Mut, ihre Meinung offen und laut zu sagen. Die Nachbarländer der DDR öffneten nach und nach ihre Grenzen zum Westen, und Tausende DDR-Bürger flohen über Ungarn und die Tschechoslowakei in die Bundesrepublik.


Die Mauer fällt Am Abend des 9. November 1989 durften die Ost-Berliner plötzlich nach West-Berlin reisen. Die DDR hatte jetzt keine andere Wahl mehr. Weil die anderen kommunistischen Länder in Osteuropa seit einiger Zeit ihre Grenzen geöffnet und ihren Bürgern mehr Freiheit gegeben hatten, musste jetzt auch die DDR mitmachen. Dass es so schnell ging mit der Öffnung der Grenze in Berlin, hatte niemand gedacht. Aber die Deutschen auf beiden Seiten der Mauer freuten sich sehr, und es gab große Willkommensfeiern überall in Berlin. Jetzt war die Grenze geöffnet, und dank der wachsenden Offenheit in den anderen Ostblockländern konnte man die Mauer abreißen. Es war ein historisches Ereignis. Viele Touristen kamen nach Berlin, um sich ein Stück der Mauer abzuhacken. Bis zum Jahr 1991 verschwand die Mauer nach und nach fast vollständig. Reste gibt es heute noch an der Bernauer Straße und in der Niederkirchner Straße. Am Ostbahnhof befindet sich die East Side Gallery, eine 1,3 Kilometer lange Mauer mit kunstvollen Malereien. Diese Reste sollen dort stehen bleiben, damit wir nie die Zeit vergessen, als Deutschland geteilt war und nicht alle Deutschen frei waren.

Worum geht’s?

Sag mal was!

1) In wie viele Teile oder Zonen wurde Deutschland nach dem Krieg geteilt? 2) Wofür stehen die Abkürzungen BRD und DDR? 3) Was ist ein kalter Krieg? 4) Wie hießen die Hauptstädte in den beiden deutschen Staaten? 5) Wie war die Warenauswahl in der DDR? 6) Was war besonders an dem Dorf Mödlareuth? 7) Was passierte am 13. August 1961? 8) Was war die Stasi? 9) Warum wurde die Bahnhofshalle „Tränenpalast“ genannt? 10) Warum musste man die Mauer öffnen? 11) Wann wurde die Mauer endgültig geöffnet? 12) Wo kann man heute noch die Mauer besuchen?

Teilt die Abschnitte im Text „Deutschland von 1945 bis 1990“ unter euch auf. Gebt den Inhalt mit eigenen Stichworten wieder.

WISSENSWERTES Ostblock Die sozialistischen Staaten im Osten Europas unter der diktatorischen Führung der Sowjetunion wurden im Westen auch „Ostblock“ genannt. Die DDR, Polen, die Tschechoslowakei, Bulgarien, Rumänien, die Ungarn, die drei baltischen Staaten und die Sowjetunion gehörten hierzu. Diese Länder waren im Warschauer Pakt auch militärisch verbündet.

LEKTION 11

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Vokabeln die Währung valutaen, myntenheten / mynteininga die Versorgung forsyningen / forsyninga die Luftbrücke luftbroen / luftbrua der Rosinenbomber fly som var lastet med matvarer / fly som var lasta med matvarer

Luftbrücke Berlin West-Berlin lag wie eine Insel innerhalb der sowjetischen Besatzungszone. Als die USA, Großbritannien und Frankreich in ihren Zonen 1948 die D-Mark als neue Währung einführten, blockierte die Sowjetunion die Straßen nach West-Berlin. Ziel war es, West-Berlin von der Versorgung abzuschneiden, sodass am Ende ganz Berlin der sowjetischen Besatzungszone gehörte. Doch die Amerikaner und Briten versorgten West-Berlin über eine Luftbrücke. Alle drei Minuten oder noch häufiger landeten sogenannte „Rosinenbomber“ und brachten den Menschen alles, was sie zum Leben brauchten. Auf dem Höhepunkt der Blockade landeten bis zu 1500 Flugzeuge innerhalb von 24 Stunden. Nach elf Monaten gab die Sowjetunion auf und beendete ihre Blockade.

Haus am Checkpoint Charlie Das Haus am Checkpoint Charlie ist ein kleines Museum am Südende der Friedrichstraße. Es ist benannt nach dem bewachten Grenzübergang zwischen West- und Ost-Berlin, der in den Jahren der Mauer von 1961 bis 1989 hier existierte. Das Haus am Checkpoint Charlie befindet sich in einem alten Wohnhaus in der Nähe des früheren Grenzübergangs. In diesem spannenden Museum kann man sich zahlreiche Originalobjekte ansehen, die bei Fluchten aus der DDR in den Westen benutzt wurden. Hier sind umgebaute Autos, Koffer und Musikanlagen ausgestellt. Das waren damals gebräuchliche Fluchtmittel. Aber auch Mini-U-Boote, Motordrachen und Heißluftballons gibt es im Museum zu sehen. Auch die Dokumentation der Tunnel, die unter der Grenze gegraben wurden, ist interessant. Ein Besuch im Haus am Checkpoint Charlie hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Checkpoint Charlie. Der bekannteste Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin in den Jahren 1961 bis 1989. 224

Weiter geht’s


Internetaufgabe In zwei geteilt Schau dir das Video an: https://www.youtube.com/watch?v=x83OEzipiQo Schreib die Jahreszahlen. Jahr: Jahr: Jahr: Jahr: Jahr: Jahr: Jahr: Jahr:

Deutschland hat den Zweiten Weltkrieg verloren. Die vier Siegermächte sind: die USA, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich. 23. Mai, BRD wurde gegründet. 7. Oktober, DDR wurde gegründet. Die innerdeutsche Grenze wird überwacht. 12./13. August – die Mauer wird gebaut. 7. November – Demonstrationen. 9. November – Mauerfall. Wiedervereinigung.

Schreib mal was! A) Warum wurde die Mauer gebaut? Die kommunistische Einheitspartei hieß abgekürzt SED. Wofür stehen diese drei Buchstaben? Wofür steht DDR? Wofür steht BRD? Wofür wurde die Berliner Mauer ein Symbol? Wer war eigentlich eingesperrt? B) Lies „Flucht in den Westen – ja oder nein?“ und markiere, was die DDR mit ausreisewilligen Bürgern gemacht hat.

Flucht in den Westen – ja oder nein? Wie du weißt, wurde die Mauer im Jahr 1961 gebaut. Für viele DDR-Bürger war es sehr schwer und für einige unmöglich, sich an das Eingesperrtsein zu gewöhnen. Sie versuchten deshalb entweder zu fliehen oder sie stellten einen Ausreiseantrag. Ihr Ziel war es, die DDR zu verlassen. Hunderte Menschen kamen in den folgenden 28 Jahren beim Versuch das Land zu verlassen, ums Leben. Viele, die zu fliehen versuchten, wurden von der Polizei entdeckt und festgenommen und kamen ins Gefängnis. Auch viele, die einen Ausreiseantrag gestellt hatten, mussten für kürzere oder längere Zeit ins Gefängnis. Nach ihrer Freilassung verloren sie die Chancen auf eine gute Arbeit oder sie bekamen eine schlechtere Wohnung, als die sie vor dem Ausreiseantrag hatten.

Vokabeln das Eingesperrtsein det å være innesperret / det å vere innesperra entdecken å oppdage der Ausreiseantrag utreisesøknaden das Gefängnis fengselet

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Vokabeln die Straftat lovbruddet / lovbrottet die Freilassung løslatelsen / lauslatinga eine Sondererlaubnis en særskilt tillatelse / eit særskilt løyve die Pflicht plikten / plikta sich gewöhnen å vende seg til die Drohung trusselen vorwerfen å anklage, beskylde / å klage, skulde for die Geschäftsreise forretningsreisen / forretningsreisa die Gefahr faren der Entzug her: å frata en noe / å ta frå ein noko gefährlich farlig / farleg festgenommen werden her: pågrepet / her: gripen staatsfeindlich statsfiendtlig / statsfiendtleg das Sorgerecht foreldreretten die Welle bølgen / bølgja

Viele DDR-Bürger, die eine Sondererlaubnis für eine Reise in den Westen bekamen, zum Beispiel um ihre Familie zu besuchen, eine Geschäftsreise für ihre Firma zu machen oder an einem internationalen Sportturnier teilzunehmen, blieben einfach im Westen. Sie kehrten also nicht wieder zurück in die DDR. Wenn das passierte, bekamen oft die Familien und Freunde der Republikflüchtlinge große Probleme. Die Stasi warf ihnen vor, von der geplanten Flucht gewusst zu haben. Und sie haben dabei unterlassen, die Polizei – wie es ihre „Pflicht“ gewesen wäre – darüber zu informieren. Eine klare Straftat. Eltern, die sich kritisch zur DDR-Politik äußerten, sich also „staatsfeindlich“ verhielten, drohte man auch mit dem Entzug des Sorgerechts für ihre Kinder. Trotz aller Gefahren und Drohungen, hofften viele auf ein neues Leben im Westen und waren bereit, gefährliche Fluchtversuche zu machen. Die Ausreisewelle nach Westdeutschland hörte nie auf.

Sag mal was! Zwei Rollenspiele Arbeitet in Gruppen und wählt ein Rollenspiel. Entweder „Tunnel 57“ oder „Heißluftballon“. Bearbeitet die folgenden Aufgaben Schritt für Schritt. 1) Jeder liest sich seine eigene Rollenbeschreibung durch. 2) Jeder schreibt für seine Rolle einen Satz, in dem er a) ein Argument für die Flucht äußert, b) ein Argument gegen die Flucht nennt. 3) Übt das Gespräch, indem ihr euch der Reihe nach eure Argumente vortragt und am Ende abstimmt, ob ihr flüchten wollt oder nicht. 4) Tragt das Rollenspiel der Klasse vor.

Der Fluchttunnel. Im Juli 1973 konnten neun Menschen durch diesen engen Tunnel nach Westberlin flüchten. Zwischen 1961 und 1973 wurden 39 solche Tunnel gegraben und 254 Menschen konnten dadurch aus der DDR fliehen. 226

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Info „Tunnel 57“ Am 3. und 4. Oktober 1964 konnten durch einen Tunnel unter der Mauer 57 Menschen von Ost-Berlin nach West-Berlin flüchten. Der Tunnel ist nur 60 bis 80 Zentimeter hoch. Ein Schlauch versorgt die Flüchtlinge mit frischer Luft. Immer besteht Einsturzgefahr, weil der Boden sandig ist. Am 5. Oktober 1964 wird der Tunnel von der Stasi entdeckt. Die Tunnelaktion gilt als eine der spektakulärsten Fluchtaktionen nach dem Mauerbau 1961. Rollenspiel: Gruppe 1 „Tunnel 57“ Stellt euch vor, ihr drei seid die besten Freunde. Ihr lebt in der DDR und überlegt, in den Westen zu fliehen. Von Bekannten habt ihr erfahren, dass Fluchthelfer aus West-Berlin einen Tunnel gegraben haben. Wahrscheinlich würdet ihr aber niemals wieder in die DDR zurückkommen dürfen, weil ihr euch mit der Flucht strafbar macht. Nicht zuletzt ist die Flucht an sich ziemlich gefährlich.

Vokabeln flüchten å flykte bespitzeln å spionere på der Schlauch røret / røyret der Fluchthelfer flukthjelperen / flukthjelparen die Einsturzgefahr rasfaren der Boden grunnen, jordsmonnet sandig av sand, sandjord die Stasi Statssikkerhetstjenesten / Statssikkerheitstenesta entdecken å oppdage die Mauerflucht flukten over muren / flukta over muren der Bekannte bekjent, person en kjenner / kjenningen strafbar skyldig, kan bli straffet / skuldig, kan bli straffa der Lehrling lærlingen die Lehre lærlingutdanning das Stahlwerk stålverket

Rollenbeschreibungen: Gruppe „Tunnel 57“ 1) Uwe (17): Du arbeitest als Lehrling in einem Stahlwerk. Du magst deine Arbeit nicht und findest, dass der Staat dir keine faire Chance gibt. Du wolltest eigentlich studieren und Lehrer werden. Aber dafür hielt dich der Staat nicht für geeignet, weil du mit deiner Kleidung und deinem Musikgeschmack immer wieder provoziert hast. Du hast als Erster vom „Tunnel 57“ erfahren und bist fest entschlossen, die Flucht zu wagen. So lange habt ihr schon nach einem Fluchtweg gesucht – jetzt endlich ist es so weit. Das einzige Problem ist deine Freundin, und es macht dich sehr traurig. Die Flucht bedeutet das Ende eurer Beziehung. Möglicherweise wird man sie auch deinetwegen verhören und in irgendeiner Form bestrafen. Aufgabe: Notiere a) Uwes Argument für eine Flucht. b) Uwes Argument gegen eine Flucht. 2) Heinz (17): Du machst eine Lehre in einem Maschinenbaubetrieb. Eigentlich bist du ganz zufrieden mit deinem Leben. Aber du liebst es zu reisen und möchtest gerne deine Ferien mal in anderen Ländern als den Ostblockstaaten verbringen. Dass der Staat dir das verbietet, macht dich wütend. Du findest es auch schlimm, dass man die Radio- und Fernsehsender aus dem Westen nicht empfangen darf. Nach der Flucht in den Westen könntest du alle Länder der Welt besuchen. Allerdings kannst du nicht mehr in die DDR zurückkehren. Und das, obwohl du doch deine Familie so liebst.

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Vokabeln der Neuanfang en ny begynnelse, en ny oppstart / ein ny (opp)start unzufrieden utilfreds allerdings riktignok / rett nok die Ostblockstaaten (pl.) de kommunistiske statene i Øst-Europa / dei kommunistiske statane i Aust-Europa verbieten å forby geeignet sein å være egnet / å vere eigna fest entschlossen helt sikker / heilt sikker traurig trist die Beziehung forholdet empfangen å motta / å ta imot die Freundin kjæresten / kjærasten der Nachbar naboen der Facharbeiter fagarbeideren / fagarbeidaren gelingen å klare, lykkes / å klare, lykkast der Gasvorrat det de hadde med av gass / det dei hadde med av gass die Heimat hjemstedet / heimstaden entfernt fjernt, langt unna die Flucht flukten / flukta der Heißluftballon varmluftballongen benötigen å trenge schwierig vanskelig / vanskeleg jederzeit til enhver tid / til kvar tid entdeckt werden å bli oppdaget / å bli oppdaga abgeschossen skutt ned / skoten ned die Belastung belastningen / belastninga

Aufgabe: Notiere a) Heinz’ Argument für eine Flucht. b) Heinz’ Argument gegen eine Flucht. 3) Martin (18): Du bist Facharbeiter in einer Werkstatt für Traktoren. Ein Teil deiner Familie wohnt in Westdeutschland. Bei einem Neuanfang im Westen könnte sie dir helfen. Du hast aber bei einem Nachbarn gesehen, wie hart er für einen Fluchtversuch bestraft worden ist. Sechs Jahre Gefängnis, nur weil er in Freiheit leben wollte! Aufgabe: Notiere a) Martins Argument für eine Flucht. b) Martins Argument gegen eine Flucht.

Info: Flucht im Heißluftballon Im September 1979 gelingt tatsächlich zwei Ost-Familien die Flucht aus der DDR in einem Heißluftballon. Es war sehr schwierig, 850 Quadratmeter Stoff zu finden, der für rund 2800 Kubikmeter Ballonvolumen benötigt wird. Während des Flugs besteht jederzeit Gefahr, dass sie entdeckt und abgeschossen werden, der Ballon den Belastungen nicht gewachsen ist, der Gasvorrat nicht reicht oder der nicht imprägnierte Ballonstoff durch die Gasflammen in Brand gerät. Aber die Flucht gelingt: Nur wenige Kilometer von ihrer Heimat entfernt landen die acht in Oberfranken in Westdeutschland. Rollenspiel: Gruppe 2 „Heißluftballon“ Stellt euch vor, ihr vier seid beste Freunde. Ihr lebt in der DDR und plant, in den Westen zu fliehen. Heimlich habt ihr im Westradio von einer Flucht im Heißluftballon gehört. Jetzt wollt ihr das Gleiche tun. Wahrscheinlich werdet ihr aber niemals wieder in die DDR zurückkommen dürfen, weil ihr euch mit der Flucht strafbar macht. Die Flucht ist lebensgefährlich, da die Grenzsoldaten den Befehl haben, auf jeden Flüchtenden zu schießen.

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Im September 1979 gelingt tatsächlich zwei Ost-Familien die Flucht aus der DDR in einem Heißluftballon.

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Rollenbeschreibungen: Gruppe „Heißluftballon“ 1) Kai (17): Du bist Schüler und bereitest dich aufs Abitur vor. Physik ist dein Lieblingsfach. Seitdem ein Mitschüler von der Schule geworfen wurde, nur weil er Kritik an der Partei geübt hatte, hast du dich entschlossen: In diesem Land will ich nicht alt werden. Freiheit ist dir das Wichtigste. Mit einem Heißluftballon zu flüchten findest du aber sehr riskant. Aufgabe: Notiere a) Kais Argument für eine Flucht. b) Kais Argument gegen eine Flucht.

Vokabeln austauschen å utveksle tanker, snakke sammen / å utveksle tankar, snakke saman die Verlobte forloveden / den ein er forlova med der Tischlergeselle utdannet snekker / utdanna snikkar das Abitur examen artium, avgangseksamen das Palaver vrøvlet, pisspratet, sludderet der Scheißstaat drittstaten, den jævlige staten / dritstaten, den jævlige staten ist der Stasi aufgefallen er kommet i Stasis søkelys / er kommen i Stasis søkjelys die Herzschwäche svakt hjerte / svakt hjarte verwitwet enkemann / enkjemann körperlich kroppslig / kroppsleg unerträglich uutholdelig, ikke til å holde ut / uuthaldeleg, ikkje til å halde ut studiert Maschinenbau utdanner seg til maskiningeniør / utdannar seg til maskiningeniør anhören å tilhøre, være del av / å høyre til, vere del av klarkommen å klare seg

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2) Tim (20): Du studierst Maschinenbau an einer technischen Hochschule und bist relativ zufrieden mit deinem Leben. Aber dass dir der Staat verbietet, Kontakt mit Studenten aus westeuropäischen Ländern zu haben und dich mit ihnen zu treffen und sich fachlich auszutauschen oder später an westdeutschen Universitäten zu studieren, findest du unerträglich. Ebenso dass die Machthaber dir vorschreiben wollen, welche Fernsehprogramme du sehen darfst. Du hast eine Verlobte, die mit dir den Fluchtversuch unternehmen will. Aber die Flucht ist sehr gefährlich, und ihr werdet eure Familien nie wieder sehen. Aufgabe: Notiere a) Tims Argument für eine Flucht. b) Tims Argument gegen eine Flucht. 3) Lothar (18): Du arbeitest als Tischlergeselle. Dein Chef erwartet von dir, dass du in die kommunistische Partei eintrittst, sonst verlierst du wahrscheinlich bald deine Arbeit. Du willst aber nicht einer Partei angehören, die den Bürgern diktiert, wie und wo sie leben. Du hast Verwandte in Westdeutschland, die dir helfen werden, dort Fuß zu fassen. Aber die Gefahr ist groß. Falls die Flucht gelingt, wird deine Familie Schwierigkeiten bekommen können. Und falls sie nicht gelingt, kannst du getötet werden oder eine lange Gefängnisstrafe bekommen. Aufgabe: Notiere a) Lothars Argument für eine Flucht. b) Lothars Argument gegen eine Flucht. 4) Gottfried (18): Du hast gerade Abitur gemacht und wolltest jetzt an der Universität Medizin studieren. Aber dein Vater ist


der Stasi aufgefallen wegen einiger negativer Äußerungen über die DDR. Er hat jetzt seine Stelle als Professor verloren und muss nun beim Straßenbau harte körperliche Arbeit leisten, obwohl er an einer Herzschwäche leidet. Und dadurch ist auch deine Bewerbung an die Universität gerade abgelehnt worden. Du hasst jetzt das hohle Palaver der Partei über die Vorzüge des Sozialismus und möchtest keinen Tag länger in diesem Scheißstaat leben. Du hast als Erster von der Ballonflucht gehört und bist jetzt der Antreiber bei der Vorbereitung für eine zweite Flucht. Einzig der Gedanke an deinen verwitweten Vater macht dich traurig. Aber er hat dir gesagt, dass du an deine eigene Zukunft denken sollst. Du hast das Leben noch vor dir. Er wird schon irgendwie klarkommen. Aufgabe: Notiere a) Gottfrieds Argument für eine Flucht. b) Gottfrieds Argument gegen eine Flucht.

Der Tod an der Mauer Es ist Freitag, der 17. August 1962, 14 Uhr. Wir befinden uns in Ost-Berlin an der Ecke Zimmerstraße–Charlottenstraße im Stadtteil Kreuzberg. Der 18-jährige Peter Fechter und sein gleichaltriger Freund laufen auf die Sperrmauer zu. Als sie die Mauer erreicht haben, fällt ein Schuss, dann folgen mehrere Schüsse. Der Freund schafft es, unverletzt über die Mauer auf die WestBerliner Seite zu entkommen. Peter Fechter wird von mehreren Kugeln der DDR-Soldaten getroffen und stürzt von der Mauer zurück auf die DDR-Seite. Der junge Bauarbeiter bleibt bewegungslos zwischen der Mauer und der Panzersperre liegen und schreit um Hilfe. Bald versammelt sich auf beiden Seiten der Mauer eine Menschenmenge. Auf der Ostseite wird sie schnell von Ordnungskräften zerstreut, und auch auf der Westseite Berlins wird eine große Anzahl Polizisten aufgestellt. Die Polizisten auf der Westseite versuchen, Fechter Verbandspäckchen zuzuwerfen, aber es klappt nicht. Die Verbandspakete hängen im Stacheldraht auf der Mauer fest. Die Polizisten auf der West-Berliner Seite können nicht weiter einschreiten. Weder die DDR-Grenzpolizei noch die amerikanischen Soldaten am Checkpoint Charlie kommen Peter Fechter zu Hilfe. Und das, obwohl sich mittlerweile mehrere hundert Menschen auf West-Berliner Seite versammelt haben. Die Zuschauer rufen „Mörder, Mörder!“ Sie sind wütend und hilflos. Nach etwa 30 Minuten gehen die Hilferufe von Peter Fechter in ein Wimmern über und verstummen dann 20 Minuten später ganz. Der 18-Jährige ist ohne Hilfe direkt an der Mauer verblutet. Erst jetzt wird die Leiche von Peter Fechter von DDR-Grenzsoldaten geholt und abtransportiert. Peter Fechter ist einer von mindestens 136 Menschen, die bei der Flucht nach West-Berlin ums Leben kommen.

Vokabeln gleichaltrig like gammel / like gammal unverletzt uskadd entkommen å komme unna die Ordnungskraft politiet, vekteren / politiet, vektaren zerstreuen å spre / å spreie das Verbandspäckchen førstehjelpsskrinet zuwerfen å kaste til noen / å kaste til nokon einschreiten å gripe inn mittlerweile i mellomtiden / i mellomtida wütend rasende / rasande der Stacheldraht piggtråden wimmern å ynke seg, klynke (svakt) verstummen å stilne, opphøre / å stilne, ta slutt die Leiche liket

LEKTION 11

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Schreib mal was!

Worum geht’s?

Stell dir vor, du bist einer der Zuschauer an diesem Augusttag im Jahre 1962 in Kreuzberg und du hast gesehen, wie Peter Fechter an der Mauer starb. Schreibe einen Tagebucheintrag darüber.

1) Was haben Peter Fechter und sein Freund an diesem Augusttag vor? 2) In welchem Teil von Berlin befinden sie sich? 3) Was passiert an der Mauer? 4) Was machen die Zuschauer? 5) Warum ist Peter Fechter an der Mauer verblutet? 6) Wie viele Menschen sind bei der Flucht nach West-Berlin ums Leben gekommen?

Der Trabi Vokabeln der Autounfall bilulykken / bilulykka die Autovermietung bilutleien / bilutleiga das Feuerzeug lighteren der Geruch lukten / lukta der Laden butikken die Mischung blandingen / blandinga der Nachteil ulempen / ulempa der Naturliebhaber naturelskeren / naturelskaren die Pappe pappen, kartongen mehrere mange, adskillige / mange, atskillege verursachen å forårsake / å vere årsak til das Öl oljen das Abgas eksosen

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Seit Jahrzehnten baut man in Deutschland Autos, und auch in der DDR wollten die Politiker, dass dort Autos gebaut werden. Es war allerdings nicht einfach für die Ingenieure, einen guten Wagen herzustellen. Sie arbeiteten sehr lange daran, und das Resultat kam dann endlich: der Trabant oder Trabi, wie man ihn liebevoll genannt hat. Das kleine Auto aus der DDR wurde auch das Ostmobil, die Rennpappe oder der Rolls-Royce aus der DDR genannt. Aber was ist denn das Besondere an dem Trabi? Er fuhr nicht schnell, denn er hatte nur etwa 20 PS (Pferdestärken), aber das ist nicht soeinzigartig. Das Eigenartige ist, dass der Trabi aus Plastik und Pappe gebaut wurde. Ja, du hast richtig gehört, ein Auto aus Plastik und Pappe! In der DDR gab es nämlich nicht viel Blech, und Plastik war natürlich sehr praktisch, denn ein Auto aus Plastik rostet nicht. Falls man einen Autounfall hatte, konnte man das Auto einfach wieder zusammenkleben. Aber das leichte Material hatte auch Nachteile: Man konnte den Trabi sehr einfach mit einem Feuerzeug anzünden. Der Trabi hatte einen Zweitaktmotor und brauchte kein Benzin, sondern eine Mischung aus Benzin und Öl. Diese Mischung verursachte viel Gestank und Abgase. Naturliebhaber waren nicht begeistert! In der DDR konnte man nicht einfach zum Autohändler gehen und sich ein Auto kaufen. Viele DDR-Bürger mussten bis zu zehn Jahre auf ihren Trabi warten. Bis zum Jahr 1990 wurden mehrere Millionen Trabis in der Fabrik in Zwickau hergestellt. Als die Mauer fiel, war das erste Auto, das über die Grenze fuhr, ein Trabi. Heute baut man keine Trabis mehr, aber die Wagen sind immer noch sehr populär. Der Trabi ist jetzt ein Sammlerobjekt. Es gibt Cabrio-Trabis, Wohnmobiltrabis, Kombi-Trabis und Design-Trabis. Sie sind einfach spitze! Möchtest du gern in einem Trabi sitzen oder sogar damit fahren? Es gibt seit einigen Jahren Trabi-Autovermietungen in Berlin, oder du kannst eine Trabi-Safari machen. Oder du kannst das DDR-Museum am Berliner Dom besuchen. Dort steht ein tolles Exemplar zum Probesitzen!


Worum geht’s? 1) 2) 3) 4)

Welche Namen gab es für den Trabant? Wie viel PS hatte das Auto? Aus was wurde ein Trabi gebaut? Warum war der Trabi ein Problem für Naturliebhaber?

Der Trabi wurde geliebt und gehasst. Von 1956 bis 1991 wurden 3 Millionen Trabis gebaut. Er war der „Volkswagen der DDR“.

Schreib mal was! Stellt euch vor, der Trabi kommt wieder auf den Markt! Was ist neu? Wie sieht das Auto aus? Arbeitet in kleinen Gruppen und macht eine Werbung für den Trabi.

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Trabi-Witze Vokabeln das Auspuffrohr eksosrøret / eksosrøyret der Frauenarzt kvinnelegen der Glückwunsch lykkønskningen, gratulasjonen / lykkønskinga, gratulasjonen die Höchstgeschwindigkeit makshastigheten / makshastigheita die Schubkarre trillebåren / trillebåra der Unfall ulykken / ulykka verletzt såret der Wert verdien abgeschleppt tauet bort / taua bort falten å brette schwanger gravid verdoppeln å doble verwenden å bruke, anvende / nytte

Über kein anderes Auto auf der Welt gibt es so viele Witze wie über den Trabi. Hier sind ein paar schöne Beispiele: – Wie kann man den Wert eines Trabis verdoppeln? – Volltanken! Als der reiche Amerikaner den von ihm bestellten Trabi bekommt, sagt er voller Anerkennung: „Diese Deutschen – immer gründlich! Bevor sie das Auto liefern, schicken sie erst mal ein Plastikmodell!“ – Was bedeutet die Bezeichnung „601“ auf dem Trabi? – 600 haben ihn bestellt, und einer hat ihn bekommen. – Warum hat der Trabi zwei Auspuffrohre? – Damit man ihn auch als Schubkarre verwenden kann. – Wie viele Arbeiter braucht man, um einen Trabi zu bauen? – Zwei: Einer faltet, einer klebt! – Wann erreicht der Trabi seine Höchstgeschwindigkeit? – Wenn er abgeschleppt wird. – In der DDR beim Frauenarzt: „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger. Soll ich Ihrem Kind gleich noch einen Trabant bestellen?“

Landeskunde/Literatur Wo warst du, als die Mauer fiel? „Als die Mauer fiel, war ich zu Besuch bei meiner Oma auf Rügen. Ich war jedes Jahr mehrmals bei meiner Oma. Es gab ja nicht so viele Orte, zu denen wir fahren konnten. Ich habe eine lange Wanderung am Strand und an der Küste gemacht und eigentlich erst einen Tag später erfahren, was passiert war. Da bin ich sofort nach Hause nach Leipzig gefahren und zwei Tage später mit meiner Freundin in den Westen gereist. Es war unglaublich! Aber nach ein paar Monaten habe ich dann schon angefangen, mir Sorgen zu machen, wie das Leben weitergeht. Da wurde mir immer klarer, wie pleite die DDR eigentlich war, und viele kamen aus dem Westen, um hier schnelles Geld zu machen.“ Erika Holbert (geboren 1970) 234

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„Am 9.11.1989 fuhr ich Taxi in Berlin, wie so oft in dieser Zeit, um neben meinem Jurastudium etwas Geld zu verdienen. Eigentlich war am frühen Abend nie viel los, aber plötzlich geschah etwas. Auf der Karl-Marx-Allee strömten unglaublich viele Menschen in Richtung Bornholmer Straße. Die Ersten, die ich mitnahm, sagten den Satz: ‚Wahnsinn! Die Mauer ist auf!‘ Ich habe das zuerst natürlich nicht geglaubt. Bis ich den offenen Grenzübergang sah. Dann habe ich verstanden, dass etwas Großes geschehen war. In dieser Nacht habe ich beim Taxifahren wahnsinnig viel Geld verdient. Es war ein glücklicher Moment!“ Mathias Albrecht (geboren 1968)

„An diesem Wochenende bin ich mit dem Auto von West-Berlin nach Hamburg gefahren. Es gab noch die Transitstrecke mitten durch die DDR mit den strengen Kontrollen an den Grenzübergängen. Ich wunderte mich, weil so viele Trabis unterwegs waren. Diese Autos gab es ja im Westen gar nicht. Am Grenzübergang fuhren die ganzen Trabis einfach mit mir über die Grenze in den Westen. Das war wild. So etwas hatte es bis jetzt nicht gegeben. Es knallte. Aber es waren keine Schüsse, sondern Sektkorken. Gleich hinter der Grenze standen viele Menschen. Sie weinten und jubelten. Die Grenze war offen. Es war einer der besten Tage in meinem Leben!“ Susanne Kaufmann (geboren 1959)

Worum geht’s? 1) Was hat Erika gemacht, als die Mauer fiel? 2) Wie hat sie reagiert, als sie es erfuhr? 3) Warum, glaubst du, hat Mathias an diesem Abend so viel Geld verdient? 4) Wo befand sich Susanne, als die Mauer fiel?

Sag mal was! Interviewe jemanden in deiner Familie und frage sie/ihn, wo sie/er im November 1989 war, als die Mauer in Berlin fiel. Frage, ob sie/er sich an irgendetwas aus dieser Zeit erinnern kann.

Vokabeln pleite blakk, konkurs, ruinert das Wochenende helgen / helga die Transitstrecke transittveien, passasjen mellom øst og vest / transittvegen, passasjen mellom aust og vest unterwegs underveis / undervegs der Schuss skuddet / skotet der Sektkorken korken på en sektflaske (musserende vin) / korken på ei sektflaske (musserande vin)

LEKTION 11

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Vokabeln stell dir vor tenk deg …, forestill deg / førestill deg Du triffst … Du møter … Pankow bydel i Øst-Berlin / bydel i AustBerlin Ihr spürt, dass ihr gerne zusammen seid. Dere merker at dere gjerne vil være sammen. / De merkar at de gjerne vil vere saman. Obwohl ich so gerne noch geblieben wär. Selv om jeg så gjerne ville blitt igjen. / Sjølv om eg så gjerne ville blitt att. Du musst ja spätestens um zwölf wieder drüben sein. Du må senest være tilbake på den andre siden kl. 24. / Du må seinast verre attende på den andre sida kl. 24. die Nervereien (pl.) noe som er irriterende, går en på nervene / noko som er irriterande, går ein på nervane der Tagesschein dagsbillett, en slags oppholdstillatelse for et besøk i DDR som kun varte én dag / dagsbillett, eit slags opphaldsløyve for eit besøk i DDR som berre varte éin dag auf die Dauer i lengden / i lengda die Jungs (pl.) guttene, her: slang for politikerne / gutane, her: slang for politikarane enger tettere / tettare

Sag mal was! Rollenspiel Arbeitet zu zweit und erstellt einen Dialog zwischen dem Mädchen und dem Jungen aus dem Lied. Führt den Dialog als Rollenspiel auf.

MÄDCHEN AUS OST-BERLIN (WIR WOLLEN DOCH EINFACH NUR ZUSAMMEN SEIN) (UDO LINDENBERG, 1973) Stell dir vor, du kommst nach Ost-Berlin und da triffst du ein ganz heißes Mädchen, So ein ganz heißes Mädchen aus Pankow. Und du findest sie sehr bedeutend und sie dich auch. Dann ist es auch schon so weit. Ihr spürt, dass ihr gerne zusammen seid und ihr träumt von einem Rockfestival auf dem Alexanderplatz, mit den Rolling Stones und ’ner Band aus Moskau. Doch plötzlich ist es schon zehn nach elf und sie sagt: Ey, du musst ja spätestens um zwölf wieder drüben sein, sonst gibt’s die größten Nerverei’n, denn du hast ja nur ’nen Tagesschein. Mädchen aus Ost-Berlin, das war wirklich schwer. Ich musste gehen, obwohl ich so gerne noch geblieben wär. Ich komme wieder … und vielleicht geht’s auch irgendwann mal auch ohne Nerverei’n. Da muss doch auf die Dauer was zu machen sein. Ich hoffe, dass die Jungs das nun bald in Ordnung bringen, denn wir wollen doch einfach nur zusammen sein. Vielleicht auch mal etwas länger, vielleicht auch mal etwas enger. Wir wollen doch einfach nur zusammen sein …

Teste deine Sprache! Setze die Verben im Präteritum in den Text ein. Diese Verben gehören in die Lücken: sein stehen kommen klopfen liegen  wollen schlagen schreien warten sprechen  genießen geben antworten Zwei Bauern   ser  Morgen,  anderen und 

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Weiter geht’s

 gute Nachbarn. Ihre Häu ganz nahe beieinander. An einem  der eine vor das Fenster des  mit einem Finger daran.


Aber der andere   noch im Bett und   nicht aufstehen. Als nun sein Nachbar etwas heftiger gegen das Fenster  ,   er mit lauter Stimme: „Wer ist denn da?“ Der, der vor dem Fenster  ,  : „Ich bin es, dein Nachbar Konrad, was machst du?“ Der Bauer, der noch in seinem Bett  .   zur Antwort: „Ich liege hier und schlafe, was willst du, Nachbar? Der Bauer vor dem Fenster  : „Wenn du nicht schlafen würdest, würde ich dich um deinen Wagen bitten. Ich will aber wiederkommen, wenn du wach bist.“

Wichtige Wörter und Begriffe 11 die Wiedervereinigung die Mauer die Berliner Mauer fliehen in den Westen fliehen im Osten / im Westen der Grenzübergang die Teilung des Landes Trabant (auch Trabi) die Bückwaren

gjenforeningen / gjenforeininga muren Berlinmuren å flykte, rømme å flykte til Vesten i øst / i aust, i vest grenseovergangen delingen av landet / delinga av landet Trabant, en østtysk bil / Trabant, ein austtysk bil varer som man ikke fant i vanlige butikker, men som ble solgt «under bordet» / varer som ein ikkje fann i vanlege butikkar, men som vart selde «under bordet» SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschland) statspartiet i DDR fra 1946 til 1989 / statspartiet i DDR frå 1946 til 1989 Inoffizieller Mitarbeiter (IM) En uoffisiell medarbeider, som var en person som gjorde eller ble tvunget til å gjøre avtale med Stasi om å spionere hemmelig på familiemedlemmer, venner, naboer, kolleger etc. Vedkommende ble belønnet med penger eller andre fordeler / Ein uoffisiell medarbeidar, som var ein person som gjorde eller vart tvinga til å gjere avtale med Stasi om å spionere hemmeleg på familiemedlemmewr, venner, naboar, kollegaer osv. Vedkommande vart påskjønt med pengar eller andre fordelar Die BRD (Die Bundesrepublik Deutschland) Vest-Tyskland Die DDR (Die Deutsche Demokratische Republik) Øst-Tyskland / Aust-Tyskland Selbstbewertung nach Lektion 11: Siehe Seite 345. LEKTION 11

Geteilt und wiedervereint

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12

LEKTION 12

Politik

SCHWERPUNKTE:

Politik im Alltagsleben Was denken deutsche Jugendliche über Politik? Parlament, Regierung und Wahlsystem in Deutschland Das Wahlsystem in Österreich

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Warum feiern die Schweizer den 1. August?

GRAMMATIK:

Wiederholung von Präpositionen und Adjektiven Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Wie politisch engagiert bist du?

Sag mal was! Diskutiert in kleinen Gruppen. Was bedeutet Politik für dich? Welche politischen Sachen sind dir wichtig/unwichtig? Kennst du die Namen einiger aktueller Politiker in Deutschland, Österreich oder der Schweiz? Welche politischen Parteien aus Deutschland kennst du? Was kennzeichnet das politische System Norwegens?

Politik im Alltagsleben Vokabeln der Drogenberater rådgiver for narkotikasaker / rådgivar for narkotikasaker das Betäubungsmittel  det narkotiske stoffet, bedøvelsesmiddelet / bedøvingsmiddelet das Gesetz loven / lova der Haschisch hasjen der Fensterplatz vindusplassen / vindaugsplassen die Werbung reklamen wählen å velge / å velje erhöhen å høyne, å sette opp / å høgje, setje opp schweigen å tie / å teie der Stadtrat bystyret sich langweilen å kjede seg die Gewerkschaft fagforeningen / fagforeininga die Angleichung utjevnelsen / utjamninga das Gehalt lønna egal likegyldig, det samme / det same

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Weiter geht’s

Monika interessiert sich nicht für Politik, oder? Monika wohnt mit ihren Eltern in einer ostdeutschen Kleinstadt. Die Schule hat wieder begonnen, und ihr Vater, der vor einigen Wochen seine Arbeit bei der Post verloren hat, muss sich heute auf dem Arbeitsamt melden. Deshalb kann er Monika in ihre Schule fahren. Sie besucht die Schillerschule, die bis 1991 noch Leninschule hieß. Monika findet die Schule ganz in Ordnung und freut sich besonders auf die dritte Stunde, denn da kommt der Drogenberater der Polizei und spricht mit den Jugendlichen über das Betäubungsmittelgesetz. Besonders heftig wird in der Klasse über die Freigabe von Haschisch diskutiert. Nach der Schule nimmt Monika wie immer den Bus. Sie bekommt einen Fensterplatz und sieht draußen auf der Straße viele Plakate mit Werbung für verschiedene Parteien. Nächste Woche ist Bundestagswahl in Deutschland. Monika darf nicht wählen und ist nicht besonders interessiert. Im Bus diskutiert eine ältere Frau mit dem Busfahrer. Die Frau findet es zu teuer, mit dem Bus zu fahren. Sie erzählt, dass die Fahrpreise in den öffentlichen Verkehrsmitteln schon zum zweiten Mal in diesem Jahr erhöht worden sind. Warum sollen denn die Leute umweltfreundlich sein und Bus fahren, wenn es fast günstiger ist, mit dem Auto zu fahren? Der Busfahrer schweigt. Am Nachmittag trifft Monika sich mit ihren Freunden. Die Jugendlichen sind sauer, weil der Stadtrat das Jugendhaus vor wenigen Wochen geschlossen hat. Der Grund dafür: Es gibt kein Geld mehr. Jetzt sitzen sie im Park und langweilen sich. Zum Abendessen ist Monika wieder zu Hause. Ihr Vater hat lecker gekocht, und die Mutter ist von der Arbeit gekommen. Beim Essen erzählt sie davon, dass die Gewerkschaft einen Streik organisieren will, um eine Angleichung der Ostgehälter an die des Westens zu erreichen. Sie erzählt, dass man im Osten Deutschlands immer noch weniger verdient als im Westen. Es ist ungerecht!


Die kurzen Haare sind

l. dunke

Nach dem Abendessen geht Monika in ihr Zimmer und macht ihre Hausaufgaben. Nebenbei laufen im Fernsehen die Nachrichten. Auf einem Ohr hört sie etwas von einem Treffen zwischen dem amerikanischen Präsidenten und einem Staatsleiter aus Asien, von Flüchtlingen aus einem Kriegsgebiet, von einer Hungersnot irgendwo in Afrika und von Sanktionen der Uno gegen irgendein Land … Flüchtlinge und Sanktionen? Na egal, für Politik interessiert sie sich überhaupt nicht!

Worum geht’s? 1) Was erfährst du über die Familie von Monika? 2) Was erlebt Monika im Bus? 3) Warum findet Monika die dritte Unterrichtsstunde interessant? 4) Was ist mit dem Jugendhaus passiert? 5) Was passiert bei der Arbeit der Mutter?

LEKTION 12

Politik

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Sag mal was! Suche alles im Text, das einen politischen Hintergrund hat. Mache eine Liste. Vergleiche dann in der Klasse. Diskutiere dann: Wie politisch interessiert ist Monika eigentlich? Wie wichtig ist Politik für dich? Welche politischen Themen sind dir am wichtigsten?

Schreib mal was! 1) Welche politischen Themen berühren dich zurzeit in deinem Alltag? a) In der Schule? b) In der Freizeit? c) Privat? 2) Welche politischen Themen sind gerade in Norwegen aktuell? Suche im Internet und finde fünf Überschriften, die von Politik handeln. 3) a) Schreibe eine Twitternotiz, in der du ein aktuelles politisches Thema kurz erklärst. Deine Schule hat bestimmt einen Twitteraccount. b) Schreibe einen kurzen Text und beschwere dich über die Mülltrennung, über zu viel Plastik, über die hohen Preise in der Kantine oder im öffentlichen Nahverkehr, über den langen Schultag, über die zu billig produzierte Kleidung etc. Dein Text ist ein Beitrag in einer Facebookgruppe. c) Schreibe einen kurzen positiven Text in der Schülerzeitung über die neue Sportanlage, die neu gestrichenen Klassenzimmer, das preisgünstigen Essen in der Schulkantine etc.

Was denken deutsche Jugendliche über Politik? Weiter geht’s hat mit Adrian und Louise aus Frankfurt am Main über Jugendliche und ihr Interesse an Politik gesprochen. Das haben sie uns erzählt: Weiter geht’s: Wie groß ist das Interesse an Politik unter den Jugendlichen? In welchen Bereichen kann man es sehen? 242

Weiter geht’s


Adrian: Ich denke, dass immer mehr Jugendliche politisches Interesse zeigen und dass sie auch politisch aktiv sind. Heute mehr als vor wenigen Jahren. Männliche Jugendliche sind häufiger an Politik interessiert als weibliche. Trotzdem hört man immer wieder, dass Jugendliche den Parteien wenig vertrauen. Fast sechs von zehn Jugendlichen haben sich schon einmal an einer oder mehreren politischen Aktionen beteiligt. Am wichtigsten dabei ist der Boykott von Waren aus politischen Gründen. Jeder vierte deutsche Jugendliche hat schon mal an einer Demonstration teilgenommen. Das ist Politik in der Praxis, denke ich. Louise: Das finde ich sehr gut. Das bedeutet, dass wir jungen Leute uns kümmern und dass wir Mitgefühl mit anderen Menschen haben. Adrian: Die meisten Jugendlichen in Deutschland interessieren sich für Menschenrechts- und Umweltschutzgruppen. Ich zum Beispiel bin Mitglied bei Greenpeace und Louise bei Amnesty. Weiter geht’s: Das hört sich gut an. Und wie denkt die Jugend in Deutschland über die Zukunft? Seid ihr positiv oder negativ? Louise: Forscher behaupten, dass etwa 61 Prozent der Jugendlichen optimistisch in die eigene Zukunft blicken. Ein Drittel sagt, „mal so, mal so“, und nur drei Prozent erwarten eine düstere Zukunft.

„Friday for Future“Demonstration in Köln. „Rettet die Erde.“ Die deutsche Jugend macht mobil gegen Klimakrise und Umweltzerstörung.

LEKTION 12

Politik

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Sag mal was! Adrian und Louise sind Mitglieder bei Greenpeace und Amnesty. Was machen diese Organisationen? Für welche Aktionen sind sie bekannt? Finde fünf Fakten über sie heraus. Falls du Mitglied in einer Umwelt- oder politischen Organisation bist, wäre es schön, wenn du sie kurz vor der Klasse präsentieren könntest.

Das klingt eigentlich ganz gut, finde ich. Ich persönlich denke, dass die Zukunft ganz in Ordnung sein wird. Ich hoffe auf einen Studienplatz an der Universität in Heidelberg. Wenn das klappt, bin ich erst mal zufrieden. Ich denke nicht so weit im Voraus. Adrian: Ich bin mir nicht so sicher. Ich denke viel an die Umwelt und an die große Menge Plastik im Meer, die so schädlich für die Fische und andere Wassertiere ist. Das Eis an den Polen schmilzt, und es gibt ein verändertes Klima. Ganz so positiv bin ich deshalb nicht. Außerdem habe ich Angst vor der hohen Arbeitslosigkeit. Es ist nicht einfach, einen Job zu bekommen. Vielleicht bin ich zu negativ … Weiter geht’s: Überall in Europa sehen wir, dass viele Politiker und Wähler skeptisch gegenüber Zuwanderung sind. Was denken die Jugendlichen über dieses Thema? Adrian: Nur 29 Prozent der Jugendlichen fürchten sich vor Zuwanderung, aber fast die Hälfte hat Angst vor Ausländerfeindlichkeit. Louise: Ja, das stimmt. Jugendliche sind offener gegenüber der Einwanderung geworden als ältere Leute. Adrian: Deutschland hat nach der Krise in Syrien sehr viele Flüchtlinge aufgenommen, etwa 800 000. Das war wichtig und richtig, aber hat auch viele Probleme mit sich gebracht. Viele junge Leute in Deutschland engagieren sich für die Flüchtlinge aus Syrien. Meine Familie hatte letztes Jahr ein Zimmer frei, und wir haben es einem Jungen aus Syrien zur Verfügung gestellt. Er wohnt immer noch bei uns und ist fast wie ein Bruder für meine Schwester und mich geworden. Weiter geht’s: Zum Schluss: Welche lokalpolitischen Themen sind euch momentan am wichtigsten? Louise: Das Essen in der Schulkantine ist zu ungesund und viel zu teuer. Außerdem ist die Luft in den Klassenzimmern zu schlecht. Viele bekommen Kopfschmerzen nach einem langen Schultag. Dagegen muss man etwas unternehmen! Adrian: Ich fahre jeden Tag mit der U-Bahn zur Schule und träume von einer kostenlosen Monatskarte für alle Schüler und Studenten, vielleicht sogar für alle. Dann werden Leute ihre Autos stehen lassen. Weiter geht’s: Vielen Dank für das Gespräch, es war sehr interessant, mit euch zu reden. Adrian und Louise: Es hat Spaß gemacht. Bis dann!

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

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Wie denken deutsche Jugendliche über die Zukunft? Und was ist mit Adrian und Louise? Was, glaubst du, meint Adrian mit dem Ausdruck „Politik in der Praxis“? Was erzählt Adrian über das Thema Einwanderung? Wie denken Jugendliche über Ausländerfeindlichkeit? Für welche lokalpolitischen Sachen interessieren sich Adrian und Louise?

Weiter geht’s


die deutsche Fahne

erplatz. Alexand m e d Der Fernsehturm auf

Parlament, Regierung und Wahlsystem auf einen kurzen Blick Die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland ist das Grundgesetz. Hier steht, dass die BRD eine demokratische Republik, ein Bundesstaat, Rechtsstaat und Sozialstaat ist. Die wichtigsten politischen Organe sind das Parlament und die Bundesregierung. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Bundestag und dem Bundesrat. Im Bundestag sitzen die vom Volk gewählten Abgeordneten. Der Bundestag beschließt die Gesetze und wählt den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin. Im Bundesrat sind die 16 Bundesländer vertreten. Der Bundesrat wirkt auch bei der Gesetzgebung mit. Die Bundesregierung, das Kabinett, besteht aus dem Bundeskanzler und den Ministern.

Das Reichstagsgebäude wurde 1894 fertiggestellt.

Vokabeln die Verfassung grunnloven / grunnlova die Regierung regjeringen / regjeringa bestehen aus + Dativ å bestå av der Abgeordnete representanten die Partei partiet vertreten representert

LEKTION 12

Politik

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Der oberste Repräsentant der Bundesrepublik Deutschland ist der Bundespräsident. Er steht über den Parteien und hat keinen direkten Einfluss auf das politische Leben. Er wird von der Bundesversammlung für fünf Jahre gewählt. In Deutschland wählt man alle vier Jahre den Deutschen Bundestag und alle vier bis fünf Jahre die Parlamente der 16 Bundesländer. Ab dem 18. Lebensjahr darf man wählen, und die Wahl ist geheim. Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag und zu den Länderparlamenten hat jeder Wähler zwei Stimmen. Mit der ersten Stimme wählt er direkt den Kandidaten seines Wahlkreises und mit der zweiten Stimme wählt er eine Partei. Das Wahlsystem macht es für eine einzelne Partei schwer, die Mehrheit im Bundestag oder in den Länderparlamenten zu bekommen und dadurch allein die Regierung zu bilden. In Deutschland sind daher Parteienbündnisse, d. h. Regierungen, die aus zwei oder drei Parteien bestehen, die Regel. In Deutschland gibt es die sogenannte Fünfprozentklausel. Das bedeutet, dass eine Partei mindestens fünf Prozent der Wählerstimmen gewinnen muss, um in den Bundestag oder in ein Landesparlament zu kommen. In Norwegen liegt diese Grenze bei vier Prozent. Heute sind sieben Parteien im Bundestag vertreten: CDU, CSU, SPD, AfD, FDP, Die Linke und Bündnis 90 / Die Grünen. Im Bundestag bilden

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Weiter geht’s


CDU und ihre Schwesterpartei CSU aus Bayern seit der ersten Bundestagswahl 1949 eine gemeinsame Fraktion. Die Alternative für Deutschland (AfD) ist ganz neu im Parlament. Was bedeuten die Abkürzungen der verschiedenen Parteien? ■

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CDU = Christlich Demokratische Union (konservativ). In Verbund mit der CSU die dominierende Partei der Nachkriegszeit in Deutschland. Hat vier Bundeskanzler und eine Bundeskanzlerin gestellt (Konrad Adenauer. Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger, Helmut Kohl und Angela Merkel). CSU = Christlich-Soziale Union (konservativ – wird nur in Bayern gewählt). SPD = Sozialdemokratische Partei Deutschlands (sozialdemokratisch). Die SPD hat drei Bundeskanzler gestellt (Willy Brandt, Helmut Schmidt und Gerhard Schröder). FDP = Freie Demokratische Partei (liberal). Die Linke = Diese Partei ist ursprünglich aus der alten kommunistischen Einheitspartei der DDR (SED) hervorgegangen. Ist heute eine rein sozialistische Partei. Bündnis 90 / Die Grünen = Eine Partei des Umweltschutzes und der tragfähigen wirtschaftlichen Entwicklung. AFD = Alternative für Deutschland. Grundsätzlich eine Protestpartei gegen die Masseneinwanderung nach Deutschland. Auch sehr EUskeptisch. Wird von den anderen Parteien als stark rechts betrachtet.

Worum geht’s?

Schreib mal was!

1) 2) 3) 4) 5)

Schreibe einen Satz zu jedem der Stichworte aus dem Text. Schaffst du es, den Text jetzt mündlich wiederzugeben?

Welche politischen Organe sind am wichtigsten? Aus welchen zwei Kammern besteht das Parlament? Welche Aufgaben hat der Bundestag Wo sind die Bundesländer vertreten? Welche Rolle hat eigentlich der Bundespräsident?

Gruppenaufgaben 1) Arbeitet in Gruppen und findet Informationen über eine deutsche Partei. Wer leitet die Partei und welche drei Themen sind besonders wichtig? 2) Sucht zwei Argumente für und gegen die Fünfprozentklausel. Diskutiert dann über eure Meinungen. 3) Sucht Informationen über das politische System in Österreich und der Schweiz: Wie ist das politische System? Welche politischen Parteien gibt es?

LEKTION 12

Politik

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Das Wahlrecht in Österreich auf einen kurzen Blick

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■ ■ ■ ■

Um in Österreich wählen zu dürfen, ist die Grundvoraussetzung, dass man die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt. Für Menschen, die Straftaten begangen haben, gibt es Begrenzungen. Man darf nicht länger als ein Jahr im Gefängnis gewesen sein. Es müssen sechs Monate seit der Verbüßung einer Strafe vergangen sein. Grundregel: Wer wählen darf, darf auch gewählt werden. Aktives Wahlrecht ist das Recht, jemanden zu wählen. Passives Wahlrecht ist das Recht, gewählt zu werden. Mindestalter: – Man muss spätestens am Tag der Wahl 16 Jahre alt sein. – Man muss für die Kandidatur zum Nationalrat mindestens 19 Jahre alt sein. – Um Bundespräsident zu werden, muss man mindestens 35 Jahre alt sein.

Sag mal was! Erkläre die folgenden Begriffe mündlich auf Deutsch: Aktives Wahlrecht Passives Wahlrecht Die Staatsbürgerschaft Der Bundespräsident

Internetaufgabe Sucht Informationen über das Wahlrecht in der Schweiz und vergleicht es mit dem System in Österreich.

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Vo lks tra ch t

die ent. Sie spielen ein Instrum Das Alphorn ist ein Nationalsymbol der Schweiz.

Landeskunde/Literatur Warum feiern die Schweizer den 1. August? Der 1. August ist der Nationalfeiertag der Schweiz und gilt als Geburtstag des Landes. Der Nationaltag ist ein Feiertag, und das heißt, dass es in jedem Kanton ein arbeits- und schulfreier Tag ist. In der Schweiz gibt es viele Bauernhöfe, und sie haben am 1. August eine nette Tradition, nämlich den 1.-August-Brunch. Neben Milch, Müsli und Früchten wird an diesem Tag der 1.-August-Weggen serviert. Ein Weggen ist ein Hefegebäck, und am Nationalfeiertag wird noch vor dem Backen ein Kreuz, das an die Flagge der Schweiz erinnern soll, in den Teig geschnitten. In den Schweizer Bäckereien kann man selbstverständlich auch ein 1.-August-Brot mit einem Kreuz kaufen. Viele Schweizer schmücken ihre Häuser am Nationalfeiertag mit Flaggen. An öffentlichen Plätzen, Gebäuden oder Straßen ist das Aufhängen der Landesflagge sogar Pflicht. LEKTION 12

Politik

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Obwohl es sich beim 1. August um den Nationalfeiertag handelt, gibt es keine gemeinsame Feier. Die Gemeinden feiern unter sich. In einigen Orten werden dafür traditionelle Trachten angezogen, genau wie in Norwegen. In den Städten und Gemeinden treffen sich die Leute an öffentlichen Plätzen, und eine bekannte Person hält eine Rede. Ein Musikverein spielt die Nationalhymne. Am Abend werden die Straßen hell erleuchtet, denn die Kinder ziehen mit ihren Laternen los, genau wie am St. Martinstag. Auch im Schweizer Fernsehen und Radio wird der 1. August gefeiert. Der Bundespräsident hält eine Rede, die landesweit übertragen wird. Der 1. August ist der wichtigste Feiertag in der Schweiz.

Worum geht’s? Richtig oder falsch? 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

Der Nationaltag in der Schweiz ist kein richtiger Feiertag, denn alle müssen arbeiten. Ein Weggen ist eine Müslisorte. Das Kreuz in dem Gebäck soll an die Flagge erinnern. Es ist verboten, an öffentlichen Plätzen eine Flagge aufzuhängen. Es gibt eine große gemeinsame Feier in der Schweiz. Der Bundespräsident hält eine Rede. In der Schweiz gibt es Trachten. Abends gibt es überall Fackeln, damit es nicht so dunkel ist. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

Teste deine Sprache! Bitte die Sätze ins Deutsche übersetzen. 1) 2) 3) 4)

Det lille partiet arbeider for miljøet. / Det vesle partiet arbeider for miljøet. Hvilke politiske partier i Tyskland kjenner du? / Kva for politiske parti i Tyskland kjenner du? Den populære lederen er en ung dame. / Den populære leiaren er ei ung kvinne. Hun gleder seg til det neste valget fordi hun skal stemme for første gang. / Ho gler seg til det neste valet fordi ho skal røyste for første gong. 5) Det største partiet i landet sitter i regjeringen. / Det største partiet i landet sit i regjeringa. Ergänze die Adjektivendungen. 1) 2) 3) 4) 5)

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D__ jung__ Politiker arbeitet für ein__ grün__ Politik. D__ alt__ Reischstag steht in d__ deutsch__ Hauptstadt. Kennst du d__ neu__ Politikerin? D__ spannend__ Thema handelt von d__ groß__ Welt. Gestern haben wir ein__ wichtig__ Vortrag gehört.

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6) Mein__ best__ Freundin hat ein__ neu__ Job. 7) In d__ klein__ Stadt gibt es viele Autos. 8) Weißt du welche Partei du bei d__ nächst__ Wahl wählen wirst? 9) Die Partei hat ein__ wichtig__ Sache präsentiert. 10) D__ bekannt__ Mann ist d__ Präsident in d__ Land.

Wichtige Wörter und Begriffe 12 die Politik Ich interessiere ich (nicht) für Politik. Bist du Mitglied in einer Partei? die Wahl wählen Mit 18 darf man wählen. das Parlament das Wahlrecht der Politiker die politische Partei der Nationalfeiertag

politikken Jeg interesserer meg (ikke) for politikk. / Eg interesserer meg (ikkje) for politikk. Er du medlem av et parti? / Er du medlem av eit parti? valget / valet å velge, stemme / å velje, røyste Når man er 18, får man lov til å stemme. / Når ein er 18, får ein lov til å røyste. parlamentet retten til å stemme / retten til å røyste politikeren / politikaren det politiske partiet nasjonaldagen

Selbstbewertung nach Lektion 12: Siehe Seite 345.


13

LEKTION 13

Kunst und Kultur

SCHWERPUNKTE:

Deutschland – eine lebendige Kulturnation Über deutsche Künstler Ist Graffiti Kunst oder Vandalismus? Aus der Kunstgeschichte Bildbeschreibung

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Deutsche Erfindungen Das deutsche Dichtergenie: Johann Wolfgang von Goethe

GRAMMATIK:

Relativpronomen, Präsens, Adjektive Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Was ist eigentlich Kunst, und was bedeutet Kunst für dich? Welche Kunstarten magst du? Welche Künstler aus dem deutschsprachigen Raum kennst du?

Deutschland – eine lebendige Kulturnation Deutschland ist eine große und wichtige Kulturnation, aber man kann nicht sagen, dass es nur eine typisch deutsche Kultur gibt. Es gibt viele Kulturen, die gleichzeitig nebeneinander existieren. Aber warum kann man eigentlich nicht von einer einheitlichen deutschen Kultur reden? Die Antwort liegt in der Geschichte Deutschlands. Das Land begann erst ab 1871 als Gesamtstaat zu existieren. Vor dieser Zeit bestand das, was heute Deutschland ist, aus vier unabhängigen Königreichen (Preußen, Bayern, Sachsen, Württemberg) und vielen größeren und kleineren Fürstentümern. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es dann die Teilung in die Bundesrepublik im Westen und die DDR im Osten. Seit der Wiedervereinigung 1990 ist Deutschland wieder ein Land. Das ist ein Grund, warum es keine einheitliche Kultur gibt. Die große Zuwanderung spielt auch eine wichtige Rolle. Große Namen der Vergangenheit, wie zum Beispiel ■

Vokabeln nebeneinander ved siden av hverandre / ved sida av kvarandre die Vergangenheit fortiden / fortida die Gattung sjangeren der Beruf yrket das Orchester orkesteret die Vielfalt mangfoldet / mangfaldet ein Gesamtstaat et forent eller samlet rike / eit sameint eller samla rike der Ruf ryet eller omdømmet

Georg Friedrich Händel, Johan Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Richard Wagner und Johannes Brahms in der Musik; Gottfried E. Lessing, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Novalis, Rainer Maria Rilke, Herrmann Hesse und Thomas Mann in der Literatur; Jakob Böhme, Gottfried Wilhelm Leibniz, Immanuel Kant, Friedrich Hegel, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Schelling, Friedrich Nietzsche und Theodor Adorno in der Philosophie; Dürer, Holbein, Grünewald, Friedrich, Jawlensky, Nolde, Klee, Kirchner und Beckmann in der Malerei;

haben Deutschland als Kulturnation geprägt. In allen Kunstgattungen spielen aber auch heute noch deutsche Künstler eine wichtige Rolle. Auch viele junge deutsche Künstler mit Migrationshintergrund nutzen Musik, Kunst und Literatur, um sich kreativ auszudrucken. In Deutschland gibt es über 300 Theater, 130 Berufsorchester und etwa 80 Opernhäuser – fast so viele wie im gesamten Rest der Welt. Zusätzlich dazu finden wir 630 Kunstmuseen mit international bekannten Sammlungen. Die Kunstszene ist also sehr groß. Mit dieser Vielfalt an Kultureinrichtungen ist Deutschland weltweit an der Spitze, und sie trägt dazu bei, dass sich die deutsche Kultur immer weiterentwickelt. 254

Weiter geht’s


Worum geht’s?

Bild von Jorinde Voigt (geb. 1977).

Richtig oder falsch? 1) Es gibt eine typisch deutsche Kultur. 2) Deutschland ist weltweit kulturell an der Spitze. 3) Die deutsche Geschichte ist ein Grund, warum die Kulturszene so vielfältig ist. 4) Thomas Mann war ein bedeutender Komponist. 5) Die Zahl der Opernhäuser in Deutschland ist fast so groß wie die in der ganzen Welt. 6) In den deutschen Kunstmuseen gibt es international bekannte Sammlungen.

Schreib mal was! Überlege dir eine Frage zu jeder der aufgelisteten Zahlen: 1871, 1990, 630, 300, 80, 130

Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

Junge, deutsche Künstler In der deutschen Kunstszene gibt es viele spannende Künstler. Eine von ihnen ist Jorinde Voigt, die ein Atelier in der Nähe vom Hackeschen Markt in Berlin-Mitte hat. Sie ist 1977 in Frankfurt am Main geboren und ist ein aufsteigender Stern am deutschen Kunsthimmel. Sie hat schon viele internationale Ausstellungen gehabt und ist für ihre Zeichnungen bekannt. Als Jorinde Voigt neun Jahre alt war, begann sie Cello zu spielen, lernte Noten lesen und entwickelte sich zu einer begabten jungen Musikerin. 1996 ging sie nach Göttingen, um dort Literatur und Philosophie zu studieren. Um die Themen besser zu verstehen, zeichnete sie sich Diagramme, um Worte in Gedankenbilder zu verwandeln. Das hat sie weiter inspiriert, und LEKTION 13

Kunst und Kultur

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heute besteht ihre Kunst aus Worten und Zeichnungen. Nach einiger Zeit in Göttingen stellte Voigt eine Mappe ihrer philosophischen Gedankenbilder zusammen und bewarb sich an der Berliner Universität der Künste. Sie bekam sofort einen Studienplatz. Heute arbeitet Voigt mit Zeichnungen, Schriften, Malerei und Installationen, und sie ist Professorin für konzeptuelle Zeichnung und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Andere bekannte deutsche Künstler sind unter anderem Katinka Bock und Anna Witt. Katinka Bock ist 1976 in Frankfurt am Main geboren und macht Skulpturen und Installationen. Sie arbeitet in Paris und Berlin und hat viele bedeutungsvolle Ausstellungen gehabt. Anna Witt ist als Performance- und Videokünstlerin bekannt geworden. Sie wurde 1981 in Wasserburg am Inn in Deutschland geboren, heute lebt und arbeitet sie in Wien. Anna Witts Kunst ist oft politisch und gesellschaftskritisch. Sie zeigt Situationen, die zwischenmenschliche Beziehungen und Machtverhältnisse reflektieren. Zentrale Fragen für Witt sind: Wie werden wir, wer wir sind? Was tun wir, woran glauben wir, wofür kämpfen wir? Und wie hängt das alles mit gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bedingungen zusammen? Andere junge, deutsche Künstler sind Peter Wächtler, Julius von Bismarck, Hannah Weinberger, Anahita Razmi, Michael Wutz, Lena Henke und Kristina Buch. Für viele Menschen bedeutet Kunst, sich frei äußern und sich persönlich entwickeln zu können. Was bedeutet Kunst für dich und dein Leben? Worum geht’s? Richtig oder falsch? 1) Eine der Künstlerinnen ist aus Österreich. 2) Eine Künstlerin wohnt heute in Wien. 3) Jorinde Voigt spielt ein Musikinstrument. 4) Anna Witt findet unsere Gesellschaft kritikwürdig. 5) Katinka Bock malt und hat viele Ausstellungen mit ihren Malereien gehabt. 6) Alle Künstlerinnen sind in Frankfurt am Main geboren. Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 343.

Internetaufgabe Wähle einen der Künstler aus dem Text und finde 5–10 Fakten über ihn aus. Benutze dabei Illustrationen, die die Kunst zeigen.

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Weiter geht’s


Malerei von Leon Löwentraut (geb. 1998) mit der Friedenstaube links im Bild.

Leon Löwentraut, „Ich brenne für die Kunst“ Leon Löwentraut wurde am 15.02.1998 in Kaiserslautern geboren und lebt heute in Düsseldorf. Seitdem er vier Jahre alt ist, liebt er die Kunst. Er hat schon sehr früh angefangen, mit seiner Mutter zu malen, und wollte immer seine Gedanken und Gefühle auf die Leinwand bringen. Am liebsten malt Leon nachts, und dabei hört er klassische Musik. Er malt solange, bis das Bild fertig ist. Heute gilt Leon Löwentraut als Geheimtipp in der Kunstszene. Seine Kunst wird als „expressiv-abstrakt“ bezeichnet, und er möchte, dass die Leute, die seine Kunst betrachten, sich ihre eigenen Gedanken machen. Seit fünf Jahren hat er große Solo-Ausstellungen, zum Beispiel in Düsseldorf, New York, Paris und Florenz. 2017 wurde Leon als einziger Künstler auserwählt, die 17 Ziele der UN und der Weltgemeinschaft

LEKTION 13

Kunst und Kultur

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künstlerisch umzusetzen. Diese Kunstwerke, die Unikate sind, wurden 2018 in der Unesco-Hauptzentrale in Paris präsentiert. Von jedem der #art4GlobalGoals Kunstwerke hat Löwentraut eine Grafik mit einer Auflage von 50 Blättern erstellt. Diese Grafiken werden verkauft, und aus dem Erlös spendet Leon Löwentraut ungefähr 680 000 Euro für eine Schule im Slumgebiet Barraka in Dakar, Senegal. Auch hier kann man sehen, wie er sich für die Armut der Menschen auf der Welt einsetzt und Taten folgen lässt. Leon Löwentraut hat kein Abitur und keine Kunsthochschule besucht, hat es aber trotzdem geschafft, sich in der Kunstszene zu behaupten und sich international einen Namen zu machen. In letzter Zeit malt er nicht nur, sondern arbeitet auch an Skulpturen. Seine erste Bronzeskulptur heißt „Edith“ und ist ein Andenken an seine verstorbene Großmutter. Leon Löwentraut hat zwei Idole und Vorbilder, nämlich Pablo Picasso und Jean Michel Basquiat. Frei nach leonloewentraut.de

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

Wann und wo ist Leon Löwentraut geboren? Was erfährst du über seine Ausbildung? Wann malt er gern? Was hatte er mit der UN zu tun? Wer war Edith? Welche Rolle hat seine Mutter für sein Kunstinteresse gespielt? 7) Welche Musik hört er gern, wenn er malt? 8) In welchen Städten stellt er aus? 9) Was bedeutet das Wort Unikat? 10) Wofür hat Leon Geld gespendet, und woher kam das Geld?

Internetaufgabe Besuche die Homepage von Leon Löwentraut https://leonloewentraut.de und wähle eines seiner Bilder aus. Schreibe einen kreativen Text passend zum Bild.

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Weiter geht’s


Schreib mal was! Kreatives Schreiben nach Bildern Wähle bitte ein Bild aus Weiter geht’s und schreibe einen kreativen Text dazu. Diese Fragen können dir beim Schreiben helfen: Personen: Wer ist abgebildet? Wo? Welche Situation ist dargestellt? Warum ist die Person in dieser Situation abgebildet? Wie geht es ihr/ihm? Warum? Was ist vorher passiert? Tiere: Aus Sicht des Tieres schreiben: Wo lebt es? Wem gehört es? Wie sieht es die Menschen? Wie lebt es sich als Tier? Gegenstände: Wo könnten die Gegenstände herkommen? Welche Rolle spielen sie? Sind sie für jemanden wichtig? Wann? Wo? Warum?

Graffiti – Kunst oder Vandalismus? Ist Graffiti Kunst und verschönert es die grauen Häuserwände oder machen die Graffitisprayer die Gebäude kaputt? Auf diese Fragen gibt es viele Antworten. Einige meinen, dass Graffitis die Städte schöner machen, während andere die bunten, oft politischen Motive hassen. Der Mellowpark im Osten Berlins ist ein Treffpunkt für Jugendliche, die sich für Musik, BMX und Skaten interessieren. Hier sind sich die Leute einig: Graffiti ist Kunst und gehört zum Stadtbild. Was meinst du? In Deutschland wurde ein spezielles Graffiti-Gesetz erlassen § 303 StGB, dessen Hauptpunkte sind: 1.

„Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

2.

„Der Versuch ist strafbar.“

LEKTION 13

Kunst und Kultur

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Sag mal was! Vokabeln – Grafitti ritzen å risse inn med en skarp gjenstand / å risse inn med ein skarp gjenstand kritzeln å klusse, rable, tegne / teikne die Sprühdose / die Spraydose sprayboksen das Utensil gjenstanden, verktøyet die Schmiererei griseriet, smørjen / smørja der Sprüher / der Sprayer den som sprayer, sprayeren / den som sprayar, sprayaren die Sprühtechnik sprayteknikken

Arbeitet zu zweit und wählt eine der drei Situationen: a) An deiner Hauswand ist in der letzten Nacht ein großes, farbiges „Piece“ aufgetaucht. Diskutiere, ob es bleiben soll oder ob man es entfernen muss. Person 1 ist ein Mieter (und will das Graffiti behalten). Person 2 ist der Hausmeister (und will das Graffiti entfernen). Präsentiert das Rollenspiel in der Klasse. b) Auf deinem Schulhof ist eine Wand frei: Soll man einen Graffiti-Künstler einladen, um sie zu bemalen, oder soll sie weiß bleiben? Person 1 ist ein Schüler. Person 2 ist der Schulleiter. Präsentiert das Rollenspiel in der Klasse. c) Diskutiert: Sollte man in deiner Stadt mehr Flächen für Graffiti-Sprüher bereitstellen? Person 1 ist ein Sprayer. Person 2 ist der Bürgermeister. Präsentiert das Rollenspiel in der Klasse.

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Sag mal was! Fotos im Unterricht 1) Die Klasse betrachtet zwei Minuten lang gemeinsam ein Foto. Dann wird das Foto im Plenum beschrieben. Einige zentrale Wörter kommen an die Tafel. Die genaue Beschreibung des Bildes sollte mithilfe dieser Ausdrücke erfolgen: rechts, links, in der Mitte, oben, unten, im Vordergrund, im Hintergrund … 2) Nach einer ausführlichen Bildbeschreibung setzen sich die Schüler in Zweiergruppen zusammen und jede Gruppe sucht – mündlich oder schriftlich – Antworten auf die folgenden Fragen: – – – – –

Was zeigt das Foto? Was ist vor der Aufnahme passiert? Was wird vielleicht später geschehen? Wäre diese Aufnahme vor 10 Jahren / 100 Jahren möglich gewesen? Was denken die Personen auf dem Foto?

Benutze gern Wörter wie: Vielleicht …, Wahrscheinlich …, Es sieht so aus, als ob …, Ich habe den Eindruck, dass …, Ich finde, dass …

Zeichne mal was! Das Fenster Das Fenster ist geöffnet. Auf dem Fensterbrett steht rechts ein Foto, und links steht eine kleine Blume in einem Topf. Wenn draußen kein Nebel wäre, könntest du Folgendes sehen: Im Hintergrund liegt links ein grüner Tannenwald, rechts ein kleines Dorf mit einer Kirche. Im Vordergrund stehen zwei rote Häuser, links ein kleines, rechts davon ein großes. Vor dem kleinen Haus ist ein schwarzes Auto geparkt. Vor dem großen Haus sitzt eine Frau in einem Stuhl. Sie liest eine Zeitung oder ein Buch. Beim großen Haus beginnt einen Weg, der dann nach rechts hinten führt. Auf dem Weg fährt ein Radfahrer. Es ist mein Freund, der mich besuchen will. Er winkt, und ich kann sehen, dass er hinten auf dem Gepäckträger ein Geschenk hat. Vor meinem Fenster fliegt ein kleiner Vogel vorbei.

LEKTION 13

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Aus der deutschen Kunstgeschichte

Zwei Bilder im expressionistischen Stil von Gabriele Münter (1877–1962). Entstanden um 1909.

Vokabeln der Vertreter her: representanten die Sehnsucht lengselen / lengten die Zeichnung tegningen / teikninga die Kluft kløften / kløfta die Gesellschaft samfunnet gesellschaftskritisch samfunnskritisk entartete Kunst degenerert kunst sich niederlassen å slå seg ned unberührt uberørt sogenannt såkalt / såkalla die Form formen / forma die Linie linjen / linja geschwungen buet / bogen im Gegensatz zu i motsetning til dauern å vare, vedvare / å vare (ved) der Architekt arkitekten der Gründer grunnleggeren / grunnleggjaren während + Genitiv imens vor allem fremfor alt / framfor alt die Tätigkeit arbeidet, aktiviteten geheim hemmelig / hemmeleg jetzt nå / no etablieren å etablere hinzu i tillegg til das Beispiel eksempelet anerkannt anerkjent 262

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In Deutschland gab es im Laufe der Geschichte eine große Zahl bedeutender Künstler. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstand die Romantik. Ein bekannter Vertreter dieser Kunstepoche war zum Beispiel Caspar David Friedrich. Die Natur und die Sehnsucht nach dem Wilden und Unberührten war für ihn und die Romantiker wichtig. Der norwegische Nationalromantiker Johan Christian Dahl (1788–1857) war beeinflusst von der sogenannten Dresdner Schule, während die zwei jüngeren Maler der Romantik, Adolph Tidemand (1814–1876) und Hans Gude (1825–1903), von der Düsseldorfer Schule inspiriert worden waren. Tidemand und Gude haben zusammen eines der berühmtesten Gemälde der norwegischen Romantik gemalt, genannt die „Brautfahrt in Hardanger“. Später kam der Jugendstil mit einer geschwungenen Formsprache. Jetzt standen einfache, elegante Linien im Zentrum, oft in Form von grafischen Zeichnungen in Schwarz-Weiß. Gustav Klimt war ein bekannter Vertreter des Jugendstils. Mit dem Expressionismus begann ein Kampf, die Kunst zu erneuern. Der Künstler und seine Funktion in der Gesellschaft waren zentrale Themen. Statt nur für die Reichen und für Galerien Kunst zu produzieren, wollten die Künstler jetzt „auf die Straße“ gehen, z. B. mit Plakaten oder Zeitungsillustrationen. Die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“ stellt einen Höhepunkt des deutschen Expressionismus dar. Sie befand sich in Dresden und in Berlin. Bekannte Namen in dieser Gruppe waren u. a. Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff. Für diese Künstler spielte der norwegische Künstler Edvard Munch (1863–1944) eine bedeutende Rolle. Die „Brücke“-Künstler wollten die Kluft zwischen der Kunst und den Menschen kleiner machen und den Künstler aus seiner Isolation in der Gesellschaft befreien. Der in Russland geborene Maler Wassily Kandinsky gründete 1911 in München die expressionistische Künstlergruppe „Der blaue Reiter“. Zu diesem Kreis gehörten Künstler wie Franz Marc, Gabriele Münter, August Macke, Paul Klee und Arnold Schönberg. Im Gegensatz zu den „Brücke“Künstlern wollte diese Künstlergruppe die Grenzen der Kunst erweitern. Franz Marc wurde für seine metaphysische Tiersymbolik bekannt, August Macke für seine Farbfantasien, Paul Klee arbeitete an einer märchenhaften Zauberwelt, und Kandinsky wurde berühmt für seine mathematisch-musikalischen Abstraktionen. Zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in den Jahren 1919 bis 1933 gab es in Deutschland eine sehr wichtige Schule für Architektur und Kunst. Diese Schule wurde Bauhaus genannt, und der Gründer war Walter Gropius. Er war Architekt, und seine Kunstrichtung nannte sich Funktionalismus. Die experimentelle Bauhaus-Schule war politisch radikal und gesellschaftskritisch und wurde 1933 von den Nazis verboten. Während der Nazizeit von 1933 bis 1945 wurde Kunst, die von den Nazis nicht anerkannt oder gemocht wurde, als „entartete“ Kunst bezeichnet und verboten. Die Nazis akzeptierten nur die Kunst, die der Ideologie


der Nazis diente. Zum Beispiel wurden die Expressionisten während der Nazizeit verboten. Die Künstlerin Käthe Kollwitz ist ein Beispiel für eine Künstlerin, deren Kunst als „entartet“ galt. Welche Kunst wurde von Hitler und den Nazis besonders bevorzugt? Es handelte sich hier vor allem um Architektur und Bildhauerkunst. Vor allem große Gebäude und Statuen, die das Regime und die arische Rasse verherrlichten, hatten Bedeutung. Nach dem Zweiten Weltkrieg dauerte es einige Zeit, bevor sich eine neue deutsche Künstlergeneration etablieren konnte. Die wichtigsten deutschen Künstler aus den 1920er- und 1930er-Jahren hatten ihre Tätigkeiten entweder aufgeben müssen, arbeiteten geheim oder produzierten im Ausland. Hinzu kam die Teilung Deutschlands in BRD und DDR. In der DDR wollten die Kunstbehörden eine eigene und spezielle DDR-Kunst entstehen lassen, den sogenannten sozialistischen Realismus, und in der BRD folgten die Künstler dem internationalen Kunstverständnis. Jetzt gab es die Moderne mit dem Neo-Realismus, der Pop-Art, dem Minimalismus, der Computerkunst und den Installationen. Heute ist Berlin wieder ein Zentrum der deutschen Kunstszene, und auch viele Norweger lassen sich hier nieder.

Winterbild von dem schweizerisch-deutschen Maler Paul Klee (1879–1940), entstanden um 1930. Klee ist ein wichtiger Vertreter der „klassischen Moderne“ des 20. Jahrhunderts.

Sag mal was! Wähle einen der Künstler aus dem Text „Aus der deutschen Kunstgeschichte“ und finde mehr über ihn/sie heraus. Mache eine kurze Präsentation.

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Kunst und Kultur

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Schreib mal was! Gustav Klimt: Die goldene Frau Führe mit der Frau im goldenen Kleid ein Interview mithilfe der folgenden Fragen und schreibe die passenden Antworten auf.

„Die goldene Frau“ von Gustav Klimt.

1) Wie heißen Sie, und wie alt sind Sie? Was können Sie mir über Ihre Familie erzählen? 2) Es ist das Jahr 1886: Wie war Ihr Tag heute? Was haben Sie gemacht? 3) Warum hat Gustav Klimt dieses Bild von Ihnen gemalt? Was wollen Sie damit? 4) Was halten Sie von Gustav Klimt als Maler? Was wissen Sie über ihn? 5) Sie sehen auf dem Bild so nachdenklich aus: Woran denken Sie? 6) Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Caspar David Friedrich Der Künstler Caspar David Friedrich (1774–1840) war einer der bedeutendsten Maler der deutschen Romantik. Seine Werke sind häufig Natur- und Landschaftsdarstellungen. Die Natur besitzt darin oft einen verklärten romantischen Charakter. Das Gemälde „Die Lebensstufen“ von Friedrich entstand 1834 und befindet sich heute in Leipzig in dem Museum der bildenden Künste.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

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Zu welcher Kunstepoche gehörte Caspar David Friedrich? Was war „Die Brücke“? Welche Gruppe hat Kandinsky gegründet? Was war das Bauhaus? Welche Kunst wurde von Hitler und den Nazis toleriert? Was war „entartete“ Kunst?


„Die Lebensstufen“, allegorische Malerei von Caspar David Friedrich. „Die Lebensstufen“ ist eines der berühmtesten Bilder der deutschen Romantik.

Schreib mal was! Beschreibe das Bild „Die Lebensstufen“. Bevor du einen Text über das Gemälde schreibst, studiere das Folgende: Tipps für eine Bildbeschreibung Schau das Bild eine Weile an. Notiere einige Stichworte: a) Worum geht es? (Porträt, Landschaftsbild …) b) Stimmung (froh, düster, ruhig (in sich ruhend), dramatisch, geprägt von Gefühlen …) c) Welche Dinge fallen auf? (Gebäude, Personen, Natur …) d) Wo ist das Bildzentrum? e) Welche Farben fallen auf? f) Welche Stilmittel sind zu erkennen? (Kontraste, Spiegelungen, Maltechnik …) g) Was drückt das Bild aus? h) Wie wirkt das Bild auf den Betrachter? Zum Schluss: Eine Bildbeschreibung schreibt man im Präsens. Benutze Wörter wie: es scheint, es könnte, ich glaube, es wirkt wie, als ob … Die verwendeten Farben müssen genau beschrieben werden, wie feuerrot, ein sanftes Blau, giftiges Grün, pastellgelb, tiefschwarz, blendend weiß … LEKTION 13

Kunst und Kultur

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Malerei von Friedensreich Hundertwasser. „Das verrückte Haus“. Hundertwasser war ein Gegner der geraden Linie.

15 Fakten über Friedensreich Hundertwasser 1) Friedensreich Hundertwasser wurde am 15.12.1928 in Wien als Friedrich Stowasser geboren. 2) Er war das einzige Kind seiner Eltern Elsa und Ernst. 3) Hundertwasser verlor seinen Vater, als er nur ein Jahr alt war. 4) In der Montessorischule in Wien merkten die Lehrer schnell, dass der Junge ein großes Talent hatte. 5) Er zeichnete und malte viel und benutzte ungewöhnliche Form- und Farbkombinationen. 6) In seiner Kunst mochte er keine geraden Linien. 7) Nach dem Gymnasium besuchte Hundertwasser für drei Monate die Akademie für Bildende Künste in Wien. 8) Nach Abbruch seines Studiums 1949 reiste er zum ersten Mal in seinem

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Leben nach Italien. Dort lernte er Réne Bro kennen, der ein französischer Künstler war. Er folgte ihm 1950 nach Paris. 9) Hundertwasser lebte und arbeitete auch zeitweise in Marokko, Tunesien und auf Sizilien. 10) Er konnte viele Sprachen: Neben Englisch, Französisch und Italienisch konnte er auch etwas Japanisch, Russisch, Arabisch und Tschechisch. 11) Außer für Malerei interessierte er sich noch für Architektur und Umweltschutz. Gerade für Letzteres setzte er sich immer wieder in Reden und mit Aktionen ein. 12) 1967 kaufte er ein Segelboot, das er „Regentag“ nannte. Das Boot benutzte er für viele Reisen, und ab und zu wohnte er für längere Zeit auf dem Boot. 13) In seinem Leben war er zweimal verheiratet, die Ehen hielten aber jeweils nur ein paar Jahre. 14) Am 19. Februar 2000 starb Hundertwasser an Herzversagen an Bord des Passagierschiffs „Queen Elizabeth 2“. Er befand sich gerade auf der Rückreise von Neuseeland nach Europa. 15) Hundertwasser wurde im „Garten der glücklichen Toten“ auf seinem Grundstück in Neuseeland beerdigt.

Worum geht’s? Welches Wort fehlt? 1) Friedensreich Hundertwasser wurde in geboren. 2) Seine Mutter hieß   . 3) Hundertwasser hatte    Geschwister. 4) Er studierte    Monate an der Akademie für Bildende Künste. 5) Nach Abbruch seines Studiums führte ihn eine Reise nach   . 6) Mit dem französischen Künstler Réne Bro reiste er nach   . 7) In seiner Malerei lehnte er gerade      . 8) Außer der Malerei interessierten ihn Umweltschutz und   . 9) Sein Boot hieß   . 10) Er wurde mit    Jahren im   „   der glücklichen Toten“ beerdigt.

Sag mal was! Wähle eines der Werke Hundertwassers und beschreibe es.

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Landeskunde/Literatur Vokabeln unverzichtbar uunnværlig / uunnverleg der Hersteller produsenten die Nebenwirkung bivirkningen / biverknaden weltweit over hele verden / over heile verda sicherer sikrere / sikrare die Druckerpresse trykkpressen / trykkpressa die Straßenbahn trikken der Erfolg suksessen lichtdurchlässig transparent, gjennomskinnelig / gjennomskinleg

Schreib mal was! Welche dieser Erfindungen gefällt dir am besten? Warum? Schreibe einen informativen Text über deine Erfindung. Stell dir vor, dass der Text auf Wikipedia erscheint.

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Deutsche Erfindungen Es gibt sehr viele deutsche Erfindungen, die im Alltag unverzichtbar geworden sind. Hier werden einige von ihnen vorgestellt. Könntest du ohne diese Dinge leben? Du könntest vielleicht sehr gut ohne ein Paar Schuhe von Adidas leben, aber cool sind sie. Adidas ist der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Adidas ist nach dem Gründer Adolf (Adi) Dassler benannt. Er hat in den 1920er-Jahren in einer kleinen Stadt bei Nürnberg angefangen, Schuhe herzustellen. Sein Bruder Rudolf Dassler half ihm dabei, gründete aber später die Konkurrenzfirma Puma. Hast du Kopfschmerzen? Dann hilft Aspirin. Die Firma Bayer entwickelte im Jahr 1897 das erste Schmerzmittel ohne viele Nebenwirkungen. Aspirin ist weltweit ein sehr beliebtes Medikament gegen Schmerzen und Fieber. Weltweit werden jährlich 50 000 Tonnen Aspirin produziert, 12 000 davon von Bayer. Wer kann sich eine Welt ohne Autos vorstellen? 1886 erfanden Karl Benz und Gottlieb Daimler ein Dreirad mit Motor. Sicherer fahren mit dem Airbag. Im Jahr 1981 konnte man den Airbag nur in der Mercedes-Benz S-Klasse finden. Jetzt ist er aus Autos nicht mehr wegzudenken und hat schon viele Leben gerettet. Johannes Gutenberg war ein deutsches Handwerkstalent. Im Jahre 1450 hat er den Buchdruck erfunden. Seine Erfindung war eine Druckerpresse mit beweglichen Buchstaben. Diese Druckerpresse machte das Drucken von Texten einfacher und billiger, und viele Leute konnten jetzt Bücher und Zeitschriften lesen. Kontaktlinsen wurden im Jahr 1887 von Adolf Eugen Fick erfunden. Er probierte die Linsen erst bei Tieren und produzierte sie später für Menschen. Diese Linsen waren aus braunem Glas und hatten einen Umfang von 18–21 Millimetern. Heinrich Engelhard Steinweg baute sein erstes Klavier im Jahr 1835. Ein Jahr später baute er in seiner Küche den ersten Flügel. 1851 wanderte Steinweg nach Amerika aus, wo er in New York zusammen mit vier seiner Söhne seine eigene Klavierfabrik gründete: Steinway & Sons. Hast du schon mal ein Konzerthaus besucht? Der knapp drei Meter lange Konzertflügel „Model D“ ist heute weltweit in 95 Prozent aller Konzerthäuser zu finden. Werner von Siemens hat 1881 die erste Straßenbahn der Welt in der Nähe von Berlin gebaut. Wenn du es heutzutage teuer findest, mit der Straßenbahn zu fahren, ist das nichts gegen die Preise von damals! Eine Fahrt auf der etwa zwei Kilometer langen Strecke kostete mehr als der Durchschnittsstundenlohn. Viele Jahre lang wurde die Straßenbahn in Deutschland die „Elektrische“ genannt. In vielen Städten sagt man zur Straßenbahn auch „Trambahn“. Eine sehr wichtige Erfindung ist der Kühlschrank. Carl von Linde erfand 1876 den ersten guten und effektiven Kühlschrank, der mit komprimiertem


Ammoniak funktionierte. Die Firma, die er gründete, war ein internationaler Erfolg. Von jetzt an wurden Lebensmittel in Kühlanlagen kalt gehalten. Die Röntgenstrahlen wurden im Jahr 1895 von dem deutschen Physiker Wilhelm Konrad von Röntgen entdeckt. Es war eine neue Form von Strahlung, um Objekte hinter einer lichtundurchlässigen Abschirmung zu fotografieren. Der Physiker fotografierte einen Teil seines eigenen Skeletts. Heute können wir uns ein Krankenhaus ohne Röntgenapparate nicht mehr vorstellen. Du hast ganz bestimmt schon einen warmen Kakao mitten auf der Skipiste getrunken? Die Erfindung des Ingenieurs Reinhold Burger aus dem Jahr 1903 macht das möglich. Er hat nämlich die Thermosflasche erfunden. „Hält alles kalt oder heiß ohne Feuer oder Eis“ war der Werbespruch für die Thermosflasche.

Das deutsche Dichtergenie: Johann Wolfgang von Goethe Der berühmte Dichter wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in einer reichen und angesehenen Familie auf. Mit 16 Jahren fuhr Goethe als Student nach Leipzig. Er wollte dort Jura studieren. Aber das Leben in Leipzig war nicht so, wie es sich der junge Goethe vorgestellt hatte. Nach drei Jahren erkrankte er lebensgefährlich an einem Blutsturz und musste nach Frankfurt in sein Elternhaus zurückgebracht werden. Als er sich nach zwei Jahren wieder erholt hatte, fing er 1770 an, in Straßburg zu studieren, wo er die Pfarrerstochter Friederike Brion kennenlernte. Sie verliebten sich, und im Gedicht „Heidenröslein“ beschreibt Goethe dieses Verhältnis. 1771 hat er aber die Beziehung abgebrochen und Straßburg verlassen, was Friederike tief getroffen hat.

Vokabeln das Genie geniet angesehen ansett / akta, respektert die Pfarrerstochter prestedatteren / prestedottera das Röslein liten rose / lita rose die Heide heden, marka, lyngheia der Bezug tilknytningen / tilknytinga, referansen die Autobiografie selvbiografien / sjølvbiografien die Freude gleden / gleda der Knabe gutten / guten

HEIDENRÖSLEIN Sah ein Knab ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell, es nah zu sehn, Sahs mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: Ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: Ich steche dich, Daß du ewig denkst an mich,

Und ich wills nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden. Und der wilde Knabe brach ’s Röslein auf der Heiden; Röslein wehrte sich und stach, Half ihm doch kein Weh und Ach, Mußt es eben leiden. Röslein, Röslein, Röslein rot, Röslein auf der Heiden.

LEKTION 13

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Vokabeln verlobt forlovet / forlova ablehnen å avvise die Leidenschaft lidenskapen das Ausland utlandet die Haushälterin husholdersken / kvinneleg hushjelp die Geliebte elskerinnen / elskarinna unehelich utenfor ekteskapet / utanfor ekteskapet das Blümchen liten blomst / liten blome der Stern stjernen / stjerna leuchtend lysende / lysande welken å visne gebrochen brukket / broten das Würzlein liten rot / lita rot anregend inspirerende, stimulerende / inspirerande, stimulerande gemeinsam felles, sammen / saman besonders især, særlig / særleg umfangreich omfangsrik die Fassung versjonen der Naturwissenschaftler  naturvitenskapsmannen / naturvitskapsmannen der Entwurf utkastet 270

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1772 traf er Charlotte Buff, die mit einem Freund verlobt war. Er verliebte sich leidenschaftlich in Charlotte. Sie aber heiratete den Verlobten. Goethe war verzweifelt, und 1774 schrieb er in wenigen Monaten den Roman „Die Leiden des jungen Werther“, in dem Lotte (Charlotte) den jungen Werther (Goethe) ablehnt. In diesem Roman gibt es viele autobiografische Bezüge. Das Buch wurde ein „Bestseller“ in ganz Europa, und in kurzer Zeit erschienen mehrere Auflagen. Die Leidenschaft, die Goethe hier beschrieben hat, traf das junge Publikum ins Herz. Es ist eines der Hauptwerke einer wichtigen Epoche der deutschen Literatur, die wir als Sturm und Drang bezeichnen. 1775 wurde Goethe von Herzog Carl August nach Weimar, der Hauptstadt seines Herzogtums Sachsen-Weimar, berufen. Der Herzog hat ihn später auch in den Adelsstand erhoben. Goethe wird den Rest seines Lebens in Weimar verbringen. 1786–88 machte er eine längere Reise nach Italien, wo er wichtige Impulse für seine weiteren Dichtungen und seine wissenschaftliche Arbeit bekam. Das Buch „Italienische Reise“ ist heute immer noch beliebt und sehr lesenswert. Als er nach seiner Rückkehr nach Weimar ein Verhältnis mit der armen Bürgerstochter Christiane Vulpius begann und sie als Haushälterin und Geliebte ins Haus nahm, verlor er viele Freunde. Mit Christiane bekam er ein Jahr später ein uneheliches Kind. Er heiratete sie erst 18 Jahre später. Vier von fünf ihrer Kinder starben, als sie noch klein waren. Das Gedicht „Gefunden“ beschreibt sein Verhältnis zu Christiane.


GEFUNDEN Ich ging im Walde So für mich hin, Und nichts zu suchen, Das war mein Sinn.

Ich grubs mit allen Den Würzlein aus. Zum Garten trug ichs Am hübschen Haus.

Im Schatten sah ich Ein Blümchen stehn, Wie Sterne leuchtend, Wie Äuglein schön.

Und pflanzt es wieder Am stillen Ort; Nun zweigt es immer Und blüht so fort.

Ich wollt es brechen, Da sagt’ es fein: Soll ich zum Welken Gebrochen sein?

In den Jahren nach 1794 entstand eine tiefe Freundschaft zwischen Goethe und dem Dramatiker Friedrich Schiller (1759–1805), die bis zu Schillers frühem Tod andauerte. 1799 zog Schiller nach Weimar. Diese Freundschaft wirkte auf beide anregend, gemeinsam gaben sie eine Zeitschrift heraus, und Schillers Dramen wurden im Weimarer Hoftheater uraufgeführt. Goethe war von 1791 bis 1817 Leiter dieses Theaters. Weimar wurde dadurch zum Zentrum der Kunstund Literaturepoche der Klassik in Deutschland. Mehr als 60 Jahre hat Goethe an „Faust“, seinem berühmtesten Drama, gearbeitet. Ein erster Entwurf, genannt „Urfaust“, erschien 1772. Das Drama ist in zwei Teile gegliedert. Die endliche Fassung von „Faust 1“ erschien 1808. „Faust 2“ wurde erst 1831 fertig, ein halbes Jahr vor seinem Tod. Johann Wolfgang von Goethe ist einer der bekanntesten Dichter der Welt. In allen Genres hat er Großes geleistet, besonders aber auf den Gebieten der Lyrik und des Dramas. Sein literarisches Werk ist sehr umfangreich. Er war auch als Naturwissenschaftler tätig (Optik, Farbenlehre, Anatomie, Botanik, Geologie) – ein Universalgenie. Goethe starb in Weimar 1832, 83 Jahre alt.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Wann und wo ist Goethe geboren? Was hat er studiert? Was für ein Verhältnis hatte er zu Frauen? Wen hat er geheiratet? Was ist ein Universalgenie?

LEKTION 13

Kunst und Kultur

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Sag mal was! Versuche die Gedichte „Heidenröslein“ oder „Gefunden“ zu interpretieren. Benutze die Sprachhilfe zum literarischen Gespräch in Lektion 16 als Unterstützung.

Schreib mal was! Finde mindestens drei weitere Werke von Goethe. Schreibe auf Deutsch eine kurze Inhaltsangabe zu jedem Werk.

„Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe „Faust“ ist ein sehr langes Drama, es besteht aus 12 111 Zeilen. Alle Zeilen sind in gebundener Form gehalten und reimen sich durchgehend. Der hier wiedergegebene Teil des Anfangsmonologs besteht aus 31 Zeilen. Goethe war ursprünglich von der historischen Gestalt des Johannes Faust inspiriert. Er lebte von 1480 bis 1540. Das Gerücht ging um, dass er seine Seele an den Teufel verkauft hatte, um magische Kräfte und Fähigkeiten zu bekommen. Das Faustdrama ist mehrfach ins Norwegische übersetzt worden. Die neuesten Übersetzungen sind von Åse-Marie Nesse (nynorsk) und André Bjerke (riksmål).

Vokabeln das Bemühen bestrebelsen, anstrengelsen / innsatsen, slitet armer Tor arme tufs, tosk schier nesten, nærmest / nærmast das Herz hjertet / hjartet bessern å forbedre / å forbetre der Skrupel den sterke tvilen, samvittighetsnaget / samvitsnaget der Schreiber kopisten, skriveren / skrivaren der Laffe jålebukken, snobben, den svært forfengelige personen / den svært forfengelege personen der Pfaffe presten, klosterbroren, munken bekehren å omvende weder Gut noch Geld hverken gods eller penger / verken gods eller pengar die Ehre æren / æra

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FAUST – ANFANGSMONOLOG NACHT In einem hochgewölbten, engen gotischen Zimmer Faust unruhig auf seinem Sessel am Pulte FAUST: Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor! Heiße Magister, heiße Doktor gar, Und ziehe schon an die zehen Jahr Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum – Und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen.


Zwar bin ich gescheiter als alle die Laffen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel – Dafür ist mir auch alle Freud entrissen, Bilde mich nicht ein, was Rechtes zu wissen, Bilde mich nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren. Auch hab ich weder Gut noch Geld, Noch Ehr und Herrlichkeit der Welt: Es möchte kein Hund so länger leben! Darum hab ich mich der Magie ergeben, Ob mir durch Geistes Kraft und Mund Nicht manch Geheimnis würde kund, Dass ich nicht mehr mit sauerm Schweiß Zu sagen brauche, was ich nicht weiß, Dass ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält, Schau alle Wirkenskraft und Samen Und tu nicht mehr in Worten kramen.

Vokabeln die Herrlichkeit herligheten, prakten, den høye statusen / herlegdommen, prakta, den høge statusen der Geist ånden / ånda das Geheimnis hemmeligheten / løyndommen der Schweiß svetten / sveitten erkennen å erkjenne, forstå zusammenhalten å holde noe sammen / å halde noko saman die Wirkenskraft den virkende kraften, det som virker i verden / den verkande krafta, det som verkar i verda kramen å rote rundt, endevende die Gestalt skikkelsen, figuren durchgehend gjennomgående / gjennomgåande der Teufel djevelen (I Faust blir han kalt Mefistofeles eller Mefisto.) / djewelen (I Faust blir han kalla Mefistofeles eller Mefisto.)

Worum geht’s? Was erfährst du in dem Monolog über Faust? Was hat er studiert, und was macht er beruflich? Er ist mit seinem Leben nicht zufrieden, aber warum ist er unzufrieden? Wo will er jetzt Hilfe suchen, und was hofft er dadurch zu erreichen? Was verstehst du unter Magie?

Schreib was! Versuche, den Monolog als zusammenhängenden Text ins Norwegische zu übersetzen.

Deutschsprachige Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen für Literatur 1919 1929 1946 1966 1972 1999 2004 2009

Carl Spitteler (CH) Thomas Mann (D) Hermann Hesse (CH/D) Nelly Sachs (D) Heinrich Böll (D) Günter Grass (D) Elfriede Jelinek (A) Herta Müller (D) LEKTION 13

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Teste deine Sprache! Weißt du noch, wie die Farben heißen? Bitte kombiniere. 1 rød / raud 2 blå 3 gul 4 grønn / grøn 5 svart 6 brun 7 grå 8 hvit / kvit 9 rosa 10 oransje

a rot b blau c gelb d grün e schwarz f braun g grau h weiß i pink j orange

Bitte ins Deutsche übersetzen. 1) Hva ser du på bildet? / Kva ser du på biletet? 2) Bildet har mange kontraster, for eksempel svart og hvitt./ Biletet har mange kontrastar, til dømes svart og kvit. 3) Den unge kunstneren fra Tyskland bruker sterke farger. / Den unge kunstnaren frå Tyskland bruker sterke fargar. 4) Hva tror du er malerens budskap? / Kva trur du er bodskapet til målaren?

„Fractured Society“. Bild von Leon Löwentraut.

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Sag mal was! Wähle einen/eine der Nobelpreisträger und präsentiere ihn/sie mit 5–10 Fakten und 2–3 Bildern. Nenne auch mindestens zwei seiner/ihrer wichtigsten literarischen Werke.

Wichtige Wörter und Begriffe 13 das Gemälde ein Motiv Auf dem Bild sieht man … Ich sehe … Es befindet sich … in der Mitte links auf der linken Seite rechts auf der rechten Seite im Vordergrund im Hintergrund in der oberen/unteren Hälfte des Bildes daneben davor Was mir besonders auffällt, ist … Ich mag gern … Ich sehe eine Figur …

maleriet / måleriet et motiv / eit motiv På bildet ser man … / På biletet ser ein … Jeg ser … / Eg ser… Det befinner seg … / Det er … i midten til venstre på venstre side til høyre / til høgre på høyre side / på høgre side i forgrunnen / i framgrunnen i bakgrunnen på den øverste/nederste halvdelen av bildet / på den øvste/nedste halvdelen av biletet ved siden av / ved sida av foran / framme Det jeg legger spesielt merke til, er … / Det eg legg spesielt merke til, er … Jeg liker godt … / Eg liker godt … Jeg ser en figur … / Eg ser ein figur …

Selbstbewertung nach Lektion 13: Siehe 345. LEKTION 13

Kunst und Kultur

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LEKTION 14

Grüner leben

SCHWERPUNKTE:

Ökoessen Die Energiewende in Deutschland Die Umwelt Umweltbewusstsein Müll und Mülltrennung

LANDESKUNDE/LITERATUR:

Dr. Hauschka – 100 % Naturkosmetik aus Deutschland Die Nacht im Hotel

GRAMMATIK:

Trennbare Verben (Wiederholung) Du findest Aufgaben zum Thema im Grammatikbuch und auf der Internetseite.


Was fällt dir dazu ein? Wie wichtig ist unsere Umwelt für dich? Was machst du persönlich für eine bessere Umwelt? Könntest du dir vorstellen, mehr für umweltfreundliche Produkte zu bezahlen? Wie denkst du über Mülltrennung?

Ökoessen Vokabeln die Bewegung bevegelsen / rørsla eröffnen å åpne / å opne das Reformhaus helsekostbutikken, butikken for økologiske og vegetariske produkter / butikken for økologiske og vegetariske produkt das Vollkornbrot helkornbrødet / heilkornbrødet die Lebensmittel maten, næringsmidlene / næringsmidla die Aufschrift påskriften, tekst som er trykt på etiketten / påskrifta, teksten som er trykt på etiketten

Wir befinden uns im Jahr 1900. In Deutschland gibt es viele ungesunde Lebensmittel, aber plötzlich passiert etwas, etwas verändert sich. In der Stadt Wuppertal und bald auch in anderen Städten werden Läden eröffnet, die sich „Reformhäuser“ nennen. Dort bekommt man nur gesunde Sachen, zum Beispiel Vollkornbrot und Obstsäfte. Es wird auch kein Fleisch verkauft, man kriegt dafür z. B. vegetarische Würste. Die Reformhausbewegung trat für eine vegetarische Ernährung ein. Über hundert Jahre – so alt ist sie bereits, die „Öko-Bewegung“ in Deutschland! Reformhäuser gibt es auch heute noch, aber sie teilen sich den Markt inzwischen mit vielen anderen Naturkostläden und Biomärkten. Das Geschäft mit den garantiert gesunden Lebensmitteln läuft sehr gut in Deutschland. In vielen Städten gibt es sogar Biosupermärkte. Damit auch wirklich Öko drin ist, wo Öko draufsteht, gibt es Vereinigungen der Biobauern, wie zum Beispiel Demeter oder Bioland. Diese bestimmen, wie die Lebensmittel produziert werden müssen. Dafür bekommen die Produkte dann die Aufschrift Demeter oder Bioland. Dann kann der Kunde / die Kundin darauf vertrauen, dass die Ware wirklich bio ist. Das bekannteste Ökoessen ist vielleicht das Müsli. Viele glauben, dass Müsli aus Deutschland kommt, aber neben Schweizer Schokolade und Fondue ist Müsli eine sehr beliebte Schweizer Spezialität. Auf der ganzen Welt wird heute Müsli zum Frühstück gegessen. In der Schweiz selbst wird Müsli eher als leichte Mahlzeit zum Abendessen als zum Frühstück gegessen.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

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Weiter geht’s

Was passierte in Wuppertal? Was konnte man damals in einem Reformhaus kaufen? Was bestimmen Demeter oder Bioland? Wann isst man normalerweise Müsli? Woher kommt das Müsli?


die Str aße

Ein Gespräch über die Energiewende in Deutschland Weiter geht’s interessiert sich sehr für die sogenannte Energiewende in Deutschland und hat mit Jochen, 18 Jahre alt, aus Bochum gesprochen. Jochen ist Umweltaktivist und möchte später bei einer Umweltorganisation arbeiten.

Vokabeln die Energiewende omstillingen til fornybar energi (i motsetning til fossile brennstoffer) / omstillinga til fornybar energi (i motsetning til fossile brennstoff) der Umweltaktivist miljøaktivisten die Atomkraft atomkraften / atomkrafta der Gegner motstanderen / motstandaren der Ausstieg å gå ut av, avslutte eller droppe

Weiter geht’s: In den letzten Jahren hören wir viel über erneuerbare Energien und die Energiewende, aber was bedeutet eigentlich das Wort Energiewende? Jochen: Energiewende heißt, dass man aus der Atomenergie aussteigt und die Nutzung fossiler Brennstoffe reduziert. Fossile Brennstoffe sind zum Beispiel Öl und Kohle. Weiter geht’s: Warum müssen wir eigentlich den Verbrauch von fossilen Brennstoffen reduzieren? Jochen: Der Vorrat an fossilen Energien reicht nicht für immer, weil wir Menschen täglich sehr viel Energie verbrauchen. Wir wollen immer schnell unterwegs sein, also verwenden wir Erdölprodukte für Autos und Flugzeuge. Wir möchten im warmen Zimmer sitzen, also brauchen wir Kohle, Heizöl und Erdgas für unsere Heizungen. LEKTION 14

Grüner leben

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Vokabeln abschalten å slå av toll (slang) fantastisk, flott, fint (opprinnelig betydning: gal eller sinnssyk) / (slang) fantastisk, flott, fint (opphavleg tyding: galen eller sinnssjuk) die Windkraftanlage vindkraftanlegget der Ausbau utbyggingen / utbygginga lautlos stille, lydløs / lydlaus

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Weiter geht’s

Und wir wollen kochen, Geschirrspüler und Waschmaschinen haben, fernsehen, Musik hören und Computerspiele spielen. Das bedeutet, dass wir sehr viel Energie für unseren Stromverbrauch verwenden. Dazu kommt noch, dass der Verbrauch von fossilen Brennstoffen große Mengen an CO2 (Kohlendioxid) in die Atmosphäre freisetzt. Und CO2 trägt am meisten zum globalen Temperaturanstieg bei. Weiter geht’s: Ja, das stimmt. Erneuerbare Energien sind die Zukunft, sagt man, aber welche Energien gehören denn dazu? Jochen: Du hast bestimmt von Sonnenenergie, Wasserkraft und Windenergie gehört, zusätzlich gibt es auch Biomasse und Biogas. Es ist sehr wichtig, dass man die Energiegewinnung aus Wind, Sonne und Biomasse ausbaut. Weiter geht’s: Wann hat die Energiewende in Deutschland so richtig angefangen? Jochen: In Deutschland haben jahrelang Atomkraftgegner und Umweltaktivisten für den Atomausstieg und die Energiewende gekämpft. Nach der Atomkatastrophe von Fukushima in Japan im Jahr 2011 hat die deutsche Regierung endlich ein Programm zum Atomausstieg gestartet. Kurz nach der Katastrophe in Japan wurden die ersten acht Atomreaktoren sofort abgeschaltet, und bis 2022 sollen alle Atomreaktoren vom Netz gehen. Das ist ein wichtiges Ziel! Weiter geht’s: Ja, das ist ein wichtiges Ziel. Was sind denn die Vorteile erneuerbarer Energien? Jochen: Die Sonne spendet viel Energie und scheint überallhin. Solaranlagen sind lautlos und deshalb sehr gut. Wasserkraft speist Kraftwerke und stellt Strom für unsere Haushalte, Schulen und Firmen her. Windenergie ist auch ein sehr guter Stromlieferant, und man findet immer mehr Windräder in Europa. Erdwärme kann zum Heizen von Häusern und Gebäuden eingesetzt werden und auch zur Stromerzeugung. Biomasse und Biogas finden wir überall, wo viel Holz wächst und wo es viele Nutztiere gibt. Weiter geht’s: Es ist wirklich toll! Sonne, Wasser, Biomasse, Biogas, Wind und Erdwärme gibt es überall, und sie können uns eigentlich nie ausgehen. Wir müssen nur lernen, sie zu nutzen! Jochen: Ja, besonders Windkraftanlagen haben in Deutschland ein großes Potenzial, und seit 2011 wurde der Ausbau der Windenergie in Deutschland mehr als verdoppelt. Toll, nicht wahr? Welter geht’s: Ja, das ist toll! Viel Erfolg bei der Energiewende!


Sag mal was! Was fällt dir noch ein? Notiere, wofür die Menschen fossile Energien verbrauchen, und vergleiche in der Klasse: ■ ■ ■ ■

in der Steinzeit im Mittelalter in den letzten 200 Jahren heute

Worum geht’s? 1) Was bedeutet Energiewende? 2) Welche erneuerbaren Energiequellen gibt es, und welche Vorteile haben sie? 3) Was passierte in Japan im Jahr 2011? 4) Welche Bedeutung bekam dieses Ereignis für Deutschland? 5) Was soll bis 2022 mit den Atomreaktoren passieren? 6) Welche Energiequelle wurde seit 2011 mehr als verdoppelt?

Ein Dorf versorgt sich selbst Über die Energiewende wird in Deutschland viel diskutiert. Einige Experten glauben, dass bis 2050 der gesamte Strom aus erneuerbaren Energien kommen könnte. In einem Dorf in Brandenburg ist das schon jetzt Alltag. Im Dorf Feldheim, nicht weit von Berlin, leben 128 Einwohner. Das Besondere an dem kleinen Ort in Brandenburg ist: Die Bewohner versorgen sich selbst mit Strom, der nur aus erneuerbaren Energien kommt. Die Feldheimer sind sehr stolz auf das, was sie erreicht haben: „Es ist einzigartig, dass alle in so kurzer Zeit an Bord gekommen sind“, sagt die Ortsvorsteherin Petra Richter. Es begann bereits 1995 mit dem Bau von Windkraftanlagen, die nach und nach erweitert wurden. Allein die neueste und größte kann mehr Strom produzieren, als das Dorf braucht. Später entstanden noch eine Biogas- und eine Solaranlage. So kann der Ort den größten Teil der produzierten Energie weiterverkaufen: „Ursprünglich war das Projekt nicht so geplant, wie es heute ist – es wuchs stetig“, sagt Kathleen Thompson, die in der Nähe wohnt und Führungen durch Feldheim anbietet.

Vokabeln sich versorgen å forsørge seg selv / å forsørgje seg sjølv erneuerbare Energien vann-, vind- eller solenergi / vass-, vind- eller solenergi einzigartig enestående / eineståande an Bord kommen her: å bli med på noe / her: å bli med på noko Ortsvorsteher/Ortsvorsteherin en slags borgermester i en liten landsby / ein slags borgarmeister i ein liten landsby etwas erweitern å utvide noe / å utvide noko die Biogasanlage biogassanlegget die Solaranlage solcelleanlegget ursprünglich opprinnelig / opphavleg stetig jevnt / jamt

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das Windrad Vokabeln das Unternehmen firmaet, virksomheten / verksemda etwas finanzieren å finansiere noe / å finansiere noko autonom autonom, selvstendig / autonom, sjølvstendig etwas beziehen her: å få noe / her: å få noko beeindruckt imponert der Klimawandel klimaendringen, det at det blir varmere / klimaendringa, det at det blir varmare Es liegt an den Menschen. Det er opp til menneskene selv. / Det er opp til menneska sjølve. etwas selbst in die Hand nehmen å bestemme noe selv, gjøre det selv / å bestemme noko sjølv, gjere det sjølv sich etwas abschauen å se på noen/noe for å etterligne det / å sjå på nokon/noko for å etterlikne det beziehen å få tak i, hente, referere til, her: få levert

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Weiter geht’s

Obwohl der Ort genug Energie produzierte, um sich selbst mit Energie zu versorgen, gab es bis 2010 ein Problem: Das Energieunternehmen E.ON wollte kein Stromnetz an das Dorf vermieten oder verkaufen. Die Feldheimer bauten daraufhin ein eigenes Netz, das durch die EU und die Dorfbewohner selbst finanziert wurde. Seitdem ist Feldheim energieautonom, wodurch auch die Strompreise um ein Drittel gesunken sind. Aber bisher können nur Hausbesitzer das Ortsnetz nutzen. Mieter müssen ihren Strom laut Gesetz weiter über das allgemeine Netz beziehen. „Doch die Gemeinde hofft, dass sich das irgendwann ändert“, sagt Thompson. Durch die Aufmerksamkeit der Medien ist Feldheim auch zu einem Touristenziel geworden. Etwa 3000 Besucher, die sich für erneuerbare Energien interessieren, kommen pro Jahr hierher. Die australische Umweltaktivistin Lyn Hovey war sehr beeindruckt: „Der Klimawandel ist etwas, das diese Generation lösen muss […]. Es liegt an den Menschen. Und so musst du es selbst in die Hand nehmen und dir woanders abschauen, wie es funktioniert“, sagt sie. Quelle: DW Deutsch lernen. Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.


Worum geht’s? Welche Antwort passt? 1) Feldheim in Brandenburg … a) betreibt verschiedene Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien. b) produziert seit 1995 genug Strom, um den ganzen Ort zu versorgen. c) hatte von Anfang an geplant, das erste energieautonome Dorf Deutschlands zu werden. 2) Was stimmt nicht? a) Feldheim produzierte zwar genug Strom, durfte aber kein Netz von E.ON zur Versorgung nutzen. b) Der Ort konnte mithilfe finanzieller Mittel der EU und aller Bewohner ein Stromnetz von E.ON kaufen. c) Die Dorfbewohner organisierten den Bau eines eigenen Netzes, das nun den Ort mit Energie versorgt. 3) Welche Aussage steht im Text? a) Seit 2010 sind die Stromkosten in Feldheim um ein Drittel gestiegen. b) Feldheim kann alle Hausbesitzer über das Ortsnetz mit Strom versorgen. c) Der Ort könnte bald genug Energie produzieren, um einen Teil weiterzuverkaufen. 4) Welcher Satz ist richtig? Wie die meisten Bewohner hofft Kathleen Thompson, dass … a) sich das Energieversorgungsgesetz bald ändert. b) das Energieversorgungsgesetz ändert sich bald. c) sich bald ändert das Energieversorgungsgesetz. 5) Welcher Satz ist richtig? Die australische Umweltaktivistin Lyn Hovey kam nach Feldheim, …, wie Energieautonomie funktioniert. a) um sich dort abzuschauen b) um dort abzuschauen sich c) sich abzuschauen dort

Internetaufgabe Besuche das Dorf im Internet: http://nef-feldheim.info/ und suche die Antworten auf folgende Fragen: 1) Wie viele Windkraftanlagen stehen im Windpark Feldheim? 2) Wie viele Liter Heizöl sparen die Feldheimer pro Jahr durch die unabhängige Wärmeversorgung?

Schreib mal was! Stell dir vor, dass du Feldheim besuchst. Schreibe ein fiktives Interview mit einem Jugendlichen im Dorf. Suche Informationen im Internet und stelle Fragen wie diese: Wie ist es, als junger Mensch in diesem Dorf zu leben? Wie vorsichtig muss man mit dem Strom- und Wasserverbrauch sein? LEKTION 14

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Sag mal was! Wir üben das Diskutieren: Arbeitet in kleinen Gruppen und diskutiert. Wählt eine der folgenden Aufgaben (oder sucht eure eigenen Themen) und benutzt die Tabellen unten: 1) Wir müssen aufhören, Fleisch zu essen. 2) Plastik sollte überall verboten werden! 3) Ökologische Landwirtschaft ist gut für die Umwelt, besser als die konventionelle Landwirtschaft. Sprachhilfe: Du willst den Sprecher unterbrechen. Was kannst du sagen? Du bist einverstanden.

Du bist nicht einverstanden.

Du bist erstaunt.

Du bist nicht einverstanden.

Du bist erstaunt.

So ein Quatsch! Ich auch! Wirklich? Finden Sie? Ich schon. Ich nicht. Bravo!

Du bist dran. Was kannst du sagen? Du willst das Argument eines Sprechers wiederholen: Du hast gesagt, dass … Sie glauben, dass … Findest du wirklich, dass …?

Du willst auf sein Argument reagieren: Du bist einverstanden. Das kann ich nicht akzeptieren. Ich bin einverstanden. Das glaube ich auch. Da bin ich ganz anderer Meinung. Das ist eine interessante Theorie. Das ist unmöglich! Wie kannst du so was glauben? So was habe ich noch nie gehört. Du hast recht.

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Weiter geht’s


Sprachhilfe: Die Meinung zu einem Thema sagen Ich bin sicher … Ich finde (nicht) … Ich meine … Ich glaube (nicht), dass … Ich bin (nicht) der Meinung, dass … Meiner Meinung nach …

Å mene noe om et tema / Å meine noko om eit tema Jeg er sikker … / Eg er sikker … Jeg synes (ikke) … / Eg synest (ikkje) … Jeg mener … / Eg meiner … Jeg tror (ikke) at … / Eg trur (ikkje) at … Jeg mener (ikke) at … / Eg meiner (ikkje) at … Etter min mening … / Etter mi meining …

Einer Meinung widersprechen

Å motsi en annens mening / Å seie imot meininga til ein annan Det ser jeg annerledes. / Eg ser det annleis. Nei, det stemmer ikke. / Nei, det stemmer ikkje. Det tror jeg ikke. / Det trur eg ikkje. Det er feil.

Das sehe ich anders. Nein, das stimmt nicht. Das glaube ich nicht. Das ist falsch. Nach der Meinung eines anderen fragen Was hältst du von …? Wie gefällt dir …? Gefällt dir …? Nachfragen Entschuldigung, ich habe das nicht verstanden. Kannst du das noch einmal erklären? Wie meinst du das? Ich verstehe nicht, was du damit meinst. Entschuldigung, kannst du bitte langsamer sprechen? Zufriedenheit/Unzufriedenheit äußern Ich bin sehr froh, dass … Ich bin sehr zufrieden mit … Ich habe mich geärgert, dass …

Å spørre om en annens mening / Å spørje om kva ein annan meiner Hva synes du om …? / Kva synest du om …? Hvordan liker du …? Hva synes du om …? / Korleis liker du …? Kva synest du om …? Liker du …? Å be om tydeliggjøring / Å be om tydeleggjering Unnskyld, jeg forstod det ikke. / Unnskyld, eg forstod ikkje. Kan du forklare det en gang til? / Kan du forklare det ein gong til? Hva mener du med det? / Kva meiner du med det? Jeg forstår ikke hva du mener med det. / Eg forstår ikkje kva du meiner med det? Unnskyld, kan du snakke langsommere? / Unnskyld, kan du snakke langsamare? Å uttrykke at man er fornøyd/misfornøyd / Å uttrykkje at ein nøgd/misnøgd Jeg er svært glad for at … / Eg er svært glad for at … Jeg er veldig fornøyd med … / Eg er veldig nøgd med … Jeg har irritert meg over at … / Eg har irritert meg over at …

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Vokabeln die Digitalisierung digitaliseringen / digitaliseringa die Ressourcen (pl.) ressursene / ressursane der Stoff stoffet, råstoffet der Lebenszyklus her: tiden et produkt kan brukes / her: tida eit produkt kan nyttast etwas recyceln å gjenvinne noe / å gjenvinne noko der Elektroschrott gammel, ødelagt elektronikk / gammal, øydelagd elektronikk der Konsument / die Konsumentin den mannlige / den kvinnelige forbrukeren / den mannlege / den kvinnelege forbrukaren die Videokonferenz videokonferansen etwas ersetzen å erstatte noe / å erstatte noko die erneuerbaren Energien den fornybare energien abgebaut utvunnet / utvunne funktionsfähig å gjøre at noe fungerer / å gjere at det fungerer

Wie die Digitalisierung der Umwelt schadet Digitale Produkte gehören heute fast überall zum Alltag. Neue Geräte, Programme und das Internet machen unser tägliches Leben leichter. Doch die Digitalisierung hat auch negative Folgen für die Umwelt. Ein Handy wiegt heute etwa 80 Gramm. Doch in der Herstellung und im späteren Lebenszyklus verbraucht es ungefähr 44 Kilogramm an Ressourcen. In einem einzigen Handy stecken bis zu 60 unterschiedliche Stoffe. Viele davon werden unter lebensgefährlichen Bedingungen abgebaut. Wenn das Handy einmal kaputt ist, wird es meist nicht recycelt, sondern zusammen mit anderem Elektroschrott aus Europa oder den USA nach Afrika oder Asien transportiert. Und die Menge an Elektroschrott steigt schnell, denn die Lebensdauer der Geräte ist kurz. Viele Konsumenten möchten immer den neuesten Computer oder das neueste Smartphone haben. Computer, die heute gebaut werden, verbrauchen eigentlich immer weniger Energie. Aber die Datenzentren, die das Internet funktionsfähig machen, brauchen sehr viel Strom. „Wenn das Internet ein Land wäre, wäre es der fünftgrößte Stromverbraucher der Welt“, sagt der Klima- und Energieexperte Tom Dowdall von Greenpeace International. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, durch neue digitale Technologien Strom und Ressourcen zu sparen. Videokonferenzen können zum Beispiel Reisen ersetzen, Homeoffice die täglichen Fahrten zur Arbeit. Doch um die Digitalisierung wirklich umweltfreundlich zu gestalten, müsste man das gesamte Internet mit erneuerbaren Energien betreiben, sagt Tom Dowdall. Allerdings müssten nicht nur Politik und Unternehmen ihre Einstellung ändern, sondern auch die Konsumenten: weg vom immer neuen Smartphone oder Tablet, hin zu Funktion und Langlebigkeit. Quelle: DW Deutsch lernen. Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.

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Worum geht’s?

Sag mal was!

1) Was stimmt nicht? Elektrogeräte wie Smartphones oder Computer … a) werden meist durch neue Geräte ersetzt, weil sie ein sehr hohes Gewicht haben. b) verbrauchen selbst nicht sehr viel Strom. c) benutzen häufig das Internet und sorgen so für hohen Stromverbrauch. 2) Welche Aussage stimmt? Ein Handy … a) benötigt insgesamt 44 Kilogramm an verschiedenen Ressourcen. b) besteht aus etwa 60 verschiedenen Materialien. c) benötigt insgesamt etwa 60 Kilogramm Ressourcen. 3) Erneuerbare Energien … a) erzeugen viel Elektroschrott. b) sorgen für niedrigeren Stromverbrauch. c) könnten das Internet umweltfreundlicher machen. 4) Wie könnte man den Satz im Passiv formulieren? „Es gibt viele Möglichkeiten, durch neue digitale Technologien Strom und Ressourcen einzusparen.“ Durch neue digitale Technologien … a) … Strom und Ressourcen können eingespart werden. b) … können Strom und Ressourcen eingespart werden. c) … werden Strom und Ressourcen einsparen können. 5) Wie lautet dieser Satz im Passiv? „Man muss das Internet komplett mit erneuerbaren Energien betreiben.“ a) Das Internet wird komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. b) Man wird das Internet komplett mit erneuerbaren Energien betreiben müssen. c) Das Internet muss komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Wie viele digitale Geräte benutzt ihr im Alltag? Wie viele habt ihr zu Hause? Wie oft habt ihr euch schon ein neues Modell gekauft? Würdet ihr auch ein älteres Gerät länger benutzen? Überlegt und diskutiert gemeinsam in der Gruppe.

Die Mitfahrzentrale – eine umweltbewusste Alternative In Deutschland ist die Mitfahrzentrale (MFZ) seit vielen Jahren sehr beliebt. Aber was ist eigentlich eine Mitfahrzentrale? Wie funktioniert sie, und wer benutzt sie? Wie der Name schon sagt, handelt es sich um das Fahren und das Mitfahren. Man kann sich sowohl als Autofahrer als auch als Reisender bei einer Mitfahrzentrale (MFZ) melden, und so entstehen Mitfahrmöglichkeiten. Man unterscheidet zwischen den traditionellen Mitfahrzentralen und den

Vokabeln umweltbewusst miljøbevisst die Mitfahrzentrale sentral som arrangerer og koordinerer samkjøring / sentral som arrangerer og koordinerer samkøyring mitfahren å sitte på, være med / å sitje på, vere med

LEKTION 14

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das Mobiltelefon

Vokabeln umweltfreundlich  miljøvennlig / miljøvennleg die Gelegenheit muligheten / høvet, moglegheita statt i stedet for / i staden for die Autobahn motorveien / motorvegen die Raststätte rasteplassen, spisested langs motorveien / serveringsstad langs motorvegen die Werbung reklamen die Gebühr gebyret der Vorteil fordelen die Versicherung forsikringen / forsikringa der Führerschein førerkortet / førarkortet der Personalausweis identitetskortet das Verkehrsmittel kjøretøyet / køyretøyet die Kosten (pl.) kostnadene das Trampen haikingen / haikinga die Fahrt turen, reisen / reisa teilen å dele die Empfehlung anbefalingen / tilrådinga abmachen å avtale

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Weiter geht’s

Online-Mitfahrzentralen. Die traditionellen und stationären Mitfahrzentralen nehmen normalerweise eine kleine Vermittlungsgebühr. Die Mitfahrzentralen im Internet sind in der Regel kostenlos. Alle können fahren und mitfahren! Hier ist ein Beispiel: Birgit Girke wohnt in Lübeck und möchte am Wochenende ihre Oma in Freiburg besuchen. Sie meldet sich bei der MFZ an und bietet einen oder mehrere Plätze in ihrem Auto für Personen, die auch nach Freiburg reisen möchten. Christin Meyer möchte zufällig am gleichen Wochenende wie Birgit Girke nach Freiburg, und sie nimmt mit der MFZ Kontakt auf, um herauszufinden, ob es eine Mitfahrgelegenheit für sie gibt. So entsteht eine preisgünstige und umweltfreundliche Mitfahrgelegenheit für Christin. Statt zwei Autos fährt nur eins nach Freiburg. Später ruft auch Victor Zimt an und fragt, ob er von einer Autobahnraststätte bei Celle mitfahren kann. Christin und Victor müssen als Mitfahrer eine Vermittlungsgebühr bezahlen. Es gibt Mitfahrzentralen im Internet, die sich durch Werbung finanzieren und keine Gebühren nehmen. Aber die stationären Mitfahrzentralen bieten einen guten Versicherungsschutz und eine höhere Sicherheit aufgrund von Führerschein- und Personalausweiskontrollen, während andere Zentralen keinen großen Wert darauf legen. Das gemeinsame Fahren hat fast nur Vorteile. Die Mitfahrzentrale gibt den Menschen eine einfache und praktische Verbindung von A nach B. Die Mitfahrgelegenheit ist günstiger als alternative öffentliche Verkehrsmittel. Wenn mehrere Leute zusammen fahren, teilt man sich die Kosten.


Außerdem gibt es weniger Autos auf den Straßen, was gut für die Umwelt ist. Es ist auch viel sicherer als das Trampen. Zurück zu Christin und Victor. Sie müssen sich zusammen mit Birgit die Kosten für die Fahrt teilen. Die Mitfahrzentrale gibt den Preis an und behält 30 bis 50 Prozent als Vermittlungsgebühr. Bei Mitfahrzentralen im Internet werden oft nur Preisempfehlungen gegeben. Der Preis wird dann vom Fahrer bekannt gegeben oder vor der Fahrt abgemacht. In diesem Fall sind Christin, Victor und Birgit umweltfreundlich, sozial und preisgünstig von A nach B gekommen. Mitfahren lohnt sich!

Worum geht’s? 1) Wofür steht die Abkürzung MFZ? 2) Wer kann fahren und mitfahren? 3) Wie hoch sind die Kosten? 4) Was bedeutet die MFZ für die Umwelt?

Du bist dran! Scrabble Arbeitet zu zweit. Schüler 1 wählt einen Begriff aus dieser Lektion in Weiter geht’s und schreibt ihn in das unten stehende Raster oder auf ein Papier. Schüler 2 fügt einen weiteren Begriff an. Wer zuerst aufgibt, hat verloren.

Eine kleine Mitfahrgeschichte München–Frankfurt Heute habe ich eine lange Reise vor mir, denn ich werde von meiner Heimatstadt München nach Frankfurt am Main fahren. Die Reise wird etwa fünf Stunden mit dem Auto dauern. Wenn ich den alten VW-Golf und die vier Mitfahrer mit ihrem Gepäck sehe, überlege ich ernsthaft, ob ich diese Mitfahrgelegenheit wirklich nutzen sollte. Es sieht eng und ungemütlich aus! Am besten schlafe ich hinten im Auto, dann spricht mich keiner an, denke ich. Aber so kann man sich irren! Nach nur zehn Minuten bin ich mit den anderen im Gespräch, denn zwei wichtige Dinge habe ich bis dahin herausgefunden: Die vier anderen Leute sind sympathisch, und sie fliegen mit demselben Flugzeug nach Oslo wie ich. Der eine besucht seine Freundin in der norwegischen Hauptstadt, die andere geht wieder an die Uni zurück, der dritte fliegt auf Geschäftsreise, der vierte in den Urlaub. Als wir tanken müssen und an der Tankstelle stehen, sind wir bereits gute Freunde geworden. Mit den schweren und voll gepackten Rucksäcken auf dem Rücken rennen wir später über den Flughafenparkplatz und kriegen den Flieger in letzter Minute. Mitfahren macht Freunde fürs Leben!

Vokabeln das Gepäck bagasjen sich irren å ta feil das Gespräch samtalen die Uni (die Universität) universitetet rennen å løpe, springe, renne av sted / renne av stad der Flughafen flyplassen der Flieger flyet

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Sag mal was! Arbeitet zu zweit und führt ein Interview mit dem Fahrer / der Fahrerin. Stellt unter anderem folgende Fragen: Welche Strecke fährt er/sie? Warum hat er/sie sich bei der Mitfahrzentrale gemeldet? Wie findet er/sie seine Mitfahrer? Warum möchte / möchte nicht er/sie wieder die MFZ benutzen?

Vokabeln konsumieren konsumere, kjøpe Altkleider (meist im Plural) klær som man kaster eller gir bort / klede som ein kastar eller gir bort einen hohen Preis zahlen å betale en høy pris / å betale ein høg pris das Textil (nur Singular) her: klesplagget die Tonne (-n) her: et tonn, 1000 kilo / eit tonn, 1000 kilo die Verschmutzung (-en) forurensningen / forureininga die Chemikalie (-n) kjemikalien das Unternehmen (-) firmaet, bedriften, virksomheten / firmaet, bedrifta, verksemda jemandem Druck machen å legge press på noen / å leggje press på nokon ökologisch økologisk, miljøvennlig / økologisk, miljøvennleg sich verpflichten å love, å forplikte seg til der Schadstoff (-e) det skadelige stoffet / det skadelege stoffet die Substanz (-en) substansen, stoffet etwas ersetzen å erstatte noe / å erstatte noko unumgänglich uomgjengelig, uunngåelig, ikke til å komme utenom / uunngåeleg, ikkje til å komme utanom nachhaltig her: bærekraftig / berekraftig

Mode, die der Umwelt schadet Kaufen, kaufen, kaufen – zu günstigen Preisen. So kann man das Verhalten beim Kleidungskauf beschreiben. Weltweit steigt die Produktion von Kleidung. Für die Umwelt hat das schlimme Folgen. Es muss sich etwas ändern. Heute repariert man eine kaputte Hose oder Jacke oft nicht mehr. Man kauft sie neu. Viele Menschen konsumieren zu schnell und zu viel: Zwischen 2003 und 2018 ist der Verkauf von Kleidung weltweit um das Doppelte gestiegen. Nicht mal ein Jahr behalten wir durchschnittlich ein Kleidungsstück. Unsere Altkleider werden oft in andere Länder, z.B. nach Afrika oder Asien, gebracht. Einige dieser Länder wollen sie mittlerweile jedoch nicht mehr annehmen. Es sind einfach zu viele. Grund dafür sind vor allem die günstigen Preise. Doch der Preis, den die Umwelt zahlt, ist sehr hoch: Die gesamte Textilproduktion verursacht in einem Jahr über eine Milliarde Tonnen CO2 – mehr als alle jährlichen internationalen Flüge und Schifffahrten zusammen. Dazu kommt z.B. die Verschmutzung der Umwelt durch die Verwendung giftiger Chemikalien. Kirsten Brodde von Greenpeace findet, dass man Unternehmen mehr Druck machen sollte, damit sie ökologisch produzieren. Sie berät Firmen, wie sie Kleidung ohne giftige Chemikalien herstellen können. 79 Unternehmen, darunter H&M, Adidas und Aldi, haben sich schon verpflichtet, bis 2020 Schadstoffe bei der Kleiderherstellung durch ungefährliche Substanzen zu ersetzen. Brodde hält es außerdem für unumgänglich, dass die Textilproduktion nachhaltiger wird und Materialien so lange wie möglich wiederverwendet werden. Und auch wir können etwas tun. Brodde sagt: „Eigentlich müsste es so sein, dass wir weniger kaufen und die Sachen, die wir haben, länger tragen. Wir müssen wieder lernen, Dinge zu reparieren.“ Ändert sich nichts, ist die Kleidungsproduktion im Jahr 2050 dreimal so groß wie jetzt. Quelle: DW Deutsch lernen. Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.

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Weiter geht’s


Worum geht’s? Beantwortet die Fragen. Es kann auch mehr als eine Antwort richtig sein. Schreibt immer vollständige Sätze. 1) In welcher Zeitspanne hat sich der weltweite Verkauf von Kleidung verdoppelt? 2) Nenne zwei Gründe für diesen rasanten Anstieg. 3) Wie lange behalten wir im Durchschnitt unsere Kleider? 4) Die alten Kleider, die wir nicht länger haben wollen, werden oft in andre Länder gebracht. Welche? 5) Warum fangen diese Länder jetzt an, unsere Altkleider nicht mehr annehmen zu wollen? 6) In welchen Ländern werden unsere Kleider oft hergestellt? Schaue nach Information an deinen eigenen Kleidern und suche weiter im Internet oder in Büchern. 7) Nenne zwei Gründe, warum die Textilindustrie in diesen Ländern produzieren wollen. 8) Die Textilproduktion kann für diese Länder auch positive Wirkungen haben. Nenne zwei solche positiven Wirkungen.

der Lenker


Vokabeln die Mülltrennung kildesorteringen / kjeldesorteringa der Haushalt husholdningen / hushaldet die Mülltonne søppelbøtta die Verpackung emballasjen die Konservendose hermetikkboksen das Altglas flasker som gjenvinnes / flasker som blir gjenvunne (wieder)verwenden å bruke på nytt, gjenvinne

Vokabeln das Hundefutter hundematen das Altersheim gamlehjemmet / gamleheimen die Praline konfekten der Lockenwickler krøllspennen / krøllspenna das Kreuzworträtsel kryssordet die Kartoffelschale potetskallet / potetskalet die Zeitungsanzeige avisannonsen der Fahrradreifen sykkelhjulet die Rechnung regningen / rekninga der Rasierer barberhøvelen

Deutschland – Das Mutterland der Mülltrennung Nirgends auf der Welt wird der Müll so sorgfältig getrennt wie in Deutschland. In einem deutschen Haushalt findet man meistens vier Mülltonnen: eine gelbe für alte Verpackungen wie zum Beispiel leere Konservendosen, Plastikverpackungen oder Getränkekartons; eine braune für biologische Abfälle; eine blaue für Altpapier (Papier und Pappe) und eine graue für den Restmüll. Altglas wird in Glascontainern gesammelt, und Müll, der Schadstoffe enthält wie Batterien, halb volle Spraydosen oder Farbe, muss auch extra gesammelt werden. In Deutschland ist Müll nicht einfach nur Abfall, den man wegwirft. Müll besteht aus wertvollen Rohstoffen, die man wiederverwenden kann.

Du bist dran! Auf der Suche nach dem Müllbesitzer Auf einem Hinterhof stehen drei Mülltonnen. Wem gehören sie? Wie stellst du dir die Personen hinter den Abfalleimern vor? Hier ist der Inhalt: Mülleimer 1: 1) zwei leere Dosen mit Hundefutter 2) eine leere Flasche Sherry 3) eine Broschüre über Altenheime 4) eine leere Packung Pralinen 5) alte Lockenwickler 6) ein Kreuzworträtselheft 7) Kartoffelschalen 8) eine Fernsehzeitschrift 9) ein leeres Glas Orangenmarmelade 10) eine Taxiquittung Mülleimer 2: 1) ein altes Mascara 2) eine leere Tüte Kartoffelchips light 3) ein Katalog für Kurse an der Universität 4) ein kaputter BH 5) zwei Kinokarten 6) ein Glas Biojoghurt 7) ein paar alte Laufschuhe 8) eine Zeitungsanzeige für eine WG 9) eine alte Frauenzeitschrift 10) ein kaputter Fahrradreifen

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Weiter geht’s


Mülleimer 3: 1) eine leere Packung Vitaminpillen 2) eine Rechnung vom Fitnessstudio 3) eine leere Flasche mit einem Proteingetränk 4) vier Comic-Hefte 5) ein Stapel alte Pizzaverpackungen 6) ein Rasierer 7) eine Werbung für Motorräder 8) zwei leere Verpackungen für Computerspiele 9) ein roter Lippenstift Beantworte die Fragen: 1) Was denkst du, wer in diesen Wohnungen lebt? Beschreibe die Personen und ihr Aussehen anhand ihrer Mülleimer (Beruf, Interessen, Essensvorlieben …). 2) Im Text „Das Mutterland der Mülltrennung“ werden verschiedene Arten von Mülltonnen genannt. Zeichne diese Mülltonnen. Verteile den Müll der drei Personen in die richtigen Mülltonnen.

Du bist dran! Spiel: Mein Schiff ist beladen mit … Arbeitet in Gruppen zu viert oder sechst. Benutze dein Vokabular und Dativ Plural (Dativ flertall er min venn, ender alltid på en n.) Denk daran, dass du die Wörter der anderen erst wiederholen musst, bevor du dein Wort sagst. Alternative: Um es schwieriger zu machen, müssen alle Wörter mit dem gleichen Buchstaben beginnen. A Mein Schiff ist beladen mit Frauen. B Mein Schiff ist beladen mit Frauen und Bananen. C Mein Schiff ist beladen mit Frauen, Bananen und Kindern … oder A Mein Schiff ist beladen mit Onkeln. B Mein Schiff ist beladen mit Onkeln und Orangen. C Mein Schiff ist beladen mit Onkeln, Orangen und Orchideen …

LEKTION 14

Grüner leben

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die Pfanze

der Holztisch

Landeskunde/Literatur Dr. Hauschka – 100 % Naturkosmetik aus Deutschland

Sag mal was! Besuche die Internetseite von Dr. Hauschka https://www.dr.hauschka.com und finde 5–10 Fakten über die Marke heraus.

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Weiter geht’s

Elisabeth Sigmund wurde 1914 in Österreich geboren. Sie begann früh, sich für Kosmetik und Pflanzenheilkunde zu interessieren. In der Zeit während des Ersten Weltkrieges war das sehr ungewöhnlich für eine Frau. Elisabeth Sigmund studierte die Pflanzen und wollte herausfinden, wie sie wirken. Sie eröffnete Mitte der 50er-Jahre ihr erstes Kosmetikstudio, in dem sie auch ihre eigenen Produkte anbot. Elisabeth Sigmund war von ihrer Mutter und Großmutter inspiriert, und sie benutzte schon früh einige Cremerezepte ihrer Großmutter, die heute noch Basis einiger Dr. HauschkaProdukte sind. Die Marke Dr. Hauschka wurde 1967 gegründet, nachdem Dr. Rudolf Hauschka, der Gründer der Firma WALA in Eckwälden (Baden-Württemberg), beschloss, mit Elisabeth Sigmund zusammenzuarbeiten. Die WALA Heilmittel GmbH (kurz: WALA) wurde von Dr. Hauschka im Jahr 1935 gegründet.


Der Name WALA wurde gebildet aus den Initialen des Herstellverfahrens: Wärme – Asche, Licht – Asche. Dieses Verfahren stellte damals ein ganz neues Herstellungsprinzip für Kosmetik und Heilmittel dar. Die ursprüngliche Anregung zur Entwicklung dieser Methode bekam Dr. Hauschka von dem österreichischen Philosophen Rudolf Steiner (1861–1925), dem Begründer der biodynamischen Landwirtschaft (Demeter) und der Waldorfschulen. Die ersten Produkte waren Gesichtswaschcreme und Gesichtswasser, Gesichtsöl und Feuchtigkeitscreme für das Gesicht, die bis heute beliebte Rosencreme, eine Tagescreme und ein Lippenkosmetikum sowie ein Seidenpuder. Die Produkte wurden schnell in Europa bekannt und erfolgreich, und das Sortiment wurde immer weiter verbessert und ausgebaut. Elisabeth Sigmund zog 1969 nach Eckwälden, um dort die Marke und die Produkte noch weiterzuentwickeln. Sie hielt viele Vorträge über die Naturkosmetik. Ab 1971 begann sie, Kosmetikerinnen auszubilden, und heute gibt es in Deutschland etwa 800 Dr. Hauschka-Kosmetikerinnen. Weltweit gibt es mehr als 800 Institute, die diese Produkte verwenden. Neben der klassischen Gesichtsbehandlung gibt es auch Körperbehandlungen, die alle auf der Methode von Elisabeth Sigmund beruhen. 2013 starb Elisabeth Sigmund, 99 Jahre alt.

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5)

Was erfährst du über Elisabeth Sigmund? Wann wurde die Marke Dr. Hauschka gegründet? Wofür steht WALA? Welche waren die ersten Produkte? Was geschah im Jahr 1971?

Vokabeln die Pflanzenheilkunde den plantebaserte medisinen ungewöhnlich uvanlig / uvanleg gerade akkurat während des Krieges under krigen anbieten å tilby das Rezept oppskriften / oppskrifta das Herstellverfahren produksjonsmåten die Wärme varmen die Asche asken / oska das Licht lyset das Gesicht ansiktet die Waschcreme rensekremen / reinsekremen das Öl oljen die Feuchtigkeitscreme fuktighetskremen / fuktkremen beliebt populær die Rosencreme rosekremen das Seidenpuder silkepudderet erfolgreich suksessrik, populær verbessert forbedret / forbetra ausgebaut utvidet / utvida der Vortrag foredraget die Gesichtsbehandlung  ansiktsbehandlingen / ansiktsbehandlinga der Körper kroppen

DIE NACHT IM HOTEL Der Nachtportier strich mit seinen ungepflegten Händen über ein Heft und hob bedauernd die Schultern. „Das ist die einzige Möglichkeit“, sagte er. „So spät werden Sie nirgendwo ein Einzelzimmer bekommen. Sie können natürlich noch in anderen Hotels nachfragen. Aber ich kann Ihnen schon jetzt sagen, dass wir, wenn Sie ergebnislos zurückkommen, Ihnen nicht mehr helfen können. Denn das freie Bett in dem Doppelzimmer, das Sie – ich weiß nicht warum – nicht nehmen wollen, wird dann auch vergeben sein.“ „Gut“, sagte Schwamm, „ich werde das Bett nehmen. Nur möchte ich wissen, mit wem ich das Zimmer teilen muss. Ist mein Partner schon da?“ „Ja, er ist da und schläft.“ „Er schläft“, wiederholte Schwamm, ließ sich die Anmeldeformulare geben, füllte sie aus und reichte sie dem Nachtportier zurück; dann ging er hinauf.

Vokabeln ungepflegt uflidd, ustelt bedauernd beklagelig, med en beklagende gest (ich bedauere – jeg beklager) / beklageleg, med ein beklagande gest (ich bedauere – eg seier meg lei (for) die Schulter skulderen / skuldra nirgendwo ingen steder / ingen stader ergebnislos resultatløs, uten resultat / resultatlaus, utan resultat das Anmeldeformular påmeldingsskjemaet, her: ankomstskjemaet der Nachtportier nattportieren, nattevakten / nattevakta

LEKTION 14

Grüner leben

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Vokabeln die Türklinke dørhåndtaket / dørhandtaket tasten å famle, føle med fingrene / føle med fingrane der Lichtschalter lysbryteren / lysbrytaren erschrocken skremt / skremd stolpern å snuble die Krücke krykken / krykkja gehorchen å adlyde, lystre / å lyde, lystre erreichen å nå der Atemzug pusten, åndedraget / andedraget übrigens for øvrig / elles zögernd nølende / nølande geschäftlich forretningsmessig, som har med forretninger å gjøre / som har med forretningar å gjere der Kerl karen, her: guttungen / karen, her: gutungen seinetwegen på grunn av ham / på grunn av han bleich blek / bleik mimosenhaft sart, overfølsom / overfølsam der Schatten skyggen / skuggen in jeder Hinsicht i ethvert henseende / på alle måtar der Bengel røverungen, den lille røveren / røvarungen, den vesle røvaren die Glasseele sjel av glass, en sart sjel / sjel av glas, ei sart sjel gefährdet i fare, i faresonen / i faresona die Schranke bommen der Frühzug morgentoget, tidligtoget / morgontoget, tidlegtoget

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Weiter geht’s

Nach einigem Suchen fand Schwamm das ihm zugewiesene Zimmer. Er drückte die Türklinke herab, schloss die Tür hinter sich und tastete mit flacher Hand nach dem Lichtschalter. Da stockte er plötzlich. Neben ihm sagte jemand mit einer dunklen, energischen Stimme: „Halt! Bitte machen Sie kein Licht. Sie würden mir einen Gefallen tun, wenn Sie das Zimmer dunkel ließen.“ „Haben Sie auf mich gewartet?“, fragte Schwamm erschrocken. Statt zu antworten, sagte der Fremde: „Stolpern Sie nicht über meine Krücken und seien Sie vorsichtig, dass Sie nicht über meinen Koffer fallen, der ungefähr in der Mitte des Zimmers steht. Ich werde Sie sicher zu Ihrem Bett dirigieren: Gehen Sie drei Schritte an der Wand entlang und dann wenden Sie sich nach links und wenn Sie wiederum drei Schritte getan haben, werden Sie das Bett berühren können.“ Schwamm gehorchte. Er erreichte sein Bett, entkleidete sich und legte sich nieder. Er hörte die Atemzüge des anderen und spürte, dass er vorerst nicht würde einschlafen können. „Übrigens“, sagte er zögernd nach einer Weile, „mein Name ist Schwamm.“ „So“, sagte der andere. „Ja.“ „Sind Sie zu einem Kongress hierhergekommen?“ „Nein. Und Sie?“ „Nein.“ „Geschäftlich?“ „Nein, das kann man nicht sagen.“ „Wahrscheinlich habe ich den merkwürdigsten Grund, den je ein Mensch hatte, um in die Stadt zu fahren“, sagte Schwamm. „Wollen Sie in der Stadt Selbstmord begehen?“, fragte der andere. „Gott bewahre, nein. Ich habe einen Sohn, Herr … (der andere nannte nicht seinen Namen), einen kleinen munteren Kerl und seinetwegen bin ich hierher gefahren.“ „Ist er im Krankenhaus?“ „Wieso denn? Er ist gesund, ein wenig bleich zwar, das mag sein, aber sonst sehr gesund. Nur ist er äußerst sensibel, mimosenhaft, er reagiert bereits, wenn ein Schatten auf ihn fällt.“ „Also ist er noch im Krankenhaus.“ „Nein“, rief Schwamm, „ich sagte schon, dass er gesund ist, in jeder Hinsicht. Aber er ist gefährdet, dieser kleine Bengel hat eine Glasseele und darum ist er bedroht.“ „Warum begeht er nicht Selbstmord?“, fragte der andere. „Aber hören Sie, ein Kind wie er, in solch einem Alter! Nein, mein Junge ist aus folgendem Grunde gefährdet: Jeden Morgen, wenn er zur Schule geht – er geht übrigens immer allein dorthin –, jeden Morgen muss er vor einer Schranke stehen bleiben und warten, bis der Frühzug vorbei ist. Er steht dann da, der kleine Kerl, und winkt, winkt heftig und freundlich und verzweifelt.“ „Ja und?“ „Dann“, sagte Schwamm, „dann geht er in die Schule und wenn er nach Hause kommt, ist er still und traurig und manchmal heult er auch. Er kann seine Schularbeiten nicht machen, er mag nicht spielen und nicht


sprechen. Das geht nun schon seit Monaten so, jeden Tag. Der Junge geht mir kaputt dabei!“ „Was veranlasst ihn denn zu solchem Verhalten?“ „Sehen Sie“, sagte Schwamm, „das ist merkwürdig: Der Junge winkt und – wie er traurig bemerkt – es winkt ihm keiner der Reisenden zurück. Und das nimmt er sich so zu Herzen, dass wir – meine Frau und ich – die größten Befürchtungen haben. Er winkt und keiner winkt zurück; man kann die Reisenden natürlich nicht dazu zwingen und es wäre absurd und lächerlich, eine entsprechende Vorschrift zu erlassen, aber …“ „Und Sie, Herr Schwamm, wollen nun das Elend Ihres Jungen beenden, indem Sie morgen den Frühzug nehmen, um dem Kleinen zu winken?“ „Ja“, sagte Schwamm, „ja.“ „Mich“, sagte der Fremde, „gehen Kinder nichts an. Ich hasse sie und weiche ihnen aus, denn ihretwegen habe ich – wenn man’s genau nimmt – meine Frau verloren. Sie starb bei der ersten Geburt. Sie fahren nach Kurzbach, nicht wahr?“ „Ja.“ „Und Sie haben keine Bedenken bei Ihrem Plan? Offener gesagt: Sie schämen sich nicht, Ihren Jungen zu betrügen? Denn was Sie vorhaben, Sie müssen es zugeben, ist doch ein glatter Betrug.“ Schwamm sagte erregt: „Was erlauben Sie sich, ich bitte Sie, wie kommen Sie dazu!“ Er zog die Decke über den Kopf, lag eine Weile überlegend da und schlief dann ein. Als er am nächsten Morgen aufwachte, stellte er fest, dass er allein im Zimmer war. Er blickte auf die Uhr und erschrak: Bis zum Morgenzug blieben ihm noch fünf Minuten, es war ausgeschlossen, dass er ihn noch erreichte.

Vokabeln die Befürchtung angsten, frykten / frykta die Geburt fødselen die Bedenken (pl.) innvendingen, betenkeligheten / innvendinga, tvilen der Betrug bedrageriet erregt opphisset / opphissa die Decke dyna niedergeschlagen lei seg, trist, nedfor enttäuscht skuffet / skuffa die Faust knyttneven

LEKTION 14

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Weiter geht’s


Am Nachmittag kam er niedergeschlagen und enttäuscht zu Hause an. Sein Junge öffnete ihm die Tür, glücklich, außer sich vor Freude. Er warf sich ihm entgegen und hämmerte mit den Fäusten gegen seine Beine und rief: „Einer hat gewinkt, einer hat ganz lange gewinkt.“ „Mit einer Krücke?“, fragte Schwamm. „Ja, mit einem Stock. Und zuletzt hat er sein Taschentuch an den Stock gebunden und es so lange aus dem Fenster gehalten, bis ich es nicht mehr sehen konnte.“ Von Siegfried Lenz, Jäger des Spotts. Geschichten aus dieser Zeit

Worum geht’s? 1) 2) 3) 4) 5) 6)

Wo spielt die Handlung in diesem Text? Welche Personen kommen vor? Bitte die Personen näher beschreiben. Was passiert in dem Hotelzimmer? Welche Pläne hat der Vater am nächsten Morgen? Wie reagiert der fremde Mann im Zimmer, als er von diesen Plänen erfährt? 7) Warum mag der fremde Mann keine Kinder? 8) Bitte den Sohn von Herrn Schwamm beschreiben. 9) Was geschieht am nächsten Morgen? 10) Wie reagiert der Junge, als der Vater nach Hause kommt? 11) Was hat der Junge an diesem Tag erlebt? 12) Was ist das Thema?

Schreib mal was! Die Nacht im Hotel Wähle eine der folgenden Aufgaben: 1) Erkläre die Situation und das Verhalten des Kindes. Du kannst auf folgende Punkte eingehen: Warum winkt das Kind den Reisenden zu? Warum ist es traurig, dass niemand zurückwinkt? Was bedeutet der Ausdruck „Glasseele“? Erkläre die Situation und das Verhalten des Vaters. Wer ist der fremde Mann? 2) Mache ein fiktives Interview mit dem fremden Mann. Benutze gern die Informationen aus dem Text.

LEKTION 14

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Teste deine Sprache! Setze die passenden Verben ein. anrufen, zuhören, abfahren, umziehen, anhalten 1) Seine neue Freundin   ihn fast jeden Tag   . 2) Die Schüler   ihrem Geschichtslehrer nicht   . 3) Der Schnellzug   um 7.30 Uhr auf Gleis 4   . 4) Familie Wille   nächste Woche in ihre neue Wohnung   . 5) Seit wann   der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr   ? Schreibe die Sätze ins Präteritum anrufen, zuhören, abfahren, umziehen, anhalten 1) Seine neue Freundin   ihn fast jeden Tag   . 2) Die Schüler   ihrem Geschichtslehrer nicht   . 3) Der Schnellzug   um 7.30 Uhr auf Gleis 4   . 4) Familie Wille   vergangene Woche in ihre neue Wohnung   . 5) Seit wann   der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr   ? Schreibe die Sätze ins Präsensperfekt anrufen, zuhören, abfahren, umziehen, anhalten 1) Seine neue Freundin   ihn fast jeden Tag   . 2) Die Schüler   ihrem Geschichtslehrer nicht   . 3) Der Schnellzug   um 7.30  Uhr auf Gleis 4   . 4) Familie Wille   vergangene Woche in ihre neue Wohnung   . 5) Seit wann   der Bus an dieser Haltestelle nicht mehr   ?

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Weiter geht’s


Wichtige Wörter und Begriffe 14 die Umwelt der Umweltschutz der Müll die Mülltrennung die erneuerbaren Energien die Energie die Technologie die Anlage die Elektrizität der Strom die Arten die Energiegewinnung die Windkraft das Windrad am Meer die Wasserkraft die Sonnenenergie die Sonne die Solarzelle die Heizung heizen erhitzen die Biogasanlage die Bioabfälle die Müllverbrennungsanlage

miljøet miljøvernet søppelet kildesorteringen / kjeldesorteringa de fornybare energikildene / dei fornybare energikjeldene energien teknologien anlegget elektrisiteten strømmen / straumen typene / typane energiutvinningen / energiutvinninga vindkraften / vindkrafta vindmøllen / vindmølla havet vannkraften / vasskrafta solenergien sola solcellen / solcella varmen å varme, fyre å varme opp biogassanlegget bioavfallet søppelforbrenningsanlegget

Selbstbewertung nach Lektion 14: Siehe Seite 345. LEKTION 14

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LEKTION 15

Feste feiern

SCHWERPUNKTE:

Das Oktoberfest Karneval in Kรถln Dezember in Deutschland Ostern


Was fällt dir dazu ein? Welche Feiertage gibt es in Norwegen? Was ist deiner Meinung nach der beste Feiertag in Norwegen? Welche typisch deutschen Feste oder Traditionen kennst du? Warum, glaubst du, gibt es mehr Feste und Feierlichkeiten in Deutschland als in Norwegen?

Theos Besuch beim Oktoberfest Es ist Ende September, und Theo Lachmann aus Erfurt besucht seinen Cousin Franz Weigel in München. Es ist das erste Mal, dass Theo das bekannte Oktoberfest erlebt. Er freut sich sehr, aber er weiß nicht genau, was das Oktoberfest eigentlich ist. Franz war oft beim Oktoberfest und erzählt gern darüber. Theo: Es ist ja unglaublich voll hier. Wie viele Leute kommen eigentlich zum Oktoberfest, Franz? Franz: Es ist jedes Jahr das Gleiche, die Stadt ist voll, und überall sind Menschen. Man sagt, dass etwa sechs bis sieben Millionen Leute das Oktoberfest besuchen. 16 Tage, bis zum ersten Sonntag im Oktober, dauert das Fest. Theo: Das ist ja unglaublich. Warum gibt es eigentlich jedes Jahr dieses Fest? Franz: Kronprinz Ludwig von Bayern heiratete Prinzessin Therese im Jahr 1810. In München gab es deshalb ein großes Volksfest. So begann das weltbekannte Oktoberfest. Das Oktoberfest wird nicht im Oktober, sondern im September gefeiert. Theo: Das klingt merkwürdig. Warum nennt man es dann Oktoberfest? Franz: Viele fragen sich, warum das Oktoberfest im September stattfindet. Doch die Erklärung dafür ist recht einfach. Man sagt, dass ein paar Bayern angefangen haben, sich zu notieren, wann es regnet und wann es schneit. So fanden sie heraus, dass es Ende September meist noch mal ein bisschen schöner wird. Die Wiesnwirte hörten davon und kamen dann natürlich auf die Idee, das schöne Wetter in Bayern auch zu nutzen. Wenn es warm ist, trinken die Leute eben ein bisschen mehr. Darum ist das Oktoberfest im September. Theo: Ja, das klingt ja logisch … Und jetzt verstehe ich auch, warum es hier „Theresienwiese“ heißt. Das ist natürlich wegen der Prinzessin Therese. Franz: Ja, genau. Übrigens, in Bayern nennt man das Oktoberfest „die Wiesn“. „O’zapft is!“, sagt der Bürgermeister, und das bedeutet, dass man das erste Bierfass angezapft hat und dass jetzt Bier ausgeschenkt werden kann. Wenn das erste Bierfass geöffnet ist, hat der Bürgermeister das Oktoberfest offiziell eröffnet. 304

Weiter geht’s


Theo: Ich habe gehört, dass hier ziemlich viel getrunken wird, stimmt das? Franz: Ja, etwa 5,7 Millionen Liter Bier! Das ist sehr viel Bier. Das Bier auf dem Oktoberfest serviert man in Litergläsern. Ein Literglas heißt Maß. Man bestellt eine Maß Bier und bekommt also einen Liter Bier. Jede volle Maß wiegt etwa 1,5 Kilo. Eine Kellnerin trägt im Durchschnitt 500 Liter Bier pro Tag. Das macht rund zwölf Tonnen an den 16 Festtagen. Die Frauen haben starke Muskeln! Theo: Wow, das ist ja Wahnsinn! – Ich habe Hunger, wollen wir was essen? Franz: Gern, was möchtest du? Es gibt einige Leckereien hier: Brezel, Radi, Obazda, Salzgurken, Bratwurst, Hähnchen vom Grill oder Schweinshaxe. Theo: Von den Sachen, die du gerade genannt hast, kenne ich nur Würstchen, Schweinshaxe und Hähnchen. Was ist eigentlich das andere? Franz: Am beliebtesten auf dem Oktoberfest sind Brathähnchen, Bratwürstchen und Schweinshaxe. Eine Brezel ist ein salziges Gebäckstück, Radi sind Rettiche, die in dünne Scheiben geschnitten und stark gesalzen sind. Obazda ist eine bayerische Käsespezialität aus Camembert, Zwiebeln, Paprika und Kümmel. Das ist sehr lecker. Willst du es probieren? Theo: Gern, aber warum gibt es sogar Salzgurken? Franz: Damit die Leute noch mehr Durst bekommen. Theo: Verstehe. Die Bierzelte sind riesengroß! Wie viele Leute passen in so ein Zelt? Franz: Die großen Münchner Brauereien stellen jedes Jahr ihre Zelte auf. Das größte Zelt, vom Hofbräu aufgestellt, bietet Platz für 11 000 Personen. Theo: Was macht man hier außer Bier trinken und bayerische Spezialitäten essen? Franz: Da drüben siehst du viele Karussells, sie sind für Kinder und Erwachsene. Auf der anderen Seite gibt es Marktstände. Da kann man Sachen kaufen. In den schön geschmückten Bierzelten kann man auch Musik hören, wenn man Musikkapellen und Volksmusik mag. Das ist nicht so mein Ding … Theo: Nö, ich mag auch keine Volksmusik. Ich möchte jetzt eine Maß trinken. Franz: Ja, lass uns das machen!

Vokabeln der Cousin søskenbarnet, fetteren unglaublich utrolig / utruleg die Erklärung forklaringen / forklaringa die Wiese engen, jordet / enga, jordet übrigens for øvrig / elles angezapft tappet / tappa das Bierfass ølfatet ziemlich temmelig, nokså / temmeleg, nokså der Durchschnitt gjennomsnittet die Leckerei godteriet, snadderet Salzgurken salte agurker / salte agurkar das Brathähnchen grillet kylling / grilla kylling das Gebäck baksten, bakverket der Rettich/Radi reddiken die Scheibe skiva gesalzen saltet / salta Kümmel karve die Brauerei bryggeriet / bryggjeriet der Marktstand standen, markedsboden / marknadsbua die Musikkapelle orkesteret, bandet Das ist ja Wahnsinn. Det er helt utrolig. (der Wahnsinn = egentlig galskap, sinnssykdom, vanvidd) / Det er heilt utruleg. (der Wahnsinn = eigentleg galskap, sinnssjukdom, vanvit) der Abfall avfallet der Müll søppelet

SCHON GEWUSST? Zahlen auf dem Oktoberfest Verkaufte Paar Schweinswürstl

235 000 Stück

Verkaufte Brathähnchen

691 000 Stück

Verkaufte Liter Bier

5,7 Millionen

Verkaufte Schweinshaxen

79 000 Stück

Abfall nach dem Fest

1300 Tonnen Restmüll LEKTION 15

Feste feiern

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Oktoberfest: Wichtige Regeln für die Wiesn Auf der Wiesn sieht man viele Leute mit Tracht. Männer tragen Lederhose mit Trachtenhemd, Frauen Dirndl. Diese Fehler solltet ihr nicht machen: Zieht bloß keine Turnschuhe zur Tracht an. Zur rustikalen Lederhose passen Wanderschuhe. Damen sollten auf High Heels verzichten, sonst wird das Tanzen auf den Bierbänken schwierig. Ja, richtig: Auf Bierbänken darf getanzt werden, nicht aber auf den Biertischen in den großen Zelten. Ein wichtiges Zeichen sollten Frauen mit Dirndl kennen: Wird die Schleife am Rock links gebunden, bedeutet es für andere Leute: Ich bin frei. Die Schleife rechts signalisiert: Ich habe einen Freund.

Frei nach deutschland.de

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das weiße Kleid

Deutsche Feste, Ferien und Feiertage auf einen kurzen Blick In Deutschland feiert man sehr gern. Es gibt viele Feste und Feiertage. Im folgenden Text werden einige dieser Traditionen vorgestellt. Fronleichnam in Bayern Fronleichnam ist ein katholischer Fest- und Feiertag nach Pfingsten. An diesem Tag, einem Donnerstag, findet die größte Prozession im Jahr statt. Weiß gekleidete Menschen gehen in einem langen Zug mit dem Pfarrer durch den Ort. Die Kinder streuen Blumen auf die Straßen. Man feiert, dass Gott seinen einzigen Sohn für die Menschen geopfert hat. Schützenfest in Hannover Die Stadt Hannover behauptet, dass hier Anfang Juli das größte Schützenfest der Welt stattfindet. Zehn Tage lang feiert man bis in die frühen Morgenstunden. Die etwa zwei Millionen Besucher haben hier viel Spaß. Der Höhepunkt ist der Schützenausmarsch. Rund 12 000 Teilnehmer marschieren oder fahren auf Festwagen und mit Pferdegespannen vom Rathaus zum Schützenplatz.

Fronleichnam (Corpus Christi) ist ein wichtiges Fest im katholischen Kirchenjahr.

Vokabeln der Feiertag helligdagen / heilagdagen der Fasching karnevalet, fastelavnen der Aschermittwoch askeonsdagen / oskeonsdagen sich verkleiden å kle seg ut der Karnevalsumzug karnevalstoget Fronleichnam katolsk helligdag / katolsk heilagdag Pfingsten pinse die Prozession toget, prosesjonen der Pfarrer presten opfern å ofre das Schützenfest skytterfesten / skyttarfesten der Höhepunkt høydepunktet / høgdepunktet der Teilnehmer deltakeren / deltakaren das Pferdegespann hestespannet

LEKTION 15

Feste feiern

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die Kuh

Almabtrieb in Allgäu (Bayern).

Vokabeln der Almabtrieb innhentingen av dyrene fra setra / innhentinga av dyra frå setra die Alm setra das Tal dalen die Ziege geita der Christkindlesmarkt julemarkedet / julemarknaden der Weihnachtsmarkt julemarkedet / julemarknaden der Heiligabend julaften / julaftan der Glühwein gløggen, toddien der Schuss her: skvetten, liten mengde (alkohol) / lita mengd (alkohol) das Reichstagsgebäude riksdagsbygningen die Wiedervereinigung gjenforeningen / gjenforeininga gleichzeitig samtidig / samstundes ausreichen å rekke, strekke til

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Weiter geht’s

Almabtrieb in Charmey Im September oder Oktober kommen die Touristen in die kleine Stadt Charmey in der Schweiz und sehen sich den Almabtrieb an. Almabtrieb bedeutet, dass die Tiere von der Alm nach Hause geführt werden. Nach Monaten in den Bergen kommen die Tiere ins Tal zurück. Schafe, Ziegen und Kühe ziehen an diesem Tag geschmückt durch das Dorf. Mit dem Almabtrieb bedankt man sich in den Alpen für den vergangenen Sommer und leitet den Herbst ein. Christkindlesmarkt in Nürnberg Der Nürnberger Christkindlesmarkt ist der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland. Es gibt ihn seit dem Jahr 1697. Ein Junge, der das Christkind spielt, eröffnet immer um 17.30 Uhr am Freitag vor dem ersten Advent den Markt. Dann kann man dort bis Heiligabend Weihnachtssachen kaufen oder ein Glas Glühwein trinken. Mit oder ohne Schuss, das heißt, mit oder ohne Schnaps. Tag der Deutschen Einheit Der 3. Oktober ist seit 1990 Deutschlands Nationalfeiertag. An diesem Tag trat die DDR der Bundesrepublik bei. Dadurch wurde Deutschland nach 45 Jahren wieder eine staatliche Einheit. In der Nacht zum 3. Oktober 1990 haben viele tausend Menschen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin gefeiert. Du kannst mehr über die DDR und die Wiedervereinigung in Lektion 12 lesen.


Schulferien Wenn alle Menschen in Österreich und Deutschland gleichzeitig Ferien hätten, würden die Urlaubsziele nicht ausreichen und auf den Straßen würden Staus und endlose Autoschlangen entstehen. Deswegen haben die Kinder in Deutschland und Österreich zu verschiedenen Zeiten Sommerferien. Wenn die Kinder in Bayern noch in der Schule sitzen, sind die Schleswig-Holsteiner bereits auf dem Weg in die Sommerferien. In der Schweiz haben alle Kantone zur gleichen Zeit Ferien. Worum geht’s?

Sag mal was!

1) Warum haben nicht alle Menschen in Deutschland und Österreich gleichzeitig Ferien? 2) Was wird an Fronleichnam gefeiert? 3) Was ist typisch für Nürnberg in der Adventszeit? 4) Wo gibt es den Almabtrieb, und was ist das eigentlich?

Arbeitet zusammen in kleinen Gruppen und teilt die Abschnitte unter euch auf. Macht jeweils eine Zusammenfassung vom Inhalt mit eigenen Worten und präsentiert die Zusammenfassung in der Klasse.

Karneval in Köln Katholische Länder feiern seit Jahrhunderten Karneval oder Fasching. Die „tollen Tage“, wie sie in Deutschland heißen, nennt man die Zeit von Weiberfastnacht (Donnerstag vor dem Rosenmontag) bis Aschermittwoch. „Die Karnevalszeit beginnt aber bereits am 11.11. um 11.11 Uhr. Was macht man, wenn Fasching ist? Man verkleidet sich, trinkt und singt. Es gibt Straßenfeste, Bälle und Karnevalsumzüge. Köln ist die deutsche Karnevalshauptstadt. In Köln, Düsseldorf und Mainz haben die Menschen am Rosenmontag sogar frei. Alle rufen „Helau“ oder „Kölle Alaaf“, was so viel bedeutet wie „auf Köln“.

Du bist dran! Suchsel Karneval Folgende Wörter sind in dem Gitternetz versteckt: Aschermittwoch, Alaaf, Helau, Rosenmontag, Kostüme, Masken, Konfetti, Luftschlangen, Karneval, Jecken, Narren, Dreigestirn Achtung: Ein Wort steht 2x im Suchsel. Kannst du es finden? Schreibe das Wort auf:     Kleiner Tipp: Einige Wörter im Gitternetz sind rückwärts geschrieben.

LEKTION 15

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Die Lösung findest du hinten im Buch auf Seite 344.

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Du bist dran! Das Halloween-Quiz 1) Was ist ein Geist? a) ein Gespenst b) ein Tier c) ein Vampir 2) Worauf fliegt die Hexe? a) auf einem Ast b) auf einem Besenstiel c) auf einem Schafbock 3) Was bekommen die Kinder am Halloween-Abend? a) Süßigkeiten b) Kartoffeln c) Reis 4) Wann ist Geisterstunde? a) gegen Mittag b) am Nachmittag c) um Mitternacht 5) Welche Frucht ist typisch für Halloween? a) die Papaya b) der Kürbis c) die Kiwi 6) Was machen die Kinder am Halloween-Abend? a) Sie verkleiden sich. b) Sie verschwinden. c) Sie verstecken sich. 7) Was braucht der Zauberer? a) die Zauberfee b) den Zauberstock c) die Zauberkugel

Vokabeln das Gespenst gjenferdet, spøkelset / spøkjelset der Ast grenen, kvisten / greina, kvisten der Besen kosten der Besenstiel kosteskaftet der Zweig grenen, kvisten / greina, kvisten die Geisterstunde spøkelsestimen, timen fra kl. 24.00 til 01.00 / spøkjelsestimen, timen frå kl. 24.00 til 01.00 die Mitternacht midnatt der Kürbis gresskaret / graskaret sich verstecken å gjemme seg / å gøyme seg der Zauberer trollmannen

Am 6. Dezember kommt der Nikolaus In der Nacht zum 6. Dezember stellen Kinder in Deutschland ihre Stiefel vor die Haustür oder vor ihre Zimmertür. Sie hoffen, dass sie am nächsten Tag ein Geschenk vom Nikolaus darin finden: Schokolade, Äpfel, Orangen, Nüsse, Bonbons. Aber wer ist der Nikolaus eigentlich? Im 4. Jahrhundert lebte in Kleinasien ein Mann mit diesem Namen. Er war Bischof und tat viel Gutes. Er half den Menschen, besonders den Kindern. Die Leute verehrten ihn. Von seinen Taten wurde in den Kirchen erzählt. Auch in Deutschland hörte man damals von Nikolaus, und er wurde sehr populär. In den verschiedenen Regionen in Deutschland entstanden LEKTION 15

Feste feiern

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Der Nikolauslauf in Michendorf. Jedes Jahr am zweiten Advent findet hier der traditionelle Nikolauslauf mit bis zu tausend kostümierten Teilnehmern statt.

Vokabeln der Stiefel støvelen das Bischofsgewand bispedrakten / bispedrakta der Mantel frakken der Bart skjegget der Knecht knekten poltern her: å banke heftig eller hardt der Spruch et lite vers, dikt eller mantra tadeln å irettesette, refse, bebreide, klandre, fordømme / å irettesetje, refse, bebreide, klandre, fordømme loben rose, berømme / rose, lovprise die Rute stokken der Verwandte slektningen der Hausmeister vaktmesteren / vaktmeisteren der Rentner pensjonisten

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unterschiedliche Nikolausbräuche. Der Nikolaustag ist kurz vor Weihnachten, am 6. Dezember. Der Nikolaus erscheint dann in einem Bischofsgewand. Das ist meist ein roter Mantel. Er hat auch immer einen langen, weißen Bart. Oft trägt er den Bischofsstab. In Österreich und Bayern wird er von seinem Knecht Ruprecht begleitet. Der trägt den Sack mit den Geschenken. In der Schweiz trägt ein Esel den Sack. Der Nikolaus poltert an der Haustür. Die Kinder singen ein Lied oder sagen einen Spruch auf. Der Nikolaus öffnet dann ein großes Buch. Er tadelt die Kinder oder lobt sie. Die bösen Kinder erhalten Schläge mit einer Rute, die lieben Kinder Süßigkeiten. Heute gibt es nur noch selten Ruten. Sind die Kinder vielleicht so brav geworden? In der Familie ist der Nikolaus meist ein verkleideter Verwandter. In den Schulen und Kindergärten spielt oft der Hausmeister den Nikolaus. In den Warenhäusern sind es Studenten oder Rentner, die sich etwas Geld dazuverdienen wollen. Worum geht’s? Richtig oder falsch? 1) Es gab einmal einen Bischof, der Nikolaus hieß und viel Gutes tat. 2) Dieser Bischof wollte viel Geld verdienen. 3) Der Nikolaus wurde im 21. Jahrhundert pensioniert.


Schreib mal was! 4) Der Nikolaus singt den Kindern ein Lied. 5) Der Nikolaus wird manchmal von einem Esel oder von seinem Knecht Ruprecht begleitet. 6) Früher brauchte man Ruten, um böse Kinder zu erziehen. 7) Die Kinder stellen am 6. Dezember ihre Stiefel vor das Haus, damit jemand sie putzt.

Bald ist Weihnachten. Schreibe deinen Freunden eine Weihnachtskarte.

Wie feierst du Weihnachten? Wir haben drei Jugendliche aus drei verschiedenen Orten in Deutschland jeweils drei Fragen zu Weihnachten gestellt, und das kam dabei heraus: ■ ■ ■

Frage 1: Was isst du an Heiligabend? Frage 2: Wie läuft die Bescherung? Frage 3: Hat deine Familie eine besondere Weihnachtstradition?

Judith (17) aus Eisleben 1) In meiner Familie essen wir Ente an Heiligabend. Wir sind eine große Familie, und die Ente ist deshalb meistens riesig. Zum Kaffee serviert meine Mutter leckere Plätzchen. 2) Die Bescherung bei uns ist sehr nett. Wir sitzen alle in einem Kreis und öffnen alle Geschenke nacheinander. Man bekommt ein Geschenk und packt es dann aus, während die anderen zugucken. Die Bescherung dauert tierisch lange … 3) Hmm, eine besondere Tradition. Ja, wir gehen in den Wald und suchen uns gemeinsam einen Baum. Danach trinken wir einen Glühwein, sozusagen um den Baum zu feiern. Malte (16) aus Husum 1) Ich komme aus Norddeutschland, und hier essen wir viel Fisch. Auch an Heiligabend gibt es in meiner Familie Fisch, nämlich Karpfen. Das schmeckt so toll! Zum Nachtisch gibt es normalerweise Eis. 2) Mein Vater verteilt alle Geschenke, und dann öffnen wir sie. Mehr ist da nicht. Wir kaufen alle vier bis fünf Geschenke, so sind es ziemlich viele Päckchen unter dem Baum. 3) Eine Tradition bei uns ist, dass wir an Heiligabend in die Kirche gehen. Das gehört irgendwie dazu. Hier treffen wir viele Leute aus der Schule und der Nachbarschaft und alle wünschen sich „fröhliche Weihnachten“ oder „frohes Fest“. Jochen (18) aus Freiburg 1) Wir essen an Heiligabend nur Würstchen mit Kartoffelsalat. Bei uns gibt es erst am 25. Dezember das große Festessen. Warum wir so einfach essen am 24., fragst du? Wir denken, dass Maria und Josef sehr arm LEKTION 15

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Vokabeln die Bescherung utdelingen av julegaver / utdelinga av julegåver die Ente anda das Plätzchen småkaka zugucken å se på / å sjå på das Päckchen den lille pakken / den vesle pakka irgendwie på en eller annen måte / på ein eller annan måte der Kartoffelsalat potetsalaten der Lebkuchen honningkaka, myk pepperkake / honningkaka, mjuk peparkake

waren und nicht viel hatten, deshalb wollen wir mit ihnen solidarisch sein. Es ist ein guter Gedanke, finde ich. 2) Die Bescherung ist wie bei vielen anderen. Wir geben uns die Geschenke und freuen uns … 3) Wir haben keine besonderen Traditionen, glaube ich, außer dass wir zusammen Lebkuchen backen und essen. Das ist eine nette Tradition. Mehr weiß ich nicht. Bei uns gibt es Allergiker in der Familie, deshalb haben wir einen Baum aus Plastik.

Schreib mal was! 1) Beantworte die drei Fragen oben schriftlich. 2) Vergleiche deine Antworten mit denen der anderen Schüler in der Klasse. Gibt es einen Unterschied zwischen dir und a) den anderen Schülern in der Klasse? b) den deutschen Jugendlichen?

Silvester und die Neujahrsvorsätze Vokabeln Silvester nyttårsaften / nyttårsaftan der Neujahrsvorsatz nyttårsforsettet, nyttårsløftet sich umarme å omfavne hverandre / å omfamne kvarandre das Feuerwerk fyrverkeriet einen guten Rutsch ins neue Jahr! godt nyttår! (”skli” godt inn i det nye året)

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Fast überall auf der Welt feiern die Menschen Silvester. Es ist der letzte Tag im alten Jahr, und das nächste Jahr mit vielen neuen Möglichkeiten steht kurz bevor. In Deutschland feiert man gern Silvester, aber wie feiern die Deutschen eigentlich? Es gibt einen sehr wichtigen Unterschied zu Weihnachten. Weihnachten ist ein Familienfest, und Silvester feiert man zusammen mit Freunden. Man kocht zusammen und trinkt etwas, hört Musik, tanzt und plötzlich ist es Mitternacht und die Raketen werden abgefeuert. Überall knallt es, und der Himmel wird schön bunt. Um Mitternacht umarmt man sich und wünscht sich ein frohes neues Jahr. Zu Silvester gehören auch die Neujahrsvorsätze. Im neuen Jahr möchte man etwas ändern und vielleicht besser machen. Viele möchten mehr Sport treiben, gesünder essen oder die Oma öfter besuchen. Andere haben vor, sich mehr um die Schule zu kümmern. Keine Schokolade oder Bonbons bis Ostern zu essen oder nie wieder zu lügen sind auch mögliche Neujahrsvorsätze. Viele Neujahrsvorsätze halten nur ein bis zwei Wochen, aber trotzdem gehören die guten Vorsätze zu Silvester dazu, genauso wie das Fest mit den Freunden und das schöne Feuerwerk um Mitternacht! Einen guten Rutsch ins neue Jahr!


Frohes neues Jahr!

Sag mal was! 1) Jeder Schüler notiert jetzt auf einem Zettel drei Neujahrsvorsätze. Einen dieser Vorsätze hat der Schüler tatsächlich einmal gehabt, die anderen zwei nicht. 2) Jeder Schüler liest der Klasse jetzt seine drei Vorsätze vor. Die anderen Schüler raten: Welchen der drei Vorsätze hat der Schüler wirklich einmal gehabt? 3) Der Schüler erzählt dann, warum er/sie den Vorsatz gebrochen / nicht gebrochen hat.

Wie sagt man das auf Deutsch? Finde die folgenden Ausdrücke im Text. 1) God jul og godt nyttår! 2) Å male påskeegg. / Å måle påskeegg. 3) Barna setter støvelen foran døren. / Barna set støvelen framfor døra. 4) På Oktoberfesten. 5) God påske!

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Frohe Ostern!

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s Ei ist bunt. Da

die Ostereier

In Norwegen bemalen die Kinder Ostereier und hängen sie im Fenster auf, aber was macht man in Deutschland? In Deutschland bemalt man auch Ostereier und schmückt damit die Bäume. Aber anstatt sie nur aufzuhängen oder das Haus damit zu schmücken, versteckt man sie auch. Und wo? Ja, das kann jeder, der sie versteckt, selbst entscheiden, aber der beliebteste Ort ist der Garten. Die Kinder suchen die Eier, und vielleicht ist das eine oder das andere Schokoladenei auch dabei … Osterschokolade ist sehr wichtig in Deutschland. Es gibt überall spezielle Schokolade zu kaufen. Der Osterhase ist für Ostern, was der Weihnachtsmann zu Weihnachten ist. Es ist ja kein Geheimnis, dass der Osterhase die Eier versteckt.


Schreib mal was! Zwölf einfache Schritte zum perfekten Osterei Suche die richtige Imperativform des Verbs in jedem Satz, und du hast das Rezept.

Vokabeln das Rezept oppskriften / oppskrifta der Topf kjelen, gryta die Schüssel bollen die Tasse koppen der Löffel skjeen / skeia der Essig eddiken die Lebensmittelfarbe konditorfargen der Kerzenwachs stearinen die Schale skåla trocknen å tørke

1) (Fülle/Wasche/Packe) etwas Wasser in einen großen Topf. 2) (Mache/Koche/Schneide) das Wasser. 3) (Lege/Verstecke/Wirf) die Eier in den Topf, wenn das Wasser zu kochen anfängt. 4) (Bringe/Nimm/Halte) die Eier aus dem Topf, wenn sie hart gekocht sind. 5) (Nimm/Wirf/Rolle) eine kleine Schüssel. 6) (Nimm/Fülle/Packe) die Schüssel mit 1 Tasse heißem Wasser und 1 Teelöffel Essig. 7) (Trage/Gib/Nimm) einen Löffel Lebensmittelfarbe in das Wasser. 8) (Schreibe/Male/Lege) ein Bild mit Wachsmalern oder Kerzenwachs auf die Schale. 9) (Lege/Nimm/Bringe) das Ei in die Schüssel. 10) (Lasse/Nimm/Packe) das Ei für 3 bis 4 Minuten in der Schüssel. 11) (Male/Lege/Nimm) das Ei aus der Schüssel und lass es trocknen. 12) (Spiele/Mache/Gib) das Gleiche mit den anderen Eiern.

Wichtige Wörter und Begriffe 15 das Festessen das Geschenk der Neujahrsvorsatz der Nikolaus das Oktoberfest Frohes Fest Einen guten Rutsch ins neue Jahr. Fröhliche Weihnachten Frohe Ostern Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

festmåltidet gaven / gåva nyttårsforsettet julenissen oktoberfesten Ha en fin høytid / Ha ei fin høgtid Lykke til i det nye året. God jul God påske Hjertelig til lykke med bursdagen / Hjarteleg til lykke med bursdagen

Selbstbewertung nach Lektion 15: Siehe Seite 345. LEKTION 15

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LEKTION 16

Besser schreiben und sprechen


Bokmål Heldagsprøve, fagdag eller skriftlig eksamen på nivå II På videregående har du heldagsprøver og fagdager, og i slutten av Vg2 kan det hende at du trekkes ut til skriftlig eksamen i tysk. Her blir du prøvd i ulike mål i læreplanen. Du kan for eksempel bli bedt om å reflektere kort rundt et aktuelt tema i en innledningsoppgave, og du må vise hvor godt du forstår en ukjent tekst. I tillegg til dette skal du svare på en langsvarsoppgave. Det er hovedområdene i læreplanen som danner grunnlaget for eksamen. Husk at du må bruke hjelpemidler på en kritisk og selvstendig måte, og at du alltid må oppgi kilder. Før du tar eksamen, bør du også lese Eksamensveiledningen for fremmedspråk som Utdanningsdirektoratet, udir.no, lager hvert år. I veiledningen er det lurt å lese gjennom vurderingskriteriene, slik at du vet hva som skal til for å få de ulike karakterene. Husk at du alltid leser oppgaven flere ganger, og at du svarer på det du blir spurt om. Legg også merke til om du skal skrive på norsk eller tysk. Nedenfor får du noen gode skrivetips som du kan bruke både på heldagsprøver og til eksamen. Brev og e-post Hvordan starter og avslutter du? Når du skriver brev eller e-poster på tysk, må du tenke over hvordan du starter og avslutter korrespondansen. Det er viktig å skille mellom høflige, formelle og uformelle henvendelser. Her kommer en enkel oversikt over noen nyttige formuleringer du kan bruke. Slik kan du begynne et brev eller en e-post: Hallo, lieber Jürgen,

Uformell form, brukes når man skriver til en man kjenner godt, for eksempel til en god venn. Etter hilsningen skal første ord i hovedteksten alltid ha liten forbokstav.

Hallo, lieber Jürgen, es war sehr nett, deine neue Freundin kennenzulernen … Hallo, Frau Vogel,

Uformell, men høflig form.

hoffentlich geht es Ihnen gut nach der langen Autofahrt … Lieber Herr Schulze,

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Til en voksen eller noen man bare kjenner litt.


Sehr geehrter Herr Bach, Sehr geehrte Frau Bach,

Høflig og formell form, brukes når du ikke kjenner mottakeren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Eksempel: 1. Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mich hiermit um die Stelle als Sommervertretung bewerben. Her brukes høflig form. Det er et formelt brev, og man ønsker å søke en sommerjobb. I og med at det er brukt «damer og herrer», er det tydelig at vedkommende som skrev søknaden, ikke kjenner den som tilbyr jobben. 2. Lieber Herr Schulze, ich würde gerne ein Treffen mit Ihnen vereinbaren. Her er det brukt høflig form, og man vet navnet på den man henvender seg til. Man ønsker å avtale et møte med vedkommende. 3. Hallo, lieber Gabriel, vielen Dank für deine Einladung. Ich komme gerne zu deinem Fest. Slik skriver man til en venn eller en man kjenner godt. Formen er uformell. I dette eksemplet takkes det for en invitasjon til en fest. Slik avslutter du Det du må tenke på når du skal avslutte et brev eller en e-post, er om du kjenner mottakeren eller ikke. Dersom du blir bedt om å skrive en fiktiv e-post til Tysklands statsminister (Kanzler/Kanzlerin), kan du ikke avslutte på en uformell måte (punkt c). Da er det naturlig å bruke det første eksemplet nedenfor (punkt a): a. Mit freundlichen Grüßen / Mit freundlichem Gruß

Høflig, formell form: Med vennlig hilsen

b. Viele Grüße aus Köln

Høflig, uformell: Mange hilsener fra Köln

c. Liebe Grüße, deine Anna

Uformell, brukes mellom venner og familie: Kjærlige hilsener fra din Anna

Dersom dette hadde vært mulige avslutninger på henvendelsene 1.–3. ovenfor, ville du ha brukt alternativ a til det første eksemplet ovenfor. Til brev nummer 2 ovenfor kunne du ha valgt sluttalternativ a, eventuelt b. Når du skal svare på en festinvitasjon fra en venn, ville du valgt avslutning c.

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Å skrive artikkel Når du skriver en saklig tekst på tysk, bør den ha følgende struktur: 1) 2) 3) 4) 5)

Einleitung Argument/Beispiel Argument/Beispiel Argument/Beispiel Konklusion

1) Einleitung: ■ In diesem Artikel werde ich über das Thema … schreiben ■ Mit dem Begriff … meint man oft … (Definition) ■ Ich werde darüber diskutieren, was positiv und was vielleicht nicht immer so positiv daran … ist. ■ Ich werde die Vor- und Nachteile des Themas … diskutieren und relevante Beispiele dafür und dagegen nennen. ■ Zum Schluss/Abschließend werde ich kurz etwas über meine eigene Meinung / eigene Erfahrung zum Thema sagen. 2) Hauptteil: ■ Es gibt viele gute Gründe, das Thema … zu diskutieren. ■ Das Thema … ist sehr wichtig / zentral in unserer Gesellschaft/Schule/ Land/Stadt, weil … ■ Auf der einen Seite sagen viele, dass … / Zum Ersten kann man sagen/ behaupten, dass … ■ Auf der anderen Seite wird erzählt, dass … / Zum Zweiten meinen andere, dass … ■ Man kann auch sagen, dass … ■ Obwohl es viele gute Gründe gibt, … kann man selbstverständlich meinen, dass es Dinge gibt, die nicht so positiv sind. ■ Denken wir auf der einen Seite zum Beispiel an … ■ Weiter kann man sehen, dass … ■ Viele meinen auch, dass … 3) Schlussfolgerung/Konklusion: ■ In diesem Sachtext/Artikel habe ich versucht zu zeigen, dass es unterschiedliche Meinungen zum Thema … gibt; X und Y … ■ Selbst finde ich / meine ich / verstehe ich die Sache so, weil … ■ Meiner Meinung nach … / Ich finde es wichtig, dass …

Noen gode setninger til innledningen: In diesem Text versuche ich, … I denne teksten prøver jeg … Als Erstes möchte ich … For det første ønsker jeg … Ein viel diskutiertes Problem ist heute … Et mye diskutert problem i dag er … Einführend möchte ich sagen, dass … Innledningsvis ønsker jeg å si at … Es wird oft angenommen, dass … Det blir ofte antatt at … Es wird oft gesagt, dass … Det blir ofte sagt at … 322

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Noen gode setninger til avslutningen: Zum Schluss kann gesagt werden, dass … Zusammenfassend kann man sagen, dass … Abschließend lässt sich feststellen, dass … Aus dem Gesagten folgt, dass … Daraus folgt, dass … Man kann deshalb schlussfolgern, dass … Somit lässt sich feststellen, dass …

Til slutt kan man si at … Sammenfattende kan man si at … Avslutningsvis kan man fastslå at … Ut fra det som er sagt, kan man konkludere … Dette betyr at … Man kan derfor konkludere med at … Derfor kan vi fastslå at …

Noen måter å argumentere på: Einerseits ist es gut, dass … Andererseits ist es … Die Begründung dafür ist … Ebenso wichtig ist, dass … Ein Gegenargument ist … Ein weiteres Argument dafür ist, dass … Ein (weiteres) Problem ist, dass … Ein Beweis dafür ist … Diese Meinung/Auffassung kann ich nicht teilen. Ich bin (damit) nicht einverstanden, dass … Es ist gar nicht so, dass … Es stimmt einfach nicht, dass … Man muss zugeben, dass … Ich zweifle daran, ob/dass … Das ist zu bezweifeln. Ich bin nicht sicher, ob/dass …

På den ene siden er det bra at … På den andre siden er det … Begrunnelsen for det er … Like viktig er at … Et motargument er … Et annet argument for det er … Et (annet) problem er at … Et bevis for det er … Denne meningen/oppfatningen kan jeg ikke dele. Jeg er ikke enig i at … Det er ikke slik at … Det stemmer ikke at … Man må innrømme at … Jeg tviler på at … Det tviler jeg på. Jeg er ikke sikker på at …

Sjekklister Når du har skrevet ferdig en tekst på tysk, er det viktig at du ser gjennom og sjekker følgende: Verb ■ Jeg har bøyd med riktig personending: – e – st – t – en – t – en. ■ Jeg har brukt riktig tid av verbet. ■ Jeg har samsvar mellom subjekt og verbal (entall/flertall). Ordstilling Jeg har riktig ordstilling. Les mer om dette i minigrammatikken på side 360. ■ Det bøyde verbet (ofte er det hjelpeverbet) står sist i alle leddsetninger: Ich finde, dass der Film sehr spannend ist. ■ Tid – måte – sted: Ich gehe heute (tid) schnell (måte) nach Hause (sted). Det er ikke sikkert at alle disse tre er med i alle setninger. ■

Preposisjoner med riktig kasus Marker preposisjonene og se nøye på det første ordet som står etter preposisjonen.

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Bestem hvilket kasus preposisjonen styrer, og bøy deretter det påfølgende ordet: Ich gehe durch (=akkusativpreposisjon) den Wald.

Adjektivbøyning ■ Se etter bestemmelsesordet (bestemt/ubestemt artikkel, eiendomsord etc.) og bruk enten sterk eller svak adjektivbøyning: Ein gutes Buch ist nie langweilig / Das gute Buch ist nie langweilig / Gute Bücher sind nie langweilig. ■ Husk at adjektivet alltid er ubøyd når det står etter verbet zu sein: Der Lehrer ist sehr nett. Relativt pronomen (som) ■ Husk at du bruker en form av der/die/das i riktig kasus: Der Mann, der singt, ist mein Vater. Die Frau, die singt, ist meine Mutter. Das Mädchen, dem ich einen Apfel gebe, ist sehr süß. ■ Relativsetninger på tysk er alltid leddsetninger, derfor må det bøyde verbet stå sist: Der Lehrer, der spricht, unterrichtet Deutsch. ■ På norsk står preposisjonen sist i setningen, på tysk må preposisjonen inn først i relativsetningen. Den bestemmer nemlig kasus til relativpronomenet: Das Haus, in dem ich wohne, ist gelb. / Huset som jeg bor i, er gult. ■ På norsk kan vi ofte utelate relativpronomenet som, men på tysk kan aldri relativpronomenet utelates, for eksempel: Gutten jeg snakker med, er broren min. / Der Junge, mit dem ich spreche, ist mein Bruder. Noen viktige bindeord i teksten For å få fin flyt i en tekst er det viktig at du binder sammen og varierer setningene. Her er noen forslag til ord som kan passe godt: men, men … jo, men … ikke eller, enten eller (den gang) da (hver gang) når ellers det betyr, det vil si fordi, ved at

derfor / av den grunn hvis / i tilfelle slik at uten at uten å istedenfor at før uten at / ikke hvis / ikke dersom selv om så, etter, deretter 324

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aber, doch, sondern oder, entweder – oder (damals) als (jedesmal) wenn sonst das bedeutet, d. h., das heißt denn (innleder hovedsetning), weil (innleder leddsetning), da, dadurch darum, deshalb, deswegen, aus diesem Grund wenn, falls sodass, damit ohne dass ohne zu anstatt, dass bevor, vorher, ehe ohne dass, außer wenn obwohl, trotzdem dann, danach, nachdem


under, imens istedenfor at nemlig for at, slik at for å og både og hverken eller ikke bare, men også også foruten på den ene siden / på den andre siden for det første / for det andre / for det tredje som, slik (alt) ettersom siden, i til

während anstatt, dass nämlich damit um … zu und sowohl – als auch weder – noch nicht nur, sondern auch auch außerdem einerseits/andererseits erstens/zweitens/drittens wie je nachdem seit bis

Muntlige prøver og eksamen på nivå II Du kommer til å ha muntlige fagsamtaler på tysk, og elever som ikke blir trukket ut til skriftlig eksamen, kan komme opp i tysk muntlig. Det er ulike måter å gjennomføre muntlig eksamen på, men poenget er at du skal snakke om ulike temaer på tysk. Ofte behandler man et tema eller man svarer på en problemstilling, og det kan være naturlig å trekke inn filmer og bilder man har sett, eller litteratur man har lest i tysktimene. Nedenfor kommer noen tips til hvordan du kan snakke om dette. Das literarische Gespräch – Sprachhilfe Wenn du einen literarischen Text analysierst, solltest die folgenden Punkte berücksichtigen: 1) Wie heißt der Text, wann und von wem wurde er geschrieben? (Hier kann man gern ein paar Worte zum Autor sagen, Lebenslauf/Werk.) 2) Ist die Zeit, in der der Text geschrieben wurde, bedeutend für den Inhalt? Wenn ja, erzähle davon. 3) Was passiert im Text? Wie ist die konkrete Haupthandlung? (Hier kann man auf die äußere und/oder innere Handlung eingehen.) 4) Wo geschieht die Handlung? (Beschreibe den Ort; die Natur, die Stadt, das Land, drinnen, draußen, kalt, warm …) 5) Beschreibe die Person(en). (Aussehen, Persönlichkeit, Gedanken, Gefühle …) 6) Was ist das Thema? 7) Hat die Überschrift eine besondere Bedeutung? 8) Wie ist die Sprache? (Dialog, Monolog, kurze Sätze, viele Kontraste,

Vokabeln das Gespräch samtalen die Haupthandlung hovedhandlingen der Ort stedet die Persönlichkeit personligheten der Gedanke tanken die Bedeutung betydningen der Reim rimet die Einleitung innledningen der Höhepunkt høydepunktet die Spannungssteigerung spenningskurven die Botschaft budskapet

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Symbolik …) 9) Wie ist der Text aufgebaut? (Komposition, Reime, Rhythmus, Einleitung, Höhepunkt, Spannungssteigerung, offenes Ende …) 10) Was will uns der Autor mit dem Text sagen? Gibt es eine Botschaft? (Versteckt?/offen?) 11) Wie ist deine Meinung zum Text?

Å snakke om en tekst (film, novelle eller roman) Det kan være en utfordring å snakke om en film på tysk. Ofte er det mye informasjon som skal på plass, og språket i filmen er kanskje vanskelig. Nedenfor finner du først noen viktige punkter som bør være med i en filmgjennomgang. Die Einleitung: I innledningen presenterer du filmen med navn, utgivelsesår, regissør, viktige skuespillere og sjanger. ■ ■ ■ ■ ■

Wie heißt der Film? Wann wurde der Film gedreht? Wie heißt der Regisseur? Welche Schauspieler haben die verschiedenen Rollen? Zu welcher Filmgattung gehört der Film?

Die Handlung: I handlingsreferatet beskriver du handlingssted, tidsepoke, innhold og tema. ■

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Wo findet die Handlung statt? Beschreibe das Milieu und den Ort, an dem der Film spielt. In welcher Epoche spielt der Film? Beschreibe kurz die Handlung. Um welche Themen geht es?

Die Charaktere / die Hauptpersonen: Hvilke personer handler filmen om, og hva slags forhold er det mellom de ulike figurene? Hvem er hovedpersonen? Er hovedpersonen statisk eller dynamisk? Dreier det seg om en helt eller en antihelt? ■ ■ ■

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Beschreibe die wichtigsten Charaktere des Films. Wie ist das Verhältnis zwischen den Personen? Ist die Hauptfigur statisch oder dynamisch? (Damit ist gemeint, ob sie im Laufe des Films eine Entwicklung durchmacht.) Ist die Hauptperson ein Held oder ein Antiheld? Kannst du dich mit einer der Figuren im Film identifizieren?

Die Dramaturgie / der Aufbau: I denne delen tar du for deg filmens komposisjon eller oppbygning. 326

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Wie fängt der Film an? Wird die Handlung chronologisch präsentiert oder nicht? Gibt es viele parallele Handlungen im Film? Beschreibe den Konflikt im Film. Wie entwickelt sich dieser Konflikt? Gibt es einen Höhepunkt? In welcher Szene siehst du den Höhepunkt? Wie ist das Ende? Gibt es eine logische Lösung?

Die Musik und der Ton: Som regel brukes musikk og lydeffekter for å forsterke scenene i en film. Hvordan er det i denne filmen? ■ ■

Wie ist die Filmmusik? Gibt es besondere Musik oder sonstige Toneffekte?

Die Botschaft: I denne delen sier du noe om budskapet eller meningen med filmen. Hva ønsker denne filmen å si oss? Finner du typiske virkemidler eller en særpreget symbolikk? Hvilke tanker og følelser sitter du igjen med etter å ha sett filmen? ■ ■ ■ ■

Was sagt der Titel des Films aus? Welche Botschaft möchte der Film vermitteln? Gibt es einige Stilmittel oder eine spezielle Symbolik? Wenn ja, welche? Welche Gedanken und Gefühle hast du, nachdem du den Film gesehen hast?

Å snakke om bilder på tysk Det å snakke om et bilde har mange likheter med det å arbeide med litteratur eller film. Det er en del momenter som du må ha med i en bildebeskrivelse. Nedenfor finner du noen punkter som kan være nyttige å bruke. Husk at det er vanlig å bruke presens når du snakker om et bilde. Hovedspørsmålene er: Wer hat das Bild gemacht? Wann wurde das Bild gemacht? (Epoche und Zeit, was ist typisch?) Ist es ein Foto, eine Zeichnung, eine Malerei, Porträt, Landschaftsbild …? Was sehen wir? Worum geht es? Wie ist die Stimmung? Ist sie froh, düster, ruhig, lebhaft, dramatisch, geprägt von Mitleid und Empathie …? Welche Dinge fallen auf? (Gebäude, Personen, Natur …)

Hvem har laget bildet? Når ble bildet laget (epoke, tid, hva er typisk)? Hva slags bilde er det snakk om (foto, tegning, maleri, portrett, landskapsbilde)? Hva ser vi? Hva handler bildet om? Hvordan er stemningen? Er den lystig, dyster, rolig, livlig, empatisk (preget av medfølelse og medlidenhet)? Hva legger du merke til (bygninger, personer, naturen …)? LEKTION 16

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Wo ist das Bildzentrum? Welche Farben sieht man? Welche Stilmittel sind zu erkennen? (Kontraste, Spiegelungen, Maltechnik …) Wie wirkt das Bild auf dich? Was ist das Thema und die Botschaft? Was möchte der Künstler sagen?

Hvor er bildets sentrum? Hvilke farger ser vi? Hvilke virkemidler er brukt, for eksempel kontraster eller speilinger, og hva med selve maleteknikken? Hvordan virker bildet på deg? Hva tror du kunstneren vil si?

Navn på noen litterære virkemidler på tysk das Gestaltungsmittel, das Stilmittel virkemiddelet, stilmiddelet der Kontrast kontrasten die Wiederholung gjentakelsen das Symbol symbolet die Metapher metaforen, billedbruken die Alliteration bokstavrimet die Anapher anaforen, gjentakelsen på begynnelsen av en setning Wie sagt man das? Wichtige Wörter und Begriffe zum Fachgespräch / zur mündlichen Prüfung Die Einleitung: ■ Ich möchte gern von … erzählen. ■ Ich habe das Thema … bekommen. ■ Ich habe darüber hinaus das Thema … gewählt, weil … ■ Der erste Punkt in meiner Argumentation/Interpretation ist … Über den Text: ■ Der Text handelt von … ■ Der Text dreht sich um … ■ In diesem Text geht es um … ■ In diesem Text geht es darum, dass … ■ Der Text hat als Hauptthema … ■ Es gibt viele Problemstellungen im Text. ■ Jetzt möchte ich gern von meinem Verhältnis zum Thema erzählen. Die eigene Meinung ausdrücken: ■ Ich bin der Meinung, dass … ■ Meiner Meinung nach, ist das richtig. ■ Ich finde, dass es richtig/falsch ist … ■ Ich bin der Auffassung, dass … ■ Ich stimme überein / nicht überein mit … ■ Ich glaube, dass … ■ Auf der einen Seite / auf der anderen Seite finde ich, dass …

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Weiter geht’s


Auf das Grundthema bezogen: ■ Ich habe jetzt von … erzählt. ■ Das kann man mit dem übergeordneten Thema vergleichen. ■ Das kann man mit … vergleichen. ■ Das gleicht … Wenn man etwas nicht versteht: ■ Entschuldigung, das habe ich nicht verstanden. ■ Ich bin nicht ganz sicher. ■ Kannst du das bitte wiederholen? ■ Wie bitte?

LEKTION 16

329


Nynorsk Heildagsprøve, fagdag eller skriftleg eksamen på nivå II På vidaregåande har du heildagsprøver og fagdagar, og i slutten av Vg2 kan det hende at du blir trekt ut til skriftleg eksamen i tysk. Her blir du prøvd i ulike mål i læreplanen. Du kan til dømes bli beden om å reflektere kort rundt eit aktuelt tema i ei innleiingsoppgåve, og du må vise kor godt du forstår ein ukjend tekst. I tillegg til dette skal du svare på ei langsvarsoppgåve. Det er hovudområda i læreplanen som dannar grunnlaget for eksamen. Hugs at du må bruke hjelpemiddel på ein kritisk og sjølvstendig måte, og at du alltid må oppgi kjelder. Før du tek eksamen, bør du også lese Eksamensrettleiinga for framandspråk som Utdanningsdirektoratet, udir.no, lagar kvart år. I rettleiinga er det lurt å lese gjennom vurderingskriteria, slik at du veit kva som skal til for å få dei ulike karakterane. Hugs at du alltid les oppgåva fleire gonger, og at du svarer på det du blir spurd om. Legg også merke til om du skal skrive på norsk eller tysk. Nedanfor får du nokre gode skrivetips som du kan bruke både på heildagsprøver og til eksamen. Brev og e-post Korleis startar og avsluttar du? Når du skriv brev eller e-postar på tysk, må du tenkje over korleis du startar og avsluttar korrespondansen. Det er viktig å skilje mellom høflege, formelle og uformelle situasjonar. Her kjem ei enkel oversikt over nokre nyttige formuleringar du kan bruke. Slik kan du begynne eit brev eller ein e-post: Hallo, lieber Jürgen,

Uformell form, blir brukt når du skriv til ein du kjenner godt, til dømes til ein god venn. Etter helsinga skal første ord i hovudteksten alltid ha liten forbokstav.

Hallo, lieber Jürgen, es war sehr nett, deine neue Freundin kennenzulernen … Hallo, Frau Vogel,

Uformell, men høfleg form.

hoffentlich geht es Ihnen gut nach der langen Autofahrt … Lieber Herr Schulze,

330

Weiter geht’s

Til ein vaksen eller nokon du berre kjenner litt.


Sehr geehrter Herr Bach, Sehr geehrte Frau Bach,

Høfleg og formell form, blir brukt når du ikkje kjenner mottakaren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Døme: 1. Sehr geehrte Damen und Herren, ich möchte mich hiermit um die Stelle als Sommervertretung bewerben. Her blir høfleg form nytta. Det er eit formelt brev, og du ønskjer å søkje ein sommarjobb. I og med at det er brukt ”damer og herrar”, er det tydeleg at vedkommande som skreiv søknaden, ikkje kjenner den som tilbyr jobben. 2. Lieber Herr Schulze, ich würde gerne ein Treffen mit Ihnen vereinbaren. Her er det brukt høfleg form, og du veit namnet på den du vender deg til. Du ønskjer å avtale eit møte med vedkommande. 3. Hallo, lieber Gabriel, vielen Dank für deine Einladung. Ich komme gerne zu deinem Fest. Slik skriv du til ein venn eller ein du kjenner godt. Forma er uformell. I dette dømet blir det takka for ein invitasjon til ein fest. Slik avsluttar du Det du må tenkje på når du skal avslutte eit brev eller ein e-post, er om du kjenner mottakaren eller ikkje. Dersom du blir beden om å skrive ein fiktiv e-post til Tysklands statsminister (Kanzler/Kanzlerin), kan du ikkje avslutte på ein uformell måte (punkt c). Da er det naturleg å bruke det første dømet nedanfor (punkt a): a. Mit freundlichen Grüßen / Mit freundlichem Gruß

Høfleg, formell form: Med vennleg helsing

b. Viele Grüße aus Köln

Høfleg, uformell: Mange helsingar frå Köln

c. Liebe Grüße, deine Anna

Uformell, bruker vi mellom venner og familie: Kjærlege helsingar frå di Anna

Dersom dette hadde vore moglege avslutningar på førespurnadene 1.–3. ovanfor, ville du ha brukt alternativ a til det første dømet ovanfor. Til brev nummer 2 ovanfor kunne du ha valt sluttalternativ a, eventuelt b. Når du skal svare på ein festinvitasjon frå ein venn, ville du valt avslutning c.

LEKTION 16

331


Å skrive artikkel Når du skriv ein sakleg tekst på tysk, bør han ha denne strukturen: 1) 2) 3) 4) 5)

Einleitung Argument/Beispiel Argument/Beispiel Argument/Beispiel Konklusion

1) Einleitung: ■ In diesem Artikel werde ich über das Thema … schreiben ■ Mit dem Begriff … meint man oft … (Definition) ■ Ich werde darüber diskutieren, was positiv und was vielleicht nicht immer so positiv daran … ist. ■ Ich werde die Vor- und Nachteile des Themas … diskutieren und relevante Beispiele dafür und dagegen nennen. ■ Zum Schluss/Abschließend werde ich kurz etwas über meine eigene Meinung / eigene Erfahrung zum Thema sagen. 2) Hauptteil: ■ Es gibt viele gute Gründe, das Thema … zu diskutieren. ■ Das Thema … ist sehr wichtig / zentral in unserer Gesellschaft/Schule/ Land/Stadt, weil … ■ Auf der einen Seite sagen viele, dass … / Zum Ersten kann man sagen/ behaupten, dass … ■ Auf der anderen Seite wird erzählt, dass … / Zum Zweiten meinen andere, dass … ■ Man kann auch sagen, dass … ■ Obwohl es viele gute Gründe gibt, … kann man selbstverständlich meinen, dass es Dinge gibt, die nicht so positiv sind. ■ Denken wir auf der einen Seite zum Beispiel an … ■ Weiter kann man sehen, dass … ■ Viele meinen auch, dass … 3) Schlussfolgerung/Konklusion: ■ In diesem Sachtext/Artikel habe ich versucht zu zeigen, dass es unterschiedliche Meinungen zum Thema … gibt; X und Y … ■ Selbst finde ich / meine ich / verstehe ich die Sache so, weil … ■ Meiner Meinung nach … / Ich finde es wichtig, dass … Nokre gode setningar til innleiinga: In diesem Text versuche ich, … I denne teksten prøver eg … Als Erstes möchte ich … For det første ønskjer eg … Ein viel diskutiertes Problem ist heute … Eit mykje diskutert problem i dag er … Einführend möchte ich sagen, dass … Innleiingsvis ønskjer eg å seie at … Es wird oft angenommen, dass … Det blir ofte gått ut frå at … Es wird oft gesagt, dass … Det blir ofte sagt at … 332

Weiter geht’s


Nokre gode setningar til avslutninga: Zum Schluss kann gesagt werden, dass … Zusammenfassend kann man sagen, dass … Abschließend lässt sich feststellen, dass … Aus dem Gesagten folgt, dass … Daraus folgt, dass … Man kann deshalb schlussfolgern, dass … Somit lässt sich feststellen, dass …

Til slutt kan ein seie at … Samanfattande kan ein seie at … Avslutningsvis kan ein fastslå at … Ut frå det som er sagt, kan ein konkludere … Dette betyr at … Ein kan derfor konkludere med at … Derfor kan vi fastslå at …

Nokre måtar å argumentere på: Einerseits ist es gut, dass … Andererseits ist es … Die Begründung dafür ist … Ebenso wichtig ist, dass … Ein Gegenargument ist … Ein weiteres Argument dafür ist, dass … Ein (weiteres) Problem ist, dass … Ein Beweis dafür ist … Diese Meinung/Auffassung kann ich nicht teilen. Ich bin (damit) nicht einverstanden, dass … Es ist gar nicht so, dass … Es stimmt einfach nicht, dass … Man muss zugeben, dass … Ich zweifle daran, ob/dass … Das ist zu bezweifeln. Ich bin nicht sicher, ob/dass …

På den eine sida er det bra at … På den andre sida er det … Grunngivinga for det er … Like viktig er at … Eit motargument er … Eit anna argument for det er … Eit (anna) problem er at … Eit bevis for det er … Denne meininga/oppfatninga kan eg ikkje dele. Eg er ikkje samd i at … Det er ikkje slik at … Det stemmer ikkje at … Ein må innrømme at … Eg tviler på at … Det tviler eg på. Eg er ikkje sikker på at …

Sjekklister Når du har skrive ferdig ein tekst på tysk, er det viktig at du ser gjennom og sjekkar dette: Verb Εg har bøygd med rett personending: – e – st – t – en – t – en. Eg har brukt rett tid av verbet. Εg har samsvar mellom subjekt og verbal (eintal/fleirtal). Ordstilling ■ Eg har rett ordstilling. Les meir om dette i minigrammatikken på side 377. ■ Det bøygde verbet (ofte er det hjelpeverbet) står sist i alle leddsetningar: Ich finde, dass der Film sehr spannend ist. ■ Tid – måte – stad: Ich gehe heute (tid) schnell (måte) nach Hause (stad). Det er ikkje sikkert at alle desse tre er med i alle setningar. Preposisjonar med rett kasus ■ Marker preposisjonane og sjå nøye på det første ordet som står etter preposisjonen. ■ Bestem kva for kasus preposisjonen styrer, og bøy deretter det påfølgjande ordet: Ich gehe durch (=akkusativpreposisjon) den Wald. LEKTION 16

333


Adjektivbøying ■ Sjå etter bestemmingsordet (bestemt/ubestemt artikkel, eigedomsord osv.) og bruk anten sterk eller svak adjektivbøying: Ein gutes Buch ist nie langweilig / Das gute Buch ist nie langweilig / Gute Bücher sind nie langweilig. ■ Hugs at adjektivet alltid er ubøygd når det står etter verbet zu sein: Der Lehrer ist sehr nett. Relativt pronomen (som) ■ Hugs at du bruker ei form av der/die/das i rett kasus: Der Mann, der singt, ist mein Vater. Die Frau, die singt, ist meine Mutter. Das Mädchen, dem ich einen Apfel gebe, ist sehr süß. ■ Relativsetningar på tysk er alltid leddsetningar, derfor må det bøygde verbet stå sist: Der Lehrer, der spricht, unterrichtet Deutsch. ■ På norsk står preposisjonen sist i setninga, på tysk må preposisjonen inn først i relativsetninga. Den bestemmer nemleg kasus til relativpronomenet: Das Haus, in dem ich wohne, ist gelb. / Huset som eg bur i, er gult. ■ På norsk kan vi ofte utelate relativpronomenet som, men på tysk kan aldri relativpronomenet utelatast, til dømes: Guten eg snakkar med, er broren min. / Der Junge, mit dem ich spreche, ist mein Bruder. Nokre viktige bindeord i teksten For å få fin flyt i ein tekst er det viktig at du bind saman og varierer setningane. Her er nokre forslag til ord som kan passe godt: men, men … jo, men … ikkje eller, anten eller (den gongen) da (kvar gong) når elles det betyr, det vil seie fordi, ved at

derfor / av den grunnen dersom / i tilfelle slik at utan at utan å i staden for at før utan at / ikkje dersom sjølv om så, etter, deretter under, imens i staden for at nemleg 334

Weiter geht’s

aber, doch, sondern oder, entweder – oder (damals) als (jedesmal) wenn sonst das bedeutet, d. h., das heißt denn (innleier hovudsetning), weil (innleier leddsetning), da, dadurch darum, deshalb, deswegen, aus diesem Grund wenn, falls sodass, damit ohne dass ohne zu anstatt, dass bevor, vorher, ehe ohne dass, außer wenn obwohl, trotzdem dann, danach, nachdem während anstatt, dass nämlich


for at, slik at for å og både og verken eller ikkje berre, men også også forutan på den eine sida / på den andre sida for det første / for det andre / for det tredje som, slik (alt) ettersom sidan, i til

damit um … zu und sowohl – als auch weder – noch nicht nur, sondern auch auch außerdem einerseits/andererseits erstens/zweitens/drittens wie je nachdem seit bis

Munnlege prøver og eksamen på nivå II Du kjem til å ha munnlege fagsamtalar på tysk, og elevar som ikkje blir trekte ut til skriftleg eksamen, kan komme opp i tysk munnleg. Det er ulike måtar å gjennomføre munnleg eksamen på, men poenget er at du skal snakke om ulike tema på tysk. Ofte behandlar ein eit tema, eller ein svarer på ei problemstilling, og det kan vere naturleg å trekkje inn filmar og bilete ein har sett, eller litteratur ein har lese i tysktimane. Nedanfor kjem nokre tips til korleis du kan snakke om dette. Das literarische Gespräch – Sprachhilfe Wenn du einen literarischen Text analysierst, solltest die folgenden Punkte berücksichtigen: 1) Wie heißt der Text, wann und von wem wurde er geschrieben? (Hier kann man gern ein paar Worte zum Autor sagen, Lebenslauf/Werk.) 2) Ist die Zeit, in der der Text geschrieben wurde, bedeutend für den Inhalt? Wenn ja, erzähle davon. 3) Was passiert im Text? Wie ist die konkrete Haupthandlung? (Hier kann man auf die äußere und/oder innere Handlung eingehen.) 4) Wo geschieht die Handlung? (Beschreibe den Ort; die Natur, die Stadt, das Land, drinnen, draußen, kalt, warm …) 5) Beschreibe die Person(en). (Aussehen, Persönlichkeit, Gedanken, Gefühle …) 6) Was ist das Thema? 7) Hat die Überschrift eine besondere Bedeutung? 8) Wie ist die Sprache? (Dialog, Monolog, kurze Sätze, viele Kontraste, Symbolik …) 9) Wie ist der Text aufgebaut? (Komposition, Reime, Rhythmus, Einleitung, Höhepunkt, Spannungssteigerung, offenes Ende …)

Vokabeln das Gespräch samtalen die Haupthandlung hovudhandlinga der Ort staden die Persönlichkeit personlegdommen der Gedanke tanken die Bedeutung tydinga der Reim rimet die Einleitung innleiinga der Höhepunkt høgdepunktet die Spannungssteigerung spenningskurva die Botschaft bodskapen

LEKTION 16

335


10) Was will uns der Autor mit dem Text sagen? Gibt es eine Botschaft? (Versteckt?/offen?) 11) Wie ist deine Meinung zum Text? Å snakke om ein tekst (film, novelle eller roman) Det kan vere ei utfordring å snakke om ein film på tysk. Ofte er det mykje informasjon som skal på plass, og språket i filmen er kanskje vanskeleg. Nedanfor finn du først nokre viktige punkt som bør vere med i ein filmgjennomgang. Die Einleitung: I innleiinga presenterer du filmen med namn, utgivingsår, regissør, viktige skodespelarar og sjanger. ■ ■ ■ ■ ■

Wie heißt der Film? Wann wurde der Film gedreht? Wie heißt der Regisseur? Welche Schauspieler haben die verschiedenen Rollen? Zu welcher Filmgattung gehört der Film?

Die Handlung: I handlingsreferatet gjer du greie for handlingsstad, tidsepoke, innhald og tema. ■

■ ■ ■

Wo findet die Handlung statt? Beschreibe das Milieu und den Ort, an dem der Film spielt. In welcher Epoche spielt der Film? Beschreibe kurz die Handlung. Um welche Themen geht es?

Die Charaktere / die Hauptpersonen: Kva for personar handlar filmen om, og kva slags forhold er det mellom dei ulike figurane? Kven er hovudpersonen? Er hovudpersonen statisk eller dynamisk? Dreier det seg om ein helt eller ein antihelt? ■ ■ ■

■ ■

Beschreibe die wichtigsten Charaktere des Films. Wie ist das Verhältnis zwischen den Personen? Ist die Hauptfigur statisch oder dynamisch? (Damit ist gemeint, ob sie im Laufe des Films eine Entwicklung durchmacht.) Ist die Hauptperson ein Held oder ein Antiheld? Kannst du dich mit einer der Figuren im Film identifizieren?

Die Dramaturgie / der Aufbau: I denne delen tek du for deg komposisjonen eller oppbygginga av filmen. ■ ■

336

Weiter geht’s

Wie fängt der Film an? Wird die Handlung chronologisch präsentiert oder nicht?


■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

Gibt es viele parallele Handlungen im Film? Beschreibe den Konflikt im Film. Wie entwickelt sich dieser Konflikt? Gibt es einen Höhepunkt? In welcher Szene siehst du den Höhepunkt? Wie ist das Ende? Gibt es eine logische Lösung?

Die Musik und der Ton: Som regel blir det brukt musikk og lydeffektar for å forsterke scenene i ein film. Korleis er det i denne filmen? ■ ■

Wie ist die Filmmusik? Gibt es besondere Musik oder sonstige Toneffekte?

Die Botschaft: I denne delen seier du noko om bodskapen eller meininga med filmen. Kva ønskjer denne filmen å seie oss? Finn du typiske verkemiddel eller ein særprega symbolikk? Kva tankar og kjensler sit du att med etter å ha sett filmen? ■ ■ ■ ■

Was sagt der Titel des Films aus? Welche Botschaft möchte der Film vermitteln? Gibt es einige Stilmittel oder eine spezielle Symbolik? Wenn ja, welche? Welche Gedanken und Gefühle hast du, nachdem du den Film gesehen hast?

Å snakke om bilete på tysk Det å snakke om eit bilete har mange fellestrekk med det å arbeide med litteratur eller film. Det er ein del moment som du må ha med i ei biletskildring. Nedanfor finn du nokre punkt som kan vere nyttige å bruke. Hugs at det er vanleg å bruke presens når du snakkar om eit bilete. Hovudspørsmåla er: Wer hat das Bild gemacht? Wann wurde das Bild gemacht? (Epoche und Zeit, was ist typisch?) Ist es ein Foto, eine Zeichnung, eine Malerei, Porträt, Landschaftsbild …? Was sehen wir? Worum geht es? Wie ist die Stimmung? Ist sie froh, düster, ruhig, lebhaft, dramatisch, geprägt von Mitleid und Empathie …? Welche Dinge fallen auf? (Gebäude, Personen, Natur …) Wo ist das Bildzentrum?

Kven har laga biletet? Når vart biletet laga (epoke, tid, kva er typisk)? Kva slags bilete er det snakk om (foto, teikning, måleri, portrett, landskapsbilete)? Kva ser vi? Kva handlar biletet om? Korleis er stemninga? Er ho lystig, dyster, roleg, livleg, empatisk (prega av medkjensle og forståing)? Kva legg du merke til (bygningar, personar, naturen …)? Kvar er sentrum i biletet?

LEKTION 16

337


Welche Farben sieht man? Welche Stilmittel sind zu erkennen? (Kontraste, Spiegelungen, Maltechnik …) Wie wirkt das Bild auf dich? Was ist das Thema und die Botschaft? Was möchte der Künstler sagen?

Kva fargar ser vi? Kva for verkemiddel er nytta, til dømes kontrastar eller speglingar, og kva med sjølve måleteknikken? Korleis verkar biletet på deg? Kva trur du kunstnaren vil seie?

Namn på nokre litterære verkemiddel på tysk das Gestaltungsmittel, das Stilmittel verkemiddelet, stilmiddelet der Kontrast kontrasten die Wiederholung gjentakinga das Symbol symbolet die Metapher metaforen, biletbruken die Alliteration bokstavrimet die Anapher anaforen, gjentakinga i byrjinga av ei setning Wie sagt man das? Wichtige Wörter und Begriffe zum Fachgespräch / zur mündlichen Prüfung Die Einleitung: ■ Ich möchte gern von … erzählen. ■ Ich habe das Thema … bekommen. ■ Ich habe darüber hinaus das Thema … gewählt, weil … ■ Der erste Punkt in meiner Argumentation/Interpretation ist … Über den Text: ■ Der Text handelt von … ■ Der Text dreht sich um … ■ In diesem Text geht es um … ■ In diesem Text geht es darum, dass … ■ Der Text hat als Hauptthema … ■ Es gibt viele Problemstellungen im Text. ■ Jetzt möchte ich gern von meinem Verhältnis zum Thema erzählen. Die eigene Meinung ausdrücken: ■ Ich bin der Meinung, dass … ■ Meiner Meinung nach, ist das richtig. ■ Ich finde, dass es richtig/falsch ist … ■ Ich bin der Auffassung, dass … ■ Ich stimme überein / nicht überein mit … ■ Ich glaube, dass … ■ Auf der einen Seite / auf der anderen Seite finde ich, dass …

338

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Auf das Grundthema bezogen: ■ Ich habe jetzt von … erzählt. ■ Das kann man mit dem übergeordneten Thema vergleichen. ■ Das kann man mit … vergleichen. ■ Das gleicht … Wenn man etwas nicht versteht: ■ Entschuldigung, das habe ich nicht verstanden. ■ Ich bin nicht ganz sicher. ■ Kannst du das bitte wiederholen? ■ Wie bitte?

LEKTION 16

339


Lösung

Lektion 1 S. 19 1)

1C, 2F, 3E, 4B, 5D, 6C, 7C, 8G, 9A, 10F

2) 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9)

Hallo Barbara! Wie geht es dir? Grüß dich, Sandra. Es geht ganz gut. Ich bin nur ein bisschen müde. Warum bist du denn müde? Meine Kinder wollen in der Nacht nicht schlafen. Immer ist etwas. Oh weh, du Arme! Gehst du mit mir später ins Kino? Da läuft ein super Film! Nein, ich kann nicht. Ich muss nach Hause. Mein Mann ist nicht da, und die Kinder sollen nicht alein sein. Ach so, schade. Gott sei Dank habe ich keine Kinder. Ich liebe meine Kinder. Aber manchmal möchte ich für einen Tag die Sandra sein! Dann musst du aber den Leo füttern!

S. 25 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7)

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Lektion 3 S. 70 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10)

340

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S. 71 

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Lektion 4

Lektion 5

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S. 106

1)

1e, 2c, 3b, 4g, 5f, 6d, 7a

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Lösung

341


Lektion 6 S. 134

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Nr.

342

Infinitiv

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3. Person Präsens

h

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3. Person Präteritum

3. Person Perfekt

1

bitten

bittet

bat

hat gebeten

2

genießen

genießt

genoss

hat genossen

3

können

kann

konnte

hat gekonnt

4

laufen

läuft

lief

ist gelaufen

5

sein

ist

war

ist gewesen

6

schlagen

schlägt

schlug

hat geschlagen

7

sterben

stirbt

starb

ist gestorben

8

streiten

streitet

stritt

hat gestritten

9

springen

springt

sprang

ist gesprungen

10

wachsen

wächst

wuchs

ist gewachsen

11

reiten

reitet

ritt

ist/hat geritten

12

leihen

leiht

lieh

hat geliehen

Weiter geht’s


Lektion 8 S. 168 Birte: Ulla: Birte: Ulla: Birte: Ulla: Birte: Ulla: Birte: Ulla: Birte: Ulla: Birte:

Komm Ulla, wir müssen noch eine Skijacke für dich kaufen. Was ist mit der bunten Jacke dort? Die ist ja viel zu eng. Da passe ich ja gar nicht hinein. Kannst du die blaue Jacke bitte anprobieren? Die sieht schön aus. Ja, die will ich haben. Ja, es geht. Bequem ist sie schon. Dann brauchen wir noch einen Schal für dich. Gefällt dir der blaue Schal? Nein, der geht gar nicht. Der sieht ja total schrecklich aus! Wie wär’s mit dem grün-gelb gestreiften Schal? Der ist ja für Jungen! Und was ist mit dem weißen Schal mit den pinken Sternen? Ja, der ist schön! Und angenehm weich ist er auch … Wunderbar, dann haben wir alles! Jetzt gehen wir zur Kasse. Ich habe schöne Sachen bekommen. Danke Mama, du bist immer so lieb! Keine Ursache, hat mir auch Spaß gemacht.

S. 176 med over rundt mot ut, ut av, fra / ut, ut av, frå for, til siden / sidan for … siden, foran / for … sidan, framfor i, om, inn i på, ved bak

hos under mellom gjennom uten / utan ved siden av / ved sida av etter, til til fra, av / frå, av på

Lektion 9

Lektion 13

S. 185

S. 255

1) 2) 3) 4) 5)

1) 2) 3) 4) 5) 6)

F F R F R

F R R F R R

Lektion 12

S. 256

S. 250

1) 2) 3) 4) 5) 6)

1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8)

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Lösung

343


Lektion 15 S. 310

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344

Weiter geht’s

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Selbstbewertungsschema Lektion:

Name:

1 Mit welchen Themen hast du dich in dieser Lektion beschäftigt?

2 Was war das Wichtigste, das du in dieser Lektion gelernt hast? Wortschatz Grammatik Geschichte/Kultur/Landeskunde 3 Gibt es eine Fertigkeit (lesen, hören, sprechen, rechnen, IKT), mit der du in dieser Lektion nicht gearbeitet hast? Warum nicht?

4 Was war das Interessanteste in dieser Lektion / Was hat dir am besten gefallen? Warum?

5 Wie gut hast du mit den Vokabeln gearbeitet? (1=sehr gut, 2=gut, 3=nicht gut) 6 Wie gut hast du mit den Hausaufgaben gearbeitet? (1=sehr gut, 2=gut, 3=nicht gut) 7 Wie war deine Leistung in den Stunden? (1=sehr gut, 2=gut, 3=nicht gut) 8 Was hast du in dieser Lektion besonders gut gemacht?

9 Wobei brauchst du vom Lehrer Hilfe? – Hörverständnis

– Mündliches Deutsch

– Wortschatz

– Schriftliches Deutsch

– Grammatik

– Sonstiges

10 Woran musst du weiterarbeiten?

Selbstbewertungsschema

345


Minigrammatikk bokmål 1 SPØRREORD Dette er de viktigste spørreordene på tysk: Wann? Warum? Was? Wer? Wie? Wie viel? Wo? Woher? Wohin? Welcher? Welche? Welches?

Når? Hvorfor? Hva? Hvem? Hvordan? Hva? Hvor mye? Hvor? Hvorfra? Hvor hen? Hvilken? (etterfulgt av hankjønn) Hvilken/hvilke? (etterfulgt av hunkjønn eller flertall) Hvilket? (etterfulgt av intetkjønn)

2 VERB Verb er ord som sier noe om hva noe eller noen gjør. Eksempler på verb er snakke, være, ha, leke, sove og sitte. Foran et verb kan man på norsk sette infinitivsmerket å. På tysk heter infinitivsmerket zu. Ved hjelp av verbets ulike tidsformer kan vi uttrykke om noe hender nå, hendte i går eller skal hende. Tidsformene kalles ulike tempus.

2.1 Infinitiv

Infinitivsformen er den ubøyde formen et verb står i. Eksempel: zu tanzen = å danse. zu (= å) kalles infinitivsmerke.

2.2 Verbbøyning i presens (nåtid)

Nåtid kalles også presens og er den verbformen vi bruker når vi forteller at vi gjør noe nå, for eksempel skriver, snakker, leser eller spiser. Når vi bruker denne formen på tysk, må vi huske å legge til personending.

346

Weiter geht’s

Ta verbstammen uten infinitivsendingen -en og tilføy den rette endingen. For eksempel: gehen ➔ geh| + personending 1. person singular

ich: -e

ich gehe

2. person singular

du: -st

du gehst

3. person singular

er, sie, es: -t

er, sie, es geht

1. person plural

wir: -en

wir gehen

2. person plural

ihr: -t

ihr geht

3. person plural

sie: -en

sie gehen

høflig form

Sie: -en

Sie gehen

2.2.1 Sterke og svake verb

Som på norsk har vi på tysk både svake og sterke verb. De har ulik bøyning. De svake verbene er regelmessige og læres ved å lære vanlig verbbøyning. De sterke verbene er uregelmessige og må pugges. En del sterke verb får en forandring i stammevokalen (omlyd eller vokalskifte) i 2. og 3. person entall. Eksempel: a➔ä zu fahren (å kjøre, dra, reise) ich fahre du fährst er, sie, es fährt wir fahren ihr fahrt sie fahren Sie fahren

e➔i zu essen (å spise) ich esse du isst er, sie, es isst wir essen ihr esst sie essen Sie essen

Andre verb som får endring i stammevokalen: zu geben (å gi) zu helfen (å hjelpe) zu laufen (å løpe) zu lesen (å lese) zu nehmen (å ta) zu schlafen (å sove) zu sehen (å se) zu sprechen (å snakke) zu treffen (å treffe) zu vergessen (å glemme)


Her ser du bøyningen til noen av dem: zu nehmen (å ta) ich nehme du nimmst er, sie, es nimmt wir nehmen ihr nehmt sie nehmen Sie nehmen

zu sehen (å se) ich sehe du siehst er, sie, es sieht wir sehen ihr seht sie sehen Sie sehen

zu laufen (å løpe) ich laufe du läufst er, sie, es läuft wir laufen ihr lauft sie laufen Sie laufen

zu lesen (å lese) ich lese du liest er, sie, es liest wir lesen ihr lest sie lesen Sie lesen

Verb som får endring i stammevokalen i 2. og 3. person entall, er i ordlista markert med *.

2.2.2 Uregelmessige verb

Disse verbene bøyes uregelmessig og må pugges ekstra godt.

2.3 Presens perfektum

Presens perfektum bruker vi når vi snakker om hva noen har gjort, og formen brukes særlig i muntlig tysk for å markere fortid: Ich habe ein Buch gekauft. (Jeg har kjøpt ei bok). På norsk bruker vi her også preteritum: Jeg kjøpte ei bok.

2.3.1 Presens perfektum av svake og sterke verb Slik danner vi presens perfektum på tysk:

1. Ta grunnformen av et verb: kaufen = kjøpe 2. Ta bort endingen -en: kauf (= verbstammen) 3. Legg til ge- foran stammen og -t eller -en som ending: ge – kauf – t På tysk begynner presens perfektumsformen nesten alltid med ge- og slutter på -t ved svake verb og -en ved sterke verb. Presens perfektumsformen av sterke verb må læres utenat akkurat som på engelsk. Du finner bøyningen til de vanligste sterke verbene under punkt 2.5.

En liten huskeregel:

zu sein (å være) ich bin du bist er, sie, es ist wir sind ihr seid sie sind Sie sind

zu haben (å ha) ich habe du hast er, sie, es hat wir haben ihr habt sie haben Sie haben

Noen eksempler på presens perfektum:

zu werden (å bli) ich werde du wirst er, sie, es wird wir werden ihr werdet sie werden Sie werden

zu wissen (å vite) ich weiß du weißt er, sie, es weiß wir wissen ihr wisst sie wissen Sie wissen

Der Lehrer hat viel gesagt. Læreren har sagt/sa mye. Ich habe eine Cola getrunken. Jeg har drukket/drakk en cola. Markus hat eine Hose gekauft. Markus har kjøpt/kjøpte en bukse. Hast du das gehört? Har du hørt/hørte du det?

ge- + verbstamme + -t/-en = geten Ikke glem at geten er så langsom at den alltid kommer helt til slutt i den tyske setningen.

2.3.2 Verb uten ge- i perfektum partisipp

Det finnes noen verb på tysk som ikke får ge- i perfektum partisipp. Disse verbene slutter i infinitiv på -ieren eller begynner med følgende stavelser: be-, emp,- ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer-.

Minigrammatikk bokmål

347


Eksempler på verb som ikke får ge-: Vater hat alles bezahlt (bezahlen). Far har betalt/betalte alt. Sie hat einen Witz erzählt (erzählen). Hun har fortalt/fortalte en vits. Meine Mannschaft hat gewonnen (gewinnen). Laget mitt har vunnet/vant.

2.3.3 Hjelpeverb i presens perfektum •

Som regel brukes hjelpeverbet haben når man danner presens perfektum på tysk. Verbet sein brukes til å danne perfektum blant annet når verbet uttrykker at man flytter seg fra ett sted til et annet: Der Mann ist nach Berlin gefahren. Mannen har kjørt/kjørte til Berlin. Sie sind schnell gegangen. De har gått/gikk fort. Der Dieb ist ins Wasser gesprungen. Tyven har hoppet/hoppet i vannet. Bist du nach Italien geflogen? Har du fløyet/fløy du til Italia?

• Sein brukes også når det man har gjort, innebærer en tilstandsforandring: Er ist eingeschlafen. Han har sovnet/sovnet. Sie ist aufgewacht. Hun har våknet/våknet. Oma ist gestern gestorben. Bestemor døde i går. Die Leute auf der Titanic sind ertrunken. Menneskene på Titanic har druknet/druknet.

348

Weiter geht’s

2.3.4 Presens perfektum av haben, sein og werden haben

sein

werden

1. pers. sg.

ich

habe gehabt

bin gewesen

bin geworden

2. pers. sg.

du

hast gehabt

bist gewesen

bist geworden

er

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

sie

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

es

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

1. pers. pl.

wir

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

2. pers. pl.

ihr

habt gehabt

seid gewesen

seid geworden

3. pers. pl.

sie

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

høflig form

Sie

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

3. pers. sg.

2.4 Preteritum

Preteritum på tysk brukes mest i skriftlig språk. Det er altså viktig å merke seg at der vi på norsk bruker preteritum, er det mest vanlig å bruke presens perfektum på tysk.

2.4.1 Preteritum av svake verb

Svake verb danner preteritum ved hjelp av stammen av verbet + t + personending. Dersom stammen slutter på -d eller -t, setter vi inn en ekstra -e. Hvis du tenker på hvordan det er på norsk, er det ikke så ulikt: jeg kjøpte. kaufen

arbeiten

1. pers. sg

ich

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

2. pers. sg

du

kauf -t -est

arbeit -e -t -est

er

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

sie

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

es

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

1. pers. pl

wir

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

2. pers. pl

ihr

kauf -t -et

arbeit -e -t -et

3. pers. pl

sie

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

høflig form

Sie

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

3. pers. sg


2.4.2 Preteritum av sterke verb

De sterke verbene danner preteritum som på norsk, ved å forandre stammevokalen. De sterke verbene må læres a verbo, da de ikke har lik bøyning. Når du kan bøye verbene a verbo (som på engelsk go – went – gone), er det enkelt å bøye sterke verb. Her er eksempler på noen sterke verb i preteritum: sehen

gehen

fahren

1. pers. sg

ich

sah

ging

fuhr

2. pers. sg

du

sahst

gingst

fuhrst

3. pers. sg

er

sah

ging

fuhr

sie

sah

ging

fuhr

es

sah

ging

fuhr

1. pers. pl

wir

sahen

gingen

fuhren

2. pers. pl

ihr

saht

gingt

fuhrt

3. pers. pl

sie

sahen

gingen

fuhren

høflig form

Sie

sahen

gingen

fuhren

Som du ser, har ikke sterke verb i preteritum noen personending i 1. og 3. person entall. 2. person entall og flertallsformene brukes sjelden på tysk. Her velger man isteden å bruke presens perfektum. Når du bøyer zu sehen a verbo (zu sehen – sieht – sah – hat gesehen), ser du med en gang hvilken stammevokal verbet får i preteritum.

2.4.3 Preteritum av haben, sein og werden haben

sein

werden

1. pers. sg

ich

hatte

war

wurde

2. pers. sg

du

hattest

warst

wurdest

er

hatte

war

wurde

sie

hatte

war

wurde

es

hatte

war

wurde

wir

hatten

waren

wurden

3. pers. sg

1. pers. pl 2. pers. pl

ihr

hattet

wart

wurdet

3. pers. pl

sie

hatten

waren

wurden

høflig form

Sie

hatten

waren

wurden

2.5 Oversikt over viktige sterke verb

Det er viktig å lære bøyningen av de sterke verbene utenat. Her ser du noen av de viktigste sterke verbene på tysk: INFINITIV

PRESENS

PRETERITUM

PRESENS PERFEKTUM

NORSK

beginnen

beginnt

begann

hat begonnen

begynne

bleiben

bleibt

blieb

ist geblieben

(for)bli

essen

isst

hat gegessen

spise

fahren

fährt

fuhr

ist gefahren

kjøre, reise

fallen

fällt

fiel

ist gefallen

falle

fangen

fängt

fing

hat gefangen

fange

finden

findet

fand

hat gefunden

finne

fliegen

fliegt

flog

ist geflogen

fly

geben

gibt

gab

hat gegeben

gi

gehen

geht

ging

ist gegangen

gewinnen

gewinnt

gewann

hat gewonnen

vinne

heißen

heißt

hieß

hat geheißen

hete

helfen

hilft

half

hat geholfen

hjelpe

kommen

kommt

kam

ist gekommen

komme

laufen

läuft

lief

ist gelaufen

løpe

lesen

liest

las

hat gelesen

lese

liegen

liegt

lag

hat gelegen

ligge

nehmen

nimmt

nahm

hat genommen

ta

reiten

reitet

ritt

ist geritten

ri

rufen

ruft

rief

hat gerufen

rope

scheinen

scheint

schien

hat geschienen

skinne Minigrammatikk bokmål

349


INFINITIV

PRESENS

PRETERITUM

PRESENS PERFEKTUM

NORSK

schießen

schießt

schoss

hat geschossen

skyte

schlafen

schläft

schlief

hat geschlafen

sove

schreiben

schreibt

schrieb

hat geschrieben

skrive

schreien

schreit

schrie

hat geschrien

skrike

schwimmen

schwimmt

schwamm

ist geschwommen

svømme

sehen

sieht

sah

hat gesehen

se

singen

singt

sang

hat gesungen

synge

sitzen

sitzt

saß

hat gesessen

sitte

sprechen

spricht

sprach

hat gesprochen

snakke

stehen

steht

stand

hat gestanden

stå

sterben

stirbt

starb

ist gestorben

treffen

trifft

traf

hat getroffen

treffe

trinken

trinkt

trank

hat getrunken

drikke

tun

tut

tat

hat getan

gjøre

vergessen

vergisst

vergaß

hat vergessen

glemme

verlieren

verliert

verlor

hat verloren

miste, tape

wachsen

wächst

wuchs

ist gewachsen

vokse

waschen

wäscht

wusch

hat gewaschen

vaske

werfen

wirft

warf

hat geworfen

kaste

ziehen

zieht

zog

hat gezogen

dra, trekke

2.6 Modale hjelpeverb og wissen

Vokalen endres ikke i flertall (wir, ihr, sie, Sie).

Modale hjelpeverb er verb som brukes sammen med andre verb, og som sier noe om hva man kan, vil, må, skal, bør eller får lov til.

Etter ich, er, sie, es og man forsvinner personendingen.

Hjelpeverbene endrer vokal når de brukes i presens (bortsett fra zu sollen). Vokalen endres i alle entallsformene (ich, du, er, sie, es, man).

Husk: 1 Vokalskifte i entall. 2 Ingen ending etter ich, er/sie/es og man. 3 Det man kan, vil, må, skal, bør eller får lov til, står sist i setningen.

2.6.1 Oversikt over modale hjelpeverb DÜRFEN (å få lov til)

KÖNNEN (å kunne)

MÖGEN (å like)

MÜSSEN (å måtte)

SOLLEN (å skulle)

WOLLEN (å ville)

ich darf

ich kann

ich mag

ich muss

ich soll

ich will

du darfst

du kannst

du magst

du musst

du sollst

du willst

er, sie, es darf

er, sie, es kann

er, sie, es mag

er, sie, es muss

er, sie, es soll

er, sie, es will

wir dürfen

wir können

wir mögen

wir müssen

wir sollen

wir wollen

ihr dürft

ihr könnt

ihr mögt

ihr müsst

ihr sollt

ihr wollt

sie dürfen

sie können

sie mögen

sie müssen

sie sollen

sie wollen

Sie dürfen

Sie können

Sie mögen

Sie müssen

Sie sollen

Sie wollen

350

Weiter geht’s


wollen Er will das nicht machen. Han vil ikke gjøre det. Ihr wollt nicht auf mich hören. Dere vil ikke høre på meg.

Eksempler på bruk: dürfen Ich darf nicht Auto fahren. Jeg får ikke lov til å kjøre bil. Du darfst nicht rauchen. Du får ikke lov til å røyke.

2.6.2 Wissen

Wissen er ikke et modalt hjelpeverb, men bøyes på samme måte.

können Er kann lesen. Han kan lese. Wir können Deutsch sprechen. Vi kan snakke tysk.

WISSEN (å vite) ich weiß du weißt

mögen Ihr mögt Schokolade. Dere liker sjokolade. Sie mögen das Singen im Chor. De liker å synge i kor.

er, sie, es weiß wir wissen ihr wisst sie wissen Sie wissen

müssen Du musst immer Hausaufgaben machen. Du må alltid gjøre lekser. Er muss jetzt gehen. Han må gå nå.

Eksempler på bruk: Ich weiß, welche Farbe deine Jacke hat. Jeg vet hvilken farge jakka di har. Wir wissen, dass wir Deutsch sprechen können. Vi vet at vi kan snakke tysk.

sollen Sie soll nicht alleine gehen. Hun skal/bør ikke gå alene. Du sollst nicht stehlen. Du skal ikke stjele.

2.6.3 Modale hjelpeverb i preteritum

Slik bøyes de modale hjelpeverbene og wissen i preteritum: DÜRFEN (å få lov til)

KÖNNEN (å kunne)

MÖGEN (å like)

MÜSSEN (å måtte)

SOLLEN (å skulle)

WOLLEN (å ville)

WISSEN (å vite)

ich durfte

ich konnte

ich mochte

ich musste

ich sollte

ich wollte

ich wusste

du durftest

du konntest

du mochtest

du musstest

du solltest

du wolltest

du wusstest

er, sie, es durfte

er konnte

er mochte

er musste

er sollte

er wollte

er, sie, es wusste

wir durften

wir konnten

wir mochten

wir mussten

wir sollten

wir wollten

wir wussten

ihr durftet

ihr konntet

ihr mochtet

ihr musstet

ihr solltet

ihr wolltet

ihr wusstet

sie durften

sie konnten

sie mochten

sie mussten

sie sollten

sie wollten

sie wussten

Sie durften

Sie konnten

Sie mochten

Sie mussten

Sie sollten

Sie wollten

Sie wussten

Legg merke til at alle modalverbene, unntatt sollen og wollen, har en annen vokal i preteritum enn i infinitiv. Personendingene er som regelmessige svake verb. Minigrammatikk bokmål

351


2.7 Løst sammensatte verb

2.8 Konjunktiv

En del tyske verb er løst sammensatte. Det vil si at de består av en forstavelse og et verb. De løst sammensatte verbene deler seg når man bruker dem i presens og preteritum. Forstavelsen kommer da alltid sist i setningen. Forstavelsen er alltid betont, og er et eget ord.

Verb står vanligvis i indikativ eller imperativ. Indikativformene blir brukt i vanlige fortellende setninger, mens imperativ er formen man bruker når man skal gi en ordre eller befale noen. I tillegg har tysk også formen konjunktiv, som opptrer både i presens og preteritum.

Under ser du at forstavelsen ligner en preposisjon, men det er viktig å merke seg at den ikke er det. Dette er viktig av to grunner: 1) den kan stå sist i setningen, og 2) den fører ikke til kasusbøyning.

Konjunktiv I: Presens konjunktiv uttrykker et referat eller et ønske som kan oppfylles. Konjunktiv II: Preteritum konjunktiv uttrykker at noe er uvirkelig eller at det gjerne skulle skjedd.

Presens: aufmachen

2.8.1 Når bruker vi konjunktiv?

teilnehmen ausgehen

Preteritum: aufmachen teilnehmen ausgehen

Sie macht die Tür auf. Hun åpner døra. Wir nehmen an dem Spiel teil. Vi deltar i spillet/leken. Abends gehen sie gern aus. Om kvelden går de gjerne ut.

Sie machte die Tür auf. Hun åpnet døra. Wir nahmen an dem Spiel teil. Vi deltok i spillet/leken. Abends gingen sie gern aus. Om kvelden gikk de gjerne ut.

(Her er det nesten bare 3. person som brukes.)

Høflig konjunktiv (konjunktiv II): Könnten Sie mir bitte den Weg sagen? Ich hätte gern eine Cola. Würden Sie so freundlich sein, mir zu helfen? Ich würde gerne eine blaue Hose anprobieren.

Hypotetiske setninger (konjunktiv II): (uttrykker et ønske eller en drøm, eller at noe er tenkt eller uvirkelig) Wenn ich jetzt Geld hätte, würde ich das Auto kaufen. Hvis jeg hadde hatt penger, ville jeg ha kjøpt bilen.

Presens perfektum: I presens perfektum flytter man forstavelsen foran perfektum partisipp-formen av verbet. aufmachen teilnehmen ausgehen

Sie hat die Tür aufgemacht. Hun har åpnet døra. Wir haben an dem Spiel teilgenommen. Vi har deltatt i spillet/leken. Abends sind sie gern ausgegangen. Om kvelden har de gjerne gått ut.

Infinitivsmerket zu står mellom forstavelsen og verbet: aufzumachen teilzunehmen auszugehen

352

Weiter geht’s

Indirekte tale (konjunktiv I): Direkte tale: Indirekte tale: Ich bin krank. Er sagte, er sei krank. / Er sagte, dass er krank sei.

På tysk bruker vi altså hätte der vi på norsk bruker hadde hatt.

Sammenligningssetninger (konjunktiv II): Er tat, als ob er krank wäre (sei). Han gjorde/lot som han var syk. Er sieht aus, als wenn er krank wäre. Han ser ut som han er syk.


Bøyning av konjunktiv I HABEN

SEIN

FRAGEN

FAHREN

KÖNNEN

WERDEN

ich

habe

sei

frage

fahre

könne

werde

du

habest

seist

fragest

fahrest

könnest

werdest

er/sie/es

habe

sei

frage

fahre

könne

werde

wir

haben

seien

fragen

fahren

können

werden

ihr

habet

seiet

fraget

fahret

könnet

werdet

sie/Sie

haben

seien

fragen

fahren

können

werden

SEIN

FRAGEN

FAHREN

KÖNNEN

WERDEN

Bøyning av konjunktiv II HABEN ich

hätte

wäre

fragte

führe

könnte

würde

du

hättest

wärest

fragtest

führest

könntest

würdest

er/sie/es

hätte

wäre

fragte

führe

könnte

würde

wir

hätten

wären

fragten

führen

könnten

würden

ihr

hättet

wäret

fragtet

führet

könntet

würdet

sie/Sie

hätten

wären

fragten

führen

könnten

würden

For å gjøre det enkelt kan man si at • konjunktiv I dannes ved å ta bort -n i infinitiv. • konjunktiv II av svake verb er lik preteritum indikativ. • konjunktiv II av sterke verb lages av preteritumsstammen + omlyd (tødler) + konjunktivendelse (se führe). • modale hjelpeverb blir bøyd som können, med omlyd. Unntak her er wollen/sollen.

2.9 Verb med fast preposisjon sich fürchten vor + D

å være redd for

Ich fürchte mich vor dem Hund.

diskutieren über + A

å diskutere

Wir diskutieren über die Schule.

sprechen/reden über + A

å snakke om

Er spricht über den Mann.

sich beschäftigen mit + D

å være opptatt av

Ich beschäftige mich mit dem Film.

warten auf + A

å vente på

Ich warte auf meinen Freund.

denken an + A

å tenke på

Sie denkt oft an ihn.

aufhören mit + D

å slutte med

Wir hören mit dem Buch auf.

Lust haben auf + A

å ha lyst på

Das Mädchen hat Lust auf das Eis.

Angst haben vor + D

å være redd for

Er hat Angst vor dem Tiger.

teilnehmen an + D

å delta på

Die Schüler nehmen an der Reise teil.

kämpfen gegen + A

å kjempe mot

Alle kämpfen gegen den Politiker.

anfangen mit + D

å begynne med

Ich fange mit dem Buch an.

abhängen von + D

å avhenge av

Das hängt von dir ab.

sich konzentrieren um + A

å konsentrere seg om

Er konzentriert sich um die Handlung.

danken für + A

å takke for

Die Leute danken für die nette Rede.

sich gewöhnen an + A

å venne seg til

Alle gewöhnen sich an den Schnee.

sich ärgern über + A

å ergre seg over

Die Mutter ärgert sich über den Sohn.

sich verabschieden von + D

å ta avskjed med noen

Alle verabschieden sich von dem Mann.

arbeiten an + D

å arbeide med

Peter arbeitet an dem Projekt.

sich verlassen auf + A

å stole på

Du verlässt dich auf mich.

sich unterhalten mit + D

å snakke med

Wir unterhalten uns mit der Frau. Minigrammatikk bokmål

353


antworten auf + A

å svare på

Kannst du auf die Frage antworten?

glauben an + A

å tro på

Viele glauben an den Weihnachtsmann.

bitten um + A

å be om

Sie bittet um meine Hilfe.

sich handeln um + A

å handle om

Es handelt sich um einen deutschen Roman.

fliehen aus + D

å flykte fra

Die Gefangenen flohen aus dem Gefängnis.

sich streiten über + A

å krangle om

Die Schüler streiten über die Note.

warnen vor + D

å advare mot

Der Politiker warnt vor der Katastrophe.

lachen über + A

å le av

Sie lachen über den Lehrer.

halten von + D

å synes om

Was hälst du von dem Film?

sich verlieben in + A

å forelske seg i

Das Mädchen verliebt sich in den Jungen.

wissen von + D

å vite om

Ich weiss von dem Geheimnis.

3 SUBSTANTIV Substantiv kalles de ordene som er personer, dyr eller ting, for eksempel mann, jakke og hus. For å finne ut om et ord er substantiv, kan du sette en, ei eller et foran: en mann, en/ ei jakke og et hus. På tysk får alle substantiv stor bokstav, selv om de står midt i en setning: der Mann (mannen), die Frau (kvinnen), das Kind (barnet). Flertallsending Når man danner flertall av substantivet på tysk, er det ikke slik at alle ordene får lik flertallsending. Noen substantiv har endingen -en, andre -er eller -e. Ofte forandrer stammevokalen seg ved å få omlyd i flertall. Dette vises med * i ordlista. Eksempel: der Mann (-er*) – die Männer.

Norsk Ubestemt form

Bestemt form

Ubestemt form

Bestemt form

Hankjønn

en mann

mannen

ein Mann

der Mann

Hunkjønn

ei sol

sola

eine Sonne

die Sonne

Intetkjønn

et barn

barnet

ein Kind

das Kind

Flertall

mennesker

menneskene Leute

På tysk står der, die og das foran substantivet når man har bestemt form. Disse småordene kalles den bestemte artikkelen. Også på engelsk setter man den bestemte artikkelen the foran substantivet (the man). På norsk legger man derimot til en ending for å få fram bestemt form: mannen.

354

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die Leute

For å vite hvilken bestemt artikkel et substantiv skal ha, det vil si for å vite hvilket kjønn substantivet har, kan man slå opp i ei ordbok. I ordboka står det m, f eller n bak ordet. m = maskulinum = hankjønn f = femininum = hunkjønn n = nøytrum = intetkjønn

➔ der ➔ die ➔ das

En, ei, et heter ein, eine og ein på tysk. Disse ordene kalles ubestemt artikkel.

4 DETERMINATIVER 4.1 Bestemt og ubestemt artikkel

Tysk

Hankjønn Hunkjønn Intetkjønn Flertall Bestemt artikkel

der

die

das

die

Ubestemt artikkel

ein

eine

ein

-

4.1.1 Bestemt artikkel i flertall

I flertall (plural) får alle substantiv die som bestemt artikkel i grunnformen. Det spiller ingen rolle hvilken artikkel (der, die, das) ordet har i entall (singular). Bestemt artikkel (sg.)

Bestemt artikkel (pl.)

der Mann

die Männer

die Frau

die Frauen

das Kind

die Kinder


4.2 Tallene

Unntak: 1. = erste 3. = dritte 7. = siebte

4.2.1 Grunntall 1

eins

24

vierundzwanzig

2

zwei

25

fünfundzwanzig

3

drei

26

sechsundzwanzig

4

vier

27

siebenundzwanzig

5

fünf

28

achtundzwanzig

6

sechs

29

neunundzwanzig

7

sieben

30

dreißig

8

acht

31

einunddreißig

9

neun

40

vierzig

10

zehn

50

fünfzig

11

elf

60

sechzig

12

zwölf

70

siebzig

13

dreizehn

80

achtzig

14

vierzehn

90

neunzig

15

fünfzehn

99

neunundneunzig

16

sechzehn

100

hundert

17

siebzehn

101

(ein)hunderteins

18

achtzehn

102

(ein)hundertzwei

19

neunzehn

110

(ein)hundertzehn

20

zwanzig

200

zweihundert

21

einundzwanzig

10 000

zehntausend

22

zweiundzwanzig

1 000 000

eine Million

23

dreiundzwanzig

4.2.2. Ordenstall

Når du bruker ordenstall i forbindelse med dato, må du ha «am» foran og «-n» bak. (Husk: Bare måneden og dagen blir ordenstall, ikke årstallet!) Ich bin am siebten (7.) neunten (9.) neunzehnhundertsiebenundachtzig geboren. VIKTIG! På norsk bruker vi alltid preposisjonen i foran et årstall: De olympiske leker på Lillehammer var i 1994. På tysk bruker vi aldri in foran et årstall: Die olympischen Spiele in Lillehammer waren 1994.

4.3 Eiendomsord

Eiendomsord beskriver hvem noe tilhører. Hvilket eiendomsord du velger, avhenger av hvem det tilhører. Mein Bruder = broren «tilhører» meg. Deine Tante = tanta «tilhører» deg. Norsk

Tysk

personlig pronomen

eiendomsord

personlig pronomen

eiendomsord

1. pers. sg

jeg

min

ich

mein

2. pers. sg

du

din

du

dein

han

hans/ dens/sin

er

sein

hun

hennes/ dens/sin

sie

ihr

det/den

dets/sin

es

sein

Ordenstall som første, andre, tredje og så videre brukes i mange sammenhenger. Du lager dem ved å henge en ending på grunntallene.

3. pers. sg

Fra 2 til 19 er endingen -te, og fra 20 og oppover er den -ste:

1. pers. pl

vi

vår

wir

unser

2. pers. pl

dere

deres

ihr

euer

3. pers. pl

de

deres/sin

sie

ihr

høflig form

De

Deres

Sie

Ihr

1.

erste

10.

zehnte

2.

zweite

11.

elfte

3.

dritte

20.

zwanzigste

4.

vierte

21.

einundzwanzigste

5.

fünfte

22.

zweiundzwanzigste

6.

sechste

30.

dreißigste

7.

siebte

100.

hundertste

8.

achte

1000.

tausendste

9.

neunte

1 000 000.

millionste

Også eiendomsord i høflighetsform skrives med stor bokstav. Eiendomsord står vanligvis sammen med et substantiv og får ending etter substantivet, akkurat som den ubestemte artikkelen. Hvis substantivet er hankjønn (m) eller intetkjønn (n), har eiendomsordet ingen ending. Er substantivet hunkjønn (f) eller i flertall (pl), er endingen -e. Minigrammatikk bokmål

355


Eksempler:

Norsk

Mein Bruder (m) heißt Otto. Broren min heter Otto. Mein Computer (m) ist neu. Datamaskinen min er ny. Mein Kind (n) heißt Louise. Barnet mitt heter Louise. Mein Haus (n) liegt in der Parkallee. Huset mitt ligger i Parkalleen. Meine Tochter (f) heißt Beate. Dattera mi heter Beate. Meine Schule (f) liegt in der Uferstraße. Skolen min ligger i Uferstraße. Meine Eltern (pl) heißen Erna und Paul. Foreldrene mine heter Erna og Paul. Meine Haare (pl) sind lang. Håret mitt er langt. Eiendomsordet sammen med et substantiv kan også fungere som direkte objekt. Formene til eiendomsordene er de samme som ved den ubestemte artikkelen.

5 PRONOMEN 5.1 Personlig pronomen

Pronomen er små ord man bruker istedenfor en ting, et dyr, en person eller et navn. Disse ordene kan for eksempel være den, jeg, vi, de, henne. Det finnes ulike typer pronomen, men noen av de vi bruker mest er personlige pronomen. De personlige pronomenene har disse formene som subjekt, objekt og indirekte objekt i setningen:

Tysk

Subjekt

Objekt

Indir. obj.

Subjekt Objekt

Indir. obj.

1. pers. sg

jeg

meg

meg

ich

mich

mir

2. pers. sg

du

deg

deg

du

dich

dir

han

ham

ham

er

ihn

ihm

3. pers. sg

hun

henne

henne

sie

sie

ihr

den/ det

den/ det

den/ det

es

es

ihm

1. pers. pl

vi

oss

oss

wir

uns

uns

2. pers. pl

dere

dere

dere

ihr

euch

euch

3. pers. pl

de

dem

dem

sie

sie

ihnen

høflig form

De

Dem

Dem

Sie

Sie

Ihnen

Husk at du bruker høflighetsformen når du snakker til voksne og ukjente personer. Høflighetspronomenet skrives alltid med stor forbokstav. Husk at verbet må bøyes avhengig av hvilket personlig pronomen det står til (se punkt 2.2).

5.2 Ubestemte pronomen kein man nichts etwas alles

ingen en, man ingenting noe alt

6 ADJEKTIV På tysk kan adjektivet brukes på to måter: 1

Det brukes som predikativ, det vil si at det står etter verbene zu sein, zu werden eller zu bleiben. Da er det alltid ubøyd: Er ist klein. Sie sind lang. Es wird spät.

Han er liten. De er lange. Det blir seint.

2 Det står foran et substantiv. Da bøyes adjektivet alltid: Der kleine Junge liest. Den lille gutten leser.

356

Weiter geht’s


6.1. Adjektivbøyning etter bestemt artikkel

Etter bestemt artikkel kan adjektiv bare få to endelser, -e og -en. Dette kalles svak adjektivbøyning. I skjemaet under ser du at de fem tilfellene som får -e, danner en slags panne eller øks.

6.3 Gradbøyning av adjektiv

Den tyske gradbøyningen av adjektiv ligner på den norske, men det er en viktig forskjell: På tysk brukes ikke mer og mest. På tysk legger man til endinger samme hvor langt ordet er. positiv

komparativ

superlativ

superlativ

hunkjønn

intetkjønn

flertall

billig

billiger

die alte Frau

das kleine Kind

die kleinen Kinder

der/die/das billigste

am billigsten

nominativ der alte Mann

klein

kleiner

die alte Frau

das kleine Kind

die kleinen Kinder

der/die/das kleinste

am kleinsten

akkusativ den alten Mann

modern

moderner

des alten Mannes

der alten Frau

des kleinen Kindes

der kleinen Kinder

der/die/das modernste

am modernsten

genitiv

alt

älter

dem alten Mann

der alten Frau

dem kleinen Kind

den kleinen Kindern

der/die/das älteste

am ältesten

dativ

lang

länger

der/die/das längste

am längsten

stark

stärker

der/die/das stärkste

am stärksten

gut

besser

der/die/das beste

am besten

hoch

höher

der/die/das höchste

am höchsten

nah

näher

der/die/das nächste

am nächsten

viel

mehr

der/die/das meiste

am meisten

wenig

weniger

der/die/das wenigste

am wenigsten

hankjønn

6.2 Adjektivbøyning etter ubestemt artikkel

Når adjektivet står etter ubestemt artikkel i ubøyd form (ein/ eine), får det samme ending som den bestemte artikkelen: ein alter Mann (der), eine alte Frau (die), ein altes Kind (das). Etter ubestemt artikkel i bøyd form (einen, einer, einem, eines), får adjektivene endingen -en. Dette kalles sterk adjektivbøyning. hankjønn

hunkjønn

intetkjønn

flertall

nom. ein alter Mann

eine alte Frau

ein kleines Kind

einige kleine Kinder

akk.

einen alten Mann

eine alte Frau

ein kleines Kind

einige kleine Kinder

gen.

eines alten Mannes

einer alten Frau

eines kleinen Kindes

einiger kleiner Kinder

dat.

einem alten Mann

einer alten Frau

einem kleinen Kind

einigen kleinen Kindern

Det er to rubrikker for superlativ. Den siste (med am-form) glir mer og mer inn i det tyske språket, men den kan ikke brukes overalt. Man sier for eksempel: Hier ist der kleinste Junge. Her er den minste gutten. Hier sehen wir das älteste Haus. Her ser vi det eldste huset. Men vi kan også si: Dieser Junge ist am kleinsten. Denne gutten er minst. Dieses Haus ist am ältesten. Dette huset er eldst.

Minigrammatikk bokmål

357


7 PREPOSISJONER Preposisjoner er svært viktige ord i en setning, og beskriver vanligvis hvor noe befinner seg (for eksempel i, på, bak, under). De bestemmer også ulike kasus. Ordet som står rett etter preposisjonen, viser kasus. Ofte er dette en artikkel eller et pronomen.

7.1 Preposisjoner med akkusativ durch für gegen ohne um

gjennom for, til mot uten om, omkring, rundt

Eksempel 1: Der Mann geht durch den Garten. Mannen går gjennom hagen. I denne setningen styrer preposisjonen durch akkusativ. Etter preposisjonen kommer den bestemte artikkelen. Den står her i hankjønn (der Garten), og vi må bruke bestemt artikkel hankjønn akkusativ (den). Eksempel 2: Der Mann geht durch die Stadt. Mannen går gjennom byen. I denne setningen styrer preposisjonen durch akkusativ. Etter preposisjonen kommer den bestemte artikkelen. Den står her i hunkjønn (die Stadt), og vi må bruke bestemt artikkel hunkjønn akkusativ (die). Noen flere setninger med akkusativpreposisjoner: Ich kaufe ein Geschenk für meine Schwester. Jeg kjøper en gave til søsteren min. Wir können nicht ohne (das) Wasser leben. Vi kan ikke leve uten vann. Der Zug ist gegen einen Baum gefahren. Toget kjørte mot et tre. Die Mauer geht um die Stadt. Muren går rundt byen.

7.2 Preposisjoner med dativ aus bei mit nach seit von zu 358

fra, (ut) av hos, ved med til, etter siden fra, av til

Weiter geht’s

Er kommt aus dem Dorf. Han kommer fra landsbyen. Sie wohnt bei der Tante. Hun bor hos tanta. Kommst du mit mir? Blir du med meg? Ihr lernt seit drei Jahren Deutsch. Dere har lært tysk i tre år. Sie gehen zu dem Freund. De går til vennen. Enkelte preposisjoner smelter ofte sammen med den bestemte artikkelen når de står ved siden av hverandre: Dativ hankjønn/intetkjønn: bei dem = beim von dem = vom zu dem = zum Dativ hunkjønn: zu der = zur

7.3 Preposisjoner med akkusativ eller dativ (vekselpreposisjoner) an auf hinter in neben über unter vor zwischen

på (berøring fra siden) på (berøring ovenfra) bak i, inne i, ut i, inn i ved siden av over under foran mellom

Preposisjonene styrer både akkusativ og dativ, og det er verbet som avgjør hvilken kasus det blir. Hvis verbet uttrykker en retning eller bevegelse, brukes akkusativ. Hvis verbet uttrykker ro, eller bevegelse innenfor et bestemt område, brukes dativ. Er hängt das Bild an die Wand. Han henger bildet på veggen. (bevegelse ➔ akkusativ) Das Bild hängt an der Wand. Bildet henger på veggen. (ro ➔ dativ) Der Hund legt sich unter den Tisch. Hunden legger seg under bordet. (bevegelse ➔ akkusativ) Der Hund liegt unter dem Tisch. Hunden ligger under bordet. (ro ➔ dativ) Der Mann läuft in das Haus. Mannen løper inn i huset. (bevegelse ➔ akkusativ) Der Mann läuft im Haus. Mannen løper inne i huset. (bevegelse innenfor et område ➔ dativ)


8 KASUS

8.3 Dativ

Kasus er den formen et substantiv får etter hvor det står i setningen og hvilken funksjon det har. Kasus er ikke like vanlig i norsk, men vi har det her også. Eksempel: Hun snakker. Jeg snakker med henne. hankjønn

hunkjønn

intetkjønn

flertall

nominativ

der/ein

die/eine

das/ein

die

akkusativ

den/einen

die/eine

das/ein

die

genitiv

des/eines

der/einer

des/eines

der

dativ

dem/einem

der/einer

dem/einem

den

8.1 Nominativ

Nominativ brukes for den eller det som gjør det som skjer i setningen, altså den som utfører selve handlingen. Denne delen av en setning kalles subjekt. Der Junge singt. Die Frau spielt. Das Kind isst. Die Schüler lesen.

Gutten synger. Dama spiller/leker. Barnet spiser. Elevene leser.

Dativ er den tredje kasusen vi lærer på tysk. Dativobjektet eller indirekte objekt er den eller det i setningen som man gjør noe til eller for. Der Vater schreibt der Mutter einen Brief. Faren skriver et brev til mora. Die Frau kauft dem Kind eine Jacke. Dama kjøper ei jakke til barnet. Der Schüler bringt dem Lehrer das Buch. Eleven henter boka til læreren. Der Lehrer gibt den Schülern eine Hausaufgabe. Læreren gir elevene en lekse. Legg merke til at dativobjektet står foran akkusativobjektet på tysk. Man kan forklare denne ordstillingen med at personen er viktigst, og derfor kommer person foran sak. På norsk kan vi også ha denne ordstillingen ved enkelte verb: Faren gir mora et kyss. Legg også merke til at selve substantivet bøyes i dativ flertall: den Schülern. Huskeregel: «Dativ flertall er min venn, ender alltid på en n.» •

In einer Stunde kommen sie nach Hause. Om en time kommer de hjem. Er ist in letzter Zeit oft krank gewesen. Han har ofte vært syk den siste tida. Im Sommer ist es warm. Om sommeren er det varmt.

8.2 Akkusativ

Det direkte objektet i setningen står i akkusativ. Akkusativobjektet er den eller det i setningen som blir utsatt for noe. Det som man for eksempel har, får, kjøper eller ser i en setning, er akkusativ. Der Junge singt das/ein Lied. Gutten synger sangen/en sang. Die Frau spielt die/eine Gitarre. Dama spiller på gitaren/en gitar. Das Kind isst den/einen Kuchen. Barnet spiser kaka/ei kake. Die Schüler lesen das/ein Buch. Elevene leser boka/ei bok. Das Mädchen sieht die Freunde. Jenta ser vennene. Legg merke til at den bestemte artikkelen der endres til den på tysk når ordet står som akkusativobjekt, og at den ubestemte artikkelen ein endres til einen (dvs. hankjønn). Artiklene das og die og ein og eine (hunkjønn og intetkjønn) endres ikke. Akkusativ brukes dessuten alltid etter preposisjoner som styrer akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um (se punkt 7.1).

Dativ brukes i enkelte tidsuttrykk: in, an og vor om tid.

Dativ brukes alltid etter preposisjoner som styrer dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu (se punkt 7.2).

Dativ brukes alltid etter noen verb, for eksempel: danken folgen gefallen gehorchen gehören glauben gratulieren helfen

Ich danke der Frau. Jeg takker dama. Die Schüler folgen dem Lehrer. Elevene følger læreren. Er gefällt mir. Jeg liker ham. Das Kind gehorcht den Eltern. Barnet adlyder foreldrene. Das Auto gehört meinem Vater. Bilen tilhører faren min. Alle glauben dem Mann. Alle tror mannen. Ich gratuliere dir zum Geburtstag. Jeg gratulerer deg med dagen. Sie helfen dem Opa. De hjelper bestefaren. Minigrammatikk bokmål

359


8.4. Genitiv

Genitiv er en kasus som viser eieform. Det er den som eier noe, som står i genitiv på tysk. Das Auto des Mannes. Mannens bil. Das Buch der Frau. Kvinnens bok. Das Spielzeug des Kindes. Barnets leketøy. Die Lieblingsdiskothek der Jugendlichen. Ungdommenes yndlingsdiskotek.

9 ANALYSE OG VANLIG ORDSTILLING Vi analyserer setninger for å finne ut hvilke former vi må bruke av for eksempel artiklene.

9.1 Subjekt

Subjektet (Sn) finnes i alle setninger. Subjektet er det leddet i setningen som utfører en handling (den/det som gjør noe). For å finne subjektet kan du spørre: Hvem/hva gjør noe? Subjektet står alltid i grunnformen, det vil si i nominativ. Derfor er det lurt å skrive Sn når du analyserer en setning. Nominativformen vises blant annet ved a) personlig pronomen, b) eiendomsord, c) bestemt artikkel og d) ubestemt artikkel.

Mein Vater kommt nach Hause. Faren min kommer hjem. Die Kinder kommen nach Hause. Barna kommer hjem. Ein Kind kommt nach Hause. Et barn kommer hjem. Verbalet uttrykker også når noe blir gjort. Når verbalet står i presens (nåtid), betyr det at handlingen foregår nå. Presens kan også brukes for å uttrykke noe som kommer til å hende i framtiden (som på norsk). Was machst du da? – Ich lese ein Buch. Hva gjør du? Jeg leser ei bok. Morgen gehe ich um sieben Uhr ins Kino. I morgen går jeg på kino klokka sju. For å uttrykke noe som har skjedd i fortiden, bruker man på muntlig tysk mest presens perfektum (jf. pkt. 2.3): Gestern habe ich deinen Vater gesehen. I går så jeg faren din. Du bist schnell ins Kino gekommen. Du kom fort til kinoen.

9.3 Direkte objekt

Direkte objekt (DOa) er det leddet i setningen som handlingen er rettet mot. Det står i akkusativ. Derfor er det lurt å skrive DOa når du analyserer en setning. Akkusativformen vises blant annet ved a) eiendomspronomen, b) bestemt artikkel og c) ubestemt artikkel.

Ich komme nach Hause. Jeg kommer hjem. Mein Vater kommt nach Hause. Faren min kommer hjem. Die Kinder kommen nach Hause. Barna kommer hjem. Ein Kind kommt nach Hause. Et barn kommer hjem.

Ich besuche meine Kinder. Jeg besøker barna mine. Ich besuche die Tante. Jeg besøker tanta. Ich besuche einen Lehrer. Jeg besøker en lærer.

9.2 Verbal

Ich schreibe einen Brief. Jeg skriver et brev.

Verbalet (V) er det leddet i setningen som beskriver hva som blir gjort. For å finne verbalet kan du spørre: Hva skjer/ gjøres? Når du analyserer en setning, kan du sette en V over verbet. Verbalet og subjektet hører alltid sammen, og derfor må verbalet på tysk alltid få en personending som passer til subjektet. Dette kalles samsvarsbøying: Ich komme nach Hause. Jeg kommer hjem.

360

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Eksempel:

Sn

V

DOa

9.4 Indirekte objekt

Indirekte objekt (IOd) er den eller det i setningen som man gjør noe til eller for. Det indirekte objektet står i dativ. Dativformen vises blant annet ved a) personlig pronomen, b) eiendomsord, c) bestemt artikkel og d) ubestemt artikkel. Når vi analyserer, finner vi først V, Sn og DOa. Så spør vi: til/ for hvem + V + S + DOa. Svaret vi eventuelt får, er indirekte objekt i dativ, IOd.


11 KONJUNKSJONER OG

Meine Mutter gibt mir ein Fahrrad. Mora mi gir meg en sykkel. Ich schicke meiner Freundin einen Brief. Jeg sender venninna mi et brev. Du gibst dem Mann das Buch. Du gir mannen boka. Ich erzähle einer Freundin die Geschichte. Jeg forteller historien til ei venninne.

SUBJUNKSJONER Konjunksjoner og subjunksjoner er ord som binder sammen ord og setninger. Konjunksjonene binder sammen to helsetninger med og, eller, men og for. På tysk heter de und, oder, aber og denn.

10 RELATIVPRONOMEN (SOM) Relativpronomenet som peker alltid tilbake på ordet foran. På tysk ser relativpronomenet ut som den bestemte artikkelen.

Subjunksjonene innleder leddsetninger. En leddsetning er en setning som ikke kan stå alene. På tysk er det viktig å huske på at det personbøyde verbet alltid står sist i en leddsetning. Dette er de vanligste subjunksjonene:

hankjønn

hunkjønn

intetkjønn

flertall

dass

at

Er sagt, dass die Sonne scheint.

nominativ

der

die

das

die

als

(den gang) da

Als sie jung war, hatte sie ein Fahrrad.

akkusativ

den

die

das

die

wenn

(hver gang) når

Wenn die Sonne scheint, bin ich gerne im Garten.

genitiv

dessen

deren

dessen

deren

ob

dativ

dem

der

dem

denen

om (innleder indirekte spørsmål)

Meine Mutter fragt, ob ich mein Zimmer aufräumen kann.

Relativpronomenet innleder alltid en leddsetning på tysk. Husk at det bøyde verbet skal stå sist i setningen.

während

mens

Während du liest, schreibe ich.

weil

fordi

Ich habe Hunger, weil ich nichts gegessen habe.

Ich kenne einen Jungen, der Jakob heißt. Jeg kjenner en gutt som heter Jakob. Ich kenne ein Mädchen, das nett ist. Jeg kjenner ei jente som er snill.

bevor

før

Ich mache meine Hausaufgaben, bevor ich in die Schule gehe.

falls/wenn

hvis

Falls es morgen schneit, gehen wir Skilaufen.

nachdem

etter at

Es wurde still, nachdem sie die Musik ausgemacht hat.

damit

for at

Wir lernen Vokabel, damit wir besser sprechen können.

bis

til

Alle Kinder müssen warten, bis das Essen fertig ist.

Legg merke til at relativpronomenet endres ut fra hvilken rolle det har i setningen, og hvilken kasus det står i. Ich kenne einen Jungen, den du magst. Jeg kjenner en gutt som du liker. Das Mädchen, dem wir ein Geschenk geben, hat Geburtstag. Jenta som vi gir en gave, har bursdag. Legg merke til at preposisjonen alltid kommer foran relativpronomenet på tysk, mens det på norsk står sist i setningen. Preposisjonen bestemmer kasus for relativpronomenet. Kennst du den Film, von dem alle reden? Kjenner du til filmen som alle snakker om? Die Straße, durch die wir gehen, ist lang. Gata som vi går langs, er lang.

Minigrammatikk bokmål

361


12 PRONOMINALADVERB

Wir sehnen uns danach, in die Ferien zu fahren. Vi lengter etter å reise på ferie.

Pronominaladverb settes sammen av stavelsen da- eller dar- + preposisjon. Hvis preposisjonen begynner på konsonant, brukes da-. Dersom den begynner på vokal, brukes dar-:

Unntak: anstatt/statt, ohne og um kan stå foran infinitiv.

daran, darauf, darüber, davon, damit, dafür, dagegen osv. Slike pronominaladverb brukes i følgende tilfelle:

12.1 Der vi på norsk har preposisjon + den eller det

Wir denken an das Haus. Wir denken daran. Vi tenker på huset. Vi tenker på det. Er rechnet damit. Han regner med det. Alle sind stolz auf das Auto. Alle sind stolz darauf. Alle er stolte av bilen. Alle er stolte av den. Er wartet auf den Bus. Er wartet darauf. Han venter på bussen. Han venter på den. Hvis det dreier seg om en person, vil vi naturligvis ikke bruke den eller det, og da brukes heller ikke pronominaladverb på tysk: Ich warte auf ihn. Jeg venter på ham. Die Mutter ist stolz auf sie. Moren er stolt av henne.

12.2 Foran en leddsetning

På norsk kan vi ha preposisjon foran en leddsetning, men det kan man som regel ikke ha på tysk. Istedenfor preposisjon brukes et pronominaladverb: Wir warten darauf, dass alles in Ordnung kommt. Vi venter på at alt blir i orden. Oma rechnet damit, dass alle Kinder kommen können. Bestemor regner med at alle barna kan komme. Sie zweifeln daran, dass der Sommer kommt. De tviler på at sommeren kommer.

12.3 Foran infinitiv

På norsk kan vi ha en preposisjon foran infinitiv, men det kan man som regel ikke på tysk. Ich rechne damit, morgen zu kommen. Jeg regner med å komme i morgen. Ich denke daran, heute zu lesen. Jeg tenker på å lese i dag. Er hat Angst davor, an der Schule vorbeizugehen. Han er redd for å gå forbi skolen.

362

Weiter geht’s

Er ging an mir vorbei, ohne zu lächeln. Han gikk forbi meg uten å smile. Sie wollten in die Stadt gehen, statt zu arbeiten. De ville gå til byen istedenfor å jobbe. Er muss mehr arbeiten, um die Noten zu verbessern. Han må jobbe mer for å forbedre karakterene.

12.4 I spørsmålssetninger

I spørsmålssetninger brukes wo- eller wor- + preposisjon: womit, wofür, woran, worauf osv. Det gjelder spørsmål som på norsk begynner med hva og slutter med en preposisjon: Woran denkst du? Hva tenker du på? Worauf wartest du? Hva venter du på? Womit bist du beschäftigt? Hva er du opptatt med? / Hva driver du med? Worüber lachst du? Hva ler du av? De samme pronominaladverbene brukes når spørsmålene er en leddsetning: Ich frage, woran du denkst. Jeg spør hva du tenker på. Ich weiß nicht, worauf du guckst. Jeg vet ikke hva du kikker på. Er möchte wissen, womit du arbeitest. Han vil vite hva du jobber med. Sie weiß nie, worüber er lacht. Hun vet aldri hva han ler av.

13 ALFABETET PÅ TYSK Slik uttales alfabetet på tysk (der det ikke er noen parentes, er det som på norsk): a b c (tse) d e f g

h (ha) i j (jått) k (ka) l m n

o (å) p q (ko) r s t u (o)

v (fau) w (ve) x (iks) y (ypsilon) z (tsett)


Minigrammatikk nynorsk 1 SPØRJEORD Dette er dei viktigaste spørjeorda på tysk: Wann? Warum? Was? Wer? Wie? Wie viel? Wo? Woher? Wohin? Welcher? Welche? Welches?

Når? Kvifor? Kva? Kven? Korleis? Kva? Kor mykje? Kvar? Kvar frå? Kvar til? Kva for ein? (etterfølgt av hankjønn) Kva for ei/nokre? (etterfølgt av hokjønn eller fleirtal) Kva for eit? (etterfølgt av inkjekjønn)

2 VERB Verb er ord som seier noko om kva noko eller nokon gjer. Eksempel på verb er snakke, vere, ha, leike, sove og sitje. Framfor eit verb kan vi på norsk setje infinitivsmerket å. På tysk heiter infinitivsmerket zu. Ved hjelp av dei ulike tidsformene av verbet kan vi uttrykkje om noko hender no, hende i går eller kjem til å hende. Tidsformene kallar vi ulike tempus.

2.1 Infinitiv

Infinitivsforma er den ubøygde forma av eit verb. Eksempel: zu tanzen = å danse. zu (= å) kallar vi infinitivsmerke.

2.2 Verbbøying i presens (notid)

Notid blir også kalla presens og er den verbforma vi bruker når vi fortel at vi gjer noko no, for eksempel skriv, snakkar, les eller et. Når vi bruker denne forma på tysk, må vi hugse å leggje til ei personending.

Ta verbstammen utan infinitivsendinga -en og føy til den rette endinga: For eksempel gehen ➔ geh| + personending 1. person singular

ich: -e

ich gehe

2. person singular

du: -st

du gehst

3. person singular

er, sie, es: -t

er, sie, es geht

1. person plural

wir: -en

wir gehen

2. person plural

ihr: -t

ihr geht

3. person plural

sie: -en

sie gehen

høfleg form

Sie: -en

Sie gehen

2.2.1 Sterke og svake verb

Som på norsk har vi på tysk både svake og sterke verb. Dei har ulik bøying. Dei svake verba er regelrette, og vi lærer dei ved å lære vanleg verbbøying. Dei sterke verba er uregelrette og må puggast. Ein del sterke verb får endring i stammevokalen (omlyd eller vokalskifte) i 2. og 3. person eintal. Eksempel: a ➔ä zu fahren (å køyre, dra, reise) ich fahre du fährst er, sie, es fährt wir fahren ihr fahrt sie fahren Sie fahren

e➔ i zu essen (å ete) ich esse du isst er, sie, es isst wir essen ihr esst sie essen Sie essen

Andre verb som får endring i stammevokalen: zu geben (å gi) zu helfen (å hjelpe) zu laufen (å springe) zu lesen (å lese) zu nehmen (å ta) zu schlafen (å sove) zu sehen (å sjå) zu sprechen (å snakke) zu treffen (å treffe) zu vergessen (å gløyme)

Minigrammatikk nynorsk

363


Her ser du bøyinga av nokre av dei: zu nehmen (å ta) ich nehme du nimmst er, sie, es nimmt wir nehmen ihr nehmt sie nehmen Sie nehmen

zu sehen (å sjå) ich sehe du siehst er, sie, es sieht wir sehen ihr seht sie sehen Sie sehen

zu laufen (å springe) ich laufe du läufst er, sie, es läuft wir laufen ihr lauft sie laufen Sie laufen

zu lesen (å lese) ich lese du liest er, sie, es liest wir lesen ihr lest sie lesen Sie lesen

Verb som får endring i stammevokalen i 2. og 3. person eintal, er i ordlista markerte med *.

2.3 Presens perfektum

Presens perfektum bruker vi når vi snakkar om kva nokon har gjort, og forma blir særleg brukt i munnleg tysk for å markere fortid: Ich habe ein Buch gekauft. (Eg har kjøpt ei bok.) På norsk bruker vi her også preteritum: Eg kjøpte ei bok.

2.3.1 Presens perfektum av svake og sterke verb Slik dannar vi presens perfektum på tysk:

1 Ta grunnforma av eit verb: kaufen = kjøpe 2 Ta bort endinga -en: kauf (= verbstammen) 3 Legg til ge- framfor stammen og -t eller -en som ending: ge – kauf – t På tysk byrjar presens perfektum-forma nesten alltid med ge- og sluttar på -t ved svake verb og -en ved sterke verb. Presens perfektum-forma av sterke verb må lærast utanåt, akkurat som på engelsk. Du finn bøyinga til dei vanlegaste sterke verba under punkt 2.5.

2.2.2 Uregelrette verb

Desse verba blir bøygde uregelrett og må puggast ekstra godt. zu sein (å vere) ich bin du bist er, sie, es ist wir sind ihr seid sie sind Sie sind

zu haben (å ha) ich habe du hast er, sie, es hat wir haben ihr habt sie haben Sie haben

zu werden (å bli/verte) ich werde du wirst er, sie, es wird wir werden ihr werdet sie werden Sie werden

zu wissen (å vite) ich weiß du weißt er, sie, es weiß wir wissen ihr wisst sie wissen Sie wissen

Ein liten hugseregel: ge- + verbstamme + -t/-en = geten Ikkje gløym at geten er så langsam at den alltid kjem heilt til slutt i den tyske setninga.

Nokre eksempel på presens perfektum: Der Lehrer hat viel gesagt. Læraren har sagt/sa mykje. Ich habe eine Cola getrunken. Eg har drukke/drakk ein cola. Markus hat eine Hose gekauft. Markus har kjøpt/kjøpte ei bukse. Hast du das gehört? Har du høyrt/høyrde du det?

2.3.2 Verb utan ge- i perfektum partisipp

Det finst ein del verb på tysk som ikkje får ge- i perfektum partisipp. Desse verba sluttar i infinitiv på -ieren eller byrjar med ei av desse stavingane: be-, emp-, ent-, er-, ge-, miss-, ver-, zer-. Eksempel på verb som ikkje får ge-: Vater hat alles bezahlt (bezahlen). 364

Weiter geht’s


Far har betalt/betalte alt. Sie hat einen Witz erzählt (erzählen). Ho har fortalt/fortalde ein vits. Meine Mannschaft hat gewonnen (gewinnen). Laget mitt har vunne/vann.

2.3.3 Hjelpeverb i presens perfektum • •

Som regel bruker vi hjelpeverbet haben når vi dannar presens perfektum på tysk. Verbet sein blir brukt til å danne perfektum blant anna når verbet uttrykkjer ei rørsle frå ein stad til ein annan: Der Mann ist nach Berlin gefahren. Mannen har køyrt/køyrde til Berlin. Sie sind schnell gegangen. Dei har gått/gjekk fort. Der Dieb ist ins Wasser gesprungen. Tjuven har hoppa/hoppa i vatnet. Bist du nach Italien geflogen? Har du floge/flaug du til Italia?

Sein bruker vi også når det som er gjort, inneber ei tilstandsendring: Er ist eingeschlafen. Han har sovna/sovna. Sie ist aufgewacht. Ho har vakna/vakna. Oma ist gestern gestorben. Bestemor døydde i går. Die Leute auf der Titanic sind ertrunken. Menneska på Titanic har drukna/drukna.

2.3.4 Presens perfektum av haben, sein og werden haben

sein

werden

1. pers. sg.

ich

habe gehabt

bin gewesen

bin geworden

2. pers. sg.

du

hast gehabt

bist gewesen

bist geworden

er

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

sie

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

es

hat gehabt

ist gewesen

ist geworden

1. pers. pl.

wir

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

2. pers. pl.

ihr

habt gehabt

seid gewesen

seid geworden

3. pers. pl.

sie

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

høfleg form

Sie

haben gehabt

sind gewesen

sind geworden

3. pers. sg.

2.4 Preteritum

Preteritum på tysk blir mest brukt i skriftleg språk. Det er altså viktig å merke seg at der vi på norsk bruker preteritum, er det mest vanleg å bruke presens perfektum på tysk.

2.4.1 Preteritum av svake verb

Svake verb dannar preteritum ved hjelp av stammen av verbet + t + personending. Dersom stammen sluttar på -d eller -t, set vi inn ein ekstra -e. Dersom du tenkjer på korleis det er på norsk, er det ikkje så ulikt: eg kjøpte. kaufen

arbeiten

1. pers. sg

ich

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

2. pers. sg

du

kauf -t -est

arbeit -e -t -est

er

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

sie

kauf -t -e

arbeit -e -t-e

3. pers. sg

es

kauf -t -e

arbeit -e -t -e

1. pers. pl

wir

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

2. pers. pl

ihr

kauf -t -et

arbeit -e -t -et

3. pers. pl

sie

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

høfleg form

Sie

kauf -t -en

arbeit -e -t -en

Minigrammatikk nynorsk

365


2.4.2 Preteritum av sterke verb

Dei sterke verba dannar preteritum som på norsk: ved å endre stammevokalen. Desse verba må lærast a verbo, sidan dei ikkje har lik bøying. Når du kan bøye verba a verbo (som på engelsk go – went – gone), er det enkelt å bøye sterke verb. Her er eksempel på nokre sterke verb i preteritum: sehen

gehen

fahren

1. pers. sg

ich

sah

ging

fuhr

2. pers. sg

du

sahst

gingst

fuhrst

er

sah

ging

fuhr

sie

sah

ging

fuhr

es

sah

ging

fuhr

1. pers. pl

wir

sahen

gingen

fuhren

2. pers. pl

ihr

saht

gingt

fuhrt

3. pers. pl

sie

sahen

gingen

fuhren

høfleg form

Sie

sahen

gingen

fuhren

3. pers. sg

Som du ser, har ikkje sterke verb i preteritum noka personending i 1. og 3. person eintal. 2. person eintal og fleirtalsformene blir sjeldan brukte på tysk. Ein vel i staden å bruke presens perfektum. Når du bøyer zu sehen a verbo (zu sehen – sieht – sah – hat gesehen), ser du med ein gong kva for stammevokal verbet får i preteritum.

2.4.3 Preteritum av haben, sein og werden haben

sein

werden

1. pers. sg

ich

hatte

war

wurde

2. pers. sg

du

hattest

warst

wurdest

er

hatte

war

wurde

sie

hatte

war

wurde

es

hatte

war

wurde

1. pers. pl

wir

hatten

waren

wurden

2. pers. pl

ihr

hattet

wart

wurdet

3. pers. pl

sie

hatten

waren

wurden

høfleg form

Sie

hatten

waren

wurden

3. pers. sg

2.5 Oversikt over viktige sterke verb

Det er viktig å lære bøyinga av dei sterke verba utanåt. Her ser du nokre av dei viktigaste sterke verba på tysk: INFINITIV

PRESENS

PRETERITUM

PRESENS PERFEKTUM

NORSK

beginnen

beginnt

begann

hat begonnen

byrje

bleiben

bleibt

blieb

ist geblieben

bli (verande)

essen

isst

hat gegessen

ete

fahren

fährt

fuhr

ist gefahren

køyre, reise

fallen

fällt

fiel

ist gefallen

falle

fangen

fängt

fing

hat gefangen

fange

finden

findet

fand

hat gefunden

finne

fliegen

fliegt

flog

ist geflogen

flyge

geben

gibt

gab

hat gegeben

gi

gehen

geht

ging

ist gegangen

gewinnen

gewinnt

gewann

hat gewonnen

vinne

heißen

heißt

hieß

hat geheißen

heite

helfen

hilft

half

hat geholfen

hjelpe

kommen

kommt

kam

ist gekommen

komme

laufen

läuft

lief

ist gelaufen

springe

lesen

liest

las

hat gelesen

lese

liegen

liegt

lag

hat gelegen

liggje

nehmen

nimmt

nahm

hat genommen

ta

reiten

reitet

ritt

ist geritten

ri

rufen

ruft

rief

hat gerufen

rope

scheinen

scheint

schien

hat geschienen

skine

366

Weiter geht’s


INFINITIV

PRESENS

PRETERITUM

PRESENS PERFEKTUM

NORSK

schießen

schießt

schuss

hat geschossen

skyte

schlafen

schläft

schlief

hat geschlafen

sove

schreiben

schreibt

shrieb

hat geschrieben

skrive

schreien

schreit

schrie

hat geschrien

skrike

schwimmen

schwimmt

schwamm

ist geschwommen

symje

sehen

sieht

sah

hat gesehen

sjå

singen

singt

sang

hat gesungen

syngje

sitzen

sitzt

saß

hat gesessen

sitje

sprechen

spricht

sprach

hat gesprochen

snakke

stehen

steht

stand

hat gestanden

stå

sterben

stirbt

starb

ist gestorben

døy

treffen

trifft

traf

hat getroffen

treffe

trinken

trinkt

trank

hat getrunken

drikke

tun

tut

tat

hat getan

gjere

vergessen

vergisst

vergaß

hat vergessen

gløyme

verlieren

verliert

verlor

hat verloren

miste, tape

wachsen

wächst

wuchs

ist gewachsen

vekse

waschen

wäscht

wusch

hat gewaschen

vaske

werfen

wirft

warf

hat geworfen

kaste

ziehen

zieht

zog

hat gezogen

dra, trekkje

2.6 Modale hjelpeverb og wissen

Vokalen blir ikkje endra i fleirtal (wir, ihr, sie, Sie).

Modale hjelpeverb er verb som blir brukte saman med andre verb, og som seier noko om kva ein kan, vil, må, skal, bør eller får lov til.

Etter ich, er, sie, es og man forsvinn personendinga.

Hjelpeverba endrar vokal når vi bruker dei i presens (bortsett frå zu sollen). Vokalen blir endra i alle eintalsformene (ich, du, er, sie, es, man).

Hugs: 1 Vokalskifte i eintal. 2 Inga ending etter ich, er/sie/es og man. 3 Det ein kan, vil, må, skal, bør eller får lov til, står sist i setninga.

2.6.1 Oversikt over modale hjelpeverb DÜRFEN (å få lov til)

KÖNNEN (å kunne)

MÖGEN (å like)

MÜSSEN (å måtte)

SOLLEN (å skulle)

WOLLEN (å vilje)

ich darf

ich kann

ich mag

ich muss

ich soll

ich will

du darfst

du kannst

du magst

du musst

du sollst

du willst

er, sie, es darf

er, sie, es kann

er, sie, es mag

er, sie, es muss

er, sie, es soll

er, sie, es will

wir dürfen

wir können

wir mögen

wir müssen

wir sollen

wir wollen

ihr dürft

ihr könnt

ihr mögt

ihr müsst

ihr sollt

ihr wollt

sie dürfen

sie können

sie mögen

sie müssen

sie sollen

sie wollen

Sie dürfen

Sie können

Sie mögen

Sie müssen

Sie sollen

Sie wollen

Minigrammatikk nynorsk

367


wollen Er will das nicht machen. Han vil ikkje gjere det. Ihr wollt nicht auf mich hören. De vil ikkje høyre på meg.

Eksempel på bruk: dürfen Ich darf nicht Auto fahren. Eg får ikkje lov til å køyre bil. Du darfst nicht rauchen. Du får ikkje lov til å røykje.

2.6.2 Wissen

Wissen er ikkje eit modalt hjelpeverb, men vi bøyer det på same måte:

können Er kann lesen. Han kan lese. Wir können Deutsch sprechen. Vi kan snakke tysk.

WISSEN (å vite) ich weiß du weißt er, sie, es weiß

mögen Ihr mögt Schokolade. De liker sjokolade. Sie mögen das Singen im Chor. Dei liker å syngje i kor.

wir wissen ihr wisst sie wissen Sie wissen

müssen Du musst immer Hausaufgaben machen. Du må alltid gjere lekser. Er muss jetzt gehen. Han må gå no.

Eksempel på bruk: Ich weiß, welche Farbe deine Jacke hat. Eg veit kva farge jakka di har. Wir wissen, dass wir Deutsch sprechen können. Vi veit at vi kan snakke tysk.

sollen Sie soll nicht alleine gehen. Ho skal/bør ikkje gå åleine. Du sollst nicht stehlen. Du skal ikkje stele.

2.6.3 Modale hjelpeverb i preteritum

Slik bøyer vi dei modale hjelpeverba og wissen i preteritum: DÜRFEN (å få lov til)

KÖNNEN (å kunne)

MÖGEN (å like)

MÜSSEN (å måtte)

SOLLEN (å skulle)

WOLLEN (å vilje)

WISSEN (å vite)

ich durfte

ich konnte

ich mochte

ich musste

ich sollte

ich wollte

ich wusste

du durftest

du konntest

du mochtest

du musstest

du solltest

du wolltest

du wusstest

er, sie, es durfte

er konnte

er mochte

er musste

er sollte

er wollte

er, sie, es wusste

wir durften

wir konnten

wir mochten

wir mussten

wir sollten

wir wollten

wir wussten

ihr durftet

ihr konntet

ihr mochtet

ihr musstet

ihr solltet

ihr wolltet

ihr wusstet

sie durften

sie konnten

sie mochten

sie mussten

sie sollten

sie wollten

sie wussten

Sie durften

Sie konnten

Sie mochten

Sie mussten

Sie sollten

Sie wollten

Sie wussten

Legg merke til at alle modalverba, bortsett frå sollen og wollen, har ein annan vokal i preteritum enn i infinitiv. Personendingane er som regelrette svake verb.

368

Weiter geht’s


2.7 Laust samansette verb

2.8 Konjunktiv

Under ser du at forstavinga liknar ein preposisjon, men det er viktig å merkje seg at den ikkje er det. Dette er viktig av to grunnar: 1) den kan stå sist i setninga, og 2) den fører ikkje til kasusbøying.

Konjunktiv I: Presens konjunktiv uttrykkjer eit referat eller eit ønske som kan oppfyllast. Konjunktiv II: Preteritum konjunktiv uttrykkjer at noko er uverkeleg eller at det gjerne skulle skjedd.

Presens: aufmachen

2.8.1 Når bruker vi konjunktiv?

Ein del tyske verb er laust samansette. Det vil seie at dei er sette saman av ei forstaving og eit verb. Dei laust samansette verba deler seg når vi bruker dei i presens og preteritum. Forstavinga kjem då alltid sist i setninga. Forstavinga er alltid trykksterk, og det er eit eige ord.

teilnehmen ausgehen

Preteritum: aufmachen teilnehmen ausgehen

Sie macht die Tür auf. Ho opnar døra. Wir nehmen an dem Spiel teil. Vi deltek i spelet/leiken. Abends gehen sie gern aus. Om kvelden går dei gjerne ut.

Sie machte die Tür auf. Ho opna døra. Wir nahmen an dem Spiel teil. Vi deltok i spelet/leiken. Abends gingen sie gern aus. Om kvelden gjekk dei gjerne ut.

Verb står vanlegvis i indikativ eller imperativ. Indikativ- formene blir brukte i vanlege forteljande setningar, mens imperativ er forma ein bruker når ein skal gi ordrar eller befale nokon. I tillegg har tysk også forma konjunktiv, som opptrer både i presens og preteritum.

(Her er det nesten berre 3. person som blir brukt.)

• Høfleg konjunktiv (konjunktiv II):

Könnten Sie mir bitte den Weg sagen? Ich hätte gern eine Cola. Würden Sie so freundlich sein, mir zu helfen? Ich würde gerne eine blaue Hose anprobieren.

Presens perfektum: I presens perfektum flyttar vi forstavinga framfor perfektum partisipp-forma av verbet. aufmachen teilnehmen ausgehen

Sie hat die Tür aufgemacht. Ho har opna døra. Wir haben an dem Spiel teilgenommen. Vi har delteke i spelet/leiken. Abends sind sie gern ausgegangen. Om kvelden har dei gjerne gått ut.

Infinitivsmerket zu står mellom forstavinga og verbet.

Indirekte tale (konjunktiv I): Direkte tale: Indirekte tale: Ich bin krank. Er sagte, er sei krank. / Er sagte, dass er krank sei.

Hypotetiske setningar (konjunktiv II): (uttrykkjer eit ønske eller ein draum, eller at noko er tenkt eller uverkeleg) Wenn ich jetzt Geld hätte, würde ich das Auto kaufen. Om eg hadde hatt pengar, ville eg ha kjøpt bilen. På tysk bruker vi altså hätte der vi på norsk bruker hadde hatt.

Samanlikningssetningar (konjunktiv II): Er tat, als ob er krank wäre (sei). Han gjorde/låst som han var sjuk. Er sieht aus, als wenn er krank wäre. Han ser ut som han er sjuk.

aufzumachen teilzunehmen auszugehen

Minigrammatikk nynorsk

369


Bøying av konjunktiv I HABEN

SEIN

FRAGEN

FAHREN

KÖNNEN

WERDEN

ich

habe

sei

frage

fahre

könne

werde

du

habest

seist

fragest

fahrest

könnest

werdest

er/sie/es

habe

sei

frage

fahre

könne

werde

wir

haben

seien

fragen

fahren

können

werden

ihr

habet

seiet

fraget

fahret

könnet

werdet

sie/Sie

haben

seien

fragen

fahren

können

werden

Bøying av konjunktiv II HABEN

SEIN

FRAGEN

FAHREN

KÖNNEN

WERDEN

ich

hätte

wäre

fragte

führe

könnte

würde

du

hättest

wärest

fragtest

führest

könntest

würdest

er/sie/es

hätte

wäre

fragte

führe

könnte

würde

wir

hätten

wären

fragten

führen

könnten

würden

ihr

hättet

wäret

fragtet

führet

könntet

würdet

sie/Sie

hätten

wären

fragten

führen

könnten

würden

For å gjere det enkelt kan ein seie at • Konjunktiv I blir danna ved å ta bort -n i infinitiv. • Konjunktiv II av svake verb er lik preteritum indikativ. • Konjunktiv II av sterke verb blir laga av preteritumsstammen + omlyd (tødlar) + konjunktivending (sjå führe). • Modale hjelpeverb blir bøygde som können, med omlyd. Unntak her er wollen/sollen.

2.9 Verb med fast preposisjon sich fürchten vor + D

å vere redd for

Ich fürchte mich vor dem Hund.

diskutieren über + A

å diskutere

Wir diskutieren über die Schule.

sprechen/reden über + A

å snakke om

Er spricht über den Mann.

sich beschäftigen mit + D

å vere oppteken med

Ich beschäftige mich mit dem Film.

warten auf + A

å vente på

Ich warte auf meinen Freund.

denken an + A

å tenkje på

Sie denkt oft an ihn.

aufhören mit + D

å slutte med

Wir hören mit dem Buch auf.

Lust haben auf + A

å ha lyst på

Das Mädchen hat Lust auf das Eis.

Angst haben vor + D

å vere redd for

Er hat Angst vor dem Tiger.

teilnehmen an + D

å delta på

Die Schüler nehmen an der Reise teil.

kämpfen gegen + A

å kjempe mot

Alle kämpfen gegen den Politiker.

anfangen mit + D

å begynne med

Ich fange mit dem Buch an.

abhängen von + D

å avhenge av

Das hängt von dir ab.

sich konzentrieren um + A

å konsentrere seg om

Er konzentriert sich um die Handlung.

danken für + A

å takke for

Die Leute danken für die nette Rede.

sich gewöhnen an + A

å venje seg til

Alle gewöhnen sich an den Schnee.

sich ärgern über + A

å ergre seg over

Die Mutter ärgert sich über den Sohn.

sich verabschieden von + D

å ta avskjed med nokon

Alle verabschieden sich von dem Mann.

arbeiten an + D

å arbeide med

Peter arbeitet an dem Projekt.

sich verlassen auf + A

å stole på

Du verlässt dich auf mich.

sich unterhalten mit + D

å snakke med

Wir unterhalten uns mit der Frau.

370

Weiter geht’s


antworten auf + A

å svare på

Kannst du auf die Frage antworten?

glauben an + A

å tru på

Viele glauben an den Weihnachtsmann.

bitten um + A

å be om

Sie bittet um meine Hilfe.

sich handeln um + A

å handle om

Es handelt sich um einen deutschen Roman.

fliehen aus + D

å flykte frå

Die Gefangenen flohen aus dem Gefängnis.

sich streiten über + A

å krangle om

Die Schüler streiten über die Note.

warnen vor + D

å åtvare mot

Der Politiker warnt vor der Katastrophe.

lachen über + A

å le av

Sie lachen über den Lehrer.

halten von + D

å synast om

Was hälst du von dem Film?

sich verlieben in + A

å forelske seg i

Das Mädchen verliebt sich in den Jungen.

wissen von + D

å vite om

Ich weiss von dem Geheimnis.

3 SUBSTANTIV Substantiv er dei orda som viser til personar, dyr eller ting, for eksempel mann, jakke og hus. For å finne ut om eit ord er substantiv, kan du setje ein, ei eller eit framfor: ein mann, ei jakke og eit hus. På tysk får alle substantiv stor bokstav, sjølv om dei står midt i ei setning: der Mann (mannen), die Frau (kvinna), das Kind (barnet). Fleirtalsending Når vi dannar fleirtal av substantivet på tysk, er det ikkje slik at alle orda får same fleirtalsending. Nokre substantiv har endinga -en, andre -er eller -e. Ofte endrar stammevokalen seg ved å få omlyd i fleirtal. Dette viser vi med * i ordlista. Eksempel: der Mann (-er)* – die Männer.

4 DETERMINATIV 4.1 Bunden og ubunden artikkel

På tysk står det der, die og das framfor substantivet når det er i bunden form. Desse orda blir kalla den bundne artikkelen. På engelsk set vi også den bundne artikkelen the framfor substantivet (the man). På norsk legg vi derimot til ei ending for å få fram bunden form: mannen.

Norsk

Tysk

Ubunden form

Bunden form

Ubunden form

Bunden form

Hankjønn

ein mann

mannen

ein Mann

der Mann

Hokjønn

ei sol

sola

eine Sonne

die Sonne

barnet

ein Kind

das Kind

Leute

die Leute

Inkjekjønn eit barn Fleirtal

menneske menneska

For å vite kva for bunden artikkel eit substantiv skal ha, altså kva kjønn substantivet har, kan vi slå opp i ei ordbok. I ordboka står det m, f eller n bak ordet. m = maskulinum = hankjønn f = femininum = hokjønn n = nøytrum = inkjekjønn

➔ der ➔ die ➔ das

Ein, ei, eit heiter ein, eine og ein på tysk. Dette er den ubundne artikkelen.

Bunden artikkel

Hankjønn Hokjønn

Inkjekjønn Fleirtal

der

die

das

die

eine

ein

-

Ubunden artikkel ein

4.1.1 Bunden artikkel i fleirtal

I fleirtal (plural) får alle substantiv die som bunden artikkel i grunnforma. Det speler inga rolle kva for artikkel (der, die, das) ordet har i eintal (singular). Bunden artikkel (sg.)

Bunden artikkel (pl.)

der Mann

die Männer

die Frau

die Frauen

das Kind

die Kinder

Minigrammatikk nynorsk

371


4.2 Tala 4.2.1 Grunntal 1 eins

24 vierundzwanzig

2 zwei

25 fünfundzwanzig

3 drei

26 sechsundzwanzig

4 vier

27 siebenundzwanzig

5 fünf

28 achtundzwanzig

6 sechs

29 neunundzwanzig

7 sieben

30 dreißig

8 acht

31 einunddreißig

9 neun

40 vierzig

10 zehn

50 fünfzig

11 elf

60 sechzig

12 zwölf

70 siebzig

13 dreizehn

80 achtzig

14 vierzehn

90 neunzig

15 fünfzehn

99 neunundneunzig

Når du bruker ordenstal i samband med datoar, må du ha «am» føre og «-n» bak. Hugs at berre månaden og dagen blir ordenstal, ikkje årstalet! Ich bin am siebten (7.) neunten (9.) neunzehnhundertsiebenundachtzig geboren. VIKTIG! På norsk bruker vi alltid preposisjonen i framfor eit årstal: Dei olympiske leikane på Lillehammer var i 1994. På tysk bruker vi aldri in framfor årstal: Die olympischen Spiele in Lillehammer waren 1994.

4.3 Eigedomsord

Eigedomsord fortel kven noko tilhøyrer. Kva for eigedomsord du vel, er avhengig av kven det tilhøyrer. Mein Bruder = broren «tilhøyrer» meg. Deine Tante = tanta «tilhøyrer» deg.

16 sechzehn

100 hundert

17 siebzehn

101 (ein)hunderteins

18 achtzehn

102 (ein)hundertzwei

Norsk

19 neunzehn

110 (ein)hundertzehn

personleg pronomen

eigedomsord

personleg pronomen

eigedomsord

1. pers. sg

eg

min

ich

mein

2. pers. sg

du

din

du

dein

han

hans/sin

er

sein

ho

hennar/si

sie

ihr

det/den

sin

es

sein

1. pers. pl

vi

vår

wir

unser

2. pers. pl

de

dykkar

ihr

euer

3. pers. pl

dei

deira/sin

sie

ihr

høfleg form

De

Dykkar

Sie

Ihr

20 zwanzig 21 einundzwanzig 22 zweiundzwanzig

200 zweihundert 10 000 zehntausend 1 000 000 eine Million

23 dreiundzwanzig

3. pers. sg

4.2.2 Ordenstal

Ordenstal som første, andre, tredje og så vidare bruker vi i mange samanhengar. Vi lagar dei ved å hengje ei ending på grunntala. Frå 2 til 19 er endinga -te. Frå 20 og oppover er den -ste: 1.

erste

10.

zehnte

2.

zweite

11.

elfte

3.

dritte

20.

zwanzigste

4.

vierte

21.

einundzwanzigste

5.

fünfte

22.

zweiundzwanzigste

6.

sechste

30.

dreißigste

7.

siebte

100.

hundertste

8.

achte

1000.

tausendste

9.

neunte

Unntak: 1. = erste 3. = dritte 7. = siebte 372

Weiter geht’s

1 000 000.

millionste

Tysk

Også eigedomsord i høfleg form blir skrivne med stor forbokstav. Eigedomsord står vanlegvis saman med eit substantiv og får ending etter substantivet, akkurat som den ubundne artikkelen. Dersom substantivet er hankjønn (m) eller inkjekjønn (n), har eigedomsordet inga ending. Er substantivet hokjønn (f) eller i fleirtal (pl), er endinga -e.


Eksempel: Mein Bruder (m) heißt Otto. Bror min heiter Otto. Mein Computer (m) ist neu. Datamaskina mi er ny. Mein Kind (n) heißt Louise. Barnet mitt heiter Louise. Mein Haus (n) liegt in der Parkallee. Huset mitt ligg i Parkalleen. Meine Tochter (f) heißt Beate. Dotter mi heiter Beate. Meine Schule (f) liegt in der Uferstraße. Skolen min ligg i Uferstraße. Meine Eltern (pl) heißen Erna und Paul. Foreldra mine heiter Erna og Paul. Meine Haare (pl) sind lang. Håret mitt er langt.

Norsk

Tysk

Subjekt Objekt Indir. obj.

Subjekt Objekt Indir. obj.

1. pers. sg

eg

meg

meg

ich

mich

mir

2. pers. sg

du

deg

deg

du

dich

dir

han

han

han

er

ihn

ihm

ho

ho/ henne

ho/ henne

sie

sie

ihr

den/ det

den/ det

den/ det

es

es

ihm

1. pers. pl

vi

oss

oss

wir

uns

uns

2. pers. pl

de

dykk

dykk

ihr

euch

euch

3. pers. pl

dei

dei

dei

sie

sie

ihnen

høfleg form

De

Dykk

Dykk

Sie

Sie

Ihnen

3. pers. sg

Eigedomsordet saman med eit substantiv kan også fungere som direkte objekt. Formene til eigedomsorda er dei same som ved den ubundne artikkelen.

Hugs å bruke høfleg tiltaleform når du snakkar til vaksne og ukjende personar. Pronomen i høfleg form blir alltid skrivne med stor forbokstav.

5 PRONOMEN

Hugs at verbet må bøyast avhengig av kva personleg pronomen som står til det (sjå punkt 2.2).

5.1 Personleg pronomen

5.2 Ubestemte pronomen

Pronomen er små ord som vi bruker i staden for ein ting, eit dyr, ein person eller eit namn. Desse orda kan for eksempel vere den, eg, vi, dei, ho. Det finst ulike typar pronomen, men nokon av dei vi bruker mest, er personlege pronomen. Dei personlege pronomena har desse formene som subjekt, objekt og indirekte objekt i setninga:

kein man nichts etwas alles

ingen ein ingenting noko alt

6 ADJEKTIV På tysk kan adjektivet brukast på to måtar: 1

Det kan brukast som predikativ, det vil seie at det står etter zu sein, zu werden og zu bleiben. Då er det alltid ubøygd: Er ist klein. Sie sind lang. Es wird spät.

Han er liten. Dei er lange. Det blir seint.

2 Det kan stå framfor eit substantiv. Då blir adjektivet alltid bøygd: Der kleine Junge liest. Den vesle guten les. Minigrammatikk nynorsk

373


6.1 Adjektivbøying etter bunden artikkel

Etter bunden artikkel kan adjektiv få berre to endingar: -e og -en. Dette blir kalla svak adjektivbøying. På skjemaet under ser du at dei fem tilfella som får -e, dannar ei slags panne eller øks.

6.3 Gradbøying av adjektiv

Den tyske gradbøyinga av adjektiv liknar på den norske, men det er ein viktig forskjell: På tysk bruker vi ikkje meir og mest. På tysk legg vi til endingar same kor langt ordet er. positiv

komparativ

superlativ

superlativ

billig

billiger

der/die/das billigste

am billigsten

hankjønn

hokjønn

inkjekjønn

fleirtal

nominativ

der alte Mann

die alte Frau

das kleine Kind

die kleinen Kinder

klein

kleiner

der/die/das kleinste

am kleinsten

akkusativ

den alten Mann

die alte Frau

das kleine Kind

die kleinen Kinder

modern

moderner

der/die/das modernste

am modernsten

genitiv

des alten Mannes

der alten Frau

des kleinen Kindes

der kleinen Kinder

alt

älter

der/die/das älteste

am ältesten

dativ

dem alten Mann

der alten Frau

dem kleinen Kind

den kleinen Kindern

lang

länger

der/die/das längste

am längsten

stark

stärker

der/die/das stärkste

am stärksten

gut

besser

der/die/das beste

am besten

hoch

höher

der/die/das höchste

am höchsten

nah

näher

der/die/das nächste

am nächsten

viel

mehr

der/die/das meiste

am meisten

wenig

weniger

der/die/das wenigste

am wenigsten

6.2 Adjektivbøying etter ubunden artikkel

Når adjektivet står etter ubunden artikkel i ubøygd form (ein/eine), får adjektivet same ending som den bundne artikkelen: ein alter Mann (der), eine alte Frau (die), ein altes Kind (das). Etter ubunden artikkel i bøygd form (einen, einer, einem, eines) får adjektiva endinga -en. Dette blir kalla sterk adjektivbøying. hankjønn

hokjønn

inkjekjønn

fleirtal

nom. ein alter Mann

eine alte Frau

ein kleines Kind

einige kleine Kinder

akk.

einen alten Mann

eine alte Frau

ein kleines Kind

einige kleine Kinder

gen.

eines alten einer alten Mannes Frau

eines kleinen Kindes

einiger kleiner Kinder

dat.

einem alten Mann

einem kleinen einigen kleinen Kind Kindern

einer alten Frau

Det er to rubrikkar for superlativ. Den siste (med am-form) glir meir og meir inn i det tyske språket, sjølv om den ikkje kan brukast overalt. Vi seier for eksempel: Hier ist der kleinste Junge. Her er den minste guten. Hier sehen wir das älteste Haus. Her ser vi det eldste huset. Men vi kan også seie: Dieser Junge ist am kleinsten. Denne guten er minst. Dieses Haus ist am ältesten. Dette huset er eldst.

374

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7 PREPOSISJONAR Preposisjonar er svært viktige ord i ei setning og fortel vanlegvis kvar noko er (for eksempel i, på, bak, under). Dei styrer også ulike kasus. Ordet som står rett etter preposisjonen, viser kasus. Ofte er dette ein artikkel eller eit pronomen.

7.1 Preposisjonar med akkusativ durch für gegen ohne um

gjennom for, til mot utan om, omkring, rundt

Eksempel 1: Der Mann geht durch den Garten. Mannen går gjennom hagen. I denne setninga styrer preposisjonen durch akkusativ. Etter preposisjonen kjem den bestemte artikkelen. Den står her i hankjønn (der Garten), og vi må bruke bestemt artikkel hankjønn akkusativ (den). Eksempel 2: Der Mann geht durch die Stadt. Mannen går gjennom byen. I denne setninga styrer preposisjonen durch akkusativ. Etter preposisjonen kjem den bestemte artikkelen. Den står her i hokjønn (die Stadt), og vi må bruke bestemt artikkel hokjønn akkusativ (die). Nokre fleire setningar med akkusativpreposisjonar: Ich kaufe ein Geschenk für meine Schwester. Eg kjøper ei gåve til syster mi. Wir können nicht ohne (das) Wasser leben. Vi kan ikkje leve utan vatn. Der Zug ist gegen einen Baum gefahren. Toget køyrde mot eit tre. Die Mauer geht um die Stadt. Muren går rundt byen.

7.2 Preposisjonar med dativ aus bei mit nach seit von zu

frå, (ut) av hos, ved med til, etter sidan frå, av til

Er kommt aus dem Dorf. Han kjem frå landsbyen. Sie wohnt bei der Tante. Ho bur hos tanta. Kommst du mit mir? Blir du med meg? Ihr lernt seit drei Jahren Deutsch. Dei har lært tysk i tre år. Sie gehen zu dem Freund. Dei går til vennen. Ein del preposisjonar smeltar ofte saman med den bestemte artikkelen når dei står ved sida av kvarandre: Dativ hankjønn/inkjekjønn: bei dem = beim von dem = vom zu dem = zum Dativ hokjønn: zu der = zur

7.3 Preposisjonar med akkusativ eller dativ (vekselpreposisjonar) an auf hinter in neben über unter vor zwischen

på (berøring frå sida) på (berøring ovanfrå) bak i, inne i, ut i, inn i ved sida av over under framfor mellom

Preposisjonane styrer både akkusativ og dativ, og det er verbet som avgjer kva kasus det skal vere. Dersom verbet uttrykkjer ei retning eller rørsle, bruker vi akkusativ. Dersom verbet uttrykkjer ro, eller rørsle innanfor eit bestemt område, bruker vi dativ. Er hängt das Bild an die Wand. Han hengjer biletet på veggen. (rørsle ➔ akkusativ) Das Bild hängt an der Wand. Biletet heng på veggen. (ro ➔ dativ) Der Hund legt sich unter den Tisch. Hunden legg seg under bordet. (rørsle ➔ akkusativ) Der Hund liegt unter dem Tisch. Hunden ligg under bordet. (ro ➔ dativ) Der Mann läuft in das Haus. Mannen spring inn i huset. (rørsle ➔ akkusativ) Der Mann läuft im Haus. Mannen spring inne i huset. (rørsle innanfor eit område ➔ dativ)

Minigrammatikk nynorsk

375


8 KASUS Kasus er den forma eit substantiv får ut frå plasseringa i setninga og kva funksjon det har. Kasus er ikkje like mykje brukt på norsk, men vi har det også. Eksempel: Ho snakkar. Eg snakkar med henne. hankjønn

hokjønn

inkjekjønn

fleirtal

nominativ

der/ein

die/eine

das/ein

die

akkusativ

den/einen

die/eine

das/ein

die

genitiv

des/eines

der/einer

des/eines

der

dativ

dem/einem

der/einer

dem/einem

den

8.1 Nominativ

Nominativ bruker vi for den eller det som gjer det som skjer i setninga, altså den som utfører sjølve handlinga. Denne delen av ei setning kallar vi subjekt. Der Junge singt. Die Frau spielt. Das Kind isst. Die Schüler lesen.

Guten syng. Dama spelar/leikar. Barnet et. Elevane les.

Der Vater schreibt der Mutter einen Brief. Faren skriv eit brev til mora. Die Frau kauft dem Kind eine Jacke. Dama kjøper ei jakke til barnet. Der Schüler bringt dem Lehrer das Buch. Eleven hentar boka til læraren. Der Lehrer gibt den Schülern eine Hausaufgabe. Læraren gir elevane ei lekse. Legg merke til at dativobjektet står framfor akkusativobjektet på tysk. Vi kan forklare denne ordstillinga med at personen er viktigast, og derfor kjem personen før saka. På norsk kan vi også ha denne ordstillinga ved somme verb: Faren gir mora eit kyss. Legg også merke til at sjølve substantivet blir bøygd i dativ fleirtal: den Schülern. Hugseregel: «Dativ fleirtal er min venn, endar alltid på ein n.»

In einer Stunde kommen sie nach Hause. Om ein time kjem dei heim. Er ist in letzter Zeit oft krank gewesen. Han har ofte vore sjuk den siste tida. Im Sommer ist es warm. Om sommaren er det varmt.

8.2 Akkusativ

Det direkte objektet i setninga står i akkusativ. Akkusativobjektet er den eller det i setninga som blir utsett for noko. Det som ein for eksempel har, får, kjøper eller ser i ei setning, står i akkusativ. Der Junge singt das/ein Lied. Guten syng songen/ein song. Die Frau spielt die/eine Gitarre. Dama speler på gitaren/ein gitar. Das Kind isst den/einen Kuchen. Barnet et kaka/ei kake. Die Schüler lesen das/ein Buch. Elevane les boka/ei bok. Das Mädchen sieht die Freunde. Jenta ser vennene. Legg merke til at den bundne artikkelen der blir endra til den når ordet står som akkusativobjekt, og at den ubundne artikkelen ein blir til einen (dvs. hankjønn). Artiklane das og die og ein og eine (hokjønn og inkjekjønn) endrar seg ikkje. Akkusativ blir dessutan alltid brukt etter preposisjonar som styrer akkusativ: durch, für, gegen, ohne, um (sjå punkt 7.1).

8.3 Dativ

Dativ er den tredje kasusen vi lærer på tysk. Dativobjektet eller det indirekte objektet er den eller det i setninga som ein gjer noko til eller for. 376

Weiter geht’s

Dativ bruker vi i visse tidsuttrykk: in, an og vor om tid.

Dativ bruker vi alltid etter preposisjonar som styrer dativ: aus, bei, mit, nach, seit, von, zu (sjå punkt 7.2).

Dativ blir alltid brukt etter visse verb, for eksempel: danken folgen gefallen gehorchen gehören glauben gratulieren helfen

Ich danke der Frau. Eg takkar dama. Die Schüler folgen dem Lehrer. Elevane følgjer læraren. Er gefällt mir. Eg liker han. Das Kind gehorcht den Eltern. Barnet lyder foreldra. Das Auto gehört meinem Vater. Bilen tilhøyrer far min. Alle glauben dem Mann. Alle trur mannen. Ich gratuliere dir zum Geburtstag. Eg gratulerer deg med dagen. Sie helfen dem Opa. Dei hjelper bestefaren.

8.4. Genitiv

Genitiv er ein kasus som viser eigeform. Det er den som eig noko, som står i genitiv på tysk. Das Auto des Mannes. Bilen til mannen.


Das Buch der Frau. Boka til kvinna. Das Spielzeug des Kindes. Leiketøyet til barnet. Die Lieblingsdiskothek der Jugendlichen. Yndlingsdiskoteket til ungdommane.

9 ANALYSE OG VANLEG ORDSTILLING Vi analyserer setningar for å finne ut kva form vi må bruke av for eksempel artiklane.

Ich komme nach Hause. Eg kjem heim. Mein Vater kommt nach Hause. Far min kjem heim. Die Kinder kommen nach Hause. Barna kjem heim. Ein Kind kommt nach Hause. Eit barn kjem heim. Verbalet uttrykkjer også når noko blir gjort. Når verbalet står i presens (notid), betyr det at handlinga held på no. Presens kan også brukast for å uttrykkje noko som kjem til å hende i framtida (som på norsk).

9.1 Subjekt

Subjektet (Sn) finst i alle setningar. Subjektet er det leddet Was machst du da? – Ich lese ein Buch. i setninga som utfører ei handling (den/det som gjer noko). Kva gjer du? Eg les ei bok. Morgen gehe ich um sieben Uhr ins Kino. For å finne subjektet kan du spørje: Kven/kva gjer noko? I morgon går eg på kino klokka sju. Subjektet står alltid i grunnforma, det vil seie i nominativ. For å uttrykkje noko som har skjedd i fortida, bruker ein på Derfor er det lurt å skrive Sn når du analyserer munnleg tysk mest presens perfektum (jf. pkt. 2.3). ei setning. Nominativforma viser seg blant anna ved a) personleg pronomen, b) eigedomsord, c) bunden artikkel Gestern habe ich deinen Vater gesehen. og d) ubunden artikkel. I går såg eg far din. Du bist schnell ins Kino gekommen. Ich komme nach Hause. Du kom fort til kinoen. Eg kjem heim. Mein Vater kommt nach Hause. Far min kjem heim. Die Kinder kommen nach Hause. Barna kjem heim. Ein Kind kommt nach Hause. Eit barn kjem heim.

9.2 Verbal

Verbalet (V) er det leddet i setninga som fortel kva som blir gjort. For å finne verbalet kan du spørje: Kva skjer/ blir gjort? Når du analyserer ei setning, kan du setje ein V over verbet. Verbalet og subjektet høyrer alltid saman, og derfor må verbalet på tysk alltid få ei personending som høver til subjektet. Dette kallar vi samsvarsbøying:

9.3 Direkte objekt

Direkte objekt (DOa) er det leddet i setninga som handlinga er retta mot. Det står i akkusativ. Derfor er det lurt å skrive DOa når du analyserer ei setning. Akkusativforma viser seg blant anna ved a) eigedomspronomen, b) bunden artikkel og c) ubunden artikkel. Ich besuche meine Kinder. Eg besøkjer barna mine. Ich besuche die Tante. Eg besøkjer tanta. Ich besuche einen Lehrer. Eg besøkjer ein lærar. Eksempel:

Sn V DOa Ich schreibe einen Brief. Eg skriv eit brev. 9.4 Indirekte objekt

Indirekte objekt (IOd) er den eller det i setninga som ein gjer noko til eller for. Det indirekte objektet står i dativ. Dativforma viser seg blant anna ved a) personleg pronomen, b) eigedomsord, c) bunden artikkel og d) ubunden artikkel. Minigrammatikk nynorsk

377


Når vi analyserer, finn vi først V, Sn og DOa. Så spør vi: til/ for kven + V + S + DOa. Svaret vi eventuelt får, er indirekte objekt i dativ, IOd.

11 KONJUNKSJONAR OG SUBJUNKSJONAR Konjunksjonar er ord som knyter saman ord og setningar. Konjunksjonane knyter saman to heilsetningar med og, eller, men og for. På tysk heiter dei und, oder, aber og denn.

Meine Mutter gibt mir ein Fahrrad. Mor mi gir meg ein sykkel. Ich schicke meiner Freundin einen Brief. Eg sender venninna mi eit brev. Du gibst dem Mann das Buch. Du gir mannen boka. Ich erzähle einer Freundin die Geschichte. Eg fortel historia til ei venninne.

Subjunksjonar innleier leddsetningar. Ei leddsetning er ei setning som ikkje kan stå åleine. På tysk er det viktig å hugse på at det personbøygde verbet alltid står sist i ei leddsetning. Dette er dei vanlegaste subjunksjonane:

10 RELATIVPRONOMEN (SOM)

dass

at

Er sagt, dass die Sonne scheint.

als

(den gong) da

Als sie jung war, hatte sie ein Fahrrad.

wenn

(kvar gong) når

Wenn die Sonne scheint, bin ich gerne im Garten.

ob

om (innleier indirekte spørsmål)

Meine Mutter fragt, ob ich mein Zimmer aufräumen kann.

während

mens

Während du liest, schreibe ich.

weil

fordi

Ich habe Hunger, weil ich nichts gegessen habe.

bevor

før

Ich mache meine Hausaufgaben, bevor ich in die Schule gehe.

falls/wenn

dersom

Falls es morgen schneit, gehen wir Skilaufen.

nachdem

etter at

Es wurde still, nachdem sie die Musik ausgemacht hat.

Legg merke til at relativpronomenet endrar seg etter kva rolle det speler i setninga, og kva kasus det står i.

damit

for at

Wir lernen Vokabel, damit wir besser sprechen können.

Ich kenne einen Jungen, den du magst. Eg kjenner ein gut som du liker. Das Mädchen, dem wir ein Geschenk geben, hat Geburtstag. Jenta som vi gir ei gåve, har bursdag.

bis

til

Alle Kinder müssen warten, bis das Essen fertig ist.

Relativpronomenet som peiker alltid tilbake på ordet som står framfor. På tysk ser relativpronomenet ut som den bundne artikkelen. hankjønn

hokjønn

inkjekjønn

fleirtal

nominativ

der

die

das

die

akkusativ

den

die

das

die

genitiv

dessen

deren

dessen

deren

dativ

dem

der

dem

denen

Relativpronomenet innleier alltid ei leddsetning på tysk. Hugs at det bøygde verbet skal stå sist i setninga. Ich kenne einen Jungen, der Jakob heißt. Eg kjenner ein gut som heiter Jakob. Ich kenne ein Mädchen, das nett ist. Eg kjenner ei jente som er snill.

Legg merke til at preposisjonen alltid kjem framfor relativpronomenet, mens den på norsk står sist i setninga. Preposisjonen bestemmer kasus for relativpronomenet. Kennst du den Film, von dem alle reden? Kjenner du til filmen som alle snakkar om? Die Straße, durch die wir gehen, ist lang. Gata som vi går langs, er lang.

378

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12 PRONOMINALADVERB

daran, darauf, darüber, davon, damit, dafür, dagegen osv.

Unntak: anstatt/statt, ohne og um kan stå framfor infinitiv. Er ging an mir vorbei, ohne zu lächeln. Han gjekk forbi meg utan å smile. Sie wollten in die Stadt gehen, statt zu arbeiten. Dei ville gå til byen i staden for å jobbe. Er muss mehr arbeiten, um die Noten zu verbessern. Han må jobbe meir for å forbetre karakterane.

Slike pronominaladverb bruker vi i desse tilfella:

12.4 I spørsmålssetningar

Pronominaladverb er sette saman av stavingane da- eller dar- + preposisjon. Dersom preposisjonen begynner på konsonant, får vi da-. Dersom den begynner på vokal, får vi dar-:

12.1 Der vi på norsk har preposisjon + den/han/ho eller det

Wir denken an das Haus. Wir denken daran. Vi tenkjer på huset. Vi tenker på det. Er rechnet damit. Han reknar med det. Alle sind stolz auf das Auto. Alle sind stolz darauf. Alle er stolte av bilen. Alle er stolte av den/han. Er wartet auf den Bus. Er wartet darauf. Han ventar på bussen. Han ventar på den/han. Dersom det dreiar seg om ein person, vil vi sjølvsagt ikkje bruke den eller det, og da bruker vi heller ikkje pronominaladverb på tysk: Ich warte auf ihn. Eg ventar på han. Die Mutter ist stolz auf sie. Mora er stolt av henne.  

12.2 Framfor ei leddsetning

På norsk kan vi ha preposisjon framfor ei leddsetning, men det kan ein som regel ikkje ha på tysk. I staden for preposisjon bruker vi eit pronominaladverb: Wir warten darauf, dass alles in Ordnung kommt. Vi ventar på at alt blir i orden. Oma rechnet damit, dass alle Kinder kommen können. Bestemor reknar med at alle barna kan komme. Sie zweifeln daran, dass der Sommer kommt. Dei tvilar på at sommaren kjem.

12.3 Framfor infinitiv

På norsk kan vi ha ein preposisjon framfor infinitiv, men det kan ein som regel ikkje på tysk. Ich rechne damit, morgen zu kommen. Eg reknar med å komme i morgon. Ich denke daran, heute zu lesen. Eg tenkjer på å lese i dag. Er hat Angst davor, an der Schule vorbeizugehen. Han er redd for å gå forbi skolen. Wir sehnen uns danach, in die Ferien zu fahren. Vi lengtar etter å reise på ferie.

I spørsmålssetningar blir wo- eller wor- + preposisjon brukt: womit, wofür, woran, worauf osv. Det gjeld spørsmål som på norsk begynner med kva og sluttar med ein preposisjon: Woran denkst du? Kva tenkjer du på? Worauf wartest du? Kva ventar du på? Womit bist du beschäftigt? Kva er du oppteken med? / Kva driv du med? Worüber lachst du? Kva ler du av? Dei same pronominaladverba blir brukte når spørsmåla er ei leddsetning: Ich frage, woran du denkst. Eg spør kva du tenkjer på. Ich weiß nicht, worauf du guckst. Eg veit ikkje kva du kikkar på. Er möchte wissen, womit du arbeitest. Han vil vite kva du jobbar med. Sie weiß nie, worüber er lacht. Ho veit aldri kva han ler av.

13 ALFABETET PÅ TYSK Slik blir alfabetet uttalt på tysk (der det ikkje er nokon parentes, er det som på norsk): a b c (tse) d e f g

h (ha) i j (jått) k (ka) l m n

o (å) p q (ko) r s t u (o)

v (fau) w (ve) x (iks) y (ypsilon) z (tsett)

Minigrammatikk nynorsk

379


Fremmedspråk (FSP01 02)

Kompetansemål og vurdering Kompetansemål etter nivå II Mål for opplæringen er at eleven skal kunne

• • • • • • • • •

lytte til og forstå tydelig tale om personlige og faglig relevante emner og aktuelle saker samtale i en rekke dagligdagse situasjoner om kjente og faglig relevante emner muntlig forklare faglig relevante emner, skildre opplevelser, hendelser og planer, og begrunne meninger, også spontant lese og forstå ulike typer tekster, også autentiske, om personlige og faglig relevante emner og aktuelle saker skrive ulike teksttyper om personlige og faglig relevante emner, og uttrykke og begrunne egne meninger, med og uten hjelpemidler bruke grunnleggende språklige strukturer, regler for uttale og rettskriving og språkets offisielle alfabet eller tegn for å kommunisere på en situasjonstilpasset måte bruke relevante lærings- og kommunikasjonsstrategier, digitale ressurser og erfaringer fra tidligere språklæring i læringsprosessen utforske og gjøre rede for mangfold, samfunnsforhold og historiske hendelser i områder der språket snakkes, og se sammenhenger med egen bakgrunn utforske og presentere kunstneriske og kulturelle uttrykk fra områder der språket snakkes, og gjøre rede for egne opplevelser

380

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Literatur- und Quellenverzeichnis Für die freundliche Genehmigung zum Nachdruck der Texte danken wir folgenden Schriftstellern und Verlagen: s. 23–24

s. 65–67

„Bunter Sommer“ Text: Farsad Zoroofchi/Philipp Schwär © Edition Curtains Up/ Hanseatic Musikverlag Gmbh & Co Kg. Tryckt med tillstånd av Warner Chappell Music Scandinavia AB/ Notfabriken Music Publishing AB/ Faber Music Ltd. Copyright © Tekst: Philipp Schwär. Trykt med tillatelse „Der Junge an der Tankstelle“: nach einer Idee von Kicki Karlsson, Ann-Kristin Lindström und Gudrun Schornack: „Ein blödes Spiel“, aus Mahlzeit 2. Stockholm: Natur & Kultur, 2002

s. 72–74

„Der relaxte Outdoor-Single“, Leonhard Thoma aus Das Idealpaar. Hueber 2007 © Editorial Idiomas, S.L. Unipersonal 2007 © Leonhard Thoma, 2007

s. 120–122

„Frau Holle“, Jakob und Wilhelm Grimm, aus Kinder- und Hausmärchen, gekürzte und überarbeitete Fassung

s. 123–124

„Rumpelstilzchen“, Jakob und Wilhelm Grimm (für Ausländer bearbeitet bei Rosemarie Griesbach), aus Deutsche Märchen und Sagen. Ismaning: Max Hueber Verlag, 1995

s. 126

„Märchen vom kleinen Klaus“, Heiner Müller, aus Werke. Herausgegeben von Frank Hörnigk, Band 2: Die Prosa. © Suhrkamp Verlag Frankfurt am Main 1999. Alle Rechte bei und vorbehalten durch den Suhrkamp Verlag Berlin.

s. 131–132

„Ein Epos aus uralten Zeiten – das Nibelungenlied“, aus GEO EPOCHE Nr. 34 „Die Germanen“/Cay Rademacher

s. 141

„Nur ein Wort“ Text: Judith Holofernes © Wintrup Musikverlag

s. 144–145

„Deine Nähe tut mir weh“ Copyright © Tekst: Kristoffer Hünecke og Johannes Strate. Trykt med tillatelse

s. 174–175

„Das Ist Berlin“ Text: Alex Roemer © Mokoh Music GMBH/BMG Rights Management GmbH Tryckt med tillstånd av BMG Rights Management (Scandinavia) AB / Notfabriken Music Publishing AB.

s. 180

„Mein Name ist Mensch“ Text: Ralph Möbius © VOLKSMUND DAVID PRODUKTION UND VERLAG GERT MOEBIUS RALPH STEITZ GBR. Administered by Edition Bjorlund for Scandinavia.

s. 182

„Spur im Sand“, Hans Baumann, aus Hans-Joachim Gelberg (Hrsg.), Überall und neben dir © 1986, 2010 Beltz & Gelberg in der Verlagsgruppe Beltz Weinheim Basel

s. 189–191

„Spaghetti für zwei“, Federica Kitamura-de Cesco, aus Freundschaft hat viele Gesichter, Stuttgart/Luzern (1986), © Federica de Cesco

s. 193–195

„Buntes Berlin“, Klaus Martin Höfer (gekürzt und vereinfacht). Aus JUMA 1/2005

s. 205

„Markierung einer Wende“, Ernst Jandl, Werke in 6 Bänden (Neuausgabe), hrsg. von Klaus Siblewski © 2016 Luchterhand Literaturverlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH

Literatur- und Quellenverzeichnis

381


s. 206

„Sie haben uns verraten“, Wolfgang Borchert, Auszug aus „Draußen vor der Tür“. In Das Gesamtwerk. Mit einem Biograph. Nachw. von Bernhard Meyer-Marwitz. Hamburg: Rowohlt, 1949. © 1949 Rowohlt Verlag, Hamburg

s. 281–282

„Ein Dorf versorgt sich selbst“ Quelle: DW Deutsch lernen Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.

s. 210–211

„Das Brot“, Wolfgang Borchert, aus Das Gesamtwerk. Hamburg: Rowohlt Verlag, 1949

s. 286

s. 236

„Mädchen aus Ost-Berlin“ Text: Udo Lindenberg © Edition Star Musik. För Norden & Baltikum: MCA Music Scandinavia AB. Tryckt med tillstånd av Gehrmans Musikförlag AB.

„Wie die Digitalisierung der Umwelt schadet“ Quelle: DW Deutsch lernen Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.

s. 290

„Mode, die der Umwelt schadet“ Quelle: DW Deutsch lernen Kostenlos Deutsch lernen mit der DW. Nutzen Sie Texte, Audios, Videos und interaktive Übungen auf dw.com/deutschlernen.

s. 269

„Heidenröslein“, Johann Wolfgang von Goethe, aus Sämtliche Gedichte. Berlin: Insel Verlag, 2007

s. 271

„Gefunden“, Johann Wolfgang von Goethe, aus http://gutenberg.spiegel. de/buch/3670/178

s. 272–273

„Faust – Anfangsmonolog“, Johann Wolfgang von Goethe

382

Weiter geht’s

s. 295–299 „Die Nacht im Hotel“, Siegfried Lenz, Jäger des Spotts. Geschichten aus dieser Zeit. Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag, 1958


Bildnachweise s. 6

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s. 8–9

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s. 100

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s. 11

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s. 104

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s. 12

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s. 106

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s. 15

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s. 120

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Anne-Marie Schulze

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